KiTa Rebstockpark - Internationales Familienzentrum eV

ifz.ev.de

KiTa Rebstockpark - Internationales Familienzentrum eV

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

T ä t i g k e i t s b e r i c h t 2 0 0 8 • 2 0 0 9

I n t e r n a t i o n a l e s F a m i l i e n z e n t r u m e . V .

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I n t e r n a t i o n a l e s • F a m i l i e n z e n t r u m • e . V .

Falkstraße 54a und 56

Tel. 7137 47 - 10 Erziehungsberatung- und Familienberatung,

Fax 7137 47 - 16 Hort für 6-12 Jährige, Tagesgruppe,

E-Mail erziehungsberatung@ifz-ev.de

heilpaed.hort@ifz-ev.de

tagesgruppe@ifz-ev.de

sozialpädagogische Lernhilfe

Wurmbachstraße 6

Tel. 79 53 86 37 Intensive sozialpäd. Einzelfallbetreuung u.

Fax 79 53 86 38 sozialpädagogische Familienhilfe

E-Mail einzelbetreuung@ifz-ev.de

Alois-Eckert-Schule, Eschenheimer Anlage 20a

Tel. 5 96 27 16 Private Förderschule für Erziehungshilfe

Fax 59 79 01 50

E-Mail Alois-Eckert-Schule@t-online.de

Gusti Gebhardt-Haus, Ostendstraße 70

Tel. 94 34 44 - 0 Migrationsberatung, Familienbildung,

Fax 94 34 44 70 Interkulturelle Begegnungsstätte, Hausaufgabenhilfe,

E-Mail gusti-gebhardt-haus@ifz-ev.de Treff für ältere MigrantInnen,

psz@ifz-ev.de Internationales Psychosoziales Zentrum:

Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle,

Tagesstätte, Begegnungsstätte

Ambulante psychosoziale Versorgung von

Asylbewerberinnen und Asylbewerbern

Ostendstraße 36

Tel. 43 05 90 97 Infoladen

Fax 43 05 91 57

E-Mail Aeltere-MigrantInnen@ifz-ev.de

Uhlandstraße 52

Tel. 90 43 99 80 Betreutes Wohnen

Fax 90 43 99 89

Ostendstraße 72

Tel. 40 35 47 11 Kindergarten für 3-6 Jährige

Fax 40 35 47 12

E-Mail kiga-ostend@ifz-ev.de

Im Geeren 80

Tel. 69 52 49 62 Kindertagesstätte für 1-12 Jährige

Fax 69 52 49 63

E-Mail schatzkiste@ifz-ev.de

Blauglockenweg 2

Tel. 30 03 77 24 Kindertagesstätte für 3-12 Jährige

Fax 30 03 77 25

E-Mail kita-livi@ifz-ev.de

Montgolfier-Allee 10

Tel. 24 77 97 49 Kindertagesstätte für 1-12 Jährige

Fax 24 77 97 50

E-Mail kita-rebstockpark@ifz-ev.de

Haus am Wiesenhüttenplatz 33

Tel. 27 22 16 -0 Geschäftsstelle,

Fax 25 24 25 Kompetenzagentur Frankfurt, FiB, PiA,

E-Mail info@ifz-ev.de Integrationshilfen, BvB-Reha

Jugendbüro „Lichtblick“, Am Weingarten 26

Tel. 77 79 16 Jugendsozialarbeit, Mayday

Fax 24 79 56 72 aufsuchende Jugendarbeit, Beratung und Hilfe

E-Mail lichtblick@ifz-ev.de

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W o s t e h t w a s . . . ?

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Einführung 4

1. Hilfen zur Erziehung

• Erziehungs- und Familienberatungsstelle 6

• Tagesgruppe 14

• Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung

und Familienhilfe 18

• Sozialpädagogische Lernhilfe 22

2. Migration und Familie

• Interkulturelle Familienbildung 24

• Migrationsberatung 28

• Ältere Migranten und Deutsche 30

• Interkulturelles Begegnungszentrum 33

3. Kindertagesstätten

KiTa Rebstockpark 38

• Kiga Ostend 46

KiTa Eschersheim 50

• Hort Bockenheim 54

KiTa Lindenviertel 58

4. Alois-Eckert-Schule (AES) 68

5. Jugendberufshilfe / Jugendsozialarbeit

• BvB - Reha 74

• Kompetenzagentur Frankfurt 76

• FiB 80

• Integrationsmaßnahmen 83

• Jugendbüro Lichtblick / Mayday 89

• Aufsuchende Jugendarbeit 90

• PiA 95

6. Psychosoziales Zentrum

• Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle (PSKB) 100

• Begegnungsstätte 104

• Tagesstätte 105

• Betreutes Wohnen 107

• Ambulante psychosoziale Versorgung

von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern 111

7. Mitarbeiterverzeichnis 115

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S t a n d o r t e

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E i n f ü h r u n g

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Das Internationale Familienzentrum e.V. (IFZ)

arbeitet als Sozialdienst in Frankfurt - Bockenheim, Eschersheim,

Unterliederbach, im Nordend, Ostend und im Bahnhofsviertel.

Es richtet seine vielfältigen Beratungs- und Bildungsangebote an

ausländische und deutsche Familien und leistet als Stätte internationaler

Begegnung einen Beitrag zu einem sinnvollen Zusammenleben.

Seit mehr als 30 Jahren kommen Familien, Kinder und Jugendliche u.a. aus der

Türkei, Griechenland, Spanien, Italien, Bosnien, Kroatien, Serbien, Albanien,

Afghanistan, Armenien, Marokko, Tunesien, Eritrea, Polen oder Japan in die

Einrichtungen des IFZ.

Für den Zeitraum dieses Tätigkeitsberichtes weisen wir auf folgende Besonderheiten

hin:

Das Jahr 2008 brach mit vielfältigen Turbulenzen im Wiesenhütteplatz

ein.

Wir haben über das Landesprogramm PIA (Passgenau in Arbeit) ein Kooperationsprojekt

mit unserem Bruderverein Jugendberatung und Jugendhilfe

e.V. gestartet, in dem wir unsere Kenntnisse aus der Jugendberufshilfe

nutzen um die Zielgruppe substituierter Drogenabhängiger beruflich zu

integrieren.

Dem IFZ ist es gelungen den Zuschlag für die Berufsvorbereitende

Bildungsmaßnahme für Rehabilitanden, die durch das Regionale

Einkaufszentrum der Bundesagentur für Arbeit wieder ausgeschrieben

worden war, zu erhalten. So begannen Mitte September 75 junge Menschen

gleichzeitig mit 12 neuen MitarbeiterInnen am Wiesenhüttenplatz ihre Arbeit.

Das neue Team steht vor der Herausforderung, den Erwartungen der

RehaberaterIn-nen der Agentur für Arbeit zu entsprechen, die die Arbeit im

Lehrgang an den hohen Maßstäben misst, die sich über Jahre hinweg bei uns

mit erfahrenem Personal entwickelt hatten. Eine spannende Aufgabe, der

wir uns mit Engagement stellen.

Im Bereich der Kompetenzagentur gab es mit dem Wechsel von der

Modellphase in die neue Förderperiode einen Paradigmenwechsel. Das ursprüngliche

Konzept des präventiven Übergangsmanagements mit der Arbeit

an Schulen ab den Achten Klassen musste angepasst werden. Nach den

Vorgaben des Projektträgers dürfen im Bundesprogramm nur maximal 25%

aller teilnehmenden SchülerInnen und diese auch nur im letzten Schulbesuchsjahr

sein.

Parallel trafen uns in diesem Bereich auch der Wechsel des Bereiches Jugendhilfe

an Schule vom Jugend- und Sozialamt zum Stadtschulamt. Wurde

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bisher sowohl die Kompetenzagentur, als auch das SchülerInnencafé

Mayday in Bockenheim durch das Jugend- und Sozialamt der Stadt

Frankfurt gefördert und finanziert, so hieß es jetzt: Alles was an Schule

stattfindet, wechselt zum neuen Bereich „Jugendhilfe und Schule“ im

Stadtschulamt. Das bedeutete für die Kompetenzagentur, sie siedelte in

der finanziellen Verantwortlichkeit zu dem Zeitpunkt um, als ihr inhaltlicher

Schwerpunkt sich programmbedingt aus Schule herauslösen musste. Das

bedeutete aber auch, dass das SchülerInnencafé Mayday und das sozialpädagogische

Kleinprojekt, jeweils an der Sophienschule angegliedert, aus den

über Jahrzehnte gewachsenen Strukturen der Jugendarbeit in Bockenheim

herausgelöst werden mussten. Veränderungen, die umfangreiche konzeptionelle

und personelle Veränderungen nach sich ziehen werden.

Die elementare Förderung - KuA / Kulturtechniken und Alphabetisierung,

die seit September 2005 bis August 2008 als Modellprojekt

für mehrfach behinderte junge Menschen in intensiver Einzelfallbetreuung

angeboten wurden, lief ohne Anschlussmaßnahme aus.

Unsere Alois-Eckert-Schule feierte 2008 ihr 30jähriges Bestehen mit einem

sehr schönen Fest, Kaffee und Kuchen und lustigen Darstellungen der Schüler.

Wir danken unseren Geldgebern, dem Hessischen Sozialministerium, dem

Magistrat der Stadt Frankfurt, dem Stadtschulamt, dem Landeswohlfahrtsverband,

dem Bistum Limburg und der Arbeitsagentur in Frankfurt.

Ausdrücklich möchten wir unseren besonderen Dank gegenüber dem Magistrat

und den Stadtverordneten zum Ausdruck bringen. Ihr unserer Arbeit

entgegengebrachtes Vertrauen und ihre finanzielle Unterstützung tragen wesentlich

zur Existenzsicherung des Internationalen Familienzentrums bei.

Ebenso richtet sich unser Dank an die Stiftungen und Einzelpersonen, mit

deren Hilfe wir so manches Projekt initiieren konnten. Im Folgenden sind

die Stiftungen genannt, die in unterschiedlichen Bereichen wichtige Themen

fördern.

Von September 2005 bis August 2008 förderte die Aktion Mensch e.V. für

drei Jahre ein Projekt am Wiesenhüttenplatz mit dem Thema Kulturtechniken

und Alphabetisierung für mehrfach benachteiligte junge Menschen.

Die Stiftung Citoyen ermöglicht die Umsetzung des Projekts „Spielräume /

Lernfelder“ in unserer KiTa-Eschersheim, in dem KiGa Ostend und in der

KiTa Lindenviertel in Kooperation mit dem „Kunsthaus Wäldchen“, Hochschule

für Musik und Darstellende Kunst.

Die Stiftung Lesen unterstützt die Arbeit unseres KiGa - Ostend mit vier

„Lesepaten“.

Doris Gutberlet-Grumbach Frankfurt am Main April 2009

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Erziehungs- und

Familienberatungsstelle

2008 - 2009

Qualitätssiegel

des bundesweiten

Dachverbandes der

Erziehungsberatungsstellen

(bke) für die

Erziehungs- und

Familienberatungsstelle

im Inter nationalen

Familienzentrum

Am 23.1.2009 wurde unserer Erziehungs- und Familienberatungsstelle

zusammen mit 13 anderen Frankfurter Erziehungsberatungsstellen

in einem Festakt im Römer das Qualitätssiegel „Geprüfte

Qualität“ der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke)

verliehen. Damit ist Frankfurt am Main die erste Großstadt bundesweit, in

der praktisch flächendeckend die Erziehungsberatungsstellen über dieses

Qualitätssiegel verfügen. Damit bescheinigt die bke den Einrichtungen, dass

sie die „Fachlichen Standards für die Arbeit und Ausstattung von Beratungsstellen

für Kinder, Jugendliche und Eltern“ erfüllen.

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Das begehrte Qualitätssiegel des renommierten bundesweiten Fachverbandes

für Erziehungs-, Familien- und Jugendberatung gibt es nur, wenn

die Qualität der Arbeit in einem aufwändigen Prüfverfahren nachgewiesen

wird. Für unser Team bedeutete das zwei Jahre intensive Arbeit und Abstimmungsprozesse,

um die Anerkennung für die hohen Standards nach den

Kriterien von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität zu erfüllen.

Die wichtigsten Merkmale aller Erziehungsberatungsstellen sind:

• Das Zusammenwirken verschiedener Professionen im Team,

• die Offenheit für alle Fragestellungen, die sich in der Entwicklung

der Kinder, in der Erziehung und im familiären Zusammenleben

ergeben,

• die allgemeine Verfügbarkeit für alle, die Beratung in Anspruch

nehmen wollen,

• vielfältige zusätzliche fachliche Qualifikationen der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter.

Die Prüfkommission bewertete besonders positiv den hohen Migrantenanteil,

das Angebot an muttersprachlicher Beratung, die gelungene Niedrigschwelligkeit

und die besondere Teamkultur in unserer Einrichtung. Auch

wurde unsere präventive Arbeit besonders lobend hervorgehoben.

Weitere Informationen zum Qualitätssiegel der bke auch unter

www.erziehungsberatung-frankfurt.de

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Erziehungsberatung

kommt in die Kita Rebstockpark

Anfang des Jahres 2008 entstand in der Erziehungsberatungsstelle die Idee,

im Sinne eines präventiven und aufsuchenden Ansatzes eine offene Sprechstunde

in der Kindertagesstätte Rebstockpark anzubieten, einerseits, weil sich

diese Kita noch im Aufbau befand und zum anderen, weil sie wie die Erziehungsberatungsstelle

zum Einzugsgebiet Bockenheim gehört. Im Frühjahr 2008

begannen Kolleginnen aus dem Team mit den konzeptionellen Vorbereitungen

und begaben sich dabei auch mehrfach vor Ort, um sich einen Eindruck von

der aktuellen Lage und den möglichen Bedürfnissen der Kita zu machen. Es

wurde ein Fragebogen an die Eltern verteilt, in welchem diese angeben konnten,

welche Bereiche im Umgang mit ihrem Kind für sie von Interesse wären. Dabei

gab es eine Auswahl von 14 Bereichen, welche angekreuzt werden konnten und

außerdem ein offenes Feld für weitere Nennungen. Die Fragebögen wurden anonym

ausgefüllt und über die Erzieherinnen an die KollegInnen der Erziehungsberatungsstelle

zurückgesandt. Die Auswertung ergab, dass das größte Interesse

an den Themen „mein Kind fördern“, „Grenzen setzen“ und „Fernsehen“

bestand. Im Juni 2008 gab es einen Elternabend, bei welchem die Kolleginnen

sich und die geplante offene Sprechstunde offiziell vorstellten. Außerdem wurde

die Ergebnisse des Elternfragebogens vorgestellt und die Idee eines weiteren Elternabends

zu dem Thema „Wie fördere ich mein Kind?“ besprochen, welcher

im September 2008 unter reger Beteiligung der Eltern stattfand und positives

Feedback erntete.

Seit September findet die Sprechstunde nun regelmäßig an jedem letzten Donnerstag

im Monat von 15 bis 17 Uhr in den Räumen der Kita Rebstockpark

statt. Um die Sprechstunde im neuen Jahr noch offener zu gestalten und den

Kontakt zu den Eltern, Kindern und ErzieherInnen der Kita zu erleichtern, wird

sie fortan im Foyer der Kita stattfinden. Die Kolleginnen der Erziehungsberatung

möchten dabei in einer offenen und angenehmen Atmosphäre einladen, einen

Moment zu verweilen, eine Kleinigkeit zu trinken, sich auszutauschen oder

Rat zu suchen. Der neue zentrale Platz soll dabei die Präsenz des Angebots

fördern und es vor allem erleichtern, miteinander in Kontakt zu treten. Eine

erste Sprechstunde im Foyer zeigte bereits die positive Wirkung einer solchen

Veränderung, da sich neben einer ausführlichen Beratung auch mehrere kleine

Gespräche ergaben, in welchen sich deutlich der präventive Ansatz der Sprechstunde

zeigte.

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Männliche Migranten in der Erziehungsberatung –

Er fahrungen des türkischsprachigen Beraters

Männer als Ratsuchende nehmen die Beratungsstelle weniger wahr als die Frauen.

Häufig können diese ihre Ehepartner zu einer Teilnahme an Gesprächen

bewegen, nachdem ihnen die Notwendigkeit der Teilnahme im telefonischen

Erstkontakt erklärt wurde.

Meist kommen Männer erst in Krisensituationen. Sie werden von Schulen, Jugendamt,

Gerichten und Jobcenter in die Beratungsstelle geschickt. Im Erstgespräch

geht es dann darum, dass sie zunächst ihr eigenes Anliegen an die

Beratung klären und formulieren.

Wenn die Männer in Bezug auf ihre Kinder Rat suchen, stehen meist Schullaufbahnprobleme,

soziale Schwierigkeiten in der Schule oder Konflikte mit dem

Gesetz und Beziehungsprobleme im Vordergrund. Auch Verhaltensauffälligkeiten

und psychosomatische Symptome der Kinder sind ein häufiger Beratungsanlass.

Es kommen auch Jungen, deren Eltern in Trennung oder Scheidung leben oder

deren Eltern psychisch krank sind.

In der Beratung mit türkischstämmigen Männern lernen wir unterschiedliche

Charaktere kennen: Emanzipierte, patriarchalisch denkende, gewalttätige, religiöse,

gebildete, „bildungsferne“, arbeitslose, selbstständige, zurückhaltende, dominante.

Hier ließe sich die Aufzählung noch weiter fortführen. Dennoch können

gemeinsame Merkmale dieser männlichen Klienten ausgemacht werden:

• Verunsicherung in der Rolle als Ernährer der Familie durch Armut, ergänzende

Sozialhilfe trotz Job (poor work), Arbeitslosigkeit; oder Männer, für

die ihr Geschäft oder das Geld Verdienen in mehreren Jobs zentrale

Bedeutung hat.

• Geringe Bildung bis hin zum Analphabetentum sowie Sprachprobleme

und die daraus folgenden Schwierigkeiten, sich in der deutschen Gesellschaft

zurechtzufinden.

• Erhebliche psychische Belastungen bis hin zu psychischen Erkrankungen,

Traumatisierungen durch Flucht und politische Verfolgung.

• Verunsicherung in der Vaterrolle durch Auflösung von Familienstrukturen,

Verlust des in der eigenen Kindheit erlebten Wertesystems, Entfremdung

zwischen den Generationen sowie überbehütende Liebe zu den Kindern.

• Verunsicherung im Selbstkonzept: Abwertung der Person durch die

Ausländergesetzgebung, durch unsicheren Aufenthalt sowie Erfahrungen

mit Diskriminierung und Rassismus.

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Welche Fragen und Probleme haben die

Männer? Was sind Motive ihres Kommens?

Männliche Rollenbilder und „typisch“ männliche Verhaltensweisen scheinen

stärker von der sozialen Schicht geprägt zu sein als von kulturellen oder

migrationsspezifischen Faktoren. Trotzdem soll hier auf einige Aspekte eingegangen

werden, die mit männlichen Migranten häufig verknüpft werden:

Die Väter wünschen ihren Söhnen beruflichen Erfolg. Leistung und hohes Einkommen

hat für sie einen hohen Wert und entspricht ihrem männlichen Rollenbild.

Auch die Jungen wünschen sich beruflichen Erfolg, sehen aber für sich - gerade

wenn sie aus „bildungsfernen“ Schichten stammen - in dieser Gesellschaft

keine Chance. Ungerechtigkeit und fehlende Chancengleichheit, gepaart mit der

Erwartung der Familien, setzen die Jungen erheblich unter Druck. Zugleich erleben

sie ihre Väter oder andere Männer nicht als Vorbilder.

Die so entstehende Verunsicherung fördert bei einigen Jugendlichen mit Migrationshintergrund

die Bereitschaft zur Gewalt. Die Fäuste machen die Migrantensöhne

stark, sie erhalten von ihren Vätern und von der Mehrheitsgesellschaft

dann Aufmerksamkeit, die sie sich wünschen. Häufig wissen die Väter nicht, was

die Söhne auf der Straße oder in der Schule tun. Bis sie von der Polizei oder

der Schule darüber unterrichtet werden. Der Erziehungsalltag wird häufig den

Frauen überlassen, die Männer kennen oft kaum den Alltag ihrer Familie. Erst

bei ernsten Krisen, z.B. schulischem Versagen oder sozialen Auffälligkeiten eines

Kindes, werden diese Männer auf die Probleme der Kinder aufmerksam.

Einige Väter haben sich selbst in eine Parallelwelt zurückgezogen. Sie haben

keine Vorstellung von der Lebenswelt ihrer Kinder und bieten ihnen auch keinerlei

erfolgreiches Rollenmodell für die Integration verschiedener kultureller

Faktoren und gesellschaftliche Partizipation. Die Überforderung der Väter kann

sich dann in Gewalt ausdrücken oder zur völligen Abwendung von den Kindern

führen.

Das Scheitern am Arbeitsmarkt und an den gestiegenen Anforderungen im Beruf

stellt für viele Männer ihr Selbstbild als Ernährer der Familie in Frage. Bei

türkische Migranten, die ihre Partnerin aus der Türkei holen, sind zumindest

zu Beginn dieser Ehen die Rollen klar verteilt: Die Männer sind berufstätig, die

Frauen versorgen den Haushalt. Doch diese Sicherheit gebenden Konstruktionen

werden durch Arbeitslosigkeit oder zu hohe Erwartungen an den zu erreichenden

Lebensstandard erschüttert. Fast noch komplizierter sind die Fälle von

Heiratsmigration, in denen die Männer aus der Türkei ihrer hier aufgewachsenen

Frau nach Deutschland folgen: Mit der Sprache und den gesellschaftlichen

Normierungen hierzulande viel zu wenig vertraut, haben sie kaum realistische

Chancen auf einen sicheren Arbeitsplatz, müssen möglicherweise Arbeit anneh-

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men, die unter ihrem Ausbildungsniveau in der Heimat liegt. Die Familiendynamik

ist geprägt durch die Abhängigkeit von der Ehefrau (oft auch von den

Kindern), die sich in der Gesellschaft besser auskennen - eine Situation, die dem

Rollenverständnis der Männer widerspricht.

Der Entfremdung zwischen Kindern und Eltern steht eine hohe Erwartung des

Vaters an seine Kinder gegenüber. Der Wunsch nach Erfüllung des eigenen Lebenstraumes

durch die Kinder oder die Fortführung des Projekts der Migration

kann hierbei die Familiendynamik bestimmen. Die Auflösung der Kleinfamilie,

die Heimatlosigkeit in Deutschland und im Herkunftsland begünstigt es, in den

Kindern den eigentlichen Lebenssinn zu suchen. Sie sind für Eltern für viele

Jahre „sichere“ Beziehungen und zugleich das Liebste und das Nächste, wenn

die Unwelt fremd ist. Doch dies kann auch zu einer übertriebenen Verwöhnung

der Kinder führen. Wenn die kleinen Paschas dann in die Schule kommen, sind

sie nicht mehr die Besten, sondern oft genug die Versager.

Männer stellen in der interkulturellen Erziehungsberatungsstelle eine besondere

Herausforderung dar. Wir berücksichtigen in der Beratung das Migrationsspezifische

an den vorgestellten Problemlagen, ohne unangemessene oder

unzulässige Verhaltensweisen (z.B. Gewalt in der Familie) mit Hinweis auf kulturelle

Unterschiede einfach hinzunehmen oder zu entschuldigen. Vielmehr gilt es,

kulturell vermittelnd vorzugehen, den Vätern besseren Zugang zu ihren familiären

Aufgaben zu ermöglichen und ihnen angemessene Verhaltensalternativen

und kompetentes Erziehungsverhalten nahe zu bringen.

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Daten der Erziehungs- und Familienberatungsstelle

Die Gesamtzahl der Rat Suchenden ist gegenüber dem Vorjahr um 12% zurückgegangen.

Eine der Ursachen hierfür liegt in mehreren personellen Wechseln,

die durch Elternzeit und zusätzliche Aufgaben der Leitung erforderlich wurden.

454 Rat Suchende und ihre Angehörigen wurden in diesem Jahr in der Beratungsstelle

versorgt, davon 289 Neuanmeldungen.

1999Darstellung 2000 1: Zahl der 2001 Beratenen von 2002 1999 bis 2008 2003 2004 2005 2006 2007 2008

32,5

67,5

402

400

436

445

Der Trend der letzten Jahre hat sich fortgesetzt: Aufgrund des veränderten

Staatsangehörigkeitsrechts stieg der Anteil deutscher Kinder, während der ohnehin

sehr hohe Anteil der Rat Suchenden mit Migrationshintergrund auf nahezu

90% anstieg.

83

37,5

62,5

82

44,3

58,7

82,9

45,4

54,6

83,9

2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007

Darstellung 2: Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund der Ratsuchenden

42,5

Die Verteilung der Nationalitäten hat sich etwas verschoben. 21,8% aller Rat

57,5

515

86,9

44,7

510

55,3

86,3

476

88,5

51,6

48,4

516

89,6

54,8

45,2

2008

454

deutsch

nicht deutsch

Migrationshintergrund

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Suchenden waren Türken (28,5% im Vorjahr), Italiener 4% (Vorjahr 5,8%), Griechen

2,6 (Vorjahr 3,5%). 8,1% (Vorjahr 6,4%) entfielen auf Rat Suchende der

Staaten, die früher zu Jugoslawien gehörten.

Die folgende Tabelle dokumentiert die Beratungssprachen. Es bleibt festzustellen,

dass auch im Vergleich über mehrere Jahre der Anteil fremdsprachiger Beratung

auf hohem Niveau konstant ist. Die interkulturelle Kompetenz unserer

Beratungsstelle ist nicht zuletzt darin begründet, dass die Rat Suchenden hier

- im Rahmen unserer personellen Möglichkeiten - das sprachliche Setting, das

sie benötigen, wählen können.

Darstellung 3: Beratungssprache

beides

gemischt

19%

nicht deutsch

37%

deutsch

44%

61,9 % der Rat Suchenden waren männlich, 38,1 % weiblich. Die Altersverteilung

zeigt, dass die höchsten Werte in der Altersgruppe zwischen 6 und 18

Jahren liegen. Bis zum Alter von 15 Jahren überwiegen die Jungen, danach ist die

Geschlechterverteilung ausgeglichener.

13


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Tätigkeitsbericht Tagesgruppe 2008 - 2009

Die Tagesgruppenarbeit ist eine spezifische Hilfeform für Schulkinder,

die in ihrer Entwicklung durch soziales Lernen in der Gruppe, Begleitung

der schulischen Förderung und Elternarbeit unterstützt werden. Wir

bieten 10 Kindern mit besonderem erzieherischen Bedarf im Alter von 6 bis

13 Jahren (Aufnahmealter 6 bis 11 Jahre) einen Platz in unserer geschlechtsgemischten

und multinationalen Gruppe. Unsere Lebenswelt orientierte und

Ressourcen fördernde Arbeit richtet sich in erster Linie an Familien im Stadtteil

Bockenheim und den angrenzenden Stadtteilen. Das Team setzt sich aus vier sozialpädagogischen

Fachkräften und einer Diplompsychologin unterschiedlicher

kultureller Herkunft zusammen.

Unser Wochenplan mit den Kindern während der Schulzeiten:

täglich: 11.30 - 13.30 Uhr - Begrüßung

- Zeit zum Spielen, Erzählen,

Lesen, Toben

- Hilfe bei der Zubereitung des

Mittagessens

täglich: 13.30 - 14.00 Uhr - Gemeinsames Mittagessen und

Benotung

Mo: 14.00 - 14.15 Uhr - Ausgabe der Zeugnisse der

letzten Woche

Di: 14.00 - 14.30 Uhr - Gruppenkonferenz

Mo - Do: 1 Stunde Lernzeit - Hausaufgaben, schulische

Förderung

Mo: 15.30 - 16.45 Uhr - Soziales Training oder

- Spielnachmittag oder

- Fahrradausflug

Di: 15.30 - 16.45 Uhr - Fußballtraining in der Turnhalle

oder

- Spielnachmittag

Mi: 15.30 - 16.45 Uhr - Soziales Training oder

- Malen, Basteln, Werken..

Do: 15.30 - 16.45 Uhr - Schwimmbadbesuch oder

- Kochprojekt

Fr: 14.30 - 15.45 Uhr - Video, PC, Computerspiele oder

- gemeinsamer Ausflug

täglich: 16.45 - 17.00 Uhr - Aufräumen

- gemeinsamer Snack

- Benotung des Tages

- Verabschiedung

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Unsere Räumlichkeiten befinden sich im Hinterhaus der Falkstraße 56. Ein

großzügiges Raumangebot, verteilt auf 3 Etagen, schafft die Rahmenbedingung

für eine intensive Förderung der Kinder und Eltern. Jedes Kind besitzt eine individuelle

„Lernstation“ mit eigenem Stuhl, Tisch und verschiedenen Materialien

für die Erledigung seiner Hausaufgaben. Aktionsgeladene Spiele finden im Bewegungszimmer

statt, welches mit Matten und einer Sprossenwand ausgestattet

ist. Ein weiterer Raum beherbergt unsere „Lego-Schätze“ und bietet Platz für

phantasievolle, architektonische Konstruktionen. Zur Weihnachtszeit konnten

wir einen „funkelnagelneuen“ Tischkicker in unseren Räumlichkeiten aufstellen,

sodass ab sofort in unserer Tagesgruppe wieder „Champions - League - Atmosphäre“

zu spüren ist.

Im Dachgeschoss des Hauses ist Platz und Ruhe für unsere Elterngespräche,

individuelle Förderprogramme (siehe Tätigkeitsbericht 2006 / 2007) und intensiver

Einzelarbeit mit den Kindern der Tagesgruppe.

