wachstUM

popo.de

wachstUM

ci-Magazin | # 24

trends

unikat & Klarheit

oFFice

raum für gespräche

design

fernando & humberto campana

wachstUM

so wohnt familie

ci – das Magazin der creativen i nneneinrichter

wohnen + einrichten | Lebe n + ar b eiten

4 196478 704505 24

herbst 2011

8. Jahrgang

DeutschlanD: 4,50 €

schweiz: 8,– sfr

eu-länDer: 5,50 €

seLected

schÖner

schenKen


www.dyson.de

Langsame Raumerwärmung

Einige herkömmliche Heizlüfter können

den ganzen Raum nicht schnell aufheizen.

Denn sie arbeiten mit Rotorflügeln, die von

ineffizienten Motoren angetrieben werden,

um die Luft im Raum zu verteilen.

Schnelle Raumerwärmung

Die Air Multiplier Technologie verstärkt

den primären Luftstrahl. So entsteht eine

große Reichweite und der Dyson Hot Heiz-

lüfter erwärmt schnell den ganzen Raum.

Heizen mit großer Reichweite für schnelle Raumerwärmung.


editorial

titeL Organisches wachstum, stilvoll inszeniert:

mit den stühlen „Vegetal“ von Vitra (Design:

ronan und erwan bouroullec) vor der imposanten

tapete „scrapwood Phe 02“ von Piet hein eek.

titelfoto: Kay Michalak

liebe ci-freunde,

wer einen Blick auf Wirtschaft oder Natur wirft, wer sich im Familien-, Freun-

des- oder Kollegenkreis umschaut – kurz: Wer seine Umgebung aufmerksam

beobachtet – wird überall auf vielfältige Muster und Formen des Wachstums

treffen. Schließlich ist das Wachsen an- und miteinander ein bedeutendes

Fundament unseres Zusammenlebens.

Für uns Grund genug, um uns in dieser CI-Ausgabe einmal ausführlich mit

diesem Thema zu beschäftigen. Kann Wachstum Selbstzweck oder sogar Sinn

des Lebens sein? Diese Frage hat sich Klaus Hofmeister in seinem Feature

gestellt. Dass wachsende Auswahlmöglichkeiten mitunter auch eine Last

sein können, illustriert Autor und Kabarettist Florian Schroeder anschaulich

am Beispiel einer Kaffeebestellung, die nur scheinbar simpel ist.

„Alles ist im Keim enthalten, alles Wachstum ein Entfalten“, bemerkte der

Dichter Friedrich Rückert. Damit könnte er die Familie gemeint haben. In

unserem Wohnthema zeigen wir Ihnen, wie sich mit zeitgemäßen Einrichtungskonzepten

das heimische Familienleben überraschend neu entfalten

kann. Ähnliches gilt für unser tägliches Arbeiten im Büro. Auch hier kommt

es zunehmend darauf an, mit den eigenen Möglichkeiten zu wachsen. Den

Beweis, dass dies umso nachhaltiger gelingt, je flexibler Einrichtung und

Beleuchtung aufeinander abgestimmt sind, treten wir in unserer Rubrik

„Office“ mit dem Schwerpunkt Meeting und Konferenz an.

Freuen Sie sich auf diese und viele weitere Themen aus dem reichhaltigen

Wachstumskosmos und lassen Sie sich anregen von zahlreichen Inspirationsquellen

für Ihr Leben – und das Ihrer Familie, Freunde oder Kollegen. Apropos:

Wenn Sie noch auf der Suche nach besonders schönen Geschenken sind,

blättern Sie am besten gleich weiter auf Seite 46. In jedem Fall wünschen

wir Ihnen eine angenehme Weihnachtszeit und einen erfolgreichen Start

ins Jahr 2012.

Herzlichst, Ihr

Axel Stamm

Chefredakteur

03/11 – 3

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


MODELL: JALIS von Jehs + Laub

Produktinformationen unter t 05242.4102-0 f 05242.4102-134 COR Sitzmöbel Nonenstraße 12 33378 Rheda-Wiedenbrück www.cor.de


inhalt

wohnen, einrichten, design

6 ci trendscoUt

Quo vadis Design? Aktuelle

Trends und Entwicklungen

19 eXPedition Und entsPannUng

Kreuzfahrten mit Hurtigruten

20 zUsaMMenwachsen

Familienwohnen grenzenlos

27 Kinder Kochen KoLossaL

Kochbücher für Kids

28 die design-eXoten

Fernando und Humberto

Campana

32 Meeting Und KonFerenz

Von ganz klein bis ganz groß

36 sPracherLeUchtUng

Gute Gespräche im rechten Licht

42 aLLes bLeibt anders

„Working Essentials“ von USM

44 aUsweitUng der wohnzone

Vorschau auf die

imm cologne 2012

sssseel

selected

titeLtheMa „wachstUM

16 „Lohn des wachstUMs“

Das Großwerden und der Sinn

des Lebens

Von Klaus Hofmeister

40 geFangene der MÖgLichKeiten

Eine Geschichte in „tall“, „grande“

und „venti“

Von Florian Schroeder

rUbriKen

3 editoriaL

46 seLected

57 aKtionen Und Personen

58 neU iM ci-PortaL

iMPressUM

hersteLLernachweis

03/11 – 5

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


trendscout

TrEnd

ScoUT

Design ist zweckorientiert, pragmatisch und sorgt mit

einer klaren Formensprache für funktionelle Harmonie.

Gleichzeitig ist Design das genaue Gegenteil: künstlerisch,

individuell, skulptural. Diese Trends zu Unikaten

und klaren Strukturen sind prägende Gestaltungsmerkmale

zeitgenössischer Entwürfe. Wir haben sie einfach

mal gegenübergestellt.

6 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

TrEndScoUT

UNIKAT


Ingo Maurer

BLUSHing zETTEL’z

an diesem hängeleuchtenklassiker

aus edelstahl und hitzebeständigem,

satiniertem glas von ingo Maurer

befinden sich kleine Klemmen, an

denen die mitgelieferten zettel mit

Japanischen Motiven individuell

befestigt werden können.

Piet Hein Eek

canTEEn TaBLE

Zoeppritz

TiE cUSHion

aus alt mach tisch: für den großzügigen

esstisch von Piet hein eek wurde ausschließlich

aufgearbeitetes altholz verwendet. so ist

jeder „canteen table“ ein einzelstück – bereit

für schönste stunden der esskultur.

schlipskissen: Krawatten haben nur einen

zweck? es geht auch anders, dachte sich der

textilhersteller zoeppritz und hat verschiedene

binder kurzerhand einer neuen funktion

zugeführt: als formschönes Kissen sind sie

nicht nur individuell, sondern auch so

bequem wie nie.

Moroso

fiLigrana

Die filigrane ästhetik der Mathematik:

für den leder-Pouf „filigrana“ von Moroso

hat Designerin elena Manferdini komplexe

mathematische formen mittels laser- schnitttechnologie

in eine dreidimensionale form

ge gossen – und damit überraschend räumliche

Verbindungen geschaffen.

Droog

rag cHair

erste wahl aus zweiter hand: beim

„rag chair“ von Droog (Design: tejo remy)

wurden alte Kleidungsstücke raffiniert

ineinander geschichtet. Das und die Möglichkeit,

eigene ausrangierte Klamotten

zu integrieren, machen dieses bequeme

sitzmöbel zu einem echten unikat.

Cappellini

TWB HockEr

hinter dem kryptischen namen verbirgt sich

die bezeichnung „tailored wood bench“ –

und ein ungewöhnliches sitzmöbel (Design:

shay alkalay und Yael Mer), das in seiner

Optik an ein boot erinnert. raffiniert ist der

herstellungsprozess: schaum wird in eine

hülle aus eschenholz-furnier gepresst. weil

er sich unregelmäßig ausbreitet, variiert die

Oberfläche von Möbel zu Möbel.

Moooi

SMokE dining arMcHair

unikat durch rustikales feuer-finish: Jeder

einzelne sessel (Design: Maarten baas) ist

aus massivem holz gefertigt und bekommt –

kein witz – seine tiefschwarze farbe durch

eine spezielle feuerbehandlung. Danach wird

er mit epoxidharz überzogen, damit die

rußflecken nicht auf die Kleidung übergehen.

03/11 – 7

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


Trendscout

8 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

TrEndScoUT

KLARHEIT

Porro

SHoWcaSE TaBLE

edles unter glas: Dieser schlichte beistelltisch

(Design: front) des italienischen labels

Porro bietet unter seiner gläsernen Platte

eine unterbringungs- und Präsentationsfläche

für bücher, brillen und andere Objekte.

Piure

Horizon

Montana

co16

flexibler bürobegleiter: „cO16“ des dänischen

systemmöbelherstellers Montana besteht

aus 13 grundelementen, die nach bedarf

mit einlegeböden, trennwänden, türen oder

schubladen ausgestattet werden können –

für persönliche gegenstände, oder als raumteiler

in einer flexiblen bürolandschaft.

MDF

LiM10

stille größe: Die geordnete struktur dieser

monochromatischen tischserie von MDf

(Design: bruno fattorini) besticht durch

puristische unaufgeregtheit und Variantenreichtum.

elegante horizonte: in sachen sideboard bietet das Programm

„horizon“ von Piure (Design: werner aisslinger) je nach front- und

Korpusausführung architektonisch pure gestaltungsformen oder

Varianten mit einem touch glamour. Die flexible Planbarkeit lässt

lieblingsmöbel entstehen, die exakt auf persönliche wünsche und

anforderungen zugeschnitten sind.


MDF

randoM BoX caBinET

clever verknüpft: Mit offenen und geschlossenen

fronten können die verschiedenen Module

dieses regalsystems aus der gleich namigen

random-regal-serie von MDf (Design: neuland

Paster & geldmacher) miteinander kombiniert

werden.

Vitra

HaL TUBE

Multifunktionstalent: Der stapelbare „hal tube“ von

Vitra (Design: Jasper Morrison) ist eine klare und

zeitgenössische interpretation des klassischen schalenstuhls.

Mit viel bewegungsfreiheit ermöglicht er

ergonomisches sitzen und kommt im büro, in öffentlichen

bereichen und auch zuhause zum zuge.

03/11 – 9

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


Trendscout

MODerne

wanDKleiDer

Wandgestaltung und -schmuck sind so alt wie die Menschheit.

Heute haben verputzte Wände und Tapeten Höhlenmalereien

und antike Fresken als Gestaltungselement

abgelöst. Vor allem die Tapete ist vielen Moden unterworfen

– man denke nur an die schrill-bunten Flower-Power-

Motive der 70er Jahre. Heute ist die Farb- und Mustervielfalt

nahezu unendlich: „Muster auf Tapeten wirken

aufmerksamkeitsstark“, heißt es beim renommierten

Deutschen Tapeten-Institut. Zum Beispiel durch zeitlose

Mustertapeten, die ganz besondere Akzente setzen und

aus jedem Raum ein Unikat machen. Gewiss: Weiß ist

immer eine Option. Aber bei Ihrem creativen inneneinrichter

bekommen Sie perfekte Raumkonzepte, in denen

Wand und Einrichtung farblich und charakterstark übereinstimmen.

01

02

03

10 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

04

05

TrEndScoUT

TAPETE


foto: Michael Jungblut

Trendscout

farbe

01_ TroMPE L‘oEiL draPE:

Karomuster aus der Kollektion

Vivienne westwood von cole

and son. 02_ LinEa grafica

(nr. 5000): florales Kunstwerk aus

der Kollektion wiedemanndesign

von berlintapete. 03_ coLETTE:

dezentes blümchenmuster aus der

Kollektion total floral von extratapete.

04_LEd Wallpaper: tapete

mit integrierter leD-beleuchtung

von ingo Maurer. 05_ ScraPWood:

hochwertige Vlies-tapete in holzoptik

von Piet hein eek.

sinnLiche wandPigMente

wer neben industriefarben das besondere sucht, findet einige wenige

spezialisten, die sich der herstellung besonders hochwertiger

farben für architektur und Design verschrieben haben. so wird in

der farbmanufaktur kt.cOlOr jede einzelne farbe individuell und von

hand angemischt. außerdem greift das schweizer unternehmen auf

besonders schöne Vorlagen – etwa die von le corbusier – zurück.

Dabei kommen natürliche rohstoffe und Pigmente zum einsatz, die

aus industriellen anlagen weitgehend verbannt wurden: „wir übertragen

die schönheit der naturbezogenen farbkultur der Vergangenheit

in die Moderne“, erläutert kt.cOlOr-inhaberin Katrin trautwein ihre

herangehensweise.

wenn sie eine kompetente farb- und einrichtungsberatung wünschen

oder fragen zu den farben von kt.cOlOr haben, wenden sie

sich einfach an ihren creativen inneneinrichter.

03/11 – 11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

foto: ubs ag, zürich


Trendscout

Foto: HAY

Susanne Furbo

und Rolf Hay

12 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

TRENDSCOUT

SOFA

EXKLUSIV IN IHREM CI-HAUS

DAS SOFA MIT

ANSPRUCH

Zwei dänische Design-Labels – der Möbelhersteller

HAY und der Textilspezialist Kvadrat haben ein neues

Sofa konsequent nach Kundenbedürfnissen kreiert.

Ergebnis: das charmante Sofa ci08 – exklusiv erhältlich

bei den creativen inneneinrichtern.


„Unser Ziel war ein hochwertiges, aber nicht hochpreisiges

Angebot für die jüngere Zielgruppe “, betont Rolf Hay, der

sich als Chef seines Unternehmens persönlich intensiv in

das Projekt eingebracht hat. „Ein trendiges aber unaufdringliches

Möbel, das sowohl hohe ästhetische als auch

funktionale Anforderungen erfüllt – und das mit einem

kompromisslos günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis.“

Kurz: ein Möbel, das unter allen wichtigen Aspekten in

die Zeit passt und gefällt.

Maßgeblichen Input dafür lieferten die creativen inneneinrichter

selbst – denn wo lässt sich mehr über Einrichtungswünsche

erfahren als bei denen, die tagtäglich beratend

und gestaltend hautnah mit dem Kunden arbeiten,

den rund 50 Einrichtungshäusern unter dem Qualitätssiegel

„ci“. „Die enge Zusammenarbeit mit den Einrich -

tern hat uns bei der Realisierung sehr geholfen“, betont

Hans-Henrik May vom Textilspezialisten Kvadrat. „Hier

liegt ein wahrer Schatz erprobten Wissens.“

Das Resultat hält, was die Idee verspricht: Ein strammes,

gut proportioniertes Sofa (Design by HAy) mit viel Raum

für Individualität. Das ci08 überzeugt mit einem verchromten

oder stoffbezogenen Untergestell. Für den hochwertigen

und robusten Bezugsstoff stehen neun verschiedene Farben

zur Auswahl. Weitere Varianten des Sofas als Zwei- und

Dreisitzer sowie als Ecksofa sind in der Planung.

