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<strong>verkehrsRUNDSCHAU</strong>SPEZIALKEPDas Son<strong>de</strong>rheft für die Kurier-, Express- und Postdienstbranche 20135 BRANCHE MIT POTENZIALE-Commerce beflügelt nach wie vor die KEP-Branche – dochtaugt dieser Trend auch zum Geld verdienen?10 STÄDTISCHER LIEFERVERKEHRStädte wollen mehr Nachhaltigkeit im Verkehr: Welche I<strong>de</strong>enKEP-Dienste für eine grüne Citylogistik umsetzenNur Fliegenist schnellerHeute bestellt – heute geliefert. Eine Expertenrun<strong>de</strong>diskutiert: Wie wichtig wird Sameday Delivery undwelche Rolle spielen dabei die KEP-Dienste? Seite 6
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Fotolia/Picture-FactoryKEP: Droht Fachkräftemangel?Jahrelang hatte die KEP-Branche um dieSchaffung <strong>de</strong>r eigenen Berufsbil<strong>de</strong>r Kaufmann/-frausowie Servicefachkraft fürKurier-, Express- und Postdienstleistungengekämpft. Stand heute: „Die KEP-Branchebil<strong>de</strong>t zu wenig Fachkräfte aus“, moniertRudolf Pfeiffer, Vorsitzen<strong>de</strong>r <strong>de</strong>s Bun<strong>de</strong>sverban<strong>de</strong>s<strong>de</strong>r Kurier-, Express- undPostdienste, gegenüber <strong>de</strong>r Verkehrs-Rundschau. Derzeit wür<strong>de</strong>n die Betriebejährlich nur 1300 Servicefachkräfte und200 KEP-Kaufleute ausbil<strong>de</strong>n, sagt er. Dengrößten Mangel sieht Pfeiffer aber imFahrerbereich: „Die Entwicklung geht <strong>de</strong>utlichdahin, immer mehr ausländischeUnternehmer mit ihren Fahrern ausRumänien und Bulgarien für die Zustellungunter Vertrag zu nehmen.“ Auch bei KFZ-Mechatronikern seien in einzelnenRegionen Engpässe zu erkennen, so eineSprecherin <strong>de</strong>s Bun<strong>de</strong>sverban<strong>de</strong>sInternationaler Express- und Kurierdienste(Biek). ehFahrer sind wie im Umzugsverkehr auch in<strong>de</strong>r KEP-Branche MangelwareFe<strong>de</strong>x baut Deutschland-Netz ausKEPFe<strong>de</strong>x expandiert in Deutschland weiter.Soeben hat <strong>de</strong>r US-Integrator drei neueStandorte in Dres<strong>de</strong>n, Leipzig undSohnstedt bei Erfurt eröffnet. Seit 2012hat Fe<strong>de</strong>x damit, im Zuge seinerWachstumsstrategie in Deutschland undEuropa, hierzulan<strong>de</strong> die Zahl seiner Stationenauf über 50 ausgebaut und damitmehr als verdoppelt. Das Unternehmenbeschäftigt laut Medienberichten zufolgemittlerweile hierzulan<strong>de</strong> 1900 Mitarbeiter.Zu seinem Deutschlandumsatz machtFe<strong>de</strong>x keine Angaben. ehLH Cargo will globale AllianzNach <strong>de</strong>m Vorbild von Star Alliancestrebt Lufthansa-Cargo-VorstandschefKarl Ulrich Garnadt eine globaleFrachtallianz an. „Wir wollen mit Partnernzusammenarbeiten, die uns Zugang zuneuen Märkten und zusätzlicheVerbindungen eröffnen“, kündigteGarnadt in einem Interview mit <strong>de</strong>r FAZan. 2014 will LH Cargo mit zunächsteinem Partner starten. ehNachrichtenBonn. Logistikkonzern Deutsche Post DHLweitet seinen Service im Paketgeschäftinner<strong>de</strong>utsch in <strong>de</strong>r Abendzustellung undim Bereich Sameday Delivery aus. Start warin Köln und im Ruhrgebiet. Mittlerweilebietet die Post <strong>de</strong>n Service auch in Berlinund München. Und: „Bis Mitte nächstenJahres soll das neue Kuriernetzwerk in allenBallungsräumen in Deutschland präsentsein“, kündigt nun Andrej Busch an, CEOvon DHL-Paket-Deutschland.Kun<strong>de</strong>n erhalten mit <strong>de</strong>m neuen Service<strong>de</strong>r Post, je nach Bedarf, neben <strong>de</strong>r Standardzustellungauch eine Abendzustellungin zwei Zeitfenstern zwischen 18 bis 20o<strong>de</strong>r 20 bis 22 Uhr. Auf Wunsch und jenach Lieferbedingungen <strong>de</strong>s jeweiligenHändlers, heißt es, könne die Zustellung<strong>de</strong>r Ware auch noch am selben Tag o<strong>de</strong>r soschnell wie möglich erfolgen. Busch wörtlich:„Wir sind fest davon überzeugt, dassWill 2014 seine Paketpreise anheben und dafür<strong>de</strong>mnächst mit Kun<strong>de</strong>n verhan<strong>de</strong>ln: HermesKEP-Dienste drehen am PreisDPD for<strong>de</strong>rt Trendwen<strong>de</strong> bei <strong>de</strong>r Preispolitik: „Der Umsonst-Mentalitätbeim Paketversand muss selbstbewusst entgegengetreten wer<strong>de</strong>n.“München. Kun<strong>de</strong>n von KEP-Unternehmenmüssen sich 2014 auf höhere Preise einstellen.So hebt US-Expressdienst Fe<strong>de</strong>x seinePreise für schnelle Sendungen im Schnittum 3,9 Prozent an, während Deutsche-Post-Tochter DHL Express in Deutschlandin diesem Segment durchschnittlich 2,9Prozent mehr berechnen will. Auch diePaketpreise für Geschäftskun<strong>de</strong>n wer<strong>de</strong>man, so eine Sprecherin, anpassen. Nichtpauschal, aber kun<strong>de</strong>nindividuell.Höhere Preise strebt auch US-IntegratorUPS in 2014 an, so ein Sprecher auf Anfrage.Die Größenordnung wer<strong>de</strong> nochgeprüft. Konkreter wird Paket- undExpressdienst DPD: Er will für Geschäftskun<strong>de</strong>ndie Paketpreise zum Jahreswechselum 3,5 Prozent anheben. Auch GLS, Pakettochter<strong>de</strong>r Royal Mail, wird ihre Preise zuBeginn ihres neuen Geschäftsjahres zumApril 2014 anheben – schätzungsweise um4 bis 5 Prozent, so GLS-CEO Rico Backgegenüber <strong>de</strong>r VerkehrsRundschau.Vor <strong>de</strong>m Hintergrund steigen<strong>de</strong>r LohnundBetriebskosten wird auch HermesLogistik Gruppe die Paketpreise <strong>de</strong>utschlandweitkun<strong>de</strong>nbezogen anheben, bestätigtein Sprecher. Einzig TNT Expressschließt zum jetzigen PlanungsstandPreiserhöhungen in Deutschland für 2014aus. „Das wird es nicht geben“, so ein Sprecher.ehE - C O M M E R C EDeutsche Post baut Kuriernetz für Sameday Delivery aufdie Menschen zunehmend Dinge <strong>de</strong>s täglichenBedarfs im Internet bestellen – gera<strong>de</strong>auch Drogerieartikel, Medikamente undLebensmittel.“ ehPaketboten <strong>de</strong>r Post klingeln nun auch abendsHermes Logistik GruppeDeutsche Post DHL4 VerkehrsRUNDSCHAU KEP Spezial 2013
KEPExpertenrun<strong>de</strong>Milliar<strong>de</strong>nmarkt o<strong>de</strong>rHeute bestellt – heute geliefert.Eine Expertenrun<strong>de</strong> zum ThemaSameday Delivery klärt, wiewichtig dieser Trend fürKEP-Dienste und die Logistikwirklich wird und welcheAnfor<strong>de</strong>rungen damit auf dieUnternehmen zukommen.Otto Group hat sich unlängst an <strong>de</strong>m britischenSameday-Dienstleister Shutl beteiligt.DPD hat soeben ebenfalls zugekauftund übernimmt 20 Prozent von Sameday-Anbieter Tiramizoo. Was macht für DPDdieses Segment so interessant?Philipp Anhalt (DPD): Ganz einfach: Wirsehen im Segment Sameday Delivery fürunser Unternehmen ein gigantischesWachstumspotenzial. DPD sieht sich hierals Vorreiter für <strong>de</strong>n <strong>de</strong>utschen Markt. Samedaywird, davon gehen wir aus, eineperfekte Ergänzung unseres bestehen<strong>de</strong>nService-Portfolios sein. Noch mag Samedayhierzulan<strong>de</strong> ein Nischenmarkt sein.Mittelfristig wird dieses Segment starkwachsen, auch wenn es dafür noch keinekonkreten Zahlen gibt.Nische?Herr Löhr, Sie sind Geschäftsführer undGrün<strong>de</strong>r von Tiramizoo: Lässt sich mitSameday Delivery tatsächlich so viel Geschäftmachen, wie DPD hofft? Tiramizooist ja, salopp formuliert, nur eine Buchungsplattform,die Kurierdienste undOnlinekun<strong>de</strong>n zusammenbringt.Michael Löhr (Tiramizoo): Über uns lassensich tatsächlich Kuriere fin<strong>de</strong>n und sofortbuchen. Das ist aber nur ein Teil unseresGeschäftsmo<strong>de</strong>lls. Gleichzeitig planen undoptimieren wir über eine selbst entwickelteSoftware die Touren von Stadtkurieren. Wirstützen uns dabei auf die GPS-Daten, dieuns das jeweilige Kurierfahrzeug übermittelt.Um mit uns zu arbeiten, muss ein Stadtkurierlediglich unsere App auf sein Smartphonela<strong>de</strong>n. Das ist das