Die zentrale Räumlichkeit unserer täglichen Arbeit ist aber der große, gemütliche

Gruppenraum im Erdgeschoss. Hier werden die Kinder bei ihrer Ankunft

begrüßt, hier wird geredet, gespielt, gelernt, gelesen, gegessen und manchmal

auch gestritten. Eine angrenzende kleine Küche dient der täglichen Essenszubereitung

am Mittag und der Snackzubereitung am späten Nachmittag.

Ein großes Außengelände (Hof) mit einem Fußballfeld, einem Klettergerüst, einer

Tischtennisplatte und einem weiteren Spielfeld nutzen die Tagesgruppenkinder

gemeinsam mit den Kindern des Hortes der Falkstraße. Besonders in der

wärmeren Jahreszeit hat dieser Hof somit einen integrativen Charakter. Er ist

behilflich bei der Kontaktaufnahme und Beziehungspflege zwischen Erziehungshilfe-

und Regelhortkindern.

Allgemeine Ziele, Strukturen und Inhalte unserer Arbeit

Ziel der Hilfe ist die Entwicklungsförderung des Kindes, um somit den Verbleib

des Kindes in der Familie zu sichern. Dieses wird durch Soziales Lernen in

einer überschaubaren Gruppe, Begleitung der schulischen Förderung und einer

intensiven Elternarbeit gewährleistet. Während der Betreuungszeiten arbeiten

wir in unserer Tagesgruppe nach einem fest strukturierten Wochenplan, welcher

alle notwendigen pädagogischen Hilfestellungen und Fördermaßnahmen

beinhaltet. Dieser ist für alle Kinder bindend und bildet somit einen verlässlichen

Rahmen für regelmäßiges und kontinuierliches Arbeiten. Am Vormittag

und in den Abendstunden ist Zeit für die regelmäßigen Eltern- und Familiengespräche,

Kontakte zu Schulen, fallzuständige Mitarbeiterinnen des Jugendamtes

und anderen Institutionen.

15


16

Viele Aktivitäten führen wir in der Großgruppe durch. Für andere ist es sinnvoller,

die Gruppe nach bestimmten Kriterien zu teilen. Die nachmittäglichen Unternehmungen

(wie z.B. das Fußballtraining, das Soziale Kompetenztraining, die

Schwimm- oder Kochgruppe) finden i.d.R. in Kleingruppen mit bis zu 5 Kindern

statt. Wir achten bei der Aufteilung der Kinder auf deren persönliche Stärken

und Interessenlagen, auf eine gewisse Alters- oder Entwicklungshomogenität

innerhalb der Kleingruppe und auf gruppendynamische Prozesse und soziale

Bindungen.

„Wrestling-Chips“

Eine Modeerscheinung „infiziert“ die Kinder

Im Jahr 2008 beobachteten wir bei vielen unserer Tagesgruppenkinder eine

mehr als leidenschaftliche Begeisterung für die so genannten „Wrestling-

Chips“. Dabei handelt es sich um Spieljetons mit dem Konterfei von modernen,

muskelbepackten Gladiatoren aus Amerika. Diese „Helden“ der Kinder sind in

einigen Fernsehkanälen sehr präsent. Es werden dort halsbrecherische Showkämpfe

initiiert, welche für Kinderaugen eine überaus hohe Anziehungskraft

haben müssen. Dieses Phänomen wird nun kindgerecht verkommerzialisiert,

indem es in jedem Geschäft oder an jedem „Büdchen“ taschengeldgerechte

Sammeltüten mit diesen Spielchips und (oder) Sammelkarten zu kaufen gibt.

Mit den Jetons veranstalten die Kinder dann Wettkämpfe, in denen sie die Chips

anderer Kinder gewinnen können oder ihre eigenen verlieren.

Aus pädagogischer Sicht ist an diesem Spiel erstmal nichts auszusetzen. Es fördert

den Gemeinschaftssinn der Kinder, hilft, mit der eigenen Frustration besser

umgehen zu können, verlangt ein gewisses Maß an Geschicklichkeit und bereitet

den Kindern unglaublich viel Spaß.

Die Sammel- und Spielleidenschaft der Kinder hat aber dazu beigetragen, dass

in vielen Schulen und Tageseinrichtungen diese Chips generell verboten wurden.

Auch wir beobachteten, dass der anfänglich harmlose Zeitvertreib sich schnell

in exzessives Spielen mit einem hohen Suchtpotenzial entwickelte. Einige „unerfahrene“

Kinder wurden teilweise von den Größeren regelrecht abgezockt,

ohne dass wir Betreuer hätten Einfluss darauf nehmen können. Denn gespielt

wurde (wird) immer noch. In den Schulpausen, auf dem Nachhauseweg mitten

auf dem Bürgersteig, in der Straßenbahn.... Überall hört man, ein lautes „Zick-

Zack-Boom“ Geschrei bei der Ausübung des „Schere-Stein-Papier Spiels“, welches

die Spielreihenfolge der Kinder regelt.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Einige Kinder versuchen durch den Besitz möglichst vieler und seltener Spielechips

Aufmerksamkeit und Anerkennung innerhalb des Freundeskreises zu

erlangen. Andere prahlen damit, dass sie keine Folge der „Wrestling - Sendungen“

verpassen und teilweise bis spät in der Nacht vor dem Fernseher sitzen

dürfen.

Was die Kinder in diesen Sendungen zu sehen bekommen, ist für sie äußerst

attraktiv. Sie identifizieren sie sich mit den „martialisch kämpfenden“ Darstellern

und versuchen ihnen in Sprache und Handlung nachzueifern. Gekämpft

wird ohne ersichtliche Regeln; erlaubt ist alles, was spektakulär und gefährlich

aussieht. Äußerst problematisch und überaus gefährlich kann es werden, wenn

unsere Kinder versuchen, diese Kämpfe nachzuspielen. Da sich die Darsteller

im TV bei ihren Aktionen kaum ernsthaft verletzen (meist sind es gut einstudierte

„Stunteinlagen“), registrieren Kinder nicht die potentielle Gefahr, die bei

der Nachahmung entstehen kann. Wenn beispielsweise unser „Tobezimmer“

zur „Wrestlingarena“ umfunktioniert wurde, war bei uns Betreuern äußerste

Vorsicht geboten. So kam es im letzten Jahr immer wieder zu Auseinandersetzungen

zwischen spielenden Kindern im „Tobezimmer“, so dass wir uns entschlossen,

diese „Spielkämpfe“ grundsätzlich zu verbieten. Auch die Spielechips

dulden wir in unseren Räumlichkeiten nur noch an Freitagen. Ein komplettes

Verbot wollten wir vermeiden, da die Kinder sonst andere Orte gefunden hätten,

um ihrer „Leidenschaft“ nachzugehen. So aber haben wir eine Regelung

getroffen, welche die Kinder gut akzeptierten.

Erfreulicherweise ließ in den letzten Wochen die Sammelleidenschaft der Kinder

spürbar nach. Andere Interessen stehen wieder mehr im Fokus. Die Spielechips

sind zwar noch nicht gänzlich „out“, haben aber viel an Attraktivität bei

den Kindern verloren. Gott sei dank!

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18

Intensive sozialpädagogische

Einzelbetreuung /

Sozialpädagogische Familienhilfe

Das Angebot, das im Auftrag des Jugendamtes den betreuten Familien und Jugendlichen

gemacht wird, die sozialpädagogische Familienhilfe und die Intensive

sozialpädagogische Einzelbetreuung, sind „ Hilfen zur Erziehung“. Beide Hilfen zur

Erziehung sind gesetzlich im SGB VIII / KJHG (ISEB § 31 und SPFH § 35) verankert.

Die SPFH soll durch intensive Betreuung und Begleitung Familien in ihren

Erziehungsaufgaben, bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, der Lösung von

Konflikten und Krisen, sowie im Kontakt mit Ämtern und Institutionen unterstützen

und Hilfe zur Selbsthilfe geben. Sie ist in der Regel auf längere Dauer angelegt

und erfordert die Mitarbeit der Familie.

Das Internationale Familienzentrum e.V. hat vor 18 Jahren die Intensive Sozialpädagogische

Einzelbetreuung (ISEB) in seine Arbeitspalette eingeführt. Seit

1999 konnte diese „Hilfe zur Erziehung“ um die Sozialpädagogische Familienhilfe

(SPFH) erweitert werden.

Ziele der Maßnahmen sind die Stärkung und die Weiterentwicklung der Fähigkeiten

und Eigenkräfte der Familie, sowie das Aufbauen und Einüben von Kommunikations-

und Konfliktfähigkeit. Ebenso wird daran gearbeitet, dass die Familienmitglieder

eigene Schwierigkeiten erkennen und lernen angemessene Lösungen zu

finden. Die Beziehungen der Familienmitglieder untereinander werden reflektiert,

und die Familie wird bei der Neugestaltung der Familienbeziehungen beraten und

unterstützt. Wichtigstes Ziel der Intensiven sozialpädagogischen Einzelbetreuung

ist, den jungen Menschen durch altersgerechte Stützung, Förderung und Begleitung

der Autonomiebestrebungen eine eigenverantwortliche Lebensführung zu

ermöglichen. Individuelle, gezielte Förderung einzelner Kinder / Jugendlicher ist

wichtig. Vermittlung weiterer Hilfen wie z.B. Wohnungs-, Arbeitsamt, Ernährungsberatungsstellen

ist auch Teil der Maßnahme.

Das Schutzkonzept des IFZ´s war ein viel diskutiertes Thema im Jahr 2008. Im

Schutzkonzept sind Standards und Verfahrensweisen zur Umsetzung des Schutzauftrages

bei Kindeswohlgefährdung gemäß § 8a SGB VIII festgelegt. Dieses ist

verbindlich für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sieht eine schriftliche

Dokumentation vor.

Arbeitskonzept

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Unsere Arbeitsweise im Rahmen der Sozialpädagogischen Familienhilfe orientiert

sich an den Ressourcen der Familie. Die Familienmitglieder sollen eigene Kräfte

und Stärken mobilisieren und damit einen Prozess der Selbsthilfe einleiten. Die

Tätigkeit unserer sozialpädagogischen Fachkraft findet überwiegend im privaten

Lebensbereich der Familie statt. Soweit wie möglich werden das Familiensystem

sowie das soziale Umfeld in die Betreuungsarbeit einbezogen, ganz im Sinne eines

lebensweltorientierten Ansatzes.

Das Team

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in diesem Bereich tätig sind, verfügen

außer ihrer Hochschulausbildung über weitere Zusatzqualifikationen wie z.B.

Systemische Familientherapie / Beratung und Familientherapie, Basisqualifikation

in analytischer Paar-, Familien- und Sozialtherapie, Analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie.

Zur Sicherung der Qualität verpflichten sich alle unsere Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter zur regelmäßigen Intervision (Teamsitzungen) und Supervision. Im

Jahr 2008 fand ein Wechsel der Supervison statt.

Eine spanisch sprechende Mitarbeiterin mit interkultureller Kompetenz ist für

ihre Elternzeit beurlaubt. Eine neue Kollegin, Diplom-Pädagogin mit türkischer

Sprachkompetenz, ist für diese Zeit eingestellt worden.

Netzwerk Familienzentrum

Einen bedeutungsvollen Nutzen am Erfolg unserer Arbeit hat die Einbindung in

das Verbundsystem Familienzentrum. Wie zum Beispiel die enge Mitarbeit mit

der Erziehungsberatungsstelle, mit der wir räumlich und inhaltlich eng zusammen

arbeiten, funktioniert reibungslos und ist von gegenseitiger Anerkennung geprägt.

Zusätzlich werden die entsprechenden Dienste des Internationalen Familienzentrums

bei Bedarf mit einbezogen wie zum Beispiel die Alois-Eckert-Schule, die

Migrationberatung oder die Kindertagesstätte.

Staatsangehörigkeiten der zu betreuende Familien:

Albanisch, äthiopisch, bengalisch, deutsch, indisch, kolumbisch, kosovarisch, kroatisch,

marokkanisch, türkisch und amerikanisch.

Holländisch mit türkischen Migrationshintergrund,

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20

deutsch mit polnischen Migrationshintergrund,

deutsch mit marokkanischen Migrationshintergrund,

deutsch mit türkischen Migrationshintergrund,

deutsch mit somalischen Migrationshintergrund.

Praxisbeispiel einer Mitarbeiterin

und eines Mitarbeiters

Die Erlebnispädagogik gehört zu den wesentlichen Arbeitsmethoden der sozialpädagogischen

Familienhilfe / intensiven sozialpädagogischen Einzelbetreuung. In

diesem Jahr konnte dank sehr guter Zusammenarbeit mit dem zuständigen Sozialrathaus

ein finanzieller Zuschuss für einen Ausflug in den Kletterwald erzielt

werden.

Mit seinen verschiedenen Parcours bietet ein Kletterwald Abenteuer, Spannung

und Sport in der freien Natur und stellt somit einen attraktiven und zudem sinnvollen

Rahmen, um pädagogische Inhalte zu vermitteln.

Durch vielfältige Sinneswahrnehmungen sind die Kinder und Jugendlichen Wagnis-,

und Risiko- Situationen ausgesetzt. Die somit gemachten Leistungs- und Grenzerfahrungen,

aktivieren gemeinsames Handeln und fördern soziales Wohlgefühl.

Das Erleben wechselhafter emotionaler Spannungszustände wie Sicherheit -

Zweifel, Mut - Angst oder Freude - Leid fördern Konzentration, Entschlossenheit

und Selbstvertrauen.

Für die Hilfe steht hierbei im Vordergrund gemeinsames Anfeuern, Ermutigen, Unterstützen

und der Erfahrungs- und Meinungsaustausch als Verstehensgrundlage.

Interaktionsschwierigkeiten werden spielerisch ausgebessert, beziehungskompetentes

Handeln und Verständigung gefördert.

Das Klettern gewinnt für die Hilfe einen außerordentlichen Stellenwert, da der

Rahmen von theoretisch- abstrakten Gesprächssituationen verlassen und der lebensnahe

Charakter dieser Erlebnispädagogik genutzt wird.

Konkrete Erfahrungen, die bei dem Kletterausflug gemacht werden:

• Den anderen als zugewandt erleben.

• Neue Eigenschaften am anderen entdecken / sich „neu“ kennen

lernen.

• Die Sichtweise auf den anderen bewusst machen.

• Starre Beziehungsstrukturen verändern.

• Die Stärken des anderen anerkennen.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

• Verständnis für Schwächen entwickeln.

• Vertrauen stärken / Vertrauen schaffen.

• Gegenseitige Unterstützung / Hilfestellung geben.

• sich mit dem anderen als nicht konkurrierende Partner erleben.

• Spannungen aus diffusen Beziehungen herausnehmen.

• Den Zugang zum anderen durch beeindruckende Erlebnisse

bereichern.

Bilder aus der SPFH / ISEB

Geburtstagstisch in den Betreuungsräumen der SPFH / ISEB

Arbeitsplatz einer Mitarbeiterin und eines Mitarbeiters

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Ein Mitarbeiter der SPFH /ISEB im Naturkundemuseum Senckenberg

Ein Jugendlicher der SPFH im Naturkundemuseum Senckenberg

Sozialpädagogische Lernhilfe für eine Jugendliche

als wichtige Aufgabenstellung in der Betreuung

Die Sozialpädagogische Lernhilfe richtet ihren Focus auf den zu betreuenden

Jugendlichen. Wichtige Aufgaben in der Lernhilfe sind dabei zum einen, den Unterrichtsstoff

mit dem Jugendlichen zu bearbeiten und eventuelle Defizite nachzuholen,

und zum anderen grundlegende Voraussetzungen wie zum Beispiel „den

Schulranzen packen“ oder eine ordentliche Heftführung zu besprechen. Meist

können die eigenen Eltern diesen Aufgaben entweder gar nicht oder nur teilweise

nachkommen. Im Mittelpunkt stehen auch die Freizeitgestaltung des Jugendlichen,

die Elternarbeit und der regelmäßige Kontakt zu den Lehrern.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Hier ein Beispiel aus unserer Arbeit. Ein junges Mädchen mit marokkanischem

Migrationshintergrund kam vor sieben Jahren mit ihrer

Mutter nach Deutschland. Sie besucht zurzeit die 5. Klasse einer

Hauptschule in Frankfurt am Main.

Nach einem Gespräch mit dem Klassenlehrer stellte sich heraus, dass

dieser für die sie beim Schulamt eine Sonderschulüberprüfung beantragt

hatte. Die Jugendliche störe den Unterricht, könne sich nicht

konzentrieren, habe erhebliche Defizite in allen Fächern und sei unstrukturiert.

Ihr Rucksack sei unaufgeräumt und durcheinander. Das

Schulamt solle überprüfen, ob es nicht besser sei, die Jugendliche auf

eine Sonderschule zu schicken.

Für die Lernhelferin bedeutete dies, Ordnung und Struktur in die

Schulsachen zu bringen und die Defizite aufzuarbeiten. Ziel ist es,

die Einweisung auf die Sonderschule zu verhindern. Nach dem ersten

Treffen mit der Jugendlichen stellte sich heraus, dass die Defizite

nicht so erheblich waren wie es die Lehrer dargestellt hatten. Mit der

Jugendlichen wurden die ordentliche Heftführung und das Ordnen

ihres Schulranzens besprochen. Es wurde deutlich, dass die Störungen

im Unterricht und die Konzentrationsprobleme andere Gründe

haben müssen. Im Kontakt mit der Mutter wurden Erziehungsprobleme

deutlich. Ihr wurde empfohlen, zusätzlich zu unseren Terminen die

Erziehungsberatung im Internationalen Familienzentrum aufzusuchen.

Außerdem soll die Familie demnächst eine Familienhilfe erhalten.

Die Jugendliche hat die Lernhilfe gut angenommen und arbeitet gut

mit. Die ersten Erfolge wurden auch schon an guten Schulnoten und

Pluspunkten im Unterricht sichtbar. In den nächsten Monaten wird

daraufhingearbeitet, dass sie auch nach der Lernhilfe selbständig weiterarbeiten

kann. Sie soll selbständig ihre Schulsachen ordnen und

sich ihre Schulaufgaben strukturieren. Die Sonderschulüberprüfung

kann nicht mehr verhindert werden. Aufgrund der positiven Entwicklung

der Jugendlichen erscheint jedoch eine Sonderbeschulung nicht

gerechtfertigt.

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Migration und Familie

Interkulturelle Familienbildung

Veränderte Anforderungen an Familienbildung

2008 wurde viel über Frühe Hilfen gesprochen, und Familienbildung bekommt

in diesem Zusammenhang eine immer größere Bedeutung, denn ihr

Angebot ist breit gefächert, und sie stellt Eltern frühzeitige und leicht zugängliche

Maßnahmen bereit.

Aufgrund der sich wandelnden Arbeits- und Lebensbedingungen wachsen die

Anforderungen an elterliches Erziehungsverhalten und es gilt, Armutsentwicklungen

von Kindern entgegenzuwirken. Da Familienbildung den Anspruch hat,

Familien in Risikolebenslagen frühzeitig zu erreichen, wird immer mehr Wert

auf gezielte Angebote mit sozialräumlicher Ausrichtung und einer kooperativen

und abge-stimmten Zusammenarbeit im Hilfesystem gelegt.

Die Angebote von Familienbildung erreichen Eltern vor oder kurz nach der

Geburt, unterstützen und stärken ihre Erziehungskompetenz und begleiten sie

über einen längeren Zeitraum, in den meisten Fällen bis die Kinder in den Kindergarten

oder in die Schule gehen. Sie setzen an, bevor Schwierigkeiten entstehen

bzw. Familien auffällig geworden sind.

Eltern sind die ersten Erzieher ihrer Kinder und in dieser Phase werden die

Weichen für zukünftige Chancen gestellt.

Welche Grundlagen werden in der Familie gelegt bzw. was sollen Eltern ihren

Kindern zuhause vermittelt haben, damit sie für den weiteren Weg gut ausgestattet

sind?

Für uns stellte sich daher viele Aufgabe: Wie bereiten wir Eltern gut für Erziehungspartnerschaft,

Kindergarten und Schule vor? Worauf sollen die nachfolgenden

Erziehungsinstanzen später aufbauen können? Was leben Eltern ihren

Kindern vor (Beispiel Bildungsort Esstisch) und was wird von ihnen erwartet?

Welche Informationen brauchen Eltern?

Besonders beschäftigt hat uns dabei die Frage, wie können Eltern, die selbst als

Kinder wenig Liebe oder Bindung erfahren haben, diese Kompetenzen lernen,

um sie an ihre Kinder weitergeben zu können.

Diese Fragen beschäftigten uns vor allem im Hinblick auf Bedarfsanalysen und

Planung neuer Angebote. Intensiviert haben wir die Kooperation mit den Kindertagesstätten

des IFZ, mit der Uhlandschule, den Austausch über Elternwünsche,

gemeinsame Planung und Durchführung von Angeboten und Teilnahme an

Fortbildungsveranstaltungen.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

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Ein weiterer wichtiger Themenkomplex war das Thema „Bildung von Anfang

an“.

Wann beginnt Erziehung? Manche Eltern denken, Erziehung beginnt im Kindergarten

oder in der Schule. Was ist die Aufgabe von Eltern? Wie sieht eine altersgerechte

Förderung in den ersten Lebensmonaten aus? Wie können Eltern die

Bedürfnisse ihrer Kinder gut beobachten und erkennen? Ab wann sollten Eltern

ihren Kindern Grenzen setzen?

Weitere Schwerpunkte waren:

Entwicklung und Durchführung von Sozialräumlichen Projekten in Absprache

mit den Sozialrathäusern Bornheim und Bockenheim zu folgenden Themen:

• Stärkung der Alltagskompetenz

• Stärkung der Erziehungskompetenz

• Auskommen mit dem Einkommen

• Hartz IV-Beratung

• Bildungsort Esstisch

• Entwicklungsbegleitung von Kindern im 1. Lebensjahr

• Begleitung von Eltern beim Übergang auf die weiterführende Schule

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26

Beobachtung von Armutstendenzen

Im Sozialrathausbezirk Bornheim fand Ende 2007 eine Befragung zu Armutsentwicklungen

im Stadtteil statt, die sich an Schulen, Kindertagesstätten und

Beratungsstellen richtete. Ziel der Befragung war es, präventive Aufgabenbereiche

und praxisnahe Präventivangebote Im Stadtteil zu entwickeln. Bei der

Auswertung der Befragungsergebnisse sind fundierte Beobachtungen und Anregungen

zusammengetragen worden für eine Bewertung der Entwicklungen

und eine Abstimmung mit dem Sozialrathaus über Präventionsschwerpunkte.

Topthema dabei war, dass bei einem Grossteil der Familien Einkommensarmut

festgestellt wurde.

Das Thema „Geld und Familie“ bzw. das Thema Auskommen mit dem Einkommen

zog sich wie ein roter Faden durch unsere Angebote und konzeptionellen

Diskussionen (Querschnittsaufgabe). Wir entwickelten einen Kriterienkatalog

zur Beobachtung von Armutsentwicklungen und Indikatoren zu deren Feststellung.

Die Ergebnisse sollen 2009 ausgewertet werden.

Die neuen Anforderungen an Familienbildung bedürfen jedoch auch angemessener

Rahmenbedingungen. Den hohen Erwartungen an Familienbildung steht

eine unzureichende finanzielle Ausstattung gegenüber seit der Kürzung der

Landesmittel.

In der AG §78 aller Familienbildungsstätten in Frankfurt wurden dazu Leitlinien

und Anträge für eine finanzielle Grundausstattung von FBS erarbeitet.

Statistik 2008

Interkulturelle Familienbildung

Kurse / Veranstaltungen

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2 0 0 8 • 2 0 0 9

Anzahl

der Treffen

Kurseinheiten

1 Kurseinheit

= 45 min

Teilnehmer

Frauen Männer Kinder

Tottoko-Club (japan.) 45 168 42 46

Nähkurs 43 172 48 18

Eltern-Kind-Café 45 180 82 6 95

Treff für marokkanische Frauen 39 207 36 31

Griechische Frauengruppe 20 96 14

Offene Treffangebote 15 60 107 38 51

Termine mit der

Kinderärztin

10 30 31 2 36

Beratung Hartz IV

Informationsveranstaltungen

7 28 22

zu gesellschaftlich relevanten

Themen

18 72 85 34

Angebote für Väter 6 24 18 36 9

Angebote für

Tagespflegepersonen

47 127 54 4 38

Feizeit / Kultur / Feste 9 48 124 47 89

Familie und Geld

Gewaltfreie Erziehung /

12 32 34 17

Starke Eltern - starke Kinder/

Kess

29 87 29 5 14

Veranstaltung Ernährung 10 40 64 6 47

Gesamtzahl der Treffen 355

Gesamtzahl Kurseinheiten 1371

Gesamtzahl der TeilnehmerInnen 790 178 491

27


28

Migrationsberatung

Unser Beratungsangebot ist sowohl stadtteilbezogen als auch stadtweit

konzipiert, vor allem richtet es sich an ArbeitnehmerInnen und ihre Familien

mit Migrationshintergrund, dabei ist die Migrationsberatung inhaltlich und personell

eng vernetzt mit unserer Interkulturellen Familienbildung.

Soziale Beratung mit migrationsspezifischem Setting bietet das Internationale

Familienzentrum an für Besucher / Ratsuchende aus der Türkei, Bosnien, Kroatien,

Montenegro, Mazedonien, Serbien, Griechenland, Spanien, Armenien und

Deutschland. Unsere Arbeit orientiert sich aber nicht nur an Nationalitäten,

sondern an jeweiligen Problemstellungen und geht insofern über einen ausschließlich

muttersprachlichen Ansatz hinaus.

Die im Auftrag der Stadt Frankfurt vom Europäischen Forum für Migrationsstudien

(efms) erstellte Integrationsstudie 2008 zeigt u.a., dass 37% der Frankfurter

einen Migrationshintergrund haben, in der Altersgruppe der 10 bis 35

Jährigen ist es „rund die Hälfte“, 25% der Frankfurter Anwohner haben einen

ausländischen Pass. Über die Hälfte der Befragten hat diskriminierende Erfahrungen

gemacht, die Arbeitslosenquote bei ausländischen Bürgern ist nach wie

vor höher als bei Deutschen, ebenfalls beziehen ausländische Bürger häufiger

die Grundsicherungsleistungen (ALG 2, Grundsicherung im Alter).

Diese Problemfelder sind es, mit denen wir uns auch in diesem Berichtszeitraum

befassen mussten. Zudem sehen wir uns in der Beratung immer wieder

mit Fragen / Problemen konfrontiert, die im Zusammenhang mit der Einbürgerung

(Einbürgerungstest) und Familienzusammenführung stehen.

Trotz der jahrzehnte langen Tendenz der älteren MigrantInnen, auch ihren Lebensalter

hier zu verbringen, werden uns im Rahmen der Beratung immer häufiger

Fragen hinsichtlich einer dauerhaften Rückkehr in das Herkunftsland gestellt.

Die Begründung: Das Leben hier ist zu teuer geworden, die Rente reicht nicht

aus, die Transferleistungen werden äußerst ungern in Anspruch genommen.

Die Problematik, die sich aus dem Bezug des „ALG 2“ ergibt, wird auch nicht

kleiner. Nach wie vor fehlt es an ausreichend migrantenspezifischen Ansätzen.

Bereits in mehreren Jahresberichten haben wir auf dieses Problem hingewiesen.

Es begleitet uns in unserer Arbeit jedoch weiterhin. Von einem 55jährigen

Bauarbeiter, ‚bildungsfern’, schreib- und leseungewohnt und mit marginalen

Sprachkenntnissen das Führen einer Bewerbungsdokumentation zu erwarten,

ist weiterhin schlicht unrealistisch.

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Migrationsberatung - Statistik 2008

tel. Migrationsberatung

Formulare

Korrespondenz

Beratung

Hausbesuche

BA für Arbeit 1617 1297 1157 2497 305

Wohnungsamt 1048 721 776 822 273

Sozial- / Jugendamt

Ausländerbehörde/Ordnungsamt

Schule/

Kindergarten

Gesundheitsdienste

1658 338 747 2387 115

1684 571 517 1568 61

516 95 66 545 160

1672 984 692 2009 345

Rückkehr 162 440 140 463 21

Familienprobleme

999 112 211 1690 127

andere Behörden 1567 169 164 1378 69

Einbürgerungen 248 136 98 425 25

Anmerkung:

Erfasst wurde das gesamte Migrationsberatungsangebot des Internationalen Familienzentrums, in der Falkstr. 54a, am

Wiesenhüttenplatz 33 und in der Ostendstr. 70. Mehrfachnennungen sind daher möglich.

Ältere MigrantInnen und Deutsche

Die Querschnittsaufgabe „Integration“ bedeutet für dieses Geschäftsfeld, Integrationshilfen

anzubieten, die die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen

Leben für ältere Menschen, MigrantInnen und Deutsche, zielführend fördern.

Diejenigen älteren MigrantInnen, die sich aus unterschiedlichen Gründen entscheiden

(müssen) hier zu bleiben, weisen einen hohen Informationsbedarf bzgl.

des hiesigen Altenhilfesystems auf. Ihnen stehen unsere Beratungsangebote zur

Verfügung, mit denen wir sie beim Übergang vom Erwerbsleben in die Rente

unterstützen. Ebenfalls bearbeiten wir Themen mit ihnen u.a. aus den Bereichen:

Das Deutsche Pflegeversicherungssystem, kultursensible Altenpflege, Wohnen

im Alter etc.