„Ein gutes Sofa kann man nicht einfach zeichnen – man

muss es mit den Händen machen, es fühlen und viel probieren,

um das Optimum im Komfort, in den Proportionen

und in der Qualität zu erreichen“, schildert Rolf Hay den

Entstehungsprozess „wie eine lange Wanderung, auf der

man etwas in vielen kleinen Schritten immer weiter verbessert.“

Erst nach Monaten im Gebrauch zeigt sich die

wahre Qualität: „Ob Gestell, Schaum oder Bezugsstoff: Für

ci08 haben wir nur beste Materialien verwendet, die meisterhaft

verarbeitet sind.“ Stichwort Bezugsstoff: Den verwendeten

„Remix“ von Kvadrat bezeichnet Hay als einen

der besten der Welt. In der Tat vermittelt das edle Tuch aus

festem Garn (90 % Wolle, 10 % Polyamid) einen Hauch edler

Maßkonfektion à la Savile Row. Und genau das liegt auch in

der Absicht des modeerfahrenen Designers Giulio Ridolfo,

der für Kvadrat und auch für Labels wie Vitra und Moroso

gearbeitet hat.

Für den ci-Verband war das gemeinsame Unterfangen übrigens

keine Premiere, wie schon die Nummer „08“ im Namen

des Sofas signalisiert: „Schon früher haben wir ähnliche

Projekte erfolgreich realisiert. Wir sind überzeugt, dass sich

das ci08 sehr gut in diese Tradition einreiht. Und möglicherweise

wird es schon bald weitere kreative Initiativen dieser

Art geben“, erklärt ci-Geschäftsführer Steffen Schmidt.

ci empfiehlt

DER MOBILE

DESIGN-GUIDE

Jederzeit „App-to-date“: Es geht zwar nichts

über das Live-Erlebnis beim creativen inneneinrichter.

Aber als Teil eines „creativen“

Gesamtpakets sind Sie jetzt mit der ci-Design-

App für iPhone, iPad oder iPod Touch auch

unterwegs in Sachen Design auf dem

Laufenden.

Mit der App können Sie die Produkte von rund

150 Topherstellern in brillanter Bildqualität

recherchieren und erfahren zugleich, welches

ci-Haus welche Hersteller führt. Auf den

Produktseiten finden Sie zusätzliche Informationen,

eine Galerie mit Detail- und Ambientebildern,

Referenzen renommierter Gestalter

sowie weiterführende Tools – wie die Option,

Produkte via Mail zu empfehlen oder News

als RSS-Feed zu erhalten. Außerdem haben

sie jederzeit Zugriff auf CI-Magazin- und

CI-Katalog-Highlights mit Direktkontakt zum

ci-Haus in Ihrer Nähe.

Die CI-Design-App ist gratis im iTunes-App-

Store (Suchbegriff: creative-innenrichter)

erhältlich.

03/11 – 13

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


Trendscout

Suzusan

kUkUrU

14 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

TrEndScoUT

LEUCHTEN

„licht in haute couture gekleidet“: so bezeichnet

das label suzusan die Kreationen von

hiroyuki Murase, der seine leuchten – wie

die tischleuchte „Kuru“ – in der traditionellen

japanischen shibori-textilveredelungstechnik

fertigt, bei der Muster, strukturen und

farbkontraste sichtbar werden.

David Trubridge

koUra

Foscarini

cHoUcHin

Pur und suggestiv: „couchin“

verweist auf die traditionellen

lampions aus Japan. Die französische

Designerin ionna Vautrin

hat sie zeitgemäß interpretiert.

Moooi

PoSiTion

gut positioniert: Diese stehleuchte von Moooi

(Design: rOOMs) vereint ungewöhnliches Material

mit klassischer Optik und funktionalität.

aus massivem ahornholz gefertigt, gibt sie

ein warmes licht und kann nach individuellem

wunsch exakt eingestellt und ausgerichtet

werden – auch als wandleuchte erhältlich.

Aqua Creations

PaLM TrEE

strandatmosphäre fürs heim bietet die

verspielte leuchte „Palm tree“ (Design:

ayala serfaty) mit ihren anmutig stilisier -

ten zweigen aus gebogenen Metallrohren

und handge fertigten stoffschirmen.

in der Maori-sprache bezeichnet „Koura“ eine

spezielle art von süßwassershrimps. Die geflochtenen

fallen, mit derer diese gefangen

werden, dienten David trubridge als inspirationsquelle

für die struktur seiner leuchte.

Ingo Maurer

JoHnnY B. BUTTErfLY

so much there is to see: grazil anmutende

schmetterlinge – handgefertigt – sind bei

dieser leuchte fest mit einem blendring

aus teflon verbunden, der sich sanft um das

leuchtmittel legt und dem gesamten Korpus

eine ausgesprochene leichtigkeit verleiht.


Design Peter J. Lassen

montana.dk /film/cars


FEATURE

Lohn DesWachstums

16 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

Von Klaus hofmeister

Kann wachstum der sinn des lebens sein? Das

scheint auf den ersten blick paradox – zumal in

der heutigen zeit. und doch ist es so.

illustration: suvaporn Photjananuwat


Klaus hofmeister

(Jahrgang 1960) ist

katholischer theo -

loge und Journalist.

er arbeitet als redakteur

für Kirche

und religion beim

hessischen rundfunk

in frankfurt und

moderiert dort bei

hr1 die sendung

„start am sonntag“.

„Du bist aber groß geworden!“ Fast immer hat mich meine

Großmutter mit diesen Worten begrüßt, wenn wir uns

eine Zeit lang nicht gesehen hatten. Und jedes Mal war

ich glücklich, das zu hören. Natürlich: Was will ein acht-,

neun-, zehnjähriges Kind anderes, als größer werden,

wachsen? Und immer ging es bei diesen Besuchen dann

zu diesem Schlafzimmerschrank, wo die Oma das Wachstum

ihrer Enkel, also auch meines, verzeichnete. Auf der

Innenseite der Schranktür waren viele Striche und Daten.

Nun hieß es: „Gerade hinstellen!“, und der neue Strich,

deutlich über dem letzten, war meine ganze Seligkeit.

Wachsen wollen, groß werden: Das ist ein urtümliches

Streben. Nicht klein bleiben, nicht zurückbleiben. Mit

dem Wachsenwollen teilen wir das Gesetz alles Lebendigen,

der gesamten belebten Natur. Leben ist Wachsen.

Mit 20 gilt der Mensch biologisch als „ausgewachsen“.

Und er sollte schleunigst weg von zu Hause und eigenen

Lebensraum entdecken. Denn: „Nichts gedeiht im Schatten

großer Bäume“ sagt das Sprichwort. Oft sind unsere

Eltern Bäume, die wohltuenden Schatten spenden, aber

wenn wir zu lange unter ihrem Schutz ausharren, können

sie uns auch das Licht und die Luft für die eigene

Entwicklung nehmen.

Die Grundstrukturen der Persönlichkeit sind in den

ersten zwei Lebensjahrzehnten festgelegt. Das Persönlichkeitswachstum

aber steht noch am Anfang. Denn

was einer aus seiner „Erbschaft“ macht, aus den Samenkörnern

seiner Gaben und Grenzen, ist ganz offen. Reibt

sich einer zeitlebens an seinen Defiziten wund oder

wächst er darüber hinaus und gelangt zu neuen Ufern?

Hängt er irrealen Ideen nach, oder schaut er auf die

Realität seiner Möglichkeiten hier und jetzt? Zum Lebenszyklus

gehört nicht nur das Wachsen, Blühen, Reifen

und Fruchtbringen, sondern auch das Vergehen. Es

dürfte bis zum letzten Atemzug die herausforderndste

Wachstumsaufgabe des Menschen bleiben, diesen Lebenszyklus

in allen seinen Phasen zu bejahen.

Sie zu durchleben ist heute schwieriger denn je. Denn

unser Bewusstsein ist nicht mehr selbstverständlich

geprägt von den Wachstumszyklen der Natur, sondern

vom Wachstumsdenken der Wirtschaft, das ein „weniger“

nicht zu kennen scheint. Deshalb gibt es in diesem

System für die Alten und Schwachen, die Vergehenden

anscheinend auch keinen rechten Platz mehr.

Der Glaube an das stetige Wachstum ist seit gut zwei

Jahrhunderten das gesellschaftliche Leitbewusstsein.

Obwohl dieser Glaube inzwischen nicht mehr ungetrübt

ist, sollen dennoch Kapitalvermögen, Renten und die

ganze Volkswirtschaft immer weiter wachsen. Ja, wir

müssen es wohl sogar wollen, damit das System funktioniert.

Zugleich sehen wir die ökologischen Auswirkungen

und die Kehrseiten kapitalistischer „Wertschöpfungszusammenhänge“

so deutlich wie nie zuvor. Das Wirtschaftswachstum

und die technologische Entwicklung

kennen – anders als die Biologie – keinen Zustand des

Ausgewachsenseins, keine Grenze oder Sättigung. Im

Gegenteil: Wer auch nur stehen bleibt, fällt schon zurück.

„Es ist so, als ob man eine Rolltreppe, die nach unten

geht, hinaufläuft.“, so hat es der frühere Stuttgarter

Oberbürgermeister Manfred Rommel in ein Bild gefasst:

„Wer dort bleiben will, wo er ist, muss mindestens so

schnell sein wie die Rolltreppe. Wer vorankommen will,

muss schneller sein“. Dieses Gesetz der Wachstumsgesellschaft

kennt jeder, der darin agiert. „Was immer du

hast, du musst es entweder vermehren oder verlieren.“

sagte Henry Ford, einer der Pioniere der modernen Industriegesellschaft.

So ungemütlich es klingt: dieses Gesetz

scheint auch für das persönliche Wachstum zu gelten.

Selbstzufriedenheit führt zu Stillstand. Wer seine Talente

vergräbt, anstatt sie zu entwickeln, verliert am Ende

mehr, als er zu sichern meinte. Das sagt sogar Jesus in

einem bekannten Gleichnis der Bibel, der bekanntlich

kein Lehrer des Kapitalismus war … Auch Wachstum

braucht Maß und Grenzen. Denn die Auswüchse hemmungsloser

Wachstums-Ideologie erleben wir gerade

äußerst krass. Damit die Renditelinien steil nach oben

weisen, haben Finanzjongleure immer luftiger agiert.

Am Ende basierte die ganze Wachstumsillusion auf „Blasen“.

Einmal angestochen, kracht alles auf den harten

Boden der Realitäten. Und ökologisch sind die „Grenzen

des Wachstums“ mit der Klimakatastrophe inzwischen

für jeden spürbar.

„Wir müssen lernen, den Wachstumsbegriff für das

21. Jahrhundert neu zu definieren“, sagt Bundeskanzlerin

Angela Merkel. Und sie meint damit nicht nur die

klassischen, ökonomischen Wachstumsgrößen, sondern

ein Wachstum, das nachhaltigen Wohlstand sichert.

Denn zurzeit überlassen wir einen großen Teil der Kosten

unseres Wachstums einfach unseren Kindern. Wir

müssen der „Ökonomie“ das „Öko“ zurückgeben, fordert

der kanadische Biologe und Träger des Alternativen

Nobelpreises, David Suzuki. Ob wir tatsächlich die Kraft

haben, die fälligen Korrekturen am System vorzunehmen,

ist fraglich. Der Philosoph Peter Sloterdijk hat seine

Skepsis so formuliert: „Die Menschen sind Zukunftsatheisten,

sie glauben nicht an das, was sie wissen.“

Die eigenen Grenzen im Blick haben und angepasst

handeln: Das ist ein Lernschritt, der im Persönlichkeits-

03/11 – 17

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


FEATURE

wachstum oft mit der Lebensmitte ansteht, ganz gewiss

aber an der Schwelle zum Alter. In der Jugend besteht

das Ziel darin, sich in der Welt einzurichten und etwas

zu erreichen, schreibt der Benediktiner und Glücksexperte

Anselm Grün. „Mit der Lebensmitte ändert sich das

Ziel. Es liegt nicht mehr auf dem Gipfel, sondern im Tal,

dort, wo der Aufstieg begann.“ Die biologische Lebenskurve

sinkt, wer seine psychologische Lebenskurve dem

nicht anpasst, wer krampfhaft an seinem Leben festhält,

schreibt Grün, dessen Bewusstsein steht in der Luft.

„Lebendig bleiben, reifen kann nur, wer das Gesetz des

Lebens annimmt, das sich auf den Tod als sein Ziel hinbewegt.“

Damit Menschen im Einklang mit den Bedingungen

der menschlichen Existenz leben, also den Tod

nicht ausklammern, haben die Religionen seit Jahrtausenden

Wege geistiger Bewusstseinserweiterung entwickelt.

Die Zugänge zu solchem spirituellen Persönlichkeitswachstum

werden heute langsam wiederentdeckt.

Auch psychologische Kurse zur Persönlichkeitsentwicklung

sind gefragt. Dort bekommt man Handwerkszeug

geliefert, um sein Leben möglichst „gedeihlich“, also

wachstumsfördernd zu gestalten. Dazu gehört etwa, auf

eine gesunde Art unabhängiger von anderen zu werden.

Wir sind nicht dazu geboren, um es allen Menschen

recht zu machen. Es geht darum, eigene Fähigkeiten zu

stärken, uns immer besser kennenzulernen und zu verstehen

und Kompetenzen für den Umgang mit Schwierigkeiten

und Krisen zu entwickeln.

Die Gesetze des Wachstums bleiben aber individuell,

denn jeder hat den Acker des eigenen Lebens, auf dem

er seine eigene Saat hegen und pflegen muss. Und jeder

hat den eigenen „Mist“, den er ebenso geduldig untermischen

muss, auf dass er zum Dünger werde, wie der

Mystiker Johannes Tauler aus dem 14. Jahrhundert einmal

formulierte. Wachstum kann man nicht erzwingen,

es passiert in seiner ganz eigenen Zeit. Der chinesische

Bambus, berichtet der Psychologe Andreas Knuf, „wächst

mehrere Jahre unsichtbar nur unter der Erde und schießt

dann viele Meter in die Höhe.“ Ähnlich verhält es sich

manchmal mit Wachstums- und Gesundungsprozessen.

