Ausgabe 1 / 2003 - Onkologische Schwerpunktpraxis Darmstadt

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Ausgabe 1 / 2003 - Onkologische Schwerpunktpraxis Darmstadt

PraxisJournalNur für meine Patienten, nicht zur Weitergabe bestimmt.Dr. med. Georgi KojouharoffInternistische Schwerpunktpraxisfür Hämatologie/OnkologieSchollbrücker Str. 26 · 64295 DarmstadtTel. 0 61 51 / 301 80 30 · Fax 0 61 51 / 301 80 40SprechzeitenMo bis Do 8 – 12 UhrFr9 – 12 UhrMo, Di, Do 14 – 17 UhrInhaltService S.2Schwerbehindertenausweis,Haushaltshilfe, Rente: Tippsfür Ihren AlltagNachrichtenaus der Praxis S.3Lebensqualität steht anerster StelleWir sind gerne für Sie daDer Therapieraum: Unser„Wohnzimmer auf Zeit“Therapie S.4Wie wirkt eine Chemotherapie?SorgfältigeNutzen-Risiko-Abwägungist gefragtNachgefragt S.5Metastasierter Brustkrebs –alles verloren? Warum Siedie Hoffnung nicht aufgebensolltenNachsorge S.6Was kommt nach der Erstbehandlung?Ernährung S.7Vollwertig genießen:Die Mittelmeer-DiätFragebogen S.8Ihre Meinung ist unswichtig!Liebe Patientin,lieber Patient,vielleicht haben Sie sich ja auch schon einmalgewünscht, die eine oder andere Information,die Sie bei uns erhalten, auch inschriftlicher Form zur Verfügung zu haben.Ob als „Nachlese“ nach einer Behandlungoder als „Vorbereitung“ auf das ärztliche Beratungsgespräch:Mit unserer neuen Praxiszeitung,deren erste Ausgabe Sie gerade vorsich haben, bieten wir Ihnen einen entsprechendenService an.Inhaltlich geht es einerseits um medizinischeThemen. Untersuchungsverfahren, Behandlungsmethodenund Nachsorgekonzeptewerden in loser Reihenfolge vorgestellt. Aberauch ganz praktische Fragen Ihres Alltagswerden eine Rolle spielen: Wie sage ich „es“Buchtipp„InternetkompassKrebs“Wenn Sie möglichst alle Informationsquellennutzen möchten, mit dem Internet aber nichtsehr vertraut sind, dann ist dieses Buch dasRichtige für Sie. Hier werden nicht einfachnur gute Info-Links bekanntgegeben. Die Autorenerläutern auch den grundsätzlichen Aufbauvon Internetseiten, zeigen, wie man einen„Browser“ benutzt.Ob die Kommunikation über E-mail, dieSuche nach Fachartikeln in Universitätsbibliothekenoder die gezielte Suche nachmeiner Familie und meinen Freunden? Wofinde ich ebenfalls Betroffene? Wann habeich Anspruch auf eine Haushaltshilfe?Uns als Praxisteam interessiert natürlich, wasSie von unserem Angebot halten. Die letzteSeite jeder Zeitung besteht deshalb aus einemFormular, in dem Sie Ihre eigenen Anregungenniederschreiben können. Geben Sieden Fragebogen bei uns ab oder werfen Sieihn in den Hausbriefkasten. Wir freuen unsauf Ihre Kommentare und wünschen Ihnenjetzt eine anregende Lektüre.Ihr PraxisteamDr. med. Georgi KojouharoffThemen wie Alternative Therapien, Selbsthilfegruppen,Palliative Therapie, soziale, finanzielleoder rechtliche Fragen: Hier steht geschriebenwie es geht.Und das schönste am Schluss: Wenn Siedoch schon ein bisschen Erfahrung haben,können Sie den Internetkompass Krebs auchonline anschauen. Ganz einfach unter:www.krebs-kompass.de.Internetkompass Krebsvon Marcus Oehlrich, Nicole StrohTaschenbuch, 182 Seiten, Springer VerlagErscheinungsdatum: 2001ISBN: 3540411054, Preis: 14,95 EuroPraxisJournal 01 | September 2003


