Werkschau 2003 - IWB Integriertes Wohnen für Behinderte

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Werkschau 2003 - IWB Integriertes Wohnen für Behinderte

VorstandBilanz 2003Erfolgsrechnung 2003Jahresbericht 2003Thürer-Reber Susi, PräsidentinJuristinBurgstaller HeinzBereichsleiter,Pro Senectute Kt. ZürichFischer Peter, QuästorSteuersekretär i.R.Gwerder GabrielaAnwältinKälin RenéStudent Wirtschaftsinformatik,Bewohner TiefenbrunnenBrigitte Pfiffner RauberJuristinRüdisüli BernhardTechn. Betriebsleiter, MitarbeiterFachberater Schweiz. Fachstelle fürbehindertengerechtes BauenScherrer LydiaJuristin, Bewohnerin TiefenbrunnenStärkle RuediImmobilien-TreuhänderThalmann Benjamin († 10.1.2004)Bewohner LommiswegIBIntegriertes Wohnenfür BehinderteKernstrasse 578004 ZürichTelefon 01/272 09 40Fax 01/272 29 40info@iwb-zh.chwww.iwb-zh.chPC 80-3360-6GestaltungK.Gassmann, d signsolution, ZürichBildnachweisDieter Enz, Comet PhotoshoppingGmbH, ZürichDruckSeiler, Däpp + Co. AG, ZürichDas ZEWO-Gütesiegel fürden gewissenhaften Umgangmit Ihrer SpendeAktiven 2003 2002UmlaufvermögenDebitoren 86'170.30 108'594.85Durchlaufkonto Umbau 923.20 0.00Guthaben Verrechnungssteuer 279.75 1'536.05Guthaben Kinderzulagen 750.00 14'217.70Vorschüsse Personal 900.00 0.00Vorräte 1.00 1.00Transitorische Aktiven 1’129.80 0.00Total Umlaufvermögen 192’351.71 188’527.91AnlagevermögenEinrichtung Geschäftsstelle 13'300.00 12'100.00Einrichtung Lommisweg 29'800.00 39'600.00Einrichtung Fabrikstrasse 15'700.00 21'200.00Einrichtung Tiefenbrunnen 71'200.00 25'100.00Einrichtung Atelier 2'800.00 4'300.00Anteilscheine 20’000.00 20’000.00Total Anlagevermögen 152’800.00 122’300.00PassivenFremdkapitalKreditoren 89'674.70 172'170.55Schlüsseldepot 840.00 520.00Quellensteuer 1'780.90 1'011.55Sicherheitskonto 0.00 2'852.75Vorauszahlung Bewohner 0.00 53'321.00Zürcher Kantonalbank 275'307.40 562'335.60Akontozahlung Bund 0.00 1'576'000.00Akontozahlung 2000 und 2001 Kanton 7'785.90 64'616.59Transitorische Passiven 5'500.00 4'700.00Rückstellung Pensionskasse 255'000.00 255'000.00Total Fremdkapital 635'888.90 2'692'528.04EigenkapitalReserven Betrieb (+ 37'476.50) 1'080'248.86 1'049'449.46Reserven Entwicklung ( + 19'834.50) 714'078.45 694'346.10Total Eigenkapital 1'794'327.31 1'743'795.56VerlustvorträgeVerlustvortrag 2001 0.00 1'977'199.85Jahresverlust 2002 0.00 2'148'295.84Total Verlustvorträge 0.00 4'125'495.69SubventionenIV Akontozahlung für das Jahr 2002IV Schlusszahlung für das Jahr 2002Akontozahlung Kanton für das Jahr 20021'576'000.00528'435.0023'000.00Aufwand 2003 2002Personalkosten 3'229'948.70 3'118'638.10Lebensmittel und Haushalt 189'446.00 192'299.79Raumkosten 256'849.40 235'069.10Kapitalzins 10'286.75 5'083.95Abschreibung 71'479.70 54'940.70übriger Personalaufwand 55'359.60 84'047.70übriger Betriebsaufwand 127'619.65 106'490.50Total Aufwand 3'940'989.80 3'796'569.84ErtragPensionsgelder 1'765'789.35 1'599'714.70Personalverpflegung/Gäste 31'494.50 30'860.00übrige Erträge 6'641.45 7'699.30Debitorenverlust 52'000.00 10'000.00Spenden und Mitgliederbeiträge 50'531.75 57'311.00Spendenverwertung -50'531.75 -57'311.00Total Ertrag 1'855'925.30 1'648'274.00AufwandüberschussAufwandüberschuss vor BSV-Subventionen -2'085'064.50 -2'148'295.84SpendenSpenden für die IWB-BetriebeLocher-Hoffmann-Stiftung 5’000Novisana Stiftung 5’000ABZ, Allg. Baugenossenschaft 2’500ZürichFondation Oertli 2’000Politische Gemeinde Pfungen 1’280August Weidmann 1’000Fürsorge-Stiftung,Viviane und Fritz Knop, Zürich 500Diverse Spenden und 15’674MitgliederbeiträgeGeldspenden werden nach Eingang derSubventionen verwendet.Spende zur Reduktion derPensionspreiseIndependentia-Stiftung 14’067Fotografien zur Werkschau 2003Die Fotografien zur Werkschau 2003machte Dieter Enz, Comet PhotoshoppingGmbH, Zürich. Auf die Vergütungdes Arbeitsaufwands von Fr. 2’400.