Pkw-Reifen: Reparatur ist möglich – aber

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Pkw-Reifen: Reparatur ist möglich – aber

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21. August 2007

Pkw-Reifen: Reparatur ist möglich aber nur durch Spezialisten!

Pech für den Autofahrer: Ein Plattfuß am fahrbaren Untersatz! Also ab in die Werkstatt und neuen

Reifen aufziehen lassen? Mit etwas Glück handelt es sich nur um ein defektes Ventil, das relativ

problemlos ausgetauscht werden kann. Was aber, wenn der Reifen selbst beschädigt ist und deshalb

die Luft nicht mehr hält?

Reifenschäden sollten Fahrzeughalter am besten immer von einem Pneuspezialisten prüfen und

sich von ihm auch über die Möglichkeiten einer Reparatur beraten lassen“, so empfiehlt Hans-

Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-

Handwerk e.V. (BRV, Bonn). Denn Pkw-Reifen können durchaus repariert werden; allerdings nicht

alle (das hängt von der Art der Beschädigung ab) und keinesfalls in „Heimarbeit“! Reifenreparaturen

sind immer ein Fall für den Reifenprofi, die Voraussetzungen für die Wiederherstellung sind

sogar straßenverkehrsrechtlich in der „Richtlinie für die Instandsetzung von Luftreifen“ geregelt.

Weit mehr als 90 Prozent der Reifenschäden sind so genannte Einfahrschäden, bei denen nach

dem Eindringen eines spitzen Gegenstandes in die Lauffläche langsam die Luft entweicht. Diese

Schäden dürfen gemäß der genannten Richtlinie bei einem Pkw repariert werden, wenn ihr

Durchmesser nicht größer als sechs Millimeter ist - allerdings nur unter der Voraussetzung, dass

der komplette Reifen zuvor von der Felge montiert, untersucht und insgesamt als reparaturwürdig

beurteilt wurde. Denn es kann sein, dass zwar der Einfahrschaden selbst repariert werden könnte,

aber der Reifen durch vorheriges Fahren mit Minderluftdruck in seiner Gesamtheit schon so geschädigt

ist, dass er dann letzlich doch nicht mehr repariert werden kann. Fällt diese erste Prüfung

positiv aus, wird anschließend die Schadensstelle an der Außen- wie an der Innenseite des Reifens

begutachtet. Dabei wird der Fachmann kontrollieren, wie stark die Stahlfäden des Reifen-

Unterbaus, der so genannten Karkasse, beschädigt sind. Ist eine Reparatur möglich, wird im Anschluss

an die Säuberung des Schadenskanals, durch den der Fremdkörper eingedrungen ist, die

beschädigte Stelle mit Hilfe eines zulässigen Reparaturmittels (z.B. Kombination aus Lochkanalfüllung

und Reparaturpflaster) repariert.

„Das Ganze ist natürlich kostengünstiger als die Neubereifung der betroffenen Achsposition oder

sogar der kompletten Achse", so sagt Verbandsexperte Drechsler. „Wurde eine mögliche Reparatur

fachgerecht durchgeführt, ist der Reifen genauso einsatzfähig wie vor der Beschädigung.“ Doch

nicht jeder, der mit Reifen handelt, kann sie auch reparieren. Deshalb sollten Autofahrer beschädigte

Pneus ausschließlich durch spezialisierte Fachhandwerker begutachten und instand setzen

lassen. Eine Liste hierfür qualifizierter Betriebe finden Interessenten im Internet unter der Adresse

www.bundesverband-reifenhandel.de, Menüpunkt „Stationenverzeichnis/Reifenreparaturbetriebe".

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Bundesverband Reifenhandel

und Vulkaniseur-Handwerk e.V.

Franz-Lohe-Str. 19

D-53129 Bonn

Tel. (02 28) 2 89 94 70 Fax (02 28) 2 89 94 77

www.bundesverband-reifenhandel.de

E-Mail: info@bundesverband-reifenhandel.de


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Je nach Art der Beschädigung muss der Pneu-Profi manchmal allerdings auch die Diagnose 'irreparabel'

fällen. Denn die erlaubten Ausbesserungsmöglichkeiten sind aus Sicherheitsgründen

stark begrenzt. Drechsler: „Wenn der Werkstattprofi nach gründlicher Prüfung sogar die Neubereifung

der kompletten Achse empfiehlt, ist das in der Regel keine Geschäftemacherei, sondern

ein ernst zu nehmender Sicherheitstipp. Denn nicht jeder Neureifen verträgt sich mit dem unbeschädigten

zweiten auf der Achse!“ Nach § 36 (2a) StVZO gilt hinsichtlich der Mischbereifung an

Pkw zwar lediglich die Forderung, dass sie entweder nur mit Diagonal- oder nur mit Radialreifen

ausgerüstet sein müssen. Gleichwohl ist in Fachkreisen unbestritten, dass aus Gründen der Fahrzeugsicherheit

die Verwendung von Reifen des gleichen Herstellers und Typs dringend zu empfehlen

ist. Drechsler: „Wer das Pendant zu dem intakt gebliebenen Pneu nicht mehr bekommen

kann, sollte deshalb dem Rat des Fachmanns folgen und sicherheitshalber beide Reifen der betroffenen

Achse austauschen lassen.“

Und noch einen Tipp hat der Verbandsexperte: „Hände weg von präventiven Reifendichtmitteln,

die schon vor einem möglichen Einfahrschaden in den Reifen eingefüllt werden sollen!“ Denn diese

sind als Mittel zur Reifenreparatur nicht zulässig. Wenn überhaupt, dürfen sie nur als „temporärer

Notbehelf“ nach einem eingetretenen Schaden verwendet werden; die Reifen können dann

allerdings gegebenenfalls nicht mehr fachgerecht repariert werden.

Bei Abdruck Beleg erbeten danke!

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