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30

Durch Deutsch-Kurse für Menschen mit besonderem Förderbedarf und die

Förderung der Kommunikation in Deutsch leisten wir einen Beitrag zum Thema

Bildung im Alter und versuchen zugleich ihre sprachlichen Defizite abzumildern.

Um psychosoziale Belastungen abzumildern und einer altersbedingten Vereinsamung

vorzubeugen, sind unsere offenen Altentreffs weiterhin ein wesentlicher

Faktor der Stabilisierung.

Nach wie vor kooperieren wir eng mit dem Altenhilfeforum HIWA und arbeiten

gemeinsam mit anderen Frankfurter Altenhilfeträgern am Thema migrationsspezifischer

Ansatz in der offenen Altenhilfe.

Sowohl unsere Beratungsangebote als auch unserer offenen Altentreffs werden

hauptsächlich von MigrantInnen aus Bosnien, Kroatien, Serbien, Mazedonien

und der Türkei in Anspruch genommen, sowie von Deutschen.

Infodienst für Ältere MigrantInnen und Deutsche

Ostendstraße 36

Wohnen im Alter für ältere MigrantInnen

Die Entwicklung der Wohnbedürfnissen und Wohnwünschen älterer MigrantInnen

ist das aktuelle Thema in unseren Beratungen. Ältere Menschen möchten

in der Regel möglichst lange selbstständig in der eigenen Wohnung und der

vertrauten Umgebung leben.

Der Wunsch mit eigenen Kindern zusammen zu leben ist bei den MigrantInnen

sehr verbreitet. Unsere Beobachtungen und Beratungen zeigen aber auch, dass

ein nicht unerheblicher Anteil der älteren MigrantInnen nicht unbedingt mit den

Kindern in einer Wohnung zusammen leben möchte.

Als Gründe hierfür werden andere Gewohnheiten und Lebensstile der Generationen

genannt, unterschiedliche Bedürfnisse und Unabhängigkeit der Jüngeren

sowie auch die finanzielle Lage der Betroffenen. Traditionelle Großfamilie

ist nicht mehr in der Lage alle Wünsche und Bedürfnisse unter einen Hut zu

bringen.

In Frankfurt sind in den letzten drei Jahrzehnten neue Wohngebiete außerhalb

von etablierten Stadtvierteln entstanden, die verstärkt von jüngeren Familien

besiedelt wurden und damit mit einer gravierenden altersmäßigen Umschichtung

verbunden sind. Die Zahl der Single Haushalte hat sich erhöht, genauso

der älteren und kranken MigrantInnen. Bei vielen älteren MigrantInnen hat sich

die Wohnsituation so dramatisch verändert. Sie sind mit zunehmendem Alter

und gesundheitlichen Problemen nicht mehr in der Lage, weiterhin in der bisherigen

Wohnung wohnen zu bleiben.

Unsere Ratsuchenden zeigen Interesse an neuen Formen des Lebens im Alter

und nahmen auch am Workshop „Wohnen im Alter“ des Frankfurter Arbeitskreises

„Ältere Migrantinnen und Migranten HI-WA“ im Dezember 2008

teil. Mit den Schwerpunkten: Die eigene Wohnung - fit für das Alter, Seniorenwohnanlage,

alternative Wohnformen im Alter - wurden sie über die konkreten

Möglichkeiten informiert. Für unsere Arbeit relevante Gruppen haben zu wenig

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2 0 0 8 • 2 0 0 9

Zugang zu solchen Einrichtungen, die für das Wohnen im Alter noch immer zu

wenig anbieten (Verbesserung der Wohnberatung für ältere MigrantInnen, u.a.

durch qualifizierte muttersprachliche Ansprechpartner, Einbeziehung ehrenamtlicher

Vertrauenspersonen).

Auch bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit wird meist eine Versorgung zu Hause

gewünscht. Ältere MigrantInnnen stehen Altenheimen in noch stärkerem Maße

ablehnend gegenüber als ältere Einheimische (u.a. Sprachbarriere, geschlossene

kulturbedingte Gruppen, sensible Frage von ambulanten Diensten etc.).

Für die Zukunft sind daher verstärkte Bemühungen erforderlich, um älteren

MigrantInnen gleiche Chancen zur Verwirklichung von ihren Bedürfnissen entsprechenden,

selbstbestimmten Wohnformen zu eröffnen und neue Möglichkeiten

zu erschließen, damit sie das Wohnumfeld gemäß ihren Vorstellungen als

räumliche und soziale Lebensbereiche nutzen können. Das IFZ unterstützt die

älteren Menschen mit unserem Fachteam durch Beratung und Kooperation mit

lokalen Netzwerken unter Einbeziehung von relevanten Institutionen aus der

Alten- und Wohnungspolitik sowie mit Informationen in ihrer Muttersprache.

Treff- und Beratungsangebote für ältere MigrantInnen im IFZ,

Ostendstraße 70

Die offenen Altentreffs dienen älteren MigrantInnen einerseits als eine Art soziales

Auffangbecken. Sie können Landsleuten, aber auch Menschen anderer

Herkunft und Deutschen begegnen. Andererseits fördern sie ihre Selbshilfepotenziale.

Im Rahmen der Beratung werden praktisch die gesamten behördlichen Anliegen

der Ratsuchenden abgedeckt, inkl. Begleitung zu verschiedenen Ämtern und

Schriftverkehr.

Somit stellt das Geschäftsfeld Ältere MigrantInnen und Deutsche eine quasi

ganzheitlich offene Altenhilfe dar.

31


32

Interkulturelle Altenberatung – Kontakte / Statistik

Kroatisch-bosnisch-serbisch- mazedonische Beratung

im Infoladen

Türkische Beratung im Infoladen und im Treff, Ostendstr.

70

1018

1223

Beratung in deutscher Sprache, Ostendstr. 70 120

Treffangebote

Dienstagsnachmittags 14.00 – 18.00 Uhr

Internationaler Frauennachmittag

nationalitäten- u. generationsübergreifend

Donnerstagnachmit- 15.00 – 18.00 Uhr

tags

Treff für ältere Migranten aus Bosnien,

Kroatien, Serbien

Freitagvormittags 10.00 – 14.00 Uhr

Treff für ältere türkische Frauen

Freitagnachmittags 15.00 – 18.00 Uhr

nationalitäten-, geschlechts- und

generationsübergreifender Stadtteiltreff

Besucher-, Besucherinnenzahl / Statistik

Durchschnittliche Gesamtzahl

Besucher/Besucherinnen

Teilnehmzahl

im Jahr

pro Woche 39 Wochen

Frauen Männer Frauen / Männer

BesucherInnen aus Bosnien

- Herzegowina, Kroatien,

Ma-zedonien, Serbien, Montenegro

5 25

(195 / 975)

1248

Besucherinnen aus der Türkei 82 3198

Andere MigrantInnen

und Deutsche

10 14

(390 / 266)

656

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2 0 0 8 • 2 0 0 9

Interkulturelles Begegnungszentrum (IBZ)

In der bereits erwähnten Frankfurter Integrationsstudie 2008 wurden auch

Handlungsempfehlungen ausgesprochen. Hierbei wurden u.a. die Wichtigkeit

der Sprachförderung bei Erwachsenen und bei Kindern hervorgehoben, sowie

die Einrichtung von Elterncafés, um dort Eltern über das hiesige Bildungs- und

Ausbildungssystem zu informieren. Ebenfalls wurde die Intensivierung der Kooperation

zwischen Schulen und sozialen Einrichtungen im Stadtteil sowie mit

Migrantenselbstorganisationen empfohlen.

Mit Angeboten des IBZ bewegen wir uns stets in diesem Kontext. Auch in diesem

Berichtzeitraum haben wir niedrigschwellige Deutschkurse für MigrantInnen

mit bisher unstrukturiert erworbenen Deutschkenntnissen angeboten (vgl.

Serviceangebot Deutsch und interkulturelle Verständigung).

33


34

Wir haben die jahrelange Kooperation mit Migrantenvereinen fortgesetzt und

werden diese im aktuellen Jahr inhaltlich vertiefen. Durch die Veranstaltung zum

Thema „Migrantenvereine und ihre Rolle hinsichtlich der gesellschaftlichen Integration“

haben wir gemeinsam mit Vertretern von drei Migrantenvereinen

(Eritreischer Medien- u. Kulturverein, Marokkanischer Verein für Tamazightkultur

und Soziales, Palästinensische Gemeinde in Hessen) und dem Amt für multikulturelle

Angelegenheiten auf die Wichtigkeit und Probleme von deren Arbeit

exemplarisch hingewiesen.

Die Kooperation mit der Uhlandschule (Grundschule im Ostend) wird ebenfalls

intensiviert. Seit einiger Zeit ist das IBZ dort Träger von folgenden Angeboten:

Hausaufgabenhilfe für SchülerInnen mit Migrationshintergrund (gefördert

durch das Staatliche und Städtische Schulamt), Frühbetreuung (gefördert durch

das Städtische Schulamt), niedrigschwellige sozialpädagogische Deutschförderung

für SchülerInnen der Vorschulklasse und der ersten Klassen.

Aktuell wollen wir gemeinsam mit unserem Geschäftsfeld „Interkulturelle Familienbildung

/ Migrationsberatung“ in der Schule das dort bereits bestehende Elterncafé

mit Inhalten füllen, die den Eltern mit Migrationshintergrund einerseits

Informationen zu hiesigem Bildungssystem geben andererseits aber auch sie mit

Hilfe der Familienbildungsangebote in ihrer Erziehungskompetenz unterstützen.

Angebote der Migrationsberatung / interkulturellen Sozialberatung, bei Bedarf

auch in der Muttersprache, sollen sie in ihren Alltagskompetenzen stärken.

Unseren Ansatz der methodischen Dreiteilung Beratung-Bildung-Begegnung

setzen wir fort. Durch die zahlreichen und unterschiedlichen Veranstaltungen

und Angebote begegnen sich unsere Besucher sowohl im Rahmen ihrer ethnischen

Herkunft als auch ethnienübergreifend (vgl. IBZ Statistik 2008).

In Kooperation mit den im Stadtteil ansässigen Einrichtungen aber auch durch

eigene Angebote wollen wir die Begegnungsmöglichkeiten von Ostend-Anwohnern

fördern. Auch durch Teilnahme an Stadtteilfesten, sowie durch Veranstaltungen,

Feste und Vorträge in unserem Gusti-Gebhardt-Haus möchten wir eine

Tradition fortsetzen: die der sozialräumlichen Orientierung und Schaffung von

Orten, in den sich Menschen unterschiedlicher Herkunft begegnen und kennen

lernen können.

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2 0 0 8 • 2 0 0 9

Serviceangebot Deutsch

und interkulturelle Verständigung

Deutschkurse für Teilnehmende mit besonderem Förderbedarf

In unseren Beratungssituationen stellt sich immer wieder heraus, dass ein Kreis

von MigrantInnen durch das laufende Angebot der standardisierten Integrationskurse

nicht erreicht wird. Wenn diese an den Deutschkursen teilnehmen,

brechen sie ihren Besuch häufig wieder ab mit dem Hinweis, sie hätten dort

„nichts verstanden“. Dies ist nur auf den ersten Blick verwunderlich.

Was in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird, sind die Grenzen eines

rein auf Kurse reduzierten Lernens der Zweitsprache. Ein reguläres Kursprogramm,

das systematisch nach standardisierten Lehrbüchern vorgeht, kann MigrantInnen,

die schon lange hier leben und nur über wenig schulische Erfahrung

verfügen, kaum gerecht werden. Denn diese haben in der Regel einen großen

Wortschatz, häufig aber sehr bruchstückhafte Struktur- bzw. Lese- und Schreibkenntnisse

in der deutschen Sprache. Viele haben sich ihr Deutsch in ihrer beruflichen

Tätigkeit angeeignet und verfestigt, was zur Verständigung durchaus

ausreichte, jedoch auch eine Hürde für ein systematisches Lernen darstellt.

Fallen die Arbeitskontakte durch Erwerbslosigkeit oder frühzeitige Verrentung

weg, stagnieren die so erworbenen Kenntnisse nicht nur, sondern sie bilden

sich auch zurück. Krankheiten, Isolation sowie das Gefühl, zur hiesigen Gesellschaft

nicht dazu zu gehören, tun ein Übriges. Auf diesem Hintergrund ist die

Verunsicherung der Teilnehmer in regulären Kursen häufig so groß, dass diese

gegenüber den dort gestellten Anforderungen resignieren. Auch erfahrene

Kursleiter können in diesen Kursen mit hoher Teilnehmerzahl solchen Lernern

kaum gerecht werden.

Seit vielen Jahren bieten wir Deutschkurse für Teilnehmende mit besonderem

Förderbedarf an und sind mit den Lernvoraussetzungen und den methodischen

Erfordernissen solcher Zielgruppen vertraut. Unsere Materialien passen wir

dem Bedarf der jeweiligen Kursgruppen an; in kleinen Gruppen können die

Teilnehmer individuell gefördert werden. Wichtig ist uns die Förderung selbständigen

Lernens wie z.B. der Umgang mit einem Wörterbuch, aber auch das

Erzählen von Geschichten und Alltagserlebnissen, die dann wiederum zur weiteren

Übung dienen.

Die meisten unserer Teilnehmer nehmen an zwei oder drei Fortsetzungskursen

teil und sind froh, ihre Kenntnisse verfestigen zu können. Andere nutzen den

Kursbesuch als Einstieg in Integrationskurse.

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2 0 0 8 • 2 0 0 9

In Kooperation mit der Volkshochschule planen wir zur Zeit, für diese Zielgruppen

offene Treffmöglichkeiten im Rahmen eines Sprach-Cafés in unserem

Interkulturellen Begegnungszentrum anzubieten.

Die Förderung der Zweitsprachkenntnisse dieser Gruppen und damit die Möglichkeit

ihrer gesellschaftlichen Teilhabe kann jedoch nicht einzelnen Projekten

überlassen bleiben. Wie Institutionen und soziale Einrichtungen diesen MigrantInnen

sprachlich entgegenkommen könnten, haben wir in einem Vortrag anlässlich

der Interkulturellen Wochen 2008 dargelegt (abrufbar unter www.ifz-ev.de,

Bereich Migration und Familie)

Eine Frage der Sprache oder der Empathie?

Peter Bichsel:

Vor einem großen Schiff im Hafen von Rotterdam steht ein Schweizer mit einem

kleinen Paket in der Hand. Oben an der Reling steht ein Matrose. Und der Schweizer

ruft ihm zu: „He Sie, chönteder das Päckli am Kapitän gäh?“ Der Matrose rührt sich

nicht. „He“, ruft der Schweizer, „chönteder das Päckli am Kapitän gäh?“, und als der

Matrose wieder nicht reagiert, ruft der Schweizer nach langem Nachdenken: „Français

– parlez-vous français?“ Keine Reaktion. „Englisch?“, ruft der Schweizer. Nichts. „Oder

Italiänisch – Italiano?“ Der Matrose hängt immer noch still über der Reling. „Spanisch

– Spanien – Espanol?“, ruft der Schweizer. Und jetzt endlich die Antwort: „Si, senor,

si senor, hablo espanol.“ „Also“, ruft der Schweizer erleichtert, „chönteder das

Päckli am Kapitän gäh?“

Interkulturelles Begegnungszentrum I F Z • T ä t i g k - e Statistik i t s b e 2008 r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

IBZ-Angebote / Caféterianutzung

Teilnehmerinnen Kontakte

Frauen Männer Kinder

davon

Angebot Anzahl MH Deut. Migr. Deut. ges. Migr. Deut.

Interkultureller Treff 32 7 3 2 1

416 288 128

Internationaler Frauentreff 50 45 2250 2250

marokkanischer Männertreff 46 19 874 874

Deutschkurse 60 11 4 900 900

Beratung

Weiterbildungsberatung 38 3

Migrationsb. ex-Yu /

Interk. Sozialberatung

Vorträge

Interkulturelle Wochen

Vortragsreihe

Migrantenvereine und

Integration

Migrantenvereine

mvtks e.V. 46

1

152 152

92 7 9 1472 1472

2 12 9 5 3

1 5 7 15 4

18

58 34 24

31 20 11

828 828

Somalische Frauen 7 11 77 77

EMAN e.V. 16 20 40 17 1232 1232

Palästinensische Gemeinde 15 15 45 900 900

Armenischer Verein 1 30 30 30

Interkulturelle Feste

Opferfest 1 85 25 110 110

Zuckerfest 1 77 77 77

Weitere IFZ-interne

Raumnutzung

18 73 51 59 35 12 4140 2592 1548

Externe Cafeterianutzer

VHS Frankfurt 12 4 3 84 84

Besuche (Uni, FH)

Fachgruppen, AG´s

13 47 31 49 36 2119 1248 871

Gesamt 2666

MH = Migrationshintergrund

Weiterbildungsberatung / Migrationsberatung: TeilnehmerInnenzahl im Durchschnitt pro Angebot

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KiTa Rebstockpark

Die KiTa Rebstockpark hat ihre Arbeit im neuen Stadtteil Rebstock im August 2007 begonnen.

Hier finden bis zu 100 Kinder im Alter von 1-10 Jahren Platz. Diese sind in zwei altersgemischte

Gruppen (mit 18 Kindern, wobei 9 Kinder unter 3 Jahren und 9 Kinder von 3-5 Jahren Platz

finden), zwei Kindergartengruppen (jeweils 21-22 Kinder im Alter von 3-6Jahren) und einer

alterserweiterten Gruppe (10 Kinder von 3-6 Jahren und 10 Hortkinder von 6-10 Jahren)

eingeteilt. Im Laufe dieser ersten zwei Jahre füllte sich die KiTa und die Kinder entwickelten

ein Gruppengefühl.

In unserem zweiten Jahr beschäftigten wir uns vor allem mit der Erkundung unseres Stadtteiles,

dem angrenzenden Rebstockpark und dem Biegwald. Auch war es uns wichtig, die verschiedenen

kulturellen Angebote unserer Stadt kennen zu lernen.

Hierzu lautete unser Motto: „Die Kinder und ErzieherInnen der KiTa Rebstockpark

erweitern ihren Horizont!“

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Hier der Bericht einer der Kindergartengruppen

Ein wichtiges und großes Erfahrungsfeld um vielfältige Körper- und Sinneserfahrungen

sammeln zu können bietet die Natur. So haben wir gemeinsam mit

den Kindern auf der großen Karte in unserer Gruppe geschaut wo in der

Nähe des Rebstockparks (den wir vor zwei Wochen an seinem Weiher besucht

hatten), eine Waldregion ist, die wir erkunden können. Gespannt schauen die

Kinder in ein Buch mit heimischen Tieren und Pflanzen. Dinge, die in einer

Großstadt kaum zu finden sind.

Wie weit muss man gehen, um mal

eine echte Schnecke oder einen

Ameisenhaufen zu sehen? Für unsere

kleine Reise mussten einige

Vorbereitungen getroffen werden.

Es wurde noch einmal an die Verkehrsregeln

erinnert, so dass wir

für den Weg in den Wald vorbereitet

waren. Nachdem wir unsere Jacken

und Schuhe angezogen haben

gingen wir in Zweierreihe aus der

Einrichtung.

Der Biegwald in der Nähe der Kuhwaldsiedlung

ist entweder zu Fuß,

über den Park oder mit dem 50er

Bus zu erreichen. Bei schönstem Sonnenschein,

gut gepackten Rucksäcken

und den richtigen Schuhen fiel uns das

Laufen über den Park nicht schwer.

Nach etwa 45- minütigem Wandern

(einschließlich einer Pause), erreichten

wir den Waldrand. Hier packten

wir an einem sonnigen Plätzchen unser Essen und Trinken aus und frühstückten.

Mit neuen Kräften und gewappnet mit Lupe und Körbchen erkundeten wir den

Waldboden nach Tieren und Pflanzen. Die Kinder zeigten uns ihre Funde. „Können

wir uns nicht auch ein Haus bauen“ machte eines der Kinder den Vorschlag.

Also suchten wir uns verschiedene Hölzer und legten diese übereinander, bis

ein schönes Haus entstanden war. Plötzlich fing es an zu regnen und da unser

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

fertig gestelltes Haus leider zu klein für alle war, fanden wir Zuflucht im nahen

Naturfreundehaus. Dort warteten wir bis der Regen vorbei war und fuhren

dann mit dem Bus nach „Hause“ in die Kita zurück. Hier hatten die Kinder viel

zu erzählen. Am nächsten Tag konnten wir unsere mitgebrachten Sachen genauer

untersuchen. Darunter waren Feuerwanzen und Raupen, die wir mit der

Lupe betrachteten und dann für unsere Ausstellung im Flur fotografierten.

Bevor wir die gesammelten Blätter und Samenkapseln der im Wald stehenden

Bäume auf eine große Pappe klebten und einrahmten, ordneten wir sie anhand

unseres Pflanzen- und Tierlexikons zu, um sie entsprechend zu beschriften.“

Anfang 2008 besuchten wir mit unserer alterserweiterten Gruppe erstmalig

das Kunstmuseum Liebighaus in Frankfurt, zum Thema „Bunte Götter“:

„Organisiert für einen gemeinsamen Aufbruch der Hubschraubergruppe standen

20 Kinder und 2 KiTa-MitabeiterInnen an der Ausgangstür unserer KiTa.

Die Kinder, etwas nervös über das bevorstehende Ziel, riefen gemeinsam den

zurückbleibenden Kindern zu „Wir gehen ins Museum!“ „Ist ja toll!“ antworten

die Kinder aus den anderen Gruppen

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„Wir gehen morgen!“ kam es zurück. Zuerst liefen wir zur Bushaltestelle, um

von dort mit dem Bus zum Hauptbahnhof zu gelangen. Hier meisterten wir

erfolgreich die erste Hürde unseres Ausfluges, nämlich geduldig an der Ampel

zu warten, bis wir die Straße überqueren konnten. Am Hauptbahnhof stiegen

wir in die Bahn in Richtung Sachsenhausen um. Dort angekommen hatten wir

noch einen 15min Fußmarsch zum Museum zurückzulegen. Hier erwartete uns

eine sympathische Museumspädagogin, die uns einen kindgerechten Zugang zu

der Kunst des Hauses und der besonderen Ausstellung mit dem Thema „Bunte

Götter“ eröffnete. Die antiken Marmorskulpturen waren nicht weiß, sondern

bunt berichtet die Museumspädagogin. Davon berichten antike Schriftquellen.

„Die unumstößliche Tatsache einer farbigen antiken Skulptur ist in der italienischen

Renaissance verdrängt und im 19. Jahrhundert wieder aufgegriffen worden,

ehe sie im 20. Jahrhundert zugunsten einer auf Klarheit ausgerichteten

Ästhetik erneut in den Hintergrund geriet.“

Nach einer Führung durch die Ausstellung von verschiedenen Künstlern wurde

im Park des Museums gepicknickt und getobt. Anschließend in einem Atelier

das Thema, das uns die Museumspädagogin nahe gebracht hatte, in die Tat umgesetzt.

Die Kinder

konnten zur Verfügung

gestellte Skulpturen

aus Ton bemalen. Diese

blieben zum Brennen

im Museum und

nach zwei Tagen konnten

sie dort abgeholt

werden. Die Geduldsprobe,

auf die die Kinder

dadurch gestellt

wurden, meisterten

diese mit Bravour, und voll Stolz präsentierten

sie ihrer Werke den Eltern und der

KiTa-Öffentlichkeit im Rahmen einer kleinen

Ausstellung im Flur vor ihrer Gruppe.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Ein weiterer wichtiger Aspekt war der fortzuführende Ausbau des Gemeinwesens

im neuen Stadtteil Rebstockpark. Die Eltern unserer Kinder trugen dazu

bei, dass unser neuer Stadtteil weiter zusammenwuchs. An zwei Sonntagen (im

Frühjahr und im Herbst) wurde von Ihnen ein großer Flohmarkt organisiert

und mit großem Erfolg durchgeführt. Hier konnte man günstig Kinderkleidung

in allen Größen und verschiedene Spielsachen erstehen. Sogar Kinderwagen

waren im Angebot. Für das leibliche Wohl wurde von den Eltern gesorgt. Diese

hatten Kuchen gebacken und gegen eine Spende konnte dieser erstanden werden.

Von dem Erlös wurde eine Spiegelpyramide für unseren Integrationsraum

gekauft.

Auch unser erstes Sommerfest fand regen Anklang. Der Elternbeirat und viele

Mütter und Väter unterstützten das Kita-Team bei den Spiel- und Bastelangeboten

für die Kinder und hatten genauso viel Freude an dem gelungenen Tag

wie wir.

Auf Initiative einer Mutter wurde ein Capoeira-Schnupperkurs organisiert. Dies

ist ein brasilianischer Kampftanz, dessen Ursprung auf den afrikanischen NíGolo

(„Zebratanz“) zurückgeführt wird. Capoeira wurde während der Kolonialzeit

in Brasilien von aus Afrika eingeschifften Sklaven praktiziert und weiterentwickelt.

Regelmäßig werden nun von einem Capoeira-Meister abends oder am Wochenende

Kurse für Kinder im Turnraum der KiTa angeboten. Hieran nehmen auch

Kinder aus der Nachbarschaft teil.

43


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Auch die Bereitstellung des Mehrzweckraumes der KiTa für private Feiern (z.B.

Kindergeburtstage, Faschings- oder gar Sylvesterfeiern) wurde rege in Anspruch

genommen.

Nicht versäumen möchten wir, unsere Kooperationsprojekte mit der Erziehungsberatungsstelle

und der Familienbildungsstätte des IFZs vorzustellen.

Seit Sommer 2008 bieten KollegInnen der Erziehungsberatungsstelle aus Bockenheim

unseren Eltern im Rahmen einer „Offenen Sprechstunde“ Beratung

zur Erziehungsunterstützung an. Die Eltern können hierzu ihre Fragen in einer

ihnen vertrauten Umgebung stellen und müssen nicht erst die EB-Stelle aufsuchen

für Probleme wie:

• Auffälligkeiten und Schwierigkeiten in der Entwicklung, in Beziehungen

und im Verhalten von Kindern,

• Fragen der Eltern zu Erziehungsaufgaben und -kompetenzen

• sozialen und psychischen Problemen und Konflikten,

• Fragestellungen in Zusammenhang mit Schule und Kindertagesstätte,

• familiären Schwierigkeiten (z. B. bei Trennung und Scheidung,

Tod eines Familienmitglieds),

• aktuelle Krisen.

Die KollegInnen der Erziehungsberatungsstelle

arbeiten

unter Berücksichtigung der

besonderen sozialen und kulturellen

Bedürfnisse der Rat

suchenden Eltern. Die Sprechzeiten

sind jeden letzten Donnerstag

im Monat von 15.oo

- 17.oo Uhr (ohne vorherige

Terminverarbeitung).

Mit Kolleginnen der Familienbildungsstätte

wurde nach

einer vorhergehenden Elternbefragung

ein gruppenübergreifender

Themenelternabend

zum Thema „Wie fördere ich

mein Kind?“ durchgeführt.

Eine wichtige Aussage dieses

Abends war, dass das beste Fördermittel für die

Kinder ist, ihnen Zeit zu schenken und sie in die

alltäglichen Arbeiten der Familie mit einzubeziehen.

Ob dies nun das Tischdecken, die Wäsche in

die Maschine stecken oder Autoputzen sei.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

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Kindertagesstätte Ostend

Unsere Kindertagesstätte in der Ostendstrasse 72 (70) wird insgesamt

von 84 Kindern im Alter von 3-6 Jahren besucht. Die Betreuung und Förderung

erfolgt in vier alters- und geschlechtsgemischten Gruppen. In einer dieser

Gruppen, die im Nachbargebäude (70) ist, bieten wir Einzelintegration an. Diese

Gruppe wird von 18 Kindern besucht. Derzeit sind hiervon zwei Kinder als

Integrationskinder anerkannt.

Die Kinder, die bei uns angemeldet sind und ihre Familien haben verschiedene

kulturelle und religiöse Hintergründe (z.Zt. 26 Kulturen, 5 Religionen).

Um gegenseitig die Herkunftskulturen besser kennen lernen zu können, Verständnis

füreinander zu entwickeln und den Elternteilen eine Möglichkeit zu

geben, ihr Wissen weiter zu geben, nutzen wir unter anderem den „Tag der

Muttersprache“. Der „Internationale Tag der Muttersprache“ wird am 21. Februar

begangen. Die Generalversammlung der UNESCO beschloss diesen Tag im

November 1999. Erstmals begangen wurde er im Februar 2000.

Wir sammeln seit inzwischen 3 Jahren Erfahrungen durch die gezielte, vertiefende

Einbeziehung und Vorbereitung der Eltern hierauf. Für einige Elternteile stellt

die eigene Präsentation eine der wenigen Möglichkeiten dar, sich aktiv durch

ihr Können in der Herkunftssprache einzubringen und sich somit angenommen

und unsere Arbeit unterstützend zu fühlen. Die Kinder erfüllt es mit Stolz, die

eigenen Familienmitglieder an betreffendem Vormittag als wichtigen Akteur in

der Gruppe zu erleben und zu unterstützen, indem sie z.B. übersetzen.

