Alten- und Pflegeheim Heilig–Geist–Stiftung, Nesselwang

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Alten- und Pflegeheim Heilig–Geist–Stiftung, Nesselwang

Alten- und Pflegeheim

Heilig–Geist–Stiftung

Z. Hd. Frau Klingner-Oerder

Füssener Str. 16

87484 Nesselwang

Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen

(FQA)

Bearbeitung: Sabine Götz

Zimmer: 110

Tel.: 08342/911-295

Fax: 08342/911-563

sabine.goetz@lra-oal.bayern.de

Aktenzeichen: 20-4810

(bitte bei Antwort angeben)

Ihr Schreiben vom:

Ihr Zeichen:

Marktoberdorf, 17.11.2011

Vollzug des Bayerischen Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes (PfleWoqG)

Prüfbericht gemäß PfleWoqG nach erfolgter Anhörung gemäß Art. 28 Bayerisches Verwaltungsverfahrensgesetz

(BayVwVfG);

Träger der Einrichtung: Heilig–Geist–Stiftung

Füssener Str. 16

87484 Nesselwang

Geprüfte Einrichtung: Heilig–Geist–Stiftung

Füssener Str. 16

87484 Nesselwang

Anlagen

1 Kostenbescheid

1 Kostenrechnung

Sehr geehrte Frau Klingner-Oerder,

in der Einrichtung wurde am 07.07.2011 von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr eine turnusgemäße Prüfung

durchgeführt. An der Prüfung haben teilgenommen:

Von Seiten der Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen – Qualitätsentwicklung und

Aufsicht – (FQA):

Koordinator

Verwaltung

Arzt

Pflegefachkraft

Schwabenstraße 11 • 87616 Marktoberdorf • Sparkasse Allgäu (BLZ 733 500 00) • Konto 240 007 260

www.ostallgaeu.de


Von Seiten der Einrichtung:

Einrichtungsleitung

Pflegedienstleitung

Die Prüfung umfasste folgende Qualitätsbereiche:

Wohnqualität

� Hausrundgang

� Überprüfung der Reinigungswägen

� Besuch von Bewohnern in ihren Zimmern

� Gespräche mit Bewohnern

Soziale Betreuung

� Teilnahme bei der Gymnastikgruppe Sturzprävention

� Teilnahme beim Besuch auf vier Pfoten mit Hund „Jojo“

Verpflegung

Freiheit einschränkende Maßnahmen

Pflege und Dokumentation

� Besuch von 3 Bewohnern in ihren Zimmern

� Teilnehmende Beobachtung einer Pflegehandlung

� Durchführung von 3 Pflegekontrollen mit Einsicht in die Dokumentation

� Gespräche mit 2 Mitarbeitern in der Pflege und 2 Bewohnern

� Gespräche mit der Einrichtungs- und Pflegedienstleitung

Qualitätsmanagement

� Überprüfung des Pflegekonzepts

� Brandschutz Alarmierung

Arzneimittel

� Überprüfung des Umgangs mit Betäubungsmitteln

� Umgang mit Medikamenten

Hygiene

� Hausrundgang mit Überprüfung der Hygiene

� Überprüfung der Hygieneunterlagen

Personal

� Überprüfung der Dienstpläne

� Überprüfung der Fachkraftquote

� Überprüfung des Einsatzes der Alltagsbegleiter gem. § 89 b SGB XI

Mitwirkung

Bauliche Gegebenheiten

Finanzielles

2


Hierzu hat die FQA für den Zeitpunkt der Prüfung (07.07.2011) folgendes festgestellt:

I. Daten zur Einrichtung:

Einrichtungsart

Stationäre Einrichtung für erwachsene Menschen

Stationäre Pflegeeinrichtung

Stationäre Einrichtung für Menschen mit Demenz

Stationäre Kurzzeitpflegeeinrichtung für alte Menschen

Angebotene Wohnformen

Beschützender Wohnbereich

Angebotene Plätze 82

davon beschützende Plätze: 11

Belegte Plätze: 79

Einzelzimmerquote: 100 %

Fachkraftquote (gesetzliche Mindest-

anforderung 50 %): 52,80 %

Anzahl der auszubildenden Pflege- und Betreuungsfachkräfte in der Einrichtung: 4

II. Informationen zur Einrichtung

II.1 Positive Aspekte und allgemeine Informationen

Verwaltung

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Die Prüfung konnte vollkommen problemlos durchgeführt werden, alle von den Prüfern

gewünschten Unterlagen wurden vorgelegt. Die Gesprächspartner zeigten im

Rahmen der Qualitätsprüfung eine hervorragende Kooperation.

