Holz besteht jede Prüfung - Mikado

mikado.online.de

Holz besteht jede Prüfung - Mikado

11.2009

November

ISSN 0944-5749

12,80 C=

mikado web award 2009

Websites auf

dem Laufsteg

Existenzgründer

Die 12 Gebote

Alpenresort

Zauber der Zeder

Organ von

Organ der Europäischen

Vereinigung des Holzbaus

Unternehmermagazin für Holzbau und Ausbau

Bauphysik

Holz besteht jede Prüfung


Editorial

Christoph Maria Dauner,

Chefredakteur mikado

Vorstellung trifft Realität

Stell Dir vor, es ist Wirtschaftskrise und die Zimmerer machen nicht mit. Der abgewandelte

1980er-Sponti-Spruch scheint die aktuelle Auftragslage der Holzbauer ganz gut zu treffen.

Zwar spricht Ullrich Huth, Vorsitzender von Holzbau Deutschland, beim Neubau nach

wie vor von einem „nahezu ruhenden Geschäft“, doch die Nachfrage nach Sanierungs-

und Modernisierungsmaßnahmen gleicht dies mehr als aus:

80 Prozent der Mitgliedsbetriebe von Holzbau Deutschland

stufen ihre Auftragslage als „sehr gut“ bzw. „gut“ ein, so eine

aktuelle Umfrage.

Stell Dir vor, es ist Wirtschaftskrise und die Zulieferindustrie

macht mit. Dann tritt genau das ein, was zurzeit in Gesprächen

mit Holzbauern zu hören ist: Engpässe, Lieferschwierigkeiten,

Wartezeiten. Ob Dämmstoffhersteller oder Dachziegler – am

Mitmachen und gewinnen:

Wählen Sie die

Holzbau-Website des Jahres!

Jahresanfang auf der BAU 2009 in München noch positiv gestimmt, ließen sie sich von der

Krisenangst anstecken. Jetzt beweisen ihnen die Holzbauer mit vollen Auftragsbüchern, dass

es sich die Bauherren nicht leisten wollen, auf kleiner Flamme zu kochen. Denn gerade

die energetische Sanierung ist eine Investition, die sich rasch auszahlt. Die historisch

niedrigen Geldmarktzinsen bieten den Menschen darüber hinaus wenig Anreiz, Gelder

auf Sparbüchern oder Tagesgeld zu parken. Selbst 80-Jährige entschließen sich aktuell zur

energetischen Sanierung ihrer Immobilie, wie mir ein Zimmerer kürzlich im persönlichen

Gespräch erzählte.

Stell Dir vor, es ist Sanierungsboom und die Zimmerer machen mit. Das, liebe Leser, sollten

Sie sich nicht nur vorstellen, denn die Nachfrage ist da – also holen Sie Ihre Kunden ab.

Tipps, wie Sie bei den Bauherren punkten, finden Sie ab Seite 38.

Ihr

www.mikado-online.de 3


4

mikado 11.2009 Inhalt

Holzbau hat Bauphysik fest im Griff

Dass der Holzbau mehrgeschossig sein kann, ist kein Geheimnis.

Egal, ob bei der Nachverdichtung in der Großstadt

oder bei einem Schülerwohnheim etwas außerhalb, Holz

geht immer – solange sich Planer und Ausführende in der

Bauphysik an die Spielregeln halten. Seite 14

Thema des Monats: Bauphysik

14 | Schülerwohnheim

Lego stand Pate für das Modulcontainerkonzept der

MH Modul Holz GmbH. In Rehau baute das Unternehmen

aus Holzcontainern ein mehrgeschossiges

Schülerwohnheim.

18 | Mini House

Für Baulücken und Restflächen in Innenstädten

hat ein Forschungsprojekt das Minimum Impact

House entwickelt. Der erste Prototyp steht in

Frankfurt und gehört zu den Gewinnern des Wettbewerbs

„Effizienzhaus 2009“.

22 | Software

Weil die Softwareprogramme für Holzbau-

Konstruktionen und für EnEV-Berechnungen von

verschiedenen Herstellern stammen, waren sie

bisher nicht kompatibel. Jetzt gibt es eine erste

Schnittstelle, die die Datenübergabe erlaubt.

Ingenieurholzbau

25 | Industriebau

Der Hallenanbau der Pabst Holzindustrie im

österreichischen Zeltweg zeigt, dass der Ingenieurholzbau

auch mit großen Lasten umgehen kann.

Man muss nur die richtige Konstruktion finden.

mikado 11.2009

KLAUS-REINER KLEBE

Alter Schuppen neu inszeniert

30 Jahre lang war der ehemalige Güterschuppen am

Bahnhof von Meckenbeuren ungenutzt. Nach langen

Diskussionen über Sinn, Zukunft und Finanzierung

dient der Schuppen heute als Veranstaltungshalle und

ist ein Schmuckstück der Gemeinde. Seite 30

Sanierung und Ausbau

30 | Umbau

30 Jahre lang war der ehemalige Güterschuppen

am Bahnhof von Meckenbeuren ungenutzt.

Heute ist er neu inszeniert und als stark frequentiertes

Veranstaltungszentrum zu einem Schmuckstück

der Gemeinde geworden.

Details im Griff

35 | Brandschutz

Fassaden aus Holz sind bei mehrgeschossigen

Gebäuden noch selten zu finden. Neben den

Problemen mit der baurechtlichen Zulässigkeit gibt

es bislang noch zu wenig praktische Erfahrungen

in der brandsicheren Ausführung von

Holzfassaden. Planer für vorbeugenden Brandschutz

empfehlen Brandschürzen.

Management

38 | Marketing

Existenzgründungen oder das Platzieren neuer

Produkte im Markt können zu traumhaften

Ergebnissen führen oder mit einem Schuldenberg

enden. Viele Stolpersteine liegen im Bereich

Marketing. Dass das nicht sein muss, zeigt mikado-

Autor Hans-Jürgen Borchardt.

WOLFRAM JANZER


Der Zauber der Taiga erobert Tirol

Schon als Tatiana Maksimova die Entscheidung traf,

ein neues Hotel in der Osttiroler Gemeinde Hopfgarten

zu errichten, stand der Name fest: „Zedern Klang“

sollte das Haus heißen, in Erinnerung an die Bäume

in der Taiga, der Heimat der Bauherrin. Seite 62

Holzbau und Forschung

51 | Feldstudie

Kaum eine andere Holzbauweise diskutieren Fachkreise

so kontrovers wie den Blockbau.

Eine Felduntersuchung an 20 Objekten

ergab wertvolle Fakten zu Dauerhaftigkeit und

Risikopotenzialen.

Zimmermeisterdach

54 | Anwendungstechnik

Je flacher das Dach ist, desto höher sind

die Anforderungen an das Dachdeckungsmaterial.

Für moderne Tondachziegel sind Dachneigungen

bis zu 10° kein Problem, wenn Design,

technische Ausstattung und Oberfläche für die

erforderliche Regen- und Windeintragssicherheit

stimmen.

Holzwelten

62 | Ferienhotel

Sie ist die Königin der Taiga. Nach wissenschaftlichen

Untersuchungen ist die Zeder so ziemlich für

alles und für jeden gut. In Hopfgarten im Osttiroler

Defereggental verlieh der sagenumwobene Baum

einem Hotel seinen Namen: „Zedern Klang“ ist ein

Ferienhotel der besonderen Art.

HOTEL ZEDERN KLANG

Rubriken

mikado web award 2009

Zum vierten Mal küren die mikado-

Leser den besten Web-Auftritt der

Holzbaubranche. Zu gewinnen gibt

es drei mal ein Wochenende im

Holzhotel. Seite 6

3 | Editorial

8 | Kurz und bündig

34 | Bücher

37 | Ihr gutes Recht

42 | Produkte

50 | Tipps und Termine

50 | Verband aktuell

56 | Branchenführer

58 | Landesbeirat Holz Bayern

59 | Unternehmen

61 | Inserentenverzeichnis

66 | Vorschau/Impressum

Titel: Klaus-

Reiner Klebe;

james steidl,

iStockphoto.com;

Hotel Zedern

Klang

Bild Downloadkasten:

Bart Claeys,

iStockphoto.com

Ein Magazin der

WEKA MEDIA

GmbH & Co. KG

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6

Gewinnen Sie ein

Ihre Stimme zählt!

Sie können nur gewinnen: mikado verlost 3 x 2 Übernachtungen im

Doppelzimmer inkl. Frühstück in den Tiroler Wellness-Hotels

Rosa Alpina und Zedern Klang – Luxus und Entspannung ganz in Holz!

Beurteilen Sie die Webauftritte

nach den Kriterien

▸ Design und Nutzen

▸ Inhalt und Übersichtlichkeit

Abstimmen können Sie im Internet

unter www.mikado-online.de.

Dort finden Sie auch die detaillierten

Bedingungen.

Zedern Klang

Die Besitzerin ließ alle Inneneinrichtungen

des Hauses aus Zirbelholz erstellen.

So umgibt Holz die Gäste vom

Boden bis zur Decke: Sie laufen auf

Holzdielen, schlafen im Holzbett und

lagern ihre Wäsche in Holzschränken.

Im Foyer ließ die Bauherrin sogar

Holz in Kunstharz gießen und stellte

dessen gestalterische Elemente heraus

(siehe Seite 62).

mikado 11.2009

Rosa Alpina

Das 1850 gegründete Hotel & Spa

Rosa Alpina in St. Kassian ist ein renommierter

Familienbetrieb, geführt

von Paolo Pizzinini. Sein Restaurant

bekam zwei Michelinsterne verliehen.

Das hauseigene Spa unter der Leitung

seiner Ehefrau Daniela Steiner verwöhnt

die Gäste mit Pool, Finnischer

Sauna und Dampfbad. Es besticht darüber

hinaus durch eine hauseigene

Schönheitsfarm, die auch außerhalb

des Hotels einen hervorragenden Ruf

genießt (siehe mikado 10.2009).

Die Wahl läuft so:

▸ Unter allen Homepages, die wir

Ihnen in diesem Booklet vorstellen,

finden Sie Ihren persönlichen

Favoriten

◂ Hotel Rosa

Alpina:

Außen klassisch

alpin …

▸ Sie senden Ihre Entscheidung an

die Redaktion

▸ Die Homepage mit den meisten

Stimmen gewinnt den mikadoweb-award

▸ Jeder Einsender, der den mikadoweb-award-Gewinner

gewählt

hat, kann gewinnen

Wichtig: Jeder Teilnehmer kann nur

EINE Homepage vorschlagen.

Abstimmen und gewinnen kann

jeder – bis auf alle Mitarbeiter der

WEKA MEDIA GmbH & Co. KG und

deren Angehörige.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Teilnahmeschluss ist:

Montag, 25. November 2009. ▪

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WWW.SOLARDECATHLON.COM

mikado-Interview

8

kurz & bündig

Die richtigen Signale führen zum Erfolg

Der Lebensstil und das Kaufverhalten der Menschen haben sich

in den letzten Jahrzehnten verändert. Marketingstrategien sind

heute in fast allen Branchen von entscheidender Bedeutung.

mikado befragte den Kommunikationsexperten Stefan Theßenvitz

nach der Bedeutung für Holzbauunternehmen.

mikado: Herr Theßenvitz, wie

wichtig ist heute für ein Holzbauunternehmen

eine durchdachte

Marketingstrategie?

Stefan Theßenvitz: Das Lebenselixier

eines Betriebs sind seine

Kunden. Ohne Kunden ist alles

nichts, da nützt auch keine knallharte

Kostenstrategie. Die Kunden

sind der Dreh- und Angelpunkt

allen unternehmerischen

Handelns, alles andere leitet

sich daraus ab. Marketing bedeutet

„auf den Markt gehen“:

alle eigenen Aktivitäten auf den

Kunden ausrichten. Letztlich

schaffen nur Marketing und Innovation

Mehrwert, der Rest sind

Kosten. Wer keine durchdachte

Marketingstrategie betreibt, der

löst eine Fahrkarte ins Blaue.

Er überlässt dem Zufall, wo die

Reise hingeht. Dabei muss es

umgekehrt laufen. Die Marketingstrategie

ist der Kern jedes

erfolgreichen Betriebs.

Solar Decathlon

Welche Rolle spielt dabei der Internetauftritt?

Das Internet ist heute für jedes

Unternehmen das Leitmedium

Nr. 1. Ohne eine Website

existiert es praktisch nicht, einfach

weil jeder davon ausgeht,

dass es eine hat. Wichtig ist immer,

sich klar zu sein, dass das

eigene Image nicht teilbar ist.

Angenommen, ein Betrieb leistet

zwar hervorragende Arbeit,

aber seine Website ist so lala,

was glauben Sie, denkt ein Online-Besucher?

Bestimmt nicht:

„Die haben so viel Arbeit, dass

sie gar nicht dazu kommen, sich

professionell und zeitgemäß zu

präsentieren!“

Sind nicht Kundenzufriedenheit

und Weiterempfehlungen entscheidend?

Auch, aber nicht nur. Es gibt zwei

erfolgreiche Wege, neue Kunden

zu gewinnen: Weiterempfehlung

Darmstadt ist Weltmeister

Auch 2009 gewinnt der Beitrag der TU Darmstadt den renommierten

„Solar Decathlon“ – zum zweiten Mal hintereinander.

An der vom amerikanischen Energieministerium ausgelobten

„Solarhaus-Weltmeisterschaft“ nahmen 20 Teams amerikanischer

und europäischer Universitäten

teil. In Washington

D.C. mussten sich die Gebäude

zehn Prüfungen unterziehen.

www.solardecathlon.de

www.solardecathlon.org

So sehen Sieger aus: das


deutsche Team nach dem Sieg

mikado 11.2009

und Internet. Beide wachsen nun

immer mehr zusammen. Die Bedeutung

des Internets wird in Zukunft

noch stark steigen. Es entwickelt

sich immer mehr zum

sozialen Netz. Was zählt, ist Interaktion

und Erfahrungsaustausch.

Diese Aspekte verknüpfen

erfolgreiche Betriebe mit

Relevanz, denn sie haben ihren

Kunden und Interessenten Wichtiges

zu sagen.

Welche Ästhetik ist für ein Holzbauunternehmen

die richtige?

Es gibt keine allgemeingültige

Regel für Ästhetik – außer vielleicht

in der Form, dass man im-

mer mit der Zeit gehen sollte,

um nicht mit der Zeit zu gehen.

Alle großen Marken dieser Welt

sind von Beginn an immer sofort

erkennbar, und zwar einfach

aus dem Grund, weil sie

sich beständig gewandelt haben.

Die konkrete Gestaltung ist

nichts Fertiges und Starres, das

sich ein Unternehmen von außen

überstülpen lässt, sondern

immer visueller Ausdruck des

eigenen Selbstverständnisses,

einer lebendigen Unternehmens-

philosophie.

Aber muss denn nicht der Wurm

dem Fisch und nicht dem Angler

schmecken?

Selbstverständlich. Jeder Betrieb

muss sich klar sein, dass

er nicht alle Menschen gleich-

zeitig ansprechen kann. Die

Menschen lassen sich in Gruppen

Gleichgesinnter gliedern,

in sog. „Milieus“. Jedes dieser

„Ohne einen Internetauftritt existiert

ein Unternehmen praktisch nicht.“

Förderprogramm

Messe sucht gute Ideen

Milieus pflegt einen eigenen

Lebensstil und grenzt sich durch

Design sichtbar von anderen Milieus

ab. Design drückt eine Haltung

aus und signalisiert Werte

und Vorstellungen vom Wünschenswerten.

Das bedeutet,

dass sich jeder Betrieb grund-

Das handwerkliche Geschick ist da,

der Kopf voll mit guten Ideen, aber

das Geld für einen Messeauftritt fehlt. Für

junge und innovative Unternehmen nahm

das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

(BAFA) die „Dach+Holz International

2010“ in ihr Messeprogramm auf. Davon profitieren

können Betriebe, die nicht älter als zehn Jahre

sind, weniger als 50 Mitarbeiter beschäftigen und

unter zehn Millionen Euro Umsatz pro Jahr erwirtschaften.

www.bafa.de → Wirtschaftsförderung


FISCHERHAUS

legend darüber klar

werden muss, welche

Milieus er ansprechen

will, um dann entsprechend

milieuspezifisch

zu kommunizieren.

Für den Betrieb geht

es darum, dass ihn

die richtigen Interessenten

als Gleichgesinnten

erkennen.

kurz & bündig

Es kommt also vor allem auf Konsequenz

an?

Genau. Ein Unternehmer muss

sich entscheiden, für wen er wert-

voll sein will, und dann den eingeschlagenen

Weg konsequent

gehen. Das heißt: sorgfältig auf

alle Signale achten, die er aussendet.

Die müssen stimmig sein.

Von Paul Watzlawick stammt

der berühmte Satz: „Wir können

nicht nicht kommunizieren“. Ein

potenzieller Kunde nimmt alle

Signale wahr und interpretiert

sie unbewusst. Deswegen muss

ein Betrieb immer so kommunizieren,

wie ihn ein potenzieller

Kunde wahrnehmen soll.

Herr Theßenvitz, vielen Dank für

das Gespräch.

Holzfertighaus

▴ Stefan Theßenvitz

empfiehlt

Unternehmen, sich

auf eine

Kundengruppe

zu konzentrieren

und diese

dann konsequent zu

bewerben

Kubus gewinnt den Cube

Den „Golden Cube 2010“ – die renommierteste Auszeichnung

des deutschen Holzfertigbaus – gewann ein

neues Einfamilienhaus im Passivhaus-Standard des bayerischen

Unternehmens Fischer-

Haus. Ein Musterhaus des zukunftsweisenden

Gebäudes steht

seit Mai 2009 in der mittelfränkischen

Stadt Fürth.

www.fischerhaus.de

◂ Dieses Holz-Passivhaus im

klassischen Bauhausstil

gewann den Golden Cube 2010

Windkraftanlagen

Neuer Leuchtturm fürs Holz

Windkraftanlagen aus

Holz entwickelte das

Start-up-Unternehmen „TimberTower“.

Die Vorteile gegenüber

ihren Vorbildern aus Stahl:

mehr Stabilität, mehr Sicherheit,

weniger Geräuschemissionen,

längere Lebensdauer und ein 20

bis 30 Prozent niedrigerer Preis.

Demnächst entsteht in Hannover

ein erster Prototyp. Turmhöhen

von 70 bis 160 Metern und

Leistungen von ein bis vier Megawatt

sind geplant. Das Bauprinzip:

mehreckiger Grundriss,

außen eine Kunststoffschicht,

innen ein Holzrahmen und 30 cm

dicke Brettsperrholzplatten. Zusammengesetzt

werden die vorgefertigten Elemente

in nur zwei Tagen am Standort. Für ihre Idee

und planerische Leistung erhielten die drei

Jungunternehmer beim Schweighofer Prize 2009

eine Auszeichnung. www.timbertower.de

Deubau 2010

Krise bleibt draußen

▴ Windkraftanlagen

aus Holz

sollen eine

Höhe bis 160

Meter erreichen

Rund 700 Aussteller warten auf die Besucher der Messe

„Deubau“, die vom 12. bis 16. Januar 2010 in Essen stattfindet

– trotz schwieriger Wirtschaftslage so viele wie beim

letzten Mal im Jahr 2008. Zwölf Hallen informieren über Neuheiten,

Produkte und Dienstleistungen der Baubranche. Einen

besonderen Schwerpunkt legt die Messe 2010 erneut auf

die Ausbauthemen „Renovierung und Modernisierung im Bestand“.

