Albert Bachmann - Perfekt vorbereitet

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Perfekt

vorbereitet

Fit für die Zukunft: Im Seminar Next Generation

Circle von Wella werden rund 90 zukünftige Salonmanager

auf ihre Aufgaben vorbereitet

Vor einigen Jahren haben wir in einer mehrteiligen Serie über

Albert Bachmann, Seminartrainer für Wella und Salonbesitzer in

Roßtal, berichtet. Er war uns aufgrund seiner innovativen Ideen in

Sachen Mitarbeiterführung, Salonorganisation und Kundenbindung

aufgefallen. Auch jetzt machte Albert Bachmann wieder auf sich

aufmerksam – mit der Übergabe seines Salons an seinen ehemaligen

Azubi Thomas Ulrich…

Alle Stationen: Im Salon von Albert Bachmann wurde Thomas Ulrich vom

Azubi zum Gesellen, zum Meister und nun zum Saloninhaber.

So überraschend wie für uns kam die Übergabe

natürlich weder für Thomas Ulrich, das

Salonteam, noch die Kunden, denn alles war

von langer Hand vorbereitet. „Herr Bachmann

kam im November 2012 im Rahmen eines Unternehmerseminars

auf mich zu und verriet

mir von seinen Plänen. Ich habe mich natürlich

sehr gefreut, dass er mir zutraut, sein beachtliches

Lebenswerk weiterzuführen“, erinnert

sich Thomas Ulrich. Der heute 28-Jährige hat

bei Albert Bachmann alle Stationen durchlaufen

– selbst von einer Absage auf seine Azubi-Bewerbung

ließ er sich nicht entmutigen.

„Ich sah damals ziemlich exotisch aus,

aber letztendlich habe ich die Stelle ja doch

bekommen und auch die Kunden haben

mich sofort akzeptiert“, so Thomas.

Nach der Ausbildung folgten zwei Jahre als

Geselle, dann die Meisterschule und nun

schließlich der nächste Step.

Die Zeit seit November 2012 hat Thomas intensiv

für Seminare in Sachen Mitarbeiterführung

und Unternehmerseminare genutzt – momentan

nimmt er zum Beispiel am „Next Generation

Circle“ von Wella teil. Ein Jahr lang werden

die Teilnehmer dort mit unkonventionellen Trainings

auf ihre neue Führungsrolle vorbereitet

– da kann es dann schon einmal vorkommen,

dass man ein Orchester dirigieren muss, seine

Kommunikationsfähigkeiten bei einer digitalen

Schnitzeljagd (Geocaching) unter Beweis

stellen muss oder sein unternehmerisches

Denken beim Business-Monopoly testen kann.

Gut 90 Salonmanager von morgen werden so

auf ihre Zukunft vorbereitet. „Das ist das Gute

an diesem Schulungskonzept – man kann sich

mit den anderen Teilnehmern, die alle in einer

ähnlichen Situation sind, intensiv beraten und

austauschen. Das lässt den anfänglichen Berg

an Problemen gleich viel kleiner erscheinen“,

so Thomas. Außerdem sind natürlich „viele

Experten mit an Bord“, so dass ein „total innovatives

und nachhaltiges Seminar-Konzept“

entstanden ist.

Next Generation Circle ist ein weiterer Baustein

der Wella Initiative „Friseure bewegen“ und

zeigt wieder einmal den Vorreiter-Charakter

der von Wella angebotenen Seminare – egal

ob fachlich, ganz am Anfang der Karriere oder

als Salonleiter, es gibt für alle individuellen Ansprüche

das richtige Weiterbildungsprogramm.

Thomas Ulrich: „Auch wenn ich von Albert

Bachmann natürlich schon sehr gut vorbereitet

wurde, der Next Generation Circle macht mich

in meinen Entscheidungen wesentlich sicherer

und hat mich zu eigenverantwortlichem Arbeiten

erzogen. Ich kann das Seminar wärmstens

weiterempfehlen und bin schon auf

die Bausteine gespannt, die bis zur offiziellen

Graduierung im Herbst noch kommen.“


etriebswirtschaft

Albert Bachmann (55) aus Roßtal bei Nürnberg

ist Friseurunternehmer und auch als

Referent in der Branche bestens bekannt.

Er hat in seinem Weihnachtsbrief 2014 seinen Kunden mitgeteilt,

dass er künftig neue Wege gehen will und aus diesem

Grund das Geschäft an Thomas Ulrich übergibt, der bei ihm

ausgebildet wurde und sein volles Vertrauen genießt. Ideal ist

in diesem Fall die Möglichkeit des sanften Übergangs: Seit

1. Januar ist Ulrich zwar der Inhaber des Salons, aber Bachmann

ist noch an zwei bis drei Tagen in der Woche für die

Kunden da. In der übrigen Zeit will er seine Erfahrungen noch

intensiver an seine Kollegen in ganz Deutschland weitergeben.