Schwerbehindertenausweis,Haushaltshilfe,Rente...Bundesversicherungsanstaltfür Angestellte(BfA)Beratungstelefon(gebührenfrei):0800 - 3331919Internet:www.bfa-berlin.deLandesversicherungsanstalten(LVA) sind nachLändern organisiert.Zuständige Geschäftsstellebei der Telefonauskunfterfragen.Internet:www.lva.deBundesknappschaft:Beratungstelefon(gebührenfrei):08000200502Internet:www.bundesknappschaft.deBundesministerium fürArbeit und Sozialordnung:Bürgertelefon(gebührenfrei):0800 - 15 15 150Internet:www.bma.de2ServiceDas Informationsangebot für Krebspatientenist groß und häufig unübersichtlich. Wirstellen Ihnen auf dieser Seite Tipps undweitergehende Informationsquellen zur Verfügung.Alle Angaben haben wir sorgfältiggeprüft. Trotzdem können wir für die Richtigkeitder Angaben im einzelnen leider keineGewähr übernehmen.RenteJede Frau und jeder Mann, die aufgrund einergesundheitlichen Einschränkung nur wenigerals sechs Stunden pro Tag beruflich belastbarist, hat Anspruch auf eine Rente wegen teilweiserErwerbsminderung. Wer nicht mehrals drei Stunden täglich arbeiten kann, hatAnspruch auf eine Rente wegen vollständigerErwerbsminderung. Im so genannten Rentengutachtenwird das tatsächliche Restleistungsvermögen(das heißt wirklich so) eingeschätzt.Renten werden grundsätzlich nur auf Antragausgezahlt. Im Internet kann man Antragsformulareherunterladen, sie lassen sich aberauch mit einem formlosen Schreiben beimzuständigen Rentenversicherungsträger anfordern.Die Rentenversicherungsträger (BfA, LVA,Knappschaft) und auch das Bundesministeriumfür Arbeit bieten meist kostenfreie telefonischeBeratungen an (Rufnummern siehe links).HaushaltshilfeAnspruch auf eine Haushaltshilfe habengesetzlich Krankenversicherte mit Kindernunter drei Voraussetzungen:1. eine Krankenhausbehandlung oder eineRehabilitationsmaßnahme macht die Weiterführungdes Haushalts unmöglich.2. Im Haushalt lebt ein gesundes Kind, daszum Zeitpunkt der Beantragung das 12.Lebensjahr noch nicht vollendet hat oderein hilfsbedürftiges und auf Hilfe angewiesenesKind.3. Keine andere im Haushalt lebende Personist in der Lage, den Haushalt weiterzuführen.Ansprechpartner: die jeweilige KrankenversicherungSchwerbehindertenausweisKrebspatienten können beim zuständigenVersorgungsamt die Feststellung eines sogenannten „Grades der Behinderung“ beantragen.Wichtig: Die Anerkennung eines Gradesder Behinderung im Rahmen des Gesetzessagt nichts darüber aus, ob jemand erwerbs-,berufs- oder arbeitsunfähig ist. In derRegel wird bei einer Krebserkrankung im akutenStadium ein Grad der Behinderung vonmindestens 50, das heißt, eine Schwerbehinderungfestgestellt.Schwerbehinderte genießen einen verbessertenKündigungsschutz, haben Anspruch auf 5Tage Zusatzurlaub pro Jahr, können steuerlicheVergünstigungen in Anspruch nehmenund eine Rente unter Umständen vorzeitig beantragen.Die Gültigkeitsdauer des Ausweisesbeträgt fünf Jahre, im frühen Tumorstadiummanchmal auch nur zwei Jahre. Eine Verlängerungist im Einzelfall möglich.Jedes Versorgungsamt hält weiteres Informationsmaterialbereit. Außerdem informiert dasBundesministerium für Arbeit über sein Beratungstelefon(Rufnummern siehe links).


