Ausgabe 15 / 2010 - Onkologische Schwerpunktpraxis Darmstadt

onkologie.darmstadt.de

Ausgabe 15 / 2010 - Onkologische Schwerpunktpraxis Darmstadt

Praxis JournalNur für unsere Patienten, nicht zur Weitergabe bestimmt.InhaltRatgeber 2Entlastung für pflegendeAngehörige – Auch Helferbrauchen Hilfe, zum Beispielbei der PflegeNeues ausder Praxis 3Wir sind gerne für Sie da!Das Team stellt sich vorÜberblick 4Der künstliche Darmausgang –Ein künstlicher Ausgangmuss nicht für immer sein.Der alltägliche Umgang mitder StomaversorgungNachsorge 6Urlaub und/oder Kur –Urlaub kann Rehabilitationnicht ersetzen: Fakten undFormales zur RehaNachgefragt 7Das Leben genießen trotzChemo … ist das möglich?Wir beantworten Fragen zuEssen und Trinken, Sport undanderen FreizeitaktivitätenKurz berichtet 8Darmspiegelungschützt vor KrebsImpressumLiebe Patientin,lieber Patient,in kaum einem anderen Bereich haben Qualität undAktualität einen höheren Stellenwert als in der Medizin.Für Sie als Patient bedeutet das, dass Sie mitRecht erwarten, in unserer Praxis „nach allen Regelnder ärztlichen Kunst“ behandelt zu werden. DieseFormulierung mag für den einen oder anderen einwenig altmodisch klingen, unserer Meinung nachbeschreibt sie aber ziemlich genau das Ideal ärztlicherTätigkeit.Ein Ratgeber nicht nur für Patientinnen„Mir wird schwindelig von all den Informationen,ich fühle mich völlig überfordert.Die Basis jeder Entscheidung ist Wissen.Und ich weiß nichts. Sie könnte auchchinesisch mit mir reden. Ich würde nichtweniger begreifen.“Internistische Schwerpunktpraxis fürHämatologie/OnkologieDr. med. Georgi Kojouharoff · Gerrit DingeldeinEschollbrücker Str. 26 · 64295 DarmstadtTel. 0 61 51 / 301 80 30 · Fax 0 61 51/ 301 80 40SprechzeitenMo, Mi, Do, Fr 08 - 12 UhrDi09 - 12 UhrMo, Di, Do 14 - 17 UhrAn erster Stelle stehen demnach „die Regeln“. Esgeht in der Medizin, wie in jeder anderen Wissenschaftsdisziplin,um rational begründbare Zusam -menhänge, konkret beispielsweise um den Nachweis,dass ein bestimmtes Behandlungsverfahreneinem bestimmten Patienten mehr nutzt als schadet.Zu den ebenso selbstverständlichen Regeln gehörtauch, dass wir Sie in unserer Praxis zuverlässig,sorgfältig und menschlich zugewandt versorgen.Mit dem Einhalten dieser Regeln allein ist es in derMedizin allerdings nicht getan. Denn der menschlicheOrganismus ist etwas Lebendiges. Er funktionierteben nicht wie ein perfekt gebauter Roboter,sondern reagiert manchmal höchst eigenwillig,sprich individuell. Und genau an dieser Stellekommt das ins Spiel, was in der Redensart mit „ärztlicherKunst“ gemeint ist: eine Mischung aus Wissenund Erfahrung, Können und Intuition, die demPatienten zugute kommt.In der Hoffnung, dass wir in unserer Arbeit diesemIdeal möglichst nahe kommen, wünschen wir Ihneneine anregende Lektüre.Ihr PraxisteamDr. Georgi Kojouharoff und Gerrit DingeldeinSo beschreibt Sibylle Herbert das erste Gespräch mitihrer Frauenärztin, nachdem sich bei einer Ultraschall-Untersuchung der Verdacht auf Brustkrebs ergebenhat. Die 1956 in Köln geborene Journalistin erzählt ihreeigene Geschichte als Patientin mit der Diagnose Brustkrebs,was sie vor, während und nach der Therapie gedacht,erlebt und beobachtet hat. Abwechselnd kommenneben der Patientin die behandelnden Ärzte undmedizinischen Mitarbeiter zu Wort. So wird aus verschiedenenPerspektiven ein und dieselbe Behandlungvon allen Beteiligten geschildert. Und genau deshalb istdieses Buch anders als die meisten anderen Ratgeber.Es zeichnet ein Bild von der derzeitigen Versorgungssituation,die nicht immer zur Zufriedenheit Anlass gibt.Es zeigt aber auch Wege auf, um vorhandene Missständein der Versorgung von Krebspatienten zu beheben.Empfehlenswert ist das Buch deshalb nicht nur für Patienten,sondern für alle, die im Gesundheitssystem Verantwortungtragen.Sibylle Herbert, Überleben GlücksacheWas Sie als Krebspatient in unserem Gesundheits -wesen erwartetFischer Taschenbuch 16565, 2007, 320 Seiten, 8,95 €PraxisJournal 15 | Mai 2010


