BHN Ausgabe 1-04 - Berliner Heilpraktiker Nachrichten

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BHN Ausgabe 1-04 - Berliner Heilpraktiker Nachrichten

www.berliner-hp-nachrichten.de

6,50 €

Berliner Heilpraktiker Nachrichten

Fachverband Deutscher Heilpraktiker - Landesverband Berlin-Brandenburg e V

Zeitung für Naturheilkunde in Berlin und Brandenburg

43. Berliner Heilpraktiker Tage

Homöopathie - Geschichte

Psychiatrische Notfälle

Buchbesprechungen

Fachfortbildung

Bach-Blüten

Heft 1 / März 2004 / 21. Jahrgang

B ERLINER

H

EILPRAKTIKER

N ACHRICHTEN


EDITORIAL

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Sie haben die Märzausgabe des neuen Formates der Berliner

Heilpraktiker Nachrichten in den Händen. Darin finden Sie den

Fachfortbildungskalender des „Fachverband Deutscher Heilpraktiker

und der Samuel-Hahnemann-Schule und außerdem interessante

Fachartikel. Neben dieser neukonzipierten Papierausgabe können

Sie die Berliner Heilpraktiker Nachrichten jetzt auch im Internet unter

www.berliner-hp-nachrichten.de finden. Dort oder in der Homepage des

Fachverbandes unter www.samuelhahnemannschule.de können Sie

sich auch über kurzfristige Fachfortbildungsangebote und die aktuelle

Berufspolitik informieren. Es besteht auch die Möglichkeit sich bei den

Berliner Heilpraktiker Nachrichten in der Homepage für einen Newsletter

einzutragen, der Ihnen dann regelmäßig per E-Mail zugesandt wird,

wenn es aktuelle Informationen oder Artikel der Berliner Heilpraktiker

Nachrichten gibt. Auch unser Bundesverband bietet die Möglichkeit,

sich in ein Newsletterverzeichnis und einen kollegialen Fachanfragepool

für aktuelle berufspolitische Informationen unter www.heilpraktiker.org

einzutragen.

Im Februar 2004 hat der „Fachverband Deutscher Heilpraktiker -

Landesverband Berlin-Brandenburg e.V.“ das

20 jährige Jubiläum der Samuel-Hahnemann-Schule als Aus- und

Fortbildungsstätte für Heilpraktikerinnen und

Heilpraktiker gefeiert. In diesem Zusammenhang möchte ich auf die

Verbands- und Schulgeschichte eingehen.

Zum Schuljubiläum finden Sie in dieser Ausgabe der BHN auch die

Grußworte von Peter A. Zizmann, dem Präsidenten des „Fachverband

Deutscher Heilpraktiker - Bundesverband“, von Adelheid Henke,

der ehemaligen Vorsitzenden des FDH Landesverbandes Berlin-

Brandenburg und von Klaus Wowereit, dem Regierenden Bürgermeister

von Berlin.

Die Samuel-Hahnemann-Schule wurde gegründet um die

unbefriedigende Situation im Ausbildungsbereich in Berlin zu

beenden. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur 1-2 gute Abendschulen

und eine Reihe eher schlechter Heilpraktikerausbildungen. Viele

Heilpraktikeranwärter waren gezwungen, sich im Selbststudium

auf die Überprüfung vorzubereiten. Die medizinische und

therapeutische Qualität mussten die praktizierenden Heilpraktiker

oftmals erst im Selbststudium und im Rahmen von Fachfortbildungen

erwerben. Zum Zeitpunkt der Schulgründung war Gregor Reinhardt

Landesvorsitzender des Fachverbandes in Berlin. Auch sein Vorgänger

als Landesvorsitzender, Karl Friedrich Liebau, heute Ehrenvorsitzender

des FDH Landesverbandes Berlin und Chefredakteur der Fachzeitschrift

„Naturheilpraxis“ sowie der heute Präsident des Fachverbandes Peter A.

Zizmann, waren im Vorfeld an der Konzeption und Gründung der Schule

beteiligt. Von langer Hand vorbereitet, fiel die Zeit der Schulgründung

der Heilpraktiker Fachschule Berlin, an welcher Gregor Reinhardt

ganz wesentlich beteiligt war, in seine Amtszeit als Vorsitzender. Die

Heilpraktikerfachschule wurde später in Samuel-Hahnemann-Schule

umbenannt. Die Idee, die diesem Schritt zugrunde lag, war, hier in

Berlin eine solide und fundierte eigene Tages-Ausbildungsstätte des

Berufsstandes zu schaffen. Auf diesem Wege bot sich Interessierten

eine echte Alternative sowohl zu Wochenend- als auch zu Fernkursen,

die dem Ruf des Heilpraktikers nur schadeten. Mit einem kleinen Stamm

engagierter Dozenten unter der Führung von Andreas Krüger wurde

die Idee in die Tat umgesetzt. Im September 1984 begann der erste

Kurs mit seinem Lehrprogramm, gleichzeitig zog die Geschäftsstelle

des Fachverbandes mit in die dafür angemietete Büroetage in der

Joachimsthaler Straße, hoch oben im 10. Stock. Gregor Reinhardt

wachte selber über den geregelten Ablauf. Nur ein Jahr allerdings

blieben Schule und Verbandsgeschäftsstelle in diesem, von allen als

unansehnlich und nicht adäquat befundenem Bürogebäude. Mit ein

wenig Glück durfte das „Unternehmen“ in den wunderbaren Altbau

der Mommsenstraße 45 übersiedeln. Es war endlich ein Standort

gefunden, der ein weiteres Aufleben des Verbandes möglich machte.

Der Landesverband Berlin war unter Einbeziehung der Schule zu einem

kleinen Wirtschaftsunternehmen angewachsen, von Gregor Reinhardt

mit strenger Hand geführt. Im Jahr 1984 wurden auch die Berliner

Heilpraktiker Nachrichten als Organ des Landesverbandes Berlin

gegründet. Nach Auseinandersetzungen mit dem restlichen Vorstand trat

Gregor Reinhardt im Oktober 1987 von seinem Amt zurück. Nach dem

Rücktritt arbeitete Gregor Reinhardt noch eine Weile im Schulausschuss

mit, verließ dann aber 1990 den Fachverband Deutscher Heilpraktiker.

Adelheid Henke hat in einer stürmischen Zeit den Landesverband

Berlin-Brandenburg mit viel Energie und Tatkraft, aber auch mit einem

großen Maß an Sensibilität geführt. 1988 wurde Adelheid Henke von der

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2

Mitgliederversammlung zur 2.Vorsitzenden u. Fachfortbildungsleiterin

gewählt. In dieser Zeit fanden im Verband viele Auseinandersetzungen

statt, und zwar um die Leitung der Samuel-Hahnemann-Schule, um

die Vertretung des Landesverbandes in unserem Bundesverband und

um die Vorkommnisse des Rücktritts des ehemaligen 2.Vorsitzenden.

Ein Untersuchungsausschuss des Verbandes tagte zu diesem Thema.

In der Zeit als 1.Vorsitzende schaffte es Frau Henke, den Vorstand in

ein Arbeitsgremium zu verwandeln, in dem es nicht um permanente

Auseinandersetzungen und Kampfabstimmungen ging, sondern um

konkrete Sacharbeit.

Im Jahr 1989 kam es zum Fall der Mauer und, was dies bedeutet, wird

in Berlin und Brandenburg besonders deutlich. Im Juni 1991 wurde

aus dem Landesverband Berlin dann der Landesverband Berlin-

Brandenburg, wobei wir als Heilpraktiker zusammen mit vielen anderen

Berufsverbänden der notwendigen politischen Einheit einmal wieder weit

voraus waren, ja leider immer noch sind. Auf der Mitgliederversammlung

1993 gab Adelheid Henke die Leitung des Landesverbandes an ihren 2.

Vorsitzenden Arne Krüger weiter.

Die Samuel-Hahnemann-Schule hat sich in 20 Jahren zu einer großen

Ausbildungsstätte für Heilpraktiker entwickelt und seit vielen Jahren wird

an der Samuel-Hahnemann-Schule auch eine fundierte Ausbildung in

prozessorientierter Homöopathie angeboten. Die Samuel-Hahnemann-

Schule hat sich von einer reinen Aus- und Fortbildungsstätte zu

einem kreativen Zentrum zur Verbreitung der „frohen Botschaft“

der Homöopathie und Naturheilkunde entwickelt. Die Schule hat

nicht nur über viele Jahre den Fachverband Deutscher Heilpraktiker

– Landesverband Berlin-Brandenburg und die Berliner Heilpraktiker

Nachrichten unterstützt, sondern ist auch in gewisser Weise einer der

geistigen Räume für die Entwicklung der Zeitschrift „Homöopathischen

Einblicke“ von Hans-Jürgen Achtzehn, und der Bücher „Homöopathische

Seelenreisen“ von Andreas Krüger, „Der homöopathische Ring“ von

Jürgen Achtzehn und Andreas Krüger sowie dem „Symbolischen

Repertorium“ und der „Symbolischen Materia Medica“ von Martin

Bomhardt.

Vorstand & Schulleitung heute

Andreas Krüger ist seit der Gründung der Samuel-Hahnemann-Schule

im Jahr 1984 Dozent für Homöopathie, Sprecher des Lehrerkollegiums

und damit quasi Schulleiter. Seit 1988 ist er auch offiziell Schulleiter

der Samuel-Hahnemann-Schule. Neben der Leitung der Samuel-

Hahnemann-Schule ist Andreas Krüger auch 1. Vorsitzender der „Arthur

Lutze Gesellschaft zur Förderung der Homöopathie und Naturheilkunde

in den neuen Bundesländern und in Berlin e.V.“. Andreas Krüger ist

„geistiges“ Oberhaupt der Schule, Vordenker und „Oberschamane“,

er hält das Dozententeam als „Häuptling“ zusammen und ist als

„Artdirektor“ auch der wichtigste Werbeimpuls der Schule.

Im aktuellen Vorstand des Landesverbandes Berlin-Brandenburg

ist der 1. Vorsitzende Arne Krüger seit 1993 für die Verbands- u.

Schulverwaltung zuständig. Schon seit 1989 hat er als stellv.

Schulleiter den Verwaltungsbereich der Samuel-Hahnemann-Schule

geleitet. Als Landesvorsitzender obliegt ihm zusätzlich die politische

Aussenvertretung, insbesondere beim Bundesverband, sowie der

Bereich der Heilpraktikerüberprüfungen, und die Abrechnungs- und

Versicherungsfragen.

Die 2. Vorsitzende Maria v. Heyden, Schriftführerin von 1992 bis

1995, ist als 2. Vorsitzende zuständig für die Mitgliederbetreuung, die

Öffentlichkeitsarbeit mit dem Tag der offenen Tür, die Schriftführung des

Verbandes und für das Mahnwesen von Schule, Zeitung und Verband.

Maria v. Heyden nimmt in Verband und Schule den mütterlichen Teil der

Führung ein.

Brigitte Körfer ist seit 1992 als Fachfortbildungsleiterin für die

Organisation von monatlichen Fachfortbildungen und die Ausrichtung

der Berliner Heilpraktikertage zuständig. Seit 1999 ist sie auch Mitglied

des Gutachterausschuss für Heilpraktiker bei der Senatsverwaltung für

Gesundheit des Landes Berlin.

Marion Rausch, gelernte Journalistin, war schon als Schülerin der

Samuel-Hahnemann-Schule Pressereferentin von Schule und

Verband und ist seit 1995 Mitglied des Landesvorstandes und die

Pressesprecherin des Landesverband Berlin-Brandenburg. Ihr

Aufgabengebiet ist neben der Öffentlichkeitsarbeit die Mitarbeit

in der Redaktion der Berliner Heilpraktiker Nachrichten und die

Berichterstattung über die Veranstaltungen des Verbandes, z.B. die

Berliner Homöopathietage“ und die „Berliner Heilpraktikertage“.

Neu im Team der Schulleitung ist Petra Thiele, ehemalige Schülerin

der Samuel-Hahnemann-Schule und seit 1993 Heilpraktikerin. Seit 9

Jahren ist Petra Thiele Dozentin der Ausbildung der Prozessorientierten

Homöopathie und seit Ende 2003 leitet sie diese Ausbildung innerhalb


der Samuel-Hahnemann-Schule.

In diesem Rahmen möchte ich den Gründern der Samuel-Hahnemann-

Schule, den Dozentinnen und Dozenten, den Schülerinnen und Schülern

und schließlich unserem Schulleiter Andreas Krüger, meinem Bruder, für Ihr

Engagement um diese Schule, „unser aller Haus“ danken und wünsche der

Schule noch viele weitere Jahre, denn

ich möchte ja auch zum 50 jährigen Jubiläum wieder ein Grußwort

schreiben.

Ich wünschen Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest und wundervollen

Sommer,

Ihr

Arne Krüger

BHN 1/04


FRAUENSTIMMEN

An dieser Schule ist ein ganz besonderes

Völkchen…

(im Gespräch mit Hp Gabriele Catterfeld – Richter war Marion Rausch)

Frage:

Gabriele Catterfeld- Richter, als ich vor 13 Jahren an der SHS anfing zu

lernen, hörte ich von Dir einen Vortrag über „Amor und Psyche“. Er gefiel

mir auf Anhieb, dennoch fragte ich mich, was hat ein antikes Märchen

mit einer Heilpraktikerausbildung zu tun?

Catterfeld- Richter:

(Lachen)

Da muss ich etwas ausholen.

Andreas bat mich damals, sage etwas über die Liebe, weil er wusste,

dass das sowieso mein Thema ist, auch mein Lebensthema. „Amor und

Psyche“ nun deshalb, weil in diesem Werk mal der Entwicklungsweg

eines Mädchens gezeigt wird, sonst nämlich pft der eines Jungen. Ein

Königssohn macht sich auf und sucht nach der Prinzessin, natürlich

sucht er nach seiner Anima, also nach seiner Seele, und dies und das

muss er dazu an Schwierigkeiten überwinden.

Anders in „Amor und Psyche“. Kurz der Inhalt: Die wunderschöne

Psyche wird von Amor entführt, denn sie ist eigentlich durch die

eifersüchtige Aphrodite zu einem grausamen Schicksal ausgewählt,

nämlich dem Unwürdigsten aller Männer vermählt zu werden. Amor

also führt sie in sein Lustschloss und kommt immer nachts zu ihr. Sie

war entzückt, aber sie durfte ihren Liebhaber nicht sehen. Das ging eine

Weile gut. Das ist ja immer so. Wir sind ja am Anfang der Liebe blind.

Wir sehen das Andere gar nicht. Wir sind absolut GEFÜHL. (lacht) Das

ist ja auch gut so. Aber irgendwann wollte sie ihn halt doch einmal

sehen. Da kamen auch ihre Schwestern und hetzten sie auf: „ Das ist ja

vielleicht ein wahnsinniges Ungeheuer, mit dem du jede Nacht schläfst,

weil du ihn nicht sehen darfst.“ Und da hat Psyche doch einmal eine

brennende Kerze über ihn gehalten und sah Amor schlafend in seiner

vollen Schönheit. Und da geschah es erst, dass sie sich in ihn verliebte.

Vorher war sie seiner Sexualität hörig. Und jetzt verliebte sie sich. Und

sie beugte sich über ihn, um ihn zu küssen, dabei tropfte heißes Öl auf

seine Brust, er erwachte und verschwand, als er sah, was geschehen

war, weil sie das Versprechen gebrochen hatte.

Dann fängt sie an, ihn zu suchen. Kommt zu Aphrodite, die ihr

Prüfungen auferlegt, die sie auch besteht, bis auf die letzte, wo sie

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die Schönheitssalbe aus der Unterwelt für Aphrodite holen soll und sie

selber nimmt. Da fällt sie in einen todesähnlichen Schlaf. Und jetzt ist

es Amor, der sie da wieder raus holt und mit ihr zu Zeus in den Himmel

geht, ihn um Psyches Unsterblichkeit bittet, damit er sie heiraten kann.

Und sie wird unsterblich. Das heißt doch, dass unsere liebende Seele

unsterblich ist.

Frage:

Du hast mir gerade einen Einweihungsweg erzählt, liebe Gabriele, und

was hat nun so eine Einweihung mit dem, was an der SHS gelernt wird,

zu tun? In was wolltest Du, Lehrerin für Psychologie an der SHS, die

Schüler einer Heilpraktikerschule, einweihen?

Catterfeld- Richter:

…in das Leben. Zum einen wollte ich den Schülern die Psychologie von

Carl Gustav Jung nahe bringen und ihnen helfen, Animus und Anima zu

verstehen. Wenn ich verstehe, dass ich das Männliche als Frau auch

in mir habe oder eben als Mann das Weibliche, dann kann ich ja die

Frau oder den Mann, die dann als Patienten vor mir sitzen, ganz anders

verstehen, nämlich in ihrer Ganzheit verstehen.

Frage:

Warum ist das wichtig für uns Heilpraktiker, für angehende Heilpraktiker,

den, der da vor uns sitzt, zu verstehen?

Catterfeld- Richter:

Oh, das ist sehr wichtig, denn ich muss ihm helfen zu leben und sich

selbst gut zu verstehen. Dann wird er erst ganz. Sonst stolpert er immer

über die äußere Frau, den äußeren Mann, weil das andere Geschlecht

natürlich immer ganz andere Vorstellungen und Ideen hat. Aber wenn

ich meine innere Frau, meinen inneren Mann, angesehen habe, kann

ich das andere, das fremde, auch verstehen. Und das ist ja ein Stück

Gesundheit, wenn ich den anderen verstehe und mich nicht verbittere

und dann immer nur meine Verletzungen und Wunden anschaue.

Frage:

Heißt das, dass dann Krankheit herrscht, wenn ich nicht mit dem

anderen im Kontakt bin?

Catterfeld- Richter:

Krankheit heißt, nicht in Kontakt zu sein mit mir selbst. Wenn ich mit

mir selbst in Kontakt bin, bin ich auch mit meinen seelischen Kräften in

Kontakt und kann dadurch erst auch den anderen besser wahrnehmen,

ihn also besser verstehen.

Krankheit beginnt im Unsichtbaren, nicht außen, sondern tief in der

Seele, wahrscheinlich schon im Karmischen, im Feinstofflichen.

Meistens im ätherischen Körper. Dort sind die Verletzungen unserer

Kindheit, dort muss man heilen.

Frage:

Nun hast du den Schülern der „Samuel- Hahnemann- Schule“ 10

Jahre lang etwas von C. G. Jung und deiner Art des Verstehens deines

Gegenübers gegeben. Was, liebe Gabriele, hat Dir denn die SHS

gegeben in diesen Jahren?

Catterfeld- Richter:

Viel! Ich würde sagen, als erstes Freude. Das erste Mal, als ich

die Schule betrat, erschien sie mir wie ein freudiger, summender

Bienenstock. Fand ich herrlich…, herrlich. Ich habe zwar immer viele

junge Patienten gehabt, ganz junge, viele Studenten, aber an dieser

Schule ist ein ganz besonderes Völkchen. Das hat mir enorm viel

Freude gemacht und auch sehr viel gegeben. Denke ja nicht, dass

nur ich den Schülern was gegeben habe. Sie haben mir auch ganz

viel durch ihre Fragen und ihr Verständnis gegeben. Auch heute noch,

denn einige der ehemaligen Schüler kommen immer noch zu mir, zum

Traumseminar- geht es um den Austausch von LEBENSERFAHRUNG.

Das hat mir an der Schule überhaupt so gefallen, dass sie offen war für

Träume, für neue Gedanken zum Leben, zur Bibel, zu Jung, zu Buddha

und zu allen großen Weisen dieser Erde.

Frage:

Was ist dir wichtig bei der Traumaufarbeitung?

Was sind das für Dinge, die im Traum zu uns sprechen?

Catterfeld- Richter:

Wenn wir die Sprache verstehen, dann ist es die Sprache unserer

Seele und unserer Gefühle, die sonst, im Laufe des Tages, nicht zu


uns durchdringt. Die Traumsprache ist ja eine leise Sprache. Am Tage

spricht sie auch schon mal in uns, aber es ist eine ganz leise Stimme

und die geht unter in der täglichen Arbeit.

Und dann kommt ein Traum des Nachts. Der zeigt uns ein Bild. Und

wenn wir dieses Bild, dies Bildersprache dann auch noch verstehen,

dann ist das was Wunderbares. Marion, ich habe so himmlische Träume

von Patienten und auch noch so hilfreiche dazu, dass ich manchmal

niederknien möchte vor Freude und sagen: „Mein Gott, wie ist das

schön, wie die Seele sich meldet.“

Rausch:

Du machst das offensichtlich so, wie man es Asklepios, dem

griechischen Arzt der Antike, nachsagte, der die Kranken auf seiner

Schlafinsel Kos heilte, indem er sich mit den Kranken über ihre Träume

unterhielt.

Catterfeld- Richter:

Ich sage dann: „Ja, lass es uns erspüren, was war die Botschaft in

diesem Traum?“

Wir haben ja in der Schule zu den verschiedensten Themen gearbeitet:

zum Schatten und zur Liebe, zum Sterben, zum Ego, zu Anima und

Animus und eben auch zu den Träumen. Die oft große Angst machende

Energie im Traum, wenn ein Löwe oder ein Tiger oder ein Drache

kommt, um dich zu töten….zum Beispiel, die musst du verstehen. Das

ist deine Energie, du musst nur richtig mit ihr umgehen. Zum Beispiel

erzählte mir eine Patientin kürzlich einen Traum, einen ungewöhnlichen,

wie sie sagte: Sie habe sich im Traum Gift gemischt und wollte sich das

Leben nehmen. Sie hatte sich mit dem Gift dann hingelegt und wartete

auf das Ende, aber es kam nicht. Stattdessen wurde sie immer ruhiger,

immer fröhlicher. Sie starb nicht. Was ist denn das für ein Traum, fragte

sich die Patientin und auch mich.

Frage:

Ja, Gabriele, was ist das für ein Traum?

Catterfeld-. Richter:

Die Patientin hatte zu ihrem Traum gar keinen Gedanken. Ich würde

dazu eins sagen: im Englischen heißt Gift Geschenk.

Frage:…. So was wie eine Mitgift

Catterfeld- Richter:

Genau. Ich sagte dieser Frau also, Sie haben sich da ein Geschenk

gemacht, indem Sie zwar scheinbar Gift getrunken haben, aber das

Leben ist kein Gift. Sicher, Sie wollten im Traum aus dem Leben gehen

und haben dabei gemerkt, wie schön das Leben ist. Sie haben sich

einmal was gegönnt, nämlich sich ganz still hin zu legen und auf den

Tod zu warten. Und dann haben Sie gemerkt, es gibt gar keinen Tod.

