Landjugend – Jetzt erst recht! - Bund der Deutschen Landjugend

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Landjugend – Jetzt erst recht! - Bund der Deutschen Landjugend

Fachmagazin der Landjugend Nr. 03/05

Landjugend

Jetzt erst recht!


Editorial

Jetzt erst recht

Bei „Jetzt erst recht“ handelt es sich weder um einen alten Action-Film

mit Bruce Willis noch um einen Titel des deutschsprachigen

Musikers und Literaten Heinz Rudolf Kunze. Es ist aber

auch keine Durchhalteparole oder Fortsetzung der Kampagne „Du

bist Deutschland“. „Jetzt erst recht Landjugend demonstriert

Zukunft“ war das Jahresthema des Bundes der Deutschen Landjugend

(BDL) im Jahr 2005.

Im Jahr 2005 konnte vor allem die Landjugend diese drei Worte

auf vielen Postkarten lesen. Denn die jungen Leute auf dem

Land waren aufgerufen, ihren Beitrag zu „Jetzt erst recht“ auf

diesen Postkarten abzugeben und an den Bund der Deutschen

Landjugend zu senden. Da Landjugend nicht einfach nur diese

trotzig klingenden Worte daher sagt, steckte natürlich auch

Seite 6

Genau 425 Jetzt-erst-recht-Karten gingen in der Geschäftsstelle des Bundes der Deutschen

Landjugend. Auf fast 30 Prozent davon werden Verbesserungen im Freizeitbereich

bzw. in der Förderung der Jugendarbeit gefordert. Und das Schöne daran: Die meisten der

Absender tun auch etwas dafür, sind selbst aktiv in der Jugendarbeit und sorgen dafür,

dass vor Ort mehr passiert. Aber auch in Sachen Bildung / Beruf…

Seite 0

viel dahinter. Landjugendliche

beschäftigen

sich mit ihrer Zukunft,

mit ihrem Land, mit der

Politik und mit ihren

eigenen Möglichkeiten.

Und oft versuchen sie

das Ummögliche möglich

zu machen. Viele junge

Menschen gelangen gerade

durch ungewöhnliche

Projekte und gemeinsame

Aktionen zur Landjugend.

Dort erleben sie ein Miteinander, ein Anpacken. Da ist keine

Spur von Resignation oder null Bock, wie es der Jugend heute

oft nachgesagt wird.

Kartenstapel von euch geschickt

Seite 10

Hier bewegt sich was

Die Berlin-Brandenburgische Landjugend hat es wieder geschafft: 142 Gruppen nahmen

2005 an ihrer 48-Stunden-Aktion teil. Damit ist die Zahl der aktiven Gruppen weiter

angestiegen. Seit 1998 hat sich die Zahl der TeilnehmerInnen verzehnfacht. In Jocksdorf

entschieden sich die Jugendlichen erst während der Aktion gegen den Abriss eines alten

Stallgebäudes und bauten es stattdessen wieder auf…

Der Gärtner ist immer der Mörder

Pfiffig nennen sie die einen, originell die anderen. Es geht um 13 Info-Flyer über Grüne

Berufe. Die Rheinische Landjugend (RLJ) hat sich witzige Motive ausgedacht, die so

schräg sind, dass jede/r erst einmal hingucken muss. Das ist aber schon die halbe Miete,

denn wer schaut, nimmt die Flyer auch einmal in die Hand, um weiterzulesen. Auch als

Postkarte kommen die Motive daher oder locken als Blickfang, sich multimedial und spielerisch

den Grünen Berufen zu nähern...

BDL

www.landjugend.de


In diesem Heft werden beispielhaft einige Projekte vorgestellt,

die in diesem Jahr zum Jahresthema „Jetzt erst recht“ gelaufen

sind. In ganz Deutschland haben Landjugendliche mit ihren Aktionen

Zukunft demonstriert, haben ihren ländlichen Raum lebenswerter

gestaltet und ihre eigenen Rahmenbedingungen für ihre

Zukunft geschaffen. Gern würden wir hier alle Projekte präsentieren,

aber dazu reichen die wenigen Seiten dieses Hefts leider

nicht. Wen es aber interessiert, sollte einfach nachfragen am

besten direkt bei den einzelnen Landesverbänden. Die Adressen

gibt es entweder im begehrten Landjugendkalender oder im Internet

unter www.landjugend.de.

Neben den Projekten möchten wir Einblicke verschaffen in

einige Postkarten, die den langen Weg zurück in die Geschäftsstelle

in Berlin gefunden haben. Dass die Postkartenaktion nicht

nur von der Landjugend unterstützt wird, zeigt auch das Inter-

Inhalt

Editorial

Jetzt erst recht 4

Favorit: Mehr Freizeitangebote vor Ort 6

Werbeaktion für grüne Berufe 7

Schlechter Traum? Beginnende Wirklichkeit? 8

Gegen Kürzungen im Landesjugendplan 9

Jetzt erst recht: Hier bewegt sich was 10

Von Zweien, die zum Landjugendtag zogen 11

Frau Dr. Feldblume und eure Fragen 1

Diskutieren? Tischkutieren!! 13

view mit dem Landfrauenverband aus Sachsen-Anhalt. Außerdem

werden wir unsere „neue Mitarbeiterin“ Frau Dr. Feldblume mit

ihrem für uns noch recht ungewöhnlichen Arbeitsfeld vorstellen.

Daneben warten wie in jedem Heft natürlich auch ein Veranstaltungsrückblick

und die Terminvorschau.

Doch nun Schluss mit dem Appetitholen. Lest, was alles möglich

war. Dann schnell das Heft zuschlagen, denn „Jetzt erst recht

seid ihr gefragt.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Dajana Gillmaier,

stellv. BDL-Vorsitzende

Aus den Landesverbänden:

Wir setzen eine(n) drauf: 14

Beteiligungsaktion in Niedersachsen

Württemberg-Baden: 15

Von Schüler-Team-Wettbewerb, Stars und Logos

Niedersachsen: Landesversammlung mit neuen Ideen 16

Rheinland: Erstes Landjugend-Agrarforum 17

Wir bewegen uns weiter! 18

RheinhessenPfalz: 030 ist jeder Dritte über 60 18

Wir denken weiter

Damit offene Höfe locken … 19

Impressum 19

Der Gärtner ist immer der Mörder 0

Der kurze Weg zur eigenen Homepage 1

BDL-Veranstaltungen

Termine 3

www.landjugend.de 3


Jetzt erst recht

Landjugend demonstriert Zukunft

Man könnte meinen, dass die Worte

Jetzt erst recht“ kaum besser in unsere

heutige Zeit passen und besonders in das

Jahr 2005 gepasst haben. Nicht nur in

der Politik, sondern auch in unserer Gesellschaft

gab und gibt es in letzter Zeit

viele Veränderungen. Schon immer waren

Landjugendliche selbst verantwortlich dafür,

wo Landjugend hingeht, frei nach

dem gerade modern gewordenen Worte

„Du bist Landjugend“. Mit Aktionen und

Projekten wie z.B. „Fremde werden Freunde“

oder „Landwirtschaft 2015“ hat Landjugend

nicht nur in der Presse von sich

reden gemacht.

Bei dem Jahresthema der Landjugend und

dem 2005er Projekt handelte es sich zum

einen um eine große Postkartenaktion.

Im ganzen Land wurden Postkarten mit

der Überschrift „Jetzt erst recht Landjugend

demonstriert Zukunft verteilt. Auf

diese Weise wollte der Verband in Erfahrung

bringen, welche Ziele und Wünsche,

welche Visionen und Vorhaben Landjugendliche

für die Zukunft eines lebenswerten

ländlichen Raumes haben. Denn

die Stimme eines jeden Landjugendlichen

ist wichtig.

Doch der BDL wollte nicht nur wissen,

was sich ändern muss, damit Jugend im

ländlichen Raum eine Zukunft hat. Nein!

Besonders wichtig war dem größten Jugendverband

im ländlichen Raum zu erfahren,

was jede/r Einzelne anpacken

will, um diese Ziele und Wünsche zu erreichen.

Welche Rahmenbedingungen

brauchen Landjugendliche für die Realisierung

ihrer Visionen?

Doch nicht nur über Postkarten konnten

Landjugendliche sich zu ihrer Zukunftsvision

äußern. In vielen Projekten und Aktionen

packten sie im Einklang mit dem

Jahresthema „Jetzt erst recht“ dort an,

wo es für ihre Region notwendig war.

Der Startschuss für „Jetzt erst recht“ fiel

während der Internationalen Grünen Woche

im Januar 2005 in Berlin. Eine kleine

Kostprobe, wie Landjugend ihre Anliegen

an den Mann oder die Frau bringen, erhielten

MinisterInnen und StaatssekretärInnen

zum Beispiel während des Deutschen

Landjugendtages 2005 in Wismar

(Mecklenburg-Vorpommern). In einem

selbst geschriebenen Theaterstück haben

Jugendliche ihre Probleme dargestellt und

erklärt, was getan werden muss, damit sie

eine Perspektive für ihre Zukunft in ihrer

Region sehen.

Seit dem Startschuss im Januar haben

auch zahlreiche Postkarten die Geschäftsstelle

des BDL erreicht. Doch eigentlich

Nr. 03/05

waren es viel zu wenige Postkarten, die

Landjugendliche zurück gesendet haben.

Woran hat das gelegen? War die BDL-Geschäftsstelle

daran schuld, weil sie nach

dem Umzug im August unter der auf den

Karten vorgedruckte Adresse nicht mehr

zu finden war. Wohl kaum, schließlich

läuft der Nachsendeauftrag noch. Oder

macht sich auch bei der Landjugend eine

Verdrossenheit breit, die keinen Platz für

Ideen, Tatendrang und Politik lässt? Hat

vielleicht die politische Situation Deutschlands

im Jahr 2005 auch die Landjugendlichen

unsicher gemacht? Oder glauben die

meisten Landjugendlichen, dass die Situation

im ländlichen Raum gut ist und keiner

Veränderung oder gar Verbesserung bedarf?

Kein/e Landjugendliche/r und niemand,

der Landjugend wirklich kennt, würde die-

4 www.landjugend.de

BDL/cg


Nr. 03/05

se Fragen mit „Ja“ beantworten. Also

woran lag es? Seit über 55 Jahren hat

Landjugend Ziele, Wünsche und Visionen.

Und bisher hat sich die Landjugend noch

nie damit zufrieden gegeben, einfach nur

zu sagen, was sie will und welche Rahmenbedingungen

sie braucht.

Landjugend krempelt immer die Ärmel

hoch und packt an. Das daneben kaum

Zeit zum Aufschreiben der Visionen bleibt,

ist doch klar. Wer sagt schon gern etwas

über Dinge, die bereits erledigt werden?