Entlastungfür pflegende Angehörige2Viele Angehörige und Freunde betreuenund/oder pflegen ihre krebskranken Fami -lienmitglieder oder überlegen sich, dies zutun. Bei dem verständlichen Wunsch, für denKranken da zu sein, sollte nicht unterschätztwerden, wie viel Kraft die Pflege tatsächlicherfordert. Es ist wichtig, die eigenen Grenzenrealistisch einzuschätzen und geeigneteUnterstützungsangebote anzunehmen.Viele Behandlungsverfahren in der Krebs -therapie können heutzutage ambulant in derPraxis von niedergelassenen Krebsspezialistendurchgeführt werden. Dies ermöglicht es denPatienten, zuhause in ihrer gewohnten Umgebungzu bleiben. Auch Patienten mit fort -geschrittener Erkrankung müssen nichtzwangsläufig in die Klinik, wenn es ihnenschlechter geht.Damit die Versorgung in dieser schwierigenZeit sichergestellt ist, wollen Angehörige oderFreunde häufig einen Teil der Betreuung übernehmen.Dabei liegt die Betonung auf „Teil“,denn Betreuung und Pflege sind sowohl körperlichals auch seelisch belastend. Vor allemAngehörige oder Freunde, die bisher keine Erfahrungin der Krankenpflege haben, solltensich genau erkundigen, was auf sie zukommenkann. Bei der Organisation der Pflege ist esempfehlenswert, ein Netzwerk aus professionellenHelfern aufzubauen, das die pflegendenAngehörigen und Freunde unterstützt. Diesgewährleistet darüber hinaus, dass der Patienttatsächlich die Hilfe erhält, die er braucht.Die eigenen Kräfte nicht überschätzenLetztlich ist keinem geholfen, wenn Angehörigeund Freunde bei der Betreuung oder Pflegean die Grenzen ihrer Belastbarkeit stoßen. Dieehrliche Einschätzung dessen, was geleistetwerden kann und wo die persönliche Grenzeerreicht ist, schützt vor Überforderung. Wer anseine Grenzen stößt, sollte sich ein Stück weitaus der Versorgungsverantwortung zurückziehen.Dadurch wird der Kranke nicht „imStich“ gelassen. Im Gegenteil: Nur so ist gewährleistet,dass die Angehörigen auch weiterhinim Sinne des Patienten aktiv werden, ihnalso effektiv unterstützen können.Auch Helfer brauchen Hilfe,zum Beispiel bei der PflegeEs gibt viele Möglichkeiten, die BetreuungKrebskranker zu organisieren. In allen Fragender häuslichen Pflege sollten die Kranken -kassen mit einbezogen werden. Sie bietenkompetente Informationen und sind nichtnur bei der Antragstellung nützlich. Pflegedienstebieten unterschiedlich abgestufte Hilfenan. Das reicht vom Verbandswechsel überdie Medikamentengabe bis zur Schmerz -behandlung. Dazu kommen hauswirtschaftlicheAngebote wie „Essen auf Rädern“ oder dieVermittlung von Haushaltshilfen. Wichtig istdie gute Abstimmung aller Beteiligten untereinander,um unnötige Belastungen – auchfinanzieller Natur – zu vermeiden.PflegeversicherungWer auf längere Sicht Unterstützung benötigt,kann auch Leistungen aus der Pflegeversicherungbeantragen. Diese werden als „Sachleistung“gewährt, wenn zum Beispiel ambulantePflegedienste die Aufgabe übernehmen, oderals „Geldleistung“, wenn die Pflege von Privatpersonenerbracht wird.Die Pflegebedürftigkeit selbst und den erforderlichenZeitaufwand schätzen Gutachter desMedizinischen Dienstes der Krankenkassenbei einem Hausbesuch ein. Sie prüfen, inwieweitbei Körperpflege, Ernährung und Mobi-lität sowie bei hauswirtschaftlichen TätigkeitenHilfe notwendig ist. Wird die Pflegebedürftigkeitanerkannt, erfolgt die Zuordnungzu einer der drei Stufen:• Pflegestufe I: erhebliche Pflegebedürftigkeit• Pflegestufe II: schwerpflegebedürftig• Pflegestufe III: schwerstpflegebedürftig.Urlaub von der PflegeAngehörige, die zuhause einen Pflegebedürftigenversorgen, haben Anrecht auf Urlaub vonder Pflege, genauer: auf die sogenannte „Verhinderungspflege“.28 Tage pro Jahr hat derGesetzgeber dafür vorgesehen. Voraussetzungist, dass die Pflege seit mindestens einem Jahrgeleistet wird. Erfahrungsgemäß brauchen Angehörigenach solch einer langen Pflegezeitdringend eine Auszeit, um wieder aufzutanken.Der Antrag wird an die Pflegekasse gestellt,die auch die Kosten für den Ersatz -pflegedienst während des Urlaubs übernimmt.Werden pflegende Angehörige selber krankoder müssen verreisen, kann der Pflegebedürftigeauch kurzzeitig in einem Pflegeheimuntergebracht werden. Die meisten Krankenkassenbieten zur Verhinderungs- und zurKurzzeitpflege weitere Informationen an.Kräfte richtig einteilen –Tipps für pflegende AngehörigePflegende Angehörige oder Freunde krebskrankerMenschen müssen ihre Kräfte einteilen,wenn sie effektiv helfen wollen:• Achten Sie darauf, wie es Ihnen geht.Nehmen Sie eigene Bedürfnisse ernst.• Räumen Sie sich Zeiten zum„Auftanken“ ein.• Lassen Sie den Patienten so weitwie möglich selbst entscheiden.Das schützt Sie ebenfalls vor Über -forderung.• Nehmen Sie Hilfe an, organisierenSie rechtzeitig Entlastung für sich,zum Beispiel bei einem professio -nellen Pflegedienst.


