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Wolfgang Borchert

Draußen vor der Tür

premiere in der reithalle

Der Soldat Beckmann kehrt traumatisiert von Krieg und Gefangenschaft

heim nach Deutschland – und weiß nicht mehr, wohin er gehört.

Das Bett bei seiner Frau ist besetzt, die Elbe, in die er sich stürzt,

will ihn auch nicht und spült ihn an Land. Die junge Frau, die ihn

am Strand findet, könnte ihm Liebe und neuen Lebensmut geben,

wären da nicht die Toten, die ihn heimsuchen und anklagen. Der

Unteroffizier Beckmann fühlt sich schuldig und geht zum Oberst,

um ihm »die Verantwortung« wieder zurückzugeben. Ein Scherz ist

dem Oberst der Auftritt des humpelnden, seltsam bebrillten Beckmann,

mehr nicht. Vielleicht lässt sich ja mit diesem Scherz Geld

verdienen, eine Aufgabe finden, beim Kabarett? Doch der Direktor

findet Beckmann gar nicht komisch. Er vergraule ihm ja das Publikum!

Die Wirklichkeit taugt nicht zur Kunst, sagt der Direktor. Und

der liebe Gott, was sagt Gott dazu? Wie konnte er die Gräuel des

20. Jahrhunderts zulassen? Abgewandt von ihm hätten sich die Menschen

und dem Tod die Tore weit geöffnet, klagt der liebe Gott. Hat

der Oberst vielleicht doch noch etwas Wesentliches zu sagen, oder

hat die junge Frau doch noch Liebe zu geben? Wer hat Verständnis,

Mitleid? Die Elbe jedenfalls will Beckmann noch immer nicht.

Die groteske Geschichte des Kriegsheimkehrers Beckmann wurde 1947 von

Wolfgang Borchert unter dem Eindruck des totalen Zusammenbruchs durch

den 2. Weltkrieg in nur wenigen Tagen niedergeschrieben und ist seitdem zum

Klassiker avanciert. Vor dem Hintergrund unzähliger traumatisierter Soldaten,

die aus den weltweiten Krisengebieten unserer Tage heimkehren, liest

sich Borcherts Stück als noch immer gültiges Bild ihrer Seelenlage.

Regie Peter Zimmermann Bühne+Kostüme N. N.

Premiere 13. Dezember 2012 Spielort Reithalle

Koproduktion mit der Hochschule für Film und Fernsehen »Konrad Wolf«

Potsdam-Babelsberg. Studioinszenierung des 3. Studienjahrs Schauspiel.

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