Geschäftsmo<strong>de</strong>llvon Tiramizoo.Zu Ihrer Frage: Genaue Zahlen darf ich nichtnennen. Nur so viel: Zurzeit wickeln wir monatlichmehrere Tausend Sameday-Sendungenab – Ten<strong>de</strong>nz steigend, insbeson<strong>de</strong>reseit <strong>de</strong>m Einstieg von DPD. Das zeigt,in <strong>de</strong>m Thema Sameday ist viel Musik.Klingt so, als müsste künftig je<strong>de</strong>r KEPundLogistikdienstleister Sameday-Optionen anbieten. Frage an die bei<strong>de</strong>nHan<strong>de</strong>lsexperten: Wollen beziehungsweisefor<strong>de</strong>rn Versand- und Online-Han<strong>de</strong>lsunternehmendiesen Service wirklich?Ingmar Böckmann (Bun<strong>de</strong>sverband <strong>de</strong>sDeutschen Versandhan<strong>de</strong>ls, BVH): Im Arzneimittelsegment,etwa bei <strong>de</strong>n Versandapotheken,und in <strong>de</strong>r Lebensmittelbrancheist Sameday Delivery heute schon sehr verbreitet.Alle an<strong>de</strong>ren Branchen nutzen herkömmlicheKurierdienste, wenn es eilig unddringlich wird. Und das wird sich, so meineEinschätzung, auch nicht so schnell än<strong>de</strong>rn.Grund dafür ist: Sameday ist teuer. KEP-Dienste müssen die oft hohen Mehrkostendirekt an die Händler weitergeben. Dazukommt, dass die meisten Online- und Versandhändlerihre unternehmensinternenProzesse erst sameday-fähig machen müssen,da ihre Lagerkapazitäten nicht daraufvorbereitet sind, Waren in kürzester Zeitbereitzustellen. Mit dieser Umstellung wer<strong>de</strong>nsich wohl große Versandhändler leichtertun als kleine und mittelständische.Ich bezweifle aber auch aus einem an<strong>de</strong>renGrund, dass sich Sameday in großem Stildurchsetzt. Fakt ist doch, dass viele Waren<strong>de</strong>n Endverbrauchern zugestellt wer<strong>de</strong>n,wenn sie nicht da sind. Die spannen<strong>de</strong>Frage ist also : Bringt Sameday Kun<strong>de</strong>n tatsächlich<strong>de</strong>n Mehrwert, die Convenience,die sie sich wünschen? O<strong>de</strong>r ist es ihnennicht viel wichtiger, dass sie das bestelltePaket in ihrem gewünschten Zeitfenstererhalten, in <strong>de</strong>m sie auch zu erreichen sind– Stichwort Zeitfenster-Zustellung.Herr Hu<strong>de</strong>tz, Sie sind Geschäftsführer <strong>de</strong>sInstituts für Han<strong>de</strong>lsforschung und erstellen„Es wird dauern, bis die Prozesseim Han<strong>de</strong>l o<strong>de</strong>r im regionalenWarenlager sameday-fähig sind“MICHAEL LÖHR,Geschäftsführer und Grün<strong>de</strong>r von Tiramizoofür <strong>de</strong>n Han<strong>de</strong>l und Onlinehan<strong>de</strong>l viele Studien.Frage an Sie: Ist <strong>de</strong>n Han<strong>de</strong>lskun<strong>de</strong>ntatsächlich das Thema Zeitfensterzustellungwichtiger als Sameday Delivery?Kai Hu<strong>de</strong>tz (Institut für Han<strong>de</strong>lsforschung,IFH): Ganz klare Antwort darauf: DasThema Verlässlichkeit hat bei Endkun<strong>de</strong>nTop-Priorität. Ihr Bedarf an Sameday Deliveryist dagegen hierzulan<strong>de</strong> vergleichsweisegering – mal absehen von eiligen Geburtstagsgeschenken,Arznei- und Lebensmitteln.Das zeigen Studien unseres InstitutsIFH. Demnach wünschen rund 85 Prozent<strong>de</strong>r Endkun<strong>de</strong>n eine pünktliche Lieferung,77 Prozent elektronische Sendungsverfolgung,71 Prozent eine Auswahl an mehrerenLieferoptionen, 41 Prozent eine Zeitfenster-Belieferung, 31 Prozent eine Feierabendund23 Prozent Expresszustellung. AbsolutesSchlusslicht ist dagegen Sameday Delivery.Nur rund 15 Prozent <strong>de</strong>r Endkun<strong>de</strong>nwünschen sich diese Option.Löhr (Tiramizoo): Das sehe ich ganz an<strong>de</strong>rs.Der Sameday-Delivery-Markt birgt einMilliar<strong>de</strong>n-Potenzial. Vielleicht nicht in <strong>de</strong>nnächsten fünf Jahren, aber das Paketvolumenin diesem Segment wächst. Das zeigenauch Zahlen <strong>de</strong>r Sempora Han<strong>de</strong>lsstudie2011 „Sehnsucht nach <strong>de</strong>m Intermediär“und die Ebay-Studie 2012 „Die Zukunft <strong>de</strong>sHan<strong>de</strong>ls“, die wir für die Planung unseresGeschäfts zugrun<strong>de</strong> legen. Demnach haltenschon heute 97 Prozent <strong>de</strong>r Online-Shoppereine Sameday-Belieferung für attraktiv.Über 50 Prozent dieser Kun<strong>de</strong>n kaufennicht aus Preis-, son<strong>de</strong>rn aus Bequemlichkeitsgrün<strong>de</strong>nim Internet. Davon wie<strong>de</strong>rumsind 5 bis 15 Prozent bereit, mehr zu bezahlen,wenn ihnen die Ware am selben Tagzugestellt wird. Und fast 60 Prozent <strong>de</strong>r Befragtenwür<strong>de</strong>n sogar noch häufiger onlinebestellen, wenn für die Ware ein Sameday-Delivery-Service angeboten wür<strong>de</strong>.Anhalt (DPD): Entschei<strong>de</strong>nd ist doch: DasAnspruchs<strong>de</strong>nken sowohl <strong>de</strong>r Privat (B2C)-als auch Geschäftskun<strong>de</strong>n (B2B) steigt,wenn sie etwas dringlich benötigen undihnen ein bestimmter Service geboten wird.Sprich: Wenn Amazon – und davon ist auszugehen– Sameday Delivery flächen<strong>de</strong>ckendhierzulan<strong>de</strong> anbietet – das wird jainsbeson<strong>de</strong>re in <strong>de</strong>n großen Metropolen <strong>de</strong>r6 VerkehrsRUNDSCHAU KEP Spezial 2013
Expertenrun<strong>de</strong>KEPDiskutierten das Thema Sameday kontrovers (von links): Michael Löhr (Tiramizoo), Kai Hu<strong>de</strong>tz (Institut für Han<strong>de</strong>lsforschung),Ingmar Böckmann (Bun<strong>de</strong>sverband <strong>de</strong>s Deutschen Versandhan<strong>de</strong>ls), Philipp Anhalt (DPD Geopost Deutschland)VR/Martin MaguniaFall sein – wird dies entsprechen<strong>de</strong> Begehrlichkeitenwecken und Kun<strong>de</strong>n wer<strong>de</strong>n diesenService auch von an<strong>de</strong>ren Unternehmenerwarten. Spätestens wenn dies vor <strong>de</strong>r Türsteht, dürfte es allen Händlern, aber auchunseren Wettbewerbern in <strong>de</strong>r KEP- undLogistikbranche, angst und bange wer<strong>de</strong>n.Hu<strong>de</strong>tz (IFH): Fakt ist aber auch, dass vieleOnlinehändler schon heute in <strong>de</strong>n rotenZahlen sind, weil Kun<strong>de</strong>n alle Dienstleistungenals selbstverständlich erachtenund diese nicht entsprechend finanziell honorieren.Warum sollten Unternehmenalso Endverbraucher mit kostenintensivenServices wie Sameday verwöhnen, die siedann sowieso nicht bezahlen?Löhr (Tiramizoo): Einspruch! Wenn Kun<strong>de</strong>netwas dringlich brauchen o<strong>de</strong>r wollen, bezahlensie auch <strong>de</strong>n Service, vor allem imhöherwertigen Fashion- und Elektronik-Bereich. Das ist unsere Erfahrung. Im Elektronikbereich<strong>de</strong>shalb, weil meist Männerdiese Artikel bestellen, um sich damit eineFahrt in die Stadt zu sparen. Im Fashionbereichhan<strong>de</strong>lt es sich dagegen meist umSpontankäufe von Frauen. Auch sie nutzengerne <strong>de</strong>n Sameday-Service.Wie viel Zuschlag berechnen Sie für die Option„Heute bestellt – heute geliefert“?Löhr (Tiramizoo): Zum besseren Verständnis:Tiramizoo wird nicht von <strong>de</strong>n Endverbrauchernbeauftragt, son<strong>de</strong>rn von Händlern,Onlinehändlern und Produzenten.Diesen bieten wir zwei Serviceoptionen:entwe<strong>de</strong>r Auslieferung <strong>de</strong>r bestellten Warezu vereinbarten Zeitfenstern am Folgetago<strong>de</strong>r Sameday-Zustellung binnen 90 bis 180Minuten am selben Tag. Preislich macht daskeinen Unterschied. Unsere Auftraggeberberechnen wie<strong>de</strong>rum ihren Kun<strong>de</strong>n dafüreinen Aufschlag von 4,90 bis 18 Euro, in <strong>de</strong>rRegel 9,90 Euro. Unsere Kurierpartner wer<strong>de</strong>ndagegen auf Basis <strong>de</strong>r gefahrenen Kilometer,<strong>de</strong>s Sendungsgewichts, <strong>de</strong>r Zustellstreckeund ihres Zeitbedarfs bezahlt.Böckmann (BVH): Das ist alles richtig.Trotz<strong>de</strong>m glaube ich nicht, dass SamedayDelivery eine Standard-Dienstleistungwer<strong>de</strong>n wird, die je<strong>de</strong>s Versand-, EinzelundOnline-Han<strong>de</strong>lsunternehmen künftigVerkehrsRUNDSCHAU KEP Spezial 2013 7
