Ausgabe 20 / 2012 - Onkologische Schwerpunktpraxis Darmstadt

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Ausgabe 20 / 2012 - Onkologische Schwerpunktpraxis Darmstadt

PraxisJournalEntspannungstechnikenN a c h s o r g e3Anspannung und Ängste gehören für Krebs -patienten nahezu zwangsläufig zum Alltag;schließlich steckt man eine lebensbedrohlicheErkrankung nicht mal eben so weg. Wennwir im Folgenden über Entspannungstechnikenberichten, so wollen wir Sie nicht animieren,mehr oder minder populären Wellness-Trendshinterherzulaufen. Vielmehr liegtuns daran, Ihnen zu zeigen, wie Sie selbstaktiv etwas für Ihre Entspannung tun können.Studien haben eindeutig gezeigt, dass sich mitkonsequent durchgeführten Entspannungsübungenein messbares Mehr an Lebensqualitäterreichen lässt. Richtig angewendet machensie die Nebenwirkungen einer Chemotherapieleichter erträglich. Kein Entspannungsverfahrenkann allerdings eine adäquatemedikamentöse Schmerztherapie ersetzen.Patienten, die Entspannung regelmäßig „trainieren“,tun aber neben der Medikamenteneinnahmeaktiv etwas gegen ihre Schmerzen.Regelmäßiges Training ist nötigEs ist relativ gleichgültig, ob Sie sich für Atemschulung,Progressive Muskelentspannungoder Autogenes Training entscheiden; wichtigist allerdings eines: Entspannungsübungenkönnen nur dann wirken, wenn sie unter fachkundigerAnleitung erlernt und täglich zehnbis 20 Minuten konsequent durchgeführt werden.Atemschulung: Wer angespannt ist, atmetflach. Wird die Atmung tiefer, geht auch dieSpannung zurück. In Atemkursen übt mandeshalb, die Aufmerksamkeit auf die „Atmungin den Bauch“ und auf das Ausatmen zu richten.Beim Räkeln und sich Dehnen reguliertsich der Atemfluss unbewusst von selbst. Massagenkönnen den Atemgang lenken, Stimmübungenund bestimmte Formen von Tanzkönnen ihn vertiefen. Nach ähnlichen Prinzipienarbeiten fernöstliche Methoden wiedas Qigong oder Tai-Chi.Progressive Muskelentspannung nachJacobson: Diese Methode wird Krebspatientenbesonders häufig empfohlen. Im Liegenwerden nacheinander verschiedene Muskelpartienvon Kopf bis Fuß für jeweils 15 Sekundenangespannt und während des Ausatmenswieder losgelassen. Durch diesen regelmäßigenWechsel entsteht eine tiefe körperlicheEntspannung, die häufig als Wärme undSchwere erlebt wird. Idealerweise wirken diesekörperlichen Signale dann auch mental, sodassder Übende einen gelösten Ruhezustand erreicht.Autogenes Training: Diese Technik geht denumgekehrten Weg, also nicht vom Körperzum Bewusstsein, sondern von der Vorstellungzur Körperwahrnehmung. In festgelegterAbfolge suggeriert man sich wiederholt denZustand von Schwere und Wärme in allenGliedmaßen und Körperregionen – in denZehen, einem Fuß, einem Unterschenkel,einem Arm und so weiter. Ziel ist, diese Empfindungentatsächlich körperlich herzustellen,damit die „angesprochenen“ Muskeln sichso entspannen können. Autogenes Trainingeignet sich besonders bei Schlaflosigkeit.Bochumer Gesundheitstraining: Dieses vonzwei Bochumer Psychologen entwickelte Trainingnutzt die Tatsache, dass Gedanken undVorstellungen körperliche Reaktionen zurFolge haben und umgekehrt körperliche Veränderungendas seelische Befinden beeinflussenkönnen. Das Programm geht zurück aufeine Methode, die der US-Amerikaner O. C. Simontonbei Patienten mit fortgeschrittenenKrebserkrankungen angewandt hatte. Mit sogenanntenVisualisierungen – beispielsweiseder Vorstellung, dass angriffslustige weißeBlutkörperchen in großer Zahl Krebszellenbekämpfen und besiegen – wollte Simontondie Selbstheilungskräfte der Patienten mobilisieren.Weitere Elemente des Programmswaren körperliche Aktivität und Entspannungsübungensowie die Suche nach neuenLebenszielen.Das Bochumer Gesundheitstraining wird vielerortsals einwöchiger Kompaktkurs oder anzehn Abenden angeboten. Visualisierungenund Entspannungstechniken sind die Kernelementedes Trainings. Nicht immer richtetsich das Programm ausschließlich an Krebs -patienten, sondern auch allgemein an „Gesundheitsinteressierte“.Die drei Säulen der GesundheitEntspannung gilt neben Ernährung und Bewegungsowohl in der sogenannten Schulmedizinwie auch in vielen traditionellen Medizinsystemenals eine der drei Säulen derGesundheit. Gerade wenn die akute Phase derTumorbehandlung vorbei ist, versuchen sichviele Patienten diesbezüglich neu zu orientieren.Wir unterstützen solche Aktivitäten nachKräften. Fragen Sie uns, wenn Sie dazu weitereInformationen wünschen.

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