DMG-informiert 4/2015

dmginterpersonal

Spannende und bewegende Missionsberichte aus aller Welt. Unsere Mitarbeiter sind rund um den Globus im Einsatz, damit Menschen Gott begegnen.

informiert

Berichte aus der weltweiten Mission Nr. 4/2015

Mit Wirkung


Thema

Mit Wirkung

Erinnern Sie

sich noch

... an das packende

Endspiel der Fußballweltmeisterschaft

in

Brasilien? In Rio de

Janeiro standen sich die

Fußballstars Lionel Messi

mit 1,69 m und Jérôme

Boateng mit 1,92 m gegenüber. Trotz

des beachtlichen Größenunterschiedes

war es ein Spiel auf Augenhöhe. Beide

zeigten Respekt und Anerkennung für die

Stärke und technischen Fähigkeiten der

anderen Mannschaft, und das trotz aller

äußerlichen Unterschiede.

Heute wird in der Entwicklungszusammenarbeit

die Begegnung auf Augenhöhe

sehr betont. Braucht es diese Erinnerung

überhaupt? Setzt der Begriff Partnerschaft

nicht automatisch eine gleichberechtigte,

ebenbürtige, wertschätzende

Beziehung voraus?

Wir arbeiten Hand in

Hand an derselben Sache

als Menschen, die zu Gott

gehören. Ihr seid Gottes

Acker, sein Bauwerk –

nicht unseres.

Die Bibel, 1. Korinther 3,9

Kann Schenken falsch sein?

Oft sind es die kleinen, unscheinbaren

Dinge, die den Unterschied machen: ein

freundliches Lächeln, ein Dankeschön,

ein offenes Ohr, eine helfende Hand.

Mein Verhalten zeigt Wirkung, mein

Gegenüber fühlt sich wertgeschätzt,

wahrgenommen und beginnt übers ganze

Gesicht zu strahlen. Viel mehr als die

Geste selbst zählt die Haltung, die dahinter

steckt: Anerkennung, Beachtung,

Interesse, Wertschätzung.

Als Missionsgemeinschaft wird uns in

der Zusammenarbeit mit internationalen

Organisationen, Kirchen und Christen

aus aller Welt immer wieder bewusst,

dass gutgemeinte Hilfe falsch verstanden

werden, ja sogar verletzen kann. Kann

denn Schenken falsch sein? Ja, wenn damit

eine ungute Abhängigkeit entsteht. Wenn

der Ursache eines Missstandes nicht auf

den Grund gegangen und dadurch keine

langfristige Lösung gefunden wird. Oder

wenn die Partner zu „Empfängern meiner

Hilfe“, zum Objekt degradiert werden.

In Gesprächen über Afrika begegnet

mir oft dieses Denken. Da wird ein

ganzer Kontinent reduziert auf Armut,

Unterentwicklung, ethnische

Konflikte und

Korruption. Europäer

definieren ihre Rolle

gerne als Helfende und

Entwickelnde. Pläne

werden geschmiedet,

wie die Lebensbedingungen

der armen

Menschen verbessert werden können,

Projekte aller Art gestartet, Brunnen und

Kinderheime gebaut, Ausbildung finanziert,

bewährte westliche Glaubenskurse

übersetzt und durchgeführt …

Menschen mit

Respekt begegnen

Diese Dinge sind nicht grundsätzlich

schlecht oder falsch. Alles geschieht in

gutgemeinter Absicht, weil man der

empfundenen Not begegnen will. Helfer

engagieren sich tatkräftig und merken

oft lange nicht, dass sie ihren Glaubensgeschwistern

auf der Südhalbkugel nicht

auf Augenhöhe begegnen. Die Projekte

spiegeln klassische Geber-Nehmer-

Beziehungen wider. Die europäische Seite

übernimmt die Rolle der Gebenden, während

die sogenannten Entwicklungsländer

in die Rolle der Nehmenden hineingepresst

werden.

Bei dieser traditionellen Art Hilfe

müsste man eher von Patenschaft als von

gleichberechtigter Partnerschaft sprechen.

Ein Pate übernimmt alle Verantwortung.

Um Unterentwicklung oder Armut

zu überwinden und westliche Standards

zu erreichen, wird der Transfer von Kapital,

Technologie und Wissen für notwendig

gehalten. Der Geber meint, alles über

die Hilfeempfänger zu wissen; was sie

brauchen und was ihrer Entwicklung gut

tut – ein sehr einseitiges Verhältnis.

Der Empfangende empfindet sich oft

als entwürdigt und mangelhaft. Er hat offenbar

nichts zu bieten, was ihn zu einem

ebenbürtigen Partner macht. Er steht am

unteren Ende der Leiter und kann nichts

zur Beziehung beitragen, die normalerweise

von einem wechselseitigen Geben

und Nehmen geprägt ist. Im Grunde

genommen wird der Empfänger nicht

als Person, sondern als Projekt wahrgenommen.

Es wirkt demütigend, wenn

ein Geber die Kontrolle behält, Entscheidungen

ohne die Betroffenen fällt und an

seiner Macht festhält. Schnell werden die

Regeln der scheinbar besseren Geberkultur

zum Maßstab für die Beurteilung der

Kultur des Gegenübers. Erinnerungen an

alte Kolonialzeiten werden wach, die ein

Miteinander auf Augenhöhe unmöglich

machen.

Dienen wie Jesus

Maßstab der Mission ist die Bibel. Jesus

hat uns für den Umgang mit Menschen

ein einzigartiges Vorbild hinterlassen (Phil

2,6–7). „Er, der Gott in allem gleich war

… verzichtete auf alle seine Vorrechte

und stellt sich auf dieselbe Stufe wie ein

Diener. Er wurde einer von uns – ein

Mensch wie andere Menschen.“ Das

ist das Besondere an Jesus: Er kam auf

Augenhöhe zu uns, in Niedrigkeit. Jesus

beschreibt seinen Auftrag (Mt 20,28):

„Der Menschensohn ist nicht gekommen,

um sich dienen zu lassen, sondern um zu

dienen und sein Leben als Lösegeld für

viele hinzugeben.“ Und er ermutigt uns

(Mk 10,43–44): „Wer unter euch groß

werden will, soll den anderen dienen; wer

unter euch der Erste sein will, soll zum

Dienst an allen bereit sein.“

Paulus greift diesen Gedanken auf

und sagt über sich (2Kor 1,24): „Wir

sind nicht Herren über euren Glauben,

2 DMG-informiert | 4 | 2015


Die Partner mitwirken lassen

Bei der Auswahl von Mitarbeitern für

die Bibelübersetzung bezog Ulrike die

Verantwortlichen des Gemeindeverbandes

früh in Entscheidungen mit ein. Sie

konnten von Anfang an aktiv mitwirken.

Als es einige Jahre später zu einem Konflikt

kam, übernahmen sie Verantwortung

und fanden selbst eine Lösung. Die

Zusammenarbeit auf Augenhöhe lohnte

sich; inzwischen ist das Neue Testament

in der Sola-Sprache fertiggestellt.

Gemeinsam lernen und arbeiten,

miteinander teilen und reden, in einer

Haltung der Wertschätzung, ist notwendig

– aber auch anstrengend. Zusammenarbeit

erfordert Zeit. Im Westen sind wir

eher aufgabenorientiert, Dinge müssen

effizient erledigt werden, während unsere

Partner im Süden vielfach personen- und

ereignisorientiert leben. Immer wieder

klopften Solas an Ulrikes Tür, und sie

musste die Arbeit an der Bibelübersetzung

unterbrechen. Doch von ihren afrikanischen

Mitarbeitern hatte sie gelernt,

wie sehr es sich lohnt, Gäste jederzeit

herzlich willkommen zu heißen.

Wo Menschen gemeinsam Probleme

lösen, treffen unterschiedliche Ideen aufeinander,

die sich aus den verschiedenen

sozialen und kulturellen Hintergründen

ergeben. Der berechtigte Anspruch, auf

Augenhöhe miteinander zu diskutieren,

darf diese Unterschiede nicht wegwischen.

Im Gegenteil, sie machen unsere

eigene Bedürftigkeit deutlich: wir brauchen

Ergänzung; wir sind Gottes Acker,

den andere bearbeiten. Es ist nicht leicht,

die Kontrolle über ein Projekt aus der

Hand zu geben, weil damit das Erreichen

der eigenen Ziele unsicher wird. Aber

es lohnt sich, gemeinsam unterwegs zu

sein, voneinander zu lernen, die Stärken

anderer zu entdecken und zur Entfaltung

zu bringen. Hand in Hand. Nur wenn einheimische

Partner echt mitwirken, haben

Projekte bleibende Wirkung!

Grafik: Designed by Freepik.com

sondern Helfer zu eurer Freude.“ Er

möchte nicht über andere herrschen und

sie in Abhängigkeit bringen. Paulus will

Unterstützer ihrer Freude sein. Hand in

Hand mit vielen anderen arbeitet er an

Gottes Mission (1Kor 3,9). Wir Missionare

sind nicht die Macher, sondern Helfer

in Gottes Evangelisation, Begleitung von

Menschen, Schulung und Ausbildung, der

Unterstützung von Gemeinden und im

Projektmanagement. Denn wir sind selbst

dringend auf Unterstützung, Rat, Ideen

und Einsicht angewiesen.

Umkehr der Verhältnisse

Jesus, Paulus und viele andere haben

uns vorgelebt, wie wir Menschen in

dienender Haltung mit Achtung und

Wertschätzung begegnen können. Das

beginnt, indem ich die Würde und Rechte

jedes Menschen achte und seine Kultur

würdige. Ein erster Schritt ist das Erlernen

seiner Sprache und der kulturellen

Besonderheiten.

Als meine Kollegin Ulrike Heyder im

Benin begann, die Sola-Sprache zu erforschen,

galt dieses Volk noch als unterentwickelt

und Menschen zweiter Klasse.

Monika Mench, damals

in der Alphabetisierungsarbeit

im Benin

Schon die Tatsache, dass eine Deutsche

ihre Sprache lernte und zu Papier

brachte, drückte große Wertschätzung

aus. Ulrike war dabei vollständig auf die

Unterstützung der lokalen Bevölkerung

angewiesen. Eine Umkehr der Verhältnisse:

Plötzlich waren die Solas die Experten

und sie als Missionarin die unwissende

Schülerin. Langsam bauten sie ihre Minderwertigkeitskomplexe

ab, die sie seit

Jahrzehnten bestimmt hatten, und man

begegnete sich auf Augenhöhe.

Kommunikation konnte nun direkt

geschehen, nicht mehr nur mit Hilfe von

Übersetzern. Neben neuen Vokabeln und

Redewendungen entdeckte Ulrike verborgenes

Wissen und Lebensweisheiten,

die für die künftige Bibelübersetzung von

unschätzbarem Wert waren.

Für das Wort „ko“ in der Sola-Sprache

gibt es im Deutschen vier Begriffe: hören,

verstehen, schmecken und riechen.

Hören ist also nicht nur eine akustische

Wahrnehmung, sondern bedeutet ein

komplexes Erfassen. Verstehen geschieht

nicht nur mit dem Verstand, sondern mit

dem Herzen. Das intensive Sprach- und

Kulturstudium war eine solide Grundlage

für die weitere Zusammenarbeit.