„Daher ist es so wichtig,“ meint Knuf, „die Geduld nicht

zu verlieren und die Zuversicht auf eine positive Veränderung

zu behalten.“

Nach Phasen der Stabilität, der Sicherheit und Geborgenheit,

folgen wie aus heiterem Himmel Krisen. Es ergreift

uns eine seltsame Unruhe, weil der Rahmen des Gewordenen

nicht mehr passt, weil von der Seele her etwas wachsen

will. Wenn materielle Ziele erreicht sind, drängt von

innen her die Sinnfrage: Warum lebst du, wie du lebst,

warum bezahlst du diesen hohen Preis, lohnt es sich?

18 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

Solche Fragen sind ungemütlich, aber stets ein Zeichen

für Lebendigkeit und eine kommende Wachstumsphase.

Manchmal sind es auch äußere Erschütterungen, die

zum Anlass für Wachstumsschübe werden. Eine Trennung,

ein beruflicher Misserfolg, eine große Enttäuschung,

die den Boden unter den Füßen ins Wanken

bringt. Solche harten Wachstumsimpulse kennt man aus

dem Pflanzenwachstum. Das Wintergetreide kommt

schon im Herbst in den Boden und ist dann Frost und

Schnee ausgesetzt. Ohne diese harte Kur brächten die

Halme im Sommer nur spärlich Frucht. Wenn der Bauer

erst im Frühling aussät, muss er das Saatgut vorher,

notfalls künstlich, einem Kälteschock aussetzen. Man

nennt das „Vernalisation“. Im Rückblick sind Lebenskrisen

oft so ein Kälteschock, ohne den das Wachstum

der Persönlichkeit nicht in Gang gekommen wäre.

Es scheint ein geheimnisvolles Gesetz des „Stirb und

werde“ zu geben. Das Wachsen, die Liebe, das Fruchtbringen

für eine Idee, für ein Werk, eine Familie, für eine

große Aufgabe hat von einem bestimmten Punkt an den

Charakter der Hingabe. Selbstverwirklichung und positiv

verstandene Selbstaufgabe gehören zusammen. „Wenn

das Samenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt

es allein, wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“

heißt es in der Bibel. Und: „Wer sein Leben verliert, wird

es gewinnen.“ Buddhisten sagen, dass Wandlungen und

geistige Fortschritte einhergehen mit der Preisgabe von

„Anhaftungen“ an „egoistische Beweggründe“. Und der

französische Schriftsteller Antoine des Saint-Exupéry

hat geschrieben: „Du sollst nicht von dem leben, was

du empfängst, sondern von dem, was du gibst, denn

dadurch allein wirst du wachsen.“

Dieses Größere, auf das hin das Leben in seinem Wachstumsdrang

ausgerichtet ist, hat für jeden Menschen einen

anderen Namen. Es gilt, das individuelle Passwort für

den größeren Horizont seines Lebens zu entdecken, den

Schlüssel für das unverwechselbare Ich, das es wie meinen

Fingerabdruck nur einmal gibt. Jeder hat nicht austauschbare

Möglichkeiten, einen durch niemanden zu

ersetzenden eigenen Beitrag für dieses Leben. Die eigene

Lebensmelodie immer mehr „auszuspielen“ und die eigene

Lebensidee „auswachsen“ zu lassen, ist für den Wiener

Psychotherapeuten und Begründer der Existenzanalyse

Viktor Frankl der Sinn des Lebens und damit auch das Ziel

eines persönlichen Wachstums: „Jeder Mensch hat eine

eigene Berufung, im Leben etwas zu tun, was getan werden

muss. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe kann er weder

ersetzt werden, noch kann sein Leben wiederholt werden.

Und so ist die Aufgabe eines jeden ganz einmalig, ebenso

einmalig wie seine Möglichkeit, sie zu erfüllen.“


eisetipp

ExpEdition und

Entspannung

Hurtigruten­Reisen sind der Klassiker

unter den gehobenen Kreuzfahrten –

weil sie das ganz besondere Erlebnis

bieten.

der atem kondensiert in der klaren Luft. die wärmende Morgensonne

hüllt schroffe Felsformationen in ein sanftes Licht, während sich

der Luxusliner den Weg durch massive Eisschollen bahnt. Es sind

Mo mente wie dieser, die eine Reise mit der norwegischen Reederei

Hurtigruten zu einem authentischen Erlebnis machen.

seit 1893 verbinden die postschiffe der Hurtigruten (norwegisch für

„die schnelle Linie“) die orte der rund 2.700 Kilometer langen norwegischen

Westküste. Heute fahren die kombinierten Fracht­ und

Kreuzfahrtschiffe hauptsächlich zwischen Bergen und Kirkenes. dabei

passieren sie zahlreiche sehenswürdigkeiten – etwa den trollfjord

und den geirangerfjord.

Wer sich als passagier zu den unberührten Küsten von grönland,

spitzbergen oder der antarktis begibt, den erwartet eine Expeditionsseereise

zu atemberaubenden Landschaften, faszinierenden Kulturen

und einer außergewöhnlichen tierwelt. an Bord stehen ornithologen,

Biologen, Historiker oder geologen jederzeit für Fragen zur Verfügung

und begleiten die passagiere auf zahlreiche Landausflüge.

Eine Kreuzfahrt mit Hurtigruten hat deshalb immer auch den Charakter

einer Forschungsreise, allerdings ohne dabei die annehmlichkeiten

einer Kreuzfahrt vermissen zu lassen: Komfortabel ausgestattete

Kabinen, exquisite speisen, ein abwechslungsreiches unterhaltungs­

programm und zahlreiche Wellness­angebote machen den urlaub

komplett. und es bleiben unvergessliche Eindrücke und neue Erfahrungen,

die auch Jahre später nachwirken.

Angebot für CI-Leser

Mehr informationen zu den seereisen von Hurtigruten finden sie

unter www.hurtigruten.de. Exklusiv für Ci­Leser gibt es ein besonderes

angebot: Wenn sie sich für eine Hurtigruten­Reise entscheiden,

erhalten sie auf ausgewählten Routen ein Bordguthaben in Höhe von

800 norwegischen Kronen. das Buchungsformular finden sie unter

www.creative­inneneinrichter.de.

FAszInAtIon FotogrAFIe

Für Hobby­Fotografen bietet die Leica akademie auf einigen

Fahrten der Hurtigruten verschiedene Foto­Workshops. Einen

besseren Rahmen für das „schießen“ besonders schöner

Motive – etwa, wenn das nordlicht seine leuchtenden schleier

über den arktischen nachthimmel zieht – kann es wohl kaum

geben. diese und weitere angebote der Leica akademie

finden sie unter: www.leica-akademie.de

03/11 – 19

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


wohnen

Zusammen, was

zusammengehört!


familien sind starke einheiten, deren stärke im täglichen zusammenleben

wächst. entsprechend richten sie sich ihren tag ein, nicht nur sprichwörtlich:

Kreative interior-Konzepte zeigen, dass der gemeinsame alltag funktioniert –

und trotzdem genügend Platz für individuelles cocooning bleibt.

fotos: Michael Jungblut


wohnen

seite 20/21_ Vorne sport, hinten stille:

sofa „groundpiece“ von flexform (Design:

antonio citterio); Polsterhocker „bon-bon“

von softline (Design: flemming busk und

stephan b. hertzog).

oben_ Die flexible arbeitsküche. Küche:

sonderanfertigung vom creativen inneneinrichter

mit Korb „schaal op voet“ von

Piet hein eek; Kinderstuhl „lou lou ghost“

von Kartell (Design: Philippe starck); ess-

22 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

tischleuchte „light shade lamp“ von studio

Makkink & bey (Design: Droog Design); transparenter

stuhl „louis ghost“ von Kartell

(Design: Philippe starck); schreibtisch „home

Desk“, nussbaum furniert mit weißer Oberfläche,

von Vitra (Design: george nelson);

schreibtischstuhl „Kevi“ von engelbrechts

(Design: Jørgen rasmussen)

rechts_ wohn-Musik-lese-Koch-stelle für

die ganze bagage. Küche: sonderanfertigung

vom creativen inneneinrichter; esstisch von

Mobimex mit hängeleuchte „costanza“ von

luceplan (Design: Paolo rizzatto); goldene

Deckenleuchten „luxury“ von ingo Maurer

aus gold lackiertem Papier; Deckenbeleuchtung

„Duell“ von Modular; schlafsofa „Jon

edwards“ von interprofil und beistelltisch

„little friend“ von fritz hansen (Design:

Kasper salto).


Als sich im 19. Jahrhundert die bürgerliche Wohnkultur

formte, war das vor allem eine Kultur der Trennung, die

sich vielfach bis in die Gegenwart gehalten hat, nach

dem Motto: Für jeden Lebensbereich einen eigenen

Raum und jedes Familienmitglied für sich. Gekocht wurde

in der Küche, gegessen im Speisezimmer, gearbeitet

wurde im Arbeitszimmer, während der Nachwuchs zum

Spielen ins Kinderzimmer verbannt wurde. Lediglich im

Wohnzimmer – der „guten Stube“ – lief man sich gelegentlich

über den Weg oder empfing Besuch. Zwar haben

visionäre Architekten wie Le Corbusier oder Mies van

der Rohe zu Beginn des 20. Jahrhunderts versucht, diese

Trennung aufzuheben, doch standen ihre Wohnwelten

mitunter im krassen Gegensatz zur üblichen Aufteilung

von Wohnungen und Häusern – oder waren schlicht

nicht finanzierbar.

Heute hat sich unser Lebensstil geändert. Wir sind in

vielerlei Hinsicht mobiler und flexibler geworden – und

stellen damit auch andere Anforderungen an unser

Wohnumfeld: „Die funktionale Trennung der Räume

wird in Zukunft einem verstärkten Bedürfnis nach

Flexibilität weichen“, meint der Soziologe Hartmut

Häussermann von der Humboldt-Universität zu Berlin.

03/11 – 23

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


wohnen

Gerade für Familien sollte deshalb im täglichen Leben

wieder zusammenwachsen, was zusammengehört. Dies

gelingt etwa durch offene Grundrisse. So wird aus Küche,

Ess- und Wohnzimmer ein großer Lebensbereich für alle.

Genauso wichtig: Wie viel Platz räumen wir Kindern,

Arbeit oder Hobby ein – und wo? Da sind vor allem tragfähige

Einrichtungskonzepte gefragt. Mit professioneller

Hilfe, etwa durch den creativen inneneinrichter, entstehen

langfristige Lösungen, die einen harmonischen Ausgleich

zwischen gemeinsamen und individuellen Wohnzonen

für alle Familienmitglieder herstellen.

24 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

naturgemütlich: grüner stuhl „sparkling“

von Magis (Design: Marcel wanders); bank

„be03 Miwa“ und tisch „ta04 bigfoot“

von e15 (Design beide: Philipp Mainzer)

mit hängeleuchte „costanza“ von luceplan

(Design: Paolo rizzatto); ledersessel

„Marconi armchair“ von linteloo (Design:

linteloo lab); stuhl „steelwood“ von Magis

(Design: ronan & erwan bouroullec).


Line Sideboardsystem. Besinnung auf das Wesentliche.


wohnen

01

02

03

04

01_ robUst „VP Kids“ von Montana

(Design: Verner Panton), handgeflochten,

stapelbar – für drinnen und draußen

geeignet

02_ wUnderKiste(n) tisch und bank

„wonder box“ von richard lampert

(Design: Monica förster), MDf lackiert

03_ sitzsacKstUhL „helgo small“ von

hay (Design: anne heinsvig und christian

uldall), aus strapazierfähigem, schmutzabweisendem

Markisenstoff

04_ Für die KLeinen KÖnige „reiet“

von Magis (Design: Javier Mariscal)

26 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

sitz-, spiel- und arbeitswiese auf

zwei ebenen:

aUF der eMPore_ grüner freischwinger

„s 43 K“ für Kinder, verchromtes rundrohrgestell

mit sitz und rückenteil aus formsperrholz,

von thonet (Design: Mart stam);

Kinderdrehstuhl „turtle“, weiß lackiert mit

verstellbarer sitzhöhe (Design: Peter horn),

Kinderschreibtisch „eiermann“ mit höhenverstellbarer

Platte in Melamin weiß mit

eichekante und weißem gestell (Design:

egon eiermann) und Kindercontainer „fixx“

mit geheimfach, birkensperrholz weiß

beschichtet (Design: Peter horn) – alle drei

von richard lampert; schreibtischleuchte

„tolomeo tavolo Mini“ von artemide (Design:

Michele De lucchi).

Unten_ sofa „njoy“ von linteloo (Design:

Jan des bouvrie); schaukelpferd „rocker“ von

richard lampert mit geölten eichenholzkufen

und Korpus aus recyclebarem Kunststoff

(Design: Doshi levien); sesselstuhl „Organic

highback“ von Vitra (Design: charles eames

und eero saarinen); illuminiert von der

stehleuchte „staande draadlamp“ von Piet

hein eek.


wohnen

extra

Kinder Kochen KoLossaL

Kinder lieben fast food – leon zeigt, wie sich fast

food und bewusste ernährung optimal verbinden

lassen. Die schnellen rezepte bieten leckere inspi rationen

für jede gelegenheit. ein Kochbuch mit Kultfaktor

für groß und Klein, für fortgeschrittene und

kulinarische abenteurer.

Leon: natürLich Fast Food

henry Dimbleby, John Vincent (hg.)

308 seiten, 29,99 euro

Dumont buchverlag

Dieses buch macht aus kochbegeisterten Kids im

handumdrehen wahre Meisterköche. anhand 50 vielseitiger

gerichte werden alle fertigkeiten erlernt,

die man in der Küche braucht: vom traditio nellen

brat hähnchen oder Käsekuchen bis zu inter nationa -

lem essen wie falafel oder brownies. Jedes rezept

ent hält übersichtliche schritt-für-schritt-an leitungen

sowie eine zutaten- und utensilienliste.

KochschULe Für Kids

Katharine ibbs

128 seiten, 14,90 euro

Dorling Kindersley Verlag

wer seine Kinder gesund ernähren will, steht vor so

mancher herausforderung. Kinder wollen einfache,

leckere sattmacher, aber sie brauchen ausgewogene

nährstoffe. wie die erwachsenen diesen permanen ten

spagat gelassen hinbekommen, zeigen die 99 einfachen

und originellen rezepte: gesund, schnell und leicht zu

machen. lecker!

hoMeMade: 99 LiebLingsessen Für Kinder

regina schneider, birgit hackl

160 seiten, 19,95 euro

gerstenberg Verlag

lucinda scala Quinn stammt aus einer kochbegeisterten

italienischen familie und weiß aus erfahrung – Männer

essen anders als frauen. sie essen mehr, ständig und

leidenschaftlich. nie geht es ihnen schnell genug. sie

sind MaD hungrY! abhilfe bietet das speziell auf die

bedürfnisse großer und kleiner Männer abgestimmte

Kochbuch mit schnellen rezepten, bei denen selbst die

reste noch toll schmecken.