Und welche/r Landjugendliche gibt sich

damit zufrieden, der Politik nur Wünsche

zu präsentieren? Landjugend ist wie immer

einen Schritt voraus. Sie tut in fast

jedem ländlichen Ort in Deutschland

meist mit wenig Beachtung etwas für

die Gemeinschaft. Aber die Landjugendlichen

tun etwas für ihren zukünftigen,

lebenswerten ländlichen Raum.

Dass dem so ist, hat die Landjugend im

Jahr 2005 auch auf ihrer Regionalentwicklungstagung

in Bonn Ende September

2005 gezeigt. Hier wurden spannende und

interessante Diskussionen mit Wissenschaftlern

und Politikern über den demografischen

Wandel und die Abwanderung

junger Menschen aus den ländlichen Räumen

geführt. Auf dieser Tagung haben

Landjugendliche an einigen Projekten gezeigt,

wie sie mit den Problemen der ab-

wandernden Jugend umgehen und ihnen

entgegentreten.

Doch was passiert nun eigentlich mit den

Postkarten und E-Mails, die den Weg nach

Berlin bis Dezember 2005 gefunden haben?

Die bleiben natürlich nicht unberücksichtigt.

Alle Postkarten und E-Mails

wurden von uns gesammelt und weitergeleitet.

Damit demonstriert Landjugend

auch gleich, was sie am besten kann:

Nämlich Zukunft gestalten und das nicht

leise und zu Hause im Kämmerlein. Wir

zeigen nicht nur, wo es hingehen kann,

sondern auch wie wir es anpacken und

was wir zukünftig an Unterstützung erwarten.

Und damit erinnert unser Jahresthema

doch irgendwie an die Kampagne

„Du bist Deutschland“...

Auch die Antworten und Reaktionen von

PolitikerInnen sollen nicht unerwähnt

bleiben. Gern veröffentlichen wir die

hoffentlich zahlreichen Antwortbriefe

und Erklärungen. Oder vielleicht können

direkt vor Ort die zuständigen KommunalpolitikerInnen

bei einer Tischkussion angesprochen

werden. Ja, richtig gelesen,

Tischkussion. Mit Tischkussion startete

Landjugend bereits in ihre nächste Aktion.

Dabei werden örtlich oder regional

Gäste eingeladen. Die Landjugend serviert

regionale Produkte, diskutiert gleichzeitig

über die Bedeutung dieser regionalen Lebensmittel,

aber vor allem über das, was

Landjugend bewegt Werte, Politik, Vorhaben

… Zu diesen Tischkussionen können

aber nicht nur Politiker eingeladen

werden, sondern vielleicht einfach mal

der Heimatverein des Ortes, mit dem ein

Projekt gestartet werden soll.

Dem Ideenreichtum und der Kreativität

der Landjugend sind wie immer keine

Grenzen gesetzt und die Worte „Jetzt erst

recht“ hallen auch im Jahr 2006 noch

durch die Köpfe der Landjugendlichen.

DAJANA GILLMAIER,

stellv. BDL-Vorsitzende

www.landjugend.de 5


Favorit: Mehr Freizeitangebote vor Ort

Auswertung der Postkartenaktion „Jetzt erst recht

Der Stapel ist beachtliche 8,7 Zentimeter

hoch. Er besteht aus 425 Jetzt-erst-recht-

Postkarten, die den Weg in die BDL-Geschäftsstelle

gefunden haben. Aus allen

Bundesländern ist mindestens eine dabei.

Aus Sachsen-Anhalt kamen die meisten

Karten, überdurchschnittlich viele aber

auch aus Württemberg-Hohenzollern. In

dem stattlichen Stapel steckt sogar die

Antwort einer Zwölfjährigen. Die meisten

AbsenderInnen waren indes zwischen 14

und 17 Jahre alt nur 13 SchreiberInnen

älter als 30 Jahre.

Das Wichtigste für den BDL ist aber nicht

das Alter derjenigen, die sich die Zeit genommen

haben, die Karten auszufüllen,

sondern ihre Antworten.

DAS SOLL SICH ÄNDERN: Fast 30 Prozent

aller Landjugendlichen, die ihre Karte an

den BDL geschickt haben, wollen Verbesserungen,

die sie direkt betreffen nämlich

in ihrer Wohnumgebung. Der größte

Teil davon fordert mehr Freizeitmöglichkeiten

bzw. mehr Einsatz für oder mehr

Förderung der Jugendarbeit. Interessant

ist, dass gerade diejenigen, die das Freizeit-

und Bildungsangebot bemängeln,

sich besonders stark engagieren, wie aus

den Karten hervorgeht.

Regionalentwicklung/Politik

Landjugend

Ebenfalls zu den Favoriten gehört mit fast

20 Prozent aller Zuschriften das Thema

Bildung/Beruf. Die jungen Leute fordern

darin mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt,

mehr Ausbildungs- bzw. Arbeitsplätze

und Sicherheit.

Während auf den Postkarten nur in sieben

Fällen Verbesserungen in Sachen Schule

gefordert werden, lassen sich fast zehn

Prozent der Zuschriften der Landwirtschaft

zuordnen. Insbesondere das Ansehen

der grünen Berufe spielt dabei eine

Rolle.

Sonstiges

Landwirtschaft

Bildung/Beruf Freizeitangebot

Schule

Genau 425 Jetzt-erst-recht-Karten gingen in der BDL-Geschäftsstelle ein. Verbesserungen wurden

vor allem in den Bereichen Freizeitangebot, Bildung / Beruf gefordert. In Sachen Landwirtschaft

ging es verstärkt um das Image. Und was die Landjugend anbetrifft: Mehr Wir-Gefühl, mehr Geld

das sind die Veränderungen, die auf den Postkarten angemahnt wurden.

Nr. 03/05

Zu den Themen von Relevanz gehören

auch Regionalentwicklung und Politik sowie

die Landjugend an sich. „Mehr Geld

für die Landjugend“, mehr Motivation

bzw. Engagement sowie mehr „Wir-Gefühl“

sind nur einige der Forderungen, die

auf dem Postkartenweg ihren Ausdruck

gefunden haben.

DAS PACKEN WIR AN: Nicht allen fiel dazu

etwas ein. Zugegeben, die zwei kleinen

Zeilen ließen bestenfalls für zwei Stichworte

Platz. Doch immerhin lässt sich eins

klar sagen: "Reden/aufklären/werben/be-

geistern für die Landjugend" wurde oft

genannt, aber auch das Engagement im

Ehrenamt. Zusammen genommen machen

diese Antworten immerhin fast 64 Prozent

der Kommentare zu diesem Punkt aus.

Eins ist nach der Postkarten-Aktion klar:

Die Aussagen der Karten stimmen mit den

Problemen, die der BDL sieht, überein. Ob

Landjugendliche/r, Jugendgruppe, Landes-

oder Bundesverband jeder geht die benannten

Probleme auf ihre/seine Weise

an. Denn: Landjugend ist, was Landjugend

macht.

6 www.landjugend.de

BDL/cg


Nr. 03/05

Werbeaktion für grüne Berufe

Jetzt erst recht“ mit den Landfrauen in Sachsen-Anhalt

Astrid Meise und Kathrin Peuser arbeiten

beim Landfrauenverband Sachsen-

Anhalt. Oft waren die beiden landauf,

landab in den Schulen unterwegs, denn

sie werben in den 8. bis 10. Klassen

des Landes für die grünen Berufe. Das

Projekt dazu heißt: „Landwirtschaftliche

Berufsorientierung und Beratung

zu Einkommensalternativen im ländlichen

Raum Sachsen-Anhalts“. Neben

Informationsmaterialien hatten die

beiden Landfrauen im Jahr 005 meist

auch die Jetzt-erst-recht-Karten des

Bundes der Deutschen Landjugend im

Gepäck. Wir haben uns mit Astrid Meise

unterhalten.

bdl-spezial: Was assoziieren Sie persönlich

mit dem Spruch „Jetzt erst recht“?

Astrid Meise: Bewegung im ländlichen

Raum.

bdl-spezial: Wie sind die Landfrauen

in Sachsen-Anhalt auf die „Jetzt erst

Auch Melanie Meyer lernt einen grünen Beruf: Forstwirtin.

recht“-Aktion der Landjugend aufmerksam

geworden?

Astrid Meise: Der Landfrauenverband sitzt

in Sachsen-Anhalt im gleichen Haus wie

der Landjugendverband, und es besteht

ein sehr gutes Kooperationsverhältnis.

bdl-spezial: Sie haben unsere Karten angefordert.

Warum?

Astrid Meise: Wir sind in einem Projekt

zur Berufsorientierung für grüne Berufe

angestellt und haben somit sehr viel Kontakt

zu jungen Menschen. Diese Gelegenheit

wollten wir nutzen, um die Jugendlichen

auf die Karten-Aktion aufmerksam

zu machen.

bdl-spezial: Und als Sie die Karten hatten,

was haben Sie damit gemacht?

Astrid Meise: Nach den Berufsorientierungsveranstaltungen

in den Schulen haben

wir die Karten an die Schüler verteilt

mit der Bitte um sofortiges Ausfüllen.

Den größten Teil der Karten erhielten

wir gleich zurück, die restlichen Schüler

wollten sie zu Hause ausfüllen und selbst

zurückschicken.

bdl-spezial: Was für Schulen haben Sie

besucht?

Astrid Meise: Wir waren an Sekundarschulen

unterwegs

bdl-spezial: Haben Sie die Karten auch

für Ihren Verband ausgewertet? Mit welchem

Resultat?

Astrid Meise: Wir haben keine statistische

Auswertung vorgenommen. Die

Antworten waren aber zumeist: mehr

Ausbildungs- und Arbeitsplätze, mehr Jugendeinrichtungen,

sauberere Umwelt.

bdl-spezial: Wir haben Karten aus dem

ganzen Bundesgebiet bekommen. Ihr

Ergebnis deckt sich mit unserer statistischen

Auswertung. Vielen Dank für das

Gespräch und noch viel Erfolg.

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BDL/cg


Nr. 03/05

Schlechter Traum? Beginnende Wirklichkeit?

Landjugend wächst mit ihren Mitgliedern

Stell dir vor es ist 015. Landjugend ist überhaupt nicht mehr angesagt. Überhaupt bist du weit und breit allein, denn in der

Altersspanne 15 bis 19 Jahre gibt es im Umkreis von 10 Kilometern nur noch dich. Schlechter Traum oder auf uns zukommende

Realität? Unter anderem hat Kathrin Groth für das bdl-spezial in Niedersachsen nachgefragt.

Janis Wehrbein,

5 Jahre:

Stella Pieninck,

3 Jahre:

Andrea Förtsch,

19 Jahre:

Kerstin Möhring,

3 Jahre

Stell dir vor, es ist 015. Du bist 16 Jahre alt und lebst auf dem Land …

…und Landjugend ist überhaupt

nicht mehr angesagt!