Sprache ist des Menschen wichtigstes Gut um sich mitzuteilen. Hierüber teilt

er seine Bedürfnisse und Gefühle mit, seine Entdeckungen und sein Wissen

und dessen Erweiterung. Die Sprache gibt ihm die Möglichkeit sich einzubringen

oder abzugrenzen. Sprache begleitet die Entwicklung des Menschen vom

Geburtsschrei bis zum Tod. Sie gibt ihm die notwendige Sicherheit in einer Gemeinschaft

miteinander zu leben. Der Mensch besitzt die Fähigkeit mehrere

Sprachen zu erlernen und sich je nach Wortschatz dementsprechend in seiner

Umgebung zu orientieren und einzubringen. Eine gut entwickelte Muttersprache

ist eine wichtige Voraussetzung um die deutsche Sprache zu lernen.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

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Um den 21.Februar wird in unserer Einrichtung ca. für eine Woche die „Woche

der Muttersprache“ in den Gruppen begangen. Während dieser Zeit werden

die Herkunftssprachen einzelner Eltern besonders hervorgehoben. In jeder

Gruppe kommen Elternteile zu Besuch und stellen ihr Land, Kultur, Tradition

und Sprache vor.

Froschgruppe

Obwohl bei uns nur an drei Tagen Sprachen vorgestellt wurden, fanden die Kinder

es sehr interessant. Die Familienangehörigen, die ihre Sprache vorgestellt

haben, haben sich große Mühe gegeben und die Kinder begeistert.

1.Tag

An diesem Tag stellte ein Großvater die russische Sprache vor. Das Buch „Teremok“

wurde präsentiert. Das Märchen wurde auf russisch vorgelesen, den

Kindern die Bilder gezeigt und der Inhalt erklärt.

2.Tag

Heute wurde die Sprache und Kultur von Bangladesch vorgestellt. Es wurde

verschiedenes Obst und Gemüse gezeigt und die Namen auf Bangli genannt.

Die Mutter erzählte eine Geschichte der ersten Tage im Leben ihres Sohnes.

3.Tag

Heute wurde über das Land Indien gesprochen. Bilder vom Taj Mahal wurden

gezeigt und erklärt, dass die Kuh in Indien

ein heiliges Tier ist und ihr Fleisch nicht gegessen

werden darf. Auch in dieser Sprache

wurde ein Märchen erzählt und zwei Kinderlieder

gesungen.

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Marienkäfergruppe

In diesem Jahr hatten wir in der Gruppe Kinder aus

neun Nationen. Eine unserer ersten Fragen an die Eltern

der neuen Kinder ist: “Welche Sprachen werden in der

Familie gesprochen? Wie wird in der Familie die Herkunfts-

Muttersprache gepflegt?“

Damit möchten wir unterstützen, dass die Kinder und

Familien sich mit ihrer Muttersprache und nationalen

Besonderheit in die Gruppe einbringen.

Während der Woche der Muttersprache waren

folgende Nationen vertreten:

• Griechenland: Vorlesen einer griechischen Sage

und Sirtaki zu tanzen lernen

• Spanien: Vorlesen eines Briefes, Kleidung und

einen Tanz kennen lernen

• Serbien: Vorlesen eines Märchens

• Russland: Erzählen einer Geschichte

• Marokko: Tänze und Lieder kennen lernen

• Türkei: ein Buch vorlesen und Kreisspiele

spielen

• Jugoslawien: Kindergedichte und Zahlen lernen,

einen landestypischen Kuchen probieren

Hasengruppe

Wir beschäftigten uns mit nur einem Märchen. Das Märchen „Rotkäppchen“

wurde in verschiedenen Sprachen vorgelesen. Um dies vorzubereiten, lasen wir

den Kindern das Märchen auf Deutsch vor, zeigten die Bilder in verschiedenen

Büchern und hörten uns eine CD an. Somit war das Märchen vertieft und wir

konnten in andere Sprachen einsteigen.

• Polnisch: Das Märchen wurde vorgelesen.

Was haben wir von dieser Sprache verstanden?

• Jugoslawisch: Die Mutter erzählte das Märchen frei.

Ähnelte die Sprache der vom Vortag?

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• Russisch: Vorlesen des Märchens, hören

von Kinderliedern und darauf tanzen.

Die Mutter brachte eine russische Spezialität

mit.

Schmetterlinggruppe

Der Schwerpunkt lag auf dem Erkennen der

Gemeinsamkeiten oder dem Herausfinden von

Unterschieden in den verschiedenen Nationen.

Der Ablauf der Tage war wie folgt:

• Die Eltern stellten sich, ihre Sprache und

ihr Land vor,

• das Land wurde auf dem Globus markiert,

• es gab Informationen über das Essen, die

Kleidung, Berufe, den Kindergarten, die

Schule und vieles mehr,

• wir lernten verschiedene Worte in den

fremden Sprachen kennen,

• es wurden Bücher und Geschichten

vorgelesen.

Beispiele, die für die Kinder von Bedeutung waren:

• Marokkanisch: Hier heißt ein Kleid

„Kaftan“

Bücher liest man von „hinten“

• Vietnamesisch: in diesem Land isst man

sehr viel Reis

• Litauisch: Die Buchstaben sind den

deutschen sehr ähnlich, werden aber

ganz anders ausgesprochen

• Serbisch: Wir lernten einen serbischen

Freundschaftsbrauch

Guten Tag heißt „Dobar dan“

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KiTa Eschersheim

In der Kindertagesstätte Eschersheim werden 103 Kinder im Alter von 1 bis

12 Jahren betreut. Wir haben zwei altersübergreifende Gruppen mit jeweils 18

Kindern im Alter von 1 bis 5 Jahren (davon jeweils 9 Kinder unter drei Jahren

und 9 Kinder über drei Jahren), zwei Kindergartengruppen mit je 21 Kindern im

Alter von 3 bis 6 Jahren und eine Hortgruppe mit

25 Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren. Zurzeit

betreuen wir in unserer Kindertagesstätte 3 Integrationskinder.

Das neue Highlight des Jade - Waldtages

Schon seit ein paar Jahren geht die Jadegruppe regelmäßig

ein Mal die Woche in den Wald. Dieser Tag

dient nicht nur dazu, eine gelungene Abwechslung

zum Spielen im Garten zu bieten, er stellt unsere

Kinder auch immer wieder vor neue Herausforderungen.

So muss man unter Umständen feststellen,

dass es manchmal gar nicht so einfach ist, auf dem

unebenen Waldboden zu laufen ohne zu stolpern.

Doch seit neustem beginnt der Waldtag fast immer

mit der Frage: „Hängen wir heute wieder die Seile

auf?“ Denn diese sind zur neuen Attraktion des

Waldtages geworden. Bisher standen toben, fangen,

Blätterschlachten, in Blätterhaufen springen, den

großen Sandhügel hinauf klettern und wieder herunterrutschen,

Pfützenspringen mit Wasserschlacht

oder auch Rollenspiele im Vordergrund.

Auf die vorhandenen Bäume zu klettern war leider

etwas schwieriger bis unmöglich, da die Äste entweder

zu hoch waren, um sich daran hochzuziehen

oder auch zu dünn, um das Gewicht eines Kindes

zu tragen. Irgendwann fanden wir jedoch eine verwaiste,

selbstgebaute Schaukel (aus einem Seil und

Stock), die unter den Kindern eine Diskussion aufkommen

ließ. Sie sprachen darüber, dass, wenn wir

mehr Seile hätten, wir auch mehr Schaukeln und sogar

Klettermöglichkeiten damit bauen könnten. So

wurde die Idee des „Seil-Klettergerüsts“ geboren.

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Wir informierten die Eltern der Kinder über unser Vorhaben und involvierten sie

bei der Überlegung, wie und wo wir günstig an passende Materialien herankommen

könnten. Da kam uns ein Elternteil bei der Beschaffung der Seile sehr zur

Hilfe, der diese nämlich über seine Arbeitsstelle spenden konnte. Somit brauchten

wir uns nur noch um Karabinerhaken kümmern, die es uns ermöglichen sollten,

immer wieder ein individuelles Klettergerüst zu bauen. Zu Beginn der Aktion

„Seile im Wald“ konstruierten wir eine Schaukel und eine spinnennetzähnliche

Klettermöglichkeit in Bodennähe, um zu testen, wie die Kinder diese neue Herausforderung

annehmen und wie sicher sie damit umgehen. Wir waren überrascht,

wie flink und mutig sie sich verhielten und sogar darum baten, noch etwas

höher zu klettern. Daraufhin gab es in der nächsten Woche eine zweite Ebene,

die ihnen immer noch nicht hoch genug war, so dass sie noch um eine weitere

ergänzt wurde. Um das zu ermöglichen und allen Kindern genug Platz zum schaukeln

oder klettern zu schaffen, wurde auch unser Karabinerhaken- und Seilsortiment

erweitert. Somit

wurde der selbstgebaute

„Seilgarten“, der jedes

Mal ein wenig anders aussieht,

das Highlight des

Waldtages. Inzwischen

findet sich jede Woche

im Wald ein „Konstruktionsteam“

zusammen.

Dieses besteht immer

aus drei Kindern, die ihre

Ideen für das Seilgerüst

miteinander besprechen

und entscheiden, wie es

an diesem Tag aussehen

soll bzw. wie die Seile

gespannt werden sollen.

Die einzigen Regeln dabei

sind: „Es geht alles“, aber

die Höhe von 1,80 m darf

nicht überschritten werden

und die Karabinerhaken

müssen reichen, um

alles abzusichern.

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Der Jade -Waldtag ist so zu einem kreativen und erlebnisorientierten Tag geworden,

bei dem die Ideen der Kinder im Dialog mit der Gruppe umgesetzt

werden können. Zudem sind die motorischen und vestibulären Fähigkeiten

mehr gefordert. Die Kinder lernen ihre Grenzen besser einzuschätzen oder

auch auszutesten, üben gegenseitige Absprachen und Rücksichtnahme.

Das Fußballspiel

Ein- bis zweimal im Jahr trifft sich unsere Kristallgruppe (Hort) mit den Hortkindern

aus der städtischen KT 88 auf dem Fußballplatz. Dies hat schon Tradition.

Die ersten Spiele haben die Kristalle gewonnen, die letzen Spiele leider haushoch

verloren. Den

Spaß und ihren Ehrgeiz

haben sie trotzdem

nicht verloren

und trainierten eifrig

weiter. Eine zusätzliche

Motivation für

das kommende Spiel

waren neue, blaue

Trikots, versehen mit

dem Logo des IFZ e.V..

Finanziert wurden diese

aus einer Elternspende

und dem guten Kontakt

zu einem Sportladen in

Eschersheim. Stolz nun

auch sichtbar für alle

die KiTa zu repräsentieren,

förderte nicht nur

den Teamgeist der Kinder, sondern auch ihr

Zusammengehörigkeitsgefühl.

Trainiert wurden die IFZ-Kicker von einem

ehemaligen Hortkind, das sich zur Aufgabe

machte, einmal in der Woche nach Schulschluss

Moral, Technik und Kondition zu vermitteln.

Das große Spiel fand im September

auf dem Bolzplatz neben unserer KiTa statt.

Dort trafen sich Spieler, Trainer, Betreuer,

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Nachbargruppen, Eltern und viele Fans, um die Mannschaft anzufeuern. Schon in

den ersten Minuten fielen das erste und auch das zweite Tor für uns. Die Kicker

der KT 88 ließen dies natürlich nicht auf sich sitzen und schossen innerhalb

kürzester Zeit drei Tore. Leider verloren daraufhin einige „Fans“ das Interesse

an unserer Mannschaft und beschäftigten sich anderweitig am Spielfeldrand.

Nur die Eltern wurden immer ehrgeiziger und lauter in ihren Anfeuerungen. All

das störte die IFZ-Kicker nicht und sie spielten konzentriert weiter. Das Spiel

endete trotz der guten Technik und Kondition unserer Spieler 6:2 für die KT

88. Natürlich fanden die IFZ-Kicker das erstmal blöd, aber Spaß gemacht hat

es ihnen trotzdem. Nachdem die erste Enttäuschung verarbeitet war, kam ihr

Ansporn zurück und die Idee, eine Eschersheimer Liga zu gründen, weckte ihr

Interesse. Motiviert haben sie mit dem Training schon wieder begonnen, mit

dem Ziel, das nächste Spiel zu gewinnen. Beeindruckt sind wir von der hohen

Frustrationstoleranz unserer Kinder, die den Spaß am Spiel nicht aus dem Auge

verlieren und die Herausforderung,

das nächste Spiel zu gewinnen,

annehmen.

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Heilpädagogischer Hort

Hort in der Falkstraße

Der Hort des IFZ in der Falkstraße wird von 40 Schulkindern besucht,

4 davon belegen Integrativplätze. Die meisten Kinder besuchen

die benachbarte Francke-Schule, eine Grundschule.

Der Herkunft der Familien aus verschiedenen Ländern Europas, aber

auch aus Asien und Afrika entsprechen wir durch eine interkulturelle

Zusammensetzung und Kompetenz des Teams. Die Begegnung von

Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religionen gehört zum

Alltag der Kinder und der Mitarbeiter unserer Kindertagesstätte.

Dabei ist es unser Anliegen, die Kinder, ausgehend von den Werten

und Besonderheiten, die sie aus ihrer Familie und ihren Umfeld mitbringen,

in ihrer Gesamtentwicklung und ihrer Persönlichkeitsbildung

zu fördern. Zusammen mit Kindern und Eltern wollen wir Gemeinsamkeiten

entdecken und ausbauen, aber auch Unterschiedlichkeiten

beachten und würdigen. Dabei bringen auch wir unsere eigenen

Lebenserfahrungen, Werte und Überzeugungen in die persönlichen

Kontakte mit den Kindern ein.

Arbeitsgrundlage

Wir arbeiten mit einem offenen Konzept. Dies soll den Kindern die

Möglichkeit geben, mehr Spielraum für ihre persönlichen Neigungen

und Interessen zu haben, nicht nur in Bezug auf die Auswahl der

pädagogischen Angebote sondern auch auf die Wahl der Kontakte

zu den Erwachsenen und den anderen Kindern im Hort. Stabilisierende

und orientierende Funktion hat dabei der Bezugspädagoge,

als Ansprechpartner und Interessenvertreter. Ein weiterer wichtiger

Faktor der pädagogischen Arbeit sind die Kinderkonferenzen, in denen

die gegenseitigen Interessen ausgehandelt und Regeln entwickelt

werden. Dabei hat sich insbesondere im Hinblick auf die aktive Beteiligung

der jüngeren Kinder bewährt, dass neben den regelmäßigen

Kinderkonferenzen der Gesamthortgruppe auch regelmäßige Treffen

in kleinen Gruppen mit dem jeweiligen „Bezugspädagogen“ stattfinden.

Kinder sind eher in der Lage, in einer kleinen Gruppe von

etwa acht Kindern, Wünsche und eigene Vorstellungen einzubringen,

aber auch Ärger zu äußern. In diesen Kleingruppenkonferenzen wird

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leichter über Hortregeln und die Verbesserung des alltäglichen Ablaufes

und des Umgangs miteinander diskutiert. Nachdem die Kinder in der

kleinen Gruppe gute Erfahrungen gemacht haben, fühlen sie sich sicherer,

ihre Anliegen in die große Gruppe einzubringen. Dies stärkt das demokratische

Handeln, mit Worten und Argumenten eigene Interessen

darzustellen und Kompromisse auszuhandeln.

Pädagogische Angebote

Ein besonderes Anliegen der Arbeit ist die Förderung der Integrativkinder.

Dabei helfen Kleingruppenangebote wie Backen, Musik, Bewegungsspiele,

Sprachspiele, Handarbeiten, Malen und Basteln. Dadurch werden

die Kinder nicht nur in ihren motorischen und geistigen Fähigkeiten

und Potentialen gefördert, sondern das gemeinsame Tun pflegt das Interesse

und die Beziehungen der Kinder untereinander. Einige der Projekte

sind nur durch die Partnerschaft mit anderen Einrichtungen wie

dem Sportverein (Nutzung der Halle für Bewegungsspiele), der benachbarten

Franckeschule (Turnhalle für Fußballtraining), dem Arbeitskreis

Zahnpflege (Ernährungswoche) oder der „Frankfurter Lesemäuse“ zu

realisieren.

Mehrere dieser Angebote sind in unseren letzten Jahresberichten beschrieben

worden. Im letzten Jahr hatten die Kinder viel Freude beim

Basteln, wobei in diesem Jahr ein besonderes Angebot herausgestellt

werden soll:

Hortkinder bauen ihr persönliches Pappmaschee-Tier

Das Angebot ist Basteln eines Pappmaschee-Tieres. Es war bewusst offen

gestellt, um den schöpferischen Phantasien der Kinder keine Grenzen

zu setzen. Jedes Kind aus einer kleinen Gruppe konnte sich selbst

entscheiden, welches Tier oder Fantasiewesen es anfertigen wollte. Zur

Vorbereitung malte jedes Kind „sein“ Tier. Dabei sprachen sie miteinander,

verglichen, hoben die jeweiligen Besonderheiten hervor und verdichteten

so ihre Vorstellungen. Manche Kinder wollten auch nicht viel

reden, konzentrierten sich auf die Auseinandersetzung mit ihrem Werk.

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Mit gegenseitiger Unterstützung bauten sie sich ein Gerüst aus Draht. Gemeinsam

wurde es begutachtet, daran gefeilt und mit eingekleisterten Zeitungspapierstreifen

umwickelt, bis der Draht darunter nicht mehr sichtbar

war. Als die Gestalt der Tiere erkennbar war, nahm der Arbeitseifer der Kinder

zu. Die nächste Schicht bestand aus eingekleisterten Kleenexstreifen. Da

zwischendurch die Tiere immer wieder trocknen mussten, hatten die Kinder

Zeit, den Fortgang der Arbeiten zu begutachten und sich gegenseitig zu helfen.

Schließlich konnten die Tiere bunt bemalt werden und nach erneutem

Trocknen mit Mähne Schnurbart, Glasaugen und Perlennase verziert werden.

Zwei Kinder bauten eine Meerjungfrau, die meisten wünschten sich aber eine

möglichst naturgetreue Nachahmung

von „ihrem Tier“. So entstand ein kunterbunter

Zoo: mit Katzen und Pumas,

einer Giraffe, einem Elefanten, einem

Nashorn, einigen Pferden und Hunden,

Schlangen, Fischen, Schmetterlingen,

Spinnen, einem Meerschweinchen und

zwei Meerjungfrauen. Jedes Kind hat

etwas Einmaliges geschaffen, genauso

einmalig wie es selbst. Handwerkliches

arbeiten, aus den persönlichen schöpferisches

Kräften gespeist, stärkt wichtige

personelle, soziale und praktische

Fähigkeiten.

Die Kinder staunten, was sie selbst geschaffen

haben.

Stolz präsentieren sie „ihre Tiere“.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

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KiTa Lindenviertel

In der KiTa Lindenviertel werden 105 Kinder im Alter von 3-12 Jahren

in 5 Gruppen zu 20 Kindern betreut. Wir haben eine altersübergreifende

Gruppe mit 21 Kindern im Alter 3-12 Jahren; eine Hortgruppe mit 20 Kindern

im Alter 6 -12 Jahren. Zurzeit betreuen wir in unserer Kindertagesstätte

1 Integrationskind.

Die Kita-Lindenviertel fühlt sich in ihrem vierten Jahr sehr heimisch in Unterliederbach.

Wir haben uns gut etabliert und sind im Einzugsbereich sehr gefragt.

Weiterhin sind wir mit anderen Institutionen vernetzt. Auf institutioneller

Ebene wurde die Zusammenarbeit mit dem Caritasverband, der Robert-Blum-

Schule und Walter-Kolb-Schule sowie der Städtischen Erziehungsberatungsstelle

ausgebaut.

Auch der Erfahrungsaustausch im Stadtteilarbeitskreis und die dadurch entstandenen

Kontakte zu den MitarbeiterInnen des Sozialrathauses, der Kirchengemeinden

und des Quartiersmanagements trugen zu unserer Eingliederung bei.

Bildung - Erziehung - Betreuung

Die drei Säulen der KiTa Lindenviertel

Wir verstehen unter Bildung - Erziehung - Betreuung einen andauernden Lernprozess.

In unsere Kindertagesstätte erhalten Kinder eine umfassende ganzheitliche

Begleitung und Förderung. Es ist unser Ziel, jedes einzelne Kind in seiner

gesamten Persönlichkeit zu stärken. Dazu gehört es, selbstständig zu handeln

und eigene Entscheidungen zu treffen. Diese Möglichkeiten bieten wir allen Kindern.

Ein anregungsreiches Umfeld und motivierende Impulse unterstützen die

Neugierde und Lernfreude. Die Basisräume in unserer Einrichtung sind vielseitig

und übersichtlich gestaltet. Bildungsthemen finden bei der Ausstattung von

Räumen Berücksichtigung. Materialien sind für die Kinder frei zugänglich und

laden zum Experimentieren und Spielen ein. Bildungsinhalte orientieren sich an

der Lebenswelt und den Interessen der Kinder.

Das Kita-Team setzte sich hierfür sehr aktiv mit den Themen der Kinder in den

Dienstbesprechungen; Entwicklungsgesprächen und Klausurtagen auseinander.

Im März 2008 fanden 2. Klausurtage statt mit den Themen:

• Wie viel Eigenaktivität- Selbstbestimmung mit Eigenverantwortung lassen

wir bei dem kindlichen Bildungsprozess zu?

• Wie viel Ermunterung erfährt ein Kind, sich die Welt auf seine Art und

Weise anzueignen?

• Bildung und Bewegung oder Bewegung bildet.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Die Aufstellung liefert auf einen Blick alle wichtigen und wesentlichen Erkenntnisse

dieser Klausurtage woraus sich für die Weiterarbeit folgende Schwerpunkte

ergaben:

• Bild vom Kind

• Partizipation von Kindern

• Vielfalt der Pädagogik

• Partizipation von Eltern

• Transparenz & Kommunikation

• Kooperation & Kooperation & Vernetzung

• Umgang mit Kritik

• Aus-, Fort- Weiterbildung

Unsere pädagogische Praxis richtete sich im Jahr 2008 nach den Schwerpunkten

in der Arbeit mit Kindern auf der Grundlage gezielter Beobachtung und

gemeinsamer Gespräche. Wir entwickelten mit den Kindern Angebote und

Projekte, die sie in der Entwicklung ihrer musischen, sprachlichen, kreativen,

naturwissenschaftlichen, sozialen und motorischen Interessen unterstützen.

Einige Beispiele hierfür :

Bildung und Bewegung oder Bewegung bildet!

„Wenn man bis sieben dazu animiert wurde, neugierig zu sein, selber Antworten

zu suchen, dann öffnet einem die Schule Horizonte... Aber wenn einem bis

sieben diese Neugier abgezogen wurde, wurde alles zu Zwang“

„Bewegung ist eine elementare Form

des Denkens“ (Gerd E. Schäfer)

Die Bewegungserziehung steht in der

Kindertagesstätte Lindenviertel für eine

Pädagogik, die das Kind mit seinen individuellen

Lernvoraussetzungen in der

den Mittelpunkt stellt. Sie versteht sich

als Methode zur Entwicklungsförderung

im ganzheitlichen Sinne. Es ist ein enges

Zusammenspiel organisch-motorischer

und seelischer Momente. Gerade in

unserer bewegungsarmen Umwelt ist

es Kindern oft nicht möglich, diese für

ihre sozial-emotionale, motorische und

sprachliche Entwicklung so wichtigen

Erfahrungen zu sammeln.

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60

ErzieherInnen beobachten die Kinder bei ihren Bewegungsabläufen und ihren

Interaktionen. ErzieherInnen kennen die Bewegungsbedürfnisse einzelner Kinder

und ermutigen sie, wenn sie neue Bewegungen erproben. ErzieherInnen

vermitteln den Kindern durch eigene körperliche Aktivität Freude an Bewegung

im Laufen, Klettern, Kriechen. Die Kinder haben während des gesamten Tages

verschiedene Gelegenheiten zu grobmotorischen Aktivitäten. Diese selbst

gewählten Aktivitäten werden durch regelmäßige Bewegungsangebote in der

Gruppe und für einzelne Kinder ergänzt. Sie beziehen die unterschiedlichen

Bewegungsfertigkeiten der Kinder in die Planung der Angebote ein. Dabei respektieren

sie individuelle Vorlieben und Grenzen von Kindern.

Speziell für den Bewegungsbereich bietet eine studentische Mitarbeiterin

(Sportwissenschaftlerin) dreimal in der Woche gruppenübergreifende Bewegungseinheiten

an. Ihr Focus hierbei liegt:

• Bewegungsspiele

• Wahrnehmungsförderung

• Trampolin springen, Koordinationsübungen

• Spielerische Übungen zur Konfliktlösungen

• Entspannungssituationen

V o r s c h u l a r b e i t

Förderung der Schulbereitschaft

Im Rahmen unserer Vorschularbeit ging

es um folgende Themen:

• Bildung der Gruppen und Namensfindung

• Eröffnungsfeier mit Kindern

• Mappenherstellung mit selbst gemalten

Bildern und Symbolen

• Wer bin ich? Wo wohne ich?

Wer gehört zu meiner Familie?

• Stadtteilbezogene Erkundung (Bücherei, Museum,

Kirchen, Mosche, Synagogen, Theater, Friedhof,

Bahnhof, See und Wald)

• Schule

• Bäcker

• Polizei, Feuerwehr, Krankenhaus

• Wochenmärkte

• Verkehrerziehung

• Abschlussfeier

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

In einer gruppenübergreifenden Elternversammlung wurden Eltern über die

Vorschularbeit und den Ablauf informiert.

Die Vorschulgruppen haben sich einmal in der Woche für ca. 2 Stunden getroffen

und wurden von 4 Erzieherinnen betreut.

Der Höhepunkt die Vorschularbeit war dieses Jahr wieder die Übernachtung in

der KiTa. Nach dem Grillabend haben wir uns auf die Schatzsuche gemacht. Es

gab auch eine Kinder-Disko!! Nach dem gemeinsamen Frühstück am nächsten

Morgen wurden dann alle Kinder von ihren Eltern abgeholt.

Sprachförderung

„Sprechen lernen - das Hervorbringen und Verstehen zunehmend komplexer

sprachlicher Gebilde, die sich in der einen oder anderen Weise auf die Wirklichkeit

beziehen - bedeutet

die wachsende Verfügung

über eine zentral wichtige

Kulturtechnik. Es ist

Grundlage sowohl für

eine zufrieden stellende

persönliche Lebensführung

als auch für die

Teilhabe an allen öffentlichen

Belangen“ (Hartmut

Kupfer). In diesem

Sinn gestaltet auch die

Kindertagestätte Lindenviertel

Sprachförderung,

die einmal in der Woche in 4 Gruppen stattfindet. Wir bieten den Kindern in

einem geschützten Raum die Möglichkeit, mit anderen Kindern ihre Sprache

auszuprobieren und weiter zu entwickeln.

Im Rahmen der Sprachförderung mit Kindern ging es um folgende Anlässe:

• Alle Kinder werden in ihrer Sprachentwicklung gefördert

• Förderung findet von Anfang an statt

• Sprache wird immer bewusst eingesetzt

• Alle ErzieherInnen werden qualifiziert

• Die Qualifizierung findet in der Arbeit statt

• Die gesamte Bildungsumwelt der Kinder wird in den Blick genommen

• Freude am Lernen steht bei klein und gros im Mittelpunkt

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„Mein Körper“ gehört mir!

Fragen wie: Aus was setzt sich mein

Körper zusammen? Oder: Was kann

mein Körper denn alles? interessieren

die Kinder der Ginkogruppe. Nun ist es jedoch nicht nur wichtig zu wissen, aus

was unser Körper besteht und was man mit ihm alles „anstellen“

kann, sondern auch den Kindern zu vermittelten,

das ihr Körper „ihnen“ gehört und sie entscheiden, ob sie

Körperkontakte zulassen oder nicht.

Die vielfältigen Sinneseindrücke gilt es im Kindergarten

weiter zu fördern und dabei alle Sinnesorgane anzusprechen.

Je stärker die Kinder ein Gefühl dafür bekommen,

wie sie persönlich sinnlich ansprechbar sind im Hören, Sehen,

Schmecken, Riechen, Tasten und Fühlen, desto wahrscheinlicher

sind seelische Ausgeglichenheit und Wohlbefinden.

Unsere Ziele:

• Kennerlernen des Körpers mit allen Sinnen

• Identifikation mit dem eigenen Geschlecht

• Ich-Kompetenz stärken

• Eigene Gefühle ausdrücken können

• Sich abgrenzen, „nein“ sagen können

Hortgruppe

In vielen Bereichen haben die Akazien-, und die Kastaniengruppen im Jahr 2008

zusammen gearbeitet

Seit 2007 ist der Hort im Kinderparlament, d.h. die Kinder, aber auch die Erwachsen

tauschen sich unter den Horten in Frankfurt-Höchst aus.

Die Kinder können im Kinderparlament ihre Wünsche und Anliegen vorbringen.

Im letzten Jahr gab es einige Aktionen.

• Das große Sportfest mit einem Fußballturnier

• Ausflug in den Kletterpark nach Offenbach

• Herbstferienprojekt: Erkunden des Stadtteils Höchst

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Neben den Aktionen und unserer Arbeit im Kinderparlament haben wir natürlich

auch unsere AGs und Hausaufgaben im Hort.

Es gibt in der Woche verschiedene AG`s (Mathe, Englisch, Lesen).

Außerdem findet 3x in der Woche das Turnen statt.

Von Montag bis Donnerstag machen wir 90 Minuten Hausaufgaben.

Der Freitag ist hausaufgabenfrei, d.h. wir machen an diesem Tag Ausflüge.

In den Ferien finden regelmäßig Ausflüge wie z.B. Eislaufen, Zoo,

Museumsbesuch, Wandern, Zirkus, etc. statt.