Monika Mench

Mentorin für neue Missionare

DMG-informiert | 4 | 2015

3


Offene Stellen

>

Starte dein Abenteuer mit Gott!

Beispiele für offene Stellen (m/w) der DMG im Ausland

Spanien

IT-Fachkraft

PC-Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene

Laos

Ingenieur, Fachkraft für Landwirtschaft

Projekte umsetzen und Gottes Liebe leben

Frankreich

Gemeindegründung

In Reims Menschen mit Jesus bekanntmachen

Portugal

Arbeit mit Studierenden

Sprachunterricht, Sport, Bibelentdeckergruppen

Südostasien

Betriebswirt, Kaufmann, Marketing

Hilfsprojekte, Fairtrade, Drogenarbeit

Taiwan

Gemeindegründung

Unter Chinesen und asiatischen Einwanderern

Grafik: Designed by Freepik.com

Tschechien

Kinder-/Jugendreferent

Gitarrenkurse, Sportangebote, Glaubenskurse

Senegal

Gemeindebau

Im bisher unerreichten Volk der Wolof

Arabische Welt

Projektleiter

Bildung, Gesundheit, Infrastruktur, Umwelt

Burkina Faso

Gemeindebau

Pionierarbeit, Entwicklungshilfe, Verkündigung

Zentralasien

Fach- und Allgemeinärzte

Medizinische Grundversorgung und Ausbildung

Alle Welt

Sportmission

Begleitung von Kindern und Jugendlichen

Die detaillierten

Stellenausschreibungen finden Sie unter:

www.DMGint.de/Konkrete-Stellen

5

9

10

14

18

Inhalt

EUROPA

ASIEN

AFRIKA

AMERIKA

Veranstaltungen

Uns liegen rund 3.000 weitere Stellen vor, für die unsere

108 Partnerorganisationen um neue Mitarbeitende bitten.

Also geben Sie nicht auf, falls Ihr Beruf oder Wunscheinsatzland

nicht dabei war. Auf unserer Internetseite (www.

DMGint.de/Personalbedarf) finden Sie mehr. Oder nehmen

Sie Kontakt mit Personalleiterin Monika Mench auf

(Tel. 07265 959-115, MMench@DMGint.de).

4 DMG-informiert | 4 | 2015


Europa

Frankreich

Karen Matthäus (Jahreseinsatz)

Frankreich

Samuel und Katrin Linda Hablützel

Der Besuch

Es war eine ganz normale Autobahnausfahrt,

doch sie führte nicht

in eine Stadt, sondern direkt in den

„Jungle“: Verwildertes Gestrüpp,

zwischendrin blaue und schwarze

Flecken, notdürftige Zelte aus

Silofolie – das „Zuhause“ hunderter

Flüchtlinge, die

auf eine Gelegenheit

warten,

Calais über den

Ärmelkanal nach

England verlassen

zu können.

Sie leben dort

in menschenunwürdigen

Umständen.

Wir stiegen

aus den Autos,

schon kamen die ersten Afghanen,

Pakistanis, Sudanesen, Eritreer und

Äthiopier auf uns zu. Sie überhäuften

uns mit Fragen und erzählten von

sich. Wir brachten ihnen Kleider

und Kekse mit. Afghanen luden uns

zu einem Chai Latte ein. Sie hatten

Denn ich bin hungrig gewesen

und ihr habt mir

zu essen gegeben. Ich bin

durstig gewesen und ihr

habt mir zu trinken gegeben.

Ich bin ein Fremder

gewesen und ihr habt mich

aufgenommen.

Matthäus 25,35

ein Feuerchen gemacht, verbeulte

Eimer dienten als Sitzgelegenheit. Ich

staunte, wie sie von ihrem Wenigen

mit uns teilten. Sie erzählten ihre

Geschichten, und wir gaben ihnen

Kurzpredigten fürs Handy in ihrer

Sprache weiter, die das Evangelium

erklären.

Eine Gruppe junger

Afrikaner lud uns

freudestrahlend in

ihre Unterkunft ein.

Im Gegensatz zu

anderen „Zelten“ war

dieses sogar wasserund

winddicht. Drinnen

war es dunkel,

ein Hauch von Muff

kam uns entgegen, alles

voller Dreck. Den

Boden bildeten Paletten, über die

Decken gelegt waren; ihre Betten.

Irgendwie fühlte ich mich trotzdem

wohl bei ihnen. Sie stammten aus

Eritrea und waren vor der Regierung

geflohen, weil sie an Jesus glauben.

Wir waren Glaubensgeschwister!

Sie erzählten, dass sie Jesus jeden

Tag fürs Essen danken und wie er sie

selbst in dieser Situation trägt. Was

für ein Vertrauen.

Es tut mir weh, wenn ich an diese

heimatlosen Menschen denke. Ich

kann einfach nicht Glaubensgeschwister

so „wohnen“ sehen! Bei

der Heimfahrt von diesem Besuch

öffnete Jesus mir die Augen. Seither

bete ich und bin gespannt,

was für eine Tür er mir auftun

wird, Flüchtlingen zu helfen.

Karen Matthäus besuchte

ein illegales Flüchtlingscamp

„Wir haben

euch erwartet!“

Vor genau einem Jahr stellten wir uns

erstmals in DMG-informiert vor und

berichteten, dass wir künftig junge Einwanderer

in Frankreich begleiten. Viele

haben uns in der Vorbereitung ermutigt.

Doch immer wieder stießen wir auch auf

kritische Rückfragen: „Warum geht ihr

ins Nachbarland, wenn doch die Not in

Deutschlands Gemeinden so groß ist?“

Oder: „Was macht euch so sicher, dass

die Menschen dort eure Hilfe überhaupt

wollen?“

Ehrlich gesagt waren wir uns selbst

nicht immer ganz sicher, ob nicht alles ein

großer Fehler sein könnte. Ob es nicht

vielleicht doch nur eigene, menschliche

Überlegungen waren, die uns geleitet hatten,

statt Gottes Berufung? Mittlerweile

leben wir in einem Vorort der französischen

Hauptstadt Paris. Man schätzt, dass

40 Prozent der mehr als zwei Millionen

Einwohner von Paris Einwanderer sind.

Wir fühlen uns wohl hier, das liegt an

etlichen Faktoren. Vor allem eine Sache

hat uns in den ersten sechs Monaten unglaublich

ermutigt: Wir wurden erwartet!

Wir haben uns in verschiedenen

Gemeinden der Umgebung vorgestellt,

und immer wieder erlebten wir folgende

Reaktion: „Wie schön, dass ihr gekommen

seid. Schon seit Jahren bitten wir

Gott um Mitarbeiter für die Jugendarbeit

und Migrantenhilfe.“

Wir verstehen diese Aussagen als

Bestätigung, dass der Herr tatsächlich

Großes vorhat in unserem „Städtchen“.

Dass Jesus unter den Flüchtlingen hier in

Paris seine Gemeinde bauen will. Denn

letztlich war es nicht unsere eigene

Idee, hierher zu kommen. Wir freuen

uns schon auf die Zusammenarbeit mit

französischen Gemeinden in unserer

Nachbarschaft. Von ihnen können wir

viel lernen, denn sie leben schon länger in

einem stark multikulturellen Umfeld. Wir

sind glücklich über ihre Bereitschaft, uns

mitmischen zu lassen. Auch wenn dies

keine Garantie ist, dass alles glatt läuft –

es ist eine gute Grundlage für gelingende

Zusammenarbeit.

Man schätzt, dass 40 Prozent der

mehr als zwei Millionen Einwohner

von Paris Einwanderer sind.

Wir fühlen uns wohl hier.

DMG-informiert | 4 | 2015

5


Europa

Deutschland

David und Deborah Born

Deutschland

Klaus und Fränzi Libuda

Fremde

verstehen lernen …

Ich sitze mit meinen afghanischen

Freunden S. und M. bei einer Pizza im Innenhof

des „Café Hope“. Einer sagt: „David,

in Malawi hast du erlebt wie es ist,

ein Fremder zu sein. Du verstehst uns.“

Ein Kompliment, das gut tut. Kehrten wir

doch vorzeitig mit Kummer und Sorgen

im Gepäck nach Deutschland zurück.

Das „Café Hope“ in Gießen ist ein

Ort, wo neuankommende Flüchtlinge viel

Herzlichkeit erfahren – auch „gestrandete“

Missionare. An

vier Nachmittagen

die Woche bieten

hier Ehrenamtliche

aus christlichen

Gemeinden

Deutschunterricht

an – kostenfrei

natürlich. Donnerstags

verwandelt sich der Klassenraum in

ein einladendes Bistro mit Knabbereien

und Getränken. Mitarbeiter jeden Alters

verwöhnen ihre Gäste, die sie zuvor mit

privaten Autos vom zentralen Erstaufnahmelager

abgeholt haben. Gemeinsam mit

den Migranten aus aller Welt singen wir

Lieder und erzählen ihnen von Jesus.

Viele Neuankömmlinge aus dem Nahen

Osten und Asien hören zum ersten Mal

von christlicher Hoffnung, Liebe und

Vergebung. Die meisten bekommen

binnen weniger Wochen Unterkunft in

einem Asylheim irgendwo in der Provinz.

Wegen „Café Hope“ bleibt ihnen Gießen

in herzlicher Erinnerung. Weil die meisten

Flüchtlinge nur kurz hier bleiben, ist

die Arbeit eher diakonisch-evangelistisch

ausgerichtet. Wir bemühen uns um

6 DMG-informiert | 4 | 2015

Viele Neuankömmlinge

aus dem Nahen Osten

und Asien hören im „Café

Hope“ zum ersten Mal

von christlicher Hoffnung,

Liebe und Vergebung.

diejenigen, die tiefer in den Glauben

und die Gemeinschaft hineinwachsen

wollen.

M. lief der Unterdrückung und

Brutalität des Islam in seinem Land

davon. Im Café Hope erhielt er eine

Bibel und ist fasziniert, wie Gott

ihm durch Jesus seine Freundschaft

anbietet. S. hörte bereits durch einen

Missionar in seiner Heimat von Jesus.

Seine Entscheidung brachte die Familie

in höchste Not.

Extremisten ermordeten

seine Frau, und S.

musste nach Deutschland

fliehen. Bei uns

in Gießen lernten sich

die zwei gläubigen

Afghanen kennen und

ließen sich taufen.

Seither treffen wir uns und lernen

gemeinsam aus dem Markusevangelium,

was es heißt, Jesus nachzufolgen.

Inzwischen bereichern die beiden unseren

deutschen Hauskreis. Und neulich

baten sie aus heiterem Himmel:

„David, wir möchten uns gerne in

der Gemeinde einbringen – bitte zeig

uns, wie das geht.“ Wir fördern das

geistliche Potenzial von Asylsuchenden

wie ihnen. Hat Gott sie vielleicht

gesandt, um unseren Glaubens- und

Gemeindetrott neu zu beleben?

Übrigens: Am 10. Oktober findet

in Gießen eine Jesus-Unites-Konferenz

statt. Wenn Sie erleben wollen,

welchen Segen das Miteinander

der Kulturen bringt, dann kontaktieren

Sie uns über die DMG.

Musik macht’s

möglich!

Vor fünf Jahren entstand in unserer

Freien ev. Gemeinde in Rostock

die Idee zu „Woran ich glaube“.

Angedacht war eine musikalische

Reise durch elementare Themen

des christlichen Glaubens – ansprechende,

moderne Musik mit

tiefgehenden Inhalten und Bezug

zur Lebenssituation der Zuhörer.

Wir wollten eine neue Möglichkeit

schaffen, über die sich Menschen,

besonders in Ostdeutschland, dem

Gott der Bibel nähern und neu mit

dem Glauben befassen können.

Eine anonyme Spende schob das

Musikprojekt an. Von Beginn an

bezogen wir christliche Musiker

aus ganz Rostock mit ein. Zwei

Songs entstanden, mit denen wir

in den Straßen der Stadt musikalisch

Menschen auf den Glauben

aufmerksam machten. Die gute Resonanz

verblüffte uns selbst. Eine

Internetseite www.woranichglaube.de

entstand. Freunde gaben

hilfreiche Tipps und viele fingen an,

dafür zu beten.

Seit Januar steht das Ganze:

„Woran ich glaube“ umfasst 17

christliche Musiktitel samt Wer -

be video und der Möglichkeit, zu

Konzerten einzuladen. Die Urauf

führung fand im Mai im Kolosseum

in Lübeck statt, organisiert

von zwei Gemeinden dort. Das

Publikum war begeistert. Video-

Live mit schnitte wurden gemacht.

1.000 Musik-CDs sind bereits

verteilt, und wir sind begeistert

über die Rückmeldungen. Ein

Freund schrieb per SMS: „Am

Sonntag bringe ich meinen Bruder

in den Gottesdienst mit. Er hat die

CD gehört und möchte nun den

Glauben kennenlernen.“ Die Saat

geht auf und bringt Frucht.

Gerne dürfen

Sie die 17 Songs

aus dem Internet

herunterladen,

unbegrenzt vervielfältigen

und Ihren Freunden und

Nachbarn schenken.

www.woranichglaube.de


Portugal

Amrei Wehmeyer

Spanien

Gerald und Emöke Haupt

Hilfe für die „Superhelden“

Ein portugiesischer Pastor schreibt:

„Meine Frau und ich müssen dringend

an unserer Beziehung arbeiten, aber

wir finden nicht den richtigen Weg.

SOS! Könnt ihr uns helfen?“ Pastoren,

geistliche Leiter und Missionare sind

keine Superhelden. Ihnen geht es mit

ihren Alltagsanforderungen

wie allen

anderen Christen.

Manchmal geraten

ihre Ehen, Familien

und Beziehungen in

Gefahr. Um ihnen

zu helfen und Krisen

vorzubeugen haben wir „Membercare

Portugal“ gegründet.

Es ist ein Seelsorge-Netzwerk, das

Missionaren und Gemeindemitarbeitern

Wegbegleiter und Ruheorte

vermittelt, qualifizierte Hilfen zur

Problembewältigung und Fortbildung.

Die neue Arbeit stößt in portugiesischen

Gemeinden auf gute Resonanz:

„Das wird aber auch Zeit“, sagte eine

Mitarbeiterin. „Kürzlich hätten wir

Hilfe für unseren Pastor gebraucht und

hatten keine Ahnung, wohin wir uns

wenden sollten. Danke, dass ihr damit

angefangen habt!“

Unser Team begleitet Mitarbeiter

und ihre Familien ganzheitlich. Zuerst

geht es darum, ihre Beziehung zum

Herrn wieder in den Mittelpunkt von

Leben und Dienst zu stellen, damit sie

daraus neue Kraft schöpfen. Dann können

sie wieder Verantwortung für sich

selbst, ihre Angehörigen und andere

Mein Kollege Luiz aus

Brasilien und ich wollen ein

Zentrum eröffnen, einen

Ruheort, wo auch Seelsorge

angeboten wird.

Menschen übernehmen und gesunde

Beziehungen zu Kollegen pflegen.

Membercare Portugal vermittelt fachliche

Hilfe und Mentoren: rechtlichen

Beistand, Mechaniker, Ärzte, Psychologen,

Seelsorger, Sprachlehrer, Kinderbetreuung

oder was sonst gebraucht wird.

Ein Ehepaar, das sich

auf Mission vorbereitet,

bedankte sich:

„Wir sind so froh für

den Austausch mit

erfahrenen Missionaren,

den ihr uns

vermittelt habt!“

Als internationales Team (8 Personen

aus 5 Ländern und verschiedenen Organisationen)

hat jeder Ressourcen und

wertvolle Kontakte, die er/sie einbringen

kann. Wir haben uns in Arbeitsgruppen

aufgeteilt. Eine widmet sich der

Öffentlichkeitsarbeit (Webseite, Logo,

Vorstellung der Arbeit in Gemeinden

und Organisationen), eine der strategischen

Planung und eine organisiert

Schulungen und Freizeiten. Meine Kollegen

Luiz und Artete aus Brasilien und

ich wollen ein Zentrum eröffnen, einen

Ruheort, wo auch Seelsorge angeboten

wird.

Momentan bin ich die einzige, die

sich Vollzeit dem Aufbau des Netzwerks

widmen kann. Bitte beten Sie,

dass Antonio und seine Frau Maria ihre

Aufgaben als Pastor und Psychologin

abgeben und sich ebenfalls ganz einbringen

können.

Wir sind nicht

für immer hier!

Das erklären wir unseren Glaubensgeschwistern

in Guadalajara, Spanien.

Unser Ziel ist eine Gemeinde, die auf

eigenen Beinen steht, mit einheimischer

Leitung und Herz für Mission vor

Ort und weltweit. Unsere Gemeinde

„Cristo Vive Hoy“ (Christus lebt heute)

ist im Sommer 2006 entstanden,

als unsere philippinischen Kollegen

Gerardo und Casiana Castillo nach Guadalajara

zogen. Unterstützt durch ein

spanisches Ehepaar evangelisierten sie

und lasen die Bibel mit Interessierten.

Es kamen immer mehr dazu. Seit 2010

ergänzt unsere Familie das Team.

Seit 2013 ist die Gemeinde offiziell

anerkannt und Mitglied des spanischen

Verbandes FIEIDE. Sonntags kommen

30 bis 50 Personen in die Gottesdienste,

Kinder und Jugendliche mitgezählt.

Wir treffen uns in Hauskreisen, zum

Bibelstudium, Kindergottesdienst, als

Jugend, Frauenkreis, für Jüngerschaftskurse,

Evangelisation und zu Treffen

für Ehepaare.

Schwerpunkt unserer eigenen

Arbeit sind Schulungen, um spanische

Gläubige für den Dienst zu befähigen.

Wir ziehen Nachwuchs heran in

Gottesdienst- und Hauskreisleitung

und bilden Prediger aus. Erfahrenen

Christen bieten wir Leiterkurse an,

hinzu kommen Seminare für Kinderarbeit

und Evangelisation. Mit Gottes

Hilfe wollen wir in vier Jahren Älteste

einsetzen, sodass die Gemeinde selbständig

wird.

Einige Christen mussten jedoch

aufgrund von Wirtschaftskrise und

Arbeitslosigkeit Guadalajara verlassen.

Menschen gehen, neue kommen, Gott

wirkt weiter. Bitte beten Sie für die

Christen unserer Stadt, dass sie im

Glauben wachsen und Verantwortung

übernehmen.

Hauskreis mit Gerald Haupt (rechts)

Gemeinschaft unter Missionaren

DMG-informiert | 4 | 2015

7


Europa

Italien

Thomas und Rebecca Kröckertskothen

Italien

Eliane Dieruff (Jahreseinsatz)

8

Heiße Milch und Joghurt

Wer hat sich nicht schon den

Mund an zu heißer Milch verbrannt?

Beim nächsten Mal ist man vorsichtiger

und pustet vorher kräftig.

So ähnlich geht es uns manchmal,

wenn wir auf unseren Dienst in

Italien schauen.

Warum hat

dies oder das

nicht geklappt?

Ich hab versagt

… ein anderer

hätte es besser

gekonnt …

Solche Gedanken

kennen wir doch alle. Dann geht

es in eine neue Aufgabe, und wir

haben Angst, sie anzupacken. Wir

haben uns halt schonmal den Mund

verbrannt.

Ein lieber türkischer Freund sagte

uns folgendes Sprichwort zu: „Wer

sich an heißer Milch verbrannt hat,

pustet auch bei Joghurt.“ Das hat

uns sehr ins Nachdenken gebracht.

Was, wenn in der Tasse gar keine

heiße Milch mehr ist? Ist es nicht

oft so, dass wir nach (scheinbaren)

Niederlagen auch Joghurt

pusten?

Wir stehen vor einem

kompletten Neustart in

Italien. Gemeinsam mit

italienischen Christen

Vergesst nicht, auch für uns

zu beten, dass Gott uns viele

Gelegenheiten schenkt, sein

Geheimnis weiterzusagen:

die Botschaft von Christus …

Thomas Kröckertskothen

mit Alessandro, dem Sohn

von Freunden

DMG-informiert | 4 | 2015

Kolosser 4,3

möchten wir Menschen in Sansepolcro

in der Toskana Jesus nahebringen,

damit eine Gemeinde entsteht.

Wir beten darum, dass wir nicht

pusten, wo keine Hitze ist. Dass wir

nicht zu vorsichtig sind, nur weil

uns manches an

schmerzhafte

Erfahrungen der

Vergangenheit

erinnert. Wir

wollen mit Vertrauen

auf den

Herrn in die neue

Aufgabe gehen.

Denn Jesus beruft nicht die Befähigten,

sondern befähigt die Berufenen.

Er formt und verändert durch Siege

wie Niederlagen.

So wünschen wir Ihnen und uns,

dass wir Altes hinter uns lassen, aus

Fehlern lernen und nicht durch Niederlagen

gestoppt werden. Um die

beste Nachricht der Welt weiterzusagen

– auch in Italien! Danke, wenn

Sie mit dafür

beten.

Das Dienen im

Hintergrund lohnt sich

„Chaos, Stress, Routine, Angst, Wut

… HALT! Es gibt mehr als das! Es gibt

eine Begegnung, die dich verändert. Bei

der Tränen zu einem Lächeln werden,

Angst zu Sicherheit, Niederlage zu Sieg.

Es gibt eine Begegnung, die dir eine neue

Vision gibt. Die deinen Glauben wieder

weckt, dich in Liebe wachsen lässt. Lerne

Gott kennen! Entdecke die Kraft dieser

Begegnung.“

So endet der Werbespot unseres ev.

Freizeitzentrums. Was steckt dahinter?

Drei Gebäude mit vielen Zimmern, ein

schönes Außengelände mit mediterranen

Pflanzen und traumhaftem Blick auf den

Gran Sasso, den höchsten Berg der italienischen

Abruzzen, sowie viele Freizeiten

und Konferenzen für alle Alters- und

Personengruppen.

Seit zehn Monaten gehöre ich zum Mitarbeiterteam

des Centro Evangelico Isola.

Meine Arbeit ist einfach; im Speisesaal

Essen servieren, abspülen, aufräumen und

immer wieder putzen.

Ich bekomme nicht viel mit von dem,

was bei Freizeiten, Andachten, im Lobpreis,

an Spiel, Spaß und Ausflügen passiert.

Deshalb bin ich am letzten Abend

einer Freizeit, dem Zeugnisabend, immer

sehr gespannt: Wurde jemand angesprochen

und berührt? Hat jemand vielleicht

sogar das erste Mal von Jesus gehört?

Anfangs sind alle zögerlich. Dann macht

einer den Anfang und erzählt, was ihm

wichtig geworden ist. Ein Weiterer folgt.

So stehen immer mehr auf und kommen

nach vorne. In manchen Augen sehe ich

Tränen der Freude, Gesichter erzählen

von innerem Frieden und Reue. Wieder

einmal sehe ich das Wirken dessen, der

diese Menschen schon liebte, als sie noch

Sünder waren. Jesus, der für sie gestorben

ist, als sie ihn noch nicht kannten.

Der sie zu sich ziehen wollte und sie

hierher geschickt hat, um sie verändert

wieder nach Hause gehen zu lassen.

Ich sehe die Kraft der Begegnung mit

Jesus. Sie bewirkt nicht nur Veränderung

in meinen Mitmenschen, sondern auch

in mir. Ich bin glücklich! Nicht nur,

weil ich mich mit unseren

Gästen freuen kann. Sondern

weil ich aufs Neue

merke, wie sich mein

Einsatz im Hintergrund

lohnt.

Eliane

(links)


Asien

Zentralasien

Unerreichte Volksgruppe

Die Dunganen

Die rund 110.000 Dunganen sind

chinesisch-stämmige Muslime, die vor

140 Jahren aus China nach Zentralasien

flohen. Sie sprechen einen chinesischen

Dialekt und leben vorwiegend von Landwirtschaft,

andere sind findige Geschäftsleute.

Ihre Kultur ist stark vom Islam und

der Ahnenverehrung geprägt. Das Leben

der Dunganen besteht aus harter Arbeit,

sie pflegen starke Familienbande und

feiern gerne. Einmal erlebten wir eine

Hochzeit mit 700 Gästen.

Besonders die islamischen Feste sind

den Dunganen wichtig, wie das tägliche

Fastenbrechen im Ramadan und das Opferfest.

Aber auch die Gedächtnisfeiern

zu Ehren ihrer Verstorbenen. Nach einer

Beerdigung gibt es 40 Tage lang täglich

eine Feier. Danach werden die jährlichen

Todestage bis in die siebte Generation

zelebriert. Einmal trafen wir einen Nachbarn,

der gerade zur Gedächtnisfeier

seines Urgroßvaters ging. Dieser war vor

107 Jahren verstorben! Bei solchen Feiern

wird gegessen, aus dem Koran zitiert und

für Tote gebetet.

Die starke Kontrolle durch Familie

und Gesellschaft erschwert es sehr, dass

Dunganen Christen werden. Es gibt wahrscheinlich

weniger als 100 Christen und

keinen Gottesdienst in ihrer Sprache.

Gebetsanliegen:

2015 führen gläubige Dunganen erstmals

einen Sommereinsatz in ihrem

eigenen Volk durch. Bitte beten Sie,

dass viele Jesus kennenlernen und ihm

nachfolgen.

• Und für die Entstehung ganzer Gemeinden,

die Gottesdienste in ihrer

Muttersprache feiern.

Geburten

Timotheus Born (16.05.2015)

David Nathanael Schmid (06.07.2015)

DMG-informiert | 4 | 2015

9


Afrika

Südafrika

Winfried und Dr. Hildegard Steiner

Eines von vielen

Zahnrädern

Francis lernten wir am Anfang

unserer Zeit in Malawi kennen. Er war

Hausangestellter bei Kollegen. Wir

sahen großes Potenzial in ihm und halfen

ihm bei der biblischen Ausbildung.

Mit viel Eifer wirken er und seine Frau

Mary seither evangelistisch in seinem

Volk, dem noch beinahe unerreichten

Stamm der Yaos. Doch lassen wir Francis

selbst erzählen:

„Am 6. Mai 1966 bin ich in Malawi zur

Welt gekommen. Mein Vater war Yao,

meine Mutter gehörte dem Volk der

Lomwe an. Ich wuchs in der traditionellen

afrikanischen Religion

und Kultur unserer Region

auf, wo Gebräuche

und Rituale sehr wichtig

sind. 1984 hörte ich

erstmals einen Prediger

von Jesus reden.

Ein ganzes Jahr lang

musste ich immer wieder an diesen Jesus

denken. Der Prediger hatte so betont,

dass Jesus mein Leben verändern kann.

Dieser Gedanke ließ mich nicht mehr los.

Der Herr führte mich zu einem Missionar,

der mir erklärte, was Christsein

bedeutet. Ich gab Jesus mein Leben und

wurde am 6. April 1985 getauft. Ich danke

Gott für mein neues Leben und dass

ich meinen Glauben mit den Yaos teilen

„Meine Entscheidung,

Jesus zu folgen, brachte

mir viel Widerstand von

Familie und Freunden ein.

Das war nicht einfach.“

kann. Und danke allen

Missionaren, die Einfluss

auf mein Leben

hatten.

Meine Entscheidung,

Jesus zu folgen, brachte

mir viel Widerstand von

Familie und Freunden ein. Das

war nicht einfach,

doch mit der Zeit

wuchs ich im Glauben.

Die Missionarsehepaare

Willemse, Nehls und

Steiner zeigten mir, wie

man Muslime erreicht.

Wir haben viele Wunder

erlebt. Steiners haben mir besonders

geholfen, wir sind zu Freunden geworden.

Später war ich Prüfleser bei ihrer Bibelübersetzung

in die Yaosprache.

Gemeinsam arbeiteten Winfried und

ich in mosambikanischen Flüchtlingslagern.

Es half uns, Steiners als Mentoren

zu haben. Damals fragte ich mich, was

geschieht, wenn es keine Missionare

mehr in unserer Gegend gibt. Wer würde

dann die Arbeit unter den Yaos tun? Dass

ich selbst es sein könnte, hätte ich nicht

erwartet.

2005 schenkte der Herr mir die Vision,

ein Schulungszentrum aufzubauen, um

jungen Christen Gottes Wort nahezubringen

und sie für Mission zu schulen.

Mit Gottes Hilfe ist es gelungen, das

„Gateway Bible Training and Resource

Center“ ins Leben zu rufen. 2012 haben

unsere ersten Studenten die Ausbildung

abgeschlossen.“

Soweit unser Freund Francis. Herzlichen

Dank allen, die uns unterstützen.

Ihr tragt dazu bei, dass Menschen wie

er zu Botschaftern der guten Nachricht

werden. Nun beten wir, dass Ähnliches

auch hier in Südafrika geschieht.

10 DMG-informiert | 4 | 2015


Simbabwe

Martin und Silke Waldvogel

Familie Waldvogel

mit David und Joshua.

Martin arbeitet in der Aidshilfe

Nach Hause – nach Afrika …

Dieses Jahr sind zwei junge Mitarbeiterinnen

aus Österreich und der

Schweiz für einen neunmonatigen

Einsatz bei uns. Katharina erzählt:

„Dass ich nach Simbabwe kam hat

Bedeutung für mich, weil ich vor 18

Jahren hier geboren bin! Mein Vater arbeitete

zwei Jahre als Arzt in Simbabwe,

ich habe sogar einen simbabwischen

Namen: Tendai. Danach sind wir in

die Schweiz gezogen, wo ich aufwuchs.

Nun kam ich also wieder

‚nach Hause‘ nach Afrika

und arbeite mit Martin

und Silke Waldvogel

von der DMG

zusammen.

Waldvogels

sind Seelsorger, Lehrer, Erzieher,

Freizeitleiter und Prediger – dazu noch

Mentoren für uns Kurzzeitmissionare.

Mein Alltag ist genauso variabel; ich

unterrichte Englisch im Waisenheim,

assistiere im Religionsunterricht an zwei

Schulen und betreue Waldvogels Buben

David und Joshua. Jeder Tag ist anders,

was ich sehr genieße. Anfangs war ich

unsicher, ob ich die Geduld habe für die

Kinder im Waisenheim. Diese Sorge war

überflüssig; inzwischen bin ich ganz in

meinem Element.

Mit den jüngeren Kindern im Heim

übe ich lesen. Ed war das erste Mal dabei

und traute sich kaum. Zusammen mit

ihm hab ich jedes Wort buchstabiert und

am Ende den ganzen Satz gelesen, bis er

ihn verstanden hatte. Das dauerte, und

die Geduld dazu kam sicher nicht aus

meinem eigenen Herzen. Weil ich mir

für Ed Zeit nahm und ihn für

jeden Schritt lobte, gewann ich sein Vertrauen.

Später auf dem Schulhof stellte er

sich neben mich und nahm meine Hand.

Es ist herzerwärmend, was ein wenig

Aufmerksamkeit in einem Kind auslöst.

Die Waisenkinder benötigen Anerkennung

für ihr Selbstwertgefühl. Sie

träumen davon, Pilot, Lehrerin, Arzt und

Hotelmanagerin zu werden. Sie brauchen

Vorbilder, die an sie glauben. Momente

wie der mit Ed machen mir Hoffnung. Es

lohnt sich, hier zu sein und das Wenige

zu geben, was ich im Überfluss habe: Zeit

und die Liebe Gottes. Ich kann nicht garantieren,

dass die Kinder alle ihre Ziele

erreichen. Aber ich hab mein Bestes gegeben,

damit sie Jesus kennenlernen. Mit

Jesus im Herzen werden sie erreichen,

was Gott mit ihnen vorhat, und eines

Tages helfen, seine weltweite Gemeinde

zu bauen!“

Katharina war in ihrem

Kurzeinsatz Hilfslehrerin

DMG-informiert | 4 | 2015

11


Afrika

Madagaskar

Karin Mende

Südsudan

Ruth Gebhardt

Gott sei Dank für

meine Niederlage!

Vor 18 Jahren machte ich eine bittere

Erfahrung. Als Feldleiterin war ich

damals, genau wie meine Kollegen, fest

überzeugt, dass die Korruption in der

kirchlichen Gesundheitsarbeit schnell und

wirkungsvoll bestraft werden musste.

Von unserer westlich geprägten Schuldkultur

her waren wir entsetzt über das

Fehlverhalten einiger afrikanischer Kollegen

… das aus der Sicht ihrer Kultur aber

eher eine Nebensächlichkeit war.

Schnell wurde das

medizinische Komitee

einberufen. Die letzte

Entscheidung jedoch

kam von uns Missionaren:

Kurzerhand

wurden die Schuldigen

entlassen oder unter Kirchendisziplin

gestellt und das Gesundheitszentrum wegen

Inventur geschlossen. Wir übersahen

bei unserer Entscheidung zwei wesentliche

Tatsachen: Erstens, dass man in der

Kultur unseres Einsatzlandes niemals

einen Menschen bloßstellt. Und zweitens,

dass die Afrikaner selbst das Problem

hätten lösen müssen.

Im Nu bildete sich eine Gruppe

Einheimischer, die uns Missionaren alle

erdenklichen Fehler in einem langen

Anschuldigungsbrief aufzählten. Mit Hilfe

der Regierung übten sie Druck aus. Sie

wollten uns nicht mehr haben, weil wir

sie ihrer Meinung nach nicht mehr im

biblischen Sinn liebten – und zumindest

ein wenig hatten sie damit Recht.

Ich verstand Gott und die Welt nicht

mehr. War diese Revolte der Dank für

meinen jahrelangen hilfsbereiten Einsatz

in einer entlegenen Ecke Afrikas? Nach

14 Tagen Gebet und Diskussion entschied

Schulung von Mitarbeitern

Jener Novembertag war

der dunkelste Tag meines

Lebens! Ich dachte, Gott

liebt mich nicht mehr.

die Missionsleitung, unser ganzes

Team aus dem Land abzuziehen. Wir

hatten nur eine Woche, um unsere

Sachen zu packen. Jener Novembertag

war der dunkelste Tag meines

Lebens! Ich dachte, Gott liebt mich

nicht mehr.

Und heute? Gott kann Schlimmes

zu Gutem gebrauchen. Die Lektionen,

die ich in den Monaten nach

dem Ende des damaligen Einsatzes in

der Seelsorge über

Gott als Vater lernte,

waren weichenstellend.

Gott brach

harte Stellen in

meinem Herzen auf

und wandelte mich

mehr in sein Ebenbild um.

In Madagaskar hat Gott mich in

eine neue Arbeit geführt, bei der es

genau darum geht: die Schulung von

Schlüsselpersonen aus Gemeinde

und Mission, partizipatives Arbeiten,

erneuertes Denken, verändertes

Handeln und Entwicklung. Es funktioniert

wunderbar, wenn einheimische

Mitarbeiter und Seminarteilnehmer

mitentscheiden dürfen. Echos aus

meinen Schulungen bestätigen das.

Da erkennt ein Dorfpastor: „Ich bin

ja gar nicht arm!“ Und sein erneuertes

Denken (Röm 12,2) verändert

seine Gemeinde. Plötzlich fangen alle

an, ihre Gaben einzusetzen. Dadurch

verändert Jesus ihr Dorf – von innen

nach außen.

Gott sei Dank für meine Niederlage.

Diese Erfahrung hilft mir heute,

Christen zu schulen, wie sie seine

Botschaft gemeinsam zu ihren Nachbarn

tragen können.

Vom Trauma

zum inneren Frieden

Wir sitzen im Flüchtlingscamp im

Schatten eines großen Baumes und trinken

Tee. Peter erzählt: „Mit 13 Jahren

bin ich der Armee beigetreten. Eines

Tages wurde unser Dorf überfallen. Wir

versuchten, die Menschen zu schützen.

Sie sind alle geflohen, zum Glück haben

wir uns wiedergefunden. Ab da zogen

wir von einem Ort zum nächsten …“

Die Geschichte seiner Odyssee sprudelt

nur so aus ihm heraus. Perfekt verstehe

ich seine Sprache noch nicht, doch in

groben Zügen kann ich seinen Kriegserlebnissen

folgen.

Ich bin dankbar, dass er an meinem

Kurs teilnimmt, sich öffnet und erzählt.

Es geht um Traumabewältigung aus

biblischer Sicht. Wie es sein kann, dass

Gott uns liebt, und wir trotzdem so

viel leiden müssen. Und wie Wunden in

unseren Herzen, die durch schlimme Erlebnisse

entstanden sind, wieder heilen

können. In mehreren Einheiten bringe

ich den Kursteilnehmern bei, ihren

Schmerz auszudrücken: ein Klagelied zu

schreiben, ein Bild zu malen oder eine

Figur aus Lehm zu formen.

Peters Lehmfigur stellt einen Mann

dar, der die Hände über dem Kopf

zusammenschlägt. Ein Ausdruck tiefer

Verzweiflung. Er erklärt: „Ich denke,

dass Gott mich verlassen hat. Ich habe

so viel Schmerz erlebt, auf dieser Welt

wird überall gekämpft. Wenn ich in mein

Leben schaue, habe ich das Gefühl, Gott

ist nicht da.“

Im weiteren Verlauf des Kurses

bringen die Teilnehmer ihren Schmerz

zu Jesus: Sie schreiben ihre Erlebnisse

auf und gemeinsam verbrennen wir ihre

Zettel unterm Kreuz. Als Symbol, dass

Jesus ihr Leid getragen hat, wie es in

Jesaja 53,5b heißt:

„Die Strafe liegt auf ihm, auf dass

wir Frieden hätten, und durch

seine Wunden sind wir geheilt.“

Diesen Trost hat Peter erfahren. Er

konnte seine schweren Gedanken an

Jesus abgeben und ist jetzt frei – ein

wichtiger Schritt zur Heilung. Als ich

ihn frage, ob ich seine Geschichte in

Deutschland erzählen darf, meint er: „Ja,

die Leute dort sollen wissen, wie es uns

im Südsudan geht. Und sag ihnen, wir

brauchen ihr Gebet!“

12 DMG-informiert | 4 | 2015


Uganda

Simon und Dr. Carina Gruber

Lea war völlig

verwandelt

Keiner

von uns war

glücklich, wenn Lea

beim Jüngerschaftskurs

auftauchte. Sie wirkte

unzufrieden und sorgte für

Unmut. Jedesmal bettelte sie

um Kleidung, Essen, Seife oder

direkt um Geld. Insgeheim hofften

wir, dass Lea irgendwann nicht

mehr käme, wenn sie erkannt hatte,

dass es bei uns weder Bezahlung noch

Materielles gibt. Trotz ihres Verhaltens

versuchten wir, ihr in Liebe zu begegnen.

Das fiel uns wirklich nicht leicht. Und wir

beteten,

dass

Gott ihr begegnen

würde.

Den Teilnehmern unseres

Kurses bieten wir bewusst nur

eine Mahlzeit und die Autofahrt nach

Hause an. Sie sollen nicht aus falschen

Motiven kommen,

sondern weil sie etwas

über Gott und die

Bibel wissen wollen.

Im Anschluss an den

Jüngerkurs geben wir

immer Leseunterricht.

Zu unserem Erstaunen kam Lea weiterhin

jede Woche, auch ohne Geschenke.

So hörte sie eine Bibelgeschichte nach

der anderen und lernte, was es heißt, als

Christin zu leben. Eines Tages erzählte

Simon von Nikodemus (Joh 3) und wie

wir Menschen neu geboren werden. Er

gab allen die Möglichkeit, sich bewusst für

einen Neuanfang mit Jesus zu entscheiden.

Viele standen auf, auch Lea. Innerlich

beteten wir, dass sie wirklich verstanden

hatte, um was es ging.

Schon eine Woche später staunten

wir, wie sehr Lea verändert war. Sie blieb

ruhiger und sanfter, sie lachte und wirkte

nicht mehr so missmutig. Am meisten

fielen uns ihre Augen auf; sie strahlten.

Noch nie haben wir so eine Veränderung

in einem Menschen erlebt. Nicht, was sie

sagte und tat, sondern die Art und Weise.

Ihre Ausstrahlung hat sich verwandelt.

Bei einem Gebetstreffen in ihrem Dorf

stand sie auf und sagte, dass sie mit dem

Trinken aufhören

wolle. Und sie

forderte die Leute

auf, ein Leben

nach Gottes

Willen zu führen.

Letzte Woche

überraschte sie uns erneut, weil sie selbst

der Gruppe aus der Bibel vorlas und sie

ermutigte. Lea zeigt uns, wie der Heilige

Geist Veränderung schenkt – nicht wir.

Durch Ihre Gebete, liebe Leser, können

Sie mit dazu beitragen, dass Menschen

vom Volk der Karamojong zum Glauben

kommen. Danke für alle Unterstützung.

Lea zeigt uns, wie der Heilige

Geist Leben schenkt: Nie zuvor

haben wir so eine Veränderung

in einem Menschen erlebt.

DMG-informiert | 4 | 2015

13


Amerika

Haiti

Priscilla und Arne Clemm

† Werner Geiger

* 08.02.1939 † 15.06.2015

Werner Geiger ist in einer gläubigen Familie in Urbach

bei Stuttgart aufgewachsen; mit 14 Jahren hat er bewusst

sein Leben Jesus Christus anvertraut. Der Polsterer- und

Tapezierermeister ging zur Ausbildung an die Bibel- und Missionsschule

Hamburg (1966–68), wo er seine Frau Sibila († 2014)

kennenlernte. 1973 reisten sie als DMG-Missionare nach Brasilien

aus. Zunächst leiteten sie ein Kinderheim und engagierten sich in

Jugend- und Freizeitcamps; später in Evangelisation, und sie bauten

mehrere christliche Gemeinden auf.

Werner war stets wichtig, Menschen auf natürliche

Weise mit Jesus bekannt zu machen. Unermüdlich

bezeugte er in Brasilien Gottes Liebe,

bis eine schwere Krankheit ihm die Kraft

nahm und Jesus sein reiches Leben vollendet

hat. Er darf jetzt schauen, was

er hier geglaubt und unermüdlich

gepredigt hat. Dankbar erinnern

wir uns an Werners Vorbild

und denken in der Fürbitte

an seine Kinder Cornelia,

Haniel und Marlei mit

ihren Angehörigen.

Den Voodoo-Kult erforschen

Ich sitze im Wohnzimmer und schaue zum hundertsten

Mal auf die Uhr. Mir ist heiß, die Luft ist

stickig und mein Kopf tut weh. Seit einer Stunde

warte ich auf D. Arne schaut mitleidig zu mir herüber,

meine Töchter fangen an aufzudrehen, und

auch das Baby in meinem Bauch wird unruhig.

Die Abenddämmerung setzt

ein. Dass D. noch auftaucht,

wird immer unwahrscheinlicher.

Ob sich mein Warten noch

lohnt?

Im Rahmen meiner Masterarbeit führe ich Interviews

mit Haitianern und befrage sie nach ihrem

Glauben. Welche Erfahrung sie mit Jesus machen

und welche Rolle ihr Glaube praktisch im Alltag

spielt. Vor allem möchte ich erfahren, was haitianische

Christen über den Voodoo-Kult denken,

eine Naturreligion mit afrikanischen Wurzeln,

die in der Karibik weit verbreitet ist.

D. ist nicht der erste Interviewpartner, bei

dem plötzlich etwas dazwischenkommt. Nach

einem tollen Interview mit einer jungen Frau,

deren Glaube mich beeindruckt hat, bekam ihr

Sohn am folgenden Tag einen schweren epileptischen

Anfall. Eine andere Frau musste kurzfristig

absagen, weil ihr Vater im Sterben lag. Einem

ging auf der Fahrt zu uns das Motorrad kaputt.

Jemand erhielt mehrere SMS’ einfach nicht, die

ich zwecks Termin absprache schickte. Als ich

ihn zufällig traf, versicherte er mir, sein Telefon

sei in Ordnung und er warte schon

Tage auf meine Nachricht.

Diese Erfahrungen rufe ich mir vor

Augen. Ich weiß, dass Gott alles in

der Hand hat. Trotzdem fällt mir das Warten

auf D. schwer. Endlich klopft es, und wie bei

den anderen zuvor hat sich der Aufwand am

Ende gelohnt. Wenn Haitianer von ihrem

Glauben reden, wird uns warm ums Herz.

Für meine Masterarbeit habe ich fast 40

Bücher über den Voodoo-Kult

gelesen. Die Bücher

geben Einblick, aber

manche Fragen können

sie nicht beantworten:

Warum wenden sich viele Haitianer, Nichtchristen

wie Christen, in persönlichen Krisen

lieber Voodoo zu als Jesus? Warum fällt es

ihnen so schwer, mit dem alten Geisterglauben

zu brechen? Haben Voodoo-Priester

und Gemeindepastoren in ihren Augen die

gleiche Macht und Autorität? Was sind die

Konsequenzen, wenn sich jemand vom Voodoo

abwendet?