Das glaube ich nicht! Es gehen viele Untersuchungen

in die Richtung, dass junge Familien aufs

Land ziehen oder in kleinere Vororte und daher wird

es auch im Jahre 2015 noch Jugendliche zumindest

im vorörtlichen Bereich von Großstädten geben.

Wenn deren Zahl nicht sogar noch zunimmt!

Schwer vorstellbar, weil ich glaube, dass Landjugend

mit ihren Mitgliedern wächst. Dadurch, dass

es regelmäßige Wechsel gibt, sind auch immer neue

Leute da, die mit ihrem Interesse dafür sorgen, dass

es weiter geht. Landjugend bietet schließlich die

Möglichkeit, neue Leute zu treffen und Freunde zu

finden, und man muss dabei nichts besonders gut

können wie z.B. Fußballspielen im Fußballverein.

Bei uns in Brandenburg ist das schon möglich.

Angesichts der Einsparungen an allen Ecken kann

es uns 2015 auf keinen Fall mehr in der heutigen

Qualität geben.

Schwer zu sagen. Das ist abhängig von zu vielen

Faktoren: Die Wege zu den Städten werden immer

kürzer. Dadurch könnten Jugendliche in die Stadt

gezogen werden. Das kommt auf die Entwicklung

der Landjugend an. Wenn sich die Landjugend an

den Jugendlichen orientiert und dementsprechende

Angebote macht, kann sie konkurrenzfähig zur

Stadt bleiben. Jugendliche werden immer einen

Gruppenzusammenhalt suchen und da kann Landjugend

einsetzen. Daher bleibt sie immer aktuell.

…du hast in deiner Freizeit nichts zu tun und

bist die/der Einzige 16jährige im Umkreis von 10 km!

In der Situation ist es dann die Aufgabe der Politik, den öffentlichen

Nahverkehr so auszubauen, dass auch 16jährige

Noch-Nicht-Führerschein-Inhaber die Möglichkeit haben,

geografische Hindernisse zu überwinden und hinauszukommen.

Sicherlich werden auch die neuen Medien wie das

Internet andere Kommunikationswege darstellen. Essentiell

wichtig bleibt aber der persönliche Kontakt zu Menschen.

Das wird sicher nicht passieren! Es wird sicher noch einfacher

sein, Kontakte außerhalb des Dorfes zu finden, da

die Mobilität steigt. Unter anderem hilft dabei ja auch der

Führerschein mit 17 Jahren. Es wird sich nicht so wahnsinnig

viel verändern! Man wird immer im Dorf seine Clique

haben und dann gemeinsam seine Freizeit gestalten.

Das kann schon sein. Spätestens nach dem Abitur gehen ja

jetzt schon die meisten weg aus Brandenburg, weil sie kaum

Ausbildung- und Arbeitsplätze finden. 2015 gibt’s wahrscheinlich

noch weniger Ausbildungsplätze in unserer Region. Ich

werde mit aller Kraft versuchen, das zu verhindern.

Glaube ich nicht! Zwar gibt es immer weniger Landwirte,

generell gewinnt das Land aber eher als Wohnortstandort.

Viele Leute schätzen die Attraktivität des Landlebens. Auf

dem Land hat man zwar das Problem „weite Wege“, Landbewohner

müssen sich also Mobilität leisten können, aber

man hat eine höhere Lebensqualität. Viel hängt auch von

der Politik ab. Eventuell gibt es dadurch eher eine Verstädterung:

Die Städte dehnen sich aus, das Land an sich gibt

es vielleicht irgendwann nicht mehr durch eine zunehmend

dichte Besiedelung. Durch die zunehmende Tendenz zur

Flucht aufs Land wird es in den Landjugendgruppen eine

größere Durchmischung geben. Nicht mehr nur grüne Berufe

sollten zukünftig Zielgruppe sein, die Landjugend muss sich

auch auf den Zuzug von Städtern einstellen.

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Nr. 03/05

Gegen Kürzungen im Landesjugendplan

Jetzt erst recht eine erfolgreiche Kampagne geht zu Ende

Die Westfälisch-Lippische Landjugend e.V. (WLL) hat die Landjugendgruppen in

Westfalen-Lippe aufgerufen, sich an der Kampagne „Jetzt erst recht“ zu beteiligen

und in einer 48-Stunden-Aktion den BewohnerInnen der Gemeinden und den PolitikerInnen

vor Ort zu zeigen, was Jugend bewegen kann. Diese Aktion ist auch der

Abschluss der landesweiten Kampagne „Jetzt erst recht!“, mit der die WLL ein

deutliches Zeichen gegen die Kürzungen im Landesjugendplan NRW setzt.

Bereits beim Landeslandjugendtag 2004

fiel der Startschuss zu „Jetzt erst recht

als Kampagne der Westfälisch-Lippischen

Landjugend e.V.. VertreterInnen der Landjugendgruppen

aus ganz Westfalen-Lippe

waren dabei, um den Geist der Kampagne

in ihre Gruppen zu tragen und Jugendliche

und junge Erwachsene in ihren Regionen

zu begeistern. Denn eines sollte die

Kampagne deutlich machen: Kinder- und

Jugendarbeit lässt sich nicht über einen

Kamm scheren. Gerade die ländlichen Regionen

erfordern eine gesonderte Betrachtung,

allein weil die Infrastruktur

ein bereites Netz an Angeboten für Kinder

und Jugendliche nicht zulässt. Hier zeigt

sich die Landjugend als verlässlicher Partner.

Bei ihren Aktionen und Veranstaltungen

zeigen die Landjugendgruppen Kreativität

und breites Engagement. Das soziale

Lernen wird gefördert, aber auch für

die Persönlichkeitsentwicklung eines jeden

Einzelnen wird viel getan. Die Gruppen

engagieren sich in ihren Gemeinden

und bei sozialen Projekten, sie beteiligen

sich an internationalen Jugendbegegnungen,

bieten Fort- und Weiterbildung

durch ihre Landesverbände und stehen für

interessierte, jugendpolitische Arbeit. Ziel

der Kampagne war es nun, genau das der

Öffentlichkeit vorzustellen, denn oft wird

die Landjugend nur mit Feiern in Verbindung

gebracht.

Ins Leben gerufen wurde die „Jetzt erst

recht“-Kampagne aufgrund der Kürzungen

im Landesjugendplan des NRW-Haushaltes.

War es doch gerade zu diesem Zeitpunkt

wichtiger denn je, die Arbeit der

Landjugend zu präsentieren und den Menschen

im Land aufzuzeigen, wie notwendig

die Kinder- und Jugendarbeit der

Landjugend ist.

Das gemeinsame Gestalten einer 4x4m

großen Landkarte von Westfalen-Lippe

gab den Auftakt zum kreativen Teil des

Landeslandjugendtages. Die Landjugend-

lichen tummelten sich in verschiedenen

Aktionen in und um Münster, auch wenn

sich zum Landeslandjugendtag weniger

Leute eingefunden hatten als geplant! Ein

schlechtes Omen? Nein!! „Jetzt erst recht

haben sich die WLL-Aktiven gedacht und

kräftig die Werbetrommel gerührt mit

dem Ergebnis, dass die Kampagne in den

Ortsgruppen Fuß fasste und viele Landjugendgruppen

das „Jetzt erst recht“-Jahr

nutzen, um ihre Aktionen, Veranstaltungen

und Gruppenabende der Öffentlichkeit

vorzustellen. Als Anreiz und Motivation

wurde ein Preis für die beste und umfangreichste

Umsetzung der Kampagne in der

Landjugendgruppe ausgesetzt! Dazu hat-

ten alle Gruppen die Aufgabe, ein Jahr

lang ihre Arbeit zu dokumentieren und öffentlich

sichtbar zu machen.

Die Kampagne „Jetzt erst recht“ endete

im Juni 2005 mit der 48-Stunden-Aktion.

Hier zeigten die Landjugendgruppen noch

einmal bei der landesweiten Gemeinschaftsaktion,

was in ihnen steckt. Ende

September waren alle Präsentationen in

der WLL-Geschäftsstelle angekommen, so

dass die vierköpfige Jury zusammen trat,

um die Gewinner der Kampagne zu ermitteln.

Erst bei der Sichtung des Materials

wurde so richtig deutlich, mit welchem

Einsatz und Engagement die Landjugend-

gruppen in ihren Regionen aktiv sind: Es

gab jede Menge Presseartikel zu Gruppenabenden

und Fahrten, Berichte von

Besuchen von Partnergruppen in anderen

Bundesländern, Exkursionen und Fortbildungen,

Fotos von Gemeindefesten, Umzügen,

Bauarbeiten und sozialen Projekten.

Eine Gruppe verarbeitete sogar

den Mitschnitt eines Radiointerviews in

ihrer Präsentation. Auf der Landesversammlung

2005 wurden die Siegergruppen

geehrt: die Landjugend Pelkum, Halver,

Loxten, Breckerfeld, An der Emmer und

Bielefeld.

SONJA WILMER-KAUSCH, KATJA REINL

www.landjugend.de 9


Jetzt erst recht: Hier bewegt sich was

48-Stunden-Aktion der Landjugend Berlin-Brandenburg mit 142 Gruppen

Zum achten Mal startete im Frühjahr 005 die 48-Stunden-Aktion des Berlin-Brandenburgischen

Landjugend e.V., die in diesem Jahr unter dem Motto „Jetzt erst

recht“ stand. In 13 Landkreisen, 35 Ämtern und Gemeinden mit 117 Ortsteilen

übernahmen mehr als .100 Kinder und Jugendliche eine Aufgabe für ihre Kommune,

ihren Klub, ihre Kita, ihren Sportverein, ihre Feuerwehr oder ihre Schule. Allein

in Lauchhammer beteiligten sich 19 verschiedene Gruppen mit etwa 30 Jugendlichen.

Das Ergebnis vor Ort: neu gestaltete Sportanlagen und Spielplätze. Eine

Taststraße lädt jetzt zum Entdecken ein und neue Bäume dienen der Umwelt.

Spannend ging es bei der 48-Stunden-Aktion

in Jocksdorf zu, denn erst während

der Abrissarbeiten eines alten Stallgebäudes

entschieden sich Einwohner und

Jugendliche anders: Hier wird nicht abgerissen,

sondern aufgebaut. Die mehr als

20 Jugendlichen werkelten jedoch nicht

nur am alten Stall, sondern auch an den

Containern ihres Jugendclubs, ein neues

Dach wird fällig. Frisch aus dem Wald

kamen die benötigten Dachlatten, direkt

vom örtlichen Sägewerk zugeschnitten.

Hier wurde kräftig zugelangt. Seinen

ganzen Einfluss musste der damalige

Landesvorstand Torsten Krause

geltend machen, um die

jungen Leute zu

einer kurzen Pause zu bewegen, damit

er ihnen Pokal und Urkunde überreichen

konnte.

