BAYERNOIL aktuell - Bayernoil Raffineriegesellschaft mbH

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BAYERNOIL aktuell - Bayernoil Raffineriegesellschaft mbH

Foto: Hauser

journal

Ausgabe 3/2009 Das Magazin der BAYERNOIL Raffineriegesellschaft mbH

BAYERNOIL aktuell BAYERNOIL intern

USGQ

Neue Trolleranlagen:

Verladung läuft

>> Seite 4

Mitarbeiterfest

ISAR:

Unterhaltung pur

>> Seite 22

Preisrätsel:

Sicherheit

gewinnt

>> Seite 5


Aufgefallen ist uns …

… dass es neuerdings bei den BAYERNOIL­Mitarbeitern piept! Keine Sorge, dies hat keine organische Ursache, sondern dient modernsten

Sicherheitsaspekten: Seit Ende 2008 führt das Team für Prozesssicherheit für alle Kollegen und Mitarbeiter von Partnerfirmen, die Prozessfelder

betreten, persönlich zugeordnete H 2S­Gaswarngeräte ein. Bis Ende Mai 2009 wurden von der Werkfeuerwehr Anwender trainiert,

über 1.100 Geräte verteilt und Teststationen aufgebaut. Anfang Juni ging das System dann an beiden BAYERNOIL­Standorten in Betrieb. Ja,

und seitdem ertönt vielerorts sowie an den Testationen immer wieder ein Piepsen, da die Geräte arbeitstäglich getestet werden müssen. Die

BAYERNOIL hat damit einen „hörbaren“ Schritt zur Verbesserung der Arbeitssicherheit vollzogen. Peter Schmoll

Inhalt

BAYERNOIL

aktuell

Neue Seilzugrangier ­

anlagen in Vohburg

Rund um die

Raffinerie

Rama Dama für

„Sicherheit durch Ordnung

und Sauberkeit“

Gut gerüstet: neues

Wechselladerfahrzeug

Pulverlöschfahrzeug

TroLF 750 im Ruhestand

Werkfeuerwehr begrüßt

Besuch aus USA

4

7

8

9

9

USGQ

Sicherheit gewinnt!

USGQ­Kreuzworträtsel

Erfahrungsaustausch

zum Pipelineschutz

20 % Mehrumsatz im

Hydrofiner

Alles O.K. für mehr OK

in Neustadt

Wunderschöne

Wasserwelt

Schnelle Teamarbeit:

Fackelgaskompressoren

5

6

10

12

14

17

Shareholder –

kurz notiert

Nobelpreisträger

im Dialog

BAYERNOIL

intern

Ausbildungsbetrieb

BAYERNOIL

ISAR­Abschlussfest

Personalien

18

21

22

24

Blick in

die Welt

Triathlon Challenge Roth 19

Arbeitseinsatz

ERIAG­Hütte

BO­Betriebsversammlung

Sternsinger bei

BAYERNOIL

25

26

27

Karl Strummer,

Geschäftsführer

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nach den letzten Jahren, die nicht nur für das Raffineriegeschäft, sondern für die deutsche

Wirtschaft insgesamt sehr erfolgreich waren, erleben wir gerade eine ökonomisch

herausfordernde Phase. Schon häufig war es jedoch so, dass sich aus scheinbar dunklen Zeiten

höchst erfolgreiche Perioden und Generationen entwickelten, die von Kreativität und Offenheit,

von Toleranz und Wachstum geprägt waren.

Auch BAYERNOIL wird aus der derzeitigen Situation gestärkt hervorgehen:

Wir verfügen über eine stabile Eigentümerstruktur und genießen das Vertrauen der Shareholder

in unsere Stärken und Möglichkeiten. Das gibt uns nicht nur Sicherheit bei unserem Handeln,

wir profitieren auch vom Gedankenaustausch mit unseren „Mutterfirmen“.

Das BAYERNOIL­Team ist kreativ und denkt unkonventionell. Das wird uns dabei helfen,

alle Potentiale zu heben, die noch in unserer Raffinerie schlummern. Die Erfahrung unserer

Mitarbeiter, kombiniert mit einem wohldosierten Maß an Risikobereitschaft, eröffnet uns

zusätzliche Spielräume.

Wir werden uns weiterhin außerordentlich in den Bereichen Sicherheit und Umweltschutz

anstrengen, um uns als bevorzugter Arbeitgeber und geschätzter Nachbar zu empfehlen. Wir

arbeiten engagiert an der langfristigen Wirtschaftlichkeit und Reputation unserer Gesellschaft.

Gleichzeitig fahren wir auf Sicht und realisieren kurzfristige Chancen, die der Markt bietet.

Für die Zeit nach der Krise sind wir hervorragend aufgestellt: Durch unsere Anlagenkonfiguration

werden wir sofort volle Fahrt aufnehmen, sobald der richtige Wind aufzieht. In diesem Sinne

wünsche ich uns allen ein erfolgreiches zweites Halbjahr 2009, gute Zusammenarbeit und

Spaß bei der Arbeit.

Ihr

Karl Strummer

2 3


BAYERNOIL aktuell

„Verladung läuft!“ –

neue Seilzugrangieranlagen in Vohburg

Die Trolleranlagen waren seit 1967 mit dem Beginn der Verladeaktivitäten am Standort Vohburg in Betrieb. Reparatur und

Ersatzteilbeschaffung wurden immer aufwändiger, da jedes Ersatzteil als Einzelteilanfertigung beschafft werden musste.

Aus diesem Grund wurde das Projekt zur Erneuerung der Rangieranlagen genehmigt. In den letzten Monaten wurden

die einzelnen Anlagen dann nacheinander außer Betrieb genommen und erneuert. Ein Bericht von Norbert Krammel,

Construction Management.

1

3

Im ersten Schritt wurden neue Fundamente

für alle neuen Trolleranlagen installiert. Die

Fundamente der Umlenkstationen kamen

als Fertigteile (Bild 1), die Basis der einzelnen

Antriebstationen wurde als Ortbetonfundament

betoniert (Bild 2). Der Tausch

der Anlagen erfolgte dann in 5 Abschnitten:

Im ersten Abschnitt wurde die Anlage auf

Gleis 38 (Bild 3 und Bild 4) getauscht. In

vier weiteren Abschnitten erhielten dann

die Gleise 21 bis 24 (Bild 5) neue Trolleranlagen.

Jeder einzelne Abschnitt dauerte

drei bis vier Wochen.

2

4 5

„Gemeinsam erfolgreich“

Dabei war die enge Abstimmung mit den

Produktionsverantwortlichen gefragt. Denn

die Außerbetriebnahme der alten Trolleranlagen,

die Umbaumaßnahmen und die Inbetriebnahme

der neuen Anlagen erfolgten

bei laufendem Raffineriebetrieb. Der Umsicht

und guten Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten

ist es zu verdanken, dass

die im Rahmen des Projektes geleisteten

10.000 Arbeitsstunden unfallfrei „über

die Bühne“ gehen konnten. Ein herzliches

Dankeschön dafür an alle, die bei Planung,

sicherer Umsetzung und Inbetriebnahme so

engagiert mitgewirkt haben.

Technische Daten der Anlagen:

• Das Zuggewicht je Anlage beträgt

bis zu 1.200 Tonnen

• Die Zugkraft beträgt 50 kN

• Es kann eine Steigung von 1 ‰

überwunden werden

• Eine automatische Seilspannvorrichtung

sorgt immer für die richtige Spannung

des Zugseils

• Eine Anlage besteht aus einer Antriebsstation,

dem Schubwagen und einer

Umlenkstation

Sicherheit gewinnt!

Testen Sie Ihr Wissen zum 1 x 1 des Raffinerie-Sicherheitswesens

mit dem USGQ-Streiflicht-Kreuzworträtsel.

Die Lösungsworte beschreiben das Motto, das uns bei BAYERNOIL schon immer an das Wesentliche erinnert …

Als kleinen Lösungshinweis finden Sie unten eine alphabetische Auflistung aller Antworten zu den 26 Fragen.

Die Gewinner können sich auf

attraktive Preise freuen:

1. Preis: Ein Pipelineflug mit Fa. Rotorflug

2. Preis: Ein Handfeuerlöscher fürs Auto

3. Preis: Ein Verbandskasten

4. - 10. Preis: Eine Armbanduhr

Viel Glück und allzeit sicheres Arbeiten

wünscht Ihnen Ihr USGQ­Team.

Bitte senden Sie Ihre Lösung an:

BAYERNOIL Raffineriegesellschaft mbH

Kirsten Pilgram – Öffentlichkeitsarbeit

Postfach 12 52 – 93328 Neustadt

Einsendeschluss ist der 21. September 2009. Für jeden

Teilnehmer kann nur ein Lösungszettel berücksichtigt

werden. Die Gewinner werden schriftlich

benachrichtigt.

Waagrecht

1 Abkürzung für persönliche Schutzausrüstung

4 Abkürzung für sicherheitstechnisch relevante Einrichtung

5 Ein Arbeitsgebiet der Abt. USGQ und gemeinsames

Unternehmensziel der BAYERNOIL

8 Festlegungen, wie bei Änderungen von Prozeduren,

Verfahren, Anlagen etc. zu verfahren ist (engl. Abkürzung)

10 Abkürzung für „Integriertes Managementsystem“

12 Abblockventil für den Notfall (engl. Abkürzung)

13 Abkürzung von „Atmosphères Explosibles”.

Der Begriff beschreibt Leitlinien für Geräte und

Schutzsysteme zur bestimmungsgemäßen Verwendung

in explosionsgefährdeten Bereichen

14 Sicherheitsbegehung mit Mitarbeitergespräch vor Ort

16 Methode zur Einschätzung des Risikopotenzials

19 Methode zur systematischen Identifikation von

Risiken

21 Unumstößliche Regelung, die eingehalten werden

muss

22 Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals

(engl. Abkürzung)

23 Abkürzung für „Risikobasierte Inspektion“

24 Überprüfung von Managementsystemen auf ihre

Wirksamkeit und Normkonformität

25 Festlegung einer Reihenfolge / Einstufung nach

Priorität (englisch)

Senkrecht

2 Sicherheitszertifikat für Partnerfirmen

3 Funkenbildung in Anwesenheit von explosions fähiger

Atmosphäre

4 USGQ­Informationsblatt zur Anlagen­ und Prozesssicherheit

6 Immissionsschutzrechtliches Dokument gemäß

Störfall­Verordnung

7 Ausschuss, in dem in regelmäßigen Abständen

Themen zu Anlagen, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

behandelt werden

9 Arbeitshilfe zum systematischen Erfassen relevanter

Positionen

11 Handlungsanleitung mit Beschreibung der Meldekette

im Notfall

15 Sicherheitsanforderungsstufe an EMSR­ Installationen

(engl. Abkürzung)

17 Schutzausrüstung bei Arbeiten in Höhen

18 Erforderliche Freigabe für Tätigkeiten in

brand­ und explosionsgefährdeten Bereichen

20 Monatliche Kurzmitteilung zu prozesssicherheitsrelevanten

Ereignissen mit Ursachenanalyse und

Erkenntnissen (engl. Bezeichnung, 2 Wörter)

4 5

Lösungswort:

Lösungshinweis

(Antworten in alphabetischer

Reihenfolge):

Alarmplan; Arbeitsgenehmigung;

ASA; ASC; ATEX;

Audit; Checkliste; EIV;

Gebot; HAZOP; IMS; MOC;

PSA; Ranking; RBI; REACH;

Risikoanalyse; Safety

Beacon; SCC; Sicherheit;

Sicherheitsbericht; Sicherungsgeschirr;

SIL; STE;

Streiflicht; Zuendquelle

USGQ


Die Pipelines um die süddeutschen und

österreichischen Raffinerien und Tankläger

haben engagierte Schutzengel: Die

Fachleute von BAYERN OIL, MERO, TAL,

AWP und OMV setzen sich in regelmäßigen

Abständen zusammen, um Erfahrungen

und Ideen für den sicheren Betrieb

der Fernleitungen zu diskutieren. Denn

die Fernleitungen wollen nicht nur vor

Korrosion an Anlagen und Pumpstationen

geschützt werden. Auch Behälterüberfüllungen

an den Stationsbereichen und

Tanklägern sollen durch geeignete Maßnahmen

zuverlässig verhindert werden.