Antworten finden wir nur, wenn wir den

Menschen zuhören. Ohne sie würde uns

eine entscheidende Grundlage fehlen. Darauf

können wir unsere Arbeit aufbauen, die

wiederum mithilfe haitianischer Christen

weiterentwickelt wird. Ich glaube fest, dass

ein Missionsdienst ohne diesen Dreiklang

nicht möglich ist. Deshalb werde ich weiterhin

Fragen stellen und mich von Haitianern

inspirieren lassen. Wir nutzen die Ergebnisse

für eine nachhaltigere Arbeit unter Jugendlichen

und stellen sie Missionarskollegen

und haitianischen Pastoren zur Verfügung.

Gemeinsam gehen wir voran …

Ich weiß, dass Gott alles in

der Hand hat. Trotzdem fällt

mir das Warten schwer.

14

DMG-informiert | 4 | 2015


Brasilien

Chris und Nicola Hewitt

Cafézinho und

eine einsame Insel

Die vergangenen Jahre unseres Einsatzes

waren von krassen Gegensätzen

zwischen Arm und Reich bestimmt. Mal

arbeiteten wir mitten in der High Society,

dann wieder bei ganz einfachen Fischern.

Wie es dazu kam?

Unsere Partnermission bat uns, Wege

zu finden, die Mittel- und Oberschicht

unserer Stadt zu erreichen. Menschen,

die eine wirkliche Veränderung der Gesellschaft

durch ihren Einfluss bewirken

können, wenn Jesus sie verändert. Aus

diesem Grund, haben wir mit einem

Team brasilianischer Christen ein kleines

Café begonnen, wo

Das Café ist zum Treffpunkt

geworden, in dem

durch Atmosphäre, gute

Musik und eine liebevolle

Bedienung tiefe Gespräche

mit Gästen entstehen.

wir die Liebe von

Jesus umfassend,

dienend, nicht nur

durch Worte, weitergeben.

Das Café ist zum

Treffpunkt geworden,

in dem durch

Atmosphäre, gute

Musik und eine liebevolle Bedienung tiefe

Gespräche mit Gästen entstehen. Sie

fragen uns: „Was ist hier so anders?“ „Warum

seid ihr so nett?“ „Weshalb interessiert

ihr euch für uns?“ Ein super Anknüpfungspunkt

für den Gedankenaustausch

auch über Glaubensfragen. Und Mittwochabends

wird das Café kurzerhand

zur Predigtplattform, wo die Menschen

das Evangelium auf moderne, praktische

Weise hören. Es macht uns dankbar, wie

Gott die Stunden des Backens, Kochens,

Putzens und Bedienens segnet und Menschen

zu Jesus finden.

Zeitgleich begleiteten und ermutigten

wir eine wunderbare Gruppe Brasilianer,

die Menschen für Jesus gewinnen.

Gemeinsam besuchten wir die abgelegene

Fischerinsel Santa Barbara,

acht Stunden von São Luís

entfernt. Dort gibt es weder

fließend Wasser, noch

Strom, eigentlich fast gar

nichts. Die Insel ist von

der Außenwelt abgeschnitten.

Im Überfluss gibt es

dort eigentlich nur Fische

– und einfache Fischer mit

offenen Herzen. Durch ansprechende

Musik, ein buntes Kinderprogramm und

Hausbesuche konnten wir vielen von

Jesus erzählen, der ihren Lebensdurst stillen

möchte. Bitte beten Sie für die armen

Inselbewohner und die wohlhabenden

Städter in unserem Café, dass noch viele

zum lebendigen Glauben finden.

Missionseinsatz in

einem Fischerdorf

DMG-informiert | 4 | 2015

15


Amerika

Chile

Hans und Carmen Ziefle

Ecuador

Dr. Eckehart und Dr. Klaudia Wolff

Wir brauchen einander

Missionaren

aus Ländern

des Südens

Verantwortung

übertragen

Denkt zum Vergleich an den menschlichen Körper! Er stellt eine Einheit

dar, die aus vielen Teilen besteht … Er setzt sich aus vielen Teilen zusammen,

die alle miteinander ein zusammenhängendes Ganzes bilden.

Genauso ist es bei Christus. Denn wir alle … sind mit demselben Geist

getauft und haben von derselben Quelle, dem Geist Gottes, zu trinken

bekommen, und dadurch sind wir alle zu einem Leib geworden.

Hierzulande haben sich Dynamik und

Aufgaben in der Mission in den vergangenen

25 Jahren radikal verändert: Inzwischen

gibt es Tausende Gemeinden

mit fähigen Leitern und Pastoren, dazu

viele junge Christen, die missionarisch

aktiv sind. Wer hier noch auf rein von

außen geschaffene Projekte setzt, ist mit

Sicherheit der Zeit hinterher. Wir Ausländer

arbeiten nicht mehr im „luftleeren

Raum“, in Pioniersituationen, sondern

eher im Hintergrund, indem wir einheimische

Christen fördern.

Unsere Aufgabe ist, lateinamerikanische

Gemeinden für Mission zu motivieren,

damit sie selbst aktiv und bewusst

an Gottes weltweitem Wirken teilhaben.

Es geht nicht mehr um „unsere“ Ideen

und Projekte. Wir entwickeln einheimische

Initiativen mit, damit sie erfolgreich

vorankommen. In den vergangenen

15 Jahren haben wir zwei chilenische

Missionswerke und eine sozialmissionarische

Stiftung von der Gründung an mit

aufgebaut – als einfache Mitarbeiter im

Hintergrund, nicht als deren Leiter. Die

eine Mission ist in einem Kirchenverband

entstanden. Die andere arbeitet wie die

1. Korinther 12,12 ff.

DMG übergemeindlich, landesweit

und ist verbunden mit internationalen

Partnerorganisationen. Das bedeutet

Teamwork mit Kollegen aus aller Welt,

nicht nur auf dem Papier, sondern ganz

praktisch …

Wir setzen auf gleichberechtigte Zusammenarbeit,

Gemeinschaft, Nachhaltigkeit

und Beständigkeit. Denn unsere

einheimischen Mitarbeiter, wir Missionare

und die Leiter sind aufeinander

angewiesen. Wir brauchen einander. So

zeigen wir glaubhaft, was es heißt, Gottes

Reich in einer globalisierten Welt zu

leben und als gemeinsamer Leib Christi

den Menschen zu dienen. Das bedeutet

ständiges Wachsen, Lernen, Vergeben

und sich gegenseitig Unterordnen. Bitte

beten Sie mit, dass diese Zusammenarbeit

im Alltag gelingt und Frucht bringt.

Übrigens: Wir Ziefles sind von

August bis Dezember in Deutschland

und der Schweiz und kommen gerne

Ihre Gemeinden besuchen (ggf. auch

spanischsprachig), um über Gottes

Handeln in Chile zu berichten. Kontakt

über die DMG.

Auf das Herz

kommt es an!

Manchmal legt uns Gott etwas Unerwartetes

vor die Füße – ein Beispiel:

Nach dem Gottesdienst kommt eine

Familie auf uns zu und bittet um ein Gespräch.

Sie sind das erste Mal in unserer

Gemeinde und merken, dass sie hier richtig

sind. Sie brauchen Hilfe. Als Mitglieder

einer Sekte haben sie fünf Gemeinden im

Land gegründet, sind dann aus der Sekte

ausgeschieden – unter massiver Verfolgung

bis hin zu Rufschädigung – haben

einen Großteil ihres Vermögens verloren,

möchten aber die Gemeinden schützen.

Die Familie hat eine seltene Begabung

für Gemeindegründung. Vier der fünf

Gemeinden haben inzwischen eigene

Pastoren, mit minimaler Ausbildung, die

aber von Herzen dabei sind. Theologisch

haben sie ein Wirrwarr an Ideen. Diese

einfachen Pastoren können kaum lesen

und sind doch Seelsorger und Lebensbegleiter.

Das Vorbild dieser Familie hat die

Laienprediger geprägt.

So eine Gabe wünscht sich jeder Missionar.

Gemeinde wird mit Herz gebaut,

nicht nur mit Wissen! Diese Familie hat in

der Sekte das Gehorchen gelernt, beinahe

bis hin zum Verlust ihrer persönlichen

Habe. Die Leiter der ausländischen Sekte

besitzen Flugzeuge und anderen Luxus.

Dieser Gegensatz führte zum Bruch und

zu gerichtlichen Auseinandersetzungen

bis heute.

Seit einem halben Jahr gehört die Familie

nun zu unserer Gemeinde. Sie bringen

sich ein und blühen auf. Der Druck ist

gewichen. Es ist wunderbar, ihre drei

Teenagerkinder zu erleben, die eigentlich

den Glauben schon über Bord geworfen

hatten und nun wieder begeistert von

Jesus sind. Wir haben mit viel Freude die

ganze Familie getauft.

„Kleines“ Problem am Rande: Was wird

aus den fünf Gemeinden? Bei zwei können

wir mithelfen in Sonntagsschule und

Predigt. Den Rest müssen sie als Familie

selbst schultern; sie tun es mit Freude.

Gottesdienst in einer Turnhalle in Quito

16 DMG-informiert | 4 | 2015


Ecuador

Christian und Julia Waidelich

Familie Waidelich

mit Sohn Levi Josha

Gefragt, beobachtet, ernst genommen

„Wir sind dann mal weg für ein Jahr!“ –

Und wer begleitet jetzt die Menschen in

Canguraca, einem abgelegenen Dörfchen

der südlichen Provinz Loja? Wer weist

sie auf Jesus hin, bis Murray und Sheryl

wiederkommen? Kein Problem! Denn

schon vor Jahren haben unsere Teamkollegen

Christen

ihrer Gemeinde

in die Arbeit mit

eingebunden.

Noch besser: Alles

begann, weil ecuadorianische Christen

selbst die Not ihrer Verwandten in dem

Dorf sahen und aktiv geworden sind.

Sie wollten das Evangelium nach Canguraca

bringen, doch wie? Die Missionare

unterstützten sie mit Evangelisation,

kreativen Bibelgeschichten, sozialer und

„Wir sind dann mal weg für ein

Jahr!“ – Und wer begleitet jetzt

die Menschen in Canguraca?

praktischer Hilfe sowie Jüngerschaftskursen.

Bewusst förderten sie dabei

die Christen der Region und stellten

sich in die zweite Reihe. Es entstand ein

einheimisches Team, das in die Verantwortung

hineinwuchs. Nun fahren sie die

kurvigen 160 Kilometer nach Canguraca

alleine hinaus, um von

Jesus weiterzusagen.

Vielleicht sogar bald

in ein weiteres Dorf,

wo bisher noch keine

Hoffnung in Jesus gepredigt wird. Es lohnt

sich, Einheimische auf Augenhöhe in die

Verantwortung hineinzunehmen.

Nun ist unsere dreimonatige Erfahrung

in Macará an der peruanischen Grenze zu

Ende. Auch wir haben versucht, die Christen

vor Ort einzubinden. Edy und Jessica

haben uns bei Kindernachmittagen in

Dörfern der Umgebung unterstützt, Luz

und Mishel gestalteten Kinderstunden

mit. Es gilt, auf die Menschen zu hören.

