April 2010 Liahona

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LiahonaKirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage • April 2010Zeugen derAuferstehung,Seite 16, 28Von der Furcht zum Glauben bei derEntscheidung zu heiraten, Seite 20Worum geht es bei Verabredungen?,Seite 50Kinder: Eure Kreativität istgefragt, Seite 73


Der triumphale Einzug Jesu in Jerusalem, Gemälde von Harry Anderson„Am Tag darauf hörte die Volksmenge, die sich zum Fest eingefunden hatte, Jesus komme nach Jerusalem.Da nahmen sie Palmzweige, zogen hinaus, um ihn zu empfangen, und riefen: Hosanna!Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn, der König Israels!“ ( Johannes 12:12,13.)


28Liahona, April 2010Botschaften4 Botschaft von der ErstenPräsidentschaft:Ein großes Werk GottesPräsident Dieter F. Uchtdorf7 Besuchslehrbotschaft: Wieman nach persönlicherOffenbarung trachtet undsie empfängtBeiträge fürdiesen Monat14 Ein Tempel für KonaR. Val JohnsonRegelmäßige Tempelfahrtenbrachten einem Ehepaar Segnungenein – und sie konnten diesesogar noch anderen weitergeben.18 Ich muss in den Tempel gehenMichael R. MorrisNichts kann diesen Achtzigjährigendavon abhalten, ins Hausdes Herrn zu gehen.20 Vertrauensprüfungen:Von der Furcht zum Glaubenbei der Entscheidungzu heiratenElder Lance B. WickmanDie Entscheidung, zu heiraten,ist nicht unbedingt leicht. AberSie können sich ihr voll Zuversichtstellen.24 Die Eheschließung im Tempelwar uns wichtigVitalij und Ekaterina SchmakowDass sie elf Stunden voneinanderentfernt wohnten, konntezwei Menschen nicht von ihremZiel abbringen, im Tempel zuheiraten.32 Fidschi: die Früchtedes GlaubensDon L. SearleAn drei Beispielen wird deutlich,wie Gehorsam das Leben derMitglieder in Fidschi prägt.Weitere Rubriken8 Kleines und Einfaches12 Dienst in der Kirche:Der Wert eines LehrersPräsident Thomas S. Monson13 Wir sprechen von Christus:Er wird ihre Schwächen aufsich nehmenElder Jean A. Tefan16 Unser Glaube:Er ist auferstandenPräsident Thomas S. Monson28 Klassiker des Evangeliums:Die Gewissheit derAuferstehungPräsident Spencer W. Kimball38 Stimmen von Heiligender Letzten Tage74 Nachrichten der Kirche80 Bis aufs Wiedersehen:Ein versiegeltes GrabDavid L. FrischknechtApril 2010 1


Junge Erwachsene42 Das Evangelium in meinemLeben: Nephis Geschichte,meine GeschichteName der Redaktion bekannt44 Sie haben zu uns gesprochen:Entwickeln Sie jetzt einenguten CharakterElder Marvin J. AshtonSuche denLiahona, derin dieserAusgabeversteckt ist.4250Jugendliche46 Ich habe eine Frage„Wie kann ich reine Gedankenhaben, wenn ich in meiner Umgebungso viel Unschickliches sehe?“48 Wie ich es wusste:Die Umarmung eines VatersLuiz Fernando Maykot49 Poster: Schau nach vorn!50 An die Jungen Männer –über VerabredungenPräsidentschaft der Jungen MännerWorauf kommt es bei Verabredungenan? Lasst es euch vondenen erzählen, die es wissen.51 Ein Rat an die Jungen Damen– über VerabredungenPräsidentschaft der Jungen DamenWie man klug auswählt, mitwem man ausgeht.53 Unsere Ecke54 Bring es ins Rollen!Richard M. RomneyEin paar Junge Damen in Indienhelfen den Mitgliedern ihresZweiges, die Segnungen desFamilienabends zu genießen.56 Früh am SonntagmorgenCharles W. Dahlquist IIJunge Männer in Fidschi stehenbereitwillig vor Tagesanbruchauf, um ihre Priestertumsaufgabenzu erfüllen.58 Wenn Entchen nichtschwimmenWendi Wixom TaylorIch lernte etwas Wertvolles andem Tag, als Papa drei winzigeEntchen mitbrachte.Kinder7260 Pianisten in der PVJan PinboroughEin paar Kinder waren erstaunt,dass sie Klavier spielen lernenkonnten – und in der Kirchevorspielen konnten.62 Lied: Kommt, folget mirJohn Nicholson undSamuel McBurney63 Unsere Seite64 Weidet mit unsdie Lämmer des HeilandsPräsident Henry B. EyringIhr könnt dazu beitragen, denGlauben anderer zu stärken.66 Das Miteinander: JesusChristus hat die Fülle desEvangeliums durch JosephSmith wiederhergestelltSandra Tanner und Cristina Franco68 Ein Hochzeitskleidund ein PlanJane McBride ChoateLori ist traurig, weil sie nichtdabei sein kann, wenn ihreSchwester im Tempel heiratet.Ihre Schwester erklärt ihr, dasssie sich darauf vorbereiten soll,eines Tages selbst im Tempel zuheiraten.70 Für kleinere Kinder2UmschlagbildVorn: Seht meine Hände, Gemälde von JeffWard. Hinten: Halte mich nicht fest, Gemäldevon Minerva Teichert, Abdruck mit freundlicherGenehmigung des Kunstmuseums derBrigham Young University.


April 2010, 136. Jahrgang, Nr. 4LIAHONA 09284 150Offizielle deutschsprachige Veröffentlichung derKirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten TageErste Präsidentschaft: Thomas S. Monson, Henry B. Eyring,Dieter F. UchtdorfKollegium der Zwölf Apostel: Boyd K. Packer, L. Tom Perry,Russell M. Nelson, Dallin H. Oaks, M. Russell Ballard, Richard G. Scott,Robert D. Hales, Jeffrey R. Holland, David A. Bednar, QuentinL. Cook, D. Todd Christofferson, Neil L. AndersenEditor: Spencer J. CondieBerater des Editors: Keith K. Hilbig, Yoshihiko Kikuchi,Paul B. PieperManaging Director: David L. FrischknechtEditorial Director: Victor D. CaveSenior Editor: Larry HillerLeiter Grafik: Allan R. LoyborgManaging Editor: R. Val JohnsonAssistant Managing Editor: Jenifer L. Greenwood,Adam C. OlsonAssociate Editor: Ryan CarrAssistant Editor: Susan BarrettRedaktion: David A. Edwards, Matthew D. Flitton, LaRene PorterGaunt, Carrie Kasten, Annie Jones, Jennifer Maddy, Melissa Merrill,Michael R. Morris, Sally J. Odekirk, Joshua J. Perkey, Chad E. Phares,Jan Pinborough, Richard M. Romney, Don L. Searle, Janet Thomas,Paul VanDenBerghe, Julie WardellRedaktionssekretariat: Laurel TeuscherArt Director: Scott Van KampenProduction Manager: Jane Ann PetersGestaltung und Produktion: Cali R. Arroyo, Collette NebekerAune, Howard G. Brown, Julie Burdett, Thomas S. Child, Reginald J.Christensen, Kim Fenstermaker, Kathleen Howard, Eric P. Johnsen,Denise Kirby, Scott M. Mooy, Ginny J. NilsonPrepress: Jeff L. MartinLeiter Druck: Craig K. SedgwickLeiter Vertrieb: Randy J. BensonÜbersetzung: Axel GomannLokalteil: Siehe Impressum Regionale Umschau Deutschland –Österreich – SchweizVertrieb:Corporation of the Presiding Bishop of The Church ofJesus Christ of Latter-day Saints (USA), CPB50 East North Temple StreetSalt Lake City, Utah 84150, USAc/o Steinmühlstraße 1661352 Bad Homburg v. d. HöheDeutschlandTel.: 00800-34-78-33-88, Fax: +49-6172-492-860E-Mail: orderseu@ldschurch.orgJahresabonnement:EUR 7,50; CHF 11,10Folgende Zahlungsmethoden sind möglich:Kreditkarte: Anruf oder E-Mail an CPBEC-Karte, Kreditkarte oder bar im TempelkleiderverkaufBern, Freiberg und FriedrichsdorfÜberweisung auf folgendes Konto: Commerzbank AG,Kontonr.: 07 323 712 00, BLZ 500 800 00Verwendungszweck: Abo-Nr. + Name + GemeindeBei Einzahlungen aus Österreich und der Schweiz zusätzlich:SWIFT: DRES DE FFIBAN: DE42 5008 0000 073237 1200Adressänderungen bitte einen Monat im Voraus melden.Manuskripte und Anfragen bitte an: Liahona, Room 2420,50 East North Temple Street, Salt Lake City, UT 84150-0024,USA, oder per E-Mail an: liahona@ldschurch.org.Der Liahona (ein Begriff aus dem Buch Mormon, der „Kompass“oder „Wegweiser“ bedeutet) erscheint auf Albanisch, Armenisch,Bislama, Bulgarisch, Cebuano, Chinesisch, Dänisch, Deutsch, Englisch,Estnisch, Fidschi, Finnisch, Französisch, Griechisch, Haïtianisch, Hindi,Indonesisch, Isländisch, Italienisch, Japanisch, Kambodschanisch,Kiribati, Koreanisch, Kroatisch, Lettisch, Litauisch, Madagassisch,Marshallesisch, Mongolisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch,Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Samoanisch, Schwedisch,Singhalesisch, Slowenisch, Spanisch, Tagalog, Tahitianisch, Tamil,Telugu, Thai, Tongaisch, Tschechisch, Ukrainisch, Ungarisch, Urduund Vietnamesisch (Umfang variiert nach Sprache).© 2010 by Intellectual Reserve, Inc. Alle Rechte vorbehalten.Printed in the United States of America.Text- und Bildmaterial im Liahona darf für den gelegentlichen,nichtkommerziellen Gebrauch in Kirche und Familie vervielfältigtwerden. Bildmaterial darf nicht vervielfältigt werden, wenn dies ausdem Quellenhinweis entsprechend hervorgeht. Fragen richten Siebitte an: Intellectual Property Office, 50 East North Temple Street,Salt Lake City, UT 84150, USA, E-Mail: cor-intellectualproperty@ldschurch.org.Den Liahona finden Sie in vielen Sprachen auch im Internet unterwww.liahona.lds.org.For Readers in the United States and Canada:April 2010 Vol. 136 No. 4. LIAHONA (USPS 311-480) German (ISSN1522-9203) is published monthly by The Church of Jesus Christ ofLatter-day Saints, 50 East North Temple, Salt Lake City, UT 84150.USA subscription price is $10.00 per year; Canada, $12.00 plusapplicable taxes. Periodicals Postage Paid at Salt Lake City, Utah. Sixtydays’ notice required for change of address. 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Siehehttp://abrandnewyear.lds.org.In Ihrer SpracheMaterial der Kirche in IhrerSprache finden Sie online unterwww.languages.lds.org.April 2010 3


Botschaft von der Ersten PräsidentschaftPräsidentDieter F. UchtdorfZweiter Ratgeber in der Ersten PräsidentschaftEin großes WerkGottesDer 6. April 1830Vor 180 Jahren kamen Joseph Smith, OliverCowdery und eine Handvoll anderer zusammen,um die Kirche Jesu Christi der Heiligen der LetztenTage zu gründen. Nach allem, was berichtet wurde, wares eine schlichte, vom Geist erfüllte Versammlung. JosephSmith berichtet, dass nach dem Abendmahl „der HeiligeGeist uns in sehr hohem Maße zuteilwurde – einige prophezeiten,während wir alle den Herrn priesen und unsaußerordentlich freuten“. 1Die Ereignisse dieses Tages blieben von der Welt unbemerkt;es gab keine Schlagzeile darüber, keine Boten,die sie verkündeten. Wie müssen sich jedoch die Himmelgefreut und Gott gepriesen haben! Denn an diesem Tagwurde die Kirche Jesu Christi wieder auf die Erde gebracht.Solomon ChamberlainVon jenem Tag an bis heute sind Millionen glaubensvollerSöhne und Töchter des himmlischen Vaters denEingebungen des Heiligen Geistes gefolgt und ins heiligeWasser der Taufe gestiegen. Einer von ihnen war SolomonChamberlain.Solomon war ein geistig gesinnter Mensch. Er hatteviele Stunden im Gebet verbracht, nach Vergebung seinerSünden getrachtet und den himmlischen Vater angefleht,ihn zur Wahrheit zu führen. Um das Jahr 1816 empfingSolomon in einer Vision die Verheißung, dass er den Tagerleben würde, da die Kirche Christi in ihrer apostolischenOrdnung erneut auf Erden aufgerichtet sein würde.Jahre später reiste Solomon mit dem Schiffnach Kanada. Unterwegs legte das Schiff in derkleinen Stadt Palmyra im Bundesstaat NewYork an. Dort hatte er das drängende Gefühl,unbedingt an Land gehen zu müssen. Daer nicht wusste, was das zu bedeuten hatte,unterhielt er sich mit einigen Leuten aus derStadt. Schon bald hörte er sie von einer„goldenen Bibel“ reden. Er sagte, dass esihn, als er diese beiden Wörter hörte, „wieein Blitz durchfuhr, vom Kopf bis zu denZehenspitzen“.Seine Erkundigungen führten ihn zum Haus derFamilie Smith, wo er von den Anwesenden die wunderbareNachricht hörte, dass das Evangelium wiederhergestelltwar. Nachdem Solomon zwei Tage dortverbracht und ein Zeugnis von der Wahrheit empfangenhatte, setzte er seine Reise nach Kanadafort. Er nahm 64 frisch gedruckte, noch nicht gebundeneSeiten des Buches Mormon mit. Wo immerer war, verkündete er den Menschen, „den Vornehmenwie den Einfachen, den Reichen wie den Armen …, dasssie sich bereit machen mussten für das große Werk Gottes,das nun hervorkommen sollte“. 2Ein großes Werk GottesSeit jenem Tag im April 1830 haben Millionen das wiederhergestellteEvangelium als wahr erkannt und haben4 Liahona


Wie man Gedanken ausdieser Botschaft vermitteltDas Vorbild ist eines der machtvollsten Werkzeugebeim Lehren.“ (Lehren, die größte Berufung, Seite18.) Wenn Sie die Geschichte von Solomon Chamberlainerzählen, dann bitten Sie die Familie, darauf zu achten,wann er den Eingebungen des Heiligen Geistes gefolgtist. Besprechen Sie, wie Solomons Beispiel vielleicht auchanderen geholfen hat. Bitten Sie Ihre Zuhörer, zu erzählen,wie das gute Beispiel eines anderen ihnen schoneinmal geholfen hat.sich taufen lassen. Ich bezeuge, dass dieses„große Werk Gottes“ heute auf der Erdeist. Ich gebe Zeugnis, dass der Herr überseine Kirche wacht und sie durch seinenPropheten, Präsident Thomas S. Monson,leitet. Es ist ein besonderer Segen, in diesenLetzten Tagen zu leben. Dies sind herrlicheZeiten, vorhergesehen von Prophetenvor alters und begleitet von wachsamenEngelscharen. Der Herr achtet auf seineKirche. Er achtet auch auf alle, die,wie Solomon Chamberlain, denEingebungen des Heiligen Geistesfolgen und gemeinsam mit ihrenBrüdern und Schwestern aufder ganzen Welt mithelfen, diesesgroße Werk Gottes voranzubringen.◼Anmerkungen1. Joseph Smith, History of theChurch, 1:782. „A Short Sketch of the Life ofSolomon Chamberlain“, Manuskript,Historisches Archiv der Kirche (imInternet unter www.boap.org/LDS/Early-Saints/SChamberlain.html); siehe auchWilliam G. Hartley, „Every Member Was aMissionary“, Ensign, September 1978, Seite 23.Ein paar Tage nach der Gründung der Kircheließ sich Solomon Chamberlain im See Seneca inNew York von Joseph Smith taufen.April 2010 5Foto von Matthew Reier, aufgenommen bei den Dreharbeiten zu dem Film Joseph Smith: Der Prophet der Wiederherstellung


JugendlicheMein Versuch mit dem GlaubenMit 13 begann ich, jeden Tag im Buch Mormonzu lesen, und seitdem wurde ich Tag für Tag dafürgesegnet.Jason YoungDie Sonntagsschulklasse der Dreizehnjährigen war nichtgerade für ihre Andacht bekannt. Doch wir hatten einewunderbare Lehrerin, die sich nach besten Kräften bemühte,jede Lektion durch den Geist zu lehren. Einmal ging esum das Schriftstudium.Am Ende des Unterrichts gab sie uns einen Auftrag. Er waran alle gerichtet, aber aus irgendeinem Grund sah sie mir direktin die Augen, als sie sagte: „Ich fordere euch auf, wirklichjeden Tag im Buch Mormon zu lesen!“ Ich dachte mir: „Ichwerde es Ihnen zeigen. Das werde ich machen!“Noch am selben Abend begann ich mit dem ersten Kapitelin 1 Nephi, und von da an las ich jeden Tag. Anfangs las ich sichernicht mit der richtigen Einstellung, aber mit der Zeit fandich Gefallen an dem Gefühl, das ich hatte, wenn ich im BuchMormon las. Es wurde zu einer lieben Gewohnheit, jedenAbend im Buch Mormon zu lesen.Monate später war ich bei Alma 32 angelangt und warbeeindruckt von dem Gedanken, mit dem Glauben einenVersuch zu machen. In der Schule hatten wir gerade viel darübergelernt, wie man wissenschaftliche Versuche durchführt.Ich kniete mich also nieder und sagte dem Vater im Himmel,dass ich mit dem Versuch beginnen wolle. Ich bat ihn, mir dieGewissheit zu verschaffen, dass das Buch Mormon wahr sei.Im Nachhinein weiß ich, dass der Vater im Himmel mir vieleMale Antwort auf dieses Gebet gab. Dadurch, dass ich täglichim Buch Mormon las, gewann ich mehr Kraft, das Böse zuüberwinden. Ich fühlte mich meinem Vater im Himmel näher.Durch die Macht des Heiligen Geistes hatte ich mehr Kraft,Schwierigkeiten zu überwinden. Was Alma über den Versuchmit dem Wort Gottes sagte, stimmt: „Es fängt an, meine Seelezu erweitern; ja, es fängt an, mein Verständnis zu erleuchten;ja, es fängt an, mir köstlich zu sein.“ (Alma 32:28.)KinderEin besonderer SegenIn diesem Monat vor 180 Jahren wurdedie Kirche gegründet. Präsident DieterF. Uchtdorf sagt, es sei „ein besondererSegen“, in unserer Zeit zu leben, da die Kirchewiederhergestellt ist. Lies in den folgendenSchriftstellen nach, welche großen Segnungender himmlische Vater den Menschen durch dieKirche gibt. Finde dann zu jeder Schriftstelledas passende Bild.Apostelgeschichte22:162 Nephi 32:5Jakobus 5:14,15LuB 20:8-12Amos 3:7LuB 110:7-10Präsident Uchtdorf hat gesagt,dass jeder im „großen WerkGottes“ mithelfen kann.Wie kannst du helfen?Nur fürKinder!Foto von Matthew Reier; Illustrationen von Maryn Roos6 Liahona


Foto von Juan Pablo Aragón ArmasBesuchslehrbotschaftWie man nach persönlicherOffenbarung trachtet undsie empfängtBringen Sie den Schwestern,die Sie besuchen,die Schriftstellen undAussagen nahe, dieihnen voraussichtlich weiterhelfen. BeiBedarf können Sie auch andere Grundsätzeansprechen. Geben Sie Zeugnisvon der Lehre. Bitten Sie die Schwestern,auch über eigene Gedanken undErkenntnisse zu berichten.Wie kann ich nach persönlicherOffenbarung trachten?„Wie die Propheten bereiten auchwir uns auf persönliche Offenbarungvor, indem wir in den heiligenSchriften lesen, fasten, beten undunseren Glauben stärken. Glaube istder Schlüssel. Denken Sie daran, wieJoseph Smiths Vorbereitung auf dieerste Vision aussah:‚Fehlt es aber einem von euch anWeisheit, dann soll er sie von Gotterbitten; …Wer bittet, soll aber voll Glaubenbitten und nicht zweifeln.‘“ 1Elder Robert D. Hales vom Kollegium derZwölf Apostel„Das Beten ist Ihr persönlicherSchlüssel zum Himmel. Das Schlossbefindet sich auf Ihrer Seite der Tür.Das ist aber noch nicht alles. EinemMann, der meinte, dass einemOffenbarung ohne Mühe zuteilwerde,sagte der Herr:‚Du hast es nicht verstanden; duhast gemeint, ich würde es dir geben,obschon du dir keine Gedanken gemachthast, außer mich zu bitten.Aber siehe, ich sage dir: Du musstes mit deinem Verstand durcharbeiten;dann musst du mich fragen, obes recht ist, und wenn es recht ist,werde ich machen, dass dein Herzin dir brennt; darum wirst du fühlen,dass es recht ist.‘“ 2Präsident Boyd K. Packer, Präsident desKollegiums der Zwölf ApostelWie kann ich persönlicheOffenbarung empfangen?„Am vertrautesten ist uns jedoch,dass Offenbarung oder Inspirationdurch Worte oder Gedanken anunseren Verstand ergeht (siehe Enos1:10; LuB 8:2,3), durch eine plötzlicheErleuchtung (siehe LuB 6:14,15), dadurch,dass wir bei einem Vorhabenein gutes oder ein schlechtes Gefühlhaben oder auch bei der erbauendenAufführung eines Kunstwerks. PräsidentBoyd K. Packer, … Präsidentdes Kollegiums der Zwölf Apostel, hatgesagt: ‚Inspiration kann man eherfühlen als hören.‘“ 3Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium derZwölf ApostelRatschläge fürBesuchslehrerinnenAls Besuchslehrerin können Siedurch den Geist Eingebungendazu empfangen, was die Schwestern,die Sie besuchen, brauchen undwie Sie sie unterstützen können.Wenn Sie diese Botschaft vermitteln,dann erzählen Sie, wenn es angebrachtist, von einer Eingebung oderHilfe, die Sie im Hinblick auf dasBesuchslehren empfangen haben.Persönliche Vorbereitung1 Samuel 3:101 Könige 19:11,12Alma 5:46; 26:223 Nephi 19:19-23LuB 8:2,3; 9:8,9; 88:63,64„Der Tempel ist ein Haus desLernens. Vieles, was uns im Tempelgelehrt wird, ist symbolisch und wirddurch den Geist verstanden. Das bedeutet,dass wir aus der Höhe belehrtwerden. … Unser Verständnis von derBedeutung der Verordnungen undBündnisse wird wachsen, wenn wirin der Absicht, zu lernen und überdie im Tempel gelehrten, ewigenWahrheiten nachzudenken, oft dorthinzurückkehren. … Mögen wir diegeistige Kraft und die Offenbarunggenießen, die wir erhalten, wenn wirregelmäßig in den Tempel gehen.“ 4 ◼Silvia H. Allred, Erste Ratgeberin in derFHV-PräsidentschaftAnmerkungen1. „Persönliche Offenbarung: Aussagenund Beispiele der Propheten“, Liahona,November 2007, Seite 882. Siehe „Persönliche Offenbarung: DieGabe, die Prüfung und die Verheißung“,Der Stern, Januar 1995, Seite 543. „Acht Formen und Aufgaben derOffenbarung“, Liahona, September 2004,Seite 84. „Heilige Tempel, heilige Bündnisse“,Liahona, November 2008, Seite 113, 114April 2010 7


Kleines und Einfaches„Durch Kleines und Einfaches wird Großeszustande gebracht.“ (Alma 37:6)Tempel im ScheinwerferlichtDer Manila-Tempel in den PhilippinenPräsident Gordon B. Hinckley(1910–2008) weihte den Manila-Tempel im September 1984. Dieserwunderschöne Tempel mit seinensechs Türmen ist mit leuchtendweißen Keramikkacheln verkleidetund von herrlichen Palmen undfarbenfrohen Pflanzen umgeben.Kurz bevor die Tage der offenenTür stattfinden sollten, hattenzwei Hurrikane die Philippinenheimgesucht. Trotz der Stürmewurde der Tempel wie geplant zurBesichtigung geöffnet. Am 3. September1984 fand eine Führung fürWürdenträger statt. Am folgendenTag, als der Tempel für öffentlicheFührungen geöffnet wurde, „warein wunderschönes Schauspiel8 Liahonaam Himmel über dem Tempelzu beobachten“, erzählt JovencioIlagan, der Führungssekretärdes Tempelkomitees war, als derManila-Tempel gebaut wurde.„Man konnte die glänzende Sonneumgeben von einer Korona auswechselnden Farben sehen. …Zu einem bestimmten Zeitpunktbefand sich der mittlere Turm desTempels mit der Statue des EngelsMoroni im Zentrum der Korona.Fast einhundert Menschen auf demTempelgelände waren Zeugendieses Schauspiels. Viele waren zuTränen gerührt.“ 1Anmerkung1. John L. Hart, „3 Temples Open to Publicin a Week – a First Ever“, ChurchNews, 16. September 1984, Seite 3Der Manila-Tempelwar der erste Tempelin den Philippinen.2007 wurdein Cebu mit demBau des zweitenTempels in diesemLand begonnen.Ich betrateinen wunderschönenOrtEhe ich mich der Kircheanschloss, wohnte ich inder Nähe des Manila-Tempels.Jedes Mal, wenn ich am Tempelvorbeikam, bestaunte ich dieseserhabene, herrliche Gebäude, undich hatte den Wunsch, hineinzugehen.Den Namen der Kircheentdeckte ich nirgends.Jahre später lebte ich in Hawaii.Dort lernte ich die Missionarekennen und ließ mich taufen.Als ich nach Manila zurückkehrte,war ich überrascht, als ich erfuhr,dass ich nun tatsächlich dasGebäude, in das ich schon immerhineingehen wollte, betretenkonnte, wenn ich würdig war.Meine Freude war groß.Als ich schließlich den Tempelbetrat, hatte ich das Gefühl, zuschweben. Alles war so schön,fast himmlisch. Ich empfand esals großen Segen, in den Tempelgehen zu dürfen.Joanna Velayo-Munda, PhilippinenOben links: Illustration des Manila-Tempels in den Philippinen von Robert T. Barrett; unten links: Fotos von Matthew Reier; rechts: Foto © Corbis


Der Geist des Tempels ist zu spürenAls ich als Mitglied des Hoherates berufen wurde, brachteder Pfahlpräsident seinen Wunsch zum Ausdruck, dassan den Tempeltagen unseres Pfahles mehr Mitglieder in denTempel gehen sollten. Ein Problem war der Transport, alsosorgte er zunächst dafür, dass ein Bus an allen Gemeindehäusernim Pfahl die Mitglieder einsammelte und am Ende desTages dorthin zurückbrachte.Doch es gab ein weiteres Problem. Viele Mütter konntenden Tempel nicht besuchen, weil sie niemanden hatten,der ihre Kinder beaufsichtigte. Als wir über die Möglichkeitsprachen, einige Junge Damen des Pfahles zu bitten, bei derKinderbetreuung mitzuhelfen, kam mir der Gedanke, dass wireine Pfahl-Beauftragte für Kinderbetreuung berufen könnten.Ich unterbreitete diesen Vorschlag dem Pfahlpräsidenten. Erwiederum schlug vor, dass wir Neubekehrte als Assistenten derBeauftragten für Kinderbetreuung berufen sollten, damit sieden Geist des Tempels spüren konnten. Als wir diese Ideen indie Tat umsetzen, besuchten viele Mitglieder des Pfahles denTempel.Cristian Robles, ChileDie Geschichte der Kirche in aller WeltGriechenlandRigas Pofantis und NicholasMalavetis waren schon seitdrei Jahren auf der Suche nachreligiöser Wahrheit, als sie 1898einen Zeitungsartikel lasen, indem vom Mormonismus berichtetwurde. Ihr Interesse war geweckt,und sie schrieben an denHauptsitz der Kirche, um mehr zuerfahren. Die Führer der Kirchebeauftragten den Präsidenten derTürkischen Mission, die beidenMänner in Griechenland zu besuchenund sie das Evangeliumzu lehren. 1903 verstarb NicholasMalavetis. Zwei Jahre späterschrieb Rigas Pofantis wieder anden Hauptsitz der Kirche undbat darum, getauft zu werden.Wiederum entsandten die Führerder Kirche den Präsidenten derTürkischen Mission, der BruderPofantis und fünf weitere Personentaufte, darunter die Witwevon Nicholas Malavetis.Sechs Monate nach diesenersten Taufen trafen zum erstenMal Missionare in Griechenlandein, doch wurde die MissionsarbeitIn den vergangenenJahren wurden aufdem sogenanntenMarshügel, dem Ort,wo der Apostel Pauluseine Predigt hielt(siehe Apostelgeschichte17), Zeugnisversammlungenund Dienstprojektesowie Feiern zuEhren vorbildlichergriechischer Bürgerdurchgeführt.Mitglieder (2009) 661Distrikte 1Zweige 5in Griechenland unter anderemwegen der politischen Unruhen imLand ab dem Jahr 1909 für fast siebzigJahre unterbrochen. In dieserZeit machten Militärangehörige, diein Griechenland stationiert waren,Einheimische mit dem Evangeliumbekannt. Doch das Werk ging nurlangsam voran. Als im Jahr 1967 derZweig Athen gegründet wurde, derdie bisherige Gemeinde für Militärangehörigeersetzte, gehörten 80Mitglieder zu diesem Zweig, abernur acht davon waren Griechen.1972 weihte Elder Gordon B.Hinckley (1910–2008), damalsMitglied des Kollegiums der ZwölfApostel, Griechenland für dieVerkündigung des Evangeliums. Seitdieser Zeit haben einige Entwicklungendas Wachstum der Kirche gefördert,darunter die Veröffentlichungder griechischen Übersetzung desBuches Mormon im Jahr 1987, dieGründung der Griechenland-MissionAthen 1990 und die Weihung desersten Gemeindehauses in Griechenlandim Jahr 1999.April 2010 9