Das Leben ist ein Geschenk.“ Sie hatte also zum ersten Mal, eine Frau,

die immer auf Achse war, ein Gefühl für ihr Leben bekommen. So schön

hilfreich können Träume sein, selbst ein Traum von Suizid und Gift.

Frage:

Liebe Gabriele Catterfeld- Richter: was möchtest du dem 20- jährigen

noch recht jungen Kind, der „Samuel- Hahnemann- Heilpraktiker-

Schule“, als Geschenk auf den Gabentisch legen wollen?

Catterfeld- Richter:

…dass alles Gift sich in ein Geschenk verwandeln kann. Das ist ja

immer so, Marion: alle Schwierigkeiten im Leben, wenn wir sie bewusst

ansehen, verwandeln sich in Freude, in wunderbare Erfahrungen, ja oft

sind sie Geschenke. In meinem Leben war es so. Die bittersten Dinge,

die auch immer nahe am Tod waren, haben sich eigentlich (natürlich

nicht gleich) in Freude und Geschenke verwandelt, und ich erfuhr damit

weitere Lebenserkenntnis.

Und das wünsche ich auch allen, die an der Schule sind, Schülern wie

Dozenten, wenn’s schwierig ist oder wird: einverstanden sein, bewusst

werden, es annehmen, auch das bringt uns weiter.

Ein Stein muss kein Stolperstein sein, sondern kann ein Trittstein

werden.

Wenn mich jetzt ein 20- jähriger fragt, was ist der Sinn des Lebens, dann

würde ich sagen: Liebe und Freude. Die Arbeit muss man tun, das ist

klar, aber alles voller Freude tun und es auch genießen. Jeden Tag, den

blauen Himmel, jeden Vogelruf, jeden Menschen, dem man in die Augen

schaut…ach Gott, was kommt mir da oft für ein Aufleuchten entgegen.

SUPERVISION „ wie Honigschlecken“

Interview mit Anna Bittmann

über ihre Arbeit als Supervisorin der Dozenten der

„Samuel- Hahnemann- Heilpraktikerschule“ Berlin-

Brandenburg

von Hp MARION RAUSCH

zur Person:

Reinhild Anna Bittmann, Jg. 1940, Diplompsychologin,

Approbierte Psychotherapeutin, Gestalttherapeutin,

Tiefenpsychologische Fundierung. Langjährige Praxis in

Therapie (seit 2000 Privatpraxis), Beratung, Supervision,

Aus- und Fortbildung. Schwerpunkt: Beziehungsarbeit auf

jeder Ebene

Frage:

Anna, du hast 10 Jahre Supervisions-Erfahrung mit uns, den Dozenten

der Samuel-Hahnemann-Schule, die nun wiederum 20 Jahre alt wird.

Anlässe genug, um daran zu erinnern. Wie kamst Du an die Schule?

Bittmann:

Ein Kollege von mir hatte von Marianne Frey, einer gestandenen

Gestaltfrau aus England, mit der viele aus dem alten Dozentenstamm

bis dahin gearbeitet hatten, eine Empfehlung bekommen, die er an mich

weitergab. Ich glaube, er ahnte nicht, w i e großzügig das war!

Frage: Und dann?

Bittmann:

Ich hatte sofort mein „Herzhüpfen“: Wenn ich das kriege, bedeutet

es immer die untrügliche Ahnung von zukunftsweisend Wichtigem,

Beglückendem. So was wie: ja, das ist meins!

Frage:

Wie kam das?

Bittmann:

Ein Heilpraktiker-Dozententeam zu supervidieren, paßte beruflich

genau zu dem Punkt, an dem ich persönlich auf meinem Lebensweg

angekommen war: Ich hatte tiefe Heilungserfahrungen dank der

klassischen Homöopathie gemacht, mich in der Folge einer bewussteren

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Lebensweise geöffnet, war aus der Krankenkasse ausgetreten. Und

wenn ich zu meiner damals endlich in Berlin gefundenen Homöopathin

kam oder zu anderen Heilkundigen und sie persönlich bezahlte, war mir,

als ob ich mein Geld einfach nur von einer Tasche in die andere steckte.

Und so geht es mir immer noch! Mein Körper, auf den ich zu hören

gelernt habe, dankt es mir.

Mein Bezug zu nichtärztlichen Heilerinnen und Heilern war also

geradezu als innig zu bezeichnen. (übrigens hab ich irgendwann, lange

bevor die Approbation dann den Therapeutentitel legitimierte, einen Titel

Heilpraktikerin für Psychotherapie“ bekommen).

So war mir diese „Klientel“ äußerst sympathisch, die sich da

ankündigte!

Ich bekam also eine Einladung zu euch. Wie ich in der Runde erfuhr, war

ich die dritte, die sich vorstellte. Als ich hörte, ich sollte gleich loslegen

mit Arbeiten, wurde das Herzhüpfen ein ordentliches Herzklopfen. Doch

dann krempelte ich innerlich die Ärmel hoch, und es wurde ganz leicht.

In dieser quasi Prüfungssituation machte es n u r Freude, mit euch zu

arbeiten.

Als ich nach dieser aufregenden Probesitzung nach Hause fuhr, war ich

ganz erfüllt. Ich dachte gar nicht mehr daran, werde ich nun genommen

oder nicht? Kaum hatte ich die Haustür aufgeschlossen, da klingelte

das Telefon: Maria war dran und sagte: „Anna, wir haben uns für Dich

entschieden!“

Es war unbeschreiblich. Ein absolut jubelndes Glücksgefühl!

Frage:

Du selbst nennst dich eine Beziehungstherapeutin, und Du bist es

besonders gern hier bei uns. Was unterscheidet uns von deinen

anderen Gruppen?

Bittmann:

Da gibt es vieles… In der Dozentenrunde habe ich schon eine Fähigkeit

der „Selbstbeschau“ vorgefunden, der Fähigkeit, Verantwortung für

die eigenen Gefühle zu übernehmen und die blitzbeleuchtete, eigene

Vergangenheit für die Erkenntnis der Gegenwart zu nutzen. Das ist

absolut selten und macht das Arbeiten zum Honigschlecken.

Für mein Vorgehen habe ich daraus viel gelernt: Ich kann einen

beruflichen oder auch privaten Konflikt in den gefühlten Zusammenhang

mit alten Wunden, das Verständnis für das Kind, das derjenige mal

war, fördern und wie sich die alten Überlebensstrategien in Fleisch und

Blut und damit ins Heute erhalten haben; deutlich machen, und dabei

bleibt die arbeitende Person in aller Berührung geschützt, sich vor den

anderen zu entblößen.

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Zum anderen ist bei euch eine Wachheit, eine Aufmerksamkeit, oft

auch eine wohlwollende Konfrontationsfähigkeit, eine Kompetenz in der

Gruppe vorhanden, die für meine Arbeit eine der größten Ressourcen

darstellt. Eine andere ist die Bereicherung durch die Schattenarbeit, also

der souveräne Umgang mit Projektionen.

Und dann macht sich die intensive Aufstellungsarbeit eures Hauses

deutlich bemerkbar durch die Fähigkeit, in Zusammenhängen nicht nur

zu denken, sondern auch buchstäblich zu empfinden und sich mit dieser

Kompetenz einzubringen. Um nur einige Unterschiede zu nennen…

Und auf gar keinen Fall darf ich das Beste vergessen: Leicht wird mir die

Arbeit mit euch auch dadurch, dass ich mich hier in einer Luft sozusagen

von selbstverständlicher Spiritualität bewegen kann, die ich erst mal

schlicht als Betonung des geistigen Prinzips und des Prinzips der Liebe

verstehe.

Ja, da finden hier ab und zu kleine Wunder statt, über die ich selbst

immer wieder ins Wundern komme.

Frage:

Hast du, die du von außen kommst, Lust, noch was über die

Außenwirkung der Schule auf dich zu sagen?

Bittmann:

Da ich manche Arbeit mit Schülerinnen bzw. Schülern der SHS mache,

auch manche Supervision mit ehemaligen SchülerInnen, jetzt auch

meine psychotherapeutische Fortbildung für Heilpraktikerinnen und

Heilpraktiker, habe ich die Gelegenheit zu diesem Außenblick

und zugleich zum Hineinblicken in die Menschen, die in der Samuel-

Hahnemann-Schule ausgebildet wurden. Und da würde ich gerne

wiederholen, was ich schon mal jemandem gesagt habe: Ich kriege mit,

in welchem Maße die Schule eine modellierende Funktion hat. Spürbar

wird dort nicht nur handwerkliches Wissen vermittelt, sondern etwas wie

eine alternative Freiheit zu gängigem Denken, Fühlen und Handeln, eine

neue Univers - ität, eine universale Identität des Herzens.

Und so ist es einfach immer wieder lebendig und spannend, mit Leuten,

die an der SHS ausgebildet wurden, zu arbeiten. Das Fundament

für die Arbeit an sich selbst und die Offenheit für neue Impulse und

Fragestellungen ist schon vorhanden. Ich kann darauf aufbauen.

Ganz persönlich konnte ich die Wirkung dieser Lebens-Kunst-Schulung

mitkriegen bei dem Sohn einer Kollegin und seiner Freundin, die

zusammen die SHS besuchten. Ich kenne ihn von klein an und ich

mochte ihn schon immer. Nach langer Zeit sah ich ihn wieder zusammen

mit ihr. Sie hatten die Prüfung grade bestanden und waren voll in Praxis-

und Familienplanung. Ihrer beider Reifung und inneres Leuchten las ich

aus den Gesichtern und ihren Worten über die Schule. Es war einfach

zum Mitfreuen...

Frage:

10 Jahre Anna Bittmann an der SHS als Supervisorin. Das ist ja noch

was anderes als in der Intimität von Patient und Therapeutin. Supervison

mit lauter Therapeuten, die ihre individuellen und Teamfähigkeiten und

-schwierigkeiten immer wieder mutig ins Spiel bringen.

Es gehört für mich zu deiner respektvollsten Fähigkeit, dass wir im

Kreis der Dozentenkollegen uns trauen, auch Versagen, Scham, Angst,

raus zu lassen. Als Beispiel, wenn ich zu wenig Mut in mir finde, über

meine Angst, meine Scham, mein Problem, was in die Runde zu geben,

und dann erlebe, dass es einem anderen meiner Kollegen gelingt, also

ich seinen Mut spüre und auch sehe, wie etwas würdevoll geschieht,

wofür ich eben noch meinte, im Boden zu versinken, dann gibt es diese

Resonanz von: ich kann es jetzt auch raus lassen. Ich kriege die Kurve

noch. Diese ERMUNTERUNSGARBEIT verdanke ich dir.

Bittmann:

Ja, die bedingungslose Annahme von sich selbst mit jedem Gefühl, jeder

sogenannten Schwäche und Stärke, in jedem Zustand ist mir ein ganz

wichtiger Wert in meiner Arbeit. Wenn ich als spiegelndes Gegenüber

die bedingungslose Achtung vor allem, was da ist und hochkommt,

ausstrahle, gelingt es leichter. Und wo es gelingt, geschieht etwas

Heilendes auf der Ebene.

Auch die Arbeit an mir selbst geht unter anderem in die Richtung,

jede Bewertung zu merken und zu verwandeln (ohne die Bewertung

zu bewerten!) Wir denken immer - so hab ich’s auch mal gelernt -

daß wir nur durch Selbstkritik und -verurteilung weiterkommen. Heute

bin ich überzeugt, daß wirkliche, organisch wachsende und haltbare

Veränderung nur auf dem Boden des Selbstgewahrseins und der

Selbstannahme geschieht.

Frage:

Ich habe immer den Eindruck, wenn ich schon erschöpft bin, dass es

dich gar nicht anstrengt.

Bittmann:

Das ist wahr. Meine Neugier, mein Interesse scheinen mir selbst


unerschöpflich. Manchmal fühle ich mich wie eine Detektivin, die den

einzelnen Spuren folgt; ich weiß ja nie, wie’s ausgeht.

Frage:

Weißt du eigentlich, wie gut du eine Sache lenken kannst?

Bitmann: Was meinst du?

Frage:

…wie du bremsen kannst, ganz dezent, wenn eine Geschichte ablenkt

vom Kern des Prozesses…

Bittmann:

...hmm

Frage:

Es ist noch mehr. Es gibt ja auch in unserer Runde Knoten, es scheint zu

stocken…, und dann sagst du ein Wort, fragst eine Frage, lenkst deinen

Pfeil in eine so gute Richtung, dass sich plötzlich für das Problem eine

Tür öffnet, und es geht weiter. Es gibt plötzlich eine Richtung, als würde

ein Knoten platzen, ein Vorhang aufgehen.

Auch wenn wir bereits mit der Lösung eines Problems fast zufrieden

sind, du schaust noch einmal herum, fragst uns, guckst, ob es aus

unserer Runde noch was gibt. Und zu meiner Verblüffung drehst du die

Sache in eine Richtung, die erst die wirklich gute Lösung aufzeigt. Es

ist dann immer wie ein Aufatmen, eine tiefe, beglückende Zufriedenheit.

Das hat was sehr, sehr Würdevolles. Wie der gelungene Abschluß einer

schwierigen Arbeit.

Bittmann:

Das freut mich, wie du das erlebst. Nur sehe ich das genau als einen

„synergetischen“ Prozeß: Die Arbeit mit euch zeichnet sich eben

auch dadurch aus, dass fast alle viel an sich gearbeitet haben und

mit ihrer geschulten Innen- und Außenwahrnehmung intensiv zum

Gruppenprozess beitragen. Manche sind wie Seismographen, die ich

auch nutze. Ich gucke hin und sehe eine bestimmte Körperhaltung,

Mimik, eine verhaltene Bewegung. Wenn ich das, was ich bei demjenigen

wahrnehme, anspreche, kommt oft noch eine Frage oder Anregung,

BHN 1/04

die die Arbeit vertieft. Wenn etwas nicht ganz stimmig oder vollständig

ist, gibt es so oft bei irgend jemand von euch ein feines Gespür dafür

- auch aus der Kenntnis von Hintergründen, die mir unbekannt sind -

das dann auch die Sache rund werden läßt. Ich habe grade bei euch

zunehmend gelernt, dieses besondere Gruppenpotential zu nutzen, eine

unschätzbare Quelle für die gesamte Arbeit.

Zum Abschluss noch mal: Es ist ein Geschenk, mit euch arbeiten

zu dürfen! Wenn freitags gleichzeitig eine andere interessante

Veranstaltung stattfindet, finde ich’s manchmal schade, nicht hingehen

zu können. Jedoch auch ohne Vereinbarung würde ich mich immer

für die spannendere Alternative: den Supervisionsabend mit euch

entscheiden. Es ist eine gut bezahlte Freizeit (lachen). Nein, es ist eine

tief befriedigende Arbeit.

Viele begreifen nicht, dass das, was sie

gerade geborgen haben, ein Schatz ist…

Interview mit Maria von Heyden, 1. Klassensprecherin

der SHS, seit 10 Jahren 2. Vorsitzenden des FDH Berlin-

Brandenburg

Frage:

Maria, du bist die allererste Klassensprecherin der SHS, denn du

warst Schülerin des ersten Kurses. Gibt’s eigentlich heute noch die

Klassensprecherfunktion?

von Heyden:

Ja, klar. Das sind immer noch zwei pro Klasse, damals auch schon.

Frage:

Ich war mal in meiner Schulklasse so was ähnliches, ich kenne diese

Funktion als sehr mühselig, immer bedacht, es irgendwie allen recht zu

machen.

von Heyden.

Damals war das ja noch ein bisschen anders. Wir hatten doch noch

relativ wenig gut ausgebildete Dozenten. Es ging damals ganz viel um

inhaltliche Arbeit. Was wird wie bestückt? Zum Beispiel das Thema der

Anthroposophie. Macht das Sinn, das mit rein zu nehmen oder nicht?

Frage:

Mit anderen Worten, Ihr Schüler habt noch mit diskutiert, was den

Lehrplan angeht?

von Heyden:

Ja, ja. Wir haben wirklich den Unterricht mitgestaltet, bei der Frage:

was ist wichtig, was ist nicht wichtig? Wo liegen die Bedürfnisse der

Schüler?

Frage:

Das hat ja auch Sinn, wenn jemand eine Schule gründet, auch auf die

Bedürfnisse seiner Schüler zu achten.

von Heyden:

Genau, das hatte auch Sinn. Damals war es viel klarer: wir Schüler

waren die Geldgeber, die Ausbilder die Arbeitnehmer, wenn man so will.

Und da musste erst mal eine Basis her: da wollen welche was werden,

auf der anderen Seite bieten welche was an, und das musste irgendwie

zusammenpassen.

7


Frage:

Das klingt sehr professionell, Maria, das hast du bestimmt irgendwann

einmal gelernt?

von Heyden:

Nein, das war immer mein Job, schon in der Schule. Ich war eigentlich

immer eine Mittlerin zwischen verschiedenen Positionen. Und manchmal

war es einfach wichtig, etwas gerade zu rücken. Zum Beispiel in den

Anfängen der SHS.

Frage:

Wie waren die Anfänge der Schule, zum Beispiel?

von Heyden:

Andreas Krüger und Gregor Reinhard, die beiden haben ja die Schule

gegründet, wobei Andreas so richtig beseelt war vom Gedanken

des Ausbildens und Weitergebens, während Gregor mehr der

kaufmännische Leiter war. Dadurch dass also Andreas mit den Schülern

einen anderen Kontakt hatte, entstand dann auch diese Richtung der

Schule. Andreas war schon zu Beginn der SHS richtungsgebend, Inhalte

schaffend, anders als Gregor Reinhard und andere Verbandsleute, die

durchaus andere Inhalte wollten. Der ganze Verbandsvorstand war

noch nicht schulintegriert. Die Mitglieder hatten streckenweise gar

nicht das Bedürfnis, diese neue Schule zu fördern. Die hatten vielmehr

verbandspolitische Interessen. Der Vorstand zum Beispiel bekam eine

viel höhere Aufwandsentschädigung. Dieses hat sich erst im Laufe der

Zeit gewandelt, in dem Sinn, dass nicht der Verband die Schule trägt,

sondern die Schule ganz viel den Verband. Dadurch wurde dann auch

der Zugriff zu den Kassen verändert. Daher auch diese Frage, die zu

klären war: wo kommt das Geld her, wo geht es hin? Das hat mir dann

gut gefallen, dass es immer auf einem offenen demokratischen Niveau

ablief und nicht so ein Gemauschel war.

Zudem hat es Andreas mit seiner wunderbaren Art verstanden, immer

wieder ganz viel an die Schule heranzuziehen: Ideen und Lehrkräfte.

Die haben dann auch ihren Stempel der Schule aufgeprägt. Dadurch

hat sich die Schule weiter entwickelt, und dann sind die auch wieder

raus gegangen.

Andreas und ich waren, wenn du so willst, eine Art Urgestein, an

die sich Schwämme oder Korallen andockten und dann auch wieder

gingen, wobei sie sich an Andreas andockten und ich vielleicht noch ein

bisschen Boden dazu lieferte.

Frage:

Andreas zieht die Leute an die Schule, das war auch zu Beginn schon

sein Talent…

von Heyden:

Ja, die Leute kamen, weil Andreas sie gut fand. Sie sollten hier wirken,

ihr Eigenes mit einbringen. Und dann sind sie auch wieder weg. Also im

Grunde ist das schon ein sehr lebendiges Gebilde, weil es nicht festhält.

Sie hält nur dort fest, wenn sich etwas bewährt hat. Das ist die Kunst

dieser Schule, dass sie hochgradig Bewährtes würdigt und gleichzeitig

sehr wandelbar ist. Also sie versteinert nicht an irgendeiner Ecke.

Frage:

Ich bin vor 13 Jahren in das Boot der SHS gesprungen, und für mich

begann- fast revoltenartig- was Neues. Da führte die „Boller Schule“ mit

Jürgen Becker in mir zu einer Welle des Erschauerns, weil ich Andreas

Begeisterung dafür sofort spürte. Also es ist tatsächlich so, dass nicht

nur Andreas als großer Pfahl im Austernfeld viel anzieht, sondern es ist

auch umgekehrt, dass sich Andreas auch als eine aufnehmende Auster

in ein anderes Gewässer setzt, um dort aufzunehmen und es in unserm

Wasser zu kultivieren.

Von Heyden:

Ja genau. Er ist nicht nur Pfahl, er ist immer beides.

Frage:

Er ist auch die Muschel… ?

Von Heyden:

...er ist der Fischer, er fischt, saugt auf und spuckt es dann auch wieder

aus, also auch Wal. Das ist so gewesen in Bad Boll, später dann mit

Hellinger und dem Familienstellen, mit Peter Orban, und jetzt mit

Rosina Sonnenschmidt und vielen anderen. Also durch seine Art zieht er

viel Neues an. Und umgekehrt: die, die er anzieht, holen ihn auch wieder

in ihre Gewässer. Er nimmt die Art, wie dort, im anderen Teich gefischt

wird, wieder auf und spuckt es bei uns sofort wieder aus, setzt es damit

um, integriert es in seine Arbeit als Lehrer und Therapeut.

Das ist das, was da wirkt: Andreas hat einen Ort hier, wo er seine

Schätze nach Hause bringt und sofort, aber durchaus verwandelt, in

8

seiner täglichen Arbeit einsetzt. Das machen ja gar nicht alle. Viele

begreifen nicht, dass das eigentlich ein Schatz ist, den sie da gerade

geborgen haben. Das ist die Qualität von Andreas, dass er sofort

begreift, wo die Schätze sind.

Frage:

Ich habe das schon Gabriele Catterfeld – Richter gefragt:

Was würdest du der Schule, die du mit groß gezogen hast durch

deine Verantwortung fürs Ganze, als 2. Vorsitzende des FDH, auf den

Gabentisch legen?

Von Heyden:

Geschenk? Ich würde ihr einen Wunsch mitgeben. Und zwar den

Wunsch, dass das Prinzip des Wandelns beibehalten wird. Zum einen

die Gaben der langsamen bedächtigen Bariumkröte, zum anderen das

tuberkulinisch windige Kasperle. Dass diese beiden Prinzipien von

Festhalten und Loslassen weiterhin im Kontakt bleiben. Die eine, die

Kröte macht den Kompost, und der andere, der Kasper, sorgt dafür, dass

der Kompost in die Welt getragen wird, also in alle Winde verstreut. Das

wünsche ich der Schule, dass sie in diesem Kontext bleibt.