Begeistert vom Elan der Jugendlichen

zeigte sich auch Schirmherr Dr. Dietmar

Woidke (Brandenburgs Minister

für Ländliche Entwicklung)

in Komptendorf. Am

Samstagvormittag

pflanzten

die Einwohner

etwa

2.500 Bäume. Natürlich

war die Jugend

dabei. Anschließend ging es am

Nachmittag und am Sonntag mit der

Renovierung des Jugendclubs weiter.

Auch Andrea Förtsch und Henning Hirche

vom Landesvorstand waren beeindruckt

von der Schaffenskraft und den Ideen.

Andrea musste sich sputen, um die 49

Nr. 03/05

Gruppen allein im Landkreis Elbe-Elster zu

besuchen. Von den 19 aktiven Gruppen in

Lauchhammer konnte Henning die Hälfte

erreichen, dann standen schon die Gruppen

in anderen Regionen auf seinem Programm.

Beide berichteten vom Spaß der

Jugendlichen, von Unterstützung durch

Anwohner, Bürgermeister, Kreisjugendring

und Kreisjugendamt. Ein Beispiel:

Im Schlaubetal freuten

sich die beteiligtenJugendlichen,

als der

mobile Fleischer

kurz anhielt

und spontan ein großes

Verpflegungspaket überreichte.

Jens Fiebelkorn als verantwortlicher Organisator

der Aktion zeigte sich mit dem

Ergebnis zufrieden. Die Aktion zeige, dass

es im ländlichen Raum ein hohes kreatives

und engagiertes Potenzial gibt, dass

der Zusammenhalt zwischen den Generationen

funktionieren kann und dass den

jungen Einwohnern weit mehr zugetraut

werden darf, als es oftmals von den kommunalen

Verantwortlichen getan wird. Aus

der 48-Stunden-Aktion entstehen Kontakte

zu Firmen und Institutionen in der

Region, die interessant für Wirtschaft und

Jugendarbeit sind.

10 www.landjugend.de


Nr. 03/05

Von Zweien, die zum Landjugendtag zogen

Eigentlich wollten die Beiden mit ihrer Ortsgruppe auf den Landjugendtag nach Wismar reisen. Aber die anderen Landjugendlichen

aus ihrer Gegend haben sich gewunden. Zu viel zu tun, sagten die einen, kein Geld, die anderen... Das hat die beiden jungen Frauen

nur kurz entmutigt. Ganz dem Jahresmotto entsprechend haben sie sich gesagt: Jetzt erst recht. Das ist die kurze Geschichte der

Jetzt-erst-recht-T-Shirts. Ihre Reise hat das Duo auf keinen Fall bereut. Doch das ist schon wieder eine andere Geschichte.

Die Aktion, an der sich 142 Gruppen mit

mehr als 2100 Landjugendlichen beteiligten,

zeigt aber auch, dass Unterstützung

durch engagierte Jugendarbeiter erforderlich

ist. Hier sind besonders die Jugendkoordinatoren

zu nennen. Darauf wurden

die Organisatoren bei vielen Besuchen vor

Ort durch die Jugendlichen hingewiesen.

Vielfach herrscht Unverständnis über

Sonntagsreden der Politik insbesondere

zum Thema Rechtsextremismus, während

gleichzeitig im Bereich der Prävention

und der Jugendarbeit gespart wird.

Eines ist sicher: Wir freuen uns auf 2006!

DIRK BUDACH

2000

1500

1000

500

0

Teilnehmer

Gruppen

1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005

Tendenz steigend. Seit der ersten 48-Stunden-Aktion im Jahr 1998 haben sich die Teilnehmerzahlen

verzehnfacht.

www.landjugend.de 11


Frau Dr. Feldblume und eure Fragen

Leben auf dem Land Jetzt erst recht

Liebe Frau Dr. Feldblume,

ich bin 16 Jahre und komme vom Hof.

Mein Vater wünscht sich, dass ich

weitermache also Landwirt lerne und

später den Hof übernehme. Ich kann

mir gut vorstellen Landwirt zu werden,

denn die Arbeit macht mir Spaß. Aber

ich habe eine große Sorge: Werde ich

als Bauer wohl eine Frau finden? Es wird

doch so oft im Fernsehen darüber berichtet,

dass es so schwer ist, als Bauer eine

Frau zu finden. Ich wünsche mir natürlich

schon eine Freundin. Aber werden

mich die Frauen mögen, wenn ich in der

Erntezeit viel arbeiten muss? Wird eine

Frau Verständnis für meine Leidenschaft

das Treckerfahren haben?

ERNST, 16 Jahre

Lieber Ernst,

ich verstehe

deine Sorgen.

In Funk und

Fernsehen wird

tatsächlich

oft behauptet, dass Bauern Schwierigkeiten

haben, Frauen zu finden und die

„Bauer sucht Frau“-Sendungen sind ganz

furchtbar. Ich kann dich beruhigen, dass

du nicht da mitmachen musst. Bei der

Landjugend beobachte ich, dass Landwirte

genauso Freundinnen haben wie andere

Jungs auch. Als gut ausgebildeter Landwirt

bist du ein qualifizierter Unternehmer

mit Ideen, arbeitest selbstständig und

kannst einer Frau Haus und Hof bieten. Da

hast du vielen Männern schon eine Menge

voraus. Wichtig ist, dass du ein bisschen

auf dein Äußeres achtest und interessiert

bist an dem, was sonst noch in der Welt

passiert. Dann sehe ich da überhaupt kein

Problem. Übrigens gibt es auch Frauen,

die gerne Trecker fahren.

Liebe Frau Dr. Feldblume,

ich bin mit meinen Eltern vor kurzem

von der Stadt aufs Land gezogen, weil

mein Vater hier eine neue Arbeit gefunden

hat. Ich finde es ganz schön hier im

Dorf, aber ich bin ein bisschen einsam.

Es sind Ferien und es dauert noch, bis

die Schule wieder beginnt. Ich würde

so gerne Freunde finden, aber ich bin

ein wenig schüchtern und weiß nicht

so recht, wo ich Leute kennen lernen

kann, hier sind ist ja nicht so viel los

wie in der Stadt. Ich hätte Lust, was

zu unternehmen und aktiv zu sein, nur

rumhängen finde ich öde. Können Sie

mir irgendwie weiterhelfen?

MIMI, 15 Jahre

Liebe Mimi,

versuche doch

mal herauszufinden,

ob es bei

dir im Dorf oder

in der näheren

Umgebung eine Landjugendgruppe gibt.

Gerade im Sommer finden oft Scheuenfeste

statt. Geh einfach mal vorbei da

findest du bestimmt Landjugendliche. Die

Nr. 03/05

Landjugendgruppen freuen sich immer

über interessierte neue Leute. Du kannst

auch im Internet nachschauen, ob es bei

dir in der Region Landjugendgruppen gibt.

Bei der Landjugend findest du bestimmt

Freunde und Gleichgesinnte, die Lust

haben aktiv ihre Freizeit zu gestalten.

Hallo Frau Dr. Feldblume,

mir reicht es, ich will die Welt verändern.

Die Agrarpolitik gefällt mir so nicht. Ich

kann nicht immer nur rumsitzen und in

den Nachrichten sehen, was so geredet,

besprochen und entschieden wird, ich

will mitmischen. Ich weiß nur nicht so

genau, wo ich anfangen soll. In eine

Partei eintreten finde ich nicht das richtige,

da geht’s ja um viele andere Dinge

und nicht um Agrarpolitik. Im Bauernverband

sind alle so alt. Und bei der

Landjugend? Meine Ortsgruppe ist zwar

toll und wir machen auch schon viel wie

den Tag des offenen Hofes, aber ich will

richtig was bewegen, nicht nur bei uns

im Ort. Wissen Sie, was ich tun könnte?

FRIEDRICH, 18 Jahre

Lieber Friedrich,

du hast ja richtig

viel Energie, das

ist super. Ob

man direkt und

sofort die Welt

verändern kann, ist fraglich, aber du hast

die Möglichkeit, etwas zu bewegen und

dich zu beteiligen. Partizipation nennt

man das. Bei der Landjugend kannst

du dich politisch zu engagieren. Deine

Ortsgruppe ist ja Mitglied in einem Landesverband.

Du hast die Möglichkeit, dich

im Landesvorstand zu engagieren z.B.

im Arbeitskreis Agrarpolitik. Hier findest

du Gleichgesinnte, mit denen du fachlich

diskutieren und Aktionen planen kannst.

Motivierte Leute, die Lust haben, werden

1 www.landjugend.de


Nr. 03/05

Diskutieren? Tischkutieren!!

Ein Projekt des BDL und seiner Landesverbände

Manchmal reicht der Apfel von nebenan.

Der muss nicht selbst gepflückt sein. Nur

der Baum, die Streuobstwiese oder die

Plantage müssen bekannt sein, um zu

tischkutieren. Nein, das ist kein Druckfehler.

Die Landjugend lädt zur Tischkussion

und das ganz bewusst. Die einen mögen

eine Tischkussion ganz einfach für ein

Gespräch bei Tisch halten. Die anderen

sollten wissen: Wenn die Landjugend

zur Tischkussion lädt, geht es um mehr

um Landjugendthemen und regionale

Produkte, um politische Teilhabe und die

Lebensmittel von nebenan. Und: Tischkutieren

will die Landjugend nicht allein.

Seitdem die Tischkussionen bei der Bundesmitgliederversammlung

im April 2005

vom Bund der Deutschen Landjugend und

seinen Landesverbänden ins Leben gerufen

wurden, wird landauf, landab fleißig

tischkutiert. Mal mit einer Europa-Abgeordneten

oder der Seniorengruppe, mal

mit KommunalpolitikerInnen oder der Ausbilderin

nebenan. Dazu gibt es Käsehäppchen

aus Brandenburg oder Schinken von

immer im Landjugendverband gesucht.

Über den Landesverband bekommst du

auch Kontakt zum Bundesverband bekommen.

Auch hier gibt es einen Arbeitskreis

Agrarpolitik, an dem du teilnehmen

kannst. Auf Landes- und Bundesebene bist

du schon in der „großen Politik“.

PS: Auch eine Art von „Jetzt erst recht“.

Dr. Feldblume haben wir Sandra Unger,

Bildungsreferentin der Rheinischen Landjugend

zu verdanken. Ähnlichkeiten der

fiktiven Fragenden mit lebenden Personen

sind zufällig, aber durchaus gewollt.

Weitere Fragen an Dr. Feldblume sind in

der bdl-spezial-Redaktion willkommen.

der Eifel, Tafelspitz oder einen Blumenkohlauflauf.

Oder eben einen Apfel, wenn

die Zeit für aufwendige Vorbereitungen

nicht mehr ausreicht. Denn die regionalen

Produkte und die Menschen, die dahinter

stehen, gehören zur Tischkussion wie Salz

in die Suppe.