Projekt: „ Kindern tausend Sprachen geben“

Medien sind aus der heutigen Zeit nicht mehr weg zu denken. Analoge und digitale

Medien sind Teil der Kinderkultur und des Kinderalltags, auch in der Kita.

Ihre Bedeutung für Kinder nimmt zu, und von diesem Fakt ausgehend muss sich

eine moderne Pädagogik auch mit modernen Medien wie PC auseinandersetzen,

bzw. diese Medien in ihrer Arbeit mit einem aktiven medienpädagogischen

Ansatz einbeziehen.

In unserem Projekt ging es um ‚Übersetzungen’ von Sprache, Geräuschen und

Musik in andere Ausdrucksformen wie Bildergeschichten am PC, Klanginstallationen,

Fotografien.

Wir waren mit den Kindern im Opel-Zoo, dort haben sie verschiedene Tiere

fotografiert, und mit diesen Fotos haben die Kinder am PC mit dem Programm

Ani-Point einen kleinen Film gemacht.

Holzwerkstatt

Die Kinder erfahren notwendige

Handlungsabläufe und erleben

Entstehungsprozesse durch

ihr eigenes handeln. Hier haben

die Kinder Umgang mit unterschiedlichen

Werkzeugen kennen

gelernt und damit verschiedene

Materialen bearbeitet.

Viele Kinder haben in unserer Holzwerkstatt erste Erfahrungen

mit dem Material Holz und mit den für die Bearbeitung nötigen Werkzeugen

gesammelt.

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Ausflüge

Ausflüge gehören zum umfangreichen Angebot unserer Arbeit. Regelmäßig finden

kleinere und größere Ausflüge in den Ferien statt, z. B. besuchten wir

• Spielplätze in der Umgebung

• den Markt

• den Opelzoo

• die verschiedenen Abenteuerspielplätze

• den Reiterhof mit Informationen über Landwirtschaft und der

Reitmöglichkeit für Kinder

• die Burg Königstein

• das Kino

• den Schwanheimer Wasserspielplatz

• oder machten kleine Wanderungen im Wald

Neu im Programm seit 2008 ist unsere Tanzgruppe

Eine Gruppe von 9 Mädchen gründete eine Tanzgruppe zur Musik von Madonna

und Nena. Mit viel Freiraum, aber auch unter Anleitung, entwickelten sie eine

kleine eigene Choreographie. Im

Vordergrund standen die Lust

und der Spaß an Tanz und Bewegung.

Die Mädchen trauten sich immer

mehr und es stärkte das Selbstbewusstsein.

Ästhetisch

musikalische Grundbildung

Seit November 2008 findet jeden

Montag „ästhetisch musikalische

Grundbildung“ statt.

Alle Kindergartenkinder nehmen am Musikprojekt in fünf Gruppen für jeweils

30 Minuten teil.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Der Unterricht beginnt mit einem Erwärmungsspiel für den Körper. Der Musiklehrer

wendet die Methode der Solmisation an (Singen nach Handzeichen und

Silben). Jeder Ton (do, re, mi) wird mit einem Handzeichen, das mit der Höhe

des Tones kombiniert wird, verbunden. Sie hilft, eine innere Tonvorstellung zu

erlernen.

Die erlernten Zeichen werden gesungen. Die Stufen do, re, mi usw. werden

gesungen und gleichzeitig durch entsprechende Handzeichen körperlich umgesetzt.

Kinder, die Solmisation erlernen, können später besser Noten lesen.

Auch die Konzentrationsfähigkeit wird verbessert.

Ziel des Musikprojekts ist es nicht, den Kindern eine musikalische Ausbildung zu

geben, sondern ihnen einen Zugang zu musikalischem Erleben zu ermöglichen.

Ziele des Projekts sind:

• Hören und zuhören lernen

• Musik spielerisch wahrnehmen

• Rhythmen erfassen

• Melodien erfassen

• Musik in Bewegung umsetzen

• Gefühle in Musik umsetzen

• Die eigene Stimme „entdecken“

• Gemeinsam singen

• Klänge entdecken und selber machen

• Musikstücke / Lieder kennen lernen

• Einbezug von Melodie-Instrumenten

(z.B. Xylofon)

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Projekt:

Frühstück / Ernährung

Auf einem Elternabend wur-

de intensiv über die Bedeutung des Frühstücks

diskutiert und beschlossen, diesem

eine besondere Bedeutung zuzumessen.

Die Eltern waren bereit einen zusätzlichen

finanziellen Beitrag zu leisten, so dass ErzieherInnen und Kinder besondere Einkäufe

für ein hochwertiges Frühstück organisieren konnten. Das gemeinsame

Frühstück kommt bei den Kindern sehr gut an und regt das Interesse an für die

Frage: Wo kommt das Essen her?

Informationen über eine gesunde Ernährung: vom Supermarkt - vom Bauernhof

- vom eigenen Garten - vom Markt

• Wie werden die einzelnen Lebensmittel zubereitet?

• Welche Lebensmittel kommen für unser Frühstück überhaupt in Frage?

• Welche Küchengeräte benötigen wir?

• Unterschiedliche Lebensmittel und deren Zubereitung kennen lernen

• Zusammenhang zwischen Gesundheit und einer gesunden

Ernährung vermitteln

• Kinder sollen Eigenverantwortung im Bezug auf ihr Essverhalten

entwickeln

• Nachhaltige Verhaltensänderung im Bezug auf die Ernährung

• Einbindung der Eltern in das Projekt, um ihnen Informationen

über eine gesunde Ernährung zu vermitteln

Alt & Jung gehören zusammen

Innerhalb eines Projektes haben wir mit den Omas Tanten und Eltern der Kinder

der Palmengruppe verschiedene Aktivitäten unternommen. Es gab einen

gemeinsamen Ausflug mit Vätern zu einem nahe gelegenen Spielplatz. Hier wurde

Feuer gemacht, Brot gebacken. Omas haben sich in der KiTa getroffen. Auch

hier wurde mit den Kindern gebacken, vorgelesen und Lieder gesungen. Väter,

Kinder, Omas, Tanten und Mütter waren über die gemeinsamen Unternehmungen

begeistert und bewegt. (insbesondere die Väter)

Feste feiern, Vielfalt fördern

In unserer Kindertagesstätte werden Kinder aus allen Erdteilen, aller Hautfarben

und verschiedener Sprachen, Herkunft und Kulturen zusammen betreut.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Kinder aus ca.15 verschiedenen Nationen bzw.

mit einem Migrationhintergrund leben und

spielen in der KiTa-Lindenviertel miteinander

und wir sehen dieses als große Bereicherung.

Das Zusammenleben bietet viele Lernmöglichkeiten,

die wir bewusst für bestimmte Anlässe

aufgreifen und hier zählen insbesondere religiöse

und jahreszeitliche Feste.

Den Anfang

machten wir mit Fasching.

Darauf folgte das Osterfest, das in vielen Kulturen eine und dieselbe Bedeutung

im religiösen Sinne hat. Es geht um einen

Neubeginn, der Kreislauf des Lebens beginnt

von vorne.

Das Zuckerfest ist den Kindern gewidmet.

Daher bedarf es einer besonderen Aufmerksamkeit.

Die Vorbereitungen für das Fest waren

sehr aufregend. Als Überraschung für

die einzelnen Kinder, wurden Zuckertüten

mit Geldstücken und orientalische

Früchten befüllt und vorbereitet.

Den Höhepunkt bildete die gemeinsame

Hennabemalung mit Kindern,

Eltern und ErzieherInnen. Alle Eltern

haben sich an den Feierlichkeiten

beteiligt und mit Köstlichkeiten

unser Buffet bereichert.

Unser Laternenumzug mit den Kindern

wurde von Eltern, Verwandten und Feuerwehr

begleitet. Spontan schlossen sich auch unsere

Nachbarn an. Anschließend wurde Feuer gemacht,

Brot gebacken und fröhlich gesungen

und gespielt.

Das Jahr 2008 schlossen

wir mit einer besinnlichen

Adventszeit ab.

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A l o i s • E c k e r t • S c h u l e ,

E s c h e n h e i m e r A n l a g e 2 0 A

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Alois-Eckert-Schule, Eschenheimer Anlage 20 A

2008 feierte die Alois-Eckert-Schule ihr 30-jähriges Bestehen. Zu ihren Aufführungen

wurden unseren Schülerinnen und Schülern von dem Theaterpädagogen

Georg Bachmann rote Nasen verpasst. Und da es schwer ist, unsere Kinder

über ihre Schule anzusprechen, ohne ihre Probleme verschweigen zu wollen,

kam es unserem Schulamtsdirektor Kilian in den Sinn: „Es gibt in Frankfurt nur

wenige Plätze für Kinder mit roten Nasen!

So fiel uns später analog zu „red light district“ eben „red nose district“ ein.

Wenn man googelt stellt man fest, dass dieser Begriff bereits ebenfalls in Amsterdam

besetzt ist, und zwar von einem Zirkus, in dem vor allem Feuerspeier

auftreten. Auch das würde ab und zu passen, wenn so manch einer oder eine

nicht mehr weiß, wohin mit ihrer inneren Wut.

Im Folgenden geben wir einige Auszüge aus Reden wider, die zum 30-jährigen

Jubiläum gehalten wurden und die das Thema

„Probleme und Defizite der Schülerinnen und

Schüler“ von verschiedenen Seiten aus

beleuchten:

Schulamtsdirektor Kilian :

„Die AES ist in der Frankfurter

Schullandschaft ein wichtiger

Bestanteil, weil wir hier

nur sehr wenige Plätze für

Schüler mit roten Nasen

haben.“

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Als ich drinnen war habe ich gemerkt, das ist ein Ort, wo sich alle Schüler, Lehrer

und der Schulleiter sehr wohl fühlen, wo sie gerne lernen und arbeiten.

Es herrscht ein sehr gutes Klima hier in diesem Kollegium. Das spürt man, wenn

man von draußen reinkommt, auch nur für einen Tag. Das nimmt man immer

wieder mit.

In so einer Arbeit hier an dieser Schule gibt es natürlich auch immer wieder

mal Probleme. Kleinere oder größere. Manchmal werden solche Probleme nach

Außen getragen, da gehen Leute zum staatlichen Schulamt und beschweren sich

und das ist dann immer denke ich schon eine große Herausforderung für die

Schule und das Staatliche Schulamt. Damit vernünftig umzugehen, gelingt uns

glaube ich nur deswegen, weil wir ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zueinander

haben. Das schätze ich an der Zusammenarbeit mit Ihnen und möchte mich

an dieser stelle dafür herzlich bedanken.“

Unsere Supervisorin, Frau Barthel-Rösing, gab den Schülerinnen und Schülern

folgendes mit auf den Weg:

„Wenn man etwas bespricht, verändert es sich. Dabei ist es manchmal

gut, sich ein bisschen Zeit zum Denken zu lassen, bevor man losredet.

Ich glaube, Eure Lehrerinnen und Lehrer vermitteln Euch da sehr viel, was

Ihr im Leben gut gebrauchen könnt.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Keiner kann Schwieriges alleine schaffen. Es braucht die Zusammenarbeit aller

- die gute Zusammenarbeit auch mit denen, die Leitungsverantwortung tragen.

Je besser die Professionellen zusammenarbeiten, desto sicherer können sie eine

haltende Umwelt schaffen - den jüngeren Schülern, die diese für ihre Entwicklung

unbedingt benötigen, aber auch den größeren Schülern, die gegen den Halt

rebellieren, weil sie sich davon festgehalten fühlen. Auch die brauchen Personen,

an denen sie sich orientieren und mit denen sie sich auseinandersetzen können,

die ihnen zuhören, wenn sie widersprechen.

Manchmal sind Halten und Festhalten schwer zu unterscheiden – Festhalten,

das Bewegung verhindert (was auch zuweilen nötig ist) und Halten, das Schutz

und Geborgenheit gibt für ein freies Bewegen, das auch die anderen nicht umrennt.

Mit den anderen auszukommen - die man sich ja nicht aussuchen kann - ist eine

lebenslange Aufgabe: es hinzukriegen, eine eigene Meinung und einen eigenen

Standpunkt zu entwickeln, mit den anderen nicht immer überein zu stimmen

und dennoch die anderen zu respektieren und zur Geltung kommen zu lassen,

ohne vor Neid und Wut auszurasten.

Wenn man soviel Kraft in sich spürt, dass man draufschlagen könnte, und

es schafft, diese Kraft besser zum Denken zu nutzen, dann ist man wirklich

stark.“

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Für den Schulträger, das Internationale Familienzentrum, äußerte sich der stellvertretende

Vorsitzende des Vereins, Herr Adrian:

„Manchmal denken Eure Eltern und vielleicht auch Eure Lehrer, ihr seid

so etwas wie von einem anderen Stern, ihr seid Wilde, ihr seid Aliens. Aber

auch wenn die Lehrer oder die Eltern irgendwo überall rote Lämpchen

sehen und denken, das halten wir nicht mehr aus, dann meine ich, könnten

wir ihnen heute mal zeigen, dass es an Euch ganz viele liebenswerte

Seiten gibt.“

Und das zeigten sie dann auch. Die akrobatischen und kabarettistischen Szenen

wurden vom Publikum mit großem Beifall bedacht und die anschließende

Bewirtung der Gäste tatkräftig von einigen Eltern unserer Kinder und dem

Catering-Service des psychosozialen Zentrums mit Bravour absolviert. Dreißig

Jahre des Haltens und manchmal auch Aushaltens in der Alois-Eckert-Schule

wurden somit lohnend abgeschlossen.

Was wird in den nächsten 30 Jahren?

Pünktlich vor Jahreswechsel haben Bundestag und Bundesrat die UN-Konvention

zur Einbeziehung Behinderter in das Bildungssystem verabschiedet. Das

Vertragsgesetz trat am 1.1.2009 in Kraft:

„Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Menschen mit Behinderungen

auf Bildung. Um dieses Recht ohne Diskriminierung und auf

der Grundlage der Chancengleichheit zu verwirklichen, gewährleisten die

Vertragsstaaten ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen und lebenslanges

Lernen...“

Förderschulen dürfte es demnach nicht mehr geben, uns also auch nicht. Einstweilen

wird jedoch über die Übersetzung von „inclusion“ in Integration gestritten

oder sich mit den Folgen der Bankenkrise für die Realwirtschaft beschäftigt.

Wenn nun irgendwann die „Kinder mit den roten Nasen“ in die allgemeine

Schule zurück sollen, gehen wir eben mit.

Die Wunden aus gestörten Beziehungen können nur durch verlässliche Beziehungen

heilen. Wenn überhaupt. Es ist sehr schwer, den gordischen Knoten aus

Angst, Wut, Versagen, Verletzungen und Lethargie zu zerschlagen. Wenn es aber

trotzdem sein soll, arbeiten wir weitere 30 Jahre daran. Hier oder dort. Glück

auf!

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Anzahl der Schülerinnen und Schüler der Alois-Eckert-Schule

2008

2008 besuchten 45 Jungen und 6 Mädchen die Alois-Eckert-Schule

Aufteilung nach Nationalitäten:

Nationalität Jungen Mädchen

afghanisch 2

algerisch 1

bengalisch 1

bosnisch 2

deutsch 27 6

ghanesisch 1

marokkanisch 2

palästinensisch 1

polnisch 1

türkisch 7

zusammen 45 6

Rückschulung und Hauptschulabschluss

2008 bestanden drei Schüler die externe Hauptschulabschlussprüfung, zwei

Schüler wurden rückgeschult.

Der Namensgeber

Die Alois-Eckert-Schule wurde nach dem früheren Stadtpfarrer, Prälat Alois

Eckert, benannt. Alois Eckert wurde am 16.2.1890 in Hochheim am Main geboren.

Im Dritten Reich half er von der Nazidiktatur Verfolgten und war nach dem

Kriege maßgeblich am Aufbau katholischer Sozialdienste in Frankfurt beteiligt.

Alois Eckert starb am 5.12.1969 in Frankfurt am Main.

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Jugendberufshilfe / Jugendsozialarbeit

2008 - der Neubeginn der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen!

Nach 2-jähriger Unterbrechung konnte sich die Berufsvorbereitung für Rehabilitanden wieder

neu aufstellen. Mit den nunmehr nur fünf Berufsfeldern Garten- und Landschaftsbau, Hotel-

Gaststätten und Hauswirtschaft, Lager/Handel, Farbe/Raumgestaltung und Metall. Da wir im

Rahmen der Umstrukturierung des Modellprojektes Move-Reha den Bereich Metall aufgelöst

hatten, findet dieser Teil des Angebotes jetzt im Hause der Volksarbeit statt, in Überlassung

der Räume und der Überlassung einer über Jahre in der Berufsvorbereitung von Rehabilitanden

bewährten Schlosserin.

Der Lehrgang ist nach wie vor nach dem neuen Fachkonzept aufgebaut:

Nach der Eignungsanalyse werden in jedem Berufsbereich Berufsorientierung, Grundstufe, Förderstufe

und eine Übergangsqualifizierung angeboten, sowie, in allen für die Zielgruppe in Frage

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

kommenden Berufsfeldern des Arbeitsmarktes, Bausteine in Kooperation mit Betrieben.

Ein/e Ausbilder/in unterweist die Jugendlichen fachpraktisch und fachtheoretisch in den Werkstätten

des IFZ und führt sie an die Inhalte des jeweiligen Berufsfeldes (in Anlehnung an das

erste Ausbildungsjahr) heran.

Die notwendigen Grund- und Fachkenntnisse werden den Jugendlichen in überschaubaren,

am Arbeitsmarkt orientierten Einheiten, die methodisch und didaktisch an den individuellen

Leistungsstand angepasst sind, vermittelt.

Zu jedem Berufsteam gehört ein/e Sozialpädagoge/in, der/die

hilft die persönlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen

(Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, Begleitung und Förderung

der Persönlichkeitsentwicklung usw.) der Jugendlichen

zu erweitern, die diese benötigen, um eine Arbeit aufzunehmen

oder eine Ausbildung zu bewältigen.

Sozialpädagogen/innen begleiten, motivieren und unterstützen

die Jugendlichen durch vielfältige Methoden der Prävention und

aktuellen Intervention, sowie in Einzelberatung und in sozialpädagogischen

Gruppenangeboten. Die darüber hinausgehenden

Gruppen übergreifenden Settings der früheren Lehrgänge, wie

Gesundheitsprojekte (Impfprojekt, Ersthelfer von Morgen, Hygieneschulung,

Gesundheitsbelehrung nach dem Infektionsschutzgesetz,

Zahnprophylaxe, Aidsmobil), Sport AG, Adipositas-Gruppe,

Motologie-Gruppe, müssen jetzt neu an die Bedürfnisse der

Teilnehmer und an die zusätzlichen vorhandenen Qualifikationen

des Teams angepasst werden.

In Kooperationsprojekten mit dem Institut für Sozialarbeit

werden Einheiten zur Bewerbung durchgeführt, in denen sogenannte

„Job Profis“ Rehabilitanden, die für den ersten Ausbildungs-

oder Arbeitsmarkt vorgesehen sind, intensiv trainieren

und die betreuenden Mitarbeiter/innen des IFZ aktuell, aus den

Personalabteilungen heraus, über die Anforderungen von Arbeitgebern

an die Bewerber informieren.

Die Interessensvertretung der Jugendlichen, die Absprache mit

der Arbeitsagentur und die Abstimmung des Förderangebotes

werden nach dem neuen Fachkonzept von den Bildungsbegleitern

übernommen.

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Für die Förderung der kognitiven Fähigkeiten und Kenntnisse und für die Vermittlung

von methodischen Kompetenzen (z. B. Lernen lernen, Informationserwerb

und -bearbeitung) sind die Lehrer/innen des IFZ zuständig.

Entsprechend den Anforderungen des Qualifizierungsplanes werden die Jugendlichen

durch allgemein bildenden Unterricht, Stütz- und Förderunterricht

in Mathematik, Deutsch und Gesellschaftslehre, Sprachförderung, Lese-Rechtschreibtraining,

Dyskalkulie-Gruppen und EDV-Unterricht von den Lehrkräften

in ihrer Berufsorientierung und -vorbereitung unterstützt.

Der Unterricht wird Berufsfeld übergreifend in Leistungsgruppen angeboten.

Der Eignungsanalyse werden die jeweiligen Stärken und Schwächen der Jugendlichen

entnommen, um so für jeden, entsprechend seinen Fähigkeiten, ein passgenaues

schulisches Angebot zu erstellen. Außerdem besuchen die Jugendlichen

einmal in der Woche die zuständige Berufsschule, die Phillip-Holzmann-Schule.

Ist eine Berufswahl getroffen, oder steht ein Ausbildungs- oder Arbeitsplatz in

Aussicht, besteht die Möglichkeit entsprechende Fachklassen der verschiedenen

Frankfurter Berufsschulen zu besuchen.

Das Augenmerk aller Beteiligten liegt, den Erwartungen der Arbeitsagentur entsprechend,

verstärkt auf dem Fokus der Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt,

was eine exakte Lernortbestimmung voraussetzt.

Lernorte:

Ausbildung

Berufsbildung

Ausbildung

Sonst. Reha

BaE-Reha

Ausbildung

BaE

Ausbildung

betrieblich

mit Hilfen,

div

Arbeitsaufnahme

Verbleib in

BvB Ziel

Arbeit

Die Arbeit der Kompetenzagentur (KA), dem Kooperationsprojekt mit dem

IB-Technikzentrum für Mädchen und Junge Frauen, hat im Jahr 2008 eine tiefgehende

Änderung erfahren. War im ersten Jahr des Projektes das Ziel die Etablierung

der Kompetenzagentur an den 4 Partnerschulen, musste dieser Ansatz

im zweiten Jahr bereits weitgehend umstrukturiert werden, da eine Änderung

der Vorgaben durch den Projektträger erfolgte. Der präventive Ansatz frühzeitiger

beruflicher Orientierung an den Schulen (in Klasse 7 und 8) wurde

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

aufgegeben. Hauptzielgruppe sind nunmehr Jugendliche, die die Schule verlassen

werden oder schon verlassen haben und vor mehrfachen Hemmnissen am Einstieg

in das Berufsleben stehen. Entsprechend wurde das Angebot passgenau

im Netzwerk der jeweiligen Akteure, in Bezugnahme auf die neuen Vorgaben,

abgestimmt und neue Kooperationspartner gesucht.

Arbeit an den Schulen

Die Kompetenzagentur Frankfurt ist weiterhin an vier Schulen aktiv. Trotz der

konzeptionellen Änderungen wurde für keinen Jungen und kein Mädchen die intensive

Fallarbeit eingestellt. SchülerInnen aus den 9. Klassen und Schülerinnen

und Schüler mit 10 Schulbesuchsjahren wurden erneut in das Case Management

aufgenommen, um Perspektiven für die Eingliederung in den Arbeits-/ bzw.

Ausbildungsmarkt zu erarbeiten und gezielt Fördermaßnahmen auf den Weg zu

bringen. Ihr Anteil wird in Zukunft nur noch maximal 30 Prozent der betreuten

KlientInnen ausmachen.

Bis zum Sommer wurden an den Partnerschulen noch die vereinbarten Kompetenzfeststellungen

durchgeführt. Die Ergebnisse wurden dokumentiert und

in Förderplänen festgeschrieben. In Gesprächen wurden diese Ergebnisse den

SchülerInnen, LehrerInnen und auf Wunsch den Eltern erläutert und passende

Praktikumsstellen zur Berufsorientierung oder Übergänge im Anschluss an die

Schule gesucht.

Neben den 9. Klassen nahmen auch noch SchülerInnen der 7. Klassen bis zum

Schuljahresende an insgesamt 6 Kompetenzfeststellungen, jeweils nach Geschlechtern

getrennt, teil. Damit wurden die Klassen übergreifenden regelmäßigen

Kompetenzfeststellungen an den Schulen beendet. In den Schulen wurden

auf diesem Wege noch einmal insgesamt 98 Jugendliche erreicht.

Gesamt Mädchen Jungen

Ludwig Richter Schule 20 8 12

Hostatoschule 39 11 28

G e o rg - A u g u s t - Z i n n -

Schule

13 6 7

Kerschensteiner Schule 26 13 13

Anzahl 98 38 60

77


78

Case Management

Das Case Management hat durch die Veränderungen im Konzept ein

anderes Gesicht erhalten. Aufgrund der veränderten Zugänge von den

kooperierenden Institutionen in die Kompetenzagentur und der veränderten

Altersstruktur, ist die Arbeit mit den Klienten vielschichtiger und

beratungsintensiver geworden. Durch die vielfältigeren Problemlagen, die

heterogene Klientenstruktur und durch den häufigen Kontakt mit dem

Elternhaus oder durch flankierende sozialpädagogischen Maßnahmen,

sowie durch das große Einzugsgebiet (in der Regel das gesamte Stadtgebiet

Frankfurts), ist die betreuende Arbeit deutlich intensiver. Pro Case

Managerin wird nun, je nach Intensität der zu betreuenden Fälle, eine

Fallzahl 35 - 40 Teilnehmenden angestrebt. 2008 waren insgesamt 189

Jugendliche im Case Management.

Netzwerkarbeit

Die Netzwerkarbeit ist und bleibt als Querschnittsaufgabe ein durchgängiges

Aktionsfeld der KA Frankfurt. Wurde bisher die Arbeit der KA

als Transferleistung auf verschiedensten Ebenen im schulischen Kontext

bekannt gemacht und die Kooperation an Schulen aktiv mitgestaltet,

steht nunmehr die Verzahnung mit anderen Institutionen der Jugendhilfe

und die konkrete Zusammenarbeit mit der Streetwork Innenstadt, der

Kriseninterventionsstelle für Stricher und der Jugendgerichtshilfe oder

den Einrichtungen für wohnungslose Jugendliche im Vordergrund. Hier

müssen noch weitere Partner und Schnittstellen gefunden werden.

Darüber hinaus hat die KA Frankfurt in drei Beiratssitzungen ihre Partnerschaften

festigen und zu einer soliden Unterstützungsstruktur komplettieren

können.

Die VertreterInnen der Jugendmigrationsdienste, des Amtes für Multikulturelle

Angelegenheiten, der Handwerkskammer, der Industrie und

Handelskammer, des staatlichen Schulamtes, des Stadtschulamtes, des

Jugend- und Sozialamtes, der Bundesagentur für Arbeit und des Rhein-

Main-Jobcenters sind eine große Unterstützung bei der Umsetzung aller

strukturbedingten Veränderungen des Jahres 2008.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Entwicklung der regionalen Verankerung

Entgegen der sehr guten Zusammenarbeit im operativen Bereich gestaltete

sich die Verankerung der Kompetenzagentur, aufgrund lokaler Umstrukturierungsprozesse

im Bildungsbereich und wechselnder Zuständigkeiten auf der

Ebene der maßgeblichen Steuerungsinstitutionen, schwieriger, langwierig und in

kleinen Schritten. Mittlerweile ist jedoch die Akzeptanz der Kompetenzagentur

Frankfurt bei allen maßgeblichen Gremien der Stadt gegeben.

Jugendliche Klienten in 2008

alle Beratung Case Management

männlich 114 40 (35%) 74 (65%)

weiblich 75 32 (43%) 43 (57%)

Anzahl gesamt 189 72 (38%) 117 (62%)

Jugendliche im Casemanagement

alle

ohne Migrationshintergrund

mit Migrationshintergrund

männlich 74 27 (37%) 47 (63%)

weiblich 43 9 (22%) 32 (78%)

Anzahl gesamt 117 35 (30%) 82 (70%)

79


80

fiB – fit ins Berufsleben

Das Projekt bündelt viele einzelne Ansätze und Handlungsstränge der aktivierenden

Arbeitswelt bezogenen Jugendarbeit innerhalb und außerhalb der Schule

und ist eine Kooperation zwischen der Katholischen Jugendkirche JONA,

dem Internationalen Familienzentrum und der Deutschherrenschule, einer reinen

Realschule in Frankfurt/Sachsenhausen. Dabei zielt das Konzept darauf ab,

das Selbsthilfepotenzial der Schülerinnen und Schüler der zwei 8. und drei 9.

Klassen und die Ressourcen des Elternhauses sowie des familiären Umfeldes

zu aktivieren und systematisch in die Unterstützungsplanung mit einzubeziehen.

Am Ende steht ein junger Mensch, der gelernt hat, ein individuelles Netzwerk

an Hilfsstrukturen zur Unterstützung seiner persönlichen und beruflichen Ziele

zu nutzen.

Das Jugendcafé Orca ist der Jugendkirche angegliedert. Es bietet sich auch

als Schulungsraum für Trainingseinheiten des Projektes an. Durch die Öffnung

der Schule und die Konzentration auf die Durchführung von außerschulischen

Konzeptbestandteile im Jugendcafé, wird dieser Ort für die Jugendlichen als

Treffpunkt, den sie auch zur Freizeitgestaltung nutzen können, wahrnehmbar.

Die Berufsorientierung, die Berufsfindung und das Leben in und außerhalb der

Schule werden bis in die Familie hinein für die betreuten SchülerInnen prozesshaft

erlebbar ausgestaltet. Die durchgängige Begleitung und Förderung von

SchülerInnen ist bis hin zur nachhaltigen Verselbstständigung und Integration

in die Arbeitswelt angelegt. Die Jugendlichen werden in ihrer Berufswahl durch

frühzeitige individuelle Berufswegeplanung und das Erkennen der eigenen Fähigkeiten

und Stärken in ihrer Berufswahl unterstützt. Dabei ist das Konzept in

den Schulalltag eingebunden, bei gleichzeitiger Öffnung der Schule zum Stadtteil

hin.

