Mallorca - Reisebuch

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62 Mallorca von A – Z

Mallorca von A – Z 63

gedient. Insgesamt 46 Standorte solcher

Schneehäuser sind bekannt, die

meisten sind verfallen. Im Jahr 2011

ist auf dem Gelände der Finca Son

Massip im Auftrag des Inselrats eines

wieder aufwendig restauriert worden.

Schuhe

1981 gab es 198 Schuhfabriken auf

Mallorca, die Hälfte davon in Inca.

Seit Jahrhunderten werden in Inca

Schuhe hergestellt. 1458 erklärten

die Schuhmacher der Stadt ihre Unabhängigkeit

von der Zunft in Palma

und waren fortan selbst für den Handel

mit Schuhen verantwortlich. 1600

gab es in Inca mehr als 60 Schusterwerkstätten.

Sie waren in einer eigenen

Zunft organisiert und hatten sich

der Qualität und Rechtschaffenheit

verpflichtet.

Noch heute ist Inca das Zentrum

der Lederverarbeitung und Schuhherstellung.

Aus Handwerksbetrieben

haben sich Industrieunternehmen

von internationalem Ruf entwickelt,

z.B. Asinca, Barrats, Camper (-> Camper),

Farrutx, George’s, Kollflex, Lotusse

und Munper.

Schwarze Madonna

-> La Moreneta

Schwarzes Schwein

Eine Besonderheit sowohl in der mallorquinischen

Viehzucht als auch in

der Küche ist das „porc negre“, das

schwarze Schwein. Es frisst die Früchte

und die Kräuter der Insel, was vor

allem dem Serrano-Schinken einen

unverwechselbaren Geschmack verleiht.

Wurst von diesen Schweinen

trägt das Gütesiegel „Sobrassada de

Mallorca de Porc Negre“ (-> Sobrassada).

Als Spanferkel („porcella“ oder

„lechona“) ist das schwarze Schwein

eine besondere Delikatesse (-> Spanferkel).

Es wird geschlachtet, wenn

es acht bis 12kg schwer ist und noch

nichts anderes als Muttermilch zu

sich genommen hat: Das Fleisch ist

dann sehr zart und hat einen ganz

besonderen Geschmack. Am besten

schmeckt vielen die Kruste, die nicht

lederartig sein darf, sondern fest und

kross. Für den Erzherzog Ludwig Salvator

war das Porcella das beachtlichste

Gericht der mallorquinischen

Küche.

Serra, Junípero

Junípero Serra

wurde am

24.11.1713 als

Miguel José Serra

in dem kleinen Ort

Petra auf Mallorca

geboren. Im Alter von 16 Jahren trat

er am 14.9.1730 in Palma dem Franziskanerorden

bei und nahm den Na-

men an, unter dem er später bekannt

geworden ist: Junípero, nach einem

Begleiter des Heiligen Franz von Assisi.

Nach mehreren Jahren des Lernens

und Lehrens meldete er sich 1749

freiwillig, um in der Neuen Welt als

Missionar zu wirken. Er war 36 Jahre

alt, als er in Veracruz/Mexico zum

ersten Mal amerikanischen Boden

betrat.

Viele Jahre lebte er hauptsächlich

in der Sierra Gorda (heutiges Mexiko),

verrichtete seinen missionarischen

Dienst, war Volksprediger, erlernte die

Sprache der Indianer und übersetzte

den Katechismus.

Ab 1767 übernahmen die Franziskaner

das von den Jesuiten missionierte

Nieder-Kalifornien – dadurch

fiel das sogenannte Baja California

in den Verwaltungsbereich Junípero

Serras.

Zwei Jahre später erhielt der Seefahrer

Gaspar de Portalá vom spanischen

Vizekönig Carlos III. den

Auftrag, in Oberkalifornien die Gebietsansprüche

der Krone zu sichern.

Junípero Serra wurde die geistliche

Leitung übertragen. Während Gaspar

de Portalá sich mehr der Krone verpflichtet

fühlte, ging es Junípero Serra

um die Missionierung der Indianer.

Mit 56 gründete er die erste Missionsstation

San Diego de Alcalá.

Unter seiner Leitung wurden 20

weitere Missionen entlang des Camino

Real, der Königsroute, gegründet

– von San Diego bis Sonoma über

eine Strecke von 1.000 km. Er selbst

gründete neun Missionsstationen, die

er auch immer wieder besuchte.

Junípero Serra starb am 28.8.1784

im Alter von 70 Jahren in der Mission

San Carlos Borromeo und ist in der

Missionskirche von Carmel beigesetzt.

In Washington DC wird er seit 1931

in der Hall of Fame als einziger Nicht-

Amerikaner geehrt. Am 25.9.1988

wurde er von Papst Johannes Paul

II als „Vater der Indianer“ seliggesprochen.

In der Carrer Barracal 6–10 in

Petra ist Junípero Serra ein kleines

Museum gewidmet, ganz in der Nähe

seines Geburtshauses, wo an das Wirken

des größten Mannes der Stadt erinnert

wird. Gezeigt werden Modelle

der Missionsstationen, Bilder und

Karten.

Siesta

Nachmittags zwischen 13.30 Uhr

und 16.30 Uhr/17.00 Uhr herrscht

auf Mallorca nach wie vor flächendeckend

„Siesta”, wobei die Spanier

so eigentlich nur den Mittagsschlaf

nennen. Besser trifft es „la pausa del

mediodía” – Mittagspause.

Während dieser Pause isst der Mallorquiner

mit der Familie zu Hause,

wenn das nicht zu weit entfernt liegt.

Danach schläft er ein bisschen, zumindest

in den heißen Sommermonaten,

was ja sehr gesund sein soll.

Während die Siesta für die einen

Inbegriff des lockeren Lebensstils mediterraner

Länder ist, machen andere

die lange Mittagspause für Probleme

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