Was noch in die Suppe gehört, bestimmt

jede Landjugendgruppe selbst. Denn beim

Essen soll geredet werden über das, was

Landjugend so bewegt. Dazu lädt sie sich

Nachbarn, örtliche Politiker oder Prominente

ein Menschen aus der Gemeinde

oder Region, mit denen die jungen Leute

schon immer mal in Ruhe reden wollten.

Und damit auch die Tischkultur stimmt,

haben BDL und CMA ein Tischkussionspaket

kreiert gefüllt mit allem, was so

gebraucht wird: Servietten, Tischdecken,

Plakaten, Menükarten, Erläuterungen.

Aber nicht nur in Ort und Gemeinde wird

tischkutiert, sondern auch auf Bundesebene:

Im September lädt die Landjugend

zur großen Tischkussion nach Berlin ein.

In unmittelbarer Reichstagsnähe werden

die Tische gedeckt, damit der Bund der

Deutschen Landjugend mit den ParlamentarierInnen

tischkutieren kann. Wir

halten euch auf dem Laufenden. Versprochen.

Mehr Infos zu Tischkussionen sowie den

Bestellzettel für das Paket gibt’s unter

www.landjugend.de.

PS: Falls in einem Bundesland Landtagswahlen

anstehen, wie wäre es mit einer

Wahl-Tischkussion? Beim BDL gibt es dazu

die passende Broschüre: "BDL-Wahlspezialitäten

zur Tischkussion: Essen vor der

Wahl".

www.landjugend.de 13


Wir setzen eine(n) drauf: Beteiligungsaktion in Niedersachsen

Die Zukunft der Landjugendarbeit vor

Ort hat die 005er Jahresaktion der

Niedersächsischen Landjugend e. V.

(NLJ) unter dem Motto „Wir setzen einen

drauf!“ zum Thema gemacht. Ziel

der landesweiten Aktion war es, die

ehrenamtliche Arbeit der Landjugendgruppen

vor Ort zu stärken und ihnen

lokalpolitisch Rückhalt und Unterstützung

zu verschaffen.

Die Aufgabe war klar: Eine Sitzbank bauen.

Ob rund oder eckig, aus frischem Holz

oder altem Schrott das war den Grup-

pen vor Ort überlassen. Und für den Privatgebrauch

war sie auch nicht gedacht.

Vielmehr sollte die Landjugendbank in

der Gemeinde stehen oder einer karitativen

Einrichtung zur Verfügung gestellt

werden. Denn die Bank sollte den Rahmen

für die erwünschten politischen Gespräche

bilden und die Unterstützung der

jeweiligen Gemeinde durch die Landjugend

symbolisieren. Etwa zwei Monate

Zeit hatten die Gruppen zur Vorbereitung

und Durchführung der Aufgabe.

Vorgaben für das Aussehen der Sitzbank

gab es keine. „Nur Einfallslosigkeit war

verboten“, so Sabine Ringen, damalige

Vorsitzende der NLJ. Gleichzeitig galt es,

das Übergabefest und das Gespräch mit

dem Bürgermeister und/oder der Kirchengemeinde

zu organisieren. Das gemeinsame

handwerkliche Schaffen und die organisatorische

Planung einer

Großveranstaltung forderten von jedem

Gruppenmitglied einen intensiven Einsatz.

„Zusammen sind wir stark“, wurde dabei

häufig zum Leitspruch der teilnehmenden

Jugendlichen. Am 18. Juni folgte dann

der zweite Teil der Aufgabe. Mit einem

kleinen Festakt wurden die Bänke jeweils

NLJ

Nr. 03/05

einem Vertreter der Orte oder der Gemeinde

übergeben. Den Festakt gestalteten die

Gruppen ganz unterschiedlich. Es gab Veranstaltungen

mit zehn bis 400 Leuten.

Dafür gestalteten die Gruppen eigene Feste

oder nutzten größere Aktionen der Region

wie z. B. die Gewerbeschau in Breddorf.

Gemeinsam mit dem/r Bürgermeister/in

wurde während der Übergabe auf der Bank

Platz genommen und über die Chancen

und Möglichkeiten von Jugendarbeit in

der Gemeinde diskutiert. „Bei diesen Gesprächen

ging es nicht nur darum herauszufinden,

wie die Gemeinde die Landjugend

unterstützen kann“, so Ringen,

„sondern auch zu klären, wie die Landjugend

den Ort unterstützen kann“.

So unterschiedlich wie die Bänke und die

Übergabeaktionen sind auch die Ergebnisse

dieser Gespräche. Allen aber ist gemein,

dass konkrete Vorhaben beschlossen

wurden, die nun gemeinsam angegangen

werden sollen. Einige Gruppen schlossen

sogar Verträge, die die künftige Zusammenarbeit

zwischen der Landjugend und

der Gemeinde langfristig festlegen sollen.

14 www.landjugend.de

NLJ


Nr. 03/05

Aus den Landesverbänden

Württemberg-Baden: Von Schüler-Team-Wettbewerb, Stars und Logos

Entdeckt den Bauern in euch: Zum

Schüler-Team-Wettbewerb lädt die

Landjugend Württemberg-Baden. Veranstaltet

vom Bauernverband des Landes

geht es darum, dass SchülerInnen-

Teams handlungs- und praxisorientiert

sowie nah an der Natur die Arbeit einer

Landwirtsfamilie kennen lernen und mithelfen.

Ob im Stall, auf dem Feld oder in

der Landschaftspflege die SchülerInnen

sollen die Landwirtschaft „erfahren“ und

das landwirtschaftliche Know-how entdecken,

das hinter der Nahrungsmittelherstellung

eines landwirtschaftlichen

Betriebs steckt. Sie lernen auf diesem

Weg die grünen Berufe kennen.

Das Projekt läuft noch bis 1. Juli 2006.

Teilnehmen können Schülerteams der 5.

bis 10. Klassen aus Baden-Württemberg.

Anmeldung: Landjugend Württemberg-

Baden, Alexanderstr. 122, 0180 Stuttgart,

Tel: 0711/2140-134, Fax: 0711/2140-230,

Email: georgs-heeren@lbv-bw.de. Mehr

zum Projekt gibt’s unter www.landjugend.

de/wuerttemberg-baden Die eingereichten

Projekte werden von einer Fachjury

Fortsetzung von Seite 14

Dazu gehört z.B. die Unterstützung bei

Dorffesten oder Vorhaben der Dorfgemeinschaft

seitens der Landjugend und finanzielle

oder praktische Unterstützung (wie

z. B. ein eigener Raum/Grundstück für die

Landjugend oder bessere Freizeitangebote)

seitens der Gemeinde.

Am Ende der Aktion lag die Entscheidung,

was mit der Bank passiert, in der Hand

der Gruppen. Zumeist wurde sie der Dorfgemeinschaft

zur freien Verfügung gestellt,

vereinzelt wurde die Bank aber

auch für einen guten Zweck versteigert.

Einzige Bedingung der Landesgemein-

bewertet. Neben dem Hauptpreis fünf

Tage Aufenthalt im Landschulheim der

Schwäbischen Bauernschule Bad Waldsee

für das Siegerteam winken weitere

attraktive Preise.

Stars und Sternchen - Aktion 2005: Es

ging um den begehrten „Walk of Fame“.

Die Landjugend Württemberg-Baden und

die Landjugend Esslingen/Filder luden

zu „Stars und Sternchen“ 2005. In Form

von „Spiele ohne Grenzen“ rangen in

sportlich-spielerischen Wettkämpfen

bis zu acht Landjugendgruppen um den

schaft der Niedersächsischen Landjugend

war, dass die Bank vor Ort verbleibt. Damit

soll dazu beigetragen werden, dass

begehrten ersten Platz auf dem „Walk of

Fame“. Alle wussten: Nur die Besten werden

ausgezeichnet.

Abends fand in der Weilerhauhalle die

Prämierung der besten Filme statt, welche

im Vorfeld beim Filmwettbewerb

zum Thema „Landjugend macht großes

Kino“ eingereicht wurden. Mit VIP-

Kostüm-Aftershowparty und der Live-Band

„Desperados“ ging es auch sonst heiß

her. Den ersten Platz auf dem „Walk of

Fame“ erkämpfte sich die Kreislandjugend

Göppingen.

Neues Logo: Die Landjugend Württemberg-Baden

hat bewusst zusätzlich

zum Schriftzug ein Gerstenkorn

gewählt, welches als Symbol sowohl die

Verbundenheit zum ländlichen Raum

und der Landwirtschaft als auch den

Keim (Jugend) darstellen soll, aus dem

etwas heranwächst. Dieses Logo lässt

sich aber auch gut abwandeln zum

Beispiel für das Info-Forum, das Forum

JunglandwirtInnen, JungwinzerInnen

oder das Orga-Team.

langfristig im Dorf ein Ort entsteht, an

dem Jung und Alt, Groß und Klein in einen

Dialog miteinander kommen können.

„Die Aktion sollte von den Gruppen auch

dazu genutzt werden, um Öffentlichkeitsarbeit

im eigenen Ort und über die Ortsgrenzen

hinaus zu machen“, erklärt Ringen.

Seit vielen Jahren gestalte

Landjugend aktiv und mit Spaß das Leben

in den Dörfern mit. Darauf wolle man von

Zeit zu Zeit aufmerksam machen. Für die

gelungene Aktion und das Engagement

der Jugendlichen vor Ort ernteten die

Gruppen viel Lob und Anerkennung.

KATHRIN GROTH, Niedersachsen

www.landjugend.de 15

NLJ


Niedersachsen: Landesversammlung mit neuen Ideen

Anfang Dezember 005 fand die 56. Landesversammlung der Niedersächsischen

Landjugend (NLJ) statt. Eingebettet in die Gremiensitzung gab es das Landjugendforum:

Inhaltliche Workshops mit interessanten ReferentInnen luden die Landjugendlichen

zum Mitarbeiten und Diskutieren ein. „Jetzt erst recht!“ in vielerlei

Hinsicht hätte dies auch das Motto dieses prallen NLJ-Wochenendes sein können.

Nach stetig abnehmenden Teilnehmerzahlen in den vergangenen Jahren hatte sich

ein Vorbereitungsteam bereits acht Monate vor der Landesversammlung um ein

neues Konzept bemüht. Neue Ideen, gute Angebote und viel Raum für den Austausch

sollten eine Trendwende einleiten. Das Ergebnis war ein voller Erfolg!

Über 100 Landjugendliche diskutierten

beim Landjugendforum in Verden. In den

verschiedenen Workshops ging es um die

Beteiligung der jungen Leute im Dorf,

um das Image der Landjugend … Die

Arbeitsgruppen präsentierten die Ergebnisse

einem großen Plenum, zu dem auch

Hans-Heinrich Ehlen, Niedersachsens

Minister für Ernährung, Landwirtschaft

und Verbraucherschutz, sowie VertreterInnen

des Landtags, des Landvolkes,

der Landfrauen, der Landwirtschaftskammer…

gehörten.