Die Veranstalter rechnen mit rund 80 000 Besuchern

aus dem In- und Ausland. www.deubau.de

▴ Die Deubau 2010 findet wieder in den Hallen der Messe Essen statt

www.mikado-online.de 9


10

Holzbaupreis 2009

kurz & bündig

Oberösterreich zeigt Klasse

▴ Das neue Wertstoffsammelzentrum Grieskirchen

gewann bei den öffentlichen Bauten

Unter den 93 zum 4. Oberösterreichischen

Holzbaupreis 2009 eingereichten Bauprojekten

zeichnete die Jury jeweils die besten in

den Kategorien „Wohnungsbauten“, „Gewerbebauten“,

„Öffentliche Bauten“, „Landwirtschaftliche

Bauten“ und „Umbauten“ aus. Zusätzlich vergab

sie auch noch mehrere Anerkennungen und

Sonderpreise. Ästhetik, Baukonstruktion, Energieeffizienz

und Funktionalität waren die vier zentralen

Bewertungskriterien. Die feierliche Preisverleihung

fand am 11. September 2009 im Welser

Messezentrum statt. Detaillierte Informationen

über alle ausgezeichneten Arbeiten sind auf einer

eigenen Wettbewerbswebsite zu finden.

www.holzbaupreis-ooe.at

▴ Ein Sonderpreis „Mischbauweise“ ging an das

Schulzentrum in Taufkirchen

mikado 11.2009

WOLF ARCHITEKTUR

MICHAEL PALFI

JUHR ARCHITEKTURBÜRO

Der Herausgeber nennt

sich „Agentur für Forschung

und Abenteuer“. Dahinter

verbirgt sich der Illustrator

Gottfried Müller.

„Schwermut und Abenteuer

des Hausbaus“ heißt seine

Serie mit 24 Zeichnungen

skurriler Bauwerke verschrobener

Bauherren. Obwohl alle

seiner Fantasie entsprangen,

wirken sie doch real und erinnern

vom Stil an alte Dokumente.

Müller zeigt sich

hier auch als geistreicher Er-

zähler und Meister des schwarzen Humors. Die Drucke sind in

einer Mappe erhältlich, die Originale vom 19. November bis zum

17. Dezember 2009 im Freiburger Architekturforum ausgestellt.

www.agentur-fa.de ı www.architekturforum-freiburg.de

Nachhaltigkeitszertifizierung

Auf der Immobilienmesse

„Expo Real“

verlieh die Deutsche Gesellschaft

für Nachhaltiges

Bauen (DGNB) am

6. Oktober 2009 über 30

Gütesiegel. In der zum

ersten Mal vergebenen

Kategorie „Industriebauten“

erhielt eine

Holzhalle mit einer Gesamtnote

von 1,4 das

begehrte Gold: die Pro-

Ausstellung

Schwermut und Abenteuer

▴ Die seltsame Form dieses alten Fachwerkhauses

resultiert aus einer über

200 Jahre andauernden Familienfede

Gold für Holz

▴ Die Produktionsanlage von Sanha Kaimer bei

Dresden erhielt das Gütesiegel in Gold

duktionsanlage des Edelstahlfitting-Herstellers Sanha Kaimer in

Großharthau bei Dresden. Geplant hat das 3250 m 2 große und

2 Mio. Euro teuere Gebäude „Juhr Architekturbüro für Industriebau

und Gesamtplanung“

aus Wuppertal,

ausgeführt

hat es Pletschacher

Holzbau aus dem

bayerischen Dasing.

www.dgnb.de

Werner Sobek (l.)


ehrt das Büro Juhr

GOTTFRIED MÜLLER

JUHR ARCHITEKTURBÜRO


BUNDESVERBAND DEUTSCHER FERTIGBAU E.V.

kurz & bündig

Marktforschung

Holzbranche legt zu

Die Baugenehmigungszahlen bei Eigenheimen gingen von Januar

bis Juli 2009 zwar um 6,6 Prozent zurück, trotzdem steigerten

die Holz-Fertigbauunternehmen die Zahl ihrer verkauften Häuser um

7,6 und ihre Umsätze um 4,6 Prozent. Eine positive Grundstimmung

spiegelt sich auch in der Herbstumfrage des Bundesverbands Deutscher

Fertigbau e.V. (BDF) wider: 90 Prozent der Unternehmen gehen

von einer gleichbleibenden oder sogar besseren Marktentwicklung

aus. Ihre Fertigungsanlagen sind bereits für das nächste halbe Jahr

ausgelastet. Die positiven

Zahlen begründet

der Verband mit der

energiesparenden Bauweise,

die bei den Kunden

sehr gut ankommt.

Mit 23,7 Prozent ist der

Marktanteil in Baden-

Württemberg beson-

▴ Haas Fertigbau: Haus „Optima“

ders hoch.

www.bdf-ev.de →

Presse/Aktuelles

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Online-Datenbank

Holzbrückenbau vernetzt sich

Eine neue Informationsplattform

über

Holzbrücken schaltete

das „forum holzbau“

online. Die Seite

bietet einen Überblick

zu Bauprojekten, Forschung

und Entwicklung

sowie weiterführender

Literatur. Das

Branchenregister ermöglicht,

sich zu Produkten

und Dienstleistungen

zu informieren

und eigene zu präsentieren.

An der Ausführung von Holzbrücken beteiligte

Unternehmen können ihre Projekte aufschalten

lassen. www.forum-holzbruecken.com

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12

Hotelprojekt

kurz & bündig

Luxus aus Stein und Holz

An der Silvretta-Hochalpenstraße im Vorarlberger

Montafon-Tal soll für 17 Mio. Euro eine

4-Sterne-plus-Hotelanlage mit rund 130 Zimmern,

Restaurants, Bars, Wellnesslandschaft, Konferenzräumen

und Kinderspielbereich entstehen. Den

geladenen Wettbewerb gewann das Innsbrucker

Büro „ATP Architekten und Ingenieure“. Wie in

traditionellen Gebäuden sind die Sockelgeschosse

aus örtlichen Steinen errichtet. Darüber ruhen

zwei große hölzerne Kuben und machen das Gebäude

zu einem markanten und weithin sichtbaren

Monument zeitgenössischer Baukunst.

www.atp.ag → Projekte → Wettbewerbe

Buchloe

Fassadensanierung macht Schule

Die Realschule im schwäbischen Buchloe nutzte die Sommerferien,

um die Fassade ihres 29 Jahre alten Sichtbetongebäudes

gründlich modernisieren zu lassen. Der Energiebedarf sank dadurch

von 126 kWh/(m2a) auf 23 kWh/(m2a). Der Heizwärmebedarf erreicht

mit 16,5 kWh/(m2a) fast Passiv-hausstandard.

Großformatige Holzrahmenelementeermöglichten

die Sanierung von

2227 m2 Fassade in einer

kurzen Zeitspanne von nur

sechs Wochen. Die Baumaßnahmen

dienten auch

der Wissenschaft: Sie sind

Teil des internationalen

Mit Großelementen aus Holz dauerte


die Fassadensanierung nur sechs Wochen

Forschungsprojekts „TES

EnergyFacade“, das die

Möglichkeiten des großelementigenHolzrahmenbaus

für die energetische

Fassadensanierung untersucht und weiterentwickelt. Für die Planung

der Schulmodernisierung ist das Büro „e3 architekten“ aus Marktoberdorf

verantwortlich, für die Umsetzung das Allgäuer Holzbauunternehmen

Anton Ambros.

www.tesenergyfacade.com ı www.ambros-haus.de

ANTON AMBROS GMBH

mikado 11.2009

VELUX DEUTSCHLAND GMBH / MICHAEL HEINRICH

◂ Zwei große

Holzkuben bilden

die markante

Gestalt des Hotels

Architekturwettbewerb

▾ Auch im Inneren

dominiert Holz

die Atmosphäre

Licht, Luft und Raum

Zum fünften Mal lobte Hersteller Velux nun seinen

Architekturwettbewerb aus. Er sucht realisierte Bauprojekte,

die sich durch hohe Entwurfsqualität auszeichnen

und durch die Integration seiner Dachflächenfenster

eine hohe Raum- und Aufenthaltsqualität besitzen.

Teilnehmen können alle Gebäude, von kleinen Eingriffen

im Bestand bis zu komplexen Neubauten, vom

Wohnungs- bis zum Gewerbebau. Neben einer Fachjury

stimmt auch das Publikum

ab: Im Anschluss

an eine Vorauswahl von

fünf Bauprojekten wählen

die Leser der Zeitschrift

„house and more“ die endgültigen

drei Preisträger

aus. Einsendeschluss ist der

14. Dezember 2009.

www.velux.de/

architektur/aw2010

ATP ARCHITEKTEN UND INGENIEURE

◂ Siegerprojekt des

Velux-Wettbewerbs 2009:

Badezimmer eines

Penthouse über Münchens

Dächern


kurz & bündig

Oft wissen Hausbesitzer noch zu wenig über die Nutzungsmöglichkeiten

der Solarenergie, dabei sinken die Preise

für Fotovoltaikanlagen und die Investition ist momentan so

günstig wie noch nie. Deshalb gibt es nun ein neues Online-

Angebot: den Energiesparratgeber „SolardachCheck“. Er ermittelt

in fünf einfachen Schritten, ob sich das eigene Dach

für eine Fotovoltaikanlage eignet und wie sich die Installation

rechnet. Mit einfachen Abfragen und grafischen Hilfsmitteln

wird neben Dachneigung und -ausrichtung auch die

Verschattung des Daches berücksichtigt. Der Nutzer kann direkt

am Bildschirm alle wesentlichen Merkmale ganz einfach

selbst zusammentragen. www.klima-sucht-schutz.de

▴ Wie sich die Investition in ein Solardach lohnt, erfahren

Interessenten beim „SolardachCheck“ in fünf einfachen Schritten

Frage des Monats

Beratungsportal

Gewissheit in fünf Schritten

Die neuen Energiestandards KfW-Effizienzhaus 100, 70

und 55 (relative Werte) haben die lange Zeit gültigen

Energiestandards KfW 60 und 40 (absolute Werte) abgelöst.

Ist das sinnvoll?

A) Ja, denn mit der nächsten EnEV-Verschärfung wäre

KfW 60 sowieso nicht mehr erlaubt.

B) Nein, denn die relativen Werte führen mit der nächsten

EnEV-Verschärfung zu völliger Verwirrung.

C) Ich halte die Änderungen für völlig unverständlich

und bin jetzt schon total verwirrt.

Stimmen Sie ab im Internet: www.mikado-online.de

Zu laut ???

ISOCELL Zellulosedämmung

bietet beste Schalldämmwerte

durch die fugenlose Hohlraumdämmung und

den hohen Strömungswiderstand. Fordern Sie die

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Thema des Monats Bauphysik

Schülerwohnheim

Lego stand Pate

Lego stand Pate für das Modulcontainerkonzept der MH Modul

Holz GmbH. In Rehau baute das Unternehmen aus komplett eingerichteten

Holzcontainern ein mehrgeschossiges Schülerwohnheim.

14 mikado 11.2009


◂ Einfach und

effektiv wie Lego:

Die vier

oberen Geschosse

bestehen aus

56 Raummodulen,

die ohne

Stahl miteinander

verbunden sind

Die Schüler


speisen in der

Mensa im

Erdgeschoss. Das

Erdgeschoss

haben die Holz-

bauer

konventionall in

Holzskelett-

bau errichtet

Mit Lego Häuser bauen kann jeder

Dreijährige: „Warum bauen

wir Erwachsenen so kompliziert,

wenn das Lego-Konzept doch so einfach

ist?“ So oder ähnlich müssen die

kreativen Köpfe der MH Modul Holz

GmbH gedacht haben, als sie ihre

Ideen zur modularen Systembauweise

formulierten. Ihr Traum war ein

System aus Raumzellen, die inklusive

Innenausstattung in der Werkstatt

gefertigt und auf der Baustelle nur

noch zusammengesetzt werden.

Traumschloss für Schüler

„Solch ein Konzept ist für ein Wohnheim

mit vielen identischen Einheiten

geradezu ideal“, meint Geschäftsführer

Axel Wolf. Entsprechend erfreut

war er, als er den Auftrag erhielt, das

Schülerwohnheim Rehau zu errichten

und dabei die Modulcontainerbauweise

einzusetzen.

Zwei Betten, zwei Schreibtische,

zwei Regale, ein Schrank und eine

Nasszelle mit Dusche, Waschbecken

und Toilette: So sieht das Innenleben

der Module aus. 56 dieser Einheiten

verteilen sich in zwei Reihen mit jeweils

sieben Containern über vier Geschosse.

Flurbrückenkonstruktionen

zwischen den Containerreihen erschließen

die Ebenen. In Stützen integrierte

Schächte nehmen die Haustechnikleitungen

auf.

Die vertikale Erschließung des Gebäudes

erfolgt über zwei Treppenhäuser,

die außen an den Giebelseiten angedockt

sind. Im Haupttreppenhaus

Thema des Monats Bauphysik

findet neben der Treppe noch ein

Fahrstuhl Platz.

Gespeist wird in der Mensa im

Erdgeschoss. Auch die Küche sowie

ein Büro- und Anmeldungsraum,

ein Aufenthaltsraum mit angrenzender

Teeküche und ein behindertengerechtes

Zimmer finden in dieser

Ebene Platz. Sie ist im Gegensatz zu

den oberen Geschossen ein Skelettbau,

wobei die Containermodule das

Achsraster vorgeben.

Nur der Keller ist in Stahlbetonbauweise

errichtet. Alle anderen Ebenen

sind – ebenso wie die Treppenhäuser

inklusive Fahrstuhlschacht

– komplett aus Holz gebaut.

Im Erdgeschoss konventionell

Das Erdgeschoss ist noch auf ganz

konventionelle Weise mit 10 cm dicken

Holzständern als Stützen gebaut.

Die Außenfassaden auf der

Nord- und der Südseite sind komplett

verglast und stützen sich auf

Pfosten aus Eichenholz mit Rähm-

und Schwellhölzern. Die westliche

und die östlichen Giebelfront gründen

jeweils auf einem Skelett aus

12er KVH-Ständern.

Lego verbindet

Eine Holzbalkendecke trennt die erste

Ebene von den in Modulbauweise

erstellten Stockwerken. Jedes Modul

wurde im Werk als komplette Box mit

vier Außenwänden, Boden und Decke

gefertigt. Die vier Ecken der Module

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estimmen als L-Profile ausgebildete

Stützen, die unten jeweils einige

Zentimeter aus dem Raum herausragen

und oben um dasselbe Maß

verkürzt sind. „Damit gleiten sie genauso

formschlüssig ineinander wie

Legosteine“, erklärt Wolf.

Die zum Nachbarcontainer ausgerichteten

Trennwände basieren

auf 8 cm dickem Ständerwerk, das

zwischen den Hölzern gedämmt ist.

Auf diesem Ständerwerk sind beidseitig

18 mm Holzwerkstoffplatten

montiert. Auf der Innenseite schließt

eine weitere Wandebene aus 12,5 mm

Gipskartonplatten an. Die zum Bad

und zum im Flur eingebauten Schrank

gerichteten Wände sind auf beiden

Seiten lediglich mit 18 mm Gipskartonplatten

bekleidet. Die zum eigentlichen

Flur zeigenden Wände nutzen

12 cm dickes Ständerwerk, das auf

Thema des Monats Bauphysik

16 mikado 11.2009

beiden Seiten mit 18 mm Holzwerkstoffplatten

und 12,5 mm Gipskartonplatten

beplankt ist.

Das Ständerwerk der Außenwände

ist 16 cm dick und in den Zwischenräumen

isoliert. Auch diese

Konstruktion wurde beidseitig mit

18 mm Holzwerkstoffplatten bekleidet

und innen nochmals mit 12,5 mm

Gipskartonplatten beplankt. Auf der

Außenseite folgt stattdessen eine

Schicht aus 2 x 16 cm Lattung, die

in den Zwischenräumen ebenfalls

vollflächig gedämmt ist. Fassadenbahnen

und eine abschließende Lage

aus auf Luft gesetzter Bretterschalung

komplettieren den Aufbau. Für

die Schalung wählte die MH Modul

Holz GmbH thermobehandelte Kiefernbretter.

Die widerstandsfähig gemachten

Hölzer wurden nochmals

mit Dünnschichtlasur gestrichen, um

Bett und


Dusche, WC und

Handtuch-

stange, Schränke

und Duschab-

trennung, Schreib-

tisch und Türen –

so vollständig

kamen die

Container bereits

an der

Baustelle an

◂ Binnen sechs

Tagen war der

Baukörper

komplett

aufgestellt. Ein

Kran hob den

Aufzugschacht in

den Rohbau ein

▸ Den Abschluss

des Projekts

bildeten die

Fassadenarbeiten

und der Bau der

Treppenhäuser

der natürlichen Vergrauung des Holzes

vorzugreifen.

Für die Böden der Raummodule

verwendeten die Holzbauer im Vakuumpressbett

verleimte Kreuzlagenholzplatten,

die von unten an die

Wände gehängt werden. „Wir sind im

Besitz der großen Leimgenehmigung

und produzieren daher die Kreuzlagenholzplatten

selbst“, betont Wolf.

20 mm Trittschalldämmung aus Holzweichfaserplatten,

10 mm Spanplatten

und 20 mm Eichendielen vervollständigen

den Bodenaufbau. Bei

den Decken arbeiteten die Holzbauer

stattdessen mit Holzbalkenkonstruktionen,

die sie oben mit Holzwerkstoffplatten

beplanken und unten mit

Gipskartonplatten bekleideten.

Entsprechend den bereits vorhandenen

gedämmten Containerdecken

musste das Dach des Schülerwohnheims

nur noch komplettiert werden.

Dazu schraubten die Zimmerer

Brettschichtholzkeile auf die Container,

verlegten darauf Sparrenpfetten

und komplettierten den Aufbau mit

25 mm Holzwerkstoffplatten und einer

letzten Schicht aus Kunststoffdachbahnen.

Auch der Brandschutz spielt mit

Aufgrund der hochwertigen Dämmung

entspricht das Schülerwohnheim

in puncto Wärmeschutz dem


Thema des Monats

KfW-40-Standard. Die zweischaligen

Aufbauten von Boden und Decke respektive

der Trennwände zwischen

den Zimmern der Schüler gewähren

darüber hinaus hervorragende

Schallschutzwerte. Die einzelnen

Module sind durch Elastomerlager

voneinander entkoppelt.

Beim Brandschutz profitiert das

Gebäude von der in der BayBO 2008

dokumentierten Vorschrift, dass Gebäude,

deren Fertigfußboden im

obersten Geschoss nicht höher als

13 m oberhalb des Geländes liegt, in

F60-B ausgeführt werden dürfen. Das

verbaute Holz muss mit nicht brennbaren

Baustoffen verkleidet werden.

Wird es nicht entsprechend verkleidet,

kann nach einem Brandschutzgutachten

mit Kompensationsmaßnahmen

derselbe Standard erreicht

werden. „Wir haben uns aus optischer

und wirtschaftlicher Sicht für

die Kompensationsmaßnahmen entschieden“,

erzählt Wolf. Das im Schülerwohnheim

umgesetzte Konzept

beinhaltet zwei unabhängige Fluchtwege

über beide Treppenhäuser, eine

Außenfassade, die ohne Hohlräume

zwischen Außenwand und Holzschalung

ausgeführt wurde, und einen

Rettungsweg, der in zwei Richtungen

geradlinig verläuft. Zudem gibt es

eine flächendeckende automatische

Brandmelde- und Alarmierungsanlage

über Sockelsirenen.

