Genuss Sucht Magazin Édition Été 2015

genusssucht

Die erste köstliche Sommerausgabe des GenussSucht Magazins - mit französisch inspirierten Erfrischungen, Rezepten und Genussgedanken.

Genuss

Sucht

Magazin für alle Sinne.

Édition Été 2015

LE BONHEUR DE L‘ÉTÉ

Erfrischendes Sommerglück für heiße Tage


Bienvenue,

liebe Genusssüchtige, Gourmands, Gourmets

und Frankreichliebhaber, zur ersten Ausgabe

des GenussSucht Magazins.

Es war die erste Hitzewelle dieses Jahres, hier

in Frankreich „Canicule“ genannt, die mich

dazu antrieb dieses Magazin endlich auf die

Beine zu stellen. Lange schon schwirrte das

Vorhaben im Kopf, viel zu lange.

Als im Juni die reifsten und betörend duftenden

Früchte und Gemüse Frankreichs

auf die Wochenmärkte der Champagne kamen

und, wie bei jedem Saisonwechsel, mein Herz

und alle Sinne eroberten, war auch meine Idee

endlich reif genug um realisiert zu werden.

Ich verlor mein Herz abermalig an die Vielfalt

der Farben, Formen, Gerüche und Aromen.

Es gibt kaum etwas Faszinierenderes, als sich

in eine neue Jahreszeit einzufühlen und sie

Tag um Tag mit allen Sinnen zu genießen.

Es wundert mich nicht, dass es letztendlich

der Sommer mit seinem reichen und überschwenglichen

Angebot wurde, der diesem

Magazin endlich einen Pulsschlag verlieh. Zu

üppig ist sein Facettenreichtum, zu vereinnahmend

seine Aromenmacht.

Was das Flirren der heißen Tage mit meinen

Genussgedanken anstellt, erfahrt ihr

in dieser ersten Ausgabe des GenussSucht

Magazins. Ich habe es ganz und gar meinen

Lieblingsfrüchten des Moments gewidmet:

süßen Kirschen, wie sie sonst

meist erst der Spätsommer bringt, saftigen

Nektarinen, aromatischen weißen Pfirsichen,

erfrischenden Melonen und herrlichen rotwangigen,

sommersprossigen Aprikosen.

Lasst euch inspirieren vom Sommerglück, anstecken

von der Lebenslust à la française und

erfrischt euch mit köstlichen Rezepten auf

genussvolle Art durch die heißen Tage hindurch.

Ich bin gespannt, wie euch das Magazin gefällt

und freue mich über jede noch so kleine

Rückmeldung, Anregung oder neue Denkanstöße.

À bientôt, mes amis,

habt einen tollen

Sommer!

Stefanie

Kurz über mich:

Mein kulinarisches Herz brachte mich nach

vielen Jahren des genüsslich frankophilen

Daseins nach Frankreich, mitten ins Herz

der Champagne. Von hier aus schreibe ich

über alles, was ich an Genusskultur, Aromen

und Produkten des Landes so sehr schätze,

dass es mich einfach nicht mehr loslässt.

Genuss

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Les Cerises

Süß und saftig

In jeder Kirsche steckt eine eigene Kindheits-erinnerung,

so frisch als sei es gerade gestern gewesen

als ich es erlebte. Ich sitze unter dem Kirschbaum

meiner Großeltern, groß ist er und dominiert den

Garten. Sein Schatten kühlt herrlich. Wenn ich

den Nacken ganz weit nach hinten recke bis ich

fast umzufallen drohe, dann sehe ich weit oben

die knallroten Kirschen leuchten.

Viel zu lange habe ich bereits hinauf geblickt, der

Nacken schmerzt längst ein bisschen. Ich beobachte

diese verheißungsvollen Früchte, an die ich

ohne Hilfe nicht heranrage. Also sitze ich unter

ihnen und träume davon, dass bald der Tag aller

Tage sein wird: Kirschernte.

Ich versuchte bereits zu naschen, als sie noch sauer

und hart waren – ein freudloses Erlebnis – aber

nun, da die Äste sich immer weiter der Erde entgegen

biegen, hoffe ich inständig, dass es bald so

weit ist und ich die zuckrigen Kirschen essen darf.

Ab und an pflückt Großvater eine Handv oll um

zu schauen ob sie reif sind. Ich finde ja, er sagt

nein. „Sie brauchen noch ein paar Tage.“ Ach Opa.