Frage:

Also anhäufen und zerstreuen…

Von Heyden:

Anhäufen, kompostieren und von diesem sicheren Boden aus immer

wieder neue Pflanzen entstehen lassen, die sich dann in alle Winde

verstreuen. Dann können wir sicher sein, dass von anderen Orten, die

uns ähnlich sind, auch wieder Samen auf unseren Kompost fallen. Das

Bewusstsein vom Eingebundensein ins Universum, die Kunst des nicht

Versteinerns und dennoch Erhaltens, das wünsche ich unserer Schule.

Frage:

Was gilt von diesen beiden Dingen für dich, in deiner Verantwortung als

2. Vorsitzende des FDH mehr, das Sammeln, Kompostieren oder mehr

eben das in den Wind geben?

von Heyden:

Ich glaube, meine Fähigkeit ist tatsächlich ein Talent, das ich als

Mutmachen bezeichnen will. Wenn man in so eine führende Position

geht, wird man auch leichter angreifbar, verletzbar. Wenn man sich als

Vorreiter in anderen Höhen bewegt, braucht man jemanden, der einen

unterstützt, um sich auf dieser Höhe sicher und behütet zu fühlen.

Das ist eine meiner Funktionen. Zu fragen, was willst du von Herzen,

bleibe bei deiner Herzensaussage und vertritt sie auch. Das hat ganz

viel mit dem Berliner Fachverband zu tun. Auf der Bundesebene geht

es ganz klar um Sachkompetenz. Was ist machbar, was erhält unseren

Berufsstand? Da geht es um Gesetze und viel, viel Argumentation, viel,

manchmal zu vielen Diskussionen. Da geht es um Beschlüsse und

deren Durchsetzung und auch Einhaltung.

Frage:

Mir fehlt noch was zu Dir:

Ich erlebe dich, und es ist für mich dein bestes Talent, als eine Mittlerin

zwischen den Schülern und den Dozenten. Du bist eine wunderbare

Mediatorin. Ich beobachte in den letzten Jahren, dass Du dieses

wertvolle Talent nun auch weiter vorn platzierst, nämlich indem du selber

eine Gruppe, einen Schwarm um dich scharrst. Du hast was zu sagen

und nun meine Beobachtung: Du TUST es nun auch! als Lehrerin, als

ERFAHRENE. DU GIBST DEINS WEITER. Du traust dich!

von Heyden:

Das ist die Erdkröte in mir, die braucht einfach etwas länger, um zu

kompostieren. Und dann aus dieser Sicherheit heraus loszumarschieren

und zu sagen: schaut her, ich bin anders wissend! Da kommen mir

inzwischen die Schüler jetzt mehr entgegen, denn sie sind jetzt anders

wissend als die vor 20 Jahren. Es ist viel, viel einfacher, den Schülern

zu begegnen, wenn sie nicht nur materiell denken, sondern ganz viel

spirituelle Bildung mitbringen. Das habe ich früher in der Form nicht

erlebt. Das ist für mich erlösend, als Alte zu erleben, dass es Junge

gibt, die ebenfalls wissend sind, und insofern kann ich ihnen auf meine

Weise begegnen. Das war früher für mich fast nicht möglich.

Rausch:

Vielleicht ist das auch ein Geschenk, das auf den Gabentisch der SHS

gelegt werden kann. Dass diese Schule nunmehr Schüler anzieht, die

besser wissen, was sie hier suchen und, das höre ich nach 3 Jahren

Ausbildung an diesem Ort von den Absolventen ebenfalls, dass sie hier

auch das gefunden haben, was sie suchten.

Für das Gespräch mit Maria von Heyden bedankt sich Marion Rausch.


GESCHICHTE

DIE lange GEBURT DER HOMÖOPATHIE

Teil V

Von Marion Rausch

Samuel Hahnemann hatte sein geliebtes Georgenthal verlassen müssen.

Kein neuer Fall Klockenbring wurde ihm gebracht. Sein Ideal, das

weiß er nun nach Klockenbring, ist die Forschung am Patienten, das

sorgfältige und in alle Richtungen führende Studium EINES Falles. Aber

die Realität war wieder eine andere, und Hahnemanns Familie musste

den Wagen packen, um woanders mehr Glück zu haben.

Es werden zweimal 10 Jahre folgen, die der Familie Hahnemann mit

nunmehr 11 Familienmitgliedern Brot und Auskommen sichern sollen.

Die Wanderroute kreist zunächst um das glückliche Gotha, mit dem

kleinen Molschleben, wo die Hahnemanns den zweiten Sohn bekommen,

der aber noch im selben Jahr durch einen Unglücksfall auf der

Weiterreise nach Mühlhausen ums Leben kommt. Je mehr Hahnemann

die Hoffnung, doch noch nach Gotha zurückgerufen zu werden, verloren

geht, desto mehr zieht seine Wanderschaft gen Norden, über Göttingen,

Pyrmont, Braunschweig, Mölln, Königslutter bis Hamburg- Altona, um

nur die wichtigsten Haltepunkte seines unsteten Wanderlebens zu nennen.

In diesen Jahren wechselt er fast jährlich die Orte und Häuser. Vier

Kinder kommen in jenen Jahren zur Welt, jedes Mal steht Hahnemann

persönlich Gevatter.

Warum diese Unrast, diese fluchtartigen

Sprünge von einem Ort zum nächsten?

Auch der Biograph Richard Haehl hat sich mit diesem Hahnemann als

typischen Unsesshaften, Unruhigen auseinandergesetzt.

Hahnemann selber wurde dieser häufige Ortswechsel zum Vorwurf

gemacht. Er selber antwortete ausweichend, „dass er niemand etwas

schuldig geblieben sei und dass ja auch andere zu ihrer Ausbildung

gewandert seien“.

Am nächstliegenden liegt, so Haehl, „die Sorge um das tägliche Brot für

seine immer mehr anwachsende Familie. Die Schriftstellerei allein - und

besonders die in einer Fachwissenschaft - war, wie er selbst in mehreren

Briefen erwähnt, kaum imstande, eine große Familie ausschließlich

zu ernähren. Darum geht die briefliche Ausübung der Heilkunst bei

Hahnemann die ganze Zeit über ununterbrochen und eifrig fort. Und

darum versucht er auch fortlaufend durch Aufsätze und Anzeigen auf

sich aufmerksam zu machen; darum nimmt er sogar irrsinnige Kranke in

seinem Hause auf, das schon 10 Personen beherbergen und versorgen

musste…“

Dem Wanderer Hahnemann wurde dieses Unstete, das Ankommen und

wieder Wegziehen, zusätzlich zur Pein. In der Großstadt kann er nicht

abwarten,, bis sich allmählich das Vertrauen zu dem fremden Arzt ausbreitet

und stärkt.; auf dem Land ist die Verdienstmöglichkeit überhaupt

geringer, da die ländliche Bevölkerung sich schwer entschließt, zum

Arzt zu gehen und dann auch kein entsprechendes Honorar zu zahlen

gewohnt ist,“ so Richard Haehl.

Aber auch Haehl sieht diesen äußerlichen Faktor nicht als Hauptgrund

der Unstetigkeit Hahnemanns. Immerhin gelang es Hahnemann fast in

jedem neuen Ort, ein eigenes Haus für sich und die Seinen käuflich zu

erwerben.

Ein Zitat Hahnemanns zu seiner Wanderschaft dringt zum Eigentlichen,

wenn auch verdeckt, vor: „Über die äußeren Verhältnisse eines GE-

LEHRTEN, schreibt er,“ können sich nur Schwachsinnige aufhalten“.

Der GELEHRTE Doktor Hahnemann schreibt auch in diesen umtriebigen

Jahren über 5500 Seiten aus allen Sparten der modernen Wissenschaften,

aus dem Französischen, Englischen, schreibt eigene Werke,

Aufsätze. Er streitet sich herum mit der gesamten Fachwelt. Er wird auf

dem Gebiet der Hygiene und der Diät der rechte Ermahner und Ratgeber.

Es scheint, als ob er mit den hygienischen und Diätunterweisungen,

in Briefen an Patienten, in medizinischen Zeitungen, in Büchern, wie

dem bekannten „Freund der Gesundheit“, oder dem „Handbuch für Mütter

oder Grundsätze der ersten Erziehung der Kinder“ etwas anderes

kompensiert: etwas, wonach er immer noch SUCHT.

Dem Gelehrten fehlt in Wahrheit noch die eigentliche Spur seines Suchens.

Und deshalb hastet er im Äußeren von Ort zu Ort und wird wohl

im durchrüttelnden Wagen eher ruhig und nachdenklich gewesen sein

als im Sessel eines Hauses.

„Über die äußeren Verhältnisses eines Gelehrten können sich eben nur

Schwachsinnige aufhalten.“

Aber wir halten uns auf, weil wir auf diese Spur kommen wollen, die

Hahnemann noch vergeblich sucht in dieser Zeit der Ortswechsel.

BHN 1/04

Und solche kühnen Sätze wie der folgende erschweren über die Maßen

die Spurensuche zusätzlich: „Wenn der angebliche Wahrheitssucher die

Wahrheit nicht da suchen will, wo sie zu finden ist, nämlich in der Erfahrung,

so mag er sie ungefunden lassen; auf der Rechentafel kann er

sie nicht finden.“ So was schleudert er seinen Gegnern ins Gesicht und

ahnt nur zu sehr, dass dieser Satz auf ihn selbst gemünzt ist. Nein, auf

der Rechentafel seiner Zeit und Standesgenossen will Hahnemann die

Wahrheit nicht finden, Das wissen wir nun hinreichend. Aber auf der der

ERFAHRUNGS- Tafel doch schon? Und gerade die, nämlich die Praxis,

hat er so gut wie aufgegeben. Also bleibt ihm ja nur, die Wahrheit ungefunden

zu lassen. Das macht Angst und scheint in der Tat der Schlüssel

zu sein für das unstete, ruhelose Umherziehen. Die Hahnemannsche

Wahrheit ist eigentlich die Flucht vor dieser WAHRHEIT.

Nur mühsam und vor allem langsam gelingt es ihm, Körnchen für Körnchen,

Fall für Fall, von Erfolg und Misserfolg getrieben und gepeinigt,

seine Wahrheit zu bergen, diesen Schatz, der eine Umkehrung alles

bisher Gewesenen in der Medizin bedeutet, ein alles BISHERIGE in

Frage stellen, nein, ES zu verwerfen. Ein gänzlich entgegengesetztes

Heilprinzip brodelt da in seinem noch Untersten, will sich so schlecht

fassen und zu einem Reim machen lassen.

Halten wir daher die wichtigen Körnchen in seiner Hand noch einmal

fest:

Ab dem Jahr 1785 bereits untersucht er im „Unterricht für Wundärzte

über die venerischen Krankheiten“(erschienen 1789!) die Syphilis und

heilt sie da bereits HOMÖOPATHISCH, wie Y. Laborde und G. Risch

historisch richtig stellen.

Sie meinen:

„Er erzeugte eine Kunstkrankheit, die er das „Merkurialfieber“ nannte,

indem er den Patienten winzige (!) Gaben von Mercurius solubilis fortlaufend

einnehmen ließ. Den Mercurius solibilis hatte er extra zu diesem

Zweck entwickelt – er war ja nicht nur Arzt, sondern auch Chemiker und

Apotheker! Je nach Schwere des Falles ließ er den Patienten täglich

1-6 Gran (1 Gran = ca. 0,06 Gramm!) einnehmen, bis sich das Merkurialfieber

einstellte.

Nur wenn dieses („Merkurialfieber“ sich deutlich und klar zeigte, konnte

die Syphilis geheilt werden.“

Hahnemann erläutert sein „Merkurialfieber“ so:

„Der Kranke bekömmt einen metallischen Geschmack im Munde, einen

widrigen Geruch in seiner Nase, ein unschmerzhaftes, hörbares Kollern

in den Gedärmen, ein erdfahles Ansehen, eine spitze Nase, blaue Ränder

um die Augen, blasse bleifärbige Lippen, einen ununterbrochenen

(immer stärker) wiederkehrenden Schauder, der tief selbst das Innerste

des Körpers durchbebet. Sein Puls wird klein, hart und sehr geschwind;

es findet sich eine Reizung zum Erbrechen, oder doch ein Ekel gegen

Alles, besonders gegen thierische Nahrungsmittel, vorzüglich aber

stellt sich ein sehr heftiger Kopfschmerz von reißender und rückender

Art ein, welcher zuweilen im Hinterhaupte, oder über der Nasenwurzel

unabgesetzt forttobt. Nase, Ohren, Hände und Füße sind kalt. Der

Durst ist unbedeutend, der Leib verschlossen. Der Schlaf schwindet,

die kurzen Träume sind fürchterlich, mit häufigen kleinen Schweißen

untermischt. Die Mattigkeit ist heftig, sowie die Unruhe und ängstliche

Beklommenheit… Die Augen werden glänzend, wie voller Wasser, die

Nase ist wie von Schnupfen verstopft; die Halsmuskeln sind etwas

steif, wie von Rheumatismus; der Rücken der Zunge ist weißlich. Hier

bekömmt der Kranke, wenn alles gut geth, eine leidliche Unbequemlichkeit

im Schlucken, einen stechenden Schmerz an der Wurzel der

Zunge auf beiden Seiten des Mundes, eine Lockerheit oder Stumpfheit

der Zähne (das Zahnfleisch zieht sich ein wenig zur Wurzel der Zähne

zurück, wird etwas schwammig, roth, schmerzhaft, geschwollen); eine

mäßige Anschwellung der Mandeln und Unterkinnbackendrüsen, und

einen erträglichen spezifischen ranzigen Geruch aus dem Munde, ohne

dass jedoch der Speichel selbst beträchtlich häufiger abgesondert würde,

und ohne dass Durchfall oder ein übermäßiger Schweiß entstünde.

Vier Tage scheint die gewöhnliche vorteilhafteste Dauer eines starken

Fiebers dieser Art zu sein, und seine beste Crisis besteht allein in der

dauerhaften Verschwindung jedes venerischen Symptoms, und der völligen

Tilgung des Miasms.“

Hahnemann nennt diese Symptomatik also sein „Merkurialfieber“ und

beschreibt 5 Jahre vor seinem Selbstversuch mit der Chinarinde, der

ersten Prüfung am Gesunden also, das homöopathische Wirkprinzip

(winzigste Gabe!) am Kranken!

Schließlich 10 Jahre später, 1796, veröffentlicht er seine Erfahrungen-

als einzig geltende Wahrheit!- in Hufelands Journal unter dem Titel:

„Versuch über ein neues Prinzip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneisubstanzen“.

9


Dort ist der dritte Meilenstein, nach kleinster Gabe am Kranken („Unterricht

für Wundärzte…“), dem Selbstversuch mit der China, 1790, der

Prüfung am Gesunden, und etlichen Erfahrungen am Krankenbette

meistens seiner vielen Kinder.

Dort nun, in Hufelands Journal, lesen wir gebündelt, was zwischen 1785

und 1796 wächst und schließlich auch gedeiht, so dass aus den Körnchen

ein Pflänzlein wird, das Hahnemann endlich den Mut und auch

die Gewissheit gibt, dass er seinen Weg gefunden hat, seinen Stein der

Weisen, die Homöopathie, gefunden hat.

Er schreibt:

„Drei Wege zu heilen habe es bisher gegeben:

Der erste Weg, die Grundursachen der Übel hinwegzunehmen oder zu

zerstören, die vorbeugende Tätigkeit des Arztes, sei der erhabenste;

doch müsse er diese königliche Straße diesmal zur Seite liegen lassen.“

Der zweite Weg, der meistbegangene, contraria contrariis, d. H. Entgegengesetztes

durch Entgegengesetzes zu heilen, sei bei chronischen,

selbst schon bei leicht ins Chronische ausartenden akuten Krankheiten

verwerflich. Die palliative Behandlung der Verstopfung durch Abführmittel,

der Blutwallungen durch Aderlässe, des sauren Aufstoßens mit Alkalien,

der chronischen Schmerzen mit Opium zu begegnen, lindere zwar

anfänglich, schade aber um desto mehr, je länger sie ausgeübt werde.

Ich bitte meine Mitbrüder, diesen Weg zu verlassen; er ist der unrichtige,

ein Holzweg im dunklen Haine, der sich an Abgründen verliert. Ihn hält

der stolze Empiriker für die gebahnte Heerstraße und brüstet sich mit

der elenden Macht, etliche Stunden lindern zu können, unbekümmert,

ob das Übel unter dieser Tünche tiefere Wurzel fasst.“

Der dritte Weg, nur von Zeit zu Zeit von besseren, einsichtsvolleren und

gewissenhafteren Ärzten beschritten, geht dahin, das Übel von Grund

aus zu heben durch „spezifische Mittel“. Hier regiere aber nur Zufall,

empirisches Apropos (Eingabe des Augenblicks). Darum fordert er: „Die

Wirkungen der Heilmittel zu erforschen, um sie den Körperbeschwerden

anzupassen, sollte man so wenig wie möglich sich auf den Zufall

verlassen, sondern so rationell und geflissentlich zu Werke gehen als

nur möglich.“ - und zwar durch PRÜFUNGEN der ARZNEIMITTEL am

GESUNDEN MENSCHLICHEN KÖRPER.“

Nur dadurch „lässt sich die wahre Natur, die echte Wirkung der Arzneisubstanzen

geflissentlich entdecken; aus ihnen allein lässt sich erraten,

welchen Krankheitsfällen sie mit Erfolg und Sicherheit anzupassen

sind.“

Damit ist dann der bewusste erste Schritt zu der neuen Heillehre getan,

dem dann der zweite in dem Grundsatz folgte:

Jedes wirksame Arzneimittel erregt im menschlichen Körper eine

Art von eigner Krankheit, eine desto eigenthümlicher, ausgezeichnetere

und heftiger Krankheit, je wirksamer die Arznei ist.

Man ahme die Natur nach, welche zuweilen eine chronische Krankheit

durch eine andere hinzukommende heilt, und wende in der

zu heilenden (vorzüglich chronischen) Krankheit dasjenige Arzneimittel

an, welches eine andere, möglichst ähnliche, künstliche

Krankheit zu erregen im Stande ist. Und jene wird geheilet werden;

Similia similibiu (Ähnliches mit Ähnlichem)“

In einem bewegenden Brief an Hufeland, dem wichtigsten Mediziner

und Forscher seiner Zeit und Förderer von Hahnemanns Ideen, schrieb

Samuel Hahnemann Jahre später einen sehr berührenden Brief, wie er

zu der neuen Heilweise gefunden hat. Darin heißt es:

„... ich machte mir ein empfindliches Gewissen daraus, unbekannte

Krankheitszustände bei meinen leidenden Brüdern mit diesen unbekannten

Arzneien zu behandeln, die als kräftige Substanzen, wenn sie

nicht GENAU passen ,( und wie konnte sie der Arzt anpassen, da ihre

eigentlichen speziellen Wirkungen noch nicht erörtert waren?) leicht das

Leben in Tod verwandeln, oder neue Beschwerden und chronische Übel

herbeiführen können, welche oft schwerer als die ursprüngliche Krankheit

zu entfernen sind. Auf diese Art ein Mörder oder Verschlimmerer des

Lebens meiner Menschenbrüder zu werden, war mir der fürchterlichste

Gedanke, so fürchterlich und ruhestörend für mich, dass ich in den ersten

Jahren meines Ehestandes die Praxis ganz aufgab und fast keinen

Menschen mehr ärztlich behandelte, um ihm nicht noch mehr zu schaden

und bloß…. mich mit Chemie und Schriftstellerei beschäftigte.

Aber ich bekam Kinder, mehrere Kinder, und da fielen dann nach und

nach schwere Krankheiten vor, die, weil sie meine Kinder quälten – mein

Fleisch und Blut- und in Gefahr setzten, mir es hin wiederum zu einer

noch empfindlicheren Gewissensskrupel machten, dass ich ihnen nicht

mit einiger Zuverlässigkeit sollte Hilfe schaffen können. Aber wo Hilfe,

gewisse, sichere Hilfe hernehmen, bei unsrer bloß auf vagen Beobachtungen,

oft bloß auf mutmaßlichen Meinungen beruhenden Lehre von

10

den Kräften der Arzneimittel und bei der unzähligen Menge willkürlicher

Krankheitsansichten in unseren Pathologien? – einem Labyrinthe, in

welchem sich bloß derjenige ruhig befinden kann, der jene Versicherung

von den Heilkräften der Arzneien, weil sie in 100 Büchern stehen, für

bar annimmt und die willkürlichen Definitionen der Krankheiten in den

Pathologien, sowie ihre vermeintliche Kur nach hypothetischen Einfällen

in unseren Therapien, untersucht, für Orakel hält…Wo nun Hilfe, sichere

Hilfe her nehmen?...

Nacht und Öde um mich her…

Ich hatte die Täuschungen der gewöhnlichen Heilarten schon in einer

8-jährigen Praxis unter gewissenhafter Aufmerksamkeit erfahren und

wusste aus trauriger Erfahrung recht gut, was sich nach SYDENHAM

und Fr. HOFFMANN, was sich nach BOERHAAVE und GAUBIUS, was

sich nach STOLL, QUARIN, CULLEN und de HAEN erheilen lasse.-

Doch vielleicht ist die ganze Natur dieser Kunst, wie große Männer

schon sagten, von der Art, dass an sich keine größere Gewissheit hineingebracht

werden kann, dass sie keiner größeren Gewissheit fähig

ist.

Schändlicher, gotteslästerlicher Gedanke,, schlug ich mich vor die

Stirn- Wie?, die Weisheit des unendlichen Geistes, der das Universum

beseelt, sollte nicht Mittel hervorbringen können, die Leiden der Krankheiten

zu stillen, die er doch entstehen ließ?......Ehe ich diese Gotteslästerung

hätte statt finden lassen, eher hätte ich alle Schulsysteme der

Welt verschworen…

Gut! Dachte ich, wenn es dann einen sicheren und zuverlässigeren Heilweg

geben muss, so wahr Gott das weiseste und gütigste Wesen ist, so

lass mich ihn nicht weiter in den Dornenhecken ontologischer (die Lehre

vom Seienden) Erklärungen, in willkürlichen, in willkürlichen…., nicht in

den Autoritäten hoch gefeierter Wähne- Menschen, - nein, lass mich ihn

da suchen, wo er am nächsten liegen könnte und wo sie alle darüber hinaus

gelaufen sind, weil er nicht gekünstelt, nicht gelehrt genug schien,

und nicht mit Lorbeerkränzen für Sieger in System- Talenten, in Scholastik

und in hochfliegenden Abstraktionen behangen war……

Die Frage war: wie könntest du wohl den Arzneien abmerken, für welche

Krankheitszustände sie geschaffen seien?“

Und da kommt- spätestens seit seinem Chinarindenversuch- der

Fragende auf die Idee, „die Arzneien zu beobachten, wie sie auf den

menschlichen Körper einwirken, wenn er sich auf dem ruhigen Wasserspiegel

seiner Gesundheit befindet“

Die Prüfung am Gesunden als erster, die winzige Gabe als zweiter und

als dritter Markstein, wie Haehl es nennt, gesellt sich die Forderung

Hahnemanns nach der EINFACHHEIT der ARZNEIMITTEL.

