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68 Mallorca von A – Z

Mallorca von A – Z 69

Steinmännchen

Zu kleinen Türmchen aufeinander gestapelte

Steine in unwegsamem Gelände,

oft die einzige Kennzeichnung

von Wanderwegen und Pfaden.

Steinmauern

-> Trockenmauern

Steinschleuderer

Die Steinschleuderer („honderos“ auf

Spanisch, „foners“ auf Mallorquin) haben

durch ihre Kunst und ihr Geschick

im Umgang mit Steinschleudern der

gesamten Inselgruppe der Balearen

zu ihrem Namen verholfen: „Balear“

bedeutet übersetzt nämlich „Meister

des Wurfs“. Selbst Julius Caesar setzte

bei Kriegszügen Steinschleuderer von

den Balearen ein.

Eine Schleuder bestand aus einer

Schnur mit einer Schlaufe für das

Geschoss. Der Werfer nahm beide Enden

in die Hand, legte das Geschoss,

z.B. einen Stein, hinein, schwang die

Schleuder und ließ dann ein Ende los.

Dabei löste sich das Geschoss und

schnellte seinem Ziel entgegen. Es

konnte 150 Meter weit mit enormer

Wucht fliegen. Geschickt eingesetzt,

konnten mit den Steinschleuderern

gegnerische Truppen in die Flucht

geschlagen werden. Mit den Steinschleudern

gingen die Mallorquiner

auch auf die Jagd.

Seit den 1970er-Jahren werden aus

sportlichen Zwecken wieder Steine

geschleudert. 1984 wurde der Verein

der Steinschleuderer gegründet, zu

dem 170 Mitglieder, neuerdings auch

Frauen, zählen.

1992 wurde 15 von ihnen eine besondere

Ehre zuteil: Sie durften ihre

Kunst bei den Olympischen Spielen in

einem Rahmenprogramm zeigen.

Stickerei

Der mallorquinische Stich ist ein

besonderer Stickstich, der seit Generationen

zur traditionellen Handarbeitskunst

auf der Insel gehört. Die

Fertigkeit wird von Müttern an die

Töchter weitergegeben. Es sind immer

florale Motive, die wellenförmig

miteinander verbunden werden. Erst

werden die Ränder des Musters im

Kettenstich auf den Stoff gestickt

und dann ausgefüllt. Man kann den

Kettenstich auch mit Durchbruchstickerei

verbinden. Bestickt wurden

früher vor allem Haushaltswäsche

und Kleidungsstücke. Die Farben,

die verwendet wurden, beschränkten

sich auf Blau-, Rot- und Grüntöne, die

selten miteinander gemischt worden

sind. Heute werden viel mehr Farben

verwendet, doch die Technik ist noch

immer die gleiche.

Stierkampf

Der Stierkampf, die „corrida de toros“,

hat eine lange Tradition in Spanien

und geht in seiner heutigen Form

auf das frühe 18. Jahrhundert zurück.

Nach einem feststehenden Ritual

werden während einer Corrida sechs

Stiere von drei Toreros getötet.

Die Capeadores, Picadores und

Banderilleros sind dabei die Helfer

des Matadors, des eigentlichen

Stiertöters. Alle Toreros haben unterschiedliche

Aufgaben.

Die Capadores kommen als Erste

zum Einsatz: Sie reizen den Stier und

zügeln dann seine Angriffslust, indem

sie ihn immer wieder ins Leere laufen

lassen.

Die Picadores betreten die Arena

auf Pferden: Sie stoßen ihre Lanzen,

die „picas“, in den Nacken des Stiers,

wobei die Nackenmuskeln verletzt

werden und viel Blut fließt.

Nun kommen die Banderilleros

zum Einsatz, die den Stier nach der

Schwächung durch den Blutverlust

erneut reizen, indem sie ihm 75 cm

lange, mit Widerhaken versehene,

bunt geschmückte Holzspieße paarweise

in den Rücken jagen.

Der Matador ist als Letztes an der

Reihe: Er soll mit möglichst nur einem

Versuch dem Stier den Todesstoß versetzen.

Je näher Banderilleros und

Matador dem Stier dabei kommen,

desto größer brandet der Beifall des

Publikums auf.

Auf Mallorca gibt es Stierkampfarenen

in Palma, Alcúdia, Inca, Manacor

und Muro. Das Coliseo Balear

in Palma, bei uns mehr durch „Wetten

dass...“ als durch Stierkämpfe bekannt,

bietet Platz für 20.000 Zuschauer.

Strände

Mallorca hat etwa

180 völlig unterschiedlicheStrände:

feiner Sand,

grober Sand, Kies,

Steine – alles ist

vertreten. Eine lückenlose Strand- und

Buchtenübersicht für die Balearen

(allein für Mallorca 208 Nennungen)

findet man (auch auf Deutsch) unter

der Webadresse www.platgesdebalears.com.

Die Strände lassen sich

unter verschiedenen Charakteristiken

suchen, und man erhält genaue Auskunft

mit Bild.

Die subjektive Top Ten der schönsten

Strände Mallorcas:

Cala Figuera (Westküste Formentor):

Kaum besuchte kleine, schöne

Bucht in rauer, felsiger Umgebung,

nicht viel Strand, aber kristallklares

Wasser.

Cala Torta (Nordosten bei Artà):

idyllischer, etwa 130 Meter langer

und 200 Meter breiter Sandstrand,

tief abfallend, gute Wasserqualität,

kleine Strandbar.

Cala Aguila (Ostküste, Cala Rajada):

wunderschöner feinsandiger

Strand, Dünenlandschaft mit Pinien.

Cala Pi (Südküste): tiefe, steile

Felsbucht mit Sandausläufer, Mündung

des Torrent de Cala Pi, roman-

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