Was haben sie wirklich nötig? An was

sind sie interessiert? Wie lernen sie gerne

und effektiv? Augen leuchten auf, wenn

sie gefragt, beachtet und ernstgenommen

werden. Das gibt ihnen Würde.

Seit Anfang Juli leben wir wieder in der

Stadt Loja. In den kommenden Wochen

werden wir weitere Regionen der Provinz

kennenlernen, um Gottes langfristigen

Einsatzort für uns zu finden. Wir wollen

wie das Gerüst beim Hausbau sein; damit

die einheimischen Christen mit Freude

anpacken und Menschen von Jesus hören.

Danke, wenn Sie für uns beten.

DMG-informiert | 4 | 2015

17


F

Termine

www.buchenauerhof.de

Heimatzentrum

Sinsheim

Den Buchenauerhof erleben …

Name des Ko

Konto-Nr. de

Wir, der CVJM-Neubulach (Schwarzwald),

hatten kürzlich ein Mitarbeiterwochenende

mit jungen Erwachsenen. Unsere

Outdooraktion diesmal, ein Besuch

der DMG-Zentrale nahe Sinsheim, war

inspirierend. Was „Outdoor“ rund um

die Welt in Sachen Glaube und Mission

geschieht, wurde uns auf dem Buchenauerhof

anschaulich nahegebracht. Redakteur

Theo Volland empfing uns herzlich

mit Kaffee und Kuchen. Mitreißend führte

er uns in die vielfältige Arbeit der DMG

ein. Missionarin Gabriela Fuchs brachte

uns ins Staunen, wie moderne Mission

in Brasilien funktioniert. Die Führung

übers schöne Gelände werden wir so

schnell nicht vergessen. Die Geschichte

des Buchenauerhofs mit seinem Betsaal

und Theos Erfahrungen mit Gebet waren

beeindruckend. Ein Ort voller Leben aus

der Hand Gottes. Dass das Anwesen Atmosphäre

hat, gönnen wir der DMG von

Herzen. Danke für eure Gastfreundschaft

und euren offenen Blick in Gottes Welt.

Anmerkung der Redaktion:

Auch Sie können die DMG und den

Buchenauerhof kennenlernen. Mitarbeiterin

Annika Schwesig (E-Mail: ASchwesig@

DMGint.de, Tel. 07265 959-0) organisiert

gerne Termine und ein ansprechendes

Programm für Sie.

Bitte geben

Spendenbe

Freundesn

vorhanden

Namen un

Veranstaltungen:

Reisetipps:

07.08.2015, Gebet für die Welt – Afrika

20 Uhr: Buchenauerhof,

Tel. 07265 959-0

16.08.2015, Gebetssonntag – Europa

10 Uhr: Buchenauerhof,

Tel. 07265 959-0

04.09.2015, Gebet für die Welt – Amerika

20 Uhr: Buchenauerhof,

Tel. 07265 959-0

06.09.2015: Missionstag

35232 Buchenau,

Tel. 06466 339

12.–13.09.2015: Missionswochenende

38442 Wolfsburg,

Tel. 05362 62621

20.09.2015: Missionstag

28199 Bremen,

Tel. 0421 500688

27.09.2015, Herbstmissionsfest

ab 10 Uhr: Buchenauerhof,

Tel. 07265 959-0

(siehe Rückseite)

Treffen Sie uns am Infostand und in Seminaren:

05.–09.08.2015 Allianzkonferenz

in Bad Blankenburg

08.–15.08.2015

Auszeit mit Inhalt

in den französischen Ardennen

Information und Anmeldung:

Doris Keller, Tel. 07135 963713,

www.auszeit-mit-inhalt.de

03.–13.10.2015

Gebetreise in die Türkei

mit Detlef Garbers (DMG) und

dem Männergebetsbund (MGB).

Nicht nur für Männer!

Information und Anmeldung:

www.schechinger-tours.de

SCHECHINGER

Tours

29.10.–07.11.2015

Jordanienreise

an biblische und

archäologische Stätten

Information und Anmeldung:

Gerd Sigrist, Tel. 07265 8610,

E-Mail: Gerd.Sigrist@gmx.net

18 DMG-informiert | 4 | 2015


Vielen DAnk!

ntoinhabers

s Kontoinhabers

Sie für die

stätigung Ihre

ummer (falls

) oder Ihren

d Ihre Anschrift an.

Datum, Unterschrift

Bei Bareinzahlung Empfängerbestätigung

Bei Bareinzahlung Empfängerbestätigung

des annehmenden Kreditinstituts

des

Helfen Sie, damit Menschen Gott begegnen

Impressum

Spenden per Lastschrift

Zeitschrift „DMG-informiert“ kostenlos beziehen

Herausgeber:

Ich möchte die Arbeit der DMG durch eine regelmäßige Lastschrift unterstützen.

Ich bitte Sie, von meinem Girokonto folgenden Betrag abzubuchen:

DMG interpersonal e.V.

(ehem. Deutsche

Missionsgemeinschaft)

Buchenauerhof 2

D-74889 Sinsheim

Tel.: 07265 959-0

Fax: 07265 959-109

Kontakt@DMGint.de

www.DMGint.de

Schriftleitung: Dr. Detlef Blöcher

Redaktion: Theo Volland

Layout: David Spieth

Erscheinung: Sechsmal jährlich

Titelfoto:

Rebekka Sons, Jahreseinsatz

Spendenkonten:

Volksbank Kraichgau, DMG

IBAN:

DE02 6729 2200 0000 2692 04

BIC: GENODE61WIE

Schweiz: Swiss Post, SMG

Vermerk: DMG

IBAN:

CH92 0900 0000 8004 2881 3

BIC: POFICHBEXXX

Die Arbeit der DMG ist als steuerbegünstigt

anerkannt. Spenden

werden im Rahmen der Satzung

entsprechend der Zweckbestimmung

für missionarische oder mildtätige

Zwecke eingesetzt. Stehen

für ein Projekt ausreichend Mittel

zur Verfügung, wird die Spende

für einen ähnlichen satzungsgemäßen

Zweck verwendet.

Herzlichen Dank

für Ihre Spende

Wir freuen uns über

Ihre Unterstützung der

missionarischen und

sozialen Arbeit der DMG.

Damit lindern Sie Not und

bringen Menschen in aller

Welt die Liebe Gottes auf

verständliche Weise nahe.

Ihre DMG

Euro

monatlich

jeweils zum

Telefon

Name, Vorname

Straße

PLZ/Ort

Datum

Bitte diesen Abschnitt ausschneiden und per Post an die DMG einsenden.

SEPA-Überweisung/Zahlschein

Name Name und und Sitz Sitz des des Überweisenden Kreditinstituts

Angaben zum zum Zahlungsempfänger: Name, Name, Vorname/Firma (max. (max. 27 Stellen, 27 Stellen, bei bei maschineller Beschriftung max. max. 35 Stellen) 35 Stellen)

IBAN IBAN

BIC BIC des des Kreditinstituts (8 oder (8 oder 11 Stellen) 11 Stellen)

Spenden-/Mitgliedsnummer oder oder Name Name des des Spenders - (max. - (max. 27 27 Stellen)

PLZ PLZ und und Straße Straße des des Spenders: (max. (max. 27 27 Stellen)

IBAN IBAN

Datum Datum

für Verwendungszweck

vierteljährlich

01. / 15. des Monats

Meine Freundesnummer:

(Falls bekannt. Siehe auch sechsstellige Zahl im rückseitigen Adressfeld)

SEPA-Lastschriftmandat:

des IBAN des Auftraggebers

IBAN

für den Beleg/Quittung für den Auftraggeber

Empfänger

bei

Konto-Nr. bei

BLZ BLZ

EUR EUR

Auftraggeber/Einzahler:

Verwendungszweck:

zur beim Bestätigung zur Vorlage beim Finanzamt

BIC BIC

D M G 7 4 8 8 9 S i n s h e i m

Abzugsfähige Spende

D E 0 2 6 7 2 9 2 2 0 0 0 0 0 0 2 6 9 2 0 4

G E N O D E 6 1 W I E

Unterschrift(en)

halbjährlich

erstmals ab:

(frühestens 15 Tage nach Eingang dieses Mandats bei der DMG)

Geburtsdatum

Unterschrift

Betrag: Euro, Euro, Cent Cent

Einzugsermächtigung

Bitte geben Sie im Überweisungsträger das Stichwort, den Namen eines Missionars, „DMG“ oder „Wo am nötigsten“ an.

ggf. ggf. Stichwort

Angaben zum zum Kontoinhaber: Name, Name, Vorname/Firma, Ort Ort (max. (max. 27 27 Stellen, keine keine Straßen- oder oder Postfachangaben

E-Mail

DMG interpersonal e.V., Buchenauerhof 2, 74889 Sinsheim

Gläubiger-Identifikationsnummer: DE84ZZZ00000848177

Mandatsreferenz-Nr.: Wird von der DMG vergeben und Ihnen separat mitgeteilt.

Ich ermächtige DMG interpersonal e.V., Zahlungen von meinem Konto mittels Lastschrift

einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut an, die von DMG interpersonal e.V. auf

mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen.

Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des

belasteten Betrages verlangen. Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.

Bank

IBAN

BIC

jährlich

Für Für Überweisungen

in in Deutschland und und

in in andere EU-/EWR-

Staaten in in Euro. Euro.

06 06

SPENDE

SPENDE


© DMG

07/2014

Kenia

MitArBEit iN EiNEM WAiSENHEiM // 7 MoNAtE

ES WurDE iMMEr DuNklEr …

ein Lastwagen mit vielen Passagieren hielt

an und gab uns Starthilfe, leider vergeblich.

Schließlich fuhren sie weiter. es

menschen. einmal fuhren wir als kleine

Gruppe in den Norden, um Lebensmittel wurde immer später und nichts half. man

zu verteilen. Leider streikte unser auto, weiß ja, wie schnell in afrika die Sonne

deshalb mussten wir frühzeitig wieder untergeht und Dunkelheit einsetzt. Uns

umkehren in Richtung hauptstadt. auf wurde mulmig. Ich überlegte, meiner

dem Weg nach hause gab das auto dann Familie und Freunden in Deutschland eine

endgültig den Geist auf. Da standen wir SmS zu schreiben, ob sie für uns beten

nun, mitten in der Wüste, und die nächste

Stadt war drei autostunden entfernt. und redete wieder mit den beiden Jungs.

könnten, entschied mich jedoch dagegen

Unser Team bemühte sich weiter, das

DEr Motor SPrANg NicHt AN auto zum Laufen zu bekommen.

Die männer unseres Teams versuchten

das Fahrzeug wieder flott zu bekommen. HiEr giBt ES kEiNEN ADAc

Ich glaube, ihnen war weniger wohl zumute

wie mir. Ich sah mir die Umgebung angerufen. hier konnten wir niemanden

In Deutschland hätte man den aDaC

an. Das Privileg, in der Wüste spazieren rufen, der vor dem nächsten Tag hätte

zu gehen, hatte ich vorher noch nie. eintreffen können. Niemanden?! Doch, einen

gab es: Gott. Irgendwann schlug Ste-

Irgendwann kamen zwei Jungen aus

dem vermeintlichen Nichts auf uns zu. ve vor, wir sollten mal zusammen beten.

