Geschäftsprozess- oder Benutzeroptimierung ... - Midrange Magazin

midrange

Geschäftsprozess- oder Benutzeroptimierung ... - Midrange Magazin

MÄRZ 2002

AUSGABE 134

3 10,70

CHF 21,00

305819I98E

ISSN 0946-2880

B 30465

MAGAZIN

MIDRANGE

IT-Wissen und Lösungen für eServer im Unternehmensnetzwerk

+ Personalisierungs-Funktion + Portale + Software-Ergonomie + e-Integration +

Benutzerorientierte

Softwarekonzepte

Starten, warten, nachkalkulieren, nachzahlen und dann abbrechen

Kosten-Nutzen-Dilemma

bei IT-Projekten

SQL in Java

SQLJ embedded

Welchen Fokus hat J.D. Edwards?

Geschäftsprozess- oder

Benutzeroptimierung

Marktübersicht

Massenspeicher

und Spezialdrucker

Technik-Forum

Fehlgeschlagene Anmeldeversuche protokollieren

Mit Sonderheft

• iSeries- und AS/400-Lösungen

auf der CeBIT 2002

I.T.P. VERLAG


Liebe Leserinnen, liebe Leser

Jedem das Seine

Editorial

Der e-Commerce-Hype ist angeblich verflogen, in den deutschen Web-Shops

herrscht trotzdem reges Treiben: Rund 14 Millionen der 24 Millionen

Internetnutzer kaufen regelmäßig oder zumindest gelegentlich im Internet ein.

Der Web-Kauf unterscheidet sich kaum vom persönlichen Stadtbummel:

Ein gutes Angebot, faire Preise und schnelle Verfügbarkeit machen den

„Durchschnittskunden“ glücklich.

Eine freundliche Begrüßung ist Pflicht, wer seinen Kunden kennt, nennt ihn

beim Namen und hat beim Anblick des „Geldgebers“ auch dessen Historie im

Hinterkopf. Erinnert sich an die Details des letzten Einkaufs, bewundert die neue

Frisur und bemerkt ganz nebenbei, dass auch die Lieblingskekse des Besuchers

gerade frisch eingetroffen sind. Kleines Appetithäppchen gefällig? Aber gern...

Wenn wir ganz ehrlich sind, geben wir zu, dass uns kein Web-Shop bieten kann,

was ein gut geführtes Ladengeschäft in Sachen Erlebniseinkauf leistet.

Die Annäherung an den „Einkaufstraum“ ist trotzdem Pflicht: wer seinen

Kunden wirklich pflegt, kann diese Zusatzleistung schließlich auch in seinen

Preisen niederlegen.

Personalisierung heisst das Zauberwort, das zur Zeit ganze Heerscharen an

Softwareentwicklern, Consultants und IT-Verantwortlichen in Atem hält.

Das Ziel ist klar: Der Kunde soll sich in den virtuellen Hallen des Web-Shops am

besten noch wohler fühlen als beim Gang ins Lädchen. Als Verkäuferhirn dienen

Datenbanken, die Avatare haben ein deutlich höheres Erinnerungsvermögen als

der echte Sales-Staff, und Kekse gibt’s hier selbstverständlich auch: nicht als

amuse-gueule sondern zur Identitätsbestimmung. Danach gilt das Motto:

Jedem das Seine.

Die großen Unternehmen machen virtuell vor, was die Kleinen auf die

old-fashioned Art meist viel besser können. Trotzdem dürfen sich Letztere nicht

länger in Abstinenz üben: Bislang haben zwar rund 80 Prozent der 3,5 Millionen

kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in Deutschland einen

Internetzugang, aber nur 29 Prozent sind mit einer eigenen Website präsent.

Da sich das Internet vor allem als Info-Quelle vor der Kaufentscheidung

durchsetzt, ist Aktionismus angesagt. Wer nicht bald drin ist, ist womöglich

bald draußen. Und das könnte böse Folgen haben: Mehr als 99 Prozent aller

Unternehmen in Deutschland gehören zu den KMUs. Sie stellen fast 70 Prozent

aller Arbeits- und 80 Prozent aller Ausbildungsplätze. Beinahe 60 Prozent

der Wertschöpfung und fast die Hälfte der steuerpflichtigen Umsätze entstehen

hier – außerhalb der Großkonzerne.

Diese KMU haben den Vorteil, dass ihnen die Nähe zum Kunden sehr vertraut

ist, sie die Wünsche des Einzelnen meist detailliert kennen. Gute Voraussetzungen,

um auch im Web mit individuellen Leistungen gute Geschäfte zu machen...

Herzlichst, Ihr

Michael Wirt

Midrange MAGAZIN März 2002 3


Benutzerorientierte Softwarekonzepte

Der kühle Charme eines Rechenzentrums spricht wohl nur die

dort versammelten Maschinen positiv an. Untereinander kommunizieren

diese in Bit und Byte. Da kein Bediener so mitreden

kann, werden sie im wahrsten Sinne des Wortes von dem System

bedient und zwar häufig mit spartanisch gehaltenen Bildschirm-

Menüs. Viele Anwender geben sich damit nicht mehr zufrieden

und verlangen nach Lösungen, die sich individualisieren lassen.

Martin Jetter

Managing Director for

Siemens bei IBM:

„Die Konvergenz von Sprache

und Daten wird zukünftig ein

wesentlicher technologischer

Baustein sein.“

4

Peter F. Landolt

General Manager J.D. Edwards

Central Europe:

„Unsere Lösungen sind

größenunabhängig. Sie erfüllen

die Anforderungen an Flexibilität,

die gerade für den Mittelstand

von hoher Bedeutung sind.“

Andreas Mattes

Mitglied Bereichsvorstand

bei Siemens ICN:

„Sprachkommunikation

kann mit jeder beliebigen

Anwendung verknüpft

werden.“

Inhalt

Titelthema

Maßanzug oder Prokrustesbett . . . . . . . . . . . . . . . 6

Benutzerorientierte Software-Konzepte

Ende der Abstinenz, CeBIT-Time im 8/1-Takt . . . . 8

Get the spirit tomorrow – Get the information today

Grafische User-Integration . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

Individuelle Standards entwickeln

Schritt um Schritt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12

Neue Wege für klassische Aufgaben

Gut zu Fuß . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14

Prozessintegration im Supply Chain Management

User erzeugen Effizienzschub . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

Intuitive Software für intuitive Benutzer

Abkehr im Denken von einem Trend-Thema . . . . 18

Quo vadis e-business?

Aktuelles

Der EURO ist kein e-Verstärker . . . . . . . . . . . . . . . 20

Die Frage des Monats im Januar 2002

Kosten-Nutzen-Dilemma bei IT-Projekten . . . . . . 21

Starten, warten, nachkalkulieren, nachzahlen…

iSeries als Basis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23

Neue Marktchancen durch Web-Anwendungen

Mehr Intelligenz für mehr Business . . . . . . . . . . . . 24

BI können und Markt kennen

Geschäftsprozess- oder Benutzeroptimierung . . . 26

Welchen Fokus hat J.D. Edwards?

Common: Damit alle etwas davon haben . . . . . . . 28

COMMON Marketing unter neuer Leitung

Konvergenz der Sprach- u. Datenkommunikation . . 30

Produktivität steigern und Kosten senken durch…

Adaption Richtung e . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

e-Business ist gescheitert – es lebe das e-Business!

Märkte & Macher

Personen, Produkte, Business . . . . . . . . . . . . . . . . . 34


Technik & Integration

Technik-Forum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38

Fehlgeschlagene Anmeldeversuche protokollieren

SQLJ embedded . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39

SQL in Java

COBOL und/oder Java . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46

Software-Entwickler zwischen den Stühlen

ERP in neuen Spheren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50

Browser mit CHARISMA

Von ESCON zu FICON . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52

Speichernetze im Mainframe-Umfeld

Marktübersicht

Massenspeicher und Spezialdrucker . . . . . . . . . . . . 54

Speichern, Drucken und Verwalten

Tabellarische Anbieter- und Produktübersicht . . . 58

Das Haus, meine Karte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60

Exposés ohne Makel

Heiß auf kalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61

Thermodrucker im Hochleistungseinsatz

Druck im Kaufhaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62

Vernetzte Drucklösung bei der Manor AG, Schweiz

Eiskalt gedruckt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64

Tally Tintendrucker im Kühlhaus der Migros

Schlechte Kopien – mit Absicht . . . . . . . . . . . . . . . 65

Euro ist fälschungssicher

Rubriken

Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3

Die Frage des Monats . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

Inserenten/Beilagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66

GO NEXT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66

Midrange MAGAZIN März 2002

Von ESCON zu FICON

Im Mainframe-Bereich hat sich

die ESCON (Enterprise Systems

Connection)-Technologie als

Standard in den meisten Rechenzentren

durchgesetzt. Mit FICON

(Fiber Connectivity) steht nun ein

neues Kommunikationsprotokoll

bereit.

Massenspeicher und Spezialdrucker

Die CeBIT 2002

Der größte IT-Event Weltweit

eröffnet am 13. März nach

kurzem 7-Tage-Intermezzo

wieder für 8 Tage. Alle

Aussteller und ihre Schwerpunkte

im Midrange-Bereich

zeigen wir Ihnen in dem

beiliegendem Sonderheft.

Weitere Informationen in

diesem Heft auf Seite 8.

Die ganze Welt ist im Speicherwahn und wir sind voll dabei! Wir

müssen lernen, von Gigabyte auf Terrabyte und Petabyte umzudenken.

Gibt es einen Markt für Spezialdrucker, oder können die Druck-

Anforderungen mit Standard-Geräten erledigt werden? Wenn Sie sich

die Vielfalt der Möglichkeiten von Spezialdruckern vor Augen führen,

kann die Entscheidung nur zugunsten dieser Drucker ausfallen.

5


Titelthema

6 www.midrangemagazin.de März 2002

Maßanzug oder

Prokrustesbett

Vor noch nicht ganz so langer Zeit lebte einmal ein Mann namens „MicroProkrustes“. Weithin war er als großzügiger Gastgeber bekannt.

Reisende, die in die Stadt kamen, waren stets willkommene Gäste in seinem Haus. Sie konnten sich dort erfrischen, eine Mahlzeit zu sich nehmen,

sie wurden unterhalten, sie konnten mit dem Explorer im Internet surfen, und sie bekamen ein Bett für die Nacht. Das Bett war immer einladend –

sauber und frisch bezogen. Für die müden Reisenden war das genau richtig. Allerdings waren nicht immer alle Reisenden von gleicher Länge.

Und das ärgerte MicroProkrustes, denn er wollte, dass alles zusammenpasste. Wenn nun also die Füße eines Gastes über das Bettende hinausragten,

so wurden sie abgehackt. Leute, die zu kurz waren, wurden in Stücke zersägt, die dann so angeordnet wurden, dass ihr Kopf das obere Ende und

ihre Füße das untere Ende innerhalb des Bettes bildeten. Jede Unvollkommenheit in der Mitte wurde verhüllt. Das war die Gastfreundschaft des

MicroProkrustes. Doch dann kam „MyHercules Benutzerorientatis“, schwang seine mächtige Individualisierungsfunktion und alle –

außer MicroProkrustes – lebten glücklich und in Frieden. Oder doch nicht?

Aber ganz im neuzeitlichen Ernst: Mittelständische

Benutzer von AS/400 und

iSeries sind, was Benutzerorientierung

angeht, ja nicht unbedingt verwöhnt,

auch wenn die Füße gewöhnlich dranbleiben

dürfen! So eine klassische alphanumerische

„Green Screen“-Applikation

umschmeichelt Anwender nun

einmal nicht mit „objektorientierten“

Benutzeroberflächen, charmanten Icons

und gewöhnlich auch nicht mit anpassbaren

Menüs.

Userorientiertung, kein Luxus

Nun gibt es IT-Verantwortliche, die sagen,

derartiger „Firlefanz“ sei ohnehin

Zeitverschwendung. Wissenschaftlich

erhärtete Tatsache aber ist, dass die Pro-

Benutzerorientierte Software-Konzepte

duktivität von Anwendern ganz entscheidend

davon abhängt, wie „zu Hause“

sie sich in einer bestimmten Applikation

fühlen und wie gut diese an ihre

tatsächlichen Bedürfnisse angepasst ist

bzw. sich anpassen lässt. Hier geht es

weniger um den Gegensatz zwischen

graphischer Benutzeroberfläche versus

Green Screen. Denn eine optimal gestaltete

alphanumerische Bedienungsoberfläche

kann durchaus ergonomischer

sein als 17 Millionen Farben, reichlich

Hintergrundmotive und Schriftarten

beispielsweise in der Windows-Welt.

Aber es geht um den Gegensatz zwischen

Software, die sich auf einen Benutzer

abstimmen lässt, und Software-

Konzepten, bei denen erwartet wird,

dass sich die Benutzer anpassen. Und

Letztere sind leider immer noch in der

Mehrzahl.

„Sitzverstellung“ like Bobby-Car

Anwendungen wie etwa Office-Suiten,

mit denen wir alle einen Großteil unserer

Arbeitszeit verbringen, sind

ungefähr so individualisiert wie ein Bobby-Car

für unsere lieben Kleinen. Gefragt

wären aber Software-Systeme, die

sich ähnlich an den tatsächlichen Nutzer

anpassen lassen wie Kraftfahrzeuge der

Oberklasse, denen sie ja auch preislich

in aller Regel entsprechen. Wie aber

sieht es aus bei den meisten Office-Paketen

und ERP (Enterprise Resource Planning)-Suiten,

bei CRM (Customer Rela-


tionship Management)-Software oder

Business Intelligence? Überwiegend

Fehlanzeige. Die meisten dieser Systeme

lernen überhaupt nichts durch den Umgang

mit ihren Benutzern und sind auch

niemals dafür konzipiert worden.

Schaden anrichtende

„Hilfs“-Agenten

So genannte „Bedienhilfen“ in Office,

wie eine unbelehrbar immer wieder

selbst Fehler produzierende Autokorrektur

oder sich dummdreist regelmäßig mit

wenig konstruktiven Hinweisen in den

Arbeitsfluss drängende „Assistenten“,

die nicht eben einfach auszuschalten

oder zu umgehen sind, stellen für Nicht-

Microsoft Certified Engineers, sprich

99,9 % der Benutzer eher ein Hindernis

dar, als dass sie hilfreich wären. Wo ist

denn der Assistent, der sich wirklich

merkt, was Sie typischerweise für Dokumente

erstellen und für Sie selbsttätig

Dokumentvorlagen anlegt, Textbausteine

vorbereitet oder wenigstens sinnvolle

Dokumentennamen vorschlägt?

GRUNDLAGEN DER GUI- UND

SOFTWARE-ERGONOMIE

Nicht nur für die Oberflächen von Internet-Software

sind die folgenden Kenngrößen beachtenswert:

Performanz, Lesbarkeit, sinnvolle Seitenlänge,

klare Navigation, einheitliche Bedien-

Elemente! Institutionen – wie zum Beispiel das

Fraunhofer Institut oder die Universitäten von

Maryland sowie die Carnegie Mellon-Universität

– haben langjährige Arbeit auf diesem Gebiet

geleistet, so dass mittlerweile als gut erforscht

angesehen werden kann, was zum einen als Hürde

zwischen Anwendung und Nutzer wirkt und

was dahingegen die Produktivität fördert und

erhöht. Dennoch wird in diesen Bereichen bei

der Software-Erstellung immer wieder unnötig

gesündigt, vor allem im Bereich Lesbarkeit und

Bedien-Elemente. Beispielsweise ist das menschliche

Auge nicht in der Lage, Farben unterschiedlicher

Wellenlänge gleichzeitig zu fokussieren.

Prinzipiell sollte deshalb farbige Schrift

auf farbigem, insbesondere andersfarbigem

Grund vermieden werden. Viele dieser Gestaltungsgrundsätze

sind in Richtlinien wie z. B. die

Bildschirmarbeitsverordnung oder DIN EN ISO

9241 eingeflossen.

Midrange MAGAZIN März 2002

Bei ERP-Systemen sieht es eher noch

schlimmer aus. Sachbearbeiter werden

hier genau so behandelt, wie es ihre

Funktionsbezeichnung schon andeutet:

nämlich als Hilfskräfte. Die größte

Schwierigkeit verursachen viele Systeme

dadurch, dass dem Benutzer sämtliche

Funktionen eines gegebenen Moduls

„zur Verfügung gestellt“, sprich zugemutet

werden. Es fehlt häufig die wirklich

individualisierbare Arbeitsumgebung,

die nur das anzeigt, was tatsächlich

benötigt wird. Ob diese Anpassung

übrigens tatsächlich vom Endanwender

selbst durchgeführt werden kann, ob die

Software stark „lernfähig“ ist und einen

Teil der Individualisierung selbst leistet

oder ob, wie in modernen Internet-Softwaresystemen

(z. B. www.eXpeedo.de),

ein Administrator per Mausklick und

gegebenenfalls auf Anforderung ganze

Funktionsbereiche bereitstellen oder

verbergen kann, ist zweitrangig und

hängt von den jeweiligen Anforderungen

ab. Entscheidend ist, dass die Personalisierungsfunktion

überhaupt existiert.

Hinzu kommt, dass nach etlichen

Jahrzehnten der Forschung in Sachen

Software-Ergonomie auch in der „Post-

Bildschirm-Richtlinien-Ära“ ein Gutteil

der heute verkauften Software kaum einem

der als richtig erkannten ergonomischen

Prinzipien entspricht (siehe auch

Infokästen).

Es geht auch anders

Positive Gegenbeispiele – soweit sie

nicht ohnehin von Unternehmen selbst

konzipierte und erstellte Individualsoftware-Systeme

sind – finden sich meist

im Bereich Internet. Das hat damit zu

tun, dass zwar ein Anwender

beispielsweise von R/3, dessen Entwickler

eine kleine Ewigkeit für eine erste

Anpassbarkeit der Oberfläche benötigt

haben, zu dieser Anwendung verurteilt

ist – ein Internet-User jedoch nicht. Er ist

immer nur einen Mausklick von der

Konkurrenz entfernt, dementsprechend

mussten sich Entwickler von Internet-

Programmen und -Services bemühen.

Das merkt man. Portale wie

beispielsweise de.my.yahoo.com merken

sich heute schon (u. a. mit Hilfe der

häufig geschmähten, aber für eine Indi-

Anzeige

Titelthema

7


Titelthema

vidualisierung notwendigen Cookies)

die Interessen und Informationsbedürfnisse,

ja sogar die Arbeitsweise einzelner

Benutzer und begrüßen sie daher nicht

nur höflich mit Namen, sondern eben

auch mit einem hochgradig auf sie angepassten

Angebot.

Beispielsweise merken sich Wetter-Sites

im Netz der Netze den Benutzer und

bieten ihm „seine“ Wetterprofile an.

Die können z. B. das Wintersportwetter

für das Sauerland, das Motorradwetter

für die Hausstrecke und das Wetter der

häufig besuchten Firmenniederlassungen

beinhalten, jeweils mit topaktuellen

Daten. Es gibt mittlerweile Content

Management-Systeme (z. B. das Handelsblatt

Topix), individualisierbare

Suchmaschinen (etwa im Sinne des Jugendschutzes,

siehe www.altavista.de),

Online-Shops (www.shopshop24.com)

und sogar individuelle WAP-Angebote

fürs Handy (myWAP) mit einer solchen

Personalisierungsfunktion! Natürlich

sollten Nutzer in jedem Falle prüfen,

was mit ihren zum Anlegen von Profilen

erhobenen Daten geschieht. Doch der

Gegenwert in Gestalt der Personalisierung

rechtfertigt häufig die Informationspreisgabe.

e-Integration

Hier sind teilweise ähnliche Überangebote

zu beobachten wie generell bei den

Menümassen der Office- oder ERP-Suiten.

Auch damit können Anwender

überfordert oder abgelenkt werden.

Eine Auftragserfassung beispielsweise

braucht nun wirklich keine „Webifizierung“,

Logistikkomponenten oder eine

Einkaufslösung.

Fazit

Es ist absehbar, dass die Wettbewerbsfähigkeit

von Software-Produkten künftig

stärker als bisher von ihrer Benutzerfreundlichkeit

abhängen wird. Dies ist

einer von vielen erfreulichen Effekten

der Internet-Revolution. In Ihrem Hause

entwickelte ebenso wie zugekaufte

Anwendungen sollten dem also entsprechend

Rechnung tragen.

M. W.

Maßanzug oder Prokrustesbett

Es ist so weit: Hannover ruft und mit

der niedersächsischen Landeshauptstadt

insgesamt 8.152 Aussteller, die ihre

Teilnahme an der CeBIT angekündigt und

ihren Standbauer schon beauftragt haben.

Einige Rufe sind schon im Vorfeld verhallt:

Siebel, Lexmark und nicht zuletzt ein

guter Bekannter aus dem iSeries-Umfeld,

der ERP-Riese J.D. Edwards, nehmen in

diesem Jahr nicht am Branchenspektakel

teil. Mit großem Andrang ist trotzdem zu

rechnen, die Messegesellschaft konnte

trotz bekannter Konjunkturprobleme rund

60 Aussteller mehr für ihr Messekind

gewinnen als noch im Vorjahr.

Haben wir die elektronischen

Schranken der weltgrößten ITund

TK-Messe erst einmal passiert, soll

uns auf 432.011 Quadratmetern Fläche

der „Spirit of Tomorrow“ ergreifen, so

das diesjährige Motto der Messe. Dieser

Geist übt sich wahrscheinlich nicht in

Abstinenz, wohl aber in dezentem Understatement:

Viele Stände fallen in diesem

Jahr kleiner aus, neben den IT-Budgets

haben eben auch die Marketinggelder

gelitten... Weniger Prunk macht mir

persönlich gar nichts aus: Was braucht

man während der CeBIT schon, außer

einer guten Terminplanung, festem

Schuhwerk und grenzenloser Neugier?

Ein frisch gebrühter Kaffee wird den

Standgästen sicher auch im Jahre 2002

mit Freude angeboten. Ob die Kekse

dazu von goldenen Tellern kommen, ist

doch wirklich schnuppe.

8 www.midrangemagazin.de März 2002

Ende der

Get the spirit tomorrow – Get the information today

CeBIT-Time

Die CeBIT 2002 könnte also, neben der

erhofften positiven Wende für unsere

gesamte Branche, auch neue Hypes mit

sich bringen. Zum Beispiel den Hang

zum Purismus. Wenn kein kunterbunter

Firlefanz stört, kommen die Partner

schließlich viel schneller zu der Sache,

um die es eigentlich geht: Detaillierte Informationen,

Zeit für persönliche Gespräche

und die latest News der gesamte

IT- und TK-Branche. Neben den Highlights

aus dem iSeries-Umfeld, die wir in

unserem CeBIT-Sonderheft für Sie zusammengefasst

haben, gibt es auch abseits

dieses Marktes Witziges und Kurioses

zu entdecken. Den nach eigenen Angaben

leichtesten Beamer der Welt stellt

Der Gesamtausgabe von

Midrange MAGAZIN März 2002

liegt dieses Sonderheft bei.


Abstinenz,

im 8/1-Takt

die Sauerwein Audiovision AG vor. Sein

Gewicht beträgt weniger als ein Kilo –

damit ist er ultraportabel, sozusagen.

Wer Aversionen gegen 0190-Nummern

und andere Service-Lines hat, sollte bei

der dtms AG vorbeischauen. Sie präsentiert

auf der CeBIT ihre Internet-Payment-Produkte

dtms@cash0190 und

dtms@cash0190-0, die das Bezahlen im

Internet für Verbraucher noch einfacher

und sicherer machen sollen. Die „Online-Shopper“

bezahlen ihre Dienstleistungen

durch das Anwählen einer Service-Rufnummer

und müssen dafür weder

ihre Kreditkartennummer noch ihre

Bankverbindung angeben – der fällige

Betrag wird einfach über die nächste

Telefonrechnung abgebucht.

Sie wollen Ihr Home-Office optimal ausstatten?

AVM stellt mit BlueFRITZ!

Midrange MAGAZIN März 2002

erstmals die Kombination von ISDN,

DSL und Bluetooth in einem nur 12

Gramm leichten Bluetooth-USB-Gerät

vor. Eine sichere und standardisierte

Funkverbindung überträgt die Daten bis

zu 100 Meter weit zu einem Access Point

am ISDN-Anschluss. Alle ISDN-Anwendungen

wie Internet, PC-Fax, Dateitransfer

und Remote Access können so

flexibel in Wohnung, Büro und Garten

eingesetzt werden. BlueFRITZ! integriert

standardmäßig auch die Leistungsmerkmale

Datenkompression und Kanalbündelung

und erzielt so bis zu 240 Kbit/s

schnelle Internetverbindungen.

Den nach eigenen Angaben ersten Multimedia-Gedenkstein

will friendlyway in

Hannover zeigen. Via Computersäule

wird der Zugriff auf das Internet

beispielsweise von Gedenkstätten und

Friedhöfen aus ermöglicht. Damit können

Infos zu ehrwürdigen Personen und

Institutionen in Text, Bild, Ton und Video

abgerufen werden. Die CeBIT wird

also zum Gottesacker, via Standleitung

geht’s zu Oscar Wilde, Elvis und Konsorten.

Na dann...

Wissenswertes, Kurioses und für unser

tägliches Geschäft mehr als Brauchbares

wartet in Hannover auf unseren Besuch.

Ich bin sicher, dass wir uns auf der Ce-

BIT sehen – fachsimpeln, schmunzeln

und staunen.

Eine erfolgreiche Messe wünscht

Ihnen Ihr I.T.P.-Team

Anzeige

Titelthema

9


Titelthema

Grafische User-Integration

Die Entwickler von ERP-Software stehen

vor einer scheinbar ambivalenten Aufgabe:

Standard einerseits, Benutzerorientierung

andererseits – und beides ist unter einen

Hut zu bringen. Das sinnvolle Zusammenspiel

dieses Doppels wird auf dem ERP-Markt

künftig der Gradmesser sein, an dem sich

die Spreu vom Weizen trennt.

Softwareanpassung

Angesichts der Diskussion um e-Business

und SCM geht sehr leicht unter, dass die

Software-Anbieter die Entwicklung der

ERP-Basis genauso intensiv vorantreiben

wie die der Funktionen für den externen

Datenaustausch. Der Markt ist umkämpfter

denn je, und die Anbieter wissen,

der Software-Kauf entscheidet sich

vor der Gretchenfrage der Kunden: Muss

sich das Unternehmen am Funktionsangebot

des Systems ausrichten oder können

die Programme allen Anforderungen

adäquat angepasst werden? Die Frage ist

freilich für die Kunden immer schon beantwortet,

nämlich als Forderung an die

Software: Das Unternehmen ist eine gewachsene

Struktur, die sich nicht von

heut auf morgen umorganisieren lässt,

also muss das ERP-System Flexibilität

mitbringen. Die Anwender können die

Optimierung des Backends in diesem Sinne

nur begrüßen, rücken sie doch damit

ein Stück mehr in den Mittelpunkt der

Entwicklungskonzepte.

Wer erinnert sich nicht, manche Systeme

hatten früher Eingabemasken mit vielen

Feldern, von denen einige einfach leer

blieben, weil man sie in der Praxis gar

nicht benötigte. Oder man wurde als

User mit anderen Benennungen als der

im Unternehmen üblichen konfrontiert.

Individuelle Standards entwickeln

Beispielsweise musste man sich erst

einmal darauf verständigen, dass „Artikelnummer“

in den Masken der Programme

eigentlich dasselbe meint wie

„Sachnummer“ in den bislang verwendeten

Papierunterlagen. Das Ausmerzen

derartiger Differenzen war meistens mit

erheblichem Aufwand verbunden.

Das war einmal. Ein modernes System

ist für das Unternehmen „passend“. Wo

dies am Anfang nicht ganz der Fall ist,

sollte es der Anwender auf einfache Weise

passend machen können, am besten

per Mausklick und „Drag and Drop“,

wie man das von der herkömmlichen

Windows-Arbeit schon gewohnt ist.

Und so läuft es auch bei einem modernen

ERP-System, die Betriebssystem-

Plattform spielt dabei keine Rolle mehr.

Technisch möglich wird die Flexibilität

der Systeme durch ein neues Programmierkonzept,

das in der Hauptsache in

der Trennung von Bedien- und Verarbeitungslogik

besteht. Damit wird es möglich,

dass sich der Anwender sein ERP-

Frontend wunschgemäß konfiguriert.

Er bestimmt die Anzahl der benötigten

Felder und nimmt deren Benennung

selbst vor, er kann die Farben nach Belieben

einstellen oder Links zu oft gebrauchten

Routinen setzen usw.

Differenziert betrachtet, verteilt sich das

Thema „Benutzerorientierung“ auf

zwei Ebenen: Zum einen ist damit die

Anpassung der Software auf die branchenspezifischen

Anforderungen des

Unternehmens gemeint. Zum anderen

geht es auch um die freie Gestaltung des

einzelnen Arbeitsplatzes.

Riesenprogramme aufbrechen

Das Beispiel eines ERP-Anbieters, der

seine Produkte seit Jahren immer wieder

auf die zeitgemäßen Anforderungen anpasst,

ist die command ag in Ettlingen.

10 www.midrangemagazin.de März 2002

Mit dem Standardprodukt FRIDA zählt

das Unternehmen zu den führenden

deutschen Software-Häusern von ERP-

Lösungen auf der IBM iSeries. Als SAP-

Systemhaus (mySAP.com Channel Partner

VAR) verfügt man zudem über eigene

SAP.readytowork-Lösungen sowie

Add-Ons für das effiziente Debitorenmanagement.

Im Angebot sind u.a. SAP-

Branchenlösungen für die Nahrungsmittel-

und Pharma-Industrie als auch

für die Versorgungswirtschaft. Holger

Behrens, Vorstand bei command und

verantwortlich für den Geschäftsbereich

SAP, meint Folgendes: „Wir haben einen

ungebrochenen Trend zu speziellen

Branchenpaketen. Da jede Branche ihr

spezielles Anforderungsprofil hat, wird

es mehr und mehr notwendig, die Eingabemasken

flexibel zu gestalten. Aufgabe


unserer Entwickler ist es, dafür zu sorgen,

dass die individuellen Einstellungen

mit den Standardprozessen im Backend

nahtlos zusammenarbeiten.“

Damit scheint die Zeit des typischen

Software-Tüftlers, der sich in die Programmierstube

zurückzieht, vorbei zu

sein. Praxisgerechte Systeme setzen nicht

nur Programmier-Know-how voraus,

sondern ebenso intimes Branchenwissen.

Behrens weiter: „Wir sind heute angehalten,

eine anwenderorientierte Entwicklung

zu betreiben. Dafür sammeln

wir Branchenkenntnisse, beobachten die

entsprechenden Zielmärkte und führen

einen intensiven Dialog mit den Usern.“

Ziel sei, laut Meinung des command-

Vorstands, Fragen und Probleme schon

im Vorfeld zu erkennen, bevor sie Thema

der Hotline werden. Ehe ein Produkt

auf den Markt kommt, werden repräsentative

Anwender in die Testphasen

einbezogen. Auf diese Weise lassen sich

frühzeitig praxisechte Erfahrungen sammeln.