Mit einem Assessment jenseits von Schule wird ein neuer Abschnitt im Lebenslauf

der Jugendlichen gekennzeichnet. Der Kenntnis- und Entwicklungstand,

sowie die Fähigkeiten und Fertigkeiten der einzelnen SchülerInnen werden mit

Blick auf das Spektrum des Arbeitsmarktes festgestellt. Es erfolgt ein Abgleich

der Anforderungen verschiedener Berufsfelder mit dem persönlichen Profil.

Projektablauf

Die mit einer halben Stelle beim Internationalen Familienzentrum e.V. angesiedelte

Koordinatorin und eine Mitarbeiterin der Jugendkirche JONA organisierten

zum Schuljahresbeginn 2008 eine kurze, in der Schule stattfindende,

Kennenlern - Veranstaltung für jede der zwei achten Klassen. Zunächst wurde

der Projektinhalt vorgestellt und entstandene Fragen beantwortet. Durch ein

schriftlich festgehaltenes Partnerinterview (jeweils zwei SchülerInnen), ergaben

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

sich erste wichtige Informationen über die familiäre Situation, die Hobbys und

die Wünsche an das Berufspraktikum und die weitere Berufsbildung der einzelnen

SchülerInnen. Die Auswertung der gesammelten Daten diente als Grundlage

der Sozialanamnese und als Grundlage für die weitere Zusammenarbeit mit

den Schülern.

Über einen Elternabend bezogen die MitarbeiterInnen des IFZ die Familien der

SchülerInnen mit ein.

Während des gesamten Schulhalbjahres stand die Mitarbeiterin des IFZ kontinuierlich

an einem festen Tag als Ansprechpartnerin für die SchülerInnen an

der Schule zur Verfügung. In erster Linie galt es, sich um Plätze für das zweite

Betriebspraktikum der Neuntklässler zu kümmern und die SchülerInnen beruflich

zu orientieren, da einige immer noch nicht wussten, was sie gerne machen

wollten und wie sie einen Praktikumsplatz finden könnten. Vielen Jugendlichen

konnte erfolgreich unter die Arme gegriffen und gemeinsam wurde ein Betrieb

für das Praktikum akquiriert.

In der zweiten Phase der Begleitung der achten Klassen wurde ein Workshop

im Jugendcafé Orca zur weiteren Erarbeitung des Themas „Berufsorientierung“

durchgeführt. In Kleingruppen wurden Erfahrungen rund um das Berufsleben

gesammelt. Jeweils acht Schüler aus jeder Klasse durften an einem

professionellen Bewerbungsgespräch vor laufender Kamera mit den JobProfis

des „Büro Aktiv“ teilnehmen. Die Gespräche wurden, mit Hilfe der von den

Schülern bereitgestellten Bewerbungsunterlagen, vorbereitet. Für die Jugendlichen

war diese Gruppe sehr aufregend, da sie zum ersten Mal mit dem Ernst

des Berufslebens konfrontiert worden waren.

Eine weitere Gruppe konnte die beruflich relevanten sozialen Kompetenzen

(soft skills) in Form von spielerischen Übungen testen. Schwerpunktthemen

dabei waren Kommunikation, Teamfähigkeit, Teamkonflikte, Kooperation und

Problemlösungsverhalten. Nach jeder Übung wurde das Verhalten der Gruppe

reflektiert und ausgewertet. Als nächstes ging es um die Vorstellung neuer

Berufsbilder und die Gewinnung von Informationen darüber. Mit Hilfe der Vorinformationen

durch die Mitarbeiter des IFZ, wurden die beliebtesten Berufe

ausgesucht. Die SchülerInnen vertieften anschließend, anhand von ausgewählten

Internetseiten und passender Literatur die Informationen zu den beliebtesten

Berufen und stellten diese der Gruppe vor. Das stellte für viele eine

sehr schwierige Aufgabe dar. Hierdurch wurde deutlich, dass junge Menschen

Unterstützung bei der Aufarbeitung offizieller Informationen zur Berufswahl

benötigen. Es zeigte aber auch, wie wichtig es ist, sich rechtzeitig mit der Berufswahl

auseinander zu setzen und sich zu informieren. In einem abschließenden

81


82

Wettbewerb im Berufe- A, B, C, konnten die Jugendlichen unter Beweis stellen,

wer die meisten Berufe kennt. Die Auswertung am Ende dieser Tage erbrachte

eine durchweg positive Resonanz. Abgerundet wurde der Tag mit einem kleinen

Imbiss.

Im Folgenden wurden die SchülerInnen durch Kompetenzfeststellungen nach

hamet2 Test (Handlungsorientierte Module zur Erfassung und Förderung beruflicher

Kompetenzen), die in den Räumen des Internationalen Familienzentrums

stattfanden, unterstützt. Jede

Klasse wurde geteilt und nahm

an zwei halben Tagen in 6er

Gruppen am Verfahren teil.

Für die SchülerInnen ist die

diagnostische Unterstützung

sehr hilfreich. Die Fragen nach

der Berufsorientierung und

Berufswahl, dem Übergang

Schule-Ausbildung, Integration

in die Arbeitswelt, sowie Weiterbildung

können mit Hilfe

dieses Verfahrens beantwortet

werden. Für Berufe mit vorwiegend

manueller Tätigkeit steht

mit dem hamet 2 ein Verfahren

zur Verfügung, mit dessen Hilfe

es möglich ist, praktische und soziale Ressourcen zu erkennen – Ressourcen,

die mit den üblichen Papier-Bleistift-Verfahren nicht erfasst werden können.

Berufliche Kompetenzen lassen sich mit dem Test anforderungsnah, handlungsbezogen

und wissenschaftlich gesichert erkennen und fördern.

Zeitnah werden mit allen SchülerInnen die Feedbackgespräche geführt, die

Testergebnisse gezeigt und erklärt und eine Förderempfehlung ausgehändigt,

die hilft sich beruflich besser zu orientieren. Besondere Stärken werden in einer

Teilnahmebescheinigung dokumentiert, die zukünftig den Bewerbungsunterlagen

beigelegt werden kann.

Die Ergebnisse haben bei den genannten beruflichen Entscheidungsprozessen

zu mehr Orientierung und Transparenz geführt und vor allem den LehrerInnen

zu einem anderen Blick auf ihre SchülerInnen verholfen.

Im weiteren Verlauf ist für die neunten Klassen, außer den regelmäßigen Terminen

in der offenen Sprechstunde, ein zweitägiges Seminar (mit Übernachtung)

zum Thema „berufliche Orientierung“ mit einer ganze Reihe an Workshops und

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Trainingseinheiten geplant. Das Projekt organisiert und führt die Mitarbeiterin

des Internationalen Familienzentrums in Kooperation mit der Jugendkirche

JONA durch.

Anzahl der TeilnehmerInnen

an o.g. Veranstaltungen

M i g r a t i -

onshintergrund

gesamt

45 32 83 135

Das Projekt, das im Rahmen von Kooperation und Kooperation Jugendhilfe/Schule

vom Land Hessen und dem Bistum Limburg gefördert

wird, endet am 31.12.2009.

Integrationshilfen /

Integrationsberatung für Jugendliche

Zielgruppe / Zielsetzung / Angebote

Die Integrationshilfen sind ein offenes Unterstützungs- und Begleitungsangebot

für benachteiligte Frankfurter Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14

und 26 Jahren und ihre Angehörigen in sozialen, schulischen und beruflichen

Fragen. Hierbei legen wir einen besonderen Schwerpunkt auf Jugendliche mit

Migrationshintergrund, da diese im besonderen Maße von schulischen und sozialen

Schwierigkeiten und von Arbeitslosigkeit bedroht und betroffen sind. Viele

von ihnen können auf keine ausreichende, familiäre Unterstützung zurückgreifen.

Vor allem wenn die Eltern aus bildungsfernen Schichten stammen und/oder

selbst nur über unzureichende Deutschkenntnisse verfügen. Bei Jugendlichen

mit Migrationshintergrund sind jugendtypische Problemlagen oft eng mit interkulturellen

Konflikten verwoben, die einen erfolgreichen Integrationsprozess

zusätzlich erschweren.

Ihre Benachteiligung wird in allen Bildungsstatistiken belegt. So verlassen Jugendliche

mit Migrationshintergrund die Schule immer noch wesentlich häufiger

ohne Abschluss als Schulabgänger ohne Migrationshintergrund. Darüber hinaus

erreichen sie weiterhin nur eine etwa halb so hohe „duale Ausbildungsquote“.

83


84

Neben anderen Faktoren steigern fehlende Integrations- und Zukunftschancen,

Perspektivlosigkeit und Armut auch das Risiko, dass Jugendliche sozial auffällig

werden oder sogar in Jugendkriminalität abrutschen können. Projekte wie

unsere Integrationshilfen, die auch einen präventiven Charakter haben, leisten

deshalb einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung sozialer Devianz bei Jugendlichen.

Neben der Unterstützung und Begleitung bei persönlichen, sozialen und migrationsspezifischen

Problemen lag auch in diesem Jahr ein Schwerpunkt der „Integrationshilfen

/ Integrationsberatung für Jugendliche“ in den Feldern Schule,

Ausbildung und Beruf.

Wir unterstützten die Jugendlichen in Form von individuellen Beratungen / Begleitungen

/ Hilfestellungen und sozialpädagogischen Gruppenangeboten, die

wir auch in Zusammenarbeit mit Schulen und anderen städtischen Bildungsund

Sozialinstitutionen durchführten.

In unserer Arbeit kooperieren wir eng mit folgenden Einrichtungen des IFZ:

• Das Interkulturelle Begegnungszentrum, Ostend

• Der Bereich „Jugendberufshilfe am Wiesenhüttenplatz“;

das Jugendbüro Lichtblick, Bockenheim,

Unsere externen Kooperationspartner sind u.a.:

• Uhlandschule, Sophienschule und Karmeliterschule

• Falkschule, Gerhart-Hauptmann-Schule (jetzt Haupt- und Realschule

Innenstadt) und Abendhaupt- und Abendrealschule

Zu nennen ist hier auch die Kooperation / der Kontakt mit Arbeitgebern, mit

der Agentur für Arbeit, Sozialrathäusern und anderen Institutionen und Behörden,

um eine effektive Unterstützung leisten zu können. Zudem sind wir im

Stadtteilarbeitskreis Ostend, Stadtteilinfo Bahnhof/Gutleut und in der „Fachgruppe

Jugend und Arbeit“ fest verankert.

Praktische Umsetzung im Jahr 2008

Beraterische Hilfestellungen:

In unserer offenen Beratung - die i.d.R. in unseren Räumlichkeiten am Wiesenhüttenplatz

stattfindet - bieten wir den Jugendlichen individuelle Unterstützung

und Begleitung bei folgenden thematischen Schwerpunkten an:

• Probleme im Schul- und Ausbildungsalltag /

Berufliche Orientierung und Bewerbungshilfen

• Rechtliche Fragen u. a. zu Zuwanderung /

Einbürgerung, Schüler-BAföG, Militärdienst / Bundeswehr

• Fragen u. a. zu Gesundheit, Suchtproblemen, Konflikten und Gewalt,

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Geschlechterrollen und Beziehung, persönlichen, sozialen und

interkulturellen Problemen

• Unterstützung im Umgang mit Behörden

Sozialpädagogische Angebote an Schulen:

Wichtiges Element unserer Arbeit sind weiterhin unsere gemeinsamen Projekte

mit Frankfurter Schulen, die sich als Teil unserer Verzahnung „Integrationshilfe

- Schule“ verstehen. Die verschiedenen sozialpädagogischen Angebote

wurden in Absprache und Zusammenarbeit mit der jeweiligen Schulleitung und

den Lehrern durchgeführt. Sie haben oft einen präventiven Charakter und sollen

dazu beitragen, die schulische und berufliche Integration zu fördern und die

Übergänge von Schule in Ausbildung, Weiterbildung und Arbeit erfolgreicher zu

gestalten.

Die Schulen, an denen wir unsere aufsuchenden Angebote durchführen, haben

auch für Frankfurter Verhältnisse einen überdurchschnittlich hohen Anteil an

Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. Viele von ihnen kommen

aus eher bildungsfernen Familien, zum Teil mit Eltern, die nur über geringe

Deutschkenntnisse verfügen und ihnen daher bei der Entwicklung schulischer

und beruflicher Perspektiven nur wenig Unterstützung bieten können.

Wir bieten diesen Jugendlichen in Kleingruppen die Gelegenheit, Informationslücken

zu den Möglichkeiten und Voraussetzungen schulischer und beruflicher

Bildung zu schließen, ihre beruflichen und schulischen Ziele methodisch herauszuarbeiten.

Wir zeigen ihnen realistische Wege auf, diese Ziele zu erreichen.

Hier stehen vor allem Anregungen und Hilfestellungen bei der Kontaktaufnahme

mit Betrieben, schriftlichen Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen im

Vordergrund. Viele sind in dieser Hinsicht nur wenig selbstbewusst und gerade

sozial benachteiligte Jugendliche lassen sich nach Ablehnungserfahrungen

schnell demotivieren.

Unsere Vorstellungsrunden in Klassen und die Arbeit in Kleingruppen ermöglichen

uns auch das Erreichen von Jugendlichen, die eine intensivere Unterstützung

benötigen. Mit diesen arbeiten wir dann in Einzelberatungen, bei denen

ihre persönlichen Voraussetzungen und Wünsche und die Möglichkeiten und

Schwierigkeiten, die sich daraus ergeben, intensiver besprochen werden. Unser

Beratungs- und Begleitungsangebot kann dadurch an den individuellen Bedarf

angepasst werden.

Bei vielen Jugendlichen geht es in den Einzelgesprächen auch um persönliche,

soziale, familiäre Probleme und rechtliche Fragen. Diese sind oft wichtiger Be-

85


86

standteil und Ausdruck von Integrationshemmnissen, die nur durch eine ganzheitliche

und zeitintensive Beratung und Begleitung überwunden werden können.

Von großer Bedeutung ist auch die Berücksichtigung migrationsspezifischer

Aspekte, denen wir mit unserer interkulturellen Kompetenz begegnen.

Abendhaupt- und Realschule Sachsenhausen:

An dieser Schule boten wir alle zwei Wochen unsere Beratung vor Ort an.

Diese beinhaltete Hilfestellung in persönlichen und sozialen Problemlagen und

die Unterstützung bei der weitergehenden Integration in Ausbildung und Arbeit.

Neben der Suche nach Arbeits- und Ausbildungsstellen waren vor allem

finanzielle Probleme, Wohnungssuche, Beziehungskonflikte und auch ausländerrechtliche

Schwierigkeiten wichtige Themen der geleisteten Beratungen und

Hilfestellungen.

Gerhart-Hauptmann-Schule (jetzt Haupt- und Realschule Innenstadt)

und Falkschule (Realschule im Bahnhofs-/Gallusviertel):

Beide Schulen haben einen hohen Anteil an SchülerInnen mit Migrationshintergrund.

Das Beratungsangebot richtete sich auch 2008 hauptsächlich an die

SchülerInnen der 8., 9. und 10. Klassen und fand ein Mal wöchentlich direkt in

den Schulen statt. Sie wurden in Kleingruppen und Einzelgesprächen in den

Schwerpunkten berufliche und schulische Orientierung, Praktikums- und Ausbildungssuche

und Bewerbung unterstützt und bei schulischen und sozialen

Schwierigkeiten beraten und begleitet. Im Bedarfsfall wurden auch die Eltern in

die Beratungen eingebunden.

An der Falkschule haben wir 2008 ein Kamera gestütztes Vorstellungstraining

mit den Schülern der 10. Klassen durchgeführt.

Karmeliterschule (Hauptschule im Bahnhofsviertel)

Die SchülerInnen der Karmeliterschule kommen fast ausschließlich aus Migrantenfamilien,

können im Bildungsbereich z. T. kaum auf elterliche Unterstützung

zurückgreifen und es besteht generell ein hoher Bedarf an sozialpädagogischen

Angeboten.

Wir haben kulturelle und sozialpädagogische Projekte durchgeführt, die ihre

Integration in Frankfurt fördern sollten und auf die Erweiterung ihrer interkulturellen

und sozialen Kompetenzen abzielten. Zu unseren Angeboten gehörten

eine Foto-AG, die Begleitung bei verschiedenen Museumsbesuchen und die Betreuung

einer Video-Gruppe, die einen Trailer zur Karmeliterschule herstellte.

Darüber hinaus haben wir die Einbindung der SchülerInnen in die Stadtteilbücherei

organisiert, damit sie die Möglichkeiten der Ausleihe von Büchern und

anderen Medien kennenlernen und einen Büchereiausweis erhalten.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Sophienschule (Hauptschule in Bockenheim):

Unter der Federführung unserer KollegenInnen aus dem Schülercafe Mayday

beteiligten wir uns auch 2008 an Berufsfindungsseminaren für die SchülerInnen

aus den Jahrgangsstufen 8 und 9 der Sophienschule.

Uhlandschule (Grundschule im Ostend):

Hierfür boten wir eine offene Beratung für Eltern an, in der Fragen zum hessischen

Schulsystem und Alltagsproblemen in der Schule thematisiert wurden. In

einigen (Konflikt) Situationen vermittelten wir zwischen Eltern und Schule.

Ein weiterer Bestandteil unseres Angebotes an der Uhlandschule ist die sozialpädagogische

Sprachförderung für Schulanfänger mit Sprachschwierigkeiten.

Diese Förderstunde fand einmal wöchentlich in der regulären Unterrichtszeit

statt.

Die fachliche Anleitung und Koordinierung des Angebots erfolgte im Team des

Interkulturellen Begegnungszentrums im Ostend.

Andere sozialpädagogische Gruppenangebote:

Fußballmannschaft:

Unser Fußballtreff ist ein Freizeitangebot, das durch seinen niedrigschwelligen

und offenen Charakter den Jugendlichen die Möglichkeit gibt, sich einerseits

körperlich/sportlich zu betätigen und andererseits in der Gruppe Themen des

Alltags zu besprechen.

Die Gruppe traf sich in der Regel ein Mal wöchentlich. Neben Fußballspielen

beschäftigten wir uns mit Themen wie die Bedeutung des Mannseins, Geschlechterrollen

und Gewalt.

Videoprojekt:

Wir bieten interessierten Jugendlichen auch die Möglichkeit in einer Videogruppe

mitzuarbeiten. Das Erlernen von Aufnahmetechniken, des Videoschnitts am

Computer und das Planen und Herstellen eines Videofilms eignen sich sehr gut

dazu, das Selbstbewusstsein und die Kreativität von Jugendlichen zu fördern,

ihre Medienkompetenz zu stärken und Gruppendiskussionen zum gewählten

Thema anzuregen. Unsere medienpädagogischen Angebote wurden auch für das

Üben von Selbstdarstellungen und Vorstellungsgesprächen genutzt.

87


88

Fortbildungsreihe zur Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule

Die Integrationshilfen waren seit 2007 mit an der Planung und Durchführung

einer Fortbildungsreihe für LehrerInnen und SozialpädagogenInnen mit dem

Schwerpunkt „Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe“ beteiligt. Nach 2

Veranstaltungen im Jahr 2007 folgte 2008 eine Fortbildung zum Geschlechterverhältnis

mit dem Titel „Geschlecht wird gemacht – auch in Jugendhilfe und

Schule“.

Statistik der Integrationshilfen /

Integrationsberatung für Jugendliche - 2008

Einzelberatung / -begleitung

Anzahl der

Einzelberatungen

/ -

begleitungen

*)

Berufliche

Orientierung

/ Fragen zum

Schul- u.

Ausbildungssystem

Gruppenangebote

DurchgeführteGruppenangebote

Anzahl der

Teilnehmerkontakte

Sprachförderung

für Schulanfänger

Bewerbungshilfen:

Praktikum,

Schule, Arbeit

und Ausbildung

Probleme

in Schule,

Ausbildung

und Arbeit

Migrationsspezifische,

persönliche

und soziale

Probleme

Elterngespräche

264 288 117 173 54

Beruflich und

schulische Orientierung.

Bewerbungshilfen:

Praktikum, Schule,

Ausbildung und

Arbeit

Simulation

von Vorstellungsgesprächen

Informationsveranstaltungen

in

Schulklassen und

Jugendeinrichtungen

und

Elternabenden

Andere

soz.päd.

Gruppenangebote

23 129 13 41 26

138 547 138 764 156

*) ohne telefonische Kontakte

Anmerkungen

- 85 % der unterstützten Jugendlichen hatten einen Migrationshintergrund

- die geschlechtsspezifische Verteilung lag 2008 bei 55 % männl. / 45 % weibl.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Jugendbüro Lichtblick

2008 - das Trennungsjahr der Geschäftsfelder in Bockenheim!

Das Jugend- und Sozialamt ist weiterhin für das Jugendbüro Lichtblick mit der

Jugendberufshilfe und der Aufsuchenden Jugendarbeit zuständig, das Stadtschulamt

übernahm ab 2008 das SchülerInnencafé Mayday und das sozialpädagogische

Kleinprojekt durch seine neue Abteilung Jugendhilfe und Schule.

Außer diesen externen Veränderungen bekamen wir für unser Team ab April

eine neue Bereichsleiterin, Frau Dr. Neuer- Markmann. Dr. von Auw ging in den

Ruhestand.

Jugendbüro Lichtblick - Jugendberufshilfe

Die Jugendberufshilfe als Beratungsangebot für Jugendliche und junge Erwachsene

zu den Themen „Schule, Ausbildung und Arbeit“ verzeichnete auch 2008

eine umfangreiche Beratungsnachfrage. Themen wie „Wo und wie kann ich welchen

Schulabschluss erlangen?“ und „Wie komme ich zu einem Ausbildungsoder

Arbeitsplatz?“ waren zentrale Fragen.

Dementsprechend waren unsere Hauptaktivitäten, hierüber zu informieren,

aufzuklären, zu beraten und letztendlich Hilfestellung bei der Entscheidungsfindung

und Suche nach entsprechenden Umsetzungsmöglichkeiten zu geben.

Vorteilhaft wirkt sich dabei in der Regel aus, dass wir die Jugendlichen/jungen

Erwachsenen bereits durch die langjährige Arbeit im Stadtteil kannten. Diesen

Faktor, sowie die vielfältigen Kontakte zu Arbeitgebern oder anderen Trägern

von Maßnahmen zur Berufsvorbereitung etc. wissen unsere Klienten zu schätzen.

Jugendliche/junge Erwachsene besuchen das Jugendbüro auch, um die Möglichkeiten

zu nutzen, die unser Computerraum mit mehreren PCs und Internetanschluss

bietet. Hier können sie selbstständig oder bei Bedarf mit unserer Unterstützung

Bewerbungen schreiben, im Internet zu den Themen Ausbildung und

Beruf recherchieren oder sich auch zu Unterrichtsthemen informieren. Somit

besteht für sie die Möglichkeit sich alleine oder mit Freunden im Lichtblick

aufzuhalten und in Kontakt zu den Mitarbeitern zu treten bzw. diesen aufrecht

zu erhalten. Dieser Aspekt sowie das Angebot der offenen Beratung bietet den

jungen Menschen einen sehr niedrigschwelligen Weg zu Hilfsangeboten.

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Jugendbüro Lichtblick - Aufsuchende Jugendarbeit (AJA)

Wirkungsvoll ergänzt wird dieses Angebot durch die Aufsuchende Jugendarbeit,

die durch direkte Kontaktaufnahme zu den Jugendlichen und jungen Erwachsenen

im Stadtteil den Weg in das Jugendbüro ebnet und erleichtert. So findet

die direkte Beratung im Stadtteil statt und gleichzeitig wird es den jungen Menschen

ermöglicht, auch den Weg zu den Angeboten im Jugendbüro zu finden.

Schwerpunkte sind hierbei die Orientierungshilfe und Beratung bei schulischer

und beruflicher Ausbildung, sowie die individuelle Beratung und Hilfe bei Problemen

für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Bockenheim.

Einen weiteren Anlaufpunkt der Aufsuchenden Arbeit stellt die benachbarte

Sophienschule dar. Sie dient als Anziehungspunkt für viele „Schul- Fremde“

oder „Ehemalige“. Hier haben wir dann auch Kontakt zu den Abgangsklassen

(Praxis- und Realschulklasse), die bei Bedarf nach Schulschluss bei uns beraten

und betreut werden können. Unser Angebot für die Schüler der 10. Klasse (Abgangsklasse)

beinhaltet die Beratung/Hilfe bei der Erstellung von Bewerbungen,

sowie jegliche Unterstützung für ihre Schul- und Ausbildungsplanung.

Bis zum Sommer 2008 hatten wir auch eine entsprechende Vereinbarung mit

der Georg-Büchner-Schule.

Weitere Aktivitäten planen wir in der Schule ab Sommer 2009 und ebenso den

Kontaktaufbau mit den Abgangsklassen der Frankfurter Schule für Mode und

Bekleidung, Gutenbergschule und der Max-Beckmann-Schule.

In Verbindung mit anderen Einrichtungen im Stadtteil ergaben sich mehrere

Treffen und Aktivitäten mit Jugendlichen u. a. vom Kirchplatz. Die kontinuierliche

Präsenz an den sozialen Brennpunkten sorgt für unsere Akzeptanz unter

den Jugendlichen in Bockenheim und ist unser Ohr für die aktuellen Informationen

aus der Jugendszene des Stadtteils.

Diese Aspekte und die langjährige aktive Mitarbeit im Stadtteilarbeitskreis Bockenheim

bilden die Basis der Arbeit in unserer räumlichen Vernetzung.

Aktuell nimmt eine Mitarbeiterin am Gender Pilotprojekt für die Kinder- und

Jugendhilfe und ein Kollege an der Fortbildung Praxis der Jungenarbeit teil.

SchülerInnencafé Mayday

Das Stadtschulamt übernahm 2008 aus dem Jugend- und Sozialamt das SchülerInnencafé

Mayday in die Abteilung Jugendhilfe und Schule. Damit musste dieses

Geschäftsfeld vom Jugendbüro Lichtblick abgetrennt und unser Konzept überarbeitet

werden in Anpassung an die gängige Schulsozialarbeit. Den offiziellen

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Start planen wir ab Sommer 2009, mit leichter Anhebung des Finanzierungsund

Personalschlüssels, um die Arbeitsfelder in und mit der Schule auf noch

bessere Füße zu stellen.

Da auch parallel zu diesen Umstrukturierungen die Sophienschule als Hauptschule

mit vielen Planungsungewissheiten konfrontiert wird, besteht seit mehreren

Monaten eine gewisse Unruhe.

Das Café Mayday ist in einem Container auf dem Schulhof der Sophienschule

(Hauptschule) untergebracht und dient als Treffpunkt für die ca. 250 Schüler

in den Pausen, den Freistunden und nach dem Unterricht. Unter Mithilfe der

Schüler werden Getränke und kleine Speisen angeboten.

In diesem Bereich unterstützten uns bis zum Herbst eine an der Schule angesiedelte

Mitarbeiterin aus dem Bundesprojekt „Erfahrung hat Zukunft“ und

ab September ein Integrationsassistent desselben Programms, der im IFZ angesiedelt

war. Weiterhin wurden wir durch studentische MitarbeiterInnen im

Praktikum unterstützt.

Umbaumaßnahmen im Container ermöglichten einen geschützten Raum für

Beratungsgespräche mit den SchülerInnen. Neben diesem kleinen Büroraum

haben wir auf unserer selbstgestalteten Veranda durch einen Tisch und diverse

Stühle einen schönen Verweilplatz für die Schüler eingerichtet.

Unsere Aktivitäten in den Klassen stellen sich wie folgt dar:

5. Klasse: Diese neu eingeschulten SchülerInnen werden im Schülercafe mit

einem Kennenlernfrühstück von uns begrüßt und nehmen im laufenden Schuljahr

am Girlsday teil. Seit November 2006 gab es für ausgewählte SchülerInnen

ein sozialpädagogisches Kleinprojekt (SPKP), welches im Sommer 2008 ebenfalls

zum Stadtschulamt wechselte. Seit dem Schuljahr 2008/09 wurde das Angebot

angepasst und mit max. 8 SchülerInnen mit auffälligem Verhalten und, daraus

resultierend, sozialen und schulischen Problemen durchgeführt. Das Projekt ist

präventiv orientiert und ist im Vorfeld einer Hilfe zur Erziehung angesiedelt. Es

findet direkt im Anschluss an die Schulzeit an zwei Nachmittagen statt, und

wird geleitet von einer Kunstpädagogin, die eigens für dieses Projekt vom IFZ

eingestellt wurde.

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6. Klasse: Nachdem im Schuljahr 2007/08 die 5.Klasse betreut wurde, erfolgte

2008/09 einmal in der Woche die Fortsetzung in der 6. Klasse mit einer sozialpädagogischen

Begleitung. In Verbindung mit der Klassenlehrerin beinhaltet

das Sozialtraining folgende Angebote:

• Gruppenbildungsprozesse,

- Teamfähigkeit,

- Antiaggressionstraining.

Auch die Schülerinnen dieser Klasse nehmen am Girlsday teil.

8. und 9. Klassen: Ein Themenschwerpunkt ist die Berufsfindungsarbeit.

Die 8. Klasse startet im Rahmen der Berufsorientierung mit einem Treffen im

Mayday, bei dem wir unser Konzept zur Berufsfindungsarbeit vorstellen. Spätestens

ab diesem Zeitpunkt stehen wir den SchülerInnen bei der Suche von

Praktikumstellen und dem Erstellen von Bewerbungen zur Seite.