Schüchtern standen sie etwas abseits und erstaunlich, dass unser kleiner haufen

beobachteten uns. Ich ging zu ihnen hin. Christen erst so lange versucht hatte, das

Sie konnten ein wenig englisch, so kamen Problem selbst zu lösen, statt sofort mit

wir ins Gespräch.

Gott zu reden. Nach vielen vergeblichen

14 DmG-Kurzeinsätze | www.kurzeinsätze.de

cHriStlicHE JugENDArBEit // 12 MoNAtE

Versuchen, den Fehler zu finden, fassten

wir uns also an den händen und beteten,

die beiden Jungen standen ebenfalls im

Kreis. Steve hatte mich gebeten, den

abschluss zu machen.

WAS DiE JuNgS WoHl DAcHtEN?

Kaum hatte ich amen gesagt, sprang laut

brummend der motor an. erstaunt drehten

wir unsere Köpfe zum auto. einer

hatte weitergearbeitet und zum ende

des Gebetes den Zündschlüssel gedreht.

Der Wagen war spontan angesprungen

und funktionierte – ein Wunder! Schnell

verabschiedete ich mich von den beiden

jungen afrikanern und stieg ein. Wir

wollten vor der Nacht noch eine gute

Strecke zurücklegen. Später habe ich

mich gefragt, was die „Wüstenjungen“

wohl nach der spontanen Gebetserhörung

gedacht haben.

Jesus hat nicht nur vor 2.000 Jahren erstaunliches

bewirkt. er lebt und tut auch

heute Wunder. Unser erlebnis in der

Wüste zeigt eindrucksvoll, was möglich

ist, wenn wir Jesus in unser Denken und

handeln mit einbeziehen.

// Madeleine Stahl (26)

Argentinien/Paraguay

manche immer noch unterschwellig von Generation hin, die hoffnungslosigkeit

welches Land er euch aufs herz legt, hass geprägte Witze über Ost- und und einsamkeit, all das Unverständnis, das

und dann für dieses Land betet“, sagte die Westdeutschland, die ich zu hören bekommen

hatte …

Später meinte Jelena, es wäre eigent-

einer dem anderen oft entgegenbringt …

mitarbeiterin. es gab mehrere möglichkeiten,

darunter auch: Deutschland. Da gab es kein halten mehr, ich weinte. lich schon krass, übers eigene Land zu

Irgendwie kam es mir langweilig vor, für ernsthaft. Ich weinte über Deutschland. weinen. Dass Gott uns an diesem Tag ins

mein eigenes Land zu beten. Dann kniete Das hatte ich noch nie erlebt. Plötzlich Gebet für Deutschland geführt hat, lag

ich mich hin und fing an zu beten. „Lieber spürte ich, wie sich ein arm um mich wohl daran, dass wir unser Land gut kennen?!

Wenn man es nach einem halben

Gott, danke für Deutschland, danke …“ legte. Jelena, die ebenfalls hier einen

Plötzlich stiegen Bilder in mir hoch. Jahreseinsatz macht, saß neben mir. auch Jahr in Südamerika von außen anschaut,

Bilder die daheim normal für mich sie begann zu schluchzen. Chrissy, eine wirkt Deutschland irgendwie anders. man

sind: Punks am Bahnhof, Senioren im andere Deutsche und micha setzten sich sieht die geistliche Not …

altenheim, Freunde, die mir von ihren zu uns. Wir weinten und baten Gott, sich

kaputten Familien erzählten, Pflegefamilien

vom Jugendamt und ihre Geschichten. ihm die Orientierungslosigkeit unserer

über unser Land zu erbarmen. Wir legten // Marie-Sophie Vogel (22)

Grafik: ©CreationSwap/C K

DmG-Kurzeinsätze | www.kurzeinsätze.de 17

© DMG

07/2014

ffene Stellen für junge Leute

eite 20

Jugendevent mit Festivalcharakter:

Nun kommt es auf dich an!

Seite 10

Ein Stempel für die Freiheit

Seite 18

Jesus mitten in der Wüste

ch war ein halbes Jahr in Kenia. Im

INorden des Landes herrschte hungersnot,

und unser Team half notleidenden

EiN JAHrESEiNSAtZ VErÄNDErt

Die teilnehmer eines kurzeinsatzes mit der

DMg erleben hautnah mit, wie go t Menschen

verändert – besonders auch sie selbst.

Amerika

What‘s

Mission

God's

MY

?

J U M I - N I G H T 2 0 1 5

Das Jugend-missions-event

25. » 26. Juli 2015

74889 SINSHEIM-Buchenauerhof

Worship mit der Band „A-Team“

Nah und ...?

Erlebnisse im Kurzeinsatz


WEINEN UND BETEN

FÜR DEUTSCHLAND

ch möchte, dass ihr auf Gott hört,

I

Grafik: freevector/Vecteezy.com

Bestellen Sie kostenlos Einladungen:

www.jumi-night.de

Nah und ...?

Erlebnisse im Kurzeinsatz

… heißt die einmalige Sonderausgabe unserer

Zeitschrift, voll faszinierender Erlebnisse junger

Christen in anderen Ländern und Kulturen. Ein

Augenöffner, wie Gott handelt. Hier bestellen:

Kontakt@DMGint.de, Tel. 07265 959-0

Erntezeit!

MdAko

MIt unS

MdAko

Nr. 155

Kennen Sie schon

AbenteuerWelt?

Das kostenlose Kinderblatt

der DMG. Zweimonatlich,

spannend, mit

echten Erlebnissen von

Kindern in anderen

Kulturen. Eine Mama

schreibt:

Statt der Steine

können wir auch

kleine Muscheln

nehmen. Das Spiel

heißt Mdako und

geht so:

Male einen Kreis in den Sand,

nicht zu klein. In eine Hand nimmst

du einen Stein und in die andere

acht Steine. Du hast also einen Stein

rechts

und acht

links in

der Hand

(Linkshänder

alles

andersrum).

Die

Steine sollten

etwa

die Größe

eines

Würfels

haben.

Mission

Mit Jan und Jule unterwegs ...

Impressum

DMG interpersonal e.V.

Buchenauerhof 2 • D-74889 Sinsheim

Kontakt@DMGint.de • www.DMGint.de

Redaktion: Elke u. Theo Vo land,

Bärbel Blaschke • Layout: David Spieth

Grafiken: Ute Ha ler u.a.

DE und EU: Volksbank Kraichgau

IBAN: DE02 6729 2200 0000 2692 04

BIC: GENODE61WIE

Schweiz: Swiss Post, SMG

IBAN: CH92 0900 0000 8004 2881 3

BIC: POFICHBEXXX, Vermerk: DMG

SpIelt

Toll, dieses

Jahr machen wir

Ferien am Meer.

Da gib es einen

super Strand mit

Nun wirfst du den einzelnen Stein hoch. viel Während Sand … er

fliegt, nimmst du mit der Wurfhand (rechts) einen der

acht Kiesel aus der anderen Hand (links) und legst ihn

mit rechts in den Kreis. Das muss echt schnell gehen.

Denn nun musst du den hochgeworfenen Stein wieder

auffangen – wieder mit derselben Hand (rechts). Hast

du das geschafft, wirfst du den einzelnen Stein wieder

hoch, legst einen weiteren Kiesel in den Kreis usw.

(alles immer mit der einer Hand), bis alle acht im Kreis

liegen. Machst du einen Fehler (= der einzelne Stein

fällt runter, oder die anderen sind nicht im Kreis) dann

kommt das nächste Kind dran.

Ja, und da

können wir auch

Wenn du es mit allen acht Steinen geschafft hast,

ein Spiel ausprobieren,

das

werden sie wieder aus dem Kreis geholt. Nun musst du

versuchen, während du den einzelnen Stein hochwirfst,

in Tansania alle

zwei der anderen Steine in den Kreis zu bekommen

kennen. Dazu

und den geworfenen wieder aufzufangen. Wenn auch

braucht man

das geschafft ist, kannst du drei oder

nämlich Sand

mehr Steine in den Kreis schieben,

und Steine.

bevor du den hochgeworfenen wieder

fängst. Wie viele Steine schaffst du?

MdAko

MIt unS

Abenteuer

MdAko

Statt der Steine

können wir auch

kleine Muscheln

nehmen. Das Spiel

heißt Mdako und

geht so:

Mission

„Hallo liebes DMG-

Team, gestern lag wieder

‚AbenteuerWelt‘ in unserem

Briefkasten. Jedes

Mal sind unsere drei Kinder gespannt, wie es

aussieht, um welches Land es geht und was die

Kinder mit Gott erleben. Wir lernen als ganze

Familie davon. Diesmal sagte mein Sohn, sechs

Jahre alt: ‚Gell Mama, das DMG-Heft ist wie das

Lego-Heft. Außer, dass es da um Gott geht und

es mir besser gefällt!‘“

Nr. 155

Male einen Kreis in den Sand,

nicht zu klein. In eine Hand nimmst

du einen Stein und in die andere

acht Steine. Du hast also einen Stein

rechts

und acht

links in

der Hand

(Linkshänder

alles

andersrum).

Die

Steine sollten

etwa

die Größe

eines

Würfels

haben.

Ta n s a n i a

sandra Meyer

Mit Jan und Jule unterwegs ...

Impressum

DMG interpersonal e.V.

Buchenauerhof 2 • D-74889 Sinsheim

Kontakt@DMGint.de • www.DMGint.de

Redaktion: Elke u. Theo Volland,

Bärbel Blaschke • Layout: David Spieth

Grafiken: Ute Ha ler u.a.

DE und EU: Volksbank Kraichgau

IBAN: DE02 6729 2200 0000 2692 04

BIC: GENODE61WIE

Schweiz: Swiss Post, SMG

IBAN: CH92 0900 0000 8004 2881 3

BIC: POFICHBEXXX, Vermerk: DMG

Nun wirfst du den einzelnen Stein hoch. Während er

fliegt, nimmst du mit der Wurfhand (rechts) einen der

acht Kiesel aus der anderen Hand (links) und legst ihn

mit rechts in den Kreis. Das muss echt schnell gehen.

Denn nun musst du den hochgeworfenen Stein wieder

auffangen – wieder mit derselben Hand (rechts). Hast

du das geschafft, wirfst du den einzelnen Stein wieder

hoch, legst einen weiteren Kiesel in den Kreis usw.

(alles immer mit der einer Hand), bis alle acht im Kreis

liegen. Machst du einen Fehler (= der einzelne Stein

fällt runter, oder die anderen sind nicht im Kreis) dann

kommt das nächste Kind dran.

Wenn du es mit allen acht Steinen geschafft hast,

werden sie wieder aus dem Kreis geholt. Nun musst du

versuchen, während du den einzelnen Stein hochwirfst,

zwei der anderen Steine in den Kreis zu bekommen

und den geworfenen wieder aufzufangen. Wenn auch

das geschafft ist, kannst du drei oder

mehr Steine in den Kreis schieben,

bevor du den hochgeworfenen wieder

fängst. Wie viele Steine schaffst du?

Abenteuer

Herbstmissionsfest

27. September 2015, ab 10 Uhr

Sinsheim-Buchenauerhof

Parallel:

Ta n s a n i a

sandra Meyer

TeenTREFF

Infos:

www.DMGint.de/hmf

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine