roMantiK

popo.de

roMantiK

ci-Magazin | #25

wohnen

Die tafelrunde

hoMe-office

Klein, aber mein

design

Philippe starck

ci – das Magazin der creativen i nneneinrichter

wohnen + einrichten | Lebe n + ar b eiten

eXtra:

OutDOOr-

Möbel

roMantiK

leben zu zweit

4 196478 704505 25

frühjahr 2012

8. jahrgang

DeutschlanD: 4,50 €

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Keine Rotorflügel. Kein Flattern.

Einfach nur ein

angenehmer Luftstrom.

Herkömmliche Ventilatoren erzeugen

einen stoßartigen Luftstrom, weil sie

mit ihren Flügeln die Luft zerschneiden.

Der Dyson Air Multiplier TM Ventilator ist

anders. Ein Luftring beschleunigt die

umgebende Luft und verstärkt sie um

das 15fache. Da es keine Rotorflügel

gibt, ist der Luftstrom gleichmäßig

und angenehm.

Rotorflügel bewirken ein Flattern der Luft.

Keine Rotorflügel. Kein Flattern.

Weitere Informationen auf: www.dyson.de


editorial

titeL ein lauschiges Plätzchen bei Mutter natur:

„nestrest“ von Dedon (Design: Daniel Pouzet

und fred frety) ist der ideale Ort für Momente der

entspannung, der Meditation und für lange

gespräche.

liebe ci-freunde,

„Trau dich, zart zu sein“ – mit diesem neuen Slogan und dem bekannten

Wiederkäuer in Lila wirbt ein Süßwarenhersteller für seine Produkte. Im

Gegensatz zur „zartesten Versuchung“ ist dieser Spruch zwar noch nicht in

aller Munde, aber als gefühlvolle Aufforderung, mehr Romantik zu wagen,

darf man ihn durchaus verstehen.

Also versuchen wir es doch auch einmal mit ein bisschen Romantik, dem

Leitthema dieser 25. CI-Ausgabe, allerdings ganz ohne Schokolade. Was ist

Romantik überhaupt? Auch hier spielt eine bestimmte Farbe eine wichtige

Rolle, allerdings Blau. Denn die Romantiker Ende des 18. Jahrhunderts begaben

sich bekanntlich auf die Suche nach der blauen Blume. Dass sie dabei an

vieles, aber nicht an Candle-Light-Dinner gedacht haben, schildert Doris

Weber in ihrem Feature.

In einem Beitrag von Pulitzer-Preisträger John Updike lesen Sie, welch’

gefühlvolle Kraft einer flüchtigen Begegnung im ansonsten poesiefernen

Öffentlichen Personennahverkehr innewohnen kann.

Wenn Paare zusammenziehen, weicht anfängliche Begeisterung oft der

scheinbaren Unvereinbarkeit zweier Lebensstile. Dass es auch anders geht –

und vor allem wie –, behandeln wir anschaulich in unserem Wohnthema.

Romantik hat auf dem Schreibtisch eigentlich nichts zu suchen. Aber wenn

dieser sich im eigenen Zuhause befindet, darf es ruhig ein bisschen verspielter

zugehen, ohne dass man auf Funktionalität verzichten muss. Entsprechende

Ideen fürs Home-Office finden Sie ab Seite 32.

Freuen Sie sich außerdem auf Philippe Starck, Outdoor-Möbel, geschmackvolle

Ideen rund um den Esstisch, ein bisschen Kunstgenuss und die neuesten

Trends aus der Welt der Inneneinrichtung – wir begleiten Sie mit vielen Themen

durch das Frühjahr. Diesmal mit einer ordentlichen Portion Romantik.

Herzlichst, Ihr

Axel Stamm

Chefredakteur

01/12 – 3

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


Red is the new

Black

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Automatik

Zwei Saphirgläser

Wassergeschützt 10 bar

Getreu den legendären Vorbildern

von Tutima Glashütte entwickelt,

wird eine Tutima Classic stets ein

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628-13


inhalt

wohnen, einrichten, design

6 ci-trendscoUt

Trends und Entwicklungen

von der imm cologne

10 die MÖbeLrePUbLiK

Fritz-Hansen-Aktion

12 JUgend forsch

Ungewöhnliche Kreationen

junger Designer

14 vieLfaLt Mit sYsteM

Die Welt von Montana live erleben

20 Leben zU zweit

Paaradiesisches Wohnen

26 Jetzt nach draUssen

Outdoor-Inspirationen

28 edeL Und starcK

Designer Philippe Starck

32 zUhaUse iM bÜro

Vorteil: Home-Office

36 zU tisch!

Die perfekte Tafelrunde

42 ci-ProJeKt: bacK-office

Die Kunsthalle Bremen

titeLtheMa „roMantiK

16 bLaUe bLUMe gesUcht

Das sehnsuchtsvolle Streben

nach Vollkommenheit

Von Doris Weber

40 „gegen abend“

Über den Zauber des Augenblicks

Von John Updike

rUbriKen

3 editoriaL

46 seLected

54 seLected eXtra: stoffe

56 aKtionen Und Personen

58 neU iM ci-PortaL

iMPressUM

hersteLLernachweis

01/12 – 5

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


trendscout

immer am Puls der zeit: unsere trendscouts

waren wieder auf spurensuche

in sachen frische ideen für wohnen

und einrichten. fündig geworden sind

sie auf der imm cologne – und überall

dort, wo gutes Design entsteht.

Viva Colonia: Die imm cologne zeigt wichtige Einrichtungstrends.

Wohnmöbel setzen verstärkt auf natürliche

Materialien, gleichzeitig müssen sie immer öfter kleiner

und flexibel sein, damit sie sich wechselnden Anforderungen

und verschmelzenden Wohnbereichen anpassen

können.

Walter_Knoll

bao

6 – 01/12

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

üppig und rund: es sind die Kurven, die ihn spontan sympathisch

machen. und die opulente skulptur von walter Knoll

(Design: eOOs) hat eine kunstvolle Kehrseite. Der drehbare

fauteuil vereint sinnfällig die Materialien: leder im rücken,

stoff im sitz. alles hat seinen Platz. „bao“ – vertraut wie die

geste einer umarmung.

trend

scout


Moooi

HeracleuM

Die dekorative leD-leuchte zeichnet sich

durch ihre technisch-filigrane struktur und

warm-weißes licht aus. Die einzelnen

leuchtkörper können je nach wunsch in

Position gebracht werden (Design: bertjan

Pot und Marcel wanders).

Interlübke

bookless

Das regal „bookless“ (Design: gino carollo

und rené chyba) gibt ihnen den perfekten

raum für Dinge, die ihnen am herzen liegen.

MDF Italia

radius

„radius“ (Design: bruno fattorini & Partners)

führt gleich drei bemerkenswerte optische

elemente in die MDf-italia-Kollektion ein: die

biegung, die farbe und vor allem den beton

für beine und tischplatte.

Driade

Pavo real

jetzt auch als Outdoor-Variante: Der bequeme

sessel im südstaaten-look von Driade

sorgt für farbige akzente (Design: Patricia

urquiola).

Flötotto

Pro

Die form, der sitzkomfort und die anpassungsfähigkeit

an unterschiedliche raumsituationen

machen „Pro“ (Design: Konstantin

grcic) zu einem Design-Produkt, das universell

einsetzbar ist.

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


Trendscout

Frei.Frau

aMelie

Aqua Creations

gladis HigH cHair

aus der idee des individuellen fingerabdruckes

bekam Designerin ayala serfaty

ihre inspiration für dieses verspielte und

überaus bequeme sitzmöbel.

8 – 01/12

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

Die fabelhafte welt der „amelie“: audrey

tautou hätte ihre wahre freude an diesem

stuhl, der mit raffinierten Details für stilsicherheit

in jedem ambiente sorgt. erhältlich

als „classic“- oder „fashion“- Variante

(Design: birgit hoffmann).

Bocci

21

in der 21er-serie von bocci (Design: Omer

arbel) wird der Kronleuchter zu einem

sinnlichen Objekt. je nach ausführung bieten

bis zu 36 lichtquellen, verdeckt von einem

gefalteten Porzellanschirm, eine stimmungsvolle

umgebung.

WOGG

wogg 54

Thonet

s 64 Pure Materials

Kompaktklasse: beim schreibtisch von wogg

(Design: christophe Marchand) dominieren

schlichte eleganz und technische raffinesse.

so hat er etwa diverse stauräume, die mit

passenden boxen ausgefüllt werden.

Der Klassiker von Marcel breuer in neuer,

spezieller ausführung. „Pure Materials“ heißt

die neue serie, die bekannten stücken eine

individuelle Prägung gibt, bei der gebrauchsspuren

sichtbar werden und die mit dem

zeitgemäßen „used look“ spielt.


COR

baHir

Janua

bb11 claMP

Kein sessel wie jeder andere! auf „bahir“

(Design: jörg boner) oner) sitzt/liegt genau richtig,

wer lesen, fernsehen, im netz etz surfen oder

einfach nur relaxen will. für ür den bezug

werden rechtwinklige und diagonal versteppte

Polsterflächen mit einem massiven

holzrahmen kombiniert.

stahl meets holz: ein tisch, der flexibilität und handwerkskunst in

einem innovativen Konzept vereint. Die tischplatte besteht aus

einzelnen, nicht geleimten lamellen. Dadurch lässt sich der tisch in

einzelteile zerlegen und einfach transportieren – erhältlich in esche

und eiche (Design: bernd benninghoff).

MDF Italia

MaMba

form, funktion und Material verschmelzen auf meisterhafte weise –

zu einem zwischending aus schrank, schreibtisch und einem tisch

mit leD-leuchte (Design: Victor Vasilev).

01/12 – 9

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


Trendscout

CI

AKTION

10 – 01/12

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


fritz hansen: die MÖbeLrePUbLiK

als der tischlermeister fritz hansen im

jahr 1872 in einem Kopenhagener hinterhof

eine schreinerwerkstatt gründete, konnte er

kaum ahnen, dass daraus einmal ein, wenn

nicht das aushängeschild des dänischen

Designs werden sollte. 140 jahre danach

genießen die Möbel der „republic of fritz

hansen“ einen hervorragenden ruf. nicht

zuletzt, weil sie zeitlos-exklusives Design,

exzellente Verarbeitung und nachhaltige

Produktion vereinen.

arne jacobsen

einen großen anteil am erfolg von fritz

hansen hat zweifellos der architekt und

Designer arne jacobsen (1902–1971), der ab

den 50er-jahren diverse sitzmöbel für das

dänische label gestaltete. zum beispiel sein

„egg chair“, den er 1958 für die lobby des

sas royal hotel in Kopenhagen entwarf. Die

stapelbaren „7er-stühle“ (erstmals 1955)

entwickelten sich mit über fünf Millionen

verkauften exemplaren zu einem echten

bestseller. Die gründe dafür liegen auf der

hand: sie sind praktisch und ästhetisch. trotz

des harten und robusten Materials ermöglichen

die weichen, geschwungenen formen

ihrem benutzer bequemen sitzkomfort. zu

ehren von arne jacobsen stellt fritz hansen

den stapelstuhl in seiner ursprünglichen

ausführung vor. Die serie umfasst folgende

furnier-Varianten: ahorn, esche, buche,

Kirsche, Oregon Pine, ulme, eiche, walnuss

und dunkel gebeizte eiche.

Aktions-coupon

Bitte ankreuzen:

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A B C

* einsendeschluss: 31. Mai 2012. alle gewinner werden schriftlich benachrichtigt.

Der rechtsweg ist ausgeschlossen.

Gewinnspiel

Design-enthusiasten und Möbelliebhaber

haben jetzt die chance, hautnah zu erleben,

wo und wie sich arne jacobsen für seine

gebäude und Möbel für fritz hansen inspirieren

ließ. Dafür müssen sie nur folgende

frage richtig beantworten:

wie hieß ein berühmtes Vorgängermodell

von arne jacobsens 7er-stuhl?

a) biene

b) ameise

c) Maikäfer

Die creativen inneneinrichter in Kooperation

mit der republic of fritz hansen verlosen

unter allen richtigen einsendungen* zehn

attraktive Preise:

1. Preis: eine reise für zwei Personen

nach Kopenhagen auf den spuren von

arne jacobsen.

2.–10. Preis: je einen 7er-stuhl in einer der

neun verschiedenen holzqualitäten.

füllen sie einfach den coupon mit ihrer

antwort aus und bringen sie ihn bei ihrem

creativen inneneinrichter vorbei. Oder

sie beteiligen sich online am gewinnspiel.

nähere informationen unter

www.creative-inneneinrichter.de.

wir wünschen viel glück!

01/12 – 11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


Trendscout

junge

talente

12 – 01/12

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

JUgend forsch

unkonventionell, visionär, ungewöhnlich – auch in

diesem jahr präsentieren die potenziellen Designstars

von morgen auf dem imm-talentforum [D³]

Design talents ihre originellen Kreationen. wir

waren begeistert von der Vielfalt und überrascht

von so vielen guten ideen – wie unsere kleine

auswahl zeigt.

schaurig-schön wirkt die

ungewöhnliche hocker-Kreation

„gravity stool“ des niederländischen

Designers jólan van

der wiel. in einer von ihm

speziell entwickelten Maschine

formieren sich die mit Metallkernen

versehenen Kunststoffpartikel

dank des zusammenwirkens

von Magnet- und

schwerkraft zu einem organischen

sitzobjekt.

simone farresin und andrea trimarchi –

die zwei italienischen Designer sind unter

dem namen formafantasma bekannt für

experimentelles Design. für den sessel

„Domestica“ ließen sie sich von traditionellen

gerla-Körben inspirieren, die bauern

für die ernte von getreide einsetzten.


schluss mit einseitigkeit – das war

möglicherweise der gedanke von lukas

Peet, als er seine Pendelleuchtenserie

kreierte. „spotlight Volumes“ besitzt dort,

wo normalerweise halterung und anschlüsse

angebracht sind, eine weitere

öffnung und leuchtet so von beiden

seiten.

wie schaffen wir eine Verbindung zu den

leblosen Objekten in unserem umfeld?

Diese frage stellte sich lee sanghyeok.

seine antwort: „listen to your hands“.

Der tisch mit diversen schubladen fordert

feinfühligkeit und tastsinn. Durch kräftiges

Drücken einer schub lade öffnet sich eine

andere, ein sanfter Druck jedoch hält die

anderen schubladen in Position.

hier ist der name teil des Programms von

arttu Kuisma. Denn „in a Pinch“ – zu

Deutsch unter Druck – wurden die stahlrohre

in 30 cm abständen abgeflacht, sodass

sie in die eingearbeiteten rillen der

regalböden passen und sie tragen – eine

wirklich solide regalkonstruktion.

iim

handumdrehen einen einzigartigen

ttisch

– und das ganz ohne schrauben

und

werkzeug. Möglich macht es das

universelle

tischfußsystem „tick“ von

jjakob

schenk, das an verschiedenen

Platten und Materialien befestigt werden

kann – vergleichbar mit einer über

dimensionalen

dimensionalen büroklammer.

meldungen

i saLoni in MaiLand

17. bis 22. aPril 2012

Der renommierte „saloni internazionale del

Mobile“ rüstet sich zur 52. runde. erneut

werden rund 2.500 aussteller auf dem

210.000 qm großen Mailänder Messegelände

ihre aktuellen trends und Designs

präsentieren. Mit dabei: die „eurocucina“ –

die internationale Küchenmesse, die auch

diesmal wieder viele technische innovationen

im Programm hat. natürlich wird

auch 2012 ein buntes Veranstaltungsprogramm

auf geschätzte 300.000 besucher

warten – an fast 300 Orten überall in der

stadt. www.cosmit.it

stÜhLe ohne beine

bauHaus-arcHiv, berlin

21. März bis 10. Juni 2012

in den 20er-jahren wurde der „freischwinger“

zum inbegriff des modernen Designs,

weil er sich traditionellen Konstruktionsweisen

entzog. Mit den ersten Modellen

aus stahlrohr setzten Mart stam, Marcel

breuer und ludwig Mies van der rohe

eine neue raumauffassung aus der

architektur in den Möbelbau um, die der

idee von leichtigkeit und transparenz

folgte. seit den 50er-jahren kamen neue

Materialien wie Kunststoff und wellpappe

zum einsatz. einflüsse aus der freien Kunst

und gesellschaftliche wie politische

Veränderungen spiegelten sich in provokativen,

unkonventionellen sitz möbeln –

etwa von Verner Panton, frank gehry und

Protagonisten des neuen deutschen

Designs. Das bauhaus-archiv berlin zeigt

eine freischwinger-auswahl aus dem

Museumsbestand des interna tional Design

Museum Munich – und liefert einen

facettenreichen überblick über die gestalterische

wie technische entwicklung dieser

sitzmöbel. www.bauhaus.de

01/12 – 13

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


Trendscout Extra

montana

14 – 01/12

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

Vielfalt Mit systeM

fotos: Kay Michalak

in hårby auf der dänischen „Märcheninsel“ fünen befindet sich

der hauptsitz des Möbelherstellers Montana. Märchenhaft schön,

zugleich überaus praktisch ist das von firmengründer Peter

j. lassen entwickelte „Montana shelf system“, das dank seiner

modularen Konzeption ungeahnte Möglichkeiten für die individuelle

gestaltung von wohn- und büroumgebungen bietet.

„zu einem besseren alltag zuhause und am arbeitsplatz beitragen“,

skizziert lassen seine Vision. eine Vielfalt, die man am

besten „live“ erleben kann. so finden sie bei ihrem ci-händler

ausgewählte Montana-Klassiker und neuheiten. zusammen mit

einer beratung vom fachmann lassen sich in diesem umfeld ganz

neue Kombinationen in punkto farbe, Oberfläche und ausstattung

ausprobieren – für eine optische und haptische rundum-erfahrung,

wie diese bilder anschaulich zeigen, die im ci-haus POPO in

bremen entstanden sind.


MODELL: KAJA von Alfred Kleene + Gabriele Assmann

Produktinformationen unter t 05242.4102-0 f 05242.4102-134 COR Sitzmöbel Nonenstraße 12 33378 Rheda-Wiedenbrück www.cor.de


FEATURE

auf Der Suche nach Der

blauen Blume

16 – 01/12

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

Von Doris weber

Das sehnsuchtsvolle streben nach Vollkommenheit

ist nicht nur poetische schwärmerei, sondern überraschend

zeitgemäß – und kann mitunter sogar

revolutionäre züge annehmen.

illustration: suvaporn Photjananuwat


doris weber

hat sich mit ihren

deutschlandweit

ausgestrahlten

hörfunk-features und

sozialreportagen einen

namen gemacht. sie

ist autorin mehrerer

bücher zu ethischen

und sozialen themen

und arbeitet daneben

für verschiedene

Printmedien.

Friedhelm ist ein absolut unromantischer Typ. „Friedhelm

ist pragmatisch bis aufs Skelett“, sagt Annette, und

manchmal fragt sie sich ernsthaft, warum sie diesen

Mann vor dreiunddreißig Jahren geheiratet hat. Friedhelm

ist patent, verlässlich – und trocken wie Knäckebrot.

Schon bei ihrem ersten Rendezvous hätte es bei Annette

klingeln müssen. Hatte sie ihm nicht unmissverständlich

durch die Blume zu verstehen gegeben, dass sie rote Rosen

über alles liebt? Und was überreicht er ihr? Braune

Astern!! Herbstpflanzen zum Wegwerfen. Wenigstens

hatte er vorher noch das Zeitungspapier entfernt. Die

erste Nacht mit Friedhelm endete katastrophal. Annette

hatte gerade ihr neues, seidenes Negligee übergestreift,

da hörte sie Friedhelm schon schnarchen. Er habe den

ganzen Tag seinen Wagen repariert und war „einfach

kaputt“, ließ er sie am nächsten Morgen wissen und fügte

hinzu: „Wir haben doch Zeit, es war ja nicht unsere letzte

Nacht“. Soweit der Heiratsantrag à la Friedhelm. Seitdem

sind, wie gesagt, 33 Jahre vergangen – und es gab bisher

keinen einzigen Hochzeitstag, an dem Annette ihren

ersehnten Rosenstrauß bekommen hätte. Friedhelm

bleibt sich treu. Und seiner Frau ebenfalls. Das findet

Annette romantisch. Mittlerweile.

Bei Luise und Herbert war alles ganz anders. Er trug sie

auf Händen. Jeden Kennenlern-Tag feierten sie in einem

anderen Romantik-Hotel. Bei Kerzenschein, Champagner,

Rosenblättern auf der Bettdecke, und immer legte er ihr

vor dem Festmenü ein kleines, funkelndes Geschenk auf

die Serviette. Und heute? Wer Luise und Herbert zuhause

besucht, muss sich warm anziehen. Vorsicht Kühlhaus.

Gefrorene Herzen. „Denn als sie einander acht Jahre

kannten (und man darf sagen: sie kannten sich gut), kam

ihre Liebe plötzlich abhanden. Wie andern Leuten ein

Stock oder Hut.“ So beschreibt Erich Kästner in einem

Gedicht, das er „sachliche Romanze“ nannte, die traurige

Geschichte einer verödeten Beziehung.

Dennoch: Mag auch, wie bei Luise und Herbert, die große

Liebe abhandengekommen sein, die Sehnsucht nach ihr

stirbt nie. Das unendliche Verlangen nach romantischer

Liebe ist so alt wie Adam und Eva. Und war es nicht wirklich

romantisch, wie Eva ihren Adam bezirzte, wie sie ihn

hinter einen Busch lockte und mit einem Apfel verführte?

Doch das Glück wurde bitter bestraft. Schluss mit Dolce

Vita im Paradies. Ab sofort wird gearbeitet im Schweiße

Eures Angesichts! So geschah es, dass im harten Überlebenskampf

unserer Ur-Ur-Ahnen die romantische Liebe

zu einem Fremdwort wurde. Prickelnde Gefühle spürten

die Jäger und Sammler der Steinzeit nur noch beim Anblick

eines erlegten Mammuts oder Wollnashorns. Männer

und Frauen ließen sich gegenseitig kalt. Man tat sich

aus praktischen Gründen zusammen, weil der Clan über-

leben musste, die eine hütete das Feuer, der andere

schleppte die Nahrung ran.

Ungefähr ab dem fünften Jahrhundert vor Christus begannen

Poeten im alten Griechenland die Liebe zu preisen,

wobei sie allerdings nur die Zuneigung unter Männern

besangen. Romantische Gefühle regten sich in den

Männerherzen der Antike vorwiegend beim Anblick schöner

Jünglinge. Hingebungsvolle Zuneigung zwischen den

Geschlechtern war verpönt. Sie galt als eine Bedrohung

der inneren Ruhe und Harmonie. Ebenfalls die Römer

verstanden nichts von Liebe und Romantik. Ihre Lust

befriedigten sie in Affären, getrieben von maßloser Begierde

und Völlerei. Historiker sehen in jenen hirnlosen

Ausschweifungen eine Ursache für den Zerfall des gesamten

römischen Imperiums. Doch auch das Christentum

machte wenig Lust auf Liebe und Romantik. Erotik,

Leidenschaft und Intimität beschmutzten Geist und Seele,

so dass Jesus vor 2012 Jahren unter gänzlich unromantischen

Verhältnissen gezeugt und der Christenheit folgerichtig

als Sohn einer unbefleckten Jungfrau präsentiert

wurde.

Erst vor rund 250 Jahren – das ist noch gar nicht so lange

her – sprach sich in Europa herum, dass es so etwas wie

partnerschaftliche Liebe gibt, die das Leben mit Sinn und

Inhalt erfüllen könnte.

Und jetzt endlich, endlich kommt die Romantik ins Spiel

der Welt. Eine kulturgeschichtliche Epoche, die vom Ende

des 18. Jahrhunderts bis weit in das 19. Jahrhundert

hinein reicht und auf den Gebieten der bildenden Kunst,

der Musik und der Literatur zeitlos Großes hervorbrachte:

Caspar David Friedrich, Heinrich Heine, Novalis, Friedrich

und August Wilhelm von Schlegel, E.T.A Hoffmann, Clemens

Brentano, Haydn, Mozart, Beethoven, und keine

Geringeren als Schiller und Goethe. Die Romantik wurde

zu einer Geistesbewegung – sie umfasste von Deutschland

ausgehend alle Länder Europas, beeinflusste Philosophie,

Dichtung, Künste, Religion, Wissenschaft Politik

und Gesellschaft.

Doch was genau war die Romantik? Selbst August Wilhelm

von Schlegel, Literaturhistoriker, Übersetzer und

Schriftsteller tat sich schwer, seinem Bruder Friedrich das

Wort Romantik zu erklären, obwohl die Schlegel-Brüder

zu den Mitbegründern der deutschen Romantik gehörten.

Und so kapitulierte Friedrich Ende 1797 in einem Brief an

seinen Bruder August Wilhelm: „Eine Erklärung des Wortes

romantisch kann ich dir nicht gut schicken, weil sie

125 Bogen lang ist.“ Fassen wir uns also kürzer. Romantisches

Fühlen könnte so viel heißen wie: ein Mensch ist

von Liebe und Sehnsucht erfüllt. Romantik als Epoche –

so erklärt es das Lehrbuch – bedeutet Abkehr von der

01/12 – 17

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


Antike und von klassischen Vorbildern. Galt in der Klassik

noch das Streben nach Vollendung, Objektivität, Vernunft,

Gleichgewicht, nach gültigen geschlossenen Formen,

Selbstbeschränkung, sittlicher Willensstärke, Ruhe, fester

Ordnung und Klarheit, sprudelt in der Romantik der

Drang nach Unendlichkeit, nach leidenschaftlich Bewegtem,

nach dem Wunsch, Grenzen zu sprengen. Der Romantiker

selbst, so der Dichter Novalis, sieht die Welt

gespalten in eine Welt der Vernunft, der Zahlen und Figuren,

und in eine Welt des Gefühls und des Wunderbaren.

Treibende Kraft der deutschen Romantik war daher eine

unstillbare Sehnsucht nach Heilung, nach Vereinigung

der Gegensätze zu einem harmonischen Ganzen. Ein

Gegenentwurf sollte geschaffen werden in einer von

Gewinnstreben und bloßem Nützlichkeitsdenken geprägten

Gesellschaft. Der bürgerliche Alltag erschien den

Romantikern zu Beginn des industriellen Zeitalters grau,

ohne Abwechslung, beherrscht vom monotonen Berufsleben.

Klingt das alles nicht höchst aktuell? Die Sehnsucht

nach Natur und Ganzheitlichkeit, die Suche nach Einheit

und Harmonie zwischen Arbeit und Leben, der Wunsch

nach Solidarität und Gemeinschaft in einer zerklüfteten

Welt?

In der Epoche der Romantik stand der Mensch an der

Schwelle zur Moderne für ein besseres Leben. Steht er

da heute noch – oder schon wieder? Occupy mobilisiert

für eine bessere Welt jenseits von kalter Profitgier und

prangert die Kluft zwischen Arm und Reich an. Stuttgart

21 sei eine Bewegung „mit sehr starken romantischen

Komponenten“, fand unlängst die Schriftstellerin Anna

Katharina Hahn und brachte damit die Protestierenden

auf die Palme. Aber was ist so schlimm daran, dass Hahn

im S21-Protest eine Sehnsucht nach heiler Welt, nach

Wald und Bäumen erkennt?

Die Romantik ist kein harmloses aufklärungsfeindliches

Gefühlchen. Romantik kann revolutionär sein. Schließlich

fiel der deutsche Vormärz in die romantische Epoche.

Jacob und Wilhelm Grimm ritten nicht nur als romantische

Geschichtensammler durch die Märchenwälder, sie

gehörten zu den Unterzeichnern der Protestschrift der

Göttinger Sieben – als es darum ging, einem Mächtigen,

der Verfassungsbruch begangen hatte, die Stirn zu bieten.

Von solchen Leuten wünscht man sich heute viel mehr.

Romantiker sehnen sich nach einer heilen, menschlichen

Welt. „Immer von Neuem treibt sie Menschen über sich

hinaus und fordert sie dazu auf, anderswohin zu gehen,

das Andere, Bessere und schließlich Vollkommene zu

finden“, schreibt der Philosoph Wilhelm Schmid über die

unstillbare Sehnsucht der Romantiker. Alles setzt die

18 – 01/12

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

Sehnsucht in Bewegung, „auch, oder gerade weil sie ihr

Ziel nie erreicht. Mag sein, dass es irgendwo in der Wirklichkeit

einen Platz für mich gegeben hätte. Aber ich hatte

nie Lust, dorthin zu gehen“, sagt Woody Allen, der bekennende

Sehnsüchtige. „Ich suche die blaue Blume, ich

suche und finde sie nie, …“ dichtete Joseph von Eichendorff,

und seine Sehnsucht höret nimmer auf. Wie die

Liebe. Und das macht, zugegeben, auch traurig. Romantiker

sind Melancholiker. Immer suchen und nie finden –

das hält zwar in Bewegung, stellt jedoch zuweilen auch

die Sinnfrage: Wozu das Ganze? Alle Risse dieser Welt

sind schließlich nie zu kitten. Nicht umsonst zieht die

dunkle Seite den Romantiker in seinen Liedern, Bildern,

Gedichten und Geschichten so gern auf Friedhöfe, in

Ruinen, alte Burgen, finstere Wälder, Höhlen und dramatische

Naturlandschaften. Irgendwo muss sie doch sein,

die blaue Blume, das Symbol für die endlose Suche des

Romantikers.

Und so muss der Romantiker sich in Acht nehmen, dass

seine Sehnsucht nicht in Sucht entartet. Leicht kippt die

Melancholie in Depression um, und die Romantik ist

dahin. „Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide“,

klagte Johann Wolfgang von Goethe, und Heinrich

Heine dichtete im Jammertal: „Ich weiß nicht, was soll es

bedeuten, dass ich so traurig bin“, so der Ruf des Melancholikers

in seinem Trauerlied an die Loreley, jener unerreichbaren

Schönen, die für das Verhängnis der blind

Suchenden steht. Der Ballade nach saß die Nixe Loreley,

ihr langes blondes Haar kämmend, auf einem Felsen und

lockte mit ihrer Stimme die Rheinschiffer an, die wegen

ihres wundervollen Gesangs die gefährliche Strömung

und die Felsenriffe nicht mehr sahen und daran mit ihren

Schiffen zerschellten. Am Ende verschlangen die Wellen

Schiffer und Kahn; und das hat, behauptet Heinrich Heine,

„mit ihrem Singen die Loreley getan“.

Will sagen: falsch verstandene Romantik kann einen

gefährlich runterziehen. Wenn zum Beispiel der Romantik-Terror

mit Kerzenlicht und roten Rosen zur andauernden

Nagelprobe einer Beziehung wird. Oder wenn die

Wirklichkeit stets großes Kino sein muss. Nenne deinen

romantischsten Film, lautet eine Internet-Umfrage. Die

Antworten: Frühstück bei Tiffany; Pretty Woman; Notting

Hill; Titanic, weil sooo traurig …

Eine SMS von Annette an alle: Heute Krisensitzung bei

Barbara. Sie weiß nicht, was soll es bedeuten, dass er nur

von Fußball, Baumärkten und seiner Ex schwärmt, während

sie immer noch darauf wartet, dass es rote Rosen

regnet … Hallo Barbara! Bleib so romantisch, wie du bist.

Such weiter!


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Deutschland: USM U. Schärer Söhne GmbH, D-77815 Bühl, Tel. +49 72 23 80 94 0, info@usm.com

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Showrooms: Berlin, Bern, Düsseldorf, Hamburg, New York, Paris, Tokio

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wohnen

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Paaradiesisches

Wohnen

in fast jeder beziehung kommt einmal

der entscheidende schritt: das zusammenziehen.

treffen zwei lebensstile aufeinander,

birgt dies einige gestalte rische

herausforderungen. Kreative interieur-

Konzepte bieten neue Perspektiven für

das wohnen zu zweit.

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fotos: Michael jungblut


wohnen

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

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Alles hatte so gut angefangen. Altbau mit vier hellen

Zimmern und Südbalkon. Perfekt für das neue Wohnen

zu zweit. Doch schon bald kam das Aber. Denn oft gehen

die Vorstellungen von Farbe und Stil bei zusammenziehenden

Paaren auseinander. „Das Zuhause ist auch

immer ein Spiegel der eigenen Persönlichkeit: Wie wir

uns einrichten zeigt auch immer unsere Vorlieben,

Gewohnheiten, unsere kleinen Eigenarten sowie unsere

Stärken und Schwächen“, weiß Wohnexpertin Ruth

Wegerer. Die Form der Möbel, die Wahl von Stoffen,

Farben und Dekorationen reflektieren einen Teil unseres

Selbst.

Deshalb ist unser Heim ein Ort, an dem wir uns ungehindert

ausleben, ein Ort der Intimität und Ungestörtheit.

Wenn aus eins und eins zwei wird, will auch der

gemeinsame Lebensraum neu gestaltet werden. Ist man

sich erst über Lage und Größe der neuen gemeinsamen

Bleibe einig geworden, heißt es, sich der Herausforderung

des Einrichtens zu stellen. Viele Fragen ergeben

sich: Was bleibt, was kommt weg – und was lässt sich

kombinieren? Hierin liegt aber auch ein besonderer Reiz,

denn ein behagliches Wohnumfeld zu schaffen, ist eine

äußerst spannende Angelegenheit und bietet die

Möglichkeit, neue Facetten an sich und seinem Partner

zu entdecken.

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seite 20/21: war’s das fürs wohnzimmer? 01_stehLeUchte

„baby gilda“ von Pallucco (Design: enrico franzolini) 02_sofa „suita“

von Vitra (Design: antonio citterio) 03_ + 06_beisteLLtisch „tray

table“ von hay 04_stUhL „Vela“ von accademia (Design: studio

hannes wettstein) 05_coUchtisch „natural slice“ von baxter

(Design: Paola navone) 07_regaL von usM 08_biLd von lumas

(billy & hells) LinKe seite: Die müsste passen! 01_stehLeUchte

„tolomeo Mega Pergament“ von artemide (Design: giancarlo fassina

und Michele De lucchi) 02_stUhL „raw lounge chair“ von Muuto

(Design: jens fager) 03_stUhL „tip ton“ von Vitra (Design: barber

Osgerby) 04_esstisch von Knoll international (Design: eero saarinen)

oben: liegt alles richtig? 05_LeUchte „fato“ von artemide

(Design: gio Ponti) 06_stUhLMiniatUren von Vitra (verschiedene

Designer) 07_tischLeUchte „bouquet“ von cini&nils (Design:

franco bettonica) 08_stUhL „young lady“ von alias (Design: Paolo

rizzatto) 09_regaL „Vita“ von MDf italia (Design: Massimo Mariani,

aedas r&D)

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


wohnen

Umso wichtiger ist es deshalb, intensiv Erwartungen zu

besprechen, bevor Sofa, Bett und Co. aufgestellt werden.

Wo sind gemeinsame Bereiche und Rückzugsorte, wie

lassen sie sich am besten realisieren? Schließlich hat

jeder Mensch andere Bedürfnisse. Kommt man zu zweit

in eine Planungssackgasse, kann es nie schaden, sich

Unterstützung von einem Einrichtungsexperten zu

holen, der oft über raschende Ideen für scheinbar aus-

weglose Situationen findet. Das beugt nicht nur Enttäuschungen

und Streitereien vor, sondern hat auch einen

positiven Nebeneffekt: Das übliche Umzugschaos wird

von Anfang an in geordnete Bahnen gelenkt. So bleibt

mehr Zeit für gemein same Stunden – von Anfang an.

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

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oben: eine Pause muss drin sein: 01_LoUnge-sesseL „the

egg“ von fritz hansen (Design: arne jacobsen) 02_tischLeUchte

„alizz t. cooper“ von ingo Maurer 03_KinderstUhL „crisis child’s

chair“ von eek en ruijgrok (Design: Piet hein eek) 04_beisteLLtisch

„around the roses tavolo tondo“ von Moroso (Design: l. nichetto &

M. gardone) 05_stehLeUchte „type 600“ von baltensweiler

(Design: rosmarie und rico baltensweiler) 06_beisteLLtisch

„glamour bonze“ von XO (Design: Philippe starck)


MAKING

STATEMENTS

SINCE

1872

Chair: SEriES 7 by arnE JaCobSEn; Lamp: KaiSEr idELL by ChriStian dELL


wohnen

wohnen

extra

01

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

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Jetzt nach draUssen

Das frühjahr inspiriert zu garten(t)räumen.

unsere grüne Oase will wieder erobert

werden. Mit edlen und robusten Outdoor-

Möbeln können sie spielend eine lauschige

wohlfühl-atmosphäre unter freiem himmel

zaubern.

01_sea-X faltbare Perfektion: Die eleganten

rennsegler des america’s cup dienten

jean-Marie Massaud bei der gestaltung des

stuhls von Dedon als inspiration.

02_KaMPenwand bank und tisch von

nils holger Moormann. im gegensatz zum

gleichnamigen gipfel der chiemgauer alpen

ist sie ohne seil- und Knotenkunde zu

bewältigen. standfest für draußen – wahlweise

in buche, tanne oder eiche.

03_wabi Das sofa von Paola lenti (Design:

francesco rota) lässt sommerträume wohligwahr

werden – in natürlichen Materialien und

sanften Pastelltönen. Der geflochtene bezug

bietet angenehmen sitzkomfort – wetter- und

sonnenstrahlbeständig.

04_Lc3 oUtdoor wohnzimmer-Komfort in

wetterfestem gewand – die hochwertigen

Materialien schützen den sessel von cassina

(Design: le corbusier, Pierre jeanneret,

charlotte Perriand) vor der witterung.

05_shadowY Märchenhaftes von Moroso.

Der sessel „shadowy“ (Design: tord boontje)

mit bunten Mustern ist – auch als stuhl,

chaiselongue, liege und hocker – in ver schiedenen

farbvarianten erhältlich.

04 05

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design-insider

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


PhiliPPe starcK

Edel und Starck

als sohn eines flugzeugkonstrukteurs hat er vom fliegen geträumt.

als „professioneller träumer“ begeistert und bereichert

Philippe starck seit jahrzehnten die Designwelt – weil er edles

entwirft, ohne elitär zu sein.

Künstlerische und kreative Leichtigkeit, verbunden mit

einem positiv beschwingten Gefühl, oder kurz: mit Verve.

So lässt sich die Lebenseinstellung von Philippe

Starck treffend beschreiben. Und genau das möchte er

auch in seinen Kreationen wiedergeben. Sie sollen unseren

Alltag verschönern: „Wenn Sie meine Zitronenpresse

kaufen, kaufen sie ein kleines Stück Poesie. Sie kaufen

ein Mysterium, eine Tür zu einem möglichen Traum“,

erläutert Starck in einem Interview.