6

USGQ

Gut bewacht:

Erfahrungsaustausch zum

effektiven Pipelineschutz

Die Ölfernleitungen von Triest nach Tschechien und nach Karlsruhe gehören

zu den Hauptschlagadern der deutschen Energiewirtschaft. Sie werden

deshalb von den Erdölexperten der Raffinerien und Tankläger auch in der

Region besonders sorgfältig beobachtet, um Funktionstüchtigkeit und Umweltschutz

zu gewährleisten. Die Mitglieder des Arbeitskreises Ölalarm­

und Einsatzplan für Pipelines haben sich jetzt zum 6. Erfahrungsaustausch

bei BAYERNOIL getroffen.

Den Pipelines können vor allem unangemeldete

Arbeiten im Schutzstreifen, wie

zum Beispiel Bohrungen, Grabungen oder

Spundungen, gefährlich werden.

Vorsorge durch Teamwork

und Hightech

„Gefahrenabwehr“ lautet deshalb das umfassende

Thema der Expertenrunde. Dazu

gehört der effektive Einsatz von Ölwehrequipment

und ebenso die gegenseitige

Unterstützung bei Ölunfällen – vom Alarmplan

bis zur Zusammenarbeit im Rahmen

von Integrierten Leitstellen (ILS).

Pipeline-Experten unter sich:

Christian Wilhelmer (TAL-Österreich),

Erik Färber (TAL-Deutschland), Armin

Federl (OMV-Deutschland), Thomas

Weitzel (MERO), Reinhard Kanduth (AWP),

Lars Peter Lutz (BAYERNOIL).

Wachsamer Blick „aus dem All“

BAYERNOIL stellte das neue mobile geographische

Informationssystem (GIS) auf

Basis von Google Earth vor. Zwei besonders

robust ausgestattete Notebooks wurden

mit Kartenmaterial, Pipelinebestandsplänen

und GPS­Empfänger zur Pipeline­Lagebestimmung

ausgerüstet. Die Notebooks

werden auf Fahrzeugen der Werkfeuerwehr

mitgeführt und ermöglichen die Lagefeststellung

der eigenen Pipeline(s) vor Ort sowie

die Ermittlung von Fremdleitungen im

Bereich des Schutzstreifens.

Offroad-Fahrzeuge

für den rauen Alltag

Zum Abschluss wurden der Pipeline­/Ölwehrzug

der Werkfeuerwehr BAYERNOIL

besichtigt und die Einsatzmöglichkeiten der

Fahrzeuge und Geräte diskutiert. Besonderes

Interesse weckte das neu beschaffte,

geländegängige 8 x 8 Wechselladerfahrzeug

mit dem Abrollbehälter „Pipeline­Reparaturausrüstung“.

Lars Peter Lutz, USGQ

Rama dama für „Sicherheit

durch Ordnung und Sauberkeit“

Immer, wenn der Frühling kommt, legen unsere Kollegen alles andere

als Frühjahrsmüdigkeit an den Tag. Wie jedes Jahr krempelten wir auch

heuer wieder die Ärmel hoch und sorgten für „Sicherheit durch Ordnung

und Sauberkeit“, wie das Motto unseres Rama dama­Tages lautete.

Am 30. April war es soweit: An unseren

Betriebsteilen Neustadt und Vohburg wurden

Anlagen und Wege nach überflüssigen

Bau­ und Verbrauchsmaterialien durchforstet.

Dabei konnten wir wieder auf die tatkräftige

Unterstützung unserer Partnerfirmen

zählen. In Neustadt waren die Firmen

BIS, WWV, Rohrer, TKX, Stanglmeier, Rauscher

und Reng beteiligt. In Vohburg waren

Incos, MCE, Beer, Mebo, ARGE­EMR und

Reng­Projekte in die Säuberungsaktion mit

einbezogen. Aus der Stammbelegschaft

wurde das Instandhaltungsteam von den

Schichtkollegen der Produktion unterstützt.

Ihre Aufgabe war es, die Produktionsanlagen

nach umherliegenden Gegenständen

zu durchsuchen. Bauteile, Isolierungen

oder Leitungen wurden dann erst einmal

gelagert und gesichtet, damit später doch

noch benötigtes Material nicht versehentlich

entsorgt wurde.

Überreste des ISAR-Projektes

Der Großteil des gesammelten Unrates

bestand – wie auch in den vergangenen

Jahren – aus alten Rohrleitungsteilen,

Resten von Isolierungen, Holzbohlen, Paletten

und Kunststofffolien oder ­behältern.

Außerdem wurden auch große Mengen

an Gummischläuchen und Armaturen

entsorgt. Die Menge an Müll war ähnlich

hoch wie in den Vorjahren. Im Betriebsteil

Neustadt, speziell im Prozessbereich

Nord, war die Menge allerdings etwas

größer. Dies ist auf die umfangreichen

Baumaßnahmen aus dem ISAR­Projekt

zurückzuführen.

Rund um die Raffinerie

Viele Hände für ein gutes Ende

An dieser Stelle wollen wir allen Beteiligten

danken, besonders den aktiven Mitarbeitern

unserer Partnerfirmen und aus

der Produktion. Einmal mehr haben wir

unseren Leitspruch „Gemeinsam erfolgreich“

gelebt und bestätigt.

Lars Klinger, IH­Ingenieur

7


Rund um die Raffinerie

Neu bei BayErNoil:

außergewöhnlich geländegängiges

Wechselladerfahrzeug für die

Werkfeuerwehr

Gut gerüstet:

Werkfeuerwehr erhält Wechselladerfahrzeug

Die Produktionsabläufe an den BO­Standorten Vohburg und Neustadt sind eng verzahnt: Rückstandprodukt aus der

Rohölverarbeitung in Vohburg wird über die Pipeline BO­20 nach Neustadt verpumpt und im Mild­Hydro­Cracker (MHC)

weiterverarbeitet. Wegen der besonderen Bedeutung dieser „Lebensader“ der Produktion wurde jetzt eine eigene Notfallausrüstung

samt geländegängigem Wechselladerfahrzeug für die BO­20 angeschafft.

Im Falle einer Beschädigung der Pipeline

muss alles sehr schnell gehen: Der Betrieb

der Leitung wird sofort eingestellt und der

Ölalarm­ und Einsatzplan einschließlich

des Katastrophen­Sonderschutzplanes des

Bayerischen Staatsministeriums des Inneren

ausgelöst. In die Alarmplanung sind

die Feuerwehren der umliegenden Landkreise

mit einbezogen. Das THW Ingolstadt

unterstützt die Werkfeuerwehr mit

schwerer Ausrüstung für Erdbewegungen.

Exakt geregelte Abläufe

Ab dem Moment der Leckerkennung läuft

die Zeit: Die undichte Stelle muss identifiziert,

die Rohrleitung freigelegt, an der

Schadensstelle abgedichtet und die Pipeline

freigespült werden. Denn das Produkt

dickt innerhalb von 10 bis 12 Stunden ein

und die Pipeline ist verloren – mit gravierenden

Auswirkungen auf die Produktion in

Neustadt und Vohburg: Am Standort Vohburg

müsste der Rohöleinsatz wegen des

anfallenden Rückstandes sofort reduziert

werden. In Neustadt würde umgekehrt das

Einsatzprodukt für den MHC fehlen.

8

Umfangreiche Ausstattung

Deshalb wurde eine Notfallausrüstung speziell

für die BO­20 beschafft. Die Ausrüs ­

tung umfasst zwei spezielle Reparaturschellen,

Tiefbauabstützung, Beleuchtungsgerät,

Strom erzeuger, Kompressor, Werkzeuge,

Einsatzzelt usw. und wird mit zwei Abrollbehältern

(AB) aus dem Betriebsteil Neustadt

mit einem Wechsellader­Fahrzeug

(WLF) der Werkfeuerwehr zur Einsatzstelle

transportiert. Aus dem Betriebsteil Vohburg

kommt das Wechsellader­Fahrzeug mit dem

AB­Ölwehr zum Einsatz.

Spezifische Anforderungen

Das vorhandene WLF vom ehemaligen

Standort Ingolstadt war wegen seiner Bauart

für den Pipelineeinsatz nicht geeignet:

Das Fahrzeug verfügte über Luftfederung,

nur eine angetriebene Achse und war deshalb

„offroad“ nicht einsatzfähig. Nach

längerer Suche konnte glücklicherweise

ein neuwertiges Fahrgestell 8 x 8 (Allradantrieb

auf allen 8 Rädern) mit 18.000 gefahrenen

Kilometern aus einem aufgelösten

Bundeswehrdepot erworben werden. Das

Fahrzeug ist aufgrund seiner Bauart (Portalachsen,

Wandler­Schaltkupplung, Differentialsperren,

moderne 80 kN Seilwinde,

Geländebereifung und leistungsstarker

V8­Dieselmotor) für den Geländeeinsatz

hervorragend geeignet. Durch das Absenken

des Reifendruckes auf 2,5 bar wird die

Geländefähigkeit weiter verbessert.

Perfekt für den Offroad-Einsatz

Dieses Fahrzeug wurde mit einem Hakengerät

zur Aufnahme von Abrollbehältern

ausgerüstet und kann bei einem Einsatz

an der BO­20 die Notfallausrüstung

selbst durch einen gepflügten Acker zur

Schadensstelle transportieren. Damit ist

sichergestellt, dass die erforderliche Ausrüstung

schnell in unmittelbarer Nähe der

Einsatzstelle abgesetzt und ohne Zeitverzug

mit den Reparaturarbeiten begonnen

werden kann. Es bleibt zu hoffen, dass kein

Pipelineschaden eintritt. Für den entsprechenden

Ernstfall ist die Werkfeuerwehr

der BAYERNOIL jedoch gut gerüstet!

Peter Schmoll,

Leiter Werkfeuerwehr

Schlüsselübergabe:

Peter Schmoll (Leiter Werkfeuerwehr), Helmut Scheuerer (Oldtimer-Interessenge-

mein schaft Semerskirchen) und Karl Strummer (BAYERNOIL Geschäftsführung)

Ruhestand nach 30 Jahren

treuer Dienste

Das Pulverlöschfahrzeug TroLF 750 geht in den wohlverdienten Ruhestand.

Peter Schmoll, Leiter der BAYERNOIL­Werkfeuerwehr, lässt die Einsatzzeit Revue

passieren – und erzählt damit auch ein spannendes Stück Werksgeschichte.

„Im Zuge der Stilllegung des Betriebsteiles

Ingolstadt und der Auflösung der

dortigen Feuerwache wurde am 10. Juli

2009 ein weiteres Löschfahrzeug außer

Dienst gestellt. Fast auf den Tag genau

vor 30 Jahren, Anfang Juli 1979, holte

ich das TroLF 750 auf Unimog­Fahrgestell

U 1300 L zusammen mit dem damaligen

Sicherheitsingenieur Norbert Henrichs in

Ladenburg bei der Firma TOTAL ab.