Praxis JournalWir sind gerne für Sie da!N a c h r i c h t e n a u s u n s e r e r P r a x i s3Mehr als zehn Jahre ist es nun schon her, dass Herr Dr. Kojouharoff die Praxis für Hämatologie/Onkologie in Darmstadteröffnet hat. Und seit fünf Jahren – Herr Dingeldein stieg im Mai 2005 als ärztlicher Partner ein – sind wir eine Gemeinschaftspraxis.Die Praxis ist stetig gewachsen und das Team hat sich entsprechend vergrößert. Unseren fünfjährigen„Geburtstag“ nutzen wir daher gerne für eine kurze Vorstellungsrunde.[6][1][1] Herr Dr. Georgi Kojouharoff hat in Frankfurtund Glasgow (Schottland) Medizin studiertund anschließend in verschiedenen Kliniken inHeidelberg, Frankfurt, Regensburg und Hamburggearbeitet, bevor er im Oktober 1999 seine eigenePraxis als Facharzt für Hämatologie und Onkologiein Darmstadt eröffnete.[2]Herr Gerrit Dingeldein absolvierte sein Medizinstudiumin Frankfurt und erhielt seine Ausbildungzum Internisten und Facharzt für Hämatologieund Onkologie an der Charite in Berlinund den Städtischen Kliniken Ludwigshafen.[3]Frau Elke Reuter arbeitet seit Dezember 1999halbtags in unserer Praxis. Die gelernte Krankenschwesterbetreut unsere Patienten während derChemotherapie und kümmert sich um damit verbundeneFragen und Probleme.[4]Frau Ulrike Hoffmann ist ebenfalls ausgebildeteKrankenschwester und seit März 2002 in unsererPraxis tätig, seit Sommer 2009 halbtags.Auch sie betreut die Patienten während der ambulantenChemotherapien und ist darüber hinauszuständig für alles, was mit der ParenteralenZusatzernährung zu tun hat.[5]Frau Manuela Kraft ist seit Juni 2003 bei uns.Nach einer Familienpause ist die gelernte Arzthelferinseit März 2009 wieder als study nurse beiuns tätig, unterstützt bei personellen Engpässendas Team aber auch an der Anmeldung.[6]Frau Jutta Buchinger zählt seit Oktober 2003zu unserem Team. Zuvor war sie bereits als selbstständigeArzthelferin zur Überbrückung von personellenEngpässen in unserer Praxis tätig. Als Betriebswirtinfür Management im Gesundheits -wesen und Qualitätsmanagerin ist ihr Hauptaufgabengebietdie Praxisorganisation und die Anmeldung.[7]Frau Sabine Kretzschmar unterstützt seitApril 2005 unser Team. Zurzeit arbeitet die gelernteArzthelferin hauptsächlich im Labor oderim Bereich der Therapie, ist aber auch an der Anmeldunganzutreffen.[8]Frau Karina Krombholz ist seit Oktober 2007in unserer Praxis. Ihre Hauptaufgabengebietefindet die gelernte Arzthelferin bei uns an der Anmeldungund im Labor, unterstützt bei Bedarfaber auch die Kolleginnen im Therapiebereich.[9]Frau Miriam Franitza arbeitet bei uns seitOktober 2009 vor allem im Labor. Nach entsprechenderEinarbeitung wird die gelernte Arzthelferinaber auch in anderen Bereichen unserer Praxisanzutreffen sein.[10]Frau Marina Ecker gehört seit März 2010zum Team. Zurzeit wird sie von Frau Reuter undFrau Hoffmann in den Therapieräumen eingearbeitet.Danach wird die langjährige Arzthelferinauch die Aufgaben an der Anmeldung und imLabor übernehmen.[11]Frau Sandra Burger zählt seit April 2010 zuunserem Team. Derzeit ist die gelernte Arzthelferinvor allem an der Anmeldung und im Laborbeschäftigt, bevor sie anschließend von FrauReuter und Frau Hoffmann in die Feinheiten derBetreuung unserer Chemotherapie-Patienten eingewiesenwerden wird.[2][3][4][5][7][8][9][10][11]