Viele bezeichnen den Franzosen als Stardesigner. Er

selbst sieht sich als Entdecker und professionellen Träumer.

Die Anfänge seiner Karriere prägte eine eigene

formale Figur – ein gebogenes Horn – die er auf Leuchten

oder Möbelbeine übertrug. Im Laufe der Zeit wurden

jedoch Materialwechsel und Überraschungseffekte zu

seinem Prinzip. Und nach diesem entwickelt er seine

Designvorstellungen auf der ganzen Welt –– ob bei Stühlen

und Leuchten oder Cafés, Shops und Restaurants.

Phillippe Starck wurde im Jahr 1949 in Paris geboren.

Astrophysiker wäre er gern geworden – oder Komponist.

Er verbrachte in seiner Kindheit viel Zeit am Zeichenbrett

seines Vaters, schnitt Objekte aus und klebte sie

wieder zusammen. Es faszinierte ihn, Spielzeug, Fahroder

Motorräder in ihre Einzelteile zu zerlegen, um sie

eingehend zu studieren. Er konnte stundenlang aus

alten neue Objekte kreieren, die ihn umgebende Welt

immer wieder neu erschaffen. Diesen erfinderischen

Geist hat er seinem Vater zu verdanken, während seine

Mutter ihm die poetische Sicht der Welt, den eleganten

Lebensstil und dieses spezielle Lebensgefühl (Verve)

nahebrachte. Sie war es auch, die ihm zum Designstudium

an der Pariser Ecole Nissim de Camondo riet.

Bereits mit 18 Jahren machte Phillippe Starck mit einem

Unternehmen für aufblasbare Häuser und Objekte auf

sich aufmerksam. Anfang der 70er-Jahre war er als Art

Direktor bei Modemacher Pierre Cardin tätig, bevor er

sich im Anschluss auf eine ausgedehnte Weltreise begab.

Nach seiner Rückkehr im Jahr 1975 entwarf Starck als

Innenarchitekt Boutiquen, Discotheken und Bars im

coolen und distanzierten New-Wave-Stil. International

„Möglichst vielen

das Beste bieten“

bekannt wird Starck, als er 1982 mit der Neueinrichtung

der Privaträume des französischen Präsidenten Mitterand

im Elysée-Palast betraut wird.

Gemeinsam mit seiner ersten Frau Brigitte baute er den

Namen Starck zu weltweiter Popularität aus. Mehr und

mehr rückt das Entwerfen von Möbeln und Alltagsgegenständen

ins Zentrum seines Schaffens. Typisch für

seine Objekte ist das dynamische und trotzdem kühlelegante

Design. Die Bandbreite seiner Kreationen

scheint grenzenlos: Er entwickelte Designs für Stühle,

Leuchten, Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte

oder Dekorationsobjekte. Legendär sein Entwurf der

Alessi-Zitronenpresse „Juicy Salif“, die er während eines

Essens mit Alberto Alessi auf einer Pizzaspeisekarte

kreierte.

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


design-insider

Gut, schön und funktional: Phillippe Starck besitzt die

Fähigkeit, diese drei Merkmale zu verbinden. Dabei will

er nicht elitär, sondern massentauglich sein: „Wenn man

das Glück hat, eine gute Idee zu haben, hat man die

Pflicht, sie mit anderen zu teilen.“ Er spricht sich für die

industrielle Produktion seiner Objekte aus, die einen

günstigeren Preis ermöglicht und somit eine breite

Käufer schicht anspricht. „Möglichst vielen das Beste

bieten“, das hat Phillippe Starck sich bereits früh zum

Ziel gesetzt. Dieses Prinzip des „demokratischen

Designs“ zeigt er etwa in den Plastikmöbeln für die

italienischen Labels Driade oder Kartell. Sein

transparenter „Louis Ghost Sessel“ aus Polycarbonat

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

01 02

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01_LoU read take a seat on the wild

side: zusammen mit eugeni Quittlet

entwarf starck für Driade diesen sessel für

das hotel „le royal Monceau raffles Paris”.

02_K tribe entworfen 2007 und schon

jetzt ein Klassiker. Die leuchtenserie von

flos setzt auf klassische form und transparenten

look.

03_Miss LacY sag’s durch die blume –

wie mit diesem Driade-stuhl in charakte-

für Kartell, eines seiner erfolgreichsten Möbel, gilt als

Signet der Moderne.

„Wenn Design nicht wirklich etwas zu sagen hat, darf es

gar nicht existieren“, behauptet Starck ganz progressiv –

und nicht ohne einen gewissen Stolz. Schließlich erhielt

er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Creator of

the Year oder den Grand Prix du Design Industriel.

Außer dem befinden sich seine Objekte in den wichtigs-

ten Kunst- und Designmuseen der Welt. Ein bisschen

etwas zu sagen hat er also schon. Sollte seine kreative

Stimme einmal schweigen, kann er ja vielleicht doch

noch Astrophysiker werden – oder Komponist.

03

ristischer blumenoptik und einem gestell

aus edelstahl.

04_241 PrivÉ Die edle und zeitlos

elegante sitzmöbelkollektion von cassina

besteht aus etlichen Modellen an sesseln,

sofas und sitzinseln – erhältlich in verschiedenen

Dimen sionen.

05_sMaLL ghost bUster Klein, flexibel

und schlicht ist dieser Mini-nachttisch

von Kartell.


06_Marie coQUine für das

französische Kristall-label baccarat

hat starck leuchtelemente und einen

regenschirm zu einem wahren

lichtkunstwerk neu zusammengesetzt.

06

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


office

zuhause iM bürO

bürO iM zuhause

Viele Menschen träumen vom Arbeiten von zuhause aus. Laut einer Forsa-

Umfrage ziehen 17 Prozent das Home-Office grundsätzlich dem Büro vor.

Dort, wo es organisatorisch möglich ist, können Unternehmen diesen Wunsch

gewinnbringend nutzen – mit intelligenten und klaren Einrichtungslösungen,

die neue Potenziale formen.

fotos: usM

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

Die usM-tische, die durch ihre puristische

grundaussage selbstverständlich ihren Platz

in unterschiedlichsten Kontexten einnehmen,

werden in zukunft durch neue, zusätzliche

funktionalitäten für eine unkomplizierte,

„unsichtbare“ elektrifizierung, einen vereinfachten

und schnellen zugriff auf netzwerke

und informationen ergänzt und komplettieren

die „agenda“ neuer arbeitswelten.


Experten prognostizieren eine zunehmende Komplexität

von Wissensarbeit und die Auflösung klassischer Büroformen

und Arbeitsstrukturen. Stellt man dabei die Wünsche

der Arbeitnehmer und Führungskräfte von morgen

ins Zentrum der Überlegung, bekommt das Home-Office

einen neuen Wert für Unternehmen. Im Rahmen einer

Recruiting-Strategie können sie mit entsprechenden

Lösungen für die „Heimarbeit“ ihre Position als attraktiver

Arbeitgeber für die besten Talente stärken.

weLchen steLLenwert hat der arbeitsPLatz zUhaUse?

Klar ist: Büroflächen sind teuer und stellen in der Zukunft

eine immer wertvollere, finanzielle Ressource für

Unternehmen dar. Durch die neue Mobilität in Technik

und Kommunikation geht allerdings der Bedarf an ortsgebundenen

Arbeitsplätzen in vielen Branchen zunehmend

zurück. Einerseits wird so gebundenes Kapital frei,

das Unternehmen nun wesentlich effizienter einsetzen

können. Anderseits sollte dieser Wandel der Arbeitswelt

positiv für den Arbeitnehmer gestaltet werden. Dafür

muss das Home-Office den Büroarbeitsplatz gleichwertig

ersetzen und sich trotzdem harmonisch in das Wohnumfeld

einfügen. Denn die eigenen vier Wände sind der

Ort, an dem die Menschen sich vor allem wohl und geborgen

fühlen wollen.

Das erfordert Office-Möbel, die flexibel, nachhaltig,

maßgeschneidert und individuell wie ihre Nutzer sind –

und zugleich Ausdruck einer Arbeits- und Lebenshaltung.

Durch intelligente Vorrichtungen, verbunden mit

Ästhetik und zeitloser Eleganz, unterstützen sie aktiv

den Arbeitsalltag in den eigenen vier Wänden. Sie nehmen

sich zurück, fügen sich in das private Umfeld nahtlos

ein und werden problemlos den Ansprüchen an ein

modernes, erstklassiges Home-Office gerecht. Allen

voran steht dabei der Wunsch, unkompliziert und

schnell Wesentliches erledigen zu können, sich gewissermaßen

raumlos in Räumen zu bewegen, anzukommen,

Platz zu nehmen, sich einzuloggen und genauso

schnell wieder „auf dem Sprung“ zu sein.

botschafter der UnternehMenswerte

Diesem Anspruch eine stimmige Form zu geben, ist das

erklärte Ziel der Möbelbausysteme von USM. Sie schaffen

vielseitige und gelungene Verbindungen zwischen

den Anforderungen an ein Büromöbel und dem Wohlfühlcharakter

eines Wohnmöbels. Nicht zuletzt sind sie

deshalb auch Ausdruck von unternehmerischer Wertschätzung

– und eine Investition in die Zufriedenheit der

Mitarbeiter, die sich in ihrer Leistung anerkannt fühlen

und damit nachweislich zu produktiven Botschaftern

der Unternehmenswerte werden.


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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


office

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

Dabei muss das Home-Office nicht automatisch ein

gleichwertiger Ersatz für das Büro sein. Oft ist das auch

gar nicht gewünscht – oder schlicht nicht möglich. Denn

Platz ist auch in den eigenen vier Wänden rar gesät. In

diesem Fall können funktionsfähige Kleinst-Arbeitsplätze

eine sinnvolle Lösung für das Arbeiten in den eigenen

vier Wänden sein.

Unentbehrlicher Dreh- und Angelpunkt in Sachen

Home-Office ist zweifellos der Schreibtisch. Die Frage ist

nur: Wo soll er stehen? Gerade in begrenzten Räumen

kommt es darauf an, auf kleiner Fläche ein Maximum an

Arbeitsplatz zu schaffen. Und zwar so, dass ein vernünftiges

Arbeiten möglich ist und gleichzeitig nicht der

ganze Wohnraum zum Arbeitsplatz wird – oder der

Arbeitsplatz zum Wohnraum. Spätestens, wenn sich die

notwendigen Unterlagen in allen Zimmern verteilen

oder wenn sich auf dem Schreibtisch allerlei befindet,

nur keine Arbeitsunterlagen, sollte man sich auf die

Suche nach einer effizienten – und ästhetischen – Alternative

begeben.

Klein, aber mein!

Zum Glück gibt es solche kleinen Alternativen. Raumwunder,

die Ordnung ins Home-Office bringen. Neben

einer Arbeitsfläche, auf der Laptop und Co. ausreichend

Platz finden, sollte ein auch kleiner Schreibtisch über

entsprechenden Stauraum verfügen. So bieten interessante

Einschub- und Klappmechanismen variable

Möglichkeiten, kleine und größere Utensilien diskret

verschwinden zu lassen. Dass die „Kleinen“ in punkto

Design auf der Höhe der Zeit sind, illustriert unsere

kleine Auswahl.

Groß ist dabei die Bandbreite der Hersteller: Während

Vitras „Home Desk“ von 1958 (Design: George Nelson)

auch über 50 Jahre später überraschend aktuell ist,

zeigen etwa die Müller Möbelwerkstätten mit „Flatmate“

einen betont schlanken Kollegen, der im Rahmen der

imm cologne mit dem Interior Innovation Award 2012

ausgezeichnet wurde.


foto: Michael jungblut

grosses biLd: nicht nur der alte

fritz wäre in diesem home-Officeensemble

nach seiner façon selig

geworden: schreibtisch „Magic Desk“

von yomei (Design: andré schelbach),

schreibtischleuchte „Puro“ von Occhio,

roter schreibtischstuhl „Pub & club“ von

bulo (Design: luc Vincent) und teppich

„Mangas“ von gandia blasco (Design:

Patricia urquiola). stuhl rechts: „steelwood

chair“ von Magis (Design:

ronan & erwan bouroullec), darüber

tischleuchte „24 Karat blau t“ von

ingo Maurer.

LinKe seite: 01_at-at: Das zierliche

und funktionale schreibpult von tomoko

azumi für röthlisberger. japanisches

formbewusstsein verbindet sich hier

mit der tradition des schreibsekretärs.

ein zeitloses Möbel, das mit der zeit

geht (Maße: bht 88 × 81,5 × 45,5 cm).

02_two toPs secretarY: Durch

einfaches umklappen der einen tischplattenhälfte

wird eine kleine arbeitsfläche

gezaubert, die genügend Platz

etwa für ein notebook lässt (Maße:

bht 120 × 77 × 60 cm). Von Moooi

(Design: Marcel wanders).

03_ fLatMate: schlanker Kollege:

Mit seiner geringen bautiefe und

seinem schlichten äußeren verwandelt

„flat mate“ von Müller Möbelwerkstätten

(Design: Michael hilgers) z.b. lange

flure bei bedarf in ein funktionales

home-Office. eine flexible innenausstattung

bietet diverse ablagemöglichkeiten

und eine integrierte beleuchtung

(Maße: bht 71 × 113,5 × 12,2 cm –

arbeitsplatte: 71 × 42 cm).

04_hoMe desK: Das anmutige und

dekorative „home Desk“ von Vitra

(Design: george nelson, 1958) mit

seinem aufwändig gefertigten untergestell

und dezenter farbigkeit ist ein

kleiner, aber zeitgemäßer Klassiker

(Maße: bht 99 × 86,7 × 72,3 cm).

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


tafelrunde

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

zu tisch!

„gutes essen hält leib und seele

zusammen“, weiß der Volksmund.

wer überdies Möbel, licht und accessoires

geschickt einrichtet, schafft

zugleich die idealen Voraussetzungen

fürs geschmackvolle anrichten.


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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

foto: Michael jungblut


tafelrunde

„Das Essen ist einer der vier Zwecke des Daseins. Welches

die drei anderen sind, darauf bin ich noch nicht

gekommen“, bemerkte der französische Philosoph und

Staatstheoretiker Charles de Montesquieu (1689–1755).

Begnügen wir uns also, wie Monsieur Montesquieu, mit

diesem einen Zweck. Essen ist, mal abgehen von der

reinen Nahrungs- und Nährstoffzufuhr, ein ungemein

sinnliches Vergnügen. Schließlich können Art, Zubereitung

und Darreichung der Speisen eine echte Freude

sein. Dass damit nicht nur lukullische Genüsse gemeint

sind, liegt auf der Hand. Denn auch das Umfeld, in dem

gegessen wird, trägt zum sinnlichen Vergnügen bei.

Als Basis sind Esstisch und Stühle unentbehrlich. Beide

sollten nicht nur optisch zueinander passen, sondern

auch in Sachen Komfort – nicht zu hoch, nicht zu niedrig

– aufeinander abgestimmt sein. Schließlich soll die

Mahlzeit eine möglichst schöne Zeit werden, die auch

ruhig mal etwas andauern darf. Das gelingt nur schwer

bis gar nicht, wenn man nach der Vorspeise keine Lust

mehr verspürt, länger sitzen zu bleiben. Für den Stuhl

bedeutet das: Bequem genug sollte er sein, um uns eine

mehrgängige Menüfolge locker und ohne Ermüdungserscheinungen

mitmachen zu lassen. Gleiches gilt für die

Auswahl des richtigen Tisches. Entscheidend ist hier

neben der Höhe vor allem die Größe. Teller, Schüsseln,

Besteck und Dekoration brauchen ihren Platz. Wer will

schon beim Schneiden der Speisen permanent an seine

Nebenleute stoßen oder Gefahr laufen, bei jeder Bewegung

ein Glas umzustoßen? Deshalb kann es nie schaden,

bereits im Vorfeld eines Tischkaufes darüber nachzudenken,

wie viele Personen in der Regel daran Platz

nehmen. Und nach dem Essen darf man dann nach

Herzenslust auf einem kuscheligen Sofa dem Müßiggang

frönen.

In Sachen Beleuchtung ist ein möglichst stimmiges

Verhältnis von direktem Licht und Akzentlicht wichtig.

Ist am Tisch der Blickkontakt zum Gegenüber gestört –

etwa durch grelles Licht oder eine zu niedrig hängende

Leuchte –, besteht sicherlich Optimierungsbedarf.

Genauso sollte das Akzentlicht, der Name sagte es,

Akzente setzen und ein stimmungsvolles Ambiente

schaffen, aber keinesfalls dominant sein. Gerade hier

können Leuchten mit Dimmvorrichtungen eine gute

Alternative oder Ergänzung sein.

38 – 01/12

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

1/2-Anzeige

db 11: natürlichkeit und Perfektion –

hier bei dem von Dante bonuccelli für

zoom by Mobimex entworfenen tisch.

aLUMiniUM chair: seit 50 jahren

verleiht der Vitra-„aluminium chair“ von

charles und ray eames seine eleganz

an räumlichkeiten weltweit. und seit

jahrzehnten schätzen führende Persönlichkeiten

aller sparten seinen stilvollen

charakter.

hanging wireLaMP in tie siLK:

Das eigenständige Materialkonzept

des niederländischen Designers Piet

hein eek macht jedes seiner Produkte

exklusiv – so wie auch diese Drahthängeleuchte

mit einem schirm aus

Krawattenseide.

feeL good: Der name ist Programm.

auf der von antonio cittero für flexform

entwickelten flexibel kombinierbaren

sofa-serie kann man sich einfach nur

wohl fühlen.

LUMiere XXL: Die eindrucksvolle

tischleuchte von foscarini (Design: rodolfo

Dordoni) veredelt jeden raum. Der

Diffusor aus geblasenem glas ist in

weiß oder schwarz, der Dreifuß aus

lackiertem aluminium in weiß oder

bronze erhältlich.

siMon: Der Designer borek sipek ist

bekannt für sein faible für große und

schwere formen, das er auch bei

diesem versilberten Kerzenleuchter von

Driade in besonderer weise zeigt.

vase: when Objects work – Dieser

name steht für außergewöhnlich schöne

ästhetische und zeitlose alltagsgegenstände

unterschiedlicher Designer, wie

für diese Vase von john Pawson.

KorbschaLe/tabLett: sind diese

alessi-Produkte von Pierre charpin

brot- oder Obstkörbe, tabletts oder

einfach nur schöne Deko-Objekte? Das

bleibt ganz dem benutzer überlassen.

anna gong: Die edelstahl-etagere von

alessi (Design: alessandro Mendini) ist

faltbar – und auch geschlossen schön.

MoKa aLessi: Der achteckige

espresso kocher aus guss aluminium,

dessen form von futurismus und

art déco inspiriert ist, wurde von

alessandro Mendini neu interpretiert.


Viel mehr als nur nettes Beiwerk sind Accessoires.

Frische Blumen in einer stilvollen Vase oder ein edler

Kerzenleuchter machen den Tische zu einer gepflegten

Tafelrunde, an der auch König Artus gewiss sein Vergnügen

gehabt hätte. Und wenn das Essen in diesem

Ambiente seinen Daseinszweck erfüllt, ist das doch die

ideale Gelegenheit, mit Freunden und Familie über die

anderen drei Daseinszwecke zu philosophieren. Guten

Appetit!

cLever KoMbiniert – oben: Der

esstisch „gher h74“ mit rechteckiger tischplatte

auf massiven eichenholzfüßen von

arper (Design: lievore, altherr, Molina) mit

den bequemen „tip-ton“-stühlen in Vollkunststoff

von Vitra (Design: edward barber und

jay Osgerby). Unten: bis zu zwölf Personen

finden am 4,1 m langen e15-esstisch „trunk“

(Design: Philipp Mainzer) aus europäischem

nussbaum Platz. besonders lässig sitzt es

sich daran auf den „flow“-stühlen von MDf

italia (Design: jean-Marie Massaud).

PURE MATERIALS

THONET GmbH Michael-Thonet-Straße 1, D-35066 Frankenberg

Tel. +49-64 51-508-119, Fax +49-64 51-508-128, info@thonet.eu, www.thonet.eu


story

Gegen Abend

Von john updike

Deutsche übersetzung von Maria carlsson

copyright © by rowohlt Verlag gmbh,

reinbek bei hamburg

illustration: suvaporn Photjananuwat

40 – 01/12

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

Rafe wartete vor St. Patrick’s Cathedral auf einen Bus der

Linie Fünf; er war müde und leicht im Tran. Als der Bus

schließlich kam und eine kleine dicke Frau in Schwarz

vor Rafe hochsprang und dann, anscheinend gelähmt,

stehen blieb, mitten vor der offenen Tür, hinter der der

Fahrer sacht aufs Lenkrad trommelte, und über ihnen

massig und dunkel die Rockefeller-Türme, wie eine Gewitterwolke,

war Rafe nicht besonders verwundert. Die

Frau machte metallische, aufgeregte Geräusche. Sie

schien unfähig, aufs Trittbrett zu steigen, die senkrechte

Haltestange zu fassen, sich von der Stelle zu rühren, irgendetwas

zu tun. Ihr Hut, aus schwarzem Stroh, bestreut

mit lila Beeren, bebte: ob vor Ärger oder Angst, war

nicht zu sagen. „Na, nun aber“, sagte Rafe, packte sie ein

paar Zentimeter unterhalb der Achseln und stemmte sie

hoch. Die Frau war mit Sand gefüllt. Rafe hatte Sorge,

dass der Karton mit dem Mobile fürs Baby, den er an einer

Bindfadenschlinge in einer Hand trug, zerdrückt werden

könnte.

„Oh, danke sehr!“, zwitscherte es unter dem Hut hervor,

noch bevor die Frau richtig auf dem Trittbrett stand. „Ich

danke Ihnen von ganzem Herzen, wer Sie auch sind.“

Sein Gesicht, so schien es Rafe, war in ihrem Hut begraben;

er konnte kaum etwas sehen. Der Stoff unter seinen

Fingern wurde feucht und fing an zu rutschen; Rafe hatte

das beängstigende Gefühl, dass gleich irgendwo etwas

reißen und der Sack auslaufen und die Frau verärgert auf

dem Pflaster zusammenfallen würde, ein Kopf in einem

Nest aus leeren Kleidern, wie Ray Bolger im Wizard of Oz.

Plötzlich aber, als es ausgeschlossen schien, dass sie jemals

hinaufgelangte, war sie oben, und seine befreiten

Hände ruckten in die Höhe, als wären Vögel von ihnen

aufgestoben.

„War das nicht nett?“, fragte die Frau den Busfahrer, aber

sie drehte sich nicht um, ließ Rafe ihr Gesicht nicht sehen.

„Gehen Sie nach hinten durch“, sagte der Fahrer im

milden, gleichmütigen Ton eines erfolglosen Ordnungs-


John Updike

1932–2009, studierte

anglistik in

havard und arbeitete

von 1955–1957 als

redakteur für das

Magazin „the new

yorker“. Danach

widmete er sich

ausschließlich dem

schriftstellerberuf.

für seine romane,

erzählungen, essays

und gedichte erhielt

er zahlreiche auszeichnungen

– u. a.

den american book

award und den

Pulitzerpreis. updike

gehört zu den

wichtigsten zeitgenössischen

us-schriftstellern.

„werben um die

eigene frau. frühe

erzählungen 2“

erschienen bei

rororo. 256 seiten,

8,90 euro.

hüters. Den Karton eng an die Brust gepresst, zwängte

Rafe sich durch die Menge und schnappte sich eine Halteschlaufe

aus Keramik. Die Frau in Schwarz war verschwunden,

aber sie konnte unmöglich einen Sitzplatz

gefunden haben. Und hinten im Bus, wo es noch reichlich

Stehplätze gab, stand ein schönes Mädchen. Zwei

aschblau getönte Strähnen zogen sich symmetrisch

durch ihr brandyfarbenes Haar. Ihr Dreiviertelmantel,

kastenförmig, stand offen, umhüllte ihren Körper nur

zum Teil. Ihre Füße, in grauen Pumps, standen zu Seiten

eines unsichtbaren V. Zahllose Vs ergaben sich, wo immer

zwei Kanten des bleistiftfein gestreiften Stoffs ihres

Ensembles zusammentrafen: in der schnurgeraden Naht

am Rücken, an den Ärmeln, an den Revers und – besonders

scharf – seitlich am Rock. Unten am Hals, wo ein V

zu erwarten war, tat sich etwas Kunstvolleres: da spielten

die beiden stoffverdeckten äußeren Enden der

Schlüsselbeine mit, ihre nach oben hin sich abflachenden

Simse, die zwei nervigen, rassigen Muskelstränge

des Halses und dazwischen die Mulde, in die man einen

Teelöffel legen könnte. Sie war weniger groß, als ihre Magerkeit

hatte vermuten lassen; ihre Stirn war auf gleicher

Höhe mit Rafes Kinn.

Der Bus nahm eine Kurve. Die Stehenden taumelten, und

das Gesicht des Mädchens, abgekehrt bis dahin, wandte

sich dem seinen zu – ein zartes Gesicht, hell. Ein Mund,

von dem man ahnte, dass er französisch sprach. Die Nase

– eine Spur kleiner, und sie wäre zu klein gewesen. Die

Kerbe in der Mitte der Oberlippe – die romantische Delle

hatte Rafes Mutter dazu gesagt und in der spaßhaften,

gefühlvollen Art, mit der man, wie sie geglaubt hatte, ein

Kind erziehen müsse, behauptet, dass sich an ihrer Tiefe

die sexuelle Vitalität ablesen lasse – war schmal und

deutlich eingeschnitten. Rafe hätte gern Näheres über ihre

Augen gewusst – da hob sie sie von ihrem Buch und

zahlte ihm sein Starren mit gleicher Münze heim, und er

senkte die Lider zu rasch: alles, was er bekam, war der

magere Eindruck, dass ihre Augen groß waren. Das Buch

in ihrer Hand hieß: A l’ombre des jeunes filles en fleurs.