Auskunftsfähige Bewohner, Angehörige und das Personal äußerten sich sehr positiv

über das herzliche Klima in der Einrichtung. Dies war während des gesamten Prüfungstages

spürbar. Es ist ein freundlicher und wertschätzender Umgang zwischen

Personal und Bewohnern ersichtlich. So werden selbst die „Messie“ Eigenschaften

und ein unordentliches Zimmer eines Bewohners toleriert. Von Seiten der Einrichtungsleitung

wird großer Wert darauf gelegt, dass auch die bettlägerigen Bewohner

in die Aufenthaltsräume der Wohnbereiche gebracht werden, um ihnen die Teilnahme

am Gesellschaftsleben zu ermöglichen.

Trotz der schwülen Hitze am Begehungstag herrschte im gesamten Haus ein angenehmes

Raumklima vor, da die Lüftungsmöglichkeiten vor allem zum Garten hin, intensiv

genutzt wurden.


Soziale Betreuung

4

Am Begehungstag konnte die Auditorin am Kraft- und Balancetraining, das die Alltagsbegleiterin

Frau Schraudolf gestaltete, beobachtend teilnehmen. Sie ging auf

die Möglichkeiten der einzelnen Bewohner ein und setzte auch Hanteln und Fußmanschetten

(beschriftet mit den Bewohnernamen) ein. Unterstützt wurde sie von

der Alltagsbegleiterin, Frau Reichart, die sich zeitgleich auch fürsorglich um die immobilen

Bewohner im Garten kümmerte, damit sie immer im Schatten saßen.

Einmal wöchentlich bringt Frau Schraudolf ihren Mischlingshund „Jojo“ mit in die

Einrichtung, der mit seiner lebhaften Art von den Bewohnern, vor allem im beschützenden

Wohnbereich, gut angenommen wird.

Für die Bewohner im beschützenden Wohnbereich hat Frau Schraudolf von ihrem

Mann ein großes, drehbares Holzspielbrett anfertigen lassen, um mit den Bewohnern

„Stadt, Land, Fluss“ spielen zu können. Entsprechend den Bedürfnissen der

Bewohner wurden Begriffe wie „Namen, Tiere“ eingefügt, da diese den Bewohnern

geläufiger sind.

Die allgemeinen Angebote der „Sozialen Betreuung“ sind an den Bedürfnissen des

überwiegend pflegebedürftigen Klientels der Einrichtung angepasst. Eine individuelle

Betreuung wird nach Bedarf von Ehrenamtlichen (z.B. spielt Herr Pfarrer Hutzmann

jeden Mittag mir einem Bewohner Karten), Pflegepersonal oder den Alltagsbegleitern

abgedeckt. Ebenso sind Physiotherapeuten und eine Fußpflegerin nach

Bedarf tätig.

Pflege

Bereits beim Betreten der Einrichtung ist der wohnliche und gepflegte Charakter des

Hauses spürbar. Während der Begehung sind immer wieder mobile Bewohner und

auch in ihrer Bewegung eingeschränkte Bewohner (mit entsprechenden Hilfsmitteln)

in den Aufenthaltsräumen und im wunderschönen, parkähnlichen, Garten anzutreffen.

Im Garten ist ein „Barfußbereich“ mit Kies, Steinen, Holzschnitzel und Holzbretter

angelegt. Die Bewohner werden auf den Terrassen zum Schutz gegen Sonneneinstrahlung

mit Sonnenschirmen versorgt. Getränke stehen für jeden Bewohner auf

den Gartentischen und Esstischen zur Verfügung und werden auch gerne angenommen.