In seinem Aufsatz von 1797 „Sind die Hindernisse der Gewissheit und

Einfachheit der praktischen Arzneikunde unübersteiglich?“ fragt er:

„Ist es gut, vielerlei Arzneien in ein Rezept zu mischen?

Bäder, Klistiere, Aderlässe, Blasenzüge, Umschläge und Einreibungen

zur gleichen Zeit oder dicht hintereinander zu verordnen, wenn man

die Arzneikunde zu ihrem Gipfel heben, wirksam heilen und in jedem

Falle gewiss erfahren will, was die Heilmittel gewirkt haben, um sie in

ähnlichen Fällen mit desto größerem oder gleichem Glücke wieder anwenden

zu können?

….

Darf ichs gestehen, dass ich seit mehreren Jahren nie etwas andres,

außer ein einziges Mittel auf einmal verordnet und nie wiederholt habe,

als bis die Wirkung der vorigen Gabe expirirt war?... Darf ich’s gestehen,

dass ich auf diese Art glücklich und zur Zufriedenheit meiner Kranken

geheilt und Dinge gesehen habe, die ich sonst nie gesehen hätte?“

Die ruhelosen, unsteten Wanderjahre sind, das wissen wir nun besser,

der Ausdruck eines Mannes, der drohte, in Nacht und Ödnis unter zu

gehen.

Aber Samuel Hahnemann war ein Herausforderer.

Wie so viele große Geister setzte auch Samuel Hahnemann alles auf

diese Karte: Es muss einen anderen Heilsweg geben!

Land in Sicht? Ja, irgendwann, irgendwo in den vielen Orten seines Getriebenwerdens,

kommen Hoffnungszeichen, die sich mehren und plötzlich,

es kann nur plötzlich gewesen sein, widerfuhr dem strengen Mann

das Glück, dass er jenes unbekannte Land schon längst durchstreift

hatte, indem er BEOBACHTETE, indem er PRÜFTE, indem er genauestens

die Arzneien STUDIERTE. Die homöopathische Materia medica

wurde in diesen dunklen und zum Zerreißen gespannten 10 Wanderjahren

geboren. Ein Arzneiwesen nach dem anderen erschloss der Meister,

erweckte seine innersten, verborgensten Kräfte und schaute nach ihrer

Ähnlichkeit mit den verschiedensten Krankheitszuständen.

Weitere 10 Jahre, die ruhiger werden, gefasster, gesammelter, wird

Samuel Hahnemann benötigen, um seinen neuen Heilweg in Gesetzesform

zu gießen, den er 1810 „ORGANON DER RATIONELLEN

HEILKUNDE“ nennen wird.


Teil VI der Hahnemannschen Biografie, nach R. Haehl, unter dem Titel

„Das Organon der rationellen Heilkunde“

wird in der nächsten BHN erscheinen.

PSYCHIATRIE

PSYCHIATRISCHE NOTFÄLLE

Um eine Gefahr für die Gesundheit des Patienten

und evtl. auch anderer Personen abzuwenden,

besteht bei einem psychiatrischen Notfall sofortiger

Handlungsbedarf. Wegen der pharmakotherapeutischen

Intervention und ggf. Unterbringung des Patienten ist

ein sofortiger Kontakt zu einer dafür vorgesehenen

psychiatrischen bzw. notfallmedizinischen Einrichtung

angezeigt.

Zu den Notfällen gehören:

Akute Suizidalität

Es werden viel Fingerspitzengefühl und

Einfühlungsvermögen verlangt, um im Falle der akuten

Suizidalität der Gefahr angemessen entgegenzutreten.

Das Sprechen über suizidale Gedanken führt in der

Regel zur Entlastung und zum Aufbrechen der suizidalen

Isolation und Einengung. Der Patient erfährt, dass seine

Notsignale angenommen werden und dass prinzipiell

Hilfsmöglichkeiten gegeben sind.

Bei der Behandlung von depressiven Patienten, die stark

antriebsgehemmt sind, ist zu bedenken, dass sich im

Rahmen der Therapie die Suizidgefahr verstärken kann,

wenn es im Rahmen einer Symptombesserung zu einer

Antriebssteigerung kommt.

BHN 1/04

Akute Angstzustände

Das sind dramatische Notfälle, die bei verschiedenen

psychischen Krankheiten auftreten könne. Erste

Maßnahme ist das Gespräch mit dem Kranken,

nachfolgend werden oft Psychopharmaka notwendig.

Die häufigsten Angstnotfälle sind:

Panikattacke und Herzangstsyndrom

Agitierte Depression und Angst als Nebenwirkung von

Antidepressiva

Schizophrenie

Horrortrip

Erregungszustände

Zustände schwerer motorischer Erregung gefährden den

Kranken selbst und seine Umgebung.

Bei hochgradiger Aggressivität sollten möglichst viele

Helfer hinzugezogen werden.

Die wichtigsten Ursachen sind:

Alkohol, Drogen und Pharmaka

Manien und Schizophrenien

Zerebrale Durchblutungsstörungen

Hirntrauma

Andere hirn- und Allgemeinkrankheiten

Epilepsie

Psychoreaktive Erregungszustände.

Delirantes Syndrom

Das Delir ist hauptsächlich gekennzeichnet durch

Desorientiertheit, Verkennung der Umgebung,

halluzinatorische Erlebnisse (vorwiegend optisch),

Unruhe bis hin zu starker Erregung, erhöhte

Suggestibilität (Patient liest von einem weißen

Blatt ab) sowie vegetative Symptome mit zum Teil

lebensbedrohlichen Zuständen (Kreislaufversagen).

Vorkommen vor allem als Alkohol- oder Medikamentenen

tzugsdelir, nachrangig auch bei Allgemeinerkrankungen.

Bewusstseinsstörungen (quantitativ)

Je nach Ausprägung sind

Benommenheit (verlangsamt, schwer besinnlich,

Informationsaufnahme eingeschränkt)

Somnolenz (müde, schläfrig-benommen, stark

verlangsamt, leicht weckbar)

Sopor (Schlaf, betäubt, schwer weckbar)

Koma (bewusstlos, nicht weckbar)

zu unterscheiden. Bewusstseinsstörungen weisen

meist auf eine körperliche Ursache hin. Bei

Bewusstseinsstörungen besteht häufig die Gefahr

einer vitalen Bedrohung. Das therapeutische Vorgehen

orientiert sich an den allgemeinen Prinzipien der Notfall-

Therapie. Abzuklären ist auf jeden Fall, ob für die

jeweilige Bewusstseinsstörung evtl. eine organische

Ursache besteht, z. B. diabetisches Koma usw.

Katatones Syndrom

Das katatone Syndrom ist gekennzeichnet durch ausgeprägte

11


Störungen der Motorik. Es besteht entweder eine stuporöse

Symptomatik mit Haltungsstereotypien, Mutismus (Pat. redet

nicht) und Rigor (Zahnradphänomen) oder es kommt zu

massiven Erregungszuständen. Beide Zustände können auch

schnell abwechseln.

Durch Hinzutreten von Fieber und vegetativen Entgleisungen

kann dieses Syndrom lebensbedrohlich werden. Diese

Symptomatik tritt auf bei der perniziösen (febrilen)

Katatonie (schizophrene Erkrankung) sowie beim malignen

neuroleptischen Syndrom. Die differentialdiagnostische

Entscheidung zwischen diesen beiden Erscheinungen ist oft

sehr schwierig.

Bei der perniziösen Katatonie sind hochpotente Neuroleptika

und Elektrokrampftherapie indiziert bzw. lebensrettend.

Das maligne neuroleptische Syndrom ist eine sehr seltene

(weniger als 1%) Nebenwirkung von Neuroleptika, dem nur

durch sofortiges Absetzen der Neuroleptika entgegentreten ist.

Wegen der schwierigen differentialdiagnostischen

Entscheidung spricht man auch vom katatonen Dilemma.

Zu bedenken ist außerdem, dass auch der depressive Stupor

durch einen Raptus melancholicus unterbrochen werden

kann, d.h. der fast bewegungslose Patient kann plötzlich und

unerwartet aufspringen und sich z. B. aus dem Fenster stürzen.

12

UNTERBRINGUNG EINES PATIENTEN

Bei akuter Gefahr erfolgt Einweisung nach Psych.KG.

Hierbei muss klar sein, dass eine eindeutige Selbst- und/

oder Fremdgefährdung vorliegt.

• Man ruft den Sozialpsychiatrischen Dienst oder

die Polizei

Dieser/diese veranlasst dann die Einweisung in

die Klinik

• Wenn der Arzt den Unterbringungsbedarf

feststellt, darf er ihn vorläufig, d.h. bis zum Ende

des darauf folgenden Tages unterbringen.

• In der Zeit muss ein Richter den

Unterbringungsbedarf festgestellt haben und

ihn dann längstens für sechs Wochen vorläufig

unterbringen.

Dann muss wieder durch Untersuchung und richterlichen

Beschluss verlängert werden.

Die Unterbringung eines Patienten darf nur erfolgen,

wenn Eigen- oder Fremdgefährdung vorliegt. Sie richtet

sich danach, ob es ein Akutfall oder ein weniger akuter

Fall ist.

In einem weniger akuten Fall erfolgt die Unterbringung

nach dem Betreuungsgesetz.

Beispiel:

Ein Kranker braucht nach Ansicht seines Therapeuten

eine stationäre Behandlung.

Wie kann er vorgehen, wenn der Patient dies nicht will?

• Der Behandler stellt beim Amtsgericht

einen Antrag auf Betreuung zwecks

Aufenthaltsbestimmung und ärztliche

Behandlung.

• Es ergeht ein Gutachtenauftrag an einen

Psychiater, der sich den Patienten dann

anschaut.

• Stellt dieser einen Unterbringungsgrund fest,

wird ein Richter verständigt, der den Patienten

ebenfalls anschaut und einen Betreuer für den

Bereich Aufenthalt und ärztliche Behandlung

stellt.

• Danach erfolgt die Einweisung.

Bei dieser Art von Unterbringung muss es klar sein,

dass der Therapeut vermittelt, dass die Perspektive

des Behandlungserfolges nur durch eine stationäre

Behandlung gewährleistet ist. Das könnte z. B. sein,

wenn er durch eine Verschlechterung des Befindens

suizidal werden würde. Der Vorteil dieser Unterbringung

liegt darin, dass man den Patienten länger unterbringen

kann, wenn es nötig erscheint.

Die Unterschiede:

Nach dem Psych.KG muss man den Patienten wieder

entlassen, auch wenn man meint, dass das nicht gut für

ihn ist.

Bei Unterbringung nach dem Betreuungsgesetz durch

einen Betreuer kann man ihn so lange in stationärer

Behandlung lassen, bis der Patient eine deutliche

Besserung in seinem Gesundheitszustand erfährt.

(Dagmar Lahn, HP Psychotherapie)


BHN 1/04


VOR GELESEN

von Arne Krüger (ARK)

K. Feilden / H.J. Pabel

Arzneimittelrecht-CD / Version 2.0

Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

1. Aufl. 2003, Stuttgart

RD-ROM mit Booklet

Software Folio, Updates zur Fortsetzung

Einzelplatz 860,00 €

Netzwerkversion für 1-5 Anwender 2.150,00 €

ISBN 3-8047-2010-2

Die CD-ROM enthält ein Regal voll Gesetzessammlungen und Kommentaren

zum deutschen und internationalen Arzneimittelrecht. Dabei

sind enthalten der Inhalt von Kloesel/Cyran Kommentar zum Arzneimittelrecht

( 9 Ordner ) und Feidens Arzneimittelprüfrichtlinien ( 8 Ordner ).

Ein einfache und somit gut nutzbare Suchfunktion ermöglicht die Stichwortsuche

im gesamten Arzneimittel- und Medizinproduktrecht. Auch

eine große Zahl von Abhandlungen und Aufsätzen aus Fachzeitschriften

ist auf der CD enthalten. Es finden sich mehr als 28.000 Verknüpfungen

um zu einem Gesetze oder den über 1.100 externen Dokumenten

zu gelangen. Hilfreich ist die leichte Druckfunktion und vor allem die

Möglichkeit Textstellen zu markieren und leicht in das Textprogramm zu

übertragen, was die weitere Bearbeitung erleichtert. Auch sehr hilfreich

ist die Möglichkeit, den gesamten CD-Inhalt auf der Festplatte des Computers

zu deponieren und damit immer zugriff auf das Arzneimittelrecht

zu haben.

14

W. Herzog / D. Munz / H. Kächele ( Hrsg. )

Essstörungen

Schattauer Verlag

2. Aufl. 2004, Stuttgart

480 Seiten, 18 Abb., 26 Tabellen

geb. 49,95 €

ISBN 3-7945-2215-X

Das Buch beschreibt das ganze Spektrum der Essstörungen. Es werden

die Entstehung und die klinischen Grundlagen der Erkrankungen

beschrieben sowie die verschiedenen therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten.

Die Magersucht, Bulimie und psychogene Adipositas gehören zu den

häufigsten psychosomatischen Krankheiten und werden ausführlich

beschrieben. Als Therapieformen werden die klinische Behandlung, die

ambulante Behandlung, Familientherapie, Entspannungstherapie, Bewegungstherapie,

Gestalttherapie u.v.a. beschrieben. Ein ausführlicher

Wegweiser der stationären psychodynamischen Institutionen sowie ein

Literatur- und Sachverzeichnis schließen dass Buch ab. Das Buch bietet

eine interessante Übersicht über dieses Thema, welches ja auch in der

Naturheilpraxis eine Bedeutung hat, ist oftmals aber sehr akademisch in

den therapeutischen Konzepten.


R. Sonnenschmidt / H. Knauss / A. Krüger

Die Kunst zu heilen

Verlag Homöopathie und Symbol

1. Aufl. 2003, Berlin

257 Seiten, viele Abb.

geb. 29,00 €

ISBN 3-937095-01-2

Das Buch ist nach Geleitworten und einem Vorwort von Rosina Sonnenschmidt

in 5 Akte unterteilt. Die drei Autoren geben einen ganz eigenen

und interessanten Einblick in besondere und neue Aspekte von Heilung

und Krankheit. Im 1. Akt findet sich ein Gespräch von Harald Knauss und

Andreas Krüger zur Kunst des Heilens sowie Bemerkungen von Rosina

Sonnenschmidt und Harald Knauss zum Heilen. In den weiteren Akten

werden die heilerische Inspiration, die Verwandlung vom Künstler zum

Heiler, die Bewußtseinsänderungen im Heiler werden und die Gesetzmäßigkeiten

des Heilungsprozesses und im 5. Akt schließlich der Schulungsweg

der Heilkunst beschrieben. Das Buch enthält Bilder zur Heilung,

eine Photoserie zu Heilungsübungen mit Andreas Krüger, und eine

große Menge von Dichtungen, besonders von Haikus. Zum Abschluss

findet sich ein Literaturverzeichnis und die Vitas der Autoren. Das Buch

ist eine interessante Betrachtung von Heilkunst und Inspiration.

Chr. Rätsch / C. Müller-Ebeling

Weichnachtsbaum und Blütenwunder

AT Verlag

1. Aufl. 2003, Aarau & München

183 Seiten, zahlreiche Abb.

geb. 23,90 €

ISBN 3-85502-802-8

In der bewährten Weise die Ethnobotanik zu schildern, schaffen es die

Autoren erneut Botanik, Mythologie und Volksheilkunde zu verdeutlichen.

Es werden die Tradition von Weihnachten, die heiligen schamanistischen

Bäume, der Baumschmuck, die Blütenwunder zur Wintersonnenwende,

das Wintergrün, die Räucherungen zur Weihnachtszeit,

Weihnachtsgenüsse und Gewürze, die Wiedergeburt der Sonne, Silvester,

Neujahr, die Nacht der Weihnachtshexe, der Dreikönigstag und die

Bedeutung von Weihrauch beschrieben. Den Abschluss des Buches

bilden ein Literatur und ein Sachregister. Das Buch ist eine interessante

Lektüre, nicht nur am Weihnachtsabend.

W. Kühne / W.v. Holst

Enzyklopädie der Steinheilkunde

AT Verlag

1. Aufl. 2003, Aarau & München

573 Seiten, zahlreiche Abb.

geb. 39,90 €

ISBN 3-85502-935-0

Nach einer Einführung in die Mineralogie, den Aufbau und die Entstehung

von Mineralien erfolgt eine grundlegende Erklärung der Heilanwendung

und dann über 240 Seiten eine Beschreibung der einzelnen

Heilsteine. Dabei sind die einzelnen Steine alphabetisch sortiert und

neben einer Abbildung sind Name, Synonyme, die Mineralogie, die

Kristallsysteme, das Vorkommen, Verwechlungsmöglichkeiten, die astrologische

Zuordnung, die Chakrazuordnung und die Pflege des Steines

beschrieben. Es werden auch die Organwirkungen und die Heilwirkungen

im körperlichen und seelischen Bereich erläutert. Anschließend

findet sich ein Verzeichnis der Mineralien von A bis Z, ein Verzeichnis der

Handelsbezeichnungen, ein Indikationsverzeichnis und ein Glossar. Ein

interessantes Buch, sauber beschrieben und mit vielen Fakten über die

einzelnen Heilsteine.

BHN 1/04

J. Pütz / P. Coluccia / A. Paffrath

Hobbythek - Bauchtanz

Egmont VGS Verlagsgesellschaft

1. Aufl. 2003, Köln

96 Seiten, zahlreiche Abb.

geb. 15,90 €

ISBN 3-8025-6231-3

Das Buch beschreibt in leicht verständlicher Weise den Bauchtanz, besser

den orientalischen Tanz, wobei beschrieben wird, vorher der Bauchtanz

stammt und welche Vorurteile es gibt. Es werden Variationen des

Bauchtanz beschrieben und seine Wirkungen auf Organe, Gesundheit,

körperliche und seelische Entwicklung. In einem praktischen Teil werden

verschiedene Bauchtanzübungen, jeweils mit Bildern verdeutlicht,

erklärt. Zum Ende des Buches finden sich auch Einblicke in Gewürze

und Düfte des Orients sowie orientalische Kochrezepte. Den Abschluss

des Buches bilden ein Register, Tips und weiterführende Literatur sowie

ein Abbildungsverzeichnis. Ein interessantes Buch, wobei besonders die

heilsamen und persönlichkeitsentwickelnden Aspekte des Bauchtanzes

interessant sind.

W. Machleidt et al

Schizophrenie

Schattauer Verlag

1. Aufl. 2004, Stuttgart

386 Seiten, einige Tabellen

kart. 49,95 €

ISBN 3-7945-2279-6

Das Buch gibt eine umfassende Überblick über dieses komplexe Krankheitsgeschehen.

Nach eine Beschreiben der Grundlagen der Therapie

werden die subjektive Seite der Schizophrenie, die Soziotherapie, die

Psychotherapie, die Psychoedukation, die Körper- und Ergotherapie,

die Psychopharmakatherapie, die ambulante und komplementäre Behandlung

und die integrative Schizophrenietherapie beschrieben. Jedes

Kapitel hat ein eigenes Literaturverzeichnis. Am Ende des Buches befindet

sich dann ein Sachverzeichnis. Das Thema ist sehr ausführlich

beschrieben, wobei die verschiedenen Autoren einerseits eine große

Spannweite in der Betrachtung gewährleisten, andererseits wird dadurch

aber der einheitlich Fluss in dem Buch schwer zu erkennen. Ein

interessantes aber sehr spezielles Buch.

K. Zrenner / K. Paintner

Arzneimittelrechtliche Vorschriften für Tierärzte

Deutscher Apotheker Verlag

1. Aufl. mit der 37. Ergänzungslieferung, Stuttgart 2003

2.278 Seiten ( Loseblattsammlung )

3 Ringbücher zus. 78,00 €

ISBN 3-7692-3317-4( Grundwerk einschl. 37. Erg.Lief. )

Die Gesetzessammlung ist ein Standartwerk für die tierärztliche Praxis

und enthält alle für den Bereich der Tiermedizin relevanten arzneimittelrechtlichen

Bestimmungen und Erläuterungen dazu. Man findet die

Hausapothekenverordnung, das Arzneimittelgesetz mit allen Verordnungen,

das Betäubungsmittelgesetz, Teile des Heilmittelwerbegesetzes,

des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes, das Futtermittelgesetz,

Teile des Tierseuchengesetzes, die Gebührenordnung für Tierärzte

und Teile des Fleischhygienegesetzes. Die Gesetzessammlung ist

klar und übersichtlich gestaltet und durch das ausführliche Stichwortverzeichnis

findet man auch gut alles was man sucht.

G. Schorn

Medizinprodukterecht

Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

Grundwerk ( 2. Aufl. ) mit 15. Ergänzungsliefg. 2003, Stuttgart

3.142 Seiten ( Loseblattsammlung in 3 Ordnern )

Loseblattsammlung 128,00 €

ISBN 3-8047-2027-7

Das Ergänzungswerk umfasst alle Informationen zum Medizinprodukterecht.

Im Allgemeinen Teil finden sich Anschriften von Behörden in

Deutschland und Europa. Im Speziellen Teil wird das Medizinprodukterecht

erläutert, die Gesetzestexte von Arzneimittelrecht und Gerätesicherheitsrecht

erläutert sowie auch das Chemikalienrecht und das

15


Atomrecht. Es werden alle relevanten Richtlinien des europäischen

Rechts, internationale Übereinkommen und schließlich das eigentliche

Medizinprodukterecht ausführlich behandelt. Ein eigenes Kapitel beschäftigt

sich mit der Rechtsprechung zu diesem Rechtskomplex. Den

Abschluss des Werkes bildet ein ausführliches Sachverzeichnis.

Ein ausführliches und hilfreiches Werk für Verbände, Organisationen,

Heilpraktikerschulen, Sachverständige und Autoren.

