Geschäftsbericht - Stadtwerke Flensburg GmbH

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Geschäftsbericht - Stadtwerke Flensburg GmbH

Stadtwerke Flensburg GmbH

Batteriestraße 48 · 24939 Flensburg

www.stadtwerke-flensburg.de

Geschäftsbericht 2011 • Stadtwerke Flensburg

Geschäftsbericht

2011

Umsatz in Mio. EUR

2007

2008

2009

2010

2011

Strom-Abgabe in Mio. kWh

2007

2008

2009

2010

2011

Fernwärme-Abgabe in Mio. kWh

2007

2008

2009

2010

2011

Wasser-Abgabe in Mio. m 3

2007

2008

2009

2010

2011

174,3

209,2

231,9

300,9

326,2

854,5

869,3

1.004,0

1.168,6

1.219,1

888,7

931,1

955,8

1.116,6

934,5

5,1

4,9

4,9

4,9

4,7


Inhalt

Prolog 3

Interview mit Maik Render 4

Organe der Gesellschaft 6

Bericht des Aufsichtsrates 7

Stadtwerke Flensburg GmbH

Lagebericht 14

Jahresabschluss

· Bilanz 24

· Gewinn- und Verlustrechnung 26

· Anhang 27

· Anlagenspiegel 32

Stadtwerke Flensburg Konzern

Lagebericht

Jahresabschluss

42

· Bilanz 52

· Gewinn- und Verlustrechnung 54

· Anhang 55

· Anlagenspiegel 62

Impressum 64

1


2 Prolog Geschäftsbericht 2011 3

Prolog

das Geschäftsjahr 2011 war weltweit geprägt durch die Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk in Fukushima. Als Reaktion

wurde in Deutschland die erneute Energiewende beschlossen. Die wesentlichen Meilensteine der Stadtwerke Flensburg waren der

Wechsel in der Geschäftsführung, die Entscheidung zur Modernisierung des Heizkraftwerkes Flensburg sowie die Verabschiedung

einer neuen Stadtwerke-Strategie.

Die Entwicklungen in der deutschen Energiewirtschaft verliefen nach der Atomkatastrophe turbulent und mündeten in eine

nachdrückliche Kehrtwende in der Energiepolitik: Nach dem Beschluss der Bundesregierung im Herbst 2010, die Laufzeiten

deutscher Kernkraftwerke zu verlängern, wurde ein knappes Jahr später die Energiewende mit dem mittelfristigen Ausstieg aus

der Atomkraft erneut eingeleitet, einhergehend mit einem beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien.

Bei den Stadtwerken Flensburg wurden weitreichende und richtungsweisende Entscheidungen getroffen: Im April wurde der bisherige

Geschäftsführer abgelöst, da sich massive Fehlentwicklungen bei Töchtern und Beteiligungen einstellten, die das gesamte

Jahresergebnis der Stadtwerke belasten. Anfang Mai 2011 hat der Aufsichtsrat einem neu erarbeiteten Gesamtkonzept zugestimmt,

das Heizkraftwerk Flensburg bis 2016 für rund 130 Mio. Euro umzubauen und zu modernisieren. Wesentlicher Bestandteil

und Herzstück ist der Ersatz zweier Kohlekessel durch eine Gas- und Dampfanlage, die in Kraft-Wärme-Kopplung flexibler auf die

Anforderungen des Marktes reagieren kann. Nach einer gemeinschaftlichen, intensiven, eineinhalbjährigen Vorbereitung stimmte

nach Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung am 1. September 2011 auch die Ratsversammlung der neuen Unternehmens-

Strategie „Energie im Wandel – Kraft aus Kontinuität“ zu. Zwei klar definierte verbindliche Pflichtziele sowie fünf weitere priorisierte

Ziele sind vereinbart worden und werden zukünftig jährlich hinsichtlich ihrer Einhaltung und Zielerreichung überprüft.

Auf Basis der neuen Strategie wurden interne Organisationsänderungen umgesetzt und Fehlentwicklungen im Bereich der Tochter-

und Beteiligungsgesellschaften weitgehend korrigiert. Die Bereiche Strom, Fernwärme und Wasser – das Kerngeschäft der

Stadtwerke Flensburg – werden zukünftig in den Fokus gerückt und nachhaltig optimiert. Die Neuausrichtung haben die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter 2011 mit beispielhaftem Einsatz mitgetragen. Dafür bedanke ich mich herzlich.

Buchwertkorrekturen bei den Beteiligungen blieben im Kalenderjahr 2011 nicht ohne Folgen. Trotz einer deutlichen Umsatzsteigerung

im Konzern auf rund 346 Mio. Euro (Stadtwerke GmbH: 326 Mio. Euro) entstand ein Fehlbetrag von

3,6 Mio. Euro (Stadtwerke GmbH: 990.000 Euro). Dabei entspricht das operative Kerngeschäft mit einem guten Ergebnis vor

Steuern von 14,5 Mio. Euro unseren Erwartungen. Dazu passt, dass wir im externen Stromgeschäft außerhalb Flensburgs, unserem

Hauptumsatzträger, weiter zugelegt haben, während der Fernwärme-Absatz aufgrund des warmen Winters im Vergleich zum Vorjahr

zurückging. Die Entwicklung im Geschäftsfeld Wasser blieb bei geringen Mengenrückgängen stabil.

Nachteilig wirkten sich Wertkorrekturen und Verluste im Beteiligungsbereich aus. Diese sind nun in 2010 und 2011 umfassend

berücksichtigt worden, sodass derartige Einflüsse in 2012 entfallen und auf Basis des gesunden Kerngeschäftes wieder ein

deutlicher Überschuss zu erwarten ist.

Flensburg, im Mai 2012

Maik Render

Geschäftsführer


4 Geschäftsbericht 2011 Interview

Interview Geschäftsbericht 2011 5

Interview

Frage: Welche Themen haben die Stadtwerke Flensburg im

Jahr 2011 besonders bewegt?

Maik Render: Hervorzuheben sind drei Themenkomplexe:

Erstens die Entscheidung des Aufsichtsrates zum Wechsel in

der Geschäftsführung im April, zweitens der Beschluss Anfang

Mai, das Heizkraftwerk in Flensburg unter dem Projekttitel

„Kessel 12“ bis 2016 zu modernisieren und umzubauen, und

drittens die Verabschiedung der neuen Unternehmensstrategie

„Energie im Wandel – Kraft aus Kontinuität“ gemeinsam

mit Aufsichtsrat und Gesellschafterin im August. Alle Entscheidungen

gehören zusammen und haben große Bedeutung

für das Unternehmen. Sie sind die Basis für die Zukunft der

Stadtwerke Flensburg.

Frage: Warum war der Strategiewechsel notwendig und wie

charakterisieren Sie die Eckpfeiler der neuen Ausrichtung?

Maik Render: Nach dem schwierigen Geschäftsjahr 2009 haben

Vertreter des Aufsichtsrates und der Gesellschafterversammlung

gemeinsam mit der Geschäftsführung in einem

eineinhalbjährigen Prozess eine umfassende Stärken- und

Schwächen-Analyse des Unternehmens vorgenommen. Auf

dem Prüfstand standen unternehmensinterne Organisations-

und Kostenstrukturen, aber vor allem auch alle Beteiligungen

und sonstigen finanziellen Engagements. Das Modernisierungskonzept

„Kessel 12“ für das Heizkraftwerk und die neue

Strategie sind Ergebnis dieser intensiven Diskussionen und

Ausdruck einer notwendigen Kurskorrektur.

Im Gesamtprozess wurden zwei Pflichtziele und fünf priorisierte

Ziele definiert. Vor allem die Priorisierung der einzelnen

Ziele ist dabei wichtig, denn bisher bestand gerade dort

das Problem der alten Strategie. Gleichzeitig hohe Gewinne

zu erwirtschaften, in Ökologie zu investieren, viele Arbeitsplätze

zu sichern sowie niedrigste Preise anzubieten, passt

nicht zueinander.

Die beiden „Pflichtziele“ sind künftig der „Erhalt der

Kommunalität“ und die Einhaltung eines „Ökokataloges“. Die

fünf priorisierten Ziele sind die Gewinnerzielung im Zielkorridor,

Substanzschaffung und -erhalt, die Sicherung attraktiver

Arbeitsplätze, das Erarbeiten und Umsetzen zusätzlicher ökologischer

Maßnahmen sowie das Angebot günstiger Preise in

der Region.

Die Einhaltung der Ziele sowie die Prüfung, ob diese Ziele

ausreichend sind oder ergänzt werden müssen, wird jährlich

in einem Strategie-Workshop mit Aufsichtsrat und Geschäftsleitung

geprüft und dokumentiert.

Frage: Wie weit sind Sie bei der Umsetzung schon gekommen?

Maik Render: Bei der Anpassung der Organisationsstrukturen

sind wir sehr gut vorangekommen. Diese entsprachen nicht

mehr den aktuellen Anforderungen des Marktes und waren

dringend anzupassen. Im Rahmen des „Kessel 12“-Projektes

haben wir gemeinsam mit dem Betriebsrat ein bis 2025 reichendes

Personalentwicklungskonzept inklusive Verzicht auf

betriebsbedingte Kündigungen vereinbart, das uns bereits

heute die Möglichkeit gibt, die ab 2018 geplanten Personalreduzierungen

gemeinsam zu gestalten.

Sehr schnell sind wir auch im Bereich unserer Tochter- und

Beteiligungsgesellschaften. Nachdem wir uns im Mai 2011

vom geplanten lettischen Kohlekraftwerksprojekt in Ventspils

trennen konnten, haben wir uns etwas später im Jahr auch

von einer Beteiligung an der Trianel-Projektgesellschaft zum

Bau eines Kohlekraftwerks in Krefeld verabschiedet.

Frage: Was wurde im Beteiligungsbereich noch getan?

Maik Render: Im 2. Quartal 2011 haben wir die Dienstleistungstochter

Semeco zu den Stadtwerken zurückgeführt, da

dieses Unternehmen im Bereich Metering und Netzentgeltabrechnung

beinahe ausschließlich für die Stadtwerke Flensburg

tätig war. Nahezu alle Semeco-Mitarbeiterinnen und

-Mitarbeiter sind mittlerweile bei den Stadtwerken Flensburg

direkt beschäftigt, denn die Trennung in zwei Gesellschaften

machte keinen Sinn mehr.

Ende August wurde die SWF-Energie Service GmbH reintegriert,

die seit einigen Jahren als Ingenieur- und Beratungsgesellschaft

für den eigenen Bedarf und externe Kunden tätig

gewesen ist. Vor allem die Fokussierung auf den Kesselneubau

war hier der entscheidende Beweggrund.

Den Betrieb der Anlagen der MEISH GmbH, die Ersatzbrennstoffe

für unser Heizkraftwerk in Flensburg aufbereitet, hat

Ende 2011 – zunächst für ein Jahr – die MBA Neumünster

übernommen, eine Tochter der Stadtwerke Neumünster. Beide

Partner versprechen sich langfristig Vorteile bei den Kosten,

der Logistik und der Versorgungssicherheit.

Frage: Nun zum Groß-Projekt „Kessel 12“, das ja bereits angelaufen

ist. Welche Inhalte hat das Projekt und was soll

erreicht werden?

Maik Render: Das Projekt „Kessel 12“ basiert auf einer umfassenden

Analyse der bestehenden Anlagen. Die neue Anlagenstruktur

haben wir dabei fast ausschließlich im Hinblick

auf die Brennstoffbeschaffungsmärkte sowie den Verkauf von

Strom und Fernwärme betrachtet, weniger aus dem technischen

Blickwinkel. Als Ergebnis dieser Analyse werden wir

zwei alte Kessel durch eine neue, moderne Gas- und Dampfturbinenanlage

ersetzen sowie vorhandene alte, aber technisch

auf der Höhe befindliche Anlagen und Reserveheizwerke

modernisieren. Zukünftig können wir das Heizkraftwerk durch

den Einsatz der verschiedenen Brennstoffe Kohle, Ersatzbrennstoffe

mit biogenen Anteilen, Holz und bald auch Gas,

variabler fahren. Außerdem werden wir kurzfristigen Bedarf

auf dem Strommarkt, etwa bei ausbleibendem Windstrom,

ausgleichen und Schwankungen bei den einzelnen Brennstoff-Einkaufspreisen

flexibler nutzen. Insgesamt werden wir

dadurch ab Inbetriebnahme in 2016 zusätzliche Erlöse erwirtschaften.

Ein zusätzliches Argument für den Kesselneubau sind die

massiven Emissionsreduktionen. Das Projekt „Kessel 12“

ist ein bedeutsamer Schritt auf dem Weg zum angestrebten

CO2-neutralen Heizkraftwerk im Jahr 2050. Dazu haben wir

uns als Gründungsmitglied des Klimapaktes Flensburg schon

2008 bekannt.

Frage: Was ist noch geplant?

Maik Render: Im Rahmen des Projektes „Kessel 12“ wird an

weiteren Teilprojekten zur Modernisierung des Werkes gearbeitet.

So wird die GuD-Anlage über eine zwölf Kilometer lange

Anbindung an die vorhandene deutsch-dänische Erdgasleitung

am Grenzübergang Handewitt-Ellund angeschlossen.

Verschiedene Kessel- und Turbinen-Anlagen werden elektrisch

modernisiert. Die drei bisherigen Schaltwarten sollen zu einer

zusammengelegt und mit modernster Leittechnik ausgestattet

werden. Eines unserer vier Reserveheizwerke wird ebenfalls

umgerüstet und soll künftig bei Bedarf Fernwärme in

winterlichen Spitzenlastzeiten liefern.

Frage: Wechseln wir von der Strategie und den Großprojekten

wieder zum Geschäftsjahr 2011 und den wesentlichen Zahlen.

Womit sind Sie zufrieden, wo müssen die Stadtwerke besser

werden?

Maik Render: Der starke Kundenzuwachs im externen Stromgeschäft

war sehr erfreulich. Zufrieden sind wir mit dem erneuten

Umsatzwachstum auf annähernd 350 Mio. Euro im

Konzern und dem positiven Ergebnis von 14,5 Mio. Euro im

operativen Geschäft. Das zeigt, dass das Unternehmen im

Kern gesund und genügend Substanz vorhanden ist.

Im Bereich der Töchter und Beteiligungen mussten wir

7,9 Mio. Euro auf Finanzanlagen abschreiben und bei den

Töchtern ein Minus von 1,9 Mio. Euro hinnehmen. Fasst

man die Jahre 2010 und 2011 zusammen, haben wir rund

15 Mio. Euro auf Finanzanlagen abschreiben müssen. Letztendlich

hat dies im Jahr 2011 zu einem Minus von etwa

1 Mio. Euro geführt. Diese Abwertungen und Risiken haben

wir in 2011 frühzeitig gemeinsam mit dem Aufsichtsrat diskutiert

und können heute sagen, dass damit die Risiken der

Vergangenheit ausgestanden sind.

Frage: Wie geht es weiter, wie sieht Ihr Ausblick aus?

Maik Render: Für 2012 erwarte ich eine deutlich bessere

Ergebnisentwicklung. Erhebliche Wertkorrekturen sind vor

allem im Bereich der Tochtergesellschaften vorgenommen

und Risiken umfassend berücksichtig worden. Im Jahr 2012

werden wir wieder von unserem gesunden Kerngeschäft in den

Bereichen Strom, Fernwärme und Wasser profitieren und ein

positives Ergebnis erwirtschaften.

Wachstumschancen sehe ich im überregionalen Stromgeschäft,

im Ausbau regenerativer Energien sowie der Fernwärmenetze.

In unserer Nachbargemeinde Harrislee haben wir die

Konzession für das dortige Stromnetz erhalten und werden

dadurch nach Abschluss der Kaufverhandlungen unser Stromnetz

um 14 Prozent erweitern.

Frage: Zum Schluss noch eine allgemeine Frage: Nach der

Katastrophe im japanischen Kernkraftwerk Fukushima hat die

Bundesregierung im Frühjahr und Sommer 2011 die erneute

Energiewende in Deutschland beschlossen – weg von der

Kernenergie, hin zum schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien.

Was bedeutet das für die Stadtwerke Flensburg?

Maik Render: Das bestätigt uns darin, dass wir uns mit der

strategischen Ausrichtung hin zu erneuerbaren Energien genau

auf dem richtigen Weg befinden. Der Beginn unserer

Strategieentwicklung lag weit vor der Reaktorkatastophe.

Mit dem Kraftwerksumbau auf höhere Flexibilität für den

Strommarkt bei gleichzeitiger Nutzung unserer großen Wärmespeicher

sind wir für die kommenden Jahre optimal ausgerüstet.

So nutzen wir die technisch und ökologisch aktuell

sinnvollste Ergänzung zu den regenerativen Energien,

nämlich die Kraft-Wärme-Kopplung. Dadurch vernichten wir

nicht die bei der Stromherstellung anfallende Wärme wie bei

der reinen Stromerzeugung, sondern wir nutzen diese. Mit

unseren Wärmespeichern haben wir darüber hinaus bereits

einen riesigen Energiespeicher, über den viele in Deutschland

aktuell nur reden.


6 Geschäftsbericht 2011 Organe der Gesellschaft

Bericht des Aufsichtsrates Geschäftsbericht 2011 7

Organe der Gesellschaft

Geschäftsführung

Dipl.- Kfm. Matthias Wolfskeil

Vorsitzender der Geschäftsführung (bis 13.04.2011)

Dipl.-Ing. Dipl. Wirt.-Ing. Maik Render

Technischer Geschäftsführer (ab 01.04.2010)

Alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer der Gesellschaft (ab 14.04.2011)

Aufsichtsrat

Rolf Helgert

Ratsherr,

Vorsitzender,

Verwaltungsangestellter/Betriebswirt

Gerhard Bethge

Ratsherr,

1. stellv. Vorsitzender,

Schulleiter a. D.

Ulrike Kaetow

Arbeitnehmervertreterin,

2. stellv. Vorsitzende,

Betriebsratsvorsitzende

Hans Hermann Laturnus

Ratsherr,

3. stellv. Vorsitzender,

Geschäftsführer

Gert Bendixen

Geschäftsführer (ab 10.01.2011)

Rolf Bombe

Arbeitnehmervertreter,

Berufskraftfahrer

Dr. Christian Dewanger

Stadtpräsident,

Dozent (bis 13.01.2011)

Thorsten Kjärsgaard

Ratsherr,

Vertriebsleiter (ab 31.03.2011)

Gernot Nicolai

Ratsherr,

Marineoffizier a. D. (bis 10.01.2011)

Susanne Schäfer-Quäck

Ratsfrau,

Verwaltungsfachangestellte (bis 31.03.2011)

Wolfgang Schmiel

Ratsherr,

Rentner

Dieter Scholz

Arbeitnehmervertreter,

stellv. Betriebsratsvorsitzender

Ingo Stössel

Arbeitnehmervertreter,

Abteilungsleiter

Helmut Trost

Ratsherr,

Sozialwissenschaftler

Erika Vollmer

Ratsfrau,

Diplom-Biologin (ab 13.01.2011)

Bericht des Aufsichtsrates

Die Geschäftsführung hat den Aufsichtsrat während des Geschäftsjahres regelmäßig mündlich und schriftlich über die wirtschaftliche

und technische Entwicklung des Unternehmens sowie über alle wesentlichen Geschäftsvorgänge unterrichtet.

Der Aufsichtsrat hat dabei die ihm nach Gesetz und Gesellschaftsvertrag obliegenden Aufgaben, insbesondere die Überwachung

der Geschäftsführung, wahrgenommen, sich von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt und die erforderlichen

Entscheidungen getroffen.

Ein Schwerpunkt der – teilweise gemeinsam mit der Gesellschafterversammlung durchgeführten – Beratungen in 2011 war die

strategische Neuausrichtung der Stadtwerke Flensburg. Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung stimmten am 16.08. der

neuen Strategie „Energie im Wandel – Kraft aus Kontinuität“ zu, am 01.09. erfolgte deren Verabschiedung durch die Ratsversammlung

der Stadt Flensburg. Bereits am 13.04. hatte der Aufsichtsrat den Weg für eine auch personelle Neuausrichtung der

Geschäftsführung freigemacht.

Bei der geschäftspolitischen Neuausrichtung lag einer der besonderen Schwerpunkte der Aufsichtsratsarbeit auf der Behandlung

von Fragen der künftigen Konzerngestaltung. Alle verbundenen Unternehmen und Beteiligungen unterlagen einer umfassenden

Neubewertung. Gegenstand wiederholter intensiver Erörterung waren dabei vor allem auch Angelegenheiten der FFE,

einschließlich von deren Beteiligungen, und der MEISH.

Ausführlich beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit den Umbauplanungen des Flensburger Heizkraftwerks und gab mit seiner

Zustimmung zum „Kessel 12“-Planungskonzept am 04.05. den Startschuss zur Projektumsetzung. Eingehend befasste sich der

Aufsichtsrat auch mit dem – inzwischen realisierten – Erwerb der Stromnetzkonzession in der Gemeinde Harrislee. Im Fokus

der Behandlung standen zudem Fragen interner Prozessoptimierungen, Projekte im Geschäftsbereich Fernwärme, sowie eine

Anpassung der Energie- und Wasserpreise.

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2011 ist einschließlich des Lageberichts von der als Abschlussprüfer bestellten INVRA

TREUHAND AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, auch gemäß den Bestimmungen des kommunalen Prüfungsgesetzes im

Zeitraum vom 31.10. bis 11.11.2011 (Vorprüfung) sowie in der Zeit vom 06.02. bis 14.03.2012 geprüft worden. Der uneingeschränkte

Bestätigungsvermerk wurde erteilt.

Nach eingehender Beratung stimmt der Aufsichtsrat dem ihm vorgelegten und auch während der Sitzung des Aufsichtsrates

am 16. Mai 2012 mündlich erläuterten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011 zu und empfiehlt in Übereinstimmung mit der

Geschäftsführung der Gesellschafterversammlung, den Jahresabschluss in der vorgelegten Form festzustellen.

Der Aufsichtsrat dankt den im Berichtszeitraum ausgeschiedenen Mitgliedern Susanne Schäfer-Quäck und Dr. Christian Dewanger

für ihre verdienstvolle Mitarbeit.

Der Geschäftsführung, dem Betriebsrat sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtwerke Flensburg spricht der

Aufsichtsrat Dank und Anerkennung für die im Geschäftsjahr 2011 geleistete Arbeit aus.

Flensburg, im Mai 2012

Der Aufsichtsrat

der Stadtwerke Flensburg GmbH

Rolf Helgert

Vorsitzender


8 9

Strategie-Pflichtziel: Erhalt der Kommunalität

Kommunal bleiben,

langfristig planen

In der Stadt Flensburg besteht seit langem

ein Konsens, die Stadtwerke Flensburg als rein

kommunales Unternehmen zu führen. Diese

Entscheidung wird im Rahmen der 2010 und

2011 erarbeiteten neuen Strategie „Energie

im Wandel – Kraft aus Kontinuität“ erneut bestätigt.

Die Erhaltung der Kommunalität stellt

eine maximale Unabhängigkeit der Stadtwerke

Flensburg sicher und ermöglicht konstante

Grundsatzentscheidungen und Zielvorgaben.

Statt kurzfristiger Gewinnmaximierung kann

ein ausgewogener Zielmix aus Wirtschaftlichkeit,

Regionalität und Nachhaltigkeit langfristig

durchgesetzt werden.

Das Bild zeigt Vertreter des Aufsichtsrates,

der Gesellschafterversammlung und der Geschäftsleitung

(v.l.n.r.):

Rolf Helgert, Dieter Scholz,

Hans Hermann Laturnus, Thorsten Kjärsgaard,

Dr. Andreas Ostmann, Rolf Bombe,

Wolfgang Schmiel, Henning Brüggemann,

Maik Render, Erika Vollmer, Ulrike Kaetow,

Ingo Stössel, Gert Bendixen und

Gerhard Bethge.


10 11

Strategie-Pflichtziel: Einhaltung eines Ökokatalogs

Klare nachhaltige und

ökologische Ausrichtung

20

18

16

14

12

10

8

6

4

2

0

Staub (Milligramm pro Normkubikmeter Rauchgas)

Zeitraum: 2011

Wirbelschichtkessel 9 mit Ersatzbrennstoffen

Wirbelschichtkessel 10 mit Ersatzbrennstoffen

Wirbelschichtkessel 11 mit Ersatzbrennstoffen

Grenzwert Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember

In der Präambel des Ökokatalogs der neuen

Strategievorgaben steht, dass sich die Stadtwerke

Flensburg verpflichten, stets auf eine

ökologische Nachhaltigkeit ihres Handelns

und ihrer Entscheidungen zu achten, damit

unsere Umwelt auch künftig so intakt bleibt,

wie hier am Strand von Solitüde.

Für das Unternehmen und die Erzeugung bedeutet

dies:

1. Keine Erzeugungsanlagen mit einem

Wirkungsgrad unter 50 Prozent

2. Keine reinen Kohlekraftwerke

3. Keine Reduzierung des standortübergreifenden

CO2-neutralen

Erzeugungsanteils

4. Transparenz über die tatsächlichen

Schadstoffwerte der Erzeugungsanlagen

(Online-Veröffentlichung) – die Daten

des Heizkraftwerkes Flensburg sind für

die Behörden jederzeit einsehbar und

werden auch den Bürgern regelmäßig

bekannt gegeben. Die Grafik zeigt dies

beispielhaft.

Auch die Produkt-Ausrichtung ist klar definiert:

Es wird immer ein ökologisches Stromprodukt

für Endkunden angeboten. Dabei darf ein höherer

Strompreis maximal die Mehrkosten für

die ökologische Komponente enthalten.


12 13

Strategie-Ziel: Gewinnerzielung im Zielkorridor

In Flensburg verankert,

in der Region aktiv

Im Herbst 2011 hat der Gemeinderat der benachbarten

Gemeinde Harrislee (11.400 Einwohner)

beschlossen, die Stromkonzession

künftig an die Stadtwerke Flensburg zu vergeben.

Mitte Dezember 2011 wurde ein entsprechender

Wegenutzungsvertrag unterzeichnet.

Das Harrisleer Stromnetz hat eine Länge von

rund 153 Kilometern, mit etwa 6.600 angeschlossenen

Zählpunkten. Dies bringt dem

Netzgebiet der Stadtwerke Flensburg einen

Größenzuwachs um 14 Prozent.

Dieser erfolgreiche Abschluss im Bieterwettbewerb

ist ein gutes Beispiel für sinnvolle, zukunftsgerichtete

Investitionen in der Region.

Matthias Ronneberger, Abteilungsleiter Netzplanung,

koordiniert die Anbindung des Harrisleer

Stromnetzes an das Stadtwerke-Netz.


14 Geschäftsbericht 2011 Lagebericht Stadtwerke Flensburg GmbH

Lagebericht Stadtwerke Flensburg GmbH Geschäftsbericht 2011 15

Lagebericht

Stadtwerke Flensburg GmbH

A. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Seit der radikalen politischen Wende in Bezug auf die Kernenergie

– ausgelöst durch die atomare Katastrophe in

Japan – befindet sich die deutsche Energiebranche in einem

bisher nicht gekannten Umbruch. Im japanischen Fukushima

wurden binnen weniger Tage, ausgelöst durch Erdbeben und

Tsunami, vier von sechs Reaktorblöcken zerstört. In drei der

Reaktorblöcke kam es, wie später verifiziert wurde, zu Kernschmelzen.

Das außerordentliche Gefahrenpotenzial radioaktiver

Kontamination hielt in Atem, Krisenmanagement und

Informationspolitik stärkten nicht unbedingt das Vertrauen.

Dieser Vertrauensverlust in die eben noch als „Brückentechnologie“

entdeckte Kernenergie führte zu einer überraschenden

Reaktion der Bundesregierung: Nur wenige Monate nach

der Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke (KKW)

verkündete sie am 14. März 2011, drei Tage nach den ersten

Havariemeldungen, ein dreimonatiges Moratorium, während

dem alle 17 deutschen KKW überprüft und acht der KKW abgeschaltet

wurden bzw. blieben.

Final im Ergebnis beschloss am 30. Juni der Deutsche Bundestag

eine Novelle des Atomgesetzes; am 8. Juli stimmte

der Bundesrat zu. Durch die Gesetzesänderung verloren die

abgeschalteten acht KKW ihre Betriebsgenehmigungen. Für

die restlichen neun KKW wurde deren stufenweise Abschaltung

bis zum Jahr 2022 festgelegt, mit festen Enddaten für

jedes einzelne KKW.

Mit der rasanten Kehrtwende der deutschen Energiepolitik

sind im ersten Schritt vor allem die großen Stromkonzerne

betroffen. Diese bisher relativ stabilen Größen im Anlegermarkt

sind keine Garanten mehr für Kontinuität und Stabilität.

In einem sehr kurzen Zeitraum wurden langfristige

Strategien und Vorgehensweisen außer Kraft gesetzt. Neue

Strategien und neue Technologien sind gefragt, vieles wird

unter dem Schlagwort „Energiewende“ subsumiert.

Neben dem genannten, am 06. August 2011 in Kraft getretenen

„Dreizehnten Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes“

wurden eine Reihe weiterer Gesetze bzw. Gesetzesänderungen

zur Förderung bzw. Beschleunigung der Energiewende verabschiedet,

die überwiegend im August in Kraft traten. Dazu

zählen u.a. die Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes

(EnWG) sowie ein auf die Übertragungsnetze bezogenes

Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) zum Ausbau der

Stromnetz-Infrastruktur. Ein Änderungsgesetz zu dem im

Herbst 2010 aufgelegten Sondervermögen Energie- und Klimafonds

(EKFG) regelt die künftige Finanzierung des Fonds

aus den Einnahmen des Bundes aus der Versteigerung der

Emissionszertifikate anstelle der zuvor vorgesehenen Finan-

zierung durch die Kernkraftwerksbetreiber. Novelliert wurde

zudem per Gesetz vom 28. Juli das Erneuerbare-Energien-

Gesetz (EEG), mit einer Vielzahl von Änderungen, die zu ihrem

größten Teil mit Wirkung zum 01. Januar 2012 in Kraft

traten.

Losgelöst von dieser energiewirtschaftlichen Regelungsdichte

zeigte sich die konjunkturelle Entwicklung fast das ganze

Jahr hindurch in einer robusten Verfassung, die Deutschland

zur europäischen „Konjunkturlokomotive“ machte. Nach

einem Anstieg von 3,7 Prozent in 2010 stieg das deutsche

Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut Statistischem Bundesamt in

2011 preisbereinigt um 3,0 Prozent. Getragen vor allem auch

von einer gestiegenen Binnennachfrage wurde damit im Jahresverlauf

der während der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise

2008/09 verzeichnete stärkste wirtschaftliche Einbruch

der Nachkriegszeit wieder – deutlich – ausgeglichen. Zugleich

sank die staatliche Defizitquote – das „Haushaltsdefizit“–

von 4,3 Prozent in 2010 auf 1,0 Prozent des BIP in 2011

und lag damit wieder unter den nach den Maastricht-Kriterien

vorgesehenen maximalen 3,0 Prozent des BIP.

Günstig zeigte sich auch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Die Arbeitslosenquote ging gegenüber dem Vorjahr

von 6,8 Prozent auf 5,7 Prozent zurück. Dem gegenüber stand

allerdings ein durch die Krisenbewältigung ausgelöster dramatischer

Anstieg der deutschen Staatsverschuldung: Betrug

sie im Jahr 2008 noch 66 Prozent des BIP, so belief sich dieser

Wert in 2011 auf rd. 82 Prozent und lag damit erheblich

über dem nach dem Maastrichtvertrag zulässigen Maximalwert

von 60 Prozent des BIP.

Die deutsche Staatsverschuldung wurde aber völlig von der

europäischen Schuldenkrise in den Hintergrund gedrängt. Die

hier aufgespannten Euro-Rettungsschirme bereiten ein wachsendes

Unbehagen in der öffentlichen Diskussion, auch in anderen

Geberländern der Gemeinschaft. Besorgnis erregten die

zur Kriseneindämmung einzugehenden außerordentlichen,

künftig eher noch weiter steigenden Haftungsrisiken zu Lasten

künftiger Generationen, ohne dass bisher ein „Ende des

Tunnels“ in Sicht wäre. Fast schon als Getriebener der Finanzmärkte

denn als souverän Gestaltender gelang es der Politik

in 2011 dennoch, wichtige Beschlüsse zum finanziellen

Hilfe-Rahmen und der Durchsetzung strenger Haushaltsregeln

mehrheitlich auf den Weg zu bringen. Damit sind indes die

Sparvorgaben noch längst nicht umgesetzt, und noch immer

fehlen Wachstumsinitiativen als Motoren nachhaltigen Schuldenabbaus.

Diese Befürchtungen wirken naturgemäß auf die Gemeinschaftswährung.

Spekulationen gegen den Euro wie auch

wiederholte Down-Ratings der großen Rating-Agenturen

verschärften die Lage. Im Jahresverlauf gerieten auch die

großen südlichen Euro-Länder Italien und Spanien in den

Abwärtssog. Zum Jahresende waren mit wenigen Ausnahmen

die meisten der Euro-Länder, darunter Frankreich, von

Down-Ratings erfasst. Die Agentur Standard & Poor’s schloss

gegen Jahresende auch für Deutschland ein künftiges Down-

Rating nicht aus, unter Verweis auf die engen Verflechtungen

innerhalb Europas und die damit einhergehenden Gefahren

für Wirtschaft und Schuldenabbau in Deutschland.

An der Strombörse EEX lagen die Spotmarktpreise im Durchschnitt

über dem Vorjahresniveau, waren aber noch immer

weit entfernt von den erreichten extremen Niveaus vor Ausbruch

der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09. Die Stromfutures

erfuhren im Frühjahr einen deutlichen Preisschub

durch Fukushima und die Wende in der Atompolitik. Nach der

erfolgten Änderung des Atomgesetzes und angesichts hinreichender

Kraftwerkskapazitäten gingen die Future-Preise in

der zweiten Jahreshälfte zurück.

Wenig ausgeprägt waren die Preisbewegungen auf dem Kohlemarkt.

Zunächst legten die Preise auch hier gegenüber dem

Vorjahr noch sichtlich zu, gerieten dann insbesondere in den

letzten Jahresmonaten aber zunehmend unter Druck. Gegen

Jahresende lag das Preisniveau noch immer deutlich über

dem des Vorjahres. Die negativen Konjunkturperspektiven in

Europa wie auch der nur begrenzte Nachfragezuwachs im

asiatischen Raum waren hier von Einfluss.

Der Emissionshandel verlief überaus volatil. Nach Fukushima

kam es im Frühjahr zunächst zu einem merklichen Preisanstieg,

insbesondere bei den European Unit Amounts (EUAs).

Der weitere Jahresverlauf brachte einen unerwartet dramatischen

Preisverfall, der insbesondere in den letzten Jahresmonaten

an Fahrt zulegte. Gegen Jahresende sanken die

Emissionshandelspreise mit einem Preis von 6,75 EUR/t für

die 2. Handelsperiode (2008-2012) auf ein Rekordtief. Die

Gründe hierfür liegen in dem relativ großen Marktangebot an

Zertifikaten bei gleichzeitig ungünstigen europäischen Konjunkturperspektiven.

Für die Stadtwerke Flensburg war 2011 ein Jahr der veränderten

strategischen Ausrichtung und notwendiger Kurskorrektur.

Nach über eineinhalbjährigem Strategieprozess, bei

dem insbesondere alle Beteiligungen und sonstigen finanziellen

Engagements, aber auch die unternehmensinternen

Organisations- und Kostenstrukturen auf dem Prüfstand standen,

stimmten am 16. August Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung

der unter dem Titel „Energie im Wandel –

Kraft aus Kontinuität“ stehenden neuen Strategie einstimmig

zu. Am 1. September kam es dann zu deren Verabschiedung

durch die Ratsversammlung der Stadt Flensburg.

Mit der strategischen Neuorientierung wurden eine Reihe von

Fehlentwicklungen der bisherigen Strategie korrigiert und

zugleich eine Reihe neuer Schwerpunkte gesetzt. Die Gleichrangigkeit

der Strategieziele, die zu nicht auflösbaren Zielkonflikten

geführt hatte, wurde aufgegeben und durch eine

Zielpriorisierung bzw. Rangfolge der Ziele abgelöst. Verbindliche

„Pflichtziele“ sind künftig der Erhalt der Kommunalität

und die ökologische Ausrichtung des Unternehmens. Für die

weiteren Ziele gilt im Falle von Zielkonflikten eine Rangfolge

der Prioritäten. Der in der bisherigen Wachstumsstrategie verfolgte

Aufbau neuer Arbeitsplätze wurde gegenüber der Gewinnerzielung

zurückgestuft. Eine wieder stärkere regionale

Verankerung ist ein weiterer Eckpunkt der Neuausrichtung.

Da diese Refokussierung der Geschäftsaktivitäten nicht für

alle konsensfähig war, wurde mit Beschluss vom 13. April

2011 der Geschäftsführer Matthias Wolfskeil vom Aufsichtsrat

von seiner Geschäftsführungstätigkeit entbunden. Somit

geht mit der geschäftspolitischen auch eine personelle Neuausrichtung

einher. Damit befindet sich das Unternehmen in

guter Gesellschaft, denn in fast allen großen Energiekonzernen

wurden in 2011 bzw. werden in 2012 die Spitzenpositionen

neu besetzt.

Die Einhaltung der strategischen Zielvorgaben unterliegt

einer jährlichen Überprüfung, um so Zielabweichungen frühzeitig

erkennen und in dem sich schnell wandelnden Marktumfeld

rechtzeitig reagieren zu können. Eine umfassende

Neubewertung bzw. Überarbeitung der Strategie durch Aufsichtsrat,

Geschäftsführung und Gesellschafterversammlung

ist alle fünf Jahre vorgesehen.

Am 04. Mai gab der Aufsichtsrat der Stadtwerke Flensburg

den Vorplanungen zu dem auf Erdgasbefeuerung basierenden

Kraftwerksprojekt „Kessel 12“ seine grundsätzliche

Zustimmung. Damit fiel der Startschuss zur Umsetzung

des Projekts, das im Jahr 2016 mit dessen Inbetriebnahme

abgeschlossen werden soll. Die Prüfung mehrerer Projektvarianten

führte zur Entscheidung für eine in Kraft-

Wärme-Kopplung betriebene Gas- und Dampfturbinen-Anlage

(GuD-Anlage). Die geplante Anlage mit einer voraussichtlichen

Leistung von ca. 75 MW thermisch und ca. 70-75 MW

elektrisch ersetzt im Flensburger Heizkraftwerk zwei 1979

bzw. 1982 in Betrieb genommene kohlenstaubbefeuerte ältere

Kesselanlagen. Sie ist eine wichtige Komponente auf dem

Weg zu dem bis zum Jahr 2050 in Flensburg angestrebten

CO2-neutralen Kraftwerksbetrieb. Gegenüber der bisherigen

Kohlenstaubbefeuerung ermöglicht sie merkliche Emissionsreduktionen,

gerade auch in Bezug auf die klimaschädlichen

CO2-Emissionen. Die Umstellung von Kohle- auf Erdgasbetrieb

erlaubt einen schnellen, flexiblen Anlageneinsatz und

damit ein Einspringen zum Ausgleich kurzfristiger Strom-


16 Geschäftsbericht 2011 Lagebericht Stadtwerke Flensburg GmbH

Lagebericht Stadtwerke Flensburg GmbH Geschäftsbericht 2011 17

produktionslücken auf dem vermehrt durch fluktuierende

Wind- und Solarstrom-Erzeugungsanteile geprägten Regel-

energiemarkt. Ein vorhandener Wärmespeicher nimmt die

„gekoppelt“ erzeugte Wärme auf.

Mit dem Bau der GuD-Anlage gehen eine ganze Reihe von

Teilprojekten einher, darunter die Anbindung des Kraftwerks

an das überregionale Erdgasnetz, die Umrüstung eines bisher

schwerölbetriebenen Reserve-Kessels auf Leichtöl- und Gasbetrieb,

die Umrüstung und Automatisierung eines bisherigen

reinen Reserveheizwerks zur Wärmelieferung in winterlichen

Spitzenlastzeiten, wie auch weitere Prozessoptimierungen in

der Betriebsweise des Heizkraftwerks zugunsten von Ertragskraft

und Zukunftsfähigkeit der Flensburger Energieerzeugung.

Mit diesen Vorhaben und Maßnahmen ist die Strategie

hinsichtlich der Erzeugung am Standort Flensburg neu definiert

und für die nächsten Jahre fixiert.

Stromproduktionsüberschüsse auf dem Regelenergiemarkt

aufnehmen zu können, ist das Ziel eines in 2011 angelaufenen,

vergleichsweise deutlich kleineren Kraftwerksprojekts.

Errichtet wird beim Heizkraftwerk ein sogenannter „Elektrodenheizkessel“

mit einer geplanten elektrischen/thermischen

Leistung von ca. 35 MW. Dies ermöglicht es, auf dem Regelenergiemarkt

auftretende Stromüberschüsse vor allem aus der

fluktuierenden Windenergieeinspeisung kurzfristig zu absorbieren

und in thermische Energie in Form von heißem Wasser

umzuwandeln, welches dann in dem vorhandenen Wärmespeicher

zwischengespeichert wird.

„Kessel 12“ und Elektrodenheizkessel treten neben drei

vorhandene Kesselanlagen im Flensburger Heizkraftwerk

mit zirkulierender atmosphärischer Wirbelschichtfeuerung

(„ZAWSF“), in denen bereits ein Brennstoffmix verfeuert

wird: In den drei ZAWSF-Anlagen wurden neben dem Hauptbrennstoff

Kohle im Berichtsjahr 43.348 t Ersatzbrennstoffe

(EBS) mit ca. 55 Prozent enthaltenen biogenen Anteilen sowie

4.433 t Holzhackschnitzel (HHS) mitverbrannt. Dadurch

wurden fast 22.550 t Kohle verdrängt sowie ein Ausstoß von

über 31.800 t CO2 vermieden.

In seiner Sitzung am 06. Oktober hat sich der Gemeinderat

der an die Stadt Flensburg unmittelbar angrenzenden Nachbargemeinde

Harrislee (ca. 11.400 Einwohner) dazu entschieden,

die Stromnetzkonzession für das Gemeindegebiet an die

Stadtwerke Flensburg zu vergeben. Das Harrisleer Stromnetz

hat eine Länge von rd. 153 km, mit ca. 6.600 angeschlossenen

Zählpunkten. Dies bringt dem Netzgebiet der Stadtwerke

Flensburg einen Größenzuwachs um rd. 14 Prozent. Mit der

Gemeinde wurde am 16. Dezember ein Wegenutzungsvertrag

abgeschlossen.

Die Aktivitäten im 60 kV-Stromnetz der Stadtwerke Flensburg

standen ganz im Zeichen der Umgestaltung der sogenannten

„Südschnittstelle“ zum 110 kV-Netz der E.ON Netz GmbH.

Im Frühjahr des Berichtsjahrs wurden im Umspannwerk Süd

des Unternehmens zwei größere neue Transformatoren –

ein 62/60 kV-Schrägregeltransformator sowie ein 110/62

kV-Transformator – installiert und in Betrieb genommen.

Gemeinsam mit dem 110/62 kV-Transformator im Umspannwerk

Weding steht dem Flensburger Netz, das an das dänische

Netz angebunden ist, eine die Phasenverschiebung zwischen

den Netzen überbrückende zukunfts- wie leistungsfähige

Schnittstelle in das deutsche Stromnetz zur Verfügung. Die

Versorgungszuverlässigkeit für die Stadt Flensburg wurde

durch diese Ersatzinvestitionen erhöht, die Netzführung zugleich

wesentlich vereinfacht.

Der externe Stromabsatz des Unternehmens in fremde Netzgebiete

nahm auch in 2011 stark zu. Beträchtlich gewachsen ist

dabei insbesondere der Ökostromabsatz. In den Wochen nach

Fukushima entschieden sich 60-70 Prozent aller Neukunden

für Strom aus erneuerbaren Energien. Nahezu ein Viertel der

externen Stromkunden der Stadtwerke erhalten mittlerweile

Strom aus erneuerbaren Energien. In seinem Strom- und

Ökostromabsatz profitiert das Unternehmen von „weichen

Faktoren“ wie einem guten Image in punkto Servicequalität.

So hat das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) im

Berichtsjahr in einer im Auftrag des Magazins „Wirtschaftswoche“

durchgeführten umfangreichen Service- und Tarifstudie

unter 40 Stromanbietern die Stadtwerke Flensburg

jeweils als „bester überregional aktiver Stromanbieter 2011“

und als „bester überregional aktiver Ökostromanbieter 2011“

ausgezeichnet.

Der Wärmeabsatz lag demgegenüber deutlich unter dem des

ungewöhnlich kalten Vorjahres. Das Berichtsjahr fiel über

Erwarten warm aus. Die Jahres-Gradtagszahl lag so auch

um 15,4 Prozent unter der des Vorjahres, der Wert für den

Dezember-Monat wurde gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert

sogar um 33,3 Prozent unterschritten.

Ein wesentlicher Aspekt des Strategieprozesses war die

Überprüfung des bestehenden Beteiligungsportfolios, der

Konzernstruktur sowie der finanziellen Engagements insgesamt.

In diesem Rahmen ist die gehaltene Beteiligung an der

lettischen SIA Ventspils ENERGO an den Mehrheitsgesellschafter

veräußert worden. Damit endet dieser mehrjährige

Ausflug ins internationale Geschäft.

Im zweiten Quartal 2011 wurde damit begonnen, alle Funktionen

und Aufgaben, die die Semeco Service Metering

Competence GmbH im Rahmen einer Dienstleistung ausschließlich

für die Stadtwerke Flensburg erbringt, wieder in

diese zu reintegrieren. Die technischen Aufgabenbereiche

wurden in die Geschäftsbereiche Netze und Service integriert.

Die Dienstleistung der Netzentgeltabrechnung wurde gleichfalls

integriert. Nahezu alle Mitarbeiter der Semeco haben

einen neuen Arbeitsplatz bei den Stadtwerken erhalten und

sind in die Organisation und deren Prozesse integriert.

Der getroffene Beschluss, die SWF-Energie Service GmbH auf

die Stadtwerke Flensburg GmbH zu verschmelzen, wurde bis

zum 31.08.2011 umgesetzt. Dazu waren vielfältige Detailarbeiten

notwendig, um die rückwirkende Zusammenfassung

der beiden Gesellschaften buchhalterisch, steuerlich und

administrativ sauber darzustellen. Durch den engagierten

Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnte diese

Maßnahme erfolgreich abgeschlossen werden.

Im zweiten Halbjahr 2011 war die drohende Zahlungsunfähigkeit

der Beta-Biomethan Schuby GmbH – eine bisherige

Minderheitsbeteiligung im Beteiligungsportfolio – ein Thema,

das stark im Vordergrund stand. Die Beta-Biomethan erzeugt

Biogas aus Zuckerrüben, das in das überregionale Erdgasnetz

eingespeist wird. Da die Geschäftsentwicklung in keinster

Weise der geplanten Entwicklung folgte, musste in vielen Fällen

neu disponiert, neu entschieden und gestaltet werden.

Die Gestaltung, Verfolgung und Umsetzung der mit dem vormaligen

Mehrheitsgesellschafter getroffenen Vereinbarungen

und Absprachen in finanzieller, steuerlicher und rechtlicher

Hinsicht hat erhebliche Ressourcen gebunden.

Zum Ende des Geschäftsjahres wurde hier eine Lösung gefunden,

die zum Ergebnis hat, dass die Stadtwerke Flensburg

die kapitalmäßige Mehrheit der Gesellschaft erhält, direkte

Gesellschafterin wird und die kaufmännische und technische

Betriebsführung übernimmt. Nach einer ersten Sondierungsphase

sind entsprechende Maßnahmen eingeleitet, um die

Gesellschaft perspektivisch auf Kurs zu bringen. Das Geschäftsjahr

2012 wird dabei die Referenz für die zukünftige

Entwicklung darstellen.

Im Rahmen der oben genannten Übernahme der Mehrheitsbeteiligung

an der Beta-Biomethan Schuby GmbH ist eine

Trennung von der Hofkontor AG erfolgt. Die bestehende

Aktienbeteiligung wurde an ein anderes Unternehmen der

Hofkontor Gruppe veräußert, weitere finanzielle Verflechtungen

wurden zurückgeführt.

Darüber hinaus hat sich die Stadtwerke Gruppe vom finanziellen

Engagement bei der Trianel Kohlekraftwerk Krefeld

Projektgesellschaft mbH & Co. KG getrennt. Dieses Projekt

passt in seiner Gesamtheit nicht in die veränderte strategische

Ausrichtung der Stadtwerke.

Das Geschäft der MEISH Mittelständische Entsorgungsinitiative

Schleswig-Holstein GmbH, die Ersatzbrennstoffe (EBS)

für das Flensburger Heizkraftwerk aufbereitet, wurde auf

der Grundlage eines am 12./19. Dezember geschlossenen

Betriebspachtvertrags mit Wirkung zum 01.01.2012 an die

MBA Neumünster verpachtet. Aus dieser zunächst auf ein Jahr

ausgelegten Kooperation werden positive Synergieeffekte

erwartet.

B. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Die Stadtwerke Flensburg verzeichneten für das Jahr 2011

einen Jahresfehlbetrag von rd. 1,0 Mio. EUR nach Steuern.

Ergebnis bestimmend waren dabei vor allem die Wertkorrekturen

des Beteiligungsportfolios. Verluste und erforderliche

Wertberichtigungen führten zu einem negativen Finanzergebnis

in Höhe von -12,4 Mio. EUR (Vorjahr -11,1 Mio. EUR).

Allein 7,9 Mio. EUR entfallen davon auf Abschreibungen auf

Finanzanlagen.

Dem stand eine positive Entwicklung im operativen Geschäft

gegenüber. Der erfolgreiche Geschäftsverlauf in den Kernsegmenten

der Unternehmenstätigkeit hat sich in einem

Betriebsergebnis in Höhe von 14,5 Mio. EUR (Vorjahr

20,6 Mio. EUR) niedergeschlagen. Trotz deutlich niedrigerem

Wärmeabsatz im Vergleich zum Geschäftsjahr 2010 konnte somit

ein zufriedenstellendes Ergebnis im operativen Geschäft

erreicht werden.

Im Berichtsjahr wuchs der Unternehmensumsatz um

25,3 Mio. EUR bzw. rd. 8,4 Prozent weiter an. Erwirtschaftet

wurde, bereinigt um Strom- und Mineralölsteuer, ein Gesamtumsatz

von 326 Mio. EUR.

Hauptsächlicher Träger des Unternehmensumsatzes ist das

Stromgeschäft. Ausgelöst durch die japanische Atomkatastrophe

war insbesondere im zweiten Quartal ein sprunghafter

Kundenzuwachs zu verzeichnen, so dass im Schwerpunkt

abermals das Endkundengeschäft im Stromvertrieb für einen

Wachstumsschub sorgte. Mit rd. 27 Mio. EUR liegt der Umsatz

in diesem Geschäft über dem Vorjahreswert. Der Vertriebsabsatz

stieg in diesem Segment um 4,3 Prozent von 1.169

MWh auf 1.219 MWh. In den anderen Netzgebieten außerhalb

des eigenen Versorgungsgebiets nahm der Absatz des

Unternehmens um rd. 12 Prozent zu. Dagegen war im eigenen

Netzgebiet ein Absatzrückgang um rd. 12 Prozent hinzunehmen.

Zum einen zeigte sich eine inzwischen erkennbar gestiegene

Wechselbereitschaft bei den Haushaltskunden, zum

anderen war im Bereich der Mittelspannungs-Sondervertragskunden

durch Kundenverlust ein deutlicher Absatzrückgang

zu verzeichnen. Die Kunden- und Absatzverluste im eigenen


18 Geschäftsbericht 2011 Lagebericht Stadtwerke Flensburg GmbH

Lagebericht Stadtwerke Flensburg GmbH Geschäftsbericht 2011 19

Netzgebiet konnten indes im externen Stromgeschäft durch

starke Zuwächse bei den Haushaltskunden sowie bei den

Gewerbe- und Niederspannungssondervertragskunden mehr

als ausgeglichen werden. Die Gesamtzahl der außerhalb von

Flensburg versorgten Kunden hat sich um über 37.000 auf

über 117.000 zum Jahresende erhöht. Rund 73 Prozent des

Stromabsatzes wurde außerhalb des eigenen Versorgungsgebiets

realisiert (Vorjahr rd. 68 Prozent).

An den Zuwächsen war der Absatz von Ökostromprodukten

mit einer Steigerung um 45,1 GWh auf 80,6 GWh merklich

beteiligt. Der Ökostromabsatz erreichte dabei einen Anteil

von 6,6 Prozent am gesamten Stromabsatz des Unternehmens

(Vorjahr 3,0 Prozent).

Beim Umsatz im Strom-Endkundengeschäft machten sich –

neben den absatzbedingten Zuwächsen – realisierte Preisanpassungen

bemerkbar. Im Bereich der Stromhandelsaktivitäten

kam es ebenfalls zu einem Umsatzzuwachs gegenüber

dem Vorjahr. Über alle Aktivitäten des Strombereichs konnte

ein Umsatzplus von rd. 31,6 Mio. EUR erzielt werden.

Der in seiner Absatzhöhe stark witterungsabhängige Geschäftsbereich

Fernwärme konnte an die hohen Werte nicht

anknüpfen, die beim Wärmeabsatz im Vorjahr unter den Ausnahmebedingungen

ungewöhnlich strenger Winterverhältnisse

erreicht worden waren. Eine Preisanpassung begrenzte

indes den Umsatzrückgang. Bei einem um 16,3 Prozent gesunkenen

Fernwärmeabsatz von rd. 934,5 GWh wurde ein Umsatzvolumen

(56,3 Mio. EUR) um 3,8 Mio. EUR unter dem des

Vorjahres erreicht.

Im Wasserbereich lag das Absatzvolumen mit rd. 4,7 Mio. m3

rd. 2,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dabei wurde ein

Umsatz von 7,7 Mio. EUR erzielt. Im Gasbereich endete mit

Ende September die Belieferung des einzigen vertrieblichen

Kunden. Neben den Vertriebserlösen wurden im eigenen Netzgebiet

noch Gasnetzentgelte in Höhe von rd. 572 TEUR an

andere Versorger abgerechnet.

Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit einem Gesamtbetrag

von 13,1 Mio. EUR mit 2,7 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert.

Das lag insbesondere an gesunkenen Erträgen aus

finanziellen Strom- und Kohlegeschäften. Rückläufig waren

zudem die Erträge aus Kursdifferenzen sowie die sonstigen

anderen betrieblichen Erträge, bei denen sich ein gegenüber

dem Vorjahr geringerer Verkauf von Emissionszertifikaten ertragsmindernd

auswirkte. Höher als im Vorjahr waren demgegenüber

die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen

und die Erträge aus Anlagenabgängen und Zuschreibungen.

Der Materialaufwand – die bei weitem größte Aufwandsposition

im Unternehmen – überstieg mit rd. 244,1 Mio. EUR

um rd. 29,3 Mio. EUR bzw. 13,6 Prozent den Vorjahreswert.

Dieser Zuwachs basiert auf einem umsatzbedingten Mehraufwand

bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen. Das beachtliche

Absatzwachstum im externen Stromgeschäft findet

dabei in einem vermehrten börslichen wie außerbörslichen

Strombezug seinen aufwandsmäßigen Gegenpart. Der reine

Energiebezug für Strom lag rd. 16,6 Prozent über dem Vorjahr,

bei einem gestiegenen Preisniveau in der Strombeschaffung.

Auch sorgten höhere Kohlepreise dafür, dass sich trotz eines

geringeren Brennstoffeinsatzes im Heizkraftwerk ein Brennstoffaufwand

über den Vorjahreswerten ergab.

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen sind im Vorjahresvergleich

um rd. 3,7 Mio. EUR auf einen Gesamtwert

von 14,9 Mio. EUR gesunken. Größter Einzeleffekt waren mit

1,9 Mio. EUR entfallende Aufwendungen für bisher von der

Semeco Service Metering Competence GmbH erbrachte Leistungen,

da das diesbezügliche Geschäft im Jahresverlauf in

die Stadtwerke Flensburg GmbH reintegriert wurde.

Der Personalaufwand lag mit 36,8 Mio. EUR um

rd. 2,2 Mio. EUR über dem Vorjahr (34,6 Mio. EUR). Bei diesem

Anstieg machten sich die Maßnahmen zur Reintegration

der beiden Tochterunternehmen SWF-Energie Service GmbH

und Semeco Service Metering Competence GmbH bemerkbar,

deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zumeist übernommen

wurden. Zum Bilanzstichtag hatte das Unternehmen –

ohne Auszubildende – eine Personalstärke von 648 Mitarbeitern

(Vorjahr 605). Die Zahl der Auszubildenden betrug 63

(Vorjahr 66). Als einer der größten Ausbildungsbetriebe der

Region bilden die Stadtwerke Flensburg nach wie vor über

den eigenen Bedarf aus, bei einer Ausbildungsquote von

9,7 Prozent in 2011.

Die auf der linearen Methode basierenden Abschreibungen

auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens

und Sachanlagen entsprechen mit 14,7 Mio. EUR dem

Abschreibungsvolumen des Vorjahres.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich mit

32,2 Mio. EUR rd. 2,4 Mio. EUR bzw. 7,0 Prozent niedriger

als im Vorjahr. Der größte Effekt bei diesem Rückgang rührte

aus gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Mio. EUR geringeren Aufwendungen

aus finanziellen Sicherungsgeschäften her. Während

sich dabei die Aufwendungen für Strompreissicherungen

deutlich verringerten, schlugen ungünstige Kohlepreissicherungen

vermehrt zu Buche. Ein gegenläufiger Effekt ist die

auf erhöhter Rückstellungsbildung beruhende Zunahme der

sonstigen Aufwendungen um 1,5 Mio. EUR.

Im regulierten Stromnetzbereich wurde die für 2011 genehmigte

Erlösobergrenze mit den dort realisierten Umsatzerlösen

von rd. 22 Mio. EUR nicht ganz erreicht. Nach Abzug der

diesem Bereich zuzuordnenden Aufwendungen ergibt sich für

das abgelaufene Geschäftsjahr ein Jahresüberschuss in Höhe

von 1.424 TEUR (Vj. -490 TEUR). Investiert wurden in diesem

Bereich fast 4,6 Mio. EUR in den Stromverteilnetzbereich.

Im wirtschaftlich von untergeordneter Bedeutung – ebenfalls

regulierten – Gasnetzbereich wurden 572 TEUR erlöst. Damit

wurde die genehmigte Erlösobergrenze nahezu erreicht. Unter

Berücksichtigung der Aufwendung ergibt sich ein Jahresüberschuss

von rd. 27 TEUR. Investitionen erfolgten nicht.

Das Finanzergebnis hat sich mit -12,4 Mio. EUR um

rd. 1,3 Mio. EUR bzw. 11,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr

verschlechtert. Größter Posten waren mit 7,9 Mio. EUR die

Abschreibungen auf Finanzanlagen. Dabei handelt es sich

um die Wertberichtigung einer an die Konzerngesellschaft

Flensburger Förde Energiegesellschaft mbH gewährten stillen

Beteiligung. Weitere Einflussfaktoren waren ein Negativsaldo

aus den Erträgen aus Beteiligungen und Aufwendungen

aus Verlustübernahme in Höhe von -1,9 Mio. EUR (Vorjahr

1,0 Mio. EUR) sowie eine – leicht gesunkene – Zinsbelastung

in Höhe von 3,2 Mio. EUR.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von

2,1 Mio. EUR fällt deutlich geringer aus als im Vorjahr

(9,5 Mio. EUR). Negative Sondereffekte erwuchsen dabei,

über getroffene Wertkorrekturen und Rückstellungen, vor

allem aus dem – inzwischen in Restrukturierung befindlichen

– Beteiligungsgeschäft des Unternehmens. Ungünstige Nachwirkungen

ergaben sich auch für 2011 aus Preissicherungen,

die vor dem Krisenausbruch 2008 auf der Grundlage extrem

hoher Preisniveaus für die Folgejahre getroffen worden waren,

außerdem belasteten die gegenüber dem Vorjahr gestiegenen

Preise bei der Kohle- und Strombeschaffung, der wieder

stark rückläufige Fernwärmeabsatz sowie der Zuwachs in

der Personalstärke.

Aufgrund der steuerlich nicht zu berücksichtigenden Abschreibungen

auf Finanzanlagen ergibt sich ein höheres zu

versteuerndes Einkommen, woraus ein Steueraufwand in

Höhe von rd. 2,5 Mio. EUR resultiert.

Daraus ermittelt sich ein Jahresfehlbetrag von 990 TEUR

nach Steuern. Im Zuge von Vorabausschüttungen wurden

3,0 Mio. EUR gemäß Gewinnverwendungsvereinbarung an die

Gesellschafterin ausgeschüttet. Da die Gesellschafterin einen

Mindestrenditeanspruch hat, der nicht aus dem Jahresergebnis

bedient werden kann, wird die Ausschüttungserwartung

gemäß der bestehenden Vereinbarung aus den Gewinnrücklagen

realisiert.

Bei einer Bilanzsumme von 248.760 TEUR bestand zum

31.12.2011 ein Gesamtvermögen der Stadtwerke Flensburg

etwa auf dem Niveau des Vorjahresstichtags (252.127 TEUR).

Den größten Anteil am Gesamtvermögen hatte mit

188.644 TEUR bzw. 75,8 Prozent (Vorjahr 75,0 Prozent) das

Anlagevermögen. Im Anlagevermögen überwog dabei mit

einem Anteil von 83,9 Prozent (Vorjahr 77,5 Prozent) das

Sachanlagevermögen. Der relative Anteil des Finanzanlagevermögens

bewegte sich demgegenüber mit 14,2 Prozent

(Vorjahr 20,8 Prozent) deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Das Umlaufvermögen hatte einen Anteil von 59.777 TEUR

bzw. 24,0 Prozent (Vorjahr 24,8 Prozent) am Gesamtvermögen.

Hier haben wertmäßig die Kohlenbestände zugenommen,

wohingegen im Saldo die Forderungen deutlich gesunken sind.

Auf der Kapitalseite sind Stammkapital und Kapitalrücklagen

unverändert geblieben.

Die in der Bilanz dargestellten empfangenen Ertragszuschüsse

nehmen planmäßig ab.

Die Rückstellungen weisen einen Wert von 33.708 TEUR auf,

was eine Erhöhung von 4.578 TEUR zum Vorjahr bedeutet.

Die sonstigen Rückstellungen sind gegenüber dem Vorjahr um

6,4 Mio. EUR gestiegen.

C. Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag sind keine berichtspflichtigen

bzw. -würdigen Sachverhalte außerhalb der gewöhnlichen

Geschäftstätigkeit aufgetreten.

D. Chancen- und Risikobericht

Mit außerordentlich hohem gemeinschaftlichem Aufwand

gelang es, der Staatsschuldenkrise in den Ländern

der Eurozone, zumindest vorerst, wirksam entgegenzutreten.

Ein „Ende des Tunnels“ ist indes noch nicht

in Sicht. Die hohen Staatsverschuldungen bergen wesentliche

Gefahren für die wirtschaftliche und politische

Stabilität. Dies gilt vor allem für den Fall eines erneuten

großen Krisenausbruchs in den Finanzmärkten, da die finanziellen

Handlungsspielräume der Staatengemeinschaft zur Gegensteuerung

inzwischen ganz erheblich eingeschränkt sind.


20 Geschäftsbericht 2011 Lagebericht Stadtwerke Flensburg GmbH

Lagebericht Stadtwerke Flensburg GmbH Geschäftsbericht 2011 21

Eine latente Gefahrenquelle liegt in der bislang unzureichenden

internationalen Regulierung bzw. Neuordnung der

Finanzbranche. Das nach wie vor vorhandene Streben nach

schneller spekulativer Gewinnmaximierung hat zu einer erheblichen

Risikozunahme in den Finanzsystemen geführt und

letztlich eine zunehmende Abkopplung der Finanzmärkte von

der Realwirtschaft bewirkt. Es ist so auch nicht auszuschließen,

dass sich dramatische Fehlentwicklungen der Vergangenheit

künftig wiederholen. Die Finanzmärkte zeigen sich

derzeit noch keineswegs von den Wirkungen der globalen

Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008/09 nachhaltig erholt,

so dass von einem tatsächlichen Ende der Finanzkrise bislang

eigentlich noch immer kaum gesprochen werden kann.

Die Realwirtschaft, insbesondere die Industrie, sorgt sich um

die Zuverlässigkeit der Stromversorgung, erstmals nicht nur

in preislicher Hinsicht, sondern auch in der physikalischen

Belieferung. Bislang hatte die Bundesnetzagentur den Netzbetreibern

eine höchst zuverlässige Versorgung ihrer Verbraucher

bescheinigt. Allerdings erfasst die Bundesnetzagentur

lediglich Versorgungsunterbrechungen, die drei Minuten oder

länger dauern. In der Industrie können aber schon Unterbrechungen

der Stromversorgung mit einer Dauer von wenigen

Sekunden ganze Produktionsprozesse lahm legen. Gerade diese

kurzen Unterbrechungen häufen sich nach Darstellung der

Industrie.

Das Thema Netzausbau wird als ein wesentliches Element

der „Energiewende“ identifiziert. Ob hier in einer regulierten

Wertschöpfungsstufe die notwendige Flexibilität eines sich

stark verändernden Energiemarktes umgesetzt werden kann,

bleibt aktuell zumindest mit Fragezeichen versehen. Der Spagat

zwischen Regulierung und Wettbewerbsmarkt zeigt sich

hier auf hohem Niveau, wirkt sich auch für die Stadtwerke

Flensburg ganz konkret im Netzerwerb in der Nachbargemeinde

Harrislee aus. Welche terminlichen und finanziellen Entwicklungen

dieses Vorhaben nimmt, bleibt eine Herausforderung

für das Geschäftsjahr 2012.

Die Preisentwicklungen auf den für die Stadtwerke Flensburg

aktuell relevanten Märkten für Kohle und Strom erscheinen

derzeit auf gutem Niveau und ohne unbeherrschbare Volatilitäten.

Kritischer ist die Situation im Bereich der Emissionszertifikate.

Welcher Anteil hier spekulativ und welcher Anteil

durch realwirtschaftliche Überlegungen begründet ist, lässt

sich nicht identifizieren. Bisherige Marktpartner ziehen sich

teilweise aus diesem Geschäft zurück, damit können aber die

verbliebenen umso stärker Entwicklungen beeinflussen. Der

Handel mit CO2-Zertifikaten ist dem Aktienhandel sehr viel

ähnlicher als beispielsweise das Geschäft mit Strom oder Gas.

Dadurch ist das Geschäft für Banken attraktiv. Die Banken

bringen Liquidität in den Markt und glätten die Laufzeitkurve.

Aber auch hier sind die politischen Einflussnahmen wenig

kalkulierbar. Insbesondere die Einflussnahme auf diese Märkte

aus fiskalischen oder umweltpolitischen Gründen kann sich

stark auf das Marktgeschehen auswirken.

Die branchenspezifische Herausforderung der Energiewirtschaft

besteht somit darin, die vielfältigen rechtlichen und

regulatorischen Vorgaben umzusetzen, dieses auch vor dem

Hintergrund sich kurzfristig verändernder Langfristziele. Die

anlagenintensiv geprägte Energiebranche ist dabei auf eine

möglichst langfristige Planungssicherheit angewiesen. Zunehmendes

Gewicht haben dabei die auf EU-Ebene getroffenen

rechtlichen Vorgaben. Dies vor allem in der Umsetzung

der Themen EU-Binnenmarkt und Klimaschutz in nationales

Recht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist es zu vielfältigen

Änderungen in den rechtlichen Rahmenbedingungen

gekommen.

Im Zuge der Umsetzung des 3. EU-Binnenmarktpakets Energie

in nationales Recht und der Umsetzung der von der Bundesregierung

beschlossenen Energiewende ist am 4. August 2011

eine Novelle zum deutschen Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)

in Kraft getreten, mit der eine Vielzahl von Änderungen gegenüber

dem bisherigen Rechtsrahmen einhergehen, u. a. zu

Entflechtung, Messwesen, Objektnetzen, Vebraucherschutz

und Netzübernahmen. Entsprechende Folgeänderungen in den

auf das EnWG bezogenen Verordnungen sind im Jahresverlauf

2012 zu erwarten.

Eine in 2011 verabschiedete Novelle zum Erneuerbare-Energien-Gesetz

(EEG) ist zum 1. Januar 2012 in Kraft getreten.

Ziel der Novelle ist es, den Anteil der erneuerbaren Energien

an der Stromversorgung weiter zu erhöhen, mindestens auf

35 Prozent bis 2020, 50 Prozent bis 2030, 65 Prozent bis

2040 und 80 Prozent bis 2050, und die jeweiligen Strommengen

in das Elektrizitätsversorgungssystem zu integrieren.

Das EEG 2009 hatte demgegenüber als konkrete Zielgröße

einen angestrebten Anteil der erneuerbaren Energien an der

Stromversorgung von 30 Prozent bis 2020 benannt. Die Novelle

2012 enthält eine Vielzahl von Anpassungen und neuen

Akzentsetzungen in der Fördersystematik.

In Umsetzung einer entsprechenden EU-Richtlinie hat der

Bundestag im Juni 2011 ein „CCS-Gesetz“ zur Abscheidung

und unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid (CO2) beschlossen.

Das Gesetz fand indes im Bundesrat keine Mehrheit,

eine Einigung im Vermittlungsausschuss zeichnet sich

bisher nicht ab. Die von der EU gesetzte Frist zur nationalen

Umsetzung der Richtlinie ist Mitte 2011 abgelaufen. Angesichts

der bestehenden unterschiedlichen Auffassungen

in den Ländern und einer bisher mangelnden öffentlichen

Akzeptanz unterirdischer CO2-Speicherung ist indes die

Realisation des Gesetzes derzeit fraglich. Die Frage künftiger

CO2-Speicherung ist von erheblicher Relevanz für die

künftige Wirtschaftlichkeit herkömmlicher Kraftwerke, da der

CO2-Ausstoß in der Atmosphäre über das Emissionshandelssystem

zunehmend mit Kosten belastet wird.

Für das Jahr 2012 ist eine Novellierung des Kraft-Wärme-

Kopplungs-Gesetzes (KWKG) geplant. Ein diesbezüglicher

Gesetzesentwurf der Bundesregierung liegt seit Ende 2011

vor. Dessen Behandlung in Bundestag und Bundesrat ist für

die erste Jahreshälfte vorgesehen. Ziel ist es, den Anteil

der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) an

der gesamten Stromerzeugung von derzeit 15,4 Prozent auf

25 Prozent bis zum Jahr 2020 zu erhöhen – gegenüber einem

zu erwartenden KWK-Stromanteil von rd. 20 Prozent bis 2020

bei unveränderter Förderung in dem bisherigen Rechtsrahmen.

Nach der jetzigen Planung ist ein Inkrafttreten des

KWKG im Spätsommer 2012 angedacht. Der derzeitige Novellen-Entwurf

sieht u.a. eine höhere Einspeisevergütung für

den in Neuanlagen in KWK erzeugten Strom vor, und erstmals

auch eine Förderung des Baus von Wärmespeichern.

Der Emissionshandel ist ein zentrales wie wirkungsvolles

Steuerungsinstrument der europäischen Klimapolitik. Eine

Novelle zum deutschen Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz

(TEHG) ist am 28.07.2011 in Kraft getreten, am 27.09.2011

folgte eine diesbezügliche Verordnung über die Zuteilung

von Treibhausgas-Emissionsberechtigungen in der Handels-

periode 2013 bis 2020 (ZuV 2020). Mit diesen Regelungen

wird die geltende novellierte EU-Emissionshandelsrichtlinie

2009/29/EG in nationales Recht umgesetzt.

Auf der Grundlage der getroffenen Neuregelungen haben die

Stadtwerke Flensburg ihren Zuteilungsantrag für die 3. Emissionshandelsperiode

für das Flensburger Heizkraftwerk einschließlich

Reserveheizwerken gestellt und den Antrag bei

der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) beim Umweltbundesamt

fristgerecht eingereicht.

Die Stadtwerke Flensburg sind aufgrund der betriebenen

Energieerzeugung in Kraft-Wärme-Kopplung im Rahmen der

bis Ende 2012 reichenden 2. Emissionshandelsperiode von

verschärften Regelungen wenig betroffen. Deutlich höhere

Belastungen für das Unternehmen bringt indes die von 2013

bis 2020 reichende 3. Handelsperiode, deren Eckpunkte

nun auch auf der nationalen Ebene fixiert wurden. In der

3. Periode werden vom Grundsatz her Emissionszertifikate

nicht mehr frei vergeben, sondern versteigert. Bei einer

Energieerzeugung in Kraft-Wärme-Kopplung sind Emissionszertifikate

vom Beginn der 3. Periode an für den kompletten

Anteil der Stromerzeugung zu erwerben. Für den Anteil der in

Kraft-Wärme-Kopplung erzeugten Wärmeproduktion wird da-

gegen eine anfänglich weitgehend kostenlose Zuteilung von

Zertifikaten bis zum Jahr 2020 stufenweise auf 30 Prozent –

und dann bis 2027 auf Null – reduziert, sodass am Ende auch

diese Zertifikate vollständig zu erwerben sind. Der verfolgte

Energiemix im Flensburger Heizkraftwerk, die geplante Umstellung

zweier alter kohlestaubbefeuerter Kesselanlagen auf

eine erdgasbefeuerte GuD-Anlage wie auch das Engagement

des Unternehmens im Bereich erneuerbarer Energien tragen

zu einem sinkenden Bedarf des Unternehmens an Emissionszertifikaten

bei.

Der Klimaschutz ist mittlerweile ein zentraler Bereich staatlicher

Regulierung. Einigkeit besteht quer durch die politischen

Lager zumindest wohl darin, dass die Energiewirtschaft

möglichst schnell in ein neues „Zeitalter der erneuerbaren

Energien und Energieeffizienz“ hineinfinden muss. Über diesen

grundsätzlichen Leitgedanken hinaus finden sich jedoch

viele unterschiedlich motivierte Interessenlagen, die auf die

langfristig angelegte Infrastruktur der Energiewirtschaft einwirken.

Die mit den Legislaturperioden wechselnden Handlungsfelder

in diesem Rahmen gefährden letztendlich eine

effiziente, sichere und wirtschaftliche Energieversorgung.

Die Energiepolitik postuliert die Gleichwertigkeit der Ziele

Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit/

Wettbewerbsfähigkeit. Ein zunehmend harter Wettbewerb auf

den Strom- und Gasmärkten, immer striktere regulatorische

Vorgaben zur Kostensenkung im Netzbereich, ein stark zugenommener

Bürokratieaufwand wie auch eine sehr hohe öffentliche

Erwartungshaltung hinsichtlich niedriger Energiepreise

kennzeichnen die Situation. Anderseits haben nachhaltige

Investitionen in den Klimaschutz und in die Versorgungssicherheit

ihren Preis. Ein allzu harsch vorangetriebener, mit

sinkenden Margen einhergehender Anbieterwettbewerb in

Verbindung mit immer bürokratischeren Strukturen wirkt sich

insofern kontraproduktiv aus im Hinblick auf das Erreichen

der ja überaus ehrgeizigen Ziele der Klimapolitik, die nicht

nur postuliert, sondern auch finanziert und umgesetzt werden

müssen. Ein tatsächliches Erreichen der anspruchsvollen

klimapolitischen Ziele ist so auch bisher noch keineswegs

sichergestellt.

Ob und welche Handlungsalternativen den kommunalen Unternehmen,

welche sich im privatwirtschaftlichen Wettbewerbsumfeld

behaupten müssen, in der Zukunft zur Verfügung

stehen, stellt eine offene Frage dar. Die Grundgeschäfte

der Unternehmen sind den üblichen gesamtwirtschaftlichen,

energiewirtschaftlichen und wettbewerblichen Chancen und

Risiken ausgesetzt. Um hier mithalten zu können, gilt es in

einem sich schnell ändernden Umfeld, eine ebenso flexible

Anpassung der internen Strukturen, Denk- und Arbeitsweisen

umzusetzen. Unter dem Eindruck der aktuellen Arbeitsmarkt-


22 Geschäftsbericht 2011 Lagebericht Stadtwerke Flensburg GmbH

Lagebericht Stadtwerke Flensburg GmbH Geschäftsbericht 2011 23

situation, dem demographischen Wandel und einer in weiten

Teilen nicht anforderungsgerechten Bildungspolitik entstehen

insbesondere im personellen Bereich starke Herausforderungen.

Diese für alle Unternehmen mehr oder weniger geltenden

Rahmenbedingungen könnten den Standort Flensburg

besonders in seiner Grenzlage und fern jedes Ballungsgebiets

treffen.

Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung „Energie im

Wandel – Kraft aus Kontinuität“ wurden in 2011 eine Vielzahl

von Maßnahmen und Aufgaben mit dem Ziel einer nachhaltigen

Stärkung der Zukunftsfähigkeit der Stadtwerke Flensburg

beschlossen.

Ziel der bisherigen Wachstumsstrategie des Unternehmens

war die Generierung von Wachstum durch den forcierten Aufbau

neuer Geschäftsfelder, wodurch zugleich unvermeidliche

wettbewerbsbedingte Verluste in traditionellen Geschäftsfeldern

aufgefangen werden sollten. Die in diesem Zusammenhang

in den Ausbau des Beteiligungsgeschäfts gesetzten

Erwartungen erfüllten sich indes, zumindest bei einem Teil

der Beteiligungen, nicht. Getroffene Annahmen zum Zeitbedarf

der Anlaufphasen neuer Geschäftsaktivitäten und zum

Kapitalbedarf bei der Anschubfinanzierung mussten vor dem

Hintergrund des schnellen Wandels der Marktverhältnisse und

des rechtlich-regulatorischen Umfelds inzwischen mehrfach

korrigiert werden.

In einer intensiv durchgeführten Strategieevaluation wurde

das bestehende Beteiligungsgeschäft mit seinen jeweiligen

Chancen und ergebnisbelastenden Risiken eingehend analysiert.

Im Resultat des Strategieprozesses wurde eine weitreichende

Neustrukturierung des Beteiligungsgeschäfts beschlossen,

mit, wo immer nötig, klar gesetzten Schnitten zur

bisherigen Strategie.

Bei dieser Neuausrichtung steht die Ergebnisstärkung eher als

Umsatzwachstum und Arbeitsplatzaufbau im Fokus. Vorgesehen

ist eine stärkere Fokussierung auf das Kerngeschäft der

Energie- und Wasserversorgung, dies mit einem besonderen

Gewicht auf der regionalen Verankerung des Unternehmens.

Wichtige Schritte wurden im Zuge der Neustrukturierung des

Beteiligungsgeschäfts in 2011 bereits umgesetzt, weitere

Maßnahmen folgen in den nächsten Geschäftsjahren. Die Ergebnisrisiken

des Beteiligungsgeschäfts werden sich künftig

deutlich günstiger darstellen, da erforderliche Wertkorrekturen

in erheblichem Umfang bereits vorgenommen worden

sind. Im Rahmen ihrer neuen Ausrichtung werden sich die

Stadtwerke Flensburg auch künftig über Beteiligungen im Bereich

erneuerbare Energien und Energieeffizienz wie auch im

Bereich regionaler Infrastrukturdienstleistungen engagieren.

Als eine nach innen wirkende Maßnahme wurde in 2011 die

Unternehmensorganisation an künftige Anforderungen angepasst.

Die vorgenommenen Änderungen in der Geschäftsbereichs-

und Abteilungsgliederung tragen den Herausforderungen

der bevorstehenden großen Investitionen im

Kraftwerksbereich Rechnung, anderseits aber auch kaufmännischen

wie vertrieblichen Belangen.

Angegangen wurden insbesondere auch Effizienz- und Transparenzverbesserungen

in den internen Berichtsstrukturen.

Wesentliche Umsetzungs- und Anpassungsarbeiten werden

hier in den nächsten Jahren noch zu leisten sein. Dies gilt

besonders auch für die eingesetzten IT-Instrumente im Unternehmen,

die im Hinblick auf eine zukunftssichere adäquate

Abbildung der Energieprozesse und internen Steuerungs-

systeme weiterzuentwickeln sind.

Hinsichtlich der Erzeugungsanlagen des Flensburger Heizkraftwerks

gilt es, operative Risiken aus der Anlagenverfügbarkeit

zu erkennen und zu steuern. Hier stehen seit längerem

größere Ersatzinvestitionen an.

Mit den Erneuerungsinvestitionen im Kraftwerksbereich vollzieht

das Unternehmen zugleich einen Paradigmenwechsel

in seiner Erzeugungsphilosophie. Dessen Grundlage ist ein

perspektivisch zu erwartender rückläufiger Wärmeabsatz. Angesichts

einer im Flensburger Raum bei der Fernwärme bestehenden

98-prozentigen Anschlussdichte machen die im Rahmen

der Energiewende angestrebten Effizienzsteigerungen

häuslicher Wärmedämmungen wie auch die klimatische Erwärmung

einen auf längere Sicht zunehmenden Rückgang

der Wärmenachfrage wahrscheinlich. Dem tragen schlankere

Erzeugungskapazitäten Rechnung: Wurde bisher die gesamte

Wärmelast vollständig im Flensburger Heizkraftwerk erzeugt,

so werden extreme Wärmelastspitzen künftig dezentral abgedeckt.

E. Risikomanagementziele und Methoden

Die Stadtwerke Flensburg verfügen über ein Risikomanagementsystem,

welches mehrmals jährlich aktualisiert wird.

Darüber hinaus sieht das Risikomanagementsystem im Bedarfsfall

eine Ad-hoc-Berichterstattung vor. Ein wesentliches

Ziel ist insbesondere die Risikominimierung im Bereich der

Beschaffung von Energie. Hierzu zählt vor allem der Einkauf

von Kohle und Strom. Dieser Einkauf erfolgt mittelfristig anhand

des geplanten Bedarfs. Darüber hinaus werden Risiken

im Bereich der Währungsschwankungen mittels Sicherungsgeschäften

abgefangen. Hinsichtlich der Bewertung der einzelnen

Produkte wird auf die Angaben zu den Bewertungseinheiten

im Anhang verwiesen.

F. Ausblick

Das Geschäftsjahr 2012 ist das erste volle Geschäftsjahr

unter den geänderten Vorzeichen der beschlossenen strategischen

Neuausrichtung. Zu rechnen ist mit einem „normalisierten“

positiven Ergebnis, das aus dem operativen

Geschäft getragen wird. Da in dem Beteiligungsgeschäft

erhebliche Wertkorrekturen bereits vorgenommen wurden,

sind von dieser Seite aus deutlich geringere Belastungen des

Finanzergebnisses zu erwarten. Geplant sind Umsatzzuwächse

vor allem im Endkunden-Stromgeschäft. Der intensivierte

Wettbewerb führt auch in 2012 zu weiteren Veränderungen

in der Kundenstruktur. Dabei sind steigende Kundenverluste

im eigenen Netzgebiet hinzunehmen, die aber wohl durch

Kunden-Hinzugewinne in anderen Netzgebieten sehr gut

kompensiert werden können.

Die Umsatzerwartung im Fernwärmegeschäft orientiert sich

an den Durchschnittswerten der letzten fünf Jahre. Den

Ausschlag für die Absatzhöhe geben indes die letztendlich

unvorhersehbaren Witterungsverhältnisse in den jeweiligen

Heizperioden.

Neben diesen „großen“ Absatztrends kommen auch aktuelle

Preisanpassungen bei Strom, Fernwärme und Wasser beim

Unternehmensumsatz zum Tragen. Dabei schlägt – als „Durchlaufposten“

– besonders auch die zum 01.01.2012 erfolgte,

an die Stromkunden weitergereichte Erhöhung der EEG-Umlage

zu Buche. Die Ertragslage wird durch die Konditionen

der Strombeschaffung für den externen Vertrieb wesentlich

mitbestimmt.

Auch in den nächsten Jahren werden das Strom- und das

Fernwärmegeschäft den Unternehmensumsatz bestimmen.

Der Fernwärmeabsatz birgt dabei, angesichts einer fast vollständigen

Anschlussdichte im Flensburger Raum allenfalls

noch Zuwachsmöglichkeiten im nahen Flensburger Umland

diesseits und gegebenenfalls jenseits der deutsch-dänischen

Landesgrenze. Bei nicht unerheblichen Ausbaukosten der

Fernwärme hängt die Rentabilität der Umland-Engagements

ganz wesentlich davon ab, welche Absatzmengen gesichert

werden können und wie sich die Fernwärme gegenüber den

Konkurrenzenergien behaupten kann. Die Erhaltungsaufwendungen

des älter werdenden Flensburger Bestandsnetzes der

Fernwärme steigen derzeit an.

Im überregionalen Stromgeschäft liegen weiterhin interessante

Wachstumschancen, wenn auch hier ein immer intensiverer

und rauerer Wettbewerb künftig noch engere Margen

im Endkundengeschäft erwarten lässt.

Der Kostendruck auf Netzbetreiber lässt die künftigen Ergebnisbeiträge

des Netzbereichs eher gering erwarten.

Marktchancen eröffnen sich im Bereich der Energie-Eigen-

erzeugung im Flensburger Heizkraftwerk wie auch beim Ausbau

der erneuerbaren Energien, wobei in den kommenden

Jahren die Stromproduktion auf Basis fossiler Brennstoffe

zunehmend durch Kosten des Emissionshandels belastet

sein wird.

Mitentscheidend für den Unternehmenserfolg in den nächsten

Jahren wird sein, inwieweit es insbesondere auch gelingt,

die finanziellen Spielräume für die anstehenden großen

Erneuerungs-Investitionen adäquat zu sichern, durch die

indes die Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit des Erzeugungsstandorts

wesentlich gestärkt wird.

Ein besonderes Kapital sind die Maßnahmen zur Förderung

und Bindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens,

deren Professionalität, hohe Motivation und Flexibilität

für den Unternehmenserfolg unverzichtbar sind.


24 Geschäftsbericht 2011 Bilanz Stadtwerke Flensburg GmbH

Bilanz Stadtwerke Flensburg GmbH Geschäftsbericht 2011 25

Bilanz

Stadtwerke Flensburg GmbH zum 31. Dezember 2011

AKTIVSEITE Anhang-Nr. 31.12.2011 in EUR Vorjahr in EUR

A. Anlagevermögen (1) 188.644.222,06 189.118.104,38

I. Immaterielle Vermögensgegenstände 3.593.236,09 3.231.451,89

1. Nutzungsrechte

2. Geleistete Anzahlungen

2.113.762,37 2.847.316,37

auf immaterielle Vermögensgegenstände 1.479.473,72

384.135,52

II. Sachanlagen

1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten

158.332.716,13 146.635.692,51

einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken

25.442.868,64

24.133.692,06

2. Technische Anlagen und Maschinen 115.079.554,04 107.320.329,76

3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.456.685,32 7.557.383,32

4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 10.353.608,13 7.624.287,37

III. Finanzanlagen (2) 26.718.269,84 39.250.959,98

1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.296.016,40 3.537.015,40

2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.230.000,00 13.387.997,14

3. Beteiligungen 18.505.283,72 19.522.122,56

4. Wertpapiere des Anlagevermögens 2.022.607,59 2.022.607,59

5. Sonstige Ausleihungen 664.362,13 781.217,29

B. Umlaufvermögen 59.776.599,12 62.573.199,66

I. Vorräte 15.429.781,69 14.039.988,14

1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 13.915.313,44 12.379.043,06

2. Emissionsrechte 1.035.000,00 1.135.000,00

3. Unfertige Leistungen 416.451,25 436.770,43

4. Fertige Erzeugnisse 63.017,00 89.174,65

II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (3) 29.305.098,60 35.491.380,25

1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (4) 18.498.388,18 22.575.779,94

2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen

3. Forderungen gegen Unternehmen,

4.103.592,74 5.110.941,95

mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

0,00

19.568,66

4. Sonstige Vermögensgegenstände

III. Kassenbestand, Guthaben

6.703.117,68 7.785.089,70

bei Kreditinstituten und Schecks 15.041.718,83 13.041.831,27

C. Rechnungsabgrenzungsposten 338.827,30 435.461,94

248.759.648,48 252.126.765,98

PASSIVSEITE Anhang-Nr. 31.12.2011 in EUR Vorjahr in EUR

A. Eigenkapital 112.048.293,96 116.038.070,23

I. Gezeichnetes Kapital 56.000.000,00 56.000.000,00

II. Kapitalrücklage 14.249.271,66 14.249.271,66

III. Gewinnrücklagen (5) 42.788.798,57 45.248.030,47

IV. Bilanzverlust/-gewinn -989.776,27 540.768,10

B. Empfangene Ertragszuschüsse (6) 6.300.732,32 7.485.575,92

C. Rückstellungen

1. Rückstellungen für Pensionen

33.707.849,36 29.129.896,97

und ähnliche Verpflichtungen

3.777.766,00

3.798.543,00

2. Steuerrückstellungen 1.222,01 1.775.890,10

3. Sonstige Rückstellungen (7) 29.928.861,35 23.555.463,87

D. Verbindlichkeiten (8) 96.090.901,69 98.707.194,21

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 66.357.536,41 71.071.538,07

2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 941.057,81 1.213.156,20

3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.686.426,89 6.783.222,19

4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,

(9) 3.078.503,61 3.855.005,31

mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00

2.191,00

6. Sonstige Verbindlichkeiten

(davon aus Steuern:

10.647.267,62 EUR, Vj: 10.266.639,73 EUR)

(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit:

(10)

3.314,07 EUR, Vj: 0,00 EUR)

15.027.376,97

15.782.081,44

E. Rechnungsabgrenzungsposten 611.871,15 766.028,65

248.759.648,48 252.126.765,98

25


26 Geschäftsbericht 2011 Gewinn- und Verlustrechnung Stadtwerke Flensburg GmbH Anhang Stadtwerke Flensburg GmbH Geschäftsbericht 2011 27

Gewinn- und Verlustrechnung

Stadtwerke Flensburg GmbH

für die Zeit vom 1. Januar

bis 31. Dezember 2011

Anhang-Nr. 2011 in EUR Vorjahr in EUR

1. Umsatzerlöse (11) 326.154.231,94 300.900.332,80

Umsatzerlöse mit Strom- und Erdgassteuer

350.009.950,33

321.583.969,63

abzüglich Strom- und Erdgassteuer

2. Erhöhung/Minderung des Bestandes

23.855.718,39

20.683.636,83

an unfertigen Leistungen und fertigen Erzeugnissen -42.921,18

368.490,88

3. Andere aktivierte Eigenleistungen 3.131.992,98 2.207.677,60

4. Sonstige betriebliche Erträge (12) 13.098.081,85 15.803.256,16

342.341.385,59 319.279.757,44

5. Materialaufwand 244.132.574,52 214.818.195,04

a. Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (13) 226.282.149,25 195.310.814,89

b. Aufwendungen für Emissionsrechte 2.936.750,00 909.656,00

c. Aufwendungen für bezogene Leistungen 14.913.675,27 18.597.724,15

6. Personalaufwand 36.821.936,56 34.616.228,78

a. Löhne und Gehälter

b. Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung

und für Unterstützung (davon für Altersversorgung:

28.320.645,82 26.341.434,49

2.726.448,47 EUR, Vj: 2.639.805,42 EUR)

7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände

8.501.290,74 8.274.794,29

des Anlagevermögens und Sachanlagen 14.696.715,24 14.642.738,97

8. Sonstige betriebliche Aufwendungen (14) 32.204.287,79 34.619.807,38

a. Konzessionsabgabe 6.017.389,57 6.460.464,02

b. Übrige Aufwendungen 26.186.898,22 28.159.343,36

9. Erträge aus Beteiligungen

(davon aus verbundenen Unternehmen:

506.047,33 EUR, Vj: 1.118.783,62 EUR)

(davon aus Gewinnabführung:

327.855.514,11 298.696.970,17

506.047,33 EUR, Vj: 1.118.783,62 EUR)

10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen

des Finanzanlagevermögens

(davon aus verbundenen Unternehmen:

539.792,58

1.193.409,44

175.735,73 EUR, Vj: 216.491,78 EUR)

205.511,88

255.495,03

11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

(davon aus verbundenen Unternehmen:

(15)

111.904,01 EUR, Vj: 98.953,38 EUR)

408.261,77

287.724,65

12. Abschreibungen auf Finanzanlagen (16) 7.900.000,00 7.280.000,00

13. Aufwendungen aus Verlustübernahme

14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

(davon an verbundene Unternehmen:

2.405.173,38 2.194.458,06

0,00 EUR; Vj: 0,00 EUR) 3.210.734,33

3.322.250,48

-12.362.341,48 -11.060.079,42

15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 2.123.530,00 9.522.707,85

16. Außerordentlicher Ertrag 0,00 0,00

17. Außerordentlicher Aufwand

(17)

(davon aus BilMoG: 0,00 EUR; Vj: 399.409,00 EUR)

0,00

399.409,00

18. Außerordentliches Ergebnis 0,00 -399.409,00

2.123.530,00 9.123.298,85

19. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.464.431,27 5.112.862,75

20. Sonstige Steuern 648.875,00 450.192,26

3.113.306,27 5.563.055,01

21. Jahresfehlbetrag/-überschuss -989.776,27 3.560.243,84

22. Verrechnung Verlustvortrag 0,00 19.475,74

23. Vorabausschüttungen 0,00 3.000.000,00

24. Bilanzverlust/-gewinn -989.776,27 540.768,10

Anhang

Stadtwerke Flensburg GmbH

I. Angaben zur Form und Darstellung von Bilanz

bzw. Gewinn- und Verlustrechnung

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2011 wurde nach

den Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt.

Für die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde

das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt.

II. Erläuterungen zu den Positionen von Bilanz

sowie Gewinn- und Verlustrechnung

bezüglich Ausweis, Bilanzierung und Bewertung

1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen

sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert

um planmäßige Abschreibungen angesetzt.

Auf die in den Herstellungskosten enthaltenen eigenen

Leistungen werden angemessene Material- und Fertigungsgemeinkostenzuschläge

berechnet. Bei Zugängen vor 2008

wurde, soweit zulässig, die degressive Abschreibungsmethode

angewandt. Ab dem Jahr 2008 erfolgen die Abschreibungen

nach der linearen Methode. Aufgrund untergeordneter Bedeutung

für die Stadtwerke Flensburg GmbH werden in der

Handelsbilanz die steuerlichen Regelungen des § 6 Abs. 2 a

EStG übernommen. Im Bereich des Anlagevermögens wird ein

Festwert gemäß § 240 HGB geführt.

Kapitalzuschüsse werden von den Anschaffungskosten des

Anlagevermögens abgesetzt. Empfangene Ertragszuschüsse

werden seit dem Jahr 2003 ebenfalls unmittelbar von den

Anschaffungs- und Herstellungskosten abgesetzt und gesondert

im Anlagenspiegel ausgewiesen.

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten, ggf. vermindert

um Abschreibungen nach § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB

ausgewiesen.

Die Vorräte sind zu fortgeschriebenen durchschnittlichen Anschaffungs-

bzw. Herstellungskosten bewertet. Soweit erforderlich,

wurden Abschreibungen gem. § 253 Abs. 4 Satz 1

HGB vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum

Nennwert unter Berücksichtigung des erkennbaren Ausfallrisikos

bewertet.

Die Gesamtdifferenzbetrachtung der Latenzposten ergibt zum

Bilanzstichtag einen Aktivüberhang. Auf eine Bilanzierung

wird durch Ausübung des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1

Satz 2 HGB verzichtet. Die aktiven latenten Steuern beruhen

im Wesentlichen aus der Rückstellung für Deputate und

aus der Bildung von Drohverlustrückstellungen, die passiven

latenten Steuern ergeben sich aus gebildeten Rücklagen

nach § 6b EStG und Rücklagen für Ersatzbeschaffung gemäß

R 6.6 EStR. Der Berechnung der latenten Steuern liegt ein

Steuersatz von 29,94 Prozent zu Grunde.

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und Deputate

erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren

unter Berücksichtigung der Heubeck-Richttafeln 2005 G.

Der Rückstellung für Pensionen liegt ein Rechnungszinssatz

von 5,13 Prozent, eine Einkommenssteigerungsrate von

2,5 Prozent, eine Lebenshaltungskostensteigerungsrate von

1,0 Prozent, eine Anpassungsrate der laufenden Renten von

1,0 Prozent sowie eine Fluktuationsquote von 1,0 Prozent

zu Grunde. Die Rückstellung für Deputate berücksichtigt einen

Rechnungszinssatz von 5,13 Prozent, eine Preissteigerungsrate

von 1,5 Prozent sowie eine Fluktuationsquote von

1,0 Prozent.

Die übrigen Rückstellungen sind nach Berücksichtigung erkennbarer

Risiken in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt

worden, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung

notwendig ist. Die Rückstellung für Altersteilzeit wurde unter

Berücksichtigung der Heubeck-Richttafeln 2005 G mit einem

Rechnungszinssatz von 3,93 Prozent sowie einem Einkommenstrend

von 2,5 Prozent bewertet.

Die Verbindlichkeiten sind zum Rückzahlungsbetrag passiviert.

Die Erstbewertung der Geschäftsvorfälle in Fremdwährung

erfolgt zum Umrechnungskurs zum Zeitpunkt des Eigentumsüberganges.

Die Folgebewertung wird nach § 256a HGB

durchgeführt.

2. Auswirkungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes

(BilMoG)

Für die Jubiläumsrückstellung wurde vom Beibehaltungswahlrecht

Gebrauch gemacht, so dass diese wie im Vorjahr mit

520,3 TEUR angesetzt wurde. Zum 31.12.2011 beträgt die

Überdeckung 78,1 TEUR.

3. Unternehmenserwerbe und

Unternehmenszusammenschlüsse

Im Rahmen einer konzerninternen Neustrukturierung wurde

die SWF-Energie Service GmbH gemäß des Verschmelzungsvertrages

vom 11.08.2011 rückwirkend zum 01.01.2011 als


28 Geschäftsbericht 2011 Anhang Stadtwerke Flensburg GmbH

Anhang Stadtwerke Flensburg GmbH Geschäftsbericht 2011 29

Ganzes auf die Stadtwerke Flensburg GmbH verschmolzen.

Die Eintragung erfolgte am 26.08.2011 im Handelsregister

beim Amtsgericht Flensburg.

Mit Vertrag vom 20.12.2011 wurden 75,1 Prozent der Geschäftsanteile

an der Beta-Biomethan Schuby GmbH von der

FFE Flensburger Förde Energiegesellschaft mbH zum Preis von

1,00 EUR an die Stadtwerke Flensburg GmbH übertragen.

Die Beta-Biomethan Schuby GmbH weist zum 30. November

2011 ein negatives Eigenkapital von 704,2 TEUR aus (zum

31.12.2010: 3,7 Mio. EUR).

Sitz der Gesellschaft Anteil am Grund-/

Stamm-Kapital

%

Eigenkapital

Ergebnis

des letzten Gj.

EUR

EUR

A. Anteile an verbundenen Unternehmen:

AWZ Abfallwirtschaftszentrum Flensburg GmbH Flensburg 100 25.564,59 0,00 *1

Aktiv Bus Flensburg GmbH Flensburg 100 1.000.000,00 0,00 *1

Flensburger Hafen GmbH Flensburg 100 52.000,00 0,00 *1

Flensburger Flughafenbetriebsgesellschaft mbH Flensburg 80 52.000,00 0,00 *1

Semeco Service Metering Competence GmbH Flensburg 100 293.003,36 0,00 *1

IT-Power GmbH Flensburg 100 500.000,00 0,00 *1

MEISH Mittelständische Entsorgungsinitiative

Schleswig-Holstein GmbH

Flensburg 100 -1.504.636,15 0,00 *1

Beta-Biomethan Schuby GmbH Schuby 75,1 -1.089.259,20 -5.030.811,13

TRIGIS GeoServices GmbH (vormals TRIGIS

Vermessung und Geoinformatik GmbH)

Gera 50,941 1.530.248,80 217.784,37

*1) Mit vorgenannten Gesellschaften bestehen Ergebnisabführungsverträge

In den sonstigen Ausleihungen sind langfristige Kunden-

und Baudarlehen in Höhe von 0,7 Mio. EUR enthalten. Von

den Ausleihungen an verbundene Unternehmen entfallen

1,5 Mio. EUR auf die Flensburger Hafen GmbH,

0,48 Mio. EUR auf die AWZ Abfallwirtschaftszentrum Flensburg

GmbH und auf die Flensburger Flughafenbetriebsgesellschaft

mbH 0,25 Mio. EUR.

(3) Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

sind innerhalb eines Jahres fällig.

(4) Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten

vor Saldierung mit den erhaltenen, nicht abgerechneten

Bruttoabschlagsbeträgen 99,4 Mio. EUR für Verbräuche,

die zwischen Ablese- und Bilanzstichtag entstanden sind.

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind

93,3 TEUR aus Nebengeschäften mit der Gesellschafterin

enthalten. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen

beinhalten 201,1 TEUR aus Lieferungen und Leistungen.

4. Angaben zu Positionen der Bilanz

(1) Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in der Anlage

zum Anhang dargestellt. Von den im Anlagenspiegel aktivisch

abgesetzten Kapitalzuschüssen für das Geschäftsjahr 2011

entfallen 2.833,0 Mio. EUR auf empfangene Ertragszuschüsse.

Mehrerlösabschöpfung und periodenübergreifende Saldierung

bestehen Rückstellungen in Höhe von 0,9 Mio. EUR und für

drohende Verluste aus schwebenden Geschäften beträgt die

Rückstellung 1,8 Mio. EUR. Die Rückstellung für ausstehende

Rechnungen beträgt 19,2 Mio. EUR.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

(Vorjahr)

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen

(Vorjahr)

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

(Vorjahr)

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

(Vorjahr)

Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,

mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

(Vorjahr)

Sonstige Verbindlichkeiten

(Vorjahr)

Summe

(Vorjahr)

TEUR

66.358

(71.072)

941

(1.213)

10.686

(6.783)

3.079

(3.855)

0

(2)

15.027

(15.782)

96.091

(98.707)

Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind

1,1 Mio. EUR durch Bürgschaften der Gesellschafterin gesichert.

(8) Für die Verbindlichkeiten bestehen folgende Restlauf-

(9) In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

sind aus Lieferungen und Leistungen 0,1 Mio. EUR

(Vorjahr 0,8 Mio. EUR) enthalten.

(2) Der Anteilsbesitz der Stadtwerke Flensburg GmbH stellt

zeiten:

sich nach § 285 Nr. 11 HGB per 31.12.2011 wie folgt dar: Gesamt

davon mit einer Restlaufzeit

(5) Die Gewinnverwendungsvereinbarung vom 12.02.2008

sichert der Gesellschafterin für die Jahre 2008 bis 2012 eine

Mindestausschüttung von 3 Mio. EUR zu. Diese wurde im Geschäftsjahr

durch eine Entnahme aus den Gewinnrücklagen

realisiert.

(6) Die empfangenen Ertragszuschüsse enthalten Zuschüsse

der Kunden zu den Netzkosten und den Hausanschlusskosten.

Die bis 2002 empfangenen Ertragszuschüsse werden mit einer

jährlichen Rate von 5,0 Prozent der Ursprungswerte zugunsten

der Umsatzerlöse aufgelöst. Die ab 2003 empfangenen

Ertragszuschüsse werden direkt von den Anschaffungs- und

Herstellungskosten des jeweiligen Leitungsnetzes abgesetzt.

(7) Die sonstigen Rückstellungen setzen sich u. a. zusammen

aus Rückstellungen für Urlaubsansprüche, Überstundenvergütungen,

Gleitzeitausgleich und Berufsgenossenschaftsbeiträge

in Höhe von 2,3 Mio. EUR, für Altersteilzeitverpflichtungen

und Jubiläumszuwendungen in Höhe von 2,5 Mio. EUR und

für Jahresverbrauchsabrechnung und interne Abschlusskosten

über insgesamt 1,2 Mio. EUR. Für Rekultivierungsmaßnahmen,

(10) Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten

1.901,3 Mio EUR für Guthaben von Kunden aus der Jahresverbrauchsabrechnung,

davon 22,8 TEUR gegenüber der

Gesellschafterin. Weiterhin enthält der Posten durch Bürg-

schaften gesicherte Arbeitnehmerdarlehen in Höhe von

0,3 Mio. EUR (Vorjahr 0,7 Mio. EUR) sowie 179,0 TEUR (Vorjahr

191,1 TEUR) für abgegrenzte Darlehenszinsen, die erst

nach dem Bilanzstichtag fällig sind.

5. Angaben zu Positionen

der Gewinn- und Verlustrechnung

(11) Die Umsatzerlöse in Höhe von 350,0 Mio. EUR setzen

sich wie folgt zusammen:

Elektrizitätsversorgung inkl. Stromsteuer 277,8 Mio. EUR

Fernwärmeversorgung 58,2 Mio. EUR

Gasverteilung inkl. Erdgassteuer 0,8 Mio. EUR

Wasserversorgung 7,7 Mio. EUR

Sonstige Umsatzerlöse 5,5 Mio. EUR

Die Umsatzerlöse der Elektrizitätsversorgung und der Gasverteilung

beinhalten die an die Kunden weiterberechnete

und an das Hauptzollamt abgeführte Strom- und Erdgassteu-

bis 1 Jahr

TEUR

16.533

(6.098)

941

(1.213)

10.686

(6.783)

3.079

(3.855)

0

(2)

14.882

(15.395)

46.121

(33.346)

von 1 bis 5 Jahre

TEUR

21.031

(31.388)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

140

(378)

21.171

(31.766)

über 5 Jahre

TEUR

28.794

(33.586)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

5

(9)

28.799

(33.595)

er in Höhe von zusammen 23,9 Mio. EUR. Im Weiteren sind

in den Umsatzerlösen periodenfremde Erlöse in Höhe von

0,57 Mio. EUR aus den Jahresverbrauchsabrechnungen enthalten.

(12) Wesentlichen Anteil an den sonstigen betrieblichen

Erträgen haben Erträge aus der externen Preissicherung,

der Preissicherung Kohle und Strom-Futures in Höhe von

3,6 Mio. EUR, Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen

in Höhe von 2,5 Mio. EUR, Erträge aus Kursdifferenzen aus

Auslandszahlläufen in Höhe von 0,2 Mio. EUR, Erträge aus

dem Verkauf von Emissionshandelsberechtigungen und Erträge

aus der Vermeidung von Netzebenen in Höhe von

2,8 Mio. EUR, sowie Erträge aus Anlagenabgängen in Höhe

von 1,0 Mio. EUR. Des Weiteren enthält der Posten Erträge

aus einzelwertberichtigten und abgeschriebenen Forderungen,

Erstattung von Mahnkosten, Frankaturerträge und

Erträge von zusammen 1,6 Mio. EUR.

(13) Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

und für bezogene Waren betreffen im Wesentlichen den Energiebezug

und den Brennstoffeinsatz in der Kraft-Wärme-

Kopplung. Der Aufwand ist durch periodenfremden Aufwand

(EEG-Strombezug) in Höhe von 0,6 Mio. EUR belastet.


30 Geschäftsbericht 2011 Anhang Stadtwerke Flensburg GmbH

Anhang Stadtwerke Flensburg GmbH Geschäftsbericht 2011 31

(14) Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten

die Konzessionsabgaben in Höhe von 6,0 Mio. EUR (Vorjahr

6,5 Mio. EUR), Aufwendungen für Beratungsleistungen

in Höhe von 0,5 Mio. EUR (Vorjahr 0,6 Mio. EUR),

0,4 Mio. EUR für Aus- und Fortbildungskosten (Vorjahr

0,5 Mio. EUR), 1,6 Mio. EUR aus Abschreibungen und Wert-

berichtigungen zu Forderungen (Vorjahr 2,7 Mio. EUR),

0,7 Mio. EUR für Zahlungsverkehrskosten (Vorjahr

0,05 Mio. EUR) sowie Aufwendungen für externe Preissicherung

einschließlich der Kohlepreissicherung von zusammen

13,0 Mio. EUR (Vorjahr 14,4 Mio. EUR).

(15) Die Erträge aus der Abzinsung im Sinne von § 277

Abs. 5 Satz 1 HGB belaufen sich im Geschäftsjahr auf

3,6 TEUR.

(16) Die Abschreibungen auf Finanzanlagen entfallen auf

die Stille Beteiligung bei der FFE Flensburger Förde Energiegesellschaft

mbH.

(17) Ein außerordentlicher Aufwand resultiert im Vorjahr

aus der Anpassung zum 01.01.2010 an das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz.

Auf die Anpassung der Rückstellung für

Altersteilzeitverpflichtungen entfielen 177,2 TEUR und auf

die Rückstellungen für Pensionen 222,2 TEUR.

III. Ergänzende Angaben

1. Zusammensetzung der Organe,

Aufwendungen für Organe und Organkredite

Die Mitglieder des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung

sind unter Punkt 7 und 8 aufgeführt. (Vgl. S. 6 Geschäftsbericht)

Für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung beliefen sich

die Gesamtbezüge auf 715,7 TEUR. Die für ehemalige Mitglieder

der Geschäftsführung gebildeten Rückstellungen für

laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen betragen

1,7 Mio. EUR sowie für pensionsähnliche Verpflichtungen

83,5 TEUR. Die Pensionsverpflichtungen sind durch Bürgschaften

abgesichert.

Die Aufwendungen für den Aufsichtsrat betrugen 42,1 TEUR.

2. Belegschaft

Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:

2011 2010

Arbeitnehmer insgesamt 694 672

davon in Vollzeit 552 534

davon in Teilzeit 85 79

Auszubildende 57 59

Für durchschnittlich 675 Beschäftigte der Gesellschaft bestand

am 31.12.2011 eine Zusatzversorgung bei der Versorgungsanstalt

des Bundes und der Länder (VBL). Die Zusatzversorgung

umfasst eine Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrente sowie ein

Altersruhegeld und eine Hinterbliebenenversorgung, für die

eine Wartezeit von 60 Monaten erfüllt sein muss.

Die zusatzversorgungspflichtigen Brutto-Löhne und Brutto-

Gehälter betrugen im Berichtsjahr 26,0 Mio. EUR. Der Umlagesatz

belief sich für 2011 auf 6,45 Prozent. Hinzu kam ein

Sanierungsgeld von 1,35 Prozent.

3. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

und Haftungsverhältnisse

Das Bestellobligo aus Kohleabnahmeverträgen für die Folgejahre

beläuft sich auf 11,0 Mio. EUR. Aus gegebenen Bürgschaften

bestehen Verpflichtungen in Höhe von 5,4 Mio. EUR,

davon für verbundene Unternehmen 4,6 Mio. EUR. Gegenüber

der MEISH Mittelständische Entsorgungsinitiative Schleswig-

Holstein GmbH wurde eine Patronatserklärung abgegeben.

Einhergehend mit der Kommanditistenstellung bei der

Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG ist ein Darlehnsvertrag

abgeschlossen. In diesem Darlehnsvertrag sind

Voraussetzungen definiert, die bei Eintritt bestimmter Umstände

zu einer Inanspruchnahme der Stadtwerke Flensburg

GmbH hinsichtlich einer Darlehnsgewährung bis in Höhe von

3.7 Mio. EUR führen können. Der potentielle Darlehnsbetrag

wurde im Mai 2011 auf einen Höchstbetrag von 2,9 Mio. EUR

abgesenkt.

Mit den Tochtergesellschaften Aktiv Bus GmbH, AWZ GmbH,

Flughafenbetriebsgesellschaft mbH, Flensburger Verkehrsservice

GmbH, Flensburger Hafen GmbH, IT-Power GmbH,

Semeco GmbH und MEISH GmbH besteht ein Cash Clearing,

welches die Stadtwerke Flensburg GmbH verpflichtet, die Konten

täglich auszugleichen.

4. Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten

Zum Bilanzstichtag bestanden Devisentermingeschäfte im

Nominalwert von umgerechnet 5,2 Mio. EUR mit einem positiven

Marktwert von 0,6 Mio. EUR und Kohle-Swaps von

umgerechnet 22,8 Mio. EUR, einem positiven Marktwert

von 0,4 Mio. EUR bzw. einem negativen Marktwert von

4,7 Mio. EUR. Im Weiteren bestanden Strompreissicherungsgeschäfte

mit einem Nominalwert von umgerechnet

29,1 Mio. EUR, einem positiven Marktwert von 0,8 Mio. EUR

und einem negativen Marktwert von 5,7 Mio. EUR.

Der Marktwert ergibt sich aus der Bewertung der ausstehenden

Positionen zu Marktpreisen ohne Berücksichtigung

der Wertentwicklung der Grundgeschäfte. Strom- und Kohlepreissicherungsgeschäfte

dienen der Fixierung der Bezugspreise.

Die finanziellen Wirkungen daraus wurden mit

den gegenläufigen Wertänderungen oder Zahlungsströmen

der Vertriebsgeschäfte zusammengefasst und bilden somit

eine Bewertungseinheit. Diese Bewertungseinheiten wurden

jahresweise, kompensatorisch bewertet:

• Unrealisierte Bewertungsgewinne werden gegen

unrealisierte Bewertungsverluste aufgerechnet;

• ein Überhang unrealisierter Gewinne bleibt

unberücksichtigt

• ein Überhang nicht realisierter Verluste wird

aufwandswirksam durch Bildung von Rückstellungen

für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften

im Jahresabschluss berücksichtigt.

Bestimmte Wertpapiere des Anlagevermögens werden wie im

Vorjahr mit einem dem Zeitwert entsprechenden Buchwert

von 2,0 Mio. EUR bilanziert.

5. Behandlung von Emissionsberechtigungen

Unentgeltlich ausgegebene Emissionsberechtigungen sowie

die Abgabeverpflichtung für die im Geschäftsjahr verursachten

Emissionen werden zum Bilanzstichtag zum Erinnerungswert

angesetzt. Bei einer Betrachtung zum Zeitwert (EEX–

Börsenpreis zum Bilanzstichtag) würde sich für die im Bestand

befindlichen unentgeltlichen Emissionsrechte ein Wert

von 4,9 Mio. EUR ergeben. Ferner befinden sich im Bestand

entgeltlich erworbene Emissionsrechte in Form von CER’s mit

einem zum Bilanzstichtag beizulegenden Wert von insgesamt

1,0 Mio. EUR. Für die Abgabeverpflichtung nach dem TEHG

für die tatsächlich verursachten Emissionen im Geschäftsjahr

2011 werden die CER’s in voller Höhe herangezogen. Eine

entsprechende Verbindlichkeit wird im Jahresabschluss ausgewiesen.

6. Sonstige Angaben

Die Funktionen Ablesung, Sperr- und Mahnkassierung wurden

bis zum 30.06.2011 von der 100-prozentigen Tochtergesellschaft

Semeco Service Metering Competence GmbH erbracht.

Aufgrund einer konzerninternen Restrukturierung werden diese

Leistungen ab dem 01.07.2011 wieder von der Stadtwerke

Flensburg GmbH durchgeführt.

Für das Geschäftsjahr 2011 wurde die INVRA Treuhand AG,

Berlin, zum Abschlussprüfer für die Stadtwerke Flensburg

GmbH bestellt. Das Honorar für die Prüfungsleistungen ist

im Anhang zum Konzernabschluss der Stadtwerke Flensburg

GmbH dargestellt.

Flensburg, den 30. März 2012

Stadtwerke Flensburg GmbH


32 Geschäftsbericht 2011 Anlagenspiegel Stadtwerke Flensburg GmbH

Anlagenspiegel Stadtwerke Flensburg GmbH Geschäftsbericht 2011 33

Anlagenspiegel

Stadtwerke Flensburg GmbH

01.01.2011

EUR

Zugänge

aus Fusion

mit SWF-ES

EUR

Anschaffungs- und Herstellungskosten

Zugänge

EUR

Abgänge

EUR

Umbuchungen

+ ./. EUR

31.12.2011

EUR

I. Immaterielle

Vermögensgegenstände

1. Nutzungsrechte

2. Geleistete Anzahlungen

auf immaterielle

14.725.144,09 16.281,00 343.306,34 -2.743,89 291,72 15.082.279,26

Vermögensgegenstände 384.135,52 0,00 1.094.068,23 -25.965,24 27.235,21 1.479.473,72

15.109.279,61 16.281,00 1.437.374,57 -28.709,13 27.526,93 16.561.752,98

II. Sachanlagen

1. Grundstücke,

grund stücksgleiche

Rechte u. Bauten

einschließlich

der Bauten auf

fremden Grundstücken 56.180.331,23 345.942,35 1.779.662,13 -11.045,24 387.835,18 58.682.725,65

2. Technische Anlagen

-509.762,41 K -2.832.981,54 K

und Maschinen

576.760.836,61 2.560.858,62 14.159.848,28 -502.019,69 5.661.541,87 595.298.321,74

3. Betriebs- und

Geschäftsausstattung

4. Geleistete Anzahlungen

31.545.183,89 61.681,55 1.563.558,30 -1.841.835,63 40.619,29 31.369.207,40

und Anlagen im Bau 7.624.287,37 0,00 8.870.266,69 -23.422,66 -6.117.523,27 10.353.608,13

-509.762,41 K -2.832.981,54 K

672.110.639,10 2.968.482,52 26.373.335,40 -2.378.323,22 -27.526,93 695.703.862,92

III. Finanzanlagen

1. Anteile an verbundenen

Unternehmen

2. Ausleihungen an ver-

5.599.329,40 0,00 1,00 -241.000,00 0,00 5.358.330,40

bundene Unternehmen 15.167.997,14 0,00 0,00 -3.257.997,14 0,00 11.910.000,00

3. Beteiligungen

4. Wertpapiere

23.122.633,34 0,00 24.581,01 -4.641.419,85 0,00 18.505.794,50

des Anlagevermögens 2.022.607,59 0,00 0,00 0,00 0,00 2.022.607,59

5. Sonstige Ausleihungen 789.997,64 0,00 46.739,79 -163.594,95 0,00 673.142,48

46.702.565,11 0,00 71.321,80 -8.304.011,94 0,00 38.469.874,97

733.922.483,82 2.475.001,11 25.049.050,23 -10.711.044,29 0,00 750.735.490,87

K = Kapitalzuschuss

zum 31. Dezember 2011

01.01.2011

EUR

Wertberichtigung

aus Fusion

mit SWF-ES

EUR

Abschreibungen Buchwerte

Zugänge

EUR

Abgänge

EUR

Umbuchungen

+ ./. EUR

31.12.2011

EUR

31.12.2010

EUR

31.12.2011

EUR

11.877.827,72 7.645,00 1.085.788,06 -2.743,89 0,00 12.968.516,89 2.847.316,37 2.113.762,37

0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 384.135,52 1.479.473,72

11.877.827,72 7.645,00 1.085.788,06 -2.743,89 0,00 12.968.516,89 3.231.451,89 3.593.236,09

32.046.639,17 57.320,41 1.141.445,26 -5.547,83 0,00 33.239.857,01 24.133.692,06 25.442.868,64

-70.785,41 K -949.155,54 K

469.440.506,85 567.018,62 11.732.351,87 -501.168,69 0,00 480.218.767,70 107.320.329,76 115.079.554,04

0,00 -1.306,00 K

23.987.800,57 29.003,55 1.687.591,59 -1.790.567,63 0,00 23.912.522,08 7.557.383,32 7.456.685,32

0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 7.624.287,37 10.353.608,13

-70.785,41 K -950.461,54 K

525.474.946,59 653.342,58 14.561.388,72 -2.297.284,15 0,00 537.371.146,79 146.635.692,51 158.332.716,13

2.062.314,00 0,00 0,00 0,00 0,00 2.062.314,00 3.537.015,40 3.296.016,40

1.780.000,00 0,00 7.900.000,00 0,00 0,00 9.680.000,00 13.387.997,14 2.230.000,00

3.600.510,78 0,00 0,00 -3.600.000,00 0,00 510,78 19.522.122,56 18.505.283,72

0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 2.022.607,59 2.022.607,59

8.780,35 0,00 0,00 0,00 0,00 8.780,35 781.217,29 664.362,13

7.451.605,13 0,00 7.900.000,00 -3.600.000,00 0,00 11.751.605,13 39.250.959,98 26.718.269,84

544.804.379,44 590.202,17 22.596.715,24 -5.900.028,04 0,00 562.091.268,81 189.118.104,38 188.644.222,06


34 35

Strategie-Ziel: Schaffung und Erhaltung einer wirtschaftlich

erforderlichen Substanz

Projekt Kessel 12 – auf dem Weg

zum CO2-neutralen Heizkraftwerk

Die Stadtwerke Flensburg investieren gezielt

und bedarfsgerecht in ihre Anlagen, um deren

Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit zu erhalten

bzw. auszubauen.

Dies gilt auch für eigene, ökologisch orientierte,

dezentrale Energie-Erzeugungsanlagen,

etwa in Süderbrarup, Tarp oder Langballig oder

für Beteiligungen, zum Beispiel am Biomasse-

Heizkraftwerk in Brunsbüttel und am Offshore-

Windpark Borkum II, der voraussichtlich 2013

ans Netz gehen wird.

Besonders wichtig ist der 2011 beschlossene

und bis 2016 andauernde Umbau unseres

Heizkraftwerkes Flensburg im Rahmen des Projektes

Kessel 12.

Foto: Stellvertretend für das unternehmensübergreifende

Projektteam sind Dirk Roschek,

Geschäftsbereichsleiter Erzeugung, Karsten

Müller-Janßen, Geschäftsbereichsleiter Anlagenbau

und Gesamt-Projektleiter Kessel 12,

sowie Dirk Storm als Kessel 12-Koordinator in

der Turbinenhalle vor einer 3D-Darstellung des

Projektes Kessel 12 abgebildet (v.r.n.l.).


36 37

Strategie-Ziel: Hochwertige und attraktive Arbeitsplätze im Konzern

Mit Aus- und Fortbildung

Arbeitsplätze sichern

Die Stadtwerke Flensburg werden ihrer Verantwortung

als einer der größten Arbeitgeber der

Region auch zukünftig gerecht. Das Unternehmen

hält die aktuelle Mitarbeiterzahl konstant

und verzichtet bis 2025 auf betriebsbedingte

Kündigungen.

Darüber hinaus bleiben die Stadtwerke Flensburg

mit mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern in der Unternehmensgruppe

ein attraktiver Arbeitgeber mit vielfältigen

Leistungs- und Fortbildungsangeboten sowie

hoher Ausbildungsquote.

Foto: Thomas Voss, Abteilungsleiter Erzeugung/Produktion,

und Conny Lorenzen von

der Unternehmensentwicklung tauschen sich

in einer der Leitwarten des Heizkraftwerkes

Flensburg über Personalentwicklungspläne im

Rahmen des Projektes Kessel 12 fachlich aus.


38 39

Strategie-Ziel: Zusätzliche wirtschaftlich sinnvolle und

technisch machbare Öko-Maßnahmen

Engagement in Öko-Projekte

und Energieeffizienz

Über den ökologischen Pflichtkatalog hinaus

engagieren sich die Stadtwerke Flensburg aktiv

in der Suche, Entwicklung und Realisierung

weiterer ökologischer Projekte. Die Absenkung

der CO2-Emissionen und Energieeffizienz gehören

dabei zu den wichtigen Aufgabenfeldern

für den Flensburger Energieversorger. So wurde

die Photovoltaik-Versuchsanlage auf dem

Stadtwerke-Gelände im vergangenen Jahr

erweitert. Dort und am Zentralen Omnibus-

Bahnhof in Flensburg (ZOB) sind 2011 zwei

Ökostrom-Tankstellen installiert und der Fuhrpark

um zunächst zwei Elektro-Pkw erweitert

worden. Im Rahmen des Klimapaktes Flensburg,

der die Fördestadt bis 2050 CO2-neutral

stellen will, engagieren sich die Stadtwerke

als Gründungsmitglied schon seit 2008.

Foto: Hans-Friedrich Thiesen vom Koordinierungsteam

Hausanschlüsse betankt am ZOB

eines der beiden Elektro-Fahrzeuge der Stadtwerke

mit Ökostrom.


40 41

Strategie-Ziel: Günstige Preise für die Region

Fernwärme und Wasser weiter

sicher und preiswert anbieten

Die Stadtwerke Flensburg tragen mit ihrer

Kundendichte in der Fernwärme- und Wasserversorgung

der Bürgerinnen und Bürger

im Flensburger Raum eine große soziale Verantwortung.

Der sollen die Stadtwerke durch

ausgewogene Preise Rechnung tragen. So ist

für die Fernwärme – trotz hoher anstehender

Investitionen in Fernwärmenetze und Erzeugungsanlagen

und trotz der Konzessionsabgabe

– ein durchschnittlicher Preis vorgesehen,

der mindestens 5 Prozent unterhalb vergleichbarer

Fernwärmeversorger Deutschlands liegen

soll. Für die städtische Wasserversorgung wird

ein Preis im Bereich des Marktdurchschnitts

angeboten.

Die Vorteile der Fernwärmeversorgung ge-

nießen auch Stadtwerke-Neukunde Dierk

Schmäschke, seit vergangenem Jahr Geschäftsführer

des Handballvereins SG Flensburg-Handewitt,

und sein Hund Sammy – sie

fühlen sich dabei sichtlich wohl.


42 Geschäftsbericht 2011 Lagebericht Stadtwerke Flensburg Konzern

Lagebericht Stadtwerke Flensburg Konzern Geschäftsbericht 2011 43

Lagebericht

Stadtwerke Flensburg Konzern

A. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Seit der radikalen politischen Wende in Bezug auf die Kernenergie

– ausgelöst durch die atomare Katastrophe in

Japan – befindet sich die deutsche Energiebranche in einem

bisher nicht gekannten Umbruch. Im japanischen Fukushima

wurden binnen weniger Tage, ausgelöst durch Erdbeben und

Tsunami, vier von sechs Reaktorblöcken zerstört. In drei der

Reaktorblöcke kam es, wie später verifiziert wurde, zu Kernschmelzen.

Das außerordentliche Gefahrenpotenzial radioaktiver

Kontamination hielt in Atem, Krisenmanagement und

Informationspolitik stärkten nicht unbedingt das Vertrauen.

Dieser Vertrauensverlust in die eben noch als „Brückentechnologie“

entdeckte Kernenergie führte zu einer überraschenden

Reaktion der Bundesregierung: Nur wenige Monate nach

der Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke (KKW)

verkündete sie am 14. März 2011, drei Tage nach den ersten

Havariemeldungen, ein dreimonatiges Moratorium, während

dem alle 17 deutschen KKW überprüft und acht der KKW abgeschaltet

wurden bzw. blieben.

Final im Ergebnis beschloss am 30. Juni der Deutsche Bundestag

eine Novelle des Atomgesetzes; am 8. Juli stimmte

der Bundesrat zu. Durch die Gesetzesänderung verloren die

abgeschalteten acht KKW ihre Betriebsgenehmigungen. Für

die restlichen neun KKW wurde deren stufenweise Abschaltung

bis zum Jahr 2022 festgelegt, mit festen Enddaten für

jedes einzelne KKW.

Mit der rasanten Kehrtwende der deutschen Energiepolitik

sind im ersten Schritt vor allem die großen Stromkonzerne

betroffen. Diese bisher relativ stabilen Größen im Anlegermarkt

sind keine Garanten mehr für Kontinuität und Stabilität.

In einem sehr kurzen Zeitraum wurden langfristige

Strategien und Vorgehensweisen außer Kraft gesetzt. Neue

Strategien und neue Technologien sind gefragt, vieles wird

unter dem Schlagwort „Energiewende“ subsumiert.

Neben dem genannten, am 06. August 2011 in Kraft getretenen

„Dreizehnten Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes“

wurden eine Reihe weiterer Gesetze bzw. Gesetzesänderungen

zur Förderung bzw. Beschleunigung der Energiewende verabschiedet,

die überwiegend im August in Kraft traten.

Losgelöst von der energiewirtschaftlichen Regelungsdichte

zeigte sich die konjunkturelle Entwicklung fast das ganze

Jahr hindurch in einer robusten Verfassung, die Deutschland

zur europäischen „Konjunkturlokomotive“ machte. Nach

einem Anstieg von 3,7 Prozent in 2010 stieg das deutsche

Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut Statistischem Bundesamt in

2011 preisbereinigt um 3,0 Prozent. Getragen vor allem auch

von einer gestiegenen Binnennachfrage wurde damit im Jahresverlauf

der während der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise

2008/09 verzeichnete stärkste wirtschaftliche Einbruch

der Nachkriegszeit wieder – deutlich – ausgeglichen. Zugleich

sank die staatliche Defizitquote – das „Haushaltsdefizit“–

von 4,3 Prozent in 2010 auf 1,0 Prozent des BIP in 2011 und

lag damit wieder unter den nach den Maastricht-Kriterien vorgesehenen

maximalen 3,0 Prozent des BIP. Dem gegenüber

stand allerdings ein durch die Krisenbewältigung ausgelöster

dramatischer Anstieg der deutschen Staatsverschuldung: Betrug

sie im Jahr 2008 noch 66 Prozent des BIP, so belief sich

dieser Wert in 2011 auf rd. 82 Prozent und lag damit erheblich

über dem nach dem Maastrichtvertrag zulässigen Maximalwert

von 60 Prozent des BIP.

Die deutsche Staatsverschuldung wurde aber völlig von der

europäischen Schuldenkrise in den Hintergrund gedrängt. Die

hier aufgespannten Euro-Rettungsschirme bereiten ein wachsendes

Unbehagen in der öffentlichen Diskussion, auch in anderen

Geberländern der Gemeinschaft. Besorgnis erregten die

zur Kriseneindämmung einzugehenden außerordentlichen,

künftig eher noch weiter steigenden Haftungsrisiken zu Lasten

künftiger Generationen, ohne dass bisher ein „Ende des

Tunnels“ in Sicht wäre. Fast schon als Getriebener der Finanzmärkte

denn als souverän Gestaltender gelang es der Politik

in 2011 dennoch, wichtige Beschlüsse zum finanziellen

Hilfe-Rahmen und der Durchsetzung strenger Haushaltsregeln

mehrheitlich auf den Weg zu bringen. Damit sind indes die

Sparvorgaben noch längst nicht umgesetzt, und noch immer

fehlen Wachstumsinitiativen als Motoren nachhaltigen Schuldenabbaus.

Diese Befürchtungen wirken naturgemäß auf die Gemeinschaftswährung.

Spekulationen gegen den Euro wie auch

wiederholte Down-Ratings der großen Rating-Agenturen

verschärften die Lage. Im Jahresverlauf gerieten auch die

großen südlichen Euro-Länder Italien und Spanien in den

Abwärtssog. Zum Jahresende waren mit wenigen Ausnahmen

die meisten der Euro-Länder, darunter Frankreich, von Down-

Ratings erfasst. Die Agentur Standard & Poor’s schloss gegen

Jahresende auch für Deutschland ein künftiges Down-Rating

nicht aus, unter Verweis auf die engen Verflechtungen innerhalb

Europas und die damit einhergehenden Gefahren für

Wirtschaft und Schuldenabbau in Deutschland.

Für die Stadtwerke Flensburg war 2011 ein Jahr der veränderten

strategischen Ausrichtung und notwendiger Kurskorrektur.

Nach über eineinhalbjährigem Strategieprozess, bei

dem insbesondere alle Beteiligungen und sonstigen finanziellen

Engagements, aber auch die unternehmensinternen

Organisations- und Kostenstrukturen auf dem Prüfstand standen,

stimmten am 16. August Aufsichtsrat und Gesellschaf-

terversammlung der unter dem Titel „Energie im Wandel –

Kraft aus Kontinuität“ stehenden neuen Strategie einstimmig

zu. Am 1. September kam es dann zu deren Verabschiedung

durch die Ratsversammlung der Stadt Flensburg.

Mit der strategischen Neuorientierung wurden eine Reihe von

Fehlentwicklungen der bisherigen Strategie korrigiert und

zugleich eine Reihe neuer Schwerpunkte gesetzt. Die Gleichrangigkeit

der Strategieziele, die zu nicht auflösbaren Zielkonflikten

geführt hatte, wurde aufgegeben und durch eine

Zielpriorisierung bzw. Rangfolge der Ziele abgelöst. Verbindliche

„Pflichtziele“ sind künftig der Erhalt der Kommunalität

und die ökologische Ausrichtung des Unternehmens. Für die

weiteren Ziele gilt im Falle von Zielkonflikten eine Rangfolge

der Prioritäten. Der in der bisherigen Wachstumsstrategie verfolgte

Aufbau neuer Arbeitsplätze wurde gegenüber der Gewinnerzielung

zurückgestuft. Eine wieder stärkere regionale

Verankerung ist ein weiterer Eckpunkt der Neuausrichtung.

Da diese Refokussierung der Geschäftsaktivitäten nicht für

alle konsensfähig war, wurde mit Beschluss vom 13. April

2011 der Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg GmbH,

Matthias Wolfskeil, vom Aufsichtsrat von seiner Geschäftsführungstätigkeit

entbunden. Somit geht mit der geschäftspolitischen

auch eine personelle Neuausrichtung einher. Damit

befindet sich das Unternehmen in guter Gesellschaft, denn

in fast allen großen Energiekonzernen wurden in 2011 bzw.

werden in 2012 die Spitzenpositionen neu besetzt.

Die Einhaltung der strategischen Zielvorgaben unterliegt

einer jährlichen Überprüfung, um so Zielabweichungen frühzeitig

erkennen und in dem sich schnell wandelnden Marktumfeld

rechtzeitig reagieren zu können. Eine umfassende

Neubewertung bzw. Überarbeitung der Strategie durch Aufsichtsrat,

Geschäftsführung und Gesellschafterversammlung

ist alle fünf Jahre vorgesehen.

Am 04. Mai gab der Aufsichtsrat der Stadtwerke Flensburg

den Vorplanungen zu dem auf Erdgasbefeuerung basierenden

Kraftwerksprojekt „Kessel 12“ seine grundsätzliche Zustimmung.

Damit fiel der Startschuss zur Umsetzung des Projekts,

das im Jahr 2016 mit dessen Inbetriebnahme abgeschlossen

werden soll. Die Prüfung mehrerer Projektvarianten führte

zur Entscheidung für eine in Kraft-Wärme-Kopplung betriebene

Gas- und Dampfturbinen-Anlage (GuD-Anlage). Die

geplante Anlage mit einer voraussichtlichen Leistung von

ca. 75 MW thermisch und ca. 70-75 MW elektrisch ersetzt im

Flensburger Heizkraftwerk zwei kohlenstaubbefeuerte ältere

Kesselanlagen. Sie ist eine wichtige Komponente auf dem

Weg zu dem bis zum Jahr 2050 in Flensburg angestrebten

CO2-neutralen Kraftwerksbetrieb. Gegenüber der bisherigen

Kohlenstaubbefeuerung ermöglicht sie merkliche Emissions-

reduktionen, gerade auch in Bezug auf die klimaschädlichen

CO2-Emissionen. Die Umstellung von Kohle- auf Erdgasbetrieb

erlaubt einen schnellen, flexiblen Anlageneinsatz und damit

ein Einspringen zum Ausgleich kurzfristiger Stromproduktionslücken

auf dem vermehrt durch fluktuierende Wind- und

Solarstrom-Erzeugungsanteile geprägten Regelenergiemarkt.

Ein vorhandener Wärmespeicher nimmt die „gekoppelt“ erzeugte

Wärme auf. Mit dem Bau der GuD-Anlage gehen eine

ganze Reihe weiterer Teilprojekte einher. Mit diesen Vorhaben

und Maßnahmen ist die Strategie hinsichtlich der Erzeugung

am Standort Flensburg neu definiert und für die nächsten

Jahre fixiert.

Stromproduktionsüberschüsse auf dem Regelenergiemarkt

aufnehmen zu können, ist das Ziel eines in 2011 angelaufenen,

vergleichsweise deutlich kleineren Kraftwerksprojekts.

Errichtet wird beim Heizkraftwerk ein sogenannter „Elektrodenheizkessel“

mit einer geplanten elektrischen/thermischen

Leistung von ca. 35 MW. Dies ermöglicht es, auf dem Regelenergiemarkt

auftretende Stromüberschüsse vor allem aus der

fluktuierenden Windenergieeinspeisung kurzfristig zu absorbieren

und in thermische Energie in Form von heißem Wasser

umzuwandeln, welches dann in dem vorhandenen Wärmespeicher

zwischengespeichert wird.

In seiner Sitzung am 06. Oktober hat sich der Gemeinderat

der an die Stadt Flensburg unmittelbar angrenzenden Nachbargemeinde

Harrislee (ca. 11.400 Einwohner) dazu entschieden,

die Stromnetzkonzession für das Gemeindegebiet an die

Stadtwerke Flensburg zu vergeben. Das Harrisleer Stromnetz

hat eine Länge von rd. 153 km, mit ca. 6.600 angeschlossenen

Zählpunkten. Dies bringt dem Netzgebiet der Stadtwerke

Flensburg einen Größenzuwachs um rd. 14 Prozent. Mit der

Gemeinde wurde am 16. Dezember ein Wegenutzungsvertrag

abgeschlossenen.

Der externe Stromabsatz der Stadtwerke Flensburg in fremde

Netzgebiete nahm auch in 2011 stark zu. Beträchtlich gewachsen

ist dabei insbesondere der Ökostromabsatz. In den

Wochen nach Fukushima entschieden sich 60-70 Prozent aller

Neukunden für Strom aus erneuerbaren Energien. Nahezu ein

Viertel der externen Stromkunden erhalten mittlerweile Strom

aus erneuerbaren Energien. Der Wärmeabsatz lag demgegenüber

deutlich unter dem des ungewöhnlich kalten Vorjahres.

Das Berichtsjahr fiel über Erwarten warm aus. Die Jahres-

Gradtagszahl lag so auch um 15,4 Prozent unter der des Vorjahres,

der Wert für den Dezember-Monat wurde gegenüber

dem entsprechenden Vorjahreswert sogar um 33,3 Prozent

unterschritten.

Ein wesentlicher Aspekt des Strategieprozesses war die

Überprüfung des bestehenden Beteiligungsportfolios, der


44 Geschäftsbericht 2011 Lagebericht Stadtwerke Flensburg Konzern

Lagebericht Stadtwerke Flensburg Konzern Geschäftsbericht 2011 45

Konzernstruktur sowie der finanziellen Engagements insgesamt.

In diesem Rahmen ist die gehaltene Beteiligung an der

lettischen SIA Ventspils ENERGO an den Mehrheitsgesellschafter

veräußert worden. Damit endet dieser mehrjährige Ausflug

ins internationale Geschäft.

Im zweiten Quartal 2011 wurde damit begonnen, alle Funktionen

und Aufgaben, die die Semeco Service Metering Competence

GmbH im Rahmen einer Dienstleistung ausschließlich

für die Stadtwerke Flensburg erbringt, wieder in diese

zu reintegrieren. Die technischen Aufgabenbereiche wurden

in die Geschäftsbereiche Netze und Service integriert. Die

Dienstleistung der Netzentgeltabrechnung wurde gleichfalls

integriert. Nahezu alle Mitarbeiter der Semeco haben einen

neuen Arbeitsplatz bei den Stadtwerken erhalten und sind in

die Organisation und deren Prozesse integriert.

Der getroffene Beschluss, die SWF-Energie Service GmbH auf

die Stadtwerke Flensburg GmbH zu verschmelzen, wurde bis

zum 31.08.2011 umgesetzt. Dazu waren vielfältige Detail-

arbeiten notwendig, um die rückwirkende Zusammenfassung

der beiden Gesellschaften buchhalterisch, steuerlich und administrativ

sauber darzustellen. Durch den engagierten Einsatz

der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnte diese Maßnahme

erfolgreich abgeschlossen werden.

Im zweiten Halbjahr 2011 war die drohende Zahlungsunfähigkeit

der Beta-Biomethan Schuby GmbH – eine bisherige

Minderheitsbeteiligung im Beteiligungsportfolio – ein Thema,

das stark im Vordergrund stand. Die Beta-Biomethan erzeugt

Biogas aus Zuckerrüben, das in das überregionale Erdgasnetz

eingespeist wird. Da die Geschäftsentwicklung in keinster

Weise der geplanten Entwicklung folgte, musste in vielen

Fällen neu disponiert, neu entschieden und gestaltet werden.

Die Gestaltung, Verfolgung und Umsetzung der mit dem vormaligen

Mehrheitsgesellschafter getroffenen Vereinbarungen

und Absprachen in finanzieller, steuerlicher und rechtlicher

Hinsicht hat erhebliche Ressourcen gebunden.

Zum Ende des Geschäftsjahres wurde hier eine Lösung gefunden,

die zum Ergebnis hat, dass die Stadtwerke Flensburg

die kapitalmäßige Mehrheit der Gesellschaft erhält, direkte

Gesellschafterin wird und die kaufmännische und technische

Betriebsführung übernimmt. Nach einer ersten Sondierungsphase

sind entsprechende Maßnahmen eingeleitet, um die

Gesellschaft perspektivisch auf Kurs zu bringen. Das Geschäftsjahr

2012 wird dabei die Referenz für die zukünftige

Entwicklung darstellen.

Im Rahmen der oben genannten Übernahme der Mehrheitsbeteiligung

an der Beta-Biomethan Schuby GmbH ist eine

Trennung von der Hofkontor AG erfolgt. Die bestehende

Aktienbeteiligung wurde an ein anderes Unternehmen der

Hofkontor Gruppe veräußert, bestehende weitere finanzielle

Verflechtungen wurden zurückgeführt.

Darüber hinaus hat sich die Stadtwerke Gruppe vom finanziellen

Engagement bei der Trianel Kohlekraftwerk Krefeld Projektgesellschaft

mbH & Co. KG getrennt. Dieses Projekt passt

in seiner Gesamtheit nicht in die veränderte strategische Ausrichtung

der Stadtwerke.

Das Geschäft der MEISH Mittelständische Entsorgungsinitiative

Schleswig-Holstein GmbH, die Ersatzbrennstoffe (EBS)

für das Flensburger Heizkraftwerk aufbereitet, wurde auf der

Grundlage eines am 12./19. Dezember geschlossenen Betriebspachtvertrags

mit Wirkung zum 01.01.2012 an die MBA

Neumünster verpachtet. Aus dieser zunächst auf ein Jahr

ausgelegten Kooperation werden positive Synergieeffekte

erwartet.

In den Abschluss der Stadtwerke Flensburg Gruppe sind

neben der

Stadtwerke Flensburg GmbH

(„Stadtwerke Flensburg“ bzw. „Muttergesellschaft“)

im Einzelnen die folgenden verbundenen Unternehmen einbezogen:

• Aktiv Bus Flensburg GmbH („Aktiv Bus“)

• AWZ Abfallwirtschaftszentrum Flensburg GmbH

(„AWZ“)

• Beta-Biomethan Schuby GmbH („Beta-Biomethan“)

Flensburger Förde Energiegesellschaft mbH („FFE“)

Flensburger Flughafen Betriebsgesellschaft mbH

(„FFB“)

Flensburger Hafen GmbH („Hafen GmbH“)

Flensburger Verkehrsservice Gesellschaft mbH

(„FVG“)

• IT-Power GmbH („IT-Power“)

• MEISH Mittelständische Entsorgungsinitiative

Schleswig-Holstein GmbH („MEISH“)

• Semeco Service Metering Competence GmbH

(“semeco”)

• TRIGIS GeoServices GmbH („TRIGIS“)

Die Stadtwerke Flensburg sind an der FFB zu 80 Prozent,

an der Beta-Biomethan zu 75,1 Prozent, an der TRIGIS zu

50,941 Prozent und ansonsten zu 100 Prozent an den oben

genannten verbundenen Unternehmen beteiligt. Die Stadtwerke

Flensburg übernehmen auf Basis abgeschlossener

Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge die Gewinne

und Verluste der meisten verbundenen Unternehmen.

B. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

An dem Geschäft der Stadtwerke Flensburg Gruppe hat die

Muttergesellschaft den weitaus größten Anteil. Der Umsatzzuwachs

um 27,1 Mio. EUR bzw. rd. 8,5 Prozent wurde so

auch ganz überwiegend von der Muttergesellschaft erzielt.

Bereinigt um Strom- und Mineralölsteuer, wurde in der Unternehmensgruppe

ein Gesamtumsatz von 345,6 Mio. EUR

erwirtschaftet. In dem Jahresergebnis schlugen sich hohe

Aufwendungen aus dem Beteiligungsgeschäft nieder. Bei

einem positiven Betriebsergebnis in Höhe von 5,0 Mio. EUR

(Vorjahr 20,3 Mio. EUR) ergab sich daraus ein gegenüber dem

Einzelabschluss der Muttergesellschaft deutlich höherer Jahresfehlbetrag

von rd. 3,6 Mio. EUR nach Steuern.

Wie schon in den Vorjahren ist der Umsatzanstieg in 2011

vor allem aus einem erheblichen Kunden- und Absatzzuwachs

im Stromendkundengeschäft bedingt. Beeinflusst durch die

Ereignisse in Fukushima erfuhr auch der Absatz von Ökostromprodukten

erfreuliche Zuwächse. Der in seiner Absatzhöhe

stark witterungsabhängige Geschäftsbereich Fernwärme

konnte an die hohen Werte nicht anknüpfen, die beim Wärmeabsatz

unter den Ausnahmebedingungen ungewöhnlich strenger

Winterverhältnisse im Vorjahr erreicht worden waren. Eine

Preisanpassung sorgte hier allerdings für einen nur begrenzten

Umsatzrückgang.

Bei den verbundenen Unternehmen traten im Einzelnen die

folgenden Entwicklungen ein:

Aktiv Bus hatte in seinem Busverkehrs- und Transportgeschäft

erstmals wieder ein „Minus“ im Jahresergebnis hinzunehmen.

Das lag vor allem an den stark gestiegenen Kraftstoffpreisen.

Dies ändert indes nichts an der Tatsache, dass

Aktiv Bus nach seiner erfolgreichen Restrukturierung heute

Verkehrsleistungen eigenwirtschaftlich erbringen kann. In

den fünf vorhergehenden Jahren konnte das Verkehrsunternehmen,

nach Jahrzehnten hoher Defizite, jeweils Gewinne

schreiben. Nachdem ein wesentlicher Teil der Geschäfts-

tätigkeit der Aktiv Bus-Tochter FVG inzwischen zu Aktiv Bus

übergegangen ist, hat das Geschäft der FVG derzeit nur einen

sehr geringen Umfang.

An den Umsätzen der TRIGIS hatten Ingenieurdienstleistungen

den hauptsächlichen Anteil. Höhere Umsatzerlöse sowie

deutlich verringerte sonstige betriebliche Aufwendungen

führten zu einem Jahresüberschuss über dem Vorjahreswert.

Das Geschäft der semeco erfuhr einen erheblichen Rückgang

durch die in 2011 erfolgte Reintegration der auf die Muttergesellschaft

bezogenen Dienstleistungen, bei der auch fast alle

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Stadtwerke Flensburg

übernommen wurden. Bei der semeco verbleiben dagegen die

Geschäftsaktivitäten für andere Auftraggeber. Sie betreffen

die Bereiche wohnungswirtschaftliches Abrechnungs- und Datenmanagement,

Vertriebsabrechnung im energiewirtschaftlichen

Umfeld und Messstellenbetrieb außerhalb Flensburgs.

Die Veränderung des Geschäftsmodells führte bei deutlich

niedrigeren Erträgen und Aufwendungen zu einem positiven

Jahresergebnis deutlich unter dem Vorjahr.

Die AWZ befindet sich noch immer in einem Prozess der Neuausrichtung,

nachdem substanzielle bisherige Geschäftsfelder

weggefallen sind. Der Ausbau des neuen Geschäftsfelds Biomasse

blieb weiterhin hinter den Erwartungen zurück. Es

ergab sich zwar ein positives Jahresergebnis, das allerdings

wesentlich durch den Sondereffekt von Entschädigungsleistungen

infolge eines Schadensereignisses (Großbrand) bestimmt

wurde.

Das Geschäft der MEISH, das die Aufbereitung von Ersatzbrennstoffen

(EBS) zur Mitverbrennung im Flensburger Heizkraftwerk

beinhaltet, litt unter einem noch ungünstiger gewordenen

Marktpreisniveau für vorsortierten Gewerbeabfall,

wie die MEISH ihn als Vorprodukt benötigt. Zudem konnte

die für höhere Mengen ausgelegte Produktionskapazität für

EBS nach wie vor nur sehr unzureichend ausgelastet werden.

Das Geschäftsjahr endete mit einem Jahresverlust über dem

Vorjahr.

Die Hafen GmbH verbuchte bei geringerem Schiffsverkehr

einen Güterumschlag etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Gesunkene Erträge sowie Aufwendungen „außer der Reihe“

beim Materialaufwand führten zu einem gestiegenen Betriebsverlust.

Für die FFB verbinden sich Vorhaltung und Betrieb der

regionalen Infrastruktureinrichtung Flughafen Flensburg-

Schäferhaus mit hohen Fixkosten, wodurch die Spielräume für

grundlegende Veränderungen der Kostensituation begrenzt

sind. Insgesamt ergab sich für das Unternehmen, das in 2011

das 100-jährige Gründungsjubiläum des Flensburger Flug-

hafens beging, ein Verlust etwas über dem Vorjahr.

IT-Power realisierte deutlich höhere Umsatzerlöse als im

Vorjahr. Es kam zu Zuwächsen in allen Geschäftsbereichen,

zuvorderst dabei in den „Business Units“ Consulting, Softwareengineering

und Outputmanagement. Bei zugleich gestiegenem

Personalaufwand wurde im operativen Geschäft

ein gegenüber dem Vorjahr verbessertes positives Ergebnis

erzielt. Eine die Beteiligung an der FFE betreffende Abschreibung

auf Finanzanlagen führte indes zu einem Jahresverlust.


46 Geschäftsbericht 2011 Lagebericht Stadtwerke Flensburg Konzern

Lagebericht Stadtwerke Flensburg Konzern Geschäftsbericht 2011 47

Bei der FFE machten die im Beteiligungsgeschäft aufgetretenen

Risiken eine Drohverlustrückstellung sowie eine Reihe

von Wertkorrekturen erforderlich. Dies schlug sich in stark erhöhten

sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Abschreibungen

auf Finanzanlagen nieder. Das Geschäftsjahr endete

mit einem hohen Jahresfehlbetrag, der durch Eigenkapital

nicht gedeckt ist. Die Stadtwerke Flensburg haben für die in

die FFE geleistete stille Einlage eine Rangrücktrittserklärung

abgegeben. Es besteht allerdings bei all dem bisher keine

Überschuldung im insolvenzrechtlichen Sinne, sodass die FFE

ihre Geschäftstätigkeit derzeit fortführen kann.

Das Geschäft der Beta-Biomethan ist die Erzeugung von Biomethan

durch Vergärung von Zuckerrüben sowie die Einspeisung

des erzeugten Biomethans in das überregionale Erdgasnetz.

In 2011 ist das in Schuby errichtete Pilotprojekt zwar

– mit einiger Verspätung – in Betrieb gegangen, hat jedoch

aufgrund erheblicher Anlaufschwierigkeiten seine volle Leistungsfähigkeit

noch nicht erreicht. Dies wird voraussichtlich

erst in 2012 im Laufe der zweiten Jahreshälfte eintreten. Die

aufgelaufenen Kosten haben in der jetzigen Anlaufphase so

auch bisher noch längst keinen tragfähigen Gegenpart auf der

Einnahmeseite.

Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit einem Gesamtbetrag

von 15,2 Mio. EUR mit 0,9 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert.

Der Materialaufwand – die bei weitem größte Aufwandsposition

in der Stadtwerke Gruppe – überstieg mit

rd. 248,9 Mio. EUR um rd. 32,6 Mio. EUR bzw. 15,1 Prozent

den Vorjahreswert. Dieser Zuwachs basiert auf einem

umsatzbedingten Mehraufwand bei den Roh-, Hilfs- und

Betriebsstoffen. Das beachtliche Absatzwachstum im externen

Stromgeschäft der Muttergesellschaft findet dabei in

einem vermehrten börslichen wie außerbörslichen Strombezug

seinen aufwandsmäßigen Gegenpart. Der reine Energiebezug

für Strom lag rd. 17,1 Prozent über dem Vorjahr,

bei einem gestiegenen Preisniveau in der Strombeschaffung.

Auch sorgten höhere Kohlepreise dafür, dass sich trotz eines

geringeren Brennstoffeinsatzes im Heizkraftwerk ein Brennstoffaufwand

über den Vorjahreswerten ergab.

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen sind im Vorjahresvergleich

um rd. 1,2 Mio. EUR auf einen Gesamtwert von

16,7 Mio. EUR gesunken.

Der Personalaufwand lag mit 48,4 Mio. EUR um

rd. 1,9 Mio. EUR über dem Vorjahr (46,5 Mio. EUR). Zum Bilanzstichtag

hatte die Stadtwerke Gruppe – ohne Auszubildende

– eine Personalstärke von 933 Mitarbeitern (Vorjahr

933). Die Zahl der Auszubildenden betrug 79 (Vorjahr 77).

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände

des Anlagevermögens und Sachanlagen liegen mit

17,8 Mio. EUR unter dem entsprechenden Abschreibungsvolumen

des Vorjahres (19,1 Mio. EUR).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich

mit 43,8 Mio. EUR rd. 8,5 Mio. EUR bzw. 24,0 Prozent höher

als im Vorjahr. Dabei kommen insbesondere auch die vorgenommenen

Korrekturen im Beteiligungsgeschäft der FFE zum

Tragen.

Im regulierten Stromnetzbereich wurde die für 2011 genehmigte

Erlösobergrenze mit den dort realisierten Umsatzerlösen

von rd. 22 Mio. EUR nicht ganz erreicht. Nach Abzug der

diesem Bereich zuzuordnenden Aufwendungen ergibt sich für

das abgelaufene Geschäftsjahr ein Jahresüberschuss in Höhe

von 1.424 TEUR (Vj. -490 TEUR). Investiert wurden in diesem

Bereich fast 4,6 Mio. EUR in den Stromverteilnetzbereich.

Im wirtschaftlich von untergeordneter Bedeutung – ebenfalls

regulierten – Gasnetzbereich wurden 572 TEUR erlöst. Damit

wurde die genehmigte Erlösobergrenze nahezu erreicht. Unter

Berücksichtigung der Aufwendung ergibt sich ein Jahresüberschuss

von rd. 27 TEUR. Investitionen erfolgten nicht.

Das Finanzergebnis hat sich mit -5,3 Mio. EUR um

rd. 1,2 Mio. EUR bzw. 17,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr

verbessert. Größte Posten waren mit -3,4 Mio. EUR die Zinsen

und ähnlichen Aufwendungen und mit -2,5 Mio. EUR die Verluste

aus Anteilen an assoziierten Unternehmen. Dem standen

Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des

Finanzanlagevermögens sowie sonstige Zinsen und ähnliche

Erträge in Höhe von zusammen rd. 651 TEUR gegenüber.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von

-0,3 Mio. EUR liegt erheblich unter dem Vorjahresniveau

(+13,9 Mio. EUR). Unter Berücksichtigung eines Steueraufwands

in Höhe von rd. 3,2 Mio. EUR ermittelt sich ein

Jahresfehlbetrag der Stadtwerke Flensburg Gruppe von

3,6 Mio. EUR.

Bei einer Bilanzsumme von 271.749 TEUR bestand zum

31.12.2011 ein Gesamtvermögen der Stadtwerke Flensburg

um rd. 5,6 Prozent bzw. 14.497 TEUR über dem Vorjahresstichtag

(257.252 TEUR).

Den größten Anteil am Gesamtvermögen hatte mit

208.218 TEUR bzw. 76,6 Prozent (Vorjahr 75,1 Prozent) das

Anlagevermögen. Im Anlagevermögen überwog dabei mit

einem Anteil von 65,9 Prozent (Vorjahr 61,3 Prozent) das

Sachanlagevermögen. Der relative Anteil des Finanzanlage-

vermögens bewegte sich demgegenüber mit 9,3 Prozent (Vorjahr

12,2 Prozent) deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Das Umlaufvermögen hatte einen Anteil von 63.113 TEUR

bzw. 23,2 Prozent (Vorjahr 24,7 Prozent) am Gesamtver-

mögen.

Auf der Kapitalseite sind Stammkapital und Kapitalrücklagen

unverändert geblieben.

Die in der Bilanz dargestellten empfangenen Ertragszuschüsse

nehmen planmäßig ab.

Die Rückstellungen weisen einen Wert von 41.476 TEUR auf,

was eine Erhöhung von 10.511 TEUR zum Vorjahr bedeutet.

Die sonstigen Rückstellungen sind gegenüber dem Vorjahr um

12,4 Mio. EUR gestiegen.

C. Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag sind keine berichtspflichtigen

bzw. -würdigen Sachverhalte außerhalb der gewöhnlichen

Geschäftstätigkeit aufgetreten.

D. Chancen- und Risikobericht

Mit außerordentlich hohem gemeinschaftlichem Aufwand

gelang es, der Staatsschuldenkrise in den Ländern der

Eurozone, zumindest vorerst, wirksam entgegenzutreten. Ein

„Ende des Tunnels“ ist indes noch nicht in Sicht. Die hohen

Staatsverschuldungen bergen wesentliche Gefahren für die

wirtschaftliche und politische Stabilität. Dies gilt vor allem

für den Fall eines erneuten großen Krisenausbruchs in den

Finanzmärkten, da die finanziellen Handlungsspielräume der

Staatengemeinschaft zur Gegensteuerung inzwischen ganz

erheblich eingeschränkt sind.

Eine latente Gefahrenquelle liegt in der bislang unzureichenden

internationalen Regulierung bzw. Neuordnung der

Finanzbranche. Das nach wie vor vorhandene Streben nach

schneller spekulativer Gewinnmaximierung hat zu einer erheblichen

Risikozunahme in den Finanzsystemen geführt und

letztlich eine zunehmende Abkopplung der Finanzmärkte von

der Realwirtschaft bewirkt. Es ist so auch nicht auszuschließen,

dass sich dramatische Fehlentwicklungen der Vergangenheit

künftig wiederholen. Die Finanzmärkte zeigen sich

derzeit noch keineswegs von den Wirkungen der globalen

Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008/09 nachhaltig erholt,

so dass von einem tatsächlichen Ende der Finanzkrise bislang

eigentlich noch immer kaum gesprochen werden kann.

Das Thema Netzausbau wird als ein wesentliches Element

der „Energiewende“ identifiziert. Ob hier in einer regulierten

Wertschöpfungsstufe die notwendige Flexibilität eines sich

stark verändernden Energiemarktes umgesetzt werden kann,

bleibt aktuell zumindest mit Fragezeichen versehen. Der Spagat

zwischen Regulierung und Wettbewerbsmarkt zeigt sich

hier auf hohem Niveau, wirkt sich auch für die Stadtwerke

Flensburg ganz konkret im Netzerwerb in der Nachbargemeinde

Harrislee aus. Welche terminlichen und finanziellen Entwicklungen

dieses Vorhaben nimmt, bleibt eine Herausforderung

für das Geschäftsjahr 2012.

Die Preisentwicklungen auf den für die Stadtwerke Flensburg

aktuell relevanten Märkten für Kohle und Strom erscheinen

derzeit auf gutem Niveau und ohne unbeherrschbare Volatilitäten.

Kritischer ist die Situation im Bereich der Emissionszertifikate.

Welcher Anteil hier spekulativ und welcher Anteil

durch realwirtschaftliche Überlegungen begründet ist, lässt

sich nicht identifizieren. Bisherige Marktpartner ziehen sich

teilweise aus diesem Geschäft zurück, damit können aber die

verbliebenen umso stärker Entwicklungen beeinflussen. Der

Handel mit CO2-Zertifikaten ist dem Aktienhandel sehr viel

ähnlicher als beispielsweise das Geschäft mit Strom oder Gas.

Dadurch ist das Geschäft für Banken attraktiv. Die Banken

bringen Liquidität in den Markt und glätten die Laufzeitkurve.

Aber auch hier sind die politischen Einflussnahmen wenig

kalkulierbar. Insbesondere die Einflussnahme auf diese Märkte

aus fiskalischen oder umweltpolitischen Gründen kann sich

stark auf das Marktgeschehen auswirken.

Die branchenspezifische Herausforderung der Energiewirtschaft

besteht somit darin, die vielfältigen rechtlichen und

regulatorischen Vorgaben umzusetzen, dieses auch vor dem

Hintergrund sich kurzfristig verändernder Langfristziele. Die

anlagenintensiv geprägte Energiebranche ist dabei auf eine

möglichst langfristige Planungssicherheit angewiesen. Zunehmendes

Gewicht haben dabei die auf EU-Ebene getroffenen

rechtlichen Vorgaben. Dies vor allem in der Umsetzung

der Themen EU-Binnenmarkt und Klimaschutz in nationales

Recht.

Eine Novelle zum deutschen Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz

(TEHG) ist am 28.07.2011 in Kraft getreten, am

27.09.2011 folgte eine diesbezügliche Verordnung über die

Zuteilung von Treibhausgas-Emissionsberechtigungen in der

Handelsperiode 2013 bis 2020 (ZuV 2020). Mit diesen Regelungen

wird die geltende novellierte EU-Emissionshandelsrichtlinie

2009/29/EG in nationales Recht umgesetzt.

Auf der Grundlage der getroffenen Neuregelungen haben

die Stadtwerke Flensburg ihren Zuteilungsantrag für die


48 Geschäftsbericht 2011 Lagebericht Stadtwerke Flensburg Konzern

Lagebericht Stadtwerke Flensburg Konzern Geschäftsbericht 2011 49

3. Emissionshandelsperiode für das Flensburger Heizkraftwerk

einschließlich Reserveheizwerken gestellt und den Antrag bei

der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) beim Umweltbundesamt

fristgerecht eingereicht.

Die Stadtwerke Flensburg sind aufgrund der betriebenen

Energieerzeugung in Kraft-Wärme-Kopplung im Rahmen der

bis Ende 2012 reichenden 2. Emissionshandelsperiode von

verschärften Regelungen wenig betroffen. Deutlich höhere

Belastungen für das Unternehmen bringt indes die von 2013

bis 2020 reichende 3. Handelsperiode, deren Eckpunkte nun

auch auf der nationalen Ebene fixiert wurden. Bei einer Energieerzeugung

in Kraft-Wärme-Kopplung sind Emissionszertifikate

vom Beginn der 3. Periode an für den kompletten Anteil

der Stromerzeugung zu erwerben. Für den Anteil der in Kraft-

Wärme-Kopplung erzeugten Wärmeproduktion wird dagegen

eine anfänglich weitgehend kostenlose Zuteilung von Zertifikaten

bis zum Jahr 2020 stufenweise auf 30 Prozent – und

dann bis 2027 auf Null – reduziert, sodass am Ende auch diese

Zertifikate vollständig zu erwerben sind.

Die Energiepolitik postuliert die Gleichwertigkeit der Ziele

Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit/

Wettbewerbsfähigkeit. Ein zunehmend harter Wettbewerb auf

den Strom- und Gasmärkten, immer striktere regulatorische

Vorgaben zur Kostensenkung im Netzbereich, ein stark zugenommener

Bürokratieaufwand wie auch eine sehr hohe öffentliche

Erwartungshaltung hinsichtlich niedriger Energiepreise

kennzeichnen die Situation. Anderseits haben nachhaltige

Investitionen in den Klimaschutz und in die Versorgungssicherheit

ihren Preis. Ein allzu harsch vorangetriebener, mit

sinkenden Margen einhergehender Anbieterwettbewerb in

Verbindung mit immer bürokratischeren Strukturen wirkt sich

insofern kontraproduktiv aus im Hinblick auf das Erreichen

der ja überaus ehrgeizigen Ziele der Klimapolitik.

Ob und welche Handlungsalternativen den kommunalen Unternehmen,

welche sich im privatwirtschaftlichen Wettbewerbsumfeld

behaupten müssen, in der Zukunft zur Verfügung

stehen, stellt eine offene Frage dar. Die Grundgeschäfte

der Unternehmen sind den üblichen gesamtwirtschaftlichen,

energiewirtschaftlichen und wettbewerblichen Chancen und

Risiken ausgesetzt. Um hier mithalten zu können, gilt es in

einem sich schnell ändernden Umfeld, eine ebenso flexible

Anpassung der internen Strukturen, Denk- und Arbeitsweisen

umzusetzen. Unter dem Eindruck der aktuellen Arbeitsmarktsituation,

dem demographischen Wandel und einer in weiten

Teilen nicht anforderungsgerechten Bildungspolitik entstehen

insbesondere im personellen Bereich starke Herausforderungen.

Diese für alle Unternehmen mehr oder weniger

geltenden Rahmenbedingungen könnten den Standort Flensburg

besonders in seiner Grenzlage und fern jedes Ballungsgebiets

treffen.

Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung „Energie im

Wandel – Kraft aus Kontinuität“ wurden in 2011 eine Vielzahl

von Maßnahmen und Aufgaben mit dem Ziel einer nachhaltigen

Stärkung der Zukunftsfähigkeit der Stadtwerke Flensburg

beschlossen.

Ziel der bisherigen Wachstumsstrategie des Unternehmens

war die Generierung von Wachstum durch den forcierten Aufbau

neuer Geschäftsfelder, wodurch zugleich unvermeidliche

wettbewerbsbedingte Verluste in traditionellen Geschäftsfeldern

aufgefangen werden sollten. Die in diesem Zusammenhang

in den Ausbau des Beteiligungsgeschäfts gesetzten

Erwartungen erfüllten sich indes, zumindest bei einem Teil

der Beteiligungen, nicht. Getroffene Annahmen zum Zeitbedarf

der Anlaufphasen neuer Geschäftsaktivitäten und zum

Kapitalbedarf bei der Anschubfinanzierung mussten vor dem

Hintergrund des schnellen Wandels der Marktverhältnisse und

des rechtlich-regulatorischen Umfelds inzwischen mehrfach

korrigiert werden.

In einer intensiven Strategieevaluation wurde das bestehende

Beteiligungsgeschäft mit seinen jeweiligen Chancen und ergebnisbelastenden

Risiken eingehend analysiert. Im Resultat

des Strategieprozesses wurde eine weitreichende Neustrukturierung

des Beteiligungsgeschäfts beschlossen, mit, wo immer

nötig, klar gesetzten Schnitten zur bisherigen Strategie.

Bei dieser Neuausrichtung steht die Ergebnisstärkung eher als

Umsatzwachstum und Arbeitsplatzaufbau im Fokus. Vorgesehen

ist eine stärkere Fokussierung auf das Kerngeschäft der

Energie- und Wasserversorgung, dies mit einem besonderen

Gewicht auf der regionalen Verankerung des Unternehmens.

Wichtige Schritte wurden im Zuge der Neustrukturierung des

Beteiligungsgeschäfts in 2011 bereits umgesetzt, weitere

Maßnahmen folgen in den nächsten Geschäftsjahren. Die Ergebnisrisiken

des Beteiligungsgeschäfts werden sich künftig

deutlich günstiger darstellen, da erforderliche Wertkorrekturen

in erheblichem Umfang bereits vorgenommen worden

sind. Im Rahmen ihrer neuen Ausrichtung werden sich die

Stadtwerke Flensburg auch künftig über Beteiligungen im Bereich

erneuerbare Energien und Energieeffizienz wie auch im

Bereich regionaler Infrastrukturdienstleistungen engagieren.

Bei den mit den Stadtwerken Flensburg verbundenen Unternehmen

stellt sich die Situation im Einzelnen wie folgt dar:

Wie der Energiesektor ist mittlerweile der ÖPNV-Bereich

mit Aktiv Bus und FVG von Wettbewerb und Veränderungen

des rechtlichen Ordnungsrahmens erheblich betroffen. Hinzu

treten für Aktiv Bus Risiken künftiger Instandhaltungs- und

Modernisierungsaufwendungen sowie insbesondere auch die

preislichen Risiken der Kraftstoffbeschaffung. Da perspekti-

visch mit weiter steigenden Kraftstoffpreisen zu rechnen ist,

wird für den künftigen Erfolg mitentscheidend sein, inwieweit

hohe Preisschübe über Fahrpreisanpassungen kompensiert

werden können. Längerfristig können alternative Antriebssysteme

für Busse, etwa im Sinne der Elektromobilität, hier

eine interessante Option eröffnen. Derzeit ist deren Markt-

reife aber noch nicht absehbar.

Für die Hafen GmbH und die FFB, die in Gestalt des Flensburger

Hafens und Flughafens für die Region wichtige

Infrastruktureinrichtungen betreiben, bestehen in erster

Linie Marktrisiken aus der Abhängigkeit ihrer Umsätze von

jeweils nur wenigen größeren Auftraggebern sowie auch das

Risiko merklicher Instandsetzungsaufwendungen. Für beide

Unternehmen hängen Chancen und Risiken ganz maßgeblich

von den regionalpolitischen Zukunftsstrategien ab.

Beim Flughafenbetrieb ist zurzeit eine grenzüberschreitende

Kooperation mit dem dänischen Flughafen in Sønderborg in

der Erörterung. Ein Ausbau Sønderborgs als künftiger binationaler

Flugplatz für den Linienverkehr könnte, bei einer entsprechenden

Arbeitsteilung, für die FFB in einem begrenzten

Umfange Wachstumsperspektiven im Bereich der sog.

„General Aviation Verkehre“ eröffnen.

AWZ und MEISH tragen als Lieferanten von Biomasse bzw.

aufbereiteten Ersatzbrennstoffen (EBS) zur Realisierung eines

zunehmenden Brennstoffmix und einer damit einhergehenden

Reduktion der CO2-Emissionen im Flensburger Heizkraftwerk

bei. Auch bei diesen Unternehmen besteht eine Abhängigkeit

ihrer Umsätze von wenigen größeren Auftraggebern. Für

die AWZ stellt sich die Aufgabe, einen hinreichenden Ausgleich

für entfallende bisherige Geschäftsfelder zu finden.

Die MEISH steht insbesondere auch vor der Herausforderung

einer besseren Auslastung ihrer Produktionskapazitäten.

Auch besteht das Risiko einer weiteren Verschlechterung der

Annahmepreise für den als Inputmaterial benötigten vorsortierten

Gewerbeabfall. Der zum 01.01.2012 in Kraft getretene

Betriebspachtvertrag mit der MBA Neumünster eröffnet die

Chance zu einer Stabilisierung der defizitären Geschäftstätigkeit

über dadurch möglich werdende positive Synergieeffekte.

Die in mehreren Niederlassungen und diversen Projektbüros

dezentral organisierte und breit aufgestellte TRIGIS ist als

Komplettdienstleister im Geodatenmarkt positioniert. Für die

TRIGIS stellt sich die Herausforderung, sich mit innovativem

Know-how, schlanken Strukturen und einem umfassenden

Leistungsspektrum auf die schnellen Marktentwicklungen der

Branche einzustellen.

Das Geschäft der IT-Power beinhaltet ein umfängliches Leistungsspektrum

von IT-Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette

von Energieversorgungsunternehmen wie

aber auch außerhalb der Energiebranche. Das zu realisierende

Ergebnis wird dabei entscheidend durch die Projektauslastung

geprägt. IT-Power hat sich als Anbieter qualitativ hochwertiger

IT-Dienstleistungen inzwischen am Markt erfolgreich

etabliert. Überraschend eingetretene personelle Engpässe

beeinträchtigen indes derzeit die Entwicklung der Gesellschaft.

Für IT-Power steht damit vorerst die Konsolidierung

des Bestandsgeschäfts und der Ausgleich der Engpässe im

Vordergrund.

Die bei der semeco aus den Strukturveränderungen des Jahres

2011 erfolgten Anpassungen müssen etabliert und optimiert

werden. Für das Bestandsgeschäft besteht die Chance einer

Prozessoptimierung und damit einhergehenden Kostenoptimierung.

Da die Geschäftsaktivitäten der semeco nicht zu

den Kerngeschäftsfeldern der Stadtwerke Flensburg Gruppe

gehören, wird das Jahr 2012 dazu genutzt, um die Optionen

zur Fortführung des Geschäfts zu bewerten.

Die FFE hatte nach der bisherigen Strategie der Stadtwerke

Flensburg Gruppe eine aktive steuernde Funktion beim

forcierten Ausbau des Beteiligungsgeschäfts. Die gesetzten

Erwartungen erfüllten sich indes nicht. Bestehende Risiken

und aufgetretene Fehlentwicklungen führten zur eingehenden

Evaluation des Beteiligungsgeschäfts, einschließlich aller

FFE-Aktivitäten. Im Ergebnis kam es hier zu grundlegenden

Neubewertungen. Mit der in 2011 erfolgten strategischen

Neuorientierung verbinden sich so auch erhebliche Konsequenzen

für das Beteiligungsportfolio der FFE.

Die Bewältigung der Anlaufschwierigkeiten bei der

Beta-Biomethan ist eine Herausforderung, bei der es gilt,

bestehende aktuelle Probleme zu lösen und zugleich auf

der Basis des Ist-Zustands ein zukunftsfähiges Konzept zu

gestalten. Zugunsten schnellerer, optimierter Abstimmungs-

und Entscheidungsprozesse haben die Stadtwerke Flensburg

inzwischen vom bisherigen – auf Projektentwicklungen spezialisierten

– Mehrheitsgesellschafter die kapitalmäßige Mehrheit

sowie auch die kaufmännische und technische Betriebsführung

übernommen. Im Falle erfolgreicher Restrukturierung

eröffnet die Biomethanerzeugung und -einspeisung in Schuby

in das Erdgasnetz positive Geschäftsperspektiven.

Als eine nach innen wirkende Maßnahme wurde in 2011

die Unternehmensorganisation der Stadtwerke Flensburg an

künftige Anforderungen angepasst. Die vorgenommenen Änderungen

in der Geschäftsbereichs- und Abteilungsgliederung

tragen den Herausforderungen der bevorstehenden großen

Investitionen im Kraftwerksbereich Rechnung, anderseits

aber auch kaufmännischen wie vertrieblichen Belangen.


50 Geschäftsbericht 2011 Lagebericht Stadtwerke Flensburg Konzern

Lagebericht Stadtwerke Flensburg Konzern Geschäftsbericht 2011 51

Angegangen wurden insbesondere auch Effizienz- und Transparenzverbesserungen

in den internen Berichtsstrukturen.

Wesentliche Umsetzungs- und Anpassungsarbeiten werden

hier in den nächsten Jahren noch zu leisten sein. Dies gilt

besonders auch für die eingesetzten IT-Instrumente im Unternehmen,

die im Hinblick auf eine zukunftssichere adäquate

Abbildung der Energieprozesse und internen Steuerungs-

systeme weiterzuentwickeln sind.

E. Risikomanagementziele und Methoden

Die Stadtwerke Flensburg verfügen über ein Risikomanagementsystem,

welches mehrmals jährlich aktualisiert wird.

Darüber hinaus sieht das Risikomanagementsystem im Bedarfsfall

eine Ad-hoc-Berichterstattung vor. Ein wesentliches

Ziel ist insbesondere die Risikominimierung im Bereich der

Beschaffung von Energie. Hierzu zählt vor allem der Einkauf

von Kohle und Strom. Dieser Einkauf erfolgt mittelfristig anhand

des geplanten Bedarfs. Hinsichtlich der Bewertung der

einzelnen Produkte wird auf die Angaben zu den Bewertungseinheiten

im Anhang verwiesen.

F. Ausblick

Auch in den nächsten Jahren werden das Strom- und das

Fernwärmegeschäft der Stadtwerke Flensburg einen Großteil

des Umsatzes in der Stadtwerke Flensburg Gruppe bestimmen.

Der Fernwärmeabsatz birgt dabei allenfalls noch Zuwachsmöglichkeiten

im nahen Flensburger Umland diesseits

und gegebenenfalls jenseits der deutsch-dänischen Landesgrenze,

wiewohl zugleich die Erhaltungsaufwendungen des

älter werdenden Flensburger Bestandsnetzes derzeit steigen.

Im überregionalen Stromgeschäft liegen weiterhin interessante

Wachstumschancen, wenn auch hier ein immer intensiverer

und rauerer Wettbewerb künftig noch engere Margen

im Endkundengeschäft erwarten lässt.

Der Kostendruck auf Netzbetreiber lässt die künftigen Ergebnisbeiträge

des Netzbereichs eher gering erwarten.

Marktchancen eröffnen sich im Bereich der Energie-Eigenerzeugung

im Flensburger Heizkraftwerk wie auch beim Ausbau

der erneuerbaren Energien, wobei in den kommenden Jahren

die Stromproduktion auf Basis fossiler Brennstoffe zunehmend

durch Kosten des Emissionshandels belastet sein wird.

Mitentscheidend für den Unternehmenserfolg in den nächsten

Jahren wird sein, inwieweit es insbesondere auch gelingt,

die finanziellen Spielräume für die anstehenden großen Er-

neuerungs-Investitionen adäquat zu sichern, durch die indes

die Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit des Erzeugungsstandorts

wesentlich gestärkt wird.

Zudem gilt es, das Beteiligungsgeschäft der neuen Strategie

entsprechend auszurichten und anzupassen. Die verbundenen

Unternehmen leisten einen Beitrag bei der verstärkten

Fokussierung auf erneuerbare Energien im Zuge der Energiewende,

oder sie erbringen grundlegende Infrastrukturdienstleistungen

für die Flensburger Region. Ein besonderes Kapital

sind die Maßnahmen zur Förderung und Bindung der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter, deren Professionalität, hohe

Motivation und Flexibilität für den Erfolg der Stadtwerke

Flensburg Gruppe unverzichtbar sind.

Das zentrale Flensburger Heizkraftwerk und die

direkt daneben liegende Verwaltung der Unternehmensgruppe

sind wichtige Wirtschaftsfaktoren

in der Region.


52 Geschäftsbericht 2011 Bilanz Stadtwerke Flensburg Konzern

Bilanz Stadtwerke Flensburg Konzern Geschäftsbericht 2011 53

Bilanz

Stadtwerke Flensburg Konzern

zum 31. Dezember 2011

AKTIVSEITE Anhang-Nr. 31.12.2011 in EUR Vorjahr in EUR

A. Anlagevermögen (1) 208.217.507,06 193.175.310,97

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte

4.094.482,14 4.023.698,45

und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen

2. Geleistete Anzahlungen auf immaterielle

2.615.008,42

3.629.217,93

Vermögensgegenstände 1.479.473,72

394.480,52

II. Sachanlagen

1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten

178.968.895,10 157.718.026,95

einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken

26.733.935,79

25.625.886,15

2. Technische Anlagen und Maschinen 130.189.615,79 112.961.895,76

3. Fahrzeuge im Personenverkehr 2.365.388,00 2.524.150,00

4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.686.841,95 8.795.054,95

5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 10.993.113,57 7.811.040,09

III. Finanzanlagen 25.154.129,82 31.433.585,57

1. Anteile an assoziierten Unternehmen 0,00 3.787.403,76

2. Beteiligungen

3. Ausleihungen an Unternehmen,

21.817.315,79 22.113.808,92

mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 710.852,39

4. Wertpapiere des Anlagevermögens 2.022.607,59 2.022.607,59

5. Sonstige Ausleihungen (2) 1.298.706,44 2.783.412,91

6. Sonstige Finanzanlagen 15.500,00 15.500,00

B. Umlaufvermögen 63.113.417,50 63.512.090,64

I. Vorräte 16.866.812,28 15.135.332,52

1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 14.179.156,51 12.877.749,98

2. Emissionsrechte 1.035.000,00 1.135.000,00

3. Unfertige Leistungen 986.539,82 1.033.407,89

4. Fertige Erzeugnisse 666.115,95 89.174,65

II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (3) 30.508.692,49 34.789.265,90

1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

2. Forderungen gegen Unternehmen,

(4) 21.619.859,38 25.158.215,53

mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

87.351,19

1.293.652,98

3. Sonstige Vermögensgegenstände

III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben

8.801.481,92 8.337.397,39

bei Kreditinstituten und Schecks

15.737.912,73

13.587.492,22

C. Rechnungsabgrenzungsposten (5) 417.829,09 563.260,93

D. Aktive latente Steuern (6) 0,00 1.480,04

271.748.753,65 257.252.142,58

PASSIVSEITE Anhang-Nr. 31.12.2011 in EUR Vorjahr in EUR

A. Eigenkapital 110.567.080,27 117.252.186,87

I. Gezeichnetes Kapital 56.000.000,00 56.000.000,00

II. Kapitalrücklage

III. Gewinnrücklagen

14.249.271,66 14.249.271,66

Andere Gewinnrücklagen (7) 43.484.447,54 41.716.975,53

IV. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung 0,00 -53.884,63

V. Bilanzverlust/-gewinn -3.575.706,26 4.766.374,27

VI. EK Anteile anderer Gesellschafter 409.067,33 573.450,04

B. Empfangene Ertragszuschüsse (8) 6.300.732,32 7.485.575,92

C. Rückstellungen

1. Rückstellungen für Pensionen

41.475.869,46 30.965.221,78

und ähnliche Verpflichtungen 4.066.294,00

4.089.563,00

2. Steuerrückstellungen 43.921,82 1.893.902,16

3. Sonstige Rückstellungen (9) 37.365.653,64 24.981.756,62

D. Verbindlichkeiten (10) 112.484.921,13 100.487.967,98

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 82.079.439,78 75.045.121,20

2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 950.238,21 1.231.988,54

3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,

13.381.867,82 7.296.510,83

mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 69.823,04

103.492,72

5. Sonstige Verbindlichkeiten

(davon aus Steuern:

10.732.889,63 EUR, Vj: 10.324.232,94 EUR)

(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit:

(11)

0,00 EUR, Vj: 0,00 EUR)

16.003.552,28

16.810.854,69

E. Rechnungsabgrenzungsposten 819.192,37 940.230,06

F. Passive latente Steuern (12) 100.958,10 120.959,97

271.748.753,65 257.252.142,58


54 Geschäftsbericht 2011 Gewinn- und Verlustrechnung Stadtwerke Flensburg Konzern Anhang Stadtwerke Flensburg Konzern Geschäftsbericht 2011 55

Gewinn- und Verlustrechnung

Stadtwerke Flensburg Konzern

für die Zeit vom 1. Januar

bis 31. Dezember 2011

Anhang-Nr. 2011 in EUR Vorjahr in EUR

1. Umsatzerlöse (13) 345.571.726,28 318.491.840,51

Umsatzerlöse mit Strom- und Erdgassteuer

369.427.444,67

339.175.477,34

abzüglich Strom- und Erdgassteuer

2. Erhöhung oder Verminderung des Bestandes

23.855.718,39

20.683.636,83

an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -60.581,34

490.007,20

3. Andere aktivierte Eigenleistungen 3.135.715,21 2.358.489,11

4. Sonstige betriebliche Erträge (14) 15.238.938,41 16.180.672,50

363.885.798,56 337.521.009,32

5. Materialaufwand 248.865.812,43 216.294.789,49

a. Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

(15)

und für bezogene Waren

229.230.959,84

197.536.100,69

b. Aufwendungen für Emissionsrechte 2.936.750,00 909.656,00

c. Aufwendungen für bezogene Leistungen 16.698.102,59 17.849.032,80

6. Personalaufwand 48.399.259,93 46.471.396,29

a. Löhne und Gehälter

b. Soziale Abgaben und Aufwendungen

für Altersversorgung und für Unterstützung

(davon für Altersversorgung:

37.796.238,73 35.985.939,18

2.997.396,17 EUR, Vj: 2.910.644,86 EUR)

10.603.021,20

10.485.457,11

7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (16)

des Anlagevermögens und Sachanlagen

17.812.821,03

19.089.365,13

8. Sonstige betriebliche Aufwendungen (17) 43.804.240,83 35.328.705,03

358.882.134,22 317.184.255,94

9. Erträge aus Beteiligungen 36.535,25 202.508,54

10. Gewinne aus Anteilen an assoziierten Unternehmen (18) 74.094,49 40.012,73

11. Verluste aus Anteilen an assoziierten Unternehmen

12. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen

(19) 2.528.401,56 3.406.711,99

des Finanzanlagevermögens

348.556,58 401.179,64

13. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (20) 302.516,27 193.161,45

14. Abschreibungen auf Finanzanlagen (21) 117.152,39 324.151,52

15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3.446.031,50 3.591.769,13

-5.329.882,86 -6.485.770,28

16. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -326.218,52 13.850.983,10

17. Außerordentlicher Ertrag 0,00 195.376,00

18. Außerordentlicher Aufwand 0,00 436.847,00

19. Außerordentliches Ergebnis 0,00 -241.471,00

20. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (22) 2.549.149,00 5.265.653,88

21. Sonstige Steuern 689.374,60 490.070,19

3.238.523,60 5.755.724,07

22. Jahresfehlbetrag/-überschuss -3.564.742,12 7.853.788,03

23. Verrechnung Verlustvortrag 0,00 19.475,74

24. Vorabausschüttungen 0,00 3.000.000,00

25. Anteile anderer Gesellschafter am Jahresüberschuss 10.964,14 67.938,02

26. Konzernbilanzverlust/-gewinn -3.575.706,26 4.766.374,27

Anhang

Stadtwerke Flensburg Konzern

I. Angaben zur Form und Darstellung von Bilanz

bzw. Gewinn- und Verlustrechnung

und zur Konsolidierung

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2011 wurde nach

den Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt.

Entsprechend der Verordnung über die Gliederung des Jahresabschlusses

von Verkehrsunternehmen vom 13.07.1988 ist

die Darstellung der Sachanlagen um die Position Fahrzeuge

im Personenverkehr erweitert.

Für die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde

das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Konsolidierungskreis

Die Stadtwerke Flensburg GmbH stellt als Mutterunternehmen

gemäß § 290 ff. HGB einen Konzernabschluss auf. Der Anteilsbesitz

stellt sich nach § 313 HGB per 31.12.2011 wie

folgt dar:

Sitz der Gesellschaft Anteil am Grund-/

Stamm-Kapital

%

Eigenkapital

Ergebnis

des letzten Gj.

EUR

EUR

A. Anteile an verbundenen Unternehmen:

AWZ Abfallwirtschaftszentrum Flensburg GmbH Flensburg 100 25.564,59 0,00 *1

Aktiv Bus Flensburg GmbH Flensburg 100 1.000.000,00 0,00 *1

Flensburger Hafen GmbH Flensburg 100 52.000,00 0,00 *1

Flensburger Flughafenbetriebsgesellschaft mbH Flensburg 80 52.000,00 0,00 *1

Semeco Service Metering Competence GmbH Flensburg 100 293.003,36 0,00 *1

IT-Power GmbH Flensburg 100 500.000,00 0,00 *1

Flensburger Verkehrsservice GmbH Flensburg 100 28.619,04 0,00 *1

TRIGIS GeoServices GmbH (vormals TRIGIS

Vermessung und Geoinformatik GmbH)

Gera 50,941 1.530.248,80 217.784,37

Flensburger Förde Energiegesellschaft mbH Flensburg 100 -11.093.776,65 -347.268,01

MEISH Mittelständische Entsorgungsinitiative

Schleswig-Holstein GmbH

Flensburg 100 -1.504.636,15 0,00 *1

Beta-Biomethan Schuby GmbH

B. Beteiligungen (> 20 %):

Schuby 75,10 -1.089.259,20 -5.030.811,13

Zentralomnibusbahnhof Flensburg GmbH Flensburg 27,49 507.983,41 7.983,23 *2

Bioenergie Brunsbüttel

Contracting GmbH & Co. KG

Brunsbüttel 25,1 388.822,35 -1-609.713,12 *3

Bioenergie Brunsbüttel

Contracting Verwaltungs-GmbH

Brunsbüttel 25,2 34.292,64 -5.165,68 *3

GTW Geothermie Wilhelmsburg GmbH Hamburg 33,33 18.381,77 -50.827,91 *2

*1) Mit vorgenannten Gesellschaften bestehen Ergebnisabführungsverträge

*2) Ergebnis per 31.12.2010 – Der Abschluss per 31.12.2011 liegt noch nicht vor

*3) vorläufiges Ergebnis, Stand 05.04.2012

Änderungen im Konsolidierungskreis

Im Rahmen einer konzerninternen Neustrukturierung wurde

die SWF-Energie Service GmbH gemäß des Verschmelzungsvertrages

vom 11.08.2011 rückwirkend zum 01.01.2011 als

Ganzes auf die Stadtwerke Flensburg GmbH verschmolzen. Die

Eintragung erfolgte am 26.08.2011 im Handelsregister beim

Amtsgericht Flensburg.

Die Flensburger Förde Energiegesellschaft mbH (FFE) hat ihre

Anteile an der Beta-Biomethan Schuby GmbH im Geschäftsjahr

von 49,9 Prozent auf 75,1 Prozent aufgestockt. Diese

Beteiligung, die bisher als assoziiertes Unternehmen ausgewiesen

wurde, wird ab 01.12.2011 als vollkonsolidiertes

Tochterunternehmen mit Minderheitenausweis in den Konzern

einbezogen. Die Beta-Biomethan Schuby GmbH weist

zum 30. November 2011 ein negatives Eigenkapital von

704,2 TEUR aus, davon entfallen 528,9 TEUR auf die FFE

Flensburger Förde Energiegesellschaft mbH. Aufgrund der

vollständigen Abschreibung der Anteile an der Beta-Biomethan

Schuby GmbH im Einzelabschluss der FFE ergibt

sich somit aus der Kapitalkonsolidierung ein Goodwill von

528,9 TEUR, der aufgrund der unsicheren Entwicklungsperspektive

der Tochtergesellschaft vollständig außerplanmäßig


56 Geschäftsbericht 2011 Anhang Stadtwerke Flensburg Konzern

Anhang Stadtwerke Flensburg Konzern Geschäftsbericht 2011 57

abgeschrieben wurde. Mit Vertrag vom 20.12.2011 erfolgte

die Übertragung von 75,1 Prozent der Geschäftsanteile an der

Beta-Biomethan Schuby GmbH von der FFE Flensburger Förde

Energiegesellschaft mbH an die Stadtwerke Flensburg GmbH

zum Kaufpreis von 1,00 EUR.

Von den zum 31.12.2010 unter der Bilanzposition Assoziierte

Unternehmen ausgewiesenen Beteiligungen sind die Anteile

an der SIA Ventspils ENERGO im Geschäftsjahr zum Preis von

1,9 Mio. EUR, und die Anteile an der Hofkontor AG zum Preis

von 298,0 TEUR verkauft worden.

Konsolidierungsgrundsätze

Kapitalkonsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt bei der Semeco Service Metering

Competence GmbH und der MEISH Mittelständische

Entsorgungsinitiative Schleswig-Holstein GmbH nach der

Neubewertungsmethode gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 HGB

a.F., für die übrigen Tochterunternehmen wird die Buchwertmethode

gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB a.F. angewendet.

Für die Beta-Biomethan Schuby GmbH wird die Kapitalkonsolidierung

gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB n.F. vorgenommen.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt für die MEISH Mittelständische

Entsorgungsinitiative Schleswig-Holstein GmbH und

die Beta-Biomethan Schuby GmbH zu dem Zeitpunkt, an dem

die Gesellschaften Tochterunternehmen geworden sind und

für die übrigen Tochterunternehmen zum Zeitpunkt der erstmaligen

Einbeziehung in den Konzernabschluss.

Die übrigen Beteiligungen sind gemäß § 311 Abs. 2 HGB aufgrund

ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermittlung

eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes

der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns mit

dem Buchwert der Beteiligung angesetzt.

Die von den assoziierten Unternehmen angewendeten Bilanzierungs-

und Bewertungsmethoden entsprechen weitgehend

denen des Konzerns Stadtwerke Flensburg GmbH.

Anteile anderer Gesellschafter

Die Fremdanteile am Konzernjahresergebnis werden den Anteilen

anderer Gesellschafter innerhalb des Konzerneigenkapitals

lt. § 301 Abs. 4 HGB zugeordnet.

Schuldenkonsolidierung

Die Forderungen und Verbindlichkeiten unter Konzerngesellschaften

wurden lt. § 303 HGB aufgerechnet.

Aufwands- und Ertragskonsolidierung

Eine Verrechnung der konzerninternen Aufwendungen und

Erträge erfolgte gemäß § 305 HGB.

Behandlung der Zwischenergebnisse

Die aus konzerninternen Lieferungen resultierenden Bestände

im Umlaufvermögen wurden gemäß § 304 HGB um die Zwischenergebnisse

eliminiert.

II. Erläuterungen zu den Positionen von Bilanz

sowie Gewinn- und Verlustrechnung

bezüglich Ausweis, Bilanzierung und Bewertung

1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Geschäfts- oder Firmenwerte, die sich im Rahmen der Kapitalkonsolidierung

ergeben, werden über einen Zeitraum von vier

Jahren linear abgeschrieben, sofern sich aus einer Werthaltigkeitsprüfung

keine anderen Erkenntnisse ergeben.

Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen

sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert

um planmäßige Abschreibungen angesetzt.

Auf die in den Herstellungskosten enthaltenen eigenen

Leistungen werden angemessene Material- und Fertigungsgemeinkostenzuschläge

berechnet. Bei Zugängen vor 2008

wurde, soweit zulässig, die degressive Abschreibungsmethode

angewandt. Ab dem Jahr 2008 erfolgen die Abschreibungen

nach der linearen Methode. Aufgrund untergeordneter Bedeutung

für die Stadtwerke Flensburg GmbH werden in der

Handelsbilanz die steuerlichen Regelungen des § 6 Abs. 2 a

EStG übernommen. Im Bereich des Anlagevermögens wird ein

Festwert gemäß § 240 HGB geführt.

Kapitalzuschüsse werden von den Anschaffungskosten des

Anlagevermögens abgesetzt.

Die in der Position sonstige Ausleihungen enthaltenen Baudarlehen

werden zum Nennwert angesetzt.

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten, ggf. vermindert

um Abschreibungen nach § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB

ausgewiesen.

Die Vorräte sind zu fortgeschriebenen durchschnittlichen Anschaffungs-

bzw. Herstellungskosten bewertet. Soweit erforderlich,

wurden Abschreibungen gem. § 253 Abs. 4 Satz 1

HGB vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum

Nennwert unter Berücksichtigung des erkennbaren Ausfallrisikos

bewertet.

Die Gesamtdifferenzbetrachtung der Latenzposten nach

§ 274 HGB ergibt zum Bilanzstichtag einen Aktivüberhang.

Auf eine Bilanzierung wird durch Ausübung des Wahlrechts

gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB verzichtet. Es bestehen keine

wesentlichen passiven latenten Steuern nach § 274 HGB.

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und Deputate

erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren

unter Berücksichtigung der Heubeck-Richttafeln 2005 G.

Der Rückstellung für Pensionen liegt ein Rechnungszinssatz

von 5,13 Prozent, eine Einkommenssteigerungsrate von

2,5 Prozent, eine Lebenshaltungskostensteigerungsrate von

1,0 Prozent, eine Anpassungsrate der laufenden Renten von

1,0 Prozent sowie eine Fluktuationsquote von 1,0 Prozent

zu Grunde. Die Rückstellung für Deputate berücksichtigt

einen Rechnungszinssatz von 5,13 Prozent, eine Preissteigerungsrate

von 1,5 Prozent sowie eine Fluktuationsquote von

1,0 Prozent.

Die übrigen Rückstellungen sind nach Berücksichtigung erkennbarer

Risiken in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt

worden, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung

notwendig ist. Die Rückstellung für Altersteilzeit wurde unter

Berücksichtigung der Heubeck-Richttafeln 2005 G mit einem

Rechnungszinssatz von 3,93 Prozent sowie einem Einkommenstrend

von 2,5 Prozent bewertet.

Die Verbindlichkeiten sind zum Rückzahlungsbetrag passiviert.

Für die Jubiläumsrückstellung hat die Stadtwerke Flensburg

GmbH vom Beibehaltungswahlrecht Gebrauch gemacht, so

dass diese wie im Vorjahr mit 520,3 TEUR angesetzt wird.

Zum 31.12.2011 beträgt die Überdeckung 78,1 TEUR.

2. Angaben zu Positionen der Bilanz

(1) Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in der Anlage

zum Anhang dargestellt. Durch die Streichung des Beibehaltungswahlrechtes

nach § 308 Abs. 3 HGB sind die im Konzernabschluss

angesetzten steuerlichen Wertansätze einheitlich

an handelsrechtliche Wertansätze angepasst worden.

Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 0,5 Mio. EUR aus

der Kapitalkonsolidierung der Beta-Biomethan Schuby GmbH

wurde im Geschäftsjahr nach einer Werthaltigkeitsprüfung

abgeschrieben.

Der Sonderposten aus Investitionszuschüssen wurde zur

Anpassung der konzerneinheitlichen Bilanzierung vom Anlagevermögen

abgesetzt. Im Konzernanlagenspiegel wurden

die Werte der kumulierten Abschreibungen bestimmter

Vermögensgegenstände erhöht, um diese den Bruttowerten

der Konzernbilanz anzupassen. Von den im Anlagenspiegel

aktivisch abgesetzten Kapitalzuschüssen für das Geschäftsjahr

2011 entfallen 2.774,6 Mio. EUR auf Zuschüsse Nutzungsberechtigter.

(2) In den sonstigen Ausleihungen sind langfristige Kundendarlehen

und Baudarlehen in Höhe von 1,3 Mio. EUR enthalten.

(3) Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

sind innerhalb eines Jahres fällig.

(4) Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten

vor Saldierung mit den erhaltenen, nicht abgerechneten

Bruttoabschlagsbeträgen 99,4 Mio. EUR für Verbräuche, die

zwischen Ablese- und Bilanzstichtag entstanden sind. In den

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind 93,3 TEUR

aus Nebengeschäften mit der Gesellschafterin enthalten.

(5) Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben

vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, die Aufwand für

eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

(6) Die aktiven latenten Steuern wurden nach § 306 HGB

mit einem durchschnittlichen Konzernsteuersatz von

29,36 Prozent gebildet.

(7) Die Gewinnverwendungsvereinbarung vom 12.02.2008

sichert der Gesellschafterin für die Jahre 2008 bis 2012 eine

Mindestausschüttung von 3 Mio. EUR zu. Diese wurde im Geschäftsjahr

durch eine Entnahme aus den Gewinnrücklagen

realisiert.

(8) Die empfangenen Ertragszuschüsse beinhalten Zuschüsse

der Kunden zu den Netzkosten und den Hausanschlusskosten.

Die bis 2002 empfangenen Ertragszuschüsse werden mit einer

jährlichen Rate von 5,0 Prozent der Ursprungswerte zugunsten

der Umsatzerlöse aufgelöst. Die ab 2003 empfangenen

Ertragszuschüsse werden gem. BMF-Schreiben vom

27.05.2003 direkt von den Anschaffungs- und Herstellungskosten

des jeweiligen Leitungsnetzes abgesetzt.

(9) In den sonstigen Rückstellungen sind u. a. Rückstellungen

für Urlaubsansprüche, Überstundenvergütungen,

Gleitzeitausgleich und Berufsgenossenschaftsbeiträge in

Höhe von 2,6 Mio. EUR, für Altersteilzeitverpflichtungen

und Jubiläumszuwendungen von 3,0 Mio. EUR und für


58 Geschäftsbericht 2011 Anhang Stadtwerke Flensburg Konzern

Anhang Stadtwerke Flensburg Konzern Geschäftsbericht 2011 59

Jahresverbrauchsabrechnung und interne Abschlusskosten

von 1,1 Mio. EUR enthalten. Für Rekultivierungsmaßnahmen,

Mehrerlösabschöpfung und periodenübergreifende Saldierung

wurden Rückstellungen in Höhe von 1,0 Mio. EUR gebildet.

Zum Bilanzstichtag wurden für drohende Verluste aus schwe-

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

(Vorjahr)

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen

(Vorjahr)

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

(Vorjahr)

Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,

mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

(Vorjahr)

Sonstige Verbindlichkeiten

(Vorjahr)

Summe

(Vorjahr)

Gesamt

TEUR

82.079

(75.045)

950

(1.232)

13.382

(7.297)

70

(103)

16.004

(16.811)

112.485

(100.488)

Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

sind 1,1 Mio. EUR durch Bürgschaften der Gesellschafterin

gesichert.

(11) In den sonstigen Verbindlichkeiten sind 1,9 Mio. EUR

für Guthaben von Kunden aus der Jahresverbrauchsabrechnung

enthalten, davon entfallen 22,8 TEUR auf die Gesellschafterin.

Weiterhin enthält der Posten durch Bürgschaften

gesicherte Arbeitnehmerdarlehen in Höhe von

0,5 Mio. EUR (Vorjahr 0,7 Mio. EUR) sowie 179,0 TEUR (Vorjahr

191,1 TEUR) abgegrenzte Darlehenszinsen, die erst nach

dem Bilanzstichtag fällig sind.

(12) Die passiven latenten Steuern wurden nach § 306 HGB

gebildet. Diese resultieren aus dem Verbot zur Übernahme nur

nach Steuerrecht zulässiger Wertansätze in den handelsrechtlichen

Konzernabschluss. Es handelt sich ausschließlich um

latente Steuern auf abzugsfähige zeitliche Differenzen, für

deren Berechnung der durchschnittliche Konzernsteuersatz

von 29,36 Prozent zu Grunde gelegt wurde.

benden Geschäften Rückstellungen in Höhe von 8,2 Mio. EUR

gebildet.

(10) Für die Verbindlichkeiten bestehen folgende Restlaufzeiten:

bis 1 Jahr

TEUR

17.324

(6.696)

950

(1.232)

13.382

(7.297)

70

(103)

15.666

(16.203)

47.392

(31.531)

davon mit einer Restlaufzeit

von 1 bis 5 Jahre

TEUR

22.867

(33.765)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

306

(571)

23.173

(34.336)

3. Angaben zu Positionen

der Gewinn- und Verlustrechnung

über 5 Jahre

TEUR

41.888

(34.584)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

32

(37)

41.920

(34.621)

(13) Die konsolidierten Umsatzerlöse in Höhe von

369,4 Mio. EUR setzen sich wie folgt zusammen:

Elektrizitätsversorgung inkl. Stromsteuer 277,4 Mio. EUR

Fernwärmeversorgung 58,2 Mio. EUR

Wasserversorgung 7,6 Mio. EUR

Gasverteilung inkl. Erdgassteuer 1,0 Mio. EUR

Beförderung Personenverkehr 5,7 Mio. EUR

IT- Dienstleistungen 4,7 Mio. EUR

Rohstoffannahme 1,5 Mio. EUR

Abfallverwertung 0,6 Mio. EUR

Mess- und Ablesedienstleistungen 0,6 Mio. EUR

Kai- und Krangeld 0,4 Mio. EUR

Sonstige Umsatzerlöse 11,7 Mio. EUR

Die Umsatzerlöse der Elektrizitätsversorgung und der Gasverteilung

beinhalten die an die Kunden weiterberechnete

und an das Hauptzollamt abgeführte Strom- und Erdgassteuer

in Höhe von zusammen 23,9 Mio. EUR. Im Weiteren sind

in den Umsatzerlösen periodenfremde Erlöse in Höhe von

0,57 Mio. EUR aus Jahresverbrauchsabrechnungen enthalten.

(14) Wesentlichen Anteil an den sonstigen betrieblichen

Erträgen haben Erträge aus der externen Preissicherung,

der Preissicherung Kohle und Strom-Futures in Höhe von

3,6 Mio. EUR, Erträge aus Kursdifferenzen aus Auslandszahlläufen

in Höhe von 0,2 Mio. EUR sowie Erträge aus dem Verkauf

von Emissionshandelsberechtigungen, Erträge aus der

Vermeidung von Netzebenen und Steuererstattungen über

insgesamt 2,8 Mio. EUR. Die Erträge aus Anlagenabgängen

und Zuschreibungen betragen 1,3 Mio. EUR. Des Weiteren

enthält der Posten Erträge aus einzelwertberichtigten und

abgeschriebenen Forderungen, Erstattung von Mahnkosten,

Frankaturerträge und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen

in Höhe von 4,2 Mio. EUR. Aus der Erstattung

von Schadensfällen resultiert im Geschäftsjahr ein Ertrag von

1,8 Mio. EUR.

(15) Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

und für bezogene Waren betreffen im Wesentlichen den

Energiebezug und den Brennstoffeinsatz in der Kraft-Wärme-

Kopplung. Der Aufwand ist durch periodenfremden Aufwand

(EEG-Strombezug) in Höhe von 0,6 Mio. EUR belastet.

(16) In den Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände

ist die Wertberichtigung des Geschäfts- oder Firmenwertes

der Beta-Biomethan Schuby GmbH in Höhe von

0,5 Mio. EUR enthalten.

(17) Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten

die Konzessionsabgaben in Höhe von 6,0 Mio. EUR (Vorjahr

6,5 Mio. EUR), Aufwendungen für Beratungsleistungen in

Höhe von 0,5 Mio. EUR (Vorjahr 0,6 Mio. EUR), 0,6 Mio. EUR

für Aus- und Fortbildungskosten (Vorjahr 0,5 Mio. EUR), Werbe-

und Insertionskosten in Höhe von 0,2 Mio. EUR (Vorjahr

0,2 Mio. EUR) sowie Aufwendungen für externe Preissicherung

einschließlich der Kohlepreissicherung von zusammen

13,0 Mio. EUR (Vorjahr 14,4 Mio. EUR). Im Aufwand

von 3,0 Mio. EUR für die Abschreibung zu Forderungen sind

1,2 Mio. EUR aus der Abschreibung des Darlehens nebst

Zinsen an die Bioenergie Brunsbüttel Contracting GmbH &

Co. KG enthalten.

(18) Der Gewinn aus Anteilen an assoziierten Unternehmen

setzt sich zusammen aus der Veränderung des anteiligen

Eigenkapitals per 31.12.2010 an der Hofkontor AG mit

69,0 TEUR und der Anpassung des anteiligen Eigenkapitals

per 31.12.2010 an der SIA Ventspils ENERGO mit 5,0 TEUR.

Die Einzelabschlüsse zum Bilanzstichtag 31.12.2010 lagen

zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses zum

31.12.2010 nicht vor.

(19) Die Verluste aus Anteilen an assoziierten Unternehmen

ergeben sich aus der Anpassung des anteiligen Eigenkapitals

an der Beta-Biomethan Schuby GmbH per 31.12.2010 und aus

der Wertberichtigung für diese Beteiligung in Höhe von insgesamt

1.836,0 Mio. EUR. Aufgrund einer Werthaltigkeitsprü-

fung wurde für die Beteiligung an der Bioenergie Brunsbüttel

Contracting GmbH & Co. KG eine Wertberichtigung in Höhe

von 0,6 Mio. EUR vorgenommen und für die Beteiligung an

der Hofkontor AG erfolgte eine Abschreibung von 110,0 TEUR.

(20) Die Erträge aus der Abzinsung im Sinne von § 277

Abs. 5 Satz 1 HGB belaufen sich im Geschäftsjahr auf

5,0 TEUR.

(21) Von den Abschreibungen auf Finanzanlagen entfallen

110,9 TEUR auf eine Wertberichtigung des Darlehens an die

Bioenergie Brunsbüttel Contracting GmbH & Co. KG.

(22) In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind aus

der Berechnung der latenten Steuern 18,5 TEUR enthalten.

III. Ergänzende Angaben

1. Zusammensetzung der Organe,

Aufwendungen für Organe und Organkredite

Die Mitglieder des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung

sind unter Punkt 7 und 8 angegeben. (Vgl. S. 6 Geschäftsbericht)

Für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung beliefen sich

die Gesamtbezüge auf 715,7 TEUR. Die für ehemalige Mitglieder

der Geschäftsführung gebildeten Rückstellungen für

laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen betragen

1,7 Mio. EUR sowie für pensionsähnliche Verpflichtungen

83,5 TEUR. Die Pensionsverpflichtungen sind durch Bürgschaften

abgesichert.

Die Aufwendungen für den Aufsichtsrat betrugen

42,1 TEUR.

Für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung beliefen sich

die Gesamtbezüge auf 135,3 TEUR. Die für ehemalige Mitglieder

der Geschäftsführung gebildeten Rückstellungen für

laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen betragen

1,7 Mio. EUR sowie für pensionsähnliche Verpflichtungen

78,4 TEUR. Die Pensionsverpflichtungen sind durch Bürgschaften

abgesichert.

Die Aufwendungen für den Aufsichtsrat betrugen 42,1 TEUR.


60 Geschäftsbericht 2011 Anhang Stadtwerke Flensburg Konzern

Anhang Stadtwerke Flensburg Konzern Geschäftsbericht 2011 61

2. Belegschaft

Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:

2011 2010

Arbeitnehmer insgesamt 1014 1009

davon in Vollzeit 794 789

davon in Teilzeit 149 150

Auszubildende 71 70

Für durchschnittlich 762 Beschäftigte der Stadtwerke Flensburg

GmbH und der Aktiv Bus Flensburg GmbH bestand am

31.12.2011 eine Zusatzversorgung bei der Versorgungsanstalt

des Bundes und der Länder (VBL). Die Zusatzversorgung umfasst

eine Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrente sowie ein

Altersruhegeld und eine Hinterbliebenenversorgung, für die

eine Wartezeit von 60 Monaten erfüllt sein muss. Die zusatzversorgungspflichtigen

Brutto-Löhne und -Gehälter betrugen

für die Stadtwerke Flensburg GmbH im Berichtsjahr

rd. 26,0 Mio. EUR. Der Umlagesatz belief sich für 2011 auf

6,45 Prozent. Hinzu kam ein Sanierungsgeld von 1,35 Prozent.

Die zusatzversorgungspflichtigen Brutto-Löhne und

-Gehälter für die Aktiv Bus Flensburg GmbH betrugen im Berichtsjahr

2,9 Mio. EUR. Der Umlagesatz belief sich für 2011

auf 6,45 Prozent. Ein Sanierungsgeld wurde nicht berechnet.

3. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

und Haftungsverhältnisse

Das Bestellobligo aus Kohleabnahmeverträgen für die

Folgejahre beläuft sich auf 11,0 Mio. EUR. Es bestehen

Verpflichtungen aus gegebenen Bürgschaften in Höhe von

5,4 Mio. EUR, davon für verbundene Unternehmen in Höhe

von 4,6 Mio. EUR. Gegenüber der MEISH Mittelständische

Entsorgungsinitiative Schleswig-Holstein GmbH wurde eine

Patronatserklärung abgegeben.

Einhergehend mit der Kommanditistenstellung bei der Trianel

Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG ist ein Darlehensvertrag

abgeschlossen worden. In diesem Darlehensvertrag sind

Voraussetzungen definiert, die bei Eintritt bestimmter Umstände

zu einer Inanspruchnahme der Stadtwerke Flensburg

GmbH hinsichtlich einer Darlehensgewährung bis in Höhe von

3.7 Mio. EUR führen können. Der potentielle Darlehensbetrag

wurde im Mai 2011 auf einen Höchstbetrag von 2,9 Mio. EUR

abgesenkt

4. Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten

Zum Bilanzstichtag bestanden Devisentermingeschäfte im

Nominalwert von umgerechnet 5,2 Mio. EUR mit einem positiven

Marktwert von 0,6 Mio. EUR und Kohle-Swaps von

umgerechnet 22,8 Mio. EUR mit einem positiven Marktwert

von 0,4 Mio. EUR bzw. einem negativen Marktwert von

4,7 Mio. EUR. Im Weiteren bestanden Strompreissicherungsgeschäfte

mit einem Nominalwert von umgerechnet

29,1 Mio. EUR, einem positiven Marktwert von 0,8 Mio. EUR

und einem negativen Marktwert von 5,7 Mio. EUR.

Der Marktwert ergibt sich aus der Bewertung der ausstehenden

Positionen zu Marktpreisen ohne Berücksichtigung der

Wertentwicklung der Grundgeschäfte. Strom- und Kohlepreissicherungsgeschäfte

dienen der Fixierung der Bezugspreise.

Die finanziellen Wirkungen daraus wurden mit den gegenläufigen

Wertänderungen oder Zahlungsströmen der Vertriebsgeschäfte

zusammengefasst und bilden somit eine Bewertungseinheit.

Diese Bewertungseinheiten wurden jahresweise,

kompensatorisch bewertet:

• Unrealisierte Bewertungsgewinne werden gegen

unrealisierte Bewertungsverluste aufgerechnet;

• ein Überhang unrealisierter Gewinne

bleibt unberücksichtigt

• ein Überhang nicht realisierter Verluste

wird aufwandswirksam durch Bildung

von Rückstellungen für drohende Verluste

aus schwebenden Geschäften im Jahresabschluss

berücksichtigt.

Bestimmte Wertpapiere des Anlagevermögens werden wie im

Vorjahr mit einem dem Zeitwert entsprechenden Buchwert

von 2,0 Mio. EUR bilanziert.

5. Behandlung von Emissionsberechtigungen

Unentgeltlich ausgegebene Emissionsberechtigungen sowie

die Abgabeverpflichtung für die im Geschäftsjahr verursachten

Emissionen werden zum Bilanzstichtag zum Erinnerungswert

angesetzt.

Bei einer Betrachtung zum Zeitwert (EEX–Börsenpreis zum

Bilanzstichtag) würde sich für die im Bestand befind-

lichen unentgeltlichen Emissionsrechte ein Wert von

4,9 Mio. EUR ergeben. Ferner befinden sich im Bestand entgeltlich

erworbene Emissionsrechte in Form von CER’s mit

einem zum Bilanzstichtag beizulegenden Wert von insgesamt

1,0 Mio. EUR. Für die Abgabeverpflichtung nach dem TEHG

für die tatsächlich verursachten Emissionen im Geschäftsjahr

2011 werden die CER’s in voller Höhe herangezogen. Eine

entsprechende Verbindlichkeit wird im Jahresabschluss ausgewiesen.

6. Sonstige Angaben

Die Funktionen Ablesung, Sperr- und Mahnkassierung wurden

bis zum 30.06.2011 von der 100-prozentigen Tochtergesellschaft

Semeco Service Metering Competence GmbH erbracht.

Aufgrund einer konzerninternen Restrukturierung werden diese

Leistungen ab dem 01.07.2011 wieder von der Stadtwerke

Flensburg GmbH durchgeführt.

Für das Geschäftsjahr 2011 wurde die INVRA Treuhand AG,

Berlin, zum Abschlussprüfer für die Stadtwerke Flensburg

GmbH bestellt. Die gebuchten Aufwendungen für die Honorarleistungen

betreffen Abschlussprüfungsleistungen in Höhe

von 128,9 TEUR.

Der in der Kapitalflussrechnung dargestellte Finanzmittelfonds

entspricht der Bilanzposition „Kassenbestand, Gut-

haben bei Kreditinstituten und Schecks“. Der Gesamtbetrag

der im Geschäftsjahr gezahlten Zinsen beläuft sich auf

3.434,0 Mio. EUR. Der Gesamtbetrag der gezahlten Ertragsteuern

beläuft sich auf 2.567,6 Mio. EUR

Flensburg, den 30. März 2012

Stadtwerke Flensburg GmbH


62 Geschäftsbericht 2011 Anlagenspiegel Stadtwerke Flensburg Konzern

Anlagenspiegel Stadtwerke Flensburg Konzern Geschäftsbericht 2011 63

Anlagenspiegel

Stadtwerke Flensburg Konzern

I. Immaterielle

Vermögensgegenstände

01.01.2011

EUR

Anschaffungs- und Herstellungskosten

Zugänge

EUR

Abgänge

EUR

Umbuchungen

+ ./. EUR

31.12.2011

EUR

1. Nutzungsrechte

17.038.838,74 331.798,06 -25.165,02 291,72 17.345.763,50

2. Firmenwerte

3. Geleistete Anzahlungen

auf immaterielle

2.948.442,00 528.858,38 0,00 0,00 3.477.300,38

Vermögensgegenstände 394.480,72 1.085.103,23 -36.525,24 36.415,21 1.479.473,92

II. Sachanlagen

1. Grundstücke, grundstücksgleiche

Rechte u. Bauten

einschließlich der Bauten

auf fremden Grundstücken

2. Technische Anlagen

und Maschinen

3. Fahrzeuge für

Personenverkehr

20.381.761,46 1.945.759,67 -61.690,26 36.706,93 22.302.537,80

186.096,29 *

63.352.158,94 1.791.901,88 -1.331.072,32 493.081,22 64.492.166,01

-2.774.630,13 KA

12.112.675,54 * 24.799,03 KA

601.469.976,90 14.396.174,40 -1.837.429,05 5.701.314,30 629.092.880,99

80.068,30 KA

7.138.010,54 605.731,02 -770.617,81 0,00 7.053.192,05

4. Betriebs- und

0,09 N

Geschäftsausstattung

45.065,46 *

44.157.948,76 1.944.852,70 -2.281.098,53 50.619,29 43.917.387,77

5. Geleistete Anzahlungen

560.469,97 *

und Anlagen im Bau

7.811.040,09 8.931.805,91 -28.480,66 -6.281.721,74 10.993.113,57

0,09 N

-2.774.630,13 KA

12.904.307,26 * 104.867,33 KA

723.929.135,23 27.670.465,91 -6.248.698,37 -36.706,93 755.548.740,39

III. Finanzanlagen

1. Anteile an assoziierten

Unternehmen 8.991.732,20 0,00 -7.819.935,20 0,00 1.171.797,00

2. Beteiligungen

3. Ausleihungen an Unternehmen,

mit denen

ein Beteiligungs-

22.438.471,22 24.958,41 -617.828,06 0,00 21.845.601,57

verhältnis besteht

4. Wertpapiere

710.852,39 0,00 -600.000,00 0,00 110.852,39

des Anlagevermögens 2.022.607,59 0,00 0,00 0,00 2.022.607,59

5. Sonstige Ausleihungen 2.797.411,93 97.039,79 -1.581.746,26 0,00 1.312.705,46

6. Sonstige Finanzanlagen 15.500,00 0,00 0,00 0,00 15.500,00

KA = Kapitalzuschuss

ZU = Zuschreibung

36.976.575,33 121.998,20 -10.619.509,52 0,00 26.479.064,01

0,09 N

-2.774.630,13 KA

12.904.307,26 * 104.867,33 KA

781.287.472,02 29.738.223,78 -16.929.898,15 0,00 804.330.342,20

N = Nachaktivierung

* = Änderung Konzernkonsolidierungskreis

zum 31. Dezember 2011

01.01.2011

EUR

Zugänge

EUR

Abschreibungen Buchwerte

Abgänge

EUR

Umbuchungen

+ ./. EUR

31.12.2011

EUR

31.12.2010

EUR

31.12.2011

EUR

-908,00 KA

13.409.620,81 1.346.984,78 -24.942,51 0,00 14.730.755,08 3.629.217,93 2.615.008,42

2.948.442,00 528.858,38 0,00 0,00 3.477.300,38 0,00 0,00

0,20 0,00 0,00 0,00 0,20 394.480,52 1.479.473,72

-908,00 KA

16.358.063,01 1.875.843,16 -24.942,51 0,00 18.208.055,66 4.023.698,45 4.094.482,14

-2.360,00 KA

975,29 *

37.726.272,79 1.293.128,05 -1.259.785,91 0,00 37.758.230,22 25.625.886,15 26.733.935,79

-1.067.157,54 KA

71.077,79 * 77.354,44 KA

488.508.081,14 12.782.190,42 -1.468.281,05 0,00 498.903.265,20 112.961.895,76 130.189.615,79

-6.674,00 KA 80.068,30 KA

4.613.860,54 771.167,02 -770.617,81 0,00 4.687.804,05 2.524.150,00 2.365.388,00

0,04 N

-9.252,00 KA

584,46 *

35.362.893,81 2.104.206,34 -2.227.886,83 0,00 35.230.545,82 8.795.054,95 8.686.841,95

0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 7.811.040,09 10.993.113,57

0,04 N

-1.085.443,54 KA

72.637,54 157.422,74 KA

566.211.108,28 16.950.691,83 -5.726.571,60 0,00 576.579.845,29 157.718.026,95 178.968.895,10

-74.011,94 ZU

5.204.328,44 2.528.319,01 -6.486.838,51 0,00 1.171.797,00 3.787.403,76 0,00

324.662,30 6.300,00 -302.676,52 0,00 28.285,78 22.113.808,92 21.817.315,79

0,00 110.852,39 0,00 0,00 110.852,39 710.852,39 0,00

0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 2.022.607,59 2.022.607,59

13.999,02 0,00 0,00 0,00 13.999,02 2.783.412,91 1.298.706,44

0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 15.500,00 15.500,00

-74.011,94 ZU

5.542.989,76 2.645.471,40 -6.789.515,03 0,00 1.324.934,19 31.433.585,57 25.154.129,82

0,04 N

-1.085.443,54 KA -74.011,94 ZU

72.637,54 * 157.422,74 KA

588.112.161,05 21.472.006,39 -12.541.029,14 0,00 596.112.835,14 193.175.310,97 208.217.507,06


64

Geschäftsbericht 2011 Impressum

Herausgeber:

Stadtwerke Flensburg GmbH

Batteriestraße 48 · 24939 Flensburg

Telefon: 0461 487-0

Telefax: 0461 487-1699

E-Mail: service@stadtwerke-flensburg.de

Internet: www.stadtwerke-flensburg.de

Realisierung, Gestaltung & Satz:

Susanne Hansen · www.hilgra.de

Fotos:

Andreas Große · www.andreas-grosse.de

Stadtwerke Flensburg (Titelseite)

© Victoria – Fotolia.com (S. 2)

Stadtwerke Flensburg (S. 51)

Projektbetreuung & Bildtexte:

Joachim Polzin


Stadtwerke Flensburg GmbH

im Überblick

2011 2010

Bilanzsumme Mio. EUR 248,8 252,1

Gezeichnetes Kapital Mio. EUR 56,0 56,0

Sachanlagen (Ansch.-Wert) Mio. EUR 695,7 672,1

Investitionen in Sachanlagen Mio. EUR 29,3 21,4

Umsatzerlöse (ohne Stromsteuer)

Energieabgabe – Strom, Fernwärme

Mio. EUR 326,2 300,9

und Erdgas Mio. kWh

2.157,8

2.293,2

Anzahl der Mitarbeiter am 31.12. 648,0 605,0

Anzahl der Auszubildenden am 31.12.

Elektrizität

Brutto-Kraftwerksleistung

63,0 66,0

bei voller Heizwärmeabgabe MW 170,0 170,0

Hochspannungsnetz 60/150 kV km 46,0 46,0

Mittelspannungsnetz 15 (20) kV km 338,0 335,0

Niederspannungsnetz km 760,0 752,0

Hausanschlüsse 20.001,0 19.903,0

Zähler im Netz 65.403,0 63.519,0

Netto-Stromerzeugung Mio. kWh 400,9 441,8

Strom für Fh-Umwälzpumpen Mio. kWh 15,9 16,9

Netto-Strombezug Mio. kWh 43,3 32,0

Nutzbare Abgabe Mio. kWh 1.219,1 1.168,6

Höchstbelastung im Netz

Fernwärme

MW 115,7 83,1

Erzeugungskapazität MW 807,0 807,0

Leitungsnetz

Hausanschlüsse

km 631,0 620,0

(einschl. nicht betriebener Anlagen)

16.193,0 16.324,0

Zähler im Netz 16.703,0 16.522,0

Wärmeerzeugung Mio. kWh 1109,7 1.321,5

Nutzbare Abgabe Mio. kWh 934,5 1.116,6

Höchstbelastung

Erdgas

MW 310,0 376,0

Leitungsnetz km 9,0 9,0

Nutzbare Abgabe

Wasser

Mio. kWh 4,2 8,0

Förderleistung 1000 m3 /Tag 31,5 27,2

Leitungsnetz km 323,0 323,0

Hausanschlüsse 16.425,0 16.262,0

Zähler im Netz 16.194,0 16.075,0

Wasserförderung Mio. m3 5,1 5,3

Nutzbare Abgabe Mio. m3 4,7 4,9

Höchste Tagesabgabe 1000 m3 Hafenbetrieb

19,7 20,9

Anzahl der eingelaufenen Schiffe 319,0 346,0

Güterumschlag 1.000 t 502,0 491,0

Verbundene Unternehmen

AWZ Abfallwirtschaftszentrum Flensburg GmbH1,2 100 %

Aktiv Bus Flensburg GmbH1,2 100 %

Flensburger Förde Energiegesellschaft mbH2 100 %

Flensburger Hafen GmbH1,2 100 %

Flensburger Verkehrsservice Gesellschaft mbH2 100 %

IT-Power GmbH1,2 MEISH Mittelständische Entsorgungsinitiative

100 %

Schleswig-Holstein GmbH1,2 100 %

Semeco Service Metering Competence GmbH1,2 100 %

Flensburger Flughafenbetriebsgesellschaft mbH1,2 80 %

Beta-Biomethan Schuby GmbH1,2 75,1 %

TRIGIS GeoServices GmbH1,2 50,941 %

Beteiligungen

GTW Geothermie Wilhelmsburg GmbH2 33,33 %

Zentralomnibusbahnhof Flensburg GmbH2 Bioenergie Brunsbüttel Contracting

27,49 %

Verwaltungs-GmbH2 25,2 %

Bioenergie Brunsbüttel

Contracting GmbH & Co. KG2 25,1 %

Kommunaler Windenergiepark

Schleswig-Holstein GbR1 18,12 %

Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG1 7,69 %

NSH Nahverkehr Schleswig-Holstein GmbH2 2,7 %

Trianel Kohlekraftwerk Lünen GmbH & Co. KG2 2,1 %

Trianel GmbH1 0,37 %

1 Stadtwerke Flensburg GmbH

2 Stadtwerke Flensburg Konzern

Anzahl der Mitarbeiter am 31.12. (GmbH)

2007

2008

2009

2010

2011

573

591

621

605

648

Zahlen - Daten - Fakten

Die Stadtwerke Flensburg bieten als innovativer

und umweltbewusster Energieversorger

Strom, Fernwärme und Wasser in der

Region Flensburg an (58.000 Stromkunden,

98 Prozent Anschlussdichte in der Fernwärme).

Bundesweit wurden für die Stromprodukte

Flensburg eXtra und Flensburg eXtra

öko sowie Volt + Wald zahlreiche neue Privatkunden

gewonnen (Ende 2011: 112.000).

Geschäftskunden in ganz Deutschland

schneidert die 100-prozentige Tochtergesellschaft

der Stadt Flensburg individuelle

Lösungen für die Energieversorgung.

Mit 326,2 Mio. EUR Umsatz in 2011 in der

GmbH (345,6 Mio. EUR in der Unternehmensgruppe)

und 711 Beschäftigten, davon

63 Auszubildende (im Konzern waren es

1.012 Beschäftigte, davon 79 Auszubildende),

hat sich die Stadtwerke Flensburg

GmbH gut am Markt etabliert. In Schleswig-

Holstein zählt der Energieversorger zu den

50 größten Arbeitgebern. Darüber hinaus ist

der Anbieter aus dem hohen Norden einer

der größten Fernwärmeversorger Deutschlands,

mit traditionell günstigen Preisen.

Strom und Wärme werden umweltschonend

per Kraft-Wärme-Kopplung im eigenen Heizkraftwerk

an der Flensburger Förde erzeugt.

Seit langem engagiert sich das Unternehmen

auch in vielfältigen Projekten der

erneuerbaren Energien.

Weitere Infos gibt es auch im Internet

unter: www.stadtwerke-flensburg.de

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