Im Praktikum werden einige speziell ausgewählte SchülerInnen besucht und

betreut. Danach fahren wir mit ihnen zu einem 3-tägigen Berufsfindungsseminar

in die Jugendherberge Bad Homburg, analysieren das zurückliegende Praktikum

und beraten den möglichen schulischen und beruflichen Werdegang. Die Berufsberaterin

führt in den Seminartagen Informationsgespräche mit den SchülerInnen

und Fachkräfte des Arbeitsmarktes stellen verschiedene Berufe vor. Bei

der Praktikumsplatzsuche des anschließenden 2. Praktikums unterstützen wir

die SchülerInnen im Finden passgenauer Arbeitsplätze.

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2 0 0 8 • 2 0 0 9

In der 9. Klasse wird die

Betreuung fortgesetzt, und

die SchülerInnen durchlaufen

im 2. Berufsfindungsseminar

im Rollenspiel ein

Bewerbungsverfahren. Vorbereitet

wird dieses durch

das Erstellen eines Bewerbungsanschreibens,

eines

Lebenslaufs und durch einen

Ausbildungstest. Die

anschließenden Bewerbungsgespräche werden von „Profis“ durchgeführt und

mit einer Videokamera aufgenommen. Die Ergebnisse werden am nächsten Tag

93


94

reflektiert und diskutiert. Wenn die SchülerInnen alle Stationen erfolgreich

durchlaufen haben, wird ihre Chance auf einen fiktiven Ausbildungsplatz bewertet.

Parallel führt eine Berufsberaterin der Agentur für Arbeit mit allen SchülerInnen

Planungsgespräche durch, wobei die Halbjahreszeugnisse eine große Rolle

spielen.

10. Klassen: Im Schuljahr 2008/09 konnte, durch den Wegfall der Projektfinanzierung

(Pro Region) und dementsprechend eingeschränkter Personalkapazitäten,

die Betreuung der Praxisklasse und der Realschulklasse nur sporadisch

durchgeführt werden. Für umfangreichere Gespräche und Beratungen steht

diesen SchülerInnen unser Angebot im Jugendbüro Lichtblick zur Verfügung.

2008 -

Ende der Maßnahme KuA – Kulturtechniken und Alphabetisierung

Das Modellprojekt für junge Menschen mit Handicap zwischen 16 und 25 Jahren

bot elementare Förderung im wöchentlichen Einzelunterricht. Überwiegend

für junge Menschen, die gleichzeitig an der Berufsvorbereitung für Rehabilitanden

der Arbeitsagentur Frankfurt am Main teilnahmen und bei denen

wir Maßnahmeabbrüchen entgegenwirkten, indem wir die Möglichkeit boten, in

einem intensiven Setting und geschützten Rahmen Lernfortschritte zu erzielen

bzw. Lernwiderstände abzubauen. Dabei wurden Synergien mit den regionalen

Bildungsträgern im Behindertenbereich frei. Die TeilnehmerInnen verarbeiteten

im Rahmen dieser Einzelförderung auch Anliegen aus anderen Lebensbereichen

wie Gesundheit, Wohnen, Geld, Familie und peer-group, ggf. mit aufsuchender

Hilfe, so dass ein umfassendes Arbeitsbündnis möglich war. Zusätzliche Hilfen

wie Betreutes Wohnen oder spezifische Beratungsangebote wurden bei Bedarf

angeregt.

Zum Abschluss des Projektes wurde gemeinsam mit dem Erziehungswissenschaftlichen

Bereich der Uni Frankfurt ein Evaluationsbericht erstellt.

Obwohl das Projekt gut angenommen worden war, konnten wir keine weitere

Finanzierung zur Verstetigung erhalten.

2008 - Schwerpunkt Berufshilfe

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Das Projekt „piA“ wird über das Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt aus

Mitteln des Landes Hessen und des Europäischen Sozialfonds finanziert.

Das Kooperationsprojekt mit dem Träger Jugendberatung und Jugendhilfe e.V.

piA – „Berufliche Erst- und Wiedereingliederung von Menschen mit Suchtproblematik“

begann am 01.07.2008, endet am 31.06.2009 und unterliegt dann

einer neuen Antragstellung. Es bietet Hilfen zur Herstellung der Beschäftigungsfähigkeit

und zur Einmündung in Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt sowie in

Einzelfällen auch zur Berufsausbildung von rehabilitierten und substituierten

Suchtkranken.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in der Maßnahme sozialpädagogisch,

im Sinne einer ganzheitlichen Förderung zur Stabilisierung ihrer Kompetenzen,

begleitet. Leistungsfähigkeit und Motivation sind Voraussetzungen um

eine erfolgreiche Einmündung in Arbeit bzw. Ausbildung zu gewährleisten.

Die Zielgruppe sind Menschen mit Suchterkrankung, die nach einer stationären

Rehabilitation, während der Adaption oder mit Unterstützung einer ambulanten

Suchttherapie abstinent leben bzw. sich im Rahmen einer Substitutionstherapie

psychisch und sozial stabilisieren konnten. Diese Zielgruppe ist in der

Regel mit Angeboten zur beruflichen Integration nur begrenzt zu erreichen und

bemüht sich oftmals nicht ausreichend genug um eine Veränderung ihrer Situation.

Gleichzeitig haben die meisten ehemaligen Drogenkonsumenten wenig

oder lang zurückliegende Arbeitserfahrung und in den seltensten Fällen eine

abgeschlossene Berufsausbildung.

Neben diverser die Vermittlung hemmenden psychischen und auch physischen

Einschränkungen, verfügen die TeilnehmerInnen über starke und Erfolg versprechende,

positive Ressourcen, wie beispielsweise eine große Begeisterungsfähigkeit,

hohe Arbeitsmotivation und teilweise auch beachtliches Durchhaltevermögen

an denen das Projekt ansetzt. Voraussetzung für die Teilnahme ist der

Bezug von Arbeitslosengeld II über das Rhein-Main-Jobcenter in Frankfurt am

Main.

95


96

Das Projekt basiert auf Unterstützung

• in der Wiederherstellung der Erwerbs- und Beschäftigungsfähigkeit

• im Erwerb allgemeiner Arbeitserfahrung und Sozialkompetenz

• in der Stärkung (Stabilisierung) vorhandener Potenziale und der

Entwicklung eines Selbstwertgefühls

• in der Überprüfung und Verbesserung der Vermittlungschancen sowie die

Heranführung an den allgemeinen Arbeitsmarkt mit dem Ziel der positiven

Entwicklung hin in den Übergang in Erwerbsarbeit oder Ausbildung.

Prägend für die Arbeitsmaßnahme ist die Kooperation der beiden Träger Jugendberatung

und Jugendhilfe e.V. (JJ) und Internationales Familienzentrum e.V.

(IFZ) in stetem Kontakt der mit dem Klienten befassten MitarbeiterInnen im

Programmverlauf.

Sowohl die MitarbeiterInnen der Drogenberatungsstellen als auch die KlientInnen

selbst vereinbaren so genannte „Erstgespräche“ mit der Projektkoordinatorin,

die mit einer 50% Stelle im IFZ angesiedelt ist. Diese finden entweder im

Büro der piA-Mitarbeiter, am Wiesenhüttenplatz, oder aber auch in den jeweiligen

Drogenhilfeeinrichtungen statt.

In diesem Gespräch erfahren einerseits die KlientInnen das Angebot der Maßnahme

und andererseits werden erste Daten über die jeweiligen KlientInnen

anhand von narrativen Interviews und standardisierten Fragebögen erhoben,

um anschließend festzulegen für welche Art der Teilnahme Interesse besteht

bzw. welche die geeignete Unterstützung darstellt.

Die Maßnahme bietet zwei Möglichkeiten der Teilnahme:

1. Kompetenzfeststellung und Tagesstrukturierung in den Räumlichkeiten des

Internationalen Familienzentrums.

Dies beinhaltet Montag bis Freitag in der Zeit von 09:00Uhr – 15:00Uhr das

Kennen lernen und Arbeiten in den Bereichen Bürokommunikation, Holz- und

Malerwerkstatt sowie Garten- und Landschaftsbau unter intensiver Begleitung

durch eine Sozialarbeiterin und einen Anleiter.

Mittels eines Assessments zur Abklärung individuell vorhandener Potentiale

(Überprüfung von Kenntnissen, Fähig- und Fertigkeiten und Abgleich mit dem

Stellenangeboten des Arbeitsmarktes) wird ein Maßnahmeprofil erstellt, nach

dem mit dem Klienten verbindliche Vereinbarungen getroffen werden, die zu

einer Vermittlung in geeignete Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnisse

führen sollen.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

2. Unterstützung bei der direkten Vermittlung in Praktika und Arbeitsverhältnisse.

Hier interveniert das piA -Team durch Bewerbungstrainings und den Blick

auf aktuelle Stellenangebote sowie die Kooperation mit Firmen und Betrieben

um die Klienten direkt in Arbeit zu bringen.

Durch intensiv flankierende sozialpädagogische Unterstützung bieten die Mitarbeiter,

neben der beruflichen Beratung, auch Alltags- und Lebensberatung an.

Statistik

Vereinbarte Erstgespräche

geführte Erstgespräche

Teilnahme nach

Abklärung mit RMJ /

RV nicht möglich

Absagen

53 43 5 9

Tatsächliche Aufnahmen

in die Maßnahme

Gesamt Teilnehmer

in der Maßnahme

im IFZ

Gesamt Teilnehmer in der Vermittlung

29 17 12

Vermittlungsversuche

vermittelte Einstellungsgespräche

Zusagen

ca. 300 31 16

Tatsächliche Erst- bzw.

Wiedereingliederung

ins Berufsleben

in Praktikum/Beruf in Ausbildung

in weitere Maßnahmen

11 5 3 3

97


98

Internationales Psychosoziales Zentrum

für erwachsene Migrantinnen und Migranten

Das Psychosoziale Zentrum richtet sein Angebot an alle im gesamten Stadtgebiet

Frankfurt/M lebenden Migrantinnen und Migranten, die allgemeine psychische

Störungen, psychosoziale Probleme, psychosomatische Beschwerden oder

chronische psychische Krankheiten haben.

Die Arbeit des Zentrums besteht aus fünf Einheiten:

• Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle

• Begegnungsstätte

• Betreutes Wohnen

• Ambulante psychosoziale Versorgung von Asylbewerbern

• Internationale Tagesstätte

Alle Einheiten sind organisatorisch unter dem Dach des Psychosozialen Zentrums

als Verbundmodell zusammengefasst. Sie stehen in einem engen personellen

sowie fachlichen Austausch. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind

interkulturell und interdisziplinär. Fast alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

decken neben der deutschen Sprache mindestens eine Migrantensprache (Türkisch,

Armenisch, Bosnisch, Kroatisch, Serbisch, Italienisch, Griechisch, Arabisch,

Iranisch, Spanisch, Englisch, Polnisch und Russisch) ab. Die deutsche Sprache

dient als Brückensprache. Grundsätzlich wird versucht, in einer der o.g. Sprachen

zu kommunizieren. Wir versuchen möglichst auf eine Sprachübermittlung

Dritter zu verzichten.

Das Angebot des Internationalen Familienzentrums ist in der komplementären

außerklinischen, nicht medizinisch psychiatrischen Versorgung der Stadt Frankfurt

am Main ein fester Bestandteil.

Die Stadt ist sektorial in vier Standardversorgungsgebiete aufgeteilt. Das Psychosoziale

Zentrum ist sektorenübergreifend für Migrantinnen und Migranten

der gesamten Stadt zuständig. Für 10% der Frankfurter Bevölkerung, in diesem

Falle Migrantinnen und Migranten, besteht ein psychiatrisch komplementärer

psychosozialer Pflichtversorgungsauftrag.

Die „Ambulante psychosoziale Versorgung von Asylbewerbern“ wird im 10.

Jahr ihres Bestehens die Arbeit wegen rückläufiger Asylbewerberzahlen zum

31.12. 2009 einstellen.

Das Familienzentrum ist bemüht, mit dem Sozialamt, dem Haus der Gesundheit

und dem Dezernat für Integration neue Zielgruppen zu erschließen.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

2008 feierte die Frankfurter Psychiatriewoche ihr 20-jähriges Jubiläum.

Unser PSZ beteiligt sich seit 10 Jahren mit dem inzwischen traditionellen Fußballturnier

an der Psychiatriewoche und feierte sein 10-jähriges Turnierjubiläum.

Am Turnier nahmen 12 Mannschaften aus klinischen und außerklinischen

Einrichtungen teil.

Es war dabei zu beobachten, dass beim Fußballturnier Klienten/Patienten, Ärzte,

Krankenpfleger, Sozialarbeiter usw. in einer Mannschaft zusammenspielen.

D.h. die professionellen Berufsgruppen sowie Betroffene (Klienten/Patienten)

stehen auf gleicher Ebene und haben das Gefühl gleichberechtigt zu sein. Das

trägt ein Stück zum Selbstvertrauen der Klienten/Patienten bei, ferner erleben

sie während des Fußballturniers Normalität.

99


100

Psychosoziale Kontakt - und Beratungsstelle

Die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle bietet ambulante sozialarbeiterische

und psychologische Beratung, Begleitung sowie Nachbetreuung nach

einer stationären psychiatrischen Behandlung an.

Die Beratungsstelle wird von Migrantinnen und Migranten mit rein psychiatrischen

Erkrankungen - dazu gehören die Posttraumatischen Belastungsstörungen,

Depressionen, Psychosen, Konversionssymptomatik, Angststörungen,

Suchtprobleme und Persönlichkeitsstörungen. Hinzu kommen KlientInnen mit

psychosomatischen Beschwerden und ein erheblicher Teil von Menschen, die im

Umgang miteinander psychische Probleme entwickeln.

Die psychosoziale/ sozialarbeiterische Beratung befasst sich mit

sämtlichen sozialen Belangen der ratsuchenden Klientinnen und Klienten.

Beratung in BSHG (Bundessozialhilfegesetz), AFG (Arbeitsförderungsgesetz),

in Rentenfragen, in Pflege-, Ausländer-, Schwerbehindertengesetz usw. Die sozialarbeiterische

Tätigkeit befasst sich auch mit Problemen, die Klienten am

Arbeitsplatz haben. Es werden Gespräche und Verhandlungen mit dem Arbeitgeber

sowie Betriebs-/ Personalräten geführt. Ist der Klient/ die Klientin als

schwerbehindert anerkannt, wird die Hauptfürsorgestelle in die Verhandlungen

einbezogen.

Die KlientInnen werden zu Behördengängen begleitet, Klinik- und Hausbesuche

durchgeführt. Für Klienten, die aufgrund ihrer psychischen Erkrankung und seelischen

Behinderung noch nicht im Berufsleben standen oder aus dem Erwerbsleben

ausgeschieden sind, ist die Einleitung einer stabilisierenden Maßnahme

ein wichtiger Ansatz der sozialarbeiterische Tätigkeit. Als niederschwelliges

Angebot kann mit der Vermittlung eines Tagesstättenplatzes begonnen werden.

Weitere Maßnahmen können erfolgen wie z.B. die Einleitung einer beruflichen

Rehabilitationsmaßnahme, Umschulung, oder die direkte Vermittlung eines Arbeitsplatzes.

Die psychisch erkrankten/ behinderten Menschen werden über die

Maßnahmen informiert und bei allen Schritten begleitet und unterstützt.

Die psychologische Arbeit versteht sich als persönlichkeitsstabilisierende Beratung.

Sie beinhaltet die Auseinandersetzung mit der aktuellen psychischen

Situation. Gemeinsam mit dem Klienten und seinem/ihrem Bezugssystem (Familie

etc.), wird nach Entwicklungs- und Lösungsmöglichkeiten gesucht. Der

Klient hat die Möglichkeit, die „Krankheit“ (psychische Langzeit- bzw. chronische

Erkrankungen) als einen Teil der Persönlichkeit zu akzeptieren, vorhandene

Ressourcen zu erkennen und sie zur Konfliktbewältigung und Stärkung der

Persönlichkeit einzusetzen. Die methodische Vorgehensweise orientiert sich an

der systemischen Familientherapie, Rational Emotive Therapie und Kognitive

Verhaltenstherapie und der integrativen Gestalttherapie.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Aktuelle Daten zur PSKB

Wie in jedem Jahr erheben wir allgemeine- und migrationsspezifische Daten

unserer Klientinnnen und Klienten, diese wären Staatsbürgerschaft und nationaler

Hintergrund und Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft.

Alle weiteren Daten sind in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt als Koordinator,

der gemeindepsychiatrischen Versorgung und den übrigen komplementär

tätigen Vereinen der sektoralen Standardpflichtversorgung abgesprochen und

erhoben.

Leider sind wir nicht in der Lage, unsere erhobenen Daten wissenschaftlich zu

verwerten, so dass wir im Häufigkeitszählbereich bleiben und tiefere, weiterführende

Analysen und Aussagen nicht treffen können. Hier wären begleitende

Studien mit Uni oder FH wünschenswert. Kontakte zu den Hochschulen bestehen.

Eine wichtige Erkenntnis aus den Erhebung 2008 ist, dass von den Klienten,

deren Akten wir führen - dies sind 455 = 100% – sich 438 = 96% länger als 5

Jahre in Deutschland aufhalten. Dies zeigt, dass die Inanspruchnahme von psychosozialen

Hilfen erst nach einer Aufenthaltsdauer von mindestens 5 Jahren in

Anspruch genommen wird.

Statistik der PSKB 2008

Geschlecht

männlich 166 = 36%

weiblich 289 = 64%

gesamt 455 = 100%

Aufenthaltsdauer in Deutschland

bis 2 Jahre 9

2-5 Jahre 6

Länger als 5 Jahre 438 = 96%

Keine Angabe 2

101


102

Psychische Situation u. Psychische Erkrankungen

Einsamkeit 91

Antriebslosigkeit, keine Energie 167

Schwermut, Trauer, Depression 256

Mangelndes Selbstwertgefühl 111

Traumatisierungen 64

Ängste, Angstattacken 118

Suchtproblematik

(Alkohol, Medikamente, Drogen) 10

Psychosen 72

Koversionsneurosen 37

Psychosomatische Beschwerden 90

Alter

bis 20 Jahre 2

21 - 30 Jahre 62

31 - 40 Jahre 107

41 - 50 Jahre 115

51 - 60 Jahre 111

61 - 70 Jahre 49

über 70 Jahre 8

Keine Angabe 1

Mehrfachnennungen möglich

Der Weg zur psychosozialen oder psychiatrischen Versorgung läuft immer über

eine lange somatische Abklärungszeit bei entsprechenden Haus- bzw. Fachärzten.

Erst nach dieser Untersuchungsphase kommen die Klienten dann in unsere

Beratung.

Immer mehr jüngere Klientinnen und Klienten kommen auch in Eigeninitiative,

d.h. sie werden nicht von anderen Instanzen an uns weitervermittelt. Hier wird

auch deutlich, dass nicht nur die Erste Generation, die der deutschen Sprache

nur rudimentär mächtig ist, sondern auch die Zweite und Dritte Generation,

deren deutsches Sprachvermögen durchaus mit deutschem Klientel zu vergleichen

ist, einen Wunsch nach kultursensibler Beratung und Begleitung haben und

diesen auch in Anspruch nehmen möchten.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Staatsangehörigkeit / Nationalität / Herkunft 2008

Albanien 1 Deutsch / Afghanisch 1

Äthiopien 2 Deutsch / Ägypten 3

Bangladesch 2 Deutsch / Angola 1

Bosnien-Herzegowina 38 Deutsch / Armenisch 1

Bulgarien 1 Deutsch / Bosnisch 1

Chile 1 Deutsch / Deutsch 10

Eritrea 8 Deutsch / Eritrea 2

Griechenland 2 Deutsch / Kurdisch 9

Indien 2 Deutsch / Pakistan 2

Irak 4 Deutsch / Persisch 1

Iran 7 Deutsch / Serbisch 1

Italien 1 Deutsch / Türkisch 45

Kroatien 16 Deutsch / Marokko 5

Litauen 1 Deutsch / USA 1

Marokko 11 83

Mazedonien 2

Mexiko 1 Gesamt 455

Montenegro 2

Polen 1

Rumänien 2

Serbien 6

Slowenien 1

Spanien 1

Tunesien 2

Türkisch / Kurdisch 28

Türkisch / Türkisch 218

Türkisch / Armenisch 2

Ungarisch 1

Vietnam 5

372

103


104

Begegnungsstätte

Das Angebot der Begegnungsstätte richtet sich an Migrantinnen und Migranten

mit psychischen Problemen und Krankheiten sowie deren Familienangehörige,

Freunde und Bekannte, die im Stadtgebiet Frankfurt am Main wohnen.

Die Begegnungsstätte hat dreimal in der Woche als Offener Treff mittwochs

donnerstags und freitags in der Zeit von 13.oo bis 19.oo Uhr geöffnet. Die Interessenten

kommen ohne festen Termin in die Begegnungsstätte. Dort haben

sie die Möglichkeit einer kurzen Beratung, bei gemütlichem Beisammensein andere

Menschen zu treffen, neue soziale Kontakte zu knüpfen und an Brettspielturnieren

teilzunehmen. Darüber hinaus besteht in der Begegnungsstätte die

Möglichkeit, dass die Besucher Informationen über psychische Erkrankungen

und deren Umgang erhalten.

Neben diesem offenen Angebot gibt es regelmäßige Gruppenangebote.

1 x 14 tägig Psychosegruppe - Deutsch

1 x 14 tägig Psychosegruppe - türkisch

1 x 14 tägig Psychosomatik Frauen - Ex-Jugoslawien

1 x im Monat Psychosomatik Frauen - in türkischer Sprache

1 x im Monat Psychosozialer Gesprächskreis ältere Männer -

in türkischer Sprache

Außerdem bieten wir an drei Tagen in der Woche Computerkurse mit Interneteinführung

für Anfänger und Fortgeschrittene sowie einmal wöchentlich Freizeitaktivitäten

wie Hallenfußball, Gymnastik und Musiktherapie an.

Statistik der Begegnungsstätte 2008

Anzahl der Aktivitäten der BS ( Allgemeine Öffnungszeiten, Gruppen-/

Bildungsangebote, besondere Veranstaltungen etc.).

Anzahl der Besucher und Klienten, die die diversen Angebote der BS in

Anspruch genommen haben .

397

6821

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Tagesstätte

Therapieangebote der Tagesstätte

Die Tagesstätte im IFZ unterstützt mit allen Therapieangeboten die KlientInnen

unter anderem beim Erwerb verloren gegangener Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Dieser Entwicklungsprozess kann durch die jeweiligen spezifischen Anforderungen

und Medien gefördert werden.

Die in das Programm neu aufgenommenen Therapieangebote bieten eine optimale

Übungsgrundlage zur Förderung von Fähigkeiten, die bei der Bewältigung

von Alltagsrelevanten Verrichtungen helfen sollen. Nachstehend wird kurz der

Unterschied zwischen Fähigkeiten und Fertigkeiten beschrieben sowie die neuen

Medien und Angebote vorgestellt:

Was sind Fähigkeiten?

Fähigkeiten im sozialen Bereich beinhalten u. a. Kooperation, Toleranz, Kritikfähigkeit,

also Kommunikationsverhalten und Interaktionsfähigkeit. Die im kognitiven

Bereich angesiedelten Fähigkeiten werden von Konzentrations- und

Merkfähigkeit bestimmt, der Verarbeitung von Reizen aus der Umwelt und Gedächtnisleistungen

im Allgemeinen. Daneben spielt der emotionale Anteil eine

wichtige Rolle im Gesamtprozess innerhalb und außerhalb einer Therapieeinheit.

Entwickelt und gefördert werden sollen Motivation, Freude am Tun und

Umgang mit Frustration etc.

Was sind Fertigkeiten?

Fertigkeiten haben einen größeren Praxisbezug, so sind die Fingerfertigkeiten

bei diffizilen Arbeitsvorgängen unerlässlich. Der Begriff Fertigkeiten stammt von

Anfertigen, also dem Produzieren, ab. Zur Produktionsfähigkeit genügt nicht

allein das handwerkliche Können, es wird notwendigerweise von kognitiven

Fähigkeiten unterstützt.

Ist der Rahmen gruppenorientiert, werden daneben auch die sozialen Fähigkeiten

gefördert.

Fähigkeiten und Fertigkeiten sind eng miteinander verknüpft. Bei komplexen

Handlungen sämtlicher Arbeitsabläufe wie z.B. persönliche Hygiene, Einkaufen,

Arbeitsplatz einrichten, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, wechselt der

Schwerpunkt zwischen Fähigkeiten und Fertigkeiten fortwährend.

105


106

Angebote der Ergotherapie:

Soziale Fähigkeiten werden über Gruppen- / Partnerarbeiten verbessert und

gefördert.

Im Bereich der ausdruckszentrierten Methode können die KlientInnen

an der Malgruppe und der Tongruppe teilnehmen. Hier können sie ihre Gefühle

und ihr momentanes Empfinden über die bildnerischen und plastischen Medien

zum Ausdruck bringen. Darüber hinaus werden die KlientInnen für ihr derzeitiges

Empfinden und ihre Wahrnehmungen sensibilisiert.

Im Bereich der kompetenzzentrierten Methode können die KlientInnen

an der Holzgruppe und dem kreativen Arbeiten (z. B. Peddigrohr, Leder,

Handarbeit) teilnehmen. Hierbei stehen das Erlernen von verloren gegangenen

oder nicht vorhandenen Fertigkeiten und Fähigkeiten im Vordergrund. Diese

beinhalten:

• Kognitive Fähigkeiten (Kulturtechniken, Denkleistung)

• Emotionale Fähigkeiten (z.B. Selbstvertrauen, Frustrationstoleranz)

• Motorische Fähigkeiten (z.B. Fingerfertigkeiten)

• Grundarbeitsfähigkeiten (z.B. Ordnung, Ausdauer)

• Instrumentelle Fähigkeiten (z.B. Umgang mit Werkzeugen, Materialien)

In beiden Methodenbereichen stellen verschiedene Materialien unterschiedliche

Anforderungen an die KlientInnen, so dass diese gezielt zur Erreichung und

Förderung individueller Zielsetzungen eingesetzt werden können.

Weitere Angebote:

Musik-Hör-Gruppe:

Musik bildet eine zwischenmenschliche Brücke, die kulturübergreifend verbindet.

Im Angebot der Musikgruppe haben die KlientInnen die Möglichkeit, über die

textliche und rhythmische Auseinandersetzung mit multikultureller Musik kommunikative

und interaktionelle Fähigkeiten zu erlernen und zu erweitern. Hierbei

wird sich mit individuellen Gefühlen in der Gruppe auseinandergesetzt. Zu

erwähnen ist hier auch die Freude und die Unbefangenheit, die in der Gruppe

entsteht.

Computerkurs:

Im Computerkurs werden neben den Fertigkeiten im Umgang mit dem Medium

PC auch motorische Fertigkeiten wie Feinmotorik und Koordination sowie

auch Konzentration, Ausdauer, Kognition und die Auseinandersetzung mit dem

oft neuen Medium gefördert und erlernt.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Männergruppe:

In der Männergruppe werden allgemeine Problematiken und Themen angesprochen,

die bei den Gruppenteilnehmern präsent sind. Vor allem haben die männlichen

Klienten der Tagesstätte hier die Möglichkeit auch intimere Thematiken

anzusprechen.

Es werden Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsam Problemlösungsstrategien

gefunden.

Betreutes Wohnen

Das Betreute Wohnen ist ein Angebot im Rahmen der Eingliederungshilfe im

Sinne des Sozial-gesetztbuches. Betreutes Einzeilwohnen richtet sich innerhalb

des Internationalen Psychosozialen Zentrums des Internationalen Familienzentrums

an chronisch psychisch erkrankte erwachsene MigrantInnen der Stadt

Frankfurt am Main.

Das Betreute Einzelwohnen ist eine freiwillige Leistung und ist als eine ambulante

Maßnahme konzipiert. Es wird für Menschen eingerichtet, die in ihrem

eigenen Haushalt leben können. Die KlientInnen leben alleine oder auch zusammen

mit ihrer Familien.

Unser Team zeichnet sich durch seine interkulturelle und psychosoziale Kompetenz

aus und setzt sich aus SozialpädagogInnen, SozialarbeiterInnen, Erziehern

und eine Hauswirtschafterin zusammen.

Das Betreuungsangebot soll den psychisch Kranken helfen, ein möglichst eigenständiges

Leben zu führen.

Welche Ziele verfolgen wir?

Das Betreute Einzelwohnen hat die soziale und berufliche Eingliederung psychisch

kranker Erwachsener zum Ziel. Die betreuten Menschen werden soweit

wie nötig unterstützt, damit sie ihr Leben in der gewohnten Umgebung selbständig

gestalten können.

Das psychische und körperliche Wohlbefinden soll verbessert werden, damit

der dauerhafte Verbleib in der eigenen Wohnung gesichert werden kann.

Ziel des betreuten Einzelwohnens ist es, den Betreuten so weit zu unterstützen,

dass er ein selbstbestimmtes Leben in seiner eigenen Wohnung führen kann.

Der / die Betreute erhält, abhängig von den jeweiligen Bedürfnissen, individuelle

Hilfe.

107


108

Was bieten wir an?

• Beratung und Unterstützung bei lebenspraktischen Aufgaben und

der Alltagsbewältigung

• Hilfen bei der Tagesstrukturierung z.B. Tages- und Wochenplanung,

Gestaltung arbeitsfreier Zeit, individuelle Angebote zur Aktivierung.

• Selbsthilfetraining im Umgang mit der Erkrankung, Störung oder Krise.

• Hilfe bei der Inanspruchnahme psychiatrischer oder medizinischer

Hilfen, sozialer Dienste und Einrichtungen.

