Dossier: Situation der deutschen Frau - Lise Meitner Gymnasium

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Dossier: Situation der deutschen Frau - Lise Meitner Gymnasium

T r i b u n e

Von 1850 bis jetzt erlebte die

Stadt einen starken Zuwachs

aus den preußischen Ostprovinzen.

1877 hatte Berlin

bereits mehr als eine Million

Einwohner. Nach der Volkszählung

von 1895 waren es

schon knapp 1,7 Millionen,

davon hatten 12.000 polnisch,

7.000 russisch und

knapp 2.000 eine andere slawische

Sprache als Muttersprache.

Insgesamt gaben

rund 23.000 Einwohner (1,35

%) eine fremde Mutterspra-

Elend in einer Kellerwohnung

Die große Nachfrage nach Wohnungen

erlaubt es den Eigentümern,

höhere Mieten zu verlangen.

So sind Mieter gezwungen, Schlafgänger

aufzunehmen, die sich anstelle

eines Zimmers nur einen

Schlafplatz leisten können.

Berlin—die Metropole wächst

che und nahe 5.000 deutsch

und eine fremde Sprache an.

Knapp 27.000 Berliner (1,6

%) waren Ausländer, die

meisten davon aus Österreich-Ungarn(13.000)

und

Russland (4.000). Anfang

1850 gab es nur rund

424.000 Einwohner. 50 Jahre

später waren es fast 2

Millionen Einwohner in

Berlin. Wegen des zahlreichen

Zuwachs in Berlin

musste sich die Stadt schnell

etwas einfallen lassen um

Viele wohnen in

Mietskasernen

Jeder von uns hat schon mal

etwas über die Mietskasernen

in den Armenvierteln unserer

Stadt gehört, einige haben

sie sogar gesehen und wahrscheinlich

wissen sie auch in

was für einem Elend die

Menschen dort leben. Die

Mietskasernen sind vor allem

die Folgen der starken Urbanisierung

Berlins. Man

brauchte schnell viel Platz.

die Menschen von Ort zu Ort

zu transportieren. Nach Werner

von Siemens’ Vorschlag

baute die Stadt Berlin eine U-

Bahn, aber nur durch so genannte

,Armenviertel’’, weil

diese schon als schmutzig

galten und man die reichen

Viertel nicht verschmutzen

und sie dem Lärm aussetzen

wollte. Die Stadt Berlin wollte

auf jeden Fall den Bau durch

die Leipziger Straße verhindern,

weil sie als reich und

edel galt. Die Firma ,,Siemens

Die Lösung; waren die berühmten

Mietskasernen. Sie

sind hoch mit 4, 5 Etagen, die

Wohnungen sind klein, alles in

allem — viele Menschen auf

wenig Platz. Doch um welchen

Preis? Der Typus ist ausgebrochen,

die Menschen sind eingeengt

in einem sehr schlecht

belüftetem und belichtetem

Hof und warten bis das Elend

aufhört. Natürlich sollte man

aufhören solche Häuser zu

bauen, vor allem wegen

S e i t e 5

Die Firma ,,Siemens &

Halske’’ führte als Bauherr

auch alle Bauarbeiten aus. Der

erste Spatenstich war am 10.

September 1896 in der

Gitschiner Straße. Die Bauarbeiten

mussten schnell gehen,

denn der bei der Konzessionsvergabe

abgeschlossene Vertrag

mit Berlin sah vor, dass

die Strecke innerhalb von

zwei Jahren fertig sein musste,

sonst würde eine Strafe von

50.000 Mark drohen.

den Wohnungen im Keller und

auf dem Dachboden. Deshalb

wandte sich der Berliner Stadtplaner

Hobrecht häufig mit scharfen

Worten gegen die verbreitete

Praxis der Bauherren. Schon im

Jahr 1868: schrieb er "Fort mit

den Kellerwohnungen, die gut

sind für Fässer und Kartoffeln

und Gemüse, aber nicht für Menschen!

Raum für die Höfe!" Er

hatte recht, die Kellerwohnungen

sind schlecht für die Menschen.

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