Interview - KaLLE KaRL

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Interview - KaLLE KaRL

Warum drehst Du Filme darüber? Das Filme drehen war zuerst da, dann habe ich gemerkt, dassich es dazu ausnutze um Dinge zu erleben, die eine normale Situation nicht zulässt. Mich hatnicht eine Handlung, oder ein Anschlussproblem im Schnitt interessiert, auch nicht das Material,


selbst lassen gar keine Assimilation zu. Teilnehmende Aussenstehende, also Teilnehmer, die ichgerade erst zu Drehbeginn kennen lernte, fühlen sich vielleicht verarscht. Glücklicherweise warenam Ende immer alle glücklich dabei gewesen zu sein und wollen wieder teilnehmen. So wächstdie Gruppe, aber auch die Gefahr, dass wir uns darauf ausruhen, dass ja gar nichts passierenmuss. Es gibt schon einen unterschied zwischen nichts passieren müssen undHandlungsunfähigkeit.Gibt es beim Dreh Momente, die den Prozeß blockieren, gibt es Situationen, die schwierigsind? Für mich, ist immer das Problem beim Dreh, dass ich aus der Bildenden Kunst komme.Also eine Herangehensweise, bei der normalerweise das Bild und der Zusammenhang aus dermöglichst unbewusst ausgeführten Tat besteht . Beim Film aber muss sehr viel geplant werden,auch bei der Performance , es muss ein Rahmen geschaffen werden , Technik, Ausstattung etc.beim richtigen Film arbeiten daher sehr viele Leute daran. Und die bildnerischeHerangehensweise geht aufgrund der vielen Faktoren flöten. Wenn man sich aber auf das andereTerrain begibt, dem Filmemacher, dann fehlt der Generalplan der die Dinge am Laufen hält, denich auch gar nicht herstellen will (kann)so ist dann der schlimmst blockierende Moment für mich über meine Unfähigkeit klar zu werden.(und am ende liebe ich genau diese Momente)Im Grunde ist es schwierig von einem blockieren eines Prozesses zu sprechen.Bei The Modern Door z.B haben wir ja die Zeit von 12-12 Uhr dieses Tages als Kunst gesetzt. Dasheisst, es waren alle und alle drin, im Kunstwerk, die ganze Welt.So lässt sich gut handeln, oder auch nicht, aber der Wahnsinn der Normalwelt ist zumindest füruns kurzzeitig aus den Fugen. Die Modernität der Tür ist aber der Faktor, der das immer wiederzum stocken bringt. Der eigentliche Fortschritt verhindert den Durchschritt. Den Aus und Eintritt.Also die Anforderung durch Technik und Qualität. Der Fortschritt verhindert natürlich nichtwirklich etwas, es ist nur so wahnsinnig faszinierend sich mit der modernen Tür zu beschäftigen.


Was ist Dein Ziel, wen möchtest Du mit Deinen Filmen erreichen? Ich freue mich sehr, wennMenschen sie sehen wollen und habe sie deswegen , wenn auch in verminderter Auflösunggrösstenteils ins Internet gestellt.Ich mache Filmscreenings, in denen ich verschiedene Filmegegeneinander, manchmal auch übereinander lege. Dann Installationen bei denen oft mehrereFilme als Loop laufen und sich auch wieder zufällige sinnzusammenhänge ergeben. Mein Ziel istDie Bilderflut weiter zu treiben, bis sich der sinn des Bildes von selbst auflöst.Im Gegensatz zu befreundeten Künstlern, die denken mit einer Reduzierung der Bilder die Weltretten zu können, glaube ich dass der Mensch sich einfach irgendwann in ihnen frei bewegenkann. Hier sind die Begriffe Flut, Meer, Regen , Tsunami, dann aber auch surfen , schwimmen ,treiben etc , die im Zusammenhang mit Bildern und Information benutzt werden interessant.Meine Filme sollen im Grunde keine intendierte Information liefern, wenn überhaupt dann nur


die , dass die Teilnehmenden lebten und wollten.Beim film an sich, interessiert mich eben das inter esse, das dazwischen liegende. zwischen Normalwelt und Film, oder einfach zwischen Bild und Bild, oder vielleicht bei so etwaswie youtube zwischen meinem Film und einem Vorschlag den das Programm anhandirgendwelcher Informationen macht. So funktioniert ja auch unser Hirn. Eine ewige Angleichungvon Mustern, die abstruse Entwicklungen herbeiführen, wie zum Beispiel tolle Persönlichkeiten.Ich glaube an Muster ist ein Satz den ich mal aus dem Zusammenhang gerissen hörte. Sonsthörte ich nichts von dem Text. Nur der Satz blieb hängen. Er passte in eines meiner Muster.Verfolgen Deine Filme eine bestimmte Aussage? Oh, schon wieder ein wenig vorgegriffen.Eigentlich müsste ich sagen nein. Aber natürlich doch. Ich schaffe es nicht und ich glaube, dassich es (technisch) könnte. Einen in sich geschlossenen „schönen„ Film zu machen. Es wurde mirschon vorgeworfen, dass ich schöne Bilder wieder zerstöre. Ich glaube ich möchte gerne auf diefestgefahrenen Seh-Denk-Fühlmuster aufmerksam machen. Dabei soll das aber nicht einepädagogische Intention sein. Eher ein Bedürfnis.Wie bist Du darauf gekommen Performances zu veranstalten und darüber einen Film zumachen? Habe ich im Grunde schon beantwortet. Erst kam der Film, der fühlte sich wiePerformance an, dann das umdrehen. Ganz wichtig aber die Zusammenarbeit mit ChristophSchlingensief , bei dem es keine zwei gleichen Proben oder Stücke gab und einem seiner vielenMantras „wenn sie glauben sie haben die Kontrolle, dann fahren sie noch nicht schnell genug“ .Ein toller satz, weil er im grunde völlig inhaltsleer ist. Warum sollte man denn schnell fahren. Nurum die kontrolle zu verlieren ?..


Später dann John Armleders Team 404, dass es auch noch gibt und bei dem ich Nick Meeterkennen lernte.Einen Film darüber machen, bedeutet einerseits die Konzentration zu erhöhen underst einmal ohne Publikum agieren zu können. Das heisst mobiler zu sein, da stecken dann mehrMöglichkeiten drin, es ist wie ein Kern eines Universums, im Grunde hoffe ich nicht der Kern zusein, sondern die filme und aussen rum sprenkelt es SamenDann interessiert mich die Herausforderung aus dem Bilderhaufen etwas neues zu machen. AmEnde dann und dass ist sehr wichtig, sind diese filme sehr gut um mögliche Sponsoren von derIdee zu überzeugen und die Sache weiter zu treiben.


Gibt es im Vorfeld ein Konzept / einen Plan über den Ablauf des Films?Es gibt immer einenGrundplan, es gibt auch eine sehr lange intensive Beschäftigung mit bestimmten Musterthemen,auf denen man einen solchen Film betten kann. Trotzdem würde ich sagen, dass der Film imDauerentstehen ist.Im Grunde, macht das mehr Arbeit und …..

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