R. Braun ( Hrsg. )

Standartzulassungen

Deutscher Apotheker Verlag

1. Aufl. mit 15. Ergänzungslieferung ( Stand Juli 2003 ), Stuttgart

2.160 Seiten ( Loseblattsammlung in 3 Ordnern )

Loseblattsammlung 98,00 €

ISBN 3-7692-3374-3 ( Grundwerk, einschl. 15. Erg. )

Die Standartzulassungen sind das rechtliche und wissenschaftliche

Grundgerüst für die Herstellung von Arzneimitteln, die dann von der

Pflicht der Zulassung durch das BfArM befreit sind. Bei den Monographien

der Standartzulassungen werden schulmedizinische Präparate

genauso behandelt wie pflanzliche Tee`s oder Tinkturen. In den Monographien

werden jeweils die Bezeichnung des Arzneimittels, die Pflanze

bzw. Pflanzenteile, die Darreichungsformen, die Zusammensetzung mit

wirksamen und sonstigen Bestandteilen, die Herstellungsvorschriften,

notwendige Behältnisse der Droge oder Substanz, die Kennzeichnung,

die Packungsbeilage mit Beschreibung der Gegenanzeigen, Wechselwirkungen,

Überdosierungen, Nebenwirkungen, Fachinformationen, die

Pharmakologie und Toxikologie. In Kommentaren wird die Wirksamkeit

und Gefahren durch ein Arzneimittel diskutiert und bei Teeanwendungen

werden Hinweise auf die Arzneibücher, in denen die Drogen

beschrieben werden gegeben. Ein hilfreiches Buch, besonders für den

Pharmazeuten und Apotheker aber auch für die pflanzenheilkundliche

Naturheilpraxis und Heilpraktikerausbildungsstätte.

N. Drury

Magie

AT Verlag

1. Aufl. 2003, Aarau & München

240 Seiten, zahlreiche Abb.

geb. 29,90 €

ISBN 3-85502-930-X

Das Buch beschreibt nach einer kurzen Einführung in das Thema den

Schamanismus als älteste Tradition der Magie, die Magie der Antike,

die Gnosis und Kabbala, die Magie im Mittelalter und Hexenprozesse,

die Hermetik und Alchemie, Astrologie und Tarot, die Freimauerer,

die Rosenkreuzer, die Wicca, den zeitgenössischen Satanismus, die

Technoheiden und die Digitalmagie. Es werden die Geschichte und das

Wesen der Magie beschrieben sowie Aspekte untersucht, ist Magie nur

eine Einbildung oder gibt es sie wirklich. Das Busch beschreibt verschiedene

Kulte fundiert und ohne ein entsprechendes Dogma und eignet

sich gut zur Information, sowohl für den Magiesuchenden als auch für

den Skeptiker.

I. Hamel

Das Meerschweinchen als Patient

Enke Verlag

2.Aufl. 2002, Stuttgart

202 Seiten, 59 Abb.,

kart. 34,95 €

ISBN 3-8304-1002-6

Da Meerschweinchen als Heimtier immer beliebter werden, besteht für

den Therapeuten ein großer Bedarf an genaueren Kenntnissen über dieses

Haustier. Dies Buch geht auf die besonderen Problemstellungen des

Meerschweinchens als Haustier ein. Es werden die Anatomie, die Physiologie,

die Anforderungen an die Haltung von Meerschweinchen und

die Ernährung des Meerscheinchens geschildert. Im Anschluss werden

Untersuchungsmethoden beim Meerschweinchen und die Krankheiten

des Meerschweinchens systematisch behandelt, besonders praxisrelevant

durch Arzneimittelempfehlungen und exakte Dosierungsangaben.

Bei den Krankheiten werden jeweils die Ätiologie, das klinische Bild,

die Diagnose und die Therapie beschrieben. Es ist schön, endlich ein

ausführliches Buch über dieses possierliche und beliebte Haustier zur

Verfügung zu haben.

16

M.C. Horzinek / V. Schmidt / H. Lutz ( Hrsg. )

Krankheiten der Katze

Enke Verlag

3. Aufl. 2003, Stuttgart

880 Seiten, 555 Abb., 143 Tabellen

geb. 149,00 €

ISBN 3-8304-1003-4

Das Buch ist ein umfassendes Werk über das ganze Spektrum der Katzenheilkunde.

Es werden das Verhalten und Verhaltensstörungen, die

klinische Untersuchung, die Labordiagnostik, bildgebende Verfahren,

Virusinfektionen, bakterielle Infektionen und Mykosen, Parasitosen und

die Organerkrankungen von Herz, Kreislauf, Atmung, Haut, Verdauungsapparat,

Niere, Geschlechtsorganen, Geburtshilfe, Nervensystem,

Blut, Endokrinum, Immunsystem, Bewegungsapparat, Erbkrankheiten,

die Anästhesie, Pharmakotherapie, Vergiftungen, Tumore, die alte Katze,

die Katzenzucht, Rechtsfragen und der Nährstoffbedarf der Katze

ausführlich beschrieben. In den einzelnen Kapiteln werden jeweils die

Grundlagen der Krankheit, die Ätiologie, die Symptomatik, Diagnose,

Therapie und Prognose erläutert. Jedes Kapitel hat ein eigenes Literaturverzeichnis

und am Schluss des Buches findet sich ein Sachregister.

Ein ausführliches und interessantes Buch, was durch die die vielen farbigen

Abbildungen auch optisch und didaktisch gut gemacht ist.

M.S. Hand et al ( Hrsg. )

Klinische Diätetik für Kleintiere

Schlütersche Verlagsanstalt

4. Aufl. 2002, Hannover

( 4.th Edidtion, 2000 Mark Morris Institute )

1592 Seiten, über 500 Abb.,

geb. 209,00 € ( 2 Bände im Schuber )

ISBN 3-87706-893-6

Das grundlegende Standardwerk der veterinärmedizinischen Kleintierdiätetik

liegt hier umfassend aktualisiert vor.

In 30 Kapiteln werden alle wichtigen Bereiche der Kleintierernährung

dargestellt, über Futtermittel für Haustiere, die Ernährung gesunder

Hunde und Katzen, diätetische Maßnahmen bei erkrankten Hunden

und Katzen sowie die Ernährung von Kleinsäugern, Ziervögeln und

Reptilien. Das Werk gibt einen vollständigen Überblick über die ernährungsphysiologischen

und diätetischen Grundlagen sowie deren

Umsetzung in der Praxis. Viele Übersichten und Tabellen, Behandlungshinweise

sowie über 100 Fallbeispiele betonen die praktischen Aspekte

der klinischen Diätetik. Von „Adipositas“ bis „Zahnerkrankungen“ wird

die Fütterungspraxis erkrankter Hunde und Katzen in 16 Kapiteln nach

Organsystemen beschrieben. Auch die Fütterung von Vögeln, Nagern,

Frettchen, Kaninchen und Reptilien wird erläutert. Als Anhang finden

sich Futterwerttabellen, tabellarischen Fütterungsrichtlinien, Nährstoffprofilen

von Futtermittel sowie ein umfangreiches Stichwortverzeichnis.

Ein interessantes, aber sehr umfangreiches Werk.

G. Darai et al ( Hrsg. )

Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen

Springer Verlag

2. Aufl. 2003, Berlin

814 Seiten, 5 Abb., 33 Tabellen

geb. 129,95 € ( einschl. CD-ROM )

ISBN 3-540-44168-9

Das Lexikon behandelt von A bis Z alle relevanten Infektionskrankheiten

des Menschen ( von A-Streptokokken bis Zymonema gilchristi ). Es

werden die bakteriologischen, virologischen, mykologischen und parasitologischen

Erkrankungen beshchrieben, wobei die Erregerbezeichnungen,

Synonymbegriffe, Morphologie, Erregertaxonomie, Geschichte der

Krankheit, die Übertratung, die Krankheitssymptome,, die Differentialdiagnose,

die Labordiagnostik, die Therapie, spezifische Erregermerkmale,

Expertenlaboratorien, Web-Adressen und spezielle Literaturhinweise

beschrieben werden. Im Anhang findet sich ein Krankheitsindex. Das

Buch ist ein sehr gutes Infektionslexikon. Die beiliegende CD-ROM ist

mit dem Acrobat Reader sehr gut und einfach zu bedienen, wobei sich

einzelne Textteile auch problemlos in ein Worddokument kopieren lassen.

Ein sehr gutes Buch.


E. Kellnhauser

Fachenglisch für Pflegekräfte

Schlütersche Verlagsanstalt

1. Aufl. 2003, Hannover

155 Seiten

geb. 24,90 €

ISBN 3-87706-898-7

In dem Buch werden ( weitgehend in Englisch ) das amerikanische Gesundheistwesen,

die Fachbegriffe des Hospitals, die Pflegedienstleitung,

das Pflegeteam, die pflegerische Ausbildung beschrieben. Wichtige

Fachbegriffe sind in englisch-deutscher Übersetzung vorhanden. Den

Abschluss des Buches bilden ein Literatur- und ein Stichwortverzeichnis.

Auch nützliche Adressen für Praktika in den USA sind zu finden. Ein

interessantes Buch.

D. Markert

Die neue Markert-Diät

Schlütersche Verlagsanstalt

1. Aufl. 2003, Hannover

96 Seiten, zahlreiche Abb.

kart. 10,90 €

ISBN 3-87706-888-X

Das Buch schildert kurz die Evolutionsgeschichte der Diäten und geht

auf die Bedeutung von Eiweiß ein. Im zweiten Teil wird die Situation

des modernen Menschen mit seinem immerwährenden Kampf um die

Pfunde geschildert. Besonders auf das Verhältnis von Kohlenhydraten

und Fetten wird eingegangen. Im dritten Teil werden die Grundlagen

der Markert-Diät erläutert, die mit Tagesrationen bzw. Vorschlägen

unterstützt wird. Am Ende des Buches findet sich ein kurzes Literaturverzeichnis.

E. Pallenbach / P. Ditzel

Drogen und Sucht

Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

1. Aufl. 2003, Stuttgart

312 Seiten, 33 Abb., 3 Tabellen

kart. 39,00 €

ISBN 3-8047-1951-1

Das Buch beschreibt die Entstehung von Sucht, die Begrifflichkeit von

Drogen, die verschiedenen illegalen Drogen, die Bedeutung von Arzneimitteln

als Drogen, die Diagnostik des Drogenkonsums, die verschiedenen

Wege der Suchttherapie, die Besonderheiten von weiblichem

Suchtverhalten, die Suchtprävention, kriminologische Aspekte der Sucht

und einen Ausblick in die Zukunft. Bei den verschiedenen Drogen wird

jeweils die pharmakologische und toxikologische Besonderheit und die

Suchtbedeutung erläutert. In einem anschließenden Serviceteil werden

die Geheimsprache der Straße, weiterführende Literatur, hilfreiche Internetadressen,

Adressen von Einrichtungen der Suchthilfe, rechtliche

Bestimmungen und ein Sachverzeichnis. Ein hilfreiches Buch für den

Drogentherapeuten.

U. Fricke / W. Klaus ( Hrsg. )

Neue Arzneimittel Band 13

Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

1. Aufl. 2002, Stuttgart

700 Seiten, 95 Abb., 57 Tabellen

kart. 54,00 € ( 43,20 € Vorzugspreis bei Bezug der Fortsetzung )

ISBN 3-8047-1944-9

Das Buch gibt ausführliche Fakten und Bewertungen für von 1998 bis

2001 zugelassene Arzneimittel. Bei den einzelnen Arzneimitteln werden

die Formel, eine Zusammenfassung der chemischen Eigenschaften, die

Herstellerdaten, die Indikationen, Kontraindikationen, Dosierung, die

Wirkung und der Wirkungsmechanismus, die Pharmakokinetik, die Ergebnisse

der klinischen Prüfung, unerwünschte Wirkungen, Arzneimittelwechselwirkungen,

wirtschaftliche Aspekte und ein Arzneimittelspezifisches

Literaturverzeichnis behandelt. Die beschriebenen Arzneimittel

sind in dem Buch nach klinischen Indikationen sortiert. Den Abschluss

des Buches bildet ein Sachverzeichnis. Das Buch ist eine gute Informationsquelle,

besonders für den Apotheker und Arzt geeignet, manchmal

auch für den Heilpraktiker.

R. Sonnenschmidt / Chr. Uricher

Prozessorientierte Krebstherapie

Verlag Homöopathie und Symbol

1. Aufl. 2003, Berlin

331 Seiten, einige Abb.

geb. 34,00 €

ISBN 3-937095-00-4

Das Buch beginnt mit Grußworten und einer Ehrung der Inspiratoren.

Hier muss man den Autoren sicher inhaltlich nicht immer folgen ( was

mir bei Ryke Hamer ein Problem abverlangt ), aber es ist sicherlich auch

sinnvoll den Hintegrund eines Buches zu verstehen. Es wird das Konzept

der prozessorientierten Krebstherapie als Überblick dargestellt und

im speziellen die Grundlagen der Zellbiologie, die therapeutischen Maßnahmen

auf der Körperbene und die Orthomolekulartherapie erläutert.

Im zweiten Teil des Buches werden die Homöopathie, Krebs aus astrologischer

Sicht, Wilhelm Reich, die Ich-Perspektive und mentale Übungen

zur Selbstheilung beschrieben. An homöopathischen Arzneimittelansätzen

werden Thuja, Phosphor, Arsenicum album, Lycopodium, Carcinosinum,

Cancerinum, Syphilinum, Saccharum, Lac humanum, Cuprum

metallicum und Tuberkulinum beschrieben. Im dritten Teil finden sich 14

Fallbeschreibungen mit den jeweiligen homöopathischen Mitteln. Am

Ende des Buches finden sich neben abschließenden Gedanken noch

Formblätter, ein Literaturverzeichnis und ein Register. Ein interessantes

und lesenswertes Buch mit einigen neuen, zum Teil ungewöhnlichen

Ansätzen zur Betrachtung des Themas Krebs.

G. Beckmann

Schönheit und Mikrobiologie

Schlütersche Verlagsanstalt

1. Aufl. 2003, Hannover

160 Seiten, 155 Abb.

geb. 49,90 €

ISBN 3-89993-751-1

Das Buch bietet nach einer Einführung in die Beziehung von Mikrobiologie

und der Schönheit der mikrobiologischen Kulturen eine Bildergalerie

über 127 Seiten wo jeweils im Großformat eine mikrobiologische Kultur

zu sehen ist. Im Anhang findet sich ein kurzes Literaturregister. Die Bilder

des Buches sind sehr schön, der Lernerfolg bleibt aber begrenzt.

S.G. Fleischhauer

Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen

AT Verlag

1. Aufl. 2003, Aarau & München

411 Seiten, 400 farbige Abb.

geb. 54,00 €

ISBN 3-85502-889-3

Das Buch gibt am Anfang eine kurze Einführung in die Bedeutung essbarer

Wildpflanzen, die Geschichte der Verwendung, die Giftigkeit der

Pflanzen und die rechtlichen Grundlagen. Auch das Sammeln der Wildpflanzen

wird beschrieben. Die essbaren Wildpflanzen werden von A - Z

über 357 Seiten beschrieben. Dabei werden jeweils neben dem Namen

die Hauptblütezeit, die Verwendung als Genuss- oder Nahrungsmittel,

die Schwerpunkte des europäischen Vorkommens und Literaturhinweise

für die Verwendung besprochen. Im Pflanzenteil finden sich auch viele

farbige Tafeln mit sehr guten Photos. Im Anschluss wird die Verarbeitung

der Wildpflanzen und einige Grundrezepte beschrieben. Zum Abschluss

finden sich ein Literaturverzeichnis, Webadressen, nützliche Adressen

( unter anderem von Giftnotrufen ) und ein Verzeichnis der Pflanzennamen.

BHN 1/04 17


E.F. Kaleta / M.E. Krautwald-Junghanns ( Hrsg. )

Kompendium der Ziervogelkrankheiten

Schlütersche Verlagsanstalt

2. Aufl. 2003, Hannover

356 Seiten, 16 Abb., 50 Tabellen

geb. 29,90 €

ISBN 3-87706-689-5

CD-ROM 19.90 €

ISBN 3-87706-595-3

Buch und CD-ROM zusammen 45,00 €

ISBN 3-87706-555-4

Das Buch beschreibt ausführlich die klinische Untersuchung der Ziervögel,

das Verhalten, rechtliche Bestimmungen, die diagnostischen

Möglichkeiten, die Erkrankungen von Haut und Federkleid, Skelett,

Atmungsapparat, Verdauungsorganen, Genitalorganen, Harnorgane,

Herz-Kreislauf, Nervensystem, Infektionskrankheiten und Tumoren.

Dabei werden jeweils die Ätiologie, die klinische Symptomatik, die Diagnose,

Differentialdiagnose und Therapie beschrieben. Den Abschluss

des Buches bilden ein Arzneimittelverzeichnis, ein Literatur- und ein

Sachverzeichnis. Die CD-ROM veranschaulicht mit ca. 400 Bildern und

Filmsequenzen die Beschreibungen im Buchtext. Für die CD-ROM benötigt

man Windows 95/98/2000/ME/NT/XP sowie ein 8-fach CD-ROM-

Laufwerk und mindestens 16 MB RAM. Die CD kann eine interessante

Hilfe sein, mit Bildern und besonders mit den kleinen Videofilmen den

Umgang mit den Vögeln in der Praxis besser zu begreifen. Ein für den

Vogelpraktiker und Vogelliebhaber interessantes Buch.

Kloesel, A. / Cyran, W.

Arzneimittelrecht - Kommentar

Deutscher Apotheker Verlag

3. Aufl. 2002, Stuttgart

Loseblattsammlung mit 7.032 Seiten in 9 Ringordnern

3. Aufl. einschl. 85. Ergänzungslieferung 178,00 €

ISBN 3-7692-3315-8

Der Arzneimittelrecht-Kommentar von Kloesel et al enthält die Texte

und amtliche Begründungen zum Arzneimittelrecht mit einschlägigen

Rechtsvorschriften und einer Sammlung einschlägiger gerichtlicher Entscheidungen.

Neben dem Text des neugefassten Arzneimittelgesetzes

findet man Kommentare zu den einzelnen Paragrafen des Gesetzes

sowie alle das AMG betreffenden Verordnungen. Auch die des EU-

Recht betreffenden Richtlinien sind vorhanden. Die Gesetzesvorlagen

sind ausführlich erläutert und werden dadurch oftmals erst verständlich.

Ein hilfreiches und ausführliches Informationsmedium für alle am Arzneimittelrecht

interessierten Heilpraktiker, wobei die besondere Bedeutung

sicher im Bereich der Berufspolitik, der Arzneimittelpolitik und in der

Arzneimittelherstellung besteht.

H. Josef

Arzneimittelgesetz

Deutscher Apotheker Verlag

9. Aufl. 2003, Stuttgart

206 Seiten

kart. 22,00 €

ISBN 3-7692-3284-4

Das Buch enthält die aktuelle Fassung des Arzneimittelgesetzes sowie

eine kurze Darstellung des deutschen Arzneimittelrechtes. Auch die

relevanten Bereiche des Sozialgesetzbuches werden erläutert. Am

Schluss des Buches findet sich ein kurzes Literaturregister. Das Buch

bietet eine kompakte Information über die Grundzüge einer juristisch

anspruchvollen Materie, die somit auch für einen Nichtjuristen lesbar

und verstehbar wird.

18

A. Kerckhoff

Mikrolatinum für Heilberufe

Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

1. Aufl. 2003, Stuttgart

128 Seiten, 14 Abb.

Kart. 12,00 €

ISBN 3-8047-1972-4

Das Büchlein bringt die medizinische Terminologie ( lateinisch und griechisch

) in leicht verständlicher Weise auf den Punkt. Die Wortstämme

und ihre Ableitungen werden leicht verständlich und in kurzer und heiterer

Form erläutert. Das Buch ist eine kurze und kurzweilige Einführung

in die medizinische Terminologie.

B. Schmid et al

Arzneimittellehre für Krankenpflegeberufe

Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

7. Aufl. 2003, Stuttgart

304 Seiten, 31 Abb.

Kart. 12,50 €

ISBN 3-8047-1975-9

Das Buch erläutert das Basiswissen zur Arzneimittellehre für den Pflegebereich.

Es werden die Grundlagen der Arzneitherapie, der Weg des

Arzneimittels im Organismus, unerwünschte Wirkungen der Arzneimittel

und im speziellen Teil die Arzneimittel für das Nervensystem, das Endokrinum,

das Herz-Kreislaufsystem, den Atmungsapparat, den Magen-

Darm-Kanal, die Nieren, den Stoffwechsel, Infektionskrankheiten, das

Immunsystem, Zytostatika, Hautmittel, Kontrastmittel, die Phytotherapie

und Methoden der Alternativmedizin. Antworten zu den Kontrollfragen

zur Wissensüberprüfung, ein Literaturverzeichnis, eine Erklärung medizinischer

Fachausdrücke und ein Sachregister schließen sich an. Das

Buch bietet eine gut verständliche und überschaubare Darstellung der

Arzneitherapie. Das Buch ist für die Information des Heilpraktikers über

die schulmedizinische Therapie ebenfalls gut geeignet. Die CD-ROM

rundet das Buch wirksam ab.

H.Wagner / M.Wiesenauer

Phytotherapie

Phytopharmaka und pflanzliche Homöopathika

Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

2. Aufl. 2003, Stuttgart

463 Seiten, 224 Abb., 103 Tab.

geb. 89,00 €

ISBN 3-8047-1815-9

Das Buch wurde konzipiert um die chemischen und pharmakologischen

Grundlagen der Phytotherapie mit denen der pflanzlichen Homöopathika

kombiniert darzustellen. Im allgemeinen Teil werden die Grundlagen

der Phytotherapie und die Grundprinzipien der Homöopathie erläutert.

Hierbei werden auch die wichtigsten Stoffgruppen der Phytotherapie

beschrieben, so z.B. die Alkaloide, die Glykoside, die Saponine etc.. Im

speziellen Teil werden klinische Krankheitsgruppen mit den jeweils dazu

passenden pflanzlichen Arzneimitteln beschrieben. Hierbei werden die

Herz-Kreislauferkrankungen, die Atemwegserkrankungen, die Erkrankungen

der Verdauungsorgane, die Urogenitalerkrankungen, psychische

Erkrankungen, die Störungen des Nervensystems, rheumatische

Erkrankungen, Immunschäden, Tumorerkrankungen, Schwäche- und

Erschöpfungszustände, gynäkologische Erkrankungen, Kinderkrankheiten,

Hautverletzungen und Wunden, Hautkrankheiten, Augenerkrankungen

und die Phyto-Balneotherapie beschrieben. Bei den einzelnen

Erkrankungen werden die pflanzlichen Drogen mit ihrer Chemie und

Pharmakologie beschrieben und durch die pflanzlichen Homöopathika

kurz ergänzt. Es werden auch entsprechende Teerezepte gegeben. Die

Literatur wird zu jedem Kapitel gesondert aufgeführt, was ein schnelles

weiteres Orientieren durchaus erleichtert. Am Schluss des Buches finden

sich ein ausführliches Sach- und Präparateregister. Ein für jeden

Phytotherapeuten interessantes Buch, aber auch für den Homöopathen

geeignet, der über seine pflanzlichen Arzneistoffe etwas mehr wissen

will.