Zwei Betten,


zwei

Schreibtische,

zwei Regale,

ein Schrank und

eine Nass-

zelle: So sieht das

Innenleben

der Module aus

◂ Beim Brandschutz

setzten die

Holzbauer

unter anderem

auf zwei

unabhängige

Fluchtwege

über beide

Treppenhäuser

KLAUS-REINER KLEBE

Dank einer weiteren vom Holzbauunternehmen

eingeführten Idee

kann das Gebäude auf störende Heiz-

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Grundrisse, Schnitte und Details

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körper verzichten. Die Handwerker

frästen stattdessen Schläuche in die

in den Decken verbauten Gipsplatten

ein. Sie werden je nach Außentemperatur

mit Warm- oder Kaltwasser

durchspült. Dadurch werden die Zimmer

geheizt oder gekühlt.

Das Dach wächst mit

Bett und Dusche, WC und Handtuchstange,

Schränke und Duschabtrennung,

Schreibtisch und Türen – so

komplett wurden die Container bereits

im Werk ausgestattet. „Lediglich

auf die Fassade haben wir in diesem

Fall verzichtet, da der Neubau nur

wenige Meter von unserem Betrieb

entfernt ist. Statt sie an die Module zu

montieren, haben wir die Außenhaut

daher auf der Baustelle fertiggestellt“,

informiert der Geschäftsführer. Die

Dachelemente mit provisorischer

Dachabdichtung wurden bereits beim

ersten Geschoss montiert und wuchsen

Stockwerk für Stockwerk mit den

Containern. „Damit waren wir sicher,

dass das Gebäude nachts ordentlich

abgedichtet war“, fügt Wolf hinzu.

Binnen sechs Tagen war der Baukörper

komplett aufgestellt. Bevor

die endgültige Dachdeckung montiert

wurde, hob ein Kran die Flursäulen

in den Rohbau, sodass die Böden

der Flure eingezogen werden konnten.

Den Abschluss des Projekts bildeten

die Fassadenarbeiten und der

Bau der Treppenhäuser.

„Sechs Tage Bauzeit auf der Baustelle

für ein viergeschossiges Gebäude

– inklusive Einrichtung –, das

kann sich sehen lassen“, freut sich

Wolf über den Ablauf des Projekts.

Christine Ryll, München ▪

Steckbrief

Bauvorhaben:

Neubau eines Schülerwohnheims

in Rehau

Bauweise:

Ein Geschoss in Holzrahmenbau

und vier Geschosse in modularer

Holzbauweise

Bauzeit:

Oktober 2008 bis August 2009

Baukosten:

3 Mio. Euro

Nutzfläche: 2200 m²

Umbauter Raum: 8000 m³

Bauherr:

Optimal Immobilien GmbH

D-41366 Schwalmtal

Architekt:

Architekturbüro Bayreuther

D-95188 Issigau

www.architekt-bayreuther.de

Generalunternehmer:

MH Modul Holz

Niederlassung Rehau

D-95111 Rehau

www.modulholz.de

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Thema des Monats Bauphysik

Minihaus

Meister der Baulücke

Um das Potenzial von Baulücken und Restflächen für Wohngebäude in den Innen-

städten zu nutzen, hat ein Forschungsprojekt das Minimum Impact House entwickelt. Der

erste Prototyp steht in Frankfurt und gehört zu den Gewinnern des „Effizienzhaus 2009“.

18 mikado 11.2009

Das Minimum


Impact

House in Frankfurt

gehört zu

den Gewinnern

des

Wettbewerbs

„Effizienz-

haus 2009“


Nachhaltiges Bauen zielt auf einen

schonenden Umgang mit

Ressourcen für den gesamten Lebenszyklus

eines Gebäudes ab, also bei

Bau, Nutzung und Rückbau. Es ist

ein ganzheitlicher Ansatz, der ökologische,

wirtschaftliche, gesellschaftliche

und kulturelle Gegebenheiten

mit in die Planung einbezieht.

Diesem Thema hat sich das Frankfurter

Architekturbüro „Drexler Guinand

Jauslin“ gemeinsam mit der

TU Darmstadt – Fachgebiet Entwerfen

und Energieeffizientes Bauen –

zwei Jahre lang gewidmet, und zwar

in einem von der Deutschen Bundesstiftung

Umwelt geförderten Forschungsprojekt.

Ziel war es, einen

Prototyp für nachhaltiges Bauen in

der Stadt zu entwerfen und dabei Planungsmethoden

und -instrumente zu

entwickeln, mit denen sich die energetische

Bilanz von Wohngebäuden

optimieren lässt. Herausgekommen

ist das „Minimum Impact House“,

auch Minihaus genannt. Das Holzgebäude

hält seinen ökologischen Fußabdruck

äußerst klein.

Baulücken mit großem Potenzial

Das Minihaus steht in Frankfurt auf

einem Grundstück von nur 29 m². Die

Restfläche in Tortenstückform war in

den 1960er-Jahren durch eine veränderte

Straßenführung entstanden und

blieb 40 Jahre lang unbebaut. Das

Thema des Monats Bauphysik

▸ Ein mehrgeschossiger

Holztafelbau

macht aus 29 m²

Grundfläche

155 m² Nutzfläche

◂▾ Große

Fensterflächen

nach Süden

und verglaste

Deckendurchbrüche

lassen die

Räume großzügig

erscheinen

Interesse des Projekts lag auch darin,

das Potenzial solcher innerstädtischen

Nischen zu erschließen – dazu

zählen Toreinfahrten und Hinterhöfe

ebenso wie schmale Baulücken.

Die Nachfrage nach Wohnraum

in der Stadt ist groß und wird künftig

noch weiter zunehmen, Baugrund

aber ist knapp. Der Baulückenatlas

der Stadt Frankfurt zeigt mit rund

650 solcher „Restflächen“ das Potenzial,

das Bauwillige durch Minihäuser

in der Stadt nutzen könnten.

Wenig Grundfläche

für viel Nutzfläche

Der Prototyp des Minihauses ist ein

schmaler, viergeschossiger Holztafelbau

mit massivem Sockelgeschoss

und kleiner Dachterrasse. Die Planer

haben sich aus Gründen der Nachhaltigkeit,

wegen des geringeren

Gewichts und des hohen Vorfertigungsgrads

der Bauteile für die Holzbauweise

entschieden. Letzteres verkürzt

die Bauzeiten, verringert die

Baukosten und mindert die Beeinträchtigung

der Anwohner. Außerdem

sind vorgefertigte Holztafel-Elemente

in engen Baulücken und bei

schwieriger Erschließung einfacher

zu handhaben.

Die 29 m² Baugrund wurden auf

ansehnliche 155 m² Nutzfläche vervielfacht.

Ob zum Wohnen oder Arbeiten

– alle Räume sind so konzipiert,

dass sie sich unterschiedlichen

Nutzerbedürfnissen flexibel anpassen

können. Aufgrund der geringen

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ca. 2,15 m

Thema des Monats Bauphysik

4. OG: Schlafen/Gast (Dachterrasse)

3. OG: Wohnen und Schlafen

2. OG: Küche und Essen

1. OG: Büro

EG für Laden oder Büro

ca. 10,15 m

ca. 4,55 m ca. 5,60 m

20 mikado 11.2009

ca. 4,62 m

Grundriss 3. OG

Grundriss 4. OG

Grundriss 2. OG

Grundriss 3. OG

Grundriss EG

Grundriss 4. OG

Grundriss 2. OG

Grundriss 1. OG

Grundriss 3. OG

Grundriss EG

Grundriss 4. OG

Grundfläche entwickelt das Minihaus

seine Qualitäten in der Vertikalen.

Verglaste Decken- und Wanddurchbrüche

schaffen vielfältige Blickbeziehungen

zwischen den Geschossen

und lassen die Räume großzügig erscheinen.

Die Gebäudehülle besteht aus

33,50 cm dicken Holztafelbauwänden

und Fenstern aus Dreifach-Wärmeschutzverglasung

mit Argonfüllung

(U-Wert: 0,5 W/(m²K)). Die

25 cm dick ausgedämmten Holzrähme

erhielten raumseitig eine doppelte

Beplankung aus Gipsfaserplatten

(2 x 1,25 cm) und auf der Außenseite

eine 6 cm dicke Weichfaserplatte

mit einer vorgehängten hinterlüfteten

Fassade. So erreichen sie einen

U-Wert von 0,129 W/(m²K).

Brandschutz für Mehrgeschosser

Ein mehrgeschossiger Holzbau ist in

deutschen Städten bislang ein richtungsweisendes

Novum. Denn obwohl

der mehrgeschossige Wohnungsbau

in Holz dank neuer

gesetzlicher Grundlagen seit 2004

brandschutztechnisch möglich ist,

gibt es ihn nur selten. Ein Grund dafür

ist wohl die Erfüllung der gesetzlichen

Anforderungen an den konstruktiven

Brandschutz in der neu

eingeführten Gebäudeklasse 4 (Gebäude

bis zu 13 m Höhe): Nach der

Novellierung der Musterbauordnung

(MBO) und in Verbindung mit der M-

HFHHolzR (Muster-Richtlinie über

brandschutztechnische Anforderungen

an hochfeuerhemmende Bauteile

in Holzbauweise) müssen Holzbauteile

durch Bekleidungen entsprechend

eingekapselt werden.

Beim Prototyp erfüllen die Planer

die Anforderungen mit einer zweilagigen

Brandschutzbekleidung in

Form der schon erwähnten doppelten

Beplankung aus Gipsfaserplatten

sowie durch weitere Maßnahmen

im Brandschutzkonzept wie funkvernetzte

Brandmelder und Feuerlöscher.

„In diesem Gebäude-Prototyp

wurden alle derzeit verfügbaren

und kostengünstigen Technologien

intelligent eingesetzt“, erklärt

Hans Drexler das Energiekonzept.


DREXLER GUINAND JAUSLIN ARCHITEKTEN GMBH

Die Energiebilanz des Gebäudes

entspricht dem Standard eines Passivhauses.

Alle Fensterflächen sind

optimal auf Licht- und Wärmeeinstrahlung

hin orientiert.

Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

schafft ein angenehmes

Raumklima bei niedrigem

Gästezimmer

Badezimmer

Küche

Badezimmer

Thema des Monats Bauphysik

Anordnung der Haustechnik im „Schachtprinzip“:

Alle Nass- und Technikbereiche liegen übereinander

◂ Vorgefertigte

Holztafelbau-

Elemente sind

schnell montiert,

brauchen kaum

Baustelleneinrichtungen

und

Lagerflächen:

alles Vorteile im

innerstädtischen

Bereich

Dachgarten

Energieverbrauch. Zugeheizt werden

kann mit einer Luftwasserwärmepumpe,

die mit 100 Prozent regenerativem

Ökostrom betrieben wird

und die Wärme über eine konventionelle

Fußbodenheizung verteilt.

Zwei Sonnenkollektoren decken den

Warmwasserbedarf.

Energieoptimiert

Für die Haustechnik wurde im Minihaus

ein einfaches Schachtprinzip

umgesetzt. Die Vertikalität des Gebäudes

bietet sich an, um alle Nass-

und Technikbereiche übereinander an

einem durchgehenden Schacht anzuordnen,

an dessen unterem Ende

die Heizungs- und Lüftungszentrale

liegt.

Anbau verhilft zu sehr

günstigem A/V-Verhältnis

Ein energieeffizientes Gebäude sollte

möglichst kompakt gebaut sein und

ein günstiges Verhältnis von Hüllfläche

zu Volumen (A/V-Verhältnis)

aufweisen. Zwar hat der schmale,

hohe Baukörper des Minihauses eine

vergleichsweise große Hüllfläche, die

jedoch durch den Anbau an das Bestandsgebäude

wieder erheblich reduziert

wird.

Fassade als Aushängeschild

Die Fassade des Minihauses sollte

Ausdruck sein für das nachhaltige

Bauen und den Einsatz von Holz

im mehrgeschossigen Wohnungsbau.

Eine Holzfassade aus Vollholz

oder Mehrschichtplatten lag daher

zunächst nahe, wurde dann aber

wieder verworfen, da die natürliche

Vergrauung des Holzes an zentraler

Stelle im Innstadtbereich als

nicht werbewirksam erkannt wurde.

Für den Prototypen sollte eine

Konstruktion gewählt werden, deren

optische Eigenschaften sich auch

auf lange Sicht nicht verändern. Die

Planer entschieden sich deshalb für

eine Phenolharzplatte mit Holzfurnier,

versiegelt mit einer UV-beständigen

Beschichtung. Das Holz darunter

soll auf Dauer konserviert

bleiben.

Prototyp hat überzeugt

Das Minihaus erhielt bereits mehrere

Auszeichnungen. Beim Architekturpreis

„Vorbildliche Bauten im Land

Hessen 2008“ und beim „Hessischen

Holzbaupreis 2008“ erhielt es jeweils

eine Anerkennung. Im Wettbewerb

„Effizienzhaus 2009“, den das Bundesministerium

für Verkehr, Bau und

Stadtentwicklung und die Deutsche

Energie-Agentur (dena) ausgelobt

hat, wurde es als einer von 18 Siegern

prämiert.

Nun geht der Prototyp in die zweite

Phase: Das nächste Minihaus wird

bereits geplant. Und wieder ist es eine

unansehnliche Baulücke, die aufgewertet

werden soll.

Dipl.-Ing. (FH) Susanne Jacob-Freitag,

Karlsruhe ▪

Weitere Infos gibt es im Netz

unter www.dgj.ch/press/dgj071.

Steckbrief

Bauvorhaben:

Minimum Impact House in

Frankfurt-Sachsenhausen

Bauweise: Holztafelbau

Energiestandard: Passivhaus

Bauzeit: Mai 2007 bis April 2008

Baukosten: 300 000 Euro

(inkl. MwSt. + Ausbau)

Nutzfläche: 155 m²

Umbauter Raum: 660 m³

Bauherr:

Hans Drexler ı D-60594 Frankfurt

Planer/Architekt/Haustechnik/

Bauleitung:

Drexler Guinand Jauslin

Architekten GmbH

D-60594 Frankfurt a.M.

www.dgj.eu

Wissenschaftliche Begleitung:

Fachgebiet Entwerfen und

Energieeffizientes Bauen

TU Darmstadt

Prof. Manfred Hegger

D-64287 Darmstadt

Statik:

Wameling Ingenieure GmbH

D-63073 Offenbach

Holzbauer:

Fachwerk ı Patrick Ungermann

D-63589 Linsengericht

www.mikado-online.de 21


Thema des Monats Bauphysik

Software

Vom CAD zum Energieausweis

Weil Programme für Holzbau-Konstruktionen und für EnEV-Berechnungen

von verschiedenen Herstellern stammen, waren sie bisher nicht kompatibel. Seit

Kurzem gibt es eine Schnittstelle, die die Datenübergabe erlaubt.

22 mikado 11.2009

Das mit


CAD konstruierte

Gebäude

lässt sich nun

auch

bauphysikalisch

berechnen


Mit dem Inkrafttreten der neuen

Energieeinsparverordnung

(EnEV 2009) haben sich nicht nur

die Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz

deutlich verschärft,

sondern auch die Berechnungsverfahren

geändert. Betroffen sind nicht

nur Neubauten, sondern auch Bestandsgebäude

bei Veränderung,

Ausbau und Erweiterung – sowohl

im Wohn- als auch im Nicht-Wohnbau.

Mit Bleistift und Taschenrechner

sind die Berechnungen nicht mehr

bewältigbar.

Deshalb gibt es auf dem Markt

schon zahlreiche Softwareprogramme.

Die setzen allerdings vollständige

Informationen zur thermischen

Hülle voraus: den U-Wert für Wände,

Decken und Dachflächen, die Neigung

und die Ausrichtung, außerdem

die Position und Größe von Fenstern

und Türen. In einem weiteren Schritt

schreibt das Berechnungsverfahren

vor, die Hüllfläche wieder zu zerlegen:

in Bereiche, die durch die dahinter

stattfindende Nutzung definiert

sind. Denn unterschiedliche Nutzungen

besitzen auch einen unterschiedlichen

Heizwärmebedarf.

Nun bestehen Wände natürlich so

gut wie nie aus einem einzigen Material,

sondern aus einer Folge von

Schichten unterschiedlicher Materialien.

Deshalb ist die Berechnung des

U-Werts meist aufwendig. Besonders

beim Holzrahmenbau, wo innerhalb

einer Schicht verschiedene Materialien

nebeneinander liegen: Holzprofile

und Wärmedämmung.

Früher gab es dafür eigene Berechnungsmethoden,

die den U-

Wert grob aus den Einzelwerten im

Gefach und im Bereich des Holzquerschnittes

ermittelten. Die sind

nicht mehr zulässig. Die DIN EN ISO

6946 schreibt nun ein kompliziertes

Berechnungsverfahren vor, das

nur noch mit einer entsprechenden

Software wirtschaftlich durchführbar

ist. Das Problem war bisher, dass

die Daten der CAD-Programme nicht

für die EnEV-Berechnungen nutzbar

waren. Das ändert sich jetzt aber.

Als erster Softwarehersteller brachte

Dietrich‘s im Jahr 2009 eine auf

den Holzbau zugeschnittene Lösung

auf den Markt.

Thema des Monats Bauphysik

▸ Um den U-Wert

eines Bauteils

berechnen

zu können,

muss dessen Aufbau

genau

definiert sein

▸ In einer Datenbank

sind

alle gängigen

Baustoffe

mit ihrem U-Wert

eingepflegt

Ändert sich der


Wandauf-

bau, passen sich

die Glaser-

diagramme

automatisch an

www.mikado-online.de 23


CAD-Software errechnet

die U-Werte

Das Programm errechnet die U-Werte

der einzelnen Bauteile bei der Definition

von Wand-, Dach- und Deckenaufbauten

automatisch. Jede Schicht

erhält über eine „Lagenidentnummer“

Materialeigenschaften zugewiesen.

Ein Pulldown-Menü bietet alle

gängigen Baustoffe zur Auswahl an.

Die sind mit einer integrierten Datenbank

mit bauphysikalischen Kennwerten

verknüpft.

Jedes Bauteil ist in bis zu vier

Schichtbereiche unterteilbar, für die

die Materialien und ihr prozentualer

Anteil an der Gesamtfläche eingegeben

wird. Der U-Wert und das

Glaserdiagramm errechnen sich nach

dem vorgeschriebenen Verfahren. Bei

späteren Veränderungen von Anteil,

Material und Schichtdicke passt das

Programm das Ergebnis automatisch

an. So kann ein Planer zwischen der

Konstruktion und den energetischen

Eigenschaften seiner Bauteile hin und

her springen, sie überprüfen, verbessern

und dokumentieren.

Für die energetischen Berechnungen

sind außerdem die genaue Himmelsrichtung

der Wände und die Neigung

der Dachflächen relevant, da

die EnEV auch die passiven Solargewinne

berücksichtigt. Wenn das

Thema des Monats Bauphysik

24 mikado 11.2009

CAD-Modell erstellt ist, braucht das

Programm nur noch eine Himmelsrichtung

als Winkelangabe und errechnet

alles andere selbstständig.

EnEV-Software braucht zonierte

Hüllfläche

Zusätzlich zum Schichtaufbau und

zur Ausrichtung will die EnEV für jedes

Bauteil die genaue Funktion wissen:

Dach, Wand, Decke, Abseitenwand,

Kellerwand und Sohle.

Bei Wohngebäuden unterscheidet

die EnEV nur zwischen beheizten

und unbeheizten Räumen. Bei Nicht-

Wohngebäuden gibt es eine feinere

Unterscheidung: nach Raumnutzung,

Raumtemperatur und der technischen

Ausrüstung mit Beleuchtung, Lüftung

und Kühlung. Der Aufwand für

die Erfassung und Berechnung von

Nicht-Wohngebäuden kann deshalb

gegenüber Wohngebäuden ein Vielfaches

betragen.