Mad hUngry

lucinda scala Quinn

288 seiten, 19,99 euro

h. f. ullmann Verlag

Macht appetit auf die welt – in diesem außergewöhnlichen

Kochbuch berichten Kinder aus allen teilen

der erde von ihrem land und ihrem alltag. Dreh- und

angelpunkt bilden je zwei leckere lieblingsgerichte.

sie sind für kleine Köche einfach nachzukochen: türkischer

Joghurt-Drink, chili con carne aus Mexiko oder

blaubeermuffins aus den usa.

sterneKÖche – Kinder aUs aLLer weLt

birgit hasselbusch

160 seiten, 15,95 euro

Mosaik Verlag

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design-insider

28 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


Fernando und Humberto Campana

Die Design-Exoten

ursrpüngliche natur und rastlose urbanität – zwischen diesen

beiden polen finden die brasilianischen Campana-brüder seit

über 20 Jahren Inspirationen für ihre möbel. mit südamerikanischem

Lifestyle und europäischer präzision prägen sie das

design der Gegenwart.

Es gibt Möbel, die sind eher dezent und passen sich in

jede Wohnumgebung ein, ganz so, als wären sie schon

immer da gewesen – und es gibt Möbel, die wie Skulpturen

im Raum wirken, an denen das Auge sofort haften

bleibt. So wie bei den Entwürfen von Fernando und

Humberto Campana. Was die beiden brasilianischen

Brüder in ihrem Studio in São Paulo erschaffen, verdient

mindestens die Umschreibung „Ganz schön gewagt“.

Aber eigentlich ist es vor allem eins: die Abkehr von

gewohnten Gestaltungsmustern.

Die Campanas experimentieren mit Farben, Formen und

Materialien und haben in den vergangenen beiden Jahrzehnten

zu einem unverwechselbaren Stil gefunden, der

die Grenzen zwischen Design, Kunst und Handwerk

aufbricht. Ihre Herangehensweise ist unbefangen und

manchmal von geradezu kindlicher Naivität geprägt. So

besteht ihr „Banquete Chair“ aus Kuscheltieren, die auf

einem Metallrahmen befestigt werden. Mit diesem Prinzip,

profanen Dingen neues Leben einzuhauchen und sie

in einen neuen Kontext zu stellen, orientieren sich die

Brüder an den Kunstwerken der Objets trouvés oder den

Ready-mades eines Marcel Duchamps aus dem frühen

20. Jahrhundert: „Wir geben einfachen Objekten und

Alltagsgegenständen ein neues Leben und eine neue

Spielart“, sagten die Brüder im Jahr 2009 anlässlich einer

großen Campana-Werkschau im Vitra Design Museum.

Die Ideen für ihre Arbeit finden die Campanas in ihrer

Heimat: in der schillernden Natur und auf den Straßen

der Metropole São Paulo, Brasiliens größter Stadt. Sie

verbinden die Unberührtheit mit rastloser Urbanität und

„Hand-made High-tech“

finden dort Schönes und Hässliches ebenso wie Edles

und scheinbar Unbrauchbares. Kennzeichnend für den

typischen Campana-Stil ist die Verwendung einfacher

Materialien: schlichte Baumwollseile, Plastikschläuche,

Filzstücke oder zusammengesetzte Holzreste wie bei

dem imposanten „Favela-Chair“. Er ist eine Hommage an

die Bewohner der brasilianischen Armenviertel, die es

verstehen, aus der Not eine kreative Tugend zu machen.

Fernando und Humberto wollen vor allem die brasilianische

Identität in all ihren Facetten und Widersprüchen

darstellen: „Man muss die Schönheit dort entdecken, wo

sie nicht existiert“, umschrieb Fernando Campana in

einem Interview den Antrieb ihres Schaffens. Das hat viel

mit Emotionen, Spontaneität und Assoziation zu tun,

weniger mit ausgeklügelten Verfahrenstechniken. Trotzdem

verschmelzen sie in ihrer Arbeit brasilianische Improvisationskunst

und Lebendigkeit mit europäischer

Perfektion. Anders hätten sie wohl auch kaum so erfolgreich

werden können. Schließlich sollten die Möbel bei

allem künstlerischen Anspruch auch einen Gebrauchswert

haben. Unter der wild-chaotischen Oberfläche eines

Campana-Möbels befindet sich ein sehr funktionaler Kern.

Über den Nutzwert spricht das Design-Duo allerdings

nur gelegentlich, was in dieser Branche doch eher selten

ist. Das mag daran liegen, dass die Brüder Autodidakten

ohne klassische Designausbildung sind. Fernando – Jahrgang

1961 – studierte Architektur und tat sich am Ende

03/11 – 29

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


design-insider

03

seines Studiums mit seinem acht Jahre älteren Bruder

Humberto zusammen, der zwar einen grundsoliden

Jura-Abschluss hatte, aber schon längere Zeit als Künstler

tätig war. Das italienische Label Edra machte sie in

Europa bekannt. 1998 debütieren sie auf der Mailänder

Möbelmesse mit dem Sessel „Vermelha“, dessen Aluminiumgestell

mit roten Seilschlaufen bespannt war. Die

Wirkung: provisorisch, roh und unfertig. Das gefiel nicht

jedem, aber es fiel jedem auf und festigte den Ruf von

Fernando und Humberto als Design-Exoten. In diesem

Selbstverständnis folgen viele weitere Möbel, die

in Klein- und Kleinstserien hergestellt werden.

Bis heute verzichten die Brüder übrigens auf jegliche

Gestaltungssoftware. Ideen wachsen organisch und

werden mit handwerklicher Präzision in Prototypen im

30 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

01

04

02

01_ desiGn-seleÇÃo do brasil

Humberto (li.) und Fernando Campana (re.)

02_ campana effektvoll-reflektierend:

180 verschieden geschnittene Formen

aus eloxiertem aluminium machen aus

„Campana“ (portugiesisch für Glocke)

ein faszinierendes Leuchtobjekt.

03_ vermelha chair außerordentlich

anschmiegsam: rund 500 meter spezialseil

werden manuell auf ein stahlgestell drapiert.

so entsteht ein zufälliges Geflecht –

und eine originelle polsterstruktur.

04_ favela chair Für edra 2003 ent -

worfen und jetzt schon ein klassiker: der

sessel „Favela“ aus scheinbar willkürlich

angeordneten Holzstücken ist eine Hommage

an die bewohner der brasilianischen

armenviertel.

Maßstab 1:1 umgesetzt – ein Verfahren, dass Fernando

Campana nicht ohne Stolz „Hand-made High-tech“

nennt. Ebenso sucht man rechte Winkel in ihrem Werk

fast vergebens. Das haben sie mit dem großen brasilianischen

Architekten Oscar Niemeyer gemein, der die Campanas

stark beeinflusst hat. 1996 schrieb Niemeyer in

seinem Buch „Paroles d‘Architecte“: „ Der rechte Winkel

zieht mich nicht an. Was mich anzieht, ist die freie und

sinnliche Kurve, die ich in den Bergen meines Landes

finde, im mäandernden Lauf seiner Flüsse, in den Wolken

des Himmels, im Leib der geliebten Frau. Das ganze

Universum ist aus Kurven gemacht.“ Fernando und

Humberto Campana tragen mit ihren Entwürfen dazu

bei, dass das auch so bleibt.


Toot Sofa von Cassina by Piero Lissoni. Vor allem Design.

Die eleganten einfachen Linien von Lissoni treffen auf die Handwerkskunst der Meister von

Cassina und vereinen sich in Toot. Ein Sofasystem mit Aluminiumgestell, Daunenpolsterung

und einer tiefen Sitzfläche, wodurch individuelle Sitzpositionen aller Art ermöglicht

werden. Mit oder ohne Armlehnen, offen und ohne Rückenlehne oder ganz geschlossen

mit Kissen wie ein Nest. Um sich überall und jederzeit wohl zu fühlen. cassina.com

www.cassina.com


offi ce

32 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


meetInG und konFerenz

Von Ganz kLeIn

bIs Ganz Gross

„nichts ist schwieriger und darum

wertvoller als die Fähigkeit zu entscheiden“,

wusste schon napoleon.

das ist heute immer noch so. Für

unternehmen kommt es deshalb

verstärkt darauf an, orte zu schaffen,

in denen Ideen entwickelt und

tragfähige entscheidungen getroffen

werden können. neben der richtigen

möblierung sind zunehmend flexible

raumkonzepte für verschiedene ansprüche

gefragt.

Das Miteinander verschiedener Kommunikations- und

Informationstechnologien hat unsere Arbeitswelt in

vielerlei Hinsicht effizienter und produktiver gemacht.

Die Selbstverständlichkeit, mit der wir heute E-Mail,

Internet, Smartphone und Co. benutzen, versetzt uns in

Momenten der Ruhe manchmal selbst in Erstaunen.

Gleichwohl gilt: Das persönliche Gespräch – von Angesicht

zu Angesicht – ist oft durch nichts zu ersetzen.

„Nur“ arbeiten könnte man vielleicht auch anderswo,

aber als Ort der Kommunikation, an dem Informationen

ausgetauscht, Ideen entwickelt und Entscheidungen

getroffen werden, ist die „Organisationsform Büro“ unentbehrlich.

KommuniKation positiv beeinflussen

Unternehmer stehen vor der Aufgabe, wie sie diesen

gewünschten Kommunikationsfluss positiv beeinflussen

können. Dafür ist es wichtig, die Orte aufzuspüren,

an denen Gespräche stattfinden und genau dort eine

unterstützende Atmosphäre zu schaffen. Wo diese Orte

sind, variiert je nach Größe und räumlicher Struktur des

Unternehmens. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang

ist die Erkenntnis, dass viele große Entscheidungen

und Ideen auf informeller Ebene entstehen oder

vorbereitet werden. Genauso wird auch die offizielle

Meeting-Kulisse gebraucht, etwa für Zusammenkünfte,

Tagungen oder Konferenzen. Entsprechend sollte es

unterschiedliche und – wo es geht – dem Bedarf anpassbare

Kommunikationsorte geben, die graduell je nach

Nutzungszweck informell und/oder offiziell gestaltet

sind.


03/11–33

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


office

Zwischen informell und offiZiell

Ganz klein und fast immer informell sind die Bereiche in

der Nähe von Flur, Kopierer oder Kaffeeautomat. Mehr

oder weniger separiert vom normalen Arbeitsbetrieb

kommt es hier fast in jedem Unternehmen immer wieder

nicht nur zu Plaudereinen über „Gott und die Welt“,

sondern auch zum ungezwungenen Meinungs- und

Gedankenaustausch über wichtige Unternehmensentwicklungen.

Warum also nicht diesen Prozess aktiv unterstützen

– indem man ihm mit der entsprechenden

Einrichtung einen stimmigen Raum gibt?

Eine Art Zwischenform sind definierte, etwas größere

Zonen für Gespräche in der Nähe des Arbeitsplatzes –

etwa durch halb separierte Räume, die aber situationsund

gesprächsabhängig auch vollständig abgetrennt

werden können. Hierbei sollte neben der Frage nach der

adäquaten Einrichtung, gleichzeitig über passende

schallabsorbierende Akustikelemente nachgedacht

werden, damit andere Mitarbeiter so wenig wie möglich

von ihrer Arbeit abgelenkt sind.

Der klassische Konferenzraum für das große Meeting

gehört in den meisten Unternehmen zum Standard. Weil

hier auch Kunden und Geschäftspartner empfangen

werden, sollte die Ausstattung entsprechend repräsentativ

sein. Für Videokonferenzen oder Präsentationen

Gut besprochen: mit unterschiedlich

großen konferenz- und besprechungszonen

entstehen produktive Gesprächsinseln,

die je nach anlass oder erscheinungsbild

des unternehmens optisch

variieren können, ihren kommunikationszweck

aber jederzeit erfüllen.

34 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


Formensprache Starke Lösungen sprechen für sich selbst –

USM Möbelbausysteme formulieren ausserdem

die Haltung einer Arbeitsweise.

Fragen Sie nach detaillierten Unterlagen oder besuchen Sie unsere Showrooms.

Deutschland: USM U. Schärer Söhne GmbH, D-77815 Bühl, Tel. +49 72 23 80 94 0, info@usm.com

Schweiz: USM U. Schärer Söhne AG, CH-3110 Münsingen, Tel. +41 31 720 72 72, info@usm.com

Showrooms: Berlin, Bern, Düsseldorf, Hamburg, New York, Paris, Tokio

www.usm.com


office

ist zudem auch die Wahl der richtigen Medienmöbel von

Bedeutung. Viele Hersteller bieten Systeme der Me dien-

integration an, die Technik, Kabel und Anschlüsse dis kret

verschwinden lassen. Und warum sollte der Konferenz-

raum nicht auch flexibel genutzt werden können – Stich-

wort: Flächeneffizenz. Mit Raumteilern, Gleittüren und

verschiebbaren Wandelementen ist das kein Problem. So

wird schnell und unkompliziert aus groß wieder klein –

und umgekehrt.

36 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

„flurfunK“: kleine Gesprächszonen

sind mit minimalem aufwand – und

fast überall – umsetzbar. Im großen

bild unterstützt das Vitra-sofa „alkove“

(design: ronan & erwan bouroullec)

den informellen rückzug.

links: Inspiration office, dom publishers. mitte: other office,

Frame und birkhäuser. rechts: office architecture + design, braun.

Fotos: michael Jungblut

office

extra

spraCHerLeuCHtunG

die richtige atmosphäre lässt gute Gespräche entstehen.

Licht ist dabei viel mehr als „nice-to-have“: erst

durchdachte office-beleuchtungskonzepte sorgen auch

für den sprachlichen Feinschliff.

In konferenz-, meeting- und empfangsräumen wird diskutiert

und präsentiert. richtiges Licht erleichtert dabei

nicht nur die arbeit, sondern steigert auch die konzen-

trationsfähigkeit. problem: oft ist etwa das Verhältnis

von allgemein- und akzentbeleuchtung unausgewogen

oder einfach nicht flexibel genug. Wenn etwa beim

Wechsel von präsentation auf diskussion erst umständlich

an verschiedenen schaltern herumgedrückt werden

muss, ist das nicht nur zeitraubend, sondern unterbricht

auch den Gesprächsfluss. Lösung: ein flexibles Lichtmanagement-system,

das die möglichkeit bietet, zwischen

allgemein-, Vortrags- und präsentationsbeleuchtung zu

wechseln.

exemplarisch ist das dem ci-Haus popo aus bremen

gelungen. Für den bremer stammsitz des unternehmens

FIdes-treuhand hat das popo-team ein einrichtungskonzept

umgesetzt, das auch in punkto Licht

höchste ansprüche erfüllt – zum beispiel durch effiziente

beleuchtungslösungen von occhio und belux. aber

auch andere Hersteller wie nimbus, Flos, artemide,

Luceplan oder Ingo maurer bieten für unterschiedliche

ansprüche das passende Licht.


Fotos: michael Jungblut

01

02

01_ cosmic rotation riflessa

elegante deckenaufbauleuchte von artemide

(design: ross Lovegrove) – Leuchtkörper

aus lackiertem aluminium, diffusor

aus opalem spritzguss-metacrylat.

02_ pan am ceilinG Funktionale

deckenleuchte von serien.lighting

(design: benjamin Hopf und Constantin

Wortmann) mit voll beweglichem

Leuch tenkopf für wechselnde

beleuch tungsanforderungen.

allzeit gesprächsbereit: Für meeting- und

konferenzräume wird die Frage nach der richtigen

beleuchtung immer wichtiger. das bedeutet

vor allem Flexibilität für verschiedene

situationen. die wandläufige Lichtleiste (linke

seite oberes bild) passt sich harmonisch in

die raumumgebung ein und sorgt für die

richtige akzentbeleuchtung. Indirektes raum-

und direktes arbeits- oder Leselicht spendet

hier die mehrfach prämierte pendelleuchte

„disk“ von belux. mit ihrer energiesparenden

bestückung entspricht sie außerdem den hohen

anforderungen des schweizer „minergiezertifikats“.

03/11 – 37

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


office extra

03

04

05

06

03_ led net

die Leuchten aus der Led-produktfamilie

von artemide (design: michele de Lucchi

und alberto nason) erzeugen elegante

Lichtstrukturen im raum.

04_ troaG

Hängeleuchtenserie aus warm gebogenem

mehrschichtholz von Foscarini (design: Luca

nichetto) – anmutig und linear.

05_ modul r 120

kraftvolle Led-pendelleuchte von nimbus

für den office-einsatz – mit satinierter

acryl-diffusorscheibe für blendfreies Licht.

06_ happy happy

Hängeleuchte von Luceplan (design:

Jan ejhed und aleksandra stratimirovic) –

für zuhause und büro geeignet.

38 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

dezente schlaglichter: die beleuchtungssysteme

von occhio sind modular aufgebaut

und stehen für einzigartige Lichtlösungen

im raum. die abbildungen demonstrieren

anschaulich, wie etwa durch pendelleuchten

und aufbaustrahler materialästhetik, Formensprache

und Lichtqualität eine nachhaltige

Gestaltungsliaison auf höchstem niveau

eingehen.


Fotos: michael Jungblut

interview

„Gutes licht fÜhlt

sich Gut an“

Im Gespräch: Axel Meise, Geschäftsführer

und Designer des Leuchtenherstellers Occhio.

Herr Meise, woher stammt Ihre

Leidenschaft für Licht?

Der Umgang mit dem Medium fasziniert

mich schon immer. Mit Licht nehmen wir unsere

Umwelt wahr, und können sie gleichzeitig

aktiv gestalten. Dabei hat Licht eine hohe

emotionale Komponente: Gutes Licht fühlt

sich einfach gut an!

Wenn Sie einen Raum betreten. Achten Sie

dann zuerst auf die Beleuchtung?

Natürlich. Das macht übrigens jeder, bewusst

oder unbewusst. Ich stelle immer wieder

fest, wie wichtig das gekonnte Zusammenspiel

von Licht und Architektur für das Raumerlebnis

ist.

Inwiefern kann die Beleuchtung die Entwicklung

eines Gespräches beeinflussen?

Für jede Form der Kommunikation ist das

emotionale „setting“ wichtig, und dazu trägt

die Beleuchtung entscheidend bei. Ich glaube

fest an die Kraft, die im Licht steckt.

Gerade in Büros und Konferenzräumen

hieß es lange Zeit „Hauptsache hell“.

Ist das immer noch so?

Darunter leiden Millionen von Menschen,

wertvolle Produktivität wird verschenkt. Inzwischen

ist nachgewiesen, dass das Auge

Abwechslung braucht. Hell-Dunkel-Zonen,

ein Mix zwischen gerichtetem und diffusem

Licht, und insbesondere die Möglichkeit der

Einflussnahme des Einzelnen sind enorm

wichtig und können Menschen auch am Arbeitsplatz

extrem positiv beeinflussen.

Das komplette Interview mit Axel Meise

finden Sie im CI­Portal:

www.creative­inneneinrichter.de

03/11 – 39

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


story

GeFanGene

der Möglichkeiten

Illustration: suvaporn photjananuwat

40 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

Von Florian schroeder

Copyright © 2011 by rowohlt Verlag GmbH,

reinbek bei Hamburg

An einem kalten Novembermorgen laufe ich in eine

Starbucks-Filiale. Nur kurz, für einen schnellen Kaffee.

So schnell, wie ich gern eine Tasse hätte, geht es hier

aber nicht. Im Coffee-Shop stehen einfach zu viele nervöse,

koffeingeile Leute. Gerade will ich schreien: „Mehr

Personal!“, da erkenne ich den Sinn des Schlangestehens:

Nur durch sehr langes Anstehen in sehr langen

Reihen kann ich die sehr lange Getränkekarte wirklich

so eingehend studieren, dass ich anschließend professionell

bestellen kann. Im Moment stehen noch fünf

Kunden vor mir. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt:

Wird es mir gelingen, die gesamte Karte gelesen – und

vor allem verstanden – zu haben, bevor ich an der Reihe

bin? Ich bin ein bisschen aufgeregt.

Sämtliche Getränke gibt es hier in tall, grande und venti.

Das soll klein, mittel und groß heißen. Tall ist Englisch

und bedeutet groß, der Becher ist aber der kleinste von

allen. Grande ist spanisch und bedeutet ebenfalls groß,

wenn ich den bestelle, bekomme ich aber nur einen

mittelgroßen Becher. Venti ist italienisch und heißt

zwanzig, klingt irgendwie klein, ist aber der größte Becher,

also tall und grande in einem. Auf Englisch (tall),

Spanisch (grande) oder Italienisch (venti) könnte ich also

Filterkaffee (deutsch), Caffè Latte (italienisch), Cappuccino

(auch italienisch) und Espresso (original italienisch)

bestellen. Hinzu kommen Caramel macchiato. Caramel –

ist das arabisch? Dann gibt es noch Chocolate Mocha

(mit dunkler Schokolade), White Chocolate Mocha (mit

weißer Schokolade) und Vanilla Latte (ganz ohne Schokolade,

dafür aber mit Vanillesirup).

Es sind nur noch drei Kunden vor mir. So schnell, wie die

hier alle bestellen, sind die sicher Profis. Kann man das?

Hier Profi werden? Und was muss ich dafür tun? Abends

im Bett die Karte auswendig lernen, wie für den Vokabeltest

in der Schule? Oder einfach immer das Gleiche bestellen?

So wie die meisten Großstadtbewohner, die

stets allen erzählen, dass sie in Berlin, Hamburg oder

München wohnen wegen der großen Auswahl: der geradezu

unglaublichen Auswahl an Restaurants, Museen,

Theatern, Clubs und Szenen. Nutzen tun sie sie zwar

nicht –, außer den Stammitaliener um die Ecke –, aber

sie könnten, wenn sie wollten. Und darum geht es doch:

Möglichkeiten zu haben. Zu können, wenn man wollte.

Aber wollen wir noch? Je mehr Möglichkeiten, je größer

die Wahl, desto verlorener komme ich mir manchmal

vor. Aber wenn ich mich im Coffee-Shop schon nicht

entscheiden kann zwischen tall und grande und venti,

zwischen Macchiato und Mocha und Vanilla – wie soll

ich dann jemals mein Leben auf die Reihe kriegen?

Ich bin inzwischen ziemlich gestresst und überfliege

hastig die Karte. Hinter dem Kaffee folgt die Abteilung

„Chocolate and Tea“. Da steht Premium Hot Chocolate.

Das ist wohl supergute heiße Schokolade. Gibt es dann

auch mittelmäßige und schlechte heiße Schokolade?

Und heißt die schlechteste dann Premium auf Italienisch

und die mittelmäßige Premium auf Spanisch? Und

überhaupt: Kann ich mich hier bewerben, als Kaffeenamen-Erfinder?

Wie auch immer – Hauptsache Premium.

Ein Superlativ. Das passt zu mir. Ich liebe Superlative.

Bin ich von etwas angetan, dann finde ich es gleich „sensationell“,

„abgefahren“ und „fett“. Was will man auch

erwarten, wenn man seit Kindertagen zugedröhnt wird

mit dem besten Mix und den größten Superhits aller

Zeiten? Alles auf einmal – und das gleich doppelt. Das ist

doppelt Premium. Das liebe ich. Nur noch ein Teenie vor

mir. Wie bei den meisten 15-Jährigen heute kann ich

nicht genau sagen, ob es auf dem Weg zu einem Mann

oder zu einer Frau ist. Es bestellt jedenfalls ganz cool

einen „Grande Chai Tea Latte to go“. Korrekte Aussprache

des Getränks, korrekte Größenangabe und vor allem mit

der klaren Ansage: zum Mitnehmen.


„offen für alles und

nicht ganz dicht.“

erschienen bei rororo.

240 seiten, 9,99 euro.

florian schroeder,

geboren 1979 in

Lörrach, studierte

philosophie und Germanistik

in Freiburg.

seit 2006 lebt der

kabarettist und

rundfunk-/tV-moderator

in berlin.

In seinem bühnenprogramm

„du willst

es doch auch!“, bietet

er eine mischung

aus parodien, politischem

kabarett

und intelligentem

nonsens.

„Venti Strawberry Cream

Frappuccino to go“

Das schaffe ich nie. Ich werde spicken müssen. Beim

Bestellen werde ich stets die Karte über der Verkäuferin

anstarren und stammeln. Wie ein schlechter Fernsehmoderator,

der ständig auf die Pappen über der Kamera

guckt – nur nicht ins Gesicht der Zuschauer. Chai Tea

Latte werde ich garantiert nicht bestellen. Schon wegen

des Namens nicht. Chai ist das südasiatische Wort für

Tee. Tea ist das englische Wort für Tee. Wir trinken also

übersetzt eine Teeteemilch. Bald auch im Angebot: das

Cheese-Käsesandwich und das CarCarAuto. Alles auf

einmal und das auch noch abgefahren sensationell doppelt

– krassfett! Was soll ich bloß sagen, wenn ich meinen

Kaffee hier im Laden trinken will? „For here“? Oder

besser auf Deutsch: „Zum hier“? Oder lieber: „Für zum

hier“? Ich fange an, meine Bestellung zu üben. Ich brabble

sie halblaut vor mich hin, wie ein Schauspieler seinen

Text vor der Premiere. Die Leute um mich herum sehen

mich an wie einen, der gleich mit weit aufgerissenen

Augen und ausgebreiteten Armen ausruft: „Jesus lebt!

Und Elvis ist sein Bruder!“ Ich übe still weiter. Nach fast

zehn Minuten in der Schlange ist Showtime. Ich bin

überzeugt, selbstsicher und weiß, dass ich meinen Text

fließend beherrsche. Also sage ich: „Einen kleinen Kaffee,

bitte.“ Die Kassenkraft ruft schrill über die Schulter:

„Tall Coffee to go“.

To go? Wieso to go? Habe ich das gesagt? Ist hier alles

nur noch to go? Weil es schnell gehen muss? Oder will

sie mich loswerden, weil ich nicht korrekt bestellen

kann? Ich sage: „Nein, zum hier … äh, für zum hier!“

Aber es ist zu spät. Der Pappbecher hat seinen Weg unter

die Kaffeemaschine schon gefunden. Mit dem Becher in

der Hand falle ich erschöpft in einen leeren Ohrensessel

und schaue mich um. Die Möbel hier erinnern mich an

die Cafés meiner Kindheit. Damals gab es nur Oma-

Cafés. Wenn Oma nachmittags um drei derbe einen

draufmachen wollte und einen O-Saft springen ließ,

fand ich mich in Cafés mit einer Einrichtung wie dieser

hier ein. Oma verdrückte ein Stück Sahnetorte und bestellte

mir unaufgefordert drei. Im Oma-Café bediente

immer eine Oma oder wenigstens eine ältere Dame, die

kurz davor war, Oma zu werden. Zu ihrem Look gehörte

eine blumenbestickte Schürze und ein knielanger Rock.

Bestellte man bei ihr einen Cappuccino, bekam man einen

bitteren schwarzen Kaffee mit einer dicken Portion

Sprühsahne drauf. Italienische Wirte nennen das mit

großer Verachtung Cappuccino für „die Deutsche“. Warum

gibt’s den eigentlich nicht bei Starbucks? „Einen

Grande Grandma German Cappuccino to go!“

Neben meinem Starbucks-Oma-Ohrensessel stehen unbequeme

Holzstühle mit zu kleinen Holztischen davor.

Es ist ein unheimlicher Stilmix hier. Ziel der Innenarchitekten

war offenbar, zwischen die verratzten Oma-Café-

Sessel noch ein wenig zeitgemäße chillige Lounge-Atmo

zu bringen. Ein bisschen Oma und ein bisschen cool, ein

bisschen alt und ein bisschen neu. Beide Stile zusammen

wirken allerdings eher etwas hilflos. Im Grunde ist

der Möbel-Mix hier wie ich: von allem etwas und nix

richtig. Nur nicht festlegen. Auf den Kaffee nicht und

auch sonst auf nix. Mit dem Ergebnis: Lounge und Oma

passen einfach nicht zusammen. Wer geht schon in eine

Oma-Lounge?