H. Marquardt / S.G. Schäfer

Lehrbuch der Toxikologie

Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

2. Aufl. 2003, Stuttgart

1391 Seiten

geb. 179,00 €

ISBN 3-8047-1777-2

Das Lehrbuch der Toxikologie gibt in sehr ausführlicher Weise einen

Überblick über die gesamte Toxikologie. Nach einer Einführung in die

Geschichte der Toxikologie und der allgemeinen Toxikologie und der

Organtoxizität ( über Blut, Niere, Leber etc. ) werden in der Speziellen

Toxikologie die Kohlenwasserstoffe, endokrine Modulatoren, Pflanzenschutzmittel,

Dioxine, aromatische Amine, die Nitroverbindungen, die

Metalle, die Gase, chemische Kampfstoffe, das Rauchen, Kosmetika,

Kunststoffe, Strahlungen, Naturstoffe und bakterielle Gifte besprochen.

Im Anschluß wird auf die toxikologische Analytik, die Arbeitsmedizin, die

Umwelttoxikologie, die Lebensmitteltoxikologie, die klinische Toxikologie

und eine Risikoabschätzung besprochen. Im Anhang finden sich Grenzwerte,

Richtwerte und Empfehlungen, die Vergiftungszentralen und ein

ausführliches Stichwortregister. Die Literatur wird in übersichtlicher Weise

am Ende jedes Kapitels einzeln dargestellt. Ein sehr hilfreiches Buch,

für jeden Toxikologen, aber auch für den an Toxikologie interessierten

Therapeuten und z.B. auch für die toxikologischen Aspekte der Homöopathie

und Phytotherapie geeignet.

F. Gaedcke / B. Steinhoff

Herbal Medicinal Products

Medpharm Scientific Publishers

1. Aufl. 2003, Stuttgart

177 Seiten, 48 Abb., 30 Tabellen

geb. 82,00 €

ISBN 3-88763-098-X

Nach einer Einführung in die Phytotherapie und die Besonderheiten der

pflanzlichen Drogen werden die Untersuchung und Qualitätskontrolle

dieser Drogen erläutert. Es werden das europäische Zulassungssystem,

die europäischen Arzneibücher, die WHO Programme zu traditionellen

Medizin und die WHO-Richtlinien beschrieben. Am Ende des Buches

finden sich die WHO Standarts für Monographien und die Aufzählung

der vorhandenen Monographien. Das Buch ist in englischer Sprache

erschienen.

F. Sauerhoff

Etymologisches Wörterbuch der Pflanzennamen

Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

1. Aufl. 2003, Stuttgart

779 Seiten

geb. 98,00 €

ISBN 3-8047-1899-X

Das Wörterbuch erläutert die wissenschaftlichen, deutschen, englischen

und französischen Namen der Pflanzen, besonders der Heilpflanzen. Es

werden mehr als 2300 Pflanzennamen beschrieben, wobei die Herkunft

des Namens, die lateinischen oder griechischen Wortstämme, die althochdeutschen

Formen und die Synonymnamen in den verschiedenen

anderen Sprachen. Am Ende des Buches finden sich ein Literaturverzeichnis,

ein Verzeichnis der botanischen Pflanzennamen und ein Verzeichnis

der deutschen Pflanzennamen. Das Buch ist für Botaniker und

Apotheker konzipiert, aber auch für den Heilpraktiker gut geeignet, wenn

es nach der Herkunft der Pflanzennamen fragt und forscht.

Th. Brendler / J. Grünwald / Chr. Jänicke ( Hrsg. )

Heilpflanzen

Medpharm Scientific Publishers

5. Aufl. 2003, Stuttgart

CD-ROM mit über 1500 farbigen Abbildungen

1 CD-ROM 77,00 €

ISBN 3-88763-102-1

Die CD-ROM enthält in deutscher und in englischer Sprache Informationen

über 1.100 Heilpflanzen mit mehr als 1.500 Farbphotos. Die CD

enthält in leicht bedienbarer Form die Informationen über die einzelnen

Heilpflanzen, synonyme, Botanik, die enthaltenen Drogen, die Arzneiwirkung,

Gefahren und Anwendungsbeispiele. Die einzelnen Pflanzen

sind jeweils mit Bildern zu finden. Die CD enthält den Inhalt der Kommission-E-Monographien

und die ICD10-Referenzen. Ein Glossar und eine

Stoffliste mit CAS-Klassifikation runden das Werk ab. Eine interessante

und hilfreiche CD, wobei für die Autoren- und Lehrernutzung leider die

Möglichkeit fehlt, Texte oder Bilder in ein Worddokument zu kopieren.

G. Paumgartner / G. Steinbeck ( Hrsg. )

Therapie innerer Krankheiten

Springer Verlag

10. Aufl. 2003, Berlin

1761 Seiten, 125 Abb., 425 Tabellen

geb. 149,95 €

ISBN 3-540-44357-6

Das Buch behandelt die gesamte innere Medizin, wobei die Erkrankungen

von Her und Gefäßen, Atmungsorganen, Niere, Verdauungsapparat,

Stoffwechsel, Endokrinum, Blut, Bewegungsapparat, Nervensystem und

die Infektionskrankheiten erörtert werden. Dabei jeweils die Grundlagen

der Krankheit, die klinischen Symptome und die Therapie behandelt

werden. Die einzelnen Kapitel haben ein eigenes Literaturverzeichnis.

Unter dem Aspekt der Therapie unter besonderen Umständen werden

die Prinzipien der klinischen Pharmakologie, die Besonderheiten der

Schwangerschaft und bei älteren Patienten erläutert. Im Anhang finden

sich Laborreferenzwerte, Normogramme zur Körperoberfläche, Opiatdosierungen,

die Adressen der Giftnotrufzentralen und die Tropenmedizinische

Institute. Den Abschluss des Buches bilden ein ausführliches

Sachverzeichnis und ein Medikamentenverzeichnis. Ein informatives

und vom enthaltenen Wissen wahrhaft „gewichtiges“ Buch von 3,6 Kg.

W. Auer

Die sanfte Wirbelsäulentherapie nach Dorn-Breuss

Kneipp Verlag

1. Aufl. 2003, Leoben

96 Seiten, viele farbige Abb.

kart. 14,90 €

ISBN 3-902191-18-X

Das Büchlein beschreibt mit vielen Bildern untertsütz die Heilungsansätze

der Wirbelsäulenbehandlung, die Rolle der Übersäuerung, die

Praxis der sanften Wirbelsäulentherapie, den Weg zum Ich. Zum Abschluss

des Buches gibt es dann noch ein Fallbeispiel. Das Buch ist als

Information für die Patienten gut geeignet, ein Therapeut benötigt aber

weitergehende Informationen.

S. Hahnemann

Krankenjournal DF 2

Haug Verlag

1. Aufl. 2003, Stuttgart

959 Seiten

geb. 99,00 €

ISBN 3-8304-7115-7

Das Buch ist die Übersetzung des französischen Krankenjournals von

Hahnemann aus den Jahren 1836 - 1842. Übertragen von Arnold Michalewski

und Herausgegeben von Robert Jütte vom Institut für Geschichte

der Medizin der Robert Bosch Stiftung ( Stuttgart ) ist das Buch jeweils

so aufgebaut, dass auf der linken Bildseite der französische Orginaltext

und auf der rechten Seite die deutsche Übersetzung. Das Buch ist für

Homöopathiehistoriker interessant und somit für Forschung und Bibliotheken

geeignet. Der praktische Nutzen für die Naturheilpraxis ist aber

begrenzt.

Fortsetzung auf Seite 24

BHN 1/04 19


20

ARZNEIBUCH

Das Arzneibuch ist ein amtliches Werk, welches vom Bundesministerium

für Gesundheit

und Soziale Sicherung herausgegeben wird. Die aktuell gültige Fassung

besteht aus dem :

Deutschen Arzneibuch 2003

Homöopathischen Arzneibuch 2003

Europäischen Arzneibuch 2002 einschl. 3. Nachtrag 2003

Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart

Govi Pharmazeutischer Verlag, Eschborn

Arzneibuch komplett ( Stand 2003 ) kostet 513,70 €

ISBN 3-7692-3414-6

Deutsches Arzneibuch 2003 ( DAB 2003 )

Deutscher Apotheker Verlag / Govi Verlag

510 Seiten, Loseblattsammlung in 1. Ringordner

Loseblattsammlung einschl. Erg.Lieferung 2003, Stuttgart

( 2 Ordner )

In dem Werk werden neben den allgemeinen Vorschriften des Arzneibuches,

die allgemeinen Methoden, die Reagenzien, die Verfahren

zur Herstellung homöopathischer Arzneimittel und die Arzneimittelmonographien

von A ( Abies alba ) bis Z ( Zinnober ) erläutert. In den

Arzneimittelmonographien werden jeweils die Herkunft des Mittels, die

Eigenschaften der Urtinktur, die Herstellungsvorschrift des Mittels, die

Indentitätsprüfung, die Reinheitsprüfung,

Homöopathisches Arzneibuch 2003 ( HAB 2003 )

Deutscher Apotheker Verlag / Govi Verlag

1684 Seiten, Loseblattsammlung in 2. Ringordndern

Loseblattsammlung einschl. Erg.Lieferung 2003, Stuttgart

( 2 Ordner )

In dem Werk werden neben den allgemeinen Vorschriften des Arzneibuches,

die allgemeinen Methoden, die Reagenzien, die Verfahren zur

Prüfung von Arzneimitteln und die Methoden der Pharmakognosie. Die

Arzneimittelmonographien von A ( Adenosinmonophosphat-Dinatrium-

Hydrat ) bis Z ( Zinksalbe ) werden erläutert. In den Arzneimittelmonographien

werden jeweils die Herkunft des Mittels, die Herstellung, die

Eigenschaften, die Prüfung auf Identität, die Prüfung auf Reinheit, Lagerungshinweise,

die Beschriftung und besondere Hinweise aufgeführt.

Den Abschluss des Buches bildet ein Sachregister.

Europäisches Arzneibuch 4. Ausgabe ( Ph. Eur. 4. )

Grundwerk 2002

Deutscher Apotheker Verlag / Govi Verlag

4345 Seiten in 2 Bänden

ISBN 3-7692-2947-9

1. Nachtrag 2002 ( Ph. Eur. 4.01 )

230 Seiten

ISBN 3-7692-3104-X ( Ergänzungslieferung 2003 )

2. Nachtrag 2003 ( Ph. Eur. 4.02 )

324 Seiten

ISBN 3-7692-3106-6 ( Ergänzungslieferung 2003 )

3. Nachtrag 2003 ( Ph. Eur. 4.03 )

426 Seiten ( plus 52 Seiten Gesamtregisterheft )

ISBN 3-7692- ( Ergänzungslieferung 2003 )

In dem Europäischen Arzneibuch werden im Band I des Grundwerkes

aus dem Jahr 2002 die allgemeinen Arzneibuchvorschriften, die Geräte,

die Methoden der Physik und Chemie, die Identitätsreaktionen, die

Grenzprüfungen, Methoden zur Gehaltsbestimmung, biologische Methoden,

die Methoden der Pharmakognosie und der pharmazeutischen

Technologie erläutert. Es finden sich Anforderungen an Behältnisse,

Reagenzien, Sterilität und mikrobiologische Qualität, an Impfstoffe

und die Reinheitsprüfung. Dann werden die Impfstoffe, Immunsera,

Radioaktive Arzneimittel, Nahtmaterialien für Menschen und Tiere sowie

Homöopathische Mittel beschrieben. Im Band II des Grundwerkes werden

von A ( Acamprosat-Calcium ) bis Z ( Zuclopenthixoldecanoat ) die

Monographien von Arzneistoffen behandelt. Dabei werden die chemische

Formel, die chemische Definition der Substanz, die Eigenschaften,

die Identitätsprüfung, die Reinheitsprüfung, die Gehaltsbestimmung, die

Lagerung und mögliche Verunreinigungen beschrieben. Im 1. Nachtrag

2002 werden einige Vorschriften zu Reagenzien und zur Tablettenherstellung

erläutert, einige Impfstoffe behandelt und eine Reihe von

Einzelstoffmonographien aufgeführt, die jeweils wieder von A bis Z

sortiert sind. Im 2. Nachtrag aus dem Jahr 2003 werden ebenfalls einige

methodische Erläuterungen behandelt, einige Impfstoff besprochen und

Einzelmonographien von A bis Z erläutert. Im 3. Nachtrag aus dem Jahr

2003 werden ……..

Das Gesamtwerk und seine Nachtträge 1 - 3 enthalten 495 Texte zur

Arzneimittelherstellung und Prüfung sowie

Insgesamt 1493 Einzelmonographien. Mit jedem Nachtrag erscheint ein

gebundenes Heft als Gesamtregister für das Gesamtwerk.

K. Hartke et al ( Hrsg. )

Arzneibuchkommentar

Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart

Govi Verlag, Eschborn

7684 Seiten, Loseblattsammlung in 8 Ordnern und 1 Registerheft

15. Ergänzungslieferung 2002, Stuttgart

Grudnwerk einschl. 15. Erg.lfg. 920,00 €

ISBN 3-8047-1876-0 ( Grudnwerk, einschl. 15. Erg.lfg. )

Das europäische und deutsche Arzneibuch wären ohne Kommentar

nur begrenzt nutzbar. Mit dem Arzneibuch-Kommentar erschließt sich

die Fülle des pharmazeutischen Wissens. Die bewährte Struktur der

Kommentartexte bereitet dem Pharmazeuten die eingeführten wie die

modernen Methoden, Arznei- und Hilfsstoffe auf.

Das Arzneibuch ist eine unentbehrliche Hilfe und ideale Ergänzung

zum amtlichen Text ist der Arzneibuch-Kommentar. 7 Bände enthalten

den Kommentar zum europäischen Arzneibuch ( Ph. Eur. ) und der

achte Band ist der Kommentar zum deutschen Arzneibuch ( DAB ).

Im Band I wird auf den allgemeinen Teil des europäischen Arzneibuch

erklärend eingegangen. Im Band II/1 bis II/6 werden die Monographien

von A bis Z wobei die Angaben im Arzneibuch deutlich erweitert

werden und vor allem auch die pharmakologischen Eigenschaften,

die Indikationen, Dosierung und die Nebenwirkungen der Arzneistoffe

erläutert werden. Der Kommentar zum Deutschen Arzneibuch erläutert

sowohl den allgemeinen Teil als auch die Monographien A-Z.

Der Kommentar zum Europäischen Arzneibuch ist auf dem Stand der

Ph.Eur.Nachtrag 2000. Geringfügige Änderungen in Arzneibuch-Texten

wurden in einer dem Vorwort anhängenden Tabelle zusammengefasst.

Der vollständig überarbeitete Kommentar zum Deutschen Arzneibuch

liegt in einem Ordner vor. Er spiegelt den Stand des DAB 2000 wieder.

E. Eberwein / G. Vogel

Arzneipflanzen in der Phytotherapie

Kooperation Phytopharmaka

1. Aufl. 1990, Bonn

Loseblattsammlung in 1. A4 Ordner

Einschl. 3. Nachlieferung 175,00 €

ISBN 3-929964-02-3 ( Grundwerk 1990 )

ISBN 3-929964-00-7 ( 1. Nachlieferung 1991 )

ISBN 3-929964-01-5 ( 2. Nachlieferung 1993 )

ISBN 3-929964-03-1 ( 3. Nachlieferung 1995 )

ISBN 3-929964-04-X ( Grundwerk und 3 Nachlieferungen )

Das Werk ist ein nach Indikationen gegliedertes Kompendium von

Arzneipflanzen basierend auf den Monographien der Kommission E

mit einer Darstellung von Kombinationsmöglichkeiten. Die Kooperation

Phytopharmaka als Herausgeber ist eine Kooperation der Verbände

BAH, BPI, VRH und der Gesellschaft für Phytotherapie. Es werden die

kompletten Monographien der Kommission E abgedruckt. Nach einer

allgemeinen Einführung werden die klinischen Gruppen des Buches unterteilt,

die Drogen in lateinisch und deutsch in einem Register unterteilt

und dann in einem klinischen Verzeichnis den einzelnen Indikationen

die jeweiligen Drogen zugeordnet. Im abschließenden Monographieteil

werden die Bekanntmachungen des BGA ( heute BfArM ) zu den Monographieveröffentlichungen

und die Monographien der Kommission

E aufgeführt. Das Werk gibt eine interessante und hilfreiche Übersicht

über die Zuordnung der einzelnen pflanzlichen Drogen zu den klinischen

Indikationen und ist aus diesem Grund auch hilfreich für die Naturheilpraxis.

Etwas befremdlich ist allerdings der altertümliche Druckcharakter

des Werkes und das die Monographien als Kopien aus dem Bundesanzeiger

vorliegen.


Kooperation Phytopharmaka ( Hrsg. )

Kinderdosierungen von Phytopharmaka

Kooperation Phytopharmaka

3. Aufl. 2002, Bonn

238 Seiten, viele Tabellen.

kart. 80,00 €

ISBN 3-929964-15-5

Das Buch beschreibt im 1. Teil Empfehlungen zur Anwendung und Dosierung

von Phytopharmaka, monographierten Arzneidrogen und ihren

Zubereitungen in der Pädiatrie. Dabei werden neben einigen grundsätzlichen

Bemerkungen 75 Arzneidrogen von bis beschrieben, wobei

jeweils die Indikationen laut Monographie, die Anwendungsbereiche in

der Pädiatrie, Nebenwirkungen, Risiken, Wechselwirkungen, Gegenanzeigen

und schließlich Dosierungsvorschläge mit Berechnungsgrundlagen

beschreiben werden. Im 2. Teil erden die Bereiche Erkältungskrankheiten,

Magen-Darm-Erkrankungen unter dem Aspekt der vorliegenden

empirischen Untersuchungen zu Kinderdosierungen besprochen und

mit vielen Tabellen und Statistiken erläutert.

Gerade im 1. Teil ein interessantes Buch für die pflanzenheilkundliche

Naturheilpraxis.

J. Benedum / D. Loew / H. Schilcher

Arzneipflanzen in der Traditionellen Medizin

Kooperation Phytopharmaka

3. Aufl. 2000, Bonn

380 Seiten

geb. 84,00 €

ISBN 3-929964-09-0

Das Buch beschreibt die traditionelle Phytotherapie indem nach einer

Übersicht über die Bedeutung von Phytopharmaka in Europa einzelne

Heilpflanzen vorgestellt werden. Dabei werden im 2. Kapitel medizinhistorisch

Fundstellen zu den Verwendungen der Pflanzen im Altertum

aufgeführt. Im 3. Kapitel wird die volksmedizinsiche Verwendung beschrieben,

wobei die Bestandteile der Arzneidroge, die Anwendungsgebiete

und die traditionelle Verwendung aufgeführt. Im 4. Kapitel findet

man eine Erörterung zur Andendung der Phytotherapie im Wandel der

Forschung. Zum Abschluss des Buches findet sich eine tabellarische

Synopse von Arzneipflanzen in Prophylaxe und Therapie sowie ein Personen

und Sachwortregister. Das Buch ist interessant, aber eine Zusammenfassung

der Kapitel 2 und 3 hätte den Nutzeffekt erhöhen können.

C.A. Speece / W. Crow / S. Simmons

Osteopathische Körpertechniken nach W.G. Sutherland

Hippokrates Verlag

1. Aufl. 2003, Stuttgart

170 Seiten, 110 Abb.

kart. 49,95 €

ISBN 3-8304-5266-7

Das Buch beschreibt die LAS, die Ligamentous Articular Strain, bei der

es sich um eine Behandlungsmöglichkeit und manipulative Technik der

Osteopathie handelt. Das Buch erläutert die Geschichte der Therapie,

die wissenschaftlichen Grundlagen der Behandlung, die allgemeinen

osteopathischen Techniken an den einzelnen Körperteilen beschrieben.

Dabei werden jeweils die anatomische Grundlage, die Indikationen,

die Haltung des Therapeuten und die Durchführung der Behandlung

beschrieben. Die Behandlung wird mit anschaulichen Abbildungen und

Schemazeichnungen plastisch unterstützt. Am Ende des Buches findet

sich ein Sachverzeichnis.

Das Buch ist eine didaktisch hilfreiche Darstellung der Osteopathie.

Th. Feichtinger / E. Mandl / S. Niedan-Feichtinger

Handbuch der Biochemie nach Dr. Schüßler

Haug Verlag

3. Aufl. 2003, Stuttgart

644 Seiten, 3 Abb., 28 Tabellen

geb. 69,95 €

ISBN 3-8304-7178-5

Nach einer Einführung in die Biochemie und die Bausteine der Gesundheit

aus der Sicht der Biochemie wird die Bedeutung der Mineralstoffe

in der Natur und im menschlichen Organismus geschildert. Auch die

Bedeutung des Mineralstoffmangels, die Dosierung und Einnahme der

Mineralstoffe und die äußere Anwendung wird beschrieben. Nach den

Anwendungsregeln der Schüßlersalze werden die einzelnen Schüßlermittel

mit Charakteristik, Wirkungsweise, Mangelzeichen, Aufgaben im

BHN 1/04

Körper und Anwendung erläutert. Den dritten Teil des Buches findet ein

Repertorium der Schüßlermittel. Im Anhang des Buches finden sich eine

Mineralstofftabelle, einige Hinweise zur Anwendung der Mineralsalze

bei Tieren, ein Kapitel zur Homöopathie und Hinweise zur Therapie mit

Blütenessenzen nach Dr. Bach, Kontaktadressen, ein Literaturverzeichnis

und ein Stichwortregister. Ein umfassendes und hilfreiches Buch.