Ist die thermische Hüllfläche in

einzelne Zonen zerlegt, wird sie als

idealisierte, unendlich dünne Schicht

auf die Außenseite des Gebäudes projiziert.

In diesem Arbeitsschritt liegen

normalerweise der größte Arbeitsaufwand

und die größte Fehlerquelle.

Die Software nimmt dem Planer

auf relativ simple Art und Weise einen

Großteil der Arbeit ab.

Das CAD-Pro-


gramm

errechnet

die thermische

Hülle. Ein

externes Pro-

gramm errechnet

daraus die

Energiebilanz

Am Ende überprüft die CAD-

Software sämtliche Bauteile, ob ihr

Aufbau korrekt ist. Dann ermittelt

sie die Systemgrenzen der Zonen

nach DIN ISO 13789, zerlegt die Bauteile

in entsprechende Flächen und

vereint sie zu einer thermischen Hüllfläche.

Besonders im Nicht-Wohnbau

treten oft komplexe Situationen auf,

die die Software aber auf der Grundlage

des Gebäudemodells analysiert

und löst. Sie stellt die ermittelten

Grenzen und Flächen zur Kontrolle

grafisch dar und ermöglicht, sie separat

ein- und auszublenden.

Am Ende übergibt sie die Daten an

die Berechnungsprogramme für Energiebilanzen.

Momentan funktioniert

das allerdings noch ausschließlich

mit der Software „EnEV-Pro 2009“

des Herstellers Visionworld. Weitere

Schnittstellen zu anderen Programmen

sind aber in Arbeit und stellen

wohl schon in wenigen Jahren eine

Selbstverständlichkeit dar.

Dipl.-Ing. (FH) Markus Brunn,

Neubiberg / gh ▪

Steckbrief

Softwareprodukte:

Dietrich’s 3D-CAD/CAM

Version 8.xx

Visionworld EnEV-Pro 2009

Systemvoraussetzungen:

Betriebssysteme:

Windows 2000/XP/Vista

Arbeitsspeicher:

512 MB (mindestens)

2 GB (empfehlenswert)

Grafikkarte:

64 MB (mindestens)

128 MB (empfehlenswert)

Bildschirm:

17 Zoll / 1024 x 768 Bildpunkte

(mindestens)

24 Zoll / 1680 x 1050 Bildpunkte

(empfehlenswert)

Hersteller:

Dietrich’s AG

D-85573 Neubiberg

http://enev.dietrichs.com

Visionworld GmbH

D-20354 Hamburg

www.enev.net


Ingenieurholzbau

Industriebau

Halle mit starker Mitte

Der Hallenanbau der Pabst Holzindustrie im österreichischen Zeltweg zeigt,

dass der moderne Ingenieurholzbau ganz mühelos mit

großen Lasten umgehen kann. Man muss nur die richtige Konstruktion finden.

Am Westrand von Zeltweg liegt

neben dem Holzinnovationszentrum

(HIZ) des Holzcluster Steiermark

der Produktionsstandort der

Pabst Holzindustrie. Hier wird seit

mehr als 60 Jahren heimisches Rundholz

zu hochwertigen Produkten verarbeitet.

Auch die Fertigung und der

Abbund von BS-Holz-Trägern jeglicher

Ausformung finden hier statt.

Um künftig auch großformatige

Sonderformen wie Satteldach-,

Fischbauch- oder S-Träger bis zu

36 m Länge, 2,6 m Bauteilhöhe

und 4 m Stichhöhe herstellen und

Zeichnung der Fachwerkträgerkonstruktion

bearbeiten zu können, hat Pabst im

Frühjahr 2009 mit der Erweiterung

einer der bestehenden Hallen begonnen.

Die dafür verwendeten BS-Holz-

Querschnitte stammen aus eigener

Produktion.

Starkes Rückgrat:

Alles hängt an der Mittelachse

Die Gebäudemaße des Hallenanbaus

betragen 70 m in der Länge und

etwa 52 m in der Breite. Die Traufhöhe

liegt bei ungefähr 11 m. Das

Dachtragwerk bilden Fachwerk- und

▴ Ansicht der

Fachwerkträgerkonstruktion,

des sog.

„Rückgrats“

Fischbauchträger aus BS-Holz, die

auf eingespannten Stahlbetonstützen

liegen.

Kernstück der neuen Halle ist das

Rückgrat, bestehend aus einer etwa

5,5 m hohen Fachwerkträgerkonstruktion

in der Mittelachse. Sie spannt

mit 20 m, 30 m und wiederum 20 m

über drei Felder.

Eine besondere Herausforderung

lag in der Ausführung der Tragkonstruktion

des mittleren Feldes, da

sie extrem hohe Lasten aufzunehmen

hat, aber stützenfrei sein sollte.

Hier kommen von beiden Seiten

www.mikado-online.de 25

KURT POCK

WOLF SySTEMBAU


Ingenieurholzbau

im Abstand von 5 m die Fischbauchträger

der Dachkonstruktion mit einer

Spannweite von 25,50 m an, und

gleichzeitig muss das Tragwerk die

beidseitig angeschlossene Kranbahn

für je zwei Kräne mit einer maximalen

Hubkraft von 8 t aufnehmen.

Fachwerkkonstruktion ermöglicht

geschickte Lastverteilung

Die Tragwerksplaner fanden für diese

knifflige Aufgabe folgende Gesamtlösung:

getrennte Anordnung

der Fachwerk- und Kranbahnträger

in den Endfeldern zur unabhängigen

Einleitung von Dach- und Kranbahnlasten

in die Stützen sowie ein doppeltes

Fachwerk im mittleren Feld

zur Aufnahme der Gesamtlasten aus

Dach und Kranbahn.

Hallenquerschnitt

26 mikado 11.2009

Im Detail heißt das: Fachwerkträger

mit Stahlzugdiagonalen überspannen

die Endfelder. Parallel daneben

sind auf beiden Seiten Vollwandträger

(b/h = 24 x 150 cm) angeordnet,

die über Stahlprofile an die End- und

Mittelstützen anschließen und die

Kranbahn tragen. Die Lasten daraus

werden direkt und unabhängig vom

Fachwerkträger in die Stützen eingeleitet,

während die Fachwerke selbst

lediglich die Dachlasten aus diesem

Bereich aufzunehmen haben.

Da die Kranbahn im mittleren

Feld direkt an den Fachwerkpfosten

anschließt und entsprechend große

Lasten in die Konstruktion einträgt,

kamen die Tragwerksplaner auf die

Idee, anstelle eines einzelnen, sehr

groß dimensionierten Fachwerkes

eine geteilte Fachwerkkonstruktion

▴ Die neue

Produktionshalle

von Pabst am

Standort Zeltweg

zeigt sich

sehr schlicht.

Innen wartet

sie mit optimalen

Bedingungen

zur Herstellung

von Sonderträgern

aus BS-

Holz auf

WOLF SySTEMBAU

zu wählen und sie auf Abstand zu

stellen. Das hat neben der einfacheren

Herstellung und Montage vor allem

den Vorteil, dass die Momente,

die aus der exzentrischen Anordnung

der Kranbahnen neben den Fachwerken

entstehen, besser aufgenommen

werden können.

Das doppelte Fachwerk mit Stahlzugdiagonalen

nimmt Auflagerkräfte

aus den Dach- und Kranlasten von

bis zu 5670 kN auf. Damit dürfte das

Lastniveau dieses Fachwerkes höher

liegen als bei einem vergleichbaren

Straßenbrückenträger.

Planung und Abbund genau

aufeinander abgestimmt

Der Abbund der in den Fachwerkknoten

anzuschließenden Bauteilenden

stellte für das ausführende

Holzbauunternehmen Wolf Systembau

im österreichischen Scharnstein

eine echte Herausforderung dar. Die

Planer nahmen deshalb bei der Knotenausbildung

auch Rücksicht auf

die vorhandenen Abbundmöglichkeiten,

weshalb es ausschließlich zweischnittige

Verbindungen gibt.

Eine Aufgabe für sich bestand in

der Ausformung der zwei zentralen

Stahlbetonpfeiler: Sie müssen Auflager

sowohl für die Einzelfachwerke

und Vollwandträger aus den Endfeldern

sein, als auch für das doppelte

Fachwerk des Mittelfeldes und

KURT POCK


Ingenieurholzbau

Letzteres gleichzeitig als Gabellager

stabilisieren.

Die Stützen reichen daher bis in

die Höhe der Fachwerkobergurte,

sind aber ab Höhe der Fachwerkuntergurte

um Vieles dünner.

Die Stahlbeton-„Stifte“ sichern das

Doppelfachwerk gegen Kippen.

Gebrauchstauglichkeit:

Verformung streng begrenzt

Maßgebend für die Dimensionierung

der Fachwerkkonstruktion war der

Gebrauchstauglichkeitsnachweis. Er

sieht bei solchen Tragwerken eine

strenge Begrenzung der Verformungen

vor, um die bei Portalkränen geforderte

hohe Genauigkeit zu erfüllen.

Deshalb durfte die maximale

Verformung in vertikaler Richtung

l/600 und in horizontaler Richtung

5 mm nicht überschreiten.

Daraus ergaben sich für das Doppelfachwerk

folgende Querschnitte:

Ober- und Untergurte sind jeweils

80 cm hoch, oben 32 cm und unten

40 cm breit (BS16/1). Die Ober- und

Untergurte der Endfeld-Fachwerke

weisen mit b/h von 40 cm x 36 cm

im Vergleich dazu nur etwa den halben

Querschnitt auf.

Die Dimensionierung der Zugdiagonalen

(Zugstabsystem aus Stahlqualität

S460) erfolgte abgestuft von

76 mm außen über 60 mm bis hin zu

36 mm in der Mitte.

Längsverband

Längsverband im Dach parallel neben

dem Doppelfachwerk nimmt Brems- und

Abtriebskräfte aus der Kranbahn auf

KURT POCK

▸ Die drei Träger

aus den

kurzen Feldern

schließen

an speziell ausgeformteStahlbetonmittelpfeiler

mit

zwei seitlich

aufgebrachtenStahlauflagerteilen

an

▸ Gleichzeitig

bilden

die Pfeiler die

Auflager

für das doppelte

Fachwerk

des Mittelfeldes

▸ Blick in die

Halle:

Die Kräne stehen

bereit für

die Produktion der

Sonderträger

www.mikado-online.de 27

KURT POCK KURT POCK

KURT POCK


KURT POCK

KURT POCK

KURT POCK

Ingenieurholzbau

28 mikado 11.2009

◂ Ausgeführter

Anschluss

Fischbauträger an

20-m-Fachwerk

◂ Der Anschluss

der Dachträger an

das doppelte

Fachwerk wird

analog zu dem an

das einfache

Fachwerk

hergestellt

◂ Die Gebäudemaße

des

Hallenanbaus

betragen

70 m in der Länge

und etwa

52 m in der Breite.

Die Traufhöhe

liegt bei ungefähr

11 m

Skizze

Detailskizze des Anschlusses Fischbauchträger

an ein 20-m-Fachwerk: Die über die

verlängerten Stahlschenkel aufgelegten

Dachträger sind Einfeldträger. Sie dürfen

daher auf dem Fachwerkobergurt nur

unverbunden gestoßen werden

Zentrische Lasteinleitung für

einfachere Anschlüsse

Das Hauptaugenmerk bei der Auflagerung

der 16 und 18 cm dicken

Fischbauchträger legten die Konstrukteure

auf die zentrische Einleitung

der Kräfte aus den Dachlasten

in die Fachwerkobergurte.

Dafür wurde ein spezielles, einer

Z-Form ähnliches Stahlanschlussteil

mit eingeschlitztem Blech entwickelt.

Der obere Schenkel, ein aus

Stahlplatten verschweißter „Kastenquerschnitt“,

fungiert dabei als eine

biegesteife Verlängerung des Dachträgers,

über den er auf dem Fachwerkobergurt

lose aufgelegt wurde

(gelenkiger Anschluss am Ende des

Einfeldträgers).

Im unteren Bereich liegen die Träger

auf einer Pressplatte auf Stahlwinkeln

auf. Den Anschluss übernehmen

eingeschlitzte Stahlbleche

und Stabdübel. Auf diese Weise entsteht

ein biegesteifer Anschluss zur

Aufnahme des Versatzmoments: Es

ergibt sich aus der versetzten Einleitung

der resultierenden Auflagerkraft

des Trägers in der Mitte der unteren

Pressplatte zur Systemachse des

Fachwerkbinders.

Als Verbindungsmittel kamen

selbstschneidende Stabdübel SFS

WS-T 7/173 zum Einsatz. Die Verbindungen

sorgen für eine optimale

Kombination aus Kraft- und Formschluss,

was bei dieser Halle ganz

KURT POCK


Ingenieurholzbau

besonders wichtig war. Nach demselben

Prinzip schließen die Fischbauchträger

auch an die Doppelfachwerke

an.

Die Knotenverbindungen erforderten

17,9 Tonnen meist verdeckt liegende

Stahlanschlüsse und 1,3 Tonnen

Stabdübel.

Aussteifungsverbände

für Kranlasten

Die Stabilisierung der Halle übernehmen

drei Querverbände und ein

Längsverband entlang des 30 m langen

Mittelfeldes.

Der Längsverband hat vor allem

die Aufgabe, Bremskräfte aufzunehmen

bzw. Abtriebskräfte abzufangen,

die aus der einseitigen Kranlast

auf das mächtige Doppelfachwerk

wirken.

Zu guter Letzt bildet perforiertes

Trapezblech mit Schallschluckstreifen

die Dacheindeckung, gefolgt von

20 cm Wärmedämmung und einer

PVC-Dachfolie.

Ein 3 m breiter Lichtfirst bringt

neben der künstlichen Beleuchtung

auch Tageslicht in die Halle.

Hohe Lasten sind für den

Ingenieurholzbau kein Problem

Der Hallenanbau wirkt trotz seines

zentralen „Rückgrats“ klar strukturiert

und wohlproportioniert.

Der Hallenanbau der Firma Pabst

Holzindustrie im österreichischen

Zeltweg dient damit als gutes Beispiel

für die Einsatzmöglichkeiten

von Ingenieurholzkonstruktionen

selbst bei sehr hohen Lasten. Auch

wirtschaftlich hatte der Holzbau bei

dieser Industriehalle alle Vorteile auf

seiner Seite.

Dipl.-Ing. (FH) Susanne Jacob-Freitag,

Karlsruhe ▪

Steckbrief

Bauvorhaben:

Hallenanbau der Pabst

Holzindustrie in A-Zeltweg

Bauzeit: März bis Juni 2009

Baukosten: 1,4 Mio. Euro

Nutzfläche: 3834 m²

Umbauter Raum: 44 090 m³

Bauherr:

Johann Pabst Holzindustrie

GmbH ı A-8740 Zeltweg

www.pabst-holz.com

Tragwerksplaner

(Fachwerke und Stahlbetonstützen):

Dipl.-Ing. Kurt Pock und

Dipl.-Ing. Gerolf Urban

A-9800 Spittal a.d. Drau

www.holz-tragwerk.at

Planer und Holzbauer:

Wolf Systembau Gesellschaft

m.b.H. ı A-4644 Scharnstein

www.wolfsystem.at

www.mikado-online.de 29


Sanierung und Ausbau

Umbau

Neu inszeniert

30 Jahre lang war der ehemalige Güterschuppen am Bahnhof

von Meckenbeuren ungenutzt. Heute ist er völlig neu

inszeniert und zu einem Schmuckstück der Gemeinde geworden.

Das alte Zeug will doch keiner

mehr. Abreißen sollte man das

Teil. Etwas Neues wäre doch viel

günstiger. Geldverschwendung.“ So

oder ähnlich hörten sich die Stimmen

an, die die Handwerker der Zimmerei

Hartmann vernahmen, als sie

einen maroden Anbau an einem alten

Güterschuppen am Bahnhof Meckenbeuren

zurückbauten. Der Güterschuppen

selbst sollte erhalten und

zu einem Kulturschuppen umgebaut

werden. 30 Jahre lang war das 1877

gezimmerte Bauwerk nicht mehr genutzt

worden. 30 Jahre, in denen es

statt Gütern höchstens Mäusen als

30 mikado 11.2009

Unterschlupf diente. „Und ab und zu

ein paar Obdachlosen, deren Nachlass

– Bierflaschen und alte Schlafsäcke

– später unterhalb des Bretterbodens

gefunden werden sollte“, schmunzelt

Zimmermeister Christof Hartmann,

Geschäftsführer des Holzbaubetriebs

Christof Hartmann. In diesen 30 Jahren

war der einst in qualitativ hochwertiger

traditioneller Handwerkskunst

errichtete Schuppen zu einer

nutzlosen Immobilie geworden. Die

Fassade war verwittert, das Dach

an manchen Stellen leck geworden.

Mehrfach war Wasser eingedrungen

und hatte das Gebälk durchfeuchtet.

▴ Aus dem alten

Güterschuppen

am

Bahnhof

in Meckenbeuren

ist ein

schmuckes

Veranstaltungszentrum

geworden

Und dennoch hatte nichts die bodenständige

Würde des historischen Gebäudes

zerstören können.

Entscheidungsphase: Zehn Jahre

Die Gemeinde Meckenbeuren erwarb

vor rund zehn Jahren die Bahngebäude

am Bahnhofsquartier und

nahm den Güterschuppen in das Sanierungsprogramm

mit auf. Doch

die Frage, was mit dem historischen

Bauwerk passieren sollte, konnte damals

noch keiner beantworten. Eine

ganze Dekade lang diskutierten Gemeinderäte

und Bevölkerung über

WOLFRAM JANZER


Sanierung und Ausbau

den Sinn, die Zukunft und die Finanzierung

einer Umgestaltung. Während

es die Gegner einer Sanierung

allerdings bei Worten beließen, gründeten

einige Befürworter kurzerhand

einen Förderverein. Mit Spenden-

geldern kauften sie einen Güterwaggon

und stellten ihn vor den Schuppen,

um ihn als Bistro zu nutzen.

Gleichzeitig schlugen sie vor, den historischen

Baukörper als Veranstaltungshalle

zu nutzen, und setzten es

durch, dass das auskragende Dach

mit Glas verlängert wurde, sodass

zwischen Waggon und Güterschuppen

ein Foyer entstand. Im unrenovierten,

ungedämmten und ungeheizten

Schuppen feierte derweil

Kleinkunst Erfolge. Die Ansturm auf

die provisorische Veranstaltungshalle

war überwältigend, so sehr, dass immer

mehr Personen von einer Renovierung

überzeugt werden konnten.

Mit dem Architekturbüro Jauss &

Gaupp Architekten BDA fanden die

Befürworter der Sanierung zudem einen

Planer, der Erfahrung mit historischen

Bauten hat. Mit der Zimmerei

Christof Hartmann fanden sie einen

Betrieb, der alte Handwerkskunst

schätzt und Mittel und Wege fand,

um sie zu erhalten. Zum Glück waren

die Tragkonstruktion des Schuppens

ebenso wie die Fassaden in einem

guten Zustand. Ausnahmen bildeten

lediglich die Stellen, an denen Wasser

eingedrungen war. Hier mussten

die Zimmerer verrottete Hölzer ausbauen

und die Konstruktion ergänzen

beziehungsweise erneuern. Ein

Anbau hingegen war in einem so desolaten

Zustand, dass er abgerissen

werden musste.

„Warum nicht den Rest auch?“,

bäumten sich da nicht wenige Gegner

noch einmal gegen die Renovierungsmaßnahme

auf. „Zu diesem

Zeitpunkt war der vom Gemeinderat

bestimmte technische Ausschuss,

der die Baumaßnahmen alle

vier Wochen begutachtete, noch mit

kritischen Stimmen versehen“, erinnert

sich Hartmann. Die wurden

auch nicht leiser, als die Bauarbeiter

feststellten, dass das mit Holzdielen

beplankte Holzgebälk des rund

80 cm oberhalb des Geländeniveaus

angeordneten Fußbodens Pilzbefall

aufwies. Damit musste die ursprüngliche

Idee, nur die Holzkonstruktion

zu verstärken, ad acta gelegt werden.

Und schließlich musste auch noch

das im letzten Jahrhundert mit asbestbelasteten

Eternitplatten gedeckte

Dach zurückgebaut werden.

Grundriss

Hinterbühne Bühne

▴ Die alten Toröffnungen

durften

bleiben.

Die Handwerker

arbeiteten

die originalen

Tore auf

Stahlträger verstärken die

Konstruktion

Lediglich die innere Schalung durfte

bleiben. Auf dieser Basis bauten die

Zimmerer die Dachdeckung wieder

auf. Sie zogen Dampfbremsfolie ein,

verlegten im Anschluss 6/25 cm dicke

Holzbohlen und dämmten die Zwischenräume

mit 240 mm dicken Mineralfasermatten.

Eine Unterspannbahn

schützt den neuen Aufbau vor

Feuchtigkeit. Lattung und Konterlattung

dienen als Unterkonstruktion

für die abschließende Deckung aus

anthrazitfarbenen Rechteckschindeln.

Statt der ursprünglichen Holzkonstruktion

des Bodens erhielt das

Gebäude eine neue Ziegelbalkendecke.

Der neue Bodenaufbau mit

Dämmung und eingefärbtem Estrich

konnte auf dieser neuen Konstruktion

aufgebaut werden. Der darunter

liegende 80 cm hohe Hohlraum

nimmt alle Installationen auf. Den

maroden Anbau ersetzt inzwischen

ein neuer Trakt in Massivbauweise

mit hinterlüfteter Holzverschalung.

„Und mit jedem neuen Arbeitsschritt,

sprich bei jeder neuen Visite

des technischen Ausschusses, wurden

die Kontrolleure immer zuversichtlicher“,

lächelt Hartmann. Als dann

auch noch die Außenwände statisch

und dämmtechnisch ertüchtigt

www.mikado-online.de 31

A

A

WOLFRAM JANZER

Foyer

Bistro

JAUSS UND GAUPP, FRIEDRICHSHAFEN


Sanierung und Ausbau

worden waren, hellten sich ihre Mienen

gänzlich auf.

„Wir haben die Holzkonstruktion

durch den Statiker neu berechnen

lassen. Dabei haben wir festgestellt,

dass sich die alten Bohlen

kaum verformt hatten – und das,

obwohl sie 120 Jahre lang direkt an

einem viel befahrenen Eisenbahngleis

gestanden hatten“, lobt Tobias

Gaupp, Geschäftsführer von Jauss &

Gaupp Architekten, die Qualität der

ursprünglichen Konstruktion. Aufgrund

der höheren heutigen Sicherheitsansprüche

ließ er trotzdem zusätzliche

Stahlträger einziehen, die

die gesamte Konstruktion aussteifen.

„Sie verschwinden aber im Fassadenaufbau

und sind komplett unsichtbar“,

versichert Hartmann. Von innen

sichtbar geblieben sind hingegen

▴ Zum Glück war

nur an wenigen

Stellen Wasser in

die Konstruktion

eingedrungen

▸ Am Dach bauten

die Zimmerer

auf der bestehenden

inneren

Schalung die Dachdeckung

wieder auf

▾ Die alten Bohlen

hatten sich

kaum verformt,

obwohl sie

120 Jahre lang an

einem

stark befahrenen

Eisenbahngleis

gestanden hatten

Die alten asbest-


belasteten

Eternitplatten

wurden

ausrangiert

32 mikado 11.2009

die alte Holzfachwerkkonstruktion

sowie die alte Holzverschalung. Die

historischen Bauteile wurden mit einer

Holzlasur behandelt, die die unterschiedlichen

Farbtöne egalisiert,

und darüber hinaus mit einem Brandschutzanstrich

versehen. Der restliche

Aufbau der Fassade ist neu: Dampfbremsfolie,

16 cm starkes Konstruktionsvollholz,

dessen Zwischenräume

mit 16 cm dicken Mineralfasermatten

gedämmt wurden, Winddichtbahn als

Hintergrund für die Außenhaut und

schließlich 6 cm breite Schalung aus

sibirischem Lärchenholz.

Alt und unbezahlbar

„Angesichts dieser behutsamen Sanierung

konnte der Raumeindruck

des historischen Gebäudes durch

eine neue Lichtkonzeption und zusätzliche

Bauteile in einer modernen

Architektursprache enorm verbessert

werden“, betont der Architekt. Der

neu inszenierte Schuppen mit dem

Namen „Kultur am Gleis 1“ bietet ein

ideales Ambiente für kulturelle Veranstaltungen

aller Art. Das Repertoire

reicht von Ausstellungen über

Versammlungen bis hin zu Tanzveranstaltungen.

Eine fest eingebaute

Bühne und Regieebenen machen

es möglich, dass auch Musikgruppen

und Künstler in den Räumen

auftreten können. Der neue Anbau

dient als Hinterbühne und Umkleide

– und schützt den Saal darüber

hinaus vor dem Lärm der vorbeifahrenden

Züge. Im neuen Kellergeschoss

unter dem Anbau ist Platz

für die Künstlergarderoben. Auch


BILDER DIESER DOPPELSEITE: JAUSS UND GAUPP, FRIEDRICHSHAFEN

Sanierung und Ausbau

moderne Sanitäranlagen wurden

im Zuge der Sanierung eingebaut,

Rauchabzugsöffnungen in Form von

Lichtschächten in die Dachfläche integriert

und die Haustechnik erneuert.

Vor der neuen Revisionsöffnung

der Technikzentrale hängen die alten,

aufgearbeiteten Fenster als zu

öffnende Verkleidung. Erschlossen

wird der Kulturschuppen mit seinen

220 Sitzplätzen direkt über den

Bahnsteig. Das Foyer liegt im Zwischentrakt

zwischen Saal und Güterwaggon.

Letzterer ist immer noch

im Besitz des Fördervereins. Er wurde

von den Mitgliedern in Eigenregie

ausgebaut und in das Objekt integriert.

Die ursprünglichen Toröffnungen

des Schuppens durften ebenfalls bleiben.

Die Handwerker versahen sie

Schnitt

lediglich mit neuen Glas-Aluminium-Elementen

und arbeiteten die

alten Tore restauratorisch auf. Die

Beschläge wurden – kurz vor dem

letzten Weihnachtsfest – demontiert

und zwischengelagert, um nach den

Feiertagen sandgestrahlt und dann

wieder eingebaut zu werden. „Dabei

haben wir die Erfahrung gemacht,

dass altes Zeug doch sehr begehrt

ist“, schmunzelt Hartmann. „Als wir

mit den Arbeiten beginnen wollten,

waren die Beschläge plötzlich nicht

mehr auffindbar. Irgendjemand hatte

sie mitgenommen.“

Das kann dem inzwischen in Betrieb

genommenen neuen Kulturschuppen

zum Glück nicht passieren.

Doch dass es das Beste war, das

Gebäude zu erhalten, darüber sind

sich inzwischen alle einig, betont

◂ Das neue Dach

trägt eine

Deckung aus

anthrazitfarbenenRechteckschindeln

▸ Der „Kultur

am Gleis 1“ steht

nichts mehr

im Wege. Auch

der Waggon

des Fördervereins

hat seinen

Platz gefunden

Hartmann: „Auch wenn ein Neubau

das Gleiche gekostet hätte, das Flair,

das wir in dem Altbau haben, hätten

wir damit nicht generieren können.

Und das ist einfach unbezahlbar.“

Christine Ryll, München ▪

Steckbrief

Bauvorhaben:

Umbau und Modernisierung

eines Güterschuppens in

ein Veranstaltungsgebäude,

D-88074 Meckenbeuren

Bauweise:

Holzfachwerkgebäude mit

Verschalung

Bauzeit:

Februar 2008 bis Februar 2009

Baukosten:

1,8 Mio. Euro

Nutzfläche:

720 m²

Umbauter Raum:

4635 m³

Bauherr:

Gemeinde Meckenbeuren

D-88074 Meckenbeuren

Architekten:

Architekturbüro Jauss und

Gaupp Architekten BDA

D-88046 Friedrichshafen

www.architekten-jauss-gaupp.de

Holzbau:

Christof Hartmann

D-88074 Meckenbeuren

www.hartmann-holzbau.de

www.mikado-online.de 33


Bücher

Manfred Hegger / Isabell Schäfer

Grüne Häuser

Einfamilienhäuser – nachhaltig,

ökologisch, energieeffizient

Callwey, München

1. Auflage ı September 2009

159 Seiten ı 29 x 22 cm

60 Euro

ISBN: 978-3-7667-1809-9

Dieser Ratgeber informiert

umfassend über die aktuellen

gesetzlichen Regelungen

und zeigt, welche Möglichkeiten

existieren, den Energieverbrauch

zu senken, und welche

Rolle künftig erneuerbare

Energien spielen. Die Bandbreite

der Themen reicht von der bautechnischen

Verbesserung der

Energieeffizienz über Solarenergie,

Holzpellets, Wärme-

Klaus Kempe

Holzschädlinge

Vermeiden. Erkennen. Bekämpfen

Huss-Medien, Berlin

4., überarbeitete Auflage

Mai 2009

182 Seiten ı 30 x 21 cm

50 Euro

ISBN: 978-3-345-00935-8

pumpen, Biogas und Fernwärme

bis hin zu den staatlichen Förderprogrammen.

Auf der CD-

ROM befinden sich ein Excel-

Tool „Instandhaltungsplaner“,

Musterbriefe an Mieter, Checklisten

für den Einsatz alternativer

Energien, ein Glossar, das

Erneuerbare-Energien-Wärme-

Gesetz (EEWärmeG) und die

neue Energieeinsparverordnung

(EnEV 2009). ▪

34 mikado 11.2009

Das Autorenduo – beide anerkannte

Experten auf dem

Gebiet des nachhaltigen Bauens

– stellte eine Dokumentation

über Einfamilienhäuser zusammen,

die sowohl ökologisch

als auch gestalterisch vorbildlich

sind. In ihrem Buch präsentieren

sie 30 Bauprojekte

aus Deutschland, Österreich

und der Schweiz mit professi-

H. J. Krolkiewicz /

G. Hopfensperger / H. Spöth

Energiekosten

für Gebäude senken

mit CD-ROM

Haufe, Freiburg

1. Auflage ı April 2009

342 Seiten ı 21 x 15 cm

40 Euro

ISBN: 978-3-448-09352-0

Das Fachbuch behandelt

allgemeinverständlich das

Problem der Zerstörung von

Holzkonstruktionen durch Pilze

und Insekten. Es illustriert dies

ausführlich mit zahlreichen bebilderten

Beispielen. Ziel ist,

dem Fachmann eine gründliche

Kenntnis zur angemessenen

Bekämpfung der biotischen Zerstörer

zu vermitteln. Es ist ein

Nachschlagewerk für Architek-

Statik ist unsere Stärke

Feuerwiderstand REI 30, 60 und 90

LIGNATUR AG

CH-9104 Waldstatt

www.lignatur.ch

Tel. +41 (0)71 353 04 10

Fax +41 (0)71 353 04 11

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onellen Fotos, Plänen, Texten

und den wichtigsten Fakten.

Es berücksichtigt dabei die für

die Nachhaltigkeit eines Hauses

entscheidenden Kriterien. Eine

ausführliche Einleitung sowie

Interviews mit Werner Sobek

und Hermann Kaufmann komplettieren

das Buch und machen

es zu einem wichtigen Werk im

Einfamilienhausbereich. ▪

ten, Bauingenieure und Zimmerer.

Bei seinen Ausführungen

bezieht sich der Autor auf die

neue DIN 68800, deren Teil 4

in Deutschland die Bekämpfung

von Pilzen und tierischen Holzschädlingen

regelt. Die Empfehlungen

gelten als anerkannte

Regeln der Technik. Außerdem

fließen die Erfahrungen seiner

langjährigen gutachterlichen

Praxis mit ein. ▪

LIGNATUR Decken- und Dachelemente haben hervorragende

statische Eigenschaften bei geringem Eigengewicht und minimaler

Höhe. Sie wollen mehr wissen? Wir beraten Sie gerne.


Details im Griff November 2009

Brandschutz

Holzfassaden brauchen Brandschürzen

Brandfall

Am 21. April 2005 brannten in Berlin-Weißensee

in einem siebengeschossigen

Gebäude vier Wohnungen

von der zweiten bis zur fünften Etage.

Vor den Fenstern stand die komplette

Fassade in Flammen. Zwei Menschen

kamen ums Leben, drei wurden

verletzt. Zehn Personen konnten sich

über Schiebe- und Drehleitern oder

mittels Fluchthauben retten.

Fassaden aus Holz sind bei mehrgeschossigen Gebäuden selten.

Neben Problemen mit der baurechtlichen Zulässigkeit gibt es auch

noch wenig praktische Erfahrungen in der brandsicheren Ausführung.

Besonders kritisch war, dass die

Wohnungen teilweise nur Fenster an

der Brandfassade besaßen und das

Treppenhaus stark verrauchte.

Es handelt sich zwar um einen

Massivbau, doch aus dem Fassaden-

aufbau lassen sich Schlüsse zu

Brandgefahren bei mehrgeschossigen

Holzbauten ableiten. Neben der

Oberfläche birgt vor allem auch die

Hinterlüftung Gefahren.

Auf einen Blick

Objekt Mehrgeschossiges Gebäude mit Holzfassade

Schadensbild Im Brandfall schnelles Ausbreiten des Brandes

über die gesamte Fassade

Schadensursache Brennbare Außenhaut und Unterkonstruktion;

Hinterlüftung mit Kamineffekt

Schadensvorbeugung

Einbau von horizontal durchlaufenden Brandschürzen

in jedem Geschoss

◂ Originalaufnahme

der

Berliner

Feuerwehr:

Nur neun Minuten

nach Brandbeginn

stand

die ganze

Fassade

in Flammen

Objekt

Das betroffene Wohn- und Geschäftshaus

ist Teil einer Wohnanlage

aus neun durch Brandwände getrennten

Häusern, die 1995 bis 1996

entstanden. Die tragende Fassadenkonstruktion

besteht aus Stahlbeton,

allerdings abweichend von der

ursprünglichen Planung aus wirtschaftlichen

Gründen mit einer „verlorenen

Schalung“ aus 25 mm dicken

Spanplatten der Baustoffklasse

B2 „normal entflammbar“ errichtet.

Die Treppenraum- und Brandwände

besaßen zementgebundene Holzfaserplatten.

Im Rahmen von Zustimmungen im

Einzelfall nach § 20 bzw. § 21 Bauordnung

Berlin (BauOBln) konnte für

das Gebäude – um Unebenheiten der

Rohbaufassade auszugleichen – eine

normal entflammbare Unterkonstruktion

(Baustoffklasse B2) verwendet

werden, obwohl die BauOBln hier

schwer entflammbare Baustoffe (B1)

forderte. Zusammen mit Brandsperren

aus nicht brennbaren Mineraldämmfaserplatten,

die 50 cm breit

umlaufend an den Fensterpfeilen im

2. und 4. OG anzuordnen waren, stufte

eine mit der Begutachtung beauftragte

Materialprüfungsanstalt die

Konstruktion als unbedenklich ein.

Brandursache

Ein Fernsehgerät implodierte in einer

Wohnung im 2. Obergeschoss

und setzte das Wohnzimmer in Flammen.

Begünstigt durch die mangelhafte

Ausbildung der Gebäudefassade

konnte sich der Brand so schnell

ausbreiten, dass die Feuerwehr bei ihrem

Eintreffen – nur neun Minuten

www.mikado-online.de 35

BERLINER FEUERWEHR


nach der Alarmierung – bereits einen

Vollbrand über fünf Geschosse der

Fassade (ca. 400 m²) vorfand.

Das Feuer, das mit einer Temperatur

von bis zu 900 ˚C aus dem Fenster

des Brandraumes schlug, konnte

sich über den ungeschützten Sturz

in den durch die Hart-PVC-Schienen

gebildeten Luftraum ausbreiten. Dort

setzte es die vorhandenen brennbaren

Materialien (Spanplatte, PVC-

Schiene und Polystyrol-Dämmung)

in Brand und verbreitete sich schnell

über die gesamte Fassade.

Die Konstruktion der Brandfassade

ist ähnlich wie eine Holzfassade

ausgebildet. Auf einer brennbaren

Bekleidung – Holz oder Holzwerkstoffe

– sind brennbare Leisten oder

Schienen zur Hinterlüftung aufgebracht,

an denen wiederum eine normal

oder schwer entflammbare Außenkonstruktion

befestigt ist.

Ein Brand kann sich hier einmal

über die brennbare Außenhaut, aber

auch besonders gut und ggf. unbemerkt

über die Hinterlüftung ausbreiten.

Die Hinterlüftung bietet zudem

eine Art „Kamineffekt“, der bei dem

hier geschilderten Brand zu einem

Flammeninferno führte.

Obgleich derartige Fassadenkonstruktionen

in Holz gemäß § 28 Musterbauordnung

(MBO) von 2002 nur

für Gebäude der Gebäudeklassen 1

bis 3 (max. Höhe des obersten Fußbodens

≤ 7 m) zulässig sind, gehen

die Wünsche vieler Bauherren, Ar-

36

Details im Griff November 2009

Fassadenkonstruktion des Brandschadens: Stahlbeton mit verlorener Schalung Hinterlüftete Fassade mit horizontaler Blechschürze

Außenputz (Unterputz/Textilglas/Oberputz)

Dämmung (Polystyrol-Hartschaum Baustoffklasse B1)

vertikale Schienen (Hart-PVC Baustoffklasse B2)

Halteschienen horizontal (Hart-PVC) Abstand 50 cm

Spanplatte außen (verlorene Schalung)

Stahlbeton

Spanplatte innen (verlorene Schalung)

chitekten und Holzbauunternehmen

dahin, derartige Konstruktionen auch

bei mehrgeschossigen Häusern in Innenstädten

einzusetzen. Die Gründe

dafür sind vielfältig:

▸ Ästhetik

▸ Ökobilanz

▸ Energieeffizienz

▸ regionale Verfügbarkeit

▸ geringes Gewicht

▸ kurze Bauzeit

Bei derartigen Baumaßnahmen,

die bisher nur auf Basis von Ausnahmeregelungen

und Kompensationen

im Bereich der Anlagentechnik möglich

sind, müssen selbstverständlich

die im Baurecht verankerten Ziele des

Brandschutzes gewährleistet sein.

Maßnahmen zum vorbeugenden

Brandschutz

Bezüglich des Brandüberschlags

auf andere Geschosse haben sich in

Labor- und Naturbrandversuchen bei

Holzbauten Brandschürzen bewährt.

Bei richtigem Einbau unterbrechen

sie wirksam die Hinterlüftung und damit

auch die Brandausbreitung zwischen

hinterer und vorderer Fassa-

denkonstruktion.

Als vorkragende Brandsperren,

die durchgängig in einer Höhe um

das Gebäude laufen (Bauchbinden),

verhindern sie auch die vertikale

geschossübergreifende Brandausbreitung

auf der Außenfläche der

Fassade. Bei Holzaußenwandbekleidungen

sind sie in mehrgeschossigen

mikado 11.2009

Stahlblech, kein Aluminium

Dicke = 1,5 mm

für freie Auskragung ≤ 160 mm

Dicke = 2,0 mm

für freie Auskragung > 160 mm

Befestigung mit Stahlschrauben

Gebäuden in jedem Geschoss einzubauen.