Keine Frage, die letzte Fahrt mit BAYERN­

OIL­Kennzeichen habe ich mir nicht

nehmen lassen, sind da doch sehr viele

persönliche Erinnerungen mit dem alten

Kämpfer verbunden. Unvergessen die

Kontrollfahrten entlang des Werkszaunes,

die Geländeeinsatz pur für den Unimog

bedeuteten. Auch einige größere Brände

in der damaligen ERN hat dieses Fahrzeug

miterlebt und auch bekämpft.

Dafür, dass es oft im Einsatz war, stehen

die 116.000 gefahrenen Kilometer auf

dem Tacho. Das bedeutet für ein Feuerwehr­Fahrzeug

schon eine sehr hohe

Laufleis tung! In den letzten Jahren wurde

das TroLF jedoch nur noch als Reservefahrzeug

genutzt und war nur im Einsatz,

wenn eines der anderen Löschfahrzeuge

einen Werkstattaufenthalt hatte.

Von der BAYERNOIL wurde das Fahrzeug

nun in die Hände der Oldtimer­Interessengemeinschaft

Semerskirchen übergeben.

Das TroLF wird dort liebevoll gepflegt und

auf diversen Oldtimertreffen zu bewundern

sein.

Peter Schmoll,

Leiter Werkfeuerwehr

Besuch aus USa:

Tim Quenn von der Berufsfeuerwehr

Chicago sammelt Eindrücke.

Die deutsche

Feuerwehr im Blick

Tim Quenn ist Berufsfeuerwehrmann

beim Chicago Fire Department (USA),

wo knapp 5.000 Feuerwehrleute fast 100

Einsätze täglich leisten. Quenn bereitet

sich gerade auf die Offizierslaufbahn vor

und schreibt im Rahmen seines Studiums

eine Arbeit über das Feuerwehrwesen in

Deutschland. Klar, dass dazu auch die Besichtigung

einer gut ausgestatteten Werkfeuerwehr

gehört. Von den technischen

Einrichtungen unserer Wehr zeigte er sich

sehr beeindruckt.

aktiv im Einsatz:

Tim Quenn nahm auch an einer Übung teil.

9


Rund um die Raffinerie

Neue Pumpentechnologie macht’s möglich:

20 % Mehrdurchsatz im Hydrofiner

Was taten die Fuhrleute in früheren Zeiten, wenn es galt, einen steilen Pass zu überwinden? Richtig, sie spannten ein

zusätzliches Pferd vor den Wagen! Dieses zusätzliche Arbeitspferd heißt im Hydrofiner nicht „Wenzl“ oder „Schunkl“,

in Anlehnung an zwei besonders pfiffige Kollegen in der Produktion, sondern nüchtern „Hydrofiner Einsatzpumpe

J­601“ und zieht auch keinen Wagen, sondern ist die Basis für die Kapazitätserweiterung des Hydrofiners im Betriebsteil

Vohburg von 100 t/h auf 120 t/h.

Im Zuge des ISAR­Projekts wurden im

September 2008 mit der Abstellung der

HDS 2 und des Unifiners im Betriebsteil IngolstadtMitteldestillat­Entschwefelungskapazitäten

in Höhe von ca. 150 t/h

stillgelegt. Der Hydrofiner sollte daher

mit überschaubaren Kosten von 100 auf

120 t/h erweitert werden, um die Entschwefelung

der Mitteldestillatströme

(LCO und teilweise SGO/LVGO), die bisher

in Ingolstadt erfolgte, weiterhin sicher zu

stellen. Die Vorstudien zu diesem Projekt

wurden aber aufgrund der ermittelten

Umbaukos ten im siebenstelligen Bereich

nicht weiterverfolgt.

10

Modifizierte Schmierölpumpe der Einsatzpumpe J-601

Vorstudien zeigen Engpässe auf

Zunächst wurden am Hydrofiner Testläufe

zur Ermittlung der Anlagenengpässe durchgeführt.

Es zeigte sich dabei, dass bei einer

Fahrweise mit einer Einsatzpumpe Durchsätze

bis zu 108 t/h möglich waren. Dabei

offenbarten sich aber auch neue Beschränkungen,

welche die mechanische Stabilität

der Anlage hätten gefährden können.

So steigt zum Beispiel bei einer Erhöhung

der Einsatzmenge auch die Strömungsgeschwindigkeit

in den Wärmetauschern des

Hochdruckteils der Anlage. Damit werden

die betroffenen Apparate wiederum anfälliger

gegenüber Erosionskorrosion. Es galt

also, die Probleme in enger Zusammenarbeit

zwischen Anlagenbereichsteam und

PI­Tagdienst­Team zu lösen.

Systematische Vorplanung erlaubt

Versuchsbetrieb

Um aus einem Versuchsbetrieb mit Zuschaltung

einer zweiten Einsatzpumpe

möglichst viele Erkenntnisse zu gewinnen,

wurden zunächst nochmals die Designparameter

der wesentlichen Anlagenkomponenten

gesichtet. Intensive Gespräche

mit dem Betriebspersonal und der Instandhaltungsmannschaft

lieferten weitere

wertvolle Hinweise auf bestehende Limitierungen.

Um ein detailliertes Druckprofil

über die Anlage erstellen zu können,

wurden zusätzliche Druckmessungen an

der Anlage installiert. Zur Überwachung

der Einsatzpumpen wurde außerdem eine

Anzeige der Stromaufnahme ins Prozessleitsystem

aufgenommen.

Testbetrieb liefert wertvolle

Erkenntnisse

Eine weitere Voraussetzung für den Test

war der Umbau der bisher anfälligen Ölpumpen

an den beiden Einsatzpumpen auf

einen unabhängigen Schmierölkreislauf

nach einem Eigendesign der BAYERNOIL­

Instandhaltung. Mit dieser Modifikation

durch die Instandhaltung konnte die Zuverlässigkeit

der Maschinen wesentlich

gesteigert werden.

Abbildung 1: Durchsatzerhöhung im Juni 2009

Nach diesen Vorplanungen folgte ab September

2008, mit den Behörden abgestimmt,

ein vierwöchiger Testlauf mit dem

zweiten „Pferd“ J­601, also Parallelbetrieb

beider Einsatzpumpen, dessen Ergebnisse

in einem nochmaligen Test im Februar

2009 abgesichert wurden. Im Ergebnis

konnten dabei Durchsätze von 115 t/h im

Dauerbetrieb gefahren werden. Hydraulische

Limitierungen lagen wie erwartet

im Bereich des Niederdruckteils und der

Stripperkolonne. Mit diesen Erkenntnissen

konnte dann die erforderliche Gegenmaßnahme,

die Vergrößerung von Regelventilen,

während des Stillstands im Frühjahr

2009 umgesetzt werden.

Der aufmerksame Leser fragt sich nun sicherlich

mit Recht, wie sich diese Durchsatzerhöhung

auf die erwähnte Erosionsproblematik

auswirkt, da ja offensichtlich

höhere Durchsätze mit steigenden Geschwindigkeiten

und somit steigender Erosion

verbunden sind? Genau dies war die

Schlüsselfrage des ganzen Umbaus.

Als gefährdete Bereiche wurden die Umlenkzonen

der Hochdruck­Luftkühler identifiziert.

Die dort ermittelten Geschwindigkeiten

erwiesen sich als grenzwertig.

Allerdings stellte sich schnell heraus, dass

das eigentliche Thema hier die ungleiche

Verteilung der Gasströme als Folge von

Salzablagerungen war. Diese Ablagerungen

verursachten erhöhte Differenzdrücke

über den Hochdruckteil der Anlage

und partiell erhöhte Geschwindigkeiten,

welche dann die Erosion bewirkten. Als

Lösung ergab sich hierfür die Einführung

regelmäßiger Wasserwäschen. Dies zeigte

unmittelbar Wirkung, zu erkennen an den

bei den Wäschen fallenden Differenzdrücken.

Durch Ungleichverteilung verursachte

partielle Erosionsprobleme werden

somit abgeschwächt.

Positive Effekte realisiert

Ein weiterer hilfreicher Ansatz war die Erhöhung

des Systemdrucks. Aufgrund der

nun zur Verfügung stehenden zusätzlichen

Leistung der Einsatzpumpen (Parallelfahrweise)

konnte der Systemdruck um etwa

2 bar, also an den Auslegungsbereich der

Anlage, angezogen werden. Dadurch reduzierten

sich die Strömungsgeschwindigkeiten

weiter. Ein weiterer willkommener

Nebeneffekt war, dass der Wasserstoffpartialdruck

trotz Durchsatzerhöhung konstant

gehalten werden konnte. Dadurch

wurde der Katalysatordeaktivierung entgegengewirkt.

Grünes Licht für den Dauerbetrieb

Bei der zuständigen Behörde wurde parallel

die Kapazitätserweiterung beantragt.

Dabei galt es unter anderem, die Kapazität

des Fackelsystems für den höheren Durchsatz

zu überprüfen. Mit der Installation

einer zusätzlichen Sicherheitsabschaltung

an der Stripperkolonne kann jetzt ein unzulässiger

Druckanstieg im Fackelsystem

verhindert werden. Nach der schnellen und

unkomplizierten Genehmigung des Antrags

durch die Behörde waren dann schließlich

alle Voraussetzungen für den Dauerbetrieb

gegeben.

Was zu beweisen war –

Dauerbetrieb seit Juni 2009

Die Anlage läuft nunmehr seit 15. Juni

2009 im Dauerbetrieb mit stabilem Einsatz

von 120 t/h und trägt damit zur Verbesserung

unserer derzeit schwierigen Margensituation

bei.

Bei getätigten Investitionen von ca. 80.000 ›

hat sich der Umbau bereits ausgezahlt

(Abb. 1). Die Maßnahme ist damit aber noch

nicht abgeschlossen. Einzelne offene Punkte

wie die Verbesserung der Zuverlässigkeit

der Einsatzpumpen oder die Bewertung der

Katalysatorlaufzeit bilden in den nächsten

Monaten die Schwerpunkte der Arbeit. Ziel

ist die nachhaltige Sicherstellung der Anlagenzuverlässigkeit

durch konsequentes

Monitoring der Anlagenparameter.

Schlussfolgerungen

Das Beispiel zeigt einmal mehr, dass es

nicht immer nur die „große Lösung“ ist, die

zu Erfolgen führt. Vielmehr können durch

systematisches Arbeiten unter Einbeziehung

des Fachwissens aller vorhandenen

Experten scheinbare Grenzen Schritt für

Schritt immer weiter hinausgeschoben

werden. Versteckte Potentiale können so

mit relativ geringem finanziellem Aufwand

sicher und stabil gehoben und somit unsere

Raffinerie weiterentwickelt werden.

Wie wichtig und richtig dieses Vorgehen

für BAYERNOIL sein kann, wird besonders

in der aktuellen Wirtschaftskrise deutlich.

Rupert Herold

Prozessingenieur BTV

11


Rund um die Raffinerie

Alles O.K. für mehr OK (Ottokraftstoff) in Neustadt

Mit der jetzt durch das zuständige Landratsamt Kelheim genehmigten Durchsatzerhöhung in Reformer 1 ist der Weg

frei für die Produktionssteigerung von Ottokraftstoff am Standort Neustadt. Damit wird der relativ größeren Marktnachfrage

dieser Kraftstoffsorte Rechnung getragen.

Die Wirtschaftskrise wirkt sich auch auf

den Mineralölproduktmarkt aus. So hat sich

in den vergangenen Monaten die Nachfrage

nach allen Produkten verringert, wobei

Ottokraftstoff derzeit noch am meisten

gefragt ist. Produktionsplanung und Produktion

reagieren durch bedarfsorientierte

Fahrweisen der Anlagen und angepasste

Einsatzqualitäten zeitnah auf Marktänderungen.