• Hilfe zur Sicherung der materiellen Existenz, Durchsetzung

sozialer Rechte, Umgang mit Ämtern und Behörden.

• Hilfen zur Konfliktbewältigung und Krisenintervention.

• Sozial- und Kommunikationstraining.

• Hilfen bei der Aufnahme und Gestaltung sozialer Beziehungen.

Unser Vorgehen

• Intensive Einzelfallbetreuung

• Einzelgespräche

• Hausbesuche

• Lebenspraktische Unterstützung

• Begleitung und Unterstützung bei behördlichen Angelegenheiten

• Angebote im Kontakt- und Freizeitbereich

• Einbeziehung der Angehörigen

• Hilfe bei der Tagesstrukturierung

• Krisenintervention

• Zusammenarbeit mit behandelnden Ärzten und Fachdiensten

• Unterstützung und Begleitung im Arbeits- und Beschäftigungsbereich.

Dabei ist es uns als ein interdisziplinäres und interkulturelles Team sehr wichtig,

dass wir Menschen und Situationen angst- und vorurteilsfrei begegnen und die

KlientInnen in ihrer Komplexität als Individuen anzunehmen, auch als Träger

ihrer Kultur, ohne sie darauf zu reduzieren.

Wer kann BW in Anspruch nehmen?

Das Betreute Wohnen ist ein Angebot für junge und alte Menschen, die an einer

chronischen psychischen Erkrankung leiden.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Wer trägt die Kosten?

Die Betreuungskosten übernimmt der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV).

Unter Umständen (hohes Einkommen oder Vermögen) werden die Betreuten

zur Deckung der Kosten herangezogen. Von den Eltern der Betreuten fordert

der LWV einen Zuschuss von 26 Euro monatlich, soweit sie nicht vom SGB

selber Leistungen erhalten.

Wie erfolgt die Aufnahme?

Erfolgt nach einem Erstgespräch und nach der Erstellung eines Integriertes Behandlungs-

und Rehabilitationsplans, die durch LWV zugesagt wird.

Aktuelle Daten

Im Jahr 2008 waren im Betreuten Wohnen insgesamt ...58... KlientInnen aus

20 Nationen im Alter zwischen 19 - 68 Jahren zu versorgen.

Davon sind

Weiblich 32

Männlich 26

Die sich in folgende Nationalitäten aufteilen

Afghanistan 5 Libanon 1

Ägypten 1 Marokko 2

Algerien 1 Mazedonien 1

Angola 2 Pakistan 2

Brasilien 1 Portugal 1

Burma 1 Russland 1

Chile 1 Türkei 27

Cuba 1 Vietnam 1

Eritrea 4 Gesamt 58

Griechenland 2

Italien 2

Lettland 1

109


110

Fallbeispiel

Frau M. ist uns über das Jugendamt an uns vermittelt worden. Ihr Sohn zeigte

psychische Auffälligkeiten. Frau M. ist seit mehr als 10 Jahren psychisch an einer

paranoid-halluzinatorische Psychose erkrankt und war nicht in der Lage, ihre

Wohnung zu verlassen. Sie vertraute niemandem und hatte stets das Gefühl

beobachtet zu werden. Sie hörte Stimmen, die schlecht über sie sprachen, und

fürchtete, von unbekannten Personen getötet zu werden. Für Frau M. waren

diese Wahrnehmungen Realität und nicht krankheitsbedingt. Sie war seit über

5 Jahren jedes Jahr länger als 3 Monate in stationärer psychiatrischer Behandlung

da sie die Ängste nicht aushalten konnte. Ihr Mann war mit der Situation

überfordert und wusste nicht, wie er sich verhalten sollte. Durch diese Überforderung

vernachlässigte er auch seinen Sohn, blieb der Wohnung die meiste

Zeit fern und hatte vor sich zu trennen. Dies löste bei Frau M. große Hoffnungslosigkeit

aus.

Zu Anfang unserer Betreuung konnte Frau M. nicht genau verstehen, welche

Art von Hilfen wir ihr anbieten können. Sie hatte jedoch nichts dagegen, unser

Betreuungsangebot anzunehmen. Für uns war es als erstes wichtig zu verstehen,

welche Rolle und Funktion sie nach ihrer Wahrnehmung einnimmt. Wir haben

sie häufig besucht und lange Gespräche geführt, um sie besser kennen zu lernen

und ihr Vertrauen zu gewinnen. Sie nahm zu der Zeit keine Medikamente, da sie

nicht glaubte, dass sich irgendetwas verändern würde. Wir haben gemeinsame

Termine mit ihrem Psychiater wahrgenommen, ohne auf die Medikamenteneinnahme

einzugehen. Mit zunehmender Zeit war sie dann bereit, probeweise

Medikamente einzunehmen.

Es gab jedoch immer wieder Phasen, in denen sie die Medikamente absetzte.

Wir haben sie beobachtet und die Veränderungen durch die Medikamenteneinnahme

während unserer Treffen mit ihr thematisiert. Erst nach 3 Jahren Überzeugungsarbeit

und ständiger Begleitung zu den Arztterminen fing sie an, ihre

Medikamente regelmäßig einzunehmen. Heute hört sie kaum noch Stimmen

und kann ihre Wohnung ohne Angst verlassen.

Mittlerweile besucht sie die Tagesstätte unseres psychosozialen Zentrums und

hat dadurch eine Tagesstrukturierung und Verbindung zum gesellschaftlichen

Leben.

Ihr Mann und sie leben nicht mehr zusammen. Sie hat gelernt, mit ihren Ängsten

alleine zu leben und umzugehen, da sie sich viel stärker fühlt. Ihr Sohn erhält

durch unsere Vermittlung eine geeignete psychiatrische Behandlung und zeigt

keine großen Auffälligkeiten mehr. Er ist fröhlicher und hat mit seiner Mutter

eine harmonische Beziehung.

Frau M. versucht zurzeit sich weiter zu stärken, um in einer Rehawerkstatt

arbeiten zu können. Wir werden sie auf ihrem Weg noch einer Weile begleiten,

bis sie ein eigenständiges Leben und einen stabilen psychischen Zustand erreicht

hat.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Ambulante psychosoziale Versorgung

von Asylbewerbern und Asylbewerberinnen

Die ambulante psychosoziale Versorgung von Asylbewerbern

und Asylbewerberinnen ist eine Maßnahme des Internationalen Familienzentrums

im Auftrag und in Kooperation mit dem Jugend- und Sozialamt der

Stadt Frankfurt am Main. Bei der Maßnahme handelt es sich um ein zielorientiertes,

intensives sozialarbeiterisches und psychologisches Betreuungsangebot

mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren pro KlientInnen. Das Angebot richtet

sich dabei an Personen, die im Sinne von § 53 SGB XII als psychisch

kranke und/oder seelisch behinderte Menschen anzusehen sind.

Zusätzlich zur bestehenden Zielgruppe können auch psychisch erkrankte und/

oder seelisch behinderte Personen ohne Aufenthaltstitel und unabhängig vom

Asylbewerberstatus in die Maßnahme aufgenommen werden.

Im Folgenden nun einen Überblick über unser Beratungs- und Betreuungsangebot:

Z i e l s e t z u n g

• Krisenprävention

• Krankheitsmanagement

• Psychosoziale Stabilisierung

• Soziale Integration

• Selbstbestimmtes Leben

• Überleitung in die psychosoziale Regelversorgung nach

Aufenthaltsklärung

T e a m

• Interdisziplinäres und interkulturelles Team

• Mehrsprachigkeit (Englisch/Polnisch/Russisch)

• Dipl. Sozialarbeiterin (Stellenanteil 100%)

• Dipl. Psychologin (Stellenanteil 50%)

M e t h o d i k

Elemente aus der psychodynamischen Psychotherapie, der Verhaltenstherapie,

der Traumatherapie, dem Psychodrama, der klientenzentrierten Gesprächsführung

sowie der systemischen Beratung.

111


112

Fachspezifische Schwerpunkte

Die psychosoziale Arbeit mit den KlientInnen basiert auf einem ressourcen-

und lebensweltorientierten Ansatz. Die Schwerpunktsetzung ist individuell und

orientiert sich immer am persönlichen, gesundheitlichen und aufenthaltsrechtlichen

Hilfebedarf der KlientInnen.

Psychologische Beratung und Betreuung

Die psychologische Betreuung erstreckt sich von der Diagnostik, persönlichkeitsstabilisierender

Beratung der KlientInnen, Erstellung der psychologischen

Atteste, Begleitung bei der Bewältigung der zum Teil durch die Krankheit bedingten

Probleme des Alltags bis hin zur Krisenintervention. Zu den Aufgaben

gehört auch die Unterstützung und Regelung der medizinischen Versorgung,

das Krankheitsmanagement, die Auseinandersetzung mit der aktuellen psychischen

Situation und die Suche nach Entwicklungs- und Lösungsmöglichkeiten

sowie die Arbeit mit Familienangehörigen.

Sozialarbeiterische Beratung und Betreuung

Die sozialarbeiterische Unterstützung beinhaltet die gesamte psychosoziale

Versorgung, hierzu gehören:

• Unterstützung bei der Inanspruchnahme sozialer und

medizinischer Dienste

• Begleitung im aufenthaltsrechtlichen Bereich

• Unterstützung in sozialrechtlichen Angelegenheiten

• Kooperation mit ÄrztInnen, RechtsanwältInnen, Sozialdienste

• Unterstützung bei der Tagesstrukturierung und Freizeitgestaltung

• Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache

• Angehörigenarbeit

• Krisenintervention

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Statistische Daten

Im Zeitraum 01. Januar bis 31. Dezember 2008 wurden 10 Klienten und Klientinnen

im Alter von 23-63 Jahren betreut.

KlientInnen nach ihren Herkunftsländern

Bosnien-Herzegowina 1m Eritrea 1w/1m

Indien 1m Irak 2w

Iran 1m Sudan 1w

Türkei

w= weiblich/m= männlich

2w

Psychische Störungen und Beeinträchtigungen

Depressive Episode 6

Posttraumatische Belastungsstörungen 4

Angststörungen 4

Somatisierungsstörungen 3

Andauernde Persönlichkeitsänderung nach

Extrembelastung

3

Psychosen 2

Suchtproblematik 2

Mehrfachnennungen sind möglich

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114

Leben mit dem Asylbewerberleistungsgesetz

Die von unserer Maßnahme betreuten AsylbewerberInnen und Geduldeten

beziehen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Das

Gesetz trat 1993 in Kraft und die Regelsätze wurden seither weder der allgemeinen

Preisentwicklung noch der Euroumstellung entsprechend angepasst.

In Zahlen bedeutet dies für einen Haushaltsvorstand 224,97 € pro Monat an

Grundleistungen und Barbetrag nach § 3 AsylbLG. Das entspricht etwa 64 % des

Hartz-IV-Satzes und liegt damit weit unter dem Existenzminimum in Deutschland.

Im Leistungsbezug des Asylbewerberleistungsgesetzes besteht nach einem

48-monatigen Erhalt der Grundleistungen nach § 3 AsylbLG die Möglichkeit,

höhere Analogleistungen nach § 2 AsylbLG in Angleichung an die Regelsätze

des Sozialgesetzbuches Zwölftes Buch (SGB XII) zu erhalten. Dies wird jedoch

nur genehmigt, wenn die Abschiebungshindernisse nicht selbst zu verantworten

sind, zum Beispiel durch fehlende Mitwirkung bei der Identitätsklärung / Passbeschaffung.

Da die meisten von uns betreuten Klienten nach abgelehnten Asylverfahren

ausreisepflichtig sind und nur noch aufgrund von häufig selbst verschuldeten

Abschiebungshindernissen in Deutschland geduldet werden, kommen sie in der

Regel nicht in den Genuss einer Angleichung des Regelsatzes. Stattdessen erleben

wir häufig, dass bei fehlender Mitwirkung die Grundleistungen zusätzlich

um den Barbetrag von 40,90 € nach § 1a AsylbLG gekürzt werden, so dass

im schlimmsten Fall nur 184,07 € monatlich übrig bleiben. Von diesem Betrag

sind Ernährung, Kleidung und Energiekosten sowie ein anteiliger Betrag für die

Wohnheimunterbringung zu bestreiten.

Von staatlicher Seite wird diese Mangelversorgung unterhalb des Existenzminimums

damit begründet, dass sich Leistungsberechtigte nach diesem Gesetz nur

vorübergehend in Deutschland aufhalten würden. Deshalb könnten die Grundleistungen

des AsylbLG für begrenzte Zeit auch geringer ausfallen als Bezüge

nach SGB XII.

Aus unserer Beratungspraxis wissen wir jedoch, dass Menschen nicht nur vorübergehend,

sondern dauerhaft und über viele Jahre im Leistungsbezug des

Asylbewerberleistungsgesetzes verbleiben. Die Bleiberechtsregelung war hier

ein erster Schritt, um Geduldeten den Zugang zu einem Aufenthaltstitel zu ermöglich,

griff jedoch durch die restriktiven Ausschlussgründe viel zu kurz und

erreichte nur einen sehr geringen Teil der Betroffenen.

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Die Mitarbeiter sind den Häusern zugeordnet. Die Einordnung in die jeweiligen Arbeitsfelder

erfolgt, wenn nicht anders vermerkt, nach dem Schwerpunkt der Tätigkeit.

Die Berufsbezeichnung der Mitarbeiter richtet sich nach dem Stellenplan.

Geschäftsstelle Wiesenhüttenplatz 33

Geschäftsführerin Doris Gutberlet-Grumbach

Dipl.-Pädagogin

Stellvertr. Geschäftsführer Paul Friese

Dipl.-Psychologe,

Verwaltungsleiter Horst Blass

Sekretariat Angela Baron

Verwaltungsangestellter Heinz Klein

Buchhaltung Gabriele Kern

Bilanzbuchhalterin

Thorsten Rachowski

Monika Dienst

Personalverwaltung Jürgen Lutz

Ana Maria Crespo de Köhler

Institutionsberatung / Supervision Elke Dorothea Badur-Seifer

Dipl.-Psychologin, Gestaltungstherapeutin,

klinische Hypnotherapie

Hauspflegedienst Nezir Malagic

Hausmeister Bernd Haubenreißer

Falkstr. 54a und 56

Bereichsleiter Paul Friese

Erziehungs- und Familienberatung

Diplompsychologen

Diplompsychologinnen Paul Friese,

Psychologischer Psychotherapeut,

Verhaltens- u. Hypnotherapeut,

Sprache: deutsch

Nazan Özgül-Onagaglar

Psychologin Ägäische Universität Izmir,

NLP-Trainerin

Sprachen: türkisch, deutsch

Dr. Birsen Cangöz

Psychologische Psychotherapeutin

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

Sprachen: türkisch, deutsch

Dr. Azra Peterschik

Psychologin, Prof. f. Psychologie und

Pädagogik, Universität Sarajevo

Sprachen: kroatisch-bosn.-serb., deutsch

115


116

Milena Wende

Psychologin

Sprachen: bulgarisch, russisch,

englisch, deutsch

Sanna-Kristina Cavar

Sprachen: kroatisch, deutsch

Andreas Schütte

Psychol. Psychotherapeut

Integrativer u. Gestalt- Therapeut,

Supervisor

Sprache: deutsch

Dipl.-Pädagogen

Dipl.-Pädagoginnen Tamara Cristalli

Analyt. Kinder- u. Jugendlichenpsychotherap.

Sprachen: italienisch, französisch, deutsch

Eleonore Demmer-Gaite

Systemische Familientherapeutin

Sprachen: spanisch, deutsch

Dr. Cengiz Deniz

Sprachen: türkisch, deutsch

Dr. Kahraman Gündüzkant

systemische Beratung

Sprachen: türkisch, zazaki, deutsch

Dipl. Sozialarbeiterin Marina Burkhardt

Gestaltberatung, Mediation

Sprachen: griechisch, italienisch, deutsch

Verwaltungsangestellte Asuman Gündüz

Jehan Marbin

Sekretariat, Verwaltung Elisabeth Quansah

Supervision Detlef Klöckner

Juristische Beraterin Ursula Schlung-Muntau

Kinderpsychiatrischer Berater Dr. Salvador Pricto-Durán

Hauspflegedienst Ayse Tuncer

Hort, Falkstr. 54

Leiterin der Kindertagesstätte Inge Böhme

Dipl. Pädagogin

Erzieher / Erzieherinnen Boubker Ouaadoud

Nazli Özcelik (Elternzeit)

Hadiyatou Issa-Touré

Thomas Schardt

Smiljana Zubac

Brigitte Dannenfeld

Stud. Mitarbeiterin Magdalena Ochmann

Tagesgruppe, Falkstr. 54

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Leiter Jürgen Scheidt

Sozialpädagoge

Sozialpädagogen / Sozialpädagoginnnen Dr. Awni Sarrar

Sadaghat Bagherzadeh-Oskoje

Ester Olbrich

Dipl. Psychologin Milena Wende (Elternzeit)

Sana-Kristina Cavar

Supervision Nicola Sauer

Mototherapeutin, Sportwiss. M.A.

Intensive sozialpädagogische Einzelfallbetreuung

und sozialpädagogische Familienhilfe, sozialpädagogische

Lernhilfe, Falkstr. 56 / Wurmbachstr. 6

Leiterin Ruth Krämer

Dipl.-Sozialpädagogen Florian Hessenmüller

Sprachen: deutsch

Dieter Losert

Sprachen: deutsch

Serdol Solmaz

Sprachen: türkisch, deutsch

Roland Voigt

Sprachen: deutsch

Dipl. Pädagoginnen / Pädagogen Josefa Paez-Gomez

Kinder- und Jugendlichentherapeutin

Sprachen: spanisch, deutsch

Behiye Bilen

Systemische Therapie / Beratung und

Familientherapie

Sprachen: türkisch, deutsch

Hans-Jürgen Koch

Sprachen: deutsch

Nazan-Gül, Eyüp

Sprachen: türkisch, deutsch

Sozialpädagogische Lernhilfe Edina Causevic-Dogic

Victoria Seeger

Tobias Schmidt

Nassim Amini

Sanaie Sahar

Sharzad Shayesten, Shad

Christina Maria Glück

Supervision Andreas Schütte

Cornelia Streb-Lieder

Hauspflegedienst Ayse Tuncer

117


118

Alois-Eckert-Schule, Eschenheimer Anlage 20a

Schulleiter Ernst Friedrich

Lehrer für Haupt-, Real- und

Sonderschulen

Sekretariat / Verwaltung Cherifa Outmani

SonderschullehrerInnen / Sonderschullehrer Stephan Katzenbach

Peter Loewy

Martina Stephan

Lehrerin für Sekundarstufe I Heike Borowski

SozialpädagogInnen Carmen Hormel

Dieter Losert

Musiktherapeut Jannis Karis

Lehramtsreferendarin Kathleen Pfeifer

Supervision Marita Barthel-Rösing

Hausmeister Alisan Ertem

Hauspflegedienst Foteini Katsiou

Gusti Gebhardt-Haus,Ostendstr. 70

Migrationsberatung, Familienbildung, Interkulturelle

Begegnungsstätte, Treff für ältere MigrantInnen,

Hausaufgabenbetreuung

Bereichsleiterin Doris Gutberlet-Grumbach

Dipl. Pädagogin

Sekretariat / Verwaltung Dagmar Hajrovic

Sozialarbeiterin / Gestaltberatung Marina Burkhardt

Gestaltberatung

Sprachen: griechisch, italienisch, deutsch

Dipl.-Sozialarbeiterin / Sozialarbeiter Sevil Öztürk

Sprachen: türkisch, deutsch

ehrenamtlicher Mitarbeiter Seyfi Özgen

vereidigter Dolmetscher

Sprachen: türkisch, deutsch

Gisela Wölpert

Deutsch- und Integrationsangebote

Dipl.-Sozialpädagogin Senka Turk

Sprachen: kroatisch-serbisch-bosnisch,

deutsch

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Dipl.-Pädagoginnen Eleonore Demmer-Gaite

Systemische Familientherapeutin

vereidigte Dolmetscherin

Sprachen: spanisch, deutsch

Gisela Wölbert

Deutsch- und Integrationsangebote

Fatima Saadaoui-El Amin

Treff marokkanischer Frauen

Gruppe für Mütter mit Babys

Sprachen: marokkanisch, deutsch

Ärztin Dr. Marie Roumer-Spoden

Pädagogische Hilfskraft Amina Hassan Osman

Eltern-Kind-Café,

Somalische Frauengruppe

Nähkurs / Schneiderin Kerstin Jentschke

Fatma Özaltin

Hausaufgabenhilfe Martina Wild

Tamara Kaiser

Frühbetreuerinnen Uhlandschule Naima Atchi

Kerstin Slametschka

Zümrüt Ulu

Hippy-Projekt Hausbesucherinnen Nuria Amiri

Kinderbetreuung Kibar Coskun

Tsegai Meseret

Beratungsservice „Geld“ Birgit Bürkin

Hausmeister Werner Adler

Hauspflegedienst Foteini Katsiou

Info - Laden, Ostendstr. 36 Stjepan Males

Sprachen: kroatisch-serbisch-bosnisch,

deutsch

Internationales Psychosoziales Zentrum, Ostendstr. 70

PSKB - Tagesstätte - Begegnungsstätte - Betreutes Wohnen

Ambulante psychosoziale Versorgung von Asylbewerbern

Bereichsleiter Kurt Heilbronn

Sekretariat / Verwaltung Angela Baron

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Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle (PSKB)

Dipl. Psychologe / Dipl.-Psychologin Kurt Heilbronn

Verhaltenstherapeut / Familientherapeut

Sprachen: türkisch, deutsch

Dr. Azra Peterschik

Prof.f. Psychologie u. Pädagogik

Universität Sarajevo

Sprachen: kroatisch-bosnisch-serbisch,,

deutsch

Dipl.-Sozialarbeiter Artin Akyüz

Sprachen: türkisch, armenisch, deutsch

Ambulante psychosoziale Versorgung von Asylbewerbern

Dipl.-Psychologin Maria Makowski

Psychologische Psychotherapeutin

Dipl.-Sozialarbeiterin Angelika Schreiner

Tagesstätte

Teamleiter Jehad Ahmad

Sportpädagoge / Physiotherapeut

Dipl. Sozialpädagoginne Iris Schimmangk

Rita Bucciero (Elternzeit)

Ergotherapeutin Lisa Schwarm

Krankenpfleger Damir Avdic

Hauswirtschafterin Nejla Topal

Supervision Rainer Fuchs

Psychodramaleiter, Supervisor (DGsV)

Begegnungsstätte

Dipl.-Sozialarbeiter Artin Akyüz

pädagog. MitarbeiterInnen Amelia Sadiqi

Mohamad Reza Davami

Tesfai Tecle

Betreutes Wohnen, Uhlandstr. 52

Teamleiter Ercan Basaran

Dipl.-Sozialpädagoge

Dipl.-SozialarbeiterInnen Nevzat Özkan

Yildiz Köremezli-Erkiner

Nurcan Taskin

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Erzieherin Maria Edwards

Heilerzieherin Jasna Robbel

pädagog. Mitarbeiter Amelia Sadiqi

Supervision Dr. med. Ricarda Wurtz

Fachärztin f. Psychotherapeutische Medizin

Haus am Wiesenhüttenplatz

Jugendberufshilfe und Jugendsozialarbeit

Wiesenhüttenplatz 33

Bereichsleiterin Dr. Barbara Neuer-Markmann

Sekundarstufe II

Supervision Birgit Werner

Dipl.- Psychologin

Hauspflegedienst Nezir Malagic

Hausmeister Bernd Haubenreißer

Kompetenzagentur Frankfurt

Leiterin / Leiter Dr. Barbara Neuer-Markmann

Sekundarstufe II

SozialarbeiterIn Eckehard Bauer

Gitta Hacia

Case-Management Eckehard Bauer

Carola Baur

Assistenz Case-Management Heike Gabriele

fiB-fit ins Berufsleben

Sozialarbeiterinnen Gitta Hacia

Hanna von der Heydt

BVB-Reha berufsvorbreitende Maßnahmen

Leiterin Dr. Barbara Neuer-Markmann

Sekundarstufe II

SozialpädagogInnen Vanadis Hertel

Hanna von der Heydt

121


122

BildungsbegleiterInnen Marion Guth

Lothar Kurz

Torsten Wyrwa

Monika Prante

Muhabbet Dursun

AusbilderInnen

Lager / Handel Thomas Monjau

Schreiner/Maler Sylvia Ritter

Gastronomie Anke Schulz

Manfred Sauer

Gartenbau / Floristik Piotr Pilkowski

Fachlehrer Frank Mario Neubauer

Angela Goldschmidt

Erzieher Mirko Zellmer

Monaliza Amanuel

Ilka Grgic-Djaya

Evgenia Steinberg

päd.Mitarbeiterin Margarete Jensen

Berufseinstiegsbegleitung

SozialarbeiterInen Muhabbet Dursun

Anita Mwabasi

Passgenau in Arbeit / PIA

Anleiter Roger Freytag

Ausbilderin Katharina Jahn-Garram

Integrationsmaßnahmen

Patricia Züsch

Leiterin Dr. Barbara Neuer-Markmann

Sekundarstufe II

Sozialpädagogen Fehmi Odabas

Santiago Palau Herrero

Jugendbüro Lichtblick, Am Weingarten 26

Aufsuchende Jugendarbeit, Beratung

und Hilfe-Schülercafé Mayday

Leiter Winfried Klein

Dipl.-SozialarabeiterInnen Detlef Beil

Laura Dietz

Winfried Klein

Siglinde Seitz

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Supervision Rainer Fuchs

Psychodramaleiter Supervisor (DGsV)

Kindergarten, Ostendstr. 72

Leiterin Stephanie Geßner

Stellvertr. Leiterin Petra Kliemann

ErzieherInnen Elena Dubs

Gerlinde Fecher

Krauß Bianka

Irina Krioutchkovitch

Corinna Pohl

Birgit Schadenböck (Elternzeit)

Thomas Tank

Svetlana Val

Hauspflegedienst Helga Grimes

Diribe Gamachu

Supervision Susan Melzer-Soltani

Kindertagesstätte Eschersheim, Im Geeren 80

Leiterin Claudia Höhlein

Stellvertr. Leiterin Sonja Schuck

ErzieherInnen Ines Glinka

Tina Koeppen

Mariana Natali Kurbasa

Michael Thieme

Mirella Messina

Zahra Moazezipour

Martin Scior

Anne Sönsken (Elternzeit)

Verena Wilhelm

Anne Zotzmann

Motopädin Gudrun Krowiors

KinderpflegerInnen Carmela Armenio

Derya Ugurluay

Jahrespraktikantin Susanne Schmidt

Hauspflegedienst Izeta Malagic

Dubravka Stanic

Supervision Susan Melzer-Soltani

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Kindertagesstätte Lindenviertel, Blauglockenweg 2

Leiterin Sirin Aydin

Dipl. Pädagogin

ErzieherInnen Daniela Bender

Samira Bouimejane

Guisy Patrizia Carta

Melanie Köhler

Michelle Lieberum

Ivana Maria Massoglio

Beate Sobieraj

Buran Tekin

Gülcan Tek-Bilgetekin (Elternzeit)

Simone Wilhelm

Timo Wüst

päd. Mitarbeiterin Margarete Jensen

Student. Mitarbeiterin Olga Müller

Nadeshda Ratzlaff

Hauswirtschaftskraft Marion Kratzsch

Andrea Limon

Kindertagesstätte Rebstockpark, Montgolfier-Allee 10

Leiterin Gisela Martini da Costa

Dipl. Pädagogin

Stellvertr. Leiter Herbert-Georg Schierl

ErzieherInnen Catalina Beltrán Gómez

Renata Neugebauer

Medina Durmann (Elternzeit)

Christiane Ilg

Sahra Jordan

Aniko Lutter (Elternzeit)

Melike Öztüre

Karin Röhrig

Tina Rogojski (Elternzeit)

Hannelore Schelletter-Wysk

Claudia Moscato

stud. MitarbeiterInen Enzo Raggazzoni Rojas

päd. MitarbeiterInen Viktoria Erdös

Jahrespraktikantin Irina Landeis

Hauswirtschaftskraft Gabriele Dias da Costa

Magdalena Niechcial

Supervision Dorothea Zachert

I F Z • T ä t i g k e i t s b e r i c h t

2 0 0 8 • 2 0 0 9

Autoren: Fachteams des Internationalen

Familienzentrums e.V.

Redaktion: Doris Gutberlet-Grumbach

Paul Friese

Ernst Friedrich

Träger: Internationales Familienzentrum e.V

Gemeinnütziger Verein

Korporatives Mitglied des

Caritasverbandes Frankfurt

Geschäftsstelle: Wiesenhüttenplatz 33

60329 Frankfurt am Main

Telefon 069 / 27 22 16-0

Postbank: Frankfurt am Main

Kto. 9921- 606 / BLZ 500 100 60

Geschäftsführerin: Doris Gutberlet-Grumbach

Vorstand: Reinhard Große, Vorsitzender

Rechtsanwalt und Notar

Reinhold Adrian

Oberstudiendirektor i.R.

Pater Paul Greif SJ

Dr. Dieter Kunz

Geschäftsführer der Jugendberatung

und Jugendhilfe e.V.

Dr. Christof Loch

Arzt und Psychotherapeut

Internationales Familienzentrum e.V.

Träger der Walter Möller Plakette

der Stadt Frankfurt am Main 1978

Gesunde - Städte - Preis 1999

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F r e m d s e i n i s t u n s v e r t r a u t

I n t e r n a t i o n a l e s F a m i l i e n z e n t r u m e . V .

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