Kleines und EinfachesWie man beim Familienabendjeden mit einbezieht• Geben Sie jedem in der Familieeinen Auftrag.• Planen Sie gebeterfüllt Lektionenund Aktivitäten, bei denendie ganze Familie mitmachenkann.• Lassen Sie Kinder erzählenoder zeigen, was sie in der PVgelernt haben. Das kann einLied sein, eine Schriftstelleoder ein Spiel, mit dem einEvangeliumsgrundsatz vermitteltwird.• Bitten Sie alle in der Familie,Themen für zukünftige Lektionenvorzuschlagen. MachenSie eine Liste; behandeln Siedann im Laufe der Zeit jedesThema.10 Liahona• Zwingen Sie niemanden, beimFamilienabend mitzuwirken.Bemühen Sie sich darum, eineangenehme Atmosphäre zuschaffen, sodass jeder gernseine Gedanken und Ideenäußert.Demnächst finden Sie imLiahona Anregungen fürden Familienabend für alleinstehendeMitglieder und fürFamilien ohne Kinder.Zahlen und Faktenzu den Tempeln• 130 Tempel in Betrieb• 21 Tempel angekündigt oder in Bau• 1 Stadt auf der Welt, wo es innerhalb derStadtgrenzen zwei Tempel gibt, nämlich SouthJordan in Utah. „Sie fragen vielleicht, warumwir Utah so sehr bevorzugen. Die Mitgliederdort sind so rührig, dass dies unumgänglichist“, 1 sagte Präsident Gordon B. Hinckley, alser im Oktober 2005 den Oquirrh-Mountain-Utah-Tempel ankündigte, den vierten Tempelim Salzseetal• 34 Tempel wurden im Jahr 2000 geweiht,mehr als je zuvorinnerhalb eines Jahres• 85 Tempelweihungenvollzog PräsidentHinckley im Laufeseines Lebens, mehr alsjeder andere Apostelin dieser Evangeliumszeit.Bei 10 weiterenTempeln führtePräsident Hinckley dieerneute Weihung durch.• 685.000 Menschen besuchten während derTage der offenen Tür den Draper-Utah-Tempel.Der Tempel wurde im März 2009 geweiht• 632 Quadratmeter groß ist der Colonia-Juárez-Chihuahua-Tempelin Mexiko, der kleinsteTempel der Kirche• 30.754 Quadratmeter groß ist der Salt-Lake-Tempel, der größte Tempel der Kirche• 169 Pfähle und Distrikte umfasst der Tempeldistriktdes Manila-Tempels in den Philippinen,der somit von mehr Gemeinden und Zweigengenutzt wird als jeder andere Tempel derKircheAnmerkung1. Gordon B. Hinckley, „Zum Auftakt“, Liahona,November 2005, Seite 5Von oben: Foto von Christina Smith; Foto © Deseret Morning News ; Fotos von Robert Casey


Erinnerung an groSSe PersönlichkeitenPräsident Spencer W. Kimball(1895–1985)Spencer W. Kimball, der im ländlichenArizona aufwuchs, lernteschon in jungen Jahren, fleißig zuarbeiten. Er war der Enkelsohndes Apostels Heber C. Kimball(1801–1868) und Sohn eines Pfahlpräsidenten,und er entwickelte einstarkes Zeugnis und tiefe Hingabezum Evangelium.Als Junge hatte Spencer oft dieAufgabe, oben auf dem Heuwagenmitzufahren und das Heu, das seineälteren Brüder in den Wagen warfen,festzutreten. Das war anstrengend,staubig und kratzig, aber ermachte diese Arbeit – außer wenndie Kirchenglocke läutete, um denBeginn der PV anzukündigen, diedamals unter der Woche stattfand.Spencer war immer anwesendund wollte auch dieses Mal nichtfehlen. Seine Brüder dachten daanders und warfen das Heu nochschneller auf den Wagen. Doch bissie bemerkten, dass sich das Heuimmer höher stapelte, war Spencerschon auf halbem Weg zumGemeindehaus.Spencer W. Kimball wurde späterMissionar, Bischof und Pfahlpräsident;1943 wurde er zum Apostelberufen. Sein Arbeitseifer warlegendär, trotz einiger schwererKrankheiten, darunter einHerzanfall und Kehlkopfkrebs. Erbat die Mitglieder der Kirche eindringlich,größere Schritte zu machen,und sein persönliches Mottowar schlicht: „Tu es.“ Wegen seinergesundheitlichen Probleme dachtenmanche, Spencer W. KimballsAmtszeit als Präsident der Kirchewürde nicht allzu lange dauern.Doch er präsidierte zwölf Jahrelang über die Kirche. In dieser Zeitverdoppelte sich die Anzahl der inBetrieb befindlichen Tempel, dieAnzahl der Missionare nahm um50 Prozent zu und das Priestertumwurde allen würdigen männlichenMitgliedern zugänglich.Lesen Sie auchseine Botschaft„Die Gewissheitder Auferstehung“,Klassikerdes Evangeliums,Seite 28.Seine unerschütterliche Hingabe an das Evangeliumund sein hohes Arbeitsethos führtenSpencer W. Kimball von bescheidenen Anfängenim ländlichen Arizona in die führenden Räteder Kirche. In seiner Amtszeit als Präsidentder Kirche wurden der Tempelbau und dieMissionsarbeit erheblich intensiviert. Links:mit seiner Frau Camilla (1894–1987).April 2010 11


Dienst in der KirchePräsidentThomas S. MonsonDer Wert einesLehrersDrei kleine Jungen unterhieltensich einmal über ihreVäter. Der eine sagte: „MeinPapa ist größer als deiner“, woraufder andere erwiderte: „Aber meinPapa weiß viel mehr als deiner.“Der dritte Junge konterte: „MeinPapa ist Arzt.“ Und zu einem derbeiden anderen sagte er spöttisch:„Und dein Papa ist bloß Lehrer.“Es gibt einen Lehrer, dessenLeben alle anderen an Bedeutungübertrifft. Er hat nicht gelebt, umsich dienen zu lassen, sondern umzu dienen; nicht um zu nehmen,sondern um zu geben; nicht umsein Leben zu retten, sondern umes für andere zu opfern. Er hat voneiner Liebe gesprochen, die schönerist als Begierde; von einer Armut,die reicher ist als Schätze. Er hat mitVollmacht gelehrt und nicht wie dieSchriftgelehrten. Ich spreche vomgrößten aller Lehrer – von JesusChristus, dem Sohn Gottes, demErretter und Erlöser aller Menschen.Wenn ein engagierter Lehrer derfreundlichen Einladung Jesu, vonihm zu lernen, folgt, dann erhält erAnteil an seiner göttlichen Kraft.Ich habe als kleiner Junge denEinfluss einer solchen Lehrerinerlebt. In der Sonntagsschulebelehrte sie uns über die Erschaffungder Welt, den Fall Adams unddas Sühnopfer Jesu. Sie brachtezum Unterricht ehrwürdige Gästewie Mose, Josua, Petrus, Thomas,Paulus und sogar Christus mit. Obwohlwir sie nicht sahen, lerntenwir doch, sie zu lieben, zu ehrenund ihnen nachzueifern.Als der Junge die spöttischenBemerkungen hörte wie: „MeinPapa ist größer als deiner“, „meinPapa weiß viel mehr als deiner“,„mein Papa ist Arzt“, da hätte erwohl erwidern können: „DeinPapa ist vielleicht größer als meiner,dein Papa weiß vielleicht vielmehr als meiner, dein Papa ist vielleichtPilot, Ingenieur oder Arzt,aber mein Papa ist Lehrer!“Möge jeder von uns ein solchaufrichtiges, großes Komplimentverdienen! ◼Aus „Bloß ein Lehrer“, Der Stern, Oktober1990, Seite 3–8Wirkungsvolle FragenstellenDie Berufung „Dozent“ gibt es in derKirche nicht. Ein Dozent vermitteltnur sein Wissen. Ein Lehrer dagegenfordert seine Schüler auf, zu lernen, unteranderem dadurch, dass sie einanderetwas beibringen. Eine sichere Methode,einen langweiligen Vortrag in einen lebendigen,vom Geist erfüllten Unterrichtzu verwandeln, besteht darin, wirkungsvolleFragen zu stellen.1. Überlegen Sie sich bei der UnterrichtsvorbereitungFragen, die Sie im Laufdes Unterrichts stellen wollen. ZiehenSie die im Leitfaden vorgeschlagenenFragen in Betracht. Überlegen Sie sichzusätzliche Fragen, die Ihren Schülernweiterhelfen. Trachten Sie nach derFührung durch den Geist, um zu jedemHauptgedanken, den Sie vermittelnwollen, einige Fragen auszuwählen.2. Um anzuregen, dass die Schüler darübersprechen, wie sich ein Evangeliumsgrundsatzauf ihr Leben beziehenlässt, können Sie nacheinander dreiverschiedene Arten von Fragen stellen:• Die Frage nach einer Tatsache:„Wem sollen wir nach dem Willendes Herrn vergeben?“• Die Frage nach der Anwendung:„Wie wirkt es sich auf uns aus,wenn wir jemandem vergeben?“• Die Frage nach eigenen Erfahrungen:„Welche positive Erfahrunghaben Sie schon einmal damit gemacht,dass Sie jemandem vergebenhaben?“Die Bergpredigt, Gemälde von Carl Heinrich Bloch, Abdruck mit freundlicher Genehmigung des NationalhistorischenMuseums auf Schloss Frederiksborg in Hillerød, Dänemark, Vervielfältigung untersagt12 Liahona


Wir sprechen von ChristusErwird ihreSchwächenauf sichnehmenO mein Vater, Gemälde von Simon Dewey, Vervielfältigung untersagtElder Jean A. TefanGebietssiebziger von 2000 bis 2009Ein paar Jahre nachdem meine FrauGisèle und ich über die Fidschi-Mission Suva präsidiert hatten undwieder nach Hause zurückgekehrt waren,wurde bei Gisèle Magenkrebs diagnostiziert. Auf ihremLeidensweg musste sie sich schließlich drei schwierigenOperationen unterziehen, wobei Komplikationen auftraten,die dazu führten, dass der Magen komplett entferntwerden musste. Als ich mit ansehen musste, wie ihr Leidenseinen Höhepunkt erreichte, erlangte ich allmählich eintieferes Verständnis für das Sühnopfer Jesu Christi.Ich weiß noch genau, wie niedergeschlagenich war angesichts dessen, was Gisèle erleidenmusste. Womit hatte sie das verdient? Warumdiese schlimme Krankheit? Hatte sie dem Herrnnicht treu gedient? Hatte sie nicht nach demWort der Weisheit gelebt? Warum hatte der Herrdiese Krankheit nicht verhindert? Warum?An einem Abend schüttete ich dem Herrnim Gebet mein Herz aus und erzählte ihm vonmeinen Gefühlen und meiner Verzweiflung.„Ich kann es nicht länger ertragen, meine liebeFrau so leiden zu sehen!“, sagte ich ihm. Dannbeschloss ich, die heiligen Schriften aufzuschlagen.Ich las diese tröstlichen Verse überJesus Christus in Alma 7:11,12:„Und er wird hingehen und Schmerzen undBedrängnisse und Versuchungen jeder Art leiden;und dies, damit sich das Wort erfülle, das da sagt, erwerde die Schmerzen und die Krankheiten seines Volkesauf sich nehmen.Und er wird den Tod auf sich nehmen, auf dass er dieBande des Todes löse, die sein Volk binden; und er wirdLesen Sie zu diesemThema auch ElderJeffrey R. HollandsAnsprache vonder Frühjahrs-Generalkonferenz2009, „Niemand warbei ihm“, unter www.conference.lds.org.ihre Schwächen auf sich nehmen, auf dass sein Inneresvon Barmherzigkeit erfüllt sei gemäß dem Fleische, damiter gemäß dem Fleische wisse, wie er seinem Volk beistehenkönne gemäß dessen Schwächen.“Bis zu diesem Moment war mir nicht bewusst gewesen,was das wunderbare Sühnopfer Jesu alles umfasst.Ich hatte nicht wirklich verstanden, dass Jesus Christusauch Gisèles Schmerz – und meinen – auf sich nahm.Ich übergab meinen Schmerz und meine Angst ihm, der„die Schmerzen und die Krankheiten seines Volkes“ aufsich nimmt. Mit diesem neuen Verständnis wurde mir dieschwere Last leichter!Heute geht es Gisèle sehr gut, als wäre sie nie an Krebserkrankt gewesen. Bei den regelmäßigenNachuntersuchungen sagt ihr Arzt immerwieder, sie sei „ein Wunder“. Ich bin sodankbar, dass sie geheilt ist, aber ich binauch dankbar für die Heilung, die ich erfahrenhabe, die Heilung meines Herzens. DerTrost, den wir nur durch den Erlöser erlangenkönnen, gab mir die ruhige Gewissheit,dass alles gut werden wird.Wenn ich jetzt Kummer erlebe, denke ichimmer an das, was ich damals so eindrücklichgelernt habe, und an die Worte, die derHerr an den Propheten Joseph Smith richtete:„Des Menschen Sohn ist unter das alleshinabgefahren. Bist du größer als er?“ (LuB122:8.) An das Sühnopfer Jesu Christi zudenken, schenkt mir beständig Trost.Ich bin auf ewig dankbar, dass unser Erlöser bereitwar, so entsetzliche Qualen zu ertragen. Ich gebeZeugnis von seiner Liebe, seiner Barmherzigkeit undseiner liebevollen Sorge für seine Kinder. Er ist unserErlöser, und ich liebe ihn. ◼April 2010 13


Ein Tempel für KonaR. Val JohnsonZeitschriften der KircheLeroy Alip hörte genau zu, als er für seine Berufungals Hoher Rat auf der Hauptinsel von Hawaii eingesetztwurde. In dem Segen wurde ihm gesagt, erwerde auf der Insel sein, wenn dort ein Tempel errichtetwird, und er werde in diesem Tempel dienen. Das war1984, und der einzige Tempel in Hawaii stand auf der InselOahu, zu der man mit dem Schiff oder Flugzeug vieleMeilen zurücklegen musste.Der Priestertumssegen brachte Bruder Alip auf Trab. „Ichglaube, wenn man einen Priestertumssegen erhält, mussman alles daransetzen, dass dieser Segen auch verwirklichtwird“, erklärt er. Also beschlossen er und seine Frau Rose,einmal im Monat den Tempel auf Oahu zu besuchen.Das war gar nicht so einfach. Die Fahrt dorthin kostete300 US-Dollar – viel Geld für ein Paar, das mit demEinkommen des Ehemannes, der bei einer Behörde angestelltwar, gerade so über die Runden kam. Sie konntensich die Fahrt nur leisten, wenn sie auf ihre Ersparnissezurückgriffen, was sie auch freudig taten.Doch nach einem Jahr war das Geld aufgebraucht.„Unser Herz hing am Tempel“, berichtet Bruder Alip. „Wirwollten auch weiterhin in den Tempel gehen. Also betetenwir um Hilfe.“Bald darauf eröffnete sich Bruder Alip überraschenddie Aussicht, sein Einkommen aufzubessern, indem erZeitungen für eine ortsansässige Firma austrug. Für dieFrühzustellung am Morgen erhielt er monatlich fast 700Dollar. Obwohl sie nun mehr Geld hatten, als sie für ihreweiteren Tempelbesuche brauchten, hatten Bruder Alipund seine Frau das Gefühl, sie sollten den Rest extra fürden Tempel zurücklegen.Im Juni 1986 wurde ihnen dann klar, warum sie dieseEingebung gehabt hatten: Jetzt wohnten sie im PfahlKona auf Hawaii, und sie konnten einige Frauen ausdem Pfahl, die zwar würdig waren, aber noch keineGelegenheit gehabt hatten, ihr Endowment zu empfangen,zum Tempel mitnehmen. Und so nahmen dieAlips jeden Monat eine Schwester mit nach Oahu. JedesMal gab die jeweilige Schwester nach ihrer RückkehrZeugnis davon, wie sehr die Tempelarbeit für sich selbstund für andere sie geistig stärke und wie viel Freude sieihr mache. Schon bald verbreitete sich die Begeisterungfür die Tempelarbeit im ganzen Pfahl, und immer mehrMitglieder suchten nach Möglichkeiten, den Tempel zubesuchen.Da Bruder Alip Kontakte zu einem Reiseunternehmerhatte, konnte er für alle Mitglieder seines Pfahls, die zumTempel wollten, günstige Preise für Flug, Weiterfahrtund Unterkunft aushandeln. 1994 fuhren schon über100 Mitglieder aus dem Pfahl Kona monatlich zum14 Liahona


Illustration von Steve Kropp; Foto von R. Val JohnsonLaie-Hawaii-Tempel. Lachend erzählt BruderAlip: „Der Tempelpräsident machte schonWitze. Er sagte, die Heiligen aus Kona tretennoch die Teppiche platt, wenn sie so zahlreichin den Tempel kommen.“1997 gab Präsident Gordon B. Hinckley(1910–2008) neue Richtlinien für denTempelbau bekannt. Wenn man kleinereTempel baute, konnte man dafür mehr davonerrichten. Die Treue der Heiligen auf derHauptinsel von Hawaii wurde sechs Monatespäter belohnt, als Präsident Hinckley einenTempel für Kona ankündigte. Nachdem derTempel im Jahr 2000 geweiht worden war,wurde Bruder Alip als Zweiter Ratgeber inder Tempelpräsidentschaft berufen. Heute ister zwar pensioniert, aber immer noch ganzaktiv im Werk des Herrn: Er beaufsichtigtdie Arbeiter, die das Grundstück des Kona-Hawaii-Tempels verschönern.Bruder Alip und seine Frau sind dankbardafür, dass der Vater im Himmel sie gesegnethat, dass sie immer alles hatten, um anderendienen zu können. Bruder Alip berichtetüber ihre Ankunft in Kona: „Wir hattenkeine Bleibe außer einer Bretterbude in denHügeln, die man für einen Arbeiter auf denKaffeeplantagen errichtet hatte.“ Dort hieltensie sich einige Monate auf, bis sie ein kleinesLandhaus anmieten konnten.Jahre später, als sie genug gesparthatten und ausreichend verdienten,wollten sie sich nach einem besserenHaus umschauen, aber bei keinem,das sie besichtigten, hatten sie dasGefühl, dass es das richtige sei.Als Leroy Alipund seine FrauRose sich entschlossen,aufeiniges zu verzichten,damitsie jeden Monatden Tempelbesuchen konnten,segnete derHerr sie überdie Maßen –und es kamsogar noch anderenzugute.Eines Tages, Bruder Alip war gerade aufdem Tempelgelände beschäftigt, kam eineältere Schwester vorbei. Sie weinte. BruderAlip schüttelt den Kopf: „Sie musste ihreWohnung räumen und wusste nicht, wohin.Aus irgendeinem Grund sagte ich ihr, siesolle ihre Enkelkinder besuchen und wennsie wieder zurück sei, könne sie bei uns einziehen.“Das Schwierige daran war, dass dieUnterkunft der Familie Alip gerade einmalgroß genug für sie selbst war. Also fingen siean, zu beten und sich ernsthaft Gedankenzu machen, wie sie den Segen, nach dem siesich sehnten, erlangen konnten.Kurz darauf schlug ein Makler ihnen vor,ein zweistöckiges Haus mit mehr als sechsZimmern anzuschauen. Es gefiel ihnen wirklichgut, doch sie gingen davon aus, dass esmehr kosten würde, als sie sich leisten konnten.Zögerlich lehnten sie das Angebot ab.Doch dann ergab sich etwas. Innerhalb wenigerWochen fiel der Preis für das Haus, unddie Alips stellten fest, dass sie es sich dochleisten konnten. Und so konnte die bedürftigeSchwester bei Familie Alip einziehen, als sienach Kona zurückkam. Außerdem fandennoch drei Kinder der Familie, die ebenfallseine Wohnung brauchten, mit ihrer Familiein dem Haus Platz.„Der Herr hat gut für uns gesorgt“,sagt Bruder Alip. „Wenn wir beweisen,dass wir willens sind, unsereZeit, unsere Talente und Mittelihm zu opfern, überschüttet eruns mit seiner liebevollenBarmherzigkeit.“ ◼April 2010 15


Unser GlaubeErist auferstandenPräsident Thomas S. MonsonWohin ich auch reise,ich versuche immer,auch dem Friedhof amOrt einen Besuch abzustatten. Dortkann ich dann in mich gehen undüber den Sinn des Lebens und dieUnausweichlichkeit des Todes nachdenken.Auf dem kleinen Friedhof inder Stadt Santa Clara in Utah stehenauf den verwitterten Grabsteinenüberwiegend Schweizer Namen.Viele der Verstorbenen hatten inder blühenden Schweiz Haus undFamilie verlassen und sich auf denAufruf „Kommt nach Zion!“ hin inden Ortschaften niedergelassen, wosie jetzt in Frieden ruhen. Sie ertrugendie Überschwemmungen imFrühjahr, die Trockenheit im Sommer,die magere Ernte und die anstrengendeArbeit. Sie hinterließen uns einVermächtnis der Opferbereitschaft.Die größten und in mancherleiHinsicht auch bewegendstenFriedhöfe sind jedoch die Ruhestättender Männer, die im Hexenkessel einesKrieges in der Uniform ihres Landesums Leben gekommen sind. Dortdenkt man über Träume nach, diesich zerschlugen, über Hoffnungen,die nicht in Erfüllung gingen, überHerzen voll Kummer und überMenschenleben, die zu früh derSense des Todes zum Opfer fielen.In Frankreich und Belgien gibt esgroße Friedhöfe mit langen Reihensauberer, weißer Kreuze, die vondem Blut künden, das im ErstenWeltkrieg vergossen wurde. Verdun istin Wirklichkeit ein riesiger Friedhof.Wenn die Bauern dort im Frühjahrihre Felder pflügen, entdecken sie immerwieder hier einen Helm, dort einGeschützrohr – düstere Erinnerungenan die vielen tausend Männer, dieden Boden buchstäblich mit ihremLebensblut tränkten.Der Tod – ein neues Kapitelim LebenVor vielen Jahren stand ich amBett eines jungen Mannes, der zweiDie Auferstehung Christi,die Teil des Sühnopfersist, ermöglicht es, dass wiralle auferstehen.Von links: Mein Erlöser lebt, Gemälde von Roger Loveless,Vervielfältigung untersagt; Fotos von Matthew Reier, Christina Smithund Welden C. Andersen; Seht meine Hände und meine FüSSe, Gemäldevon Harry Anderson; Lazarus, Gemälde von Carl Heinrich Bloch16 Liahona


1. Wir sind zur Erde gekommen,um zu lernen,um zu leben, um unsauf unserer ewigen Reisezur Vollkommenheit hinweiterzuentwickeln.2. Manche bleiben nur füreine kurze Zeit auf der Erde,andere haben ein langesLeben. Entscheidend istnicht, wie lange wir leben,sondern wie gut wir leben.3. Dann folgt der Tod, undein neues Kapitel im Lebenbeginnt.4. Dieses neue Kapitel führtzu jenem herrlichen Tag derAuferstehung, wenn Geistund Körper wieder vereinigtwerden, um nie mehrgetrennt zu werden.Kinder hatte. Er schwebte zwischenLeben und Tod. Da nahm er meineHand, schaute mir in die Augen undfragte flehend: „Bischof, ich weiß, ichwerde bald sterben. Sagen Sie mir:Was geschieht beim Tod mit meinemGeist?“Ich betete um Führung vomHimmel. Da fiel mein Blick auf dasBuch Mormon auf seinem Nachttisch.Ich begann vorzulesen:„Was nun den Zustand derSeele zwischen dem Tod und derAuferstehung betrifft – … der Geisteines jeden Menschen [wird], sobalder aus diesem sterblichen Leib geschiedenist, … zu dem Gott heimgeführt…, der ihm das Leben gegebenhat. …Der Geist derjenigen, die rechtschaffensind, wird in einen Zustanddes Glücklichseins aufgenommen,den man Paradies nennt, einenZustand der Ruhe, einen Zustanddes Friedens, wo er von all seinenBeunruhigungen und von allemKummer und aller Sorge ausruhenwird.“ (Alma 40:11,12.)Mein junger Freund schloss dieChristus sagte zu der trauerndenMarta: „Ich bin die Auferstehungund das Leben. Wer an mich glaubt,wird leben, auch wenn er stirbt, undjeder, der lebt und an mich glaubt,wird auf ewig nicht sterben.“(Johannes 11:25,26.)Augen, dankte mir von Herzen undentschwand still in das Paradies, überdas wir gesprochen hatten.Der Sieg über das GrabLassen wir Lukas, den Arzt, erzählen,was Maria und die andere Mariaerlebt haben, als sie zum Grab desHerrn kamen:„Da sahen sie, dass der Stein …weggewälzt war; … sie gingen hinein,aber den Leichnam Jesu, des Herrn,fanden sie nicht.Während sie ratlos dastanden,traten zwei Männer in leuchtendenGewändern zu ihnen. …Die Männer … sagten zu ihnen:Was sucht ihr den Lebenden bei denToten? Er ist nicht hier, sondern er istauferstanden.“ (Lukas 24:2-6.)Das ist der klare Ruf des Christentums.Die Auferstehung kann jedemMenschen den Frieden schenken,der alles Verstehen übersteigt. Sietröstet diejenigen, die einen geliebtenMenschen in Flandern oder in denTiefen des Meeres oder in der kleinenStadt Santa Clara verloren haben. Siegilt für alle.Als geringster seiner Jünger gebeich Zeugnis: Der Tod ist überwunden,der Sieg über das Grab errungen.Mögen die Worte, die durch ihngeheiligt wurden, der sie erfüllte,jedem Menschen zur lebendigenErkenntnis werden. Vergessen Sie sie nie. Halten Sie sie in Ehren. Er istauferstanden. ◼Aus „Er ist auferstanden“, Liahona, April 2003,Seite 2–7.April 2010 17


TempelIch muss in denMichael R. MorrisZeitschriften der KirchegehenEin Unfall, tagelange Busreisen,lange Schiffspassagen und hoheReisekosten konnten einen Bruderaus Brasilien nicht davon abhalten,in den Tempel zu gehen.José Gonçalves da Silva erwachte plötzlich,als er jemanden seinen Namen rufen hörte.Es war dunkel, und er wusste überhauptnicht, wo er war.„Ich schlief, als der Bus sich überschlug“, erzähltJosé. Der Unfall ereignete sich im Januar2008 früh am Morgen. „Niemand konnte michfinden, weil ich ganz hinten im Bus lag, begrabenunter dem Gepäck. Einige Brüder fandenmich schließlich, als sie anfingen, die Kofferaufzusammeln.“José und die anderen Heiligen der Letzten Tageaus Manaus in Brasilien hatten etwa die Hälfteihrer dreitägigen Reise zum Caracas-Tempel inVenezuela hinter sich, als der Busfahrer an einerengen Stelle der gewundenen Straße, die durchden dichten Regenwald in Südvenezuela führte,die Gewalt über das Fahrzeug verlor. José war nurleicht verletzt, aber einige seiner Reisegefährtenmussten ins Krankenhaus gebracht werden.„Jetzt musst du aber damit aufhören, zumTempel zu fahren“, sagten besorgte Angehörigezu José, der achtzig Jahre alt war, als sich derUnfall ereignete. Doch er erwiderte unbeirrt: „Ichmuss in den Tempel gehen. Wenn der Herr esDer Caracas-Tempel inVenezuela.zulässt, werde ich wieder hingehen.“Sofort begann er damit, Geld für seinevierte Reise nach Caracas zu sparen, die erAnfang 2009 antrat. Für Bruder Gonçalves daSilva ist die vierzigstündige Busfahrt leicht imVergleich zu den drei Reisen, die er zuvor unternommenhatte, um zum São-Paulo-Tempelin Brasilien zu kommen. Viele Jahre lang warLinks: Foto des Caracas-Tempels in Venezuela © IRI; oben links und oben rechts: Fotos von Michael R. Morris18 Liahona


der São-Paulo-Tempel, der tausende Kilometersüdöstlich von Manaus liegt, der nächstgelegeneTempel. Seit 2005 gehört Manaus, eineStadt mit zwei Millionen Einwohnern im nördlichenBundesstaat Amazonas, zum Distrikt desCaracas-Tempels in Venezuela.Als die Mitglieder noch nach São Paulo reisenmussten, „fuhren wir von Manaus aus vier Tagemit dem Schiff nach Pôrto Velho“, der Hauptstadtdes Bundesstaates Rondônia, berichtet José. „Vondort dauerte die Busreise nach São Paulo vierTage. Meine Frau gehört nicht der Kirche an, undals ich 1985 zum ersten Mal zum Tempel fuhr,reiste ich allein. Die Nacht verbrachte ich auf demBusbahnhof in Pôrto Velho, weil ich zu spät angekommenwar und kein Bus mehr fuhr. Am nächstenMorgen machte ich mich auf die Reise nachSão Paulo. Es war eine schöne Erfahrung, aber ichwar etwas müde, als ich ankam.“Er verbrachte drei Tage im Tempel, ehe er sichwieder auf die Heimreise machte, die acht Tagedauerte. Es dauert ein Jahr, bis er von seiner Rentegenug gespart hat, um die Reise zum Tempelbezahlen zu können.„Es ist ein Opfer, zum Tempel zu gehen, aberes lohnt sich“, erklärt Bruder Gonçalves da Silva,der bereits für viele verstorbene Angehörige diestellvertretende Arbeit im Tempel verrichtet hat.„Ich habe eine ganz besondere Freude empfundenan dem Tag, als ich mich für meinen Vatertaufen ließ, eine Schwester sich für meine Muttertaufen ließ und ich stellvertretend für meinenOben: Der Rio Negro, wo José Gonçalves da Silva seine achttägigeReise zum São-Paulo-Tempel antrat.Unten: BruderGonçalves daSilva auf dervierzigstündigenBusreisezum Caracas-Tempel. Ersagt, der Dienstim Haus desHerrn sei jedesOpfer wert,das für denTempelbesuchnötig ist.Vater an der Siegelung meiner Eltern teilnahm.Das war eine wunderbare Erfahrung. Alle meineGeschwister sind inzwischen verstorben, aber ichhabe bei meinen Tempelbesuchen die Arbeit fürsie verrichtet.“José meint, dass die Heiligen der Letzten Tagein Manaus, die so große Opfer bringen müssen,um die weite Reise zum Tempel machen zu können,sehr dankbar sein werden, wenn in ihrerStadt ein Tempel geweiht werden wird. „Ich freuemich auf diesen Tag“, sagt er.In Manaus gab es einen kleinen Zweig mitzwanzig Mitgliedern, als sich José 1980 der Kircheanschloss. Seit damals hat er das blühendeWachstum der Kirche miterlebt. Heute gibt es dortfast 50.000 Mitglieder in acht Pfählen.„Als 2007 angekündigt wurde, dass in Manausein Tempel gebaut wird“, erzählt José, „weinteich vor Freude, und ich bat den Herrn, er mögemich so lange leben lassen, dass ich beim erstenSpatenstich dabei sein könne“, der ein Jahr daraufstattfand. Nun betet José dafür, dass er denfertigen Tempel noch sehen und erleben wird,dass seine Frau sich taufen lässt und sie gesiegeltwerden können.„Wir wissen nicht, wann wir sterben, aberwir sollten bereit sein und uns freuen, wenn dieZeit kommt“, meint Bruder Gonçalves da Silva.„Ich freue mich darauf, in die Gegenwart meinesVaters im Himmel und meines Erlösers JesusChristus zurückzukehren. Im Tempel zu sein hilftmir, mich auf diesen Tag vorzubereiten.“ ◼April 2010 19