Sie können im Bereich der Geschossdecke,

der Fensterbänke oder

der Fensterstürze angeordnet werden.

Als Material eignen sich Blech (Stahl,

kein Aluminium), mineralische Produkte

(z.B. zementgebundene Spanplatten)

oder Holz (nicht brennbar,

abgedeckt oder frei).

Die vorgeschlagenen Lösungen

erfüllen zwar die bauaufsichtlichen

Anforderungen an Fassaden mehrgeschossiger

Gebäude nicht, aufgrund

der vorliegenden Brandversuche, ihrer

wissenschaftlichen Auswertung

und auf der Grundlage von schutzzielorientiertenBrandschutzkonzepten

sind Holzfassaden aber trotzdem

auch in diesem Bereich genehmigungsfähig

und ausführbar.

Planung und Brandschutz müssen

bei solchen Fassaden frühzeitig aufeinander

abgestimmt werden. Idealerweise

wird von Anfang an ein

Fachplaner für den vorbeugenden

Brandschutz in die Planung des Bauvorhabens

einbezogen.

Reinhard Eberl-Pacan, Architekt und Planer

für vorbeugenden Brandschutz, Berlin ▪

Downloadtipp:

Die Langfassung dieses Schadensfalls

steht für mikado-Abonnenten

kostenlos zum Download bereit:

www.mikado-online.de

→ Arbeitshilfen


Dem Inhaber einer Zimmerei mit

15 Arbeitnehmern „platzt der

Kragen“. Nachdem ein langjähriger

Mitarbeiter die letzten Monate schon

fünfmal zu spät zur Arbeit erschienen

war, ist er auch heute wieder unpünktlich.

Seine Kolonne steht auf

der Baustelle und muss auf ihn warten.

Als er eine halbe Stunde nach

Arbeitsbeginn eintrifft, kündigt ihm

der Arbeitgeber wutentbrannt – und

fragt anschließend bei seinem Verband

an, ob die Kündigung auch

wirksam ist.

Vor dem Kündigen muss der

Arbeitgeber abmahnen

Bei allen verhaltensbedingten Kündigungen

gilt der arbeitsrechtliche

Grundsatz: Vorher muss der Arbeitgeber

grundsätzlich eine einschlägige

Abmahnung als milderes Mittel

aussprechen. Deren Inhalt ergibt sich

aus ihren drei Funktionen:

(1) Hinweisfunktion

Die Abmahnung soll den Arbeitnehmer

auf die Pflichtwidrigkeit seines

Verhaltens hinweisen und dieses präzise

beschreiben – mit Datum, Zeit

und ggf. Ortsangabe.

(2) Androhungsfunktion

Die Abmahnung soll dem Arbeitnehmer

eindringlich vor Augen führen,

dass der Arbeitgeber nicht bereit ist,

ein vertragswidriges Verhalten länger

hinzunehmen, und dass er im Wiederholungsfall

das Arbeitsverhältnis

beenden wird.

(3) Dokumentationsfunktion

Die Abmahnung dokumentiert den

Pflichtverstoß und die darauf begründete

Rüge. Deshalb ist sie schriftlich

zu erteilen und dann zur Personalakte

zu nehmen.

Management Ihr gutes Recht

Abmahnungen

Spontane Kündigung ist unzulässig

Verletzt ein Arbeitnehmer wiederholt seine Vertragspflicht, muss ihn der

Arbeitgeber zunächst einmal abmahnen und ihm dabei klar und unmissverständlich

ankündigen, dass ein neuerlicher Verstoß zur Kündigung führt.

Ohne vorherige Abmahnung ist

die Kündigung unwirksam

In unserem eingangs beschriebenen

Fall ist die spontane Kündigung unwirksam,

weil der Arbeitgeber die

Unpünktlichkeit seines Arbeitnehmers

vorher niemals abgemahnt

hatte.

Der Arbeitgeber sollte aber nicht

zu viele Abmahnungen wegen gleichartiger

Pflichtverletzungen aussprechen,

denn das schwächt wiederum

die Warnfunktion erheblich. Wenn

das aber doch der Fall ist, muss er den

Abmahnungstext vor dem Ausspruch

einer Kündigung besonders eindringlich

formulieren, um dem Arbeitnehmer

klarzumachen, dass die nächste

Pflichtverletzung zur Kündigung

führen wird. Die Überschrift sollte

deshalb „Letztmalige Abmahnung“

lauten.

Die Frage, ob bei einer weiteren

Vertragsverletzung dem Arbeitnehmer

gekündigt werden kann oder ob

noch eine weitere Abmahnung erforderlich

ist, hängt letztlich aber

auch von der Art, von der Schwere

und den zeitlichen Abständen der

Verstöße ab.

Auf die richtige Formulierung

kommt es an

Der Arbeitgeber muss also zunächst

eine entsprechende Abmahnung formulieren,

die bei einer Verspätung

beispielsweise so lauten kann:

„Abmahnung – Sehr geehrter Herr

…, leider mussten wir feststellen, dass

Sie am 20.10.2009 durch folgendes

Verhalten Ihre arbeitsvertraglichen

Verpflichtungen verletzt haben: Sie

erschienen an diesem Tag zum wiederholten

Male ohne triftigen Grund

zu spät zur Arbeit, nämlich erst um

7:30 Uhr statt um 7:00 Uhr. Mit

„Das beanstandete Verhalten ist präzise zu

beschreiben – mit Datum, Zeit und Ortsangabe.“

Autor

diesem Verhalten haben Sie Ihre arbeitsvertraglichen

Pflichten verletzt.

Wir können das nicht weiter hinnehmen

und fordern Sie hiermit auf, das

beanstandete Fehlverhalten zukünftig

zu unterlassen und sich vertragsgemäß

zu verhalten. Wir weisen Sie

darauf hin, dass Sie im Wiederholungsfall

mit einer Kündigung des

Arbeitsverhältnisses rechnen müssen.

Mit freundlichen Grüßen …“

Unterhalb seiner Unterschrift sollte

der Arbeitgeber auch gleich eine

Zeile für die Gegenzeichnung seines

Arbeitnehmers mit Ort und Datum

vorsehen und darüber den Satz

„Das Abmahnungsschreiben vom

20.10.2009 habe ich am 22.10.2009

erhalten“ schreiben.

Ulf Mosenthin ist Rechtsanwalt und

seit 1990 beim Verband Baugewerblicher

Unternehmer Niedersachsen

e.V. tätig. Er leitet dort die Abteilung

„Arbeits- und Sozialrecht“.

www.mikado-online.de 37


38

Management

Existenzgründung

Das Marketing A-B-C

Traumhaftes Betriebsergebnis oder Schuldenberg – bei

Existenzgründern liegt beides oft dicht zusammen. Für

den richtigen Weg brauchen die jungen Unternehmer eine

klare Orientierung, besonders im Bereich Marketing.

JAMES STEIDL, ISTOCKPHOTO.COM

mikado 11.2009


Management

Existenz-


gründungsberater

der Hand-

werkskammern

haben viele

Tipps auf Lager,

wie Hand-

werker ihre Ideen

erfolgreich

an den Mann

bringen

Jemand hat eine Idee und glaubt

fest daran, sie mit einer eigenen

Firma erfolgreich umsetzen zu können.

Jetzt überlegt er das Für und Wider.

Die Überlegungen enden leider

viel zu häufig damit, Bedingungen

und Verhältnisse durch die rosarote

Brille zu sehen. Existenzgründer interpretieren

die Fakten häufig zu positiv,

ohne sie akribisch in allen Details

zu hinterfragen und kritisch zu

prüfen. Aufgrund mangelnder Sorgfalt

enden – laut Statistik – rund 60 %

aller Existenzgründungen über kurz

oder lang in einer Insolvenz.

Am besten diskutiert der Existenzgründer

seine Idee mit möglichst

vielen kompetenten Personen, einschließlich

der Existenzgründungsberater

in den Handwerkskammern.

So lange, wie er über das Thema diskutieren

kann, ohne dass konkrete

Vorstellungen bestehen, kann er

auch die Chancen und Schwierigkeiten

offen durchdenken. Existenzgründer

können nie genug kostenloses

Know-how bekommen. Experten

empfehlen, wenigstens ein Existenzgründungsseminar

zu besuchen, um

die gesamte Problematik kennenzulernen.

Meine Zielgruppe,

die unbekannten Wesen?

Der Wurm muss dem Fisch schmecken

und nicht dem Angler! Jungunternehmer

gehen häufig davon

aus, dass der Markt ihre Idee oder

ihr Angebot begeistert aufnehmen

wird. Doch nur wer seine (zukünftigen)

Kunden von vornherein mit in

seine Überlegungen einbezieht, hat

eine Chance, erfolgreich zu bestehen.

Hier helfen Kundenbefragungen zu

Idee und Angebot, z.B. ob der Kunde

bereit ist, den Anbieter zu wechseln,

wenn er das neue Produkt bzw.

die neue Dienstleistung zum Preis

von … Euro erwerben könnte. Um

den Geschäftsansatz weiter zu verbessern,

ist die Frage hilfreich, was

das Angebot noch enthalten muss,

damit der Kunde den Anbieter wechseln

würde.

Neben der konkreten Bedarfs-

ermittlung bieten sich Fragen nach

möglichen Ergänzungen an, wie z.B.

www.mikado-online.de 39


40

Management

Service, Garantie, Beratung, Schnelligkeit

oder Einsatzbereitschaft. Viele

Kunden haben konkrete Vorstellungen,

was das optimale Angebot für

sie enthalten muss. Diesen Informationspool

können Unternehmer dann

anzapfen.

Sieben wichtige Punkte

Wer eine Firma gründen oder ein

neues Produkt am Markt platzieren

will, sollte sein Marketing sorgfältig

planen und sich mit allen möglichen

Szenarien auseinandersetzen.

Attraktives Angebot

Bevor überlegt und gerechnet wird,

muss klar sein, ob der Markt das

Produkt wünscht oder mindestens

braucht. Dieses Wissen gewinnt man

durch Befragung Wer fragt, erfährt

schnell und direkt, ob das neue Angebot

attraktiv ist und ob es Nachfrage

auslöst.

Kundennutzen definieren

Nur wenige Existenzgründer sind in

der Lage, den Vorteil, mit dem sie

erfolgreich Kunden gewinnen wollen,

in einem (kurzen) Satz zu formulieren.

Das ist sehr wichtig, um

Werbebotschaft verständlich und

überzeugend zu formulieren. So kann

man sich eindeutig positionieren und

ist nicht nur einer von vielen.

Wissen um Markt

und zukünftige Wettbewerber

Die Kenntnis des Marktes und der

Mitbewerber ist die Voraussetzung

dafür, die Unterschiede zum eigenen

Angebot klar und überzeugend

zu entwickeln und darzustellen. Nur

mikado 11.2009

◂ Erfolgreiche

Unternehmer

sehen sich den

Markt genau

an, um ihr

Potenzial richtig

einschätzen

zu können

Jeder


Unternehmer

sollte die

Vorteile seiner

Produkte in

einem kurzen Satz

formulieren

können

wer seine Wettbewerber kennt, kann

seine eigene Wettbewerbsfähigkeit

korrekt einschätzen.

Strategie für die

Reaktion des Wettbewerbs

Wichtig ist es, die Reaktionen der

Wettbewerber einzuplanen, damit sie

den jungen Unternehmer nicht völlig

überraschend treffen.

Er sollte mögliche Reaktionen

durchdenken, um sofort mit geeigneten

Gegenmaßnahmen reagieren

zu können.

Marktpotenzial einschätzen

Voller Euphorie unterstellen viele

Existenzgründer, dass der Markt bzw.

das Marktpotenzial für das neue Angebot

ausreichend groß ist.

Sie arbeiten mit Hypothesen und

Annahmen, die häufig nicht der Realität

entsprechen. Für eine realistische

Einschätzung helfen folgende

Fragen:

▸ Wie hoch wird der Durchschnittsumsatz

pro Kunde sein?

▸ Wie viele Kunden müssen pro

Monat/pro Woche oder pro Tag

bestellen bzw. kaufen?

▸ Wie viele Interessenten müssen

pro Monat/pro Woche oder pro

Tag gewonnen werden, damit die

gewünschte Kundenzahl erreicht

wird? (Achtung: Nicht jeder Interessent

kauft oder bestellt!)

▸ Gibt es in dem vorgesehenen

Einzugsgebiet genug mögliche


Management

Kunden, die ihren Anbieter

wechseln könnten?

Die letzte Frage ist besonders

wichtig. Da heute das Angebot größer

ist als die Nachfrage, löst jeder

neue Markteintritt einen Verdrängungswettbewerb

aus.

Wenn die Wettbewerber Kunden

verlieren, werden sie nicht tatenlos

zusehen.

Jede Idee ist anders

Zu den Themen Existenzgründung, Marketing,

Werbung und PR gibt es massenweise

Literatur. Die Grundaussage ist

immer gleich: An einem oder mehreren

Beispielen wird dargestellt, wie einfach

es ist, eine Geschäftsidee erfolgreich zu

realisieren. Alles wird einfach, so logisch

und überzeugend beschrieben, dass bei

den Lesern der Eindruck entsteht: Das

kann ich auch! Doch dem ist nicht so,

denn jede Geschäftsidee hat ihre eigenen

Bedingungen. Hier die zwölf wichtigsten:

Die Person/en

Mentalität, Charakter, Denkweise,

Reaktion, soziale Kompetenz, Ausdauer,

Kontakt- und Überzeugungsfähigkeit sind

personengebunden. Jede Person interpretiert

die bestehenden Bedingungen und

Möglichkeiten unterschiedlich und kommt

zu anderen Ergebnissen.

Die Idee

Der „Erfinder“ hat zu seiner Idee eine

andere Einstellung als der Nachahmer. Er

ist überzeugt und setzt sie durch. Außerdem

ist er in einer anderen Situation. Der

Erfinder hat es einerseits schwerer, aber

andererseits einen entscheidenden Vorteil,

den Nachahmer nicht nutzen können:

Die Medien berichten über ihn. Das ist

kostenlose Werbung.

Die Kenntnisse

Wer eine neue Idee, ein neues Angebot

realisiert, hat sich vorher sehr lange und

intensiv mit dem Thema und den damit

verbundenen Problemen beschäftigt.

Nachfolgende laufen Gefahr, die Probleme

zu übersehen oder sie nicht in vollem Umfang

zu erkennen. Der Erste besitzt in der

Regel ein deutlich größeres Wissen und

kann es auch entsprechend nutzen.

Die Umfeldbedingungen

Die Umfeldbedingungen werden in

den einschlägigen Ratgebern selten

untersucht, obwohl sie oft einen entscheidenden

Einfluss haben. Wurde der

Finanzielle Mittel für die Werbung

Neue Unternehmen sind auf dem

Markt nicht bekannt. Um das zu ändern,

muss in der Anfangsphase überdurchschnittlich

viel Geld für Werbung

und PR eingesetzt werden.

Kreative Ideen

Jetzt ist Kreativität gefragt. Jeder

Existenzgründer, der etwas Neues zu

Initiator von der Frau oder der Familie

unterstützt? Welche Hilfen und Unterstützungen

hat er erhalten? Haben ihm kompetente

Freunde oder Bekannte geholfen?

Wie groß war sein Startkapital?

Das Engagement

Wer etwas Neues entwickelt oder etwas

Bestehendes deutlich verbessert, ist von

der Richtigkeit seiner Zielsetzung und

seiner Arbeit überzeugt. Nachahmer

glauben auch an die Geschäftsidee,

sind aber persönlich nicht so involviert.

Der Erfinder hat sich lange und intensiv

mit allen Details auseinandergesetzt

und – wie man so sagt – sein „Herzblut“

eingebracht.

Das Einzugs- bzw. Verbreitungsgebiet

Ein besonders häufiger Fehler ist, dass

nicht ausreichend geprüft wird, ob das

vorhandene Marktpotenzial im voraussichtlichen

Einzugs- bzw. Verbreitungsgebiet

für das eigene Angebot groß genug

ist. Ein Ladengeschäft für Naturfußbodenbeläge

benötigt ein wesentlich größeres

Einzugsgebiet als ein Universal-Dienstleister

für Haus- und Gartenarbeiten.

Der Standort

Der Standort entscheidet oft über den

Erfolg einer Existenzgründung. Anbieter,

die eine hohe Kundenfrequenz benötigen,

siedeln sich in einer zentralen oder

verkehrsgünstigen Lage an. Bei Anbietern,

die zu ihren Kunden kommen, ist die

Lage im Prinzip unwichtig. Spezialisten,

die innerhalb einer Region ein monopolartiges

Angebot haben, können sich auch

außerhalb der Zentren ansiedeln.

Ein weiterer Punkt ist die Verkehrslage.

Unternehmen, die sich an stark frequentierten

Straßen ansiedeln, haben

den Vorteil, dass sie täglich tausende

Kontakte zu den Passanten und Verkehrsteilnehmern

haben, weil ihre Werbung,

ihr Angebot wahrgenommen wird. Sie

erreichen innerhalb kurzer Zeit eine hohe

bieten hat, muss sich überlegen, wie

er sein neues Angebot so darstellt,

dass die Presse über ihn berichtet.

Vor allem bei der der PR-Planung

kommt es darauf an, anders als andere

zu sein.

Wer weiß, was ihn am Markt erwartet,

kann entsprechend planen

und die Bedingungen für sich optimieren.

Hans-Jürgen Borchardt, E-Denia ▪

Bekanntheit, ohne finanzielle Mittel für

Werbung aufwenden zu müssen.

Die Wettbewerber

Selten kann man ohne Wettbewerber

arbeiten. Da Wettbewerb aber Kampf

um die Kunden heißt, sollte man seine

Gegner kennen. Wer seine Gegner nicht

kennt und sein eigenes Angebot nicht

so gestaltet, dass er sich als die bessere

Alternative präsentiert, muss über den

Preis verkaufen. Der Wettbewerb über

den Preis ist die denkbar schlechteste

Lösung. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis

es irgendjemand billiger macht.

Die Marktbedingungen

Die Marktbedingungen können von Region

zu Region sehr verschieden sein. Was

in Berlin richtig ist, gilt nicht automatisch

auch für Regensburg oder Wilhelmshaven.

Die Kaufkraft, das Kaufverhalten,

die Verbrauchergewohnheiten, die regionalen

Gepflogenheiten sind im Regelfall

anders und können die Geschäftsidee

mehr oder weniger stark beeinflussen.

Die Startbedingungen

Oft haben erfolgreiche Unternehmensgründer

schon im Vorfeld Zusagen

oder Verträge mit Abnehmern, die eine

bestimmte Grundauslastung garantieren.

Wer nicht eine ausreichend lange

Anlaufzeit einplant, dem geht oft „die

Puste“ aus.

Der Neuigkeitscharakter

Nachahmer haben den Vorteil Neuigkeit

nur begrenzt. Eine Möglichkeit, die Pioniervorteile

zu nutzen, besteht darin, das

Angebot weiterzuentwickeln.

Die finanziellen Mittel

Jeder sollte sich jeder ausschließlich

auf seinen tatsächlichen Finanzbedarf

konzentrieren. Auf keinen Fall darf es

„gerade so reichen“. Wer keine ausreichenden

Reserven einplant, kommt beim

ersten nicht geplanten Zwischenfall in

Schwierigkeiten.

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Der innovative Balkon

– innen im Mauerwerk

liegende Stahlhülse

– außen einen eingescho benen

Leimholzkragbalken mit Metallabdeckung

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Aussengeländer

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Größen und Formen aus massivem

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Verbindung

Schrauben genügt

▴ Eine lange Senkkopfschraube

und einige Vollgewindeschrauben

reichen aus, um Koppelpfetten

sicher miteinander zu verbinden

Würth entwickelte eine neue Verbindungsmethode

für Koppelpfetten, die

den sog. „Einhängeeffekt“ nach der

neuen DIN 1052 nutzt. Einzudrehen

sind nur eine Scheibenkopfschraube

und je nach Belastung zwei bis

sechs Vollgewindeschrauben – jeweils

rechtwinklig zur Sparrenpfette.

Vorbohrung und Ausfräsungen

sowie Setz- oder Klemmwerkzeuge

sind damit überflüssig.

Adolf Würth GmbH & Co. KG

D-74650 Künzelsau

Telefon 0 79 40/15-0

www.wuerth.de

mikado 11.2009

Produkte

Infrarotkamera

Spürhunde und Sparfüchse

Das Bau-Sperrholz „Finnforest Spruce protect“

ist mit einem besonderen Holzschutzmittel imprägniert:

Den nach DIN 68800 bzw. 68705-3 geforderten

Pilzschutz übernimmt das bauaufsichtlich

zugelassene Holzschutzmittel Boracol 10 Rh,

das tief ins Sperrholz

eindringt. Der

neue Holzwerkstoff

ist außerdem gegen

Schimmel behandelt,

sodass die Platten

für viele problematische

Aufgaben

bei Bau und Renovierung

einsetzbar sind:

bei Dächern über

und Decken unter

unbeheizten Räu-

men, Dachüberständen

und Räumen mit

langfristig sehr hoher

Kamerahersteller Flir stellte die neue Infrarotkamera „i7“ vor. Sie

verbindet eine Infrarotauflösung von 120 x 120 Pixel mit einem

auf 25° × 25° erhöhten Sichtfeld und einer Genauigkeit von ±2 %.

Diese Kombination ermöglicht das einfache und schnelle Erkennen

von mangelhafter Dämmung, Problemen bei Heiz-, Belüftungs- und

Klimasystemen, Wärmelecks und zahlreichen anderen Problemen

an Gebäuden. Für umfassende Analysen am Auftragsort stehen

drei verschiedene Messmodi zur Verfügung: Punkt (mittig), Bereich

(Min./Max.) und Isotherm (oberhalb/unterhalb).

FLIR Systems GmbH Germany ı D-60437 Frankfurt am Main

Telefon 0 69/9 50 09 00 ı www.flir.de

▸ Die Flir i7 ist eine Weiterentwicklung der Kamera i5.

Sie macht die Arbeit mit moderner

Infrarottechnologie ab 2995 Euro (zzgl. MwSt.)möglich

Bau-Sperrholz

Feuchtgebiete ohne Pilze

▴ Für Bereiche mit hoher Feuchtebelastung

ist der

neue Holzwerkstoff „Spruce

protect“ mit vorbeugendem

Pilzschutz konzipiert

relativer Luftfeuchtigkeit. Den Holzwerkstoff

gibt es in den Standardformaten 2500 x 1250

und 2500 x 625 mm und in Stärken von 15, 18,

21, 24, 27 und 30 mm mit stumpfen Kanten oder

mit Nut und Feder.

Finnforest Deutschland ı D-28237 Bremen

Telefon 04 21/6 91 17 75 ı www.finnforest.de


Verbindung

Produkte

Holz bleibt unter sich

Holzhausbauer Murr entwickelte ein

Massivholzwandsystem mit neuartiger

Verbindungstechnik. Um das Naturprodukt

Holz nicht mit Leim oder Metall

zu versetzen, kommt eine „Schraube

aus Holz“ zum Einsatz. Ein spezieller

Bohrmaschineneinsatz ermöglicht, mit

Gewinde versehene Holzstifte in vorgebohrte

Löcher zu schrauben. Das Massivholzwandsystem

besteht aus beliebig

vielen Schichten Holz, die diese

Schraube verbindet.

Hans Murr ı D-86633 Neuburg/Donau

Telefon 0 84 31/4 77 60 ı www.murr.de

Montageanlage

Rechte Winkel für alle Größen

Mit der All-in-One-Montageanlage

„tectofix 3000“ lassen sich

Holzbalken für die Vorfertigung

von Dach-, Wand- und Deckenelementen

absolut rechtwinklig

anlegen und aufspannen. Auf

zwei parallel verlegten Lagen

von Stahlträgern, die über Kreuz

angeordnet sind und ein Raster

bilden, liegen Pfosten und Riegel

wie auf einem überdimensionalen

Arbeitstisch exakt lotrecht

Brandenburg·16816 Neuruppin

Philipp-Oehmigke-Str.2·Fax 03391/5196-33 � 03391/5196-0

Sachsen-Anhalt·06386 Elsnigk

Scheudersche Straße 11·Fax 03 49 73/283-33 � 03 49 73/283-0

NRW·50858 Köln

Ackerwinde 28·Fax 02 21/55405822 � 02 21 / 554 0580

www.opitz-holzbau.de·www.opitz-solar.de

▴ Die neu entwickelte „Schraube

aus Holz“ verbindet

Hölzer ohne Leim und Metall

nach Planvorgabe. Haltevorrichtungen

fixieren sie so, dass sie

sich nicht mehr verschieben. Die

Anlage wird auf dem Boden der

Werkhalle montiert, ist modular

aufgebaut und rundum erweiterbar.

So lassen sich Holzbau-Elemente

jeder Größe vorfertigen.

Bauer Holzbau GmbH

D-74582 Gerabronn

Telefon 0 79 52/9 25 90 24

www.bauer-holzbau.de

MDF-Platte

Brandschutz in Schwarz

Mit der „Topan MDF black FR“ brachte Glunz eine

schwer entflammbare Variante seiner schwarz

durchgefärbten MDF-Platten auf den Markt. Kombiniert

mit einem 2-Komponenten-Acryl-Mehrschichtlack

erfüllt das Produkt hohe Brandschutz-

Standards, ist nach DIN EN 13501-1 zertifiziert

und genügt auch einem hohen Designanspruch.

Lieferbar sind Stärken von 10 bis 25 mm.

Glunz AG ı D-49716 Meppen

Telefon 0 59 31/4 05-0 ı www.glunz.de

Wärmedämmung

Recycling zum Energiesparen

Mit neuen Glasswool-Produkten der Wärmeleitfähigkeit

=0,032 antwortet Hersteller Ursa auf die gestiegenen Anforderungen

der EnEV 2009. Durch verbesserte Spannkraft

sind zweilagige Ausführungen ohne Durchhängen möglich.

Hergestellt sind sie aus Rohstoffen, die in der Natur

nahezu unbegrenzt vorkommen, und aus Altglas.

Lieferbar sind sie als Spannfilz

„SF 032 PLUS“ in 100 bis

160 mm, als Untersparrenfilz

„USF 032 PLUS“ in 60 mm

und als Dämmfilz „DF 032-h“

in 100 bis 160 mm Dicke.

Ursa Deutschland GmbH

D-04158 Leipzig

Telefon: 03 41/52 11-100

www.ursa.de

▸ Altglas lässt sich zu

einer guten

Dämmung verarbeiten

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44

mikado 11.2009

Produkte

Dämmplatten

Nicht von Pappe

Einen neuartigen ökologischen Dämmstoff meldete

ein Startup-Unternehmen zum Patent an

und brachte ihn nun auf den Markt. Längs- und

querverklebte Wellplatten ergeben ein Element,

das in Sachen Formstabilität, Wärmedämmung,

Druckfestigkeit, Schalldämmung und Brandschutz

gute Eigenschaften aufweist. Der Rohstoff

Zellulose ist nachwachsend und zu 100 %

recycelbar. Da vorhandene Anlagen der Verpackungsindustrie

zum Einsatz kommen, sind

die Produkte relativ kostengünstig herstellbar.

Durch Verklebung mit Span-, Furnier- und

Mehrschichtplatten sind zudem leistungsfähige

Verbundelemente möglich.

Z+B Verbundelement KG

D-97705 Waldfenster

Telefon 0 97 34/14 29

www.verbundelement-kg.de

▴ Längs- und querverklebte Wellplatten

ergeben ein leistungsfähiges Dämmmaterial

Bodentreppen

Siegel gegen Schönrechner

Wellhöfer bietet wärmegedämmte Bodentreppen

an, die von einem unabhängigen Institut geprüft

sind. Im sog. „Heizkastenverfahren“ wird dabei

über einen Zeitraum von zwei Wochen der tatsächliche

Wärmedurchgang der kompletten Bodentreppe

ermittelt. Fehlt das Prüfsiegel, ist es möglich,

dass lediglich für eine ideale Stelle des Deckels der

U-Wert ausgerechnet und angegeben ist.

Wellhöfer Treppen GmbH & Co. KG

D-97084 Würzburg

Telefon 09 31/6 14 05-0

www.wellhoefer.de

Spannbahnen

Klöbt von beiden Seiten

Zwei Klebestreifen im Überdeckungsbereich sorgen


für ein dichtes Verkleben der

Unterdeck- und der Unterspannbahnen

Klöber führt für seine Unterdeck- und Unterspannbahnen

der Permo-Produktlinie eine innovative

Verklebetechnik ein. So sind diese

Produkte nun mit zwei Klebestreifen im Überdeckungsbereich

ausgerüstet und mit dem Namenszusatz

SK² gekennzeichnet. Ein besonderer

Vorteil ist die zügige und sichere Verarbeitung

auf der Baustelle. Das „Kleber-auf-Kleber-System“

verbessert die winddichte Verklebung.

Eine kraftschlüssige Verbindung erfordert so

einen geringeren Anpressdruck und die Verbindung

ist auch unter Baustellenbedingungen

verlässlich. Beide Klebestreifen sind mit einer

Releasefolie ausgestattet, die die Klebestellen

bei Transport und Verarbeitung schützt.

Klöber GmbH & Co. KG

D-58256 Ennepetal

Telefon 0 23 33/98 77-0 ı www.kloeber.biz


Produkte

Gipsfaser-Platte

Wände für Lüftungsmuffel

▴ Die Plattenoberfläche reinigt die Raumluft

von gesundheitschädlichen Stoffen

Die neue Gipsfaser-Platte

„Fermacell greenline“

reduziert und neutralisiert

über eine spezielle

werksseitige Beschichtung

schädliche Stoffe

oder unangenehme Gerüche

aus der Raumluft.

Ihre Herstellung erfolgt

in einem umweltfreundlichen

Verfahren auf der

Basis von natürlichen

Materialien. Die Ober-

flächen nehmen in der Raumluft enthaltene gesundheitsschädliche

Stoffe wie Aldehyde und Ketone auf und binden sie dauerhaft.

Diese Wirkung bestätigte das unabhängige eco-Institut

in Köln. Sie ist langjährig aktiv, auch unter Endbeschichtungen,

wie z.B. unter Anstrichen.

Fermacell GmbH

D-47119 Duisburg ı Telefon 08 00/5 23 56 65

www.fermacell.de

Konstruktionsvollholz

Präzision spart Material

Ruser bietet mit seinem „Exakter“ ein genormtes, güteüberwachtes

technisch getrocknetes Konstruktionsvollholz

(KVH) an. Er fertigt es individuell nach Liste bis zu einem

Querschnitt von 160 x 280 mm, stückgenau kommissioniert,

ohne

Verschnitt bis

zu 14 m lang,

auf Wunsch

millimetergenau

gekappt,

jedes Bauteil

mit Stirnseitenerkennung

und Paketzet-

▴ In 60 verschiedenen Querschnitten bis 160 x 280 mm tel. 60 Quer-

liefert Ruser sein Konstruktionsvollholz (KVH) aus schnitte sind

in der Regel

innerhalb einer Woche nach Bestellung verfügbar. Im

Gegensatz zur herkömmlichen Herstellung aus Stangenware

oder Systemlängen gibt es bei Ruser bis zu 20 Prozent

weniger Verschnitt.

Holz Ruser GmbH & Co. KG

D-24619 Bornhöved

Telefon 0 43 23/9 05-0

www.exakter-kvh.de

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MESSE FRANKFURT / WIEHAG

Fortbildung

15. Internationales Holzbau-Forum (IHF)

Aus der Praxis – für die Praxis

Wirtschaft, Markt, Ökologie, Energieeffizienz, Architektur, Tragwerke und

Realisierung – darum dreht sich vom 2. bis 4. Dezember 2009 der größte europäische

Holzbaukongress in Garmisch-Partenkirchen.

Das Garmisch-Partenkirchener

Congress Centrum ist auch 2009

wieder Austragungsort des dreitägigen

Internationalen Holzbau-Forums

(IHF). Wie letztes Jahr erwarten

die Veranstalter weit über 1000

Teilnehmer in der Alpenmetropole.

Mehr als 60 Vorträge namhafter Referenten

aus Forschung und Praxis

informieren ausführlich über aktuelle

und künftige Entwicklungen im

Holzbau.

Die ganze Breite des Holzbaus

Die Auftaktveranstaltung am Mittwochvormittag

beschäftigt sich mit

den Themen „Nachhaltigkeit, Ökologie

und Zertifikate“ sowie der

„Zukunft gemeinsamer Holzabsatzförderung

in Deutschland“. Nach-

mittags geht’s dann weiter mit diesmal

vier zeitgleich stattfindenden Prolog-

Blöcken:

48 mikado 11.2009

▸ Architektur-Forum „Kultiviertes

Bauen“

▸ Fertighaus-Forum „Marktanalyse

und Marktchancen“

Holzhausbau-Forum „Ökonomische

Mehrwerte des nachhaltigen

Bauens“

▸ Verbindungstechnik-Forum

„Schrauben und Kleben im Holzbau“

Was die vier Prologe am Mittwoch

als Einzelthema aufgreifen, vertiefen

dann am Donnerstag und Freitag die

sieben Themenblöcke des sog. „Kernforums“.

Das internationale Veranstaltergremium

unter der Federführung

der Berner Fachhochschule Biel und

der Hochschule Rosenheim präsentiert

dabei hochkarätige Experten aus verschiedenen

Ländern. Die Teilnehmer

erhaltsen ein Update ihres Wissensstands

zu folgenden Themen:

Holzumfeld: Die globale Krisenbewältigung

und ihre Chancen

◂ Die Frankfurter

Messehalle 11

von Hascher Jehle

Architektur

besitzt über 116 m

gespannte

Fachwerkträger.

Alfons Brunauer

stellt das

spektakuläre

Bauprojekt vor

Das IHF-


Programm bietet

auch 2009

eine große Palette

spannender

Vortragsthemen

Holztragwerke: Organische

Freiformflächen und ausgewählte

internationale Großprojekte

▸ Situation des Holzbaus in

Schweden

Holzbrückenbau und Erlebnisstege

▸ Energieeffizientes Bauen

mit Holz

▸ Urbaner Holzbau: Forschung

begleitet Realisierung

Kein Fortschritt ohne Pioniere

Auch in diesem Jahr dient das IHF

als Rahmen, um Persönlichkeiten

zu ehren, die sich große Verdienste

bei der Entwicklung des Bauens mit

Holz erworben haben. In einer Feierstunde

erfahren Kommerzialrat Reinhold

Mosser (Mosser Holzindustrie,

A-Randegg) und Prof. Dr. Peter Glos

(TU München) eine angemessene

Würdigung ihres Lebenswerks. ▪

Ausführliche Infos zum Programm

und zur Anmeldung gibt es im

Internet: www.forum-holzbau.com

→ Veranstaltungen


Fortbildung

Vortragsprogramm des Kernforums

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Holzumfeld: Strukturveränderungen – Krisen und ihre Chancen

Moderation: Prof. Uwe Germerott, BFH Biel, CH-Biel

▸ Die Welt nach der Krise: Was bleibt – was kommt?

(Kai Gramke, Prognos, CH-Basel)

▸ Green Building – Einflüsse aufs Planen und Bauen

(Dr. Michael Bauer, Dress & Sommer Building Technologies,

D-Stuttgart)

Holztragwerke: Freiformflächen – Konstruieren und Bauen

in organischen Formen

Moderation: Prof. Dr. Claus Wagner, Hochschule Rosenheim,

D-Rosenheim

▸ Bionische Architektur mit Holz – unsere Chance!

(Hermann Blumer, SJB.Kempter.Fitze, CH-Herisau)

▸ Toskana Therme (Mathias Hofmann, Hess-Wohnwerk,

D-Kleineheubach)

▸ Freiformen in Holz – Golfresort in Südkorea / Therme für

ein 5-Sterne-Hotel in Bad Ragaz (Richard Jussel, Blumer-

Lehmann, CH-Gossau)

▸ Pompidou Metz – die Umsetzung (Jean de Gastines,

Shigeru Ban Architects Europe and Jean de Gastines, F-Paris)

Holztragwerke: Ausgewählte

internationale Objekte mit Ausstrahlung

Moderation: Prof. Dr. Frank Lam, UBC Vancouver, CAN-

Vancouver

▸ Ästhetik pur – Holzbau und Fassade der Herbert Art Gallery

(Marcus Fischer, Finnforest Merk, D-Aichach)

Holz statt Stahl – vier Fußballstadien in Quebéc

(Eric Karsh, Equilibrium Consulting, CAN-Vancouver)

▸ Freizeit- und Schwimmzentrum „Les Thermes“ (Heinrich

Werner Ochs, Ochs GmbH, D-Kirchberg; Axel Christmann,

Hermann & Valentin et Associes, LUX-Remerschen)

▸ Messehalle 11 Frankfurt am Main

(Alfons Brunauer, Wiehag, A-Altheim)

Freitag, 4. Dezember 2009

Block A

Gastland Schweden

Moderation: Tobias Schauerte, Växjö University, S-Växjö

▸ Schwedischer Holzbau von 1994 bis 2008 (Niclas Svensson,

Sveriges Träbyggnadskansli, S-Stockholm)

▸ Realisierte Holzbauobjekte der letzten Jahre aus

architektonischer Sicht (Prof. Magnus Silfverhielm,

AIX arkitekter AB, S-Stockholm)

▸ Industrieller Holzbau

(Prof. Lars Stehn, Lulea Tekniska Universitet, S-Lulea)

▸ Herausforderungen im Holzbau

(Prof. Charlotte Bengtsson, SP Trätek, S-Boras)

▸ Limnologen-Potpourri – Praktische Erfahrungen mit

achtgeschossigen Holzhäusern

(Prof. Erik Serrano, Växjö Universitet, S-Växjö)

▸ Zukunftsstrategie – Holzstadt 2012

(Prof. Erland Ullstad, Växjö kommun, S-Växjö; Niclas

Svensson, Sveriges Träbyggnadskansli, S-Stockholm)

Block B

Brücken und Erlebnissteige

Moderation: Prof. Michael

Flach, Universität Innsbruck,

A-Innsbruck

▸ Bestandsanalyse

von Holzbrücken mit

zerstörungsfreien und

zerstörungsarmen

Prüfverfahren (Dr. Andreas

Hasenstab, Remmers

Fachplanung, D-Löningen)

▸ Fußgängerbrücke Oloron St.