–verzichtete er zugunsten des IWB.Allen Spenderinnen und Spendern einherzliches Danke.Werkschau 2003Zwölf Bewohnerinnen und Bewohner des IWB wagten etwas Neues.Entstanden ist eine Atelier-Werkschau, die eindrücklich und überwältigendzeigte, wer im IWB-Atelier arbeitet und was dabei entstandenist.Integriertes Wohnen für BehinderteIBSelbstbestimmt leben…Werkschau 2003Nach 10 Jahren intensiver undkreativer Werktätigkeit im IWB-Atelier entstand der Wunsch, unserevielschichtige Kultur darzustellen,zu dokumentieren und auch sichtbarzu machen. Von der Idee bis zurAusstellung verging ein ganzes Jahr.Das Atelier: Ein Gestaltungs- undBegegnungsraumEin grosser multifunktionaler Raum,ein mit Objekten und Materialiengefüllter Raum, bald wieder leerer umNeuem Platz zu machen. In derFantasie und in Gesprächen werdendie Werkstücke erstmalig erschaffen,erscheinen vielleicht bruchstückhaftals Skizzen, um dann endlich als sichtbaresProdukt dazustehen.Die stetig sich wandelnden Tätigkeitenverändern laufend das Gesicht desAteliers. Konstant bleibt lediglich dieTransparenz des Raumes. Ebenerdigund verglast, ermöglicht er eine ungehinderteEinsicht und ist Schnittstellevon innen und aussen - jeder Einblickaber nur eine Momentaufnahme.Die Werkschau: Von der Idee zumProjektMit der Zustimmung und Bereitschaftvon zwölf Benutzerinnen und Benutzernwurde die Idee einer Ausstellungim Atelier konkret. Nach undnach entstanden der Zeitplan, dieEinladungskarten und eine Sammlungvon Adressdaten, die Idee für dieVernissage, die Raumgestaltung unddie Form der Präsentation. Währendder gesamten Vorbereitungsarbeitstand immer wieder die gemeinsameSuche nach Lösungen, das Ausstellungskonzeptzu realisieren, imVordergrund. Damit war es jedochnoch nicht getan! Die eigenenArbeiten mussten für die Ausstellungrechtzeitig fertig gestellt sein und esmusste entschieden werden, welcheWerkstücke und Produkte ausgestelltwürden. In diesem langen Prozessstand am Ende das gemeinsameProdukt: die Werkschau. Der Arbeitstitelblieb, er beschrieb so gut dasProzesshafte, das nie ganz Abgeschlossene.Am Freitag, 5. September 2003 war esdann endlich soweit. Während zweierWochen präsentierte sich das Atelierin nicht wieder erkennbarer Gestalt:Die überhäuften Arbeitstische, Ablageflächenund Gestelle waren verschwunden.Raumunterteilungen sorgten fürein visuell grosszügiges Raumkonzeptund liessen die Besuchenden in einevielfältige Palette von Materialien,Farben und Formen eintauchen. DasAtelier wurde zum Ausstellungsraumund zum Treffpunkt für zahlreiche begeisterteBesucher, Freunde, Bekannteund Verwandte.Einige Eintragungen aus dem Gästebuch:«Sehr überraschend, wie vielfältig undanspruchsvoll hier gearbeitet wird –öfters laufe ich daran vorbei und warmir gar nicht bewusst, was hier allesabgeht.»«Es ist erstaunlich, ich bin stolz aufeuch.»«Beeindruckend, vielfältig und schön,vor allem auch der direkte Kontakt mitden KünstlerInnen.»