Lange und intensive Vorbereitung

FRISEURWELT wollte von Albert Bachmann wissen, welche

Kriterien gerade für Thomas Ulrich als Nachfolger sprachen.

Das kann uns der umtriebige Friseur erklären: "Er hat die Intelligenz,

die Kreativität und die Power, dass er ein Unternehmen

dieser Größe führen kann." Und, was genau so wichtig ist, "er

hatte auch die Mittel, um die Investition zu stemmen."

Bereits im Juli 2011 hat Bachmann dem jungen Friseur verschiedene

Optionen aufgezeigt, wie es für ihn weitergehen

könnte, wenn er als Meister in den Salon zurückkommt: vom

angestellten Meister bis hin zur Betriebsübernahme und als

Top-Angebot der Erwerb der gesamten Immobilie.

Wie hat Thomas Ulrich reagiert? "Er war ganz gelassen, und ich

denke, zu diesem Zeitpunkt war das für ihn auch noch in weiter

Ferne, doch er hat sich mit dem Thema von da an schon auseinandergesetzt."

Ganz konkret wurde das Thema bei einem

gemeinsamen Seminarbesuch im November 2012 noch einmal

angesprochen. Als Thomas bestätigte, dass er sich die

betriebsübergabe

professionell vorbereiten

Wenn sich ein Friseurunternehmer entschließt,

seinen Salon, oft sein Lebenswerk,

in andere Hände zu geben, muss das gut und

vor allem rechtzeitig vorbereitet werden.

Nicht immer sind Kinder da, die das Geschäft

übernehmen wollen.

Betriebsübernahme vorstellen könnte, überlegte man einen

geeigneten Zeitpunkt – dieser schien irgendwo zwischen 2014

und 2016 zu liegen.

Auch das Team wurde schon bald informiert, bei einer Morgenbesprechung

im November 2013. Da wurde der Termin der

Übergabe schon konkret auf den 1. Januar 2015 festgelegt.

Bachmann und Ulrich boten an, in kleinen Gruppen von je 2-3

Mitarbeitern zusammen essen zu gehen, um alle Fragen zu

klären. Die Mitarbeiter sollten sich überlegen: Was erwarte ich

von meinem neuen Chef? Was erwarte ich in Zukunft vom Unternehmen?

Wo sehe ich mich in Zukunft bei Frisör Bachmann?

Mit drei Gruppen waren der alte und der neue Chef im intensiven

Dialog, zunächst mit den über 50-jährigen Mitarbeitern,

dann mit der 'Mittelklasse', "die kritischsten Mitarbeiter und

zugleich Freunde von Thomas und absolute Leistungsträger",

wie Bachmann sagt, und schließlich mit den jüngeren Mitarbeitern,

die gerne Aufgaben übernehmen wollen und Interesse

an neuen Dienstleistungen haben. Für sie war wichtig: Wann

bekommen wir Haarverlängerung, und auf welche Seminare

gehen wir jetzt? Für andere stand die Frage im Vordergrund,

ob die betriebliche Altersversorgung weiterbezahlt wird, was

mit dem Urlaubsanspruch ist und wie die bisherige Betriebszugehörigkeit

zählt, "und ist der neue Chef bei Jubiläen genau

so großzügig, wie der Herr Bachmann es immer war?", ergänzt

der Chef schmunzelnd.

Die Reaktion des Teams und der Kunden

"Das Team kannte Thomas seit seiner Azubizeit und hat mitbekommen,

wie er sich in Rekordzeit durch sämtliche Kategorien

gearbeitet hat und ein absoluter Leistungsträger im Betrieb

ist", schildert Bachmann. So haben alle sehr positiv reagiert.

Es kamen Aussagen wie 'Das haben wir uns schon gedacht.'

Auch die Kunden mussten informiert werden. Ab Januar 2014

hatten die Mitarbeiter die Erlaubnis, mit den Kunden darüber

zu sprechen. Mitte November 2014 hat Bachmann im Amtsblatt

Roßtal eine ganzseitige Anzeige geschaltet, diese wurde

gleichzeitig im Schaufenster und im Salon ausgehängt und

erschien Anfang Dezember auch noch in einem Mitteilungsblatt,

das die ganze Region Fürth Land abdeckt. "In derselben

Ausgabe haben die Mitarbeiter eine ganzseitige Anzeige mit

Dankeskommentaren für mich geschaltet", berichtet der Chef.