Ü b e r b l i c kDer künstliche DarmausgangWenn die Verdauung funktioniert, innererund äußerer Schließmuskel ihre „Arbeit“ zuverlässigverrichten, verschwenden wir gewöhnlichkeinen Gedanken an unsere Ausscheidungsorgane.Sind jedoch – zum Beispielaufgrund einer Tumorerkrankung – dieunteren Darmabschnitte so schwer geschädigt,dass sie entfernt werden müssen, stelltsich oft auch die Frage, ob der Schließmuskelerhalten werden kann. Ist dies nicht derFall, benötigt der Patient eine Alternative.Die Vorstellung eines künstlichen Darmausgangslöst bei vielen Menschen Abwehr bisEkel aus, denn der sehr intime und tabuisierteVorgang der Darmentleerung wird auf gewisseWeise öffentlich gemacht. Die Befürchtung,dass andere Menschen dies erkennenund mit Abscheu reagieren, ist jedoch normalerweiseunbegründet.Darmkrebspatienten erhalten am häufigstenein sogenanntes Kolostoma. Das Stoma führtalso den Inhalt des Kolons, sprich des Dickdarmsnach außen. Die Anlage eines solchenkünstlichen Dickdarmausganges muss nichtzwangsläufig endgültig sein. Wenn ein StückDarm nach einer Operation nur zeitweise „geschont“werden muss, kann das Kolostomaauch nur vorübergehend angelegt werden.Wenn allerdings große Teile des Dickdarmsoder der komplette Mastdarm mitsamtSchließmuskel entfernt werden müssen, ist dieAnlage eines dauerhaften Kolostomas unumgänglich.Stomaversorgung – der täglicheBegleiterDie fachsprachlich sogenannte Stomaversorgungbesteht aus einer Platte, die auf dieBauchdecke geklebt wird, und einem daranbefestigten Beutel. Dieser ist in der Regel undurchsichtigund nimmt die Darmausscheidungenauf. Man unterscheidet ein- und zweiteiligeSysteme. Bei einteiligen Systemen sindBasisplatte und Beutel fest mit einander verbundenund könnennur gemeinsam gewechselt werden. ZweiteiligeSysteme bestehen aus zwei getrennten Einheiten:Die Platte kann auf der Bauchdeckeverbleiben, wenn der Beutel gewechselt werdenmuss.Noch unauffälliger: Kappe statt BeutelTräger eines Kolostomas haben die Möglichkeitden Darm mithilfe einer Darmspülung,der sogenannten Irrigation, komplett zu entleeren.Danach ist etwa 24 Stunden lang keineweitere Ausscheidung zu erwarten. In dieserZeit reicht es aus, das Stoma mit einer Kappeabzudecken.Es braucht natürlich eine gewisse Zeit, sich anden Umgang mit der Stomaversorgung zu gewöhnen.Gerade in den ersten Wochen nachder Anlage funktioniert zwar die Stomaversorgung– Beutel wechseln, Platte kleben, Hautpflegeetcetera – schon recht gut. In dieser Zeitist es jedoch noch schwierig, „den Beutel“ alszum eigenen Körper zugehörig zu akzeptieren.Hier hilft nur Geduld mit sich und derneuen Lebenssituation. Empfehlenswertist auch der Austausch mit an-Die meisten Stomaträger beurteilen ihr Stomapositiv und kommen damit im Alltag gut bissehr gut zurecht. Vorher bestehende Beschwerdenwie häufige Bauchschmerzen oderSchmerzen beim Stuhlgang werden durch denEingriff beseitigt. Für manchen Patienten istdie Anlage eines Stomas überdies die einzigeMöglichkeit zu überleben.Ein künstlicher Ausgang muss nichtfür immer seinStomaversorgung:links einteilig, rechts zweiteiligFoto: Coloplast GmbH


Praxis Journal5deren Stomaträgern, beispielsweise in einerSelbsthilfegruppe.Häufig befürchten Patienten, die das Stomaerst seit wenigen Wochen tragen, durch Geräuscheoder unangenehme Gerüche aufzufallen.Dies ist eine weitgehend grundloseAngst, denn die Stomaversorgung ist unter derKleidung gut versteckt; ein Aktivkohlefilterverhindert überdies die Geruchsentwicklung.Lediglich Geräusche lassen sich nicht vollständigvermeiden. Aber diese können überErnährungsumstellungen beeinflusst werden.Stomaträger empfehlen deshalb das Führeneines Ernährungs-Tagebuchs. Nur so lassensich störende Nebeneffekte ganz individuellbestimmen.Wenn der Patient oder die Patientin bemerkt,dass er oder sie nicht auf „den Beutel“ reduziertwird, ist das Meiste schon geschafft. VieleStomaträger sorgen außerdem dafür, dass siebeim Sex nur die Stomakappe zu tragen brauchen.Andere verdecken ihre Stomaversorgungmit einer elastischen Leibbinde.Austausch mit Betroffenen machtvieles leichterSelbstverständlich sollte jeder Stomaträgerselbst entscheiden, ob er seine Mitmenschenüber seinen künstlichen Ausgang informiert.Die einen klären Arbeitskollegen, Freundeund Bekannte auf, während andere nur mitdem Partner