Auf einem leicht zugänglichen Kleiderständer im Aufenthaltsraum des

Erdgeschosses stehen den Bewohnern verschiedene Sonnenhüte zur Verfügung,

die sie für den Gartenbesuch benützen können.

In der Einrichtung sowie in den Zimmern sind Vögel, Kaninchen und ein „Heimhund

für alle Mitbewohner zum Kontakt vorhanden, eigene Tiere in den Bewohnerzimmern

sind erlaubt, sogar erwünscht. Auf allen Wohnbereichen sind Lese- Spiel- und

Malecken eingerichtet und werden gern genutzt. Das Haus ist mit liebevollen Dekorationen,

z. B. mit Bildern und Farben, geschmückt. Vor den Bewohnerfenstern befinden

sich Fliegen- und Mückengitter.

Auf die individuellen Wünsche der Bewohner wird eingegangen. So bekommt ein

Bewohner am Abend ein Glas Rotwein, so wie er es immer gewöhnt war und benötigt

daher keine Schlaftabletten zum Einschlafen.


Teilnehmende Beobachtung beim Mittagessen im Wohnbereich 4

5

Der Speiseraum hat ein wohnliches Ambiente. Die 11 anwesenden Bewohner werden

gut versorgt. Jeder Bewohner hat ein Getränk auf dem Tisch vor sich stehen.

Die Bewohner bekommen Servietten oder je nach Bedarf eine Serviette (Baumwolllatz)

umgebunden. Einem Bewohner gibt die Pflegefachkraft das Essen ein und ein

Bewohner wird beim Essen von dem Alltagsbegleiter bei der Nahrungsaufnahme

unterstützt. Die Pflegefachkräfte und der Alltagsbegleiter unterhalten sich mit den

Bewohnern freundlich und mit viel Geduld. Nach dem Essen wird ein Bewohner laut

Anordnung vom Zahnarzt zum Zähneputzen aktiviert.

Hygiene

In der Einrichtung wurde vor Kurzem eine Hygienekommission eingerichtet und im

Juni bereits eine Sitzung abgehalten. Die Einrichtung machte am Tag der Überprüfung

einen sehr sauberen und ordentlichen Eindruck.

II.2 Qualitätsentwicklung

Zur Erweiterung der Aufenthaltsbereiche im 1. und 2. Obergeschoss ist ein Wintergarten

über 2 Etagen geplant, der offen zum Wohnbereich übergeht.

Die Heimleiterin Frau Klingner-Oerder beschafft jedes Jahr 5 Niedrigbetten. Damit

wird die freiheitsentziehende Maßnahme „Bettgitter“ für die Bewohner überflüssig

und dem Pflegepersonal wird die tägliche Pflege erleichtert.

II.3 Qualitätsempfehlungen

Es wird empfohlen, über die Hygienebegehungen in der Einrichtung ein Mängelprotokoll

zu führen, Vorschläge zur Beseitigung festzulegen und die Behebung eventueller

Mängel zu dokumentieren.

Im Bewohnerbad des Wohnbereichs 4 sollte ein Desinfektionsplan ausgehängt

werden.

Im „reinen“ Bereich der Wäscherei, in dem aus technischen Gründen (Wasseranschlüsse)

zwei kleinere Waschmaschinen betrieben werden, soll dringend ein Händedesinfektionsmittelspender

angebracht werden, um zu gewährleisten, dass unmittelbar

nach Kontakt mit Schmutzwäsche regelmäßig eine Händedesinfektion erfolgen

kann.

In der Wäscherei sollte der Hygiene/Desinfektionsplan – Wäscherei aus dem Hygienehandbuch

aufgehängt werden.

Trotz nur begrenzter Lagermöglichkeiten sollte es dringend vermieden werden,

Rollatoren, Rollstühle etc. in Badezimmern oder unreinen Räumen abzustellen und

aufzubewahren.

Stühle, Nachtkästchen oder Spiele, die verunreinigt sind, sollten schnellstmöglich

gereinigt und gegebenenfalls desinfiziert und nicht in Bädern oder unreinen Räumen

zwischengelagert werden.