Nach einer kurzen Weile gewann er das Gefühl, dass

selbst das Betrachten ihrer Hand ein Eindringen in die Ellipse

der Ruhe war, deren Brennpunkte Gesicht und Buch

bildeten. Rafe legte beide Arme um den Karton mit dem

Mobile, bückte sich und sah zum Busfenster hinaus. Sie

hatten den Columbus Circle umrundet und fuhren jetzt

den Broadway hinauf. Die deutlich markierten Hausnummern

auf der Ostseite der Straße lauteten: 1832,

„Rafe hätte gern Näheres

über ihre Augen gewusst.“

1836, 1846, 1850 (Wordsworth stirbt), 1880 (großer Nihilistenprozess

in Sankt Petersburg), 1900 (Geburt von Rafes

Vater in Trenton), 1902 (Braque verlässt Le Havre, um in

Paris Malerei zu studieren), 1914 (Joyce beginnt den Ulysses;

in Europa beginnt der Krieg), 1926 (Rafes Eltern heiraten,

in Ithaka), 1936 (Rafe ist vier Jahre alt). Wo die Gegenwart

hätte stehen sollen, war ein ganzer Block abgerissen

worden, und die Nummerierung begann erst wieder mit

2000, einem öden progressiven Bauwerk. Rafe wandte

seine Aufmerksamkeit vom Fenster fort zum Poster

darüber, einer clever gemachten Reklame für Jomar Instant

Coffee. Es war eine fein geriffelte Zelluloseplatte, auf

der, und das war der Gag, Augapfel, Arm und Lippen ein

und desselben Mannes auf zweierlei Weise dargestellt

waren. Von einem Blickwinkel aus gesehen hielt der

Mann eine Tasse Kaffee an die Lippen, lächelte und rollte

in genussvoller Ekstase die Iris bis an den oberen Rand

seines eiförmigen Auges; und von einem anderen Blickwinkel

aus erschien er mit gesenkter Tasse, gleichfalls

gesenktem Augapfel und mit Lippen, die sich in herzhaftem

Lachen öffneten. Weil Rafe aber so nah stand und

das Busdach gewölbt war, funktionierte der Trick nicht

so, wie er sollte. Beide Arme, beide Augäpfel waren permanent

sichtbar, wenn auch mit unterschiedlicher Deutlichkeit

– je nachdem, wie Rafe seinen Kopf hielt. Entweder

wurde das offenmäulige Grinsen des Jomar-Mannes

durchschnitten vom Gespenst seines geschlossenmäuligen

Lächelns, oder Letzteres war vom Schatten des Ersteren

umzingelt. Rafe wurde allmählich buskrank. Der Bus

war durch die Seventy-seventh Street geschlingert und

fuhr jetzt den Riverside Drive hinauf.

Er wandte sich wieder dem Mädchen zu. Sie war da,

neben ihm, wollte aber aussteigen. Proust schaute aus

ihrer Handtasche heraus. Ihr Gesicht trug den überschmelzten

Ausdruck eines Menschen, der aus einem

Werk der Literatur aufgetaucht ist in die Welt realer Entscheidungen.

Mit wispernder Berührung strich ihr

Rücken an seinem vorbei. Sie zog die grüne Leine und

wartete vor der seitlichen Tür – ihr Profil eine leuchtende

Herausforderung fürs Tageslicht. Die Doppeltür, jeder

Flügel aus zwei Teilen bestehend, faltete sich auf. Das

Mädchen schaffte mit gespitzten Lippen den Schritt

hinunter aufs Trittbrett, wandte sich nach Süden und war

fort …

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


objektthema

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

fotos: Kay Michalak


was Macht Die

Kunst, casPar?

Im Objektbereich sind öffentliche

Zonen und solche für Mitarbeiter oft

getrennt. Dafür werden gute und

umsetzbare Ideen gebraucht. Die

Kunsthalle Bremen setzt auf architektonische

Kontraste – mit Unterstützung

vom creativen inneneinrichter.

Sprichwörtlich ist sie, die Angst des Schriftstellers vor

dem leeren Blatt oder die des Malers vor der weißen

Leinwand. Wohl dem, der durch den Kuss der Muse Inspiration

findet, sein Werk beginnen und schließlich zur

Vollendung bringen kann. Dass es dabei nicht nur auf

die Genialität des Künstlers, sondern auch auf dessen

handwerkliches Geschick ankommt, ist unbestritten. So

wären Caspar David Friedrichs imposant-stimmungsvolle

Naturgemälde, die er als Spiegel menschlicher

Empfindungen sah, ohne eine entsprechende Ausbildung

an der Königlich Dänischen Kunstakademie in

Kopenhagen ungemalt geblieben.

Wer also Visionen Gestalt geben will, kommt ohne geeignetes

Rüstzeug nicht aus. Eine Erkenntnis, die auch im

Objektbereich unverzichtbar ist, wenn es darum geht,

ein stimmiges Verhältnis von öffentlichen Zonen und

dem Back-Office zu entwickeln. Gerade in Museen, Galerien

und Ausstellungsräumen dient ein wahrnehmbarer

Kontrast Besuchern und Mitarbeitern als Orientierungshilfe.

Denn auch hier kommt es nicht nur darauf an, eine

gute Idee zu haben. Erst wer in der Lage ist, diese Idee

LinKs: nimmt sich selbst zurück – für

ungetrübte Kunstblicke: die mobile „bench“

von Vitra (Design: jasper Morrison).

oben: Klare strukturen für eine produktive

atmosphäre bei Meeting und Konferenz:

stühle der „aluminium group“ von Vitra

(Design: charles und ray eames).

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


objektthema

office: Der architektonische Kontrast von

alt und neu ist bewusst gewählt und findet

sich auch in der ausstattung des back-Office:

zum einen am modernen arbeitsplatz, mit

der sandsteinstruktur der alten gebäudeteile

vis-à-vis – zum anderen als besprechungsinsel

um den runden holztisch („aluminium

group chairs“ von Vitra).

aUssteLLUng: zum Kunstdiskurs im sitzen

laden ein: die orangefarbene bank „frame“

von Paola lenti (Design: francesco rota) und

das trio aus dem schwarzen stuhl „Muo“ von

Moroso (Design: yoshioka tokujin), beistelltisch

„MP mini“ von Montana (Design: Peter

j. und joakim lassen) sowie der goldene

„lago“ von Driade (Design: Philippe starck).

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

auch entsprechend umzusetzen, ihr eine geeignete Form

zu geben, hat seine Aufgabe erfüllt.

Nachdem die Kunsthalle Bremen nach zweijähriger

Bau- und Schließzeit im vergangenen Jahr – von Grund

auf modernisiert – wiedereröffnet wurde, steht sie ganz

im Zeichen des Kontrastes zwischen alten und neuen

Gebäudeteilen. Das Wechselspiel zwischen dem Baubestand

und seiner modernen Ergänzung ist das Leitmotiv


der nüchtern-edlen und zugleich funktionalen

Architektur: „Dieser Kontrastgedanke der Berliner

Architektengruppe Hufnagel Pütz Rafaelian war

unser Leitmotiv bei der Ausstattung des funktionalen

Back-Office, das einen visuellen Gegensatz zu

den Ausstellungsräumen markiert“, erläutert Kurt

Neuefeind vom ci-Haus POPO. Die Besucher bekommen

davon nur wenig mit. Sie haben freien Blick auf

Meisterwerke aus 600 Jahren Kunstgeschichte.

KUnsthaLLe breMen

das obJekt

Die Kunsthalle bremen, 1849 vom architekten

lüder rutenberg erbaut, beherbergt

eine umfangreiche Kunstsammlung des 14.

bis 21. jahrhunderts. besonderheit: Privater

träger ist noch heute der im jahre 1823

von bremischen bürgern gegründete

Kunstverein in bremen, einer der ältesten

Kunstvereine Deutschlands. im laufe der

zeit entstand eine vielfältige sammlung mit

gemälden und skulpturen. ein besonderer

schwerpunkt ist das Kupferstichkabinett mit

seinen über 200.000 blatt handzeichnungen

und druckgrafischen blättern. im august

2011 erhielt die Kunsthalle nach Plänen der

berliner architekten hufnagel Pütz rafaelian

einen erweiterungsbau, dessen seitenflügel

den klassizistischen altbau wie bei einem

schmuckstück umfassen.

tanzKUnst

von der klassiscHen ballerina

zuM licHtballett

25. März bis 28. Mai 2012

als inbegriff von Modernität faszinierte

der tanz ende des 19. jahrhunderts die

Künstler und forderte sie heraus, bewegung

sichtbar zu machen. Das vielfältige

spektrum der tänze inspirierte Künstler

wie edgar Degas, auguste rodin, august

Macke und Max beckmann. Die ausstellung

tanzKunst geht der frage nach, wie

die Künstler die flüchtige aktion der

tanzenden im raum darstellen und

wie sie rhythmus und Dynamik mit den

Mitteln der Kunst übersetzen.

www.kunsthalle-bremen.de

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


selected

Ob klassisch kombiniert mit schlichter eleganz

oder mal ganz fesch im strickdesign – es liegt was

besonderes in der luft. Mit einer gehörigen

Portion romantik geben wir den affen zucker.

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01_KoKoro jede einzelne ein echtes unikat

– inspiriert vom bildhauer isamu noguchi

kreierte ingo Maurer diese stehleuchte aus

der Kollektion the MaMo nouchies. Der schirm

aus japanischem Papier bekommt durch

mehrfaches falten und ziehen eine eigene

form. ca. 1.130,– euro. (ci)

02_grannY ganz schön verstrickt – die

ungewöhnliche Deckenleuchte von casamania

(Design: Pudelskern) zaubert ganz fesch pure

gemütlichkeit in jeden raum. gefertigt aus

feuerfester tiroler schafswolle, ist sie in den

farben weiß und rost sowie in zwei größen

zum Preis von ca. 220,– bzw. 520,– euro

erhältlich. (ci)

03_PLUriMa ein regal – unzählige Möglichkeiten.

Die verschiebbaren Platten der

bücherei von cassina (Design: charlotte

Perriand) erschaffen beliebig volle und hohle

räume, licht- und schattenspiele. asiatisches

flair zum Preis von ca. 4.180,– euro. (ci)

04_Mason allzeit bereit für ci-Magazin &

co. – der zeitungsständer von wolfgang c. r.

Mezger für walter Knoll setzt schwungvolle

akzente. Das untergestell glänzt wahlweise

in hochstahl- oder schwarzchrom, das

wertige Kernleder folgt der idee einer

lässigen hängematte zum Preis von

ca. 980,– euro. (ci)

05_JiLL aus der feder von Designer

alfredo häberli stammt dieser beschwingte

stuhl für Vitra. Das ausloten technischer

grenzen der sperrholzverformung schafft

skulpturale ausdruckskraft. erhältlich mit

unterschied lichen untergestellen und in

diversen farbvarianten ab ca. 390,– euro. (ci)

06_Mandarin sofia bag Der moderne

Klassiker des italienischen nobel-labels

salvatore ferragamo wird aus feinstem

orangefarbenen leder gefertigt. luxus pur

für ca. 1.100,– euro. (fachhandel)

07_dc36 carbon fibre Ohne saugkraftverlust:

Den neuen Kompaktsauger

von Dyson gibt es in der farbe fuchsia

für ca. 490,– euro. (ci)

08_MiLLe nUits Die traumhafte etagere

von baccarat ist in „clear“ und „midnight“

sowie in zwei- als auch dreistöckiger Version

zum Preis von ca. 390,– euro bzw.

670,– euro zu haben. (fachhandel)

09_eLePhant Pad hella jongerius diente

beim Design dieses charmanten Mousepads

von Vitra der eames-elephant als inspiration.

etwas törröö für den schreibtisch – für ca.

20,– euro. (ci)

10_oto100 genau wie der Mensch – ständig

in bewegung. Das regalsystem von

Muuto (Design: Pil bredahl) lässt sich dank

seiner beweglichen elemente immer wieder

ganz neu gestalten und in form bringen

für ca. 400,– euro. (ci)

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


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Lesen

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architektur ist facettenreich – von minimalistisch-schlicht bis poetisch-romantisch.

01_ essence 01 – begeben sie sich auf eine reise durch die faszinierende geschichte des

erfolgreichen deutschen familienunternehmens thonet – mit eindrucksvollen bildern und texten.

(bing & schwarz Druck und Medien, 19,95 euro) 02_architeKtUr ist nÄMLich ganz einfach

– was bewegt die architekturszene und wohin geht der trend? woher kommen die ideen,

und wie sieht die architektur von morgen aus? antworten bieten einzigartige einblicke in die

lebenswelten und Denkweisen von 33 architekten. (callway Verlag, 64,– euro) 03_architect –

Poetisch und von großer sinnlichkeit: Die feinsinnigen entwürfe von terunobu fujimori sind fast

ausschließlich aus traditionellen, einfachen Materialien wie erde, stein, holz, Kohle, baumrinde und

Mörtel gebaut. (hatje cantz Verlag, 35,– euro) 04_architeKtUr. das biLdwÖrterbUch –

anhand von zeichnungen und fotos werden grundlegende formen der architektur erläutert – von

der antike bis in die gegenwart. (DVa-Verlag, 29,99 euro) 05_Le corbUsier, LUcien hervÉ:

KontaKte – „sie haben die seele eines architekten“, adelte le corbusier einst fotograf lucien

hervé, der über lange zeit seine werke begleitete. 184 fantastische tableaus und zahlreiche bilder

sind hier zusammengefasst. (schirmer/Mosel Verlag, 68,– euro) 06_architeKtenMÖbeL. von

aaLto bis zUMthor – entwerfen architekten anders als Produktdesigner? gibt es ästhetische

Vorlieben? gibt es etwas typisch architektonisches in den entwürfen? ein chronologischer überblick,

aufwändige illustrationen, allgemeine einführungen und essays verraten mehr. (Verlag der buchhandlung

König, 29,80 euro) 07_Masters + their Pieces: best of fUrnitUre design –

was macht ein Möbelstück zum Klassiker? welches wohndesign ist zeitlos beliebt und immer

aktuell – und warum? fragen über fragen. antworten über antworten. (braun Publishing,

49,90 euro) 08_starcK – Philippe starck möchte unser leben mit liebe und glück erfüllen,

indem er Objekte, ausstattungen und geräte entwirft, die unseren alltag erhellen. ein einblick in

die kreative welt des „größten Design-superhelden der gegenwart“. (taschen-Verlag, 9,99 euro)

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01_Leo and PoLKa dot gibt’s was

edleres zum hosenanzug oder Kashmir-

Pullover als diesen aus reiner seide bestehenden

schal von Dolce & gabbana? stylish:

der leoprint in braun in Kombination mit

schwarz-weißem Punkt-Design. ca. 95,–

euro. (fachhandel)

02_facet vase Die arbeiten von Piet

hein eek fallen immer aus dem rahmen,

wie diese facetten-Vase aus feinster

Keramik, die in weiß oder schwarz in zwei

größen erhältlich ist. sie kostet ca. 910,–

bzw. 990,– euro. (ci)

03_raw ist eine Produktfamilie von jens

fager für Muuto, in der jedes stück einzigartig

– weil von hand aus holz geschnitzt –

ist. Den außergewöhnlichen Kerzenleuchter

gibt es auch noch in weiß, jeweils zum Preis

von ca. 149,– euro. (ci)

04_toKYo Darf es bambus, buche oder teak

sein? in diesen drei ausführungen hat

cassina (Design: charlotte Perriand) diese

liege, gefertigt aus zwölf holzstreifen,

nämlich im Programm. „tokyo“ ist für innen

wie für den (überdachten) außenbereich

geeignet und kostet ab 3.600,– euro. (ci)

05_7th heaven Der name sagt es: wie im

siebten himmel ruht man in diesem schwebenden

bett von easy living, entworfen von

christine Kröger. und das mitten in der natur,

denn der hochwertige quadratische rahmen

aus pulverbeschichtetem aluminium und die

handgearbeitete bespannung sind witterungsbeständig.

ca. 2.950,– euro. (ci)

06_MiniMato hersteller nils holger

Moormann beschreibt seinen beistelltisch

(Design: Matthias ferwagner) ganz minimalistisch:

fünf stäbe, eine Platte, zusammenstecken,

„Minimato“. es gibt ihn entweder

mit einer schwarzen oder silbernen tischplatte

und füßen aus esche oder nussbaum

ab ca. 260,– euro. (cairO/ci)

07_grandeMare Variieren nach belieben,

hat sich Designer antonio citterio gedacht,

als er dieses sofaprogramm für flexform

entwarf. Durch die vielfältigen einzelelemente

aus stoff oder leder bilden sich je nach

bedarf mehr oder weniger große sitzgruppen.

Das kleinste element (100 × 100 × 62 cm)

ist ab ca. 2.800,– euro, das abgebildete sofa

ab ca. 6.000,– euro im Programm. (ci)

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


selected

01_aLoe bLossoM Ob klein (30 × 27,5 cm,

50 × 45 cm) oder groß (80 × 75 cm,

105 × 95 cm), ob weiß oder schwarz –

unter dem filigranen Porzellanobjekt von

jeremy cole erstrahlt alles in funkelndem

glanz. ab ca. 2.700,– euro. (ci)

02_Mash Dieser stuhl (Design: alexander

seifried) von richard lampert ist etwas

besonderes. zum einen durch den ungewöhnlichen

Klappmechanismus, zum anderen

durch sein mit farbigen gurten eingefasstes

wetter beständiges Polyester-netzgewebe in

Kombination mit armlehnen aus massiver

eiche und einem gestell aus verzinktem und

pulverbeschichtetem stahl. ca. 400,– euro.

lieferbar ab ende März/anfang april. (ci)

03_id triM zu dem Programm iD chair

concept, das Vitra mit antonio citterio

entwickelt hat, gehört auch der „iD trim“,

der mit seiner kompakt gepolsterten rückenlehne

klassische eleganz und handwerkliche

Qualität miteinander vereint. es gibt ihn in

etlichen stoff- und lederausführungen ab ca.

720,– euro. (cairO/ci)

04_sondeK LP12 als der linn-Plattenspieler

1972 präsentiert wurde, löste er eine

wahre revolution aus. bis dahin nämlich galt

der lautsprecher als wichtigstes glied einer

hifi-Kette. Der „lP12“ beweist dagegen

nachhaltig, dass letztlich die signalquelle den

entscheidenden faktor darstellt. Preis: ab ca.

3.000,– euro. (fachhandel)

05_reMeMberMe alte Kleider werden für

diesen stuhl von casamania (Design: tobias

juretzek) in epoxidharz getränkt und in form

gebracht, bevor sie aushärten. ergebnis:

jeder stuhl ist absolut unique. 600,– euro.

(ci)

06_string PocKet von stringfurniture

ist das kleinste regal der Produktpalette

„string“ von nils strinning. es ist

60 × 15 × 50 cm groß. in großer farbauswahl

ab ca. 130,– euro. (cairO/ci)

07_cYborg eLegant Der vornehme

Outdoor-stuhl stammt aus der feder von

Marcel wanders für Magis. es gibt ihn zum

Preis von ca. 440,– euro. (ci)

08_MY beaUtifUL bacKside ist eine

sitzmöbel-Kollektion von Moroso (Design:

nipa Doshi, jonathan levien), deren rückenlehne

aus bunten Kissen verschiedener

formen besteht. je breiter die sitzfläche,

desto mehr Kissen. z. b. „bench“, 160 cm

breit, ab ca. 7.560,– euro. (ci)

09_MobiLe „Mobile“ von raumplus (Design:

burkhard heß) macht jede lebens situation

mit – als Kleiderschrank, garderobe oder

raumteiler. Möglich wird dies durch seine

wand- und Deckenunabhängigkeit, einer

variablen breite von ca. 1,62–2,67 Metern

und durch sichere aufstellung ohne

räumlichen einbau. ab ca. 2.000,– euro. (ci)

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wenn bach in einer alten Kirche an der kalifornischen Küste eine slow-Motion-Melange

arrangiert, ist romantik vorprogrammiert. 01_Let engLand shaKe – aufgenommen

in einer alten Kirche; die cD ist das erste reine soloalbum von Pj harvey seit „white

chalk“, zeigt aber eine ganz andere welt. es geht um generelle themen wie Konflikt,

Krieg, Verlust, freundschaft und liebe. 02_MetaLs – Die Kanadierin feist meldet sich

zurück, und zwar aus Kalifornien. und ist besser denn je. 03_bLacK orchid – Malia

überrascht als super-jazztalent. sie interpretiert songs der us-amerikanischen jazz- und

blues sängerin nina simone mit einer stimme, die ihresgleichen sucht. 04_bach

cantatas – Die großen technischen herausforderungen von johann sebastian bachs

geistlicher Musik werden von andreas scholl par excellence gemeistert. begleitet vom

Kammerorchester basel, präsentiert er auf seinem neuen album eine auswahl von

Kantaten des zu den bedeutendsten Musikern zählenden deutschen Komponisten.

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1/2-Anzeige

01_horizon Die wandgarderobe von

bulo (Design: jules wabbes) wurde bereits

im jahr 1957 entworfen. Die streben aus

Massivholz und Messing bieten auch in

schmalen fluren Platz für jacke und co.

für ca. 2.480,– euro zzgl. haken. (ci)

02_215 r Der absolute Klassiker – Mit

thonets „wiener caféhaus-stuhl“ (Design:

Michael thonet) begann 1859 die geschichte

des modernen Möbels. er gilt als ikone und

als eines der gelungensten industrieprodukte

der welt und kostet ca. 650,– euro. (ci)

03_boUtiQUe deer besuchen sie einen

wald mit weißen bäumen und schwebenden

Pin-ups! Marcel wanders hat dem sofa

„boutique“ von Moooi, das ganz nach

wunsch immer wieder neu „eingekleidet“

werden kann, diesen fantastischen bezug

verpasst. Das Dreier-sofa gibt es ab

ca. 3.450,– euro (ci)

04_adhoc Keine grenzen gesetzt: Das

highboard von zanotta (Design: bruno

fattorini) lässt der fantasie freien lauf.

Ob mit roter, gelber und anthrazitfarbener

innenlackierung oder schlicht in weiß –

„ adhoc“ bietet formschönen stauraum. in

weiß für ca. 3.540,– euro (ci)

05_tiX eMotion bei einem Kaffee im

stehen die ersten nachrichten des tages

durchblättern, einen teil als apéro-tisch

nutzen und das buffet präsentieren … Die

variable tischhöhe lässt viele einsatzmöglichkeiten

zu. Von zoom by Mobimex ab ca.

7.690,– euro. (ci)


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Den Sommer stilvoll genießen

mit markilux Markisen.

Besuchen Sie uns im Internet auf

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wie romantisch, wenn man es sich auf dem sofa mit seiner/seinem liebsten gemütlich

macht und diesen geschichten lauscht. 01_eXtreM LaUt Und UngLaUbLich

nah – Oskar schell ist neun jahre alt. laut seiner Visitenkarte ist er Pazifist, erfinder,

schmuckdesigner, tamburinspieler. Vor allem aber ist er tief traurig und verstört über den

tod seines Vaters beim anschlag am 11. september. Mit dem tamburin läuft Oskar durch

new york, auf der suche nach einem türschloss, in das ein geheimnisvoller schlüssel aus

den hinterlassenschaften des Vaters passen könnte. Dabei gerät er in die verrücktesten

situationen. 02_die toten – wenn erzählungen solange bestand haben können wie es

literatur gibt, dann wird „Die toten“ dazugehören, ein wunder und eine wundervolle

Menschengeschichte, die in das herz sieht und das herz öffnet, gleichzeitig ein stück

trauer und ein stück glück über die nähe von tod und leben. 03_wenn das schLachten

vorbei ist – umweltschützer unterschiedlicher gesinnung bekämpfen sich auf

einer rattenverseuchten insel in Kalifornien. um fast ausgestorbenen Vögeln eine neue

chance zu geben, sollen die grauen nager sterben. 04_soMMerfest – Onkel hermann,

der seit dem tod von stefans eltern in bochum die stellung hielt, ist gestorben, und sein

neffe stefan muss nun das kleine reihenhaus verkaufen. er will das möglichst schnell

erledigen. Doch wie so oft, kommt es anders, als man denkt. 05_thoMas aLva

edison – zaUberer des Lichts – ein erfinder ist thomas alva edison schon als

kleiner bub. Die chance seines lebens bekommt der zeitungsjunge, als er eine telegrafenausbildung

erhält. jetzt ist sein erfindergeist nicht mehr aufzuhalten. in seinem leben

reicht edison hunderte von Patenten ein, darunter auch die glühbirne mit Kohleglühfaden,

die das leben aller Menschen verändern wird. 06_ein aKt der gewaLt – eine wahre

geschichte: auf dem heimweg von der arbeit wird Katrina Marino in den frühen Morgenstunden

Opfer eines brutalen überfalls. Der angriff findet direkt vor ihrer haustür statt –

unter den augen ihrer nachbarn, die fast ausnahmslos untätig bleiben. Katrina spürt die

betrachter und ihre blicke und hofft auf hilfe. und sie kämpft gegen den tod.

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stoffE

01_Lara Meissen Und Lara ciXi

Mit diesen beiden stoffen aus der

Décor-Kollektion von jakob schlaepfer

setzen sie ihr fenster gekonnt in

szene – kostbar, elegant und edel. Mit

einer üppig-luxuriösen ausstrahlung

ziehen beide mit prachtvoll leuchtenden

Ornamenten blicke auf sich. Das schweizer

unternehmen zählt weltweit zu den

führenden firmen der textilen welt.

02_sYros ii, rafia und Kostos

création baumann setzt auch bei der

fünften „natura“-Kollektion auf natürliche

und hochwertige Materialien – von edler

seide über feinste baumwolle und

leichtem leinen hin zu weicher wolle. Die

stoffe sprechen eine puristische, japanisch

anmutende formensprache: Das zusammenspiel

von dichter und loser gewebestruktur

zaubert bei „syros ii“ ein

regelmäßiges streifenmuster. bei „rafia“

liegen farbige bastfäden lose zwischen

dem leicht transparenten leinengewebe.

„Kostos“ besticht durch seine moderne,

unregelmäßige gitterstruktur.

03_seQUence Das Design von Kinnasand

betört durch ein symmetrisches Muster

mit außergewöhnlich lebendigem ausdruck.

Das mit laugendruck verarbeitete,

hochwertige Doppelgewebe erinnert mit

seinen kugelförmigen Verzierungen an

edle, aufgereihte Perlen und erzeugt so

bei dem betrachter ein gefühl von

Dreidimensionalität.

04_centocinQUantasei Die stoffserie

aus dem hause Missoni erstrahlt mit

einer nahezu unerschöpflichen Vielfalt

fantasievoller blumenmuster aus zarten

Orchideen und strahlenden Proteen.

raffiniert kombiniert leuchten die blüten

in den schönsten farbvariationen und

verwandeln den stoff in einen absoluten

hingucker. holen sie sich einen hauch

italienisches flair ins eigene heim.

05_ aMraPaLi florale bouquets in ihren

schönsten farben. Die chefdesignerin von

Designers guild hat sich bei dieser

exquisiten Kreation von exotischen

indischen blüten wie inspirieren lassen.

herausgekommen ist ein farbenmeer aus

Magenta, Kobaltblau, sonnengelb, knalligem

Orange unterlegt mit sanften

grün- und erdtönen – so entsteht ein

indischer frühling.

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

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neuer stoff für romantikfreunde: bringen sie

frischen frühlingswind in ihr zuhause, mit ausgewählten

stoffen aus feinsten Materialien. wir

haben eine abwechslungsreiche auswahl

getroffen – erfreuen sie sich an traumhaften

Orna menten oder einem zauberhaften blütenmix.

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


aktionen und personen

aktionen

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

aUs Liebe zUM LacK:

75 Jahre interLÜbKe

„interlübke baut Möbel für Menschen, die

den Pelz nach innen tragen“, zitiert leo

lübke seinen verstorbenen Vater helmut

und verdeutlicht so das understatement der

Premiummarke. Der 48-jährige lübke führt

das familienunternehmen bereits in dritter

generation. im rahmen einer jubiläumsveranstaltung

blickte der Möbelhersteller

auf ein Dreivierteljahrhundert erfolgreiche

firmengeschichte zurück.

alles begann im januar 1937, als die brüder

hans und leo lübke im ostwestfälischen

rheda-wiedenbrück eine „spezialfabrik für

polierte schlafzimmer“ gründeten. aus der

gebrüder lübke Kg wurde später interlübke.

aber die Vorliebe für schöne, hochwertige

und robuste lackflächen hat sich bis heute

gehalten. „aus liebe zum lack“: Mit diesem

bekenntnis hat sich interlübke in der

internationalen einrichtungswelt einen

namen gemacht. „besser zu werden, war

uns schon immer wichtiger, als größer zu

werden“, betont leo lübke. Der industriedesigner

bleibt dem schlichten und zeitlosen

Design seiner Vorfahren treu: „Die Möbel

waren von anfang an ohne schnörkel.“

Manchmal waren sie auch ein bisschen

revolutionär. Vor rund 50 jahren produzierte

leo lübke senior mit dem endlosschrank

„interlübke 63“ erstmals einen Kleiderschrank

in elementbauweise – und brach

damit radikal mit den bisher üblichen

wohn traditionen.

und: interlübke-Möbel machten die farbe

weiß salonfähig. ein trend, der noch immer

bestand hat. „Die farbe weiß trägt uns bis

heute“, sagt leo lübke. etwa 70 Prozent

aller Möbel werden in weiß bestellt – und

so kratzfest, wie es irgend geht. wie tief

dieses Qualitätsbewusstsein bei familie

lübke verankert ist, weiß der firmenchef:

„Mein Vater hat autoscheiben nicht runtergekurbelt,

weil sie so Kratzer bekommen

könnten.“

„wir glauben, es gibt nichts, was sich

nicht noch verbessern ließe. also tun

wir’s.“ leo lübke vor dem modularen

Programm „bookless“.

glückliches familienwohnen anno 1969:

interlübke-werbung für das Programm

„umgebung 121“


personen

roLf heide carLo forcoLini hans J. wegner

Der deutsche innenarchitekt und industriedesigner

konnte am 23. januar seinen

80. geburtstag feiern. tischlerlehre, innenarchitektur-studium

an der Muthesius

Kunst hochschule in Kiel und ein anschließendes

hochbaupraktikum gehörten zu seiner

ausbildung, ehe er in den späten 50erjahren

als innenarchitekt und Designer für

zahlreiche Möbel- und leuchtenhersteller

wie interlübke, De Padova oder anta tätig

wurde. beachtung fand der Designer 1966

besonders mit der „stapelliege“ für die

Müller Möbelwerkstätten. 1972 erhielt rolf

heide den bundespreis „gute form“ – heute

„Designpreis der bundesrepublik Deutschland“

– und 1999 den begehrten und

renommierten „Karl-schneider-Preis für

ange wandte Kunst und Design“ mit der

begründung, dass er in der fachwelt weit

über die deutschen grenzen hinaus einen

hervorragenden ruf habe und vielen

gestaltern zum Vorbild geworden sei.

s 07

für interlübke

geboren 1947 in como, feierte der italienische

Designer carlo forcolini am 7. januar

seinen 65. geburtstag. Der gelernte Maler

schlug nach abschluss seines Kunst-Diploms

in Mailand einen eher ungewöhnlichen weg

ein und übernahm die leitung einer linksradikalen

italienischen tageszeitung. in den

70er-jahren besann sich carlo forcolini jedoch

wieder auf seine wurzeln und arbeitete

äußerst erfolgreich mit Designgrößen wie

Vico Magistretti und achille castiglioni zusammen.

bereits vier jahre später folgte dann die

gründung seines unternehmens alias – gemeinsam

mit einem Kreis namhafter gestalter.

aus dieser Konstellation gingen viele

bekannte und teils verrückte ideen hervor.

im jahr 1983 kam es zu einer fusion mit

artemide. ein zeitpunkt, zu dem carlo

forcolini begann, seine arbeiten in zahlreichen

ausstellungen und Veranstaltungen zu

präsentieren bis heute finden sich seine

entwürfe in ausstellungen und Museen auf

der ganzen welt.

birzi

für luceplan

am 25. januar diesen jahres jährte sich zum

fünften Mal der todestag des 1914 im

dänischen tondern geborenen Designers.

nach beendigung seiner tischlerlehre zog es

den jungen wegner 1936 an die Kunsthandwerkschule

in Kopenhagen, an der er später

als selbstständiger architekt Möbeldesign

lehrte. auch seinen arbeitsschwerpunkt

verlegte hans j. wegner auf die gestaltung

von Möbeln wie stühlen und tischen – dazu

kamen bestecke, lampen und tapeten. in

den zeiten seines schaffens trug er erheblich

zum erfolg des dänischen Designs bei. er

vereint zweierlei eigenschaften: zum einen

die handwerkskunst des Möbelschreiners,

zum anderen die Kunst der formfindung

eines Designers. Diese Verbindung hat sich

im laufe der zeit zu einem Vorbild und somit

auch zu einem Qualitätsmerkmal für das

dänische Design entwickelt. in nahezu jedem

sortiment der großen dänischen Möbelhersteller

findet sich etwas von hans j. wegner.

es gibt kaum einen Designer, dessen

entwürfe aus den 50er- und 60er-jahren

noch derartig häufig produziert werden.

ch 47

für carl hansen & søn

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


vorschau

NEU im

ci-portal

www.creative-inneneinrichter.de

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

serie „grüne“ labels

e15: gUt hoLz

Das noch junge label e15 hat sich in den letzten

jahren einen festen Platz in der Designwelt

erobert – mit zeitlosen entwürfen und kreativen

Denkansätzen. auch in sachen umweltfreundlichkeit

geht e15 mit gutem beispiel voran. zum

beispiel mit natürlichen holzmöbeln aus nachhaltiger

Produktion.

buchtiPPs

oUtdoor-Living

ab nach draußen! Denn jetzt dürfen garten,

terrasse und balkon wieder nach herzenslust

gestaltet und bepflanzt werden. ein paar lesens-

und sehenswerte literarische anregungen für

Outdoor-Möbel und gartenplanung haben wir für

sie zusammengestellt.

Office

KLaPPstaPLer

stapelstühle und Klapptische sind für teamarbeits-

und Konferenzbereiche unentbehrlich – und beim

Design alles andere als reizlos. bewährte Klassiker

und innovative neuheiten aus der abteilung

„stapel und Klapp“ finden sie im ci-Portal.

stOffe

traUMgewebe

Darf’s ein bisschen mehr farbe sein? aber gern!

Denn mit ausgesuchten textilien für Vorhang und

co. kommt frischer wind in die eigenen vier

wände. wir zeigen ihnen eine delikate selektion

aus der gewebten ware. freuen sie sich auf

traumhafte stoffe am laufenden Meter.

DOwnlOaD

neUe deUtsche

geMÜtLichKeit

Von wegen piefig! Modernes Design aus Deutschland

verbindet tradition und Moderne – und das mit herz

und Verstand. jetzt auch auf ihrem Desktop.

ausgewählte und besonders „gemütliche“ Motive

stehen zum Download für sie bereit.

hersteLLernachweis

accademia (20–21), alessi (38), alias (22–23),

artemide (22–23), aqua creations (8), arper

(39), baccarat (31, 47), baltensweiler (24),

baxter (20–21), bocci (8), bulo (52), casamania

(46, 50), cassina (26–27, 30, 46, 48), cini&nils

(22–23), Jeremy cole (50), cor (9), création

baumann (55), dedon (titel, 26–27, 28),

designers guild (55), driade (7, 30, 38), easy

Living (48), e15 (39, 58), flexform (38, 49), flos

(30), flötotto (7), foscarini (38), fotolia (11),

frei.frau (8), fritz hansen (10, 11, 24), carl

hansen & søn (57), interlübke (7, 57), istockphoto

(titel, 3, 46), Janua (9), Kinnasand (55),

Knoll international (22–23), richard Lampert

(50), Paola Lenti (26), Luceplan (57), ingo

Maurer (24, 46), Magis (51), Mdf italia (6–7, 9,

22–23, 39), Missoni (55), Mobimex (38, 52),

Müller Möbelwerkstätten (34), Moooi (6–7,

34–35, 52), nils holger Moormann (26–27, 48),

Montana (14), Moroso (24, 27, 51), Muuto (22–

23, 47, 48), Pallucco (20–21), Piet hein eek (24,

34, 48), raumplus (51), röthlisberger (34), Jakob

schlaepfer (54–55), stringfurniture (51), thonet

(8, 52), UsM (20–21, 32–33), vitra (20–21,

22–23, 34, 38, 39, 46, 47, 50), walter Knoll (6,

46), when objects work (38), wogg (8), Xo

(24), zanotta (52)

iMPressUM ci – Das Magazin der creativen

inneneinrichter erscheint dreimal jährlich im ci

Verlag, spreestraße 3, 64295 Darmstadt, tel.

+49 (0)6151 39128-25, fax +49 (0)6151 39128-

28, info@creative-inneneinrichter.de, www

creative-inneneinrichter.de auflage 136.360

heftpreis 4,50 euro redaktion Presseinfos,

anregungen, reaktionen bitte aus schließlich an:

ci c/o moskito pr, hoerneckestraße 25–31,

28217 bremen, tel. +49 (0)421 33558-701 Mailkontakt

büro der chefredaktion birgit Osmer

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axel stamm creation eckard christiani

art director asoomda Kim redaktionsbeirat

frank anger-lindemann, Kurt neuefeind, Klaus

seydlitz autoren dieser ausgabe Doris weber,

Martin höche-heemsath, wiebke Meynen, birgit

Osmer, john updike, axel stamm fotografie

Marc eggimann (38, 46), good bye limits (50),

Michael jungblut (20–24 in der Villa ichon, bremen,

35–37, 55 links unten), a. laurenzo (13),

lars lohrisch (45), nicole Marnati (6–7), Kay

Michalak (14, 42–45), stefan Müller (45), Martha

updike (41), Vitra (34, 38, 47) illustration

suvaporn Photjananuwat redaktionsassistenz

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Kristin abramowski, Vanessa Knief druck

Druckhaus Kaufmann, 77933 lahr (www.druckhaus-kaufmann.de).

Dieses Magazin und alle in

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für unverlangt eingesandte Manuskripte

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montana.dk /film/christiania


SUITA

So vielseitig wie Ihr Leben: das neue Suita Sofa.

Suita Sofa, von Vitra in der Schweiz entwickelt, Design: Antonio Citterio

v

Die Einzelmöbel der grossen Sofafamilie Suita lassen sich vielfältig kombinieren. Zusammen mit der Auswahl an Materialien und Farben eröffnen sich unzählige Möglichkeiten,

um Suita passend zu Ihrer Wohnsituation zu konfigurieren. Tel. 00 800 22 55 84 87 info@vitra.de www.vitra.com Suita Sofa, fotografiert im VitraHaus, Vitra Campus 2010

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