«I vostri lavori sono un’emotioneunica, siete lesempio di come communquela vita e bella, vi ammiro.»Für die Ausstellerinnen und Ausstellerwich jetzt die Ungewissheit und dieAnspannung der vorangegangenenWochen. Sie genossen die Anerkennungund ihre Position als Mittelpunkt.Ein Dankeschön den Künstlern undKünstlerinnen, den Mitarbeitern undMitarbeiterinnen, die alle begeistertund mit Engagement mitgearbeitethaben.Verena Wenger, Esther Toedtliund Heidi Wernli,Mitarbeiterinnen AtelierUnsere Ideen und Leitgedanken lassensich nicht wegsparenMit grosser Sorge musste der IWB –wie andere Institutionen auch – imletzten Jahr zur Kenntnis nehmen,dass das Bundesamt für Sozialversicherungzukünftig seine Beiträgekürzen wird. Die finanzielle Situationder öffentlichen Hand wird immerprekärer, Budgets werden gekürzt, vorStreichungen von Beiträgen wird auchim sozialen Bereich nicht mehr Haltgemacht. Dazu stellen diePolitikerinnen und Politiker uns denneuen Finanzausgleich in Aussicht. Esist im Moment noch recht unklar, wiesich diese Umverteilung auf Institutionenwie den IWB auswirken wird.Werden wir im bisherigen Rahmenunterstützt werden oder ist eineerneute massive Kürzung zu erwarten?Der Vorstand sah sich aufgrund dieserGründe gezwungen, das Budget fürdas nächste Jahr so schlank wie möglichzu halten. Insbesondere war er derAnsicht, dass Eigenmittel nur im äusserstenNotfall angegriffen werdensollten. Er trat deshalb mit der Bitte andie Bewohnerinnen und Bewohnersowie an die Mitarbeiterinnen undMitarbeiter, Sparmöglichkeiten in denBetrieben zu suchen. Es war beeindruckend,mit welchem Engagementsolche Sparmöglichkeiten gefundenwurden und wie viel Geld so eingespartwerden kann. Es war bewundernswert,dass so viele konstruktiveIdeen und Anregungen kommuniziertwurden, obwohl der Entscheid desVorstandes Unruhe und Ungewissheitauslöste. Ich möchte deshalb auch andieser Stelle allen Beteiligten für IhreMithilfe danken.Der Vorstand ist überzeugt, dass wiralle die Ideen und Leitgedanken desIWB auch in Zukunft werden lebenkönnen. Dazu tragen Sie alle bei:Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeiterinnenund Mitarbeiter, aberauch jedes einzelne Vereinsmitglied,das den IWB ideell und finanziellunterstützt. Dafür danken wir Ihnen!Susi Thürer-Reber, PräsidentinMitwirkung geht nicht ohneZusammenwirken!Nicht, dass im IWB jetzt alles zusammengemacht wird. Selbstbestimmungist und bleibt unser Kredo.Jedoch überall dort, wo es den IWB alsOrganisation betrifft und gemeinsameAnliegen im Vordergrund stehen, gehtes nicht ohne das engagierte Zusammenwirkenaller Beteiligten.Vor allem die Frage, was braucht es,damit die Mitwirkung der Bewohnerinnenund Bewohner Veränderungenbewirken kann, hat uns im letztenJahr intensiv beschäftigt. Durch diegemeinsame Auseinandersetzung mitunserem Mitsprache- undMitbestimmungsmodell konnten verschiedeneneue Lösungsansätze entwickeltwerden. Diese stärken dieAnliegen der Bewohnerschaft undermöglichen ein besseres Zusammenwirken.Wie kann Schwieriges und Heiklesangesprochen werden, ohne verletzendoder schroff zu wirken? Dies dasThema unserer internen Fortbildung.Auch in der Kommunikation geht esletztlich um das Zusammenwirken.Denn ob das eigene Anliegen gehörtwird oder jemand sein Verhaltenändern kann, hängt stark davon ab,wie und mit welcher Haltung es gesagtwird.Was Zusammenwirken auch nochbewirken kann, wurde eindrücklich mitder Atelier-Werkschau sicht- und spürbar.Ohne das engagierte Zusammenwirkenzwischen den Ausstellerinnenund Ausstellern und den Atelier-Mitarbeiterinnen,wäre eine solche tolleAusstellung nicht möglich gewesen.Christian Plüss, Co-Geschäftsleiter