Ein junger Anzugträger, der auch mit mir in der Schlange

stand, sucht offenbar Kontakt. Er hat sich mir gegenüber

in einen Sessel fallen lassen. Ich versuche ihn zu beobachten,

ohne ihn anzuschauen – er könnte meinen Blick

als Aufforderung zum Talk begreifen. Zu spät. „Also diese

Preise hier“, meckert er laut, als wären er und seine Anzugträger-Firma

nach einem Getränk pleite. „Und dieses

ewige Anstehen! Also sooo toll schmeckt der Kaffee ja

nun auch wieder nicht. Ich versteh diesen Hype, der um

diese Coffee-Shops gemacht wird, echt nicht!“ Er sagt

dann noch, dass man da doch vielleicht mal irgendwie

eigentlich echt was machen müsse. Das sind auch meine

Lieblingsworte: irgendwie, eigentlich, vielleicht. Das ist

die Sprache des Konjunktivs, die Sprache der unzähligen

Möglichkeiten, in der alles offen bleiben kann und soll.

Als ich den Laden verlasse, sehe ich aus dem Augenwinkel,

wie der Meckerprofi schon wieder in der Schlange

steht und in bestem Italo-Spanisch-Englisch einen „Venti

Strawberry Cream Frappuccino to go“ bestellt. Er ist

wie ich. Er beschwert sich lautstark über die herrschenden

Verhältnisse und will im nächsten Augenblick der

Erste, Schnellste und Beste in diesen Verhältnissen sein.

Hier in den Kaffeeketten spiegelt sich mein Leben: Es

soll alles geben, in allen Größen, mit Sirup und ohne,

fett, halbfett, fettarm, ganz ohne Fett. Aber wenn es

drauf ankommt, stehe ich hilflos vor der endlosen Auswahl

und wünsche mir Oma und eine Kellnerin mit

Blümchenschürze zurück.

03/11 – 41

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


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working essentials

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Entecken Sie

die Modularität

von USM.

42 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

aLLes bLeIbt

anders

Erfahren Sie mehr

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über feste Werte

rung. Dies gilt für das Private flexibler – Lösungen. wie auch in besonderem Maße für das Geschäftsleben. Sich wan -

hien, Ansprüche und Rahmenbedingungen stellen Arbeitsweisen kontinuierlich auf die Probe.

uen in flexible Systeme und feste Werte. Die USM Möbelbausysteme stehen seit über 45 Jahren für

alt. Höchste working Qualität der essentials

Materialien, Produktion in der Schweiz und zeitloses Design tragen diese

ges Produkt in einem weitreichenden Lebenszyklus.

on und Quelle Das verschiedener einzig Konstante Anwendungsformen ist die Veränderung. innerhalb Dies gilt der für USM das Private Systemwelt – wie sein. auch Sie in besonderem zeigt Maße für das Geschäftsleben. Sich wan -

rmittelt an delnde verschiedenen Arbeitswelten, Parametern ihre Philosophien, die Mehrwerte Ansprüche der USM und Möbelbausysteme Rahmenbedingungen im Kontext stellen zu -Arbeitsweisen

kontinuierlich auf die Probe.

Umso substanzieller wird das Vertrauen in flexible Systeme und feste Werte. Die USM Möbelbausysteme stehen seit über 45 Jahren für

Werte wie Modularität und Werterhalt. Höchste Qualität der Materialien, Produktion in der Schweiz und zeitloses Design tragen diese

Werte und formen ein zukunftsfähiges Produkt in einem weitreichenden Lebenszyklus.

Die Working Essentials soll Inspiration und Quelle verschiedener Anwendungsformen innerhalb der USM Systemwelt sein. Sie zeigt

exemplarische Lösungen auf und vermittelt an verschiedenen Parametern die Mehrwerte der USM Möbelbausysteme im Kontext zu -

Private – wie auch in besonderem Maße für das Geschäftsleben. Sich wan -

kunftsfähiger Arbeitswelten.

ahmenbedingungen stellen Arbeitsweisen kontinuierlich auf die Probe.

e und feste Werte. Die USM Möbelbausysteme stehen seit über 45 Jahren für

der Materialien, Produktion in der Schweiz und zeitloses Design tragen diese

eitreichenden Lebenszyklus.

dener Anwendungsformen innerhalb der USM Systemwelt sein. Sie zeigt

nen Parametern die Mehrwerte der USM Möbelbausysteme im Kontext zu -

büromöbel sollten auf wechselnde arbeitsanforderungen

reagieren können.

die modular aufgebauten systemmöbel

von usm zeigen, wie flexible Lösungen

planungssicherheit und damit einen

mehrwert für das unternehmen bieten.

USM Display | Als eine Art Unterneh- USM Inos | Ordnen, verstauen, gliedern,

menskultur ergänzt die USM Produkt - präsentieren – das USM Innenorgani sa -

linie Display die Präsentation nach tionssystem eröffnet vielfältige Mög lich - Modularität und Zeitlosigkeit als fundamentale Gestal-

innen und außen perfekt. Abgestimmt

auf individuelle Anforderungen lässt

das System sich in verschiedenen Aus -

keiten zur feingliedrigen Organisation

des USM Möbelbausystems Haller. CDund

DVD-Einsätze, Schrägfächer, Ein -

tungsgrundsätze, streng nach dem Prinzip „Form folgt

Funktion“. Es gibt nur wenige Möbelhersteller, die diese

el s | Ordnen,

führungen USM verstauen, Haller planen.

gliedern, Tisch | Weit Verchromte mehr als Tisch- ein sätze USM Kitos für Hängeregistraturen, | Als intelligentes Tischsystem

Buchstüt- Philosophie so konsequent verinnerlicht haben, wie das

eren SM – das

Raumtrennsystem.

USM beine Innenorgani und Zargen, sa eine Immer

- große wieder. Anzahl zen innerhalb oder Kastensets der USM Möbelbausysteme

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feingliedrigen wächst -größen Organisation

formen oder sich einen verändert, äußerst stabilen wachsen sys den oder tem komplexen Haller perfekt Anforderungen und funktionie- an hoch -

Label USM. Und weil gerade in der Arbeitswelt gilt, dass

Veränderung die einzige Konstante geworden ist, bietet

ne Möbelbausystems verändern Tisch auf Haller. Basis sich einer CD- die zeitlosen, möbel von linearen usm flexibel ren technisierte eben so selbstverständlich Arbeitsplätze gerecht für sich. zu USM Möbelbausysteme, Tische oder Displays, die sich

ktio- -Einsätze, mit. USM Konstruktion. Schrägfächer, Weil Haller alles Ein

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verchromte formal Nutzungsmög- und Kugel funktional aufein- USM werden. Haller Die Vielfalt Tisch | Verchromte seiner EinsatzmögTischer Hängeregistraturen, - ander bil lichkeiten det das abgestimmt zentrale machen Buchstüt-

Element den ist, USM lassen des Haller USMsich

möbelbeinelichkeiten und – Zargen, vom Konferenztisch eine große Anzahl bis zur

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e ergänzen kombinieren.

Verbindungen Ess-, das USM Arbeits- Möbelbau oder mit auch -

Systemrohren Sitzungstisch in – -größen prinzip. formen einen äußerst stabilen

aller perfekt

allen per fekt und

Raum mit funktionie-

dimensionen dem USM Möbelbausystem

zu, die eine Tisch auf Basis einer zeitlosen, linearen

so selbstverständlich

stabile Hallerund harmoniert. für sich.

in höchstem Maß funktio- Konstruktion. Vielfältige Nutzungsmög-

flexibel USM Kitos anpassen | Als intelligentes können Tischsystem und miteinander kombinierbar

innerhalb der USM Möbelbausysteme

sind. So wachsen auf der Basis weniger Elemente funktio-

ist es in besonderem Maße in der Lage,

nale den komplexen Bürolandschaften Anforderungen an und hoch komplette -

Heimarbeitsplätze,

die technisierte jederzeit Arbeitsplätze erweiter- gerecht oder zu umbaubar sind.

werden. Die Vielfalt seiner Einsatzmögnale

Struktur formen, in welche Ver - lichkeiten machen den USM Haller

er Tisch | Verchromte Tisch- USM Kitos | Als intelligentes Tischsystem

kleidungs- und Organisationselemente Tisch zu einem Allroundtalent, der – als

Zargen, eine große Anzahl innerhalb der USM Möbelbausysteme

eingesetzt werden können.

Ess-, Arbeits- oder auch Sitzungstisch –

ner Tischoberflächen und ist es in besonderem Maße in der Lage,

per fekt mit dem USM Möbelbausystem

rmen einen äußerst stabilen den komplexen Anforderungen an hoch -

Haller harmoniert.

asis einer zeitlosen, linearen technisierte Arbeitsplätze gerecht zu

lichkeiten – vom Konferenztisch bis zur 131

Das Stehbench Programm – ist Anspruch „Working und GrundEssentials“

zeigt in diesem Kontextprinzip.

konkrete Anwendungsformen und exemplarische

Lösungen innerhalb der USM-Systemwelt. Als essenzieller

Faktor offenbart sich auch hier die Konfigurierbarkeit

ion. Vielfältige Nutzungsmögmachen

den USM Haller

inem Allroundtalent, der – als

werden. Die Vielfalt seiner Einsatzmög131

lichkeiten – vom Konferenztisch bis zur

Stehbench – ist Anspruch und Grund-

in alle Richtungen, bei der es kein vorn und kein hinten,

weder Anfang noch Ende gibt – damit alles nach Bedarf

ts- oder auch Sitzungstisch – prinzip.

nutzbringend organisiert und flexibel re-organisiert wer-

it dem USM Möbelbausystem

rmoniert.

130

den kann. Je nachdem, in welche Richtung die Anforderungen

wachsen.


Fotos: usm

03/11 – 43

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


imm 2012

44 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

ausWeItunG der

WoHnzone

Vom 16. bis 22. Januar öffnet die

messe imm cologne ihre pforten und

weckt die pure Lust am Wohnen.

Die imm wirft ihre Schatten voraus. Schon jetzt sind viele

Beobachter überzeugt: Die Messe macht einen großen

Sprung nach vorn. Über 1.000 Aussteller aus mehr als

50 Ländern sind dabei und zeigen ihre neuen Konzepte

und Ideen.

Stärker denn je setzt die imm auf die erlebnisorientierte

Inszenierung der eigenen vier Wände und fragt nach der

Zukunft des Wohnens. Eine richtungsweisende Entwicklung

dürfte die Aufhebung der klassischen Grundrisse

sein. Devise: „Zonen, statt Zimmer“. In den Hallen 3 und

11 präsentieren die führenden Designlabels ihre Antworten.

Spannung pur verspricht auch das Messeformat

LivingInteriors. Hier dreht sich alles um die Themen

Möbel, Bad, Boden, Wand und Licht – stimmungsvoll

inszeniert zu einem kompletten Raumerlebnis.

Ein besonderes Highlight zeichnet sich schon im Vorfeld

ab: das Design-Event „Das Haus – Interiors on Stage“ –

eine 180 m2 große Bühne inmitten der Halle Pure Village,

gestaltet vom Londoner Duo Doshi Levien. Dort bauen

die beiden Avantgarde-Designer eine Wohnvision der

Zukunft, in der sie einen optischen und haptischen Eindruck

über das „Wohnen in Zonen“ als neue Basis des

gemeinsamen Zusammenlebens vermitteln.

Publikumstage vom 20. bis 22. Januar

Mehr Infos unter: www.imm-cologne.de

schmelztiegel der Inspiration: auf der

imm zeigen führende möbelhersteller,

wie essen und arbeiten, Familie

und Freunde, rückzugsmöglichkeiten

und Gemeinschaftserlebnisse zu zeitgemäßen

Wohnformen werden.


1069860 � 1099299 � 1092886 � 1085083 � 1106414 � 1020458 � 1084379 � 1106072 � 1109142 �

5100366 � 1022248 � 1070763 � 1103094 � 1127738 � 1109088 � 1131444 � 1106213 � 1096525 � 1103512 �

1096735 � 1074563 � 1105228 � 1091889 � 1115629 � 1078536 �

1060249 � 1106134 � 1116905 � 1018668 �

1104512 � 1084117 � 1126519 � 5100704 � 1120646 �

1091483 � 1059937 � 1106940 � 1121631 � 1066034 � 1013947 � 1132488 � 1059947 � 1105138 �

1114355 � 5100598 � 1075654 � 1037136 � 1127742 � 1111534 � 1124868 � 1116715 � 1116445 � 1076823 �

1126407 � 1106965 � 1109049 � 1000855 � 1105160 � 1000164 � 1116341 � 1054105 � 1119806 �

1103397 � 1104362 � 1109304 � 1097834 � 1127467 � 5100797 � 1116284 � 1036196 � 1106579 � 1059218 �

1079763 � 1115441 � 1114596 � 1080681 � 1052802 � 1121628 � 1106937 � 1106246 � 1045333 �

1119531 � 1086673 � 1027483 � 1080678 � 1085205 � 1106724 � 1119725 � 5100741 �

WWW.ARCHITONIC.COM

www.architonic.com/PRODUCT CODE

1089995 � 1105033 � 5100200 � 1030391 � 1090979 � 1129817 �


selected

a

b

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46 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

selected

Für den wachsenden Wunschzettel

oder einfach so: mit unseren ausgesuchten

design- und Lifestyle-Geschenkideen

– diesmal nach preisen

sortiert – bereiten sie anderen oder

sich selbst eine echte Freude.

d

c


03

02

geschenke bis

150 €

06

04 05

07

01

a_random liGht klassische Form,

imposante erscheinung – mit einer Höhe

von 205 cm erzeugt die fein gewebte

struktur der stehleuchte von moooi

(design: bertjan pot) magische momente,

und zwar ab ca. 1.300,– euro. (ci)

b_husK Hemmungslos fallen lassen:

patricia urquiola kreierte für b&b Italia

diese Wohlfühloase (wahlweise mit

kopfstütze) in diversen ausführungen

und Farben. preis ab ca. 2.130,– euro. (ci)

c_sideboard von montana passt sich

mit schlichter eleganz jeder räumlichkeit

an. die abgebildete Version kostet

ca. 3.200,– euro. (ci)

d_central klappbar, stabil und stilvoll

überzeugt Central von magis (design:

erwan und ronan bouroullec) als klassischer

bistrotisch für den Innen- und

außenbereich zum preis von ca. 560,–

euro. (ci)

01_alupen titan punktgenau: der massive

stylus von Just mobile trifft dank patentierter

Gummispitze problemlos jede stelle

von ipad und Co. zu einem preis von ca. 25,–

euro. (Fachhandel)

02_l’oiseau Hier piept’s wohl? ronan

und erwan bouroullec entwarfen für Vitra

diesen dekorativen Vogel aus ahornholz im

stil nordischer Volkskunst. mit den maßen

25 x 15,5 x 6,5 cm bereichert er Ihr Wohndesign

für ca. 95,– euro. (ci)

03_ watch me Für bunte zeiten sorgt die

Wanduhr von normann Copenhagen (design:

rasmus Gottliebsen) zum preis von ca. 40,–

euro. (ci)

04_fiG tree leave das raumspray von

L‘occitane zaubert mit feinen aromen ein

Hauch provence in Ihr Heim. den duft erhalten

sie zum preis von ca. 16,– euro, die

pumpe für ca. 7,– euro. (Fachhandel)

05_Gourmet Getaway lunch tote

die farbenfrohe provianttasche von built isoliert

bis zu vier stunden und ist in diversen

Farb- und mustervariationen ab ca. 25,– euro

zu haben. (ci/klein & more)

06_QuacK designerin maria berntsen

kreierte diese außergewöhnliche thermoskanne

für Georg Jensen. sie kombiniert

hohen Funktionswert mit guter Laune für

einen preis von ca. 80,– euro. (Fachhandel)

07_coJin delphin 2 das kissen aus der

Gan-serie von sandra Figuerola für Gandia

blasco/Gan ruGs zaubert mit fantastischen

mustern in schwarzen und roten tönen eine

ganz besondere atmosphäre. zurücklehnen

und genießen ab 110,– euro (60 x 60 cm). (ci)

03/11 – 47

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


selected

05

01

geschenke bis

800 €

48 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

geschenke bis

350 €

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11

10

01_liGhtscape m zart wie papier präsentiert

sich die Vase von nymphenburg (design:

ruth Gurvich) aus der gleichnamigen porzellanserie.