Beteiligung von Jugendlichen im Dorf:

Bei „Wir bei uns im Ort Aktionen fürs

Dorf“ ging es darum, die Jugendlichen

zu ermutigen, ihre Expertenrolle im Dorf

zu erkennen und wahrzunehmen. Dazu

sollten jugendgerechte Aktionen gefunden

werden, um auf Anliegen, Missstände

oder Forderungen aufmerksam zu machen.

Ausgehend von den gesetzlichen

und verwaltungsrechtlichen Grundlagen

erarbeiteten sie sich eine kreative Aktion,

die im Plenum als Rollenspiel vorgetragen

wurde. Ihr Credo: „Wer was erreichen

will, muss in die Öffentlichkeit und Druck

machen!“

Image der Landjugend: Das überdurchschnittliche

Interesse an diesem Work-

shop machte den Bedarf bei den Lajus

deutlich: Das Thema brannte vielen unter

den Nägeln. „Wie entsteht eigentlich

ein Image?“, „Welche Vorteile hat ein

positives Image?“ waren zwei von vielen

Fragen, die diese Gruppe bearbeitete. Im

Plenum präsentierte sie dann ein Beispiel

für ein Projekt mit Imagegewinn. Die

Arbeitsgruppe nahm die Ausrichtung eines

landesweiten Landjugendfestes unter

die „Image-Lupe“ und kam zu folgenden

Empfehlungen: Durch monatliche Artikel

in der regionalen Tagespresse und einer

hochwertigen Internetpräsenz sollte der

Begriff „Landjugend“ in der öffentlichen

Wahrnehmung mit positiven Begriffen wie

z.B. „Einsatz“, „Engagement“, „Kreativität“,

„Gemeinschaft“, etc. assoziiert

werden. Im Werben um Sponsoren und

öffentliche Unterstützung (Politik/Verwaltung)

sollte stark der breite Nutzen

für die Region hervorgehoben werden

(z.B. Tourismusförderung). Zudem sollten

die Stärken der Landjugend (Ressourcen,

Organisation) aktiv in den Vordergrund

gerückt werden, um potentiellen Förderern

die Kompetenz der Landjugend zu

verdeutlichen.

Die Präsentation führte zu der Frage: „Ist

das Image der Landjugend schlecht?“,

die vor allem von den Gästen eindeu-

Nr. 03/05

Landwirtschaftsminister Ehlen im Landjugend-

tig verneint. Wer die Landjugend kenne

und sich näher mit ihr beschäftige, der

könne sich von einem sehr positiven Bild

überzeugen, so die einhellige Meinung. Es

sei ein allgemeines Phänomen, dass man

sich selber immer schlechter einschätze

als dies Außenstehende tun, ergänzte

Christian Mühlhausen, der die Gruppe als

Referent betreut hatte.

Demographischer Wandel im ländlichen

Raum: Zwei Mitglieder der niedersächsischen

Enquete-Kommission „Demogra-

16 www.landjugend.de

Shirt.


Nr. 03/05

Rheinland: Erstes Landjugend-Agrarforum

„Meine Prognose ist, dass wir in Zukunft

nur noch zwei bis drei landwirtschaftliche

Unternehmer pro Kirchspiel oder Bauernschaft

haben werden, die ihren Betrieb

im Vollerwerb führen. Ich würde mir wünschen,

dass Sie schon mal untereinander

aushandeln, wer von Ihnen dazugehört,

und was die anderen tun können.“ Mit

dieser und ähnlich provokanten Thesen

regten die Referenten Dr. Gerd Wessel-

Agrarforum im Milchviehbetrieb bei Familie

Vedder. Mit neuem Stall und 40er Melkkarussell

erhöhte sie den Viehbestand von 70 auf 300

Kühe.

phischer Wandel“, MdL K.-H. Langspecht

und MdL H.-J. Klein, sorgten in diesem

Workshop für inhaltlichen Input, an den

sich vor allem eine Frage anschloss: „Was

kann die Landjugend tun?“. Das Ergebnis:

Landjugend muss auch weiterhin im Bereich

Jugendarbeit ihre ehrenamtliche Unterstützung

anbieten. Man solle Gemeinschaft

zeigen und sich mit Eigeninitiative

einbringen, um das Dorf attraktiver zu gestalten

wer bleiben soll, muss sich

schließlich wohlfühlen. Ebenso müsse

man sich die Lage bewusst machen und

Aus den Landesverbänden

mann von der WGZ-Bank und Dr. Karl Eggers,

Unternehmensberater, die Diskussion

während des Agrarforums der Rheinischen

Landjugend (RLJ) an.

Am 12. und 13. November 05 folgten rund

25 junge Landwirtinnen und Landwirte der

Einladung der Rheinischen Landjugend

nach Xanten, um gemeinsam in die Zukunft

der deutschen Landwirtschaft zu blicken.

In Anlehnung an die Junglandwirte-

Kongresse des BDL hat der Landesvorstand

der RLJ das Agrarforum erstmalig nur für

das Rheinland ins Leben gerufen.

Unter fachkundiger Moderation diskutierten

junge Landwirte, Studenten der Agrarwirtschaft

und Auszubildende darüber, in

welche Richtung der Strukturwandel in

der Landwirtschaft gehen wird, und wie

die neue Generation der Betriebsleiter

unternehmerisch darauf reagiert. „Mich

hat interessiert, wie Fachleute, die sich in

der Branche auskennen, die Zukunft der

Landwirtschaft und die Entwicklung des

Strukturwandels einschätzen. Außerdem

wollte ich Kontakte zu anderen jungen

Landwirten knüpfen“, so Moritz Stöcker,

sich informieren Landjugend sollte den

Prozess des demographischen Wandels aktiv

mitgestalten. Zudem sollte jeder Einzelne

zunächst bei sich selbst prüfen, ob

er der „Landflucht“ nicht selbst etwas

entgegenzusetzen habe. Vom Plenum forderten

die Workshop-TeilnehmerInnen,

sich stärker aktiv politisch zu beteiligen.

Zukunft der Agrarpolitik: Clemens Große-

Macke, agrarpolitischer Sprecher der CDU-

Fraktion im Landtag Niedersachsen, zeigte

viel Elan in der Diskussion mit den Land-

junger Landwirt aus Mettmann, vor dem

Agrarforum. Und danach? „Während der

Tagung wurden Gedanken bei mir angestoßen,

unseren Betrieb zu Hause einmal

zu durchleuchten und Veränderungen in

Angriff zu nehmen. Diese Ideen würde ich

gerne mit Dr. Wesselmann durchsprechen

und mich beraten lassen“, sagt der junge

Mann.

Auf der Tagung wurde viel über Vernetzung

und Austausch von Unternehmern

gesprochen. Es ist wichtig, dass junge

Landwirtinnen und Landwirte ein Forum

finden, wo sie miteinander ins Gespräch

kommen, Gleichgesinnte finden, gemeinsam

agrarpolitische Positionen entwickeln

und sich kollegial beraten können. „Wir

als Rheinische Landjugend möchten mit

unserem Verband ein solches Forum bieten“,

sind sich Mareike Bredtmann und

Jens Buchmann, die beiden Vorsitzenden

der RLJ einig. „Die Agrararbeit liegt uns

sehr am Herzen und ist wichtig, denn sie

unterscheidet uns von anderen Jugendverbänden.“

SANDRA UNGER

jugendlichen. Der Politiker und Unternehmensberater

stellte die „Zwei Säulen

der Betriebsführung“ in den Mittelpunkt.

Zum einen müsse die Politik verlässliche

Rahmenbedingungen für die Landwirte

schaffen. Ziel müsse es sein, den Wettbewerb

zu stärken und die Investitionsförderung

auf ihre Sinnhaftigkeit zu prüfen.

Zum anderen müssten sich LandwirtInnen

aber darauf besinnen, den eigenen Betrieb

optimal zu führen.

ERIK GRUNWALD/HEINO KLINTWORTH

www.landjugend.de 17


Wir bewegen uns weiter!

Landesmitgliederversammlung des B.B.L. e.V. wählte neuen Vorstand

Für das Jahr 2006 hat sich der Verband

die kritische Auseinandersetzung mit dem

Ganztagsschulkonzept für die ländlichen

Regionen Brandenburgs vorgenommen.

Schwerpunkte der Berlin-Brandenburgischen

Landjugend sind weiter die Unterstützung

von Jugendlichen bei der Berufswahl,

die Schaffung von Agrarstammtischen

für junge Landwirte und Azubis,

die Fortführung der Projekte gegen Gewalt

und Intoleranz. Der Verband sucht

auch im kommenden Jahr nach Wegen,

den Rückgang der staatlichen Fördermittel

durch eigene Projekte zu kompensieren.

Politisch wird sich der Landjugendverband

weiter für die Interessen Jugendlicher

in den ländlichen Regionen einsetzen

und aktuelle Entwicklungen kritisch

begleiten. 2006 arbeiten die Landjugendverbände

Brandenburgs und Polens seit

Der ländliche Raum als Lebensraum für Jugendliche

und junge Erwachsene ist heute

ein alltägliches Bild. Aber wie sieht es in

30 oder 50 Jahren aus? Der ländliche Raum

als Lebensraum für Senioren? Der demographische

Wandel in Deutschland hat Auswirkungen,

die besonders im ländlichen Raum

zu sehen und zu erleben sein werden.

Für das Bundesland Rheinland-Pfalz

werden folgende Zahlen vorausgesagt:

Im Jahr 2030 wird die Bevölkerung in

Reinland-Pfalz um acht Prozent zurückgegangen

sein; jeder dritte (!!!) Mensch

wird über 60 Jahre alt sein; die Zahl der

Kindergartenkinder wird sinken und im

Gegenzug die Zahl der Pflegebedürftigen

steigen (vgl. www.zukunftsradar2030.de).

10 Jahren eng zusammen. Projekte, die

Aktion Ferienspaß, der Arbeitskreis LesBi-

GayT und die weiteren Arbeitskreise des

Verbandes haben sich für das kommende

Jahr ebenfalls viel vorgenommen. Einmal

monatlich gibt es im Rahmen eines LandjugendWochenendes

(LaJuWe) die Möglichkeit,

sich persönlich zu treffen und an

interessierenden Themen zu arbeiten.

Mit Unverständnis und Verärgerung reagierten

die Delegierten darauf, dass es im

Deutsch-Polnischen Jahr bisher nicht gelang,

vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk

(DPJW) eine verbindliche Zusage über die

Fördermittel für das Jahr 2005 zu erhalten.

Die Summe der Unterstützung ist also

noch vollkommen offen. Als Konsequenz

wurde eine lange geplante Begegnung vor

Weihnachten in Berlin abgesagt. Der Landjugendverband

hat durch intensive Auseinandersetzung

mit seiner bisherigen Tätig-

Nr. 03/05

Aus den Landesverbänden

Was heißt das für die Jugendlichen im

ländlichen Raum? Vor dem Hintergrund,

dass es schlichtweg weniger Jugendliche

geben wird, müssen wir verstärkt darauf

achten, dass die Interessenvertretung der

Jugendlichen bewusst unterstützt wird.