darüber reden. Empfehlenswertist es, sich mit anderen Stomaträgern auszutauschen– nicht nur kurz nach der Stomaanlage.Denn auch die Erfahrungen andererund praktische Tipps rund um die Probleme,die immer wieder mit der Stomaversorgungauftauchen können, sind hilfreich.Gute Kontaktmöglichkeiten bieten Forenoder Chatrooms im Internet oder auchSelbsthilfegruppen vor Ort.Weiterführende Informationen und AdressenDuschen und Baden kein ProblemStomaträger können sowohl mit als auch ohneVersorgungssystem problemlos duschen oderbaden, selbst Schwimmen ist möglich und erlaubt.Die meisten Patienten möchten dabeijedoch ihren Beutel verbergen, um neugierigeBlicke zu vermeiden. Frauen haben es einfacher,sie können einen Badeanzug tragen.Männer tragen teilweise Badeshorts, die sie biszum Nabel hochziehen können oder überklebenden Teil des Beutels, der aus der Badehoseherausschaut, mit einem Pflaster. Wer ineinem See oder im Meer badet, kann auchein T-Shirt oder eine elastische Leibbinde anziehen.Stoma und Sex – doppeltes TabuFast alle Stomaträger haben Angst davor, sexuellnicht mehr attraktiv zu sein. Allein dasGespräch über dieses doppelte Tabu – Sexualitätund Stoma – stellt für viele Patienten eineschier unüberwindliche Hürde dar. Erfahrungsgemäßhilft aber nur die offene Aussprachezwischen zwei Partnern.ILCO e.V.Die Deutsche ILCO ist eine Selbsthilfeorganisationfür Stomaträger und Menschen mitDarmkrebs. Sie bietet vielfältige Informationen,Erfahrungsaustausch und Beratungzum täglichen Leben mit einem Stoma sowieder Darmkrebserkrankung. Darüber hinausvertritt sie die Interessen Ihrer Mitglieder beistoma- und darmkrebsbezogenen Anliegen.Deutsche ILCO e.V. – Bundesgeschäftsstelleim Haus der Krebs-SelbsthilfeThomas-Mann-Str. 40, 53111 BonnTelefon: 0228 / 33 88 94-50Sprechzeiten: Mo - Do 9-15 UhrFax: 0228 / 33 88 94-75E-Mail: info@ilco.deInternet: www.ilco.dewww.stomawelt.deDieses Internetportal wird von einem Stomaträgerbetrieben und bietet praktische Informationensowie ein Forum zum Austauschfür Betroffene und Interessierte. DieLinkliste enthält unter anderem viele Adressenvon Firmen, die Stomaversorgungsprodukteherstellen.Deutsche Krebsgesellschaft e.V.Die Deutsche Krebsgesellschaft stellt gemäßihrem Motto „Durch Wissen zum Leben“umfassende Informationen zu dem komplexemThema Krebs bereit, sowohl auf derInternetseite, als auch in Form von Broschüren,Videos etc.Deutsche Krebsgesellschaft e. V.TiergartenTowerStraße des 17. Juni 106–108, 10623 BerlinTelefon: 030 / 322 93 29 00Fax: 030 / 322 93 29 66Internet: www.krebsgesellschaft.deKrebsinformationsdienstDer Krebsinformationsdienst (KID) ist eineEinrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums(DKFZ) in Heidelberg.Unter 0800 / 420 30 40 beantwortet der KIDtäglich von 8 bis 20 Uhr Ihre Fragen.Anrufe aus dem deutschen Festnetz sindkostenlos.Internet: www.krebsinformationsdienst.de


Urlaubkann Rehabilitation nicht ersetzen 6N a c h s o r g eJede Krebstherapie ist anstrengend und kostetviel Kraft, körperlich und geistig. KeinWunder, dass jede Patientin und jeder Patientdas Ende der Behandlung herbeisehnt.Endlich wieder frei über seine Zeit verfügenund in Urlaub fahren, um sich von der langenBehandlung zu erholen – das ist ein verständlicherWunsch. Für einen Teil der Patientenmag dies der richtige Weg sein, fürviele andere würde es jedoch letztlich einenUmweg bedeuten.Kurz gesagt, der Krebs ist besiegt oder zurückgedrängt,die Behandlung hat jedoch ihre Spurenan Körper und Seele hinterlassen. Diesewerden häufig zunächst gar nicht bemerktoder erfolgreich unterdrückt. Auf lange Sichtverhindert dies allerdings, dass das Leben inruhigere Bahnen kommt und wieder genossenwerden kann.Viele Krebspatienten wollen alles, was sie anihre Krankheit erinnert, nach Abschluss derBehandlung am liebsten vergessen. Auch