Darüber hinaus sucht das Team

der Prozessingenieure (PI) kontinuierlich

nach Möglichkeiten, mit geringem Investitionsaufwand

den Erfordernissen des

Marktes noch besser gerecht zu werden

und entwickelt die BAYERNOIL­Raffinerie

damit konsequent weiter. Eine dieser erfolgreichen

Optimierungsmaßnahmen ist

die Durchsatzsteigerung des Neustädter

Reformers 1 von zuvor 62 t/h auf 75 t/h, die

wir kürzlich von den zuständigen Behörden

genehmigt bekommen haben.

Benzinreformer in BAYERNOIL

BAYERNOIL betreibt insgesamt 3 Benzinreformer,

von denen einer in Vohburg und

zwei in Neustadt stehen. Alle arbeiten nach

dem sogenannten Platforming­Verfahren. Es

sind durchweg Festbettreformer, bei denen

der Katalysator im Reaktor während der

Produktion nicht bewegt wird. Die Reformer

erhöhen die Oktanzahl des Benzineinsatzes

und somit dessen Qualität. Dies

wird durch eine Vielzahl an chemischen

Reaktionen erreicht, wie zum Beispiel

ISAR-Optionen werden genutzt

Die ersten Planungen des kürzlich abgeschlossenen

Großprojektes ISAR sahen

eine Umwandlung des Neustädter Reformers

2 in eine Benzinisomerisierungsanlage

(Par Isom) vor. Die aus der Umwidmung

des Reformers 2 resultierende Verminderung

der Reformerkapazität sollte durch

eine Ertüchtigung des Reformers 1 teilkompensiert

werden. Zur Identifizierung der

limitierenden Anlagenteile (Bottlenecks)

initiierte der PI Tagdienst einen dreitägigen

Testlauf, welcher unter der Leitung von Rudolf

Dieterich (USGQ) durchgeführt wurde.

Dieser Testlauf war ein voller Erfolg, zeigte

er doch keine gravierenden Einschränkungen

für eine Durchsatzerhöhung, die

über die bereits eingeplanten Stillstandsarbeiten

wie der Neuberohrung der beiden

Öfen und Modifikationen am Luftkühler hinausgingen.

der Bildung von aromatischen und naphtenischen

ringförmigen Kohlenwasserstoffen

sowie der Isomerisierung und der Spaltung

von Kohlenwasserstoffketten. Eine Übersicht

der Apparate im Neustädter Reformer

1 ist im Verfahrensschema (Abbildung 1) zu

sehen. Der Einsatz (entschwefeltes Benzin

aus der Hydrobon) wird zunächst mit wasserstoffhaltigem

Kreislaufgas gemischt und

über die Texas Towers EA­401 A/B und Ofen

BA­401 aufgewärmt. Er gelangt dann in den

ersten Reaktor DC­401. Danach wird die bei

der Reaktion verlorene Wärme durch jeweils

einen der beiden Öfen ausgeglichen,

Effizienter Mitteleinsatz

für effektive Ergebnisse

Außerdem wurde in einer HAZOP die bestimmungsgemäße

und sichere Betreibbarkeit

der Anlage untersucht und eine Liste

mit notwendigen Verbesserungen erstellt.

Während des ISAR­Projektes wuchs die

Gewissheit, dass der Gesetzgeber in Zukunft

die Zublendung von Ethanol ins OK

fordern würde. Daraufhin wurde das Par

Isom­Projekt neu bewertet und schließlich

gestoppt. Folglich stand die Durchsatzsteigerung

im Reformer 1 nicht mehr auf

der Agenda, denn aus damaliger Sicht erschien

ein Szenario mit erhöhter Nachfrage

nach Ottokraftstoffen unwahrscheinlich.

Das Konzept verschwand in den Schubladen.

Die entscheidenden Punkte aus der

HAZOP­Improvement­Liste wurden jedoch

weiterhin umgesetzt, um auch den Anlagenbetrieb

mit aktueller Verarbeitungs­

bevor der Stoffstrom die beiden weiteren

Reaktoren passiert. Das Reaktionsprodukt

wird in den Texas Towers, im Luftkühler

ED­401 und im Wasserkühler EE­401 abgekühlt.

Die verschiedenen Produktströme

(Überschussgas, Abgas, Flüssiggas (LPG))

und das eigentliche Endprodukt Reformat

(hochoktaniges Benzin) werden in den Abscheidern

und der Stabilkolonne voneinander

getrennt. Nach Abzweigung des Überschussgases

wird das Kreislaufgas mit dem

Kompressor GB­401 wieder auf höheren

Druck gebracht und dem Reaktionsprozess

erneut zugeführt.

menge zu verbessern. Zu nennen wäre hier

beispielsweise die Druckabsicherung des

Hochdruckteils durch Einsatzpumpenabschaltung.

Nachfrage bestimmt Anlagenplanung

Erst in diesem Jahr wurde durch die hohe

Nachfrage nach Ottokraftstoff das Konzept

zur Durchsatzerhöhung des Reformers 1

wieder interessant. Der Betrieb startete

daher nach Abstimmung mit der Produktionsplanung,

unter Einbeziehung der Abteilungen

Projekte (Klaus­Dieter Rost) und

USGQ (Rudolf Dieterich), die Beantragung

Abbildung 1: Verfahrenschema

des Reformers 1 in Neustadt.

dieser Durchsatzerhöhung beim zuständigen

Landratsamt Kelheim. Hierzu waren noch

einige vorbereitende Maßnahmen notwendig.

Die schon vor dem Testlauf als Engpass

klassifizierten Ofenrohre wurden bereits im

Stillstand 2008 ausgetauscht, so dass diese

Haupt­Einschränkung nicht mehr besteht.

Darüber hinaus wurde der Ofen gemäß

neuem BAYERNOIL­Ofensicherheitskonzept

umgerüstet. Der Lüfterheader des ED­401

wurde strömungstechnisch optimiert und

ebenfalls bereits im Stillstand 2008 ausgetauscht.

Verschiedene Sicherheitsabschaltungen

wurden installiert und modifiziert.

Das riesige Ofenrohrpaket wird am

Stück in den Reformerofen geschoben.

Um die Ausmaße zu verstehen,

beachte man die beiden Schweißer

am linken unteren Bildrand.

Korrekt modifizieren

Mit dem reinen Austausch von Anlagenteilen

ist die Durchsatzerhöhung längst nicht abgeschlossen.

Der erhöhte Durchsatz belastet

den Reformer stärker als vorher. Die Prozessingenieure

und die Schichtmit arbeiter müssen

in erhöhtem Maße auf Limitierungen

und Besonderheiten bei den verschiedenen

Anlagenteilen achten. PIs und Monitoring

and Planning Ingenieure (MAPs) müssen gemeinsam

abstimmen, welche Laufzeitziele

bei welcher Anlagenbelastung („Severity“)

erreicht werden sollen. Ebenso wurden seitens

Inspektion und Produktion Inspektionsintervalle

und Außenrundgänge an die neue

Reformerauslastung angepasst.

Fazit

Die erreichten Ergebnisse sind ein Beleg

für die Effizienz der BAYERNOIL­Organisation.

Innerhalb kürzester Zeit wurde eine

Idee geboren und verwirklicht. Es wurde

anschaulich demonstriert, welche Resultate

durch Kreativität und Flexibilität der

BO­Mitarbeiter erreichbar sind. Diese altbewährten

BAYERNOIL­Tugenden stimmen

zuversichtlich und stützen das Vertrauen in

die Zukunft. Aufgrund eines schwieriger

werdenden Umfeldes entwickelt sich die

Raffinerie den Marktanforderungen entsprechend

weiter.

Dr. Ralf Giesen

Prozessingenieur BTN

12 13


Rund um die Raffinerie

Wunderschöne Wasserwelt

Andreas Stoll, Tagdienst­Mitarbeiter im Abwasserbereich des BO­Standortes Vohburg, untersucht und fotografiert in

seiner Freizeit die Bestandteile von Raffinerieschlämmen. Das Ergebnis sind faszinierende Aufnahmen unterschiedlichster

Lebewesen, von denen es in dieser Unterwasserwelt nur so wimmelt. Für das BO­Journal hat Andreas Stoll

seine visuelle Schatzkiste geöffnet und stellt die schönsten Aufnahmen vor.

Im Folgenden werden einige Mikroorganismen

aus dem Foto­Archiv von Andreas Stoll

vorgestellt. Es handelt sich dabei um Lebewesen,

welche die biologische Abwasserreinigung

stören können und deshalb unerwünscht

sind:

14

Bäumchenbakterie

Bäumchenbakterie (Zoogloea spp.)

30.11.2006 Bio 2

Vergrößerung : 1600 x

Fluoreszenz – blau 450 nm –

Anfärbung mit Acridinorange

Kolonie von Bakterien in Gallert­ (Schleim­)

hüllen. Sie können sehr groß werden und

dadurch die Absetzbarkeit der Schlammflocken

beeinflussen. Die Bakterien haben

eine Länge von ca. 1,5 ­ 2 µm und eine Breite

von 1 µm.

Raffinerie­Abwässer sehen wie jeder andere

Klärschlamm nicht besonders schön

aus. Gott sei Dank bekommt die Abwasserreinigung

nach der mechanisch­physikalischen

Vorstufe mit Separatoren und

Flotation tatkräftige Hilfe direkt aus der

Natur: In den biologischen Klärstufen,

den Belebungs­ und Nachklärbecken, unterstützt

Biomasse mit zahlreichen Mikroorganismen

den Abbau organischer und

anorganischer Schmutzstoffe. Die kleinen

Helfer siedeln sich dabei in Kolonien auf

vorhandenen fein verteilten Schweb­ und

Feststoffen an und bilden als Flocken den

belebten Schlamm.

Grau? Nur auf den ersten Blick!

Dass diese mikrobiologischen Lebewesen

doch sehr schön und nützlich sein können,

zeigt uns immer wieder Andreas Stoll. Er

hat sich zum ausgesprochenen Fachmann

auf einem Gebiet entwickelt, das eigentlich

gar nicht zu seinen Pflichtaufgabenfeldern

zählt. Er untersucht zuhause in

sei nem Privatlabor die Beschaffenheit und

das Aussehen des belebten Schlammes:

Sind die Flocken kompakt oder fein verteilt,

welche Mikroorganismen sind vorhanden,

treten Fadenorganismen auf und

sind neben den Flocken noch Kleinstlebewesen

vorhanden?

Antworten auf alle Fragen

Fragen, die Andreas Stoll mit seinen zahlreichen

Mikroskopen, Wechselobjektiven

und diversen weiteren Hilfsmitteln zu beantworten

versucht. Da die physikalische,

chemische und biologische Beschaffenheit

der Biomasse wesentlich von der Abwasserzusammensetzung

und ­konzentration

beeinflusst werden, kann er anhand des

mikroskopischen Bildes der Biomasse

interessante Rückschlüsse auf Funktion

oder Störungen der Abwasserbehandlung

ziehen.

Voraussetzung für die Funktion des Belebungsverfahrens

ist die Abtrennung der

Biomasse vom biologisch gereinigten Abwasser

durch die Sedimentation im Nachklärbecken.

Der Belebtschlamm, also die

Biomasse, besteht üblicherweise aus unregelmäßig

geformten Flocken zwischen

50 ­ 300 µm Durchmesser und einem

Fadenbakterie

Miniflocke mit Fadenbakterien

Öltröpfchen mit Bakterien

Schalenamöbe

Fadenbakterie (Thiothrix spp.)

