Dossier: Situation der deutschen Frau - Lise Meitner Gymnasium

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Dossier: Situation der deutschen Frau - Lise Meitner Gymnasium

S e i t e 2 T r i b u n e

In Deutschland spielt sich momentan

Unglaubliches ab: Wettrüsten der Flotte

gegen England…

Die Herausforderung Deutschlands

bestanden vor wenigen Jahren

noch in Wissenschaft, Technologie,

Wirtschaftswachstum und Konkurrenz

im Welthandel, speziell mit

Großbritannien. In den meisten

wirtschaftlichen Bereichen hat

Deutschland England, das vor ein

paar Jahren noch am besten industriell

entwickelt war, inzwischen

überholt. 1907 produzierte

Deutschland die doppelte Menge an

Stahl wie Großbritannien. Während

der britische Welthandel zwischen

1887 und 1907 lediglich um 80

Prozent zunahm, konnte der deutsche

ein Plus von 250 Prozent verzeichnen.

Das ist der Grund, dass

das Deutsche Reich 1898 mit dem

Bau der Flotte beginnt.

Die anderen Supermächte wie

Großbritannien, Russland, USA

und Japan fingen schon Jahrzehnte

vorher an eine Flotte zu bauen. Doch nun

will das Deutsche Reich auch mithalten.

In dem deutschen Volksmund ist der

Flottenbau schon sehr populär. Die meisten

Deutschen sind auch stolz auf den

Bau der Flotte, weil man als Deutscher

auch für die Industrie ist. Also ist man als

Deutscher auch Stolz auf das neue Flotten-Projekt

von dem Kaiser. Doch in

England wird das schärfer betrachtet als

in dem Deutsch Reich selber, denn man

sieht die Aufrüstung der Flotte als große

Provokation und als militärische Bedrohung.

Der Kaiser aber streitet es, was er

auch in dem Daily-Telegraph-Interview

gesagt hat, stark ab. Er sagt, dass es für

die Aufrüstung der Flotte 4 Gründe gibt:

1. Schutz der deutschen Fischerei.

Weil die deutschen Fischer bis jetzt öfters

von englischen Fischern bedrängt

und an dem Fischfang behindert worden

sind.

2. Schutz des deutschen Welthandels.

England war durch seine Seemacht ge-

Flottenbau—Gefahr für den

Frieden in Europa?

nerell in der Lage, weltweit Handel zu

dulden, zu behindern oder zu unterbinden.

Deshalb will ich Sicherheit.

3. Brechen von möglichen Seeblocka-

den

Dieses Motiv findet seine Ursache in

der britischen Tradition der Seeblockaden,

mit denen schon häufig sowohl

gegnerische als auch neutrale Länder

von ihren Rohstoff und Nahrungsmittelimporten

abgeschnitten wurden. Deshalb

sollte meine Flotte so stark sein, dass sie

eine „enge Blockade“ (Erfindung der englischen

Flotte) vor den deutschen Nordseehäfen

durchschlagen kann.

4. Erreichung einer Bündnisfähigkeit mit

Großbritannien

Dieser letzte, hat politische Gründe: Für

den Fall eines Konfliktes zwischen Großbritannien

und anderen Seemächten erhoffe

ich mir, mit einer respektablen Flotte als

Verbündeter attraktiv zu sein und zu einer

Partnerschaft auf gleicher Augenhöhe kommen

zu können. Der Kaiser selbst sagte im

Daily-Telegraph-Interview: „Es mag sogar

sein, dass selbst England einmal froh sein

wird, dass Deutschland eine Flotte hat,

wenn sie beide zusammen gemeinsam auf

derselben Seite in den großen Debatten der

Zukunft ihre Stimmen erheben werden.“

Zudem gibt es eine defensive Intention

gegenüber Großbritannien, insofern man

damit rechnet, dass England im Konfliktfall

gegenüber einer ausreichend starken

Seemacht Deutschland lieber Frieden halten

oder verhandeln würde.

So rechtfertig er den Bau der Flotte. Dabei

gibt es sehr viel Gegenwind, doch man

wird sehen was aus dem Projekt wird.

Der Stolz der kaiserlichen Marine: der Panzerkreuzer Friedrich

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