KEPExpertenrun<strong>de</strong>„Spannend und äußerst interessant“– so das einhellige Resümee amEn<strong>de</strong> <strong>de</strong>r Expertenrun<strong>de</strong>, zu <strong>de</strong>r VR-Redakteurin Eva Hassa (links)gela<strong>de</strong>n hatteVR/Martin Magunialeisten muss. Selbst wenn ein Amazon dasThema Sameday hierzulan<strong>de</strong> treibt.Löhr (Tiramizoo): Vergessen Sie Googlenicht! Google investiert <strong>de</strong>rzeit in <strong>de</strong>n USAin einen eigenen Sameday-Lieferserviceund hat sich unlängst am Mobilitätsanbieteruber.com mit 258 Millionen US-Dollarbeteiligt. Egal ob Google, Amazon o<strong>de</strong>rEbay – wenn solche Marktgrößen auf <strong>de</strong>nSameday-Zug aufspringen, kann sich keinHan<strong>de</strong>lsunternehmen mehr einen langsamerenLieferservice leisten. Denn keinerwill Kun<strong>de</strong>n verlieren. Schon <strong>de</strong>shalb binich fest davon überzeugt, dass <strong>de</strong>r Sameday-Marktmittelfristig im zweistelligenProzentbereich zulegen wird.Um einmal eine Größenordnung zu haben:Wie viel Euro Umsatz machen Einzelhan<strong>de</strong>l,Versand- und Onlinehan<strong>de</strong>l heute inDeutschland und wie viel Umsatz machtbislang Sameday Delivery?Böckmann (BVH): Der gesamte <strong>de</strong>utscheEinzelhan<strong>de</strong>l erwirtschaftete laut <strong>de</strong>mBun<strong>de</strong>sverband <strong>de</strong>s Deutschen Einzelhan<strong>de</strong>ls(HDE) im letzten Jahr rund 414 Milliar<strong>de</strong>nEuro Umsatz. Davon entfielen 8,6Prozent auf das Online-Geschäft. Im gleichenZeitraum erwirtschafteten die interaktivenHändler rund 50 Milliar<strong>de</strong>n EuroUmsatz – zwei Drittel davon entfielen aufE-Commerce.Hu<strong>de</strong>tz (IFH): Wenn ich ergänzen darf: ZuSameday gibt es bislang keine Zahlen.Dafür hat dieses Segment hierzulan<strong>de</strong>noch zu wenig Be<strong>de</strong>utung. Das kann sichaber ganz schnell än<strong>de</strong>rn. Wie schnell sichein neuer Trend heute durchsetzen kann,zeigt die rasante Marktdurchdringung <strong>de</strong>sI-Pads. Maßgeblich wird die Entwicklungauch davon abhängen, welche ProdukteKEP- und Logistikdienstleister in punktoSameday Delivery offerieren. Immerhinhat laut unserer jüngsten Untersuchungdas Thema Sameday bei Han<strong>de</strong>lsunternehmenTop-Priorität. Für 31 Prozentunserer befragten Betriebe ist dies daswichtigste Thema, das sie in <strong>de</strong>n nächstendrei Jahren angehen wollen. Natürlichwollen sie sich damit auch von Amazonabgrenzen. Händler sind immer auf <strong>de</strong>rSuche nach Wettbewerbsvorteilen undnach Möglichkeiten, wie sie ihre Kun<strong>de</strong>nnoch besser bedienen können. Und dieUngeduld von Endverbrauchern nimmtbekanntlich zu. Je<strong>de</strong>r will immer schnellerseine bestellte Ware haben.Löhr (Tiramizoo): Ihre Aussagen überraschenmich, auch wenn ich sie natürlichgerne höre. Unsere Erfahrung bei Tiramizoozeigt nämlich, dass das Wachstum imSameday-Segment ausschließlich vomHan<strong>de</strong>l gebremst wird. Den Händlern fehltvielfach schlichtweg die IT-Infrastruktur,um die lokale Warenverfügbarkeit ins Netzzu bringen. Außer<strong>de</strong>m sehen nach wie vorviele Filialhändler <strong>de</strong>n Online-Verkauf alsKonkurrenz zum stationären Han<strong>de</strong>l.Wären <strong>de</strong>nn die KEP-Dienste für einenBoom-Markt Sameday Delivery gerüstet?Löhr (Tiramizoo): Die Kurier-Infrastrukturfür Sameday wäre da. Es gibt genügendStadtkuriere, die diesen Service leisten können,vor allem, weil das Stadtkuriergeschäftan sich stagniert. Und es wäre kein Problem,zusätzliche Kuriere zu fin<strong>de</strong>n, falls die Sameday-Sendungsmengensprunghaft steigen.Für Kuriere mag das angehen. Aber könnenstandardisierte Paketnetze wie DPDdie für Sameday Delivery erfor<strong>de</strong>rlicheSchnelligkeit und Flexibilität überhauptleisten?Anhalt (DPD): Im Moment ist das in <strong>de</strong>r Tateine Herausfor<strong>de</strong>rung. Das Paketgeschäftist bekanntlich ein Standardgeschäft. AllePaketdienste leben von <strong>de</strong>r Menge, vom„Wenn Amazon Sameday flächen<strong>de</strong>ckendanbietet, wer<strong>de</strong>n Kun<strong>de</strong>ndiesen Service von allen erwarten“PHILIPP ANHALT,Leiter Strategie und Entwicklung DPD Geopost DeutschlandStandard und <strong>de</strong>r Struktur. Das ist aber jaauch <strong>de</strong>r Grund, warum für DPD die Partnerschaftmit Tiramizoo so interessant ist.Wir können so, dank <strong>de</strong>r dort angeschlossenenStadtkuriere, die von Kun<strong>de</strong>n gewünschteFlexibilität leisten. DPD mussalso kein extra Sameday-Delivery-Netzaufbauen, um heute bestellte Ware am selbenTag auch zustellen zu können.Mit <strong>de</strong>r Beteiligung an Tiramizoo hat DPDauch angekündigt, noch in diesem Jahr einSameday-Delivery-Produkt launchen zuwollen. Welche Features wird dieses konkrethaben und wie viel wer<strong>de</strong>n Sie Kun<strong>de</strong>ndafür berechnen?Anhalt (DPD): Wir arbeiten in <strong>de</strong>r Tatdaran. Das neue Produkt wird grundsätzlichdie gleichen Features aufweisen wiedas heutige Tiramizoo-Produkt. WelchenAufschlag wir dafür berechnen wer<strong>de</strong>n,steht noch nicht. Fest steht, dass Tiramizoodas Produkt unter <strong>de</strong>r Marke DPDvermarkten wird. Und wie gesagt, ein eigenesSameday-Delivery-Netz wird DPDnicht errichten. DPD hat sein eigenes Paketnetzund Tiramizoo seine Partner.Fest steht auch, dass das neue DPD-Sameday-Produktin <strong>de</strong>n Onlineshop unsererKun<strong>de</strong>n eingebun<strong>de</strong>n wer<strong>de</strong>n wird. Ansatzist es, <strong>de</strong>n Empfänger <strong>de</strong>r Ware nochstärker zum Regisseur wer<strong>de</strong>n zu lassen. Ersoll festlegen, über welche Zustellvarianteer beliefert wer<strong>de</strong>n will: über Paketshop, zueinem bestimmten Zeitfenster o<strong>de</strong>r amselben Tag seiner BestellungIm letzten Jahr beför<strong>de</strong>rte DPD <strong>de</strong>utschlandweit320 Millionen Standard-Pakete.Wie viele Sameday-Pakete peilen Sie imkommen<strong>de</strong>n Jahr und mittelfristig an?Anhalt (DPD): Es wäre vermessen, wennwir im kommen<strong>de</strong>n Jahr Hun<strong>de</strong>rttausen<strong>de</strong>Sameday-Pakete erwarten wür<strong>de</strong>n,auch wenn bereits viele unserer Kun<strong>de</strong>nstarkes Interesse signalisiert haben. In ersterInstanz wird Sameday zunächst einNischenprodukt sein. Wir wollen bei8 VerkehrsRUNDSCHAU KEP Spezial 2013
Expertenrun<strong>de</strong>KEPEmpfängern ja erst einmal Begehrlichkeitenwecken, ihnen Lust auf das Themamachen. Wir konzentrieren uns dabei zunächstauf <strong>de</strong>n <strong>de</strong>utschen Markt, auchwenn wir in an<strong>de</strong>ren Län<strong>de</strong>rn Europas,etwa in England, durchaus Potenzial sehen.Jetzt halten Sie aber <strong>de</strong>n Ball flach. Zu Beginnunseres Gesprächs zeigten Sie sich<strong>de</strong>utlich euphorischer, was das potenzielleWachstum im Sameday-Segment betrifft.Anhalt (DPD): Damit wir die gleiche Sprachesprechen: Wir verstehen unter Sameday Deliveryim ersten Schritt die Variante „Picking-from-Store“,bei <strong>de</strong>r ein KEP-Dienstwie Tiramizoo die Ware vom Einzelhändlerabholt und <strong>de</strong>m Kun<strong>de</strong>n noch am selbenTag zustellt. Wenn die Sendungsmengen indiesem Segment in Zukunft aber <strong>de</strong>utlichansteigen, müssen wir uns Gedanken machen,wie wir die Abwicklung skalierbarermachen. Und hier käme eine an<strong>de</strong>re Varianteins Spiel: Ein Ansatz wäre es zum Beispiel,dass ein KEP-Dienst die bestellte Warevon regionalen Großlägern eines Versandhändlersabholt. Diese Ware wür<strong>de</strong> dann ineinem