derGedanke an den Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinikoder einem Sanatorium ist für siebeinahe unerträglich. Sie würden viel liebereinfach in Urlaub fahren. Ablenkung und neueEindrücke erscheinen reizvoller als die Betreuungin einer Nachsorge-Einrichtung.Selbst wenn diese Argumentation nachvollziehbarerscheint, für die meisten Patienten istder Verzicht auf eine angepasste Rehabilitationsmaßnahmekeine befriedigende Lösung.Denn was eine Reha von der Behandlung, aberauch vom Urlaub unterscheidet, ist, dass manbei vielen Maßnahmen selbst aktiv werdenmuss. Letztlich bedeutet das, dass die so erzieltenFortschritte das Ergebnis der eigenenAnstrengung und Leistung sind. Das baut aufund vermittelt das Gefühl, ich kann selbstetwas Gutes für mich tun.TherapienachwirkungenAbhängig von der individuellen Erkrankungund ihrer Behandlung leiden Krebspatientenunter sehr verschiedenen Nachwirkungen derTherapie. Das können Wasseransammlungenin Armen oder Beinen sein, Schwäche, Müdigkeitoder Schmerzen, eingeschränkte Leistungsfähigkeitoder Behinderungen wie einkünstlicher Blasen- oder Darmausgang. Beimanchen Patienten sind die Nebenwirkungeneher psychischer Natur wie etwa Depressionen,Ängste oder ein vermindertes Selbstwertgefühl.Hier setzt die onkologische Rehabilitationein. Studien haben klar gezeigt, dass dieTeilnahme an einer Reha-Maßnahme das körperlicheund seelische Befinden der meistenKrebspatienten deutlich und langfristig verbessert.Berufstätige Patienten erhalten außerdemUnterstützung zur erfolgreichen Rückkehran ihren Arbeitsplatz.Auf onkologische Rehabilitation spezialisierteKliniken bieten neben psycho-onkologischerBetreuung verschiedenste Therapieformenan. Beispielsweise die sogenannte manuelleLymph drainage; mit dieser speziellen Massagelässt sich den gefürchteten Lymph-Ödemen– der Ansammlung von Lymphflüssigkeit imGewebe – wirksam vorbeugen. Auch aus bereitsgeschwollenen Armen kann ein erfahrenerMasseur durch konsequente Behandlungdie Lymphe quasi ausstreichen. Zu einer onkologischenRehabilitation gehören außerdemeine individuelle Ernährungsberatung sowieverschiedene Angebote zur Bewältigung derErkrankung, beispielsweise eine Kunst- oderMusiktherapie. Je nach Krebsart und den ausder Therapie möglicherweise resultierendenBeeinträchtigungen wird vor Ort gemeinsammit dem Patienten das passende Programmzusammengestellt.Fakten und FormalesGrundsätzlich steht jedem Krebspatientennach der Akuttherapie eine stationäre Anschlussheilbehandlung(AHB) offen. Es müssenjedoch bestimmte versicherungsrechtlicheund sozialmedizinische Voraussetzungen erfülltsein. Der behandelnde Arzt muss die AHBbeantragen, der jeweils zuständige Kostenträgerdiese im Voraus genehmigen. Leistungsträgersind bei gesetzlich Versicherten die Rentenversicherungoder die Krankenkasse. Beiprivat Versicherten gilt der jeweilige Vertrag.Zur Rehabilitation gehören neben den Anschlussheilbehandlungen(AHB) direkt nachder Therapie auch spätere Nachbehandlungenin spezialisierten Rehabilitationskliniken(„Nachsorgekurkliniken“). Alternativ oderergänzend gibt es eine ganze Reihe von ambulantenAngeboten.Fragen rund um die Rehabilitation beantwortendie jeweiligen Kostenträger. Ergänzend zudiesem Angebot existieren in vielen Städtendie sogenannten Servicestellen REHA, die gemeinsamvon Krankenkassen, Rentenversicherungen,der Bundesagentur für Arbeit, denLandkreisen und anderen Institutionen getragenwerden. Sind verschiedene Rehabilitationsträgerzuständig, koordiniert die Servicestelledie Zusammenarbeit dieser Träger.Außerdem helfen die Mitarbeiter bei der Antragstellungund stehen dem Krebspatientenunterstützend zur Seite.Welche Servicestelle REHA dem Wohnort amnächsten liegt, kann man bei der Kranken -kasse erfragen oder unter www.reha-servicestellen.deim Internet erfahren.