ElderLance B. Wickmanvon den SiebzigernVertrauensprüfungenVon der Furcht zum Glauben bei derEntscheidung zu heiratenIllustrationen von Dilleen MarshNachdem ich 1964 das College abgeschlossen hatte,wurde ich zum Offizier in der US-Armee ernannt.Ich meldete mich freiwillig für eine Ausbildungzum Ranger [Anführer von Spezialtrupps] in der US-Armee. Diese Ausbildung ist äußerst hart; man wird inElite-Infanterie-Taktiken geschult und für Sondereinsatzkommandosausgebildet. Ziel ist dabei, hochqualifizierteOffiziere und Unteroffiziere heranzubilden.Die Ausbildung umfasste auch eine Reihe von „Vertrauensprüfungen“,wie sie vom Ranger-Kader genanntwurden. Dabei wurden die körperliche Kraft, das Durchhaltevermögenund der Mut geprüft. Schwierige Hindernisläufe,Klettern und Abseilen an steilen, mindestens30 Meter hohen, eisbedeckten Felswänden, nächtlicheFußmärsche durch Sümpfe voller Alligatoren und giftigenSchlangen, ein nächtlicher Kompasslauf über 16 Kilometerin zerklüftetem Gelände – das waren nur einigedieser Prüfungen. Ein Zweck dieser Vertrauensprüfungenbestand darin, den Rangern beizubringen, dass man inden schwierigen, harten Bedingungen des Gefechts mehrleisten kann, als man zunächst meint. Unsere Vorgesetztenbrachten uns bei, Vertrauen in uns selbst und in unsereAusbildung zu haben. Mehr als einmal schöpfte ich imFeuer der Prüfung bei späteren Kampfeinsätzen Kraft ausdem, was ich durch diese Vertrauensprüfungen als Rangergelernt hatte.Im Laufe unseres Lebens müssen wir andere,bedeutendere Vertrauensprüfungen bestehen als ichwährend meiner Ausbildung. Dabei wird weniger unserVertrauen in uns selbst geprüft, sondern vielmehr unserVertrauen in das, was wir durch den Geist Gottes empfangenhaben. Ein Prophet nach dem anderen hat unsans Herz gelegt, nicht zu vergessen, was wir wissen –unser Vertrauen in den Herrn zu bewahren. Jakob, derden Glauben seines Volkes neu entfachen wollte, erklärtewiederholt: „[Ich] weiß …, dass ihr wisst.“ (2 Nephi9:4,5; Hervorhebung hinzugefügt.) Paulus drückte es soaus: „Werft also eure Zuversicht nicht weg, die großenLohn mit sich bringt.“ (Hebräer 10:35; Hervorhebunghinzugefügt.) Jeder von uns steht vor einer ungewissenZukunft. Doch wenn wir uns ihr stellen und an das denken,was wir bereits wissen, dann stellen wir uns ihr vollGlauben. Wir stellen uns ihr guten Mutes. Wir stellen unsihr voll Vertrauen.Eine der bedeutendsten Vertrauensprüfungen desErdenlebens stellt sich uns gewöhnlich in unserer Zeit alsjunger Erwachsener. Es geht um die Entscheidung zu heiraten.Die heutige Generation junger Erwachsener geht ankeine andere Entscheidung mit so großer Beklommenheitheran. Es ist ein Thema, das viele Ängste hervorruft.Ängste im Hinblick auf die EheIch kenne nicht alle Gründe, die eine Rolle spielen,aber dies sind sicher einige davon:April 2010 21


Wer nur in derGruppe etwasunternimmt, hatkaum die Chance,den Charakter unddie Persönlichkeitdes Einzelnenbesser kennenzulernen,was aberabsolut notwendigist, um eine guteEntscheidung treffenzu können.• Sich einfach mit Freunden treffen istbequemer. Da man in der Gruppe meistsowohl mit jungen Männern als auch mitjungen Frauen zusammen ist, nehmen manchefälschlicherweise an, sie hätten genugdafür getan, das so wichtige Herausfilterneines Partners für die Ewigkeit vorzunehmen.Dem ist aber nicht so. Wer nur in derGruppe etwas unternimmt, hat kaum dieChance, den Charakter und die Persönlichkeitdes Einzelnen besser kennenzulernen,was aber absolut notwendig ist, um einegute Entscheidung treffen zu können.• Die Angst, einen Fehler zu machen. DieScheidungsstatistiken sind wohlbekannt.Manche junge Menschen haben selbstschmerzlich miterlebt, wie die Ehe ihrerEltern oder die Ehe von Freunden gescheitertist, oder sie sind selbst geschieden. Siekennen das Trauma, das mit einer solchenTrennung verbunden ist, aus erster Hand.Das führt manchmal dazu, dass sie Angstvor der Ehe haben, Angst davor, den falschenPartner zu wählen.• Scheu vor der Verantwortung. Zumindesteinige wenige Heranwachsendescheuen sich davor, ihre Wünsche und Interessenmit denen eines anderen Menschenin Einklang zu bringen. Solcher Egoismusbringt manch einen dazu, die Entscheidung,zu heiraten, hinauszuzögern.Falsches DenkenWorin die Angst vor der Entscheidung zuheiraten auch begründet sein mag, sie führtzu einer falschen Denkweise; sie führt dazu,dass man seine Zuversicht wegwirft. Dieswiederum führt dazu, dass man die Verantwortungfür diese Entscheidung nicht selbstübernimmt. Selbst wenn die Angst vor dieserEntscheidung nicht zur Folge hat, dass mandie Ehe aufschiebt oder gar nicht in Betrachtzieht, kann sie doch zu anderen Fehlernführen. Beispielsweise neigen manche zu derAnsicht, diese Entscheidung sei rein geistigerNatur. Sie setzen sich nicht selbst ausreichendmit der Entscheidung auseinander, sondernwarten darauf, dass sozusagen der FingerGottes die Antwort an die Wand schreibt oderdas Meer sich teilt oder ihnen durch irgendeinübernatürliches Phänomen unmissverständlichmitgeteilt wird, dass Soundso der oder die„Richtige“ ist.Andere erwarten, dass jemand anders fürsie die Entscheidung trifft. Der Präsident einesStudentenpfahles der BYU sagte mir, es seinicht ungewöhnlich, dass manche Frauen sichauf die Meinung ihres Freundes verlassen unddarauf warten, dass er ihnen sagt, er sei derRichtige. Andere verlassen sich auf das Urteilihrer Eltern – oft des Vaters, der schon in derVergangenheit Entscheidungen für sie getroffenhat. In beiden Fällen übernehmen sienicht die Verantwortung für die bedeutsamsteEntscheidung, die man in diesem Leben treffenkann.Rat von Eltern, dem Bischof oder anderenachtbaren Menschen kann sehr wertvoll sein.Doch letztendlich kann – und darf – Ihnenniemand sagen, was Sie tun sollen. Die Entscheidung,wen man heiratet, ist eine ganzpersönliche Entscheidung.„Werft also eure Zuversicht nicht weg, diegroßen Lohn mit sich bringt!“ Denken Siedaran, dass wir die Anlage, uns zu verlieben,in dieses Leben mitgebracht haben. MachenSie es nicht schwerer, als es ist! Erinnern Siesich an das, was Sie wissen, und gehen Sie imVertrauen auf den himmlischen Vater und aufIhren Stand als sein Sohn oder seine Tochtervorwärts.22 Liahona


Rat für die Zeit des WerbensIn der Zeit des Werbens soll man miteinandervertraut werden. Diese Zeit ist dazuda, die Interessen und Gewohnheiten desanderen und seine Einstellung zum Leben undzum Evangelium kennenzulernen. Diese Zeitist dazu da, dass man einander von seinenWünschen und Träumen, Hoffnungen undÄngsten erzählt. Diese Zeit ist dazu da, dassman herausfindet, wie ernsthaft jemand nachdem Evangelium lebt.Elder David A. Bednar vom Kollegium derZwölf Apostel hat einmal von einem zurückgekehrtenMissionar erzählt, der eine Weilemit einer bestimmten jungen Frau ausgegangenwar. Ihm lag sehr viel an ihr, und er zogernsthaft in Betracht, ihr einen Heiratsantragzu machen. Dies war zu der Zeit, als PräsidentGordon B. Hinckley (1910–2008) den Frauennahegelegt hatte, in jedem Ohr nur einenOhrring zu tragen. Der junge Mann warteteeinige Zeit geduldig ab, so Elder Bednar, obdie junge Frau die zusätzlichen Ohrringe, diesie trug, abnehmen würde, aber dies geschahnicht. Aus diesem Grund und anderenGründen beendete er schweren Herzens dieBeziehung.Elder Bednar sagte dazu: „Vermutlich[meint] … der eine oder andere von Ihnen, …dass der junge Mann zu schnell geurteilt hatoder dass es dumm oder fanatisch ist, eineEntscheidung von ewiger Tragweite auch nurzum Teil von einer derart scheinbar unbedeutendenSache abhängig zu machen. Vielleichtstört es Sie auch, dass es in diesem Beispieldarum geht, dass eine junge Frau dem Ratdes Propheten nicht gefolgt ist, und nicht einjunger Mann. [Aber ich möchte betonen, dasses] nicht um die Ohrringe [ging]!“ 1Ein weiterer Rat: Achten Sie darauf, dass inder Phase des Kennenlernens Ihre Beurteilungnicht darin besteht, dass einzelne Punkteoberflächlich „abgehakt“ werden. Damitmeine ich, dass Ihre Entscheidung nicht nurdarauf beruhen darf, ob jemand eine Vollzeitmissionerfüllt hat oder in der Gemeindeeine bestimmte Berufung innehat. Das kannund sollte ein Hinweis darauf sein, ob jemandengagiert, treu und aufrichtig ist, und meistensist es auch so. Abernicht immer. Deshalbmüssen Sie einanderkennenlernen. LernenSie jemanden so gutkennen, dass Sie mitseinem Herzen vertrautsind und nicht nur mitseinem „Kirchenleben“.Daraus folgt: UrteilenSie nicht überjemanden, ehe Sie ihn kennengelernt haben. Ein vorschnellesnegatives Urteil kann ebenso falsch und irreführend seinwie ein vorschnelles positives Urteil. Achten Sie ebensoaufmerksam auf einen ungeschliffenen Diamanten, wie Sievor Katzengold auf der Hut sind.Beten Sie darüberErst nachdem Sie sich nach einem ausreichend langenZeitraum mit gesundem Menschenverstand ein Urteilüber Ihre Beziehung gebildet haben, sollten Sie im Gebetum eine Bestätigung bitten. Denken Sie daran, dassfür eine Heirat dasselbe gilt wie für jede andere wichtigeEntscheidung: Es ist Ihre Entscheidung. Der Herr erwartetvon Ihnen, dass Sie zu einer Entscheidung gelangen.Wie er zu Oliver Cowdery gesagt hat: „Siehe, du hastSie müssen einanderkennenlernen.Lernen Sie jemandenso gut kennen,dass Sie mit seinemHerzen vertrautsind und nichtnur mit seinem„Kirchenleben“.Die Wahl desEhepartnersBei der Wahl des Partnersmuss man … sich denMenschen, mit dem manvielleicht den Lebensweg gemeinsamgehen will, genauansehen. Sie sehen, wie notwendig es ist,dass man auf Eigenschaften wie Ehrlichkeit,Treue, Keuschheit und Ehrfurcht achtet.“Präsident David O. McKay (1873–1970), Lehren derPräsidenten der Kirche: David O. McKay, Seite 159April 2010 23


es nicht verstanden; du hast gemeint, ichwürde es dir geben, obschon du dir keineGedanken gemacht hast, außer mich zubitten.“ (LuB 9:7.) Wenn Sie durch eineangemessene Zeit des Werbens Ihren Teilbeigetragen und eine vorläufige Entscheidunggetroffen haben, dann vertrauen Siedarauf, dass der Vater im Himmel auf IhreBitte antworten wird.Der Herr erwartet von Ihnen, dass Sie Ihrengesunden Menschenverstand nutzen. Er erwartet,dass Sie auf Ihre natürlichen, angeborenenGefühle der Anziehung zwischen Mannund Frau vertrauen. Wenn Sie sich zu einemMenschen anderen Geschlechts hingezogenfühlen, mit ihm eine längere Zeit der Freundschaft– und des Werbens – verbracht habenund sicher sind, dass er die gleichen Werte hatwie Sie und jemand ist, mit dem Sie die vertrautestealler Beziehungen eingehen wollen– dann tragen Sie diese Entscheidung demhimmlischen Vater vor. Wenn Sie dann nichtsGegensätzliches empfinden, kann das die Artund Weise sein, wie er Ihnen mitteilt, dass ernichts gegen Ihre Entscheidung einzuwendenhat.Haben Sie Vertrauen in den HerrnSeit meiner strapaziösen Ausbildung zumRanger sind nun viele Jahre vergangen. DieStrömungen des Lebens haben mich weitflussabwärts getrieben, und die Vertrauensprüfungenaus meiner Militärzeit liegen langezurück. Doch die Erinnerung daran bleibt,ebenso das, was ich daraus gelernt habe. Wirsind in der Lage, den Stürmen des Lebens zutrotzen, und zwar viel besser, als wir gedachthätten. Wir dürfen nur nie vergessen, was wirwissen.„Werft also eure Zuversicht nicht weg, diegroßen Lohn mit sich bringt.“ Vertrauen Sieauf das, was Sie wissen! Dann bewältigen SieIhre Vertrauensprüfungen mutig und bereitwillig,und der Herr wird gewiss Ihre Schrittelenken. ◼Aus einer Ansprache bei einer Andacht an der Brigham-Young-Universität Idaho am 25. September 2007.Anmerkung1. David A. Bednar, „Schnell im Beobachten“, Liahona,Dezember 2006, Seite 17DieEheschließungim Tempelwar uns wichtigVitalij und Ekaterina SchmakowVitalij: Ein paar Monate nachdem ich von meinerMission zurückgekehrt war, wurde ich gebeten,bei einer Jugendtagung als Betreuer mitzuhelfen.Steven C. Smith, Präsident der Russland-Mission Nowosibirsk,bat mich in sein Büro. Ich erwartete eine neue Berufungoder eine sonstige formelle Unterredung. Stattdessenerzählte mir Präsident Smith von einer jungen Frau, dieich kennenlernen sollte. Sie hatte ihre Mission vor kurzembeendet und war in ihre Heimatstadt in einem anderenTeil Russlands zurückgekehrt, aber zur Tagung würde siekommen.Ich hatte Katja nie zuvor gesehen. Als ich zur Tagungkam, stellte ich mich ihr vor, und wir unterhielten uns einpaar Minuten. Später am Abend forderte ich Katja zumTanzen auf. Am nächsten Tag tanzte ich wieder mit ihr.Katja: Als Jugendliche kannte ich nicht viele junge,alleinstehende Priestertumsträger, aber ich hoffte immerdarauf, dass der Herr mir helfen würde, einmal einen würdigenjungen Mann zu heiraten. Ich hatte keine Ahnung,wann und wie ich ihn kennenlernen sollte, aber ich vertrauteauf den Herrn und seine Verheißungen.Nach meiner Mission wurde ich gebeten, als Begleitpersonbei einer Jugendtagung dabei zu sein. Als ich Vitalijauf der Tagung sah, wollte ich ihn gern kennenlernen. Wirverbrachten auf der Tagung drei wunderbare und unvergesslicheTage.Ich hatte schon früh die starke Eingebung, dass Vitalij24 Liahona


Abdruck der Familienfotos mit freundlicher Genehmigung der Familie Schmakow.der Mann war, den ich heiraten würde. Natürlichhat nicht jeder in einer Beziehung schonso früh ein solches Gefühl. Woher wissen wiralso, dass wir in die richtige Richtung gehen?Ich habe auf meiner Mission gelernt, den HeiligenGeist zu erkennen und seiner Führungohne jeden Zweifel zu folgen. Als ich die Eingebungempfing, dass ich Vitalij kennenlernensollte, folgte ich diesem Gefühl.Ich weiß, dass der Geist uns leitet, wennwir danach trachten, ihn bei uns zu haben.Es ist wichtig, dass wir unseren Weg nicht mitdem anderer vergleichen – der Geist leitet unsnicht alle auf genau die gleicheWeise –, aber wenn wir demGeist folgen, können wir daraufvertrauen, dass wir den richtigenWeg einschlagen.Man muss HindernisseüberwindenVitalij: In den drei Tagenwurde mir bewusst, dass icheinen besonderen Menschen gefundenhatte. Ich war traurig, alsdie Tagung zu Ende war und ichmich von Katja verabschiedenmusste. Zum Glück fand aber imMonat darauf eine Konferenz fürjunge Alleinstehende statt. Ichfreute mich darauf.Die Konferenz war so schönwie erhofft. Katja und ich verbrachtenviel Zeit damit, unswirklich kennenzulernen. Alsdie Konferenz vorbei war,tauschten wir unsere Telefonnummernaus und jeder fuhr zurück in seineHeimatstadt.In den folgenden Wochen blieben wir vorallem per Telefon und SMS in Verbindung.(Ich glaube, ich habe in weniger als einemMonat gelernt, auf meinem Handy schnellereine SMS zu schreiben, als viele Leute auf demLaptop tippen können!)Katja wohnte in Jekaterinburg, das ist mitdem Zug etwa elf Stunden von Omsk in Sibirienentfernt, wo ich wohnte. Trotzdem wolltenwir uns beide unbedingt wiedersehen. Deshalbmachten wir uns an den Wochenenden auf dieReise. An einem Wochenende fuhr ich zu ihr,und ein paar Wochen später besuchte sie mich.Wenn ich Katja besuchte, übernachtete ichbei gemeinsamen Freunden in der Stadt, undwenn sie mich besuchte, übernachtete sie beigemeinsamen Freunden an meinem Wohnort.Wenn wir zusammen waren, trafen wir unsauch oft mit diesen Freunden von der Kirche.Katja: Elf Stunden, das scheint eine langeFahrt zu sein, aber in Russland ist das nur einkurzer Spaziergang! Wegen der Entfernungkonnten wir uns nicht so oft sehen, wie wirVitalij und Ekaterina (Katja) Schmakowwurden in Omsk beziehungsweise inJekaterinburg in Russland geboren. Beideschlossen sich als Jugendliche der KircheJesu Christi der Heiligen der Letzten Tagean und beide gingen auf Mission – Vitalijwar in der Tschechien-Mission Prag undKatja in der Russland-Mission Nowosibirsk.Sie sagen, ihre Bekehrung habe ihnenbewusst gemacht, dass ein glückliches,zuversichtliches, erfüllendes Leben möglichist, und ihre Mission habe ihren Wunschgefestigt, eine Familie zu gründen, die dasEvangelium in den Mittelpunkt stellt, wobeidie Eheschließung im Tempel den Anfangbildet. Dies ist ihre Geschichte.uns gewünscht hätten. Wir konnten nur allepaar Wochen für zwei, drei Tage zusammensein, dann musste einer von uns wieder nachHause fahren. Oft hatten wir das Gefühl, wirbräuchten viel mehr Zeit, und die Trennungfiel uns immer schwer. Aber da wir einenso großen Aufwand betreiben mussten, umeinander zu sehen, genossen wir jede Minute,die wir miteinander verbrachten. Als unsereFreundschaft enger wurde, freuten wir unsauf eine Zeit, in der wir uns nicht mehr verabschiedenmussten.April 2010 25


Wir unternahmen viel Interessantes miteinander:Wir fuhren Rad, machten Ausritte, besuchtenMuseen, lasen in den heiligen Schriften,kochten, gingen im Park spazieren (odertanzten im Park!) und besuchten ein Waisenhaus,um dort mit den Kindern zu spielen.Jedes Mal, wenn wir uns sahen, machtenwir wieder etwas Neues. Das machtegroßen Spaß. Ich freute mich darüber, wieeinfallsreich Vitalijs Ideen für unsere gemeinsamenUnternehmungen waren. Er planteimmer etwas, was uns half, uns wirklich gutkennenzulernen.Vitalij: Da ich Student war, konnte ich mirvieles nicht leisten. Das meiste Geld brauchteich für meine Fahrten zu Katja und für meineDie Ewigkeit im BlickHaltet den Blick auf die Ewigkeit gerichtet! Plantfür die Zukunft die Eheschließung im Tempelein. Ihr werdet nie etwas Schöneres erleben alsden besonderen Tag, an dem ihr heiratet – keinanderer Zeitpunkt wird je wieder so heilig seinwie dieser Tag. Dann und dort bekommt ihreinen Vorgeschmack auf celestiale Freude. HabtAcht; lasst nicht zu, dass Versuchung euch diesesSegens beraubt!“Präsident Thomas S. Monson, „Sei ein Vorbild“, Liahona,Mai 2005, Seite 113Telefonrechnung. Aber die knappen Mittelbedeuteten nicht, dass wir nichts Interessantesoder Sinnvolles unternehmen konnten.Tatsächlich kosteten einige unserer schönstengemeinsamen Unternehmungen keinen Cent.Es mag dumm klingen, aber ich wolltesehen, wie Katja mit Kindern umging, deshalbbesuchten wir ein Waisenhaus. Auch bei vielemanderen, was wir gemeinsam unternahmen,bemühten wir uns, so viel wie möglichübereinander zu erfahren.Auf die Weise des HerrnVitalij: In Russland ist es wie in vielenanderen Ländern üblich, dass man vor derHeirat zusammenlebt. Nachdem ich Katja einenHeiratsantrag gemacht hatte, fragten micheinige Freunde, wie ich sie heiraten könne,ohne vorher herauszufinden, ob wir wirklichzusammenpassten. Sie argumentierten, dassich nur dann wissen könne, ob ich die Richtigegefunden habe, wenn ich längere Zeit mitihr zusammenlebte. Auch Katja musste sichsolche Argumente anhören.Ich sagte ihnen, dass man nicht mit jemandemzusammenleben muss, um ihn kennenzulernen.Ich versuchte auch, meinen Freundenauf eine Weise, die sie verstehen konnten,zu erklären, dass ich gebetet und die Antworterhalten hatte, dass ich Katja heiraten sollte.Nachdem ich wegen meiner Entscheidung gebetethatte, hatte ich keinerlei Ängste im Hinblickauf das Eheleben. Ich freute mich undhatte das Gefühl, dass sich ein ganz neuesLeben vor mir auftat. Niemand kritisierte michwegen dieser Einstellung. Man unterstütztemich sogar in meiner Entscheidung.Katja: Als Vitalij mir einen Heiratsantraggemacht hatte, wollten meine Eltern michdavon abbringen, zu heiraten. Sie meinten, essei zu früh, sich schon zu verloben, und ichmüsste Vitalij noch besser kennenlernen. MeinChef sagte mir dasselbe und fügte hinzu: „Ihrmüsst erst einmal zusammenleben, ehe ihreine solche Entscheidung trefft.“Es macht mich traurig, dass Menschen soüber die Ehe und die Familie denken. Ichglaube nicht, dass sie begreifen, wie glücklichman sein kann, wenn man heiratet undim Tempel gesiegelt wird. Die große Liebeund Freude, die Vitalij und ich bei unsererEheschließung verspürten, wurden durch dasWissen verstärkt, dass wir für alle Ewigkeitaneinander gesiegelt sind.Vitalij: Katja und ich haben am 25. Februar2006 in Omsk geheiratet. (In Russland mussman wie in vielen anderen Ländern vor derSiegelung im Tempel standesamtlich heiraten.)Am nächsten Morgen machten wir unsauf die Reise zum Stockholm-Tempel. Wirflogen von Omsk drei Stunden nach Moskau,wo wir den Rest des Tages verbrachten. Dannfuhren wir über Nacht mit dem Zug nachSankt Petersburg. Dort angekommen, fuhrenwir gemeinsam mit anderen Mitgliedern derKirche mit dem Bus nach Helsinki, eine Fahrt26 Liahona


Links: Die Schmakowsam Tag ihrerSiegelung im Jahr2006; ihre Reise zumStockholm-Tempeldauerte etwadreißig Stunden.Rechts: Inzwischenhaben die Schmakowseine kleine Tochter.Katja sagt: „Ichwünsche mir, dass sieeines Tages im Tempelheiraten kann, undam besten können wirsie dadurch unterstützen,dass wir liebevolleEhepartner undEltern sind.“von acht Stunden. Schließlich ging es nochmit der Fähre nach Stockholm, das dauerte elfStunden.Endlich kamen wir beim Tempel an.Manche empfinden eine solch lange Fahrtvielleicht als sehr mühsam, aber in vielerleiHinsicht genossen wir unsere Reise querdurch Europa wie Flitterwochen.Am 1. März 2006 wurden wir im Tempelgesiegelt, das war ein wunderschöner Tag– voll Frieden und Gewissheit. Ich wusste,dass ich mit der Frau, deren Hand ich hielt,die Ewigkeit verbringen würde. Allein dieserGedanke erfüllte mich mit großer Freudeund Dankbarkeit darüber, dass der himmlischeVater mir seine Tochter als Ehefrauanvertraute. Ich fühlte mich Gott näher alsje zuvor.Die Entwicklung christlicher EigenschaftenKatja: Inzwischen haben Vitalij und icheine kleine Tochter. Sie ist wunderbar. Ichwünsche mir, dass sie eines Tages im Tempelheiraten kann, und am besten können wirsie dadurch unterstützen, dass wir liebevolleEhepartner und Eltern sind.Ich hoffe, dass sie einmal einen würdigenPriestertumsträger finden wird, der vielechristliche Eigenschaften besitzt. Als ich solcheEigenschaften an Vitalij entdeckte, wurdemir klar, dass ich ihn heiraten konnte.Was hat mich zu Vitalij hingezogen? Erist natürlich gutaussehend und klug, und erweiß, wie man um eine Frau wirbt. Aber dasstand nicht im Vordergrund. Er hatte, wieich es gern nenne, „die Augen eines JüngersChristi“. Er strahlte ein Licht aus. Er ist einrechtschaffener Priestertumsträger.Vitalij: Natürlich ist es toll, wenn manjemanden heiratet, den man sehr anziehendfindet. Wenn wir uns aber nur auf körperlicheMerkmale konzentrieren, dann entgehenuns die wichtigsten Eigenschaften – diePersönlichkeit, die geistige Gesinnung undandere Qualitäten, die für eine stabile Ehewichtig sind.Mir ist bewusst, dass es für manche jungeErwachsene schwierig sein kann, einen Ehepartnerzu finden, der der Kirche angehört,weil es dort, wo sie leben, nicht viele Heiligeder Letzten Tage gibt. Ich fühle mit ihnen.Aber ich weiß auch, dass der Vater im Himmel,ungeachtet unserer Lebensumstände,einen Weg bereiten kann, wenn wir unserenTeil beitragen und uns darauf vorbereiten, imTempel gesiegelt zu werden. ◼April 2010 27


Klassiker des EvangeliumsDie Gewissheit derAuferstehungVor einigen Jahrenwandelten wir zurWeihnachtszeit auf denSpuren Jesu. Wir verbrachtenkostbare Stunden an dem Ort,der als der Garten Getsemanibetrachtet wird, und versuchten,uns das Leiden vorzustellen,das Jesus Christus inErwartung seiner Kreuzigungund Auferstehung erduldete. Wirwaren in der Nähe der Orte, woSpencer W. Kimball wurde am 30. Dezember1973 als 12. Präsident der Kirche eingesetzt.Präsident Kimball war ein dynamischer Führermit großem Weitblick. In seiner Amtszeit erlebtedie Kirche ein beispielloses Wachstumin der Missionsarbeit und in der Anzahl derMitglieder. Dieser Artikel basiert auf einerAnsprache, die er bei der Generalkonferenzam 4. April 1969 gehalten hat.Präsident Spencer W. Kimball (1895–1985)er gebetet hatte, wo er gefangengenommen worden war, wo erverhört und verurteilt wordenwar.Außerhalb der Stadtmauernstiegen wir einen Kalkhügelhinauf, der von kleinen Höhlenübersät ist. Das abgerundeteEnde sieht wie ein Schädelaus, und man sagte uns, diessei Golgota, der Ort, wo Jesusgekreuzigt wurde. Im Zickzackging es dann auf der Rückseitedes Hügels wieder hinunter zueiner Stelle, wo der Abhang sehrsteil ist. Durch eine kleine, fenstergroßeÖffnung betraten wireine grob in den Fels gehaueneHöhle, wo Jesu Leichnam gelegenhaben soll.Einige Stunden verbrachtenwir in dem kleinen Gartenaußerhalb des Grabes undbefassten uns mit den Berichtenüber sein Begräbnis und seineAuferstehung, die hier stattgefundenhatten. Aufmerksam undgebeterfüllt lasen wir von denFrauen, die zum Grab kamen,dem Engel des Herrn, der denStein wegwälzte, und der Angstder feigen Wächter.„Er ist … auferstanden“Wir konnten uns fast vorstellen,dass wir die beiden Engelin leuchtenden Gewändernsahen, die zu Maria sagten: „Wassucht ihr den Lebenden bei denToten?Er ist nicht hier, sondern er istauferstanden.“Der Herr hatte vorhergesagt:„Der Menschensohn muss denSündern ausgeliefert und gekreuzigtwerden und am drittenTag auferstehen.“ (Lukas 24:5-7.)Wir erinnerten uns an dasGespräch zwischen Maria, denEngeln und dem Herrn:„Frau, warum weinst du? Sie28 Liahona


Jesus sagte zu ihr: „Maria!“, Gemälde von William Whittaker, © IRI; Seht meine Hände und meine FüSSe, Gemälde von Harry Anderson, © IRIantwortete ihnen: Man hat meinenHerrn weggenommen undich weiß nicht, wohin man ihngelegt hat.“Sie wandte sich um „und sahJesus dastehen, wusste abernicht, dass es Jesus war.Jesus sagte zu ihr: Frau, warumweinst du? Wen suchst du?Sie meinte, es sei der Gärtner,und sagte zu ihm: Herr, wenndu ihn weggebracht hast, sagmir, wohin du ihn gelegt hast.Dann will ich ihn holen.Jesus sagte zu ihr: Maria! Dawandte sie sich ihm zu undsagte auf Hebräisch zu ihm:Rabbuni!, das heißt: Meister.Jesus sagte zu ihr: Haltemich nicht fest; denn ich binnoch nicht zum Vater hinaufgegangen.Geh aber zu meinenBrüdern, und sag ihnen: Ichgehe hinauf zu meinem Vaterund zu eurem Vater, zu meinemGott und zu eurem Gott.“( Johannes 20:13-17.) …Die Bedeutung von OsternManchmal scheinen die Feste,mit denen wir bedeutendeEreignisse feiern, weltliche Zügeanzunehmen, und wir erkennennicht die volle Bedeutung desEreignisses, das wir feiern. Dasgilt auch für Ostern, denn vielzu oft feiern wir den Feiertagselbst, anstatt an die tiefeBedeutung der Auferstehungdes Herrn zu denken. Wer dieGöttlichkeit Christi missachtet,die Tatsache, dass er GottesSohn ist, muss wahrhaft unglücklichsein. Wir bedauern inder Tat jene, die das erhabeneWunder der Auferstehung „nur einesubjektive Erfahrung der Jünger“ nennen,„und kein tatsächliches historischesEreignis“.Wir wissen wahrhaftig, dass all dieswirklich stattgefunden hat. Christussprach über sich selbst, als er zu Nikodemussagte:„Was wir wissen, davon reden wir, undwas wir gesehen haben, das bezeugenwir, und doch nehmt ihr unser Zeugnisnicht an.“ ( Johannes 3:11.)Wir denken daran, dass Petrusbezeugte:„Mit Gewissheit erkenne also dasganze Haus Israel: Gott hat ihn zumHerrn und Messias gemacht, diesenJesus, den ihr gekreuzigt habt.“(Apostelgeschichte 2:36.)„Ihr aber habt den Heiligen undGerechten verleugnet …Den Urheber des Lebens habt ihrgetötet, aber Gott hat ihn von den Totenauferweckt. Dafür sind wir Zeugen.“(Apostelgeschichte 3:14,15.)Unerschrocken standen Petrus undJohannes vor dem Hoherat und bekräftigtenerneut:„So sollt ihr alle und das ganze VolkIsrael wissen: im Namen Jesu Christi, desNazoräers, den ihr gekreuzigt habt undden Gott von den Toten auferweckt hat.Durch ihn steht dieser Mann [der zuvorgelähmt war] gesund vor euch. …Und in keinem anderen ist das Heilzu finden. Denn es ist uns Menschenkein anderer Name unter dem Himmelgegeben, durch den wir gerettet werdenApril 2010 29