Thomas Weber vom Vorstand der Landjugend

RheinhessenPfalz sagt: „Wir möchten

uns ausdrücklich als Gesprächs- und

Kooperationspartner anbieten“.

Die Landjugendlichen in Rheinhessen

und der Pfalz demonstrieren Zukunft und

befassen sich mit den Auswirkungen des

demographischen Wandels in ihrer Region.

„Wir wollen uns bewusst und frühzeitig

für unsere- und die Zukunft der nachfolgenden

Generationen einsetzen“, so

keit und gute konzeptionelle Arbeit den

Zuschlag für die Betreuung der Jugendarbeit

in Pritzwalk, Groß-Pankow, Meyenburg

und Putlitz (alle Prignitz) sowie für das

Spielmobil im Landkreis Ostprignitz-Ruppin

erhalten. In Wusterhausen, Kyritz und

Fehrbellin (OPR) wird die Landjugend im

Rahmen von Trägerverbünden aktiv. Im

Spree-Neiße-Kreis erfolgt die Jugendbetreuung

in Neuhausen und Döbern-Land.

Auf der Landesmitgliederversammlung

wählten die Delegierten im Dezember einen

neuen Landesvorstand für die Jahre

2005 bis 2007. Andreas Pförtner aus Berlin

und Jens Fiebelkorn aus Borgsdorf

(OHV) wurden als Vorsitzender bzw. Stellvertretender

Vorsitzender bestätigt. Beide

übernahmen Mitte des Jahres die Funktion

von Torsten Krause und Torsten Lehmann.

DIRK BUDACH

RheinhessenPfalz: 2030 ist jeder Dritte über 60 Wir denken weiter

Heidrun Hiestand vom Vorstand der Landjugend

RheinhessenPfalz.

Auf verschiedenen Fortbildungen und

Fachtagungen und im Austausch mit

anderen Organisationen des ländlichen

Raumes wird sich die Landjugend RheinhessenPfalz

mit diesem Thema beschäftigen.

Das erste Ergebnis der Auseinandersetzung:

In Leitbild und Satzung der

neuen Landjugend RheinhessenPfalz mit

dem 1.1.2006 aus den Landjugendverbänden

Rheinhessen und Pfalz hervorgegangen

wurde die Aufgabe, sich mit den

Auswirkungen des demographischen Wandels

zu befassen, aufgenommen.

ANJA GRÜTER, Bundesjugendreferentin

18 www.landjugend.de


Nr. 03/05

Damit offene Höfe locken …

Landwirtschaft zum Anfassen - ihr seid gefragt

TdoH. Das ist kein Druckfehler, sondern

die Abkürzung für den Tag des offenen

Hofes, die sich fast zärtlich aussprechen

lässt. Denn in diesem Jahr ist es wieder

soweit: Der Bund der Deutschen Landjugend

(BDL), der Deutsche Bauernverband

(DBV) und der Deutsche Landfrauenverband

(dlv) veranstalten mit ihren Landes-

und Kreisverbänden wieder bundesweit

den „Tag des offenen Hofes“. Wie sieht es

aus? Macht ihr mit?

Der Hof von Harald und Siegfried Schneider

ist auf jeden Fall dabei, denn dort

steigt am 2. Juni 2006 der bundeszentrale

TdoH. Mitmach-Aktionen, Oldtimer-

Ausstellung, Biogasanlage mit Landwirtschaft

zum Anfassen und Begreifen

Schneiders laden am 2. Juni 2006 zum bundeszentralen Tag des offenen Hofes ein. Für ihre Kühe

sind sie bekannt, aber sie haben noch viel mehr zu bieten.

Impressum BDL-Spezial 03/05 Fachmagazin der Landjugend

Herausgeber:

Bund der Deutschen Landjugend (BDL)

Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin

Tel.: 030 - 31904-258

Fax: 030 - 31904-206

eMail: info@landjugend.de

Internet: www.landjugend.de

www.laju.de

www.junglandwirte.de

Redaktion: Carina Gräschke

Erscheinungsform: dreimal jährlich

Graphische Gestaltung:

SEQUENZ, Berlin / www.sequenz.com

Druck: Oktoberdruck, Berlin

Das Magazin wird gefördert durch das

Bundesministerium für Familie, Senioren,

Frauen und Jugend.

locken die Schneiders an dem Freitag

nach Heidweiler in Rheinland-Nassau. Der

Hof in der Nähe Triers setzt gewöhnlich

auf Milchviehhaltung, -zucht und Ackerbau,

aber am 2. Juni und 4. Juni wird es

sich um das Zusammenspiel von Land-,

Energiewirtschaft und Umwelt drehen.

Lasst es euch nicht nehmen, macht mit,

wenn rund um den 2. Juni 2006 Hunderte

von Höfen aller Betriebstypen ihre Türen

öffnen. Denn interessierte Besucher

sollten nicht stundenlang fahren müssen.

Darum braucht die Landwirtschaft ein

möglichst flächendeckendes Netz aktiver

Höfe, die mit dem TdoH für sich und das

Image der Landwirtschaft werben. Der

BDL richtet ab Januar eine Koordinierungsstelle

zum TdoH 2006 ein, die euch

mit Tipps und Anregungen zur Programmgestaltung

sowie Antworten auf organisatorische

Fragen versorgt. Dort können

ab Mitte März auch Aktionspakete zum

Preis von 35 Euro (+ MwSt. und Versandkosten)

bestellt werden, die farbige Werbeplakate

(40 Stück), Einladungskarten

(50 Stück) und Handzettel (1.000 Stück)

enthalten. Außerdem bereitet die BDL-

Stelle Informationsmaterialien rund um

die Landwirtschaft vor, die sich nach euren

Interessen zu einem Service-Paket

zusammenstellen lassen.

Betriebe und Gruppen, die sich an der

Aktion beteiligen wollen, melden sich

bitte bis zum 1. März 2006 bei ihrem

Kreis- oder Landesverband oder direkt bei

der Koordinierungsstelle „Tag des offenen

Hofes 2006“ an c/o Bund der Deutschen

Landjugend, Claire-Waldoff-Str. 7, 10117

Berlin, Fon 030 - 31904 257, Fax 030 -

31904 206, E-Mail: info@landjugend.de.

Ihr erhaltet dann den Bestellschein für

Aktions- und Servicepaket von uns.

www.landjugend.de 19


Der Gärtner ist immer der Mörder

„Grüne Berufe sind voller Leben“ - ein Projekt der Rheinischen Landjugend

Pfiffig nennen sie die einen, originell

die anderen. Es geht um 13 Info-Flyer

über grüne Berufe. Die Rheinische Landjugend

(RLJ) hat sich witzige Motive

ausgedacht, die so schräg sind, dass

jede/r erst einmal hingucken muss.

Das ist aber schon die halbe Miete,

denn wer schaut, nimmt die Flyer auch

einmal in die Hand, um weiterzulesen.

Aber auch als Postkarte kommen die

Motive daher oder locken als Blickfang,

sich multimedial und spielerisch den

grünen Berufen zu nähern.

Das Thema "Grüne Berufe" stand im

Arbeitskreis Agrarpolitik der RLJ immer

mal wieder auf dem Programm. Dort entstand

dann die Idee, das Thema zu einem

spannenden Projekt auszubauen.

Schließlich arbeiten viele Landjugendliche

in grünen Berufen. Als Jugendverband

für den ländlichen Raum war und ist es

für die RLJ wichtig, diese als interessante

Ausbildungsberufe mit Zukunft bekannt

zu machen.

Doch wie lassen sich junge Menschen für

die grünen Berufe begeistern? Am besten,

indem man persönliche Eindrücke junger

Menschen aus den Berufen wiedergibt und

das Infomaterial witzig und ansprechend

gestaltet ist. Mit diesen zwei Grundsätzen

war der Grundstein gelegt für das Projekt:

„Grüne Berufe sind voller Leben“. Geplant

war die Entwicklung von Flyern für jeden

grünen Beruf und CD-Roms für eine Präsentation.

Eine Arbeitsgruppe aus Landjugendlichen

der Ortsgruppen und des Landesvorstandes

sowie Bildungsreferentin, Geschäftsführerin

und Praktikantin der RLJ machte

sich an die Arbeit. Anhand eines Fragen

katalogs wurden Auszubildende oder

junge Praktiker/innen aus den Grünen

Berufen zu ihrem Berufsalltag, zu ihrer

Motivation und Einschätzung der Zukunftsperspektiven

befragt. Es wurden

Fotos erstellt oder zusammengetragen.

Außerdem wurde die bereits vorhandene

„Fachliteratur“ der Grünen Verbände

und der Landwirtschaftskammer studiert.

Das gesammelte Material wurde dann zu

Handzetteln verarbeitet, die immer wieder

überarbeitet und verbessert wurden. Das

fertige Ergebnis ist ein Flyer, der Information,

persönliche Statements mit Sprichwörtern

und einer Postkarte kombiniert.

Parallel entstanden noch zwei kurzweilige

CDs mit Präsentationen und einem Ratespiel.

Nr. 03/05

Die erstellten Medien dienen zur Berufsorientierung

junger Menschen und sollen

nun in der Öffentlichkeitsarbeit der Rheinischen

Landjugend eingesetzt werden.

Ziel ist, bei öffentlichen Veranstaltungen,

wie Messen, Tage des offenen Hofes,

Markt der Möglichkeiten, etc. Jugendliche

und junge Menschen zu erreichen.

Die Medien können bei Interesse den

Ortsgruppen, anderen Verbänden, Schulen

oder Projektgruppen zur Verfügung

gestellt werden. Das Projekt wurde durch

die Aktion 5000xZukunft der Aktion

Mensch gefördert.

SANDRA UNGER

Wir belohnen Ideen fürs Land

Ihr habt was zu zeigen? Innovative

Projekte bzw. Maßnahmen, die für Erhalt

und Entwicklung von Lebens- und

Bleibeperspektiven junger Menschen in

den ländlichen Räumen vorbildlich sind?

Dann ist das die Chance für euch! BDL

und R+V-Versicherung haben dem ländlichen

Raum einen Preis gewidmet: den

Ernst-Engelbrecht-Greve-Preis. Bewerben

können sich Personen unter 35 Jahre

bzw. Jugendorganisationen aus dem

ländlichen Raum bis zum 31.7.2006.