Nachrichtenaus unsererPraxis3Praxis JournalLebensqualitätsteht an erster StelleDie Fortschritte der Medizin sindauch in der Krebstherapie atemberaubend.Trotz dieser positivenEntwicklung ist es allerdingsnach wie vor häufig so, dass Krebspatienteneine gegenüber Gesundenverringerte Lebenserwartunghaben. In jedem Krankheitsstadiumlässt sich aber mitden heute zur Verfügung stehendenMitteln etwas für die Verbesserungder Lebensqualität tun.In unserer Praxis legen wir besonderenWert auf eine angemesseneSchmerztherapie.Außerdem bieten wir für entsprechendePatienten eine individuelleErnährungstherapie.Insgesamt vertreten wir das Konzept,dass Krebsbehandlungimmer beides ist: Kampf gegendie Krankheit und Linderung desLeidens. Das ist unsere Überzeugung,und in diesem Sinnearbeitet jedes einzelne Mitgliedunseres Praxisteams.Unser Praxisteamstellt sich vorDer ärztliche Ansprechpartner in unseremTeam ist Dr. Georgi Kojouharoff.Er hat in Frankfurt und Glasgow (Schottland)Medizin studiert. Nach der Bundeswehrzeithat er am Heidelberger Krebsforschungszentrumbei Prof. Peter Krammergearbeitet und sich anschließend inFrankfurt bei den Professoren DieterHoelzer und P. S. Mitrou mit Krebserkrankungendes Blutes beschäftigt. Inder Regensburger Uniklinik hat er Krankheitendes Verdauungstraktes studiert,um schließlich in Hamburg bei ProfessorUlrich Kleeberg seinen Facharzt fürHämato-Onkologie zu machen. Dr. Kojouharoffhat im Oktober 1999 unserePraxis eröffnet.Seit gut einemJahr versorgtUlrike Hoffmanndie Patienten unsererPraxis imTherapieraum.Sie hat als KrankenschwesterfünfJahre lang in derTumornachsorge gearbeitet, bevor sie zuuns wechselte.Auch Elke Reuterbetreut unserePatienten imTherapieraum.Frau Reuter istebenfalls Krankenschwesterundbemüht sich besonders um die wohnlicheGestaltung des Therapieraumes, indem sich bis zu acht Patienten gleichzeitigaufhalten können.Immer wenn esum Organisation,Terminvergabeoder auch um dasLabor geht, ist beiuns Antje Radtkezuständig. Insgesamtarbeitet sieschon seit mehrals drei Jahren bei uns. Derzeit absolviertsie eine Fortbildung zur onkologischgeschulten Fachkraft.Sie hat bei unsihre Ausbildungzur Arzthelferingemacht, undjetzt freuen wiruns, dass GönülÖzdemir auchnach ihrer Prüfungbei unsbleibt. Sie ist ebenfalls zuständig für dieBereiche Anmeldung und Labor.Der TherapieraumUnser „Wohnzimmer aufZeit“Etwa drei Stunden verbringen unsere Patientendurchschnittlich im Therapieraum,wenn sie zur Chemotherapie kommen.Und die meisten Patienten kommengerne. Es wird viel erzählt undauch gelacht. So manche Freundschaftist bei uns schon entstanden. Wir hoffen,dass Sie sich bei uns ein bisschenwohlfühlen.