Und wie haben die Kunden reagiert? "Die Resonanz ging von

'jawohl, das ist der richtige Typ' über 'ob er das schafft' bis hin

zu 'so alt sind Sie doch noch gar nicht, dass Sie jetzt schon in

Rente gehen", erzählt Bachmann, und "die ersten vier Wochen

zeigen, dass Thomas Ulrich sich auf seinem neuen Posten

sehr gut bewährt."

Rundum perfekt vorbereitet

Zur Heransgehensweise schildert Albert Bachmann, dass er

und Thomas Ulrich sich zwei Jahre vor der Übergabe überlegt

haben, welche Aus- und Weiterbildung der Nachfolger

braucht, um der Aufgabe als Chef und Betriebsinhaber gerecht

zu werden. "Wir haben uns für drei Richtungen entschieden,

und dann kam noch das neue Programm von Wella 'Next

Generation Circle' dazu. Die anderen waren das Seminar

'Unternehmensführung – Unternehmer-Energie' von

Dr. Dr. Cay von Fournier, 'Mitarbeiterführung – Klartext

reden' und 'Betriebswirtschaft – Betriebswirtschaft 1'

von Peter Lehmann. Seit Mitte 2014 besucht Thomas

nun das Trainee Programm 'Next Generation Circle', um

hier neue Strukturen zu lernen und um sein Netzwerk zu

erweitern." Die Unterstützung von Wella war Bachmann

sehr wichtig und wertvoll: "Wir haben immer innovative

und zukunftsorientierte Partner gehabt, die lange vor der

Übergabe mit im Boot waren und sich mit ihren Ideen

einbringen konnten."

Auch die betriebswirtschaftliche Seite des Salons lernte

Thomas Ulrich frühzeitig intensiv kennen: "Wir haben

ab Anfang 2014 in jedem Quartal Zahlenbesprechungen

abgehalten, um Thomas die Hintergründe, das Umsatz-/

Kostenverhältnis aufzuzeigen und um ihm Lust auf den

Betrieb zu machen. Seit Oktober 2014 haben wir eine

wöchentliche Bürostunde, das führen wir auch im Jahr

2015 weiter", meint Bachmann.

Das sagt der Neue

Wie fühlt sich Thomas Ulrich nun, wie stellt er sich seine

Zukunft vor, wollten wir wissen? "Ich habe mich natürlich

sehr gefreut, dass Albert mir es zutraut, sein beachtliches

Lebenswerk hier im Salon weiterzuführen. Er

hat wirklich viel geschaffen und eine Marke aufgebaut,

mit der ich mich jetzt auch seit zehn Jahren identifiziere

und die zu meiner Familie geworden ist, was mir die

Entscheidung auch leicht gemacht hat. Allerdings hatte

ich große Ehrfurcht, mich dieser Aufgabe zu stellen, im

Team sowie in der Organisation. In dieser Hinsicht hätte

ich mir aber gar nicht so viele Gedanken machen müssen,

denn ich habe die beste Unterstützung von allen erhalten, die

man sich nur vorstellen kann. Die Seminarvorbereitung in den

letzten beiden Jahren und jetzt die Begleitung auch durch den

Next Generation Circle sowie ein Januar, der extrem gut gelaufen

ist, lassen mich sehr positiv in die Zukunft schauen. Wenn

sich alles so weiterentwickelt, wie ich es angedacht habe und

wie es begonnen hat, bin ich happy."

Was will er verändern, was wird er beibehalten? "Von unserer

Organisation her sind wir supergut aufgestellt. Wir haben für

alles Checklisten, auf denen jeder Mitarbeiter genau nachlesen

kann, was wann, wie und wo zu erledigen ist und zu wessen

Aufgabengebiet es gehört." Natürlich will er seine eigene

Handschrift über kurz oder lang mehr im Salon hinterlassen,

sei es bei der Raumgestaltung oder bei den Dienstleistungen.

"Ich möchte in Zukunft auch in Richtung Make-up und Extensions

gehen, was wir im Moment gar nicht anbieten. Wer in den

Fußspuren eines anderen wandelt, kann ihn nicht überholen.

Deshalb bin ich sehr froh, dass Albert Bachmann mir den richtigen

Weg gezeigt hat, mich auch noch begleitet und mich aber

auch mal rechts oder links gehen lässt."

Für ihre weiteren beruflichen Wege wünschen wir Albert Bachmann

und Thomas Ulrich jedenfalls alles Gute und viel Glück!

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hs

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