14.12.2006 Bio 1

Vergrößerung: 1600 x

Fluoreszenz – blau –

Anfärbung mit Acridinorange

Thiotrix benötigt reduzierte Schwefelverbindungen

zur Energiegewinnung. Fadenbakterien

haben negativen Einfluss auf die Absetzbarkeit

der Schlammflocken und sind aus

diesem Grund nicht gern gesehen, obwohl

sie Schadstoffe gut abbauen. Die Fäden sind

ca. 1 bis 1,5 µm breit und die einzelnen Bakterien

sind unterschiedlich lang. Zwischen

den Fäden befindet sich eine Nacktamöbe.

Miniflocke mit Fadenbakterien

(Thiothrix spp.)

14.12.2006 Bio 1

Vergrößerung: 1600 x

Fluoreszenz – blau 450 nm –

Anfärbung mit Acridinorange

Die Rotfärbung zeigt absterbende Bakterien.

Öltröpfchen mit Bakterien

26.01.2008 Bio 1

Vergrößerung: 600 x

Fluoreszenz – blau 450 nm –

Anfärbung mit Acridinorange

Öltropfen und Emulsionen sind im Belebungsbecken

sehr schwer abbaubar und

erschweren das Absetzen der Schlammflocken.

Das Öl (rot) wird von den Bakterien

(grün) abgebaut.

Schalenamöbe (Arcella spp.)

27.09.2006 Bio 1

Vergrößerung: 1600 x

Fluoreszenz – blau 450 nm –

Anfärbung mit Acridinorange

Amöben umfließen mit dem Zellplasma ihre

Nahrung und nehmen sie in die Zelle auf.

Sie können bei Massenauftreten die Flocken

zerstören und zeigen dann Instabilität der

Biologie an. Zu sehen ist oben grün und rund

der Zellkern, links schwarz und rund eine

kontraktile Vakuole sowie grün frisch aufgenommene

und rot absterbend Bakterien.

15


Rund um die Raffinerie

Ohne diese Aufnahmen stünden wir im

wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln!

spezifischen Gewicht von > 1. Für eine

optimale Reinigungsleistung sind Flocken

mit möglichst großer kompakter Oberflächenstruktur

ideal.

In der Praxis weichen die Flocken oft jedoch

von der „normalen“ Beschaffenheit ab und

sorgen für verfahrenstechnische Herausforderungen.

Besonders nachteilig wirkt sich

zum Beispiel das Wachstum fadenförmiger

Organismen (Bild Fadenbakterie) oder die

Bildung von Bakterien­Kolonien (Bild Bäumchenbakterie)

auf die Absetzbarkeit des

Schlamms aus, wobei die Fadenbakterien

aber noch eine gute Abbauleistung haben.

Der so entstehende Schlamm wird Blähschlamm

genannt und kann nicht im Becken

gehalten werden.

Verfahrenstechnisch bilden Belebungsbecken

und Nachklärbecken eine in sich

geschlossene Einheit. Verschlechtern

sich die Absetzeigenschaften des Belebtschlammes,

kann dies zu einem Mitriss

von Biomasse über das Nachklärbecken

und unter Umständen zu einem Anstieg bei

behördlich festgelegten Überwachungsparametern

füh ren. Dies muss so weit wie

möglich verhindert werden.

16

Rainer Köster

Robert Ernhofer

Andreas Stoll

Rädertier

Wimpertier

Glockentier

Die folgenden Bilder präsentieren eine Auswahl an Indikator­Organismen

(gewünschte Mikrobiologie), die eine stabile Biologie und

gute Abbauleistungen anzeigen.

Rädertier (Philodina spp.)

31.01.2009 Bio 2

Vergrößerung: 600 x

Fluoreszenz – blau 450 nm –

Anfärbung mit Acridinorange

Mehrzelliger Mikroorganismus, der freie

Bakterien aus dem Wasser entfernt.

Sein Auftreten zeigt hohes Schlammalter

und stabile Betriebsverhältnisse an.

Wimpertier (Chilodonella spp.)

14.02.2009 Bio 2

Vergrößerung: 1600 x

Differenzialer Indifferenzkontrast (DIC)

Es gibt freischwimmende Wimpertiere (Ciliaten),

Weidegänger und festsitzende Arten

(Glockentiere). Sie fressen freie Bakterien

oder weiden die Flocken von losen Bakterien

ab. Man sieht die Wimpern (Cilien), die

zur Bewegung und zum Heranstrudeln von

Nahrung dienen, links den runden Zellmund

mit Reusenstäbchen, den Zellkern und Nahrungsvakuolen.

Glockentier (Carchesium spp.)

10.08.2006 Bio 2

Vergrößerung: 300 x

Fluoreszenz – blau 450 nm –

Anfärbung mit Acridinorange

Glockentiere sind Wimpertiere mit einem

Stiel. Es gibt einzeln und in Gruppen auftretende

Arten. Sie haften an den Flocken und

filtern freie Bakterien aus dem Wasser. Zu

sehen ist der grüne bandförmige Zellkern

und rote aufgenommene Bakterien, welche

verdaut werden.

Schnelle Teamarbeit:

Verbesserung der Fackelgas kompressor-

Verfügbarkeit am Standort Neustadt

Mit Beginn des Jahres 2009 trat ein neuer Genehmigungsbescheid für das

Fackelsystem in Kraft. Ein wesentliches Element waren hohe Verfügbarkeitsvorgaben

für die Fackelgaskompressoren. Die bisherige Leistung – das

zeigte der Probebetrieb der neuen ISAR­Anlagen – lag noch darunter. Häufige

Ausfälle über zu hohe Druckseitentemperaturen, jedes Mal verbunden

mit dem Risiko von Fackeltätigkeit, signalisierten Handlungsbedarf. Zur

Dokumentation der Verfügbarkeitsentwicklung sollte zudem ein komplexes

Laufzeitüberwachungssystem eingerichtet werden. Das Team der Prozessingenieure

(PI) stellte sich zusammen mit den Fachexperten der IH und den

Betriebsingenieuren dieser Herausforderung.

Technische Informationen

Am Standort Neustadt verdichten zwei

Kolbenkompressoren, der GB­8001 bis 4 bar

und der GB­8003 bis 9 bar, das Gas aus den

gesamten Fackelsystemen der Raffinerie.

Dieses Gas wird dem Heizgassystem zugeführt

und in Prozessöfen verbrannt. Auf

diese Weise werden Kosten und Umweltbelastung

gleichermaßen reduziert, denn

die Verbrennung von Fackelgas im Rahmen

des Raffinerieprozesses spart Heizgas und

vermeidet permanente Fackeltätigkeit.

T2/T1 = (P2/P1) (1-1 K)

Die Aufgabe:

Steigerung der Kompressorleistung

Das Fackelgas enthält mehrere Komponenten:

sehr leichten Wasserstoff, Inertgase

wie Stickstoff und Propan oder Butan. Die

Zusammensetzung des Gases variiert in Abhängigkeit

vom Betriebszustand der Raffinerie.

Diese Änderungen haben natürlich einen

erheblichen Einfluss auf den Heizwert des

Gases und wirken sich somit an den einzelnen

Prozessöfen aus.

Ein weiterer, zunächst nicht so offensichtlicher

Aspekt ist, dass sich insbesondere

der Wasserstoffanteil auf die Kompressi­

Links: Fackelgaskompressor GB-8003

und Isentropengleichung zur Bestimmung

der Kompressionstemperatur

onstemperatur der Maschinen auswirkt. Je

höher der Wasserstoffanteil, desto höher

die Kompressionstemperatur. In Zahlen

aus gedrückt stellt sich bei der Verdichtung

von 100 % Propan von 2,2 bar auf 9,2 bar

mit einer Eintrittstemperatur von 15 °C eine

Endtemperatur von 64 °C ein. Bei reinem

Wasserstoff dagegen ergibt sich eine Endtemperatur

von 160 °C.

Relevant wurde dieser Sachverhalt mit Inbetriebnahme

der neuen ISAR­Konfiguration

und dem dadurch gestiegenen Wasserstoffanteil

im Fackelgas. Die Kompressionstemperaturen

stiegen deutlich, wodurch die bis

herige Abschalttemperatur überschritten

und der Maschinenschutz aktiviert wurde.

Die Lösung:

Identifikation vorhandener Reserven

Die Kolbentragringe der Kompressoren

führen den Kolben im Zylinder, die Ventile

sorgen für den Enddruck. Beide Bauteile enthalten

Kunststoffe, welche für eine maximal

zulässige Betriebstemperatur von ca. 200° C

ausgelegt sind. Abweichend von dieser

maximal zulässigen Temperatur war bisher

jedoch eine Abschalttemperatur von 120° C

vorgegeben, was für die Vor­ISAR­Zeit völlig

ausreichend war. Allerdings waren die materialtechnischen

Temperaturreserven bei

weitem nicht erreicht. Basierend auf den geschilderten

Zusammenhängen konnten wir

die Abschalttemperatur auf 180° C anheben.

Die Verfügbarkeit des Gesamtsystems konnte

so ganz ohne konstruktive Änderungen

erheblich verbessert werden.

Resümee

Innerhalb kürzester Zeit wurde eine wichtige

Aufgabenstellung erkannt, analysiert und

nahezu kostenfreie Abhilfemaßnahmen gefunden

und umgesetzt. Voraussetzung dieser

Erfolge war wieder einmal das vorbildliche

Zusammenwirken aller beteiligten Organisationseinheiten,

basierend auf den bewährten

BAYERNOIL­Tugenden wie Sachverstand,

Zielstrebigkeit und Kostenbewusstsein.

Ulrich Greinke

Prozessingenieur BTN

17


Shareholder – kurz notiert

Nobelpreisträger im Dialog

mit OMV Ingenieuren

Die Entwicklung des Metatheseverfahrens ist ein wichtiger Schritt zur

Gewinnung von hochreinem Propylen für die Kunststoffindustrie. Prof.

Richard Schrock entdeckte für die Metathese das chemische Katalysatorenverfahren,

wofür er im Jahr 2005 den Nobelpreis für Chemie erhielt.

Die Metathese­Anlage der OMV Raffinerie Burghausen ist derzeit die einzige

ihrer Art in Europa und Vorbild für Partner in Abu Dhabi. Dort entsteht

die größte Metathese­Anlage der Welt.

Metathese­Erfinder und Nobelpreisträger

Prof. Richard Schrock besucht erneut die

Metathese­Anlage der OMV Deutschland

Die Metathese­Anlage in Burghausen ist

die erste ihrer Art in Europa und ist Vorbild

für Projekt in Abu Dhabi

Der Nobelpreisträger tauscht mit den OMV

Ingenieuren wissenschaftliche Erkenntnisse

und Erfahrungswerte der Praxis aus

Die Metathese ist eine der wichtigsten und

modernsten Errungenschaften der Chemie

und von enormer Bedeutung bei der Herstellung

von Propylen für die Kunststoffindustrie.

Bei dem Verfahren wird Buten (C4)

18

gemeinsam mit dem zweiten Ausgangsstoff

Ethylen (C2) in einem katalytischen

Prozess zu Propylen (C3) umgewandelt.

Dabei benötigt das Verfahren im Vergleich

zu vorherigen Verfahren nur rund die Häfte

des bisherigen Energiebedarfs. Es entsteht

dabei hochreines Propylen mit 100­fach geringerer

Verunreinigung gegenüber konventionell

hergestelltem Propylen.

Mit der Entdeckung des Katalysatorensystems

der Metathese gehört der Amerikaner

Prof. Richard Schrock zu den geistigen

Vätern dieses Verfahrens. Zusammen mit

zwei Kollegen wurde er 2005 dafür mit dem

Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Noch

heute forscht der Chemiker mit der Entwicklung

neuartiger Katalysatoren intensiv an

der Optimierung des Metatheseverfahrens.

So eröffnen seine wissenschaftlichen An­

Von links: Dr. Gerhard

Roiss, stellvertretender

OMV Generaldirektor,

Prof. Richard Schrock,

Dr. Alois Virag, Vice

President Center of

Excellence Fuels,

Innovation and Quality,

Wien und Dr. Dieter

Tuppinger, Geschäftsführer

OMV Deutschland

GmbH.

sätze völlig neue Möglichkeiten im Molekulardesign

von Kohlenstoffverbindungen, die

beispielsweise im pharmazeutischen Bereich

wichtige Funktionen erfüllen können.

Die OMV Deutschland gehört mit ihrer Metathese­Anlage

zu den Pionieren in der petrochemischen

Industrie, denn sie setzte das

moderne Metatheseverfahren als eine der

ersten Raffinerien weltweit um. Die Raffinerie

Burghausen betreibt Europas derzeit einzige

Metathese­Anlage. Sie ist auch Vorbild

für ein aktuelles Projekt in Abu Dhabi, wo

eine Metathese­Anlage mit der dreifachen

Kapazität von Burghausen entstehen soll.

Prof. Schrock besichtigte die Metathese­

Anlage in Burghausen bereits im Jahr 2007,

als sich die Anlage noch im Bau befand. Bei

seinem jetzigen Besuch konnte er sich von

der Anlage im Vollbetrieb einen Eindruck

verschaffen: „Es beeindruckt mich, den

Brückenschlag zwischen Wissenschaft

und Praxis zu sehen. Es ist fazinierend,

wie die Ingenieure der OMV theoretische

Erkenntnisse in der großindustriellen Propylengewinnung

hoch effizient umsetzen

und anwenden.“ Aus diesem Grund hält

der Wissenschaftler auch den Schulterschluss

mit den Ingenieuren für sehr wichtig:

„Oft sind die Erfahrungswerte aus der

Industrie von elementarer Bedeutung, um

Forschungsprojekte aus dem Labor hin zur

großindustriellen Anwendung weiterentwickeln

zu können.”

Foto: Hauser

»Triathlon Challenge Roth 2009«

Was für die meisten Menschen der blanke Irrsinn wäre, war für Albert Egerer nur der nächste logische Schritt.

Er ist am 12. Juli um 7:10 Uhr bei Roth in den Kanal gestiegen und 3,8 Kilometer geschwommen, dann hat er sich auf

sein Fahrrad geschwungen und radelte 180 Kilometer quer durch den Landkreis und zu guter Letzt ist er noch einen

Marathon (42,2 Kilometer) gelaufen. Ein Albtraum für die meisten Menschen, ein Lebenstraum für Albert Egerer.

Die berühmte Quelle Challenge in Roth war sein erster Langdistanz­Triathlon und darauf bereitete sich der Werkfeuerwehrmann

aus dem Betriebsteil Neustadt über ein Jahr lang akribisch vor.

Schritt für Schritt hat sich Egerer an den Triathlon

herangetastet. Als Werkfeuerwehrmann

gehöre eine gewisse Fitness einfach

dazu, sagt er. Also ist er regelmäßig gelaufen.

Halbmarathon, Marathon, kein Problem,

seine Bestzeit liegt bei 2:55 Stunden.

Irgendwann kam dann ein Rennrad hinzu,

somit war es nicht mehr weit, um im Triathlon

die ersten Erfahrungen zu sammeln.

Zuerst auf der Olympischen Dis tanz (1,5 km

Schwimmen, 40 km Rad, 10 km Lauf), weiter

zur Mitteldistanz (2 km, 80 km, 20 km).

Jedoch reizte die Königsdisziplin,

die Langdistanz, der IRONMAN!

1 Jahr Vorbereitung, Radtrainingslager,

Schwimmseminar und Trainingsumfänge

von 12 ­ 16 Stunden/Woche, forderten nicht

nur den Athleten, sondern auch die Familie,

die hat ihn allerdings voll unterstützt und

ist mit aller Kraft hinter dem Vorhaben gestanden.

Sein Ziel: Heil durchkommen,

wenn’s gut läuft, unter 11 Stunden!

In 9 Stunden, 29 Minuten und 11 Sekunden

bewältigte der Riedenburger Albert Egerer

in Roth seinen ersten Triathlon über die

Langdistanz.

Der 39­Jährige benötigte für die 3,8 Kilometer

lange Schwimmstrecke nur 59 Minuten

und 57 Sekunden, übertraf seine eigenen

Erwartungen vor allem auf der 180 Kilome­

Blick in die Welt

ter langen Radstrecke bei weitem und blieb

beim abschließenden Marathonlauf mit

3 Stunden und 28 Sekunden ebenfalls im

Rahmen seines Leistungsvermögens. Damit

erreichte Albert Egerer unter mehr als 2500

Startern beim Quelle­Challenge den hervorragenden

153. Platz in der Gesamtwertung.

In seiner Altersklasse M 35 wurde er 43.

Damit nicht genug.

In der speziellen Firefighter­Wertung, für

die nur Feuerwehrmänner zugelassen wer­

den, erreichte er den siebten Platz im Gesamtklassement

– und sprang in seiner

Altersklasse sogar ganz nach oben aufs

Siegertreppchen, auf Platz eins.

19


Blick in die Welt

Interview

Was für ein tolles Ergebnis, diese 9:29,11

Stunden! Ich frage mal rhetorisch: Sind Sie

denn letztlich zufrieden?

Albert Egerer: Zufrieden ist natürlich gar

kein Ausdruck. Das war einfach der absolute

Knaller! Ich habe einen richtigen Traumtag

erwischt. Alles, was gut gehen konnte,

lief sogar noch besser als erwartet.

Es gab in all der Zeit überhaupt kein Pro-

blem?

Egerer: Naja, ehrlich gesagt, beim Schwimmen

ist mir das Band meiner Pulsuhr versehentlich

abgerissen und ich habe sie verloren.

Aber im Nachhinein denke ich, dass

genau dieser Umstand mein großes Glück

war. Keine Technik, keine Überprüfung. Ich

habe mich voll und ganz auf mein Gefühl und

meinen Körper verlassen. Einfach drauflos.

Volle Kanne. Das hat unheimlichen Spaß

gemacht und ist ganz offensichtlich auch

noch perfekt ausgegangen.

Wie sieht so ein Morgen beim Ironman in

Roth für einen Debütanten aus?

Egerer: Ich bin schon um 4 Uhr aufgestanden.

Aber die Zeit bis zu meinem Start um

7:10 Uhr ist unheimlich schnell vergangen.

Erst die Anmeldung, danach das Rad checken

und umziehen. Dann ging es auch

schon ganz schnell los in der fünften Startwelle

mit dem Sprung ins Wasser.

Wie haben sie die äußeren Bedingungen

empfunden?

Egerer: Am frühen Morgen war es schon etwas

kühl und ziemlich bewölkt. Das sah gar

nicht so gut aus. Aber es wurde besser. Mal

schien die Sonne, dann kamen die Wolken.

Es war nicht zu kalt und nicht zu warm. Ein

schöner Mix, den ich persönlich optimal gefunden

habe.

20

Der Verlauf des Rennens war dann ganz

wunschgemäß?

Egerer: Beim Schwimmen hatte ich wenig

„Feindkontakt“, kam locker durch. Sogar

zehn Minuten vor meiner geplanten Zeit.

Ideal ist es dann auf dem Rad gelaufen. Ich

habe mit mindestens fünfeinhalb Stunden

gerechnet und war fast 40 Minuten früher

am Wechselpunkt. Beim Marathon blieb ich

dann ganz im Rahmen meiner persönlichen

Erwartungen.

Wann war es denn am schwierigsten, den

inneren Schweinehund zu überwinden?

Egerer: Alle sagen, die letzten vier, fünf

Kilometer laufen ganz von allein. Pustekuchen.

Da bekam ich solche Krämpfe, dass

ich dachte, ich würde auf den Zehennägeln

laufen. Ich musste mehrmals kurz stehen

bleiben und mich dehnen, um überhaupt

weiterlaufen zu können. Aber da konnte ich

mich erfolgreich durchbeißen und mich zum

Glück ganz zum Schluss wieder fangen.

Inwiefern hilft einem in solchen Momenten

das Publikum aus dem Tief?

Egerer: Die Fans, die Atmosphäre in Roth

ist einmalig und fantastisch. Da laufen

einem schon manchmal kleine Schauer den

Rücken runter. Ich hatte ja zudem einen

kleinen, ganz persönlichen Fanclub dabei,

der mir fantastisch geholfen hat und meine

große Stütze war.

Sie wollten unter elf Stunden bleiben,

waren am Ende aber anderthalb Stunden

schneller. Wie ist der gewaltige Unterschied

zu erklären?

Egerer: Ich bin eben keiner, der vorher das

Maul aufreißt und hinterher kläglich scheitert.

Ich wäre mit meiner Vorgabe zufrieden

gewesen. Es kann ja keiner damit rechnen,

dass es in einem ersten Rennen über diese

mörderische Distanz gleich so gut laufen

kann.

Wie haben Sie die Zeit nach dem Zieleinlauf

verbracht?

Egerer: Dieses Gefühl ist der Hammer. So

etwas muss man erlebt haben. Ich habe

mich von den Strapazen aber recht schnell

erholt. Schon eine Stunde nach dem Rennen

saß ich mit meinem Anhang im Biergarten.

Und jetzt geht es mir natürlich ganz

fantastisch.

Was freut Sie im Nachhinein am meisten?

Egerer: Der 153. Platz in der Gesamtwertung

ist wirklich unglaublich. Aber fast noch

mehr freut mich mein Abschneiden in der

speziellen Firefighter­Wertung. Die habe

ich in meiner Altersklasse doch tatsächlich

gewinnen können. Das ist für mich ehrlich

gesagt fast nicht zu glauben und freut mich

unbändig.

Zu verdanken haben sie diesen Erfolg?

Egerer: Ein wenig Fleiß meinerseits war

schon dabei. Aber ansonsten gilt er meiner

Familie, die mich so toll unterstützt hat –

und natürlich auch meinen Freunden.

Zum Schluss: Wie geht Ihre Triathlon-Karriere

denn jetzt weiter?

Egerer: Roth ist für mich im nächsten Jahr

kein Thema. Ich werde mich auf verschiedene,

eher kleinere Events in der näheren

Region konzentrieren, da dieses Training

schon sehr viel Zeit verschlungen hat. Aber

was in zwei Jahren kommt, kann ich jetzt

noch nicht sagen. Davon lassen wir uns mal

alle überraschen.

Patrik Ermert, Donau Kurier

Kontinuität

als Schlüssel

zum Erfolg:

Ausbildungsbetrieb

BAYERNOIL

Am 01.09.2009 haben bei BAYERNOIL eine

Schülerin und drei Schüler ihre Ausbildung

für das Berufsbild des Chemikanten begonnen.

Sie erhalten hier eine gute Ausbildung

in einem zukunftsfähigen Beruf.

Für das Lehrjahr 2010 beginnt der Auswahlprozess

Ende November 2009. BAY ERN­

OIL bietet zudem kontinuierlich Schnupperpraktika

für Schülerinnen und Schüler

an. Wenn Ihre Kinder Interesse an einem

technischen Beruf haben und die entsprechenden

Voraussetzungen mitbringen,

freu en wir uns über eine Bewerbung. Weitere

Informationen zur Ausbildung und zu

den Schnupperpraktika erhalten Sie beim

Personalservice und der Betrieblichen Ausbildung.

Absolventen 2009

Unsere ehemaligen Auszubildenden erzielten

in ihren Prüfungen im Juli 2009

durchweg gute Ergebnisse und werden

nun als Anlagenfahrer in unseren beiden

Betriebsteilen eingesetzt. Wir gratulieren

zur bestandenen Prüfung und wünschen

für die neue, verantwortungsvolle Tätigkeit

viel Erfolg.

Ein erfolgreiches Team in Sachen Berufsausbildung:

Karl Strummer (Geschäftsführung),

Stephan Döring, Florian Kornprobst, Marie-

Theres Lang, Michael Schramm, Matthias

Matz (Leiter Personalservice), Thomas Göttlinger,

Andreas Müller, Gerhard Mosauer

(Leiter Betriebliche Ausbildung), Johann

Baumgartner (Betriebsratsvorsitzender)

BAYERNOIL intern

21


BAYERNOIL intern

Wer viel arbeitet, hat

sich das Feiern mehr

als verdient: Das ISAR-

Abschlussfest bot ein

abwechslungsreiches

Programm und beste

Unterhaltung.

Hervorragende Arbeit, großes Fest:

ISAR-Abschluss in Großmehring

Am 19. und 20. Mai gab’s für jeweils die Hälfte der BAYERNOIL­Belegschaft richtig was zu feiern: Nach 5 anstrengenden

Projektjahren, in denen oft mehr als das scheinbar Menschenmögliche geleistet wurde, konnte das ISAR­Projekt erfolgreich

abgeschlossen werden. Die Großmehringer Nibelungenhalle verwandelte sich in einen Festsaal und bildete den

würdigen Rahmen für das abwechslungsreiche Programm, durch das Moderator Michael Klarner führte: Bei einer Wissensrallye,

der Talkrunde mit ISAR­Verantwortlichen und vielen Gesprächen ließen die Festgäste das Projekt noch einmal

Revue passieren. Für gute Unterhaltung sorgte das Duo „Senkrecht und Pusch“, dessen kabarettistische Darbietungen

ebenso großen Anklang fanden wie das Menü der beiden Abende.

22

Ein „großes und offenes Dankeschön“

sprach Geschäftsführer Michael Raue bei

der offiziellen Begrüßung den BAYERNOIL­

Mitarbeitern, den Partnerfirmen und Zulieferern

für ihre Leistung aus, die ihresgleichen

suche: „Während des laufenden

Betriebes wurden die Anlagen auf zwei

Standorte konzentriert, eine der größten

Wasserstoffanlagen in Europa errichtet

und viele weitere Neubauten, Umbauten

und Modernisierungen realisiert.“ Doch

der immense Kraftaufwand habe sich gelohnt:

Die BAYERNOIL sei heute eine der

modernsten Raffinerien in ganz Europa.

Eine Einschätzung, die Dr. Walter Fritsch

von der OMV AG als Vertreter der BAYERN­

OIL­Anteilseigner während des „fast live

eingespielten Interviews“ unterstrich. Er

wies auch auf die wichtige Rolle der BAY­

ERNOIL hin, die sich die Raffinerie durch

die herausragende Leistung im Rahmen des

ISAR­Projektes erarbeitet habe.

Gemeinsam erfolgreich

Zuvor warf Moderator Michael Klarner

einen kurzen Blick zurück: „Es waren anstrengende

Monate und Jahre, von den

ersten Planungen im Jahr 2004 über die

Investitionszusage der Anteilseigner 2005,

den ersten Spatenstich 2007, der die Bauphase

einläutete, bis hin zum erfolgreichen

Abschluss der Arbeiten im März 2009. Die

Initiative zur Standortsicherung, Anlagenoptimierung

und Rentabilitätssteigerung

war erfolgreich, das Ziel der nachhaltigen

Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit

von BAYERNOIL und damit die aktive Zukunftssicherung

der Arbeitsplätze wurde

erreicht. Solch ein Mammutprojekt zu

stemmen, das gelingt freilich nur, wenn alle

Beteiligten an einem Strang ziehen, immer

das gemeinsame Ziel vor Augen.“

Zeit sichtbar gemacht

Später gab es dann ausgiebig Gelegenheit,

das Projekt noch einmal nachzuvollziehen

und sich an die besonderen Momente der

letzten fünf Jahre zu erinnern, an Herausforderungen,

an gelöste Probleme, an kleine

und große Erfolge, kurz: an die Meilensteine

von ISAR. Zunächst dokumentierte

ein beeindruckender Zeitraffer­Film die

zweijährige Bauzeit vom ersten Spatenstich

im Februar 2007 bis zum Abschluss

der Bauphase Ende März 2009 – das sind

immerhin 780 Tage oder 18.720 Stunden

– in nur wenigen Minuten: Zwei Kameras

hatten auf der Baustelle des Mild Hydro

Crackers und bei der Wasserstoffanlage

auf dem Greenfield Süd insgesamt 800 Fotoaufnahmen

erstellt.

ISAR: von Anfang an ein Erfolg

Das Filmdokument zeigte die sichtbaren

Ergebnisse, hinter denen die „unsichtbare“

Leistung der Mitarbeiter steht, auf die der

Betriebsratsvorsitzende Georg Schafhau­

ser dann im Interview mit Michael Klarner

hinwies. Er erzählte aus den Anfängen des

ISAR­Projektes, schilderte, wie der Betriebsrat,

der ja als Vertreter der Mitarbeiter

schon frühzeitig in die Planungen einbezogen

war, von dem neuen Projekt erfuhr.

Die größte Herausforderung sei jedoch der

gleichzeitig laufende Betrieb der Anlagen

gewesen, so Schafhauser. Denn während

die Raffinerie Neustadt auf den neuen

Stand gebracht, der Standort Vohburg modernisiert

und umstrukturiert und der Betriebsteil

Ingolstadt stillgelegt worden sei,

wurde kontinuierlich und bei unverändert

strikten Qualitäts­ und Sicherheitsstandards

produziert. Das habe die Belegschaft bis an

den Rand ihrer Belastbarkeit gefordert. Er

betonte noch einmal, dass das nur aufgrund

der außerordentlich guten Zusammenarbeit

aller Projektbeteiligten möglich war.

Informatives und Unterhaltsames

Mehr Geschichten „aus dem Nähkästchen“

erfuhren die Gäste dann während der anschließenden

Talkrunde, bei der sich Verantwortliche

und Beteiligte noch eingehender

über ISAR unterhielten. Teilnehmer waren

Otto Pracht, Josef Sangl, Thomas Pukowski,

Rainer Köster und Werner Hügel.

Während des Abendessens überraschte

das Duo „Senkrecht und Pusch“ mit kabarettistischen

Einlagen. Bei Fritattensuppe

und Bayrisch­Mediterranem vom Buffet war

für gute Unterhaltung und nette Gespräche

im Kollegenkreis bestens gesorgt. Ob sich

eine freiwillige Dame dann doch noch des

„Hilfskochs“ angenommen hat, blieb unklar

– bei der Preisverleihung zur BAYERNOIL­

Wissensrallye war er jedenfalls nicht unter

den attraktiven Preisen, die an zahlreiche

Teilnehmer vergeben werden konnten. Den

offiziellen Teil der Veranstaltung schloss

Geschäftsführer Michael Raue mit Dankesworten

an Mitwirkende, Organisatoren und

das Team hinter der Bühne für das rundum

gute Gelingen. Die eigens komponierte

BAYERNOIL­Hymne dürfte dann den einen

oder anderen Gast auf seinem Heimweg

begleitet haben.

Redaktion

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BAYERNOIL intern

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Personalien

Austritt zum 31.05.2009:

Andrea Haindl FRZ

Sofie Pawlik Labor

Austritt zum 30.06.2009:

Markus Edmaier Feuerwehr Neustadt

Marie­Luise Gärtner Versand Vohburg

Peter Mödl Feuerwehr Neustadt

Oskar Schwab Feuerwehr Neustadt

Ludwig Weinzierl Rückbau Ingolstadt

Georg Weltle Schicht 4 Vohburg

Beginn Freistellungsphase zum 01.07.2009:

Wolfgang Felski Projekt & IH­Controlling

Ralf Wisniewski Rückbau Ingolstadt

Beginn Freistellungsphase zum 17.07.2009:

Siegmund Pirthauer Schicht 5, Neustadt

Austritt zum 31.07.2009:

Ulrich Grüner Versand Vohburg

Beginn Freistellungsphase Altersteilzeit zum 01.08.2009:

Franz Kiermeier Versand Neustadt

Beginn Freistellungsphase Altersteilzeit zum 31.08.2009:

Hermann Kluth Rückbau Ingolstadt

Austritt zum 31.08.2009:

Josef Almstätter Versand Vohburg

Stefanie Hoyer Labor

Auszubildende zum 01.09.2009:

Felix Wasser Markus Fuchs

Maximilian Glötzl Martina Meyer

Verstorbene Mitarbeiter

Matthias Erker 08. Juni 2009 66 Jahre

Bert Harms 11. Juni 2009 80 Jahre

Michael Öxler 12. Juni 2009 72 Jahre

Albert Gumpp 17. Juni 2009 67 Jahre

Albert Hainz 14. Juli 2009 77 Jahre

Horst Becker 16. Juli 2009 59 Jahre

Jubilare

40 Jahre

Karl­Heinz Reichl Rückbau Ingolstadt Sept.

35 Jahre

Georg Widdmann Rückbau Ingolstadt Aug.

Michael Raue Geschäftsführung Sept.

Günther Scheuerer Inspektion & Analyse Sept.

Frank Cebulla Tanklager Okt.

Rainer Kossol Konzepte/Studien Okt.

25 Jahre

Georg Schafhauser Betriebsrat Aug.

Norbert Forchhammer Inspektion & Analyse Sept.

Alfred Bogner Stillstandsplanung Sept.

Christine Laubmayer Personalservice Sept.

Bianca Paul Produktionsplanung Nov.

10 Jahre

Steven McNaught Produktionsplanung Juli

Jürgen Polansky Schicht 1 Vohburg Juli

Jörg Lochen Feuerwehr Neustadt Juli

Wieland Luft Basic Engineering Juli

Sandra Leppmeier Labor Aug.

Christof Neumaier Labor Aug.

Bernhard Zinner Schicht 2 Neustadt Sept.

Klaus Seemeier Schicht 3 Neustadt Sept.

Mario Strauch Schicht 3 Neustadt Sept.

Thomas Kolb Schicht 1 Vohburg Sept.

Gerald Hergenröther Schicht 2 Vohburg Sept.

Tobias Loser Schicht 2 Vohburg Sept.

Markus Widmann Schicht 2 Vohburg Sept.

Markus Kürzinger Schicht 3 Vohburg Sept.

Sigrid Angermeier Labor Sept.

Klaus Schwicker Informationstechnologie Sept.

Rupert Herold PI Vohburg Okt.

Michael Schmid Schicht 1 Neustadt Okt.

Martin Pernpeintner Schicht 4 Vohburg Okt.

Michael Niederreiter Schicht 5 Vohburg Okt.

Klaus­Dieter Rost Basic Engineering Okt.

Elisabeth Schabmüller Labor Okt.

Mustafa Benli Schicht 2 Neustadt Nov.

Walter Frohnholzer Schicht 5 Vohburg Nov.

Jens Krey Schicht 4 Neustadt Nov.

Andreas Wilsch Schicht 3 Neustadt Nov.

Alles frisch!

Arbeitseinsatz auf der ERIAG-Hütte

Jedes Jahr erhält die BAYERNOIL­Berghütte in Weerberg (Nordtirol) eine

gründliche Auffrischung und Reinigung. Auch dieses Jahr leistete die Hüttendienst­Mannschaft

wieder ganze Arbeit. Vom 2. bis 4. Juli 2009 waren Anton

Kemmeter, Stefan Kositz, Richard Mayr, Martin Scholz, Ossi Wodarz zusammen

mit Hüttenreferent Michael David im engagierten Einsatz. Noch gesucht wird

nach einem Spender für einen Unterbaukühlschrank mit bis zu 55 cm Breite.