Als der Tag kommt und die ganze Familie zur Hilfe

antritt, wird endlich die lange hölzerne Leiter

an den Baum gelehnt. Mein Bruder klettert voran,

ich in schützender Gefolgschaft von Großvater

hinterher. Hinein in die Baumwipfel um den

süßen Reichtum zu ernten bevor die Überreife

sie von den erschöpften Ästen fallen lassen kann.

Oder die Vögel sie stehlen. Ich kann sie gut verstehen,

diese Vögel, und habe ein bisschen Mitleid.

Beim Pflücken verschwindet trotzdem fast jede

zweite in meinem Mund. Zu verlockend glänzt

ihr praller Körper, viel zu mysteriös leuchtet die

tiefe schwarzrote Farbe. Die Früchte sind saftig,

ihr Wesen intensiv süß, ihr Herz unerbittlich steinig.

Wunderbarer Kirschtaumel breitet sich in

mir aus. Für die Vögel bleibt leider nichts hängen.

Viele Ernteeimer später folgt striktes Trinkverbot.

Obwohl ich nun so fürchterlich durstig bin. „Das

gibt Bauchschmerzen“ behauptet Oma. Natürlich

glaube ich es nicht, wie jedes Jahr. Eine Stunde

später habe ich plötzlich seltsames Gluckern im

Bauch. Kirschernteprickeln, gemischt mit Unwohlsein.

Heimlich habe ich zwei große Gläser

Mineralwasser geschlürft als niemand hinsah.

Es sind genau diese Szenen, die ich jeden Sommer

wieder in Gedanken durchlebe, wenn hochreife

Kirsche die Märkte zieren. Das große Verlangen,

eine Tüte dieser süßen Früchte nach Hause zu tragen,

steigert sich dann von Woche zu Woche, bis

die Kirschen so verlockend dunkel und geheimnisvoll

leuchten, wie sie es ausschließlich bei Vollreife

tun. Vorher lasse ich mich nicht verführen.

Unreife Geschmacksspektakel ertrage ich nicht.

Am liebsten mache ich davon Clafoutis. Immer

wieder, den ganzen Sommer hindurch. Saftige

Kirschen umgeben von cremigem Flan, mittendrin

die Kerne, die zum langsamen Genuss anhalten.

Aber auch Kirschkonfitüre gehört zum

Pflichtprogramm. Sie ist so gut, dass ich niemals

und nirgendwo anders Kirschkonfitüre esse oder

kaufe. Gute Dinge muss man bewahren. Ebenso

wie zugehörige Rituale. Bis heute trinke ich nach

zu frischen Kirschen am liebsten ein großes Glas

Mineralwasser. Ganz allein für das herrlich unvernünftige

Kirschernteprickeln im Bauch.

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Confiture de Cerises au Romarin

Zutaten für ca. 5 Gläser à 200 ml

1 Kilo reife Kirschen, entsteint

15 g Apfelpektin

500 g Rohrohrzucker

Abrieb von 1/2 Zitrone

Saft von 1 Zitrone

2 dichte Rosmarinzweige

Material

Sterilisierte Marmeladengläser mit Deckel

Metalltrichter oder Saucenkelle

Zubereitung

Kirschen mit dem Zucker verrühren und

mindestens 2 - 3 Stunden, besser über Nacht,

ziehen lassen.

Die Hälfte der Kirschen im Mixer pürieren

und mit der anderen Hälfte in einen schweren

Topf mit möglichst dickem Boden geben

(Kupfertöpfe oder Gusseisenbräter eignen

sich hervorragend).

Pektin, Zitronensaft und Zitronenabrieb zu

den Kirschen hinzufügen und aufkochen.

Sobald die Masse sprudelnd kocht die ganzen

Rosmarinzweige hinzufügen unter gelegentlichem

Rühren kochen lassen. Dabei

den eventuell entstehenden Schaum mit

einem Löffel entfernen.

Nach ca. 15 Minuten eine erste Gelierprobe

machen. Dazu einen Löffel der Flüssigkeit auf

einen kalten Teller träufeln und kurz abwarten,

ob die Textur der Konfitüre abgekühlt

der gewünschten Konsistenz entspricht.

Ist sie noch zu flüssig einfach noch etwas

weiterkochen und weitere Proben machen

bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Am Ende der Kochzeit die Rosmarinzweige

vorsichtig mit einer Gabel aus der Flüssigkeit

entfernen und die Konfitüre mit Hilfe eines

Metalltrichters oder einer Saucenkelle in die

sterilisierten Gläser füllen. Sofort fest verschrauben

und auf den Kopf stellen bis sie

ausgekühlt sind.