S. Krieger

Infektiologie für Heilpraktiker

Sonntag Verlag

1. Aufl. 2003, Stuttgart

263 Seiten, 5 Abb.

Geb. 34,95 €

ISBN 3-8304-9039-9

Das Buch schildert zum Anfang die Grundlagen der Immunität und

Mikrobiologie. Es werden die Krankheitserreger mit ihren allgemeinen

Eigenschaften und den Grundsätzen der Infektionsbekämpfung

beschrieben. Im speziellen Teil werden die Krankheiten nach den §§

6, 7, 34 IFSG sowie die sexuell übertragbaren Infektionen und einige

weitere Infektionskrankheiten beschrieben. Dabei werden Definition der

Krankheit, das Vorkommen, der Erreger, die Inkubationszeit, Übertragung,

Nachweis, Symptomatik und Verlauf, Komplikationen, Differentialdiagnose,

Behandlung und Prophylaxe stichwortartig beschrieben. Am

Ende des Buches finden sich einige naturheilkundliche Möglichkeiten

der Infektionsnachsorge sowie 220 Multiple Choice Fragen zu den Infektionskrankheiten.

Am Ende des Buches finden sich ein Sach- und ein

Literaturregister. Das Buch ist übersichtlich und gut strukturiert.

K. Werthmann

Kuhmilch- und Eiweißallergien bei Kindern

Sonntag Verlag

1. Aufl. 2003, Stuttgart

248 Seiten, 12 Abb.

kart. 39,95 €

ISBN 3-8304-9055-0

Das Buch trägt dem Phänomen Rechnung, dass immer mehr Allergien

bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen auftreten. Das erläutert, was

Allergene und eine Allergie ist, beschreibt die Funktion des Darmes,

die Entstehung und Formen von Nahrungsmittelallergien, besonders

die Milch- und Hühnereiweißallergie. Es werden die Diagnosemöglichkeiten

der Allergien erläutert und verschiedene Therapiemöglichkeiten

beschrieben. Zum Abschluss des Buches finden sich eine Reihe von

Diätrezepten sowie ein Literatur- und Stichwortverzeichnis. Das Buch ist

eine interessante Übersicht über das Themengebiet, wobei man ja nicht

immer den Schlussfolgerungen des Autors folgen muss, als Anregungen

ist es aber ein wertvolles Buch.

C.R. Coulter

Skizzen homöopathischer Arzneimittel

Haug Verlag

1. Aufl. 2003, Stuttgart

190 Seiten

kart. 29,95 €

ISBN 3-8304-7140-8

Das Buch skizziert homöopathische Arzneimittel unter dem Aspekt von

Individualität und Archetypus. Es werden die homöopathischen Phophorus,

Calcium, Lycopodium, Sepia, Sulfur, Pulsatilla, Arsenicum album,

Lachesis, Silicea, Nux vomica, Natrium muriaticum und Thuja besprochen.

Es werden in der typischen Schreibweise von Catherine Coulter

das Wesen der homöopathischen Arznei, die Stofflichkeit, das Psychische

Wesen und der Charakter des Mittels beschrieben. In einer kurzen

Zusammenfassung kommen auch die bevorzugten Körpersymptome,

die Allgemeinsymptome, die Modalitäten und führende Geistessymptome

zu Wort. Am Ende des Buches finden sich kurz Literaturempfehlungen

und ein Personenverzeichnis. Ein interessantes und lehrreiches

Buch, weniger als Lektüre zur praktischen Arzneiwahl in der Behandlung

als vielmehr eine Urlaubslektüre, nicht zu schwer und gut zu verdauen.

21


H.L. Chitkara

Materia Medica der Geist- und Gemütssymptome

Haug Verlag

1. Aufl. 2003, Stuttgart

623 Seiten

geb. 89,95 €

ISBN 3-8304-7088-6

Das Buch beschreibt von A ( Abelmoschus ) bis Z ( Zizia aurea ) viele homöopathische

Arzneimittel, dabie werden bei jedem Arzneimittel Stichwortartig

die Geist- und Gemütssymptome aufgeführt. Diese Symptome

sind ebenfalls alphabetisch sortiert. Als Anhang finden sich ein Index der

Abkürzungen und Arzneinamen. Ein Literatur- und Sachregister fehlen.

Als Nachschlagewerk nach einzelnen Arzneimitteln ist das Buch durchaus

geeignet, aber es ist vom Aufbau her etwas trocken zu lesen. Für

Spezialisten von Symptomaufzählungen interessant, würde das Buch

mit einem Sachregister für die Praxis besser nutzbar, aber dann wäre es

ja auch schon ein Repertorium.

A. Lippe

Handbuch homöopathischer Charakteristika

Haug Verlag

1. Aufl. 2003, Stuttgart

852 Seiten

geb. 89,95 €

ISBN 3-8304-7129-7

Diese Materia Medica ist als Arzneimittellehre für die Praxis konzipiert

und beschreibt die homöopathischen Mittel von A ( Aconitum ) bis Z ( Zingiber

) aus der Sicht der amerikanischen Homöopathie. Der Autor starb

1888 in Philadelphia und das Buch ist eine Übersetzung dieses sehr

praxisorientierten Buches. Die Arzneimittelbilder werden nach Geist und

Gemüt und dann anhand der einzelnen Körperteile beschrieben, wobei

auch Allgemeinsymptome, Schlaf und Fieber sowie Modalitäten folgen.

Als Anhang finden sich ein kurzes Glossar und ein Literaturverzeichnis.

Das Buch ist eine für die Praxis gut geeignete, die Körpersymptome

verstärkt betonende Arzneimittellehre.

Löscher, W. et al

Pharmakotherapie bei Haus- und Nutztieren

Parey Verlag

6. Aufl. 2003, Berlin

540 Seiten, 13 Abb., 87 Tabellen

geb. 69,95 €

ISBN 3-8263-4014-6

Die 6. Auflage dieses Standartwerkes wurde grundlegend überarbeitet

und aktualisiert. Es werden neben den Grundbegriffen der Tierpharmakologie

und den arzneimittelrechtlichen Bestimmungen die gesamte

spezielle Pharmakologie der Haus- und Nutztiere geschildert. Dabei

werden die Arzneimittel des vegetativen Nervensystems, des zentralen

Nervensystems, der Entzündungsmediatoren, der Lokalanästhetika, der

herzwirksamen Pharmaka, der Kreislaufmittel, der Wasser und Elektrolyttherapie,

der Niere, des Uterus, des Atmungsapparates, der Lebererkrankungen,

des Magen-Darm-Traktes, die Desinfektionsmittel, der

Antibiotika, der Parasitenbekämpfung, der Behandlung von Pilzinfektionen,

der Tumorchemotherapie, von Vitaminen und Spurenelementen,

der Beeinflussung der Entzündung, die Therapie von Vergiftungen, die

Immuntherapeutika. Als Anhang finden sich Umrechnungstabellen z.B.

für Humandosierungen bei Tieren oder Tabellen für Geflügeltherapeutika.

Auch die Bereiche des Therapienotstandes, Notfallmedikamente und

die Erfassung unerwünschter Arzneimittelrisiken.

Eine Besonderheit dieses Buches sind Kapitel zur Homöopathie und

Phytotherapie. Als schulmedizinisch orientiertes Buch, werden beide

Formen der Naturheilkunde zwar erklärt, aber als ohne wissenschaftliche

Erklärung eingestuft. Das Buch ist eine exzellente und schnelle

Möglichkeit, sich über die allopathische Behandlung von Tieren zu

informieren.

22

Upledger, J.E.

SomatoEmotionale Praxis der CranioSacralen Therapie

Haug Verlag

2. Aufl. 2000, Heidelberg

232 Seiten, 51 Abb.

geb. 89,00 €

ISBN 3-8304-7069-X

Das Buch ist eine Übersetzung der amerikanischen Original „SomatoEmotional

Release“ und beschreibt die Entstehung des Konzeptes, das

Modell der „Energiezysten“, Übungen zur Integration der Vektoren, die

Anatomie von Mund, Gesichtsschädel und Hals, das therapeutische Gespräch,

die Emotionsbeziehung zu inneren Organen, die persönlichen

Erfahrungen mit der Bewusstseinserweiterung und das Channeling

beschrieben. Am Ende des Buches findet sich kurzes ein Stichwortverzeichnis.

Ein interessantes Buch, mit auch anatomisch sehr guten

Erklärungen.

Boxberg, E. / Rosenthal, F.

Selbstständig im Gesundheitswesen

Urban & Fischer Verlag

1. Aufl. 2002, München

Loseblattsammlung 1.016 Seiten

3. Ergänzung der Loseblattsammlung ( 2003 ) 24,95 €

ISBN 3-437-47090-6 ( Grundwerk )

ISBN 3-437-47093-0 ( 3. Erg. Lieferung )

Diese Loseblattsammlung beschreibt sehr ausführlich alle rechtlichen

und steuerlichen Aspekte von freiberuflichen Tätigkeiten im Gesundheitswesen,

wobei auch die rechtliche Situation des Heilpraktikers

dargestellt wird. Es wird die Organisation und Struktur des Gesundheitswesens,

die Existenzgründung, die Kassenabrechnung, die steuerrechtlichen

Grundlagen der Gesundheitsberufe, das Praxisrecht und

das Werberecht besprochen. Auch die Praxissicherung über Krankheits-

und Altersvorsorge und Berufsunfähigkeit werden behandelt. Ein Kapitel

behandelt Berufsordnungen und Gesetzestexte, wobei hier leider das

HPG, die DVO und auch die Berufsordnung für Heilpraktiker fehlen.

A. Schmidt ( Hrsg. )

Grundkurs in klassischer Homöopathie für Tierärzte

Sonntag Verlag

3. Aufl. 2003, Stuttgart

geb. 39,95 €

282 Seiten

ISBN 3-8304-9029-1

In diesem Buch werden von verschiedenen Autoren die Grundlagen der

Homöopathie für Tiere beschrieben. Es wird die Stellung und Geschichte

der Homöopathie, die Grundlagen der Homöopathie, Arzneimittellehren

und Repertorien, die homöopathische Gabenlehre, die Fallaufnahme,

die Wahl des Arzneimittels, die chronischen Krankheiten, die 2. Konsultation

und Behandlungshinweise beschrieben. Eine besondere Erweiterung

ist die homöopathische Behandlung von Verhaltensstörungen. Als

Anhang finden sich Weiterbildungsmöglichkeiten der Tierhomöopathie

und ein Sachverzeichnis. Einzelne Kapitel sind didaktisch sehr gut,

andere mäßig. Was an dem Buch allerdings fehlt ist eine einheitliche

Darstellung, es ist nicht aus einem Guss. Um verschiedene Richtungen

der homöopathischen Betrachtung kennen zu lernen ist es allerdings ein

hilfreiches Buch.

B. Reichert

Anatomie in vivo

Hippokrates Verlag

1. Aufl. 2003, Stuttgart

204 Seiten, 377 farbige Abb.

Geb. 49,95 €

ISBN 3-8304-5231-4

Das Buch beschreibt die Anatomie im Leben. Am Anfang findet sich

eine Einführung in die Knochenkanten und alle tastbaren anatomischen

Strukturen. Es werden dann im speziellen Teil die Schulterregion, die Ellbogenregion,

die Hand, die Hüft- und Leistenregion, das Kniegelenk und

der Fuß dargestellt. Es werden die palpierbaren anatomischen Strukturen

dargestellt, mit Schemazeichnungen und Bildern verdeutlicht, wobei

direkt auf dem Photo die Strukturen farbig aufgemalt sind. Am Ende des

Buches findet sich ein Sachverzeichnis. Ein exzellentes Buch, bzw. eine

exzellente anatomische Lernhilfe.


REZENSIONEN IMPRESSUM

Die Kunst zu heilen

Autoren:

Rosina Sonnenschmidt, Harald Knauss, Andreas Krüger

Verlag: Homöopathie und Symbol, Berlin

Jahr: 2003

Herausgeber: Martin Bomhardt

Es heißt, dass die Musik es war, die die Menschen in Ekstase, „in einen

Raum des Heraustretens aus dem Ego“, versetzen konnte und die nach

Friedrich Nietzsche die Geburt der Tragödie einleitete.

Die Kunst ist immer schon reserviert als Platz der inspirierten Spieler und

Gegenspieler. Und Heilung ist immer schon die Lösung der Konfl ikte, auf

der äußeren wie auf der inneren Bühne des Lebens.

„Die Kunst zu heilen“ führt den Leser in ein klassisches Drama

mit Prolog, fünf Akten und einer Drachen- Trance an Stelle eines

griechischen Satyrspiels.

Wovon dieses Stück handelt?

Vom Welttheater des individuellen und kollektiven Leids, Grundton jeder

guten Tragödie, schließlich von der Inspiration, dem Geistesblitz, der sich

in Sprache, Tönen, Klängen, Bildern, inkarniert und so zum heilenden

Impuls wird. Schließlich von Künstlern, die heilen. Schließlich und

endlich von Schulungswegen hin zur Konfl iktbewältigung und Lösung

des Unheils.

Akt für Akt, Szene für Szene, führt dieses kunstvolle Schulungsbuch

ein: in die „Kunst des Sich- Vergessens, die Kunst der Seelenreise, die

Kunst der Verwandlung, die Kunst der Magie und Zeichendeutung, die

ungewisse Kunst der mentalen Techniken“. Kurz, dieses Buch ist ein

geheimnisvoller Dreiklang von drei erfahrenen Heilern, ein kraftvolles

Mantram, das „Verborgene zu offenbaren“.

M.R.

art meets Hellinger

Der Weg zur Familienaufstellung des Künstlers Andrew Hart Adler

Marcus Angebauer

Verlag: M.Faste, Kassel 2003

Das Buch, mit einem Geleitwort von Bert Hellinger und einer einführenden

Darstellung in die familiensystemische Methodik Hellingers, von Dr.

Christian Münscher, am Anfang, beschreibt ausführlich und eindrucksvoll

den Weg des in Südfrankreich lebenden Künstlers zu einem Familienaufstellungswochenende

in Rott am Inn im Herbst 2001 und dessen Erleben

während der Aufstellungen. Andrew Hart Adler, einer deutschjüdischen

Emigrantenfalilie entsammend, gibt hier tiefste Einblicke in seine gesamte

Biografi e. Illustriert wird dies durch einige Fotos aus den verschiedenen

Lebensphasen des Künstlers. Der Künstler hat im Anschluß an seine

Aufstellungserfahrungen eine Bilderserie „family“ geschaffen. Diese ist

ebnfalls im Buch abgebildet und gewinnt durch die vorherige Erzählung

viel an Kraft und Bedeutung.

Ein angenehm entspannend zu lesendes und zugleich bewegendes

Buch, eine lohnende weiterführende Literatur zum Thema. Familienaufstellung

aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Es ist interessant im

Laufe der Lektüre mitzuerleben wie der Künstler seine Aufstellungserfahrung

aufnimmt, annimmt und verarbeitet und diese Erfahrung wieder,

anhand seiner Ausdrucksmöglichkeit als Maler, ins Außen bringt.

mfga

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März/Oktober

Aufl age: 2500 Exemplare

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Berlin-Brandenburg, andere Bundesländer

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BHN 1/04 23


Die Übung ist der Weg…sich selbst

einzuweihen

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NACHGEFRAGT

Zur Ikonografen- Ausbildung an der SHS

Interview mit Andreas Krüger

Von Marion Rausch

Frage:

Nach der Selbsterfahrung im Kurs „Ikonen der Seele“ und im

„Alexanderkreis“ soll es nun in einem Ausbildungsangebot deinerseits,

Andreas, um mehr als nur reine Selbsterfahrung gehen. Hat das Kind

schon einen Namen? Ich lese etwas über einen „Ausbildungskreis für

geistig- schamanistisches und mantrisches Heilen“. Ist das richtig?

Krüger:

Nein. Wir bieten zwei Ausbildungslinien an, außerhalb der

Tagesausbildung. Die erste Ausbildungslinie ist die zum „Ikonografen

der Seele“. Ikonen der Seele, ein Format von Aufstellungen, einfach

und gut beschrieben, zum Beispiel von JENS BRAMBACH in BHN

1-2003, hoch erfolgreich in der Praxis und leicht lernbar, hat sich mir

in die Seele gesungen, und ich will es auch anderen Menschen in die

Seele singen. Ich bin ja ein Mensch, der von seinen Träumen bewegt,

manchmal sogar beherrscht wird, und ich hatte Ostern 2002 einen

Traum, dass zu meinem 108. Geburtstag meine liebe Freundin und

Gefährtin, Petra Thiele, zu mir kam. Ich saß auf einer Veranda eines

weißen Farmhauses, das ich schon aus diversen Sterbetrancen kenne,

war trotz der 108 Jahre noch ziemlich fit. Und Petra kam und sagte zu

mir: „Onkel Hula, wir haben es geschafft. Durch die Ikonenarbeit war

heute der erste Tag seit Menschengedenken, an dem auf der ganzen

Welt Frieden war.“ Soweit der Traum.

Wenn es eine Frieden schaffende Arbeit gibt, dann ist es die Methode

der Aufstellung. Dass wir sie haben verdanken wir dem Luther der

Psychotherapie dieses Jahrhunderts, BERT HELLINGER. Dass ich sie

lernen durfte, verdanke ich meinem hochverehrten Lehrer, MATHIAS

VARGA VON KIBED.

Frage:

Was ist das „Frieden stiftende“ in der Aufstellungsarbeit der Ikonen?

Krüger:

In einem anderen Traum von mir sagte Ramana Maharshi zu Bert

Hellinger: „Sag es ihm, du lebst noch, er soll es weiter sagen: Frieden

und Freiheit entsteht nur, wenn alles genommen ist, im Innen und im

Außen.“ Das heißt, ich muss meine inneren Feinde nehmen, ich muss

meine äußeren Feinde nehmen. Ich muss nicht gut heißen, wie sie sind,

sondern, ich muss sie nehmen und ich muss sie ehren, selbst vielleicht

in ihrer nicht gut geheißenen Andersartigkeit. Und wenn alle Menschen

das tun würden, voneinander nehmen, was sie eigentlich ablehnen,

den Feind auch in seiner Feindlichkeit ehren, das heißt nicht, sich ihm

unterwerfen. Ehren und Unterwerfen sind zwei völlig verschiedene

Qualitäten.

Frage:

Sprich von einer solchen ehrenden Feindseligkeitsarbeit:

Krüger:

Ich habe eine Aufstellung geleitet, in der es bei einer griechischen

Familie darum geht, dass immer wieder dieser Konflikt mit den Türken

da ist.

Ich stellte die türkischen Männer auf, die griechischen Männer, die

türkischen Frauen und die griechischen auch. Und das Erste - und das

nahm schon 50% der ganzen Problematik an Energie raus - war, dass

sich die Krieger, der eine als Sieger, der andere als Verlierer, ehrten.

Und sie sagten einander: Ich ehre Dein Kriegertum. Und als ich dann

noch den Satz sagte: Es darf gewesen ein“, konnte dieser Satz ohne

Probleme auch genommen werden. Dann fragte ich die Frauen: „Wie

geht es euch? Und die türkischen Frauen sagten: „Ja, wir ehren unsere

Männer, weil sie gewonnen haben. Die griechischen Frauen sagten

aber: „Wir verachten unsere Männer, weil sie verloren haben.“

Es war für mich sehr deutlich, dass die Verachtung der griechischen

Frauen die griechischen Männer immer wieder in den Revanchismus

getrieben hatte, der zwar durch die Versöhnung mit den türkischen

Männern schon um 50% geheilt war, aber um ihre Seele (Ehre)

wieder zu erlangen, hatten die griechischen Männer immer wieder

das Problem, irgendwann Konstantinopel von den Türken befreien zu

müssen. Und erst, als sich die türkischen und die griechischen Frauen

voreinander stellten und sich gegenseitig ehrten, in ihrer Mutterschaft,

in ihrer Waisenschaft, was ihre gefallenen Söhne betraf, da tauten auch

die griechischen Frauen innerlich auf und sagten zu den Männern: “Wir

ehren euren Kampf und wir ehren euer Kriegertum, auch wenn die

Heimat verloren ging.“ Und dadurch verschwanden dann die restlichen

50% des Revanchismus.

Als Hellinger einmal gefragt wurde, was seine wichtigste Arbeit neben

dem Aufstellen sei, sagte er: Arbeit in der Kriegsgräberfürsorge. Das ist

die Ehrung der Krieger. Ich ehre unter Beibehaltung meiner Identität, ich

ehre unter Beibehaltung meiner Ehre. Ich nehme die Schuld an, trage

sie, und ich ehre den, dem ich einst Schuld habe angedeihen lassen.

Frage:

Aufstellungsarbeit soll also im Kurs angeboten werden. Für wen?

Krüger:

..für alle, die gerne möchten. Für Menschen, die aus unserer Schule

kommen, haben wir ja schon immer einmal monatlich die „Ikonen

der Seele“ als Selbsterfahrung. Wir haben außerdem an der Schule

unseren Arbeitskreis für geistiges Heilen, der integraler Bestandteil der

Ikonografenausbildung ist. Wir haben vier Mal im Jahr große Ikonenau

sbildungsseminare inklusive Selbsterfahrung und wir haben pro Kurs 7

mal 5 Stunden Tages- Ikonen.

Also für alle, die an unserer Schule sind, ist die Ausbildung 12- mal im

Jahr kostenlos, weil im Unterrichtspaket mit drin, der Heilerkreis, der

homöopathische Sonntag, ebenfalls.

Leute, die von draußen kommen, die müssen natürlich den

Tagesschulunterricht bezahlen, auch die anderen Tage. Und ihnen

wird nahe gelegt, zusätzlich noch den Kurs der prozessorientierten

Homöopathie zu besuchen, weil das Aufstellen von homöopathischen

Mitteln in einer sogenannten Mittelannäherungsreihe zum Wunder so

etwas wie integraler Bestandteil der Ikonenarbeit ist. Der Ikonograf sollte

schon mindestens auf prozessorientiertem Niveau unsere Homöopathie

kennen.

Frage:

Warum sollte jemand von außerhalb des Hauses dieses Paket, also die

„prozessorientierte Homöopathie“ und die Ausbildung zum „Ikonografen

der Seele“ kaufen? Welche heilenden Qualitäten besäße er dann?

Krüger:

Einmal, die Fähigkeit, Ikonen stellen zu können, von mir zertifiziert.

Zweitens die Selbsterfahrung, in höchstwahrscheinlich hundert Ikonen

gestanden zu haben und mindestens ein Dutzend Ikonen aufgestellt

zu haben. Drittens die Fähigkeit zur Einzelarbeit, weil man die Ikonen

auch auf Trance-Ebene stellen kann. Das ist zwar nicht ganz so kraftvoll

wie mit der Gruppe, nicht ganz so ausschweifend, also 10 Leute für die

Linie, noch drei für die Wunderaspekte, deshalb arbeite ich so gern mit

sehr großen Ausbildungsgruppen. Und der Ikonograf hat in drei Jahren

auch eine Grundausbildung im Schutz des Heilers erfahren. Etwas

ganz Zentrales, was im Augenblick meine Hauptprofession ist, nämlich

Heilern zu zeigen, wie sie nicht schwer krank werden. In den letzten zwei

Jahren sind zwei meiner engsten Freunde, beide hervorragende Heiler,

gestorben. Ich denke auch, weil sie sich zu wenig geschützt haben,

als Krebstherapeuten zumal. Unendlich viele Aufsteller werden krank.