III. Erstmals festgestellte Abweichungen (Mängel)

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Erstmals festgestellte Abweichungen von den Vorgaben des Gesetzes nach Art. 11

Abs. 4 Satz 1 PfleWoqG, aufgrund derer gegebenenfalls eine Mängelberatung nach

Art. 12 Abs. 2 Satz 1 PfleWoqG erfolgt.

Hinweis:

Die Beratung über Möglichkeiten zur Abstellung der festgestellten Abweichungen erhebt keinen

Anspruch auf Verbindlichkeit und Vollständigkeit. Die Art und Weise der Umsetzung der

Behebung der Abweichungen bleibt der Einrichtung, bzw. dem Träger überlassen.

III.1 Qualitätsbereich: Wohnqualität

III.1.1. Sachverhalt:

a) Die Reinigungswägen im 1. Stock im beschützenden Wohnbereich 4 und im Wohnbereich

2 waren während der Putzarbeiten der Reinigungskraft ordnungsgemäß mit

beiden Bremsen arretiert. Da die Bremsen aber durch den häufigen Gebrauch ausgeschlagen

waren, standen die Wägen nicht mehr fest und sicher und stellten somit

ein Sturzrisiko für die Bewohner dar.

b) Der Feuerlöscher im abgeschlossenen, beschützenden Wohnbereich 4 im 1. Stock

wurde entfernt. Der Feuerlöscher im Treppenhaus ist nicht erreichbar, da die Türe –

nach Rücksprache mit der örtlichen Feuerwehr – wegen der weglaufgefährdeten

Bewohner auf Dauer abgeschlossen ist, bzw. das Türschloss entfernt wurde. Der

nächste, erreichbare Feuerlöscher befindet sich erst im nächsten Brandabschnitt

nach dem abgeschlossenen, ca. 1 m hohen Sicherheitsgitter.

III.1.2. Der Träger ist kraft Gesetzes verpflichtet, den festgestellten Mangel abzustellen, um

die Qualitätsanforderungen an den Betrieb der Einrichtung sicherzustellen (Art. 3

PfleWoqG).

III.1.3. Beratung über Möglichkeiten zur Abstellung des festgestellten Mangels:

a) Die Bremsen an den Reinigungswägen im 1. Stock, Wohnbereich 4 und Wohnbereich

2 sollten umgehend ausgewechselt werden.

b) Aus sicherheitstechnischen Gründen ist ein Feuerlöscher pro Brandabschnitt erforderlich.

Nach Rücksprache mit der Heimleiterin, Frau Klingner-Oerder kann der

Feuerlöscher in der Teeküche des Wohnbereichs 4 installiert werden. Dort ist er mit

einer gesicherten Schwingtüre vor dem unbefugten Zugriff der dementen Bewohner

gesichert, kann aber vom Personal benutzt werden.


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III.2 Qualitätsbereich: Angemessener Umgang mit Medikamenten im Wohnbereich 4

III.2.1. Sachverhalt:

a) Der Kühlschrank zeigte eine Temperatur von nur 2 °C an, da er vollkommen vereist

war und sich der Temperaturnehmer unmittelbar vor der Eisschicht befand.

b) Bei dem Medikament „Dominal“ fehlte der Bewohnername.

c) Die Tropfen „Novaminsulfon ratiopharm“ waren zwar schon angebrochen, aber der

Verschluss war so defekt (Verschluss abgedreht), dass eine Entnahme kaum mehr

möglich sein dürfte.

d) Die Tropfen „Novaminsulfon 1 A Pharma“ haben ein Aufbrauchdatum von 6 Monaten

und nicht wie beschriftet von nur 5 Monaten.

III.2.2. Der Träger ist kraft Gesetzes verpflichtet, den festgestellten Mangel abzustellen, um

die Qualitätsanforderungen an den Betrieb der Einrichtung sicherzustellen (Art. 3

PfleWoqG).