Auf den Punkt gebracht: Eine Entwicklung

von Unternehmens-Software

kann man heute nicht mehr ohne die

Anwender betreiben.

Midrange MAGAZIN März 2002

Das Beispiel FRIDA zeigt, inwiefern

Komplettsysteme mit Blick auf den User

neu strukturiert werden. „Für mehr Anwenderorientierung

werden die Riesenprogramme

der ERP-Anwendung aufgebrochen

und in Business-Components

getrennt, diese lassen sich dann über

eine universell einsetzbare Oberfläche

einzeln ansteuern“, erklärt auch command-Vorstand

Günter Wiskot, Verantwortlicher

für den FRIDA-Bereich.

Mehr noch, selbst beliebig viele Nicht-

ERP-Anwendungen – etwa Anwendungen

und Tools aus dem Office-Bereich –

lassen sich, laut Wiskot, mühelos in die

ERP-Oberfläche nach Windows-Manier

einbinden und jederzeit aufrufen.

Produktivitätsfaktor Oberfläche

Wie man inzwischen erkannt hat, ist die

freie Gestaltung des Arbeitsplatzes durch

den Mitarbeiter selbst ein bedeutender

Produktivitätsfaktor. Gerade der Software-Bereich

bietet sich an, arbeitspsychologische

Erkenntnisse dieser Art in die

Tat umzusetzen. Werden Programmoberflächen

personenbezogen konfiguriert,

unterstützt das die Arbeitsweise des Einzelnen.

Die Schranke fällt selbstverständlich

sofort hinter der Oberfläche, auf

Business-Logik-Prozesse kann kein Einfluss

genommen werden.

Für eine solches Konzept gibt es eine

anwendungstechnische Forderung: Der

User sollte User bleiben und nicht Informatiker

werden müssen. „Der ERP-Anbieter

wird in Zukunft nur dann erfolgreich

sein, wenn personenbezogene Anpassungsmöglichkeiten

ohne oder mit

äußerst geringem Programmieraufwand

durchgeführt werden können und

darüber hinaus Release-Wechsel und

Hotline-Services nicht gefährden“, betont

daher Günter Wiskot.

Autor: Richard Läpple, Tübingen

command ag

D-76275 Ettlingen

� (+49) 07243/590-230

� www.command.de

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Titelthema

11


Titelthema

Neue Wege für klassische Aufgaben

Schneller, günstiger, individueller, globaler und

alles immer „on time“: Diesen Anforderungen

des modernen Marktes können Unternehmen

nur dann gerecht werden, wenn sie konsequent

einen Weg des ständigen Wandels gehen.

Im Zentrum der Veränderung steht die

Optimierung der Geschäftsprozesse. Dies setzt

voraus, dass die Ablauforganisation – und

damit unweigerlich auch die Informatik –

kritisch hinterfragt wird.

IT als strategischer Erfolgsfaktor

Der Weg vom „systemgesteuerten Benutzer“

zum „benutzergesteuerten System“

kann nur mit einer Informatik-Lösung

gelingen, die technologisch überzeugt

und Flexibilität, Offenheit sowie

Kommunikationsfähigkeit bietet. Dort

wo die meisten Standard-Lösungen

scheitern, liegt die eigentliche Stärke von

Bison Solution.

12 www.midrangemagazin.de März 2002

Schritt um Schritt

Kundenindividueller Standard

Dafür wurde die Entwicklungsumgebung

nach „Must Have“-Vorgaben optimal

erarbeitet. Damit ist es die erste

große Anwendung, die nicht aus den

Vorgaben der Entwicklungsumgebung

resultiert. Die Lösung ist eine betriebswirtschaftliche,

Workflow-basierende

Business- und ERP-Software für Handel,

Dienstleistung und Industrie im

Mittelstand. Sie basiert zu 100% auf Internet-Technologie,

erfüllt den J2EE-

Standard (Enterprise Java Beans), läuft

auf jeder gängigen Plattform und bietet

ausgereifte Schnittstellen zu Microsoft

(COM/DCOM) und anderen EDV-

Komponenten (CORBA).

Flexibel in die Zukunft

Im Vordergrund der Software steht die

Flexibilität, unternehmensübergreifende

Prozesse über die gesamte Wertschöpfungskette

zu optimieren. Informationen

können via Internet für die

beteiligten Marktpartner jederzeit und

von überall maßgeschneidert verfügbar

gemacht bzw. ausgetauscht werden.

Weiter ist mittels bereits eingebautem

GUI-Designer (Graphic User Interface)

eine vollumfängliche Parametrisierbarkeit

gewährleistet.

In Bison Solution wurden Module für

die Bereiche Warenwirtschaft, PPS,

CRM und SCM entwickelt. Diese sind

in einzelne Aktivitäten gegliedert, welche

über den Bison Designer (Prozessmodellierung)

dynamisch und völlig frei

zu Geschäftsprozessen definiert werden.

Das Unternehmen ist so völlig flexibel

und kann auf Veränderungen am Markt

schnell reagieren. Kurz: Die individuellen

Prozesse werden unterstützt. Masken,

Listen, Rollen, Prioritäten, Zugriffsrechte

usw. können entsprechend

den Bedürfnissen des Unternehmens

und damit auch entsprechend jenen des

Anwenders selber gestaltet werden.

Dabei wird kein Programmcode verändert,

was eine 100%-ige Release-Fähigkeit

garantiert. Cambridge Technology

Partners, eine von zwei MIT-Professoren

gegründete IT-Beraterfirma, hat die

Lösung mehrfach geprüft und attestiert

der Software einen weltweiten Technologie-Vorsprung

von ein bis zwei Jahren.

Maßgeschneidert

für Ihre Branche

Über Partnerfirmen, die ihr spezifisches

Branchen-Know-how für die jeweiligen

Referenzmodule aktiv in die Entwicklung

einbringen, gewährleistet die Software

maßgeschneiderte Branchen-Lösungen.

Das Unternehmen arbeitet mit

ausgewählten Entwicklungsfirmen partnerschaftlich

zusammen und bietet diesen

die Möglichkeit, auf das Basismodul

aufzubauen und ihr eigenes Branchen-

Referenz-Modell zu entwickeln.


Ablösung

bestehender ERP-Lösungen

Die größte Herausforderung stellt sich

einem Unternehmen bei der Ablösung

einer bestehenden ERP-Lösung: Wie

kann ein reibungsloser Übergang von

der alten zur neuen Lösung gewährleistet

werden? Das Unternehmen hat eine

Methode inklusive dem so genannten

Business Process Integrator (BPI) geschaffen,

welche es ermöglicht, eine

phasenweise Ablösung nach Priorität

und Dringlichkeit durchzuführen:

Mit BPI entscheidet der Kunde Zug um

Zug, welche Schritte in der Ablösung der

bestehenden Software gemacht werden.

Dies erlaubt es ihm, die organisatorischen

und technischen Veränderungsprozesse

mittel- und bedürfnisgerecht zu

steuern, was das Risiko minimiert und

eine Staffelung von Investitionen ermöglicht.

Durch BPI werden Ressourcen besser

plan- und nutzbar. Der schrittweise

Übergang von der alten zur neuen Lö-

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Midrange MAGAZIN März 2002

sung gestattet es, Verbindungen zwischen

verschiedenen Systemen aufzubauen

und schafft nach und nach eine Konsolidierung

der IT-Umgebung. BPI unterstützt

die Unternehmung auf dem Weg

zur einheitlichen System-Plattform. So

genannte Adaptoren ermöglichen das

Verbinden verschiedener Business-Applikationen.

Phasenweise können so in der

Bison Solution-Entwicklungsumgebung

zusätzliche Komponenten entwickelt sowie

neue Module eingeführt werden.

Kompetenz in allen Fragen

Das Unternehmen bietet seinen Kunden

ein zukunftsweisendes IT-Gesamtangebot

rund um Software, Hardware, Netzwerk-Installationen,Scanning-Kassensysteme,

Voice over IP, Point of Information

usw. mit einer Markterfahrung von

mehr als 15 Jahren an. Dazu berät und

begleitet es die Kunden in allen Informatik-Belangen.

Basis der Zusammenarbeit

ist Vertrauen und eine langfristige

Partnerschaft. Mit derzeit 350 Mitarbei-

Titelthema

tern und Niederlassungen in der

Schweiz und in Deutschland sowie mehr

als 25 Partnern gehört die Bison Group

zu den führenden Schweizer IT-Unternehmen.

Das Unternehmen konzentriert

sich auf den mitteleuropäischen Markt

und strebt mittelfristig einen Platz in den

TOP 10 der ERP-Anbieter in Europa an.

Langfristige Kundenzufriedenheit,

Technologieführerschaft und topmotivierte

Mitarbeiter sind die Leitziele.

Die Autorin Iris Weber ist Leiterin

Unternehmenskommunikation bei der

BISON Group in der Schweiz.

> iris.weber@bison-group.com

Bison Schweiz AG

CH-6210 Sursee

� (+41) 041/9260-0

� www.bison-group.com

13


Titelthema

Auch in die Modebranche haben Global

Business-Strukturen längst Einzug gehalten: Ein

Design-Team in New York entwirft einen neuen

Sportschuh, die Produktkalkulation und

Freigabe erfolgt jedoch in Deutschland und

noch während das Produkt in verschiedenen

Ländern und Kontinenten in den Vertreterkatalogen

erscheint, beginnt ein Agent in Asien mit

der Reservierung von Produktionskapazitäten.

Zur Unterstützung solch global tätiger

Unternehmen sind Internet-basierte

Computersysteme unerlässlich.

Der umfassende Zugriff auf weltweit

verstreute Daten ist für die Mode- und

Schuhindustrie ein wichtiger Schritt in

Richtung optimierter Prozesse. Entscheidend

ist dabei, dass schneller konkretere

Informationen als Entscheidungsbasis

zur Verfügung stehen.

Das Stuttgarter Softwarehaus net W+P

Solutions hat deshalb vor gut einem Jahr

mit dem Aufbau seiner neuen Softwaregeneration

netC5 eChain begonnen, um

globale Logistik- und Fertigungsprozesse

der Mode- und Schuhindustrie gezielter

unterstützen zu können. Ein wesentlicher

Aspekt für den Erfolg eines Unternehmens

ist es nämlich, den Faktor

„Mensch als Entscheider“ nahtlos in

den Entwurf eines Informationssystems

zu integrieren.

In den klassischen Informationssystemen

sind viele organisatorische Prozesse

fest verankert, so dass bei einer Organisationsänderung

umgehend ein Programmierer

aktiv wird. Einen Fortschritt

stellen hier die Standard-Bran-

Prozessintegration im Supply Chain Management

chenlösungen dar, die durch eine Reihe

spezifischer Parameter an die gängigen

Abläufe einer Branche angepasst werden

können. Dem gegenüber entstanden

in den letzten Jahren zum einen Workflow-Systeme

wie z. B. Formular-orientierter

Workflow, bei dem die Schnittstelle

zwischen zwei organisatorischen

Einheiten in jedem Fall ein Formular

sein muss und der – vereinfacht ausgedrückt

– veraltete Zettelwirtschaft auf

EDV abbildet. Des Weiteren entstanden

datenbank- bzw. ereignisorientierte

Workflow-Engines, die ursprünglich auf

den Triggereigenschaften von Datenbanken

basieren.

Global Bussiness Workflow

Bei Global Bussiness Workflow nun

geht es um die Verbindung eines Branchensystems

mit dem Menschen als Teil

des Informationssystems. Neben Nachrichten

und Anfragen, die aus den konfigurierbaren

Branchenabläufen entstehen,

werden auch Mensch-zu-Mensch-

Interaktionen in das System und damit

in die gleiche Benutzeroberfläche integriert.

Die Workflow Engine ist dabei

mehr als ein technisches Briefkastensystem

und leistet u. a. nachrichtenbezogene

Delegation oder Verwaltung von exportierten

Nachrichten und Antwortbearbeitung

(z. B. zur SMS-Bearbeitung).

Die so behandelten Nachrichten können

aus ganz unterschiedlichen Quellen

stammen. Der Global Bussiness Workflow

integriert die Nachrichten aller Systeme

in eine Oberfläche: Dialoganfragen,

Anfragen, die per Mail, Telefon,

Fax etc. abgewickelt werden, sowie flexible

Workflow-Abläufe.

Zentraler Dreh- und Angelpunkt ist die

Nachricht mit damit verbundenen Objekten.

Bei einer Meldung wird der relevante

Kontext der Nachricht automatisch

mit übertragen. Überschreitet der

Auftrag eines Kunden das Kreditlimit,

14 www.midrangemagazin.de März 2002

Gut zu Fuß

werden dem Entscheider Umfang und

Inhalt des Auftrags sowie die zugehörigen

Kundendaten mit übermittelt. Andere

verbundene Objekte können z. B.

Formulare oder einfach nur ein Screenshot

einer aktuellen Maske sein, im Anwendungsumfeld

aber auch ein Verweis

auf eine konkrete Prozedur.

Die volle Leistung erbringt das System

durch die Integration der Entscheidungsfunktionen.

Die ursprüngliche

Nachricht bietet eine Anzahl von Diensten

an. Die Workflow Engine fängt die

Antwort ab und übermittelt an das ursprüngliche

System eine entsprechende

Rückkopplung. Die letzte Stufe der Integration

ist die Eingliederung der Nachricht

mit ihrem Kontext in eine beliebige

Endgeräte-Technik. Die Endgeräte

Technik wird in den Adressen des Benutzers

hinterlegt.

Geschäftsprozesse globalisieren

Mit der Globalisierung von Geschäftsprozessen

wird an Informationssysteme

eine ganz neue Anforderung im Bezug

auf Integration von Mensch und Computer

in heterogenen Systemwelten gestellt.

Kritisch ist dabei, die Vielzahl der

täglichen Ereignisse so zu filtern, dass

ein Benutzer die für ihn relevanten Ereignisse

und Informationen zugeordnet

bekommt, ohne stets mit der vollen

Komplexität von Informationssystemen

konfrontiert zu werden. Ziel ist es also,

den Dialog mit Funktionen aufzunehmen,

die bislang nicht direkt im Informationssystem

integriert sind. Zudem

gilt es, ein Überwachungsinstrument zu

schaffen, das die „toten Gleise“ einer

Organisation aufdeckt und überbrückt.

net Walter+Partner

Solutions GmbH & Co.KG

D-70565 Stuttgart

� (+49) 0711/770558-0

� www.walter-partner.com


Intuitive Software für intuitive Benutzer

Midrange MAGAZIN März 2002

Titelthema

User erzeugen Effizienzschub

In heutigen Unternehmen ist inzwischen

funktional sehr gute Standardsoftware im

Einsatz, ERP ist kein Schlagwort mehr, sondern

wird in der Praxis genutzt. Die Mitarbeiter

arbeiten häufig schon jahrelang mit den

Systemen, sind gründlich geschult und kommen

mit ihrer Routine und Erfahrung meist sehr

gut mit den unternehmensinternen und

softwaregesteuerten Abläufen klar.

Spätestens wenn ein neuer Mitarbeiter

sich einarbeiten muss,

kommt es aber an den Tag: Die Software

ist kompliziert zu bedienen und entspricht

meist nicht den gängigen Benutzerstandards,

die der Anwender von

seinen Microsoft-Paketen zu Hause

und vom Internet gewohnt ist.

Green-Screens in Unternehmen

– Animationen im Web

Gerade für AS/400-Anwender ist das ein

Problem, schließlich klebte man hier

noch lange an grünen ASCII-Zeilen auf

schwarzem Bildschirm oder setzte auf

einfache „Windowisierung“ durch grafische

Tools, ohne die Masken neu und

intuitiv bedienbar zu gestalten.

Was bedeutet

intuitive Benutzeroberfläche?

War es nicht das Geheimnis führender

Betriebssysteme und Office-Pakete, dass

Sie einfach eingängiger als andere sind,

dass Sie den Einsatz grafischer Symbole,

Icons und Animationen in den Vordergrund

stellen? Die Verbreitung der

Computersysteme über den ganzen Globus

und die Nutzung durch Milliarden

Menschen auf der ganzen Welt ist aber

dem Internet zu verdanken. Seit der Ablösung

der früheren Internetdienste

durch das World Wide Web entstanden

erste Ansätze von wirklich intuitiven

Benutzeroberflächen im WWW und in

verschiedenen Applikationen. Die Webseiten

waren am Anfang stark textlastig,

inzwischen sind Bilder, Fotos und Animationen

an der Tagesordnung.

Vorbei sollten auch bei ERP-Software die

Zeiten sein, in denen die Stärke eines Systems

durch übervolle Bildschirme und

aufdringliche Schriftarten dokumentiert

wurde. Vielmehr zeigt sich heute Eleganz

durch Weglassen von überflüssigem

Schnickschnack. Die verwendeten Icons

sollten in Gestalt und Größe in das vorgegebene

Design passen und in den verschiedenen

Bereichen der Applikation

nach gleichem Schema eingesetzt werden.

Der erste Eindruck von einer Oberfläche

wird im Wesentlichen von der verwendeten

Farbgestaltung geprägt. Nun ist

das Farbempfinden einzelner Nutzer

sicherlich durch den individuellen Geschmack

geprägt, aber gewisse Grundregeln,

wie das Herstellen einer Farbharmonie

und -ruhe, müssen bei der Gestaltung

berücksichtigt werden.

Hinsichtlich der Handhabung sollten

moderne Oberflächen durch geringe

Menütiefe, kurze Wege der Maus, Navigator-

und Browser-Funktionen bestimmt

sein.

Wichtig ist auch, dem Anwender die

Möglichkeit zu geben, eigene Arbeitsabläufe

und Kommandosequenzen zu definieren,

der Workflow soll durch das System

abgebildet werden. Die Individualisierung

von Bildschirmaufbau und

Funktionalität gewinnt immer mehr an

Bedeutung. Letztendlich hat jeder Benutzer

eigene Vorstellungen von seiner

Arbeitsumgebung und so kann es vorteilhaft

sein, dass Farben, Funktionalität

und Feldanordnung in eigenen Profilen

definiert werden können.

Interaktive Hilfsmittel erleichtern den

Einstieg und die Arbeit mit der Software,

wobei man klar trennen muss zwischen

sich wiederholender Nutzung einer

Software (z.B. Auftragserfassung)

und der Unterstützung „nach außen“

eingesetzter Applikationen (Website).

Ziel muss dabei immer sein, eine schnelle

Erlernbarkeit wiederkehrender Abläufe

und eine leichte Erfassbarkeit seltener

Abläufe für den Benutzer zu er-

15


Titelthema

möglichen. Bei der Gestaltung einer

Programmoberfläche sind für Softwarehäuser

also zahlreiche Kriterien zu berücksichtigen,

die sich teilweise auch

entgegenstehen können.

Strategie von update

Der Softwareanbieter update aus dem

nordbayerischen Kulmbach feiert dieses

Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Mitte der

90er Jahre wagte man den Schritt von

Individualsoftwareprojekten auf eine

ERP-Standardsoftware, die nun bei über

250 Kunden erfolgreich im Einsatz ist.

Die heutige Lösung hat mit den Anfängen

nur noch die Wurzeln und einige

Zeilen Code gemeinsam.

Neben Erweiterungen der Funktionalität,

einem eigenen Web-Shop als B2B-

Lösung und flexiblen Möglichkeiten zu

statistischen Auswertungen, Controlling

usw. vollzieht das Unternehmen nun mit

der Entwicklung der plattformunabhängigen

ERP-Lösung UPOS eine generelle

Neuorientierung in Aufbau und Funktionalität

der Benutzeroberfläche. Berücksichtigt

werden u.a. die Möglichkeit zur

freien Auswahl und beliebiger Anordnung

der Felder, das Erstellen von benutzerbezogenen

Funktionalitäten und

Workflows. So soll gewährleistet sein,

dass jeder Anwender oder Anwendergruppen

ereignisorientierte Workflows

in ihrer jeweiligen Sprache und für ihre

Arbeitsweise definieren können. Damit

das Ergebnis strukturiert bleibt, ist eine

Sicherung durch Projektleiter oder Administrator

sinnvoll.

User erzeugen Effizienzschub

Zur Unterstützung der Anwender werden

seit längerem umfangreiche und intuitiv

bedienbare Lern- und Hilfefunktionen

mit Querverweisen usw. angeboten.

Um hier die Scheuklappen einer typischen

Softwareschmiede von den Augen

zu entfernen, hat update zu seinen hochqualifizierten

Ingenieuren und Informatikern

in letzter Zeit verstärkt Grafiker

und Designer eingestellt. Im Team entsteht

so eine stabile, ausgereifte Softwarelösung

mit intuitiv bedienbarer Oberfläche.

Beispiel UPOS

Die Produktpolitik ist gekennzeichnet

von einer ständigen Weiterentwicklung

der Funktionalität und des Bedienerkomforts

auf der Basis neuester Technologien

und Forschungsergebnisse. Ein

Beispiel ist die UPOS B2B-Lösung für

Handels- und Fertigungsunternehmen.

Technisch basiert sie auf modernster

Java-Servlet/XML-Technologie als eine

3-schichtige (3 tier-) Java-Applikation,

deren einzelne Hauptschichten in verschiedene

Serviceschichten unterteilt

sind:

Schicht 1: Datenbank

Schicht 2: Business-Logik

Schicht 3: User-Interface

Die Lösung zeichnet sich durch klare

Strukturen in Benutzeroberfläche und

Funktionalität aus. Eine komfortable

Hilfefunktion und Bedienerführung tragen

zu einer hohen Akzeptanz der Benutzer

des Web-Shops bei.

Im kompletten ERP-System findet der

Anwender auf einfache Weise Unterstützung

durch die Online-Hilfefunktion,

die auf Programm- und Feldebene verfügbar

ist. Dabei besteht die Möglichkeit,

sowohl auf die vorgegebene UPOS-

Hilfe als auch auf anwenderdefinierte

Hilfetexte – firmenintern und/oder benutzerspezifisch

– zurückzugreifen.

Durch definierte Links kann der Anwender

jederzeit in andere Sachgebiete verzweigen,

um sich so schnell und komfortabel

weitere Informationen zu interessierenden

Themen darstellen zu lassen.

16 www.midrangemagazin.de März 2002

Moderne Browser-Technologien ermöglichen

ein effektives Arbeiten mit der

Online-Hilfe und der Dokumentation.

Eine Funktionsdarstellung in Form von

„gefilmten“ Arbeitsabläufen (Multimedia)

wird gegenwärtig realisiert.

Vorteile für Unternehmen

Nachdem sich die Standardsoftware der

unterschiedlichen Softwareanbieter in

ihrer Leistungsfähigkeit bezüglich

Funktionalität immer mehr annähert,

treten zukünftig verstärkt so genannte

„subjektive“ Kriterien wie die Benutzeroberfläche

in den Vordergrund.

Die Softwareschmieden sind gefordert,

in diesem Bereich weitere Anstrengungen

auf der Basis von Erkenntnissen der

modernen Arbeitswissenschaften umzusetzen.

Nicht ausschließlich Funktionalität und

Design, sondern die Softwareergonomie

werden immer mehr zum Verkaufsargument

und bestimmen somit den Erfolg

eines Softwarehauses entscheidend.

Was es für Unternehmen schließlich in

Euro und Cent bringt, wenn sie eine intuitiv

bedienbare Software einsetzen,

lässt sich schwer sagen. Freude an der

Arbeit am System und das spielerische

Entdecken weiterer Möglichkeiten und

Funktionalitäten der Software durch die

Mitarbeiter löst Angst und Hemmungen

vor einer kompliziert scheinenden Anwendung

ab. Schulungen lassen sich

schneller und damit kostengünstiger

durchführen. Die Anlernphase bei Mitarbeiterwechsel

wird reduziert.

Die Anwender finden sich beim Einsatz

intuitiv bedienbarer Oberflächen schneller

und souveräner zurecht, so dass die

angepeilten Ziele, die mit der Einführung

einer neuen Software einhergehen, auch

schneller erreicht werden.

Autoren: Barbara Furthmüller,

Klaus-Dieter Leypold

update Solutions AG

D-95326 Kulmbach

� (+49) 09221/895-0

� www.updategmbh.de


Titelthema

Abkehr im Denken von

Quo vadis e-business?

e-Business ist vom Modewort zu einem

„Unwort“ mutiert. Untersuchungen und

Presseberichten zu Folge stoppen mehr und

mehr Unternehmen die bereits begonnenen

e-Business-Projekte. Was führte eigentlich zu

diesem Umschwung und wie wird es weitergehen

in der SW-Entwicklung?

In vielen Gesprächen mit IT-Leitern

im vergangenen Jahr waren folgende

Themen immer wieder Gegenstand der

Diskussion:

– Die Anforderung an den IT-Leiter,

e-Business-Projekte zu realisieren.

– Die daraus resultierende Notwendigkeit,

sich mit modernen Methoden

der SW-Entwicklung auseinander zu

setzen.

18 www.midrangemagazin.de März 2002

einem Trend-Thema

– Die häufig monolithischen Strukturen

der gewachsenen Applikationen.

– Der Mangel an qualifizierten Assembler-,

Cobol-, PL1- oder RPG-Programmierern.

„Wir müssen ins Internet“

Vor noch nicht allzu langer Zeit gab es

einen Werbespot mit der Aussage: „Wir

müssen ins Internet!“ „Warum?“ „Das

steht hier nicht...“. Diese Werbung charakterisiert

am eindrucksvollsten den

häufig gemachten Fehler von Unternehmen,

sich Trends anzuschließen: „In

sein“ zu wollen oder attraktiv für neue

Mitarbeiter und vertrauenerweckend,

weil zukunftsorientiert, für die Kunden.

Leider folgte hier recht häufig ein hektischer

Aktivismus, der die notwendigen

Vorüberlegungen vermissen ließ. Java

wurde gleichgesetzt mit der Lösung aller

in e-Business-Projekten entstehender

Probleme. Dabei wurden im Wesentlichen

drei Wege beschritten:

– Die Programmierer des Unternehmens

wurden auf die Verwendung der

Sprache Java umgeschult

– Externe Unternehmen wurden mit

der Realisierung der Projekte beauftragt.

– Man entschied sich für eine vermeintlich

passende Standardlösung.

Genau hier liegen eigentlich die Gründe

für die Schwierigkeiten, die häufig bei

diesen ersten Projekten auftraten. Entwickeln

mit Java bedeutet für einen

„klassischen“ Entwickler eben nicht

nur, eine neue Sprache, deren „Vokabeln“

und Syntax zu lernen, sondern

eine völlig neue Denkweise zu verinnerlichen.

Oft aber wurde der Fehler begangen,

dass mit herkömmlichen Analyseund

Entwicklungsmethoden eine objektorientierte

Sprache genutzt wurde.

Diese Vorgehensweise führte häufig

wieder zu einem nicht wartbaren monolithischen

Anwendungsmoloch, der genau

jene Flexibilität vermissen lässt, die

unbedingt für eine moderne Anwendungslogik

vorhanden sein muss.

Bei der Realisierung durch externe Mitarbeiter

wurde diese Problematik nur

zum Teil umgangen. Externe Mitarbeiter

bedürfen der Führung und Beratung

durch eigene Mitarbeiter, da sie nicht

über das Wissen der Zusammenhänge

der firmeneigenen Applikation verfügen.

Und hier mussten zwangsläufig

Probleme entstehen. Die Denk- und

Ausdrucksweise objektorientierter Programmierer

unterscheidet sich einfach


von der „klassischer“ Programmierer.

Für den Fall, dass man sich für den Einsatz

einer Standardlösung entschieden

hatte, musste man häufig feststellen,

dass die in Folge entstehenden Kosten

weitaus höher als die veranschlagten

waren, oder – im schlimmsten Fall – das

Produkt nicht den wirklichen Anforderungen

entsprach.

Alle Methoden führten jedoch auf jeden

Fall zu einem gemeinsamen Resultat:

Die dem IT-Leiter unterstellten Mitarbeiter

wurden durch die zusätzlichen,

neuen Aufgaben belastet, standen ihm

also nicht mehr zur Abwicklung des Tagesgeschäftes

zur Verfügung. Oftmals

entstand deshalb der Eindruck, dass

e-Business-Projekte teuer und ineffizient

sind und den „normalen“ Tagesbetrieb

behindern.

Die Lösung des Dilemmas

Welche Lösungen bieten sich nun dem

geplagten IT.Leiter aus dem Dilemma

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Midrange MAGAZIN März 2002

an? Einerseits muss er dem Wunsch und

der Notwendigkeit nach e-Business-Lösungen

gerecht werden, andererseits die

Schwierigkeiten dieser Projekte in den

Griff bekommen. Welcher Weg ist der

richtige, um erfolgreich aus der gewachsenen

Anwendungslandschaft in moderne,

plattformunabhängige, hochflexible

und wartungsfreundliche Software-Architekturen

zu gelangen?

Individualität ist entscheidend

Die Antwort ist eigentlich recht einfach:

Es gibt nicht den einen zu empfehlenden

Weg hin zu modernen Software-Architekturen!

Jede Firma, jede Applikation,

jedes Entwickler-Team ist individuell.

Und genauso individuell muss der Weg

dieser Firma, dieser Applikation und

dieser Entwickler sein, wenn es darum

geht, die Paradigmen der bisherigen Entwicklungsarbeit

zu verändern.

Software-Entwicklung ist nicht uniformierbar,

sie unterliegt nicht irgendwel-

Titelthema

chen Modeerscheinungen, sondern

muss eine stetige Kontinuität in ihrer

Weiterentwicklung aufweisen. Stillstand

hat hier genauso fatale negative

Folgen wie revolutionäre, abrupte Veränderungen,

die nicht von allen im

Team mitgetragen werden. Daher ist

gerade bei dem Einstieg in neue Technologien

die Individualität der Firma

und die ihrer Mitarbeiter zu berücksichtigen,

wenn man den Lösungsansatz

für diese Firma skizziert.

Michael Starck, Leiter Education

der AD Solutions AG

AD Solutions AG

D-40789 Monheim

� (+49) 02173/1675-0

� www.adsolutions-group.com

19


Aktuelles

Die Frage:

Die Frage des Monats im Januar 2002

Forciert die Euro-Einführung Ihrer Meinung

nach das e-Business?

Das Ergebnis:

Von insgesamt 745 Teilnehmern antworteten

30% mit Ja und 70% mit Nein.

Der Kommentar:

Natürlich bietet der EURO Vorteile bei

der Geschäftsabwicklung, insbesondere

im Bereich Cross-Border-Shopping: Die

Rechenexempel beim Einkauf im „Ausland“

sind künftig überflüssig, ebenso

wie der Bargeldtausch. Die Preise sind

transparenter geworden, was eigentlich

für eine Belebung des e-Geschäftes spräche.

Eine bedeutende Grenze aber bleibt

– die Sprachbarriere. Solange die elektronischen

Shoppingmeilen nicht multi-lingual

aufgebaut sind, trägt die Einführung

einer gemeinschaftlichen Währung auch

nicht dazu bei, das e-business zu beleben.

Ohne sprachliche Grenzen stünden die

Chancen besser, insbesondere bei hochpreisigen

Artikeln sind die Unterschiede

in den 12 EURO-Ländern ja sehr markant.

Aber diese Preisunterschiede hat es

auch vor Einführung der neuen Währung

gegeben und trotzdem schreckten viele

vor dem Einkauf „im Ausland“ zurück:

die unterschiedliche Rechtsprechung,

verschiedenartige Steuergesetze und

nicht zuletzt die Furcht vor mangelnder

Garantie- und Serviceleistung haben das

Karl-Heinz Witt,

Gründer und

Vorstandsvorsitzender

der c.a.r.u.s. Information

Technology AG

20 www.midrangemagazin.de März 2002

Der EURO ist

kein e-Verstärker

grenzenlose Geschäft behindert. Auch im

EURO-Zeitalter wird das Vertrauen des

e-Kunden maßgeblich von denselben

Fragen bestimmt: Wichtig ist, dass die

Ware nach Zahlungseingang tatsächlich

geliefert wird, dass die Logistik funktioniert

und fair gearbeitet wird.

745 Teilnehmer haben abgestimmt

Ja

30%

Nein

70%

Forciert die Euro-Einführung

Ihrer Meinung nach das e-Business?

Im Business-to-Business-Bereich ist die

Situation ähnlich: International tätige

Unternehmen müssen eh weiterhin nach

dem Multi-Currency-Prinzip arbeiten.

Wer Exportgeschäfte mit EURO-Ländern

betreibt, profitiert natürlich von

der Gemeinschaftswährung: Die Abwicklung

ist einfacher, Gebühren und

Währungsdifferenzen entfallen, ebenso

wie die Notwendigkeit, sich gegen diese

Differenzen zu versichern.

Bezieht man die Frage des Monats allein

auf das e-Payment, könnte die Tendenz

des elektronischen Zahlens durch Einführung

des EURO sogar schwächer

werden: Wir zahlen bar und vermeiden

so Transaktionsgebühren, die wir aus

Gründen der Bequemlichkeit vorher in

Kauf genommen haben. Aber Provokation

beiseite: Das e-business und damit

das e-Payment wird kontinuierlich weiter

zunehmen. Eine Forcierung durch

die Währungsumstellung war nicht zu

erwarten – und hat auch nicht stattgefunden.

Verarbeitet ein Kreditkartenanbieter

im Januar 2002 10 Prozent mehr

Transaktionen als im Vorjahreszeitraum,

hat das vor allem einen Hintergrund:

Die stetig wachsende Akzeptanz

des bargeldlosen Zahlungsverkehrs.

Die monetäre Konformität in Europa ist

nicht umgesetzt, es gibt auch innerhalb

der EU noch Länder, die ihre Währung

beibehalten. Zwar greifen inzwischen

rund 300 Millionen Menschen auf den

EURO zurück, ohne multi-linguale Präsenz

stösst das Online-Geschäft aber

auch bei diesen Menschen weiterhin an

bekannte Grenzen.

Der Kommentator Karl-Heinz Witt

ist Vorstandsvorsitzender der c.a.r.u.s.

Information Technology AG

Haben Sie uns im Feburar 2002

schon Ihre Meinung gesagt?

Frage: „Die IBM Server-Plattform iSeries hat

sich inzwischen zum Multitalent entwickelt.

Glauben Sie, dass dieses System anderen Plattformen

mittelfristig Marktanteile abnehmen

wird?“

Unter www.MidrangeMagazin.de laden wir

Sie ein Ihre Stimme und Ihre Meinung dazu

abzugeben. Die Abstimmung wird ohne jede

weitere Abfrage durchgeführt. Es wird Ihnen

lediglich das augenblickliche Abstimmungsergebnis

angezeigt. Nach der Abstimmung haben

Sie die Möglichkeit Ihre Entscheidung zu kommentieren.

Auch die Abgabe dieses Kommentars

kann – wenn Sie wollen – vollkommen

anonym erfolgen.


Kosten-Nutzen-Dilemma

Starten, warten, nachkalkulieren, nachzahlen und dann abbrechen

Zu viele IT-Projekte enden in einem Fiasko.

Ein Kenner der deutschen Mittelstand-IT-

Landschaft, ehemaliger Geschäftsführer eines

Softwarhauses (Lunzer & Partner) und

Unternehmensberater ist Lutz Lunzer. Mit

seinem Unternehmen Lunzer Management-

Partner Martketing und Vertriebscoaching hat

er heute Einblick in viele Unternehmen und

laufende IT-Projekte. Er erklärt aus seiner

Sicht warum sich IT-Projekte verteuern und

verzögern bzw. scheitern.

Michael Wirt: Sie sind den Anwendern

des IBM Systems AS/400 bzw. der

iSeries als ehemaliger Geschäftsführer eines

erfolgreichen Software-Hauses heute

noch in guter Erinnerung. Was haben Sie

seit Ihrem ‚Ausstieg‘ in den letzten 11

Jahren gemacht und was hat sich in der

IT-Branche besonders verändert?

Lutz Lunzer: Als externer Partner bereite

ich wichtige Entscheidungen für

das Management auf. Dazu biete ich begleitende

Recherchen an. ‚Erfolgreiches

Verkaufen – und somit auch Einkaufen –

von Software bzw. IT-Projekten‘ ist

mein zentrales Thema. Das fängt bei der

strategisch richtigen Positionierung eines

Produkts an und hört bei Marketing-

und Vertriebs-Kooperationen zwischen

Software-Herstellern und -Vertreibern

auf. Zu Ihrer zweiten Frage.

Geändert hat sich viel, zum Beispiel die

kürzeren Produkt-Zyklen und ständig

neuen Anwendungen, in die Produkte

anderer Hersteller als Komponenten in

zunehmender Hektik einfließen. Das

spürt der Anwender durch nicht ausgereifte

Produkte, Konkurse bzw. Übernahmen.

Durch diese permanenten Innovationen

sind die Probleme nicht kleiner,

sondern eher größer geworden.

Midrange MAGAZIN März 2002

bei IT-Projekten

Michael Wirt: Wenden wir uns zuerst

den Anwendern zu. Was ist besser, was

schlechter bzw. komplizierter geworden?

Lutz Lunzer: Besser ist eindeutig die

Transparenz geworden. Jeder Anwender

erhält heute über spezielle Dienstleister

oder auch Verlage wie Ihrem –

nicht nur die Namen der Anbieter, sondern

auch in tabellarischer Form zusammen

gestellte Inhalte.

Michael Wirt: Damit ist den Anwendern

doch schon viel geholfen.

Lutz Lunzer: Ja, allerdings nur was die

Inhalte der jeweiligen Anwendung auf

Funktionsebene, nicht dagegen die betrieblichen

Prozesse und die Aufbereitung

der zu treffenden Entscheidung für

den besten Anbieter betrifft. Hier stehen

die Anwender vor denselben Problemen

wie vor 11 Jahren; es werden nach wie

vor grobe Fehler gemacht.

Michael Wirt: Das liegt vielleicht daran,

dass große IT-Projekte relativ selten

angeschafft werden und die Beschaffung

anders abläuft als bei Produkten, wie sie

die Einkaufsabteilung tätigt.

Lutz Lunzer: Das ist richtig. Ob es an

der fachlichen oder zeitlichen Überforderung

oder auch beidem liegt, hängt

vom jeweiligen Unternehmen ab. Es

wird – wenn überhaupt – ein mehr oder

weniger vorgefertigter Anforderungskatalog

erstellt oder ein ‚neutraler Berater‘

Lutz Lunzer,

Geschäftsführer

der Lunzer

Management-

Partner

Marketing und

Vertriebscoaching

damit beauftragt. Dies ist meines

Erachtens nur der zweitbeste Weg. Viele

Anwender haben sich in der Methode zur

Definition der Anforderungen an die

Software sowie zur Entscheidungsfindung

selbst weiter entwickelt. Entscheidungen

werden nach wie vor ‚aus dem

Bauch‘ getroffen, statt diese nach klaren

internen Regeln und somit für alle nachvollziehbar

aufzubereiten. Diese ‚Gefühlsentscheidungen‘

sind mit die Ursache,

warum über 80 Prozent der IT-Projekte

entweder teurer bzw. bestimmte

Projektziele nicht erreicht werden – oder

sogar das gesamte Projekt scheitert.

Michael Wirt: Was wiederum die Anwender

enttäuscht und demotiviert...

Lutz Lunzer: Richtig, aber die Anwender

sind teilweise selbst daran schuld.

Denn sie sind es oft, die Entscheidungen

manipulieren oder über Bord werfen,

weil sie am liebsten bei den bisherigen

Partnern bleiben würden. Und das

nicht, weil dieser die beste Lösung hat,

sondern weil sie sich an die bisher betreuenden

Menschen gewöhnt haben.

Michael Wirt: Wie sollte der beste Anbieter

gefunden werden?

Lutz Lunzer: Zunächst gilt es, sämtliche

Entscheidungskriterien zusammenzutragen.

Das sind natürlich vordergründig

die Module, aus denen sich die

jeweilige Anwendung zusammen setzt,

sowie deren wesentliche Funktionen.

Dann sind es die ‚harten Kriterien‘ wie

Unternehmensgröße, Anzahl der Kunden

bzw. Installationen oder auch regionale

Aspekte, nach denen die Anbieter

ausgewählt werden sollen. Dies ist noch

vergleichsweise einfach. Anders sieht es

bei den ‚weichen Kriterien‘ und hier vor

allem der Kundenorientierung eines Anbieters

aus.

Aktuelles

21


Aktuelles

Michael Wirt: Kundenorientierung –

ein weiter Begriff. Was verstehen Sie

darunter?

Lutz Lunzer: Kundenorientierung als

Bestandteil der Unternehmensphilosophie,

bei der die Kunden zum Mittelpunkt

des Handelns werden. Ein IT-Anbieter,

der daraus seine Ziele definiert,

wird zwangsläufig die permanente Verbesserung

des Qualitätsmanagements

oder auch das Wachstum auf ein vertretbares

Maß begrenzen statt zu maximieren.

Weiterhin wird er Maßnahmen entwickeln,

alle Angestellten langfristig an

das Unternehmen zu binden. Die Orientierung

zum Kunden wird intern zur

Orientierung zum Mitarbeiter. Das

wichtige Ziel, die Investitionen ihrer

Kunden über Jahre sicher zu stellen,

wird durch Kunden- und Mitarbeiterorientierung

automatisch erreicht.

Michael Wirt: Das ist ein interessanter

Aspekt. Was sind diese ,weichen Faktoren‘

im Detail, wie werden sie ermittelt?

Lutz Lunzer: Die Anwender sollten

nicht gutgläubig, sondern kritischer sein.

Gutgläubigkeit grenzt an Fahrlässigkeit.

Es gibt wenig, was nicht hinterfragt,

schriftlich protokolliert und dann in den

Vertrag einfließen könnte. Das fängt bei

der Befragung der (nicht genannten) Referenzen

zu eingehaltenen bzw. überschrittenen

Kosten und Zeiten an und

hört auf bei Fragen zum Projektmanagement,

der Zusammensetzung des Projektteams,

dessen fachliche Kompetenz

oder die Zugehörigkeit Einzelner zum

Team bzw. dem Unternehmen.

Daneben gibt es noch eine ganze Reihe

wichtiger Fragen, wie z.B. die der Rechte

an den in das Projekt eingebundenen

Software-Modulen oder auch die Auslieferung

der Source-Programme im

Konkursfall bzw. bei Projektverzug.

Michael Wirt: Erfordern die von Ihnen

geschilderten Recherchen nicht relativ

viel Zeit?

Lutz Lunzer: Wie Sie es sagen: Der Aufwand

ist relativ. Wie sieht denn die tägliche

Praxis aus? Viele nicht autorisierte

Anwender eines Unternehmens sprechen

mit den falschen bzw. meist zu vie-

Kosten-Nutzen-Dilemma bei IT-Projekten

len Anbietern. Die Anbieter mit den aktivsten

Verkäufern präsentieren telefonisch,

persönlich oder schriftlich (über

das Internet) ihre Lösung. Das geht über

Monate. Irgendwann hat sich die Software

seitens der Anbieter geändert, die

Ansprechpartner und Anforderungen

an die Software seitens der Anwender

ebenfalls und das Ganze fängt von vorne

an: Ein Kreislauf, bei dem sehr schnell

Tausende von Euro zusammenkommen.

Ich kenne Fälle, bei denen die Auswahl

der Software weit über den eigentlichen

Software-Kosten liegt. Werden dagegen

nur wenige in der engeren Auswahl stehende

Anbieter mit gezielten Fragen innerhalb

einer kurzen Zeitspanne konfrontiert,

werden Zeitbedarf, Kosten

und Risiko auf ein Minimum reduziert.

Michael Wirt: Sie meinen also, die Anwender

sollten ihr Vorgehen systematisieren

und die Entscheidung besser aufbereiten.

Lutz Lunzer: Genau. Nach der Phase

der Informationssammlung und Aufbereitung

der Anforderungen wird ein Entscheidungsteam

etabliert. Da es bei jeder

Entscheidung um Machtverhältnisse

geht, sollte jedes Team-Mitglied die

Kompetenzen und somit die Interessen

der anderen kennen. Als Nächstes sollten

die Kriterien zur Entscheidungsfindung

und die Gewichtungsfaktoren bestimmt

werden. Denn mit der Gewichtung

kann letztlich jede Entscheidung

manipuliert werden. Sie sollte von den

Team-Mitgliedern akzeptiert werden.

Fällt eine Entscheidung dann entgegen

den eigenen Vorstellungen, kann die-/

derjenige nachvollziehen, warum sein

Favorit – der kleine, große oder auch

bisherige und bewährte Anbieter – nicht

zur Abgabe eines Angebots aufgefordert

wird oder nicht in die entscheidende

Runde vordringt.

Michael Wirt: Sie sprachen vorher von

der Sicherung der geplanten Investition,

auf das es den Anwendern letztlich ankommt.

Ist es da nicht eine Alternative,

sich von Anfang an auf den oder die

Marktführer zu konzentrieren?

Lutz Lunzer: Eine Alternative ist das, ja.

Aber diese Anwender landen meistens

22 www.midrangemagazin.de März 2002

bei den teuersten, und nicht zwangsläufig

bei den sichersten Anbietern. Denken Sie

an die vielen ‚Großen‘, die in der Vergangenheit

aus wirtschaftlichen Erwägungen

heraus die Entwicklung eines Produkts

eingestellt oder einen ganzen Geschäftszweig

verkauft haben, der dann

von dem neuen Anbieter nicht weiter verfolgt

wurde.

Michael Wirt: Was schlagen Sie dann

konkret vor?

Lutz Lunzer: Es gibt kein Rezept. Für

jedes Projekt müssen die Kriterien erarbeitet

werden. Der angeblichen Sicherheit,

die großen Anbietern unterstellt

wird, sollte die Kontinuität, das ‚Wachstum

mit Augenmaß‘ und auch die Fachkunde

der kleineren Anbieter gegenüber

gestellt werden. Diese Mittelständler,

die von den Empfehlungen ihrer Kunden

leben und über Jahre langsam aber sicher

ihren Kundenstamm aufbauen, ihre

Mitarbeiter an das Unternehmen binden

und eine geringe Fluktuation haben, verdienen

es, auch bei größeren Projekten

zum Angebot aufgefordert zu werden.

Meine Empfehlung ist, bei der Bewertung

eines Anbieters vor allem auf dessen

Kundenorientierung zu achten.

Weiterhin sollte die Entwicklung des

Unternehmens und dessen wirtschaftliche

Situation überprüft werden. Denn

wirtschaftliche Not zwingt zu unfairen

Mitteln – ‚koste es, was es wolle‘. Anwender

sollten die Anbieter belohnen,

die ihnen klar sagen, dass zu vorgegebenen

(Wunsch-) Zeiten und Kosten der

Projekterfolg nicht gewährleistet werden

kann, statt diese Ehrlichkeit durch

Ausschluss aus der Ausschreibung zu

bestrafen. Last, but not least sollten die

Kosten vergleichbarer Projekte und

hier vor allem die Folgekosten ermittelt

werden.

Michael Wirt: Herr Lunzer, ich bedanke

mich für das Gespräch.

Lunzer Management-Partner

Marketing und Vertriebscoaching

D-63477 Maintal

� (+49) 06181/990193


Neue Marktchancen durch Web-Anwendungen

iSeries als Basis

Seit 1977 entwickelt und vermarktet die VEDA

Datenverarbeitung GmbH in Alsdorf betriebswirtschaftliche

Standard-Software für mittelständische

Unternehmen. Die branchenneutralen

Lösungen für die Bereiche Human Resources

und Finance & Accounting unterstützen primär

IBM eServer iSeries.

Da viele Unternehmen heute nach

Intel-basierenden Applikationen

verlangen, hat man in Alsdorf frühzeitig

die Gefahr erkannt, bestehende Kunden

zu verlieren oder potenzielle Kunden

erst gar nicht erreichen zu können. „Der

Markt entwickelt sich zunehmend in

Richtung Windows. Aber wir werden

auf keinen Fall auf die überlegene Zuverlässigkeit

der iSeries verzichten. Das

entspricht auch den Wünschen unserer

Kunden, wie wir in zahlreichen Gesprächen

erfahren haben,“ erklärt Esther

Berend, Veda-Marketing-Leiterin.

Das Internet bietet nun auch Anwendern

anderer Betriebssysteme die Nutzung

der iSeries und ihrer Vorzüge – wie optimale

Sicherheit und hohe Verfügbarkeit.

Über das Web kann jeder Anwender die

Veda-Software nutzen, unabhängig von

Zeit, Ort oder Betriebssystem.

ASP als Wegbereiter

Die bislang über 1.800-mal installierten

Lösungen wurden in der Vergangenheit

direkt oder über Partnerunternehmen

vertrieben. Über das ASP-Model plant

das Software-Haus, sich zusätzlich auch

außerhalb der iSeries-Welt zu etablieren

und damit den Grundstein für eine mittelfristige

Ausweitung der Geschäftstätigkeit

im europäischen Markt zu legen.

„Wir hoffen, unseren Marktanteil ausweiten

zu können, und erwarten in vier

Jahren einen Anteil von mehr als zehn

Prozent des Gesamtumsatzes aus dem

ASP-Geschäft,“ erklärt Berend.

Midrange MAGAZIN März 2002

Als IBM Advanced Business Partner hat

sich Veda auch im Bereich ASP für die

IBM als Partner entschieden. In einem

ersten Schritt der Zusammenarbeit besuchte

Veda das IBM xSP Prime Center in

Stuttgart. Dort unterzogen die IBM-Spezialisten

die Personalabrechnungslösung

Veda e-HR Entgelt einer Reihe von

gründlichen Leistungstests im Hinblick

auf Verfügbarkeit, Performance und Sicherheit.

Das Software-Haus interessierte

vor allem die maximale Auslastung, da

Gehaltsabrechungen zum Monatsende

oder zum 15. nicht selten an ihre Grenzen

stoßen. Die Entwickler konnten zwar

schon im Vorfeld Belastungstests durchführen,

aber es mangelte an der Möglichkeit,

die Abwicklung von mehreren Tausend

Abrechnungsfällen unterschiedlicher

User an einem Tag zu simulieren.

„IBM hat uns diese Tests ermöglicht und

somit wichtige Schlüsselinformationen

geliefert, die in die weitere Entwicklung

eingeflossen sind,“ so Berend weiter.

xSP Prime-Auszeichnung

Nach erfolgreichem Absolvieren der

umfangreichen Testreihe erhielt Veda im

Rahmen des weltweiten xSP Prime-Programms

der IBM als erste iSeries-Lösung

in Deutschland das xSP Prime-Zertifikat

„Dies ist eine wichtige Auszeichnung für

uns, denn IBM hat langjährige Erfahrungen

im Outsourcing-Bereich und setzt

hohe Qualitätsmaßstäbe an,“ erklärt

Esther Berend. „Unsere Kunden wissen,

dass auf uns Verlass ist. In Hinblick auf

potenzielle Interessenten unterstützt uns

die xSP Prime-Auszeichnung.“

Kommentator: Esther Berend,

Marketingleiterin bei Veda

VEDA Datenverarbeitung GmbH

D-52477 Alsdorf

� (+49) 02404/5507-0

� www.veda.de

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Aktuelles

23


Aktuelles

Impressum

Midrange MAGAZIN

ISSN 0946-2880

Herausgeber: Michael Wirt

Chefredakteur: Michael Wirt (M.W.)

Redaktion: � (+49) 08191/9649-26

> redaktion@midrangemagazin.de

Thomas Seibold (T. S.),

Klaus-Dieter Jägle (KDJ);

Robert Engel (R.E.), � (+49) 09563/74060

Anzeigen:

PLZ 0 – 4 Waltraud Mayr, � (+49) 08191/9649-23

PLZ 5 – 9 Brigitte Wildmann, � (+49) 08191/9649-24

Ausland Waltraud Mayr, � (+49) 08191/9649-23

Technischer Redakteur:

Robert Engel, � (+49) 09563/74060

Illustrationen: Günter Ludwig

Übersetzungen: Jürgen Elmer

Lektorat: Text Lift – Thomas Gaissmaier, Günter Hensel

Bezugspreise (1-Jahresabo):

Inland 2 125,– inkl. MwSt., Ausland 2 140,–

Erscheinungsweise: 12 Ausgaben pro Jahr, jeweils zum

Ende des Vormonats

Tatsächlich verbreitete Auflage

Mitglied der Informations-

gem. IVW IV/01: 20.157

gemeinschaft zur Feststellung

der Verbreitung

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Media-Daten Nr. 12/ 2002

Urheberrecht: Alle im Midrange MAGAZIN erschienenen

Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch

Übersetzungen, vorbehalten. Reproduktionen, gleich welcher

Art, ob Fotokopie, Mikrofilm oder Erfassung in Datenverarbeitungsanlagen,

nur mit schriftlicher Genehmigung

des Verlages. Hiervon ausgeschlossen sind abgedruckte Programme,

die dem Leser zum ausschließlich eigenen Gebrauch

zur Verfügung stehen. Das Verbot der Reproduktion

bleibt jedoch unberührt.

Aus der Veröffentlichung kann nicht geschlossen werden,

daß die beschriebene Lösung oder verwendete Bezeichnung

frei von gewerblichen Schutzrechten ist.

Haftung: Für den Fall, dass im Midrange MAGAZIN unzutreffende

Informationen oder in veröffentlichten Programmen

oder Schaltungen Fehler enthalten sein sollten, kommt

eine Haftung nur bei grober Fahrlässigkeit des Verlages oder

seiner Mitarbeiter in Betracht.

IBM und AS/400 sind eingetragene Warenzeichen der International

Business Machines. Namentlich gezeichnete Beiträge

geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für

unaufgeforderte Einsendungen aller Art übernimmt der Verlag

keine Haftung. Bei Nichtbelieferung im Fall höherer Gewalt,

bei Störung des Betriebsfriedens, Arbeitskampf (Streik,

Aussperrung) bestehen keine Ansprüche gegen den Verlag.

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Kolpingstraße 26, D-86916 Kaufering

� (+49) 08191/9649-0, 6 (+49) 08191/70661

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� www.MidrangeMagazin.de

Gesellschafter: U. E. Jäkel

Geschäftsführer: Michael Wirt, Klaus-Dieter Jägle

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Abonnentenservice: � (+49) 08191/9649-25

Bankverbindung Deutchland: Raiffeisenbank Kaufering,

Konto Nr. 537 500, BLZ 701 694 26

PRODUKTION

Produktionsleitung: Michael Wirt

Satz und Druckvorstufe: Popp Media Service

Produktion: ADV Augsburger Druck- und Verlagshaus

24 www.midrangemagazin.de März 2002

Mehr Intelligenz für

Business Intelligence-Softwareanbieter Hyperion

kooperiert weltweit mit mehr als 400

strategischen Partnern. Zwar hört man

immer wieder, Hyperion habe mit seiner

OLAP-Technologie Hyperion Essbase sowie mit

Lösungen für Finanzanalysen, Performance

Management und e-CRM-Analysen vornehmlich

Großunternehmen im Visier, aber auch im

Mittelstand sind die „gebürtigen“ Kalifornier

vertreten: hierzulande nicht selten in

Verbindung mit ERP-Applikationen wie SAP

oder J.D. Edwards.

Mit J.D. Edwards als auch Lawson

pflegt Hyperion intensive Kontakte.

Auch mit SAP hätte man gerne

eine explizite Kooperation vereinbart,

da zahlreiche Hyperion-Kunden auf die

Kombination mit SAP setzen: Deutsche

Bahn, German Parcel, Techem oder

Freudenberg. Bislang allerdings gebe es

diese spezielle Partnerschaft mit SAP

nicht, so John Kopcke, Chief Technology

Officer bei Hyperion in Kalifornien.

Dasselbe gelte für Oracle Financials, nur

seien die Gründe hier anders: Obwohl

sich auch diese Kombination im Kundenumfeld

bewährt habe, werde man

von Oracle eher als Wettbewerber gesehen

– weniger als Partner.

IBM Partnerschaft erweitert

BI können und Markt kennen

Derlei Animositäten kennt IBM nicht:

Auch zukünftig wird Hyperion seine

OLAP-Lösung Hyperion Essbase im

Verbund mit dem IBM DB2 OLAP-Server

anbieten. Die Partnerschaft zwischen

den beiden Branchenriesen besteht

schon seit 1996 und wurde erst Mitte

Januar erweitert. Die Offenheit und Skalierbarkeit

der von Hyperion Essbase getriebenen

IBM DB2 OLAP-Serverlösung

stellt eine ganze Palette von Analyse-Anwendungen

in Bereichen wie e-Business,

Kundenanalysen, Vertriebs-Forecasting

und Management Reporting zur Verfügung.

Laut Jeff Rodek, Chief Executive

Officer bei Hyperion, sind die User

insbesondere von der einfachen Integration

und der Schnelligkeit, mit der implementiert

werden kann, begeistert. Diese

Vorzüge zahlten sich gerade in schwierigen

Situationen aus.

Bessere Entscheidung

durch bessere Informationen

Um auf Basis fundierter Informationen

bessere Entscheidungen treffen zu können,

kommen Unternehmen aller Branchen

diesem Wunsch mit Hilfe von Business

Intelligence-Lösungen nach. Allein

86 der Fortune 100-Unternehmen setzen

dabei auf Hyperion; insgesamt bedient

der BI-Riese, der in Deutschland

mit einer Hauptniederlassung in Frankfurt

und weiteren in Hamburg, Düsseldorf

und München vertreten ist, weltweit

rund 7.000 Kunden.

Deutschland, so John Kopcke, sei ein

sehr interessanter Markt, da hier eine

Vielzahl an Mittelständlern angesiedelt

sei – Unternehmen, die multinational

tätig sind und ihr Reporting nicht allein

auf Deutschland und die deutschen Anforderungen

beschränken. Mit Vertretungen

in zahlreichen Ländern könne

man diesen „Multinationals“ mit

Hauptsitz Bundesrepublik auch in den

Niederlassungsländern einen sehr guten

Support anbieten. Man habe zwar viele

Kunden mit Tausenden von Usern, aber

auch solche mit fünf oder 20 Lizenzen:

Diese entschieden sich insbesondere des-


mehr Business

halb für Hyperion, weil interne IT-Ressourcen

im Mittelstand oft knapp und

Hyperion-Lösungen sehr einfach zu implementieren

seien.

Kristallklare

Entscheidungsfindung

Ziel der neuen OEM- und Wiederverkaufs-Vereinbarung

mit Crystal Decisions

ist der nahtlose Zugriff auf Informationen

für Berichte, Analysen, Modellierung

und Planung. Dafür werden die

webbasierten Abfrage-, Berichts- und Informationsverteilungs-Lösungen

für relationale

und multidimensionale Daten

von Crystal in die analytische Plattform

von Hyperion eingebunden. Mit verbesserten

Datenzugriffs-, Berichts- und Verteilungsmöglichkeiten

sollen Berichte sicher,

zeitnah und interaktiv an jeden

Anwender, Kunden und Partner verteilt

werden können. Mit dieser jüngst veröffentlichten

Vereinbarung, die aus einer

langen und erfolgreichen Zusammenarbeit

zwischen den beiden Unternehmen

resultiert, gehen auch gemeinsame Entwicklungstätigkeiten

einher.

Funktionalität und

nahtlose Integration

Kurzfristig bedeutet die Vereinbarung,

dass Hyperion die Lösungen Crystal

Reports und Crystal Enterprise durch

das eigene Vertriebsnetz sowie weltweite

Vertriebskanäle verkaufen kann. Die

gemeinsame Entwicklung beginnt ab

sofort, um die Möglichkeiten und Leistungsfähigkeit

der gemeinsamen Lösung

zu optimieren sowie eine ausgereifte

Funktionalität und nahtlose Integration

mit der Plattform von Hyperion zu gewährleisten.

Diese webbasierte Abfrage-, Berichtsund

Informationsverteilungsfunktion

für die OLAP-Technologie von Hyperion

sei ein wichtiger Schritt zum Ausbau

Midrange MAGAZIN März 2002

der analytischen Plattform zu einer umfassenden,

unternehmensweiten Business

Intelligence-Lösung.

Eine für alle

„Eine der ansprechenden Aspekte unserer

Technologie ist, dass sie die gesamte

IBM Range abdeckt, von zSeries über

pSeries und iSeries bis hin zu Intel-basierenden

xSeries Servern“, so John Kopcke.

„Zweitens gibt es da draußen eine

sehr loyale Schar an AS/400-Usern, ein

Gebiet, in dem Technologien wie ESS-

BASE von großer Bedeutung sind.“

Auch wenn die Partnerschaft mit IBM

sehr erfolgreich verläuft, sieht Kopcke

manche Entwicklungen durchaus kritisch.

„Wir haben eine Partnerschaft mit

IBM, aber nicht alles das, was IBM gern

hätte, wird vom Markt auch akzeptiert.“

Linux-Engagement

Als Beispiel nennt er ESSBASE for Linux.

„Wir sind sehr beeindruckt von der

Performance unserer Produktes unter

Linux und wurden vom Linux-Engagement

der IBM auch sehr ermutigt. Nur

ist von der Marktakzeptanz dieser Bemühungen

bisher nicht sehr viel zu erkennen.“

Man sei, so sagt er, durchaus ein wenig

besorgt darum, wohin sich die bestehende

AS/400-Welt entwickle. Insbesondere

vor dem Hintergrund der Wünsche, die

die iSeries-Gemeinde im Hinblick auf

ihre zukünftige Entwicklung wirklich

hege...

Hyperion Solutions Deutschland GmbH

D-60528 Frankfurt

� (+49) 069/50505205

� www.hyperion.de

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Aktuelles

25


Aktuelles

Der Markt verlangt nach Optimierungen der

Geschäftsprozesse. Die Unternehmer sind im

Zwang ihren Mitarbeitern das Handling dieser

Prozesse so freundlich und damit so effizient

wie möglich zu gestalten. Der weltweite

Anbieter von unternehmenskritischen

Gesamtlösungen J.D. Edwards kennt diese

Nöte der Anwender sehr genau. In seinem

Verantwortungsbereich Central Europe kennt

Peter F. Landolt, General Manager von

J.D. Edwards vor allem die Besonderheiten

der europäischen Anwender und positioniert

seine Entwicklungs- und Vermarktungsstrategie.

Geschäftsprozess- oder

Welchen Fokus hat J.D. Edwards?

Michael Wirt: Was versteht J.D. Edwards

unter benutzerorientierten Software-Lösungen?

Peter F. Landolt: Software-Lösungen

müssen sich klar an den Bedürfnissen

der Anwender und den Anforderungen

des Unternehmens ausrichten. Daher

bietet J.D. Edwards auf der einen Seite

eine hohe Personalisierbarkeit der Applikationen

entsprechend der Anwenderanforderungen

sowie Informationszugriff

und Kommunikation über unser

Portal. Für die Anwendungen bedeutet

das auf der anderen Seite, dass diese sich

an die Geschäftsprozesse anpassen müs-

Benutzeroptimierung

Peter F. Landolt,

General Manager

J.D. Edwards Central Europe.

sen und nicht umgekehrt. Die Praxis

zeigt, wie gut dies möglich ist: Unsere

Kunden können teilweise bis zu 100%

im Standard bleiben. „Benutzerorientiert“

bedeutet schlussendlich, dass der

Software-Lieferant die Geschäftsprozesse

in einem Unternehmen optimiert und

dem Unternehmen damit zu wirtschaftlichem

Erfolg verhilft.

Michael Wirt: Was sind Ihre Ziele für

das Jahr 2002?

Peter F. Landolt: Wir wollen 2002 und

auch in 2003 jeweils mindestens um

30% – und damit deutlich stärker als

der Markt – wachsen. Im Bereich Consulting

haben wir zum Jahreswechsel

bereits neue Mitarbeiter eingestellt.

Weitere werden vor allem im Vertrieb

folgen. Diese beiden Bereiche werden

wir kontinuierlich weiter ausbauen. Unser

Ziel ist klar: Nummer 2 im Markt für

Unternehmens-Software in Central Europe

zu werden.

Michael Wirt: Welche Rolle spielt für

Sie das Internet?

Peter F. Landolt: Das Internet hat die

Geschäftswelt verändert. Den Unternehmen

stehen ganz neue Möglichkeiten

des Kontakts mit ihren Kunden und

Zulieferern zur Verfügung. Ein Hersteller

von Unternehmens-Software muss

seine Applikationen vollständig inter-

26 www.midrangemagazin.de März 2002

netfähig anbieten, alles andere ist nicht

akzeptabel. Besonders die Bereiche

CRM, Procurement und SCM eignen

sich herausragend für die internetgestützte

Zusammenarbeit zwischen Zulieferern,

Produzenten und Kunden.

Michael Wirt: Wie verändert sich die

Nachfrage bei Ihren Kunden?

Peter F. Landolt: Auch für unsere Kunden

– häufig Mittelstandsunternehmen

oder unabhängige Einheiten internationaler

Konzerne – gelten die gewachsenen

Anforderungen an Lieferzeit und Individualität.

Deshalb werden Produkte

wie SCM oder CRM immer wichtiger.

Wir unterstützen unsere Kunden dabei

durch die hohe Flexibilität der Software,

durch eine breite funktionale Abdeckung

sowie die durchgängige Integration

der Software-Module im Sinne des

Collaborative Commerce.

Michael Wirt: Collaborative Commerce

– Was bedeutet das für Sie?

Peter F. Landolt: Collaborative Commerce

bezeichnet die vernetzte Zusammenarbeit

aller Beteiligten einer Wertschöpfungskette

– vom Rohstofflieferanten

bis zum Kunden. Grundlage

hierfür sind Geschäftsprozesse, die über

die Grenzen eines Unternehmens hinausgehen

und mehrere am Wertschöpfungsprozess

beteiligte Unternehmen

umfassen. Eine C-Commerce-Lösung

muss das Enterprise Resource Planning-

System mit Customer Relationship Management

und Supply Chain Management

verbinden.

Michael Wirt: Wie positionieren sie

sich im Bereich CRM?

Peter F. Landolt: J.D. Edwards hat im

Sommer diesen Jahres den CRM-Spezialisten

YOUcentric übernommen und


J.D. Edwards bietet auf der einen Seite eine hohe Personalisierbarkeit der

Applikationen entsprechend der Anwenderanforderungen sowie Informationszugriff

und Kommunikation über unser Portal. Das bedeutet

andererseits, dass sich die Geschäftsprozesse anpassen müssen. Wir als Softwarelieferant

müssen diese Geschäftsprozesse optimieren um damit dem Unternehmen zu

wirtschaftlichen Erfolg zu verhelfen.“

Peter F. Landolt, General Manager J.D. Edwards Central Europe.

sein CRM-Angebot komplettiert. Gerade

in Mass Customization-Modellen

kommt einem eng integrierten Customer

Relationship Management-System

eine hohe Bedeutung zu: Sowohl die individuelle

Ansprache der Kunden, ihre

Betreuung als auch die Bestimmung der

Individualitätskriterien bieten CRM-

Anwendungen – z. B. mit integrierten,

dialogorientierten Online-Shops.

Michael Wirt: Welches ist das zentrale

Marktsegment für Sie?

Peter F. Landolt: Ganz klar der Mittelstand,

wobei wir kontinuierlich eine

Steigerung der durchschnittlichen In-

Anzeige

Midrange MAGAZIN März 2002

stallationsgröße feststellen. Die Anforderungen

an den Leistungsumfang bleiben

dabei unverändert. Zu den mehr als

500 Installationen in Deutschland, Österreich

und der Schweiz gehören z. B.

der österreichische Ski-Marktführer Fischer,

der IT-Distributor ALSO ABC aus

der Schweiz, Nintendo of Europe, Hoppe

und ERBE Elektromedizin.

Michael Wirt: Nennen Sie ein paar

Stichworte zu Ihrem Angebot für den

Mittelstand.

Peter F. Landolt: Zunächst mal sind

unsere Lösungen größenunabhängig.

Sie erfüllen die Anforderungen an Fle-

xibilität, die gerade für den Mittelstand

von hoher Bedeutung sind. Hier gibt es

meist keine riesigen IT-Budgets und

die investierten Gelder müssen durch

einen schnellen Return on Investment

wieder eingespielt werden. Deshalb

bieten wir auch ein Supply Chain

Management-Angebot mit einem speziellen

Pricing an sowie den IBM e-Server

für J.D. Edwards, der speziell für

die J.D. Edwards-Software konfiguriert

wurde und den wir als Bundle gemeinsam

mit IBM zu einem mittelstandsgerechten

Preis anbieten.

Michael Wirt: Herr Landolt, ich danke

Ihnen für dieses Gespräch.

J.D. Edwards Deutschland GmbH

Business Center

64546 Mörfelden

� 06105/9670

� www.jdedwards.de

Aktuelles

27


Aktuelles

COMMON: Damit alle

COMMON Marketing unter neuer Leitung

Die Benutzerorganisation der AS/400

und iSeries-User in Deutschland, Common

Deutschland e.V., hat einen neuen Marketing

Direktor: Hermann Wagner, Geschäftsführer

der Wagner EDV-Beratung in Darmstadt,

will den Marketingmix rund um die Belange

der iSeries-Gemeinde kräftig auffrischen.

Und dafür sorgen, dass „EDV-Verantwortliche,

die oft mehrere Funktionen in einem

Unternehmen haben, schneller an gesicherte

Erkenntnisse und Erfahrungen anderer

gelangen.“

Hermann Wagner,

Marketing Director

der Common

Deutschland e.V.

Das Backgroundwissen für diese

Aufgabe bringt der IT-Experte,

der schon seit 1988 im Bereich der /38,

später AS/400 und jetzt im Umfeld der

iSeries tätig ist, mit: Hermann Wagner

verfügt über mehr als zehnjährige Erfahrungen

in den Bereichen Anwendungsentwicklung,

Schulung und Beratung

und ist zudem als freier Dozent bei der

IBM-Bildungsgesellschaft tätig.

Wagner hat die Schwierigkeiten, mit denen

sich der User als „Einzelkämpfer“ in

der schnelllebigen Branche konfrontiert

sieht, am eigenen Leibe erfahren: Informationen

zusammenzutragen, auszu-

28 www.midrangemagazin.de März 2002

etwas davon haben

werten, Trends zu erkennen und die

richtigen Entscheidungen zu treffen, sei

von Jahr zu Jahr schwieriger geworden.

Diese Aufgaben würden Geschäftsführern,

EDV-Leitern und Beratern des

Mittelstandes gleichermaßen abverlangt

– ein enormer Zeitaufwand sei nötig,

um den stetig wachsenden Ansprüchen

gerecht zu werden. Sein Fazit: „Man

braucht Partner.“

20.000 Mitglieder weltweit

Er selbst habe diesen Partner in der

Common Deutschland gefunden: Hier

sind rund 800 Unternehmen, bei Common

Europe sogar 8.500 Mitglieder organisiert.

In mehr als zwanzig regionalen

Anwenderkreisen treffen sich iSeries-Anwender

regelmäßig zum aktiven

Erfahrungsaustausch, fachspezifische

Diskussionen erfreuen sich reger Beteiligung.

Die Common-Mitglieder, so Hermann

Wagner, arbeiten eng mit der IBM

zusammen und verfolgen so nicht nur

den Stand der Technik, sondern auch

deren Entwicklung. „Wir organisieren

Weiterbildungsmöglichkeiten im Inund

Ausland und erarbeiten in Pilotprojekten

neue Techniken. Derzeit gibt es

neue Themen wie zum Beispiel Linux on

iSeries, die geradezu nach einer Fachgruppe

rufen.“

Ethische Ansprüche

Vertriebsplattform oder gar Verkaufsrepräsentation

für Dritte will die Common

nicht sein. „Der selbst gegebene

Code of Ethics sorgt dafür, dass Common

seine Unabhängigkeit hat und behält“,

konstatiert Hermann Wagner.

Auch wolle man nicht als Anbieter von

Schulungen auftreten, man gebe stattdessen

Denkanstöße und Informationen

im Vorfeld des Einsatzes neuer Techni-

ken. Hintergrundwissen werde vermittelt

und ein Forum zur Diskussion geboten,

im Anschluß daran könnten professionelle

Schulungsanbieter diese Basis

durch ihr Angebot abrunden.

Die Kommunikation mit IBM ist ein

großer Teil der Arbeit, die Common für

ihre Mitglieder leistet. Dabei stehe nicht

im Vordergrund, die IBM zu ändern,

sondern in konstruktiver Weise Anwendern

und Hersteller ein Sprachrohr und

manchmal auch einen Anwalt an die

Hand zu geben. „Damit alle etwas

davon haben“, so Wagner.

Das Requirement-System habe sich im

Laufe der Jahre geändert: heute würden

nicht mehr so sehr die einzelnen Funktionen

in der IBM Software, sondern eher

die strategische Ausrichtung der IBM-

Angebote behandelt. Common-Mitglieder

nähmen bei neuen Funktionen des

Systems oft eine Vorreiterrolle ein, „weil

sie einen einfach einen Wissensvorsprung

haben“. Bei der jährlich stattfinden

User-Konferenz würden neue

Trends und Directions vorgetragen, in

Labors praktische Erfahrungen gesammelt,

in der EXPO neue Produkte und

Lösungen von Common-Mitgliedern

präsentiert. „Bereits 10 Prozent der

AS/400- respektive iSeries-Anwender

sind Mitglied“, so Wagner. „Und ich bin

stolz darauf, meinen Teil dazu beizutragen,

Common weiter auszubauen.“

COMMON Deutschland e.V.

D-70771 Leinfelden-Echterdingen

� (+49) 0711/90217-3

� www.common-d.de


Aktuelles

Konvergenz der Sprach-

Produktivität steigern und Kosten senken durch Integration

und Datenkommunikation

Die Datenverarbeitung, bezogen auf alphanumerische

Daten, ist in der augenblicklich

erreichten Perfektion nur noch marginal zu

verbessern. Der „Value add“ bzw. der „Value

embedded“ ist gefragt, und so ist es nicht

verwunderlich, dass man sich in den Unternehmen

mit der IT-gestützten Annäherung von

Daten und Sprache heute mehr denn je

beschäftigt. Zwei der größten IT-Anbieter

erläutern ihre Standpunkte und Visionen im

Interview. Die Gesprächspartner sind Andreas

Mattes, Mitglied des Bereichsvorstandes bei

Siemens Information and Communication

Networks und Martin Jetter, Managing Director

for Siemens bei IBM.

Martin Jetter,

Managing Director

for Siemens bei IBM

Andreas Mattes,

Mitglied Bereichsvorstand

bei Siemens Information and

Communication Networks

Michael Wirt: Welche Bedeutung messen

Ihre mittelständischen Kunden der

Konvergenz von Sprach- und Datenkommunikation

bei?

Martin Jetter: Die mittelständischen

Unternehmen stehen in einem globalen

Wettbewerb steigender Intensität. Die

Einführung des Euro hat diesen im regionalen

europäischen Umfeld weiter verstärkt.

Die Sprach-/Datenkonvergenz

wird von den Unternehmen zunehmend

als Hebel zur Stärkung der eigenen

Wettbewerbsposition erkannt und eingesetzt

werden.

Die Konvergenz von Sprache

und Daten wird zukünftig ein

wesentlicher technologischer

Baustein sein. Die heutigen Integrationsplattformen

führen auf Basis weitgehender

Standards und offener Schnittstellen

multimediale Kommunikations- und

Informationskanäle zusammen.“

Martin Jetter, Managing Director for

Siemens bei IBM

Andreas Mattes: Die Bedeutung bei

den mittelständischen Kunden wächst in

dem Maße, wie die Konvergenz ihnen

Nutzen verspricht. Die Konvergenz

muss helfen, den Unternehmen Geld zu

sparen oder neues Geschäft zu generieren.

Ganz aktuell verzeichnen wir eine

deutlich gestiegene Nachfrage nach

maßgeschneiderten HiPath-Kommunikationslösungen,

die die Vorteile der

Zusammenführung von Sprache und

Daten sicherstellen.

30 www.midrangemagazin.de März 2002

Michael Wirt: Was sind die Gründe die

Unternehmen heute veranlassen, über

IP-Konvergenzlösungen nachzudenken?

Andreas Mattes: Ausgangspunkt jeder

Investitionsentscheidung bei den Unternehmern

ist die Frage: Was bringt es mir

wirtschaftlich und rentiert sich meine

Investition? Wenn diese Fragen positiv

beantwortet werden, wird es für den

Unternehmer interessant. Die Beratungsfirma

Forrester Research hat zum

Thema Konvergenz eine Studie durchgeführt

und im Juni 2001 den Return on

Investment in einem Modell dargestellt.

Dieser Studie zufolge ist die schrittweise

Umstellung auf eine konvergente IP-Lösung

besonders kostengünstig und bietet

die niedrigsten Betriebskosten. Und dies

bei Beibehaltung aller Vorteile der

„klassischen“ Telefonie und gleichzeitiger

Nutzung der neuen Möglichkeiten

der IP-Technologie. Ein weiteres wichtiges

Entscheidungskriterium ist die Möglichkeit,

neue Anwendungen einzusetzen,

die die Prozesse vereinfachen und

die Produktivität steigern.

Martin Jetter: Schnelles und flexibles reagieren

auf neue Anforderungen des

Marktes und eine verstärkte Kundenorientierung

bei gleichzeitig wachsendem

Kostendruck stellen für die Unternehmen

die wesentliche Herausforderung dar.

Diese kann nur bestanden werden, wenn

es gelingt, die eigenen Prozesse und die

Ihnen unterliegenden IT-Infrastrukturen

weiter zu integrieren bzw. zu optimieren.

Die Konvergenz von Sprache und Daten

wird zukünftig hierfür ein wesentlicher

technologischer Baustein sein.

Michael Wirt: Schon vor Jahren haben

wir über CTI diskutiert. Wachsen jetzt

Sprache und Daten endgültig zusammen?


CTI gibt es schon sehr lange.

Der neue Ansatz, den wir mit

HiPath verfolgen, lautet:

Voice – embedded, not only added. Das

heißt: Sprachkommunikation kann mit

jeder beliebigen Anwendung verknüpft

werden. Außerdem ist die Kommunikation

über Portale komplett in die Geschäftsprozesse

zu integrieren.“

Andreas Mattes, Mitglied Bereichsvorstand

bei Siemens Information

and Communication Networks

Andreas Mattes: CTI wurde schon in

den 80er Jahren populär. Gegenüber

modernen IP-Konvergenzarchitekturen

war es jedoch relativ kompliziert, integrierte

Systeme aufzurüsten.

Demgegenüber verwenden wir heute

eine neue Kommunikationstechnologie

in den Unternehmen. Der neue Ansatz,

den wir mit HiPath verfolgen, lautet:

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Midrange MAGAZIN März 2002

Voice – embedded, not only added. Das

heißt: Sprachkommunikation kann mit

jeder beliebigen Anwendung verknüpft

werden.

Dies geschieht über standardbasierte

Schnittstellen im LAN/WAN: Dadurch

werden ‚Out-of-the-box’-Anwendungen

sprachfähig. Für die Unternehmen

bedeutet das: einfachere Integration

neuer Dienste, schnellere und günstigere

Kommunikation und somit ein besserer

ROI.

Martin Jetter: Die heutigen Integrationsplattformen

führen auf Basis weitgehender

Standards und offener Schnittstellen

multimediale Kommunikationsund

Informationskanäle zusammen.

Gleichzeitig ermöglichen Sie gegenüber

dem Nutzer eine stärkere Personalisierung.

Dies wird die Akzeptanz erhöhen

und zu neuen Kommunikationsdienstleistungen

führen und somit die Geschäftsmöglichkeiten

der Unternehmen

erweitern.

Michael Wirt: Wie sieht Ihre Vision für

die nächsten Jahre aus?

Andreas Mattes: Die Kommunikationslösungen

werden unabhängig von

der zugrundeliegenden Infrastruktur

sein. Die Kommunikation ist nicht an

bestimmte Endgeräte gebunden und die

Teilnehmer sind überall erreichbar. Außerdem

ist die Kommunikation über

Portale komplett in die Geschäftsprozesse

integriert. Unsere Vision lautet: Intelligente,

multimediale und WorkflowunterstützendeKommunikationslösungen

werden die Produktivität signifikant

steigern!

Siemens AG

D-81359 München

� (+49) 089/722-0

� www.siemens.de

IBM Deutschland GmbH

D-70569 Stuttgart

� (+49) 0711/785-0

� www.ibm.de

Aktuelles

31


Aktuelles

e-Business ist gescheitert – es lebe das e-Business!

Adaption Richtung e

Zur Zeit vergeht kaum eine Woche ohne

Nachrichten über e-Business-Pleiten. Besonders

arg gebeutelt sind bekanntlich die Dot.Com-

Unternehmen. So stellten u.a. das von Boris

Becker mitinitiierte Sportportal Sportgate.de,

der B2B-Marktplatz für die Biotechnologie-

Branche Chemdex und der virtuelle Spielzeughändler

eToys.de die Geschäftstätigkeit

aufgrund von Zahlungsunfähigkeit ein. Aber

auch Unternehmen der Old Economy mussten

ihre mit hohen Erwartungen gestarteten

e-Business-Projekte aufgeben. Karstadt

beispielsweise beendete sein Shopping-Portal

My-World mangels Erfolg und Tengelmann

stellte den Heimlieferservice im Raum

Frankfurt wegen fehlender Nachfrage ein.

Ist die Zeit von e-Business also vorbei,

bevor sie richtig begonnen hat? Zur

Beantwortung dieser Frage sollte man

zunächst analysieren, weshalb Firmen in

der Vergangenheit gescheitert sind.

Hauptgründe für das Scheitern

Ein Fehler lag darin, dass Unternehmen

zu schnell auf den fahrenden Internet-

Zug aufgesprungen sind. Aus Angst

davor den Anschluss zu verlieren, wurden

hektisch halbfertige IT-Lösungen

eingeführt – wirklich durchdachte Konzepte

blieben aus Zeitmangel häufig auf

der Strecke. Darüber hinaus wurden

vielfach Insellösungen erarbeitet, ohne

Zulieferern oder Kunden Integrationsmöglichkeiten

zu bieten. Teilweise wurden

die Internet-Aktivitäten sogar komplett

ohne Berücksichtigung der jeweiligen

Zielgruppe durchgeführt und

konnten somit von Anfang an nicht erfolgreich

sein. Viele Firmen versuchten

ihr Geschäftsmodell aus der realen Welt

1 zu 1 auf das Internet zu übertragen,

ohne einen erkennbaren Mehrwert anzubieten.

Ohne einen solchen Zusatznutzen

war die Zielgruppe jedoch nicht

bereit, das Internet-Angebot zu nutzen.

Die Folge: Die für einen e-Business-Erfolg

unbedingt notwendige kritische

Masse blieb aus. Schließlich hatten viele

Unternehmen Schwierigkeiten mit dem

Fulfilment: Das e-Business-Engagement

hörte vielfach mit der Bereitstellung einer

Website und eines Shopping-Katalogs

einfach auf. So wurden ausgelöste

32 www.midrangemagazin.de März 2002

Checkliste für den e-Erfolg

Alleinstellungsmerkmal:

� Generierung e-Business-Geschäftsidee

� Erarbeitung Umsetzungskonzept

� Überprüfung des Marktumfelds auf

die Existenz ähnlicher Konzepte

� Ausarbeitung der Alleinstellungsmerkmale

des eigenen Konzepts

� Einbezug der Alleinstellungsmerkmale

in die Vermarktungsstrategie

Integration der Zielgruppe:

� Definition der jeweiligen Zielgruppe

� Befragung der Zielgruppe (Stichprobe)

nach Anforderung und Voraussetzung

� Auswertung und entsprechende

Einarbeitung in das Konzept

� Etablierung eines iterativen Prozesses

Adäquate Partner-Strategie:

� Definition der Kernkompetenzen

� Herausarbeitung von Lücken

zwischen Kernkompetenzen und

Konzeptbestandteilen

� Erarbeitung eines Anforderungsprofils

für mögliche Partner

� Suche nach möglichen Partnern

� Verhandlung mit selektierten

Unternehmen

� Vertragsabschluss

Bestellungen beispielsweise nicht automatisch

an bestehende ERP-Systeme

weitergeleitet – mit dem Effekt, dass zugesagte

Liefertermine sich nicht einhalten

ließen und neugewonnene Kunden

somit verärgert zur Konkurrenz wechselten.

Spreu trennt sich vom Weizen

Anstatt das Internet nach diesen Fehlschlägen

zu verteufeln und für immer

aus den strategischen Überlegungen zu

Konzept-konforme Strukturen:

� Überprüfung der bestehenden

Gesellschaftsstruktur

� Anpassung der Struktur an die

Bedürfnisse des e-Business-Konzepts

(z.B. Outsourcing von Abteilungen,

Spin-offs von Abteilungen, Gründung

von neuen Tochtergesellschaften)

� Analyse der Aufbauorganisation

� Erarbeitung einer e-Business fähigen

Aufbauorganisation

Strategie-unterstützende Prozesse:

� Analyse der bestehenden Prozesse

� Modellierung der für den Konzepterfolg

notwendigen Prozesse

Fundierte

IT-technische Realisierung:

� Software-Auswahl (Erstellung eines

Pflichtenheftes, Ausschreibung,

Evaluation, Verhandlung, Auswahl,

Vertragsabschluss)

� Hardware- und Infrastruktur-

Auswahl (wie Software-Auswahl)

� Umsetzung (Realisierung der

Prozesse in der Software, Design des

Frontends, Integration des Frontends

in Backend-Systeme)


verbannen, sollten die Unternehmen die

Fehler der Vergangenheit in Erfolgsfaktoren

für zukünftige e-Business-Aktivitäten

umwandeln! e-Business ist nicht

vorbei – die e-Business-Spreu trennt sich

jetzt jedoch vom Weizen.

Faktoren für den Erfolg

Welche Faktoren müssen Unternehmen

denn nun berücksichtigen, um künftig

zum e-Business-Weizen und nicht zur

Spreu zu gehören?

Alleinstellungsmerkmal des Business

Cases: War früher die Geschwindigkeit,

mit der eine Idee umgesetzt wurde, der

erfolgsentscheidende Faktor, ist es

inzwischen die Qualität des Konzepts.

Es gilt, mit dem e-Business-Angebot einen

erkennbaren Mehrwert zu schaffen

und diesen durch ständige Weiterentwicklung

nachhaltig zu machen.

Integration der Zielgruppe in Business

Case: Die Bedürfnisse der jeweiligen

Zielgruppe müssen bei jeder e-Business-

Aktivität unbedingt berücksichtigt werden,

da sich ohne die Akzeptanz des Geschäftsmodells

bei der Zielgruppe die

kritische Masse nicht erreichen lässt.

Daher müssen die Anforderungen und

Integrationspotenziale der Zielgruppe

frühzeitig erkannt werden und konsequent

in die Ausgestaltung des Konzepts

einfließen.

Adäquate Partner-Strategie: Da der Internet

Business Case keine Kopie des

traditionellen Geschäftsmodells sein

darf, müssen die Aktivitäten, die nicht

zu den Kernkompetenzen eines Unternehmens

gehören, durch Partner abgedeckt

werden. Ein wesentlicher Bestandteil

einer guten e-Business-Strategie ist

demnach ein fundiertes Partner-Konzept.

So gilt es beispielsweise geeignete

Logistik-Partner für das Fulfilment,

Content-Partner für die Inhalte und e-

Payment-Partner für die Einrichtung

von sicheren Online-Zahlungssystemen

zu finden und in die Aktivitäten zu integrieren.

Konzept-konforme Strukturen: Ohne

die Konzeption und Umsetzung einer

Gesellschaftsstruktur und Aufbauorganisation,

die das e-Business-Konzept

Midrange MAGAZIN März 2002

unterstützen, kann keine e-Business-

Strategie erfolgreich sein. Daher müssen

im Zuge der e-Business-Konzeption

strukturelle Themen, wie Funktionsbeschreibungen

der einzelnen e-Business-

Organisationseinheiten, und eine Kompetenzabgrenzung,

z.B. zwischen zentralen

und dezentralen Bereichen,

gelöst werden.

Strategie-unterstützende Prozesse: Da

das Fulfilment einen der wesentlichen

Erfolgsfaktoren beim e-Business darstellt,

ist die Gestaltung von Geschäftsprozessen,

die für eine reibungslose

Abwicklung der Aktivitäten sorgen,

äußerst wichtig. In diesem Zusammenhang

gilt es, die Kern- und Sub-Prozesse

zu modellieren, Prozess-Verantwortliche

und -Beteiligte zu definieren und den

jeweiligen IT-technischen Unterstützungsgrad

festzulegen.

Fundierte IT-technische Realisierung:

Schließlich ist die Konzeption und Implementierung

einer IT-technischen Lösung

ein bedeutender Erfolgsfaktor. Die

eingesetzten Systeme sollten die e-Business-Strategie

und die Strukturen unterstützen,

integriert und skalierbar sein.

Darüber hinaus muss zur Sicherstellung

eines geregelten Fulfilments eine Integration

der Frontend-Systeme in die Backend-Systeme

gewährleistet sein.

e-Business ist also nicht allein die Implementierung

einer entsprechenden Software,

sondern eine Mischung aus fundierter

Strategie, strategieunterstützenden

Strukturen und Prozessen sowie

IT-technischer Realisierung. Wenn dies

konsequent berücksichtigt wird, kann

zukünftig erfolgreiches e-Business betrieben

werden.

Der Autor David Schelp ist Senior

Consultant bei Plaut

Plaut Strategy Consulting GmbH

D-85737 Ismaning

� (+49) 089/96280-0

� www.plaut.de

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Aktuelles

33


Märkte & Macher

Analysten schätzen, dass Firmen mit bis zu

1.000 Mitarbeitern bis 2004 mehr als 50

Prozent des weltweiten Server-Markts

ausmachen werden. Auch in Sachen Pinguin-

Liebe liegen die KMU (kleine und mittelständische

Unternehmen) vorn: Laut IDC sind 48

Prozent aller Linux-Server-Installationen bei

diesen Firmen implementiert. IBM hat den

Linux-Markt zunächst kritisch beäugt, dann ihr

Faible für den watschelnden Frackträger

entdeckt und nun eine neue iSeries speziell

für Linux angekündigt. Sie soll sowohl

preiswert und gewohnt bedienungsfreundlich

als auch noch in Q1 verfügbar sein.

Personalkarussell

Die ML Software

GmbH will ihre

Vertriebs- und

Dienstleistungsaktivitäten

europaweit

ausdehnen und hat

Manfred Dampf,

vormals Leiter Consulting

bei SEAGULL, die Verantwortung

für den Auf- und Ausbau der internationalen

Aktivitäten übertragen.

Speziell auf dem englischen Markt erhofft

sich ML Software mit ihrer Internationalisierungsstrategie

gute Erfolge.

� (+49) 07243/5655-0

� www.ml4.de

Wolfgang Kroh (48) ist ab sofort neuer

Geschäftsführer der EMC Deutschland

GmbH. Er übernimmt alle Aufgaben

von Adrian McDonald, der übergangsweise

die Leitung des Herstellers von

unternehmensweiten Speichersystemen

in Deutschland verantwortete. Kroh

war zuletzt bei Digiquant als Senior

Vice President und General Manager

EMEA (Europe, Middle East, Africa)

tätig und blickt auf langjährige Erfahrungen

in der IT- Branche zurück. Zu

seinen beruflichen Stationen gehörten

Aufgaben bei Control Data, Convex

Computer und der LHS GmbH.

� (+49) 06196/4728-0

� www.emc2.de

Rogue Wave Software hat den bereits

seit Oktober letzten Jahres als Interims-CEO

tätigen John Floisand zum

neuen Chief Executive Officer ernannt.

Er wird sich bei dem Software- und

Consulting-Spezialisten vor allem auf

das operative Geschäft und die Prozessoptimierung

konzentrieren. Floisand

verfügt über langjährige Kenntnisse

und Erfahrungen im Bereich der

IT; vor seinem Wechsel zu Rogue Wave

war er unter anderem als CEO bei Personic

Inc. sowie Senior Manager bei

Borland und Apple tätig.

� (+49) 06103/59340

� www.roguewave.com

Der Aufsichtsrat der SoftM Software

und Beratung AG hat mit Wirkung

zum 1. Januar 2002 zusätzlich zu Dr.

Hannes Merten (CEO) und Christian

Groth (Entwicklung) drei neue Vorstände

berufen: Ludwig Ametsbichler

(53) ist als CFO für Finanzen und Controlling

verantwortlich, Ralf Gärtner

(31) für Vertrieb und Marketing, Franz

Wiesholler (42) für Beratung und Projekte.

Die drei neuen Vorstandsmitglieder

nahmen diese Aufgaben bisher

bereits als Mitglieder der Geschäftsleitung

der SoftM AG wahr

� (+49) 089/14329-0

� www.softm.com

J.D. Edwards hat Robert M. Dutkowsky

zum neuen President und Chief Executive

Officer bestellt. Der 47-jährige

übernimmt damit die Position von C.

Edward McVaney, dem Gründer und

langjährigen Unternehmensführer, der

nun in den Ruhestand geht. Robert M.

Dutkowsky kommt von Teradyne Inc.,

wo er zuletzt President der Assembly

Test Division war. Zuvor war er Chairman,

President und Chief Executive

Officer von GenRad Inc., das im Oktober

2001 von Teradyne übernommen

wurde. Dutkowsky war zudem in leitenden

Positionen bei Data General

und mehr als 20 Jahre bei IBM tätig,

zuletzt als Executive Assistent des IBM

Chairman Lou Gerstner.

� (+49) 06105/967-0

� www.jdedwards.com

34 www.midrangemagazin.de März 2002

Kooperationen

25 Jahre I.M.C.S.: Inzwischen hat sich

der Ein-Mann-Betrieb zum Full-Service-Unternehmen

entwickelt. Hardware-Verkauf

und Vertrieb von Zubehör

gehören ebenso zum Portfolio, wie

die Entwicklung praxisnaher ERP- und

CRM-Software. Dazu gehören die speziell

für die iSeries entwickelte Customer

Relationship Management-Lösung

MaiDi (Marketing im Dialog) und das

ERP-System MAF. Dieses System will

Firmengründer Heinz Molter künftig

in Kooperation mit Partnern vertreiben

und sucht Kapitalgeber, um eine optimale

Vertriebsstruktur aufzubauen.

� (+49) 02173/13051

� www.imcs-systeme.de

Der in München ansässige Application

Service Provider (ASP) Einsteinet AG

und der Wiesbadener Softwareanbieter

P&I Personal & Informatik AG haben

eine strategische Partnerschaft für das

ASP-Angebot der Software-Familie

LOGA vereinbart. Mit dieser Partnerschaft

erweitert Einsteinet sein ASP-

Produktportfolio um die Themenbereiche

Payroll, Reisekostenabrechnung

und Personalmanagement.

� (+49) 0611/7147-0

� www.pi-ag.com

J.D. Edwards hat eine weltweite Technologie-Partnerschaft

mit Hummingbird

angekündigt. Der ERP-Anbieter

wird im Rahmen dieser OEM-Kooperation

das Enterprise Information Portal

von Hummingbird vollständig in

seine neue Supply Chain Console integrieren.

Damit wird Kunden mit einer

einmaligen Anmeldung der nahtlose

Zugriff auf unternehmensinterne

Daten- und Planungsfunktionen von

einem gewöhnlichen Desktop-PC aus

ermöglicht. Dank der nun angekündigten

Integration werden Firmen außerdem

eine einheitliche Ansicht ihrer

Wertschöpfungskette erzeugen können.

� (+49) 089/747308-0

� www.hummingbird.com


Software &

Systeme

Mit der Neuauflage seiner Preisliste in

Euro hat Toolmaker Software zum

Jahreswechsel die Preise für Software

gesenkt. Knappen IT-Budgets begegnen

die Kauferinger auch mit neuen Leasing-Angeboten,

die seit Beginn des

Jahres für eine Vielzahl an Produkten

zur Verfügung steht.

� (+49) 08191/968-111

� www.toolmaker.de

Die IQDoQ GmbH hat mit HYPER-

DOC Finance/EAB eine weitere Themenlösung

in ihr Produktportfolio aufgenommen.

Das in enger Zusammenarbeit

mit der Ismaninger Henrichsen AG

entwickelte Dokumenten-Management-

und Archivierungs-System deckt

speziell die Anforderungen von Banken

und Kreditinstituten ab. HYPERDOC

Finance/EAB unterstützt u.a. das Re-

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Midrange MAGAZIN März 2002

cherchieren, Verschlagworten und Verteilen

von Dokumenten. Jetzt können

mit dieser Lösung alle anfallenden und

vorhandenen Papierbelege schnell und

kosteneffizient verarbeitet werden. Die

Inhalte der gescannten Dokumente

werden automatisch erkannt, revisionssicher

archiviert und sind anschließend

im bankenweiten Netzwerk verfügbar.

� (+49) 040/96981-0

� www.iqdoq.de

MERANT unterstützt mit PVCS

künftig IBMs WebSphere Studio

Workbench und erweitert das

Entwicklungssystem damit um die

Möglichkeiten eines professionellen

Konfigurationsmanagements. PVCS

umfasst Versions-, Anforderungs-,

Content- und Lifecycle-Management.

Alle Funktionen werden künftig auch

im Rahmen von IBMs WebSphere

Studio Workbench in einer voll integrierten

Umgebung verfügbar sein.

Aufgrund der ‚plug-and-play‘-Technik

Märkte & Macher

IBM-Lösung sollen sich auch weitere

Module von Drittanbietern problemlos

in diese Lösung einbinden lassen.

� (+49) 089/96271-0

� www.merant.com

Auf Beratung in Sachen Software-Auswahl

hat sich der Maintaler Consultant

Lutz Lunzer spezialisiert. Durch einen

so genannten „System-Check“ prüft

der Mentor, ob das Vorgehen dem jeweiligen

Projekt entsprechend systematisiert

erfolgt. Im Mittelpunkt stehen

dabei Fragen wie die Zufriedenheit der

Kunden (Betreuung, Folgekosten, zeitliche

Realisierung) oder die Zusammensetzung

und Erfahrung des Projekt-Teams.

Im Vorfeld der CeBIT stellt

LUNZER Management-Partner seine

Checkliste „Vorauswahl Software-Anbieter“

kostenlos zur Verfügung. Sie

kann per e-Mail unter der unten genannten

Adresse angefordert werden.

> LUNZER@T-online.de

35


Märkte & Macher

Bis zum 31. 03. 2002 bietet HOB das

X-Server-Paket HOBLink X11 zum

Sonderpreis an. Die PC Connectivity-

Lösung ist damit im Vergleich zum

Normalpreis rund 70 Prozent günstiger.

HOBLink X11 ist ein komfortables

X-Server-Paket, mit dem Anwender

Ihren PC als X-Windows-Terminal nutzen

können. Die PC-Connectivity-Lösung

erschließt dem User die Welt der

grafischen Host-Anwendungen unter

Windows 9x/ME, NT/2000/XP sowie

OS/2.

� (+49) 09103/715295

� www.hob.de/produkte/connect/

x11.htm

Ab sofort unterstützt CrossWorlds

Web Services, über die sich Unternehmen

zukunftssicher mit Kunden und

Handelspartnern, aber auch intern vernetzen

können. Damit geht der Support

von offenen Standards wie SOAP

oder WSDL einher, mit dem Web Services

Konnektor und weiteren Werkzeugen

sollen Kunden das Business Integration

Management System von

CrossWorlds auch im Internet optimal

nutzen können.

� (+49) 089/20606-0

� www.crossworlds.com

Expansionen

Die IBS AG, Hersteller von Produktions-

und Qualitätsmanagement-Software,

hat jetzt die IBS engineering consulting

software GmbH in Linz, Österreich,

gegründet. Der österreichische

Markt berge ein großes Potenzial, so

IBS, die neue Niederlassung gehe von

Umsätzen aus, die innerhalb der nächsten

drei Jahre die 4 Millionen Euro-

Grenze erreichen. Geschäftsführer der

neuen Niederlassung ist Friedrich

Kirschner (53). Er verfügt über umfassende

Marktkenntnisse und eine langjährige

Industrieerfahrung in den Bereichen

Qualitätsmanagement, Prozessoptimierung,

SAP R3-Einführung und

-Beratung sowie Wissensmanagement.

� (+49) 02624/9180-0

� www.ibs-ag.de

Die Bremer Schilling Software GmbH

hat mit dem Jahres- auch einen Standortwechsel

vollzogen. Nachdem die

ehemaligen Räumlichkeiten keine weitere

Expansion zuließen, ist der Rechnungswesen-Anbieter

nun in der Karl-

Ferdinand-Braun-Straße direkt im

Technologiepark Süd der Universität

Bremen angesiedelt. Neben optimaler

Ausstattung und Arbeitsatmosphäre

sei auch für den Komfort der Kunden

gesorgt: Eine gute Autobahnanbindung

als auch ausreichende Parkplätze

stehen zur Verfügung.

� (+49) 0421/20140-0

� www.schilling4u.com

SKYVA International, Anbieter unternehmensübergreifender

e-Business- und

Value-Chain-Lösungen sowie Mitglied

der ABB Gruppe, hat ein neues Büro in

Ladenburg bezogen. Im Zuge einer

deutlichen Erhöhung der Mitarbeiterzahl

wurde eine Erweiterung der Flächen

nötig, das neue Office befindet

sich in der Nähe des Forschungsgebäudes

der ABB. SKYVA ist bereits seit

seiner Gründung im Oktober 1996 in

Deutschland vertreten, in der deutschen

Niederlassung arbeitet die

Mannschaft an der Weiterentwicklung

und Implementierung von Enterprise

Applikationen.

� (+49) 06203/954-0

� www.skyva.de

Test &

Testimonials

Der Gründer und geschäftsführende

Gesellschafter des Dortmunder Software-Unternehmens

MATERNA GmbH,

Dr. Winfried Materna, wurde mit dem

Staatspreis 2001 des Landes Nordrhein-

Westfalen ausgezeichnet. Aus den Händen

von NRW-Ministerpräsident Wolfgang

Clement erhielt Materna die Auszeichnung

für seine „herausragenden

Verdienste um die Modernisierung der

Wirtschaft und den Strukturwandel“.

� (+49) 0231/5599-0

� www.materna.de

36 www.midrangemagazin.de März 2002

IBM ist erneut Patentweltmeister: Mehr

als 3.400 Erfindungen hat das Unternehmen

im vergangenen Jahr beim amerikanischen

Patentamt eingereicht. Gegenüber

dem Jahr 2000 entspricht dieser

Erfindungsreichtum einer Steigerung

um 20 Prozent. Mit einem Vorsprung

von 1.450 Schutzurkunden gegenüber

dem zweitplazierten Unternehmen führt

IBM zum neunten Mal in Folge die US-

Patentliste an und hat als erstes Unternehmen

die Marke von 3.000 US-Patenten

pro Jahr überschritten.

� (+49) 01803/313233

� www.ibm.com

Sand Technology hat bei den Information

Management 2001 Awards die

Auszeichnung „Supply Chain Project

of the Year“ erhalten. Geehrt wurde

Sand damit für die Realisierung eines

Auftrags bei LYNX Express, dem größten

unabhängigen Paketversandunternehmen

Großbritanniens. Sand hat

sich mit seiner Nucleus Analytical Suite

auf die Bereitstellung von leistungsfähigen,

skalierbaren Software-Lösungen

für analytisches CRM, Data Mining,

Data Marts sowie Data Warehousing

spezialisiert.

� (+49) 040/32005-0

� www.sandtechnology.com

International Business Systems (IBS)

hat im Rahmen von Benchmark-Untersuchungen

für IBM eServer iSeries-Systeme

bahnbrechende Transaktionswerte

veröffentlicht. Die dabei ermittelten

Ergebnisse liegen nach IBS-Aussage

höher als alle bislang von Businessoder

ERP-Software erzielten Resultate.

Konkret hat die IBS-Lösung 2,9 Millionen

Verkaufsaufträge innerhalb einer

Stunde abgewickelt, wobei die durchschnittliche

Antwortzeit bei 0,04 Sekunden

lag. Die Testreihe wurde im

IBM Forschungszentrum in Rochester,

USA, auf einer iSeries, Modell 840,

durchgeführt.

� (+49) 040/51451-0

� www.ibsde.de


Aus den

Auftragsbüchern

Der finnische Großhändler und Distributor

von Pharmaka und Healthcare-

Produkten Oriola hat sich für IBS

Pharma, einer Lösung zur pharmazeutischen

Distribution von International

Business Systems entschieden. Das Unternehmen,

das jährlich rund 600 Millionen

Euro erwirtschaftet, zielt mit

IBS auf die Optimierung seiner Prozesse

in Supply Chain Management

(SCM) und Logistik. Der Auftrag ist

einer der größten in der Geschichte von

IBS Finnland. IBS Pharma wurde auf

Basis der ASW Standard-Software in

der deutschen IBS-Niederlassung entwickelt.

� (+49) 040/51451-0

� www.ibsde.de

Die Plaut AG hat einen neuen Rahmenvertrag

mit Alcan Packaging abgeschlossen,

dessen Volumen sich bis

2003 auf insgesamt 3 Millionen Euro

belaufen soll. Der Auftrag beinhaltet

die Integration dreier ehemals selbständiger

SAP-Anwendungen für den Food

Flexibles & Foil Sektor Europe/Brazil.

Hand in Hand mit Plauts Organisationsstruktur

erfolgt die Projektabwicklung

länderorientiert. Da Alcans europäischer

Hauptsitz in der Schweiz liegt,

übernimmt die dortige Plaut-Niederlassung

das weltweite Großkundenmanagement

von Alcan Packaging. Die

ersten Projekte in Großbritannien und

der Schweiz haben begonnen, weitere

in Spanien und Deutschland stehen

kurz vor dem Abschluss, eines in Brasilien

soll folgen.

� (+49) 089/96280-0

� www.plaut.de

Auf eine weitreichende Outsourcing-

Vereinbarung über IT-Dienstleistungen

haben sich die Cendant Corporation

und IBM verständigt. Der Tourismuskonzern,

zu dem unter anderem der

Autovermieter Avis und die Hotelkette

Ramada gehören, wird über einen

Midrange MAGAZIN März 2002

Zeitraum von 10 Jahren IT-Dienstleistungen

im Wert von 1,4 Milliarden US

Dollar von IBM beziehen. 500 Mitarbeiter

wechseln von Cendant zu IBM

Global Services.

� (+49) 01803/313233

� www.ibm.com/services/de

Mit zwei Neuabschlüssen im Bereich

Personalwesen hat die VEDA Datenverarbeitung

GmbH ihr Stammkundengeschäft

weiter ausgebaut. Die Automobilzulieferer

Ferrostaal Industrie und

Systemlogistik GmbH und die Faurecia

Autositze GmbH & Co. KG werden

zusätzlich zu ihren bestehenden Lösungen

von VEDA weitere Anwendungen

in den Bereichen Betriebsdatenerfassung

und Zutrittskontrolle einführen.

� (+49) 02404/5507-0

� www.veda.de

Mit dem ersten Auftrag für Polen setzt

die Personal & Informatik AG den

Ausbau nach Osteuropa fort. Der

pfälzische Automobilzulieferer RIAL

Leichtmetallfelgen GmbH greift seit

dem Jahreswechsel auf eine einheitliche

IT-Struktur zurück, sowohl die Zentrale

in Fußgönheim als auch das im Südwesten

Polens gelegene Werk wurden

mit der Software von P&I ausgestattet.

Ausschlaggebend für RIAL war „die

Internationalität aus einer Hand“.

� (+49) 0611/7147-0

� www.pi-ag.com

Attachmate hat ein neues e-Business-

Projekt für die Automotive Aftermarket

Division der Robert Bosch GmbH

realisiert. Die Integrationsexperten entwickelten

ein webbasierendes Online-

Bestellsystem für die Auslandsvertretungen

der Bosch-Division. Bestellungen

werden nun in Echtzeit ins

Warenwirtschaftssystem eingegeben.

Die neue Lösung reduziert die Telekommunikationskosten,

den Aufwand

für die Erfassung von Bestellungen und

soll Benutzerkomfort und Service verbessern.

� (+49) 089/99351-0

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Märkte & Macher

37


Technik & Integration

Fehlgeschlagene Anmeldeversuche protokollieren

38 www.midrangemagazin.de März 2002

Technik-Forum

Sie sind nun wieder eingeladen, die Diskussion spezieller technischer Probleme mit zu verfolgen.

Bitte schicken Sie Fragen, Anregungen oder Antworten zu den vorgestellten Themen – ebenso wie Ihre Kritik

– an unsere eMail-Adressen dieter.bender@bender-dv.de oder Redaktion@MidrangeMagazin.de

Frage: Wenn sich ein Benutzer mit seinem

PC (der PC hat eine feste IP-Adresse

in einem Token Ring-Netzwerk mit IBM

Client Access) an der AS/400 anmelden

will (zum Beispiel über OpsNav oder

Netserver), aber eine falsche User-ID

oder ein falsches Kennwort angibt, habe

ich dann als Administrator die Möglichkeit,

den PC bzw. die IP-Adresse ausfindig

zu machen?

Antwort: Zunächst sind erst mal zwei

Fälle zu unterscheiden: Die Eingabe einer

gültigen User-ID mit einem falschen

Kennwort einerseits und die Eingabe einer

ungültigen User-ID andererseits. Bei

der Eingabe eines gültigen Benutzers

und eines falschen Kennworts wird

zunächst einmal bei jedem ungültigen

Versuch eine Fehlermeldung CPF2234

in das Systemlog protokolliert. Im Systemwert

QMAXSIGN ist dann hinterlegt,

wie viele Fehlversuche erlaubt sind,

bevor weitere Aktionen ausgelöst werden.

Die weiteren Aktionen sind im Systemwert

QMAXSGNACN festgelegt;

die Aktionen reichen von „Einheit sperren“

über „Kennwort sperren“ bis hin

zu einer Kombination beider Aktionen.

Der Systemwert QDSPSGNINF legt

zudem fest, ob der Benutzer bei einer

erfolgreichen Anmeldung eine Information

über die vorherigen Fehlversuche

angezeigt bekommt.

Die Problematik des „Kennwörter-Ratens“

bei interaktiven Sitzungen bekommt

man einigermaßen in den Griff,

wenn man die Fehlversuche auf drei begrenzt,

den Benutzer deaktiviert und

diesem die Information über die bisher

erfolgten Fehlversuche anzeigt. Fehlver-

suche dieser Art lassen sich auch mit

DSPLOG MSGID(CPF2234) anzeigen.

Bei der Auswahl CPF2200 werden dann

alle Meldungen angezeigt, die mit

CPF22 anfangen – inklusive weiterer

Berechtigungsfehler. Die CP2234 enthält

den Namen des Device, aber nicht

die IP-Adresse.

Schwieriger sieht es bei der Eingabe eines

nicht-existierenden Benutzers aus.

Hierbei wird im Systemlog nichts protokolliert.

Versuche, Benutzernamen zu raten,

fallen also kaum auf. Eine Verstärkung

an dieser Stelle lässt sich mit der

Aktivierung des System Audit erreichen.

Hierzu wird zuerst ein Journal Receiver

mit CRTJRNRCV JRNRCV(QUSRSYS/

QAUDRCV) erstellt, dann ein Journal in

der QSYS mit dem Namen QAUDJRN;

dies erfolgt mit CRTJRN JRN(QSYS/

QAUDJRN) JRNRCV(QUSRSYS/QAU-

DRCV). Jetzt wird im Systemwert

QAUDLVL der Wert *AUTFAIL hinzugefügt

und der Systemwert QAUDCTL

auf *AUDLVL eingestellt. Hiermit ist

dann das Auditing aktiviert. Jede Berechtigungsverletzung

erzeugt nun einen Eintrag

im QAUDJRN bzw. in dem zugeordneten

Empfänger. Mit dem OS/400-Befehl

DSPJRN QAUDJRN kann man sich

nun die Einträge ansehen. Im Audit Journal

werden jetzt auch Einträge für den

Versuch der Verwendung eines ungültigen

Benutzers erstellt.

Alle bisher aufgezeigten Protokollierungen

lassen allerdings keinen direkten

Rückschluss auf die IP-Adresse zu. Dies

ist durchaus ein ernsthafter Schwachpunkt.

Sie haben zwar in Ihrem Umfeld

die Möglichkeit, feste Device-Namen zu

verwenden, aber das hindert einen Benutzer

nicht unbedingt daran, das zu umgehen.

Wenn diese Möglichkeit besteht, verkehrt

sich auch das Abhängen von Bildschirmen

über QMAXSGNACN ins

Gegenteil; nunmehr könnte ein Unbefugter

durchaus alle Bildschirm-Einheiten

schneller deaktivieren, als der Administrator

sie wieder anhängen kann.

An dieser Stelle lassen sich noch über ein

Exit-Programm Verstärkungen vornehmen.

In der AS/400 Registry ist hierzu

ein Exit-Punkt QIBM_QTG_DEVINIT

vorgesehen, an dem man mit WRKRE-

GINF ein Programm hinterlegen kann,

das bei der Initialisierung der Telnet-

Einheiten die Steuerung übertragen bekommt.

Dieses Programm bekommt

dann unter anderem auch die IP-Adresse

übergeben und hat auch die Möglichkeit,

eine Sitzungsanforderung abzulehnen.

Diesen Mechanismus könnte man

nun dazu verwenden, dass man sich nur

mittels bestimmter IP-Adressen mit fest

hinterlegten Bildschirmeinheiten für

jede Adresse anmelden kann. Ähnliche

Wege kann man auch gehen, um FTP-

Anforderungen vergleichbar abzusichern,

denn bei ungültigen Logins über

FTP-Anforderungen hat man noch weniger

Information, als ein Einheitenname

bietet.

Den Autor Dieter Bender erreichen

Sie per eMail unter:

> dieter.bender@midrangemagazin.de


SQL in Java

SQLJ embedded

Datenbankzugriffe aus Java werden üblicherweise,

wenn man von dem exotischen Weg

über die AS/400-Toolbox unter DB2/400

absieht, über SQL ausgeführt. Für alle

relevanten Datenbanken des Marktes stehen

JDBC-Treiber zur Verfügung, die dazu benötigt

werden, SQL Verbindungen aus Java zu

verwenden.

Für den SQL-Zugriff wird ein SQL-

Statement aus Literalen und Variableninhalten

zusammengebastelt und

mit der Methode executeQuery eines

Statement-Objekts an die Datenbank

gesendet, die dann ein ResultSet zurück

gibt. Aus diesem ResultSet müssen dann

die Inhalte mittels Parsen mit get-Methoden

einzeln ermittelt werden (siehe

Abbildung 1).

Abbildung 1

Midrange MAGAZIN März 2002

Diese Vorgehensweise ist nicht nur umständlich,

sondern insbesondere auch

für Fehler anfällig, und das zur Laufzeit,

was besonders unangenehm ist. Rein

technisch gesehen, sollte man in obigem

Beispiel eigentlich ein preparedStatement-Objekt

verwenden, was die Kodierung

des Beispiels noch aufwendiger

macht. Es ist schon fast ein wenig anachronistisch,

wenn man bei der Verwendung

der beiden streng typisierten Sprachen

– Java und SQL in der Kombination

– auf das Prinzip Hoffnung

zurückfällt, und Zeichenketten zur

Laufzeit zusammensetzt, um damit den

kritischsten Teil der Anwendung, den

Datenbankzugriff, abzuwickeln.

Zudem ist das Parsen des ResultSets ungleich

aufwendiger als der Datenbankzugriff

in solchen fossilen Sprachen wie

COBOL und RPG. Dennoch ist dieses

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Technik & Integration

39


Technik & Integration

Vorgehen heute noch die meist verwendete

Variante im Bereich Java.

Untersucht man vorhandene Java-Programme,

dann wird man feststellen,

dass der Datenbankteil in der Qualität

weit hinter die restliche Anwendung zurückfällt.

In den meisten Fällen ist der

Code nicht robust genug gegen Laufzeitfehler.

Die Eingabe von „O’Hara“ in ein

Namensfeld mit doppelten Hochkommas

und einfachem Hochkomma innerhalb

des Strings überfordert die meisten

Java-Anwendungen, die darauf empfindlich

mit einem Absturz im Datenbankteil

reagieren. Hoffentlich ist das

Ganze dann wenigstens Transaktionsgesichert

implementiert, damit keine

permanenten Fehler in die Datenbank

geschrieben werden.

Diese Situation ist nur schwer verständlich

angesichts der Tatsache, dass im Bereich

Java und Datenbanken auf kurzem

Weg gelungen ist, was im Bereich prozeduraler

Sprachen nie erreicht wurde: die

standardisierte Integration von SQL in

die Programmiersprache selber. Am Beginn

stand dabei die gemeinsame Entwicklung

eines PreCompilers für embedded

SQL in Java in einem Projekt unter

Beteiligung der führenden Datenbankhersteller

unter Federführung von Oracle.

Mittlerweile ist SQLJ sogar ANSI

normierter Standard für SQL Zugriffe

aus Java über SQL. IBM war seit der ersten

Stunde an diesem Projekt beteiligt.

Abbildung 2

SQLJ embedded

Auf der AS/400 wird der PreCompiler

sogar seit mehreren Releases automatisch

mit ausgeliefert und selbst in älteren

Releases noch unterstützt. Lediglich

die Dokumentation, die mitgeliefert

wird, lässt sehr zu wünschen übrig. Zu

wenig, von schlechter Qualität. SQLJ arbeitet

ähnlich wie embedded SQL in

COBOL, RPG oder einer anderen Programmiersprache.

Zunächst wird eine

gemischte Quelle aus Java- und SQL-

Anweisungen erstellt, diese wird von einem

Vorübersetzer in eine reine Java-

Quelle übertragen, die dann als Java-

Programm umgewandelt wird. Der

Vorübersetzer, das Programm sqlj ist selber

eine Java-Anwendung und damit auf

allen Java-Plattformen ausführbar. Alle

aktuellen Java-Installationen ab Version

1.1 sind verwendbar. Der PreCompiler

ist im Verzeichnis ext unterhalb von

QIBM/ProdData zu finden; die genaue

Lokation hängt vom Release der AS/400

ab. SQLJ basiert auf JDBC, man benötigt

also noch den JDBC Treiber, der

ebenfalls mit OS/400 mitgeliefert wird.

Verwendbar sind sowohl der pure Java-

Treiber der Toolbox als auch der so genannte

native Treiber. Der Toolbox-

Treiber kann universell verwendet werden,

der native Treiber nur für lokale

Zugriffe von der AS/400 auf die eigene

Datenbank. Benötigt werden die Archive

translator.zip für den Übersetzer und

runtime.zip zur Ausführung der erstellten

Programme.

Abbildung 3 Abbildung 4

40 www.midrangemagazin.de März 2002

Übersetzung

eines SQLJ Programmes

Die Programmquelle muss die Endung

sqlj haben und sollte so heißen, wie die

Java Klasse später heißen soll. Zum

Übersetzen wird jetzt das Java-Programm

Sqlj aus dem package sqlj.tools

ausgeführt, dem man den Dateinamen

als Parameter übergibt. Ganz zu Fuß

kann das von der Befehlszeile in einem

Konsolfenster erfolgen, bequemer wird

es, wenn man sich den Aufruf in den

Editor seiner Wahl einbindet. Im Classpath

müssen dann das JDK, die

runtime.zip, die translator.zip, der

JDBC-Treiber und alle anderen in der

Anwendung benötigten Klassen gefunden

werden können (siehe Abbildung 2).

Der PreCompiler kann die SQL-Anweisungen

auch direkt gegen die Datenbank

prüfen, wenn er eine Verbindung herstellen

kann. Dazu benötigt er einen Login

und muss wissen, wie er verbinden

kann. Das wird in einer Datei

sqlj.properties konfiguriert, die im Arbeitsverzeichnis

mit den Quelldateien

gesucht wird. Im Installationsverzeichnis

ist eine Beispielkonfiguration. Alle

Zeilen die mit # beginnen, sind Kommentarzeilen.

Es werden vier Angaben

benötigt: Benutzer, Kennwort, JDBC-

Treiber und die URL der Datenbank.

Diese Konfigurationsdatei wird dann

bei der Umwandlung herangezogen für

die Herstellung einer Verbindung zur


public Connection dbConnect = null;

protected void getJdbcConnection()

throws SQLException

{

String url = “jdbc:as400://”

+ SYSTEM + “/”

+ LIBRARY + “;”

+ “user=” + USER + “;”

+ “password=” + PASSWORD ;

try {

Class.forName(“com.ibm.as400.access.AS400JDBCDriver”);

}

catch(ClassNotFoundException e) { }

dbConnect = DriverManager.getConnection(url, USER, PASSWORD);

initContext();

}

DefaultContext initContext() throws SQLException

{

DefaultContext ctx = DefaultContext.getDefaultContext();

if (ctx == null)

{

ctx = new DefaultContext(dbConnect);

DefaultContext.setDefaultContext(ctx);

}

return ctx;

}

Abbildung 5

Datenbank zur Prüfung aller SQL-Anweisungen

des Programms gegen die

Datenbank (siehe Abbildung 3).

Der Vorübersetzer ersetzt nun alle gekennzeichneten

SQL-Anweisungen gegen

Aufrufe der Runtime aus dem entsprechenden

Archiv und fügt weiteren

Code ein. Resultat einer erfolgreichen

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Midrange MAGAZIN März 2002

SQLJ-Umwandlung sind dann eine

Java-Quelldatei sowie Dateien mit der

Endung ser, die ausführbaren Java Byte

Code enthalten, der dann mit zu der

Anwendung gehört.

Die erfolgreiche Verbindung zur Online-

Prüfung testet man am einfachsten mit

einem Statement, das auf eine nicht vor-

Technik & Integration

handene Datei zugreift. Wenn das SE-

LECT * FROM GIBTSNICHT nicht

mit einer Fehlermeldung bei der Umwandlung

quittiert wird, funktioniert

die Verbindung noch nicht. Leider wird

keine klare Warnung abgegeben, wenn

ohne Online-Prüfung gewandelt wird.

So kann es also leicht passieren, das

wichtige Prüfungen unterbleiben, ohne

dass dies sofort auffällt.

Datenbank-Verbindung

Die SQLJ-Programmquelle bekommt

den selben Namen, den das spätere

Java-Programm haben soll, mit der Endung

sqlj und enthält neben den Java-

Anweisungen eingebettete SQL-Statements,

die zusätzlich gekennzeichnet

werden (siehe Abbildung 4).

Für die Datenbankschicht sollte ein eigenes

Package eingerichtet werden,

über das dann die Zugriffsmöglichkeiten

aus der Anwendung auf Komponenten

der Klassen differenziert werden

kann. Für die Importe aus anderen Packages

ist es wichtig, dass in jedem Fall

das komplette Paket sqlj.runtime und

das Unterpaket sqlj.runtime.ref sowie

java.sql.SQLException zur Verfügung

gestellt werden. Die SQLException

wird in jedem Fall benötigt, da diese

aus generierten SQLJ-Abschnitten

immer nach oben durchgereicht wird.

Das bedeutet auch, dass für alle ausführbaren

PreCompiler-Blöcke diese

Fehlerklasse behandelt werden muss.

Am besten stellt man java.sql mit einer

generischen Import-Anweisung komplett

41


Technik & Integration

bereit, damit alle Referenzen auf Komponenten

dieses Pakets ohne Qualifizierung

verwendet werden können. Es ist in jedem

Fall darauf zu achten, dass die Datenbankschicht

keinerlei Importe auf die

Anwendungspakete machen sollte.

Datenbankprogrammierung erfordert

immer eine Verbindung zum Datenbank-Server,

die für SQLJ über JDBC

hergestellt wird. SQLJ erweitert dies um

den Begriff des Kontextes, der denjenigen

bekannt sein wird, die bereits mit

embedded SQL in anderen Programmiersprachen

in einem verteilten Umfeld

gearbeitet haben. In unserem einfachen

Beispiel verwenden wir als einzigen

Kontext den per Default bereit gestellten,

auf den wir im Programm keine Referenz

halten müssen, da wir keinen

Kontextwechsel benötigen (siehe Abbildung

5).

public Connection dbConnect = null;

SQLJ embedded

protected void getJdbcConnection()

throws SQLException

{

String url = “jdbc:as400://”

+ SYSTEM + “/”

+ LIBRARY + “;”

+ “user=” + USER + “;”

+ “password=” + PASSWORD ;

try {

Class.forName(“com.ibm.as400.access.AS400JDBCDriver”);

}

catch(ClassNotFoundException e) { }

dbConnect = DriverManager.getConnection(url, USER, PASSWORD);

initContext();

}

DefaultContext initContext() throws SQLException

{

DefaultContext ctx = DefaultContext.getDefaultContext();

if (ctx == null)

{

ctx = new DefaultContext(dbConnect);

DefaultContext.setDefaultContext(ctx);

}

return ctx;

}

Die Connection deklariert man sich in

einer Objektvariable, um sie zum Bestandteil

des Objektzustandes zu machen;

damit vermeidet man, dass man

jedes Mal neu verbinden muss. Verbindungsaufbau

ist immer eine teure Operation,

weshalb man in typischen Web-

Anwendungen meistens mit so genannten

Connection Pools arbeitet, um

Verbindungen zur Datenbank nach

Möglichkeit zur Wiederverwendung zu

halten. Die Registrierung des Treibers

und die Erstellung der Verbindung mit

DriverManager.getConnection() unterscheidet

sich nicht von JDBC ohne SQLJ.

In Produktionsprogrammen empfiehlt

es sich, ein wenig mehr Augenmerk auf

die Properties der Connection zu richten.

In diesen optionalen Angaben beim

Verbinden mit der Datenbank können

wichtige Einstellungen vorgenommen

42 www.midrangemagazin.de März 2002

Abbildung 6

Abbildung 5 Abbildung 7

werden, die insbesondere für die Performance

wichtig sind. In jedem Fall sollte

man den extended dynamic package

support aktivieren und dafür sorgen,

dass die Datenbankzugriffe unter Commit-Steuerung

erfolgen. Ohne Commit-

Steuerung ist sicheres Arbeiten mit SQL

nicht möglich, da keine Satzsperren gehalten

werden, auch nicht nach Lesen

zum Fortschreiben. Es lässt sich also

nicht ausschließen, dass eine andere Anwendung

nach dem Lesen eines Satzes

mit einer Satzänderung schneller ist und

dieser Update dadurch verloren geht.

Die Erstellung des Kontextes ist hier in

einer kleinen Methode initContext()

ausgelagert, die man für Programme, die

nur einen Kontext verwenden, dann so

standardmäßig abschreiben kann. Die

SQLException wird hier im Beispiel

hochgereicht und nicht abgefangen.


Abbildung 8

Hier muss man darauf achten, dass in

keinem Fall SQLExceptions bis zur Anwendung

hochgereicht werden, das

wäre ein ernsthafter Design-Mangel. Im

Beispiel sind die oberen Methoden nicht

public, also in der Anwendung nicht

sichtbar. Die Methoden, die public und

damit aus der Anwendungsschicht erreichbar

sind, müssen die SQLExceptions

in jedem Fall abfangen und

gegebenenfalls gegen anwendungsspezifische

Fehlermeldungen austauschen.

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Midrange MAGAZIN März 2002

PreCompiler-Anweisungen

Anweisungen für den Precompiler werden

immer mit der Kennung #sql versehen

und müssen mit einem Semikolon

abgeschlossen werden.

Der SQL-Teil wird in geschweifte Klammern

gesetzt. Damit kann man bereits

einfache SQL-Statements ohne weiteres

absetzen, sobald man eine Verbindung

zur Datenbank hergestellt hat (siehe Abbildung

6).

Technik & Integration

Alle SQL-Anweisungen müssen die SQ-

LException mit Java-Fehlerbehandlung

entweder weiter hochreichen oder abfangen.

Es können alle SQL-Anweisungen

mit sqlj verwendet werden, die die

Datenbank und der Treiber zulassen. Im

Falle von Online-Prüfung bei der Umwandlung

wird dies zur Umwandlungszeit

gegen die Datenbank geprüft.

Innerhalb der SQL-Statements können

selbstverständlich auch so genannte

Host-Variablen verwendet werden, die

ähnlich wie in embedded SQL in RPG

oder COBOL mit einem vorangestellten

Doppelpunkt gekennzeichnet werden.

Diese Host-Variablen werden dann innerhalb

von Java deklariert und im generierten

Code dann automatisch in die

Statements eingesetzt und die Ergebnisse

entsprechend automatisch zurück geliefert.

Notwendige Konvertierungen

werden bei der Verwendung konformer

Typen automatisch vorgenommen. Typ-

Inkonsistenzen werden vom PreCompiler

zur Umwandlungszeit geprüft und

angemahnt. Lediglich bei dem Aufruf

von Stored Procedures treten da auch

unter aktuellen Releases noch Unglattheiten

auf. Unter Nutzung der erweiterten

SELECT Anweisung des SQL hat

das kleine JDBC-Beispiel vom Anfang

dann folgendes Gesicht wie in Abbildung

7 zu sehen ist.

Im direkten Vergleich zueinander ist der

Quelltext einfacher und besser lesbar

geworden, zumindest für all diejenigen,

die bereits mit embedded SQL in einer

anderen Programmiersprache gearbeitet

43


Technik & Integration

haben. Mit der Abfrage auf die Existenz

des Connection-Objektes wird sichergestellt,

dass nur dann verbunden wird,

wenn die Verbindung nicht bereits besteht.

Das ist nicht nur für die Verarbeitungsgeschwindigkeit

wichtig, sondern

auch dafür, dass Satzsperren, Dateizeiger

und Commit-Steuerung korrekt

funktionieren können.

Wesentlich wichtiger als die bessere Lesbarkeit

ist allerdings die ungleich größere

Robustheit der SQLJ-Variante. Zur Umwandlungszeit

finden umfangreiche Prüfungen

statt, die Laufzeitfehler so weitgehend

ausschließen, wie das möglich ist.

Das SQL-Statement wird gegen die Datenbank

darauf geprüft, ob es die Tabelle

gibt, ob die Felder vorhanden sind, ob die

Syntax des SQL-Statements korrekt ist

und ob alle SQL-Komponenten in Vergleichen

und Zuweisungen typverträglich

sind. Des Weiteren werden die Host-

Variablen einer Prüfung unterzogen, ob

sie korrekt deklariert sind, ob sie aus

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SQLJ embedded

Java-Sicht typkorrekt verwendet werden

und ob sie im SQL-Kontext typverträglich

verwendet werden. Der erstellte

SQLJ-Code im Beispiel ist in realen Anwendungen

bei mehrfacher Ausführung

sogar schneller als die JDBC-Variante, da

der generierte SQLJ-Code preparedStatement

Objekte verwendet.

Ergebnis der Vorumwandlung

Der SQLJ PreCompiler erstellt bei erfolgreicher

Umwandlung eine reine

Java-Quelle. Dazu werden alle PreCompiler-Sektionen,

die ja alle mit # sqlj eingeleitet

werden, als Kommentar gekennzeichnet

und alle generierten Blöcke mit

entsprechenden Anfangs- und End-

Kommentaren kenntlich gemacht.

Die entsprechenden SQL-Sektionen

werden in Aufrufe von Methoden der

SQLJ Runtime umgesetzt. Der resultierende

Code ist auf den ersten Blick

schwer erkennbar, aber es ist doch leicht

feststellbar, dass durchweg preparedS-

44 www.midrangemagazin.de März 2002

tatement-Objekte verwendet werden,

was für die Performance im Schnitt von

Vorteil ist. Insgesamt gesehen kann man

den zusätzlichen Overhead des generierten

Codes eher vernachlässigen; dieser

wird allenfalls bei optimiertem JDBC-

Code als Gegenstück messbar. In den

meisten praktischen Fällen dürfte SQLJ

sogar schneller sein, da fehlerärmer.

Im Code ist ebenfalls sichtbar, dass

SQLJ auf der Ebene von Einzelstatements

Thread safe arbeitet. Die SQL-

Zugriffe werden auf den verwendeten

Kontext synchronisiert (siehe Abbildung

8).

Neben der Java-Source wird auch noch

ein .ser-Objekt erstellt, das ebenfalls

lauffähigen Code enthält, also mit der

Anwendung verteilt werden muss.

Die Umwandlung der generierten Source

erstellt dann schließlich die Java-

Class, die den auszuführenden Byte-

Code enthält.


Leistungsfähigkeit von SQLJ

In SQLJ-Statements können außer

Host-Variablen auch Ausdrücke mit

Host-Variablen verwendet werden,

sogar die Verwendung von SQL Bestandteilen

in Java-Ausdrücken ist möglich.

Host-Variablen und Ausdrücke

können als Eingabevariablen oder als

Ausgabevariablen oder als kombinierte

Variablen gekennzeichnet werden.

SQLJ lässt sich auch zum Schreiben von

Stored Procedures verwenden und

Stored Procedures und User Defined

Functions können in SQLJ Ausdrücken

verwendet werden. Mit den zuletzt erwähnten

Techniken ist auch eine relativ

elegante Einbindung vorhandener

RPG- und COBOL-Programme möglich,

wenn denn diese Komponenten

entsprechend modular programmiert

worden sind.

Die Verarbeitung von ResultSet-Objekten

wird mit so genannten Iterator-Objekten

abgebildet. Dabei gibt es zwei

Varianten; die Variante mit benannten

Iterator-Objekten erinnert eher an

JDBC mit komfortablen generierten

Parsing-Methoden, während die Positions

Iterator eher an die FETCH-Anweisung

erinnert, wie man sie von embedded

SQL in RPG oder COBOL kennt.

Die Iterator-Objekte werden in Precompiler-Anweisungen

deklariert und bei

der Umwandlung werden daraus eigene

Java-Klassen generiert. Im Rahmen dieser

kurzen Einführung kann nur ein kleiner

Überblick über SQLJ gegeben werden

und es würde den Beitrag überfordern,

alle Möglichkeiten von SQLJ mit

Beispielen darzustellen.

Wie weiter mit SQLJ?

Wer bereits mit embedded SQL in anderen

Programmiersprachen gearbeitet

hat, der kennt das Phänomen, dass der

PreCompiler weniger Komfort bietet als

der gewohnte Compiler; dies gilt auch

für Java. Solange man die Vorumwandlung

nicht erfolgreich übersteht, sieht

man sich mit kryptischen Fehlermeldungen

konfrontiert, insbesondere, wenn

der Parser-Strukturfehler im Java-Code

antrifft. In solchen Fällen empfiehlt es

Midrange MAGAZIN März 2002

sich, alle #sql-Sektionen als Kommentar

zu kennzeichnen und anschließend

zunächst eine Java-Umwandlung vorzunehmen.

Damit wird es meist einfacher,

die Syntaxfehler zu eliminieren. Dann

nimmt man die #sql-Statements wieder

hinzu und wandelt die so veränderte

sqlj-Quelle erneut.

Die Dokumentationslage ist für die

AS/400 nicht berauschend. Es wird nur

sehr wenig an Dokumentation angeboten.

Die AS/400 stellt wieder einmal das

Stiefkind von Big Blue dar, aber diese

Rolle hat sie ja häufiger. Einstiegsdokumentationen

findet man im Web unter

SQLJ.ORG; hier gibt es auch einige

Links zu anderen Web-Ressourcen. Die

IBM-Webseiten haben im DB2-Bereich

einiges über SQLJ, das aber für die

AS/400 nicht immer zugeschnitten ist.

Die offizielle Referenz zu SQLJ kann

man sich problemlos von Oracle.com

runter laden. Literatur wird erst zaghaft

zu SQLJ angeboten, ebenso sind noch

nicht alle Anbieter von Schulungen auf

SQLJ eingestellt.

Viele Entwicklungsumgebungen bieten

bereits Unterstützung für SQLJ und in

den meisten stellt es kein Problem dar,

eventuell fehlende Unterstützung nachträglich

selber als Plug In einzubinden.

SQLJ hat bereits die Hürde zur ANSI-

Norm übersprungen und ist von daher

als kommender Standard zu erwarten.

Von der Konzeption sieht SQLJ vor, dass

bei der Umwandlung auch Server-seitiger

Code erstellt werden kann und die

Datenbankhersteller arbeiten an entsprechenden

Modulen, die dann zum

Beispiel SQL Packages auf einer AS/400

erzeugen werden. Spätestens zu diesem

Zeitpunkt ist SQLJ dann für static SQL

schneller als alle anderen Datenbankzugriffe

aus Java.

Den Autor Dieter Bender erreichen Sie

per eMail unter:

> dieter.bender@midrangemagazin.de

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Technik & Integration

45


Technik & Integration

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Software-Entwickler zwischen den Stühlen

COBOL und/oder JAVA

Auch wenn in Großunternehmen COBOL seine

Stellung behauptet, neue Technologien wie Java

halten auch hier Einzug. Die Integration der

IT-Welten wird daher zu einem zentralen

Thema auch für die Anwendungsentwicklung,

und auch eingefleischte COBOL-Entwickler

sollten beizeiten über den Gartenzaun blicken.

Die Verbindung von COBOL und Java ist

keineswegs trivial, dafür aber sehr lohnend.

Zuletzt sorgte die Umstellung der

Anwendungssysteme auf den Euro

noch einmal kurzfristig für eine große

Nachfrage nach Know-how im Bereich

Großrechner-Anwendungen und nach

Erfahrungen in der COBOL-Entwick-

lung. Da aber junge Programmierer und

Informatiker, die von den Hochschulen

kommen, COBOL meist nur vom Hörensagen

kennen, mussten sich die Unternehmen

kurzfristig anderweitig behelfen;

so konnten reaktivierte COBOL-Veteranen

für Aufsehen sorgen. Mittlerweile

hat sich die Lage normalisiert: COBOL

scheint wieder vergessen, die Welt der

Software-Entwicklung dreht sich wieder

ganz um „die wirklich wichtigen Dinge“,

also um Java, J#, C#, EJB, J2EE, .NET,

JDBC, ADO, SOAP usw.

COBOL behauptet seine Position

Doch da sind noch die Anwendungen. Je

größer und wichtiger diese sind, desto

öfter sind sie COBOL-Anwendungen –

46 www.midrangemagazin.de März 2002

trotz allem und offenbar immer noch

unverwüstlich. Insbesondere in Großunternehmen

wie Banken und Versicherungen,

aber auch in zahlreichen Industriekonzernen

laufen die zentralen Applikationen

noch immer auf Großrechnern

unter COBOL. Und dabei kann von

„noch“ gar keine Rede sein, denn diese

Unternehmen denken auch langfristig

nicht an einen Ausstieg aus COBOL. In

punkto Stabilität, Verfügbarkeit und

Performance gibt es für die meisten keine

Alternative zur Kombination Großrechner

und COBOL-Anwendungen. „Wir

werden COBOL noch viele Jahre einsetzen“,

erklärt etwa Christoph Schmallenbach,

als Mitglied der Geschäftsführung

bei AMB-Informatik, der IT-Tochter des


Aachen Münchener Konzerns, für den

Bereich Anwendungsinfrastruktur verantwortlich.

Viele große Anwender sind

in dieser Situation. Laut einer Untersuchung

der Gartner-Group wurden weltweit

etwa fünf Billionen Dollar in

COBOL-Programme investiert, es existieren

mehr als 200 Milliarden Zeilen

COBOL-Code und noch immer kommen

jedes Jahr etwa fünf Milliarden

neue Code-Zeilen dazu. Dazu passt

eine Information von IDC, der zufolge

60 Prozent aller Unternehmen weltweit

weiterhin auf COBOL als Grundlage

ihrer Anwendungen setzen.

Außenstehende haben denn auch nur selten

eine Vorstellung von der Bedeutung,

die die COBOL-Entwicklung in Großunternehmen

einnimmt. Dort sind, vor den

Augen der IT-Welt versteckt, teilweise

Hunderte von COBOL-Entwicklern beschäftigt.

So arbeiten beispielsweise von

den insgesamt etwa 600 Software-Entwicklern

der AMB-Informatik rund 450

im COBOL-basierten Großrechnerbereich.

Bei diesen Unternehmen sind denn

auch COBOL-Entwickler gefragt –

zumal der Nachwuchs nicht von den Universitäten

geholt werden kann, wo

COBOL längst ins Abseits gestellt wurde.

Vielen Unternehmen bleibt da nur

übrig, Software-Entwickler von anderen

Plattformen umzuschulen, insbesondere

aus dem Unix- und Java-Umfeld. Aber

auch passionierte COBOL-Anwender

entwickeln heute nicht mehr ausschließlich

mit COBOL. Alle Unternehmen haben

heute stark heterogene IT-Landschaften,

neben den großen, geschäfts-

Midrange MAGAZIN März 2002

Eine Umfrage von

Micro Focus unter

320 Unternehmen

ergab, dass auch heute

viele Gründe für den

Einsatz von COBOL

sprechen.

(Angaben in Prozent,

Mehrfachnennungen

möglich.

Quelle: Micro Focus)

kritischen Anwendungen gibt es auch

noch die anderen: abteilungsweite Client

Server-Lösungen, Management-Informations-Systeme

und natürlich die Web-

Anwendungen. Zu den wichtigen Aufgaben

der nächsten Jahre gehört es, diese

unterschiedlichen Systeme zu verbinden.

Und dazu ist es unerlässlich, dass auch

COBOL sich mit anderen Technologien –

insbesondere mit Java – verständigt.

Häufig werden heute ja COBOL-Anwendungen

in Web-Anwendungen integriert,

damit die Geschäftslogik des Großrechners

auch via Web genutzt werden kann.

Dabei lässt sich nebenbei auch ein Manko

von COBOL beheben, denn so leistungsfähig

diese Sprache für die Formulierung

von Geschäftsprozessen ist, hinsichtlich

der Frontendgestaltung weist sie

deutliche Defizite auf. Damit drängt sich

aber eine Verbindung der auf den ersten

Blick so fremden Welten geradezu auf: so

können die bewährten Prozesse unter

COBOL auf den Großrechnern bleiben,

während die Anwender nicht nur mit aktuellen

Oberflächen, sondern vor allem

mit beliebigen Endgeräten arbeiten können

– bis hin zum Palmtop oder Handy.

Java als Option

für COBOL-Entwickler

Wer aber soll solche Lösungen entwickeln?

Die Java-Entwickler, die etwas

von COBOL verstehen, passen vermutlich

in einen VW-Bus, und umgekehrt

dürfte es kaum besser aussehen. Eine

Zeitlang kann jede Seite vielleicht ihre

eigenen Wege gehen und ihren Teil an

der gemeinsamen Aufgabe unabhängig

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Technik & Integration

47


Technik & Integration

Warum ein COBOL-Programmierer Java können sollte

– Weil Java heute einen sehr hohen

Verbreitungsgrad hat.

– Weil von Kunden immer häufiger

eine Anbindung bestehender

COBOL-Module an Java gewünscht

wird.

– Weil viele der neuen Architekturen

auf Java aufbauen.

– Weil Java die Schwächen von

COBOL im Bereich der Darstellung

von Informationen ausgleichen kann

und sich damit hervorragend als

Präsentationsschicht für COBOL-

Applikationen einsetzen lässt.

– Weil Java mittlerweile die wichtigste

Sprache für die Aufgaben der

Kommunikationstechnik ist.

Warum ein Java-Programmierer COBOL können sollte

– Weil viele der bestehenden Anwendungen

in COBOL geschrieben sind.

– Weil viele geschäftskritische

COBOL-Anwendungen auch in

Zukunft nicht abgelöst werden.

– Weil der Aufwand einer Neu-

Codierung der gleichen Funktionalität

in Java nicht zu rechtfertigen ist

(zeitlich, geldlich).

– Weil Java-Programmierer mit

Kenntnissen über COBOL und

Hostarchitekturen eine zentrale

Rolle in großen Integrationsprojekten

übernehmen können.

COBOL und/oder JAVA

– Weil auch COBOL eine plattformunabhängige,

stabile und standardisierte

Sprache ist, die einfach zu

lernen, zu verstehen und zu integrieren

ist.

– Weil COBOL sehr schnell ist

und rechenintensive Teile

in COBOL deutlich schneller

abgearbeitet werden als im

Java-Interpreterformat.

– Weil die wenigsten Projekte vollkommen

neu aufgesetzt werden,

sondern bestehende Teile miteinbezogen

werden müssen.

Viele Unternehmen setzen COBOL auch für die Entwicklung von

Web-Applikationen ein. (Angaben in Prozent, Mehrfachnennungen

möglich. Quelle: Micro Focus)

48 www.midrangemagazin.de März 2002

programmieren. Da es unbestritten Integrationsbedarf

zwischen vorhandenen

und neuen Systemen gibt, werden Fachleute

benötigt, die in der Lage sind, über

die jeweilige Mauer zwischen den Programmiersprachen

zu blicken. Die Probleme

sind nicht gering: Klassische

strukturierte COBOL-Programmierung

bedingt eine ganz andere Denkweise, als

sie für das objektorientierte Java verlangt

wird. Aber die COBOL-Welt

kommt um entsprechende Kommunikationstechnologien

nicht herum, wenn sie

sich zum Beispiel für Themen wie Multi-

View-Controller-Architekturen oder

Connectoren offen halten will.

Schwierig ist für den COBOL-Programmierer

nicht so sehr das Java-Programmieren

an sich. Hier ist genauso

wie bei COBOL oder jeder anderen

Programmiersprache eine Syntax zu

lernen. Allerdings ist COBOL prozedural

und Java objektorientiert. In

COBOL beschreibt man einen Workflow

in Form von Prozeduren, in Java

entsteht ein Workflow durch das Interagieren

von Objekten. Und in der

kleinsten Einheit, der Funktion bzw.

Methode, programmiert man in einer

bestimmten Syntax, die in beiden Sprachen

angenehm einfach ist. Andere Aspekte

unterscheiden sich schon deutlicher:

So sind Zugriffe auf Systemebene

und Speichermanipulationen in Java

aufgrund der umfangreichen Sicherheitskonzepte

gänzlich ausgeschlossen.

Selbst COBOL-Programmierer müssen

hier – in Maßen – umlernen. Früher verhielt

sich COBOL ähnlich, aber in den

letzten Jahren wurden – nicht zuletzt

unter dem Eindruck von C – in COBOL

Möglichkeiten eingebaut, auch systemnah

zu programmieren. Obwohl dies

im Vergleich mit der Pointer-Arithmetik

von C nur eingeschränkt möglich

ist, ist COBOL ja auch die Sprache für

kommerzielle Lösungen.

Darüber hinaus muss sich der COBOL-

Fachmann mit den neuen Begriffen der

Java-Welt befassen, auch wenn er dabei

oft entdecken wird, dass sich hinter einigen

„J-Worten“ altbekannte Techniken

verbergen. So entspricht JMS (Java Messaging

System) dem guten alten Ansatz,


über Messages unterschiedliche Systeme

miteinander zu verbinden. Wichtiger

aber ist, dass die Anwendungsarchitekturen

bei COBOL und Java völlig unterschiedlich

aussehen. Hier heißt es für den

COBOL-Entwickler: Er muss loslassen

können. Man muss zunächst alles vergessen,

was man vorher gelernt hat und sich

dann – ohne zu vergleichen und ohne zu

werten – auf das neue Konzept einlassen.

Dazu gehört nicht zuletzt das grundsätzlich

anders geartete Programmiermuster.

COBOL-Entwickler programmieren

strikt nach Vorgaben, aber erstellen

Anwendungsdesigns manchmal

mehr aus dem Bauch heraus; in ihrer

Welt gibt es nur wenig Designrichtlinien.

In Java gibt es hingegen mit den

Design-Patterns Muster für alle möglichen

Anwendungsaufgaben, um eine

saubere Architektur und Performance

sicherzustellen. Ein anderes Beispiel ist

die strikte Trennung zwischen den verschiedenen

Verarbeitungsschichten, die

auch für die COBOL-Welt von Vorteil

wäre. So wird in der J2EE-Architektur

klar getrennt zwischen Dialogebene,

Businesslogik und Datenzugriffs- und

Integrationsschicht. Java bietet außer-

Anzeige

Midrange MAGAZIN März 2002

dem eine Fülle von Standardobjekten,

die immer wieder benötigte Aufgaben

übernehmen und jederzeit eingebunden

werden können.

Gemeinsamkeiten

Oft liegen Java und COBOL aber gar

nicht so weit auseinander. Die Welt der

Java-Application Server, in der sich die

großen Java-Applikationen tummeln, ist

von der Mainframe-Welt gar nicht so

weit entfernt. Die Security- und Transaktionskonzepte

dieser Welt sind bei näherer

Betrachtung denen des Hosts sehr

ähnlich. COBOL-Programmierer können

hier mit ihren Erfahrungen aus der

Großrechnerwelt eine große Hilfe sein.

Im Java-Umfeld bewegen sich oft junge

Techniker, die sich mit der Sprache Java

an sich, mit grafischen Oberflächen usw.

hervorragend auskennen. Geht es aber

um Fragen wie Security und Transaktionen,

fehlen ihnen jedoch die Erfahrungen

mit großen, geschäftskritischen Anwendungen.

Hier drängt sich eine enge Zusammenarbeit

geradezu auf. Es ist für einen

gestandenen COBOL-Guru gewiss

nicht einfach, sich die Denkweise und die

Terminologien in der Java-Welt zu erar-

Technik & Integration

beiten, er hat schließlich oft seine besten

Jahre in völlig anderen Strukturen gedacht

und gearbeitet. Andererseits ist es

auch für einen Java-Programmierer nicht

so einfach, sich in die fremde COBOL-

Welt hineinzudenken. Die eigentlichen

Probleme liegen aber vermutlich in der

psychologischen Barriere zwischen den

beiden Welten. Da ist nicht nur die Angst

vor neuen Dingen, vor neuen Welten und

Technologien, in denen man nicht zu

Hause ist. So gibt es auf beiden Seiten eine

gewisse Arroganz und Hochnäsigkeit, die

die eigene Welt für die grundsätzlich bessere

hält. Der eine hält Java für überdrehten

Kinderkram, und der andere COBOL

für einen uralten Staubfänger. Und beide

merken gar nicht, dass sie sich gerade in

ihrem Hang zur Abgrenzung schon

wieder recht ähnlich sind.

Autorin: Ulla Schönhense ist

Manager Technical Services,

e-Business-Solutions von

Micro Focus in Dortmund.

Micro Focus Deutschland

85737 Ismaning

� 089/420940

� www.microfocus.de

49


Technik & Integration

Browser mit CHARISMA

Browser-Oberflächen werden auch für

betriebswirtschaftliche Anwendungen mittelfristig

Windows als Standard für grafische User

Interfaces ablösen. Damit verbunden ist

allerdings nicht eine rein kosmetische

Veränderung, sondern die Chance, die Software

über das Word Wide Web verfügbar zu

machen. Damit werden neue Nutzungsmöglichkeiten

eröffnet – zum Beispiel der Einsatz in

dezentralen Organisationen, die von jedem

Standort auf der Welt auf eine zentrale Lösung

und damit einen konsistenten Datenbestand

zurückgreifen können.

Vor allem für Niederlassungen,

Home Offices und mobile Außendienstmitarbeiter

stellt die Möglichkeit,

die Unternehmensanwendung jederzeit

und von jedem Ort aus zu nutzen, eine

erhebliche Arbeitserleichterung bei

gleichzeitig verbesserter Informationsqualität

dar. Aber auch im Rahmen der

unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit

– etwa in Supply Chains –

wird die Web-Fähigkeit von bestehenden

betriebswirtschaftlichen Lösungen

einen entscheidenden Produktivitätsgewinn

bringen.

Komplette Web-Fähigkeit

Web-Fähigkeit des kompletten Lösungsangebots

ist seit rund 18 Monaten zentraler

Bestandteil der Produktstrategie

des Kölner Software-Hauses GUS

Group AG & Co. KG. Als Ergänzung

zur chargenorientierten ERP-Lösung

Charisma wurde bereits im Jahr 2000

mit der in Java entwickelten Charisma

eSuite eine komplette e-Business-Umgebung

mit Shop (B2B und B2C), Produktkatalog,

Management-Tools und grafischem

Auskunftssystem bereitgestellt.

ERP in neuen Spheren

Mit der Vorstellung von eLogistIQ, der

integrierten Lösung für den Online-Versandhandel

und das Fulfilment, wurde

im vergangenen Jahr eine Java-Neuentwicklung

als Web-Anwendung zur Verfügung

gestellt. Zusätzliche Web-Services

für eLogistIQ und Charisma (zum

Beispiel Kunden- und Lieferanten-Portal

sowie ein webbasiertes Management-Informationssystem)

auf der Basis

von IBM Websphere (Net.Data) haben

diesen Trend in 2001 fortgeführt. Jetzt

hat das Software-Haus auch das aus

rund 3.000 Bildschirmmasken bestehende

Informationssystem Charisma

mit Hilfe des Websphere Development

Studios vollständig für das Web konvertiert.

Voraussichtlich zur CeBIT 2002

wird Charisma Release 8.0 mit voller

Web-Fähigkeit verfügbar sein.

Konvertierung von RPG

Im Herbst 2001 fiel der Startschuss für

die Konvertierung der RPG-Anwendung

mit dem Ziel, einerseits eine einheitliche

Browser-Oberfläche für sämtliche

Funktionen von Charisma (Einkauf,

Verkauf, Produktion, Planung, Kalkulation,

Materialwirtschaft, Qualitätsmanagement,

Budgetierung und Disposition)

sowie andererseits eine sichere Umgebung

für den Zugriff über das Web zu

schaffen. GUS-intern wurden dazu zwei

Wege parallel gewählt:

– Die 1:1-Umstellung sämtlicher Charisma-Masken

mit Hilfe von IBM

Websphere Development Studio

(WebFacing).

– Die Umsetzung aller Charisma-Funktionen

mit Hilfe des von der GUS entwickelten

Java Frameworks, auf dem

bereits eLogistIQ beruht.

Während die Umsetzung der speziellen

Funktionen auf der Basis des Java Frameworks

einer Neuentwicklung mit

50 www.midrangemagazin.de März 2002

dem Ziel weitest gehender Plattformunabhängigkeit

gleichkommt, zeigt die Erfahrung

mit Websphere Development

Studio, dass auch komplexe Anwendungen

wie Charisma schnell und vollständig

konvertiert werden können. Der entscheidende

Vorteil des WebFacing-Ansatzes

ist insbesondere, dass der

bestehende RPG- oder Cobol-Code

nicht verändert werden muss. Damit

kann die Release-Politik auch für Charisma

8.0 (Web) unverändert fortgeführt

werden.

Investitionsschutz

Für die Kunden der GUS Group bedeutet

dies Investitionsschutz sowohl bei

den Standardfunktionen von Charisma

als auch bei den zusätzlich entwickelten

Individualprogrammen und Modifikationen.

Mit WebFacing als Teil des Websphere

Development Studios kann jede

RPG- oder Cobol-Anwendung im Web

dargestellt werden. Im Gegensatz zu

Screen Scrapers, die auf dem Client zur

Laufzeit die Umstellung des klassischen

5250-Datenstroms besorgen, werden

die DDS serverseitig konvertiert und auf

dem Websphere Application Server als

Java Server Pages (JSP) hinterlegt. Die

Konvertierung erfolgt auf einem vorgeschalteten

Wintel-Server (mit Websphere

Development Tools), der die konvertierten

DDS anschließend zurück auf

den Websphere Application Server

transferiert (typischerweise iSeries, auf

der auch die RPG/Cobol-Anwendung

existiert; allerdings kann der Websphere

Application Server auch auf einem PC

laufen). Aus Performance-Gründen sollte

der PC äußerst komfortabel mit Systemressourcen

ausgestattet sein.

Das Entwicklungsteam unter Leitung

von GUS-Technologiechef John Muir

hatte zunächst mit überschaubaren

Funktionsbereichen von Charisma erste


Tests vorgenommen, um das Verhalten

der neuen Web-Lösung zur Laufzeit zu

messen. Dabei ergeben sich grundsätzlich

zwei Konfigurationsmöglichkeiten:

1. Charisma plus Websphere befinden

sich auf einer iSeries-Maschine. Wie sich

zeigte, entsprach die Performance dem

Verhalten der reinen Green-Screen-Anwendung.

Allerdings muss zusätzliche

Performance für Websphere bereitgestellt

werden. Erste Tests mit einem

Modell 170 zeigten deshalb ein nicht

zufriedenstellendes Antwortzeitverhalten.

Die vollständige Konvertierung und

die laufenden Tests erfolgen deshalb auf

einem Modell 270.

2. Alternativ kann Websphere auf einem

Wintel-Server installiert werden, während

die RPG-Anwendung und die Daten

auf einer kleinen iSeries residieren. Die

damit erreichte Performance-Verbesserung

wird allerdings durch Einbußen bei

der Stabilität des Gesamtsystems erkauft.

Besser gleich mit OS/400 V5

Die Erfahrungen zeigten zudem, dass

OS/400 Version 5 Release 1 auf der

iSeries installiert sein sollte. Die von

IBM dokumentierte Eignung für Vorgänger-Releases

(V4R5) hat sich in den

Projekten nicht als praktikabel bestätigt.

Versuche mit V4R5 haben zu erheblichen

Anfangsproblemen geführt, die

jedoch mit der ausgezeichneten Hilfe der

IBM Rochester (neue PTFs und Service

Packs) behoben werden konnten. Trotz

dieser Anlaufschwierigkeiten wurde das

Projekt schneller umgesetzt als geplant.

Die Web-Umstellung begann im September

2001, wobei das Entwicklungsteam

in der „heißen Phase“ aus drei

Mitarbeitern bestand. Seit Januar 2002

laufen die abschließenden Tests für die

rund 3.000 Bildschirmmasken, die das

Komplettsystem Charisma umfasst. Im

nächsten Schritt werden jetzt Pilotkunden

die webfähige Version in den produktiven

Einsatz übernehmen, um im

Rahmen der konkreten Arbeitssituation

Erfahrungen zur Performance und zur

Ergonomie der neuen Oberfläche zu gewinnen.

Einer der wichtigsten Vorteile

der neuen Web-Anwendung ist, dass auf

dem Client lediglich ein Browser (MS In-

Midrange MAGAZIN März 2002

ternet Explorer 5.0), HTTP sowie eine

Verbindung zu Websphere benötigt werden.

Zusätzliche Tools, wie sie bei Screen

Scraper typisch sind, werden nicht benötigt.

Ausgestattet mit einem Internet-Zugang

kann damit von jedem Laptop auf

der Welt ein autorisierter Zugang zu

Charisma gewährt werden. Ein unerlaubter

Zugriff auf Charisma oder die unternehmenskritischen

Daten kann weit gehend

ausgeschlossen werden. WebFacing

erlaubt zudem eine größtmögliche Flexibilisierung

beim Customizing.

RPG-Code bleibt erhalten

Während der bestehende RPG-Code

durch die Konvertierung nicht verändert

wird, kann die Browser-Oberfläche individuell

gestaltet werden. WebFacing

liefert dazu standardmäßig eine Reihe

von Browser-Templates, die weiter nach

Corporate Identity-Richtlinien modifiziert

werden können. Darüber hinaus

kann Charisma nun auch im Browser

mit weiteren Web-Anwendungen integriert

werden. Zusätzliche URLs, die auf

Web-Lösungen von Drittanbietern verweisen,

können ebenfalls eingebaut werden.

Unterstützt werden darüber hinaus

Pop-up Windows (für Detailinformationen)

sowie lokale formale Plausibilitätsprüfungen

per JavaScript.

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Technik & Integration

Entscheidend aber ist, dass die Browser-

Oberfläche nicht nur für den Charisma-

Standard, sondern auch für die beim

Kunden entwickelten Individualumgebungen

genutzt werden kann. Damit ist

theoretisch eine vollends durchgängige

Web-Fähigkeit bei allen Charisma-Anwendern

gegeben. Dennoch können -

zum Beispiel bei Arbeitsplätzen mit

Massendaten-Eingabe – auch jederzeit

die gewohnten Green Screen- oder GUS-

GUI-Oberflächen eingeschaltet werden.

Zukünftige Releases werden also sowohl

Browser-, Windows- als auch

5250-Darstellungen ermöglichen.

Websphere Development Studio hat sich

bisher als äußerst stabiles Werkzeug erwiesen

– insbesondere, wenn es auf der

iSeries eingesetzt wird. Außerdem bietet

das Softwarehaus GUS dazu jederzeit

kompetente Beratung.

Der Autor Martin Vollmer ist Leiter

Produktmarketing bei der GUS Group

AG & Co. KG.

GUS Group AG & Co. KG

D-50968 Köln

� (+49) 0221/37659-0

� www.gus-group.com

51


Technik & Integration

Speichernetze im Mainframe-Umfeld

Von ESCON zu FICON

Mainframes haben unverändert eine eminente

Bedeutung in den Rechenzentren etwa von

Banken, Versicherungen und großen Industrieunternehmen.

Speichernetze waren dort schon

ein alter Hut, als sie unter dem Stichwort SAN

bei Open Systems als das Nonplusultra gefeiert

wurden. Die zugrunde liegende Technologie –

Escon – ist freilich in die Jahre gekommen.

Befruchtet – nicht zuletzt von der im Open-

Systems-Bereich dominierenden Fibre-Channel-

Technologie – wurde mit Ficon ein neues

Kommunikationsprotokoll entwickelt, das nun

bereit steht, Escon abzulösen.

Was die Fibre Channel Arbitrated

Loop-Technologie (FC-AL) für

SAN-Konfigurationen in Open-Systems-Umgebungen

darstellt, war für

lange Jahre Escon (Enterprise Systems

Connection) in der Mainframe-Welt: In

den frühen 1990er Jahren von IBM entwickelt

und auf den Markt gebracht, hat

sich die Escon-Technologie als Standard

in den meisten Rechenzentren weltweit

durchgesetzt. Basierend auf Glasfaserkabeln

und auf Escon-Directors genannten

Switching-Komponenten diente sie

der Verbindung von S/390-Mainframes

Beispiel einer FICON-Konfiguration

(und Kompatiblen) untereinander und

der Anbindung von Storage-Einheiten,

lokalen Workstations und anderen Devices

über so genannte Channels.

Zukunft mit Fiber-Technologie

Als Nachfolge-Technologie setzt im

Mainframe-Bereich mittlerweile Ficon

(Fiber Connectivity) an, Escon abzulösen.

Die Escon-Technologie ist

inzwischen doch sehr bejahrt und kann

die steigenden Anforderungen in den Rechenzentren

der Unternehmen oft nicht

mehr erfüllen. Die Ficon-Technologie verspricht

für die Anwender eine Reihe von

Verbesserungen und Erleichterungen.

Da sich pro Kanal je nach konkretem

Umfeld vier- bis achtmal, manchmal

noch mehr Geräte konsolidieren lassen,

als das mit der Escon-Technologie möglich

war, kommt es durch die Zusammenfassung

der zahlreichen Escon-

Channels zu einer dramatischen Vereinfachung

im Aufbau und beim

Management von SAN-Fabrics. Mit der

Verminderung der Channels geht eine

Reduzierung der Verbindungen einher.

Das bedeutet auch eine Verringerung

des Aufwands und der Kosten für die

Überwachung von Kabeln.

Auch in anderer Hinsicht bedeutet die

Migration von Escon zu Ficon eine erhebliche

Vereinfachung des System-Managements.

Mit System Automation für

OS/390 und zSeries 900 Server bietet

IBM für Ficon-Umgebungen eine Lösung

an, die dem Anwender einen Single

Point of Control zur Verfügung stellt

und ein zentrales, proaktives Connectivity-Management

in aktiven I/O-Konfigurationen

erlaubt.

Ficon bietet eine höhere Performance

und ermöglicht durch eine verbesserte

Netzwerk-Performance über größere

Distanzen höhere Flexibilität beim Auf-

52 www.midrangemagazin.de März 2002

bau von Netzen. Während Escon im

Half-Duplex-Modus eine maximale

Channel-Link-Geschwindigkeit von 17

MBit pro Sekunde über Entfernungen

bis zu drei Kilometern erreicht, realisiert

Ficon mit Full-Duplex 100 MBit und 20

Kilometer. Mit Hilfe von zwischengeschalteten

Repeatern lassen sich die Distanzen

zwar noch wesentlich steigern.

Trotzdem aber vermindert sich die Leistung

von Escon-Channels schon nach

neun Kilometern spürbar, während Ficon

auch über eine Entfernung von rund

100 Kilometern eine annähernd konstante

Leistung erbringt.

ANSI ist realisiert

Ficon verfügt über einen so genannten

Mapping Layer, der auf dem ANSI Fibre

Channel-Physical and Signaling Interface

(FC-PH) basiert, das die Signale,

die Verkabelung und die Übertragungsgeschwindigkeiten

spezifiziert. Das

heißt nichts anderes, als dass Ficon und

Fibre Channel problemlos miteinander

kommunizieren können. Unternehmen

benötigen deshalb für ihre Fabrics im

Mainframe-Bereich keine dezidierten

Escon Directors mehr, sondern können

diese mit Standard Fibre Channel-

Komponenten aufbauen. „Bei der Verwendung

von Directors der 6000er-Serie

von McDATA ist es dank der gemeinsamen

Architektur von Ficon und

Fibre Channel sogar möglich, die selbe

Hardware-Plattform zusammen sowohl

in Mainframes als auch in Open

SANs unter Windows NT und Unix

einzusetzen“, erklärt Richard Search,

Vice President Marketing bei McDA-

TA. „Das spart ebenso wie die Verminderung

der benötigten Verkabelung erhebliche

Investitionskosten und bedeutet

erhöhten Investitionsschutz.“

Aufgrund der technischen, finanziellen

und administrativen Vorteile der neuen


Technologie werden viele Unternehmen

ihre Mainframes von Escon auf Ficon

upgraden. Nach Schätzungen sind weltweit

derzeit rund eine Million Escon-

Ports installiert, die sich für eine solche

Aufrüstung eignen. Allerdings ist nicht

zu erwarten, dass alle tatsächlich auch

durch Ficon-Ports ersetzt werden. Es

gibt zahlreiche Installationen, in denen

Escon den Anforderungen heute und in

absehbarer Zukunft genügen können

wird. Trotzdem dürfte der Bedarf an

Lösungen für die Migration auf Ficon

gewaltig sein.

Weltweit installierte Basis

Es gibt derzeit nur zwei Anbieter, die

Escon-Nutzern Ficon-Connectivity anbieten

können. Gegenüber seinem

Wettbewerber hat McDATA, der Weltmarktführer

bei Fibre Channel Directors,

in verschiedener Hinsicht gewaltige

Wettbewerbsvorteile. Da ist

zunächst die installierte Escon-Basis,

die weltweit insgesamt zu 94 Prozent

auf McDATA Directors basiert. Auch

in den Speichernetzwerken der Fortune

100-Unternehmen dominiert der Hersteller

mit einem Anteil von mehr als 80

Prozent. Noch überwältigender ist die

Dominanz, wenn man Speichernetzwerke

für Mainframe- und Open-Systems-Umgebungen

zusammen nimmt,

bei denen etwa 96 Prozent aller Directors

von McDATA hergestellt wurden.

Dazu kommt, dass das Unternehmen in

diesem Bereich kein Newcomer ist, sondern

als Pionier der Director-Technologie

über mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung

mit High-End-Produkten in diesem

Bereich verfügt. „McDATA hat

schon 1994 den ersten Escon-Director

für IBM ausgeliefert“, so Search. „Die

aktuelle 6000er-Serie repräsentiert

bereits die fünfte Generation von Backbone

Directors von McDATA.“

Seine marktführende Position verdankt

das Unternehmen vor allem dem weiten

technischen Vorsprung seiner Directors

vor dem Wettbewerb. Ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal

ist das Any-to-

Any Non-Blocking-Design der Geräte,

das sicherstellt, dass an jedem Port –

unabhängig vom Traffic an den ande-

Midrange MAGAZIN März 2002

ren Ports – die volle Bandbreite zur Verfügung

steht. Dazu kommen die volle

Redundanz aller kritischen Komponenten,

automatisches Failover und die

Möglichkeit, kritische Komponenten

unterbrechungsfrei auszutauschen,

aufgrund derer McDATA eine Verfügbarkeit

von 99,999 Prozent garantieren

kann: Das entspricht einer theoretischen

Ausfallzeit von nur fünf Minuten

im Jahr. Weitere Pluspunkte sind die

Multiprotokoll-Fähigkeit, die automatische

Fehlersuche und die Card-Level

Upgrade-Möglichkeit auf bis zu 2 und

sogar 10 GBit pro Sekunde, ohne das

Chassis auszutauschen.

Um Anwendern den Umstieg von Escon

auf Ficon zu erleichtern, bietet McDA-

TA gemeinsam mit IBM seit neuestem

mit dem Ficon Management Server eine

Software-Lösung an, die ein In-Band-

Management von Directors der 6000er-

Serie durch System Automation für

OS/390 und zSeries 900 Server erlaubt.

Dadurch ist eine übergreifende und automatisierte

Steuerung von Ficon- und

Escon-Speichernetzwerken über eine

zentrale Management-Konsole, die auf

dem Host liegende System Automation-

Software, möglich. Die Ficon Management

Server-Software bietet die gesamte

Palette an Management-Funktionen des

Enterprise Fabric Connectivity Managers

(EFCM) von McDATA, arbeitet

allerdings im Hintergrund. Dadurch

können die Mainframe-Kunden von

IBM, die einen Director der 6000er-Serie

von McDATA installiert haben, über

eine zentrale Steuerungseinheit mit allen

Möglichkeiten eines proaktiven Managements

verfügen, die voll in eine vorhandene

Escon/Ficon-Umgebung integriert

ist.

Autor: Dr. Jörg Bachmann,

freier Journalist, Mannheim

McDATA Technology Systems GmbH

D-85501 Ottobrunn

� (+49) 089/60739776

� www.mcdata.com

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Technik & Integration

53


Marktübersicht

Speichern, Drucken und Verwalten

54 www.midrangemagazin.de März 2002

Massenspeicher

und Spezialdrucker

Massenspeicher zeichnen sich durch Aufnahmefähigkeit, Spezialdrucker insbesondere durch Ausgabefähigkeit aus. Beiden gemein sind die Anforderungen,

die unternehmensintern an sie gestellt werden: In Stoßzeiten ist Massenverarbeitung gefragt, die schnell und sicher erledigt werden muss.

Die Massenspeicher bedürfen dabei noch einer gewissen „Fürsorge“, werden wohl temperiert untergebracht und damit zu Höchstleistungen beflügelt.

Bei der Druckerauswahl sind die örtlichen Gegebenheiten und Beanspruchungsgrade die Konstanten, auf deren Basis die richtige Entscheidung

getroffen werden muss.

Die clevere Entscheidungsfindung beim

Drucker-Kauf folgt – zumindest im Privatbereich

– einem einfachen Gesetz:

Wer sich bei der Anschaffung von

Niedrigstpreisen blenden lässt, zahlt im

Anschluss oft eine teure Zeche. Die Kosten

für Zubehör übersteigen den Anschaffungspreis

oft schon binnen weniger

Monate, wer knappe 45 Euro für

den Wechsel seiner Farbpatrone ausgeben

muss, hat seine Lektion für den

nächsten Hardware-Wechsel wahrscheinlich

gelernt...

Im Unternehmensumfeld spielen diese

Kosten – sowohl Anschaffungs- als auch

Zubehörpreis – ebenfalls eine Rolle,

wichtiger aber ist die sprichwörtliche

Zuverlässigkeit der gewünschten Lösung.

Zu dieser Zuverlässigkeit kann der

User durchaus beitragen, indem er vor

der Auswahl das zukünftige Umfeld der

Hardware genau sondiert. Tintenstrahldrucker

haben in Kühlhäusern ebenso

wenig Chancen, einen guten Ausdruck

und damit Eindruck zu hinterlassen, wie

eingesetzte Lösungen in staubigen Pro-

duktionshallen, die sich durch „Offenheit“

auszeichnen. Für jedes nur erdenkliche

Umfeld bietet der Markt inzwischen

spezialisierte Lösungen an: hitze- und

kältetaugliche, gegen (fast) jegliche äußeren

Einflüsse unempfindliche, Stand Alone,

Einbau-, Unterbau- und auch tragbare

Geräte im Mini-Format. Letztere kommen

häufig in Verbindung mit

Handhelds – wie zum Beispiel Palm III –

zum Einsatz und ermöglichen eine Belegausgabe

direkt vor Ort, einschließlich

Barcodes, alphanumerischer Daten und


Grafiken mit vergleichsweise hoher Auflösung

auf Thermopapier beispielsweise.

Andere Kombinationen verfügen zusätzlich

über einen integrierten Barcode-

Scanner: So können Daten mobil erfasst,

verarbeitet und im Anschluss gleich Belege

ausgedruckt werden.

Drucker clever steuern

Neben Spezialdruckern für jegliche Umgebungen

bieten einige Hersteller

inzwischen auch passende Software an,

die durch die Nutzung moderner Kommunikationskanäle

die Bedienungssicherheit

und Effizienz deutlich erhöhen

soll. Mit diesen Lösungen kann auch die

Integration und Ansteuerung der Drucker

im Netzwerk erheblich vereinfacht

werden.

Wenn zum Beispiel für den reibungslosen

Betrieb verschiedener, verteilt untergebrachter

Barcode-Drucker nur ein

Mitarbeiter verantwortlich ist, kann

dieser ohne Software-Support kaum

Anzeige

Midrange MAGAZIN März 2002

sämtliche Hardware im Dauergriff haben.

Clevere Software lässt ihn

beispielsweise via e-Mail wissen, dass

der Printer am Standort X neue Thermotransferfolie

benötigt – der Administrator

kann sofort reagieren. Diese Messages

können auch via Pager, SMS, Internet,

LAN, WAN oder Funknetzwerk

übermittelt werden. Der Vorteil: Probleme

werden schneller behoben, Produktionsstillstände

minimiert.

Barcode-Drucker müssen nicht nur flexibel

in unterschiedlichsten Umgebungen

betriebsbereit sein, sondern auch

einen hochauflösenden Output sicherstellen,

damit eine hohe Erkennungsgenauigkeit

garantiert ist. Der Barcode-

Reader oder -Scanner muss in der Lage

sein, die relativen Breiten und Abstände

der einzelnen Striche genau zu erkennen,

um diese Informationen dann mit

anderen, in Datenbanken hinterlegten

Zusatzinformationen, in Verbindung

zu bringen.

Thermo-Etiketten

Marktübersicht

Neben der Qualität der Drucker spielt

auch die Auswahl der Technik und die

der Papierqualitäten eine Rolle. Was

zum Beispiel entscheidet ein Thermo-

Etikett von einem Thermtransfer-Label?

Thermo-Etiketten sind hitzeempfindlich

und sollten nicht direkter Sonnenstrahlung

ausgesetzt werden. Ein Fahrradkurier

hätte in südlichen Ländern nach einer

4-Stunden-Tour im August wahrscheinlich

Probleme, die auf dem Etikett

hinterlegten Informationen noch zu lesen.

Ebenso wenig sind Thermo-Etiketten

erste Wahl, wenn das Material starken

Belastungen wie Kratzen oder Reiben

ausgesetzt ist oder die Etiketten in

feuchten Umgebungen aufgeklebt werden.

Auch auf Oberflächen, die Weichmacher

enthalten, hat ein Thermo-Etikett

nichts zu suchen. Hier sind Thermotransfer-Etiketten

gefragt, die mit

Hilfe spezieller Verfahren gegen äußere

Einflüsse resistent gemacht wurden.

55


Marktübersicht

Etiketten von morgen

Der Barcode hat sich als praktikable

Chiffriermethode erwiesen und als Standard

durchgesetzt. Inzwischen steht mit

so genannten „Smart Labels“ schon eine

Nachfolge-Technologie in den Startlöchern,

die sich der Radio Frequency

Identification (RFID) bedient. Hier werden

Informationen via Funkwellen übertragen,

ein Smart Label ist quasi ein erweitertes

Etikett mit integrierter Antennen-Chip-Kombination.

Verfechter

dieser neuen Form des Labelling nennen

die Lesbarkeit ohne Sichtkontakt und

die beliebig häufige Veränderung oder

das Löschen von Daten als bedeutendste

Vorteile.

Ein Datenvolumen von mehr als 360

Bits findet auf diesen smarten Etiketten

Platz, mit den entsprechenden Scannern

können mehrere Labels gleichzeitig gelesen

werden. Für den Einmalgebrauch

sind diese Ident-Kleber aber wohl weniger

brauchbar – im Vergleich zum simplen

Ausdruck eines Barcodes sind sie

entsprechend teuer. Wer aber einen nur

sukzessive veränderlichen Bestand im

Auge – und damit im Scanner – haben

will, könnte mit dieser Zukunftstechnologie

interessanten Mehrwert generieren.

Regale lehnen falsch einsortierte

Produkte via Transponder und Signalton

schlicht und ergreifend ab; in Bibliotheken

eingesetzt, könnte zum Beispiel

die monatliche Lesezeit, die mit einem

bestimmten Buch verbracht wird, genau

protokolliert werden.

Massen speichern

Im Bereich des Massenspeichers stehen

verschiedenste Technologien zur Auswahl,

die in ihren Grundlagen zum Teil

Massenspeicher und Spezialdrucker

deutlich differieren. Eine geläufige Klassifizierung

ist die in Primär-, Sekundärund

Backup-Datenspeicher. Erstere nutzen

das Random Access-Verfahren, bei

dem der direkte Zugriff auf Magnetplatten

erfolgt, in diese Gruppe gehören

auch RAM-Laufwerke. Sekundärspeicher

haben den Nachteil, dass der Zugriff

auf die hier untergebrachten Daten

erst nach Einlegen des Datenträgers

möglich ist. Hierzu zählen zum Beispiel

der Einsatz von Jukeboxen mit CD-

ROM, aber auch Disketten- und magnetische

Wechselplatten-Laufwerke. Zum

Backup-Datenspeicher zählt man landläufig

den Massenspeicher, bei dem die

Suche nach Informationen in der Reihenfolge

stattfindet, in der sie auf dem

Datenträger hinterlegt sind.

Heute schon rotiert?

Wer einen Blick in das Innere einer Festplatte

riskiert stellt verblüfft fest, dass

eine eigentlich simple Technik den Zugriff

auf derlei große Datenmengen ermöglicht:

Das Innenleben besteht aus

einem Elektromotor, der eine oder mehrere

Scheiben auf einer Achse mit

möglichst hoher Drehzahl bewegt.

Diese Scheiben verfügen über eine magnetische

Oberfläche über denen die

Schreib- und oder Leseköpfe an „Armen“

schweben. Auf den ersten Blick

erinnern sie an alte Plattenspieler und

sorgen dafür, dass sich die Schreib- und

Leseköpfe auf der jeweils „richtigen

Spur“ befinden.

Da die Speichermedien auf äußere Einflüsse

empfindlich reagieren, sind Speicherscheiben

und Schreib-/Leseköpfe

im Inneren der Platte abgeschirmt.

Staub und Feuchtigkeit haben keine

56 www.midrangemagazin.de März 2002

Chance auf Entree, so dass gute Laufleistung

und hohe Lebensdauer der

Speicherplatten sichergestellt sind. Die

durch die Rotation der Scheiben entstehende

Wärme stellt für die Hersteller

von Speichermedien eine Herausforderung

dar: Zwischen „Parkzeiten“ und

„Vollgas“ liegen ja bekanntlich deutliche

Temperaturunterschiede, durch die

sich Materialien ausdehnen. Diese

Temperaturunterschiede gilt es zu minimieren,

damit die Schreib- und Leseköpfe

bei ihren Aktivitäten auch wirklich

auf den Punkt kommen.

Plattenpool

Die Rechenzentren von Großkonzernen

versetzen so manchen Besucher in Erstaunen.

Erstaunen über den geringen

Platzbedarf, den die immensen Datenmengen

heute noch benötigen. Parallel

dazu hat der Massenspeicher in den letzten

Jahren auch an Kostenintensität verloren.

Mittlerweile ist ein Megabyte für

deutlich weniger als einen Cent zu haben;

1 Gigabyte Speicherplatz in Form

eines IBM Microdrive nimmt nur noch

4,6 x 3,4 Zentimeter in Anspruch und

ist so erschwinglich geworden, dass so

mancher Hobbyfotograf ihn locker in

seiner Hosentasche mit sich herumträgt.

Die Zeiten, in denen ein Plattencrash einer

ausgereiften Katastrophe gleichkam,

sind längst vorbei: Ein-Platten-

Systeme sind out, vielmehr wird auf

RAID (Redundant Array of Independent

Disks) gesetzt – einem Pool von

Platten, der sich nach außen wie eine

einzige verhält. Der Datendurchsatz

wird so verbessert, die Sicherheit erhöht:

Fällt eine Platte aus, übernimmt sofort

eine andere – Downtime ade. Wer mehr

Speicher braucht, steckt in seine Racks

einfach eine zusätzliche Platte hinzu –

fertig. Und was für viele Großunternehmen

längst Usus ist, setzt sich auch im

Privatbereich durch: Viele Home-User

haben die Technik der verteilten Daten

auch auf ihrem PC implementiert und

nutzen RAID, um einem Datenverlust

vorzubeugen.

M.W.


Marktübersicht

Anbieter Spezialdrucker

Anbieter, Ort,

Tel., Internetadresse

Massenspeicher und Spezialdrucker

Avery Dennison, Eching,

(+49) 08165/925-299, www.machines.averydennison.com • • • •

Massenspeicher und Spezialdrucker

Wir haben mit unseren Marktübersichten

nicht nur Software abzudecken, auch ein

Blick in die Hardwarelandschaft muss

erlaubt sein. Für diese Ausgabe haben wir

uns zwei periphere Themen ausgewählt:

Massenspeicher und Spezialdrucker.

Massenspeicher

Die ganze Welt ist im Speicherwahn und

wir sind voll dabei! Die Entwicklung,

die uns in der jüngsten Vergangenheit

die Explosion der Speicherdimensionen

im PC-Bereich beschert hat, ist zwar im

Host-Bereich nicht ganz so dramatisch,

da wir hier weniger mit MP3-Dateien,

Videoclips und gigantischen Spielegrafiken

arbeiten, trotzdem müssen wir hier

lernen, von Gigabyte auf Tetrabyte umzudenken

und Speichermedien finden,

auf denen die Datenmengen unserer

58 www.midrangemagazin.de März 2002

in Deutschland (D)

BDT, Rottweil,

(+49) 0741/248155, www.bdt.de • • • • • •

Bluhm Systeme, Unkel,

(+49) 02224/77080, www.bluhmsysteme.com • • • • • • • •

Etimark, Bad Nauheim,

(+49) 06032/8091-0, www.etimark.de • • • • •

GLOBOS, Hannover,

(+49) 0511/61659630, www.globos.de • • • • •

H.G.L. Barcodesysteme, Eckental,

(+49) 09126/2559-0, www.hgl.barcodesysteme.de • • • • • •

Hammer & Partner, Sinsheim,

(+49) 07261/1896, www.khup.de • • • • • •

IBM, Stuttgart,

(+49) 0711/785-0, www.ibm.com/de

IBM Schweiz, CH-Zürich,

(+41) 058/3334455, www.ibm.ch

Verfügbar Druckertyp

in Österreich (A)

in der Schweiz (CH)

Etikettendrucker

• • • •

Olympus, Hamburg,

(+49) 040/23773-0, www.olympus.de • • • •

Opto Logic, CH-Châtel-St.-Denis,

(+41) 021/9480880, www.optologic.ch • • • • • •

Seiko, Neu-Isenburg,

(+49) 06102/297-0, www.seiko-instruments.de • • • • • •

Semitron, CH-Zurzach,

(+41) 056/2696040, www.semitron.ch • • • • • •

Wien Computer Expert, Norderstedt,

(+49) 040/535707-0, www.wien-computer.de • • • • • • •

Barcodedrucker


Abschneidedrucker

Bondrucker

Flachbettdrucker

Einbaudrucker

kommerziell genutzten Systeme nicht

nur online gespeichert, sondern auch

offline gesichert werden können.

Spezialdrucker

2- oder 3-Stationen Drucker

mobile Drucker

Uns war für diese Marktübersicht wichtig,

einen Blick auf Drucker für spezielle

Einsatzmöglichkeiten wie Etiketten-,

Abschneide-, Flachbett-, oder Barcodedrucker

zu werfen.

Deshalb bitten wir all die Herstellen von

Standarddruckern um „Vergebung“, dass

wir die zum Teil zurückgeschickten Ta-


Anbieter Massenspeicher

Anbieter, Ort,

Tel., Internetadresse

bellen in dieser Marktübersicht nicht veröffentlichen

können. Für beide Tabellen

gilt, dass wir gleichartige Einzelgeräte zu

Produktfamilien zusammengefasst haben,

d.h. die angegebenen Leistungsdaten

sind zum Teil Maximalwerte.

Schauen Sie im einzelnen Bedarfsfall auf

den Internet-Produktseiten der Anbieter

vorbei, um die Leistungsmerkmale der

Einzelprodukte detailliert abzurufen.

Die Anschlussmöglichkeiten an Hardwareplattformen

sind uns primär für

Massenspeicher wichtig gewesen, des-

Massenspeicher und Spezialdrucker

Midrange MAGAZIN März 2002

halb auch die Zuordnung zu dieser Kategorie.

Drucker hingegen sind universeller

einsetzbar, deshalb liegt der Fokus

hier mehr auf Typen und Technologien.

Magazin und Internet

Unsere Tabellen im Heft bieten Ihnen

Basisinformationen. Den kompletten,

Überblick erhalten Sie auf unserer

Internetseite. Klicken Sie sich ein

auf http://www.midrangemagazin.de/

magazine_mue.cfm.

R. E.

Verfügbar Anschluss an Speichertyp

in Deutschland (D)

Adcomp, CH-Spreitenbach,

(+41) 01/7464114, www.adcomp.ch • • • • • • •

Adcomp, CH-Spreitenbach,

(+41) 056/4186411, www.adcomp.ch • • • • • • •

ADIC Germany, Hallbergmoos,

(+49) 0811/99871-0, www.adic.com • • • • • • •

BDT-Solutions, Rottweil,

(+49)0741/248-0, www.bdt.de • • • • • • • •

Dell Computer, Langen,

(+49) 0800/2893355, www.dell.de

Dell Computer, CH-Genf,

(+41) 022/7990200, www.dell.ch

EMC Deutschland, Schwalbach,

• • • • • •

(+49) 06196/4728-0, www.emc2.de

EMC Computer-Systems, CH-Schlieren,

(+41) 01/7554545, www.emc2.ch

IBM, Stuttgart,

• • • • • • • •

(+49) 0711/785-0, www.ibm.com/de

IBM Schweiz, CH-Zürich,

(+41) 058/3334455, www.ibm.ch

• • • • • • • •

LSI LOGIC, München,

(+49) 089/45833-352, www.lsilogicstoragesystems.com • • • • • • •

MCE, Ottobrunn,

(+49) 089/60807-0, www.mce.de • • • • • • •

Overland Data, Dornach,

(+49) 08994/490212, www.overlanddata.com • • • • • • •

PSP, Hahnstätten,

(+49) 06430/2222, www.psp.net • • • • • • •

Quantum ATL Products, Darmstadt,

(+49) 06151/85599-0, www.quantum-atl.com • • • • • • •

Quantum, GB-London,

(+44) 01/344353523, www.quantum.com • • • • • • •

UBL, Neu-Isenburg,

(+49) 06102/303-3, www.ubl-is.de • • • • • • • •

in Österreich (A)

in der Schweiz (CH)

iSeries (AS/400)

pSeries (RS/6000)

xSeries (Netfinity)

zSeries (/390)

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Festplatten

Festplatten-Subsysteme

Bänder

Tape-Libraries / Autoloader

Marktübersicht

59


Marktübersicht

Exposés ohne Makel

Die konjunkturelle Flaute macht auch vor

dem Immobilienmarkt nicht halt. In dieser

schwierigen Zeit gilt es, die zu vermittelnden

Objekte besonders hochwertig zu präsentieren.

Das Exposé ist die Visitenkarte des Maklers –

es motiviert die Kunden zur Besichtigung

des Objekts und schafft Vertrauen in die

Expertise des Maklers.

Gestalten und Präsentieren

Mit Exposés erzielen Immobilienmakler

den entscheidenden ersten Eindruck bei

ihren Kunden. Die Aufbereitung und

Präsentation der Unterlagen entscheidet

mit über den Erfolg der zu vermittelnden

Objekte.

Eine Vielzahl von Faktoren haben auf die

Gestaltung Einfluss. Das beginnt bei der

Auswahl des Papiers: Die Wahl von Papiersorten,

die schwerer als das übliche

80-Gramm DIN A4-Papier sind, verleiht

dem Exposé einen massiveren, gehaltvolleren

Eindruck. Bei der Benutzung von

Hochglanzpapier kann der Makler seinem

Exposé eine elegante Note verleihen.

Auch die Art der Bindung vermittelt

eine Botschaft. Die Seiten sollten immer

zusammengefügt sein. Eine Lose-Blatt-

Sammlung macht stets den Eindruck des

unvollkommenen Entwurfs.

Illustrationen mit Grafiken

Erfahrungsgemäß ziehen fotorealistische

Gebäudegrafiken die Aufmerksamkeit

des Lesers auf das betreffende Ge-

Das Haus, meine Karte

bäude. Im Gegensatz zu den üblichen

Foto-Totalen können damit interessante

Details betont werden. Mit Hilfe von

Grundriss-Grafiken kann sich auch ein

Laie schnell in einer Wohnung zurecht

finden. Dies gilt vor allem für Dach- und

Maisonettewohnungen.

Umfrage unter Maklern

Voraussetzung für die wirkungsvolle

Präsentation farbiger Illustrationen ist

die Wahl eines professionellen Farbsystems,

das in der Lage ist, Fotos in hoher

Auflösung und farbgetreu auszugeben.

Gleichzeitig sollte dieses System die

Farbseiten wirtschaftlich produzieren.

Der große Aufwand für die Produktion

farbiger Daten führt in der Regel zu einem

hohen Seitenpreis für Farbe. Eine

Minolta-Umfrage unter Immobilienmaklern

hat ergeben, dass Farbseiten

dort erheblich wirtschaftlicher und effizienter

produziert werden könnten, als

dies derzeit der Fall ist.

Werden heute nur noch etwa 20% aller in

deutschen Büros ausgegebenen Seiten gedruckt,

so beträgt der Anteil der kopierten

Seiten bei Maklerbüros fast 50%. Ein

wichtiges Ergebnis dieser Untersuchung

ist, dass Immobilienmakler einen großen

Effizienz- und Wirtschaftlichkeitsgewinn

mit modernen Farbsystemen erzielen

könnten. Sie passen ideal zum Druckund

Kopierbedarf der Maklerbüros.

Bei der Anschaffung von Farbsystemen

sind die Kosten genau zu kalkulieren.

Dabei ist der Anschaffungspreis der Geräte

nur ein Faktor von vielen, da moderne

Finanzierungssysteme wie Leasing

oder Miete lohnenswerte Alternativen

zum herkömmlichen Kauf sein

können. Langfristig entscheidend sind

die laufenden Kosten, die bei der Farbproduktion

anfallen. Besonders ungünstig

schneiden dabei die Tintenstrahldrucker

ab, deren Seitenpreise bis zu 1 Euro

60 www.midrangemagazin.de März 2002

betragen können. Bei Laserdruckern

liegt der Preis immerhin noch zwischen

3 Cent im S/W-Bereich und 35 Cent bei

der Farbausgabe. Die S/W-Ausdrucke

auf Faxgeräten kosten dagegen nur

noch 5 bis 12 Cent. Ungeschlagen sind

laut aktuellen Untersuchungen aber digitale

Kopiersysteme, auf denen der

Ausdruck im S/W-Bereich nur noch zwischen

3 und 12 Cent kostet.

Vielseitige Lösung

Die Farbkopierer der jüngsten Generation

bestechen neben ihrer Wirtschaftlichkeit

auch durch Vielseitigkeit. Sie

können nicht nur als Netzwerkdrucker,

sondern auch als Kopierer und Scanner

eingesetzt werden und unterscheiden automatisch

S/W- von Farb-Seiten. Zahlreiche

Finishing-Funktionen, wie z.B. Lochen,

Sortieren und Heften, vervollständigen

den Auftritt als Allrounder. Sie

helfen den Maklern, ihre Unterlagen

komplett im eigenen Büro auszufertigen.

Moderne Farbkopierer nutzen die

neuesten technischen Entwicklungen.

Durch Verfahren wie der Tandem-Technik

(die weitgehende Trennung von Papierweg

und Druckvorgang) erreichen

sie außergewöhnlich hohe Druckgeschwindigkeiten

von bis zu 20 Farbseiten

pro Minute. Auch hinsichtlich der

Bildqualität werden neue Maßstäbe gesetzt.

Mit den Farbkopierern der neuesten

Generation erhalten Maklerbüros

die idealen Ausgabesysteme für die effiziente

und wirtschaftliche Produktion

der Farbexposés der Zukunft.

Autor: Alfons Brett,

Minolta Europe GmbH

Minolta Europe GmbH

D-30855 Langenhagen

� (+49) 0511/7404-0

� www.minolta.de


Im Kompetenzzentrum Kälte der Bosch und

Siemens Hausgeräte GmbH (BSH) in Giengen

werden Kühlgeräte mit anspruchsvollen

Verpackungslabels für den Versand bestückt. Für

diese hochpräzise Aufgabe vertraut man dort

auf die Zuverlässigkeit und Leistungskraft von

10 Printronix Thermotransferdruckern T5306,

die zuverlässig und schnell identifizierende

Etiketten im Dauereinsatz drucken.

Nach der Produktion gelangen die

Kühlgeräte in „chaotischer“ Reihenfolge

über Weichensteuerung auf die

Verpackungslinien der Verpackungsabteilung.

Jedes Gerät ist während des gesamten

Herstellungsablaufs und Trans-

Anzeige

Thermodrucker im Hochleistungseinsatz

Midrange MAGAZIN März 2002

portvorgangs bereits mit einem identifizierenden

Etikett versehen worden, das

nun – am Endpunkt der Reise – ein letztes

Mal von einem Scanner gelesen wird.

Darüber werden die Geräte für die Verpackungslinie

nun eindeutig identifiziert

und Informationen den Etikettendruckern

übermittelt.

Fertig zum Transport

Doch bevor die Drucker ihre Aufgabe erfüllen

können, muss der eigentliche Verpackungsvorgang

erfolgen. Dazu werden

die Geräte an jeder Verpackungslinie von

mehreren Mitarbeitern dem Typ entsprechend

gepolstert, mit einem Karton versehen

und für die Polypropylen-Bandumreifung

vorbereitet; anschließend werden

Marktübersicht

Heiß auf kalt

die Geräte auf einer Drehstation in die

richtige Position für die Ausgangsetikettierung

gebracht. Jede Verpackungslinie

wird an ihrem Ende von zwei Thermotransferdruckern

T5306 flankiert, die die

Daten des Eingangsscanners erhalten und

beidseitig lesbare Etiketten drucken, die

dann maschinell über eine Fördermechanik

auf die Kartons aufgebracht und über

die Kante aufgeklebt werden. Nachdem

das Etikett aufgebracht ist, sind die Kartons

mit allen wesentlichen Informationen

versehen, die das darin verborgene

Gerät und dessen Transport betreffen.

Spezialdrucker gefragt

Bislang wurden zum Etiketten-Druck

Einzelblattlaserdrucker verwendet. De-

61


Marktübersicht

ren Einsatz erwies sich auf die Dauer jedoch

als problematisch, da die Lasertechnik

in der recht rauen Umgebung

bestimmte Störungsanfälligkeiten zeigte

und auch bezüglich des steigerungsfähigen

Durchsatzes an Grenzen stieß. Dazu

kam die Frage des leimgeeigneten, entsprechend

starken Papiers der Etiketten,

bei dem sich die Laserprinter überfordert

erwiesen.

All diese Schwierigkeiten konnten durch

die neuen Thermotransferdrucker beseitigt

werden. Rolf Keller, verantwortlich

für die Fertigungsplanung in diesem Bereich

der BSH, bestätigt es: „Mit den alten

Laserdruckern hatten wir wesentlich

mehr Probleme, da sie einen sehr hohen

Wartungsaufwand erforderten. Mit den

neuen Thermotransferdruckern haben

wir dieses Problem heute nicht mehr.“

Zuverlässig, schnell und robust

Die hier eingesetzten Thermotransferdrucker

arbeiten mit einer maximalen

Druckgeschwindigkeit von 8 Zoll in der

Sekunde und können Papier mit einer

Breite von 168 mm verarbeiten. Die

Auflösung beträgt 300 dpi.

Die robusten Thermotransferdrucker

kommen problemlos mit den Herausforderungen

eines rauen Werkstattbetriebes

zurecht und ertragen klaglos die

Temperaturschwankungen der nicht klimatisierten

Halle. Gleichzeitig bieten sie

einen entsprechend hohen Durchsatz,

der sich bei wachsendem Produktionsvolumen

flexibel anpassen lässt. Rolf-

Dieter Wiechers, zuständig für die Informatik

der Geschäftsprozesse CAM/Q

bei BSH, entwarf die komplexe IT-Infrastruktur,

die den komplizierten Kommunikationsfluss

im Netzwerk realisiert. Es

handelt sich um ein LAN, in dem neben

den Verpackungsrechnern Terminalser-

Heiß auf kalt

ver für Weichen- und Linienfunktionen

der Verpackungslinien verbunden sind –

sowie S5-Steuerungen für diese beiden

Funktionen (Weiche und Linie).

Einfache Bedienung

und niedrige Gesamtkosten

Besonderen Wert legt man auf die Bedienerfreundlichkeit

der Drucker, damit

überflüssige Standzeiten vermieden werden

können und vom Personal keine

komplexen Wartungsaufgaben zu erfüllen

sind. Bei diesen Druckern ist die Forderung

nach einfacher Bedienung beispielhaft

verwirklicht. So kann das Karbonband

– also der Beschichtungsträger

des Druckers, die benötigte „Druckerschwärze“

– im gleichen Rhythmus wie

das Papier getauscht werden, was im

Verhältnis 1:2 vonstatten geht. D.h.:

Mit jeder zweiten Papierrolle wird ein

neues Karbonband eingesetzt. Dies ist

ein erheblicher Vorteil gegenüber dem

Toner eines Laserdruckers, der völlig

unerwartet mitten im Arbeitsprozess

ausgetauscht werden musste.

„Wir sind bisher sehr zufrieden mit der

Leistung und Zuverlässigkeit der Printronix-Drucker,

die bei einer komplexen

Aufgabenstellung ausgezeichnete Ergebnisse

liefern“, sagt Johann Stenzel,

Gruppenleiter Verpackung. „Da unsere

Etiketten erst nach dem Druck beleimt

werden, müssen wir ausreichend starkes

Papier verwenden. Zu schwaches Papier

weicht durch und die Barcodes sind bei

extremer Welligkeit nicht mehr lesbar.

Bei nicht lesbaren Barcodes wird heute

schlichtweg die Entgegennahme des Gerätes

vom Kunden verweigert, was zur

Rücksendung und extrem hohen Kosten

für uns führen würde.“ Und bezüglich

der Gesamtwirtschaftlichkeit ergänzt er:

„Der Papierpreis des Thermotransferdruckers

ist zwar höher, aber unter dem

Strich erweist sich der T5306 viel günstiger

als sein wartungsanfälliger Vorgänger“.

Wien Computer Expert GmbH

D-22844 Norderstedt

� (+49) 040/535707-0

� www.wien-computer.de

62 www.midrangemagazin.de März 2002

Vernetzte Drucklösung bei

Druck

Ein breites und vielfältiges Sortiment,

qualitativ gute Produkte zu reellen Preisen,

Verlass auf die Dauerhaftigkeit, Sicherheit und

Zuverlässigkeit des Angebotes, erstklassige

Kundenbedienung sind Grundprinzipien für die

Manor AG: Das Warenangebot des Schweizer

Unternehmens umfasst den gesamten Bereich

eines Warenhauses wie Mode, Haushalt,

persönlichen Bedarf, Multimedia sowie

Supermärkte mit Lebensmitteln und

Restaurants. In den derzeit 70 Filialen sind

fast 12.000 Mitarbeiter beschäftigt, die

Verkaufsfläche beträgt momentan 305.000 m 2 .

Unternehmensstruktur

Seit 1994 setzt die Manor AG ca. 850

Kyocera und Kyocera Mita-Laserdrucker

ein, angefangen vom Arbeitsplatzdrucker

FS-400 bis hin zum 28-Seiten

FS-7000-Abteilungsdrucker. Regelmäßig

werden ältere Modelle durch neu auf

den Markt gebrachte Laserdrucker ausgetauscht,

um die Funktionalität der

EDV zu gewährleisten. Die meisten Applikationen

der Manor AG laufen über

ein TCP/IP-Netzwerk, woran ca. 70%

aller Drucker angebunden sind. Die Informationen

werden zentral über das

Manor-weite WAN versandt, um dann

lokal ausgedruckt zu werden.

Die Gründe, warum sich das Unternehmen

für Kyocera Mita-Drucker entschieden

hat, waren für Hans Peter Steiner,

Vize Direktor Benutzerservice Informatik,

die Ökonomie, Umweltfreundlichkeit

sowie vor allem die Kosten pro gedruckter

Seite. Neben den üblichen Office-Anwendungen

für Rechnungs-,

Bestellungs- und Statistikerstellung war


der Manor AG, Schweiz

im Kaufhaus

vorrangig der Druck von Etiketten – zur Beschriftung der Warenregale –

ein Kriterium für diese Entscheidung. Diese Etiketten werden mit Strichcodes/Barcodes

versehen. So war auch der Einsatz von Prescribe verbunden

mit der Möglichkeit, Strichcodes akkurat auf einer kleinen Fläche von

5x20 mm zu drucken, ein weiterer Grund, sich für Kyocera Mita zu entscheiden.

Zur Zeit arbeitet die Manor AG mit über 2.800 PCs und ca. 1.400

Druckern, um den Geschäftsablauf inklusive der damit verbundenen

Logistik zu gewährleisten. Sämtliche Anwendungen laufen über PCL,

Unix sowie Windows.

Aller Anfang ist schwer

Das Manor-Projekt wurde 1994 gestartet. Die möglichen Alternativen

von Druckern wurden an den Bedürfnissen des Unternehmens ausgerichtet.

Dabei kam es im Wesentlichen auf den sauberen Etikettendruck über

A5-Papierkassetten mit perforiertem Papier an. Durch hohe Druckauflagen

entstand anfänglich sehr viel Papierstaub vom perforierten Papier, so

dass die Einzugsrollen stark verschmutzten, somit häufig Papierstaus entstanden

bzw. die Geräte sehr oft gereinigt werden mussten. Durch einen

Wechsel des Papiers konnte dieses Problem jedoch behoben werden.

Ferner war ein absolutes Muss-Kriterium das 0-Margin-Drucken (Randlos-Drucken),

welches durch Änderung der L-Parameter gelöst werden

konnte. Heute wird dies allerdings nicht mehr benötigt. Schließlich wurde

es notwendig, die Drucker parallel über die Filial-Rechner anzusteuern,

was mit Hilfe eines ECMA-94 Latin-1 Zeichensatzes bewerkstelligt

werden konnte.

Da die Netzwerkfähigkeit ebenfalls ein sehr wichtiges Kriterium war,

wurden spezielle LAN-Boxen der Firma LANTRONIC eingesetzt, um

die exakte Ansteuerung der Drucker über die zentralen wie auch die Filial-Rechner

zu gewährleisten.

Nach einigen Monaten waren jedoch die anfänglichen Probleme behoben

und seit über 7 Jahren druckt die Manor AG zuverlässige Ergebnisse auf

den rund 850 Kyocera Mita-Druckern. „Durch den ungeschlagen günstigen

Seitenpreis sowie der Fähigkeit, Barcodes über Prescribe präzise auf

unsere Etiketten zu drucken, sehe ich keine Veranlassung in der nahen

Zukunft, unsere Drucker durch Mitbewerberprodukte auszutauschen.

Vielmehr blicke ich positiv den neuesten Entwicklungen von Kyocera

Mita entgegen, und wenn notwendig, werden wir wiederum bestehende

Modelle gegen deren neu entwickelte ECO-Laser-Drucker austauschen,

um so hinsichtlich der Technologie ständig auf der Höhe des Geschehens

zu sein.“ so Hans Peter Steiner von der Manor AG.

KYOCERA MITA Deutschland GmbH

D-40670 Meerbusch

� (+49) 02159/918-0

� www.kyocera.de

Midrange MAGAZIN März 2002

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Marktübersicht

63


Marktübersicht

Tief gekühlte Gipfelis für die Filiale Buchs,

Hummer für Winterthur – die mit wärmenden

Parkas geschützten Mitarbeiter arbeiten im

Kühlhaus der Migros Verteilbetriebe Neuendorf

unter arktischen Bedingungen. Ihre Aufgabe ist

es, die verschiedenen Produkte des Tiefkühl-

Sortiments ohne große Verzögerungen auf die

mit 1 500 Filialen größte Einzelhandelsorganisation

der Schweiz zu verteilen und für den

Weitertransport vorzubereiten.

A ber nicht nur die Mitarbeiter arbeiten

unter extremen Bedingungen,

sondern auch die Drucker, mit denen

die Etiketten zur exakten Kennzeichnung

der Paletten produziert werden.

Angeliefert per Bahn oder Lkw wird

die Ware auf direktem Weg in das Hightech-Hochregallager

gebracht, wo sie bei

Minus 30 Grad gelagert wird. computergesteuert

werden die unterschiedlichsten

Tiefkühl-Produkte für die einzelnen Filialen

ausgewählt und gelangen auf großen

Rutschen über eine Sortieranlage zu den

28 Rampen im so genannten Rüstbereich.

Hier sind rund 10 Mitarbeiter pro

Schicht damit beschäftigt, die Produkte

auf Paletten zusammenzustellen sowie

diese mit Packliste und Etikett für den

Weitertransport in die Filialen zu versehen.

Bei konstanten Temperaturen um

den Nullpunkt schlägt nun die Stunde

der Wahrheit für die Drucker, die im Vorraum

des Kühlhauses im Einsatz sind.

Nachdem Drucker normalerweise nicht

Tally Tintendrucker im Kühlhaus der Migros

64 www.midrangemagazin.de März 2002

Eiskalt gedruckt

für solch niedrige Temperaturen konzipiert

sind, kann sich die Kälte vor allem

negativ auf die Elektronik, den Tintenfluss

oder den Papierlauf auswirken.

Entscheidungskriterium

Serviceleistung

In den vergangenen 10 Jahren waren

hier in Neuendorf bereits Nadeldrucker

der Firma Tally im Einsatz und bewährten

sich hervorragend unter den extremen

Bedingungen vor Ort. Im Herbst

2001 entschied man sich deshalb bei der

Migros nach einer halbjährigen Testphase

mit mehreren Druckern wieder

für ein Produkt des einzigen deutschen

Druckerherstellers Tally und rüstete um

auf den Hochleistungstintendrucker

T3016 SprintJet. „Wir wollen seit jeher

mit höchster Effizienz wirtschaften“, so

Christian Darasz, Projektleiter des Tiefkühllagers

in Neuendorf, „und im direkten

Vergleich konnten uns nur der Tally-

Tintendrucker bezüglich Alltagstauglichkeit

und Druckkosten vollständig

überzeugen“. Laut Darasz sprachen für

Tally zudem die guten Erfahrungen, die

man bei der Migros seit 20 Jahren mit

Tally-Druckern in den verschiedensten

Anwendungsbereichen gemacht hat.

Die gute Serviceleistung von Tally war

ein weiteres Entscheidungskriterium.

Die Anforderungen an die 29 Tintendrucker

in Neuendorf sind dabei sicher

außergewöhnlich hoch. In hoher Geschwindigkeit

müssen die Etiketten für

die Kennzeichnung der Paletten im Takt

der Warenbewegung zuverlässig produziert

werden, um einen reibungslosen

Ablauf des Weitertransports zu gewährleisten.

Trotz der niedrigen Temperaturen

muss die Qualität des Druckbildes

optimal sein, damit die Schrift auch aus

größerer Distanz noch gut lesbar ist und

somit auch beim Aufladen auf Lkws

Verzögerungen vermieden werden.

Wichtige Voraussetzung war deshalb

auch die Möglichkeit der Wiedergabe

von Plakatschriften. Zugleich müssen

die Drucker auch für die Mitarbeiter der

beiden Schichten einfach in der Handhabung

sein und einen Dauerbetrieb von

rund 16 Stunden pro Tag problemlos

bewältigen können. Dabei sind die Kosten

pro Druckseite trotz der sehr hohen

Druckgeschwindigkeit des T3016

SprintJet äußerst niedrig. „Der Kostenfaktor

ist für uns natürlich auch entscheidend“,

so Christian Darasz, „denn

das erklärte Ziel der Migros ist es, dem

Verbraucher möglichst günstige Preise

zu bieten“.

Ziel: optimierte

Wertschöpfungskette

Aus diesem Grund wollte Gottlieb Duttweiler

mit der Gründung der Migros

1925 vor allem eine zwischenhandelsfreie

„Brücke“ vom Produzenten zum

Konsumenten schaffen. Sein Denken und

Handeln konzentrierte sich auf die Optimierung

einer integrierten Wertschöpfungskette

zur Realisierung niedrigster

Kosten. Auch heute noch zeigt sich diese

kompromisslose Kundenorientierung in

den Segmenten Food, Near-Food und

Non-Food unter anderem in einer leistungsstarken

Logistik. Der Erfolg der

Migros spricht für sich: Im Jahr 2002

wurden mit rund 81.000 Mitarbeitern

knapp 20 Milliarden Schweizer Franken

umgesetzt. Die Migros zählt damit zu

den 500 größten Firmen der Welt.

Tally Computerdrucker GmbH

Michael Ried

D-89275 Elchingen

� +49 7308/80284

� www.tally.de

Autorin: Brigitte Zingler

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


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Euro ist fälschungssicher

Midrange MAGAZIN März 2002

Marktübersicht

Schlechte Kopien – mit Absicht

Die 14 Milliarden neuen Banknoten, die Anfang

Januar in zwölf europäischen Ländern

ausgegeben wurden, könnten so manchen

Zeitgenossen dazu verleiten, die Gunst der

Stunde zu nutzen und Euro-Scheine zu

fälschen. Die Gefahr, dass manch ein

„Wochenendfälscher“ versuchen wird,

Banknoten mit Hilfe eines modernen

Farbkopierers zu reproduzieren und an den

Mann zu bringen ist gegeben.

Xerox macht diesen Personen einen gehörigen

Strich durch die Rechnung. Jeder,

der versucht, Euro-Noten zu kopieren,

wird eine unliebsame Überraschung

erleben: Xerox integriert in seine Farbkopierer

seit Jahren eine Anti-Fäl-

schungstechnologie, die Banknoten erkennt

und eine Reproduktion zu unterbinden

versucht. Selbst wo dies nicht

möglich ist, versieht das „Xerox Counterfeit

Deterrent Marking System“ die

kopierte Seite mit einer geheimen Markierung.

Sie ermöglicht es Polizei-Behörden,

die Maschine ausfindig zu machen,

auf der die Kopie erstellt wurde.

Auch Fälscher sind

vor Überraschungen nie gefeit

Xerox – wie auch andere Hersteller von

Druckern und digitalen Kopierern – ist

sich bewusst, dass Farbdrucktechnologien

das Potenzial haben, gefälschtes Geld

zu produzieren. Jean-Noël Machon, President

von Xerox Europe, erläutert: „Die

Digitaltechnologie ist bereits so ausge-

reift, dass sich selbst die ausgefeiltesten

grafischen Designs bis in das feinste Detail

farbgetreu wiedergeben lassen. Um so

wichtiger ist es Fälschungen von Banknoten

unterbinden zu können. Die genauen

Details unserer Lösung können wir natürlich

nicht veröffentlichen. So viel sei nur

gesagt: Wir haben noch nette Überraschungen

parat für den, der die Noten kopieren

möchte. Ein Beispiel: Versucht ein

Anwender die Sicherheitssperren zu umgehen,

in dem er sich an dem Gerät zu

schaffen macht, so werden sich einige unserer

Modelle sofort abschalten.“

Xerox GmbH

D-41460 Neuss

� (+49) 02131/2248-1467

� www.xerox.de

65


April

66

GO NEXT

Fast ebenso unterschiedlich wie das

tägliche Wetter in diesem Monat sind

die zahlreichen Beiträge zu unserem

Titelthema ERP vs. New Economy. Wir

stellen Ihnen die verschiedenen strategischen

Wege zum eBusiness sowie zur

Integration von SCM, CRM, B2B und

B2C ausführlich vor. Die teilweise

gegensätzlichen Denkansätze bieten

ausreichend Stoff für Diskussionen.

Die Marktübersicht nimmt direkten

Bezug zum Titelthema. Wir bieten

Ihnen aktuelle WWS- und PPS-

Anwendungen sowie ERP-Lösungen

zum einen in gewohnt tabellarischer

Form mit Informationen über Anbieter

und Produkte; und zum anderen aus

der Sicht der Anwender mit Berichten

aus der Praxis dar.

Mai

Wissen ist Macht. Nur, was macht man

mit dem Wissen, wie erhält und

verwaltet man es? Unser Titel-Thema

für den Mai, Datawarehouse und

Business Intelligence, behandelt die

Integration, Replikation, Analyse und

Transformation von Daten aller Art.

Die Marktübersicht in diesem – an

Buchstaben-Zahlen gemessen kürzesten

– Monat Mai widmet sich in den

Bereichen FiBu, Controlling und

Kostenrechnung fast ausschließlich

den Ziffern. Rechnen Sie mit

Übersichten im Excel-Format und

addieren Sie dazu Anwenderberichte

aus den verschiedensten Bereichen,

ziehen Sie das Ergebnis aus dem

Inhalt und Sie werden sehen:

Ihre Rechnung geht auf.

+++ letzte meldung +++ letzte meldung +++ letzte meldung +++

Soeben erschienen:

Das Sonderheft zur CeBIT 2002

Der Countdown läuft: Ab dem

Erscheinungstermin dieses Heftes sind

es noch 22 Tage bis zum ersten Tag

auf der CeBIT 2002. So lange müssen

Sie allerdings nicht auf die neuesten

Informationen dieser Messe warten:

Zur Überbrückung der verbleibenden

Wartezeit leistet Ihnen unser Sonderheft

„iSeries- und AS/400-Lösungen

auf der CeBIT 2002“ sicherlich gute

Dienste. Es soll Ihnen helfen Ihren

Messerundgang schon heute sinnvoll

zu planen.

Der Gesamtausgabe Midrange

MAGAZIN März 2002 liegt dieses

Sonderheft bei. Wer es gern elektronisch

hat, kann das Heft komplett als

PDF-File von unserer Homepage holen.

www.midrangemagazin.de

www.midrangemagazin.de März 2002

Inserenten

AD Solutions 27

AETeam 33

Aia 61

AMETRAS 45

AURA Equipements 43

avenum 41

B&N 23

BRAIN International 35

command 25

DataMirror 49

EAT Braun 59

EPOS 53

EXOGEN 31

I.T.P.-Verlag 17, 65

Index 44

ISARIA 33

MAGIC 9

ML Software 11

NetManage 68

ROHA 55

SEEBURGER 39

SoftM 19

SOLITAS 63

SOU 13

symtrax 57

TD Midrange Systems 47

TIMESYS 1

tolina 7

unidienst 51

VEDA 37

WILSCH 33

Inserenten

Die Schweiz im Focus

AROA/command/Inel-Data 5

I.T.P. 7

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