VARIATIONEN

Für eine feine Streichkonfitüre können

auch alle Kirschen püriert werden

oder für eine stückigere Variante alle

Kirschen halbiert und gekocht werden

(dann wird allerdings die Konfiture

zwischen den Stücken flüssiger).

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Clafoutis

au Thym Citron

Zutaten für 4 bis 6 Portionen

500 g reife, süße Kirschen

75 g Zucker

25 g Vanillezucker (am besten hausgemacht)

3 Eier (Größe M)

2 Prisen Salz

60 g Mehl Type 405

4 Stengel Zitronenthymian

500 ml Milch

2 EL Butter zum Ausfetten

etwas Puderzucker zum Überstäuben

Zubereitung

Kirschen waschen und die Stiele abzupfen. Die Milch

aufkochen, Vanillezucker und Zitronenthymianstiele

beifügen und mindestens 15 Minuten abkühlen lassen.

Eier in eine Schüssel aufschlagen, Zucker und Salz hinzugeben

und mit einem Handrührer oder einer Küchenmaschine rühren bis

eine helle Creme daraus entsteht. Thymianstiele aus der Milch entfernen.

Das Mehl sieben und in kleinen Portionen unter die Eimasse rühren. Die handwarme

Milch langsam unterrühren und die Mischung eine gute Stunde lang ruhen lassen.

Die Backförmchen (alternativ eine Tarteform mit 28 cm Durchmesser) gut mit der Butter

ausfetten und alle Kirschen gleichmäßig darin verteilen. Nach der Ruhezeit die Masse über

die Kirschen gießen und bei 180 °C Umluft ca. 20 bis 30 Minuten backen (je nach Größe).

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Die Sache mit den Kirschkernen

Natürlich könnte man die Kirschen auch entsteinen.

Allerdings geben sie so beim Backen viel Saft

ab und machen die zarte Creme flüssiger. Der

Grund weshalb viele Clafoutis Rezepte eher zu

kuchenähnlichen Teigen geworden sind, um

mehr Flüssigkeit aufzufangen.

Das französische Original wird jedoch

meist mit Kernen serviert. So bleiben

die Kirschen selbst schön saftig und die

Creme bleibt ein zarter und leichter Flan.

Servieren

Ganz nach Wetter, Geschmack oder Menüplanung

kann Clafoutis lauwarm, leicht gekühlt

oder kalt serviert werden – am besten

mit etwas Puderzucker überstäubt.

Viel wichtiger als die Serviertemperatur ist der

Hinweis an die Gäste, dass Kirschkerne im Clafoutis

sind, damit sich niemand einen Zahn ausbeißt.

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VARIATIONEN & IDEEN

Clafoutis ist einfach abwandelbar.

Besonders gut eignet sich Steinobst wie

Pflaumen, Aprikosen, Mirabellen oder

Reneclauden. Doch auch kleine feste

Trauben, Brombeeren, Stachelbeeren oder

Johannisbeeren sind je nach Saison

köstlich in einem Clafoutis.


Les plus beaux Abricots

Aprikosen sind der Inbegriff eines französischen

Sommers. Leider sind wir in Deutschland nicht

mit den gleichen Sonnenbedingungen beschenkt,

weshalb die Aprikosen aus Frankreich um ein

Vielfaches aromatischer und süßer sind.

Wenn die Sonne genug ins Land lacht, haben sie

ihren ersten Auftritt auf den Märkten Südfrankreichs

im Mai und erreichen im späten Juni bis

Juli ihren perfekten Reifepunkt, an welchem sie

leuchtend rote Wangen haben, aber trotzdem

noch festes Fruchtfleisch – perfekt um die klebrigsten

Marmeladenträume zu erfüllen. Keine

Druckstelle, keine braunen Flecken sieht man in

den Auslagen. Denn oft werden sie erst in den frühen

Morgenstunden aus dem Süden Frankreichs

weiter in den Norden gefahren um sie so frisch

und unversehrt wie möglich anbieten zu können.

Kaum sind sie in perfekter Reife auf dem Markt

eingetroffen sind sie heißbegehrt. Man sieht die

französischen Damen steigenweise die hübschesten

Früchte vom Markt wegtragen um aus ihnen

köstliche Marmeladen, Tartes und Wintervorratskonserven

zu machen.

Ganz in französischer Qualitätsmanier werden

vor dem Kauf mehrere Abricots aus der Kiste genommen,

vorsichtig auf ihre Festigkeit befühlt,

mehrfach um ihre eigene Achse gedreht, auf die

schönsten rötlichen Sommersprossen untersucht,

beschnuppert und mit vor Genuss rollenden Augen

und einer begeisterten Lobeshymne an den

Verkäufer gehuldigt. Oft scheint es als wäre das

ein spezielles Ritual für den Aprikosengott.