Klassiker des Evangeliumssollen.“ (Apostelgeschichte4:10,12.)Als der Rat die beidenApostel zurechtwies und ihnenverbot, jemals wieder im NamenJesu zu predigen und zu lehren,antworteten sie: „Ob es vor Gottrecht ist, mehr auf euch zu hörenals auf Gott, das entscheidetselbst.Wir können unmöglichschweigen über das, was wirgesehen und gehört haben.“(Apostelgeschichte 4:19,20.)„Mit großer Kraft legten dieApostel Zeugnis ab von derAuferstehung Jesu, des Herrn,und reiche Gnade ruhte aufihnen allen.“ (Apostelgeschichte4:33.)Das Zeugnis des PetrusAuch wir wissen, dass dieAuferstehung stattgefundenhat. Petrus sagte zu seinenVerfolgern, dem Hoherat:„Der Gott unserer Väter hatJesus auferweckt, den ihr ansHolz gehängt und ermordethabt. …Zeugen dieser Ereignisse sindwir und der Heilige Geist, denGott allen verliehen hat, die ihmgehorchen.“ (Apostelgeschichte5:30,32.)Wir sind voll der Bewunderungfür Petrus, der eineso vollständige Gewissheiterlangt hatte und würdevollsein Führungsamt bekleideteund seine Vollmacht trug undder den Mut eines Mannesbesaß, der inspiriert und seinerSache sicher war. WelcheStärke hatte er doch entwickelt,als er die Heiligen führteund sich der Welt mit all ihrenVerfolgern, Ungläubigenund Schwierigkeiten stellte.Immer wieder tat er seine absoluteGewissheit kund, undwir freuen uns über seineStandhaftigkeit gegenüber demPöbel und den Amtsträgern,die ihm das Leben nehmenkonnten, als er mutig denauferstandenen Herrn verkündete,den Friedensfürsten,den Heiligen und Gerechten,den Urheber des Lebens, denFürsten und Erlöser. Petrus hattenun zweifellos Gewissheit, erPetrus und Johannes gaben vomauferstandenen Herrn Zeugnis underklärten: „Wir können unmöglichschweigen über das, was wirgesehen und gehört haben.“war unbeirrbar und wankte nie.Seine Gewissheit muss auch unsgroße Sicherheit geben. …Das Zeugnis des PaulusDas Zeugnis des Paulusscheint das schlüssigste zu sein.Er hörte die Stimme des auferstandenenChristus:„Saul, Saul, warum verfolgstdu mich?“ Um Gewissheit zu haben,wer zu ihm sprach, fragteSaulus: „Wer bist du, Herr?“,und ihm wurde versichert: „Ichbin Jesus, den du verfolgst. Eswird dir schwerfallen, gegenden Stachel auszuschlagen.“(Apostelgeschichte 9:4,5;26:14).)Nun ging dieser selbePaulus, nachdem er wiederzu Kräften gekommen war,einen Priestertumssegen erhaltenund seine Sehkraftwiedererlangt hatte, in dieSynagogen „und brachtedie Juden in Damaskus inVerwirrung, weil er ihnenbewies, dass Jesus der Messiasist“ (Apostelgeschichte 9:22).Später ging Paulus zu denAposteln in Jerusalem, undBarnabas setzte sich für ihnein. „Er erzählte ihnen, wieSaulus auf dem Weg denHerrn gesehen habe unddass dieser mit ihm gesprochenhabe und wie er inDamaskus mutig und offen imNamen Jesu aufgetreten sei.“(Apostelgeschichte 9:27.)Paulus fährt fort:„Als sie alles vollbracht hatten,was in der Schrift über ihngesagt ist, nahmen sie ihn vomKreuzesholz und legten ihn insGrab.Gott aber hat ihn von denToten auferweckt, und er istviele Tage hindurch denenerschienen, die mit ihm zusammenvon Galiläa nach Jerusalemhinaufgezogen waren und diejetzt vor dem Volk seine Zeugensind. …Gott hat die Verheißung …an uns, ihren Kindern, erfüllt, indemer Jesus auferweckt hat …Dass er ihn … von denToten auferweckt hat, um ihnnicht mehr zur Verwesungzurückkehren zu lassen.“(Apostelgeschichte 13:29-34.) …30 Liahona


Weide meine Schafe, Gemälde von Kamille Corry, © 1998 IRIDas Zeugnis von Joseph SmithWir richten uns am Zeugnis desneuzeitlichen Propheten Joseph Smithauf, der die Auferstehung erneut bekräftigthat. Elder George A. Smith zitiertedie letzte öffentliche Ansprachevon Joseph Smith im Juni 1844, nurwenige Tage vor seiner grausamenErmordung:„Ich lasse mich freiwillig für diesesVolk als Opfer darbringen; denn waskönnen unsere Feinde schon tun? Nurden Körper töten – dann ist es aus mitihrer Macht. Bleibt fest, meine Freunde;wankt niemals. Seid nicht bestrebt,euer Leben zu retten, denn wer Angstdavor hat, für die Wahrheit zu sterben,der verliert das ewige Leben. Haltet bisans Ende aus, dann werden wir auferstehenund wie Götter werden und incelestialen Reichen mit Macht und inewiger Herrschaft regieren.“ 1 …Ijobs Frage und AntwortDie Frage, die Ijob stellte, habensich Millionen Menschen gestellt, dievor dem offenen Sarg eines geliebtenMenschen standen: „Wenn einerstirbt, lebt er dann wieder auf?“ (Ijob14:14.)Viele von ihnen haben auf dieseFrage eine bejahende Antwort erhalten,indem sich tiefer Friede aufsie gelegt hat wie Tau vom Himmel.Und unzählige Male sind Menschen,erschöpft vom qualvollen Schmerz,in ihrem Herzen von jenem Friedenberührt worden, der alles Verstehenübersteigt.Wenn tiefer Seelenfriede ihrembeunruhigten Sinn und ihrem gebrochenenHerzen neue Zuversichtschenkte, konnten sie mit Ijobsagen:„Doch ich, ich weiß: mein Erlöserlebt, als Letzter erhebt er sich überdem Staub. …[Ich] werde Gott schauen.Ihn selber werde ich dann für michschauen; meine Augen werden ihnsehen.“ (Ijob 19:25-27.)Ijob hatte den Wunsch geäußert,sein Zeugnis möge für nachkommendeGenerationen in Büchergeschrieben und in Stein gemeißeltwerden. Sein Wunsch wurde ihmgewährt, denn viele Menschen habenin ihrer Seele Frieden gefunden, alssie Ijobs machtvolles Zeugnis gelesenhaben.Die Vision des JohannesZum Abschluss lese ich noch ausder Vision vor, die Johannes derOffenbarer empfing:„Ich sah die Toten vor dem Thronstehen, die Großen und die Kleinen.Und Bücher wurden aufgeschlagen;auch das Buch des Lebens wurdeaufgeschlagen. Die Toten wurdennach ihren Werken gerichtet, nachdem, was in den Büchern aufgeschriebenwar.Und das Meer gab die Totenheraus, die in ihm waren; und derTod und die Unterwelt gaben ihreToten heraus, die in ihnen waren.Sie wurden gerichtet, jeder nachseinen Werken.“ (Offenbarung20:12,13.)Wenn der lebendige, grüneFrühling dem düsteren, totengleichenWinter folgt, verkündet dieganze Natur die Göttlichkeit desauferstandenen Herrn, dass er derSchöpfer war, dass er der Erretter derWelt ist, dass er wahrhaftig der SohnGottes ist. ◼Anmerkung1. Joseph Smith, Lehren der Präsidenten derKirche: Joseph Smith, Seite 590April 2010 31


Don L. SearleFidschiZeitschriften der KircheGeorge, Alitiana und Ryan Kumar32 Liahona


Fotos von Don L. Searle– die Früchtedes GlaubensFidschi wurde immer als ein Ort betrachtet, derfernab liegt vom Rest der Welt – eine Zufluchtvor den Problemen einer hektischen, städtischenLebensweise. Aber das trifft nicht mehr zu.Flugzeuge, Satelliten und der Welthandel bringen all dieHerausforderungen der modernen Lebensweise, wieman sie überall auf der Welt kennt, nun auch an FidschisKüsten. Die Mitglieder der Kirche in Fidschi bewältigendiese Schwierigkeiten wie die Mitglieder an jedem anderenOrt der Welt: mit treuem Gehorsam gegenüber denGrundsätzen des Evangeliums.Drei Beispiele zeigen, wie diese Grundsätze das Lebender Mitglieder in Fidschi prägen.Familie KumarGeorge Kumar wollte eigentlich nur herausfinden,wie er dafür sorgen konnte, dass sein älterer SohnRyan ein produktives, tugendhaftes Leben führte.Doch Familie Kumar fand noch viel mehr: ewige Evangeliumswahrheitenund damit eine neue, glücklichereLebensweise für die ganze Familie.Das Evangelium habe seine Familie mit neuem Lebenerfüllt, sagt Bruder Kumar. „Wir verbringen mehr Zeitmiteinander – mehr gut genutzte Zeit – und wir gehen vieloffener miteinander um.“ Sie beten täglich als Familie, undder regelmäßige Familienabend ist „ein Muss“, erklärt Ryan.Ryan war derjenige, der seine Familie mit der Kirchebekannt machte.Eine Familiefindet die Wahrheit,eine andereFamilienimmt liebevollimmer mehrMenschen inihren Kreisauf, eine JungeDame hat vertrauensvollenGlauben.Als Ryan 15, 16 Jahre alt war, machte sich GeorgeKumar Gedanken über seinen Sohn und dessen weitereEntwicklung. George war besorgt, da er meinte, dassRyan und seine Freunde ihre Zeit nicht gerade sinnvollverbrachten; deshalb wollte er Ryan mit jungen Menschenzusammenbringen, die sichanders verhielten. Von einemCousin, der am College derKirche in Suva arbeitet, erfuhrGeorge, dass Ryan sichfür eine Aufnahme an dieserSchule bewerben konnte.(Das College der Kirche inFidschi ist eine weiterführendeSchule, vergleichbareiner Hauptschule.)Als Ryan dann das Collegeder Kirche besuchte, verbessertesich sein Benehmen.„Es war das Beispiel der anderenSchüler“, meint er. Bisdahin hatte er viel Zeit mitseinen Freunden verbrachtund viel Zeit vergeudet.Doch als er sah, wie andersdas Leben der Schüler amCollege der Kirche aussah,„hatte ich gar kein Verlangenmehr nach sinnlosenSachen“, erklärt er.Ryan erlangte ein Zeugnisvom Evangelium, und seineEltern freuten sich so sehr über die Veränderungen inseinem Leben, dass sie gerne zustimmten, als er sie umdie Erlaubnis bat, sich taufen und konfirmieren zu lassen.Ryan war nicht mehr mit seinen alten Freunden zusammen.Er hatte neue Freunde gefunden.Als er jedoch seine Eltern fragte, ob sie die Missionareanhören wollten, „zögerten wir“, erzählt George. Da sieaber die Veränderungen sahen, die das Evangelium beiRyan bewirkte, wussten sie, dass es eine gute Kirche seinmusste. Ryans Verhaltensänderung war so tiefgreifend,dass er in seinem dritten und letzten Jahr am College derApril 2010 33


Elder Michael Kumar alsMissionar in derUtah-MissionSalt Lake City SüdKirche zum Schulsprecherernannt wurde – eine Ehre,die gewöhnlich nur Schülernzukommt, die ihre ganzeSchulzeit an dieser Schuleverbracht haben.Allerdings fanden RyansEltern manche seiner Verhaltensweisen anfangs seltsam.Warum, zum Beispiel, konnten sie ihn am ersten Sonntagdes Monats nicht überreden, etwas zu essen? Als Ryanihnen dann den Zweck des Fastens erklärte, verstandenseine Eltern, dass die Veränderungen in seinem Leben sehrviel tiefer gingen, als ihnen bewusst gewesen war.Ryans jüngerer Bruder Michael bemerkte ebenfalls, wiesich sein Bruder verändert hatte, und Michael befasste sichmit dem Evangelium. „Ryan nahm an Aktivitäten in derKirche teil, und mir fiel vor allem auf, dass er jedes Malganz fröhlich nach Hause kam“, sagt Michael. „Ich habemich selbst den Missionaren empfohlen. Ich wollte dieLektionen anhören. Ich wollte mich taufen und konfirmierenlassen.“Als die Missionare nach Michaels Taufe mit ihm dieLektionen für neue Mitglieder durchnahmen, hörte auchseine Mutter, Alitiana, zu. Dies wiederum hatte Einfluss aufihren Mann, und schon bald hatten George und seine Frauselbst ein Zeugnis.Ryan durfte seine Eltern im Jahr 2006 selbst taufen,kurz bevor er nach Wellington in Neuseeland auf Missionging. Einige Zeit später durfte Michael, kurz bevor er aufMission ging, seine Eltern begleiten, als sie in den Tempelgingen. Elder Michael Kumar begann seinen Dienst inder Utah-Mission Salt Lake City Süd im August 2008, kurzbevor Ryan aus Neuseeland zurückkehrte.Den Zehnten zu zahlen und zusätzlich einen Sohn aufMission zu unterstützen, erwies sich für die Kumars alsschwierig. Bruder Kumars Gehalt wurde vollständig fürdie Abzahlung des Hauses und für andere Verpflichtungengebraucht. Aber die Kumars brachten die notwendigenOpfer; die ganze Familie stand dahinter. Wenn beispielsweiseBruder Kumar fröhlich darauf hinwies, dass es andiesem Abend das „Übliche“ zu essen gab, dann wusstedie ganze Familie, dass es kein Fleisch zum Abendessengab. „An manchen Tagen gab es nur Brot und Kakao“,erinnert sich Michael.Ryan ist dankbar für das Opfer, das seine Eltern gebrachthaben. „Das zeigte mir, dass sie sich treu an dieBündnisse hielten, die sie geschlossen hatten.“Ryans jüngerer Bruder merkt an, dass die Familie seitihrer Bekehrung „mit Prüfungen besser fertig wird. DerVater im Himmel hat uns geholfen.“Die Bekehrung der Familie wirkte sich rasch auf nochmehr Menschen aus. Zwei Cousins von Ryan und Michael,die eine Zeit lang bei den Kumars wohnten, wollten ebenfallsdie Missionarslektionen anhören und schlossen sichder Kirche an.Bruder Kumar erklärt, dass seine Familie für die Opfer,die sie brachte, in zeitlicher und geistiger Hinsicht gesegnetwurde. Sie schafften es, mit ihrem Geld so auszukommen,dass sie alles hatten, was sie brauchten. NachdemMichael auf Mission gegangen war, fand Bruder Kumareine neue Anstellung, die es ihm, wie er hofft, ermöglicht,die Raten für das Haus schneller abzuzahlen.Doch die geistigen Segnungen, die die Kumars empfangenhaben, spielen eine größere Rolle. George undAlitiana sind durch ihre Berufungen gewachsen – er istÄltestenkollegiumspräsident in der Gemeinde Lami 2im Pfahl Suva Nord und sie ist Zweite Ratgeberin in derGemeinde-PV-Leitung.Ryan stellt fest, dass er das Leben nun mit ganz anderenAugen betrachtet als viele seiner Altersgenossen: „Ichhabe immer etwas zu tun – um das Reich Gottes aufzubauen.“Im Hinblick auf seine Zukunftspläne sagt er, dasEvangelium bringe den Gläubigen dazu, „alles aus demBlickwinkel der Ewigkeit zu betrachten“.George und Alitiana Kumar kannten schon christlicheLehren, ehe sie das Evangelium kennenlernten. Aber siehatten in dem, was man sie gelehrt hatte, keinen Trostgefunden. „In anderen Religionen“, sagt Bruder Kumar,„wird einem beigebracht, Gottes Zorn zu fürchten – Angstzu haben. Aber das Sühnopfer Jesu Christi gibt einem einezweite Chance.“Die Kumars bemühen sich, aus dieser zweiten Chancedas Beste zu machen.Familie NaivaluvouPeni und Jieni Naivaluvou verdoppelten die Anzahl derFamilienmitglieder, als sie vier Mädchen aus Vanuatu aufnahmen,die alle das College der Kirche in Fidschi besuchten.Aber die Naivaluvous betrachten das nicht als Opfer.Sie finden, dass sie reichlich dafür gesegnet worden sind.Eine dieser Segnungen ist in ihren Augen Hagoth, der imJanuar 2009 geboren wurde.Anfang 2008 erfuhren Bischof Naivaluvou und seineFrau aus der Gemeinde Tamavua im Pfahl Suva Nord,34 Liahona


dass zwei Schülerinnen ausVanuatu eine Unterkunftbrauchten; also überlegtensie, ob sie sie aufnehmenkonnten. Ihre Söhne, Soane,18, und Ross, 16, wohntennicht zu Hause, da sie eineSchule der Kirche in Tongabesuchten, der Heimat ihrerVorfahren väterlicherseits.Die beiden Mädchen ausVanuatu wohnten bei einerFamilie in Suva, die nicht derKirche angehörte. Das kosteteihre Eltern viel Geld. DieBischof Naivaluvouund seineFrau denkennicht an das,was sie vielleichtgeopfert haben,um vier neue Familienmitgliederaufzunehmen.Vielmehr sind siedankbar für dieSegnungen, diesie empfangenhaben.beiden Mädchen waren auch ein guter Umgang für die damals13-jährige Tochter Andrea, die ebenfalls das Collegeder Kirche besuchte und nachmittags nach Hause kam, bevordie Eltern von der Arbeit kamen. Deshalb beschlossenBruder Naivaluvou und seine Frau, die beiden Mädchenaus Vanuatu kostenlos bei sich wohnen zu lassen.Die Mädchen bestanden aber darauf, einen finanziellenBeitrag zu leisten. Trotzdem verringerten sich die Kostenfür ihre Eltern um mehr als die Hälfte, was für dieseFamilien ein großer Segen war.Im April kamen zwei weitere Mädchen aus Vanuatuzu Besuch, und ihnen gefiel die Atmosphäre bei FamilieNaivaluvou sehr. Bald darauf fragten diese beiden Mädchen,ob sie vielleicht auch bei der Familie wohnen könnten.Die Naivaluvous nahmen sie gern auf.Peni, Jieni und Andrea Naivaluvou. Hinten: Soane und Ross Naivaluvou.


Der Suva-Tempel in FidschiWie war es, zusätzlich vier junge Leuteim Haus zu haben? „Sie sind uns sehr ansHerz gewachsen, als wären sie unsere eigenenTöchter“, meint Bischof Naivaluvou.Die Naivaluvous stellten von Anfang an klar,dass sie die Mädchen als Teil der Familiebetrachteten. Die vier Mädchen aus Vanuatusind tatsächlich miteinander verwandt,und als sie bei den Naivaluvous wohnten,gingen sie miteinander um, als seien sieSchwestern. Auch für Andrea Naivaluvouwurden sie bald „zu Schwestern“, erzähltsie. Die älteren Mädchen achteten auf sieund halfen ihr sogar bei den Hausaufgaben,wenn es notwendig war. Bald schon nanntendie vier Mädchen Bischof Naivaluvou Taund seine Frau Na – „Papa“ und „Mama“ inder Fidschi-Sprache.Das war vielleicht das erste Mal, meintSchwester Naivaluvou, dass Mädchen ausVanuatu, die das College der Kirche besuchten,bei einer Mitgliederfamilie wohnenkonnten. Der Vater eines der Mädchen kameinmal zu Besuch und brachte seine großeDankbarkeit dafür zum Ausdruck, wie liebevolldie Naivaluvous seine Tochter aufgenommenhatten.Schwester Naivaluvou weist darauf hin,dass eines der Mädchen, die Tochter einesDistriktspräsidenten in Vanuatu, durch ihren Glauben fürihre Familie ein großes Vorbild war. Bischof Naivaluvoufügt hinzu, dass ihr Beispiel seiner Familie half, das gemeinsameSchriftstudium und das Familiengebet konsequenterdurchzuführen.Bruder Naivaluvou und seine Frau sagen beide, dass siefür ihre Gastfreundschaft auch in zeitlicher Hinsicht gesegnetworden sind. Sie kommen besser mit ihren Mitteln aus.Außerdem betrachtet Schwester Naivaluvou es als Segen,dass sie nach dreizehn Jahren noch einmal schwangerwurde. Sie meint, dies habe damit zu tun, dass sie bereitwaren, andere liebevoll aufzunehmen.Welchen Ratwürde AsenacaRamasima(rechts) anderenjungen Leutengeben? „Bleibtdem Evangeliumtreu, und hörtimmer auf eureEltern. Ihr denktvielleicht, ihrwüsstet es besserals sie, aberwahrscheinlichhaben siemanches schonverstanden, wasihr noch nichterkannt habt.“Als die beiden Söhne der Naivaluvousam Ende des Schuljahres aus Tonga zurückkehrten,nahmen sie die Mädchenebenfalls als Teil der Familie an. Vielleichtkann man es Soane aber nicht verübeln,dass er die Mädchen nicht ganz alsSchwestern betrachtete. Für eines derMädchen wurde er als Partner für denAbschlussball ausgewählt. Er nahm dieseRolle wie ein Gentleman an.Als die vier Mädchen 2008 am Ende desSchuljahres nach Vanuatu zurückkehrten,war der Abschied herzzerreißend, erzähltBischof Naivaluvou. Es war, als müssten erund seine Frau sich von vier Töchtern verabschieden.Und als 2009 das neue Schuljahrbegann, freuten sich die Naivaluvous, ihrevier „Töchter“ wiederzuhaben – und nochzwei dazu.Da es in ihrem Haus nur vier Schlafzimmergibt, fragt man sich vielleicht, wie siesechs Mädchen zusätzlich zu ihrer eigenenTochter und dem Baby aufnehmen konnten.Aber Familie Naivaluvou fand dafür schnelleine Lösung.Schließlich ging es nicht darum, wie vielPlatz jeder hat. Es ging nur darum, Men schenliebevoll in den Kreis ihrer Familie aufzunehmen.Asenaca Ramasima2008 erhielt Asenaca Ramasima die beidenwohl angesehensten Auszeichnungenfür Schüler des Colleges der Kirche inFidschi. Zunächst einmal wurde sie alsbeste Schülerin der Schule ausgezeichnet. Mit dieserAuszeichnung erhält man auch ein Stipendium. Außerdemerhielt sie die Auszeichnung „Löwe des Herrn“, die herausragendeSeminarschüler erhalten. Diese zweiteAuszeichnung bedeutet ihr noch mehr als die erste,weil sie sie daran erinnert, dass sie sich bemüht hat, ihrenGlauben an den himmlischen Vater in ihrem Alltagumzusetzen.Asenaca hat, obwohl sie erst 19 ist, in ihrem Lebenschon viel Kummer erlebt. Dennoch strahlt sie Freudeaus. Sie freut sich an der Gewissheit, dass sie zu einerewigen Familie gehört, denn ihre Familie wurde 200136 Liahona


im Suva-Tempel gesiegelt, und sie freut sich an derGewissheit, dass der Vater im Himmel sie kenntund sie liebt.Asenaca ist das jüngste von fünf Kindern; sie hat vierBrüder. Als ihr Vater starb, so erinnert sie sich, sagteihr ältester Bruder, der damals auf Mission war, allenGeschwistern eindringlich, dass sie immer daran denkensollten, dass sie ihren Vater nicht verloren hatten; er würdeihnen immer nahe sein.Ihre Brüder mussten das Geld für die Familie verdienen,und ihre Mutter war diejenige, die die ganze Familie zusammenhielt.Die Kinder haben davon profitiert, dass siedem Beispiel ihrer Eltern gefolgt sind.„Von meinem Vater habe ich viel gelernt. Er hat unsimmer aufgefordert: ‚Arbeitet fleißig, arbeitet fleißig‘“, sagtAsenaca leise. In der Schule fleißig zu sein, das war ihreArt, ihren Vater zu ehren und ihre Mutter zu unterstützen.Das Stipendium, das Asenaca mit der Auszeichnung erhielt,ist ein wesentlicher Beitrag zur Finanzierung ihrerAusbildung.Das Beispiel ihrer Eltern war auch die Grundlage fürihre geistige Entwicklung. „Wir sind jeden Tag durch dasgemeinsame Schriftstudium und die Worte unserer Elternbelehrt worden“, sagt Asenaca. Ihre Mutter, meint sie außerdem,baue weiter auf dieser Grundlage auf.Asenaca liest selbst regelmäßig in den heiligenSchriften, wodurch ihr Glaube an Jesus Christus gefestigtwird. Sie nimmt sich immer Zeit für das Schriftstudium,egal, wie der Terminkalender aussieht.Ihr Glaube an Jesus Christus wiederum hilft ihr, demVater im Himmel nahe zu bleiben, sodass sie ihn umFührung bitten kann. „Ich weiß, dass er immer da ist“, sagtsie. „Wenn ich so handle, wie er es möchte, dann ist er fürmich da, und sein Geist bestätigt, was richtig ist.“Diese Führung ist wichtig, wenn andere Mädchen ihresAlters sie überreden wollen, „Spaß zu haben“ wie sie – zutrinken, zu rauchen, unkeusch zu leben. Aber „das gehtgegen mein Gewissen“, erklärt Asenaca, und aufgrundihres Glaubens und ihrer Gewissheit, dass der Vater imHimmel sie führt, „kann ich nein sagen“.Der Dienst in der Kirche, setzt sie hinzu, hat ihr geholfen,Selbstvertrauen aufzubauen, das sie sonst nicht hätte.Das wird sie brauchen, wenn sie ihre Schulzeit am Collegeder Kirche abgeschlossen hat, denn sie hofft, an der Brigham-Young-Universitätin Provo oder der BYU HawaiiRechnungswesen studieren zu können.Diese Orte liegen jedoch weit entfernt von ihremElternhaus in einem ländlichen Gebiet im Außenbezirkvon Suva. Ist es nicht ein wenig beängstigend, so weitvon zu Hause fortzugehen? Asenaca denkt kurz überdiese Frage nach, dann lächelt sie über das ganzeGesicht. Ja, antwortet sie – aber sie würde es tun, umihre Ziele zu erreichen.Es fällt einem nicht schwer zu glauben, dassAsenaca ihren Worten Taten folgen lässt. Bis jetzt hatsie es sehr gut geschafft, ihre Ziele zu erreichen. Undwie andere treue Mitglieder der Kirche in Fidschi hatsie sich sowohl in geistiger wie auch in zeitlicherHinsicht weiterentwickelt, weil sie Glauben geübtund die Gebote gehalten hat. ◼April 2010 37


Stimmen von Heiligen der Letzten TageEr respektierte meinen WunschAls ich mich mit 18 Jahren taufenließ, wusste ich, dass ein Lebennach dem Evangelium Jesu Christieine ganz neue Art zu leben bedeutete.Ich spürte, wie wichtig es war,ernsthaft nach den Grundsätzen desEvangeliums zu leben. Weil ich michdaran gehalten habe, bin ich in vielerleiHinsicht gesegnet worden.Ein Evangeliumsgrundsatz, dermir wirklich wichtig ist, ist die Sabbatheiligung.Am Sabbat kann ichden Alltag unterbrechen und meine„An den nächsten beidenWochenenden brauche ich Siealle“, sagte mein Chef. Ich warniedergeschlagen. Ich wusste,dies bedeutete, dass ich amSonntag arbeiten musste.Gedanken dem Vater im Himmelzuwenden.Ich arbeite in einem Tourismusunternehmenin Costa Rica. In dieserBranche ist es üblich, dass man aucham Sonntag arbeitet. Als ich die Stelleantrat, sagte ich, welcher Kirche ichangehöre. Ich bat darum, sonntagsnicht arbeiten zu müssen – und eswurde mir gewährt.Wegen dieser ungewöhnlichenAnfrage wurden meine Kollegen undmein Chef neugierig. Sie stellten mirviele Fragen über meinen Glauben. ImLaufe der Zeit hatte ich immer wiederGelegenheit, einige unserer Glaubensansichtenzu erklären. In vielen Fällennahm man meine Erklärungen derEvangeliumslehren positiv auf.An einem Tag rief unser Chefsein Team zusammen, um etwasanzukündigen. „An den nächstenbeiden Wochenenden brauche ich Siealle“, sagte er. Ich war niedergeschlagen.Ich wusste, dies bedeutete, dassich am Sonntag arbeiten musste.Doch dann fuhr mein Chef fort:„Damit meine ich alle außer JuanCarlos. Wir wissen, dass nichts ihndazu bringen kann, am Sonntag zuarbeiten.“Ich war erleichtert. Mein Chefhatte meinen Wunsch respektiert!Durch mein Verhalten und meineGrundsätze, an die ich mich auch beider Arbeit hielt, hatte ich seine Achtungerworben. Die Folge war, dasser bereit war, meinen Glauben zurespektieren.Ich weiß, dass der Herr uns segnet,wenn wir den Evangeliumsgrundsätzeneine hohe Priorität einräumen. ◼Juan Carlos Fallas Agüero, San José,Costa Rica