Unsere große Lehrerin, ROSINA SONNENSCHMIDT, die langsam

schon Spezialistin ist für krank gewordene Therapeuten, weist uns

immer wieder darauf hin: Heilerschutz, Heilerschutz! Wir haben mehrere

CD`s zu diesem Thema rausgebracht: „Hilfloser Heiler“, „Alltägliches

Wunder“, eine neue CD von HANS WULF von USLAR. Also, der

Fokus liegt in diesen drei Ausbildungsjahren ganz stark auf dem sich

schützenden Heiler.

Und im Heilerkreis ist auch eine Einführung mit Seelenreisen,

Seelenbewegung, das, was man im weitesten Sinne schamanisch

nennt. Was wir aber, weil wir unsere eigenen Wurzeln ehren wollen und

nicht bei nordamerikanischen Indianern oder sibirischen Tschuktschen

Begriffe klauen wollen als GEISTIGES HEILEN, Seelenreisen und

Seelenbewegung bezeichnen. Wir sind keine Schamanen, weil wir auch

keine Lakota- Großmutter haben. Ich nenne mein Singen auch nicht

mehr mantrisches Singen, sondern heilsames Singen, weil ich dabei

eben auf meine eigene Sprachlichkeit, meine eigene Wurzelkraft Wert

lege.

PETER ORBAN sagt: „Warum soll dir irgendein Sioux-Indianer

bestätigen, dass du ein großer Schamane bist. Ich habe dich vor 20

Jahren in Seelenreisen initiiert, du hast 8000 Bücher über Seelenreisen


verkauft, es gibt Hunderte CDs vor Dir, wo du Hunderte von Menschen

auf die Reise schickst. Dir muss kein amerikanischer Indianer

zertifizieren, dass du das machen kannst.“

Frage:

Ikonen der Seele, Aufstellungsarbeit, um Frieden zu stiften in den

Seelen, vielleicht sogar - wie Dein Traum dich glauben macht - eines

Tages in der Welt: ein Mammutwerk, so will mir scheinen. Ich erlebe

dieses Werk als eine neue Stufe Deines Lehrens. Sehe ich das richtig?

Krüger:

Genau. Die prozessorientierte Homöopathie ist mir ein ganz liebes Kind,

sie wird es auch immer bleiben. Die Ikonenarbeit ist so etwas wie die

Geburt meines Herzens. Die schönsten Komplimente bekam ich betreffs

meiner Ikonen. Ich liebte schon immer Ikonen, die Heiligenbilder der

Orthodoxen in den Kirchen. Ich küsse Ikonen gerne, ich finde es herrlich,

dass man seinen Gott küssen kann. Wir dürfen die Ikonen bebeten, die

Ikonen sprechen zu uns, sie sind Fleisch gewordene Göttlichkeit. Ich

sage immer, mein Kinderherz ist orthodox. Mein innerer Krieger mag

Indianer sein. Mein medorrhinischer Fischhändler mag Hindu sein, mein

Trauriger, sich nach Gott Sehnender mag Jude sein, aber mein Kind

ist orthodox. Nichts lässt mein Herz weiter werden als die Gesänge

russisch- orthodoxer Mönche.

Die Ikone als heilendes Bild, als heilsamer bildschaffender Prozess ist

schon etwas, was meiner Seele total wichtig und nahe ist. Das schönste

Kompliment, das ich als Lehrer bekommen habe, war das Kompliment

eines griechischen Schülers, eines alten homöopathischen Arztes, für

den ich auch aufstellen konnte. Er sagte zu mir: „Andreas, du hast uns

die Tragödie heimgebracht.“

Frage:

Also die Schüler, oder schon fertige Heilpraktiker, oder Therapeuten

anderer Richtungen, können dann Komplimente wie Du sie bekamst,

sich holen, indem sie Frieden stiftende Seelenarbeit tun…

Krüger:

Genau. Es gibt ein halbes Dutzend Schüler von mir, die ich in

Ikonenarbeit ausgebildet habe. Die dieses Format praktizieren, bei

denen es genau so gut wirkt wie bei mir. Es gibt nur eins bei den Ikonen,

man muss es relativ klassisch nachmachen. Ikonen werden heute

gemalt wie vor tausend Jahren. Also man muss, wenn man Ikonen

macht, die Monopolisierung des Wunders beachten, man muss unsere

vier Schritte beachten: Ehrung, Rückgabe, Linie, Wunder. So ist es in

dem wunderbaren Artikel von Jens Brambach nachzulesen. Wer die

BHN nicht oder noch nicht bezieht, soll diesen Artikel im Büro der SHS

erfragen.

Ich habe ein einfaches Format für gottesfürchtige Menschen

geschaffen…

Frage:

Unterweisung ist also wichtig…

Krüger:

Unterweisung ist wichtig, Hingabe ist wichtig. Sich an diesem Format

zu erbauen und es nachmachen, ist wichtig! Änderungen sind immer

prozesshaft. Darum werden sich auch die Ikonen immer wieder ändern.

Aber wir testen zum Beispiel jegliche Änderung über das Wunder. Wir

behalten immer das absolute Monopol des Wunders, also das, was sich

der Klient wünscht, im Auge. Aber es kann auch sein, dass wir bei einer

Aufstellung trommeln sollen. Wenn das Wunder als wichtigste Größe

im Aufstellungsfeld, sagt, dass das Trommeln mir gut tut, dann wird

getrommelt. Wir können auch testen, ob wir Krafttiere mit aufstellen

sollen.

Frage:

Wir sind jetzt, um dem Ganzen eine Ordnung zu geben, bei der sich im

BILD der Ikone zeigenden Verwandlung und bei der Annäherung an das

Wunder angekommen.

Ein anderes Moment von heilender Energie hat mich sehr angerührt,

nämlich dieses heilsame Singen. Warum gerade Singen als heilsames

Prinzip?

Krüger:

Vor Jahren habe ich in einer Trance den Namen bekommen: Singt für

die Kranken. Ich war schon immer ein großer Sänger. Ich habe auch

viele, viele Jahre Gesangsausbildung gemacht als Schüler von MONA

GLÖCKLER, nach ANNA LANGBECK - dabei öffnet man den Körper.

Sicherlich habe ich auch etwas laut und etwas falsch gesungen, was

meiner Familie auch oft etwas peinlich war…

BHN 1/04

Frage:…nach meinem Anhören Deiner Alexanderkreisgesänge singst

du inzwischen fast opernreif…

Krüger:

Das freut mich sehr.

Ich habe vor drei Jahren eine Vision gehabt, dass ich für meinen

Schwiegervater, der damals sehr krank war, das Gayatrimantram singen

sollte, um ihm zu helfen gesund zu werden. In dieser Vision sprach die

große deutsche Heilige, THERESA von KONNERSREUTH, zu mir und

empfahl mir ein hinduistisches Mantram. Ich liebe dieses Mantram sehr

und habe inzwischen viele, viele Mantren von meiner hochverehrten

Kollegin ASTRID MICHELS dazu lernen dürfen. Ich singe meine

Patienten an. Ich singe neuerdings sogar in der Aufstellung, wenn ein

Wunder sagt, es tut ihm gut. Ich singe während meines meditativen

Laufens, ich singe, ich singe, ich singe. Inzwischen singen meine

Schüler. Ich singe archaische Krafttiergesänge, Kriegsgesänge, heilige

Gesänge. Ich singe. Das Singen als heilende Ausübung würde ich als

meine primäre Heilkraft sehen.

Frage:

Singen und Bewegen als heilende Übungen: es gibt Leute, die haben

sich damit wissenschaftlich auseinandergesetzt und dabei betont, dass

die Schaukelbewegung, das Drehen um sich selbst, das Rhythmische,

von Trommel und Gesang unterstützt, dabei in eine Art Trance, in einen

anderen Bewusstseinszustand zu gehen, wichtige Übungen sind.

Ich habe Dich kennen gelernt als einen Zauberer der Trance. Trance

also schließt offensichtlich Singen und bewegenden Rhythmus UND

Ikonen, also BILDER mit ein? Ist denn nun dieser entrückte Zustand,

der mich in andere Bewusstheiten führt, der Königsweg zu heilender

Energie?

Krüger:

Ich denke, wenn die Griechen das, was ich mache, die Wiederkehr der

Tragödie nennen, dann hatte offensichtlich die Tragödie alles. (Es gibt

von Friedrich Nietzsche den Aufsatz „Die Geburt der Tragödie aus dem

Geiste der Musik“, in dem eine Literaturwissenschaftlerin auch eine

Verbindung zu meinen Gesängen erblickt haben will)

Die antike Tragödie wurde gesungen, singende Chöre. In der Tragödie

schauen die Heiligen auf uns, sie inkarnieren sich auf der Bühne. Das

attische Theater war ein Heiltheater.

Und ich denke, dass das Thema Trancearbeit in den letzten Jahren

auch durch meine eigene Erfahrung, auch durch mein eigenes

Gesundwerden, durch mein geistheilendes Singen, eine Erweiterung

und Vertiefung erfahren hat. Und durch dieses eigene magische

Damaskus habe ich jetzt auch angefangen, ob in Praxis oder in der

Ikonenarbeit, mir mehr Raum dafür zu

geben.

Frage:

Um es zusammenzufassen, dieses Singen, Stampfen, Trampeln,

Wiegen, Schaukeln, Trommeln, Beten, Meditieren, Trancen, diese

Sehnsucht nach Versenkung- ein Menschheitsbedürfnis- wird also

therapeutisch genutzt?

Krüger:

Ja. Und, was ja im Grunde auch beim alten Schamanismus immer ganz

tief war und was ja auch in unserer Ikonenarbeit mit das Wichtigste ist,

was es überhaupt gibt: wir holen uns die Kraft aus der nichtalltäglichen

Wirklichkeit. Wir holen uns die Kraft von unseren guten Geistern, von

unseren Krafttieren, von unseren Ahnen, von unseren Engeln, von

unseren Toten. Wir als Therapeuten stehen vor der Ikone, die uns

ein Tor zur nicht alltäglichen Wirklichkeit öffnet. Der Ikonograf, der

seelenreisende, der merlineske Mensch, wie HERBERT FRITSCHE

ihn nennt, oder wie RHANA sagt: „der Mensch der Zukunft wird ein

mystischer sein oder er wird nichts sein“, oder wie ich sage: „der

Mensch der Zukunft wird ein magischer sein oder er wird nichts sein“,

dieser Ikonograf arbeitet durch das Tor zur nicht alltäglichen Wirklichkeit,

durch die Ikonia, durch das heilende Bild. Und durch dieses Bild fließen

Kräfte auf uns, die wir aus der Ikonenarbeit kennen, die wir aus der

Homöopathie kennen, die nichts anderes sind als Gnadenarbeit.

Und der Ikonograf weiß um diese nicht alltäglichen Kräfte, die in seine

Arbeit hinein fließen. Und er versucht ein Sensitiver, ein Fühlender für

diese Kräfte zu werden. Mit Hilfe von so wunderbaren Lehrern wie

ROSINA SONNENSCHMIDT und HARALD KNAUSS tun wir das auch

in einem geschützten Rahmen, ohne gleich von einer Psychose bedroht

zu werden, ohne bedroht zu werden von irgendwelchen Besetzungen,

ohne den Krebs unserer Patienten kriegen zu müssen. Mit viel Schutz

das Ganze zu erarbeiten, mit seriösem Tun und mit den Millionen

Legionen, die vor uns geheilt und gewirkt haben.

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Frage:

Mit welchen Techniken auch immer, Andreas, Singen, Trommeln, Tanzen,

Meditieren, Bilder sich zu eigen zu machen, es geht also um Kraftzuwachs und die

Suche nach den Kraftquellen?

Krüger:

…es geht um die Heiligen, die durch uns wirken. Der Ikonograf ist ein Medium für

diese Heiligen, dieses Heilende, ob es ein singender Indianer, ein schuckelnder

Rebbe, ein tanzender Shiva oder ein Britzer Bauer ist, oder ein Engel. Wir sind

Künder dieser nicht alltäglichen Wirklichkeit. Wir sind Arbeiter mit diesen Kräften der

nicht alltäglichen Wirklichkeit.

Frage:

Schulung und Unterweisung zum Zwecke der Heilung anderer geht weit über

reine Selbsterfahrung hinaus. Du sprachst bereits vom Schutz des Heilers. Mir will

scheinen, das diese Unterweisung auch viel, viel Disziplin und Selbstverantwortung

benötigt oder?

Krüger:

Ich habe vor vielen Jahren einen Traum gehabt, der lautete: „Das einzig

Verwandelnde ist regelmäßiges Üben.“ Ein paar Wochen später hatte ich den

zweiten Traum zu diesem Thema, den ich auch ganz weit weg geschoben habe,

obwohl ich sonst immer auf meine Träume höre. Dieser lautete etwa so: Das einzig

Verwandelnde entsteht durch Verwandlungsenergie, und die entsteht, wenn ich

etwas tue, was ich eigentlich nicht will.

Ich habe mich 49 Jahre lang um diese Sätze herum gedrückt. Ich habe ganz viel

Therapie gemacht, ich habe gesungen, habe mich trancen lassen. Ich bin der sicher

am meisten massierte Mensch, den ich kenne. Ich kenne niemanden, der mehr

Neuraltherapiespritzen bekommen hat als ich. Ich glaube, ich bin der quantitativ

höchst therapierte Mensch, den ich kenne. Und trotzdem, der entscheidende Schritt,

der auch mich in meiner letzten schweren Krise in seiner ganzen Tiefe verwandelt

hat, war, dass ich irgendwann, als ich nicht mehr weiter konnte, also mich die Geißel

Gottes lange genug gehauen hatte, anfing zu laufen, anfing beim Laufen zu singen.

Und zwei Tage nachdem ich lief, war meine Krankheit überstanden, waren alle

Dysästhesien verschwunden. Ich konnte endlich wieder schlafen, und nebenbei

habe ich auch mein Gewichtsproblem gelöst. Und dadurch, dass ich selbst ein

Übender geworden bin, kann ich jetzt auch meinen Patienten helfen, Übende zu

werden.

Frage:

Die Auszubildenden üben das Üben, um ihre Kranken in die Übung zu bringen. Das

also ist der Kern der Ausbildung. Dennoch Andreas, ich höre da eher so etwas wie

Einweihung. Ist denn die wahre Einweihung die Übung?

Krüger:

Die Übung ist der Weg des Einzuweihenden, sich selbst einzuweihen. Wir als

Lehrer können nur sehr partiell einweihen. Einweihung findet. Einweihung ergreift.

Einweihung wirft! Die einweihenden Kräfte geißeln uns so lange, bis wir genügend

gestöhnt und genügend geschrieen haben, dass irgendwann einmal Einweihung

genug ist. Einweihung ist etwas, das mich ergreift. Ich kann Einweihung nicht

ergreifen. Das Üben scheint etwas zu sein, das unser kleines ICH mürbe macht.

Was den Tempel Gottes, wie manche ja unseren Körper nennen, bereit macht, ihn

auch auf eine gewisse Art und Weise stählt, vom Feuer der Einweihung ergriffen

zu werden - nur starke Körper halten dieses „Eingeweihtwerden“ aus, schwache

Körper verbrennen in diesem Feuer der Einweihung - ist, denke ich, das Üben,

auch das physische Üben. Zumindest ist die Übung eine Grundvoraussetzung, um

Einweihung zu überleben.

Frage:

Da fallen mir die Einweihungsrituale unserer Märchen ein…

Krüger:

…ohne Frage!

Im Gespräch mit Andreas Krüger war Marion Rausch

26


BACHBLÜTEN

DIE BACH - BLÜTEN - THERAPIE

ALS WEG ZU SANFTER SEELISCHER

HEILUNG

Blüten-Essenzen sind heilende Energien, die uns mit den Schwingungen unseres höheren Selbst wieder in Einklang bringen. In neuerer Zeit haben

sie ihren entstehungsgeschichtlichen Ursprung im Wirken des britischen Arztes und Homöopathen Dr. Edward Bach (1886 - 1936). Bach entdeckte in

seinen letzten Lebensjahren nach 1930 auf ausgedehnten Wanderungen durch die Natur von Wales und durch seine intuitive Spürkraft jene 38 Blüten,

die wir heute als Bach-Blüten kennen. Nachdem er sich lange mit herkömmlicher Medizin und später sehr intensiv mit der klassischen Homöopathie

Samuel Hahnemanns beschäftigt hatte, gelangte Bach zu der Üšberzeugung, daß die heutige Medizin nur Symptome kuriert und den wahren Ursprung

der Krankheiten nicht erkennt: „Krankheit wird sich mit den derzeitigen materialistischen Methoden nie heilen oder ausrotten lassen, aus dem einfachen

Grunde, weil Krankheit nicht materiellen Ursprungs ist. Was wir als Krankheit kennen, ist letztlich im Körper als Endprodukt des Wirkens tiefer

und anhaltender Kä“fte entstanden ... Krankheit ist ihrem Wesen nach das Ergebnis eines Konfliktes zwischen Seele und Gemüt“. Denn: „Solange

Harmonie herrscht zwischen unserer Seele und unserer Persönlichkeit, erleben wir Freude und Frieden, Glück und Gesundheit. Wenn aber unsere

Persönlichkeit von dem Pfad abgebracht wird, den die Seele dargelegt hat ..., entsteht ein Konflikt. Dieser Konflikt ist die Wurzel

von Krankheit und Unglück“ (Bach: Heile Dich selbst, S. 5 und 12).

Dabei ging Bach davon aus, daß es negative Seelenkonzepte sind, die den Menschen an der uneingeschränkten Entfaltung seiner tiefen seelischen

Impulse hindern. Der mangelnde Einklang des Menschen mit seiner wahren Natur schafft 7 Zustände negativer emotionaler Befindlichkeit:

Ängste, Minderwertigkeitsgefühle, Melancholie, Stolz, Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, Pessimismus.

„Die eigentlichen Grundkrankheiten des Menschen sind Fehler wie Stolz, Grausamkeit, Haß, Eigenliebe, Unwissenheit, Unsicherheit und Habgier“

(Heile Dich selbst, S. 16).

Sie sind es, die zu den erwähnten seelischen Zuständen und in der Folge auch zu körperlichen Krankheiten führen. „Jeder Mensch besitzt ja eine

individuelle psychische Struktur, die sein Fühlen, Denken und Handeln bestimmt. Sie kann sich harmonisch entwickeln oder disharmonisch entarten

und dabei psycho-somatische Störungen beziehungsweise Krankheit hervorrufen. Diese zu beseitigen ist die Stärke der Bach-Blüten- Therapie. Sie

kann den seelisch „verborgenen“, aus dem innersten Gleichgewicht geworfenen Menschen wieder normalisieren und ihn auch von seinen - psychisch

bedingten - körperlichen Beschwerden befreien“ (Götz Blome, Das neue Bach-Blüten-Buch, S. 11).

Die Bach-Blüten, die Edward Bach als „Pflanzen höherer Ordnung“ auswählte, wirken energetisch auf tiefe unbewußte Ebenen und geistige Schichten.

In jeder dieser Blüten wird ein Seelenkonzept in einer bestimmten Schwingungsfrequenz verkörpert.

Dieses tritt in Resonanz zu Seelenkonzept und energetischer Frequenz des Menschen. Durch die energetische Ähnlichkeit wer-den unterbrochene

seelische Wachstums-Kreisläufe wieder geschlossen. In diesem Zusammenhang helfen Blüten-Essenzen, innere Disharmonien in ein gesundes

seelisches Gleichgewicht zu bringen. Damit kann wieder Zugang zu den eigentlichen tiefen Potentialen gefunden und ihre Entfaltung gefördert werden.

In diesem Rahmen setzen Bach-Blüten innere Entwicklungsprozesse der emotionalen Selbst-Organisation und Wiederfindung des eigentlichen

seelischen Ursprunges in Gang. „Sie heilen nicht dadurch, daß sie die Krankheiten direkt angreifen, sondern dadurch, daß sie unseren Körper mit den

schönen Schwingungen unseres Höheren Selbst durchfluten, in deren Gegenwart die Krankheit hinwegschmilzt wie Schnee an der Sonne. Es gibt

keine echte Heilung ohne eine Veränderung in der Lebenseinstellung, des Seelenfriedens und des inneren Glücksgefühls“ (Bach: Blumen, die die Seele

heilen).

Bach teilte die Blüten-Essenzen in 7 Gruppen ein, entsprechend ihrer Wirkung auf folgende Gefühls-Zustände:

Angst, Unsicherheit, ungenügendes Interesse an der Gegenwart, Einsamkeit, Überempfindlichkeit gegenüber Einflüssen und Ideen, Mutlosigkeit und

Verzweiflung, Übermäßige Besorgnis um das Wohl anderer

Bei den Angst-Blüten wirkt z.B. Mimulus bei Menschen, die ängstlich, schreckhaft und sensibel sind, Angst vor unbekannten Situationen haben. Diese

werden sehr konkret vorgestellt (z.B. Prüfungs-Angst, Angst vor Konflikten mit dem Partner). Erwartete negative Folgen halten vom Angehen von

Lebens-Situationen ab. Aspen kann bei unbestimmten Ängsten (z.B. vor Dunkelheit, in der Menschenmenge, bei lauten Schritten hinter mir) und vagen

Vorahnungen vorgestellter negativer Ereignisse helfen, und Rock Rose ist die Panik- und Schreck-Blüte, die bei plötzlich eintretenden seelischen

Schock-Zuständen, verbunden mit großem Erschrecken, ihre Wirkung entfaltet.

Weiter sprechen Bach-Blüten zahlreiche seelische Zustände wie nicht Nein sagen können und mangelnde Abgrenzungsfähigkeit, mangelndes

Selbstvertrauen, negative Gedanken, Mutlosigkeit, Entscheidungs-Schwierigkeiten,

fehlende Ziele oder übersorgliches Engagement für andere Menschen an.

Dr. phil. Reinhard Müller HP

Beachten Sie hierzu bitte auch die Infos zum Arbeitskreis „Bach-Blütentherapie“ auf Seite 42.

BHN 1/04

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