Ausgabe 15 / 2010 - Onkologische Schwerpunktpraxis Darmstadt

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Ausgabe 15 / 2010 - Onkologische Schwerpunktpraxis Darmstadt

Praxis Journal5deren Stomaträgern, beispielsweise in einerSelbsthilfegruppe.Häufig befürchten Patienten, die das Stomaerst seit wenigen Wochen tragen, durch Geräuscheoder unangenehme Gerüche aufzufallen.Dies ist eine weitgehend grundloseAngst, denn die Stomaversorgung ist unter derKleidung gut versteckt; ein Aktivkohlefilterverhindert überdies die Geruchsentwicklung.Lediglich Geräusche lassen sich nicht vollständigvermeiden. Aber diese können überErnährungsumstellungen beeinflusst werden.Stomaträger empfehlen deshalb das Führeneines Ernährungs-Tagebuchs. Nur so lassensich störende Nebeneffekte ganz individuellbestimmen.Wenn der Patient oder die Patientin bemerkt,dass er oder sie nicht auf „den Beutel“ reduziertwird, ist das Meiste schon geschafft. VieleStomaträger sorgen außerdem dafür, dass siebeim Sex nur die Stomakappe zu tragen brauchen.Andere verdecken ihre Stomaversorgungmit einer elastischen Leibbinde.Austausch mit Betroffenen machtvieles leichterSelbstverständlich sollte jeder Stomaträgerselbst entscheiden, ob er seine Mitmenschenüber seinen künstlichen Ausgang informiert.Die einen klären Arbeitskollegen, Freundeund Bekannte auf, während andere nur mitdem Partner darüber reden. Empfehlenswertist es, sich mit anderen Stomaträgern auszutauschen– nicht nur kurz nach der Stomaanlage.Denn auch die Erfahrungen andererund praktische Tipps rund um die Probleme,die immer wieder mit der Stomaversorgungauftauchen können, sind hilfreich.Gute Kontaktmöglichkeiten bieten Forenoder Chatrooms im Internet oder auchSelbsthilfegruppen vor Ort.Weiterführende Informationen und AdressenDuschen und Baden kein ProblemStomaträger können sowohl mit als auch ohneVersorgungssystem problemlos duschen oderbaden, selbst Schwimmen ist möglich und erlaubt.Die meisten Patienten möchten dabeijedoch ihren Beutel verbergen, um neugierigeBlicke zu vermeiden. Frauen haben es einfacher,sie können einen Badeanzug tragen.Männer tragen teilweise Badeshorts, die sie biszum Nabel hochziehen können oder überklebenden Teil des Beutels, der aus der Badehoseherausschaut, mit einem Pflaster. Wer ineinem See oder im Meer badet, kann auchein T-Shirt oder eine elastische Leibbinde anziehen.Stoma und Sex – doppeltes TabuFast alle Stomaträger haben Angst davor, sexuellnicht mehr attraktiv zu sein. Allein dasGespräch über dieses doppelte Tabu – Sexualitätund Stoma – stellt für viele Patienten eineschier unüberwindliche Hürde dar. Erfahrungsgemäßhilft aber nur die offene Aussprachezwischen zwei Partnern.ILCO e.V.Die Deutsche ILCO ist eine Selbsthilfeorganisationfür Stomaträger und Menschen mitDarmkrebs. Sie bietet vielfältige Informationen,Erfahrungsaustausch und Beratungzum täglichen Leben mit einem Stoma sowieder Darmkrebserkrankung. Darüber hinausvertritt sie die Interessen Ihrer Mitglieder beistoma- und darmkrebsbezogenen Anliegen.Deutsche ILCO e.V. – Bundesgeschäftsstelleim Haus der Krebs-SelbsthilfeThomas-Mann-Str. 40, 53111 BonnTelefon: 0228 / 33 88 94-50Sprechzeiten: Mo - Do 9-15 UhrFax: 0228 / 33 88 94-75E-Mail: info@ilco.deInternet: www.ilco.dewww.stomawelt.deDieses Internetportal wird von einem Stomaträgerbetrieben und bietet praktische Informationensowie ein Forum zum Austauschfür Betroffene und Interessierte. DieLinkliste enthält unter anderem viele Adressenvon Firmen, die Stomaversorgungsprodukteherstellen.Deutsche Krebsgesellschaft e.V.Die Deutsche Krebsgesellschaft stellt gemäßihrem Motto „Durch Wissen zum Leben“umfassende Informationen zu dem komplexemThema Krebs bereit, sowohl auf derInternetseite, als auch in Form von Broschüren,Videos etc.Deutsche Krebsgesellschaft e. V.TiergartenTowerStraße des 17. Juni 106–108, 10623 BerlinTelefon: 030 / 322 93 29 00Fax: 030 / 322 93 29 66Internet: www.krebsgesellschaft.deKrebsinformationsdienstDer Krebsinformationsdienst (KID) ist eineEinrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums(DKFZ) in Heidelberg.Unter 0800 / 420 30 40 beantwortet der KIDtäglich von 8 bis 20 Uhr Ihre Fragen.Anrufe aus dem deutschen Festnetz sindkostenlos.Internet: www.krebsinformationsdienst.de

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