Im Anschluss erhöht sich die vorbestellte Menge,

vorausgesetzt die Qualität war überzeugend, nicht

unbedingt selten noch um weitere Kisten, oft auch

auf das doppelte. Für gute Aprikosen greift Frankreich

auch gerne tiefer ins Portemonnaie.

„Quelle joie!“ raunte sich kürzlich eine Runde

aufgeregter Damen im besten Konfitürenkochalter

zu und belud einige Minuten später eifrig

schnatternd und lauthals jubilierend die großen

Kofferräume ihrer Autos mit wonnig rotbäckigen

Exemplaren.

Wer Aprikosen liebt kann beim bloßen Gedanken

den süßen Duft riechen, den sie verbreiten, wenn

sie mit Zucker verschmelzen und in Stückchen

zerfließen oder zu einer saftigen Tarte werden.

Bei diesem Duft stellt man die Existenz eines Aprikosengotts

nicht mehr in Frage.

Doch abseits süßer Leckereien lässt sich mit den

fantastischen Früchtchen auch eine ganze Reihe

anderer Dinge zubereiten, die das Herz jedes

Aprikosenvernarrten umgehend höher schlagen

lassen. Dazu gehören Eiscremes und Sorbets,

Kompotte, Chutneys, herzhafte Suppen oder eben

auch knackige Salate und erfrischende Terrinen.

Zwei königliche Beispiele für den salzigen, erfrischenden

und überaus sommerlich-herzhaften

Einsatz von Aprikosen finden sich auf den nächsten

Seiten. Und natürlich darf auch eine süße

Tarte nicht fehlen. Schließlich ist erst dann wirklich

Sommer, wenn ein Stück Aprikosentarte den

Kuchenteller ziert.

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Terrine Chèvre-Basilic

aux Abricots et Concombre

Zutaten für 2 Terrinen

1 Chèvre Frais (ca. 150 Gramm)

2 - 3 EL Sahne

5 dicke Stengel Basilikum

grobes Meersalz

4 EL Olivenöl bester Qualität

Abrieb von 1/2 Bio-Zitrone

ein Stück Salatgurke

Olivenöl zum Einfetten

2 Aprikosen

frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitung

Den Chèvre Frais per Hand grob in eine

Schüssel bröckeln. Sahne hinzugeben und

kurz verrühren – gerade so, dass es wieder

eine gebunde Masse ergibt.

Die Basilikumblätter von den Stengeln zupfen

und im Mörser mit etwas Meersalz zu einer

groben Paste verarbeiten. Es dürfen ruhig

noch einige Blattfragmente verbleiben.

Das Olivenöl gut unter die Basilkumpaste

rühren und den Zitronenabrieb beifügen.

Abschmecken ob es kräftig genug gesalzen ist

(einen Hauch mehr als es pur gut ist, denn

die Käsemasse wird damit gewürzt).

Zwei Sturzgläser oder Schalen, aus welchen

sich die Terrine später gut entnehmen lässt,

mit etwas Olivenöl ausreiben.

Eine Schicht Ziegenkäse hineingeben, leicht

auf dem Boden andrücken und mit einer

Schicht Basilikumöl bedecken. Darauf die

Gurkenscheiben verteilen. Im Anschluss eine

weitere Schicht Ziegenkäse, noch einmal Basilikumöl

und mit einer letzten Schicht Ziegenkäse

abschließen.

Eventuell verbleibendes Basilikumöl darüber

gießen bis auch die Hohlräume zwischen den

Käsebrocken gefüllt sind. Die Gläser bis zum

Servieren, mindestens aber eine Stunde, in

den Kühlschrank stellen.

Servieren

Aprikosen waschen und in feine Spalten teilen.

Die Terrinen kopfüber auf Teller stürzen, leicht

pfeffern, mit den Aprikosenspalten belegen

und mit Basilikum garnieren.

Einfach mit einem frischen, krossen Baguette

oder rustikalem Pain de Campagne servieren.

Gurke waschen, trocken tupfen und in hauchdünne

Scheiben schneiden.

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Gaspacho Carotte-Abricot

aux Radis & Menthe

Zutaten für 2 Terrinen

500 g Karotten

1 Schalotte

4 reife Aprikosen

100 ml Sahne

2 Messerspitzen Pimentón de la Vera

grobes Meersalz

frisch gemahlener Pfeffer

eine Hand voll Radieschen

2-3 EL Crème Épaisse

(alternativ Crème Fraîche)

3 Stengel marrokanische Minze

einer feinen Suppe pürieren. Gegebenenfalls

mit Wasser zur gewünschten Textur strecken

und nochmal mit Salz und Pfeffer, eventuell

auch mit etwas mehr Pimentón abschmecken.

Einige Zeit abkühlen lassen (oder

im Kühlschrank komplett herunterkühlen,

wenn sie später kalt serviert werden soll).

Radieschen waschen und fein hobeln oder

so filigran wie möglich per Hand schneiden.

Crème Fraîche mit etwas Salz glattrühren

und die Blättchen der Minze von den Steielen

zupfen.

Zubereitung

Karotten schälen und die Enden abschneiden.

Schalotte schälen und fein hacken. Aprikosen

waschen und entkernen.

Karotten, Schalotte und Aprikosen gemeinsam

in einen Topf geben, mit einer guten Prise

Salz und einigen Umdrehungen frisch gemahlenem

Pfeffer würzen. Mit Wasser bedecken

und bei mittlerer Temperatur weich kochen.

Anschließend Pimentón de la Vera, und Sahne

hinzugeben und mit einem Mixstab zu

Servieren

Suppe nach Anlass und Geschmack entweder

lauwarm oder gekühlt auf den Tellern oder in

Schüsseln anrichten. Mit einem Löffel Crème

Fraîche garnieren, eine Portion der gehobelten

Radieschen darüber verteilen und die

Minzblätter fein darüber zerrupfen.

Ein krosses Stück Baguette als Begleitung

macht aus der erfrischenden Vorspeisensuppe

eine komplette Sommermahlzeit.

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Tarte aux Abricots

et à la Lavande

Zutaten für 1 Tarteform

125 g Butter

250 g Mehl (Typ 405)

40 g Zucker

1 TL Salz

125 g kaltes Wasser

10-12 Aprikosen

50 ml Schlagsahne

2 TL Honig

1 TL getrocknete Lavendelblüten

40 g Mandelblättchen

plus etwas mehr Mehl

plus etwas Crème Fraîche

Zubereitung

Butter, Mehl, Zucker und Salz miteinander verkrümeln.

Kaltes Wasser dazugeben und kurz zu

einem Teig verarbeiten. In Folie einwickeln und

zwei Stunden ruhen lassen.

Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Teig

ausrollen und die Backform damit auslegen. Aprikosen

waschen, halbieren und entkernen. In jede Hälfte

ca. 4-5 Schnitte mit dem Messer schneiden, sie aber

an einem Ende zusammen lassen. Aufgefächert auf dem

Teig verteilen.

Sahne erhitzen, Honig darin auflösen und um die Aprikosen

gießen. Lavendel und Mandelblättchen gleichmäßig darüber

verstreuen. Die Tarte auf mittlerer Schiene ca. 35 - 40 Minuten

backen bis die Ränder fein gebräunt sind. Komplett abkühlen lassen.

Die Tarte mit einem herrlichen Schlag kalter Crème Fraîche servieren.

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Die Diva der Melonen

In vielen unterschiedlichen Mustern, rund-ovalen Formen und den

herrlichsten Farben kommen sie daher: die Melonen des Sommers. Von

rotfleischig-erfrischender Wassermelone über bissfeste Zuckermelonen

bis hin zu süßer Honigmelone.

Eigentlich muss man sie alle lieben – schließlich bieten sie eine riesige

Bandbreite an Geschmacksnuancen und Einsatzmöglichkeiten. Doch

eine muss man ganz besonders lieben. Sie bettelt förmlich um Aufmarksamkeit,

zieht alle in ihren Bann und hört nicht auf ihren alle Sinne benebelnden

Duft zu verströmen bevor man ihr die wohlverdiente Aufmerksamkeit

schenkt.

In Frankreich wird die Charentais Melone auch oft Melon de Cavaillon

genannt, da sich Cavaillon im 19. Jahrhundert mit seinen Melonen einen

guten Ruf als Handelsstadt machte. Das Interesse an den aromatischen

Melonen verbreitete sich schnell damals über die Grenzen hinaus und

der Name „Melon de Cavaillon“ stand fortan für hohe Qualität, weshalb

er auch heute noch gerne verwendet wird. Aus Cavaillon kommen allerdings

unterschiedliche Melonensorten, allen voran die Galia und die

Charentais, weshalb der Name Melon de Cavaillon nicht unbedingt spezifisch

für eine einzige Sorte steht.

Die Melon Charentais ist eine recht nachdrückliche und ungeduldige

Verführerin. Mit feinem Duft erhascht sie die Aufmerksamkeit eines

wehrlosen Genusswilligen, leitet ihn zu sich, schleicht sich mit ihrem

betörenden Duft in sein Zuhause ein. Und sobald sie dort angekommen

ist, verlangt sie nach nach immer mehr Aufmerksamkeit.

Mit sich immer weiter ausdehnenden Duftwolken und sich zunehmend

vereinnahmenderem Geruch buhlt sie um Beachtung und lässt keinen

Zweifel offen, dass sie verzehrbereit ist. Ihr sinnesberaubendes Parfum

lullt den Verstand ein, bis er selbst mit größtem Durchhaltewillen nicht

mehr widerstehen kann, ihrem Diktat folgt und das Messer ansetzt.

Damit sollte man ohnehin nicht lange warten, denn die Diva ist nur 3 bis

5 Tage in bester Genusslaune bevor sie ihren Zenith überschreitet. Der

Sommer ist jetzt! Genießt ihn mit safter Melone in den Händen.

REIFEPRÜFUNG

Den optimalen Reifepunkt erkennt

man daran, dass ihr Stielansatz, im

Französischen „le pécou“ genannt,

kleine Risse bekommt. Dann sollte

man sie möglichst bald genießen.

Genuss

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C‘

est si délicieux!

Brousse au Miel

Melonen sind keinesfalls nur Solo-Artisten

oder süßes Beiwerk. Sie begeben sich auch

gern in Gesellschaft herzhafter Zutaten um

mit erfrischenden, knackigen, salzigen, kräuterigen

oder fein-säuerlichen Geschmackskomponenten

zu einer konträren Liaison zu

verschmelzen.

Brousse au Miel lässt sich sowohl als leichtes

Dessert oder als fruchtig-frische Nachmittagspause

genießen. Ehrlich gesagt: es gibt kaum

einen Sommermoment, zu dem Brousse au

Miel mit Charentais nicht passt...

Die Nadeln des Rosmarinzweigs abstreifen

und so fein wie es nur möglich ist hacken.

Lavendelblüten im Mörser zerreiben.

In einem kleinen Topf Honig erhitzen bis er

dünnflüssig wird, dann den Rosmarin und

Lavendel zufügen und 10 Minuten darin

aromatisieren. Nochmals kurz erhitzen und

Honig mit der Melone vermischen. Mit einer

kräftigen Prise Fleur de Sel und einer winzigen

Prise weißem Pfeffer abschmecken.

Servieren

Zutaten für 2 Portionen

1/2 Charentais Melone

4 Töpfchen Brousse (alternativ Faisselle, aber

auch Schafs- oder Ziegenfrischkäse passt)

4 EL Honig

1 großer Zweig Rosmarin

1 TL Lavendelblüten

Fleur de Sel

Weißer Pfeffer

Zubereitung

Melone entkernen, schälen und in möglichst

feine Würfel schneiden. Dabei den Saft auffangen

und zusammen mit den Würfeln in

einer Schüssel beiseite stellen.

Brousse ggf. aus der Molke heben und kurz

abtropfen lassen. Melonenwürfel auf dem

Teller anrichten, Brousse darauf stürzen, mit

dem Melonensud beträufeln und mit Fleur

de Sel bestreuen. So einfach ist die Sache

mit dem Sommerglück in Tellern. Spätestens

dann heißt es: Bon Appétit!

VARIATION - WENIGER LAVENDEL

Wer den Lavendel feiner und subtiler

mag, mörsert einfach die Lavendelblüten

mit 1 TL grobem Meersalz zu

feinem Pulver und streut einen Hauch

davon über das Gericht (dafür etwas

weniger Fleur de Sel nehmen).

Genuss

Sucht

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Charentais mit Zucchini,

Zutaten für 2 Portionen

Hirschhornsalat

&Goldmelisse

1/2 reife Charentais Melone

2 − 3 kleine Zucchini mit Blütenansatz

1 Zehe Knoblauch

2 Handvoll Hirschhornsalat

(oder anderer kräftig-grasiger Salat)

etwas Fleur de Sel

1/2 Bio-Zitrone

gutes und aromatisches Olivenöl

ein paar Löffel frische Goldmelisse-Blüten

Salz, Pfeffer

Zubereitung

Melone entkernen, schälen und in dünne Scheiben

schneiden. Auf zwei Tellern arrangieren.

Zucchini behutsam waschen, trocken tupfen und längs

halbieren. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen.

Knoblauch mit der Schale andrücken und kurz im Öl

anbraten um es zu aromatisieren.

Zucchini 2 Minuten im Öl anbraten, dabei einmal

wenden. Auf einem Küchentuch abtropfen und mit

einer guten Prise Fleur de Sel bestreuen.

Hirschhornsalat waschen und trocknen. Zitronenschale

abreiben und danach pressen. Saft mit Abrieb

und 3 EL Olivenöl zu einer homogenen Sauce verrühren,

mit Salz und Pfeffer würzen. Über den Hirschhornsalat

geben und gut vermischen.

Melonenscheiben mit einer Prise Fleur de Sel würzen

und jeweils etwas Salat drauf platzieren. Gebratene

Zucchini obenauf legen und die Goldmelisse-Blüten

aus der Höhe darauf rieseln lassen. Unbedingt den

Anblick der schwebenden rosa Blüten genießen, bevor

gespeist wird. Bon Appétit!

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Plus de sirop!

Wer Assoziationen zum Sommerurlaub in Frankreich

sucht, landet unweigerlich beim Gedanken

an zuckrigen, bunten Sirup. Denn der französische

Sommer und die dickflüssige Zuckerlösung

scheinen untrennbar aneinander zu kleben.

Eine fast unüberschaubare Sortenvielfalt füllt die

Regale der Supermärkte, denn Franzosen lieben

ihren Sirup. Er wird gemischt mit Wasser, Bier,

mit Limonade und manchmal auch mit Wein.

Die bekannteste Sirupsorte ist wohl die allgemein

beliebte Grenadine.

Kaum eine Geschmackspräferenz kommt zu

kurz: Minze, Schokolade, Veilchen, allerlei Beeren

und Zitrusfrüchte, Pfirsich, Nektarine, Holunder,

Zuckerwatte – im Angebot der meist künstlich

aromatisierten Sirupflaschen ist für Jeden was dabei.

Im Grunde genommen ist ein Sirup das perfekte

Süßungsmittel, schließlich kann man durch die

Dosierung den Süßegrad individuell anpassen.

Der Sirup ist zuhause schnell und unkompliziert

selbst gemacht, mit intensivem Geschmack sowie

ohne künstliches Aroma oder Farbstoffe.

Das Beste daran: man kann aus so ziemlich allen

Lieblingsaromen, die in der Küche eingesetzt

werden, einen Sirup herstellen. Besonders praktisch

für meine Vorliebe für alles, was nach Kräutern

schmeckt. Mein Vorrat an wunderbar grün

schmeckendem Rosmarinsirup, Thymiansirup,

Basilikumsirup und Minzsirup geht fast nie aus.

Damit lassen sich nicht nur erfrischende, feinvegetale

Schorlen mischen, sondern auch eine

ganze Reihe weiterer Dinge zubereiten, die von

einem Hauch Süße und etwas geschmacklicher

Tiefgründigkeit profitieren können.

Einige Anregungen dazu, was sich mit diesem

Sirup alles anstellen lässt, finden sich über dieses

Magazin verteilt.

Grundrezept Rosmarinsirup

100 g Zucker

100 g Wasser

2 - 3 dichtbenadelte Rosmarinzweige (alternativ

andere Kräuter, Zesten, Beeren)

Zucker und Wasser in einem Topf sprudelnd ca. 10

bis 15 Minuten einkochen lassen bis die Konsistenz

dicker und sirupartig wird.

Von der Hitze nehmen, Rosmarinzweige zugeben

und Deckel auflegen. 15 Minuten ziehen lassen.

Kräuter entfernen und durch ein feines Mullsieb in

ein sauberes Glas oder eine Flasche füllen.

GESCHMACKSVARIATIONEN

Auch gut mit Minze, Basilikum, Thymian

oder Zitronenthymian, mit Lavendel

oder Orangenblüten, ein paar frischen

Beeren aromatisiert oder natürlich auch

mit ausgekratzem Vanillemark. Probiert

alles aus, die Möglichkeiten sind endlos.

Genuss

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Mini-Milk

pour tous!

Icepops Lait & Romarin

200 g Milch

50 g Schlagsahne

60 g Rosmarinsirup

Milch, Sahne und Sirup miteinander

verrühren. In Formen

füllen und gefrieren lassen.

Eis ist das köstliche Geschenk des Sommers. Die Belohnung an alle,

die sich durch Sonnenschein und Schatten kämpfen, der Lohn für

Schweiß, Ächzen und Ausharren. Am Ende wartet immer Eis – und

allein diese Aussicht bündelt allerletzte Energien und Reserven.

Während mit Neid auf die Besitzer von Eismaschinen geblickt wird,

kann ich alle Hitzegeplagten beruhigen: es gibt Alternativen. Und

damit meine ich nicht das oft zitierte stündliche Rühren in Gefrierbehältern.

Selbst mit einer professionellen Eismaschine ausgestattet

gibt es noch das große, unbeschwerte Glück des herrlich Einfachen.

Eis am Stiel, das unvergessene Kindheitsglück.

Es lässt sich in nur 2 Minuten zusammenrühren, gefriert dank der

kleinen Portionen in wenigen Stunden und ist damit auch bereits

perfekt vorbereitet für die wohltuend kalte Sünde zwischendurch.

Besonders große Sommerliebe verbindet mich mit unspektakulärem

Milcheis, genauer gesagt den Icepops Lait & Romarin. Sie sind

eine Hommage an die Lieblingsdroge meiner Kindheit, das kleine

MiniMilk. Mit seiner milchig-leichten Art versüßte es meine Nachmittage.

Gut, dass mein Bruder immer MiniMilk Schokolade bevorzugte

und wir uns bei der Aufteilung der Mischkartons nie ins

Gehege kamen. Schlecht, dass keiner wirklich Erdbeer mochte und

der Nachschub erst gekauft wurde, wenn alles aufgegessen war.

Heute mache ich sie selbst, aus nur 3 Zutaten: Milch, etwas Sahne,

Zuckersirup. Milchige Glücksgefühle am Nachmittag sind damit

vorprogrammiert. Für alle anderen Zeiten, die nach Erfrischung

verlangen, gibt es auf der nächsten Seite weitere unkomplizierte

Stieleis-Favoriten. Schließlich macht das Eis den Sommer!

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Petits Moments

de Grande Fraîcheur

Icepops Concombre & Matcha

150 g Salatgurke

1 Messerspitze Matcha

60 g Rosmarinsirup

Gurke mit dem Sirup zu einer feinen

Masse pürieren. Matchapulver hinzu

geben und nochmal durchmixen. In

Formen füllen und gefrieren lassen.

Icepops Fromage Blanc & Cerise

150 g Fromage Blanc

(alternativ Quark mit 20 %)

20 g Schlagsahne

20 g Rosmarinsirup

2 TL Confiture de Cerises au Romarin

Fromage Blanc, Sahne und Sirup verrühren.

Konfitüre hinzugeben und mit 2 bis 3

Umdrehungen in die Masse unterheben.

In Formen füllen und gefrieren lassen.

Icepops Charentais & Romarin

300 g reife Charentais, geschält & entkernt

Saft 1/2 Orange

60 g Rosmarinsirup

Charentais Fruchtfleisch mit Orangensaft

und Sirup sehr fein pürieren. In Formen

füllen und gefrieren lassen.

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Au revoir,

liebe Genussfreunde, der Sommer geht weiter

und will mit Genuss erlebt und gefeiert werden.

Ich hoffe ich konnte euch leckere Erfrischungsideen

für die nächsten heißen Tage mitgeben,

die Kopf und Genussverstand auch bei hohen

Temperaturen besänftigen und herunterkühlen.

Oder euch vielleicht sogar zum neugierigen

Weiterexperimentieren mit fruchtig-kräuterigen

Konfitüren, kalten Icepops oder dem

Einsatz sommerlicher Sirups inspirieren.

Das Spannende am Sommer 2015, sein unberechenbarer

Wechsel zwischen den Temperaturen,

bietet jedenfalls viel Spielraum für alle

möglichen Appetitwallungen: von delikat und

herzhaft bis leicht und erfrischend. Und wenn

gar nichts mehr geht, geht immer noch eine

fröhlich zischende Sirup-Schorle unter dem

Sonnenschirm oder ein gut gekühltes Glas

Rosé oder Weißwein.

Welche Drinks man bei akutem Hitzeschock

noch gut vertragen kann verrate ich euch im

nächsten GenussSucht Magazin. Dann geht es

weiter mit der Édition Fin de l‘Été, der Spätsommerausgabe.

Bis dahin wünsche ich euch wunderschöne

Sonnenstunden und lange Genusstage.

À bientôt, mes amis!

Stefanie

So geht es weiter:

Die nächste Ausgabe dieses Magazins erscheint

im Spätsommer dieses Jahres. Freut euch auf

das GenussSucht Magazin Édition Fin de l‘Été.

Weitere Geschichten über die Sommerzeit

findet ihr bis dahin immer wieder auf dem Blog

oder täglich in kleinen Anekdoten-Häppchen

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Fotografie und Rezeptentwicklung:

Stefanie Köhler

Kontakt & Anfragen: salut@genuss-sucht.de

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Genehmigung von Stefanie Köhler.

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