Mehr dazu unter www.landjugend.de

0 www.landjugend.de


Nr. 03/05

Der kurze Weg zur eigenen Homepage

L@N wie Landjugend ans Netz

Wenn eine Landjugendgruppe sich nicht

im Laufe des nächsten Jahres eine eigene

Homepage zulegt, dann will sie

keine. Denn eine Gruppenhomepage zu

bauen und zu pflegen, ist seit November

so leicht wie nie und kostenlos ist das

für die Gruppen obendrein. Der Bund

der Deutschen Landjugend hat nämlich

einen Homepage-Generator erstellt, der

sich quasi selbst erklärt. Was ihr braucht:

einen Computer mit Internet-Anschluss

und dem Programm Internet-Explorer

sowie die Zugangsdaten. Die gibt es bei

eurem Landesverband. Sobald der die gewünschte

Ortsgruppe oder den wichtigen

Arbeitskreis angelegt hat, steht im Netz

unter www.landjugend.info/gewünschte-

Ortsgruppe schon eure Visitenkarte.

Mit den Zugangsdaten könnt ihr die Seite

dann selbst bearbeiten. Hintergründe und

Schriftarten wechseln, Texte und Bilder

hochladen, Unterseiten anlegen… bis

die Seite euch gefällt. Nein, keine Angst,

ihr braucht wirklich keine Sorge haben,

das nicht zu können. Wer halbwegs mit

einem Textverarbeitungsprogramm am

Computer umgehen kann, kann auch seine

Landjugendhomepage bauen. Versucht

es einfach! Ihr werdet erstaunt sein, wie

leicht das mit L@N Landjugend ans

Netz geht.

„Damit steht dem eigenen Web-Auftritt

nichts mehr entgegen. Das L@N -System

erschließt sich einem selbst. Es gibt

vorgefertigte Module für News zum Beispiel

oder Termine, aber auch für einen

durchlaufenden Ticker. Das Layout kann

den Bedürfnissen angepasst werden,

Bilder hochgeladen…“, so Dajana Gillmaier,

stellvertretende BDL-Vorsitzende.

Aber auch technische Finessen wie der

Newsabruf seien durchaus möglich. Also,

worauf wartet ihr noch. Holt euch eure

Zugangsdaten bei eurem Landesverband

und schon kann es losgehen.

„Auf diese Weise kann jede Untergliederung

sich im Internet präsentieren. Auch

für Projekte und Aktionen ist L@N bestens

geignet“, so Dajana Gillmaier. Mindestens

genauso wichtig aber ist, dass

sich dadurch der Informationsfluss innerhalb

des BDL verbessert und die einzelnen

Landjugendebenen besser vernetzt

werden.

Mehr Informationen dazu gibt es unter

www.landjugend.de oder gleich unter

www.landjugend.info/lan.

PS: Ohne Timm Lausen und Carsten Bauer

kämen wir nicht in den Genuss von L@N.

Die beiden jungen Leute im Ehrenamt lassen

aber L@N jetzt nicht L@N sein, sondern

arbeiten weiter an Verbesserungen

des Systems.

www.landjugend.de 1


BDL-Veranstaltungen

Landwirtschaft übergibt Erntekrone

an Bundespräsidenten

„Der Wille und der Mut auch in weniger

guten Jahren den Samen für eine bessere

Ernte und damit eine bessere Zukunft zu

säen, ist die Grundvoraussetzung dafür,

dass es überhaupt eine Zukunft gibt! Wir

brauchen diesen gesunden Optimismus für

uns und unser Land“, so Erik Jennewein,

Vorsitzender des Bundes der Deutschen

Landjugend (BDL), am 30. September

2005 im Französischen Dom in Berlin.

Dort übergab die deutsche Landwirtschaft

die Erntekrone an den deutschen Bundespräsidenten

Dr. Horst Köhler.

In ihren Ansprachen dankten der BDL,

der Deutsche Bauern- und der Deutsche

Land-Frauenverband für die Ernte. Erik

Jennewein wies dabei auch darauf hin,

dass junge Menschen klare Aussagen der

Politik genauso bräuchten wie Vorbilder,

die ihnen zeigen, dass sich Arbeit und

unternehmerisches Risiko lohnen. „Sie

brauchen Vorbilder, denen es nicht nur

darum geht, Macht auszuüben, sondern

Vorbilder und Menschen, die ein ernsthaftes

Interesse am Wohlergehen unseres

Landes haben“, so der BDL-Vorsitzende.

Für gute Stimmung

beim

Erntedank sorgte

unter anderem

die Landjugendgruppe

Hepstedt

im Französischen Bundespräsident (r.) im

Dom mit ihren Gespräch mit den Heps-

Volkstänzen. Mit tedter TänzerInnen.

dem Sprötzer

hatten die jungen Männer und Frauen aus

Niedersachsen zum Beispiel einen Tanz

aus ihrer Heimat mitgebracht, der für

heftigen Applaus sorgte.

„Wir machen den Unterschied“

BDL-Tagung zur Abwanderung junger Menschen:

„Natürlich können wir die Entwicklung

nicht umkehren. Aber wir können für

die Probleme der ländlichen Lebensräume

sensibilisieren und sehen uns als Landjugendverband

auch in der Pflicht, etwas

zu tun. Denn ob Kinoabend oder Tanzgruppe

unsere Angebote können den

Unterschied machen“, so Iris Comdühr,

stellvertretende Vorsitzende des Bundes

der Deutschen Landjugend (BDL). Mit ihr

waren junge Leute aus ganz Deutschland

am ersten Oktoberwochenende nach Bonn

zur BDL-Regionaltagung „Landleben?

Nr. 03/05

Landleben!!! gegen Abwanderung junger

Menschen“ gekommen.

Patentrezepte zum Aufhalten der Abwanderungsströme

vom Land in die Städte

hatten die Landjugendlichen zwar nicht

parat, aber es wurde immer wieder deutlich,

welchen Beitrag das Engagement

jedes Einzelnen für die Attraktivität des

ländlichen Umfelds leistet. Mit der 48-

Stunden-Aktion der Berlin-Brandenburger

Landjugend zum Beispiel. Genau 142

Gruppen verschönerten an einem Wochenende

öffentliche Bereiche, organisierten

Dorffeste… Sie stellten damit etwas auf

die Beine, was ein Stück Heimat ausmacht.

„Nur mit positiven Taten lassen

sich negative Vorurteile bekämpfen“,

fasste Andreas Pförtner, Vorsitzender der

Landjugend Berlin-Brandenburg, zusammen.

Während der Tagung entwickelten die

Landjugendlichen auch Ideen, mit deren

Hilfe die ländlichen Regionen als Lebens-,

Bildungs- und Arbeitsraum junger

Menschen attraktiver würden. Ein einheitliches

deutsches Bildungssystem mit

länderübergreifenden Standards könne

dazu beitragen. Damit einher müsse eine

Bildungswoche mit Bundesausschuss und Verbandswerkstatt (Fotos). Bei Letzterer erarbeiteten Ehren- und Hauptamt aus den bestehenden

BDL-Visionen konkrete Handlungsanweisungen, die präsentiert und in einem Goldenen Buch besiegelt wurden.

www.landjugend.de


Nr. 03/05

Abkehr von der Zentralisierung der Bildungseinrichtungen

gehen, forderten die

TeilnehmerInnen der BDL-Tagung auf ihrer

Ideenbörse.

Young Farmers Day auf der

Agritechnica

„Wir müssen nicht nur in die Betriebe

investieren, sondern auch in uns, in unsere

Qualifikation. Nur wenn wir wissen,

was wir wollen und was wir können, sind

wir in der Lage die richtige unternehmerische

Entscheidung zu treffen“, so Erik

Jennewein, Vorsitzender des Bundes der

Deutschen Landjugend (BDL) beim Young

Farmers Day in Hannover. Mehr als 10.000

junge LandwirtInnen aus ganz Deutschland,

Frankreich, den Niederlanden und

aus Osteuropa waren am Donnerstagabend

zum JunglandwirtInnen-Tag auf die

Agritechnica gekommen. Eins wurde dabei

klar: Die jungen AgrarierInnen sind bereit,

Verantwortung zu übernehmen. Sie wollen

UnternehmerInnen sein und auf den „Weltagrarmärkten

im Umbruch“ so der Titel

der Veranstaltung nicht nur überleben,

sondern gestaltend tätig sein.

Weder in der moderierten Podiumsdiskussion,

in der junge Landwirte aus Italien,

Frankreich, Deutschland, Großbritannien

und Tschechien über ihre Erfahrungen

Die Beiden waren das letzte Mal bei der Bun-

desmitgliederversammlung in Berlin.

berichteten, noch in der lebhaften Publikumsdebatte

wurden Patentrezepte ausgepackt.

Denn jeder müsse seinen eigenen

Weg finden. „Nur wer sich seiner Stärken

bewusst ist und auch den Mut hat, das Risiko

einzugehen, um neue Bereiche zu besetzen,

kann auf Dauer Erfolg haben“, so

der BDL-Vorsitzende Erik Jennewein. Jörg

Termine '06

Bauer, der Vorsitzende der Jungen DLG,

sprach in diesem Zusammenhang von der

Flexibilität als Tugend der Zukunft. Zum

Young Farmers Day hatten BDL, Junge DLG

(Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft)

und CEJA (Europäischer Verband der JunglandwirtInnen)

auf die Agritechnica nach

Hannover eingeladen.

Januar

13. bis 22. Internationale Grüne Woche (IGW) Berlin, Messegelände, BDL-Stand

Halle 3.2 / tgl. ab 9. 00 Uhr

am 14. Jugendforum ICC, Saal 10 14. 00 Uhr

am 14. Landjugendfete Arena, Eichenstr. 4 19. 00 Uhr

am 15. Jugendveranstaltung Theaterstück ICC, Saal 10 10. 00 Uhr

„Früher war alles besser- und heute auch“ der LJ Rheinland-Nassau

am 15. Kulturveranstaltung Theater des Westens, 14. 30 Uhr

Muscial „3 Musketiere“ Kantstr. 10

am 16. Junglandwirte-Kongress ICC Saal 4/5 13. 30 Uhr

„Wie geht´s weiter mit der Milch - Entwicklungsstrategien zur Sicherung

der Milchbranche“

am 16. Tag der Ausbildung Halle 3.2 Erlebnisbauernhof

am 16. Landjugendball ICC, Saal 2 20. 00 Uhr

Februar

2. Arbeitskreis JungwinzerInnen

2. bis 5. AG Glossar Interkulturelle Mediation - Berlin

deutsch-französisch-polnisch für MediationstrainerInnen.

10. bis 12. ArbeitskreisJumPo Würzburg

17. bis 19. Klausur des Arbeitskreises Agrarpolitik

März

15. bis 18. CEJA-Seminar Mainz

April

5. Agrartagung

13. Arbeitskreis JungwinzerInnen

18. bis 22. Pilotprojekt: „Kulturelle und rechtliche Grundlagen

binationaler Co-Mediation“

28. bis 30. Bundesmitgliederversammlung Offenburg

29. bis 5.5. Binationales Trainingsseminar „Einführung in Berlin

Mediation/Konstruktive Konfliktbearbeitung“

Mai

20. bis 21. Arbeitskreis JumPo

www.landjugend.de 3

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