Im kontrast zum feinen material

steht die grob gezackte Form. erhältlich in unterschiedlichen

Größen ab ca. 300,– euro. (ci)

02_eames house bird Im Haus von

Charles und ray eames sind viele objekte zu

finden, die die beiden designer von ihren

reisen mitbrachten. so auch eine schwarze

Holz-Vogelfigur (28 cm x 28 cm x 9 cm).

Vitra reproduziert sie aus massivem erlenholz

für ca. 150,– euro. (ci)

03_dyson hot Warm ums Herz – der

dyson-Heizlüfter sorgt für schnelle raumerwärmung.

und das ohne rotorflügel und

sichtbare Heizelemente. Ca. 350,– euro. (ci)

04_uKiyo Flott bekleidet: beim morosotischchen

(design: tomita kazuhiko) ergibt

traditioneller kimono-stoff formgepresst

mit polyesterharz eine tolle abstellfläche.

ab ca. 240,– euro (ci)

05_Grasshopper Von Greta Grossman

stammt die stehleuchte, die jetzt von Gubi in

fünf Farben neu aufgelegt wurde. sie kostet

ca. 670,– euro. (ci)

06_calice G(l)anz in Glas. Farbige platten

und Füße treffen auf kristallene säulen. In

gleich 15 Farben ist der von piero Lissoni

entworfene beistelltisch von glas italia ab

ca. 770,– euro erhältlich. (ci)

07_antiQue Quilt ottoman made by

Hay, und zwar aus original indischen saris,

immer neu kombiniert. so ist jeder Hocker

einfach einzigartig. In Xs, s oder L ab ca.

500,– euro. (ci)

08_KucKucKsuhr kuckuck, kuckuck ruft’s

aus der 24-karat-blattgold-uhr. sie stammt

von tobias reischle für artificial, und es gibt

sie nur limitiert mit zertifikat und nummer

für ca. 570,– euro. (CaIro/ci)

09_twiGGy tischleuchte Xl „twiggy“

heißt auf deutsch: Wie ein zarter dünner

zweig. und genauso wirkt marc sadlers

Leuchtenserie für Foscarini. die tischleuchte

gibt es in vier Farben für ca. 780,– euro. (ci)

10_lodelei edler Loden trifft schlichte

esche – die Garderobe von nils Holger moormann

(design: martin pärn und edina dufalapärn)

nimmt Jacken, mäntel, schals und

mehr gern in ihre obhut. Ca. 570,– euro. (ci)

11_paperbacK klein, groß, wandfüllend?

alles ist möglich mit dem modularen Wandregal

von spectrum (design: studio parade).

Im Format 60 x 120 cm kostet es ab ca.

410,– euro. (CaIro/ci)

03/11 – 49

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


selected

01_varius carbon 3000 die kunsthandwerker

von Caran d‘ache haben 3.000 karbonlinien

verflochten, um diesen edlen Füllfederhalter

zu schaffen. seine Feder ist aus

18 karat Gold rhodiniert, und er kostet ca.

860,– euro. (Fachhandel)

02_conGa das durchdachte schönbuch-programm

markanter rundkommoden auf rollen,

die von thomas althaus stammen, hält

acht verschiedene Versionen in zwei unterschiedlichen

Größen und etlichen kombinationen

bereit. Vielfältig auch die Farben, abdeckplatten

und tablare. die hier abgebildete

Version (56 cm hoch, 1 schub) ist für ca.

1.100,– euro erhältlich. (ci)

03_mayuhana heißt die filigrane Leuchtenserie,

die toyo Ito für Yamagiwa entwickelte.

sie wirkt wie ein aus vielen Fasern

eng verwobener kokon. die tisch- bzw.

stehleuchte (54 cm h, 55 cm ø) gibt es für

ca. 860,– euro. (ci)

04_la belle s5 ob wie hier als „pink Lady“

oder auch in Weiß: die prandina-Hängeleuchte

(design: Filippo protasoni) für ca. 810,–

euro ist – egal in welchem raum – einfach

„die schöne“. (ci)

05_Kachnar ii edel und eindrucksvoll wie

ein großes schmuckstück ist diese kostbare

schale von mann singh, die der indische

künstler für driade entwarf. Für ca. 800,–

euro. (ci)

06_lc1 uam den bekannten sessel von

Cassina (design: Le Corbusier, perriand,

Jeanneret) gibt es jetzt auch in schönstem

naturfarbenen Leinen. toll dazu die Leder-

keder – natürlich in einem passenden

naturton. Ca. 1.300,– euro. (ci)

07_usm die verchromte kugel ist das zentrale

element des usm möbelbausystems

Haller. das abgebildete regal mit zwei

klapptüren kostet ca. 1.020,– euro. (ci)

08_orGanic chair Charles eames und

eero saarinen schufen diesen sessel von

Vitra bereits 1940 als beitrag für einen

Wettbewerb des museum of modern art

in new York. es gibt ihn in verschiedenen

Farben ab ca. 1.360,– euro. (ci)

50 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

06

geschenke bis

1500 €

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hören 1

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05 06

der mensch wächst mit seinen aufgaben – aber auch mit seinen erlebnissen und erfahrungen. 01 herKunft – eine Familie, drei Generationen

und die Geschichte der bundesrepublik. roberts Großvater erich verliert seine Frau an eine andere Frau, roberts eltern gehen

an ihrem Wunsch nach selbstverwirklichung und freier Liebe zugrunde, und robert selbst ist auf der suche nach dem ganz eigenen Glück.

4 Cds 02 Je schneller ich Gehe, desto Kleiner bin ich – mit viel Humor und zärtlichkeit wird das bild der fast 100-jährigen

mathea martinsen gezeichnet, die antworten auf die entscheidenden Fragen im Leben sucht. 3 Cds 03 lÉon & louise – die große Liebe:

Léon und Louise begegnen sich im ersten Weltkrieg an der atlantikküste, doch dann reißt ein Fliegerangriff die beiden auseinander.

04 london fÜr helden: the ale trail – nicht wider den tierischen, sondern wider den bierischen ernst unternimmt der autor eine

unterhaltsame expedition ins Londoner bierreich. 05 schafKopf – Wer hat an einem schönen oktobersonntag dem kleinkriminellen

kummeder auf dem Gipfel des riederstein mit einem präzisionsgewehr den kopf weggeschossen? 6 Cds 06 sieben minuten nach

mitternacht – seitdem seine mutter an krebs erkrankt ist, hat Conor jede nacht albträume. doch diesmal ist alles anders. es ist sieben

minuten nach mitternacht, und ein wildes Wesen klopft an sein Fenster. 4 Cds

08

03/11 – 51

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


selected

01_boutiQue – eyes of stranGers

Im neuen Gewand präsentiert sich der sessel

aus der serie boutique von moooi: der

bezug, kreiert von marcel Wanders, besticht

durch sein verspieltes design aus roten und

orangefarbenen „augen“. der sessel kostet

ca. 2.200,– euro. (ci)

02_lcm ein Hauch von Wild-West: der stuhl

von Vitra (design: Charles & ray eames) mit

Fellbezug wurde bereits 1946 vorgestellt.

In verschiedenen ausführungen ist er ab ca.

1.500,– euro zu haben. (ci)

03_nepal Fesselnder Fellsessel von baxter.

paola navones Hang zu handwerklichen traditionen

zeigt sich auch in diesem entwurf.

Genießen sie flauschige Gemütlichkeit zum

preis von ca. 1.500,– euro. (ci)

04_sito alim pasht-Han schuf für anthologie

Quartett diese luxuriöse obstschale. die

künstlerische seite des kaukasen spiegelt

sich in seinen entwürfen wider. Gefertigt aus

kostbarem China-blue-porzellan kostet sie

ca. 2.600,– euro. (ci)

05_la mappemonde Le Corbusier entwarf

den Globus bereits 1925, ehe er 1988 von

alfred rüegg rekonstruiert und heute vom

anthologie Quartett hergestellt wird. sein

preis: ca. 1.900,– euro. (ci)

06_ruchÉ „Holz ist einfach schön, qualitativ,

authentisch, modern“, begründet die designerin

Inga sempé ihre Wahl für das sofa von

Ligne roset. ergänzt durch eine dicke decke

mit dekorativen absteppungen ist es zum

preis von ca. 3.000,– euro erhältlich. (ci)

07_riccami terra Für (nicht)blendende

aussichten sorgt die stehlampe von Viabizzuno

(design: Gualtiero sacchi). mit samt verkleidet

ist sie in den Farben schwarz, Grau und

kardinalrot für ca. 2.120,– euro erhältlich. (ci)

05

52 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

geschenke bis

3000 €

01

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02


07

S 411, S 411 H

Design Thonet

1932

hören 2

01 02 03

04

„die musik ist die sprache der Leidenschaft.“ (richard Wagner) Wir wachsen mit ihr, so

wie sie mit uns wächst. 01 died in the wool (manafon variations) – seinen

pop-ursprüngen entwachsen präsentiert david sylvian erneut bemerkenswerte stücke

elektronischer und improvisierter musik gemeinsam mit alten und neuen Freunden.

balladen und ambient-Improvisationen, sowohl bahnbrechend als auch extrem, kommen

hier zusammen. 02 now and forever – secara meets Kaempfert – der Gründer

des berliner Jazz orchestra und mitglied der berliner Voices marc secara zaubert

auf diesem album verborgene schätze vom Vater des easy-Listening – bert kaempfert –

hervor. prädikat: leidenschaftlicher und mitreißender swing, erfrischend neu arrangiert.

03 the deep field – nach jahrelangen musikalischen abenteuern fand Joan Wasser

ihren Weg zum soul: intim, wunderschön und entspannend. spätestens mit diesem dritten

album verschafft sich die amerikanerin auch als songwriterin anerkennung.

04 vienna-cellosonaten – Für sein Cd-debüt hat sich Cellist thomas Carroll drei

Glanzstücke ausgesucht: brahms‘ F-dur-sonate, schuberts „arpeggione“-stück und beethovens

op. 69 präsentiert er gemeinsam mit klavierbegleiter Llyˆr William. Gefühlvoll und

sinnlich – Wiener klassik für die seele!

S 97 a+b

Design Thonet

1933

THONET GmbH Michael-Thonet-Straße 1, D-35066 Frankenberg, Tel. +49-64 51-508-119, Fax +49-64 51-508-128, info@thonet.eu, www.thonet.eu

Teppich: Kiran, Berlin


05

geschenke ab

2500 €

01 02

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05

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DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

04


01_blacKtrail das rad neu erfunden hat

ubC (design: Christian zanzotti) in kooperation

mit pG-bikes: es ist das schnellste, das

modernste, das hochwertigste e-bike der

Welt. Limitiert auf eine stückzahl von 667

gibt es das Wunderfahrrad ab ca. 60.000,–

euro. (Fachhandel)

02_m100. als neue Generation der mikrodesignanlagen

bietet die m100 von revox

besonders flexible audio- und Video-Lösungen,

die mit diversen modulen erweitert und

so den ansprüchen ihres nutzers optimal

angeglichen werden kann. HiFi à la carte

zum preis von ca. 4.500,– euro. (Fachhandel)

03_santos 100 schmuckstück von Luxusjuwelier

Cartier – die schrauben verleihen

der sportlichen uhr mit kautschukband einen

energischen Charakter. der preis liegt bei

ca. 4.200,– euro. (Fachhandel)

04_favn ein sofa so außergewöhnlich wie

sein name. „Favn“ bedeutet aus dem dänischen

übersetzt „umarmung“. und genau

das kann das Werk von designer Jaime Hayon

für Fritz Hansen. Gefertigt aus einer schale

zum einkuscheln, ist es in zehn unverwechselbaren

bezugsstoffkombinationen zum

preis von ca. 7.400,– euro zu haben. (ci)

05_Gary nur das beste für die Gäste … und

für sie: das schlafsofa von Flexform ist eine

tolle kombination aus eleganter, formschöner

sitzgelegenheit für den alltag und einem

robusten und belastbaren ausziehbett für

den überraschenden Übernachtungsbesuch

zum preis ab ca. 4.500,– euro. (ci)

06_saarinen-tisch Für knoll International

fertigte designer eero saarinen diesen

tisch in klassischer Form der 70er Jahre.

mit tischplatte wie abgebildet in marmor

(ca. 2.670,– euro) oder weißem Laminat

(ab 1.640,– euro) erhältlich. (ci)

06

lesen

01

05

02

06

die nachfrage nach außergewöhnlichen Häusern in außergewöhnlichen Lagen und natürlich mit

außergewöhnlichem Interieur wächst unaufhaltsam. 01 contemporary houses – moderne

hÄuser – 480 seiten voller Highlights moderner Wohnkultur, von namhaften architekten und

designern gestaltet. etliche Farbaufnahmen zeigen beeindruckende Häuser von außen und innen.

(h.f.ullmann Verlag, 19,99 euro) 02 hÄuser des Jahres: die besten einfamilienhÄuser –

das buch stellt 50 sehr unterschiedliche projekte aus dem gleichnamigen Wettbewerb vor, die durch

eine besonders hohe architektonische Qualität überzeugen. (Callwey Verlag, 59,95 euro) 03 das

spieGel-haus in der hafencity hamburG – ein moderner bürokomplex mit einem zentralen

haushohen atrium, das von etlichen brücken durchzogen wird, ist das „Verlagshaus der zukunft“.