Anita StettlerWerkschau 2003Im Atelier habe ich die Möglichkeit,Vogelhäuschen, Papeterien,Kinderspielzeuge und vieles mehr, dasmir gefällt, zu entwerfen und herzustellen.So kann ich meinen Freundenund Bekannten und insbesonderederen Kinder, die ich gerne noch vielmehr um mich herum hätte, immerwieder eine Freude bereiten.Ruth FreiDelio Chiavi ist 1963 in Poschiavo,Kanton Graubünden geboren. Er gingdort in die Primar- und Sekundarschule.1973 stürzte er von einerTreppe und seither durch eine linksseitigeLähmung und Epilepsie behindert.Er begann eine Lehre als Handweber.Seit 1991 lebt und arbeitet erin Zürich.Mitte der achtziger Jahre, begannDelio Chiavi mit derAuseinadersetzung und Ausübungvon freier Kunst. 1991 begginnt erdie Kunstausbildung F+F (Farbe undForm). 1993 eigenes Atelier in Zürich.Ausstellung “Kunstszene” undAusstellung und Performance imRahmen von “Utopia” in Poschiavo.Seither freier Kunstschaffender.Delio ChiaviElisabeth StiegerIch schätze die Abwechslung und dieVielfältigkeit der Materialien, derPersonen im Atelier, der individuellenAssistenzdienste, welche wir erhalten,so dass möglichst viele eigene Ideenumgesetzt werden können.Ich geniesse, dass ich ins Ateliergehen kann, wann ich möchte undkeinen Zwang besteht, was die Arbeitund Anzahl Stunden pro Tag betrifft;d.h. dass ich die Freiheit und dieSelbstbestimmung des Ateliers wahrnehmeund beanspruche.Ausserdem habe ich die Möglichkeit,meine Produkte selber zu verkaufen!René KälinHedy BuholzerMich interessieren viele kunsthandwerklichenBereiche. Ich male seit7 Jahren und nehme mehr oderweniger regelmässig wöchentlich Malstunden.Das Malen hat meineFarben- und Formensinn noch mehrverfeinert. Heute kann ich mich oftso freuen, über spezielle Farb- undFormkombinationen.Ich habe meine kreativen Zeiten. Esreizt mich, immer wieder Neues auszuprobieren.Ich habe im Atelier vieleSeidenschals mit Farbspielen gemaltund auch welche mit der Strickmaschinegestrickt. Vor Weihnachtenlasse ich von meinen gemaltenWeihnachtsbildern, Karten drucken.Jetzt schöpfe ich Papier. Es ist spannend,was sich alles kombinieren lässt.Vorallem will ich Karten herstellen.Wie schön ist es, anstelle eines Mails,einmal eine selbstgemachte Karte zubekommen.Ich finde das Atelier ein sehr wertvollesAngebot. Nebst dem Erproben undAusführen von kunsthandwerklichenTechniken,ist das Atelier auchein Treffpunkt der Bewohner undBewohnerinnen beim kreativenSchaffen. Gegenseitig regt man sichan.IBIch bin in Kappelhof bei Baden aufgewachsen.Nach meiner Ausbildungals Pharma-Assistentin und Sekretärin,arbeitete ich an verschiedenen Saisonstellen,zuletzt im Triemli-Spital.(Schlaganfall)Seit 2 Jahren lebe ich in einer eigenenWohnung in der Siedlung Fabrikstrasse.2 Tage pro Woche arbeite ichregelmässig im IWB-Atelier. Meinebevorzugten Techniken sind: Glasmosaik,Seidenmalen, Papiermaché,Servietten-Technik, Arbeiten in Ton.Für die von mir hergestelltenProdukte, suche ich laufend interessierteKäuferinnen und Käufer sowieVerkaufsplätze. Zurzeit ist ein Teilmeiner Arbeiten in der BrockenhalleTIGEL zum Verkauf ausgestellt.Susanne KramerSeit 12 Jahren lebe ich mit einemständigen Begleiter. MS ist sein Name.Vieles ist schwieriger, wenn nicht garunmöglich geworden. Einiges allerdingshabe ich mir auch zurückerobert,lebe es auf eine andere Artaus:Wenn mir beim Schreiben dieKoordination einen Streich spielt undich meine eigene Schrift nicht lesenkann, so bietet der Computer einegute Ausweichmöglichkeit. Die häufigund ganz plötzlich auftretendeMüdigkeit hat mich gelehrt, flexibelzu bleiben. Leben, wenn die Energieda ist. Die Mobilität habe ich mirzurückerobert (zurückgeholt). Wennes zu Fuss nicht mehr möglich ist, sohalt mit dem Rollstuhl. Sich ohneAnstrengung zu bewegen, das ist einGenuss. Früher konnte ich mich ausdrücken,durch Tanzen, durchBewegung allgemein. Heute ist dasExperimentieren mit Formen undFarben ein wichtiges Ausdruckmittelfür mich.Im Atelier kann ich einen Teil (desVerlorenen) zurückholen, anders ausleben,meine Ideen umsetzen, michvergessenIm Atelier kann ich meinem, im Alternoch entdeckten, Hobby nachgehen:dem Seidenmalen.Eine spezielle Technik ermöglicht esmir, Tücher nach meinem Geschmackzu kreieren. Diese Seidenschals verschenkeich an “Mäuschen”. Das sindFrauen, die ich gerne mag, oder diemir einen Dienst erwiesen haben, z.B.in Form einer Begleitung zum Essen,eines Ausfluges usw.. EinFarbtupferchen von mir alsDankeschön.Paul EhrismannDaniela VasapolliSchon sehr früh habe ich begonnen,mit Perlen zu arbeiten. Als ich beimeinem Eintritt in den IWB vomAtelier hörte, war ich begeistert. Mitder individuellen Hilfe undUnterstützung des Atelier-Teams,habe ich wieder die Möglichkeitbekommen, kreativ zu sein.Es ist mir eine Freude und auch eineEhre, meine selbst entworfenen undhergestellten Schmuckstücke an dieserAusstellung zu präsentieren.René Kälin, geboren am 13. März1978, ist seit seiner Geburt von einercerebralen Parese betroffen. NachAbschluss der Grundschule und desGymnasiums, machte er eineAusbildung zum LAN-Supporter undstudierte vier Semester Informatik ander ETH Zürich. Zurzeit studiert erWirtschaftsinformatik an derUniversität Zürich.René Kälin interessiert sich sehr fürComputergrafik, insbesondere für dassogenannte Raytracing, mit welchemunter Einsatz einer Scriptsprache 3D-Objekte beschrieben und so einganzes Bild erzeugt wird.Tobias BiberSeit sechs Jahren wohne ich im IWBan der Fabrikstrasse und arbeite zu75% als Büroangestellter in einersozial wirtschaftlichen Institution.Nebenbei bin ich in verschiedenenfreiwilligen Projekten und Gremienüber Integration im Behindertenbereichinvolviert und aktiv daraninteressiert, dass sich noch vielesbewegt.Meine Lust am Leben ist die Faszinationkünstlerisch tätig zu sein undtrotz Behinderung zu zeigen, wasman kreativ tun kann. So ist das IWB-Atelier für mich sehr wichtig. MitMaterialien wie z.B. Porzellan,Seidenmalen und mit Ton zu arbeiten,ist für mich ein sehr gutes Feeling imGegensatz zu den sonstigen Arbeitenwie mit Computern. Ansonsten ist derComputer ein absolut wichtigesInstrument und Hilfsmittel für mich.Die Kunst ist meines Erachtens diePhilosophie eines jeden Individuums.Schon immer zeichnete, skizzierte,kritzelte und malte ich in meinerFreizeit mit verschiedenstenMaterialien und Techniken.Vor ungefär einem Jahr entdeckte icheine vielseitige Technik, bei der ichalle Arbeitsschritte selbständig ausführenkann und die mich seither völligin den Bann zieht: die Monotypie,eine Drucktechnik, bei der man eineGlasplatte einfärbt, sie bearbeitet unddavon einen einzigen Abzug macht.Diese Technik erlaubt es mir, meinemeinge-schränkten Bewegungsradiusentsprechende Bilder entstehen zulassen, die trotz ihres kleinen Formateseine gewisse Grosszügigkeitund Leichtigkeit ausstrahlen.Fast unbegrenzte Möglichkeiteneröffnen sich mir im Experimentierenmit Formen, Farbmaterialien undSchichtungen. Der spielerischeUmgang im Konkreten sowie imAbstrakten mit den immer wiederkehrendenMomenten der Überraschungfasziniert mich.Daniel HaefeliLydia ScherrerSchon bald, nach dem ich vor ca. sechsJahren in den IWB kam, begann ichim Atelier Steine zu bearbeiten. Ichprofitierte seither vom Wissen undKönnen einer Atelier-Angestellten,die Kunstbildhauerin ist. Wenn ichmehr Lust am Malen oder Druckenhabe, lasse ich die Steine Szeine sein,denn diese laufen mir nicht davon.Es kann aber auch sein, dass ich einmalnicht gut drauf bin. In solchenFällen zeige ich mich dann nur zumKaffee oder einem Plauderstündchenim Atelier.

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