Illustrationen von Gregg ThorkelsonDer Einflussvon MamaTaaminoAls ich Taumatagi Taamino kennenlernte,diente ich als jungerMissionar in meinem Heimatland.Schwester Taamino, eine ältereWitwe, war vom Alter und von harterArbeit leicht gebeugt, aber sie breiteteimmer ihre Arme aus, um meinen Mitarbeiterund mich zu begrüßen, undküsste uns auf die Wangen, wie es inFranzösisch-Polynesien üblich ist.Schwester Taamino war gebrechlichund setzte langsam und bedächtigeinen Fuß vor den anderen, abersie kümmerte sich um jedermann. Siesorgte sogar dafür, dass mein Mitarbeiterund ich immer saubere, gebügelteKleidung hatten. Kinder warenSelbst mit über achtzig Jahrenarbeitete Schwester Taaminonoch in den Blumenbeetenam Gemeindehaus und jäteteUnkraut. Das war ihre Artund Weise, weiterhin demHerrn zu dienen.gern in ihrer Nähe, weil sie sie herzlichaufnahm und ihnen aufmerksamzuhörte. Sie lebte ganz bescheiden ineiner Unterkunft mit zwei Zimmern,umgeben von Sand, Palmen, Familieund Freunden. Respektvoll wurde sievon allen „Mama Taamino“ genannt.Der Präsident der Tahiti-MissionPapeete hatte meinen Mitarbeiter,Elder Tchan Fat, und mich beauftragt,einer Gruppe von achtzig Mitgliedernzu helfen, sich darauf vorzubereiten,im nächstgelegenen Tempel – demHamilton-Tempel in Neuseeland, derfünf Flugstunden entfernt war – ihrEndowment zu empfangen und alsFamilie gesiegelt zu werden. MamaTaamino war sechs Jahre lang jedesJahr zum Tempel gefahren, unddieses Jahr wollte sie auch wiederhingehen. Ich fragte mich, wie sie dieteure Reise bezahlen konnte, da siedoch in so bescheidenen Verhältnissenlebte. Sechs Jahre später erhieltich die Antwort.1976 war ich Präsident des PfahlesPapeete und inspizierte regelmäßigdie Gemeindehäuser im Pfahl. Einmalbetrat ich um die Mittagszeit dasGemeindehaus in Tipaerui. Damalshatten wir bezahlte Hausmeister, undim Gemeindehaus traf ich auf MamaTaamino, inzwischen Ende sechzig,die als Hausmeisterin arbeitete, umihre große Familie finanziell zu unterstützen.Sie begrüßte mich mit demüblichen „komm und iss etwas“, aberich antwortete: „Mama Taamino, dubist nicht mehr jung, und zum Mittagessenhast du nur ein kleines StückBrot, eine winzige Dose Sardinen undeine kleine Flasche Saft! Verdienstdu nicht genug, um dir mehr Essenleisten zu können?“Sie erwiderte: „Ich spare, damit ichwieder in den Tempel gehen kann.“Mein Herz floss über vor Bewunderungfür ihre vorbildliche Liebe undOpferbereitschaft. Mama Taaminofuhr fast fünfzehn Mal zum Tempelin Neuseeland – jedes Jahr, bis derPapeete-Tempel in Tahiti im Oktober1983 geweiht wurde. Bei der Weihungstrahlte sie vor Freude.1995 begegnete ich Mama Taaminowieder; ich war Missionspräsident. Sielebte wieder auf dem Atoll Makemo,nicht weit von ihrem Geburtsort entfernt.Inzwischen war sie in den Achtzigernund konnte nicht mehr gehen.Ihr faltiges Gesicht drückte Frieden,Geduld und reiche Lebenserfahrungund Evangeliumskenntnis aus. SieApril 2010 39


S t i m m e n v o n H e i l i g e n d e r L e t z t e n T a g ehatte noch immer ein wunderschönesLächeln, und ihre Augen strahltenreine Nächstenliebe aus.Früh am nächsten Morgen sahich sie in einem Blumenbeet vordem Gemeindehaus sitzen. Sie jäteteUnkraut. Einer ihrer Söhne hatte siedorthin getragen. Wenn sie mit einemAbschnitt fertig war, zog sie sich mitHänden und Armen ein Stück weiter.Das war ihre Art und Weise, weiterhindem Herrn zu dienen.Am späten Nachmittag, als ichTempelinterviews führte, brachte manMama Taamino zu mir. Wir saßen imSchatten eines Baumes in der Nähedes Gemeindehauses. Sie wollte dieGelegenheit nutzen, jede Frage zu beantworten,die für den Tempelscheinerforderlich ist.„Präsident, ich kann nicht mehr inden Tempel gehen“, sagte sie. „Ichwerde alt und krank, aber ich möchteimmer einen gültigen Tempelscheinbei mir haben.“Ich spürte, wie sehr sie sichwünschte, wieder in den Tempelzu gehen, und ich wusste, dass ihreSehnsucht bei Gott Gefallen fand. Balddarauf verließ sie ihre irdische Hülle,um mit denen vereint zu sein, denensie im Haus des Herrnso eifrig gedient hatte.Sie nahm nichts mitbis auf ihren Glauben,ihr Zeugnis, ihreGüte, Nächstenliebeund Hilfsbereitschaft.Mama Taaminowar wahrhaftig einePionierin in Polynesien.Ihr Beispiel warfür viele ihrer Brüderund Schwestern eingroßer Segen – auch für mich. ◼Victor D. Cave, Zeitschriften der Kirche„Ich habe beobachtet,dass die anderen Kindergelernt haben, TaylorsRollstuhl zu schieben,ihm die Tür zu öffnenund ihre Hemmungenzu überwinden“, sagtedie PV-Lehrerin meinesSohnes.Taylors TalentKönnen Sie mir sagen, welcheTalente Taylor hat, von denenman der Klasse erzählen könnte?“,fragte mich die PV-Lehrerin meinesachtjährigen Sohnes. Sie rief an, weilsie im PV-Unterricht über die Talentesprechen wollte, die die Kinder vomhimmlischen Vater erhalten hatten.Ich wusste nicht, was ich sagensollte. Ich dachte an die vergangenenacht Jahre und suchte nach einerAntwort. Als Taylor vier Tage alt war,erlitt er einen Schlaganfall, der eineschwere Schädigung des Gehirns undunkontrollierte Epilepsie zur Folgehatte. Taylor kann weder sehen nochsprechen oder kommunizieren. Seinegeistige Entwicklung entspricht dereines sechs Monate alten Babys. Dengrößten Teil des Tages verbringt er imRollstuhl und wir sorgen für ihn undbemühen uns, es ihm so angenehmwie möglich zu machen.Wir jubelten, als er lernte, zu kichernoder aus einer speziell angefertigtenTasse zu trinken, und wirwaren außer uns vor Freude, als eraufstehen und ein paar Schritte gehenkonnte. Doch während wir nachaußen hin jubelten und uns freuten,weinten wir innerlich, denn wir wussten,dass diese kleinen Fortschrittewahrscheinlich das Bedeutendste waren,was Taylor je erreichen konnte.Ich glaubte kaum, dass seine PV-Lehrerin das hören wollte.Ich räusperte mich und antworteteunbehaglich: „Taylor hat eigentlichkeine Talente, zumindest fällt mirnichts ein.“Die freundliche PV-Lehrerin verändertedurch ihre Antwort für immermeine Beziehung zu meinem Sohn.40 Liahona


„Als ich über das Thema nachdachte,wurde mir bewusst, dassjedes Kind Gottes ein Talent hat“,sagte sie. „Ich glaube, Taylors Talentist, dass er anderen beibringt, zu dienen.Wenn das für Sie in Ordnung ist,würde ich der Klasse gern erzählen,dass mir Taylors Talent in der Kircheaufgefallen ist. Ich habe beobachtet,dass die anderen PV-Kinder gelernthaben, seinen Rollstuhl zu schieben,ihm die Tür zu öffnen und ihre Hemmungenzu überwinden, ihm dasKinn mit einem Taschentuch abzuwischen,wenn es nötig ist. Ich finde,das ist ein großes Talent, mit dem erunser Leben positiv beeinflusst.“Etwas verdutzt gab ich mein Einverständnisund wir verabschiedetenuns leise. Ich frage mich, ob die PV-Lehrerin wusste, welch enorme Wirkungdieses Gespräch auf mich hatte.Taylor war immer noch derselbe. Erbraucht noch immer viel Aufmerksamkeit.Nach wie vor verbringe icheinen Großteil meines Lebens inKrankenhäusern und bei Ärzten undTherapeuten. Aber meine Einstellunghat sich geändert, und ich nehme seinTalent bewusst wahr.Ich sehe, wie Menschen in der Umgebungihr Verhalten ändern, um fürihn zu sorgen. Mir fällt auch auf, dasser uns immer daran erinnert, langsamerzu machen, seine Bedürfnisse zuerkennen und mitfühlender, aufmerksamerund geduldiger zu werden.Ich kenne Gottes Absicht nicht undweiß nicht, warum Taylor dermaßengroße Schwierigkeiten haben muss.Aber ich glaube, seine PV-Lehrerinhat mir ein wenig die Augen geöffnet.Er ist hier, um uns an seinem Talentteilhaben zu lassen. Er ist hier, damitwir lernen können, zu dienen. ◼Heather Hall, UtahRuf denRettungsdienst!1991, als ich gerade damit beschäftigtwar, in unserem Haus denDachboden auszubauen, fühlte ichplötzlich einen stechenden Schmerzim linken Auge. Der Schmerz,der sich wie ein Splitter anfühlte,breitete sich rasch über den ganzenKopf aus. Ich arbeitete weiter, bisder Schmerz so unerträglich wur de,dass ich in mein Zimmer ging, ummich hinzulegen.Kaum hatte ich mich hingelegt,gab mir die leise, sanfte Stimme desHeiligen Geistes ein: „Steh auf. Dudarfst nicht einschlafen.“Ich dachte über die Warnung nachund überlegte, was ich tun sollte.Schließlich beschloss ich, eine der Tablettenzu nehmen, die meine Mutterwegen ihrer Migräne nahm. Ich gingins Zimmer meiner Eltern und holtedie Tabletten, aber als ich die Doseöffnen wollte, hörte ich wieder dieStimme: „Nimm die Tablette nicht.“Kurze Zeit später hörte ich dieStimme ein drittes Mal: „Du musst denRettungsdienst anrufen – sofort!“Ich hatte noch nie den Rettungsdienstangerufen, aber ich tat essofort. Bald war ein Rettungswagenda, und zwei Sanitäter legten michauf eine Trage. Das Letzte, woran ichmich erinnere, ist, dass sie mich nachmeinem Namen fragten. Dann wurdealles dunkel.Später erwachte ich auf der Intensivstationim Krankenhaus. Ich fühltemich noch schwach, die Narkosewirkte noch nach, aber ich spürte,dass mir jemand die Hände auflegte.Mein Vater und mein Bischof gabenmir einen Segen. Ich hörte die Worte:Der Schmerz in meinem linkenAuge breitete sich rasch übermeinen ganzen Kopf aus. Kaumhatte ich mich hingelegt, gab mirdie sanfte, leise Stimme ein: „Stehauf. Du darfst nicht einschlafen.“„Du wirst wieder gesund werden, alsob nichts geschehen wäre.“Nach drei Tagen auf der Intensivstationund weiteren vier Tagen imKrankenhaus durfte ich schließlichwieder nach Hause. Erst dort erfuhrich, dass ich eine Hirnblutung gehabthatte. Der Chirurg, der mich operierthatte, sagte mir später, dass ich demTod nur knapp entronnen war. Hätteich eine Migränetablette genommen,wäre ich gestorben.Heute bin ich fit und gesund, dashabe ich dem Herrn zu verdanken, deran jenem Tag meine Gedanken gelenkthat. Ich bin im Tempel an meineliebe Frau gesiegelt worden, und wirhaben fünf wunderbare Kinder.Ich danke meinem Vater im Himmelund meinem Erlöser Jesus Christusfür das Wunder, dass ich lebe. Ichbemühe mich jeden Tag, aus der Zeit,die mir gegeben ist, das Beste zu machen,und ich blicke mit Dankbarkeitzurück auf den schützenden Einflussder Stimme des Geistes. ◼Simon Heal, Queensland, AustralienApril 2010 41


Das Evangelium in meinem LebenNephis Geschichte,meine GeschichteJakes Anruf brach mir das Herz, aber ich fand Hoffnungdurch das Beispiel eines Propheten aus alter Zeit.Name der Redaktion bekanntEin paar Jahre nachdem ich dasCollege abgeschlossen hatte,nahm ich mit anderen jungenalleinstehenden Erwachsenen derGemeinde an einem Familienabendteil. Ein Ratgeber in der Pfahlpräsidentschafthatte uns zu sich nachHause eingeladen, und seine Fraugab die Lektion.Wir lasen den Bericht über Nephiund seine Brüder, die zu Laban gehenund die Messingplatten erlangensollten (siehe 1 Nephi 3 bis 5). DieSchwester sprach über den Mut unddie Beharrlichkeit, die Nephi an denTag legte. Dann sah sie uns an. IhrBlick war durchdringend.„Nephi und seine Brüder hatteneinen schwierigen Auftrag erhalten“,betonte sie. „Es kostete sie mehrereVersuche, keiner davon war leicht.Aber der beharrliche Aufwand lohntesich. Da sie die heiligen Schriftenerlangt hatten, konnte Nephi verhindern,dass seine Familie „inUnglauben ver[fiel] und zugrunde[ging]“ (1 Nephi 4:13).„Auch in unserem Leben wird essolche ‚Platten‘ geben“, fuhr sie fort.„Vielleicht braucht ihr Beharrlichkeit,um eure Ausbildung zu beenden.Vielleicht müsst ihr Mut beweisen,wenn ihr Verabredungen trefft.Ungeachtet der Opfer, Hindernisse,Rückschläge und des Kummers – wasimmer notwendig ist, um eure zukünftigeFamilie zu schützen und davor zubewahren, in Unglauben zu verfallen– geht zurück und holt die Platten.“Das ist ein interessanter Ver gleich,dachte ich. Ich behielt ihn im Gedächtnis,um später einmal darauf zurückzukommen.Im Moment gab es jain meinem Leben keine Hindernisse.Ich war mit der Schule fertig, mirgefiel mein Job und ich ging seit etwavier Monaten mit einem großartigenJungen aus, mit dem mich eine langjährigeFreundschaft verband, die sichjetzt aber zu etwas Ernsterem entwickelthatte. Ich hätte nicht glücklichersein können.Einige Monate später war meineBeziehung zu Jake (Name geändert)noch enger geworden. Doch Jakelitt noch unter der Trennung seinerEltern, die sich einige Jahre zuvorhatten scheiden lassen. Er hatteAngst, dass es bei uns, wenn wirheirateten, ebenso enden könnte wiebei seinen Eltern.Ich sagte ihm, dass ich ihm Zeitgeben wolle – viel Zeit, wenn ersie brauchte –, damit er mit sichselbst ins Reine kommen könne.Wir sprachen darüber, was es heißt,aus dem Glauben heraus eineEntscheidung zu treffen, nicht ausAngst heraus. Wir unterhielten unsüber die Entscheidungsfreiheit unddie Tatsache, dass er nichtannehmen musste, der Wegseiner Eltern wäre automatischauch sein Schicksal.Wir sprachen auch über dasSühnopfer Jesu Christi unddarüber, dass der Heilandunser Herz heilen kann.Unsere Gespräche schienenseine Sorgen etwaszu zerstreuen, und es ändertesich nichts an unsererBeziehung. Deshalb war ichmehr als überrascht, als er an einemSamstagnachmittag anrief, um unsereBeziehung zu beenden. Er sagte mir,dass er sich nicht vorstellen könne,mich – oder irgendjemanden – zuheiraten. Er glaubte einfach nichtmehr an die Ehe.Eine Stunde lang wiederholten wir,was wir bereits diskutiert hatten, aberich konnte ihn nicht überzeugen. Erflüsterte: „Es tut mir so leid“, und beendetedas Gespräch. Still saß ich aufmeinem Bett, die Tränen rollten mirüber das Gesicht. Ich war wie betäubt.Kurze Zeit später klopfte eineMitbewohnerin an meine Tür.„Kommst du mit zur Pfahlkonferenz?“,fragte sie. Mir war nicht danach, irgendwohinzu gehen oder irgendetwaszu machen. Trotzdem zog ich mirein Kleid an und stieg in ihr Auto.Als wir ankamen, war der erste42 Liahona


Die Eingebung „gehzurück und hol diePlatten“ war nichtnur eine Erinnerungan Nephi, der zurückkehrte,um die heiligenAufzeichnungenzu erlangen. Es gingauch um mich.ich zu Jake zurückgehen und mit ihmzusammenbleiben musste, bis ich ihn„zermürben“ und zu einer Heirat überredenkonnte, und es bedeutete auch nicht,dass ich mich sofort mit jemand anderemverabreden musste. Es war völligin Ordnung, wenn ich mir Zeit ließ, zutrauern und Heilung zu finden.Aber in dieser Zeit musste ich nicht inSelbstmitleid schwelgen. Ich konnte derVersuchung widerstehen, abfällig überJake – oder Männer im Allgemeinen– zu reden. Ich konnte mir Freundesuchen, die an die Ehe glauben undsich darauf freuen. Und ich konnte,wie Nephi, auf einen liebevollen Vaterim Himmel vertrauen, der kein Gebotgibt – ob es darum geht, alte heiligeAufzeichnungen zu erlangen oder zuheiraten und eine Familie zu gründen –,ohne einen Weg zu bereiten, wie wir esvollbringen können.Junge ErwachseneIllustrationen von Michael ParkerMensch, den ich sah, die Frau, dieMonate zuvor bei jenem Familienabenddie Lektion gegeben hatte. Keine von unssagte etwas, aber sie sah mich an, und inGedanken hörte ich jemanden meinenNamen rufen und sagen: „Geh zurückund hol die Platten.“Irgendwie wusste ich in dem Moment,was die Eingebung alles umfasste. Esging nicht nur um einen Propheten ausalter Zeit, der heilige Aufzeichnungenerlangen sollte. Es ging auch um mich.Es bedeutete: Auch wenn Jake nicht andie Ehe glaubte, konnte ich dennochdaran glauben. Ich konnte darauf hoffenund dafür beten und mich darum bemühen– nicht auf sehnsüchtige, wehmütigeWeise, sondern voll Glauben undEngagement, auf die Art „bereite-dichtäglich-vor-denn-dies-ist-Gottes-Plan-fürseine-Kinder“.Es bedeutete nicht, dassApril 2010 43


Das Evangelium in meinem LebenIch bin immer noch dabei, daszu erreichen – noch habe ich esnicht geschafft. Ich bin noch nichtverheiratet, aber ich bin dankbarfür die guten Erfahrungen, die ichbei Verabredungen gemacht habe– Erfahrungen, die mir noch wertvollersind, weil ich besser verstandenhabe, welche Rolle Ausdauer beimErreichen rechtschaffener Ziele spielt.Außerdem gibt mir das, was ElderRichard G. Scott vom Kollegium derZwölf Apostel über Nephis Beispielan Beharrlichkeit gesagt hat, Trostund Zuversicht. Er sagte:„Nephi war nach zwei fehlgeschlagenenVersuchen immer noch vollerVertrauen. Ohne alle Antworten zuwissen, schlich er in die Stadt undauf Labans Haus zu. Er bemerkte:‚Ich wurde vom Geist geführt; ichwusste nicht im Voraus, was ich tunsollte‘, und dann fügt er bedeutsamerweisehinzu: ‚Dennoch ging ichweiter.‘ (1 Nephi 4:6,7; Hervorhebunghinzugefügt.)Nephi war willens, es immer wiederzu versuchen und alles in seinerMacht Stehende zu tun. Er bekundeteGlauben daran, dass ihm geholfenwerden würde. Er ließ sich nichtentmutigen. Aber eben weil er handelte,dem Herrn vertraute, gehorsamwar und seine Entscheidungsfreiheitrichtig anwandte, wurde er geführt.Schritt um Schritt wurde er zum Erfolggeführt und, mit den Worten seinerMutter, wurde ihm Macht gegeben …,das zu vollbringen, was der Herr …geboten hat‘ (1 Nephi 5:8).“ 1Dieser Grundsatz, nämlich Beharrlichkeit,ist natürlich nicht nur auf dasThema Verabredungen beschränkt.Er gilt genauso für jemand, der chronischkrank ist und nicht weiß, ob ereinen weiteren Tag voller Schmerzengut bestehen kann; für ein Ehepaar,das sich bemüht, Probleme in derEhe zu überwinden; für Eltern, dieseit Jahren für ein Kind beten, dasin die Irre gegangen ist; für einenJugendlichen, der wegen seinesGlaubens in der Schule feindseligbehandelt wird; für Missionare, dietagelang gearbeitet haben, ohne eineLektion durchnehmen zu können. Aufirgendeine Weise hat jeder von unsdas Gebot erhalten, zurückzugehenund die Platten zu erlangen.Und wie Nephi können wir esschaffen. Mit Mut, Beharrlichkeit undGlauben können wir alles vollbringen,was der Herr uns geboten hat. ◼Anmerkung1. Richard G. Scott, „Lernen, die Antwortauf ein Gebet wahrzunehmen“, Der Stern,Januar 1990, Seite 30Gib niemals auf!Beharrlichkeit ist eine positive,aktive Eigenschaft – nicht einuntätiges, passives Warten undHoffen, dass etwas Gutes geschieht.Beharrlichkeit schenktuns Hoffnung, weil wir durch sie erkennen, dassdie Rechtschaffenen letztlich Erfolg haben, essei denn, sie geben auf und versuchen es nichtweiter.“Elder Joseph B. Wirthlin (1917–2008) vom Kollegium der ZwölfApostel, „Never Give Up“, Ensign, November 1987, Seite 8Elder MarvinJ. Ashton(1915–1994)vom Kollegium derZwölf ApostelGottes größter Wunsch ist, dasswir ein gutes, erfülltes Lebenhaben. Wir sollen unter denUmständen, in denen wir uns befinden,ein gutes Leben führen und nichtauf irgendetwas warten. …Jeder von uns muss die richtigenPrioritäten und Ziele setzen. Seien Sienicht so streng mit sich selbst. MessenSie sich vielmehr daran, ob Sie nachdem Evangelium Jesu Christi lebenoder nicht.Mir gefällt die Lebenseinstellung,die eine gute Freundin, Carol Clark,einmal beschrieben hat. Sie sagte, dieHerausforderung sei nicht, erfolgreichzu warten, sondern das Leben auszukostenund Freude daran zu haben.Das Ziel ist nicht, auf den richtigenMenschen zu warten, sondern derrichtige Mensch zu sein.„Die wahre Freude im Leben bestehtdarin, Hindernisse zu überwinden,während man weiterhin zuversichtlichdarauf hofft, dass alles gutausgehen wird. … Ich gestehe offenein, dass mein Leben, in dem Träumesich nicht erfüllten, mich weicherund demütiger gemacht hat, geradedeshalb, weil es so schwer war. …Doch der Anker ist da, und deswegenkann ich mich weiterentwickeln, auchwenn mir die Liebe versagt gebliebenist, die ich mir doch mehr als allesandere – Rechtschaffenheit ausgenommen– gewünscht habe. …Letzten Sommer beklagte ichmich bei einer Freundin, die nichtder Kirche angehört, dass ich erschöpftsei, mir nichts Spaß macheund ich nur noch wie ein Roboterfunktionieren würde. Scheinbarohne jedes Mitgefühl erwiderte sie:‚Was meinst du, was das hier ist? Die44 Liahona


Sie haben zu uns gesprochenJunge ErwachseneEntwickeln Sie jetzt einenguten CharakterFoto von Craig DimondGeneralprobe? Dies ist dein Leben,Carol. Bring es in Ordnung.‘ Ich hatteein Schulterklopfen und ein freundlichesWort erwartet. Stattdessen wurdeich mit der Realität konfrontiert, alsschütte mir jemand kaltes Wasser insGesicht. Sie hatte natürlich Recht.Ich gab meinem Leben keinen Wert,also empfand ich es auch nicht alswertvoll. Ich ging nach Hause, laserneut die Gleichnisse vom Sämannund von den Talenten und nahmeinige Veränderungen in Angriff.“ (ASingular Life, Hg. Carol L. Clark undBlythe Darlyn Thatcher, Seite 35f.)Brüder und Schwestern, nehmenSie Veränderungen in Angriff, wenndas notwendig ist. Warten Sie nicht.Erfüllen Sie Ihr Leben mit Dienstam Nächsten, Bildung, Entwicklungder Persönlichkeit, Liebe zu allenMenschen und weiteren sinnvollenEigenschaften. Leben Sie jeden Tagzielbewusst. …Ich lege Ihnen ans Herz, IhrenVater im Himmel kennenzulernen.Entwickeln Sie Liebe für ihn. DenkenSie immer daran, dass er Sie liebtund führt und Ihnen hilft, wenn Sieihm nur die Möglichkeit dazu geben.Beziehen Sie ihn ein, wenn SieEntscheidungen treffen. Beziehen Sieihn in Ihren Kummer und Ihre Sorgenein. Beziehen Sie ihn ein, wenn Sieüber Ihren Selbstwert nachdenken.„Denn siehe, dieses Leben ist dieZeit, da der Mensch sich vorbereitensoll, Gott zu begegnen; ja, siehe, derTag dieses Lebens ist der Tag, da derMensch seine Arbeiten verrichtensoll.“ (Alma 34:32.)Sprechen Sie in Ihrem Bemühen,einen guten Charakter zu entwickeln,jeden Tag mit Ihrem himmlischenVater, der Sie am besten kennt. Erkennt Ihre Talente, Ihre Stärken undSchwächen. Sie sind zu dieser Zeithier auf der Erde, damit Sie dieseEigenschaften entwickeln und verfeinern.Ich verheiße Ihnen, dass erIhnen helfen wird. Er weiß, was Siebrauchen. ◼Aus „Be a Quality Person“, Ensign, Februar 1993,Seite 64–67.April 2010 45


Ich habe eine Frage„Wie kann ich reine Gedanken haben, wenn ich inmeiner Umgebung so viel Unschickliches sehe?“Heutzutage kann man kaum irgendwo hingehen, ohneMenschen zu sehen, die freizügig gekleidet sind. Auch inden Medien ist man damit konfrontiert. Man kann zwar dieUmgebung oft nicht beeinflussen, aber man kann seineGedanken beherrschen.Wenn du jemanden siehst, der freizügig gekleidet ist, kannst du schnellwegsehen oder dich aus der Situation entfernen. Wenn dir ein unreiner Gedankein den Sinn kommt, dann verweile nicht bei diesem Gedanken, sondernverdränge ihn durch reine Gedanken. „Lass Tugend immerfort deineGedanken zieren; dann wird … der Heilige Geist … dein ständiger Begleitersein.“ (LuB 121:45,46.) Wenn du reine Gedanken hast, bist du glücklicherund hast den Einfluss des Heiligen Geistes bei dir.Gewöhne dir an, immer reine Gedanken zu haben. Bemühe dich, mitMenschen zusammen zu sein, die sich anständig kleiden, und begib dichnicht in Situationen, wo du mit freizügiger Kleidung konfrontiert wirst. Bitteden himmlischen Vater im Gebet, dir zu helfen. Lerne Kirchenlieder oderSchriftstellen auswendig, damit du an etwas Gutes denken kannst, wenn duversucht wirst. Lies regelmäßig in den heiligen Schriften, und besuche wennmöglich den Tempel. Wenn du dann jemanden siehst, der freizügig gekleidetist, kannst du an etwas Positives denken. ◼Wir sind nicht von der WeltWir dürfen nicht vergessen, dass wir in der Welt leben, aber nichtvon der Welt sind. Wir sind besondere Söhne und Töchter unseresgeliebten Vaters im Himmel. Aus diesem Grund versucht unsder Widersacher noch mehr, aber wir müssen stärker sein als dieVersuchung. Manche weltlich gesinnte Menschen kleiden sichfreizügig, weil sie nicht wissen, dass der Körper ein heiliger Tempelist. Aber die Heiligen der Letzten Tage haben diese Erkenntnis.Deshalb sollen wir tugendhaft und rein bleiben. Wenn unsschlechte Gedanken in den Sinn kommen, sollen wir sofort denhimmlischen Vater im Gebet um Hilfe bitten, denn niemand kannuns besser helfen als er.Dayana H., 19, São Paulo, BrasilienBitte deine Freunde um HilfeAls einzige Heilige der Letzten Tagein der sechsten Klasse an meinerSchule bin ich oft konfrontiert mitderber Sprache, Unsittlichkeit unddem Druck, mit der Masse mitzuschwimmen.Doch am Anfang desSchuljahres habe ich meinen Freundinnen erklärt,was meine Maßstäbe sind und dass ich auf keinenFall davon abweiche. Im Laufe der Monate habensie viel über meine Ideale erfahren. Deine Freundewerden dir helfen, wenn du ihnen deine Idealeund Grundsätze erklärst. Meine Freundinnenhaben ihre Einstellung, ihre Kleidung und ihreAusdrucksweise zum Positiven verändert. Ich habefestgestellt, dass wahre Freunde einem helfen, reineGedanken zu haben und auf dem engen undschmalen Pfad zu bleiben.Celia N., 12, Virginia, USABeten hilftIch habe festgestellt, dass das Gebet für mich dieLösung ist, wenn ich darum kämpfe, reine Gedankenzu haben. Dann kann der Einfluss des Geistesbei mir sein, wohin ich auch gehe. Jeden Morgenbete ich zum Vater im Himmel und bitte ihn, mirzu helfen, reine Gedanken zu haben, und michden Tag über zu führen, und jeden Abend dankeich ihm. Dadurch habe ich eine bessere Beziehungzu ihm entwickelt. Das hilft mir, mich von Unsittlichkeitzu entfernen und mich an meine Grundsätzezu halten. Ein Gebet jeden Morgen und jedenAbend kann dir helfen, den Geist bei dir zu haben,wenn du auf weltliche Widersacher triffst. „[Seid]standhaft und unverrückbar …, stets reich an gutenWerken.“ (Mosia 5:15.)Gunnar R., 16, Wisconsin, USA46 LiahonaDie Antworten sollen Hilfe und Ausblick geben, sind aber nicht als offizielle Lehre derKirche zu verstehen.


Wir sind ein TempelWenn sich Menschen indeiner Umgebung freizügigkleiden, dann kritisieresie nicht, denn du sollst jagute Gedanken haben.Gib ihnen ein gutesBeispiel, indem du zeigst, dass du dich andie Grundsätze der Kirche hältst. Hilfanderen Menschen, indem du freundlichmit ihnen umgehst und ihnen sagst, dassunser Vater im Himmel sie lieb hat undsich wünscht, dass sie im Denken undHandeln rein sind. Reinheit ist entscheidendfür unsere Errettung, weil wir GottesTempel sind.Maricris B., 19, Quezon, PhilippinenLebe nach den Lehrendes EvangeliumsIch weiß, dass wir reine Gedanken habenkönnen, wenn wir in den heiligen Schriftenlesen und die darin enthaltenen Lehrenin die Tat umsetzen. Wenn wir all dieIdeale, die in der Kirche gelehrt werden,in die Tat umsetzen, wenn wir die BroschüreFür eine starke Jugend lesen undin den Tempel gehen, dann können wirreine Gedanken haben.Jossi O., 16, Antioquia, KolumbienGedanken übernommen werden. Tugendhaftigkeitist eine Eigenschaft JesuChristi, die auch wir entwickeln sollen.In der Kirche lernen wir, dass wir immerreine Gedanken haben sollen, und wennwir versucht sind, unreine Gedanken zuhaben, können wir ein Lieblingsliedsingen oder an eine Lieblingsschriftstelledenken. Was uns am meisten hilft, wirdin 2 Nephi 32:9 beschrieben: „Betetimmer und ermattet nicht.“Elder McEachron, 21, Brasilien-MissionJoão PessoaBetrachte deine Mitmenschenals Kinder GottesDu hast es in der Hand, wie du auf dasreagierst, was du siehst. Nur weil etwasda ist, musst du es nicht auf die Bühnedeines Geistes lassen. Du entscheidest,was du denkst; du entscheidest dich dafür,reine Gedanken zu haben. Vermeidees, so gut es geht, freizügige Kleidung zusehen, und kleide dich immer anständig.Denke daran, dass die Menschen, denendu begegnest, Kinder Gottes sind, mitgöttlichem Potenzial, und dass der Vaterim Himmel sie liebt. Wenn ich andere alsKinder Gottes sehe, dann macht michunsittliches Verhalten oder unschicklicheKleidung einfach nur traurig.Amy S., 19, UtahDenk anetwas GutesManche schlechteGedankenkommen von selbst.Andere führen wirherbei, und zwar durchdas, was wir anschauen … Du bist vonsolchen Dingen umgeben, aber du darfstdich nicht daran beteiligen. Halte deineGedanken rein, indem du an etwas Gutesdenkst. Der Verstand kann sich nichtgleichzeitig mit zwei Gedanken befassen.Macht euch das zunutze, und vertreibthässliche Gedanken.“Elder Richard G. Scott vom Kollegium derZwölf Apostel, „Die richtigen Entscheidungentreffen“, Der Stern, Januar 1995, Seite 33.JugendlicheDer Geist ist wie eine BühneIn der Anleitung Verkündetmein Evangelium! gibtes einen Abschnitt überTugend. Da werdenunsere Gedanken miteiner Theaterbühneverglichen. Auf dieser Bühne hat immernur ein Schauspieler Platz. Wenn wirreine, tugendhafte Gedanken haben,dann konzentrieren wir uns auf dieseGedanken, und die Bühne unseresGeistes kann nicht von schlechtenDie nächste Frage„Warum gibt es in meinerFamilie Probleme,obwohl wir in die Kirchegehen, den Familienabendabhalten unduns bemühen, nach demEvangelium zu leben?Was können wir sonstnoch tun?“Bitte schickt uns eure Antwort bis zum15. Mai 2010 an folgende Anschrift:Liahona, Questions & Answers 5/1050 East North Temple Street, Room 2420Salt Lake City, UT 84150-0024, USAOder per E-Mail an: liahona@ldschurch.orgWir behalten uns vor, Antworten zu kürzen oderklarer zu formulieren.Eure E-Mail/euer Brief muss die nachstehendenAngaben und die Genehmigung enthalten:1.) Vollständiger Name, 2.) Geburtsdatum,3.) Gemeinde (Zweig), 4.) Pfahl (Distrikt),5.) eure schriftliche Genehmigung oder, wennihr unter 18 seid, die schriftliche Einwilligungeurer Eltern (E-Mail genügt), dass eure Antwortund euer Foto gedruckt werden dürfen.


Wie ich es wussteDie Umarmung eines VatersIch verlor meinen Vater, als ich sieben war. Das hatte zurFolge, dass ich zweifelte und fast das Vertrauen in meinenhimmlischen Vater verlor.Luiz Fernando MaykotMeine Familie wolltedie Feier bald verlassen,aber ich wollteunbedingt noch Inliner fahrengehen. Mein Vater nahm michin den Arm und fragte, ob ichnicht noch bleiben wolle, dannkönne er mich nachher dorthinbringen, wo ich Inliner fahrenwollte.„Nein!“, sagte ich ärgerlich.„Du kannst mir vertrauen“,antwortete er.Die anderen wollten auchgehen, also stiegen wir ins Auto.Zehn Minuten später hatten wireinen Autounfall. Wie durch einWunder überlebte ich, aber meinVater kam ums Leben. Das Neinwar das Letzte, was ich zu ihmgesagt hatte, und viele Jahre langwar mein Vater der Mensch, denich zuletzt umarmt hatte.In den folgenden elf Jahrenging es mit mir nur bergab. Ichverlor das Vertrauen in michselbst und fing an, jedem zumisstrauen. Ich war mit meinemLeben so unzufrieden, dass icheines Tages, als ich 18 war, vonso gewaltiger Hoffnungslosigkeitübermannt wurde, dass ich Gottanflehte, mir den Weg zu einemglücklicheren Leben zu zeigen.Eine Woche später sprachenmich zwei Missionare an. Siezeigten mir ein Buch und fordertenmich auf, zu beten, umein Zeugnis davon zu erhalten,dass es wahr sei. Das schien nureine Kleinigkeit zu sein, aberdie Wunden, die der Tod meinesVaters hinterlassen hatte,waren tief. Ich betrachtete esals reinen Zufall, dass ich denMissionaren begegnet war,und nicht als die Antwort einesGottes, der mich liebt.Trotzdem las ich dasBuch Mormon und betete,um eine Antwort zu erhalten– wenn auch nichtmit wirklichem Vorsatz.Denn das hätte ja bedeutet,dass ich Gottvertrauen und ihn undseine Antwort annehmenmusste.Es war vielleichter, an derKritik über dieKirche festzuhalten,die manja überall hörte.Außerdemhatte ich herausgefunden,dassviele der großen historischenPersönlichkeiten, über die ich inder Schule etwas erfahren hatte,durchaus ihre Fehler hatten.Vielleicht war ja Joseph Smithgenau wie sie?Schließlich ließ ich mich aberdoch taufen und konfirmieren.Ich wusste, dass ich Führung imLeben brauchte, und ich mochtedie Kirche und ihre Mitglieder.Heute weiß ich aber, dass ichmich der Kirche anschloss, ohnewirklich ein Zeugnis gehabt zuhaben – eines, das im Herzenbrennt. Mein Glaube beruhteMeine ärgerlicheAntwortwar das Letzte,was ich zumeinem Vatersagte, und erwar für vieleJahre lang derMensch, denich zuletzt umarmthatte.auf der Erkenntnis, dass dieArgumente der Kritiker derKirche sehr oberflächlich waren.Ich blieb aber misstrauisch undkam an einen Punkt, wo es fastunmöglich war, meinen Glaubenaufrechtzuerhalten. Ich hatte dieKirche kennengelernt, weil mirjedes Vertrauen fehlte und ich sounglücklich war, und nun kamich wieder in dieselbe Situation.Deshalb traf ich eine wichtigeEntscheidung: Ich wollte beten,doch dieses Mal so, wie Moroniuns aufgefordert hat: mit„Glauben an Christus“,„wirklichem Vorsatz“und einem „aufrichtigenHerzen“ (sieheMoroni 10:4). Andem Tag, den ichdazu ausersehen hatte,fastete und betete ich umFührung. Den ganzen Tag überdachte über alles nach, wasgeschehen war.Am Abend kniete ich anmeinem Bett nieder. Ich neigteden Kopf und fragte den Vaterim Himmel, ob das BuchMormon wahr sei. Allemeine Zweifel fielen mirwieder ein. Ich schloss dieAugen, schlang die Fingernoch fester ineinander undfragte noch einmal – aufrichtig,entschlossen, mit Glauben anden Erlöser.Die Welt schien stillzustehen.Ich spürte Wärme und fühltemich von Licht umhüllt. Elf Jahrelang hatte ich mich danach gesehnt,und endlich wurde ichwieder von einem Vater umarmt– von meinem himmlischenVater. Endlich hatte ich jemandengefunden, dem ich vertrauenkonnte. „Ja“, sagte ich, währendmir Tränen übers Gesicht liefen,„ich vertraue dir.“ ◼Illustration von Doug Fakkel48 Liahona


Schau nachvorn!JugendlicheFoto von John Luke und Craig DimondSieh die Zukunft klarvor dir, indem du denTempel im Blick behältst(Siehe „Ich freu mich auf den Tempel“, Liederbuch für Kinder, Seite 99)April 2010 49


An die Jungen Männerüber VerabredungenPräsidentschaft der Jungen MännerWas meinen wir mitVerabredungen?Ihr jungen Männer: Ausgehen bedeutet,dass ihr ein Mädchen einladet,mit euch etwas Bestimmtes zu unternehmen,wobei ihr euch unterhaltenund einander kennenlernen könnt.Warum ist es wichtig,dass Jungen und Mädchenmiteinander ausgehen?Verabredungen können sowohl füreuch als auch für die Mädchen, mitdenen ihr ausgeht, eine sehr schöneund lehrreiche Erfahrung sein. Ihrerfahrt dabei viel über euch selbstund könnt Verständnis, Achtung undDankbarkeit für Gottes großartige,kostbare Töchter entwickeln.Auch wenn sie noch in weiterFerne zu liegen scheint, ist doch dieEntscheidung, zu heiraten, eine derwichtigsten Entscheidungen euresLebens. Diese Entscheidung trefftihr zwar nicht im Teenageralter, aberwenn ihr auf die richtige Weise mitMädchen ausgeht, bereitet ihr euchdarauf vor, diese Entscheidung zugegebener Zeit zu treffen. Wenn ihrmit einem Mädchen ausgeht, könntihr Umgangsformen entwickeln, durchdie ihr an Selbstvertrauen gewinnt undfür die Mädchen, mit denen ihr ausgeht,anziehender werdet. Euch wirdbewusst, welche Eigenschaften euchbei eurer zukünftigen Partnerin für dieEwigkeit wichtig sind, und ihr findetMädchen mit solchen Eigenschaftenanziehend. Wenn ihr auf die richtigeWeise mit Mädchen ausgeht, hilft euchdas außerdem, einmal würdig und bereitzu sein, die richtige Partnerin zurrichtigen Zeit im Tempel für Zeit undalle Ewigkeit zu heiraten.Das alles trägt dazu bei, dass ihreine der größten Segnungen desLebens genießen könnt: eine glücklicheund gute Ehe.Welche Richtlinien gibt esfür Verabredungen?Die Propheten des Herrn habenden Rat gegeben, dass man frühestensmit 16 Jahren mit jemandemausgeht. Geht nur mit jemandemaus, der hohe Grundsätze hat und indessen Gegenwart ihr euch an eureGrundsätze halten könnt. Unternehmtimmer etwas Gutes, was euchund dem Mädchen, mit demihr ausgeht, ermöglicht, eureSelbstachtung zu bewahren unddem Geist des Herrn nahe zubleiben. Vor allem ist eswichtig, dass ihr reineGedanken undGefühle habt.Lasst keineanzüglichenBemerkungen und kein anstößigesVerhalten zu. Vermeidet es, mitdem Mädchen allein zu sein oder zulange auszubleiben. Ihr tragt beidedie Verantwortung, einander darinzu unterstützen, die Heiligkeit desPriestertums und des Frauentums zubewahren und die Würde und Tugenddes anderen zu schützen. Behandeltjedes Mädchen freundlich und höflich,wenn ihr euch verabredet oder voneinem Mädchen eingeladen werdetund miteinander ausgeht.Wenn ihr anfangt, euch zu verabreden,dann geht gemeinsam mit einemanderen oder mehreren Pärchen aus.Geht nicht zu häufig mit der gleichenPerson aus, und geht nicht zu früheine feste Beziehung ein.Denkt auch daran, in euremLeben Ausgewogenheit zu wahren.Geht nicht so oft aus, dass dies eureBeziehung zu eurer Familie beeinträchtigtoder euch davon abhält,gute Leistungen in der Schule zuerbringen und eure Fähigkeiten undTalente zu entwickeln. Stellt eurenFotos von Christina Smith; Foto von der Präsidentschaft der Jungen Damen © Busath.com50 Liahona


„Freunde sind Menschen, diees uns leichter machen, nachdem Evangelium Jesu Christi zuleben.“Elder Robert D. Hales vom Kollegium derZwölf Apostel.Eltern das Mädchen vor, mit dem ihrausgeht. Sie sollen keine Bedenkenhaben.Wir geben euch den Rat, für eureVerabredungen etwas Einfaches,Gutes und Preisgünstiges zu planen,was euch hilft, das Mädchen, mit demihr ausgeht, kennenzulernen. ◼Ein Rat an die Jungen Damenüber VerabredungenPräsidentschaft der Jungen DamenVerabredungen machen Spaß!Bei Verabredungen könnt ihrFreundschaften zu Jungenentwickeln und ausbauen. ElderRobert D. Hales vom Kollegium derZwölf Apostel hat eine einfacheund bedeutungsvolle Definition desWortes „Freund“ gegeben: „Freundesind Menschen, die es uns leichtermachen, nach dem Evangelium JesuChristi zu leben.“ 1 Geht mit Jungenaus, die in euch den Wunsch wecken,ein besserer Mensch zusein. „Seid euer bestesIch“, damit ihr beiVerabredungeneinen guten Einflussauf die anderenhaben könnt. 2Werdet der Mensch, mit dem ihrgerne ausgehen würdetIhr könnt jetzt damit beginnen, dieEigenschaften zu entwickeln, die euchanziehend und interessant machen.• Lächelt! Ja, lächelt und seid glücklich.Euer Lächeln ist ansteckendund trägt dazu bei, dass anderegern mit euch zusammen sind.• Seid in geistiger Hinsicht fit. Machtall das, was euch dem HeiligenGeist näherbringt, damit er immerbei euch sein kann.• Seid körperlich fit. Achtet gut aufeuren Körper, seid aktiv und entwickeltgesunde Essgewohnheiten.Sorgt für ein gepflegtes Äußeres.• Entwickelt eure Interessen undTalente. Erlangt so viel Bildung, wieihr nur könnt. Ihr könnt gute Bücherlesen, gute Musik hören, euch überaktuelle Ereignisse informieren odereine Fremdsprache erlernen.• Benehmt euch wie eine TochterGottes. Seid nicht vorlaut, aufdringlichoder taktlos, macht keine zweideutigenBemerkungen. Vielleichthabt ihr solches Verhalten schon inFilmen gesehen, aber es passt nichtzu einem Mädchen, das weiß, dasses eine Tochter Gottes ist.• Verbessert eure soziale Kompetenz.Seid freundlich, schließt anderenicht aus und seid rücksichtsvoll.Sucht das persönliche Gesprächmit anderen. Eignet euch gutesBenehmen und gute Manieren an.All dies wird euch helfen, jemandzu sein, mit dem andere gern zusammensind.• Interessiert euch für andere.Zeigt Interesse an anderen undan dem, was sie gerne machen.JugendlicheApril 2010 51


Stellt Fragen, die dazu beitragen,dass andere sich wohl fühlen,und die euch helfen, sie besserkennenzulernen.• Setzt Grenzen. Lasst euch von niemandemausnutzen. Bewahrt eureReinheit.• Lebt nach den Grundsätzen in derBroschüre Für eine starke Jugend.Zögert nicht, mit demjenigen,mit dem ihr ausgeht, über dieseGrundsätze zu sprechen. Senkt eureMaßstäbe für niemanden. Wennjemand von euch erwartet, dass ihreure Maßstäbe senkt, dann ist ereurer Freundschaft nicht würdig.• Helft anderen, das Beste aus sichzu machen. Übt einen positivenEinfluss aus. Auch wenn ihr nichtoft die Möglichkeit habt, mit jemandemauszugehen, könnt ihr lächelnund neue Freunde kennenlernen.Entscheidet euch dafür, optimistischzu sein. Selbst eine Enttäuschungbei einer Verabredung kann dazubeitragen, dass ihr euch weiterentwickelt.Jeder Mensch, den ihrkennenlernt, kann euer Leben bereichern,und er kann davon profitieren,dass ihr euer bestes Ich seid.Entscheidet klug,mit wem ihr ausgehtVerabredungen geben euch dieMöglichkeit, Jungen kennenzulernen,und das gehört mit zur Vorbereitungauf die Ehe. Achtet darauf, mit wemihr ausgeht. Wenn ihr mit einemJungen ausgehen wollt, dann überlegt,ob er hohe Grundsätze hat undeuch immer helfen wird, nach demEvangelium Jesu Christi zu leben. Ihrkönnt euch etwa fragen:• Hat er einen starken, gutenCharakter?• Ist er vertrauenswürdig undverlässlich?• Ist er ehrlich?• Behandelt er mich und anderehöflich und freundlich?• Ist er selbstlos?• Achtet er meine Eltern und ehrter seine Eltern?• Ehrt er sein Priestertum?• Spornt er mich an, mein bestesIch zu sein?• Ist er tempelwürdig?Amüsiert euch und seid einegesellige Begleiterin, wenn ihrandere kennenlernt. Plant etwasInteressantes. Oft hat man am meistenSpaß, wenn man etwas ganzEinfaches unternimmt, beispielsweisegemeinsam kochen. Ihr könnt auchDienst am Nächsten leisten. Ihr könntden anderen besser beobachten undkennenlernen, wenn ihr aktiv etwasunternehmt und nicht nur einen Filmanschaut.Unser Prophet hat gesagt: „Wennihr mit jemandem ausgeht, dann behandeltihn mit Respekt, und verlangtauch von ihm, euch mit Respekt zubehandeln.“ 3 Wir wissen, dass ihrpositiven Einfluss auf all die Jungenhaben werdet, mit denen ihr ausgeht– und auf all eure Freunde, die euergutes Beispiel sehen.Wenn ihr eure Gaben und Talenteweiterentwickelt, eure Freunde undFreundinnen klug auswählt und zueinem guten Vorbild werdet, werdetihr in den Jahren, in denen ihr zuVerabredungen geht, positive undlohnende Erfahrungen sammeln undSpaß haben. Heute ist die Zeit, in derihr hohe Ziele steckt, das Beste erwartetund all das werdet, was unserVater im Himmel für euch vorgesehenhat. Ihr seid Töchter unseres Vatersim Himmel, er liebt euch, und das tunwir auch. ◼Anmerkungen1. Robert D. Hales, „This Is the Way; andThere Is None Other Way“, in BrighamYoung University Speeches of the Year,1981–1982, Seite 672. Thomas S. Monson, „Seien Sie Ihr bestesIch“, Liahona, Mai 2009, Seite 673. Thomas S. Monson, „Standards ofStrength“, New Era, Oktober 2008,Seite 5Foto vom Montreal-Quebec-Tempel in Kanada© Laurent LucuixDen Blick auf denTempel gerichtet„Es ist eine großeVerantwortung, nichtnur zu entscheiden, mitwem ihr euch verabredet,sondern auch, wen ihrheiratet. …Ich lege euch ans Herz: Behaltet dieEwigkeit im Blick. Sorgt dafür, dass eurezukünftige Ehe eine Tempelehe ist! Ihrwerdet nie etwas Schöneres erleben als denbesonderen Tag, an dem ihr heiratet – keinanderer Zeitpunkt wird je wieder so heiligsein wie dieser Tag. Dann und dort bekommtihr einen Vorgeschmack auf celestiale Freude.Habt Acht; lasst nicht zu, dass Versuchungeuch dieses Segens beraubt!“Präsident Thomas S. Monson, „Whom Shall IMarry?“, New Era, Oktober 2004, Seite 4, 652 Liahona


Rechts: Foto von Adam C. Olson; Joseph im Gefängnis von Liberty, Gemälde von Liz Lemon Swindle, Foundation Arts, Vervielfältigung untersagtUnsere EckeDie heiligen Schriftensind mein AnkerAls ich als neues Mitglied der Kirche mit demSeminar begann, hätte ich nie gedacht, dassdie heiligen Schriften mein Anker, mein Schild undSchutz, mein Trost und meine Freude werden würden.Durch die heiligen Schriften habe ich tapfereMänner Gottes kennengelernt, die für ihren Glaubenund ihre Familie kämpften und immer vorwärtsstrebten,fest und standhaft in Christus. Sie waren demütig,geduldig, voller Liebe, Nächstenliebe und Glauben.Ich weiß, dass sie sich von Herzen wünschten, dasswir heute nach jedem Grundsatz leben, der in denheiligen Schriften gelehrt wird.Jeder dieser Helden aus den heiligen Schriften hatmich beeindruckt, doch der faszinierendste von allenist einer, der von Kindheit an demütig und gehorsamwar, der uns ein vollkommenes Beispiel gegeben hatund dem die ganze Menschheit viel zu verdankenhat. Dieser Mann ist Jesus Christus. Ich kann gar nichtsagen, wie dankbar ich ihm bin.Im Seminar habe ich gelernt, dass wir die heiligenSchriften nicht nur in unser Gedächtnis aufnehmen,sondern auch im Leben anwenden sollen. Ich binjedem meiner guten Lehrer dankbar, die wahrlich einWerkzeug in der Hand des Herrn waren.Giccelly D., Venezuela„Du bist für mich Zuflucht undBurg, mein Gott, dem ich vertraue.“(Psalm 91:2)Meine LieblingsschriftstelleLuB 122:7-9Diese Verse habenmich tief berührt. Ichglaube, dass dieseWorte, die an JosephSmith gerichtet wurden, jedes KindGottes trösten können. Wie ofterscheinen uns unsere Prüfungenunerträglich! Doch Gott verheißtuns mit großer Barmherzigkeit undLiebe, dass unsere Prüfungen unszum Guten dienen werden.Dovile B., LitauenDies isteure EckeDiese Seiten gehören euch– hier könnt ihr anderenJugendlichen mitteilen, was euchdas Evangelium bedeutet. Das erwarteteuch auf diesen Seiten unddas könnt ihr selbst dazu beitragen:• Erfahrungen oder Einsichten, dieeuch dabei geholfen haben, dasEvangelium zu verstehen unddanach zu leben.• Ein hochauflösendes Foto, dasihr aufgenommen habt, miteiner passenden Schriftstelle.• Ein schönes Erlebnis, das ihr hattet,als ihr am Programm Pflichtvor Gott oder Mein Fortschrittgearbeitet habt.• Eure Anmerkungen zu einerSchriftstelle, die euch inspirierthat. Ihr könnt gern auch einFoto von euch mitschicken.• Kommentare zum Liahona:Welche Artikel haben euchgefallen?Sendet eure Geschichte, euerFoto oder eure Kommentare perE-Mail an liahona@ldschurch.org. Gebt als Betreff bitte „OurSpace“ [Unsere Ecke] an.Außerdem soll eure E-Maildie Einverständniserklärungeurer Eltern enthalten,dass ihr das, was ihr unsschickt, auch weitergebendürft. Wir behalten uns vor,Einsendungen zu kürzenoder klarer zu formulieren.JugendlicheApril 2010 53


Bring es ins Rollen!Das sagen Junge Damen aus Indien, seit ihr einfaches Dienstprojekt die ganzeGemeinde dafür begeistert hat, den Familienabend durchzuführen.Richard M. RomneyZeitschriften der KircheDie Jungen Damen derGemeinde Chennai 2 imDistrikt Chennai in Indienwollten die Mitglieder ihres Zweigesanspornen, den Familienabend abzuhalten.Sie brauchten nicht lange,um eine einfache, aber praktischeIdee zu entwickeln. Sie bastelten ein„Familienabendrad“: eine Übersichtmit einer Drehscheibe, damit mansehen kann, wer eingeteilt wurde,zu beten, die Lektion zu geben odereine Süßspeise zuzubereiten.Die einfachen Papierräder wurdenbunt gestaltet. Die Mädchen fertigtensie an einem Abend bei einer JD-Aktivität im Gemeindehaus an. Aufjedes Familienabendrad klebten sieein Foto von der Familie, der sie esschenken wollten. Zwei der JungenDamen, Sushmitha Santhosh Kumar(15) und ihre Schwester Sujeetha (14)freuten sich besonders, als sie erfuhren,dass sie und ihre Familie alsneue Mitglieder der Kirche das ersteFamilienabendrad bekommen sollten.„Nach der JD gingen wir gemeinsamzu der Familie nach Hauseund übergaben dem Vater dasFamilienabendrad“, erzählt DaisyDaniel, 16. „Die ganze Familie hatsich offensichtlich darüber gefreut.“Die Familie hatte bereits mitden Vollzeitmissionaren über denFamilienabend gesprochen, und dasFamilienabendrad war ein weitererAnreiz, das Gelernte in die Tatumzusetzen.Die Jungen Damen fertigten soviele Exemplare an, dass sie derFamilie eines jeden PV-Kindes imZweig eines schenken konnten.Dann fertigten sie noch weitereExemplare an und gaben sie denVollzeitmissionaren, damit sie sieNeubekehrten schenken konnten.„Viele in unserem Zweig sindneu in der Kirche. Wir sind es nochnicht gewohnt, den Familienabendabzuhalten“, erklärt Daisy. „Aberich habe ein Zeugnis davon, dassder Familienabend dazu beitragenwird, dass Kinder und Elternan einem Strang ziehen. Ich hoffe,dass die Familien, wenn sie dasFamilienabendrad sehen, sich denken:‚Ja, wenn wir den Mitgliederndes Zweiges so wichtig sind, dasssie uns diese Erinnerung an denFamilienabend geschenkt haben,


Fotos von Richard M. RomneyHöchste PrioritätWir raten den Eltern und Kindern, räumen Siedem Familiengebet, dem Familienabend, demEvangeliumsstudium und der Unterweisung im Evangeliumsowie sinnvollen Familienaktivitäten höchste Priorität ein.So sinnvoll und angemessen andere Anforderungen undAktivitäten auch sein mögen, sie dürfen die von Gott übertragenenAufgaben, die nur die Eltern und die Familie erfüllenkönnen, nicht verdrängen.“Schreiben der Ersten Präsidentschaft vom 11. Februar 1999; sieheDer Stern, Dezember 1999, Seite 1.dann wollen wir den Familienabend abhalten.‘“ Daisy istüberzeugt, dass der Familienabend bei vielen Mitgliederndes Zweiges bald jede Woche stattfinden wird.Eine gute Tat führt zur nächstenDie Familienabendräder sind nur eines von mehrerenDienstprojekten der Jungen Damen. Um einerWitwe aus dem Zweig zu helfen, sich nicht mehr soeinsam zu fühlen, verzierten die Jungen Damen einenKorb und füllten ihn mit vielen kurzen, aufmunterndenhandgeschriebenen Briefen. „Sie hat sonstniemanden, der sich um sie kümmert“, erklärt Daisy.„Deshalb wollten wir sie daran erinnern, dass dieMitglieder des Zweiges an sie denken.“ Die JungenDamen überreichten ihr den Korb persönlich und erklärtenihr, sie solle jeden Tag einen Brief lesen, damitsie einen Grund zum Lächeln habe.Durch den Korb mit den Briefen kam ihnen eineweitere Idee. Die Jungen Damen beschlossen, einanderDankesbriefe zu schreiben. „Jede von uns schreibt jederanderen Jungen Damen einen schönen Brief“, erklärtMonisha Kalai Selvam, 13.Lang lebe der Familienabend!Durch diese und andere Aktivitäten lernen dieJungen Damen des Zweiges Chennai 2, dass selbsteinfache gute Taten die Menschen dem Erlöser näherbringenkönnen. Es kann gut sein, dass die Mitgliederdes Zweiges sich noch lange an die Familienabendrädererinnern werden, weil so viele ein Rad erhalten habenund es bereits benutzen. Aber es ist auch in Ordnung,wenn diese Erinnerung an den Familienabend nichtewig hält.„Jeder kann selbst ein Rad basteln oder einfachmit Bleistift und Papier einen Plan aufstellen“, meintDaisy. „Wir wissen einfach, dass der Familienabendfür alle wichtig ist, und wir wollten erreichen, dass erstattfindet.“ ◼Auch Schriftstellensind hilfreichAuch Schriftstellen sind für den Familienabend wichtig,das wissen die Jungen Männer des Zweiges Chennai2. Als sie erfuhren, dass in ihrem Zweig das Interesse amFamilienabend größer wurde, beschlossen sie, Schriftstellenauszusuchen, die unter der Anleitung der Eltern beim Familienabendverwendet werden können. Hier sind einige ihrerEmpfehlungen:Karthikeyan Venkatesan, 18, meint, Alma 32:21,28 sei einewunderbare Schriftstelle für eine Lektion über den Glauben.„Alma vergleicht das Wort Gottes mit einem Samenkorn,man kann also einfach darüber sprechen, wie ein Samenkornwächst“, sagt er. „Diese Schriftstelle hat mir geholfen, meinenGlauben zu stärken, deshalb kann ich anderen davonZeugnis geben.“Sein 16-jähriger Bruder Meganathan schlägt Alma 36:3auf, eine Schriftstelle über Vertrauen. „Alma sagt, dass Gottuns helfen wird, wenn wir unser Vertrauen in ihn setzen“,sagt Meganathan. „Wir sollen unser Vertrauen in den himmlischenVater setzen. Nichts ist für Gott zu groß; er kann unsbei jedem Problem helfen.“Daniel Stephen, 15, liest 3 Nephi 18:20 vor und meint, dassman diesen Vers in einer Lektion über das Beten verwendenkönne. „Mir gefällt diese Schriftstelle, weil sie besagt, dassman alles empfängt, worum man den Vater im Namen Christibittet, wenn es recht ist. Man soll nicht um etwas Schlechtesoder etwas Törichtes bitten, sondern um etwas Gutes. Wennman dem Geist folgt, dann weiß man, worum man bitten soll.“Der JM-Leiter, Bharath Raj Ramesh Babu, 19, sagt, erwürde 1 Nephi 19:9 in einer Lektion über Jesus Christus verwenden.„Hier heißt es, dass die Welt über Christus urteilt, ersei ein Nichts. Er aber bleibt freundlich und geduldig. Er warzu jedem liebevoll, was man ihm auch antat. Das hat michgelehrt, freundlicher zu sein.“Es gibt natürlich viele Schriftstellen, die man in einer Lektionfür den Familienabend verwenden kann. Sprecht mit eurerFamilie darüber. Welche Schriftstellen würdet ihr verwenden?Hat eure Familie schon einmal einen besonders schönenFamilienabend erlebt, der eine bestimmte Schriftstellezum Thema hatte? Erzählt uns kurz davon auf liahona@ldschurch.org.KarthikeyanMeganathanDanielBharath RajJugendlicheApril 2010 55


FrühCharlesW. Dahlquist IIPräsident derJungen Männer von2004 bis 2009am SonntagmorgenDiese Jungen Männer in Fidschi stehen früh auf und gehenweite Strecken zu Fuß, aber sie erfüllen ihre Pflicht gern.Es ist Samstagabend in derGemeinde Waila im PfahlNausori in Fidschi. DieAufgaben des Tages sind erledigt,und die Träger des AaronischenPriestertums haben alles für denSabbat vorbereitet und sind nun alleim Haus von Bruder Maiwiriwiri undseiner Frau versammelt. Hier könnensie noch ein einfachesEssen zu sich nehmen,ehe sie mit dem Fastenbeginnen – und aufeinfachen Matten imHaus der Maiwiriwirisübernachten.Der Morgenbeginnt für dieseJungen Männerschon früh. Lange vorTagesanbruch stehensie rasch auf, ziehenein weißes Hemd,eine Krawatte und den(Bombay)MumbaiAldanGemeindegebiets, von dort gehenRUSSIASea ofdie Jungen MännerL.Irkutsk zuBaykalFuß etwa fünfOkhotskQiqiharHarbinJixiUlaanbaatarKilometer bis zum Gemeindehaus Jilin am SapporoMONGOLIABenxiFuxinSea of JapanBeijingNORTHUrumqiBaotouKOREA (East Sea)anderen Ende des Gemeindegebiets.PyongyangSendaiYinchuanSeoul SOUTHTaiyuan TaianJAPANKOREAXiningHuangYellowTokyoLanzhou Auf Kaifeng diese SeaWeise erfüllensie Ningboihre East China Pflicht undC H I N AXianHefeiShanghaiMianyangChengdu YangtzeDZigongYueyangWenzhou SeaFuzhouIslamabadie Pflicht des Lehrers Guiyangfordern Xiamen die MitgliederBHUTANDukouShantouNEPALNew DelhiNanningist es, Kathmandu immer überHong der Kong Kirche auf, sichAgra BANGLADESHJaipur GangesHanoiAllahabad (Calcutta) DhakaLAOSdie Kirche Kolkata zu SouthMYANMAR wachen und durch das Fastopfer anINDIAVientiane ChinaPHILIPPINESAhmadabadSeabeiBay RangoonNagpur ihnen zu sein und sieTHAILANDManilaofeinem wichtigen WerkSuratVIETNAMBengalBangkokPuneCAMBODIAzu stärken … und auch Phnom zu Penhzu beteiligen, nämlichHo Chi Minh Citysehen, Chennai (Madras) dass alle Mitglieder für die Witwen Davao undCochinSRI LANKAColombo20:53,55.)I N D I A Ntraditionellen dunklen Sulu an undmachen sich noch vor sechs Uhrjeweils zu zweit – wie Missionare– auf den Weg. Jedes Paar hat einebestimmte Strecke vor sich. Bis zehnUhr müssen alle im Gemeindehausankommen, denn da beginnt diePriestertumsversammlung. IhreAufgabe ist es, am Haus eines jedenihre Pflicht erfüllen.“ (LuBMitglieds der Gemeinde vorbeizugehenund die Mitglieder um dasFastopfer zu bitten.Das Haus der Maiwiriwiris befindetsich am einen Ende desSalweenMALAYSIAKuala LumpurSINGAPORETropic of CapricornMekongJakartaBRUNEIMALAYSIAAmurfür ihre Brüder undSchwestern zu sorgen.Präsident AlipateTagidugu vom PfahlI N D O N E S I ADiliNausori berichtete,EAST TIMORdassdie Fastopferspendenum zwanzig Prozentgestiegen seien, seit die Träger desAaronischen Priestertums dieseAnstrengung unternehmen.Ebenso wichtig ist, dass dieseJungen Männer die Möglichkeit haben,ihre Pflicht zu erfüllen und denO C E A NMitgliedern der Gemeinde zu helfen,ihre Taufbündnisse einzuhalten,nämlich:AustralienNeuseelandFidschi56 Liahona


JugendlicheFür diese Priestertumsträgerist es eineFreude, zu wissen, dasssie Mitglieder eingeladenhaben, dem Erlösernäherzukommen.Der Tag beginnt früh, dochdiese Jungen Männer gehen miteinem Lächeln von einem Ende desGemeindegebiets zum anderen,um das Fastopfer einzusammeln.„Ihr [habt] den Wunsch, in dieHerde Gottes zu kommen und seinVolk genannt zu werden, und [seid]willens, einer des anderen Last zutragen, damit sie leicht sei, ja, und[seid] willens, mit den Trauerndenzu trauern, ja, und diejenigen zutrösten, die des Trostes bedürfen,und allzeit und in allem undüberall, wo auch immer ihr euchbefinden mögt, selbst bis in denTod, als Zeugen Gottes aufzutreten,damit ihr von Gott erlöst und zudenen von der ersten Auferstehunggezählt werdet, damit ihr ewigesLeben habet.“ (Mosia 18:8,9.)Diese großartigen Jungen Männerbetrachten das Einsammeln desFastopfers nicht als Last, sondernals Segen. Bereitwillig tragen sie einweißes Hemd und eine Krawatte,stehen früh auf und klopfen in denfrühen Morgenstunden an die Türender Mitglieder, um sie einzuladen,an den Segnungen teilzuhaben, dieman empfängt, wenn man großzügigFastopfer spendet.Als ich beobachtete, wie dieseJungen Männer sich auf ihre Pflichtenals Priestertumsträger vorbereitetenund sie erfüllten, dachte ich darübernach, wie segensreich es sich auf ihrganzes Leben auswirken wird, dasssie die Tragweite ihrer Bemühungenverstehen, nämlich die Mitgliederder Kirche einzuladen, dem Erlösernäherzukommen, indem sie dasFastopfer spenden. Wie viel bessereMissionare und wie viel bessereEhemänner und Väter sie aufgrundihres eifrigen Priestertumsdienstessein werden!Sie werden besser verstehen,was der Herr über sein Volk gesagthat: „Der Herr nannte seinVolk Zion, weil sie eines Herzensund eines Sinnes waren und inRechtschaffenheit lebten; und esgab keine Armen unter ihnen.“(Mose 7:18.) ◼April 2010 57Umrandung: Foto © Dynamic Graphics, Inc.; Fotos von Talat Mehmood; Karte bearbeitet aus Map Resources


Alles begann mit demÜberraschungsgeschenk, dasPapa seinen drei Töchternmitbrachte. In der Pappschachtelpiepste es, die Mädchen spähten hineinund kreischten vor Freude. KleineEntchen! Wir konnten es kaum erwarten,eins in die Hand zu nehmen. Wirstürmten so auf Papa zu, dass er fastdie Schachtel fallen ließ.„Immer mit der Ruhe!“, lachte er.„Ihr bekommt alle eins!“Ich war überrascht, wie winzig sichdas Entchen in meiner Hand anfühlte.Ganz sachte hielt ich es. Der warmeKörper fühlte sich an, als wäre erkaum größer und schwerer als einVierteldollar.„Es ist so leicht!“, rief ich. „KeinWunder, dass Entchen schwimmenkönnen!“Papa lachte wieder und ging zuunserer Mutter in die Küche. Papamochte Überraschungen – vorallem solche, die seine Kinderzum Lächeln brachten. Da fiel mirauch das Planschbecken wiederein. Das wäre doch das perfekteZuhause für unsere Entchen.„Nora, hol das alte Planschbeckenaus der Garage“, befahl ichmeiner Schwester.Während wir mit dem Gartenschlauchkaltes Wasser in das Beckenlaufen ließen, sahen wir uns dieEntchen genauer an und überlegtenuns Namen für sie. Meines hatte einenkleinen braunen Fleck am Schnabelund lustige große Schwimmfüße.Plötzlich musste ich an meineFreundinnen denken. Sie würdenmich auslachen, wenn sie sehenkönnten, wie begeistert ich von unserenneuen Haustieren war. Da fiel mirein, dass meine Freundinnen in dennächsten Tagen nicht vorbeischauenwürden. Ihre Eltern hatten ihnen nämlicherlaubt, in den nahegelegenenBergen zelten zu gehen. Sie fuhrenmit dem Rad einen alten Trampelpfadentlang, suchten sich einen Lagerplatzund stellten das Zelt auf. Sie hattensicher viel Spaß, und wenn sie amnächsten Tag nach Hause kamen,würden sie viel miteinander lachenund über ihren Ausflug reden. MeineMutter hatte mir nicht erlaubt, mitzufahren.Sie sagte, ich sei zu jung!Als das Planschbecken voll war,stellten wir uns um das Beckenund erwarteten gespannt den großenAugenblick. Wir setzten diequakenden, mit den Flügeln schlagendenEntenküken aufs Wasser undBLUBB – lagen sie unten am Boden.Alle drei gingen unter!Sofort tauchten wir die Hand insWasser und retteten unsere armenKüken. Was war schiefgelaufen? Wirhatten doch nichts Schwieriges vonihnen verlangt, sie brauchten nicht einmalzu paddeln. Sie sollten einfach nurauf dem Wasser schwimmen. Das istdoch für eine Ente ganz leicht, oder?„Was ist passiert?“, fragte meineSchwester.„Vielleicht haben wir sie überrascht!“Wir waren uns alle einig, dasses wie bei einem kleinen Kind seinmusste, das laufen lernte. Manchmalmuss es eben hinfallen. Deshalb wolltenwir es noch einmal versuchen.„Eins, zwei, drei, los!“Plumps! Plumps! Plumps! Sie gingenunter wie eine Bleikugel.Die Entchen hatten Glück, dasswir es nicht übers Herz brachten,unsere Theorie, dass sie nur Übungbrauchten, weiter zu verfolgen. Noraschlug vor, ihre Federn mit dem Föhnzu trocknen, und wir rannten alle insHaus. Vorsichtig trockneten meineIllustration von Jim MadsenWenn Entchennicht schwimmenWir gingen davon aus, dass die Entchensich im Wasser wohl fühlten. Da standuns eine Überraschung bevor.Wendi Wixom Taylor58 Liahona


eiden Schwestern diearmen Entchen mit meinemrosa Föhn, während ich dieTelefonnummer wählte, dieauf der Schachtel stand.„Hallo? Wir haben geradedrei kleine Entchenbei Ihnen gekauft – also, eigentlichwar es unser Vater.Ja, und mit den Entchenstimmt etwas nicht. Eswäre uns lieber, wenn sieschwimmen würden.“Die Antwort desMannes öffnete mir dieAugen. Erst als ich Noraund Suzy erklärte,was er gesagt hatte,wurde mir bewusst,was ich gelernthatte: „DieDaunenfedernsind nicht wasserabweisend.Sie saugen das Wasser auf.Wir müssen noch ein, zwei Wochenwarten, bis ihr Körper das Fettproduziert, durch das ihre Federnwasserdicht werden.“„Aber das stimmt nicht“, widersprachNora. „Ich habe gesehen, wiekleine Entchen auf dem Fluss ihrer„Es gibt unzähligeMöglichkeiten, wieihr eurer Mutter undeurem Vater zeigenkönnt, dass ihr siewirklich liebt. Ihrkönnt euren Elterngehorchen und dastun, was sie euchsagen; sie werdeneuch nie in die Irreführen. Ihr könntihnen Achtungerweisen.“Präsident ThomasS. Monson, „Sei einVorbild“, Liahona,Mai 2005, Seite 112Mutter hinterhergeschwommensind. Und die warennur ein paar Tage alt.“„Der Mann hat mir daserklärt. Wenn die Entchengeboren werden, nimmtdie Mutter sie unter ihreFlügel, um sie zu wärmen.Durch das Fett von denFlügeln der Mutter werdenauch die Entenkükeneingefettet. Wenn sie ihreMutter haben, können sieschwimmen. Aber wennsie allein sind, müssen sieein bisschen älter werden,ehe sie im Wasser sichersind.“Meine Gedankenwanderten zu meinenFreundinnen, die irgendwoin den Bergen im Zelt waren.Vielleicht wollte michmeine Mutter nur ein Weilchen längerunter ihren Flügeln behalten. Ichstreichelte meinem Entchen sacht miteinem Finger über den Rücken.„Wir setzen dich nicht mehr in dasBecken, Kleines“, versprach ich ihm.Dann sagte ich: „Vermisst du deineMama?“ ◼JugendlicheApril 2010 59


„Das Üben istja kein Test.Wenn’s nichtklappt, machtdas nichts, du lernst janoch. Hab Vertrauenund glaube an dich.“Andrea C., 11Tipps zumÜben„Ich übe vor der Schule und noch einmalnach der Schule. Übe einfach weiter, bis dues kannst. Es macht großen Spaß, Klavier zuJan Pinboroughspielen. Du kannst vielen Menschen helfen.“Zeitschriften der KircheErick V., 10Pianisten„Auf keinen Fall!“„Du machst Witze!“„Niemals!“Das hätten Andrea, Erick,Kristofer, Suzett und Yuridiaaus Provo vielleicht geantwortet,wenn du ihnen gesagthättest, dass sie bei der nächstenDarbietung der PV in derAbendmahlsversammlung Klavierspielen würden. Denn nur einervon ihnen hat überhaupt schoneinmal Klavier gespielt!Doch die PV-Pianistin, SchwesterPerry, gab ihnen einen Auftrag, undsie waren bereit, ihn anzunehmen.Einmal in der Woche bekamjedes Kind Klavierunterricht beiSchwester Perry. Nur ein Kindnicht, das schon eine Klavierlehrerinhatte. Zu Hause übtensie auf einem Keyboard. Baldschon konnten sie die vereinfachtenVersionen der Lieder für dieDarbietung spielen. Sie übten auchin der PV, indem sie die PV-Kinderbeim Singen auf dem Klavier begleiteten.Schließlich kam der großeTag. Jeder von ihnen spielteein oder zwei Lieder. Waren sienervös, als sie vor der ganzenGemeinde spielten? Natürlich! Aberdavon ließen sie sich nicht beirren.„Ich war sehr nervös“, meinteKristofer, „aber ich hatte Glauben.“Dank ihres Glaubens und ihresFleißes haben alle Kinder an diesemTag gut gespielt. Und was ist dasBeste daran?„Es ist ein gutes Gefühl, inder Kirche mithelfen zu können“,meinte Andrea. „Für mich ist dasein großer Segen.“Nun können die Kinder beimFamilienabend oder bei einer Taufespielen oder wenn ihre Familie inder Abendmahlsversammlung einLied singt. Toll! ◼Fotos von Christina Smith60 Liahona


„Spiel zuerstdas Lied, dasdir am bestengefällt. Ich übenach der Schuleeine Stunde lang undnoch einmal nachdem Abendessen.“Kristofer P., 8Kinder„Fang ganz langsam an. Wenndu das Lied schon besser kennst,kannst du es schneller spielen.“Yuridia M., 11„Denk daran, die Finger rund zu machen.Wenn du enttäuscht bist, dann gibtrotzdem nicht auf. Versuch es weiter!“Suzett M., 10in der PVDas kannst du auch!Die Kinder lernten die Lieder aus dem Heft Keyboard-Kurs. Man kann es unterwww.lds.org/churchmusic (in Englisch, Französisch, Portugiesisch oder Spanisch)ansehen und ausdrucken. Man findet es unter Learning Materials, AccompanyingOthers und Keyboard Course Book and Audio.Was macht man, wenn man keine Klavierlehrerin hat? Deine PV-Leiterin oder deinBischof oder Zweigpräsident kennen vielleicht jemanden, der dir helfen kann,Klavier spielen zu lernen. Wenn du fest entschlossen bist, findest du einen Weg.Es ist sicher ein schönes Gefühl, anderen mit Musik eine Freude zu machen.Du kannst mit dem Lied „Kommt, folget mir“ auf Seite 62 in dieserAusgabe beginnen. Dieses Lied singt vielleicht auch ihr in diesem Jahr beider Darbietung der Kinder in der Abendmahlsversammlung.Eine besondereLehrerinDie Lehrerin der Kinder, SchwesterJanice Kapp Perry, ist Komponistin.Sie schrieb das Lied „Ich freu mich aufden Tempel“ und andere Liederim Liederbuch für Kinder.„Kinder sind die Zukunftder Musik“, sagtSchwester Perry.April 2010 61


&?Ruhig q = 69–764 3 4 3 œ2œ1œ31. „Kommt, fol - get mir!“, der Hei - land15˙.Kommt, folget mir˙1˙.vereinfachtœ2œœ˙.5 432˙.˙.1 35 5œsprach.&œ2? ˙#˙.œ3œ1So fol - get sei - nem Wa n - del14˙2˙.œœ13˙4œ˙.˙15œ3œ1˙.2nach,14˙.&bœ2œœ˙1œœ nœ2˙.1œ3 25˙.denn so al-leinwirdeuch derLohn?15˙.4˙.˙.˙.1&?[ ]œ œ œ ˙432˙.˙1 355 1 œdurch Got - tes ein -ge#œ2˙3œ2- bor -˙1nennœ2˙.1Sohn.35˙.2. „Kommt, folget mir“, so einfach und klar,und doch erhaben, wunderbar,sein Wort, erfüllt von Wahrheit und Licht,es schenkt uns Mut und Zuversicht.3. Ist es genug, auf dieser ErdJesus zu folgen, wie er’s gelehrt?Auch wenn befreit vom irdschen Leidfolgen wir ihm für alle Zeit.4. Nicht nur in diesem irdschen Stand,nein, auch im ewgen Heimatlandwerden wir folgen ihm allein,wollen wir seine Jünger sein.5. Den engen Weg gehn wir hinan,bis wir am Ziele langen an;wir gehn entschieden ihn und treu,was immer unser Los auch sei.6. Denn Throne, Reiche, Liebe, Machtund ewge Freude einst uns lacht,wenn in dem Erdendasein wirtreu sind dem Wort: „Kommt, folget mir!“Illustrationen von Paul MannText: John Nicholson, 1839–1909Musik: Samuel McBurney, 1847–1909Das Lied darf für den gelegentlichen, nichtkommerziellenGebrauch in Kirche und Familie vervielfältigt werden.Matthäus 4:192 Nephi 31:10-21Matthäus 4:192 Nephi 31:10–21


Unsere SeiteManchmal habe ich das Gefühl,dass ich einen Grundsatz nichtverstehe oder an etwas Bestimmtesnicht genügend glaube. Wenn ichmich so fühle, dann bete ich immerzum Vater im Himmel und bitteihn um Hilfe. Fast immer erhalte ich eine Antwort.Ich spüre Wärme und fühle mich ganz sicher,und ich habe das sichere Gefühl, dass Gott meineGebete hört und mich sehr lieb hat. Durch dieseErfahrungen wächst mein Zeugnis, und meine Liebezu Gott nimmt zu.Ich weiß, dass Gott unser Vater ist und jeden vonuns sehr lieb hat. Er hört sich unsere Probleme anund sendet den Heiligen Geist, um uns zu trösten.Ich weiß, dass er unsere Gebete erhört undsich freut, wenn wir rechtschaffen leben. Eserfüllt mich mit Freude, zu wissen, dass Gottmich liebt und dass ich ein Mitglied der Kirchebin. Ich weiß, dass Jesus Christus der SohnGottes ist, unser Erlöser.Wenn du ein Bild, ein Foto, eine Erfahrung, einZeugnis oder einen Brief für die Rubrik „UnsereSeite“ einreichen möchtest, sende eine E-Mail anliahona@ldschurch.org und gib als Betreff „OurPage“ [Unsere Seite] an. Oder schicke einen Briefan folgende Adresse:Liahona, Our Page50 East North Temple Street, Room 2420Salt Lake City, UT 84150-0024, USAZu jeder Einsendung müssen der volleName und das Alter des Kindes, die Namen derEltern sowie Gemeinde oder Zweig, Pfahl oderDistrikt angegeben werden und eine schriftlicheEinwilligung der Eltern (E-Mail genügt) zurEinreichung und zur Veröffentlichung des Fotosdes Kindes vorliegen. Wir behalten unsvor, Einsendungen zu kürzen oderklarer zu formulieren.KinderDeveney R., 11, SchweizViet Minh Tri P., 10, KambodschaCarlos D., 8, BrasilienDaniel K., 7 Jahre alt, kommt ausDänemark. Er ist ein fröhlicherund mutiger Junge. Er hilft gernim Garten. Er hilft auch gern beimKochen – vor allem rollt er gernden Pizzateig aus. In der Schule ister fleißig. Er spielt gern Fußball,schwimmt gern und klettertgern auf Bäume. Bei den Scout-Aktivitäten hilft er gern mit, Feuerzu machen. In der Kirche hört er amliebsten Geschichten über JosephSmith und über Jesus, und er singtgern „Wähl das Rechte!“.April 2010 63


PräsidentHenry B. EyringErster Ratgeberin der ErstenPräsidentschaftWeidet mit unsdie Lämmerdes HeilandsNähren bedeutetNahrung geben.Der Erlöser war gekreuzigtworden und war auferstanden.Seine Jünger waren nach Galiläagegangen. Sie hatten die ganze Nachtgefischt und nichts gefangen. Als sie inder Morgendämmerung wieder aufs Uferzusteuerten, erkannten sie den Herrn zunächstnicht. Er rief ihnen zu und sagteihnen, wo sie die Netze auswerfensollten, und als sie das taten, fülltensich ihre Netze. Sie fuhren schnellans Ufer, um ihn zu begrüßen.Sie fanden ein Kohlenfeuermit Fischen und Brot vor.Dann gab er ihnen ein Gebot,das heute noch für jedenvon uns gilt.„Als sie gegessen hatten,sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon,Sohn des Johannes, liebstdu mich mehr als diese? Er antworteteihm: Ja, Herr, du weißt, dassich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weidemeine Lämmer!“ ( Johannes 21:15.)Die Heiligen Gottes sind seit je miteinem Bund verpflichtet, einander geistigzu nähren, vor allem diejenigen, die imEvangelium noch neu sind.Ein Kind kann vieles tun, was denGlauben anderer nährt. Ein Kind kannein neues Mitglied einladen, zu einerVersammlung mitzukommen. Ein Kindkann lächeln und ein neues Mitglied,das gerade in die Kapelle oder ins Klassenzimmerkommt, begrüßen. Sobaldwir dies tun, ist der Heilige Geist unserBegleiter.Jedes Wort, das wir sprechen, kannden Glauben festigen oder schwächen.Wir brauchen die Hilfe des Geistes, umdie Worte zu sprechen, die nähren undstärken.Wir können dem Herrn helfen, dieLämmer – seine Lämmer – in seine Armezu nehmen und zu ihrem Vater und unse ­rem Vater heimzutragen, indem wir einfachnur gehorsam sind.Ich weiß, dass Jesus der Messias ist.Ich weiß, dass er lebt. Und ich weiß,dass er uns in diesem Werk – seinemWerk – führt, das darin besteht, dasewige Leben der Kinder seines Vaterszustande zu bringen. ◼Aus einer Ansprache bei der Herbst-Generalkonferenz1997.Wie man sich umLämmer kümmertLämmer sind schwach und können sich nichtselbst schützen. Sie brauchen besondere Fürsorge,damit sie gesund und stark werden können.Auf den Bildern kannst du sehen, was ein Lammbraucht.64 Liahona


Einen sicheren Platz zum SchlafenSchutz vor Wölfen undanderen GefahrenWer sind die Lämmerdes Heilands?Der Erlöser bat seine Jünger, ganz besonders auf dieMenschen achtzugeben, die nicht stark im Evangeliumsind oder die neue Mitglieder der Kirche sind. Er nannte dieseMenschen „Lämmer“. Sie brauchen jemanden, der ihnen hilft,damit sie stark werden können – stark im Evangelium.Male die Bilder aus, die zeigen, was ein Kind tun kann, umden Lämmern des Heilands zu helfen. Male dann ein Bild, daszeigt, was du tun kannst.KinderBegrüße jemand, der neu indeiner Klasse ist.WasserFutterLade einen Freund zur PV ein.Lies mit jemandem den LiahonaVon links: Das verlorene Schaf, Gemälde von Del Parson; Fotos vom Wolf und vom Lamm © Getty Images; Foto von derScheune © Corbis; Fotos vom Futter und vom Wasser von David Stoker; Illustrationen von Apryl Stott


Das MiteinanderJesus Christus hat die Fülle des Evangeliumsdurch Joseph Smith wiederhergestelltSandra Tanner und Cristina FrancoStellt euch ein Glas vor, bis zumRand mit klarem, sauberem Wassergefüllt. Wenn man an das Glasstößt, verschüttet man etwas von demWasser, und das Glas ist nicht mehr voll.Am Anfang war die Fülle des Evangeliumsauf der Erde. Viele Jahre langverkündeten Propheten das Evangelium.Als Jesus Christus auf der Erde war, errichtete er seineKirche. Er lehrte die Fülle des Evangeliums: Glaube anJesus Christus, Umkehr, die Taufe durch Untertauchen,die Gabe des Heiligen Geistes und Gehorsam gegenüberden Geboten. Jesus zeigte allen Menschen, wie sieleben sollen. Er wurde unser aller Erlöser. Das Glas desEvangeliums war voll.Doch als die Jahre vergingen, gingen Teile desEvangeliums verloren, weil schlechte Menschen dasEvangelium veränderten oder nicht befolgten. Die Fülledes Evangeliums war nicht mehr auf der Erde. Der Vaterim Himmel hatte seinen Kindern verheißen, dass er ihnendie Fülle des Evangeliums erneut geben werde. Erberief Joseph Smith und stellte durch ihn die Fülle desEvangeliums wieder her.In Johannes 3:16 lesen wir, dass der Vater im Himmeluns seinen Sohn und das Evangelium gegeben hat,weil er seine Kinder liebt. Er beruft Propheten, um alleMenschen sein Evangelium zu lehren, damit wir denWeg kennen, der zu ihm zurückführt.Wir sind gesegnet, weil wir in der Kirche Jesu Christider Heiligen der Letzten Tage die Fülle des Evangeliumshaben. Unser Glas ist bis zum Rand gefüllt, und derVater im Himmel hat verheißen, dass das Evangeliumnie wieder von der Erde genommenwerden wird.Schriftstellen-Tagebuch April 2010Lies den sechsten Glaubensartikel inder Köstlichen Perle.Lerne diesen Glaubensartikelauswendig.Bete und bitte den Vater im Himmel,dir zu helfen, selbst zu wissen, dass Jesus Christus dieFülle des Evangeliums durch Joseph Smith wiederhergestellthat.Wähle eine dieser Anregungen oder denke dir selbstetwas aus:• Hilf jemandem, diesen Glaubensartikel auswendigzu lernen.• Lies Joseph Smith – Lebensgeschichte in derKöstlichen Perle oder lasse sie dir vorlesen.• Bastle das Geschichtenrad auf Seite 67. Schneidedie beiden Räder aus und verbinde sie mit einerMusterbeutelklammer. Erkläre jemandem mithilfe desRads, wie Jesus Christus die Fülle des Evangeliumsdurch Joseph Smith wiederhergestellt hat.• Unsere Missionare verkünden die Wahrheiten deswiederhergestellten Evangeliums in aller Welt. Betefür sie. Bete, um herauszufinden, wen du fragenkönntest, ob er die Botschaft der Missionare anhörenmöchte.Wie hat dir das, was du gemacht hast, geholfen, densechsten Glaubensartikel besser zu verstehen?Schreib in dein Tagebuch, was du gemacht hast, odermale ein Bild davon. ◼66 Liahona


KinderJesus Christushat die Fülle desEvangeliums durchJoseph SmithwiederhergestelltLinks: Die erste Vision, Gemälde von Gary L. Kapp, Vervielfältigung untersagt; oben rechts: Illustration © Vivid Details; unten rechts:Joseph Smith übersetzt das Buch Mormon, Gemälde von Del Parson, © IRI; weitere Illustrationen von Robert T. BarrettApril 2010 67


Ein HochzeitskleidJane McBride Choate„Die Ehe ist … von Gottverordnet.“ (LuB 49:15)und ein PlanNach einer wahren BegebenheitLori saß auf dem Bett ihrer älteren SchwesterKaryn, die gerade ihre Tasche für denTempel packte. Karyn heiratete heute.Lori freute sich schon auf den Hochzeitsempfangam Abend, aber sie war auch traurig.Ihr älterer Bruder, der auf Mission gewesenwar, konnte mit Karyn in den Tempel gehen.Auch ihre Eltern konnten mitgehen. Aber Loriund ihre beiden jüngeren Brüder durften nichthinein.„Ich wünschte, ich wäre im Tempel bei dir“,sagte Lori.Karyn hörte auf zu packen und schaute siean. „Ich auch, aber du bist ja ganz in der Nähe.Und eines Tages werde ich mit dir in denTempel gehen, wenn du heiratest.“Lori war nicht mehr ganz so traurig, aber siehatte noch eine Frage. „Woher wusstest du,dass du Matt heiraten willst?“, fragte sie.Karyn setzte sich neben Lori. „Schon ganzfrüh habe ich gelernt, dass der Vater imHimmel einen Plan für mich hat. Alsich Matt kennengelernt habe,ist mir klargeworden, dasswir gemeinsam Gottes Planerfüllen können.“„Hast du Gottes Planschon erfüllt?“, fragte Lori.68 Liahona


Jeden Tag, wenn du dich dafür entscheidest, nach denGeboten zu leben, deine Taufbündnisse einzuhalten und dichzu bemühen, Jesus Christus ähnlicher zu werden, bereitest dudich darauf vor, in den Tempel zu gehen.“Vicki F. Matsumori, Zweite Ratgeberin in der PV-Präsidentschaft,„A Place of Love and Beauty“, Friend, Januar 2002, Seite 30 Karyn schüttelte den Kopf. „Mattund ich wollen Kinder haben, unsereAusbildung abschließen undvieles mehr.“Lori sah das wunderschöne weißeHochzeitskleid an, das an KarynsSchranktür hing. „Dein Kleid ist soschön“, sagte sie.Karyn lächelte. „Das gehört auchDer Vater imHimmel hat einenPlan für dichzum Plan“, sagte sie. „Ich wollte immerim Tempel heiraten, also brauche ichauch ein ordentliches Kleid.“Ein paar Stunden später sah Lori Karynund Matt aus dem Tempel kommen. IhreGesichter strahlten.Lori rannte zu Karyn und schlang dieArme um sie.Ein paar Wochen später bekam Lori einenBrief mit einem Foto. Es war ein Fotovon Karyn und Matt vor dem Tempel. Karynhatte darüber geschrieben: „Der Vater imHimmel hat einen Plan für dich.“Lori stellte das Foto auf ihre Kommode.Sie versprach sich selbst, eines Tages in denTempel zu gehen und wie ihre Schwester übersganze Gesicht zu strahlen. ◼KinderIllustration von Jennifer Tolman; Foto © Busath.comApril 2010 69


Für kleinere Kinder„Weide meine Schafe“Jennifer Holt„Folgt mir nach und weidet meineSchafe.“ (LuB 112:14)„Jesus sagte zu Petrus: Weide meineSchafe. So konnte Petrus Jesus zeigen,dass er ihn liebte.“Nach einer wahren Begebenheit1„Mama, hatte Jesuseine Schafherde?“„Nein, Liebes. Jesus wirdmanchmal der gute Hirtegenannt, und wir sind wieseine Schafe. Jesus hatPetrus erklärt: Wenn wirJesus zeigen wollen, dasswir ihn lieben, sollen wiranderen helfen.“„Bringen wir deshalb Schwester Jacobs denKuchen nach dem Familienabend?“„Ja, genau. Es wäre schön, wenn du dirüberlegst, was du tun kannst, um SchwesterJacobs zu zeigen, dass du sie lieb hast.“Olivia überlegte, was sie tun könnte. Da fiel ihr ein,dass Mama und Oma sich immer über dieBilder freuten, die sie malte.270 Liahona„Ich weiß etwas! Ich bastle fürSchwester Jacobs eine Karte undmale ein Bild drauf!“3Illustrationen von Elise Black


4Olivia malte einen schönen Regenbogen.Innen schrieb sie auf die Karte:„Werden Sie bald gesund! AllesLiebe, Olivia.“Mama gab Schwester Jacobs den Kuchen. Dann gabOlivia ihr die Karte, die sie gebastelt hatte.Kinder„Vielen Dank, Olivia. Diese schöneKarte und dein liebes Lächeln munternmich wieder auf.“WerdenSie baldgesund!Alles Liebe,Olivia6Olivia hatte das Gefühl, jemand umarme ihrHerz. Sie freute sich, dass sie Jesus helfenkonnte, seine Schafe zu weiden. ◼Als Olivia und ihre Familie Schwester Jacobs besuchten, fragte MamaSchwester Jacobs, wie es ihr geht. Schwester Jacobs fing an zu weinen.7„Ich habe gerade erfahren, dassich morgen ins Krankenhaus muss,um operiert zu werden. Ich habeein bisschen Angst.“5Für ElternBitten Sie Ihre Kinder, sich zu überlegen,wem sie eine Freude machen wollen.Helfen Sie ihnen, für den Betreffenden eineKarte zu basteln und sie vorbeizubringen.April 2010 71


Für kleinere KinderSuche die SchafeIllustration von Adam KoffordChad E. PharesZeitschriften der KircheJesus lehrte, dass wir unsere Liebe zuihm dadurch zeigen können, dass wir„seine Schafe weiden“ (siehe Johannes21:15-17). Das tun wir, indem wir anderenhelfen. Diese Kinder helfen mit, die SchafeJesu zu weiden, indem sie ihrer Nachbarinbeim Unkrautjäten helfen. Wir solltenimmer darauf achten, ob wir jemandemhelfen können.Suche die zehn Schafe, die in dem Bildversteckt sind, und kreise sie ein. ◼Für ElternVielleicht möchten Sie mit IhrenKindern Johannes 21:14-17lesen. Fragen Sie sie, wer die SchafeJesu sind. Erklären Sie, dass der Herrvon uns erwartet, dass wir anderenMenschen helfen. Erzählen Sie, wieIhnen einmal jemand geholfen hat.


Kinder-KunstausstellungKinderHol dir deine Buntstifte oderWasserfarben und werdekreativ! 2011 werdenKunstwerke von PV-Kindern ausaller Welt bei einer Kunstausstellungim Historischen Museum der Kircheausgestellt und auch online zu sehensein. Und so kannst du mitmachen:1. Gestalte ein Kunstwerk zu demThema: „Das Evangelium bereichertmein Leben.“ Du kannstzum Beispiel ein Kunstwerküber die Familie, den Tempel,Missionare, Propheten, die heiligenSchriften, die Natur, Dienen,Pioniere, die PV oder Aktivitätenin der Kirche gestalten.2. Du musst zwischen 5 und 12Jahre alt sein und darfst nur einKunstwerk einreichen.3. Gestalte dein Kunstwerk aufPapier oder Stoff; es muss flachsein. Es darf nicht größer als30 cm x 36 cm sein und sollnicht gerahmt sein.4. Du kannst Buntstifte, Wachsmalstifte,einen Bleistift, Filzstifte,Tinte, Zeichenkohle, Acrylfarben,Wasserfarben, Pastellfarben, Ölfarbenoder etwas Ähnlichesverwenden.5. Nimm dir genügend Zeit, damitdein Kunstwerk so schön wiemöglich wird. Bemale den größtenTeil des Blatts, nicht nur einekleine Fläche.6. Schreibe hinten auf das Blatt deinenvollständigen Namen. Lassdeine Mutter oder deinen Vaterdas Formular unten ausfüllen undunterschreiben. Klebe dann dasFormular auf die Rückseite deinesKunstwerks.7. Einsendeschluss ist der 31. Juli2010. Leider können wir deinKunstwerk nicht zurückschicken.Möglicherweise wird deinBeitrag vom 1. Januar bis 30.Juni 2011 in einer Ausstellungim Historischen Museum derKirche zu sehen sein oder auf derWebseite der Zeitschriften Friendund Liahona. Vielleicht wird esauch in der Rubrik „Unsere Seite“im Liahona oder Friend abgedruckt.Nicht alle Einreichungenwerden verwendet oder ausgestellt.Illustration von Steve KroppBitte schicke deinen Beitrag an:Children’s Art Exhibit45 North West Temple StreetSalt Lake City, UT 84150, USADie nachstehenden Angaben und die Genehmigung sind notwendig:Vollständiger Name des KindesAlterBundesland/Kanton, LandE-Mail-Adresse oder Telefonnummer der ElternHiermit genehmige ich, dass dieser Beitrag in einer Ausstellung oder auf der Webseite der Kirche gezeigt oder in einer Zeitschrift derKirche abgedruckt sowie für die entsprechende Werbung verwendet werden darf.Unterschrift des ErziehungsberechtigenApril 2010 73


Nachrichten der KircheDer Ständige Ausbildungsfonds– nach neun Jahren immer noch erfolgreichRyan KunzZeitschriften der KircheTyson Kemege war schon als Kind an Kinderlähmungerkrankt und verwaist. Er wuchsin Nairobi auf, besaß niemals eine Matratzezum Schlafen und bekam selten mehr als eineMahlzeit am Tag. Fortbewegen konnte er sichnur mithilfe von Krücken.Er hatte sich jedoch in den Kopf gesetzt,am Augustana College in Kenia Informatikzu studieren. Ohne Familieund ohne Geld waren die Aussichtenallerdings trübe.Bruder Kemege, der sichwenige Jahre zuvor nachAbschluss der Oberschuleder Kirche angeschlossenhatte, unterhieltsich mit einem Missionarsehepaarunderzählte ihm von seinenVorstellungen. DieMissionare stellten ihndem Komitee für denStändigen Ausbildungsfonds(PEF) vor. Ein PEF-Darlehen half ihm, an der Hochschuleangenommen zu werden.„Ich bin der glücklichste Mensch auf Erden“,sagte Bruder Kemege den Missionaren desÖfteren.Bruder Kemege war Studentenvertreteram Augustana College und hatte in seinerGemeinde zwei Berufungen.Neun Jahre nachdem Präsident Gordon B.Hinckley (1910–2008) den Ständigen Ausbildungsfondsangekündigt hat, gibt es über38.000 Empfänger in 42 Ländern. Trotz derweltweiten Wirtschaftskrise ist der Ständige Ausbildungsfondsin gutem Zustand und ermöglichtes Menschen wie Tyson Kemege, eine Ausbildungzu erhalten, der Armut zu entgehen und74 LiahonaFür Mitglieder,die in Fragekommen, ist esein Segen, …seinem Land wertvolle Dienste zu leisten.Mehr als 87 Prozent aller PEF-Empfänger, dieihre Ausbildung abgeschlossen haben, habenheute einen Arbeitsplatz.Herausforderungen überwindenDas Programm ist zwar durch die Wirtschaftskrisenicht gefährdet, aber nachAngaben derer, die das Programmleiten, waren einige Schwierigkeitenzu bewältigen. Zuden größten Herausforderungenfür dasProgramm gehörtdie ständig wachsendeZahl derBegünstigten.„Die Hürden, aufdie wir gestoßensind und die es zubewältigen galt, sinddie üblichen Hürden,die mit schnellem Wachstumund einem internationalen Konzepteinhergehen“, so Elder John K. Carmack,emeritiertes Mitglied der Siebziger und geschäftsführenderDirektor des Fonds. „Zu denAufgaben gehörte, auf den Fonds aufmerksamzu machen, die Bedingungen und den verfügbarenRahmen bekannt zu machen unddie Empfänger zu unterstützen.“Das Programm wird am Hauptsitz der Kirchevon einer recht kleinen Gruppe verwaltet, bestehendaus einigen wenigen Angestellten, Missionarsehepaarenund ehrenamtlichen Helfern. Geleitetwird es von zwei emeritierten Generalautoritäten,Elder Carmack und Elder Richard E. Cook.Um das großflächig angelegte Programmzu verwirklichen, sorgen die PEF-Mitarbeiterund -Missionare gemeinsam mit den


Illustrationen von Brad TeareGebietspräsidentschaften für die Schulung vonFührungskräften für das Gebiet. Diese bemühensich dann mit den Führungskräftenvor Ort darum, dass Lehrer, angestellteund ehrenamtliche Mitarbeitersowie PEF-Empfänger eingewiesenund unterstützt werden.„Das Programm war und ist nochimmer völlig neu“, erklärt Rex Allen,der für Schulung und Kommunikationzuständige Leiter. „Es ist Neulandin jeder Hinsicht; Kommunikation undSchulung waren daher unerlässlich.“Wie das Programm funktioniertDas Programm haben hunderttausende einzelneSpender, die Geld in den Fonds eingezahlthaben, überhaupt erst möglich gemacht. SämtlicheSpendengelder werden zur Unterstützung derEmpfänger verwendet.Das Verfahren beginnt für diese mit einer Vorbereitungsphase,die von dem Religionsinstitut,für das sie eingeschrieben sind, koordiniert wird.Noch ehe man online einen Darlehensantragausfüllt, nimmt man mithilfe von Arbeitsberatungsstellender Kirche an dem Kurs „Den Erfolgplanen“ sowie an Karriere-Workshops teil.Wenn das Darlehen genehmigt ist,können die Empfänger ihrer Ausbildungunter der Voraussetzung nachgehen,dass sie bereit sind, ihre Schuldenzurückzuzahlen, damit auch anderevon dem Fonds profitieren können.Insgesamt werden Jahr für Jahr über2,5 Millionen US-Dollar von denEmpfängern zurückgezahlt.Elder Carmack zufolge ist dasProgramm nicht nur deswegen soerfolgreich, weil die Mitglieder es sohervorragend finanziell unterstützen,sondern auch, weil es von hervorragendenLeuten geführt wird. „Der Vater des StändigenAusbildungsfonds ist zwar Gordon B. Hinckley“,erläutert er, „aber Präsident [Thomas S.] Monsonist genauso hilfreich und aufgeschlossen, wiePräsident Hinckley es war. [Präsident Monson]war von Anfang an der Entwicklung beteiligtwenn sie anden Früchtendes StändigenAusbildungsfondsteilhaben …und sie danndas Geld zurückgeben,damitauch anderedavon profitierenkönnen.und leitet das Programm mit prophetischerWeitsicht.“Die ErgebnisseAls er das Programm bei derFrühjahrs-Generalkonferenz 2001ankündigte, sagte Präsident Hinckley:„Diese jungen Männer undFrauen können sich durch die aufdem Arbeitsmarkt verwertbarenFertigkeiten aus der Armut befreien,in der sie und Generationen vorihnen gelebt haben. Sie werden besserfür ihre Familie sorgen können. Sie werdenin der Kirche dienen und in Führungsaufgabenhineinwachsen. Sie werden ihren Kreditzurückzahlen, sodass dadurch auch andere inden Genuss dieser Segnungen kommen können.“(„Der Ständige Ausbildungsfonds“, Liahona, Juli2001, Seite 60.)Die Verantwortlichen erleben nach wie vor mit,wie Präsident Hinckleys Worte in Erfüllung gehen.In einigen Ländern, wo es den Fonds gibt, sindbereits 10 bis 15 Prozent der derzeitigen Führungskräfteder Kirche ehemalige PEF-Empfänger.„Dies ist kein leerer Traum“, sagte PräsidentHinckley weiter. „Wir haben die Mittel. Wirhaben großzügige Freunde. Wir habendie Organisation. Wir haben dieArbeitskraft und die engagiertenKnechte des Herrn, die dieses Programmzum Erfolg führen können.Es ist eine rein ehrenamtliche Sache,die die Kirche praktisch nichtskostet. Wir beten voller Demut undDankbarkeit, dass Gott dieses Unterfangengedeihen lässt und dasses sich für Tausende als reicher undwunderbarer Segen erweisen wird –genauso wie sein Vorläufer, der StändigeAuswanderungsfonds, zahllose Segnungen imLeben derer wahr werden ließ, die sich an diesemProgramm beteiligten.“Neun Jahre danach breitet sich das Programmnoch immer aus, und das ist laut Bruder Allen nur„durch sehr viel guten Willen und großen Glauben“möglich. ◼April 2010 75


Neue Richtlinien für die FHVsind ein Segen für die MitgliederJulie B. Beck, Präsidentin der Frauenhilfsvereinigung,kündigte während der AllgemeinenFHV-Versammlung vor sechs Monaten neueRichtlinien für die Versammlungen der FHV an.Für die Schwestern überall auf der Welt erweistsich dies als ein Segen.Die neuen Richtlinien wurden generell gut aufgenommen,sagt Schwester Beck. Die Mitgliederauf der ganzen Welt könnten ihre Versammlungennun nach ihren individuellen Bedürfnissen gestalten– eine flexible Lösung für eine Kirche, dienicht auf eine Kultur oder ein Land begrenzt ist.„Für eine weltweit operierende Organisationist das ein sehr positiver Schritt“, so SchwesterBeck. „Wir haben die Schwestern lieb, wir vertrauenden Schwestern, und wir wissen, dass siekeine Probleme damit haben werden, wenn siedies als Frage des Glaubens und des Gehorsamsauffassen.“Schwester Becks Ansprache mit dem Titel „DieFHV – ein heiliges Werk“ ( Liahona, November2009, Seite 110) ist als offizielle Leitlinie für dieVersammlungen anzusehen. Die FHV-Leiterinnenbesprechen Fragen zu den Richtlinien am bestenmit ihren Priestertumsführern.Allgemeine VeränderungenBestätigt wurde erneut, dass die Ratgeberinnenin der FHV, dem Muster des Priestertums folgend,Erste und Zweite Ratgeberin genannt werden. DieBerufung, die bisher „Beauftragte für Wohnen, Familieund eigene Entfaltung“ hieß, wird jetzt „Beauftragtefür FHV-Versammlungen“ genannt. Im Auftragder FHV-Leitung plant die berufene Schwesternach wie vor FHV-Versammlungen an Werktagen.Richtlinien für FHV-VersammlungenIn ihrer Ansprache sagte Schwester Beck, dassdie Versammlungen, die früher den Titel „Wohnen,Familie und eigene Entfaltung“ hatten, jetzt einfach„Versammlungen der FHV“ genannt werden.Schwester Beck sprach darüber, dass dieFHV-Leiterin für alle Versammlungen der FHVverantwortlich ist und sich mit dem Bischof oderZweigpräsidenten abzustimmen hat, der dann diegeplanten Versammlungen genehmigt.Die FHV-Leiterin soll den Überblick über dieseVersammlungen behalten, kann aber die Ersteoder Zweite Ratgeberin bitten, die Versammlungenzu organisieren, oder eine Schwester aus derGemeinde oder dem Zweig für die Berufung alsMit den Versammlungen soll die „mildtätige undzweckmäßige Mission“ der FHV erfüllt werden, siesollen den Glauben und die persönliche Rechtschaffenheitstärken und den geistigen und zeitlichen Bedürfnissender einzelnen Schwestern und Familiengerecht werden.Koordinatorin vorschlagen. Mindestens ein Mitgliedder FHV-Leitung ist bei allen Versammlungenanwesend.Die Versammlungen werden im Allgemeinenmonatlich abgehalten, mindestens aber vierteljährlich,nur nicht an einem Sonntag- oder Montagabend.Der Bischof oder Zweigpräsident unddie FHV-Leiterin legen fest, wie oft die Versammlungenstattfinden. Die Schwestern sollen nichtdas Gefühl haben, dass sie verpflichtet sind, jededieser Versammlungen zu besuchen.Bei der Planung dieser Versammlungen berücksichtigtdie FHV-Leitung auch die zeitliche undfinanzielle Belastung sowie Sicherheitsrisiken undAnfahrtswege.Mit den Versammlungen soll die „mildtätigeund zweckmäßige Mission“ der FHV erfüllt werden,sie sollen den Glauben und die persönlicheRechtschaffenheit stärken und den geistigen und76 Liahona


zeitlichen Bedürfnissen der einzelnen Schwesternund Familien gerecht werden.Bei der Planung der Versammlungen greift dieFHV-Leitung hauptsächlich Themen auf, die demZweck der FHV dienen. Dabei kann es mal umnur ein Thema gehen, mal können auch mehrereGruppen oder Aktivitäten eingeteilt werden. DieLehrer sind üblicherweise Mitglieder der Gemeindeoder des Pfahles.„Der richtige Einsatz von FHV-Versammlungenwird die Fähigkeit der FHV verstärken, injeder Gemeinde erfolgreich mit den Priestertumsführernzusammenzuarbeiten“, sagtSchwester Beck. ◼Abonnenten erhalteneine überarbeitete Broschüre über TempelAbonnenten des Liahonas und des Ensignserhalten anstelle der regulären Ausgabe imOktober 2010 die überarbeitete BroschüreTempel der Kirche Jesu Christi der Heiligen derLetzten Tage.Diese Broschüre ist eine überarbeitete Fassungeiner Veröffentlichung, die seit mehr als 50 Jahrengedruckt wird. Erstmals erschien sie 1955 alsAusgabe der Kirchenzeitschrift Improvement Era.Später wurde daraus eine eigene Broschüre, dieseitdem schon achtmal überarbeitet wurde. Dieneueste Ausgabe enthält neue Artikel und Fotosund wird in 45 Sprachen veröffentlicht.Die Propheten der Kirche Jesu Christi der Heiligender Letzten Tage, darunter Präsident ThomasS. Monson, haben die Mitglieder immer wiederaufgefordert, die heiligen Handlungen des Tempelszu empfangen und dann in den Tempel zugehen, um das Werk für ihre Vorfahren zu tun.In dieser Broschüre können Sie mehr über dieLehre und die Grundsätze der Tempelarbeit erfahren.Die Mitglieder der Kirche sollen mindestenseine Ausgabe bei sich zu Hause haben, damit Elterndie Broschüre beim Familienabend oder auchbei anderen Gelegenheiten dazu nutzen können,ihre Familie über den Tempel aufzuklären.In dieser Broschüre findet sich für alle Altersgruppenetwas Passendes. Neu in dieser Ausgabesind die Artikel „Die Segnungen des Tempels“von Präsident Thomas S. Monson und „BereitenSie sich auf die Segnungen des Tempels vor“ vonElder Russell M. Nelson vom Kollegium der ZwölfApostel. Das Heft enthält auch einen Artikel fürJugendliche, mit dem Titel „Wie der Tempel einTeil deines Lebens wird“. Auch die Kinder erfahrenin dem Artikel „Dein Weg zum Tempel“ etwasüber den Tempel. Alle Leser werden gewiss gerndie Fotos von Tempeln in aller Welt durchsehen.Das Heft enthält auch Antworten auf häufig gestellteFragen. Damit soll Mitgliedern geholfenwerden, die sich auf ihren ersten Tempelbesuchvorbereiten.Die Mitglieder werden außerdem angehalten,dieses Heft auch Verwandten, Freunden undIm Oktobererhalten AbonnenteneineüberarbeiteteAusgabe derBroschüre überden Tempel.Foto © 1996 Steve TregeagleApril 2010 77


Nachrichten aus aller WeltBekannten zu geben, die anderen Glaubens sind.Zusätzliche Exemplare sind beim Versand derKirche und unter LDScatalog.com erhältlich.Ein Pfahlpräsident, Bischof oder Lehrer derTempelvorbereitungsklasse kann die Artikelzusätzlich zu dem Lehrerleitfaden Kraft aus derHöhe und der Broschüre Vorbereitung auf denTempel als Unterrichtsmittel verwenden.Bei Bedarf können Priestertumsführer dieseBroschüre auch Mitgliedern geben, die bereits ihrEndowment haben, damit sie ihre Erlebnisse imTempel nicht vergessen. Auch Mitgliedern, die inder Kirche wieder aktiver geworden sind, kanndie Broschüre helfen, sich auf die Siegelung imTempel vorzubereiten.„Diese Broschüre kann eine wunderbare Hilfefür alle Mitglieder sein“, findet Elder YoshihikoKikuchi von den Siebzigern. „Sie hilft einem, sichan die Heiligkeit eines Tempelbesuchs und diedamit einhergehenden Bündnisse und Segnungenzu erinnern – daran, dass jedes einzelne Mitgliedverpflichtet ist, Genealogie zu betreiben, seineVorfahren zu ermitteln und ihnen durch regeTempelarbeit die heiligen Handlungen, die siebrauchen, zugänglich zu machen.“ ◼Helfen Sie uns,besser zu werdenDie Herausgeber des Liahonas suchenMitglieder aller Altersgruppen, die bereitsind, über ausgewählte Artikel undDokumentationen in kommenden Ausgaben ihreMeinung zu äußern. Wer sich für das Komiteezur Bewertung des Liahonas melden möchte,braucht einen Internetzugang und muss sich aufEnglisch verständigen können. Senden Sie eineE-Mail an liahona@ldschurch.org und schreibenSie „Evaluation Committee“ in die Betreffzeile. Wirwerden Ihnen dann gelegentlich Fragen schicken.Ihre Antworten werden dazu beitragen, dass derLiahona den Wünschen der Leser in aller Weltbesser entspricht. ◼Neue GebietspräsidentschaftEuropa Ost bekanntgegebenDie Erste Präsidentschaftgibt einen Wechsel in derGebietspräsidentschaft EuropaOst bekannt, der ab sofort gültigist. Elder Kevin W. Pearson,Erster Ratgeber in der Gebietspräsidentschaft,wurde an denHauptsitz der Kirche versetztund erhielt dort eine Berufungin der Missionsabteilung.Elder Wolfgang H. Paul bleibtweiterhin Gebietspräsident.Elder Gregory A. Schwitzervon den Siebzigern wird ErsterRatgeber und Elder AlexanderN. Manschos, Gebietssiebziger,Zweiter Ratgeber.Grundstück für denPhiladelphia-Pennsylvania-Tempel ausgesuchtIm November 2009 kündigtedie Erste Präsidentschaftdie Errichtung des Philadelphia-Pennsylvania-Tempelsan,und zwar in der Vine Street1739, mitten in Philadelphia.Das Grundstück liegt an einerSchnellstraße, neben demGerichtsgebäude und schräggegenüber vom Logan Square,einer beliebten Sehenswürdigkeitin Philadelphia. PräsidentThomas S. Monson kündigteden Tempel im Oktober 2008an. Derzeit sind weltweit 130Tempel in Betrieb, 21 weiteresind angekündigt oder in Bau.Termine für den Tempelin Vancouver bekanntgegebenDie Tage der offenen Türfür den Vancouver-British-Columbia-Tempel werdenvom 9. bis zum 24. April 2010(außer sonntags) stattfinden.Am 1. Mai gibt es eine allgemeineFeier. Der Tempelwird am Sonntag, dem 2. Mai,in drei Sessionen geweiht,und zwar um 9:00 Uhr, 12:00Uhr und 15:00 Uhr. Die dreiWeihungssessionen werdenin alle Kirchengebäude imTempeldistrikt übertragen.Tags darauf ist der Tempelfür die heiligen Handlungenfreigegeben. ◼78 Liahona


LeserbriefeAnregungen für den FamilienabendEin neuer LiahonaMit Wehmut nahm ich zur Kenntnis, dass im Januar2010 ein neu gestalteter Liahona erscheinen sollte. DieZeitschrift war mein Anker im Evangelium, seit ich michmit 17 Jahren taufen ließ. Mein damals noch schwachesZeugnis wurde durch die Erfahrungen anderer Mitgliedergestärkt. Ich wusste, dass ich nicht allein war. Die Ausgaben,die ich gesammelt habe, sind mir sehr wertvoll, weilsie inspirierte Botschaften enthalten, die mir geholfenhaben, wenn ich in Not oder in Sorge war.Jetzt habe ich einen Liahona erhalten, der ausgereifterund bunter ist, aber der Inhalt ist noch immer so wahrwie 1992, als ich das erste Heft las. Ich danke Ihnen austiefstem Herzen.Julia A. Florian, GuatemalaEine Quelle der Geistigkeit und StärkeDer Liahona ist für mich ein großer Segen und bereitetmir Freude. Durch ihn lerne ich Mitglieder aus aller Weltkennen, erfahre mehr über ihr Heimatland und ihre Kulturund werde durch ihren Glauben gestärkt. Die Zeitschriftist eine Quelle großer Geistigkeit und Stärke und hilft mir,ein besserer Mensch zu werden.Modesta Giuliani, ItalienEin Wunder in unserer GemeindeIn meiner Gemeinde gingen nur wenige Schwesternbesuchslehren oder in den Tempel. Als Beauftragte fürdas Besuchslehren und als Tempelarbeiterin betete ichdarum, dass sich das ändern möge. Ich zitierte sowohl inder Abendmahlsversammlung als auch in der FHV die Ansprachevon Elder Richard G. Scott, „Der Gottesdienst imTempel – die Quelle der Kraft und der Stärke in Zeiten derNot“ ( Liahona, Mai 2009, Seite 43). Die Mitglieder derGemeinde waren berührt. Jetzt liegt die Besuchslehrarbeitbei fast 100 Prozent, und viele besuchen den Tempelund setzen die Schritte, die Elder Scott in seiner Botschaftbeschrieben hat, in die Praxis um. Tausend Dank an ElderScott für seine wunderbare Botschaft und auch an Sie fürden Liahona.Ana Meza de Eulogio, PeruBitte senden Sie Ihre Mitteilungen oder Anregungen an:liahona@ldschurch.org. Wir behalten uns vor, Einsendungenzu kürzen oder klarer zu formulieren. ◼Viele Artikel und Beiträge in dieser Ausgabe können Sie für den Familienabendverwenden. Hier einige Beispiele:„Entwickeln Sie jetzt einen guten Charakter“,Seite 44: Nehmen Sie mehrere Gegenstände (zum Beispieleinen Bleistift, ein Buch Mormon, einen Liahona, einPaar Schuhe) und bitten Sie die Mitglieder Ihrer Familie,sie nach ihrem Wert absteigend zu sortieren. SprechenSie darüber, wie sie den Wert bestimmt haben. WelcheEigenschaften machen das Leben eines Menschen wertvoll? Fordern Siejeden auf, in der kommenden Woche etwas Besonderes zu tun, um einbesserer Mensch zu werden.„Früh am Sonntagmorgen“, Seite 56: Bitten Sie jedes Familienmitglied,sich einen Nachbarn auszusuchen, den er besuchen oder dem ereinen Dienst erweisen könnte. Nehmen Sie sich vor, in dieser Woche etwasfür diesen Menschen zu tun. Lesen Sie Mosia 18:7-10 und sprechen Siedarüber, wie sie anderen helfen können, ihr Taufbündnis einzuhalten.„Wenn Entchen nicht schwimmen“, Seite 58: Schreiben Sie einigeRegeln in Ihrer Familie auf und sprechen Sie darüber, wie Ihre Familie durchdiese Regeln geschützt wird. Schreiben Sie auch einige Gebote unseresVaters im Himmel auf und sprechen Sie darüber, wie sie uns körperlich odergeistig schützen.Der glückliche FamilienabendVor einigen Jahren bat mein Mann unsere Familie, einen besonderenFamilienabend vorzubereiten. Unsere vierjährige Tochter wollte das Lied„Ich bin ein Kind von Gott“ singen. Unser zehnjähriger Sohn sprach dasAnfangsgebet. Wir fühlten ganz stark die Anwesenheit des Geistes.Mein Mann las uns einige Gedanken von Führern der Kirche vor undforderte uns auf, im Evangelium Jesu Christi einig zu bleiben. Dann gaber unserer kleinen Tochter einen Väterlichen Segen. Meine Mutter und icherhielten auch einen Segen und zuletzt noch unser Sohn. Bevor er unseremSohn die Hände auflegte, sprach mein Mann darüber, wie dankbar er fürdas Priestertum ist, und forderte unseren Sohn auf, dieser Vollmacht würdigzu sein.Fast eineinhalb Jahre später sagte unsere Tochter: „Lasst uns doch nocheinmal so einen Familienabend abhalten.“ Obwohl ich es wusste, fragte ichsie, welchen sie meinte. Sie antwortete: „Den, als wir so viel geweint habenund so glücklich waren!“Marlúcia Souza de Jesus Costa, Bahia, BrasilienIhr schönster FamilienabendSchildern Sie Ihren schönsten Familienabend und senden Sie IhrenBericht an liahona@ldschurch.org. ◼April 2010 79


Bis aufs WiedersehenEin versiegeltesGrabDavid L. FrischknechtAbteilung LehrplanAm Tag nachdem mein Vater gestorben war,machten meine Mutter, meine Geschwisterund ich den notwendigen Besuch beimBestattungsunternehmen, um Vorkehrungen fürdie Beerdigung zu treffen. Wir mussten einen Sargaussuchen und eine Grabkammer, in die der Sarggestellt werden sollte.Als wir die verschiedenen Möglichkeiten inBetracht zogen, bemerkte ich eine Werbebroschüre,die eine bestimmte Grabkammer anpries. Unter anderemwurde behauptet, die Kammer verschließesich von selbst, und die Garantiezeit betrage 75Jahre. Trotz des ernsten Anlasses amüsierte michdiese Garantie.„Wer wird den Verschluss in 75 Jahren überprüfen?“,fragte ich mich. „Und falls es jemand tun sollteund der Verschluss nicht gehalten hat, wer wirddann die Garantie beanspruchen? Wie stehen dieChancen dafür“, überlegte ich, „dass diese Kammerverschlossen bleibt?“Als ich darüber nachdachte, musste ich an eineandere Grabkammer denken, die in Matthäus 27beschrieben wird. Dieses Grab an einem fernen Ortin einer fernen Zeit hatte eine Öffnung, vor die eingroßer Stein gewälzt wurde:„Am nächsten Tag gingen die Hohenpriester unddie Pharisäer gemeinsam zu Pilatus; es war der Tagnach dem Rüsttag.Sie sagten: Herr, es fiel uns ein, dass dieser Betrüger,als er noch lebte, behauptet hat: Ich werdenach drei Tagen auferstehen.Gib also den Befehl, dass das Grab bis zum drittenTag sicher bewacht wird. Sonst könnten seineJünger kommen, ihn stehlen und dem Volk sagen:Er ist von den Toten auferstanden. Und dieser letzteBetrug wäre noch schlimmer als alles zuvor.Pilatus antwortete ihnen: Ihr sollt eine Wache haben.Geht und sichert das Grab, so gut ihr könnt.Was in der Werbebroschüre versprochen wurde,kam mir unwahrscheinlich vor, fast lächerlich,aber es erinnerte mich an eine Verheißung mitewiger Garantie.Darauf gingen sie, um das Grab zu sichern. Sieversiegelten den Eingang und ließen die Wachedort.“ (Matthäus 27:62-66.)Von allen Befehlen, die im Laufe der Geschichtevon Königen, Generälen und Herrschern gegebenwurden, war dieser Befehl von Pilatus, das Grab zusichern, wohl der aussichtsloseste.Welche Chance bestand, dass das Grab verschlossenblieb? Tatsächlich war es für die Soldaten unmöglich,diesen Befehl auszuführen, denn es bestandkeine Chance, dass das Grab sich nicht öffnenwürde: „Plötzlich entstand ein gewaltiges Erdbeben;denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab,trat an das Grab [und] wälzte den Stein weg.“(Matthäus 28:2.)Weil dieses eine Grab geöffnet wurde, werdensich alle Kammern und Gräber öffnen, die je verschlossenwurden. Garantiert.Der Fels unserer Errettung befreit uns vom Todund von der Hölle. Er ist „die Auferstehung unddas Leben“ ( Johannes 11:25). Dank ihm muss „dieHölle … ihre gefangenen Geister freigeben, und dasGrab muss seine gefangenen Leiber freigeben, undder Leib und der Geist des Menschen werden einerdem anderen wiederhergestellt werden; und diesgeschieht durch die Macht der Auferstehung desHeiligen Israels“ (2 Nephi 9:12). ◼Das Gartengrab, Gemälde von Linda Curley Christensen, © 2000 IRI80 Liahona


Worte von ChristusVervielfältigung untersagtEr ist nicht hier, Gemälde von Walter RaneDer Erlöser selbst sagte seinen Tod und seine Auferstehung voraus. Auf dem Weg nachJerusalem sagte er zu seinen Aposteln:„Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern undden Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben;sie werden ihn verspotten, anspucken, geißeln und töten. Aber nach drei Tagen wird er auferstehen.“(Markus 10:33,34; siehe auch Johannes 20:1-8.)


Als Präsident SpencerW. Kimball bei einerIsraelreise auf denSpuren Jesu wandelte, dachteer an die vielen Zeugen derAuferstehung Jesu, darunterMaria, die zu den Erstengehörte, die erfuhren: „Er istnicht hier, sondern er istauferstanden.“ (Lukas 24:6.)Siehe „Die Gewissheit derAuferstehung“, Seite 28

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