III.2.3. Beratung über Möglichkeiten zur Abstellung des festgestellten Mangels:

a) Der Kühlschrank ist umgehend zu enteisen.

b) Auf eine ordnungsgemäße Beschriftung der einzelnen Medikamente sollte geachtet

werden.

c) Die Tropfen sollten entsorgt werden, da eine Entnahme nicht mehr möglich ist.

d) Bei der nächsten Medikamentenbelehrung sollte nochmals die Berechnung der

Aufbrauch- und Verfallsdaten, sowie die Beschriftung der Medikamente und Tropfen

geschult werden.


III.3. Qualitätsbereich: Angemessene Qualität der Pflege und Dokumentation

Begutachtung der Pflegequalität bei drei Bewohnern

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Im Rahmen der Qualitätsprüfung wurden drei Bewohner entsprechend der Schichtung

der Pflegestufen in der Einrichtung nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Nach

Bekundung des Einverständnisses bzw. nach Rücksprache mit den Betreuern/gesetzlichen

Vertretern erfolgte eine Inaugenscheinnahme des gesundheitlichen

und pflegerischen Zustandes. Zusätzlich wurden die Pflegedokumentationsunterlagen

herangezogen und ergänzende Informationen bei den an der Versorgung

beteiligten Mitarbeitern eingeholt.

III.3.1. Sachverhalt:

a) Der begutachtete Bewohner A, der gepflegt wirkt, sitzt in einem geräumigen Einzelzimmer

mit Nasszelle, welches mit eigenen Gegenständen ausgestattet ist. Er ist für

die Jahreszeit sehr warm angezogen, da es ihn nach eigenen Angaben recht leicht

fröstelt. Er ist mit zwei Brillen und einer Lupe zum Lesen ausgestattet. Vor dem Bewohner

liegt eine Zeitschrift, in dieser löst er das Kreuzworträtsel. Es wird ein papiergestütztes

Dokumentationssystem vorgehalten, im Rahmen dessen alle wichtigen

Daten erfasst und dokumentiert werden. Das überprüfte Stammblatt enthält alle

wichtigen Daten. Es werden alle relevanten Daten im Rahmen des internen Qualitätsmanagement

berücksichtigt.

Sachverhalt der Mängel: nach Angaben der Pflegefachkraft kann der Bewohner die

Trinkmengenliste nicht selbstständig führen, ihm wird die tägliche Trinkmenge lediglich

ins Zimmer gestellt.

b) Der begutachtete Bewohner B, der gepflegt wirkt, liegt in einem Einzelzimmer, das

mit eigenen Gegenständen ausgestattet ist. Beim Besuch liegt der Bewohner in einem

Pflegebett, ein Seitenteil des Bettgitters ist nach oben gestellt. Es wird ein papiergestütztes

Dokumentationssystem vorgehalten, im Rahmen dessen alle wichtigen

Daten erfasst und dokumentiert werden. Das überprüfte Stammblatt enthält alle

wichtigen Daten. Es werden alle relevanten Expertenstandards des DNQP im Rahmen

des internen Qualitätsmanagement berücksichtigt.

Sachverhalt der Mängel:

Auf den Salbentuben im Zimmer fehlt das Anbruchs- und Aufbrauchdatum.

Zudem ist in der Pflegeplanung dokumentiert, den Bewohner alle zwei Stunden zu

lagern. Nach der Dokumentation auf dem Mobilisationsplan ist der Bewohner am

05.07.2011, am 06.07.2011 und am 07.07.2011 jeweils einmal am Tag nur dreistündlich

gelagert worden.

c) Beim Besuch sitzt der Bewohner C im Aufenthaltsraum in einem Pflegerollstuhl. Auf

Wunsch der Prüferin wird der Bewohner ins Pflegebett gebracht. Das geräumige

Einzelzimmer ist mit persönlichen Gegenständen ausgestattet. Der Bewohner hat

Kontrakturen. Nach Angaben der Pflegefachkraft ist die komplette Übernahme der

grundpflegerischen Tätigkeiten erforderlich. Ein Gespräch mit dem Bewohner ist nur

bedingt möglich. Insgesamt wirkt der Bewohner gut gepflegt. Es wird ein papiergestütztes

Dokumentationssystem vorgehalten, im Rahmen dessen alle wichtigen Daten

erfasst und dokumentiert werden. Das überprüfte Stammblatt enthält alle wichtigen

Daten. Es werden alle relevanten Expertenstandards des DNQP im Rahmen

des internen Qualitätsmanagement berücksichtigt.