Hier haben spiegel online und spiegel tV, die bisher auf mehrere standorte verteilt waren, ein

gemeinsames „zuhause“ gefunden. (dVa, 24,99 euro) 04 marcel wanders: interiors –

die monografie (englisch) des bekannten designers zeigt beeindruckende beispiele seiner arbeit –

und das im Großformat. (rizzoli universe Int. pub, 46,– euro) 05 KlimaGerecht bauen: ein

handbuch – dieses buch ist eine konkrete entwurfs- und planungshilfe für architekten bioklimatisch

sinnvoller Gebäude. (birkhäuser architektur Verlag, 49,90 euro) 06 livinG modern – der

interior-Guide Zum neuen wohnen – bietet anregungen für alle einrichtungsstile von exotisch

über mediterran bis hin zum urbanen Wohnen. traumhafte Wohnungen und Häuser aus der

ganzen Welt zeigen vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. (knesebeck-Verlag, 39,95 euro) 07 und

Kann man auch darauf sitZen? – Was ist eigentlich heute design, wer entscheidet, was

gut ist und warum? der internationale designkenner bernd polster liefert hier eine nützliche (und

amüsante) Gebrauchsanweisung für den umgang mit gutem design (dumont-Verlag, 14,95 euro)

08 masterpieces: villa architecture + desiGn – die Villa steht für hochwertige Wohnkultur

und gehobenen Lebensstil. sie bietet ihren bewohnern einen urbanen Landsitz und vereint

das beste aus stadt- und Landleben: repräsentative architektur und ausgezeichnete materialien.

(braun publishing, 39,90 euro)

&

neu

03

07

masters & their pieces

best of furniture desiGn –

Was macht einen möbelklassiker aus?

die CI-edition zeigt stilprägende einrichtungsikonen

und ihre berühmten

schöpfer – von den 20er Jahren bis

heute – und wirft einen blick auf die

klassiker von morgen.

(braun publishing, 49,90 euro)

04

08

03/11 – 55

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


aktionen und personen

aktionen

prÄmiert

56 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

die creativen inneneinrichter stehen mit ihren

rund fünfzig unabhängigen einrichtungshäusern

für herstellerunabhängige beratung und

außergewöhnliche einrichtungsideen für Wohnen

und office. Immer wieder überzeugen sie

dabei auch mit eigenen designentwürfen. zuletzt

gelang das doris Gassmann, designerin

und Innenarchitektin beim ci-Haus seipp

Wohnen in Waldshut-tiengen. auf der messe

tendence 2011 in Frankfurt am main präsentierte

sie ihre beiden schwarzwaldhocker und

begeisterte damit nicht nur die besucher,

sondern auch den bundesverband kunsthandwerk

e. V., der Gassmanns schwarzwaldhocker

mit dem renommierten Form design-preis

prämierte. außerdem wurden die entwürfe in

die sammlung des badischen Landesmuseum

karlsruhe aufgenommen.

Inspiriert vom traditionellen schwarzwälder

bollenhut, den unverheiratete Frauen in rot

und verheiratete Frauen in schwarz trugen,

schuf sie ihre schwarzwaldhocker. deshalb

heißen sie auch bezeichnenderweise „noch

zu haben“ und „schon vergeben“.

deKoriert

kati meyer-brühl – eine der bedeutendsten

designerinnen europas – erhält mit

dem Green Good desIGn award 2011 ihre

nunmehr 20. auszeichnung. diesmal für

die organisch anmutenden sessel und sofas

„Coupole bleue“ sowie für den floralen

sessel „morning dew“. In ihren prämierten

objekten spiegelt sich ihr hoher anspruch

an verantwortungsvollen Luxus,

komfort und innovative Ästhetik mit der

rücksicht auf mensch und umwelt wider.

auch auszeichnung nummer 21 könnte

schon bald folgen: abermals ist die geborene

Fränkin für den designpreis der bundesrepublik

deutschland 2012 nominiert.

kati meyer-brühl studierte design in dessau,

Innenarchitektur in Göteborg und kopenhagen.

es folgten der master in Industriedesign

an der universität in London

und ein zweiter in design und technology

in new York. Heute prägt sie als art direktorin

den Gesamtauftritt des Familienunternehmens

brühl.

„noch zu haben“

oder „schon vergeben“:

die schwarzwaldhocker

von

doris Gassmann.


personen

ernesto Gismondi alessandro mendini robert haussmann

wird am 25. dezember 80 Jahre alt. nach

der schule ging er zunächst an die mailänder

universität in den Fachbereich Luft- und

raumfahrttechnik, wo er seinen ersten berührungspunkt

mit zukunftsorientiertem

design fand. nach seinem studium und nach

vielen kleineren arbeiten beschloss er, seine

zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

1959 gründete er den heute weltweit erfolgreichen

Leuchtenhersteller artemide. ernesto

Gismondi wurde dank seines pioniergeistes

und seines ausgeprägten Feingefühls für die

empfindungen menschlicher bedürfnisse zu

einem der innovativsten Leuchtendesigner

unserer zeit. Im Jahr 1980 schloss er sich

zudem der radikalen designgruppe memphis

an und unterstützte ihre kreativen und spontanen

Ideen. auch heute noch scheut sich

der designer nicht, mit seinen ungewöhnlichen

schöpfungen neuland zu betreten.

nur

design: ernesto Gismondi

für artemide

wurde 2011 ebenfalls 80. In der entwicklung

des italienischen designs spielte er eine zentrale

rolle. nach seinem architekturstudium

wurde mendini als Verleger diverser zeitschriften

zum theoretiker der italienischen

avantgarde. mit anderen Gestaltern entwickelte

er das so genannte banaldesign:

Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs

werden mithilfe von innovativen Farben und

Formen in neue, ironische objekte transportiert.

mendini bezeichnete diesen prozess als

„re-design“, wandte ihn unter anderem bei

einer reihe berühmter sitzmöbel wie dem

Wassily sessel von marcel breuer an und

machte auch vor klassikern wie dem thonetstuhl

nicht halt. Über viele Jahre hinweg war

der gebürtige mailänder als art director und

berater für swatch und alessi tätig, bis er

ende der 80er Jahre gemeinsam mit seinem

bruder das bis heute erfolgreiche atelier

mendini gründete. neben der realisierung

von design- und architekturaufträgen werden

hier auch theoretische studien durchgeführt.

maGis proust

design: allesandro mendini

für magis

woGG 12

design: robert Haussmann für Wogg

der schweizer architekt und designer feierte

im oktober seinen 80. Geburtstag. nach

seinem Innenarchitektur-diplom 1951 war

er als assistent im züricher kunstgewerbemuseum

tätig und übernahm zwei Jahre

später gemeinsam mit seinem bruder die

Leitung des väterlichen einrichtungsgeschäftes.

1967 heiratete Haussmann die architektin

trixi Högl. das war der beginn einer besonderen

beziehung – privat und beruflich.

Gemeinsam realisierten sie viele projekte,

etwa den züricher Hauptbahnhof und diverse

de signobjekte. beide waren auch für die

röthlisberger kollektion maßgebend prägend.

zu robert Haussmanns Geburtstag hat peter

röthlisberger deshalb ein beeindruckendes

buch initiiert. titel: „die allgemeine entwurfsanstalt

mit trix und robert Haussmann“.

03/11 – 57

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER


vorschau

NEU im

ci-portal

www.creative-inneneinrichter.de

58 – 03/11

DAS MAGAZIN DER CREATIVEN INNENEINRICHTER

SELECTED

WOHLIGE WOHNIDEEN

Unverhofft kommt oft: Winter und Weihnachten stehen

vor der Tür. Zeit, es sich zu Hause extra gemütlich

zu machen – oder schnell noch ein besonderes

Geschenk zu besorgen. Für beide Fälle haben wir mit

inspirierenden Ideen vorgesorgt.

TRENDSCOUT

MAGNIFIQuE? QuBIQuE!

Ende Oktober bot die Messe „Qubique“ auf dem

ehemaligen Berliner Flughafen Tempelhof eine besondere

Plattform für hochwertige, individuelle und

authentische Möbel. Ein Pflichttermin für Designliebhaber

und -enthusiasten – und damit auch für

unsere CI-Scouts. Wir präsentieren Ihnen die wichtigsten

Entwicklungen und schönsten Möbel direkt

von der Qubique.

LICHT

PRäMIERTE „LEuCHTFEuER“

Für die Inneneinrichtung bedeutet Licht mehr als

nur die Abwesenheit von „dunkel“. Gutes Licht verleiht

Räumen ein besonderes Antlitz. Das gilt umso

mehr, wenn die Leuchte selbst in punkto Design

zu überzeugen weiß. Wir zeigen Ihnen eine Auswahl

an besonders schönen und funktionalen

Leuchten, die in 2011 wichtige Designpreise erhalten

haben.

HOME-OFFICE

KLEINST, ABER MEIN

Der Büroarbeitsplatz @home gehört – als Voll-

oder Teilzeitlösung – längst zum Alltag. Aber nicht

jeder hat den nötigen Platz, dafür ein ganzes Zimmer

zu reservieren. Zum Glück bieten viele Möbelhersteller

kleine Raumwunder, mit denen sich voll

funktionsfähige „Kleinstarbeitsplätze“ nahezu überall

problemlos realisieren lassen.

SERIE „GRüNE“ LABELS

MOORMANN: uNKONVEN­

TIONELL uND GRüN

Freches aus dem Chiemgau: Seit 1982 produziert

Nils Holger Moormann Designmöbel zumeist junger,

unbekannter Gestalter. Credo: einfach, intelligent,

innovativ. Dabei setzt Moormann auf naturbelassene

Materialien und regionale Produk tion.

In Teil VIII unserer Serie über „grünes“ Design

stellen wir das Chiemgauer Unternehmen vor.

HERSTELLERNACHWEIS

anthologie QuARTETT (52), Artemide (26, 37, 38,

57), Artificial (49), Aqua Creations (14), Baxter

(52), B&B Italia (46), Berlintapete (10), Brühl

(56), Cappellini (7), Casamania (49), Cassina (52),

Cole and Sun (10), Norman Copenhagen (47),

Driade (50), Droog (7, 22), Dyson (48), e15 (24),

Edra (28–30), Engelbrechts (22), extra tapete

(10), Flexform (20, 54), Flos (58), Foscarini (14,

38, 49), Gandia Blasco (47), Glas Italia (48),

Gubi (48), Fritz Hansen (23, 54), Hay (12, 26,

48), Kartell (22), Klein & More (47), Knoll International

(55), Kvadrat (12), Richard Lampert (26),

Ligne Roset (52), Linteloo (24), Luceplan (23,

24, 38), Magis (24, 26, 46, 57), Ingo Maurer (6,

10, 14, 23), MDF Italia (8, 9), Mobimex (23),

Modular (23), Montana (8, 26, 46), Moooi (7, 14,

46, 50), Nils Holger Moormann (49, 58), Moroso

(7, 48, 58), Nimbus (37, 38), Nymphenburg (47),

Occhio (38), Piet Hein Eek (6, 10, 22), Piure (8),

Porro (8), Prandina (50), Raumgestalt (56),

Schönbuch (50), serien lighting (37), Softline

(20), spectrum (48), Studio Makking & Bey (22),

Suzusan (14), Thonet (26), David Trubridge (14),

uSM (42–43, 51), Viabizzuno (53), Vitra (Titel,

9, 10, 22, 36, 47, 48, 50, 52, 58), Wogg (57),

Yamagiwa (50), Zoeppritz (7)

IMPRESSuM CI – Das Magazin der creativen

inneneinrichter erscheint dreimal jährlich im

CI Verlag, Spreestraße 3, 64295 Darmstadt, Tel.

+49 (0)6151 39128-25, Fax +49 (0)6151

39128-28, info@creative-inneneinrichter.de,

www.creative-inneneinrichter.de Auflage 136.360

Heftpreis 4,50 Euro Redaktion Presseinfos,

Anregungen, Reaktionen bitte aus schließlich an:

CI c/o moskito pr, Hoerneckestraße 25–31,

28217 Bremen, Tel. +49 (0)421 33558-701 Mailkontakt

Büro der Chefredaktion Birgit Osmer

(osmer@moskito.de) Verantwortlich für den

Inhalt (v. i. S. d. P.) Steffen Schmidt Anzeigen,

Abonnements und Vertrieb Sandra Gotha (info@

creative-inneneinrichter.de); es gilt die Anzeigenpreisliste

gemäß der Mediadaten 2011 Chefredakteur

Axel Stamm Creation Eckard Christiani

Art Director Asoomda Kim Redaktionsbeirat

Frank Anger-Lindemann, Kurt Neuefeind, Klaus

Seydlitz Autoren dieser Ausgabe Klaus Hofmeister,

Martin Höche-Heemsath, Wiebke

Meynen, Monika Niermeyer, Birgit Osmer, Florian

Schroeder, Axel Stamm Fotografie Archiv Röthlisberger

(57), Marc Eggimann (9, 48), Hans Hansen

(52), Werner Huthmacher für Deutsche Bahn AG

(34, Mitte links, Projekt: Bügelbauten Berlin Hbf,

Entwurf IA: sbp-Seel Bobsin Partner), Jäger &

Jäger (49), Michael Jungblut (10, 20–26, 36–39),

Koelnmesse (44), kt.COLOR (11), Leica (19), Kay

Michalak (Titel), Adam Mørk (33), Occhio (37,

39), Alessandro Pademi (7), Schmidt Hammer

Lassen Architects (32), Torsten Seidel (34), Studio

Bouroullec (47), Andreas Sütterlin (51), Jørgen

True (34), UBS AG (11), USM (42–43), Tom Vack

(6, 10, 14), Gerard van Hees (7), Peter Wurmli

(34) Illustration Suvaporn Photjananuwat Redaktionsassistenz

Patrick Calandruccio, Eugenie W.

Gohr Herstellung Kristin Abramowski, Kirsten

Hinrichs Druck Druckhaus Kaufmann, 77933

Lahr (www.druckhaus-kaufmann.de) Dieses Magazin

und alle in ihm enthaltenen Beiträge, Entwürfe,

Abbildungen, des Weiteren die Darstellung

der Ideen sind urheberrechtlich geschützt.

Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle

ist eine Verwertung einschließlich Nachdruck

ohne schriftliche Einwilligung des Verlages strafbar.

Es wird nur presserechtliche Verantwortung

übernommen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte

übernehmen wir keine Gewähr.


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