Praxis JournalDas Leben genießentrotz Chemo ... ist das möglich? 7Die Fragen beantwortete Ihr ÄrzteteamEs gehört zum Allgemeinwissen,dasses nahezu bei jederChemotherapie zu unerwünschten Nebenwirkungenkommt. Weniger bekannt ist hingegen,dass es mittlerweile eine Reihe von Begleitmedikamentengibt, die stark belastendeNebenwirkungen wie Übelkeit oder Müdigkeitverringern, wenn nicht gar verhindernkönnen, sodass im Alltagsleben nur wenigeEinschränkungen nötig sind. Wenn Sie Lustauf ein Glas Wein haben, dann trinken Sie es!Worauf Sie gegebenenfalls achten sollten, erklärenwir im nachfolgenden fiktiven Gespräch,in dem wir Antworten auf häufig gestellteFragen geben.Kann ich während der Chemotherapiearbeiten gehen? Bei der Arbeit fühleich mich fast gesund und bin abgelenkt.Das ist individuell sehr verschieden und hängteinerseits von Ihrer Berufstätigkeit ab und andererseitsdavon, wie Sie die Chemotherapievertragen. Einige Menschen, die eine mildeChemotherapie bekommen, können ihrenBeruf ohne Einschränkungen ausüben, anderearbeiten nur stundenweise und koordinierendie Arbeitszeiten mit den Therapietagenbeziehungsweise den Tagen im Zelltief. DasZelltief ist der Zeitraum, in dem die Chemotherapiedie größten Auswirkungen auf dieBlut- und Abwehrzellen zeigt. Es sind nur wenigeTage, aber in diesen fühlen Sie sich müdeund sind anfälliger für Infektionen. Achten Sievor allem darauf, dass Ihnen genügend Zeit fürsich bleibt. Besonders im Zelltief sollten Siesich Ruhe gönnen und sich keinesfalls überanstrengen.Kann ich meine Freunde weiterhintreffen, zum Kartenspielen, zu einemGlas Bier oder Wein?Ja, es ist immer gut, Dinge zu tun, die einemSpaß machen, und Menschen zu treffen, dieman mag. Prinzipiell sind dabei zwei Aspektezu beachten: die Infektionsgefahr und die Alkoholwirkung.Da die Chemotherapie nichtnur die Krebszellen, sondern auch die Zellendes Abwehrsystems schädigt, kann an bestimmtenTagen die Ansteckungsgefahr höhersein. Anhand des Blutbilds können wir zumBeispiel sehen, ob eine erhöhte Infektionsgefahrbesteht. An diesen Tagen sollten Sie denEinkaufsbummel oder die Skatrunde absagenbeziehungsweise um einige Tage verschieben.Auch in punkto Alkohol gibt es keine festeRegel. Es spricht nichts dagegen, geringe MengenAlkohol zu trinken. Allerdings kann Alkoholunerwünschten Nebenwirkungen der Chemotherapieverstärken und so eher zu „Kopfproblemen“wie Konzentrations- oder Gedächtnisschwierigkeitenführen. Alkohol kannauch die Wirkung von anderen Medikamentenbeeinflussen, die Sie zum Beispiel gegenÜbelkeit nehmen. Daher sollten Sie am Tag derChemotherapie selbst und zwei bis drei Tagedanach keinen Alkohol trinken.Gerade während der Chemo möchteich es mir gut gehen lassen – zum Beispielmein Leibgericht essen.Kein Problem, erlaubt ist, was vertragen wird.Allerdings kommt es manchmal unter derTherapie zu Entzündungen im Mund. Wenndies der Fall ist, sollten Sie auf säurehaltigeSpeisen und Säfte verzichten. Das gilt übrigensauch bei Durchfall. Wenn möglich, sollten Sienormale Portionen essen. Tritt jedoch bereitsnach wenigen Bissen ein Völlegefühl ein, solltenSie auf mehrere kleine Mahlzeiten umstellen.Gegen eventuell auftretende Übelkeit gibtes inzwischen sehr gute Medikamente, undEntzündungen im Mund lassen sich wirksammit Salbeiprodukten behandeln.Manchmal verändert sich auch das Geschmacksempfindenunter der Chemotherapie.Das kann so weit gehen, dass Ihnen IhrLeibgericht nicht mehr schmeckt. Ist dies derFall, sollten Sie in dieser Zeit lieber darauf verzichten,um ihre Lieblingsspeisen nach derChemo wieder genießen zu können.Ich rauche gern, vor allem auf denZigarillo nach dem Essen möchte ichnur ungern verzichten.Internationale Studien haben klar gezeigt, dasssich bei Rauchern, die eine Chemotherapie odereine Strahlenbehandlung bekommen, Wundheilungund Regeneration im Vergleich zuNichtrauchern verzögern. Deshalb lautet unserRat: Am besten überhaupt nicht rauchen.Darf ich Sport treiben? Wenn ja,welche Sportarten sind zu empfehlen?Sport bekommt Krebspatienten ausgesprochengut. Große wissenschaftliche Studien ausAmerika und eine deutsche Untersuchunghaben gezeigt, dass Darmkrebspatienten einewesentlich bessere Überlebensprognose haben,wenn sie regelmäßig Ausdauersport treibenwie Joggen, Nordic Walking, Schwimmen,Radfahren oder Rudern. Dies gilt in allenKrankheitsstadien. Während einer Chemo -therapie vermindert Sport Nebenwirkungenwie Übelkeit, Müdigkeit, Leistungsminderung,Appetitstörung und/oder depressive Stimmungendeutlich. Diese Ergebnisse geltenebenso für Brustkrebspatientinnen und vermutlichfür viele andere Krebsarten.Neu dabei ist die Erkenntnis, dass „Sport inMaßen“ jetzt genau als 70 bis 80 Prozent derindividuellen, maximalen Belastbarkeit beziffertwird. Dieses individuelle Maß erreichenPatienten, die bislang nie Sport getriebenhaben, mit „zügigem Walking“, während Patienten,die immer sportlich waren, beispielsweiseacht Kilometer in 50 Minuten laufenkönnen. Voraussetzung fürs gezielte Sport -treiben ist jedoch eine sportmedizinische Eignungsuntersuchungund ein Laktattest, der dieindividuelle Belastbarkeit misst.Achten Sie unbedingt darauf, sich nicht zuüberlasten, damit der positive Effekt nicht ineinen negativen umschlägt. Denn nach wie vorgilt: zu hohe Trainingsbelastungen schwächendas Immunsystem.


Praxis JournalDarmspiegelungschützt vor KrebsDickdarmkrebs und seine fortgeschrittenen Vorstufen tretennach einer ersten Darmspiegelung deutlich seltener aufSchleimhautpolypen sicher erkennenDickdarmkrebs und seine Vorstufen, die sogenanntenSchleimhautpolypen, lassen sich mithilfeder Darmspiegelung (Koloskopie) sichererkennen. Schleimhautpolypen können nochwährend dieser Untersuchung entfernt werdenund sich damit nicht mehr zu Darmkrebsweiterentwickeln. Die Koloskopie ist alsogewissermaßen Krebsfrüherkennungsunter -suchung und Vorsorgebehandlung zugleich.Dass eine vorangegangene Darmspiegelungund die damit verbundene Entfernung vonSchleimhautpolypen tatsächlich vor Darmkrebsschützen kann, haben Wissenschaftlerdes Deutschen Krebsforschungszentrums inHeidelberg nachgewiesen.den als bei Personen ohne vorangegangeneDarmspiegelung (6,1 gegenüber 11,4 Prozent).Eine eingehendere Analyse der Daten zeigte,dass sich der Vorteil durch die vorangegangeneDarmspiegelung offenbar im Wesentlichenauf den linken (absteigenden) Teil des Dickdarmssowie den Enddarm beschränkt. Bereitseine frühere Untersuchung aus Kanada war zueinem ähnlichen Schluss gekommen: Dortkonnte durch die Darmspiegelung das Risiko,an linksseitigem Dickdarmkrebs zu sterben,um zwei Drittel gesenkt werden.„Kleine“Darmspiegelung sinnvoll?Nach Ansicht der Forscher aus Heidelbergunterstreicht die aktuelle Studie das großePotenzial der Darmspiegelung für die Vorbeugungvon Darmkrebs. Auf eine solche Koloskopiehaben alle gesetzlich Krankenversichertenüber 55 Jahre Anspruch. Da offenbar vorallem der linke Abschnitt des Dickdarmseinschließlich des Enddarms besonders gut zugänglichfür eine Spiegelung sei, regen die Forscheran, auch die „kleine“ Darmspiegelung,die sogenannte Sigmoidoskopie, als Früherkennungsuntersuchunganzubieten. Hierbeiwerden nur der Enddarm und die unmittelbarSenkung des Risikos vor allem im absteigendenArm des DickdarmsTeilnehmer der im Saarland durchgeführtenStudie waren mehr als 3.000 Frauen und Männerjenseits des 55. Lebensjahres. Bei Personen,die sich innerhalb der letzten zehn Jahre einerersten Darmspiegelung unterzogen hatten,wurden bei einer erneuten derartigen Untersuchungweniger fortgeschrittene Schleimhautpolypenund bösartige Tumoren gefundarüberliegenden Abschnitte (30 bis 40 cm)des Dickdarms gespiegelt.Die Sigmoidoskopie wird von den Patientenmeist als angenehmer empfunden als dievollständige Darmspiegelung, da für sie keinekomplette Darmentleerung nötig ist. Möglicherweise,so die Überlegung der Forscher,könnten sich mehr Menschen zu einer Teilnahmean der Sigmoidoskopie entschließen alszur Teilnahme an der Koloskopie. Dadurchkönnten insgesamt vermutlich noch deutlichmehr Darmkrebsfälle vermieden werden alsbisher.Quelle: Brenner, H. et al.: Protection From Right- andLeft-Sided Colorectal Neoplasms After Colonoscopy:Population-Based Study. J Natl Cancer Inst, Onlinevorabveröffentlichung30. Dezember 2009,doi:10.1093/jnci/djp436Impressum© 2010, LUKON GmbH · ISSN 1436-0942Chefredaktion:Dr. med. Georgi Kojouharoff, Gerrit DingeldeinRedaktion:Tina Schreck, Ludger WahlersGrafik-Design, Illustration:Charlotte SchmitzDruck: DDH GmbH, HildenAnzeigeAnzeigeDas Menschenmögliche tun.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine