Ausgabe 17 / 2011 - Onkologische Schwerpunktpraxis Darmstadt

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Ausgabe 17 / 2011 - Onkologische Schwerpunktpraxis Darmstadt

StichwortSport und KrebsNutzen eindeutig belegt2Als Krebspatient können Sie zwar keine Rekordebrechen, aber die früher verbreitete Ansicht,dass Patienten mit einem Tumor für sportlicheAktivitäten zu schwach sind, hat sich als falscherwiesen. Heute ist klar, dass ein angepasstesSportprogramm das Wohlbefinden steigert undzur Verbesserung des Therapie-Ergebnissesbeiträgt.© minad - Fotolia.comDass mäßige, aber regelmäßige körperlicheAnstrengung gut tut, hat sich mittlerweilewohl überall herumgesprochen. Viele Menschenhaben allerdings Schwierigkeiten, ihreigenes Bewegungsprogramm im Alltagunterzubringen. Andere wiederum sind derartsportbegeistert, dass sie Bewegungsmangelals nicht nur körperliche Beeinträchtigungempfinden.Schonung alleine reicht nichtDasselbe Phänomen findet man natürlichauch bei Krebspatienten. Trotzdem sind diesein einer besonderen Situation: Manche habenAngst, sich körperlich allzu sehr zu veraus -gaben, weil die Anstrengung ihren Körper beider Auseinandersetzung mit dem Tumorschwächen könnte. Andere sind der Meinung,„viel hilft viel“ und überfordern sich bei derZusammenstellung des Sportprogramms.Hinter beiden Positionen steckt ein Missverständnis:Körperliche Fitness lässt sich nichtdurch dauerhafte Schonung erreichen. Selbstverständlichhaben Sie das Recht, sich auszuruhen,sich von den Anstrengungen der Therapiezu erholen. Um allerdings dauerhaft zuKräften zu kommen, ist es wichtig, möglichstbald mit einem angepassten Bewegungsprogramm– beispielsweise mit einer angeleitetenPhysiotherapie – zu beginnen.Viel hilft eben nicht vielAndererseits steigt die körperliche Fitness aberauch nicht mit dem Ausmaß der Anstrengung.Im Gegenteil: Wenn Sie sich mit Dauerlaufenoder Gewichte stemmen überfordern, werdenSie sich am nächsten Tag so schlapp fühlen,dass der Trainingseffekt nicht nur verpufft –die Überanstrengung schadet Ihnen zusätzlich.Fazit: Wirklich wirkungsvoll und zufriedenstellendist Sport für Gesunde ebenso wie fürKrebspatienten nur dann, wenn das Bewegungsprogrammmöglichst genau auf die Bedürfnissedes Einzelnen zugeschnitten ist;denn Unterforderungen wirken demotivierendund Überforderungen sind gesundheitsschädlich.Sport wirkt auf vielen EbenenKörperliche Aktivität fördert die Ausdauer,stärkt die Kraft und verbessert Koordinationsowie Beweglichkeit. Wenn Sie als Krebs -patient angemessen Sport treiben, geschiehtallerdings noch viel mehr. Sie werden das Gefühlschätzen lernen, dass Sie mit dem Sportim wahrsten Sinne des Wortes selbst etwas tunkönnen. Sie werden sich sehr wahrscheinlichwacher fühlen, weil Sie an Ausdauer gewinnen.Nach einiger Zeit spüren Sie, dass die zusätzlicheKraft Ihnen Sicherheit gibt. Achten Siedarauf, dass Sie Sportarten auswählen, dieIhnen wirklich Spaß machen, dann wächstnicht nur Ihre Motivation, sondern auch IhreBereitschaft, sich wieder regelmäßig unterMenschen zu begeben.Geeignete SportartenBei der Auswahl der Sportarten spielt dieGrunderkrankung eine wesentliche Rolle. ObGymnastik, Nordic Walking, Radfahren,Schwimmen, Rudern, Kraftraum oder Tennis– die Entscheidung für eine oder mehrereSportarten muss individuell getroffen werden.Sprechen Sie uns bitte an.Sehr gute weiterführende Informationenliefert der Blaue Ratgeber Nr. 48 der DeutschenKrebshilfe. Sie können ihn im Internetherunterladen (www.krebshilfe.de, dort auf„Infomaterial/Blaue Ratgeber“) oder telefonischbestellen unter 0228-72 99 0-95.© diego cervo - Fotolia.com

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