regionalen Paket<strong>de</strong>pot umgeschlagenund anschließend auf einer normalen Zustelltouram selben Tag disponiert. DieseVariante könnte für Unternehmen wieAmazon interessant wer<strong>de</strong>n. Zumal Amazon<strong>de</strong>rzeit seine Lagerstruktur ausbaut undsich auf Sameday vorbereitet, wie man hört.Die Frage ist, ob die Paketdienste von diesemKuchen dann auch profitieren. Ich zitiereHerrn Löhr: Online-Größen wie Amazon,Google und Ebay bauen <strong>de</strong>rzeit in <strong>de</strong>nUSA einen eigenen Sameday-Zustellserviceauf.Böckmann (BVH): In Deutschland wird dieskaum ein Unternehmen tun. Deutschlandverfügt über sehr zuverlässige Paketdienste,die eine sehr gute Arbeit leisten. Da mussich einmal eine Lanze für <strong>de</strong>n <strong>de</strong>utschenKEP-Markt brechen. In <strong>de</strong>n USA sind oftLieferzeiten von einer Woche gängig; inDeutschland ist dagegen eine Zustellungbinnen 24 Stun<strong>de</strong>n normal. Warum solltealso ein Versandhändler – mal ausgenommendie Otto Group mit ihrer PakettochterHermes – in Deutschland einen eigenenLieferservice aufbauen? Das wäre für dieUnternehmen viel zu teuer.Von welchem Szenario gehen Sie in Zukunftim Sameday-Geschäft hierzulan<strong>de</strong>aus? Und für welche Warengruppen wer<strong>de</strong>nGeschäfts- und Privatkun<strong>de</strong>n diesenService künftig brauchen und for<strong>de</strong>rn?Böckmann (BVH): Ich bleibe dabei: Kun<strong>de</strong>n„Warum sollten Händler Kun<strong>de</strong>neinen kostenintensiven Servicebieten, <strong>de</strong>n sie nicht zahlen?“KAI HUDETZ, Geschäftsführer <strong>de</strong>s Instituts für Han<strong>de</strong>lsforschung (IFH)D A S S I N D D I E E X P E R T E NMichael LöhrTiramizooMichael Löhr ist Geschäftsführer und Grün<strong>de</strong>r<strong>de</strong>s Startups Tiramizoo, einer automatisiertenOnline-Buchungsplattform für Stadtkurierdienste.Im Juli 2013 stieg Paket- und ExpressdienstleisterDPD bei Tiramizoo ein mit <strong>de</strong>m Ziel,künftig Internetbestellungen schon am Tag <strong>de</strong>rBestellung ausliefern zu können (Sameday Delivery).Auch die Daimler AG hält an Tiramizoo eineMin<strong>de</strong>rheitsbeteiligung.IngmarBöckmannBun<strong>de</strong>sverband <strong>de</strong>sDeutschen Versandhan<strong>de</strong>lsIngmar Böckmann leitet seit 2010 <strong>de</strong>n BereichE-Commerce, IT-Security und Logistik <strong>de</strong>s Bun<strong>de</strong>sverban<strong>de</strong>s<strong>de</strong>s Deutschen Versandhan<strong>de</strong>ls(BVH) in Berlin. Der studierte Wirtschaftsinformatikerwar zuvor unter an<strong>de</strong>rem als Softwareentwicklerfür die Ingenieurgesellschaft für Systementwicklungtätig sowie im IT-Bereich <strong>de</strong>r Gaz<strong>de</strong> France Suez.wollen dann beliefert wer<strong>de</strong>n, wenn sie zuHause sind. Eine zuverlässige Zustellungin einem vereinbarten Zeitfenster ist ihnenwichtiger als Sameday. Das wird sich in<strong>de</strong>n nächsten Jahren auch nicht än<strong>de</strong>rn.Gleichwohl geht unser Verband weiter vonstarken Zuwächsen im E-Commerce aus.Heute wer<strong>de</strong>n in Deutschland rund 10Prozent <strong>de</strong>s gesamten Han<strong>de</strong>lsumsatzesonline erwirtschaftet; 2020 dürfte dieserAnteil bei 20 Prozent liegen. Wachstumstreibersind ganz klar Consumer Electronics,Fashion, Bücher/Medien und in <strong>de</strong>nkommen<strong>de</strong>n Jahren verstärkt die DIY-Produkte.Hu<strong>de</strong>tz (IFH): Welche Zustelloption – obZustellung zum genau <strong>de</strong>finierten Zeitfenstero<strong>de</strong>r Sameday – sich künftig starkentwickeln wird, hängt aus Sicht <strong>de</strong>s Han<strong>de</strong>lsauch ganz maßgeblich davon ab, welcheAngebote die KEP- und Logistikdienstleisterofferieren wer<strong>de</strong>n.Anhalt (DPD): Dazu kommt die spannen<strong>de</strong>Frage: Wie wird sich die Rolle <strong>de</strong>s Han<strong>de</strong>lsüberhaupt in Zukunft durch E-Commercein <strong>de</strong>r Lieferkette verän<strong>de</strong>rn? Wir beobachten,dass immer mehr Produzenten,etwa Sportartikel-Hersteller, ihre Produktedirekt vermarkten – unter Umgehung<strong>de</strong>s Han<strong>de</strong>ls. Frühere B2B-Sendungenan <strong>de</strong>n Han<strong>de</strong>l wer<strong>de</strong>n also verstärktzu B2C-Paketen. Und diese Entwicklungwird wohl weiter zunehmen undsicher auch das Thema Sameday treiben.Löhr (Tiramizoo): Ich bleibe dabei: Samedayist ein Milliar<strong>de</strong>n-Markt. Treiber wer<strong>de</strong>nganz klar die Endkun<strong>de</strong>n sein. Auch <strong>de</strong>shalb,weil ihnen Amazon & Co und/o<strong>de</strong>rauch die großen Paketdienste diesen neuenService schmackhaft machen wer<strong>de</strong>n. ❙❚■Kai Hu<strong>de</strong>tzInstitut fürHan<strong>de</strong>lsforschungEva HassaKai Hu<strong>de</strong>tz ist seit 2009 Geschäftsführer <strong>de</strong>s Institutsfür Han<strong>de</strong>lsforschung (IFH) in Köln. Zuvor leiteteer seit 2000 das dort angesie<strong>de</strong>lte E-Commerce-Center(ECC). 2003 wur<strong>de</strong> er in <strong>de</strong>n Beirat<strong>de</strong>s BMWI-För<strong>de</strong>rprojekts Prozeus, im Jahr 2007 in<strong>de</strong>n Beirat <strong>de</strong>s Projekts „E-Business-Market Watch– The Retail Industry“ <strong>de</strong>r Europäischen Unionberufen. Hu<strong>de</strong>tz ist zu<strong>de</strong>m Gastdozent an diversenHochschulen wie <strong>de</strong>r Universität St. Gallen.Philipp AnhaltDPDPhilipp Anhalt, Leiter Strategie und Entwicklungvon DPD Geopost Deutschland in Aschaffenburg.Paket- und Expressdienstleister DPD ist eine Tochter<strong>de</strong>s französischen Unternehmens Geopost (daswie<strong>de</strong>rum Tochter <strong>de</strong>r französischen La Poste ist).Zuvor war Anhalt für die UnternehmensberatungDroege & Comp. tätig sowie bei <strong>de</strong>m LogistikberatungsunternehmenITA Consulting.VerkehrsRUNDSCHAU KEP Spezial 2013 9Alle Fotos: VR/Martin Magunia
KEPCity-LogistikSo machen KEP-DiensteKEP-Transporte und grüneLogistik schienen lange Zeit fastein Wi<strong>de</strong>rspruch zu sein.Mittlerweile trumpfen Kurier-,Express- und Paketdienste vorallem in <strong>de</strong>r City-Logistik mittollen ökologischen Lösungenauf. Doch wie rechnen sich diesein ökonomischer Hinsicht?Manche KEP-Dienste haben sichmit ihren grünen Konzepten eineblutige Nase geholtdie City grünDie Bilanz war erschütternd: Als dieFraunhofer Arbeitsgruppe für SupplyChain Services (SCS) ihre Studiezur City Logistik im <strong>de</strong>utschsprachigenRaum in diesem Jahr vorstellte, war nichtmehr viel übrig vom Hype <strong>de</strong>r 90er-Jahrein Sachen nachhaltiger Logistik.Neuer Nachhaltigkeits-SchwungNur acht <strong>de</strong>r 46 damals gestarteten Projekteliefen noch. Studienautor Stefan Wolpertmusste feststellen, „dass sich die hohen Erwartungenan die City-Logistik im Wesentlichennicht erfüllt haben.“ Immerhin – unddas macht Hoffnung – manche <strong>de</strong>r Projektehaben überlebt. So betreibt Paket- und ExpressdienstleisterDPD heute in Alleinregiedas Projekt Isol<strong>de</strong>, bei <strong>de</strong>m die NürnbergerFußgängerzone per Elektrofahrzeugversorgt wird (siehe Kasten Seite 12).Damit nicht genug: In das Thema grüneLogistik kommt neuer Schwung. ternehmen aller Größen haben sich gera<strong>de</strong>KEP-Unin<strong>de</strong>n letzten Jahren aufgemacht, mit eigenenKonzepten und I<strong>de</strong>en die City-Logistik wie<strong>de</strong>r grüner zu machen.Manche haben sich dabei gleichwohleine blutige Nase geholt, wie Peter Meyermit seiner City Express Logistik in Hamburg(siehe Kasten Seite 11), wollen abernicht aufgeben. An<strong>de</strong>re wie MessengerM E S S E N G E R T R A N S P O R T + L O G I S T I K„Der Lastrad-Kurier ist viel wendiger und flexibler“Fragen über Fragen – und die erste war noch einfach:Wie sammelt man an drei Wochentagenjeweils 80 bis 150 Kilo Kaffeesatz in 12 Lokalen imZentrum Berlins ein, liefert sie bei einem Kun<strong>de</strong>nab – und das möglichst umweltfreundlich? Für dieAntwort haben Dirk Brauer und seine Kollegenbei Kurierdienst Messenger Transport + Logistikzwar eine Weile gebraucht. Aber eigentlich warsie nicht kompliziert – schließlich ist das Unternehmenmit 80 Autokurieren nicht nur im Overnight-Geschäftaktiv, son<strong>de</strong>rn setzt in Berlin auch50 Fahrradkuriere ein. Neuerdings hat Messengersogar ein dreirädriges E-Bike namens Cargo Cruiserin seinem Fuhrpark. „Das ist eine tolle Logistikfür ein Fahrzeug wie <strong>de</strong>n Cruiser, <strong>de</strong>r rund 200Kilo Zuladung hat“, erläutert Brauer. „Allerdingssollte man mit diesem einen Radius von 50 Kilometernnicht überschreiten – die Abholstellensind daher alle in Mitte o<strong>de</strong>r in <strong>de</strong>r City.