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60 Mallorca von A – Z

Mallorca von A – Z 61

Salines

-> Salz

S

Salz

Es gibt auf Mallorca

unterschiedliche Salzgewinnungsverfahren.

Die 1850 gegründete

Firma

„Salines de Llevant“

pumpt im Frühjahr

Meerwasser auf riesige eigens dafür

angelegte Salzfelder, die sich über ein

Gebiet von 160.000 Quadratmetern

erstrecken, unterteilt in einzelne Felder

von jeweils 7.000 Quadratmetern.

Wind und Hitze lassen während der

Sommerzeit das Wasser verdunsten,

im September kann die bis zu 10 cm

dicke Salzkruste geerntet werden. Bis

zur endgültigen Abfüllung wird es

im Freien in hohen, schneeweißen,

glitzernden Bergen gelagert. So wurde

schon vor 2.000 Jahren Salz gewonnen.

Das Abernten des „Flor de Sal“

ist dagegen reine Handarbeit: Die

Salzkristalle werden direkt von der

Wasseroberfläche abgeschöpft – eine

hauchdünne Schicht, die „Blüte des

Salzes“. Die erste Firma Spaniens, die

dies machte, ist das 1995 von Katja

Wöhr und Robert Chaves gegründete

Unternehmen „Gusto Mundial

Balearides“. Sie verfeinern das Salz

geschmacklich und vermarkten es international.

Es hat einen ausgezeich-

neten Geschmack, ist sehr begehrt,

doch hält sich der Ertrag in Grenzen.

Auch in guten Jahren macht das „Flor

de Sal“ gerade einmal 0,2 % der gesamten

Salzernte aus.

„Flor de Sal“ gibt es in acht Geschmacksrichtungen

und ist auch in

Deutschland über den Versandhandel

oder in spanischen Lebensmittelläden

erhältlich.

Schafe

Jedem Wanderer

auf Mallorca ist

das Geräusch der

„picarols“ (Schafsglöckchen)vertraut,

die bei jeder

Bewegung des Tieres leise bimmeln

– das dazugehörige Bild: weidende

Schafe in Mandel- oder Olivenhainen.

Am häufigsten kommt das Mallorquinische

Schaf vor, etwa 6.500 reinrassige

Tiere. Es wird hauptsächlich für

sein Fleisch geschätzt.

Oft sieht man bunte Flecken auf

den Rücken der Schafe. Dabei handelt

es sich um ein Gemisch aus Öl,

Desinfektionsmittel und Farbe. Es soll

die Tiere vor Parasiten schützen. Die

Farbe ist dabei nur eine Markierung

für den Besitzer der Schafe.

Schirmpinie

Schirmpinien sind auf Mallorca selten

geworden. Sie stehen meist isoliert,

sind kälteempfindlich und sturmgefährdet.

Wer schon einmal von Sóller

nach Deyá gewandert ist, konnte

bei den Fincas Can Prohom und Son

Mico ein Prachtexemplar sehen. Sie

bringen große Zapfen hervor, deren

aromatische Kerne essbar und in vielen

Lebensmittelläden erhältlich sind.

Schlangen

Auf Mallorca leben nur Nattern, die

sich in vier Unterarten gliedern: die

Ringelnattern, die Vipernnattern,

die ihren Namen durch das Zickzackmuster

am Rücken erhielten, die

unter Naturschutz stehende, Bäume

bewohnende Kletternatter sowie

die nachtaktive Kapuzennatter. Alle

Schlangen sind für den Menschen

ungefährlich. Sie können jeweils eine

Länge von maximal ein bis 1,50 Meter

erreichen.

Schmuggel

Bevor die Menschen auf Mallorca

hauptsächlich vom Tourismus lebten,

arbeiteten viele von ihnen nebenbei

als Schmuggler. Einige Mallorquiner

wurden reich, bauten Fabriken oder

die ersten großen Hotels an der Playa

de Palma.

Die Baleareninsel war eine ideale

Anlaufstelle für die Schiffe der

Schmuggler. Schon im 17. Jh. durchkreuzten

die Boote mit illegalem

Tabak aus Gibraltar und den Maghrebstaaten

das Mittelmeer, ohne mit

Kontrollen rechnen zu müssen, da sie

sich auf internationalem Gewässer

bewegten. An Land schaute die Polizei

sowieso seit jeher weg: Das Gehalt

war nämlich niedrig, den Schmugg-

lern den Rücken zu decken – ein guter

Nebenverdienst.

Schnecken

Schnecken („caracoles“) gehören auf

Mallorca zu den Delikatessen, wenn

sie auch längst nicht in jedem Restaurant

angeboten werden. Sie werden

vor allem im Frühjahr gesammelt.

Mitunter braucht man sich gar nicht

nach ihnen zu bücken, wenn sie in

großer Zahl an Halmen und Pfosten

sitzen. Vor dem Kochen werden sie einige

Tage gelagert, damit sie sich von

innen säubern, dann gart man sie in

reichlich Salzwasser. Der Sud wird immer

wieder erneuert. Wenn sie fertig

gekocht sind, wird das zarte Fleisch

mit Kräutersoße oder Knoblauchmayonnaise

verspeist.

Schneehäuser

Bevor elektrische Kühlung möglich

war, gab es hoch oben in den Bergen

Eis- bzw. Schneehäuser. Sie wurden

etwa sechs Meter breit und zehn bis

16 Meter lang in Vertiefungen oder

Gruben gebaut, die über fünf Meter

tief sein konnten. Das Dach bestand

aus Schilf, Binsen und Ziegeln. Darin

wurde während des Winters der

Schnee gesammelt und schichtweise

mit Lagen von Heu, Stroh oder Dissgras

gelagert. Im Laufe der Zeit wurde

der Schnee zu Eis und konnte, solange

der Vorrat reichte, mitunter bis

in den Sommer zur Kühlung von Lebensmitteln

verwendet werden. Das

letzte Schneehaus hatte 1927 aus-

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