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Sachverhalt der Mängel:

Auf dem Leistungsnachweisblatt für Behandlungspflege, Tropfen vorbereiten und

verabreichen fehlt das Handzeichen für den 1., 2. und 3. Juli. In der Pflegeplanung

ist dokumentiert, den Bewohner alle drei Stunden zu lagern. Auf dem Mobilisationsplan

im Juni ist vermerkt, dass der Bewohner tagsüber nicht regelmäßig an vier Tagen,

alle drei Stunden gelagert wurde. Für die Prüferin ist es nicht nachvollziehbar,

ob es hier um einen Eintragungsfehler handelt oder der Bewohner nicht gelagert

wurde.

III.3.2. Der Träger ist kraft Gesetzes verpflichtet, den festgestellten Mangel abzustellen, um

die Qualitätsanforderungen an den Betrieb der Einrichtung sicherzustellen (Art. 3

PfleWoqG).

III.3.3. Beratung über Möglichkeiten zur Abstellung des festgestellten Mangels:

a) Es wird empfohlen die „Trinkmengenliste führen“ in der Pflegeplanung zu streichen.

b) Es wird dringend empfohlen, die Salbentuben mit den Anbruchs- und Aufbrauchdatum

zu beschriften.

Es wird angeraten, den Bewohner gemäß der Pflegeplanung alle zwei Stunden zu

lagern.

c) Ein lückenloses Abzeichnen des Leistungsnachweisblattes für Behandlungspflege,

Tropfen „Vorbereiten und Verabreichen“ wird dringend empfohlen. Es wird angeraten

gemäß Pflegeplanung, den Bewohner alle drei Stunden zu lagern.

Die Probleme und Defizite wurden im Tagesverlauf, wie auch im gesamten Abschlussgespräch

besprochen, thematisiert und konkrete Verbesserungsvorschläge

unterbreitet.

III.4. Qualitätsbereich: Umgang mit Betäubungsmitteln

III.4.1. Sachverhalt

Der Bestand an Betäubungsmitteln stimmt mit der Dokumentation im Betäubungsmittelbuch

exakt überein. Die verordnenden Ärzte haben jedoch bisher die Betäubungsmittelbestände

nicht, wie in der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung

zwingend vorgesehen, monatlich kontrolliert und abgezeichnet.

III.4.2. Der Träger ist kraft Gesetzes verpflichtet, den festgestellten Mangel abzustellen, um

die Qualitätsanforderungen an den Betrieb der Einrichtung sicherzustellen (Art. 3

PfleWoqG).

III.4.3. Beratung über Möglichkeiten zur Abstellung des festgestellten Mangels:

Die verordnenden Ärzte sollten künftig die Betäubungsmittelbestände, wie in der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung

zwingend vorgesehen, monatlich kontrolliert

und abgezeichnet.


IV. Erneut festgestellte Mängel, zu denen bereits eine Beratung erfolgt ist

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Erneut festgestellte Abweichungen von den Vorgaben des Gesetzes nach Art. 11

Abs. 4 Satz 1 PfleWoqG nach bereits erfolgter Beratung über die Möglichkeiten der

Abstellung der Mängel, aufgrund derer eine Anordnung nach Art. 13 Abs. 1 PfleWoqG

geplant ist oder eine nochmalige Beratung erfolgt:

Am Tag der Überprüfung wurde in den geprüften Qualitätsbereichen keine „erneuten Mängel“

festgestellt.

V. Festgestellte erhebliche Mängel

Festgestellte erhebliche Abweichungen von den Vorgaben des Gesetzes nach Art. 11

Abs. 4 Satz 1 PfleWoqG, aufgrund derer im Regelfall eine Anordnung nach Art. 13

Abs. 2 PfleWoqG erfolgt:

Am Tag der Überprüfung wurden in den geprüften Qualitätsbereich keine „erheblichen Mängel“

festgestellt.

Sabine Götz

Regierungsamtfrau

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