“Messenger nutzt dreirädriges E-BikeSeit eineinhalb Jahren sind die Kaffeesatz-Sammlervon Messenger jetzt in Berlin unterwegs. Die CO 2-Bilanz ist bestens – auch die Frage nach <strong>de</strong>r Wirtschaftlichkeitlässt sich positiv beantworten: 50Euro bekommt ein Kurier für die Tour, einen Vormittaglang ist er unterwegs. „Bei <strong>de</strong>n Fahrradkurierenpasst das finanziell“, meint Projektleiter Brauer. „Beieinem Autokurier wäre das knapp gewor<strong>de</strong>n.“Grund: Im Zentrum Berlins haben die Fahrradkurieremitunter einen <strong>de</strong>utlichen Zeitvorteil: „DerLastrad-Kurier kann an<strong>de</strong>rs kombinieren, ist vielwendiger und flexibler“, meint er. „Unsere Autokurierewollen manche Touren gar nicht machen, weilsie da eine halbe Stun<strong>de</strong> im Stau stehen.“ Selbst dieEinführung <strong>de</strong>r Kaffeesatz-Tour war ein Kin<strong>de</strong>rspiel:„Es hat unheimlich gut gepasst, da gab es keineHür<strong>de</strong>n“, erinnert sich Brauer.Bleibt nur eine Frage: Wer um Himmels willenbraucht wöchentlich bis zu 450 Kilogramm ausgelutschtenKaffeesatz? Die Antwort: Die ungewöhnlicheMüll-Sammlung ist Teil <strong>de</strong>s Geschäftsmo<strong>de</strong>lls<strong>de</strong>r jungen Firma Chido´s Mushrooms.Sie züchtet Pilze auf speziell aufbereitetem Kaffeesatzund liefert aus <strong>de</strong>r Mitte von Berlin Produktefür Feinschmecker. Sie gehen vor allem anRestaurants – und wer<strong>de</strong>n auch von Messengerausgefahren, allerdings nicht mit <strong>de</strong>m Dreirad,son<strong>de</strong>rn einem zweirädrigen Cargobike. fbMessenger Transport + Logistik10 VerkehrsRUNDSCHAU KEP Spezial 2013
City-LogistikKEPTransport und Logistik haben ein Mo<strong>de</strong>llgefun<strong>de</strong>n, das sich auch ökonomisch trägt– und eine Reihe <strong>de</strong>r KEP-Größen schreibensich ebenfalls grüne City-Logistikdick auf ihre Fahnen.Drohen neue fiskalische Stadtmauern?Gleichzeitig wächst <strong>de</strong>r Druck auf die Unternehmen,etwas für die grüne Logistik zutun. So kursiert in Brüssel die I<strong>de</strong>e einer europaweitenCity-Maut, die <strong>de</strong>r Bun<strong>de</strong>sverband<strong>de</strong>r Transportunternehmen (BVT)unlängst als „fiskalische Stadtmauern undneue Wegezölle an <strong>de</strong>n Stadträn<strong>de</strong>rn“ bezeichnete.Alternativen untersucht das Projekt„Ich ersetze ein Auto“, bei <strong>de</strong>m dasDeutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt(DLR) seit Sommer 2012 für 24 Monate dieAuftragsdatensätze und Routenverläufe vonüber 100 Elektro-Lastenrad-Kurieren in<strong>de</strong>utschen Großstädten prüft, um Potenzialegrüner Logistik zu ermitteln. ❙❚■Florian Beck, freier JournalistI N T E R K E P„Der Kosten-Nutzen-Vergleich ist momentan noch schwierig“Sie gehört zu <strong>de</strong>n etablierten Firmen <strong>de</strong>r KEP-Branchein München, die Interkep-Gruppe mit ihremStammsitz an <strong>de</strong>r Frie<strong>de</strong>nheimer Brücke. Seit 1975operiert die Familie Haßler auf <strong>de</strong>m Markt. Da wares nur eine Frage <strong>de</strong>r Zeit, bis neben Dieselpowerund Gehirnschmalz auch stramme Wa<strong>de</strong>n dasDienstleistungsangebot <strong>de</strong>s Unternehmens bereichern:Fünf Lasten-Fahrrä<strong>de</strong>r <strong>de</strong>r Marke Bullitfahren seit ein paar Monaten von <strong>de</strong>r Interkep-Zentraleaus Touren in <strong>de</strong>r Münchner City. Sechs biszehn Stun<strong>de</strong>n am Tag sind die Fahrer unterwegs,absolvieren 20 bis 30 Kilometer Strecke. Kleinstsendungenbis zu 30 Kilogramm wer<strong>de</strong>n abgeholt undzugestellt. „Derzeit sind es noch sehr viele Einzelaufträge“,sagt Haßler. „Aber wir haben auch einigeAusliefertouren, vor allem im Letterbereich.“ Nachfünf bis sieben Stopps kehren die Fahrer ins Interkep-Depotund la<strong>de</strong>n neu – kein Problem bei <strong>de</strong>rzentralen Lage direkt an <strong>de</strong>r S-Bahn-Stammstrecke.Haßler hat mit seinen Cargobikes viel vor. „In <strong>de</strong>rersten Jahreshälfte 2014 rüsten wir auf. Da wollenwir ein engmaschiges Lastenfahrrad-Netz in Münchenhaben“. Zugute kommen wird dies unteran<strong>de</strong>rem einem Münchner Büromaterial-GroßundEinzelhändler. Für <strong>de</strong>n erledigt Interkep imGroßraum München die komplette Auslieferungvon <strong>de</strong>rzeit 2000 bis 3000 Paketen täglich. „Bis 2014wollen wir die ganze Struktur CO 2- und umweltschonendumsetzen.“ Dabei wer<strong>de</strong>n die Lasten-Fahrrä<strong>de</strong>r eine große Rolle spielen. Auch wenn sicheine Tonne Kopierpapier mit ihnen nur schwertransportieren lässt – in an<strong>de</strong>ren Bereichen spielensie ihren Vorteil aus: „Für geeignete Aufträge produzierenwir natürlich günstiger, schneller undwendiger“, meint Haßler. „Wir haben keine Kraftstoffkosten– und da generiere ich mit <strong>de</strong>n Cargobikesweniger Kosten als mit einem Dieselfahrzeug.“Interkep: Stramme Wa<strong>de</strong>n statt DieselQuantifizieren lässt sich das laut Haßler <strong>de</strong>rzeitaber nicht: „Der Kosten-Nutzen-Vergleich ist nochschwierig“, meint er. „Wir sind in <strong>de</strong>r Pilotphase,Investitionen und die momentan noch fehlen<strong>de</strong>Produktivität lässt eine Vergleichsrechnung zumkonventionellen Transport noch nicht zu. Zu<strong>de</strong>mist es momentan auch ein Stück Marketing.“ Aberin einem ist sich Haßler sicher: „Irgendwann wir<strong>de</strong>s einen echten Wettbewerbsvorteil geben.“ fbInterkepC I T Y E X P R E S S L O G I S T I K„Wir machen mit <strong>de</strong>m Elektrofahrzeug monatlich 1000 Euro Verlust“Peter Meyer ist enttäuscht. Dabei war <strong>de</strong>r geschäftsführen<strong>de</strong>Gesellschafter <strong>de</strong>s KurierdienstesCity Express Logistik in Hamburg anfangs sooptimis tisch. Er hatte fünf chinesische Kleintransportergekauft und setzte sie eineinhalb Jahre ein.Zwei bis drei Euro Stromkosten statt 12 Euro für Diesel,das war die Rechnung, die dank <strong>de</strong>r bezahlbarenchinesischen Fahrzeuge aufgehen konnte.Und da Meyers Elektroflotte nur Ökostrom tankte,entstan<strong>de</strong>n pro Transport null CO 2-Emissionen.So weit die Theorie, für die Meyer sogar Preise einheimste.Schließlich schien hier ein „Kleiner“ imKonzert <strong>de</strong>r KEP-Dienste <strong>de</strong>n Großen zu zeigen, wieman grüne Logistik in <strong>de</strong>utschen Städten schafft –auch ohne För<strong>de</strong>rprogramme. Doch heute, zweiJahre später, klingt die Zwischenbilanz nüchterner.Statt <strong>de</strong>r fünf „Chinesen“ fährt nur noch ein CitröenBerlingo Electric in Meyers Fahrzeugflotte – und mit<strong>de</strong>m „machen wir je<strong>de</strong>n Monat 1000 Euro Verlustgegenüber einem gleichen Fahrzeug mit Benzinmotor,weil wir wegen <strong>de</strong>r geringeren Reichweiteweniger Umsatz einfahren“, beklagt sich Meyer.Was war geschehen? City Express musste sich vonseiner Elektroflotte verabschie<strong>de</strong>n – einerseits,weil sie zu anfällig waren, an<strong>de</strong>rerseits wur<strong>de</strong>ndie Anfeindungen wegen <strong>de</strong>s Einsatzes chinesischerTransporter <strong>de</strong>utlicher. „Wir haben dasabbrechen müssen“, erinnert sich Meyer, „weil wirnicht wussten, ob wir dadurch einen Imagescha<strong>de</strong>nerlei<strong>de</strong>n o<strong>de</strong>r nicht.“Aber auf die Elektromobilität verzichten wollteCity Express nicht – und sattelte um. Doch obwohl<strong>de</strong>r E-Berlingo stolze 450 Kilogramm Zuladunghat, bewährt er sich laut Meyer nicht. „DieLaufleis tung ist zu gering. Meine Kurierfahrzeugesind im Schnitt 250 Kilometer in acht Stun<strong>de</strong>nunterwegs – und <strong>de</strong>r Berlingo muss nach 120Kilometern an die Steckdose.“ Selbst wenn dieCity Express: viele Preise für die grüne LogistikDisponenten das einkalkulieren und einen Zwischenstoppan einer <strong>de</strong>r Elektroautotankstellenim Hamburger Stadtgebiet einplanen wür<strong>de</strong>n,brächte das nichts: „Parkraum ist hier rar. Da kümmertes die Fahrer von Benzinern nicht, ob einPlatz als Elektrotankstelle ausgewiesen ist. Dennabgeschleppt wird nicht.“ Trotz<strong>de</strong>m will Meyer an<strong>de</strong>m E-Auto festhalten. Denn „wir wollen nach wievor umweltfreundlicher sein“. fbCity Express LogistikVerkehrsRUNDSCHAU KEP Spezial 2013 11
KEPCity-LogistikD E U T S C H E P O S T D H L„Unser Pilotprojekt in Bonn ist weltweit einmalig“Geht es nach Deutsche Post DHL, haben Knatternund Rattern im Großraum Bonn bald ausgedient.Denn seit August fahren in Bonn und Umgebungelektrische Zustellfahrzeuge. Bis Jahresen<strong>de</strong> soll dieFlotte auf 79 Fahrzeuge für Brief- und Paketzustellungwachsen. Und wenn 2016 auf <strong>de</strong>n Straßenrund um Bonn die angepeilten 141 Elektrofahrzeuge<strong>de</strong>s Unternehmens unterwegs sind, wer<strong>de</strong>nüber 500 Tonnen CO 2pro Jahr eingespart.Damit will Deutsche Post DHL Zeichen setzen:„Unser Pilotprojekt in Bonn ist weltweit einmaligund kann Vorbild für an<strong>de</strong>re Städte und Regionenwer<strong>de</strong>n“, betont Frank Appel, CEO <strong>de</strong>s Unternehmens.Das Pilotprojekt ist Teil <strong>de</strong>r Konzernstrategie,die CO 2-Effizienz <strong>de</strong>r Post inklusive <strong>de</strong>r Leistungenvon Subunternehmern bis zum Jahr 2020 um 30Prozent gegenüber <strong>de</strong>m Jahr 2007 zu verbessern.Bislang fahren 8500 Fahrzeuge mit umweltfreundlichenAntrieben: vom Hybrid-, über ErdundBiogasantrieb bis zum Elektroantrieb imDienst <strong>de</strong>r Post. Seit 2011 entwickelt das Unternehmenzu<strong>de</strong>m, gemeinsam mit <strong>de</strong>r Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH)Aachen, für die Brief- und Paketzustellung <strong>de</strong>n„Streetscooter“ – ein Elektrofahrzeug mit einerReichweite von bis zu 120 Kilometern, das imPostdienst rund 80 Kilometer weit kommen soll.Das Fahrzeug ist vor allem für die Zustellung auf<strong>de</strong>m Land ausgelegt – 20 Streetscooter wer<strong>de</strong>nauch rund um Bonn unterwegs sein.Deutsche Post: mit Streetscooter unterwegsDamit dürfte die angestrebte CO 2-Reduktion biszum Jahr 2020 in erreichbare Nähe rücken: DieHälfte <strong>de</strong>s Wertes hat Deutsche Post DHL nacheigenen Angaben je<strong>de</strong>nfalls schon in diesem Jahrerreicht – auch ohne <strong>de</strong>n Streetscooter. fbDeutsche Post DHLD P D„Bisher konnten 68 Tonnen CO 2 eingespart wer<strong>de</strong>n“Der Name lässt es ahnen: Isol<strong>de</strong> ist etwas in dieJahre gekommen: Schon 1997 ging sie an <strong>de</strong>nStart – als „Innerstädtischer Service mit OptimiertenLogistischen Leistungen für <strong>de</strong>n Einzelhan<strong>de</strong>l“,eines <strong>de</strong>r vielen damals aus <strong>de</strong>r Taufegehobenen Stadtlogistik-Konzepte.Über 15 Jahre später sind die meisten dieser Konzepteeingestampft – und Nürnberg hat Isol<strong>de</strong>:Mit zwei Elektrofahrzeugen liefert DPD, einzigverbliebener Initiator <strong>de</strong>s Projektes, täglich 500Pakete an Privatpersonen und Einzelhändler in<strong>de</strong>r Fußgängerzone <strong>de</strong>r Nürnberger Innenstadt.Damit wur<strong>de</strong>n nach Angaben von Jürgen Nutz,DPD-Depotleiter in Nürnberg, 68 Tonnen CO 2eingespart.„Zu<strong>de</strong>m wird durch <strong>de</strong>n Einsatz <strong>de</strong>r Elektrofahrzeugeauch die Feinstaubbelastung reduziert.“Zur Kosten-Nutzen-Rechnung <strong>de</strong>s Projekteswill sich DPD nicht äußern. Man betrachte <strong>de</strong>nEinsatz als Teil <strong>de</strong>r Verantwortung für die Umwelt,heißt es. Zu<strong>de</strong>m verschafft Isol<strong>de</strong> ihrem BetreiberDPD einen handfesten Wettbewerbsvorteil. Dennan<strong>de</strong>rs als konventionelle Zustellfahrzeuge dürfendie Isol<strong>de</strong>-Fahrzeuge rund um die Uhr in dieFußgängerzone einfahren. „Davon profitieren vorallem unsere Kun<strong>de</strong>n“, meint Nutz, was Isol<strong>de</strong> vorOrt zu einem echten Wettbewerbsfaktor macht.“Zumal DPD nun im September zwei neue Elektrotransportervom Typ G3 <strong>de</strong>s französischen HerstellersGoupil für die Zustellung in die NürnbergerCity angeschafft hat.DPD setzt auf Nachhaltigkeit in <strong>de</strong>r City„Das Nürnberger Mo<strong>de</strong>ll mit Elektrofahrzeugenhat auch Mo<strong>de</strong>llcharakter für an<strong>de</strong>re Großstädte“,meint DPD-Mann Nutz: „Gera<strong>de</strong> die Kooperationzwischen Dienstleistern und Städten birgt nochviel Potenzial.“ fbDPDFotolia/Felix Pergan<strong>de</strong>; Fotolia/Gina San<strong>de</strong>rs; iStockphoto/Dean Turner; Montage: VR/Karl-Heinz BartlJ U M P E R„Alle unsere Partner bieten CO 2 -neutrale Transporte an“Jumper: Weniger CO 2durch PartnernetzAuf <strong>de</strong>n ersten Blick erscheint <strong>de</strong>r Verbund Jumpereinfach als ein weiteres mittelständisches Netz vonKurier- und Expressdiensten. Doch schon das kräftigeGrün im Logo <strong>de</strong>s Verbun<strong>de</strong>s lässt ahnen: Essteckt mehr dahinter. Denn die 14 Partnerfirmen,vor allem in Deutschland, aber auch in Polen,Ungarn und England, haben sich das Prinzip „Qualitätund Ökologie“ auf ihre Fahnen geschrieben –und selbst wenn die Direktkuriere laut Dennis Uhlemann,Geschäftsführer <strong>de</strong>r Jumper-Dachorganisationin Waiblingen, natürlich hauptsächlich auf Überlandstraßenunterwegs sind, fahren sie auch mittenin die Stadt und wollen das Ihre dazu beitragen,auch dort <strong>de</strong>n CO 2-Ausstoß drosseln zu helfen.Kein leichtes Unterfangen in einer Branche, in <strong>de</strong>res vor allem auf zwei Faktoren ankommt: Preis undGeschwindigkeit. Doch genau <strong>de</strong>shalb ist die Jumper-I<strong>de</strong>eentstan<strong>de</strong>n: „Wir wollten eine partnerschaftlicheOrganisation mit ökologischemBewusstsein“, erläutert Uhlemann. Aus dieser I<strong>de</strong>eentwickelte sich die Marke Jumper, die seit 2010 amMarkt agiert – und <strong>de</strong>ren ökologisches Konzept bisherauf zwei Säulen steht: Die erste ist eine eigensprogrammierte Software, die sich ganz in <strong>de</strong>nDienst <strong>de</strong>s Netzwerkes stellt. Sie vermei<strong>de</strong>t Leerfahrtenund schont so Geldbeutel und Umwelt. Diezweite Säule ist ein Programm zur Kompensation<strong>de</strong>s von <strong>de</strong>n 450 im Verbund fahren<strong>de</strong>n Fahrzeugenausgestoßenen CO2 2in Klimaschutzprojekten.Allein im ersten Quartal 2013 konnten so 55 TonnenCO 2-Emissionen kompensiert wer<strong>de</strong>n.Dabei will Jumper nicht stehenbleiben: „Das ist <strong>de</strong>rerste Schritt“, sagt Uhlemann. „Elektrofahrzeugesind bei Direktfahrten von teilweise über 500 Kilometern<strong>de</strong>rzeit nicht machbar. Aber wenn unserePartner neue Fahrzeuge anschaffen, wer<strong>de</strong>n wirVorgaben bezüglich <strong>de</strong>r Schadstoffklasse machen.“Ein großer Schritt – und ein langer Prozess. Doch„ökologisches Han<strong>de</strong>ln ist nicht in einem Schritt zuerreichen, son<strong>de</strong>rn ist ein dauerhafter Prozess.“ fbJumper12 VerkehrsRUNDSCHAU KEP Spezial 2013
InterviewKEPKEP-Branche im FokusMit welcher neuen MietlösungMerce<strong>de</strong>s-Benz Charterway in<strong>de</strong>r Kurier-, Express- und Paketbranche(KEP) punkten will,sagt André Girnus, Sprecher<strong>de</strong>r Geschäftsführung <strong>de</strong>sUnternehmens, im Interview.Merce<strong>de</strong>s-Benz Charterway bietet jetzt<strong>de</strong>n neuen Atego und <strong>de</strong>n Sprinter alsMietlösung. Mit welcher Dienstleistunggrenzen Sie sich von an<strong>de</strong>ren Leicht-LKW-Vermietern ab?Unser Angebot umfasst weit mehr als nurdie herkömmliche Miete. Mit unserem„Transportunternehmermo<strong>de</strong>ll“ beispielsweisebieten wir Transportfirmen, die imAuftrag von Logistikern fahren, die Möglichkeit,schnell und unkompliziert an einFahrzeug im Firmen<strong>de</strong>sign ihres Auftraggeberszu kommen.Was macht diese Lösung gera<strong>de</strong> für KEP-Dienstleister aus Ihrer Sicht attraktiv?Im Zusammenspiel mit uns kann zum Beispielein Paketdienst genau konfigurieren,welche Features die Fahrzeuge umfassen,die seine Systempartner einsetzen sollen.Wir liefern die Fahrzeuge sogar in <strong>de</strong>ssenHausfarben aus. Vorteil für <strong>de</strong>n Paketdienst:Er legt fest, wie seine Fahrzeugflotte auszusehenhat. Vorteile für seine Systempartner:attraktive Konditionen, kürzere Kündigungsfristund spezielle Mietraten, standardisierteFahrzeuge, die mit ihrem Auftraggeberabgestimmt sind. Dachser setzt diesesDAS UNTERNEHMENMerce<strong>de</strong>s-Benz CharterwayMerce<strong>de</strong>s-Benz Charterway ist ein Gemeinschaftsunternehmen<strong>de</strong>r Merce<strong>de</strong>s-Benz Bankund <strong>de</strong>s Merce<strong>de</strong>s-Benz Vertriebs Deutschland.Seit 1992 bietet das Unternehmen Dienstleistungenund Mobilität rund um die Beschaffung,<strong>de</strong>n Service und das Management vonMerce<strong>de</strong>s-Benz-Nutzfahrzeugen. CharterwayService, Charterway Service-Leasing und CharterwayMiete bil<strong>de</strong>n die Angebotspalette. ImBereich Miete verfügt das Unternehmen übermehr als 7000 Fahrzeuge und <strong>de</strong>utschlandweitüber 70 Mietstützpunkte. ehV I T AAndré Girnusgeboren am 31. Dezember 1970in Erfurt. Nach seinem Studium<strong>de</strong>s Wirtschaftsingenieurswesensbegann sein Wer<strong>de</strong>gang bei <strong>de</strong>rheutigen Daimler AG. Seit 2012 ister Sprecher <strong>de</strong>r Geschäftsführungvon Merce<strong>de</strong>s-Benz Charterwayin Berlin.Mo<strong>de</strong>ll schon seit Jahren ein und neuerdingsauch Deutsche Post DHL.Gleichwohl ist die Miete von Fahrzeugenerfahrungsgemäß die teuerste Beschaffungsvariante.Beim Vergleich von Kauf versus Miete/Leasingvergleicht man oft Äpfel mit Birnen.Viele Kosten, wie etwa Versicherungs- undZulassungskosten o<strong>de</strong>r auch in <strong>de</strong>r Mietrateinkludierte Zusatzservices wie Pannen- undReifenservice, wer<strong>de</strong>n in diesem Vergleichin <strong>de</strong>r Regel nicht berücksichtigt. Nicht zuvergessen: Die Miete ist die flexibelste Form<strong>de</strong>r Fahrzeugbeschaffung und das zu absolutplanbaren und transparenten Kosten.Ganz konkret: Wie viel Euro kostet bei Ihnenein Tag Miete bei Atego und Sprinter?Wir bieten die Fahrzeuge schon ab 24 Stun<strong>de</strong>n,aber auch wochen- und monatelang an,wobei sich die Dauer <strong>de</strong>r Laufzeit natürlichauch direkt auf <strong>de</strong>n Mietpreis auswirkt, <strong>de</strong>rmit längerer Laufzeit auch günstiger wird.In <strong>de</strong>r Tagesmiete kostet <strong>de</strong>r neue Sprinter85 Euro und <strong>de</strong>r neue Atego 150 Euro.Nochmals zu Ihrem neuen Mietangebot.Über welche Motorleistung wer<strong>de</strong>n <strong>de</strong>rAtego und <strong>de</strong>r Sprinter verfügen? Und inwelcher Abgasstufe sind diese lieferbar?In <strong>de</strong>r Übergangsphase bieten wir bei<strong>de</strong>s:<strong>de</strong>n bewährten Atego mit Euro-5-Motorund <strong>de</strong>n neuen Atego mit Euro-6-Motor.Den neuen Sprinter bieten wir sowohl in <strong>de</strong>rEuro-5- als auch in <strong>de</strong>r Euro-6-Variante. Eingroßes Kontingent unserer Fahrzeuge umfasst<strong>de</strong>n Sprinter (316 und 319) mit jeweils130 PS (96 kW) bis 160 PS (118 kW) Motorleistung.Und <strong>de</strong>n Atego bieten wir als 816und 818 in <strong>de</strong>r 7,5-/8-Tonnen-Variante ansowie als 1223, 1224 und 1230 in <strong>de</strong>r12-Tonnen-Variante. Die Motorleistungreicht hier jeweils von 180 PS (132 kW) bis300 PS (220 kW).Welche Auf- und Ausbauten kann ein KEP-Dienst bei Ihnen mieten? Mit welchen Partnernarbeiten Sie dafür zusammen?Wir versuchen, mit unserem Angebot <strong>de</strong>nbestehen<strong>de</strong>n Markt bestmöglich wi<strong>de</strong>rzuspiegeln,das heißt, wir bieten hier vomStandard- bis zum Spezialaufbau nahezualle Lösungen. Dafür arbeiten wir mit allennamhaften KEP-Aufbauherstellern zusammenwie Spier, Junge und Kießling – um nurein paar Beispiele zu nennen. ❙❚■Eva HassaDas komplette Interview mit André Girnus(Merce<strong>de</strong>s-Benz Charterway) lesen Sieunter www.verkehrsrundschau.<strong>de</strong>VerkehrsRUNDSCHAU KEP Spezial 2013 13Merce<strong>de</strong>s-Benz Charterway
KEPRetouren-ManagementZurück an Absen<strong>de</strong>rWas als Kun<strong>de</strong>nservicebegann, entpuppt sich fürOnline- und Distanzhändlerimmer mehr zum Kostentreiber– Stichwort Retouren.Was sich Unternehmen einfallenlassen, um diese Retourenzu managen, und welcheServiceangebote KEP-Dienstedafür bieten, lesen Sie hier.Sechs bis sieben Prozent allerE-Commerce-Sendungen gehenim Schnitt an <strong>de</strong>n Absen<strong>de</strong>r zurückEigentlich hat <strong>de</strong>r Paketbote schonkehrtgemacht, da ruft ihn die Kundinnoch einmal zurück. „Warten Siebitte kurz?“ Hektisch reißt sie das Paketauf, entnimmt einen Damenschuh – undprobiert ihn auf <strong>de</strong>r Türschwelle an. Verblüfftsteht <strong>de</strong>r Auslieferfahrer daneben.Die Kundin tritt einmal kurz auf, zieht <strong>de</strong>nSchuh aus und stopft ihn notdürftig in <strong>de</strong>nKarton zurück. „Passt nicht, können Siegleich wie<strong>de</strong>r mitnehmen.“Wer mit KEP-Dienstleistern spricht, wirdfrüher o<strong>de</strong>r später solche Geschichtenhören. Sie werfen ein Schlaglicht auf einwachsen<strong>de</strong>s Problem: die ausufern<strong>de</strong> Rückgabe-Kultur.Sechs bis sieben Prozent allerE-Commerce-Sendungen gehen wie<strong>de</strong>r an<strong>de</strong>n Absen<strong>de</strong>r zurück, hat die HamburgerUnternehmensberatung MRU unlängst ermittelt.Doch das ist ein Durchschnittswert,in <strong>de</strong>m auch Möbel und weiße Waren enthaltensind, also Produkte, die nur seltenvon Endverbrauchern zurückgegebenwer<strong>de</strong>n. Bei Mo<strong>de</strong>versen<strong>de</strong>rndagegen kann die Retourenquotesogar bis zu 50 Prozent erreichen.Nicht umsonst hat BranchenprimusZalando seinen Werbesloganflugs umgestaltet:Aus „Schrei vor Glück– o<strong>de</strong>r schick‘s zurück“wur<strong>de</strong> nach wenigen Monaten<strong>de</strong>r zweite Halbsatz entfernt.Und nicht wenige Versen<strong>de</strong>rstellen sich <strong>de</strong>rzeit die Frage:Was kann unser KEP-Partnertun, damit wir die Retouren in<strong>de</strong>n Griff bekommen?Vorteil Paketshop-LösungDie grundlegen<strong>de</strong> Strategie allerKEP-Anbieter ist gleich: „Wir wollenes <strong>de</strong>m Kun<strong>de</strong>n so einfach wiemöglich machen, Ware zurückzusen<strong>de</strong>n“,sagt Michael Knaupe,Head of B2C-Products and Servicesbei Paket- und ExpressdienstleisterDPD. Deshalb arbeitetdas Unternehmen mit Hoch-druck daran, bis En<strong>de</strong> 2014 die Zahl <strong>de</strong>rPaketshops von <strong>de</strong>rzeit 4000 auf 8000 Paketshopszu verdoppeln. Auch UPS gehtnun diesen Weg. „Wir sind im Oktober inDeutschland mit 1400 neuen Paketshopsgestartet. Bis Jahresen<strong>de</strong> gehen wir von2000 aus“, erklärt UPS-Deutschland-SprecherThomas Schlichting. Und mittelfristigplane das Unternehmen hierzulan<strong>de</strong> 4500Paketshops. Bei <strong>de</strong>n Shops han<strong>de</strong>lt es sichlaut Schlichting insbeson<strong>de</strong>re um Kioske,Tankstellen und kleine Lebensmittellä<strong>de</strong>n.In diesen UPS-Paketshops können Kun<strong>de</strong>nRetouren sowie frankierte Pakete abgeben,die mit <strong>de</strong>m US-Integrator versen<strong>de</strong>t wer<strong>de</strong>nsollen.Deutsche Post DHL ist einen Schritt weiter;<strong>de</strong>r Bonner Konzern will die Zahl <strong>de</strong>rAnnahmestellen von <strong>de</strong>rzeit 35.500 aufinsgesamt 55.000 bis En<strong>de</strong> nächsten Jahressteigern. 30 Millionen Euro wird das Unternehmendafür in die Hand nehmen. Bei<strong>de</strong>n Annahmepunkten han<strong>de</strong>lt es sichzum Beispielum KioskeArbeiten mit Hochdruckdaran, dass Kun<strong>de</strong>n ihreWaren möglichst einfachretournieren können:die KEP-Dienste14 VerkehrsRUNDSCHAU KEP Spezial 2013und Lebensmittelhändler,diePakete annehmen,aber nicht das volleProduktportfolio vonDHL anbieten.Einige KEP-Dienstleister sammelnSendungen auch beimEmpfänger ein. DHL etwa tutdas – obwohl <strong>de</strong>r Service so gutwie unbekannt ist und auchnicht beworben wird. KonkurrentDPD holt Retouren ebenfallsab, im üblichen Zeitraumzwischen 8 und 18 Uhr.„Aber es ist schwierig, <strong>de</strong>nEmpfänger anzutreffen undzu einem passen<strong>de</strong>n Zeitpunktzu kommen“, räumtDPD-Mann Knaupe ein.Vorab mit <strong>de</strong>m Kun<strong>de</strong>nein Zeitfenster zu vereinbaren,sei zwar<strong>de</strong>nkbar, habe <strong>de</strong>rzeitaber keinePriorität, sagtFotolia/ Peter Kögler
Retouren-ManagementKEPer. „Wir wollen die Abholung vermei<strong>de</strong>n.Die Paketshop-Lösung wird bevorzugt.“Soweit die Strategie <strong>de</strong>r KEP-Unternehmen,es <strong>de</strong>n Kun<strong>de</strong>n einfach zu machen. Esist aber kein Geheimnis, dass sie sich diesenService auch entsprechend honorierenlassen. „Die Retoure ist fast doppelt soteuer wie die normale Sendung“, moniertChristian Mitterhuber, Geschäftsführervon HMS Logistik. Das Unternehmen ausOtterfing bei München hat sich darauf spezialisiert,für Webshops die Logistik zuübernehmen. Für eine Sendung, <strong>de</strong>ren Zustellungauf <strong>de</strong>m Hinweg vier Euro kostete,berechne sein KEP-Dienst auf <strong>de</strong>m Rückweg7,50 Euro, so Mitterhuber.Senkt Sameday Delivery die Retouren?Klar, dass sich viele Distanzhändler dieseBeför<strong>de</strong>rungskosten sparen wollen. Sielegen <strong>de</strong>shalb Empfängern, die Ware zurückschickenwollen, absichtlich Steine in<strong>de</strong>n Weg. Oberflächlich gesehen scheintdas auch Sinn zu ergeben: Liegt im Kartonmit <strong>de</strong>r Ware gleich <strong>de</strong>r passen<strong>de</strong> Aufkleberfür die Retoure, steigt die Wahrscheinlichkeit,dass er auch genutzt wird. Je<strong>de</strong>rKlick und je<strong>de</strong> zusätzliche Eingabe dagegensenken die Retourenquote.Passend dazu eine aktuelle Meldung: DPDstartete soeben ein neues Internetportal,über das dieEmpfänger ihren Retourenpaketscheinbekommenkönnen. In <strong>de</strong>reinfachsten Varianteerhält <strong>de</strong>r Empfängereine E-Mail, aus<strong>de</strong>r er sich dasLabel ausdruckenkann; beieiner an<strong>de</strong>renVariante wird erauf eine Bildschirmmaskegelenkt, wo er seineAdressdaten eingeben muss.„Wir reagieren auf die Kun<strong>de</strong>nanfor<strong>de</strong>rungen“,sagt DPD-Manager Knaupe.Theoretisch gibt es noch weitere Möglichkeiten,die Retourenquote zu senken: Sokönnten Versen<strong>de</strong>r die Kun<strong>de</strong>ndaten analysierenund beson<strong>de</strong>rs wankelmütige Bestellermit höheren Rücksen<strong>de</strong>kosten abstrafenbeziehungsweise ihnen kein fertigesRetourenlabel mehr in die Sendung legen.Branchenkenner sehen diese Maßnahmenaber insgesamt kritisch. „Dem Kun<strong>de</strong>n dasLeben schwer zu machen, wird auf Dauernicht funktionieren“, meint Horst Manner-Romberg, Geschäftsführer <strong>de</strong>r MRU-Unternehmensberatung.Das Verbraucherverhaltenhabe sich im Zusammenhang mit<strong>de</strong>m E-Commerce geän<strong>de</strong>rt, daraufmüssten sich die Distanzhändler undDienstleister einstellen.So drückend die hohe Zahl <strong>de</strong>r Rückläuferfür Webshops <strong>de</strong>rzeit sein mag – Besserungist in Sicht. Auslöser könnte <strong>de</strong>r Trend zurtaggleichen Zustellung (Same-Day-Delivery)sein. Kun<strong>de</strong>n <strong>de</strong>s ElektronikmarktesConrad etwa können sich seit Kurzem gewünschteProdukte binnen zwei Stun<strong>de</strong>nan die Haustür liefern lassen, sofern sie in<strong>de</strong>r Nähe einer Filiale wohnen; ein Stadtkurierholt die Ware dann dort ab und liefertsie aus. Der Vormarsch dieser Art von Blitzlieferungkönnte die Welle<strong>de</strong>r Rücksendungen zumin<strong>de</strong>steindämmen.Der Grund: „Je schneller<strong>de</strong>r Kun<strong>de</strong> die Wareerhält, <strong>de</strong>sto wenigerretourniert er“, erklärtDPD-Mann Knaupe.Klar, dass sich das Unternehmenauch auf <strong>de</strong>nTrend Sameday-Deliveryvorbereitet und diese Art<strong>de</strong>r Zustellung in Deutschlandvorantreiben will. ❙❚■Constantin Gillies, freier Journalist„Je schneller ein Kun<strong>de</strong> die Wareerhält, <strong>de</strong>sto weniger retournierter sie auch“MICHAEL KNAUPE,Head of B2C-Products & Services bei DPDEU-VORGABENNeue EU-Richtlinie zum Thema RetourenMit einer neuen Richtlinie zu Verbraucherrechtenbringt die Europäische Union Bewegungin das Thema Retouren. Sobald sie am13. Juni 2014 <strong>de</strong>utsches Recht wird, müssendie Verbraucher grundsätzlich die Kosten einerRücksendung tragen – unabhängig vomWarenwert. Bisher haben die Käufer in <strong>de</strong>rRegel das Recht, Ware innerhalb von 14 Tagenkostenlos zurückzuschicken.Die E-Commerce-Branche rüstet sich schon fürdie neue Gesetzeslage: Über ein Drittel <strong>de</strong>rHändler will künftig keine kostenlosen Retourenmehr anbieten, so eine Umfrage <strong>de</strong>s KölnerE-Commerce-Centers. Weitere 22 Prozentwollen die Entscheidung vom Warenwertabhängig machen.Läutet dies das En<strong>de</strong> <strong>de</strong>s Retourenparadiesesein? Branchenkenner wi<strong>de</strong>rsprechen. „Gera<strong>de</strong>bei Produkten wie Textilien wird es immer hoheRetouren geben, das ist für die Versen<strong>de</strong>r Teil <strong>de</strong>sGeschäfts“, meint GLS-Sprecherin Anne Putz.Auch Horst Manner-Romberg von <strong>de</strong>r MRU-Unternehmensberatung glaubt nicht, dass sichdurch die neue Gesetzeslage viel än<strong>de</strong>rn wird.„Höchstens einige Spezialversen<strong>de</strong>r wer<strong>de</strong>n ihreRetouren kostenpflichtig stellen.“ cgDPDS E R V I C E - Ü B E R S I C H T : W A S K E P - D I E N S T E L E I S T E NDHL DPD GLS UPS Hermes TNTAnnahme/Abholung durchFahrerja ja ja ja ja neinZustellung in einembestimmtenZeitfensterAnzahl Paketshops/AnnahmestellenAnkündigung<strong>de</strong>r Zustellung,auf vier Stun<strong>de</strong>ngenauAnkündigung<strong>de</strong>r Zustellung,auf bis zu dreiStun<strong>de</strong>n genauAnkündigung<strong>de</strong>r Zustellung,zwischen einerund vier Stun<strong>de</strong>ngenau, jenach Größe <strong>de</strong>sLiefergebietsnur bei Express-ProduktenkeineAnkündigungnur bei Express-Produkten35.500 6000 5000 1400 14.000 13.500(normale Poststellen)Quelle: Unternehmensangaben,/Recherchen <strong>de</strong>s Autors Constantin GilliesVerkehrsRUNDSCHAU KEP Spezial 2013 15
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