Wie wirkt eineChemotherapie?Krebszellen teilen sich unermüdlich undunkontrolliert. Mit einer Chemotherapielässt sich dieses Wachstum wirkungsvollblockieren, die Krebszellen sterbenab. Bestimmte Nebenwirkungen lassensich auch heute noch nicht ganz vermeiden.Das Baugerüst zumEinsturz bringen ...Der gezielte Angriff von Chemotherapeutikain der Tumortherapie gilt sichschnell teilenden Körperzellen: Denn dasschnelle Wachstum ist das Charakteristikumvieler Krebszellen. Ärzte nennendiese Medikamente deshalb häufig „Zytostatika“.Sinngemäß übersetzt bedeutetder Begriff „Zellteilung zum Stillstandbringen“.Zwei Wirkprinzipien sind bei Zytostatikabesonders verbreitet: Im Rahmen derZellteilung baut jede Zelle in ihrem Innereneine Art Gerüst auf, das wichtigist für die Verteilung des Zellinhaltes aufzwei Hälften und die Abschnürung derZelle in zwei Teile. Viele Zytostatikastören den Aufbau dieses Gerüsts undblockieren auf diese Weise die Zellteilung.... oder brüchigeBausteine verwendenAndere Zytostatika greifen in die Verdopplungdes Erbmaterials der Zelle ein.Eine solche Verdopplung ist notwendig,damit die später abgeschnürte Zelle tatsächlichmit der Ursprungszelle identischist. Bei diesem Kopiervorgang bauen spezielleWerkzeuge der Zelle das vorhandeneErbmaterial nach. Wie beim Hausbausind dazu Bausteine notwendig. Arzneimittelentwicklerhaben nun Bausteineentwickelt, die von den Zellwerkzeugenzwar als geeignet erkannt werden, tatsächlichaber auf bestimmte Art und4TherapieWeise brüchig sind. Mit anderen Worten:Die brüchigen Bausteine führen zumAbbruch des Kopiervorgangs, die Zellekann sich nicht teilen. Dies ist das zweitePrinzip der Zytostatikawirkung.Nicht nur Krebszellenteilen sich schnellSich schnell teilende Zellen sind nichtzwangsläufig ein Zeichen für Krankheit.Im Gegenteil: Blutzellen entstehen ausVorläuferzellen im Knochenmark, Hautund Haare erneuern sich ständig durchTeilung der entsprechenden Zellen. Zytostatikakönnen deshalb unerwünschteNebenwirkungen haben.Vor allem die Untergruppen der weißenBlutkörperchen sind für die Immunabwehrbesonders wichtig. Wenn Zytostatikaderen Produktion beeinträchtigen,bedeutet das eine Verschlechterung derImmunabwehr. Seit einigen Jahren jedochlässt sich dieser Nachteil zumindestteilweise ausgleichen: Wenn die ZahlDie Entscheidungfür eineChemotherapieist immer dasErgebnis einersorgfältigenNutzen-Risiko-Abwägung.der weißen und roten Blutkörperchendeutlich unter den Normalwert abfällt,erhält der Patient zusätzlich zur Chemotherapiespezielle Wachstumsfaktoren, dieganz spezifisch nur die Bildung von Blutzellenfördern.Wie ausgeprägt die Nebenwirkungen vonZytostatika sind, hängt vor allem vonder Art der Chemotherapie ab. So gibtes Medikamente, nach deren Einnahme95 Prozent der Patienten ihre Haare verlieren,weil die Haarzellen ihre Teilungsaktivitätvorübergehend einstellen. Darüberhinaus fühlen sich manche Patientenwährend der Chemotherapie besondersmüde, schon das Treppensteigenwird zur Last, einige haben zu nichtsmehr Lust. Solche Beschwerden werdenhäufig unter dem Begriff „Fatigue“ (sprichFatieg) zusammengefasst. Sie gehen vorbei,wenn die – meist drei- bis sechsmonatige– Chemotherapie vorüber ist.Das gilt übrigens auch für den Haarausfall.Nach Ende des Therapiezyklus werdendie Haarbildungszellen in aller Regelwieder aktiv und die Haare wachsennach.Was für Sie wichtig ist: Die Entscheidungfür eine Chemotherapie ist immerdas Ergebnis einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung. Deshalb besprechen wirmit Ihnen persönlich, ob und wenn ja,welche Chemotherapie für Sie die geeigneteist.


Selbst bestimmenbis zum Schluss5MetastasierterBrustkrebs –Ist jetzt allesverloren?Praxis JournalWas ist mit Metastasen in Organen und inKnochen?Im fortgeschrittenen Stadiumeiner Krebserkrankung stelltsich für viele Patienten dieFrage, wer über ihre weitereBehandlung bestimmt, wennsie selbst dazu nicht mehr inder Lage sind.Drei rechtlich bindende Instrumentesind vom Gesetzgeberdafür vorgesehen: Die Patientenverfügung(Patiententestament)enthält Bestimmungenfür die behandelnden Ärzte imFalle schwerster und aussichtsloserErkrankungen. Die Vorsorgevollmachtenthält Bestimmungenfür eine rechtliche Vertretungdurch einen Bevollmächtigten,zum Beispiel beiVermögensangelegenheiten, beiFragen der Unterbringung undbei medizinischen Maßnahmen.Die Betreuungsverfügung enthältBestimmungen, die dasAmtsgericht berücksichtigensoll, wenn es eine Betreuung(früher Entmündigung genannt)anordnet.Jede dieser Verfügungen oderVollmachten wird vom betroffenenPatienten eigenhändigunterschrieben. Muster undweitere Erläuterungen gibt esvon verschiedenen Gruppen.Wir empfehlen Ihnen zwei Internet-Adressen:www.ruhr-uni-bochum.de/zme/RI-291099.htmHier finden Sie die theoretischenGrundlagen.Textvorschläge und weitereInfos finden Sie unter:www.hochsauerlandkreis.de/download/patienten-verfuegung.pdfIn Gesprächen mit unseren Patienten werdendie unterschiedlichsten Themen diskutiert.Manchmal sind die Fragen so wichtig,dass ich mir wünsche, die Antworten all unserenPatienten geben zu können. An dieserStelle dokumentieren wir deshalb Auszügeaus solchen Gesprächen, selbstverständlichohne Nennung irgendwelcher Namen.nachgefragtIch habe gelesen, dass Brustkrebs, wenn ermal Metastasen gebildet hat, nicht mehr beherrschbarist. Dann könne man nichts mehrmachen. Muss ich jetzt alle Hoffnung aufgeben?Natürlich ist die Metastasierung einesTumors von großer Bedeutung, aber esstimmt überhaupt nicht, dass man dann nichtsmehr machen kann. In den Medien erscheinensolche verkürzten und pauschalen Meldungendurchaus häufiger – weil schlechteNachrichten mehr Aufmerksamkeit erregenals gute.Wenn das so ist, was kann man denn danntun?Wichtig ist zunächst zu beurteilen, umwelche Art von Metastase es sich handelt.Wenn beispielsweise nach einer gewissenZeit in der ursprünglichen Tumorregionein neuer Tumor entsteht, kann das auch eineTochtergeschwulst, also eine Metastase sein.Wir sprechen dann von lokalen Metastasen.Und die können mit großer Aussicht auf Erfolgauch wieder behandelt werden.Das sind so genannte Fernmetastasen,denn die Krebszellen haben sich überdas Lymph- oder Blutgefäßsystem in andereKörperregionen abgesiedelt, sich festgesetzt undsind dann gewachsen. Auch gegen diese Fernmetastasengibt es Therapiekonzepte.Wie sind die Erfolgsaussichten?Wie fast alles in der Krebstherapie istdas sehr vom einzelnen Patienten abhängig.Aber mit dieser Antwort sind Sie wahrscheinlichnicht ganz zufrieden: Im allgemeinenist es so, dass Metastasen in Knochensich mit größerer Aussicht auf Erfolg behandelnlassen als Metastasen in Organen.Gibt es noch andere Metastasen?Ja, die so genannten lokoregionärenMetastasen – wie der Name schon andeutet,ein Zwischending zwischen lokaler undFern-Metastase. Immer wenn die zum Tumoram nächsten gelegenen Lymphknoten befallensind, sprechen wir von lokoregionären Metastasen,beim Brustkrebs sind das die Lymphknotender Achselhöhle. Und auch hier existierenerfolgversprechende Therapieregime.Also besteht kein Grund, die Hoffnung aufzugeben?Die Hoffnung auf vollständige Heilungerfüllt sich zwar nur selten. Aber wirkönnen immer unseren Anteil zu einem lebenswertenLeben beitragen. Das aber wirdnur dann gelingen, wenn Sie es selbst wollen.Wenn Sie selbst aber Ihre Hoffnung aufgeben,dann können auch wir nicht mehr viel tun.Die FragenbeantworteteDr. Georgi Kojouharoff


6Info-Broschüren fürPatienten, Angehörigeund InteressierteWir informieren Sie an dieserStelle regelmäßig über ausgewähltePublikationen.Soziale FragenDas Sozialrecht in der medizinischenund sozialenRehabilitation von Krebskranken(9/2001). PsychosozialeNachsorgeeinrichtungan der Chirurg. Universitätsklinik,Im Neuenheimer Feld155, 69120 Heidelberg, Tel.06221 / 562727Wegweiser zu Sozialleistungen(8/2000). DieseBroschüre ist im Volltext überdas Internet abrufbar: DeutscheKrebshilfe e.V., Thomas-Mann-Str. 40, 53111 Bonn,Tel. 0228/ 729900 www. krebshilfe.deSexualitätKrebspatientin und Sexualität(5/97), Krebspatient undSexualität (6/00). DieseBroschüre ist im Volltext überdas Internet abrufbar: Krebsinformationsdienst,DeutschesKrebsforschungszentrum, ImNeuenheimer Feld 280, 69120Heidelberg, Tel. 06221 / 410121www.krebsinformation.de/belastende_symptome.htmlEinzelne KrebsartenDie Deutsche Krebshilfe hältin ihrer „Blauen Reihe“ Broschürenzu den meisten Krebsartenzur Verfügung. DeutscheKrebshilfe e.V., Thomas-Mann-Str. 40 , 53111 Bonn, Tel.0228/729900 www.krebshilfe.deAuch die Deutsche Krebsgesellschafthält online wertvolleInformationen bereit:www.krebsgesellschaft.deWas kommtnach derErstbehandlung?Die Erstbehandlung ist erfolgreich abgeschlossen,die Verhältnisse zuhause sind hoffentlicheinigermaßen geordnet, und spätestensdann kommt die Frage: Was kann oder mussich jetzt noch tun?NachSorgeWas jetzt kommt, nennen Fachleute die „Tumornachsorge“;denn es kann sein, dass versteckteKrebszellen zu einem Wiederauftreten derKrankheit führen. Aber auch andere gegebenenfallsauftretende körperliche Veränderungenmüssen sorgfältig beobachtet werden. Schließlichund endlich wollen wir Patienten imRahmen der Nachsorge auch helfen, krankheitsbezogeneProbleme des Alltags besser zubewältigen.Zum Beispiel BrustkrebsWie oft eine Nachsorgeuntersuchung durchgeführtwird, ist abhängig von der jeweiligenKrebsart und selbstverständlich vom individuellenKrankheitsverlauf. So kommen Brustkrebspatientinnenin den ersten zwei Jahrennach der Erstbehandlung vierteljährlich zurNachsorge. Wenn es keine Anhaltspunkte fürein Wiederauftreten der Krankheit oder fürTochtergeschwülste gibt, verlängern sich dieAbstände der Nachsorgetermine auf ein halbesJahr, nach Ablauf von fünf Jahren auf ein Jahr.Was geschieht bei den Untersuchungen? Beijedem Untersuchungstermin steht das Gesprächmit der Patientin im Mittelpunkt. Wiegeht es insgesamt? – Wie leistungsfähig fühlenSie sich? – Gibt es unter Umständen neuekörperliche oder seelische Beschwerden? – Mitsolchen und ähnlichen Fragen versuchen wir,uns ein Bild über den Allgemeinzustand zumachen. Es schließt sich eine eingehendekörperliche Untersuchung an, bei der wir besondersgründlich nach eventuellen Tumorneubildungenoder nach Tochtergeschwülstensuchen.Selbstverständlich setzen wir dazu auch verschiedenetechnische Verfahren ein. Nach brusterhaltendenOperationen steht beispielsweisein halbjährlichem Rhythmus eine Mammographiean. Die nicht befallene Brust wird einmaljährlich so untersucht. Wenn aufgrundder körperlichen Untersuchung auch nur derleiseste Verdacht auf eine Wiedererkrankungbesteht, kommen andere bildgebende Verfahren,beispielsweise die Kernspintomographieoder die Ultraschalluntersuchung der Brustoder auch das Knochenszintigramm zum Einsatz.Viele Tumoren und auch Tochtergeschwülsteproduzieren bestimmte Substanzen, die sichim Blut nachweisen lassen. Verändert sich dieMenge solcher „Tumormarker“ im Blut, dannlassen sich daraus unter Umständen Rückschlüsseauf das Tumorwachstum ziehen. Inden letzten Jahren hat sich allerdings gezeigt,dass die Bestimmung der Tumormarker fürdie systematische Suche nach neuen Tumorenoder Tochtergeschülsten nicht genügendzuverlässig ist.Nützlich ist die Bestimmung von Tumormarkern,um den Erfolg der Tochtergeschulst-Behandlung zu kontrollieren. Da Metastasenauch Tumormarker produzieren, ist der Rückgangder Tumormarker-Konzentration im Blutein Zeichen für eine erfolgreiche Behandlung.Individuelle NachsorgeDie Nachsorge nach der Erstbehandlung einesTumors ist immer etwas sehr individuelles.Im Einzelfall können die Zeitabstände zwischenden Unterschungsterminen variieren, nichtjede Untersuchungsmethode wird bei jederPatientin oder jedem Patienten eingesetzt.Eines aber gilt für alle: Je besser Sie sich selbstbeobachten, je zutreffender Sie uns IhreBeschwerden und Erfahrungen schildern, umsobesser können wir Sie betreuen.


Vollwertiggenießen:Mittelmeer-DiätAuch wenn es in einschlägigen Zeitschriftenimmer wieder zu lesen ist:Eine Diät gegen den Krebs existiertnach übereinstimmender Meinung vonExperten nicht. Im Gegenteil: Einigeso genannte Krebsdiäten sind sogarschädlich.Vorsicht ist geboten bei allen Diäten,die sehr einseitige Vorschriften machenoder gar zum Fasten auffordern. Dazugehören beispielsweise die „Krebskur totalnach Breuss“, bei der 42 Tage langnichts anderes als Säfte und Tees konsumiertwerden. Oder die „Gerson-Diät“:Sie kombiniert eine streng vegetarischeErnährung mit Kaffee-Rizinus-Einläufen.Solche radikalen Kuren haben schon zuTodesfällen geführt.Ähnliche Empfehlungenwie bei GesundenKrebspatienten benötigen aber im Umkehrschlussauch nicht mehr Kalorienals Gesunde. Nach Abschluss der Therapiegelten im Prinzip die einschlägigenEmpfehlungen zur vollwertigen Ernährung.Ausgenommen davon sind allerdingsPatienten, die unter den Nebenwirkungeneiner Strahlen- beziehungsweiseChemotherapie leiden oder solche,die im Zuge der Therapie am Verdauungstraktoperiert werden mussten.Was aber ist eine vollwertige Ernährung?Eine gute Orientierung bietet dieso genannte Ernährungspyramide, in derdie nachgewiesenermaßen gesundheitsförderndenErnährungsgewohnheiten inden Ländern rund um das Mittelmeerzusammengefasst sind. Die Basis dieserPyramide bilden Brot, Kartoffeln,Reis und sonstige Getreideprodukte zusammenmit Kohl-, Wurzel-, Blatt- undFruchtgemüsen. Genau wie frisches Obstgehören sie mehrfach täglich auf denSpeiseplan.7ErnährungMit Fetten geizenEinmal die Woche ist Seefisch zu empfehlen.Denn Seefisch – vor allem Seelachs,Kabeljau, Schellfisch und Scholle- enthält das lebensnotwendige Jod, dasvor allem unsere Schilddrüse braucht.Mit tierischen Fetten sollte man geizen;denn es führt im Übermaß genossenunausweislich zu Erkrankungen des Herzkreislaufsystems.Als Ersatz für die Butterauf dem Brot bietet sich beispielsweisefettarmer Frischkäse an.Für die Zubereitung von Salatenwählen Sie ölsäurereiche Speiseöleaus, so wie Sie es aus Italienoder Griechenland vielleichtschon kennen: Mit Olivenöl,Distel- oder Maiskeimöl lässtsich der Fettbedarf komplettabdecken. Besonders viel und„ungesundes“ Fett findetsich dagegen in fritiertenSpeisen (Fastfood!),in gemahlener (nichtsortenreiner) Wurst,in vielen Weichkäsenund in Sahne.Fleisch:Magerund inMaßenVollkornbrot, Kartoffeln, Reis, Nudeln,sonstige ungesüßte Getreideprodukte(Frühstückszerealien)Praxis JournalSüßigkeitenRind- und Schweinefleisch,EierÖlsäurereiche Speiseöle(Olivenöl) undSpeisefetteGeflügel, Fisch(bevorzugt Seefisch)Obst, Früchte, Nüsse, SamenMager und in Maßen: So lautet die Devisebeim Fleischverzehr. Fleisch enthältfür den Körper gut aufnehmbares Eisen,hochwertiges Eiweiß und viel VitaminB12. Auch Getreide und Gemüse enthaltenEisen, das aber für den Körperschlechter nutzbar ist. Ein einfacher Tipp:Die Aufnahme von pflanzlichem Eisenlässt sich um etwa das Doppelte steigern,wenn gleichzeitig Vitamin C (etwaaus Fruchtsäften) aufgenommen wird.Allgemein gilt: Zwei bis drei Fleischportionenpro Woche reichen völlig aus.Das Fleisch von Geflügel und Wild istdem von Schweine-, Rind- und Lammfleischvorzuziehen.Genussfähig bleibenHäufig hört man das Argument, dassdiejenigen am gesündesten leben, dievollständig auf Fleisch verzichten. Ernstzu nehmende Studien kommen zudem Schluss, dass vegetarisch lebendeMenschen sehr viel selteneran Diabetes, Bluthochdruck, Gichtund Gallensteinen leiden. Obendreinsind sie deutlich seltenervon Krebs betroffen. Aber: Vegetarierbewegen sich in derRegel auch mehr als Nichtvegetarier,und sie habennicht selten stressärmereBerufe. Es lässt sich letztlichalso nur schwersagen, ob eine ausschließlichvegetarischeErnährung alleinzu einem längerenoder garbesseren Lebenführt.mäßig regelmäßig(Fettarme)MilchprodukteGemüse (Kohl-, Wurzel-, Blatt-, Fruchtgemüse)frische oder getrocknete Hülsenfrüchte


Praxis JournalIhreMeinungist unswichtig !Liebe Patientin, lieber Patient,mit dem Ihnen vorliegenden PraxisJournal stellen wir Ihnen in unserer Praxis eineInformationsquelle vor, die möglichst vollständig auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt seinsoll. Sie helfen uns deshalb sehr weiter, wenn Sie uns folgende Fragen beantwortenund/oder uns Ihre Anregungen mitteilen. Bitte trennen Sie diesen Bogen vom Rest desPraxisJournals und werfen Sie ihn ausgefüllt in unseren Hausbriefkasten. Oder gebenSie ihn an unserer Rezeption ab.Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung und freuen uns auf Ihre Anregungen.Ihr PraxisteamDr. Georgi Kojouharoffund sein Teamdanken Ihnen fürIhre Unterstützung.Sind SieBetroffener Angehöriger Interessierter?Wie beurteilen Sie die inhaltliche Qualität des Newsletters?sehr gutzufriedenstellendgutunzureichendWir wollen den Text allgemeinverständlich halten. Ist uns das gelungen?ja, voll und ganzzum kleineren Teilzum größeren Teilgar nichtWelche Themen wünschen Sie sich in einem der kommenden Newsletter?Berichte über einzelne Krebsarten (Brust-, Darm-, Lungenkrebs)PatientenporträtsErnährungstippsKrebs und PsycheAuswirkungen auf die familiäre SituationKrebs und SportNeues aus der ForschungLiteratur (Kurzgeschichte, Gedicht o. ä.)Hier ist Platz für Ihre Kommentare und Anregungen:PraxisJournal 01 | September 2003

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