Heuer war der Austausch der Hüttenküche

Schwerpunkt des Hüttenprojektes. Die

Werkfeuerwehr hatte uns nämlich die Küche

im ehemaligen Betriebsteil Ingolstadt

zur Verfügung gestellt. Unsere Kolleginnen

hatten zudem darauf bestanden, den in der

Hütte vorhandenen kleinen Behelfsbackofen

durch einen richtigen Backofen mit Ceranfeld

zu ersetzen. Nach umfangreichen

Vorarbeiten in Ingolstadt – Abmessen,

Auswählen passender Teile, Transportorganisation

– wurde die Küche am 3. Juli 2009,

zusammen mit 8 neuen Matratzen und Lattenrosten

für die zwei Schlafzimmer, auf

dem Hänger verstaut, der damit bis auf den

letzten Zentimeter beladen war.

Liebe BSG-Mitglieder,

liebe Nutzer des Sportheims.

Voraussichtlich am 1. Oktober 2009 beginnt

der Rückbau der Fläche für den Straßen­

Bypass. Hiervon sind die Feuerwache Ingolstadt,

das Sozialgebäude, das Pförtnerhäuschen

und das BSG­Sportgelände betroffen.

„Neue“ Küche, alter Kühlschrank

Am 2. Juli sind dann 4 Mann mit dem VW­

Bus des Labors vorausgefahren und haben

schon mal alles sehr gut vorbereitet: Rasen

gemäht, alle Räume neu gestrichen und die

alte Küchenzeile ausgebaut. Bis zum Samstag

wurden dann die neue Küche montiert

und alle weiteren Arbeiten erledigt. Der

Hütten­Kühlschrank muss vorerst noch

bleiben, bis wir ein neues Gerät gefunden

haben. Nach einer abschließenden Säuberungsaktion

sind wir noch am gleichen Tag

zurückgefahren – sehr zufrieden mit der

geleisteten Arbeit.

Ab diesem Termin werden Strom, Trinkwasser

und das Abwassersystem zum

Gebäude getrennt. Aus diesem Grund

wird der Sportheimbetrieb ab Mittwoch,

30. September 2009 eingestellt.

+++ Sei nicht traurig, wenn etwas vorbei ist – sei froh, dass es gewesen ist +++

Aktuelle freie Hüttentermine:

6. ­ 10. September

12. ­ 16. Oktober

27. ­ 30. Oktober

6. November ­ 28. Dezember

Dank für freundliche Unterstützung

Die Altmöbel durften wir über die BAYERN­

OIL fachmännisch entsorgen lassen – hierfür

ein herzliches Dankeschön an die Geschäftsleitung

der BAYERNOIL, ebenso für

die kostenlos zur Verfügung gestellte neue

Küche und die sonstige Unterstützung. Bei

meinem Vorgänger Anton Oblinger möchte

ich mich ganz besonders für die Pflege dieser

fantastischen Hütte über all die Jahre

bedanken.

P.S.: Ich wünsche allen Gästen einen

schönen Aufenthalt und viel Spaß auf der

ERIAG­Hütte. Gerne sende ich Interessierten

Info­Material zur Hütte per Mail oder

Post zu. Oder Sie rufen einfach an: Telefon

08457 8­2573. Hüttentermine für 2010 werden

ab Ende Oktober 2009 angenommen.

Michael David, Hüttenreferent

Wir bedauern dies, denn damit geht die

Ära des BSG­Sportheimes zu Ende. Wir

bedanken uns bei allen Kolleginnen und

Kollegen, die den Sportheimbetrieb seit

drei Jahrzehnten aufrecht erhalten haben.

Der BSG­Vorstand

25


BAYERNOIL intern

BO-Betriebsversammlung am 14.07.2009

Neubeginn und Abschied

Die jüngste Betriebsversammlung der BAYERNOIL stand ganz im Zeichen personeller

Veränderungen: Der Betriebsrat, in seiner neuen Besetzung, stellte

sich vor. Der bisherige Geschäftsführer der BAYERNOIL, Heinz Löhr, wurde aus

der Geschäftsführung verabschiedet und sein Nachfolger, Karl Strummer, offiziell

begrüßt. Ein weiteres neues Gesicht kam mit Marcus Hautmann, seit

Februar neuer Bezirksleiter IG BCE Kelheim/Zwiesel, dazu.

Johann Baumgartner, der neu gewählte

Be triebsratsvorsitzende der BAYERNOIL,

begrüßte die Geschäftsführung und die anwesenden

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

im Bürgersaal Münchsmünster zur Betriebsversammlung.

Auf der Tagesordnung

stand, neben dem Bericht des Betriebsrats

und der Geschäftsführung, die Begrüßung

des neuen IG BCE Bezirksleiters des Bezirks

Kelheim/Zwiesel, Marcus Hautmann.

Durch den gesundheitsbedingten Rücktritt

von Georg Schafhauser wurde eine Neu­

Konstituierung erforderlich. Die Vertretung

der Arbeitnehmer­Interessen liegt jetzt in

den Händen von Johann Baumgartner (Be­

26

triebsratsvorsitzender), Franz Schabmüller

(stellvertretender Betriebsratsvorsitzender)

und Konrad Weber (3. freigestellter

Betriebsrat).

Bericht des Betriebsrates

Nach dem Gedenken an die verstorbenen

BAYERNOIL­Mitarbeiter und dem Bericht

der Sozialkasse gab Johann Baumgartner

einen Überblick über die umfangreichen

Aktivitäten des Betriebsrates, die hier

nur stichwortartig aufgelistet sind: Einführung

des Kartenzahlsystems BTN/

BTV; Vertrauensleutewahl; Teilnahme

am Workshop „Fit im Wettbewerb“;

Demographie­Analyse/Demographie­

Von links: Franz Schabmüller (stellvertr.

Betriebsratsvorsitzender), Marcus Hautmann

(seit Februar neuer Bezirksleiter des

Bezirks Kelheim/Zwiesel), Johann Baumgartner

(Betriebsratsvorsitzender), Konrad

Weber (3. freigestellter Betriebsrat).

Fonds; Gruppenunfallversiche rung; Interne

Stellenausschreibungen; Mitarbeit im

OE4­Team über Personalbesetzung in den

Prozessfeldern der Betriebsteile. Labor­

Besetzung und Überstunden­Problematik;

Besetzung Steuerungstechnik; Stillstand

BTV; Sanierung Waschkaue BTN; Gebäudekonzept

BTV; Arbeitszeiten und

Personaleinsatz BTI mit Versorgung und

Verpflegung; Änderung der BV­011­Erfolgspartnerschaft;

Nachzahlung Erfolgspartnerschaft

(kommerziell) über Aufsichtsrat;

Änderung PA­005 als Gegenfinanzierung

zur Änderung BV­011; Änderung BV­003

Dienstjubiläen; neues Feuerwehrkonzept

ab 01.06.2009, Änderungen der Aufgabenverteilung

innerhalb der Werkfeuerwehr;

Überarbeitung des Zählpunktesystems;

Überarbeitung des Erschwernispauschalen­Systems;

Gleitzeitkonten / Überstunden

/ Resturlaube; neue BV Nebenberufliche

FW; Arbeitszeitbeginn Kontraktoren

ab 03.08.2009.

Neue Gesichter, viel Erfahrung

Marcus Hautmann, der seit Februar 2009

im Amt ist, stellte sich als neuer Bezirksleiter

der Gewerkschaft vor. Karl Strummer

nahm zum ersten Mal an der Betriebsversammlung

teil und stellte den Bericht der

Geschäftsführung vor. Großen Applaus

gab es auch für Heinz Löhr, langjähriger

Geschäftsführer der BAYERNOIL bis

30. April 2009, der sich auf Wunsch des

Betriebsrates mit persönlichen Worten

von der Belegschaft als Geschäftsführer

verabschiedete.

Betriebsrat

Die Sternsinger „auf Sommertour“ bei BAYERNOIL

Eine kleine Prozession von Kindern und Jugendlichen sorgte am 21. Juli 2009 für Aufsehen auf dem Raffineriegelände:

50 Ministrantinnen und Ministranten aus den Nachbargemeinden Mühlhausen und Geibenstetten waren mit

Begleitpersonen und ihrem „Chefe“ Diakon Harald Wieder zu Besuch. BAYERNOIL­Produktionsleiter Dr. Georg Karl

hatte als „Vergelt‘s Gott“ für den Sternsingerbesuch am 5. Januar 2009 zur Raffineriebesichtigung eingeladen.

Neben einer Geldspende hatte Dr. Georg

Karl damals angeboten, dass sich alle Ministrantinnen

und Ministranten aus Mühlhausen

und Geibenstetten die Raffinerie

anschauen dürfen. Der Vorschlag wurde

begeistert angenommen und am 21. Juli

war es dann soweit.

Beeindruckend: eine Kinderführung

durch die Raffinerie

Die quicklebendige Gruppe wurde an der

Pforte in Empfang genommen, mit BAY­

ERNOIL­Kappen ausgestattet und in einen

Bus verfrachtet. Unter fachkundiger und

unterhaltsamer Führung des Standortverantwortlichen

Frank Wentzlau erlebten die

jungen Leute eine spannende Raffinerietour.

Sie lernten, dass das MHC­Kompressorenhaus

halb so viel Strom verbraucht

wie die Stadt Regensburg oder dass in

einen Rohöltank so viel Bier passt, wie auf

sieben Oktoberfesten getrunken wird. Da

fiel es nicht schwer, gut aufzupassen und

die Fragen von Frank Wentzlau richtig zu

beantworten. Nach großem Staunen über

die aus der Nähe durchaus gewaltigen

Anlagen ging es in die Messwarte. So

mucksmäuschenstill wie ausgemacht war

es zwar nicht, aber die Jungen und Mädchen

verfolgten sichtlich beeindruckt die

konzentrierte Atmosphäre in der Messwarte.

Es gab auch die eine oder andere

schüchterne Frage an die Messwarten­

Mitarbeiter, die sich wie alle BAYERNOIL­

Kollegen über den überraschenden Besuch

sehr gefreut haben.

Letzte Station des Raffineriebesuches war

die Kantine, wo Frau Forster die jungen

Leute bestens mit Limo, Brezen und Würstl

versorgte. Das war für alle Beteiligten ein

schöner Nachmittag, wie Dr. Georg Karl

und Diakon Harald Wieder am Ende der

Veranstaltung feststellten und dafür kräftigen,

zustimmenden Applaus erhielten.

Dr. Georg Karl

Leiter Produktion

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Pensionärstreffen

Das Pensionärstreffen findet dieses Jahr am

29. Oktober 2009 in der Nibelungenhalle in

Großmehring statt. Die Einladungen hierfür

werden rechtzeitig verschickt.

Impressum:

BAYERNOIL Raffineriegesellschaft mbH

Postfach 12 52

93328 Neustadt

Telefon: 08457 8­2201

E­Mail: redaktion@bayernoil.de

Internet: www.bayernoil.de

Auflage: 2.300 Exemplare

Redaktion BAYERNOIL:

Birgit Hölzl­Danisch, Peter Hauchwitz, Hartmut Lederer,

Johanna Loquai, Peter Schmoll, Thomas Schneider,

Kirsten Pilgram (V.i.S.d.P.) und freie Redakteure

Redaktion & Produktion:

www.Monika­Thoma.de

Titelbild: Albert Egerer nach dem Triathlon­Training,

Foto: Hauser, Donau Kurier

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