Marie (Jean-François Blassel, RFR-Paris, F-Paris)

▸ Blockverleimte Brücken für die Bundesgartenschau

(Prof. Dr. Johann Pravida, HS Rosenheim, D-Rosenheim)

▸ Eine Brücke für den Drachenkönig in Buthan

(Wolfram Kübler, Walt + Garmarini, CH-Zürich)

▸ Wipfelwanderweg Almfrische Rachau

(Wolfgang Wild, Almholz Vertriebs-GmbH, A-Fladnitz)

▸ Hochmoorerlebnispfad im Wilden Kaiser

(Dr. Christian Stöffler, FS1-ZT GmbH, A-Innsbruck)

Block C

Energieeffizientes Bauen

Moderation: Prof. Andreas Müller, BFH Biel, CH-Biel

▸ Gebäudeformbeiwert als Indikator für den Heizenergiebedarf

(Prof. Kimmo Lylykangas, TU Helsinki, SF-Helsinki)

▸ Von der Energieschleuder zum Nullenergiehaus – zwei

aktuelle Beispiele (Beat Kämpfen, Kämpfen für Architektur,

CH-Zürich)

▸ eco2building – Energieeffizienz und Ökonomie in Holz für

Industrie und Gewerbe (Prof. Dr. Claus Kahlert,

ebök Institut für Effizienzforschung, D-Tübingen)

▸ Energieflüsse und gesunde Innenraumluft im

Plusenergiehaus – gemessene Werte

(Werner Setz, Setz Architektur, CH-Rupperswil)

▸ Energieeffiziente Gebäudehülle in Holz – Neubau des

Headquarters der Salon AG (Prof. Dr.-Ing. M. Norbert Fisch,

IGS TU Braunschweig, D-Braunschweig)

Epilog

Urbaner Holzbau – Forschung

begleitet Realisierung

Moderation: Prof. Wolfgang Winter, TU Wien, A-Wien

▸ Brandschutztechnische Lösungen für den vielgeschossigen

Holzwohnbau (Martin Teibinger, Holzforschung Austria,

A-Wien)

▸ Unterdrückung der Schall-Längsleitung im Massivholzbau

(Franz Dolezal, Holzforschung Austria, A-Wien)

▸ Wege der Planung beim urbanen Holz-Wohnbau (Johannes

Kaufmann, Johannes Kaufmann Architektur, A-Dornbirn)

▸ Schul- und Bürobauten in der Steiermark am Beispiel

Wildon, Mayer-Melnhof und Kindergarten Leoben

(Werner Nussmüller, Nussmüller Architekten, A-Graz)

www.mikado-online.de 49

MIKADO


Fortbildung

Tipps und Termine

Kassel

Seminar Flexible Preisbildung

Aufträge mit hart kalkulierten Preisen entscheiden über möglichen

Gewinn oder Verlust eines Unternehmens. Der harte Wettbewerb

fordert immer neue Tiefstpreise. Das Seminar zeigt,

wie Handwerker erfolgreich Preisober- und Preisuntergrenzen

ermitteln. Die Referenten erläutern mit Beispielen aus dem

Arbeitsalltag, wie sich die Ermittlung der Preise unmittelbar auf

das Ergebnis auswirkt. Praktische Übungen helfen, das erlernte

Wissen sofort im eigenen Betrieb anzuwenden.

Veranstaltungsort: Kassel ı Termin: 27. November 2009

Teilnahmegebühr: 299 Euro

Informationen: www.weka-akademie.de → Handwerk

Kassel

Gesellenschulung Dämmtechnik

Um die Ausführungskompetenz zu erhöhen und Fehler bei der

Anwendung zu vermeiden, veranstaltet die „Fördergemeinschaft

Holzbau und Ausbau“ eine Gesellenschulung zur „Fachkraft

Dämmtechnik Holzbau, Ausbau & Modernisierung“. Die eine

Hälfte der insgesamt 26 Stunden sind Praxisübungen für die

fachgerechte Ausführung von Anschlüssen, Durchdringungen

und Fugen. Die andere Hälfte befasst sich mit Fachtheorie.

Veranstaltungsort: Kassel ı Termin: 19. bis 21. November 2009

Teilnahmegebühr: 195 Euro (Innungsbetriebe) / 255 Euro

Infos: www.fg-holzbau.de

Frankfurt/M. ı Hamburg ı Berlin ı Stuttgart ı München

Baufachtagung Perfekte Gebäudehülle

Das effiziente und reibungslose Zusammenarbeiten

der unterschiedlichen Gewerke

steht auch bei der 14. Baufachtagung

im Mittelpunkt. Die Referenten

aus verschiedenen Unternehmen zeigen

innovative Dienstleistungen, Werkzeuge

und Softwareprodukte. Die Vorträge

drehen sich um die EnEV 2009, den Gebäudeumbau

in Passivhausstandard, den

Einsatz erneuerbarer Energien, die Umnutzung

von Wohnungen sowie Schall-

und Brandschutz.

Veranstaltungsort: Hamburg ı Termin: 16. November 2009

Veranstaltungsort: Berlin ı Termin: 18. November 2009

Veranstaltungsort: Stuttgart ı Termin: 1. Dezember 2009

Veranstaltungsort: München ı Termin: 3. Dezember 2009

Teilnahmegebühr: 95 Euro ı Infos: www.baufachtagung.de

50 mikado 11.2009

Darmstadt

Fernlehrgänge zum Energieberater

Verschiedene Fernlehrgänge für Energieberater

mit zertifiziertem Abschluss

bietet die TU Darmstadt an. Die Teilnehmer

lernen mit einem multimedialen

Trainingssystem ort- und zeitunabhängig.

Jeder bestimmt Start,

Lernzeiten und Lerntempo selbst.

Fragen beantwortet ein Tutorenteam.

Einzige Präsenzveranstaltung ist die

Abschlussprüfung.

Veranstaltungsort: zu Hause / im Büro

Termin: jederzeit möglich

Prüfungsort: Darmstadt ı Teilnahmegebühr: 1790 Euro

Infos: www.energieberater-ausbildung.de

Hamburg

Tag der Holzwirtschaft

Um „Holztechnolgie zwischen

Grundlagenforschung, Industrie-

nähe und Politikberatung“ dreht

sich das wissenschaftliche Symposium

mit hochkarätigen Referenten.

Veranstaltungsort: Hamburg

Termin: 13. November 2009

Teilnahmegebühr: Vorträge kostenfrei,

Abendprogramm 45 Euro

Infos: www.holzwirtschaft.org/

tagderholzwirtschaft

Heilbronn ı St. Johann ı Wismar ı Brilon

Seminar DIN 1052 effizient anwenden

Zweitägige Seminare bietet der österreichische Holzwerkstoffhersteller

Egger an. Der erste Tag befasst sich mit der neuen

DIN 1052:2008-12, der zweite mit der Entwicklung erfolgreicher

Verkaufsstrategien vom Erstgespräch bis zur Kundenbindung.

Veranstaltungsort: Heilbronn

Termin: 27. und 28. November 2009

Veranstaltungsort: St. Johann/Tirol

Termin: 15. und 16. Januar 2010

Veranstaltungsort: Wismar

Termin: 19. und 20. Februar 2010

Veranstaltungsort: Brilon

Termin: 26. und 27. Februar 2010

Teilnahmegebühr: 149 Euro ı Infos: www.egger.com/holzbau


Holzbau & Forschung

Feldstudie

Dauerhaftigkeit von Blockhäusern

Kaum eine andere Holzbauweise diskutieren Fachkreise so kontrovers wie

den Blockbau. Eine Felduntersuchung an 20 Objekten

ergab wertvolle Fakten zu den Themen Dauerhaftigkeit und Risikopotenziale.

Blockbalken sind im Gegensatz

zu Bauteilen mit wasserabweisenden

Bekleidungen in vielen Fällen

direkt der Witterung ausgesetzt.

Erschwerend kommt hinzu, dass die

Konstruktionen oft 1000 bis 1500 lfm

Außenfugen und zahlreiche Hirnholzflächen

aufweisen – etwa bei

den Eckverkämmungen.

Bisherige Regelungen des baulichen

Holzschutzes in DIN 68800-2

(Holzschutz: Vorbeugende bauliche

Maßnahmen im Hochbau) sahen

in solchen Fällen (Gebrauchsbzw.

Nutzungsklasse 3) prinzipiell

die Anwendung eines vorbeugenden

chemischen Holzschutzes nach DIN

68800-3 (Holzschutz: vorbeugender

Schutz von Holz mit Holzschutzmitteln)

vor. Dabei werden Blockhäuser

– nicht zuletzt aus gesundheitlichen

Erwägungen – seit jeher ohne

chemischen Holzschutz errichtet. Einer

Vielzahl dauerhafter Blockbauten

stehen einzelne Gebäude mit vorzeitigem

Versagen gegenüber.

Im Auftrag der Gütegemeinschaft

Blockhausbau e.V. führte Josef

Egle mit Unterstützung von Baudirektor

i.R. Borimir Radovic eine

Felduntersuchung zu Dauerhaftigkeit

und Risikopotenzialen von Blockbauten

durch.

Zwanzig Blockhäuser

unter der Lupe

Für die Untersuchungen wählten die

Holzbauspezialisten 20 Wohngebäude

im Alter zwischen 10 und 150

Jahren in Regionen unterschiedlicher

Höhe und Schlagregenbeanspruchung

in Deutschland und in

der Schweiz aus. 14 Objekte waren

in Fichte, vier in Kiefer und je eines

www.mikado-online.de 51


Holzbau & Forschung

◂ Bild 1: Nach

teilweiser

Entfernung von

Riesel tritt

ein weitgehend

zerstörter

Schwellenbalken

hervor

(Bj. 1989)

◂ Bild 2:

Strukturelle

Schädigungen

Unterzug/

Balkonträger

und Aufdopplung

(Bj. 1983)

◂ Bild 3:

Geringfügiger

Befall

durch holzabbauende

Pilze an Hirnholzflächen

und

Schwindrissen im

Schwellenbereich

(Bj. 1967)

◂ Bild 4:

Oberflächiger

Pilzbefall.

Die Schwelle liegt

direkt auf Steinplatten

(Bj. 1965)

Bild 5: Erhöhte


Auswasch-

beanspruchung,

keine

Schädigung der

Schwellenbalken

(LA, Bj. 1930)

52 mikado 11.2009

in Lärche und Douglasie gebaut. Ein

Gebäude war in Rundstammbauweise,

die anderen in Vierkantkonstruktion,

davon 16-mal einschalig,

zweimal zweischalig und einmal in

Senkrechtbauweise.

Knackpunkte überprüfen

Vorrangig erstreckten sich die Untersuchungen

und Messungen auf die

bewitterten Gebäudeseiten, insbesondere

Schwellen, Eckverkämmungen,

Fenster, Türen, Balkenlängsstöße und

weitere Anschlüsse.

Neben einer detaillierten Erfassung

des baulichen Zustands und

Holzfeuchtemessungen prüften die

Experten die Blockbalken auf einen

Befall durch holzabbauende Pilze

oder Insekten.

Bei allen Gebäuden waren die

Schwellenhölzer in der gleichen

Holzart wie die weiteren Wandbalken

ausgeführt. Ausgehend von

Baukonstruktion, Altersklasse und

Schwindfugen wurden anscheinend

fünf Objekte lufttrocken verarbeitet,

die übrigen waren technisch getrocknet.

Alle zwanzig Gebäude waren mit

„üblichen“ Dachüberständen ausgeführt

(Traufe ca. 80 – 150 cm, Giebel

ca. 100 – 200 cm).

Bei der Hälfte der Gebäude war an

mindestens einer Außenwand Brennholz

unter Dach gelagert. Ein weiteres

Gebäude befindet sich etwa

200 m vom Rundholzplatz eines Sägewerkes

entfernt, ein anderes ca.

500 m von einem landwirtschaftlichen

Anwesen mit dokumentiertem

Hausbockbefall.

Die wichtigsten

Untersuchungsergebnisse

1. Befall durch holzabbauende Pilze

Fünf der zwanzig Objekte waren

durch holzabbauende Pilze in ganz

unterschiedlicher Intensität befallen:

Zwei Schwellenbalken bei einem

Garagenanbau zur Westseite

hatten holzabbauende Pilze

(Blättlinge) weitgehend zerstört.

Die Balken mit einer Dicke von

90 mm hatten über einen Zeitraum

von etwa zehn Jahren direkten

Erdkontakt. Zusätzlich zu

holzabbauenden Pilzen zeigten

sich hier auch Fraßgänge von tierischen

Holzschädlingen (Bild 1).

Fortgeschrittene Schädigungen

durch holzabbauende Pilze zeigten

sich weiterhin an einem als Balkonträger

verlängerten Deckenunterzug

einschließlich einer darüber

befindlichen Aufdopplung

(Bild 2). Der Unterzug besaß wegen

statischer Überlastung ein leichtes

Gefälle zur Innenseite. Die baulichen

Anschlüsse zwischen Unterzug,

Aufdopplung und den Balkonbohlen

waren durch Laubreste

stark verschmutzt. Die Balkon-

bodenbretter waren an der schadhaften

Stelle mit einem stumpfen

Längsstoß ausgeführt.

Bei zwei Objekten mit markanten

Schwindrissen im Vorkopfbereich

stellten die Prüfer im Schwellenbereich

geringfügige Störungen

durch holzabbauende Pilze fest

(Bilder 3 und 4).

Eine punktuelle oberflächige

Schädigung durch holzabbauende

Pilze zeigte sich hinter einem

Blumenkasten an einem Wochenendhaus.

Vermutlich infolge

Schlagregen und Ausspülung lagerte

Blumenerde direkt an einem

Blockbalken an. Der Holzfeuchtegehalt

betrug an dieser Stelle

mehr als 30 %. Etwa 20 cm entfernt

am gleichen Balken waren

es etwa 14 %.

2. Befall tierische Holzschädlinge

Ein zwischenzeitlich abgestorbener

Insektenbefall durch Anobien

und Hausbock war bei einem historischen

Blockbau (ca. 150 Jahre)

gegeben.


Holzbau & Forschung

Mit Ausnahme der dargestellten

Schwellenbalken mit etwa zehnjährigem

Erdkontakt konnte an

keinem weiteren Objekt mit offenkundiger

technischer Trocknung

ein Befall durch tierische Holzschädlinge

festgestellt werden. Erhöhte

Risikopotenziale wie angelagertes

Brennholz, unmittelbare

Nähe zu einem Rundholzplatz bzw.

zu einem dokumentierten Hausbockbefall

blieben ohne Auswirkungen.

3. Spritzwasserschutz

Die Bodenfreiheit der tragenden

Holzkonstruktion im Schwellenbereich

lag überwiegend zwischen 0

und 15 cm. Die Holzoberflächen in

Bodennähe zeigten bei allen Gebäuden

an den Wetterseiten erhöhte

Auswaschbeanspruchungen,

jedoch keine Schädigungen. Gleiches

gilt für diverse senkrechte

Holzstützen (Bild 6).

4. Längsstöße Blockbalken

Etwa zwei Drittel der untersuchten

Gebäude hatten auch an der Wetterseite

Längsstöße in den Blockaußenwänden

mit Fugen von ca.

0 – 3 mm. Die Stöße waren stumpf

mit innen liegenden vertikalen Absperrungen

(z.B. Fremdfedern oder

Zapfenverbindungen). Ein Schädlingsbefall

lag hier bei keinem der

untersuchten Objekte vor.

5. Sperrbahnen im Schwellenbereich

Bei etwa der Hälfte der Objekte

war zwischen Unterbau und Holzkonstruktion

keine Sperrbahn zu

erkennen. Der Holzfeuchtegehalt

im Schwellenbereich aller Objekte

wurde auf den witterungsbeanspruchten

Gebäudeseiten mit

14 bis 20 % ermittelt. Strukturelle

Schädigungen waren (mit Ausnahme

der erwähnten Schwellenbalken

mit jahrelangem Erdkontakt)

nicht feststellbar.

6. Holzverfärbende Pilze

An allen 20 Objekten konnten

holzverfärbende Pilze (diverse

Schimmelpilzgattungen) in unterschiedlicher

Intensität, dabei

ohne Auswirkungen auf die Festigkeit

des Holzes, ausgemacht

werden (Bilder 7 – 9). Intakte, ausreichend

diffusionsoffene Anstriche

sind offensichtlich in der Lage,

die Ansiedlung solcher Pilzgattungen

zu reduzieren, gänzlich vermeiden

können sie sie nicht. Überwiegend

waren die untersuchten

Objekte mit einem intakten Lasuranstrich

versehen, vier Gebäude

waren unbehandelt.

Anforderungen an

dauerhafte Blockbauten

Fachgerecht errichtete Blockhäuser

sind von großer Dauerhaftigkeit.

Sie weisen auch bei direkter Bewitterung

eine hohe Resistenz gegen

pflanzliche und tierische Holzschädlinge

auf.

Rascher, ungehinderter Wasserablauf

in Verbindung mit rissarmen

Holzsortimenten sind allgemeine

Anforderungen des Blockbaues und

konnten bei der vorliegenden Untersuchungen

bestätigt werden.

Feuchteanreicherungen bei horizontalen

Nut-Feder-Verbindungen,

Eckverkämmungen, Hirnholzflächen

und Längsstößen führen aufgrund

◂ Bild 6:

Auswaschbeanspruchung

Holzstütze

mit Bodenabstand

8 cm, keine

Schädigung

(Bj. 1992)

▸ Bild 7:

Holzverfärbende

Pilze an der

Wetterseite,

Über-Eck-Lagerung

von Brenn holz

(Bj. 1987)

◂ Bild 8:

Feuchtespuren und

holzverfärbende

Pilze am Übergang

Streichsparren-

Giebelwand infolge

Tauwasser

(Bj. 1992)

Bild 9:


Schimmelpilz

in der Umgebung

eines

Balkonhandlaufs

(Bj. 1992)

der Sorptionsfähigkeit von Massivholz

zu keinen Schädigungen. Erdkontakt,

aber auch Feuchtenester in

Verbindung mit Schmutzablagerungen

stellen ein beachtliches Risikopotenzial

dar. Ein Insektenbefall bei

technisch getrockneten Blockwänden

ist nicht zu erwarten.

Die wesentlichen Ergebnisse dieser

Felduntersuchung fanden u. a. Berücksichtigung

in der Überarbeitung

der RAL-Güterichtlinien Blockhausbau

RAL GZ 402 und in Stellungnahmen

zur aktuellen Neufassung

der DIN 68800-2 (Vorbeugende bauliche

Maßnahmen).

Josef Egle, Übersee ▪

Josef Egle arbeitet als IHK-

Sachverständiger für Holzhausbau.

Das Unternehmen EGLE

ENGINEERING ist eine amtlich

anerkannte Überwachungs- und

Zertifizierungsstelle für beidseitig

bekleidete Holztafelelemente und

Fremdüberwachungsstelle für die

Gütegemeinschaft Blockhausbau

e.V. www.egle-engineering.de

www.mikado-online.de 53


Grundsätzlich gilt: Jedes Bedachungsmaterial

hat eine bestimmte

Regeldachneigung. Der Begriff

aus dem Regelwerk ist definiert

als „… die unterste Dachneigungsgrenze,

bei der sich in der Praxis

eine Dachdeckung als regensicher erwiesen

hat.“ Die ist meist den Angaben

und Richtlinien der jeweiligen

Hersteller zu entnehmen. Bei einem

Biber ist die Regeldachneigung von

30° notwendig, da er über keinerlei

Verfalzung verfügt und nur über die

Doppelüberdeckung und den Halbverband

seine Regeneintragsicherheit

erlangt. Auch für klassische

Doppelmuldenfalz- und Reformziegel

gilt eine Regeldachneigung von

Zimmermeisterdach Anwendungstechnik

Anwendungstechnik

Flach geneigt hat’s in sich

Je flacher das Dach, desto höher die Anforderungen an das Deckungsmaterial.

Dachneigungen bis zu 10° sind für moderne Tondachziegel problemlos, vorausgesetzt,

Design, Ausstattung und Oberfläche unterstützen Regen- und Windeintragssicherheit.

54 mikado 11.2009

30°, für Flachdachziegel liegt sie bei

22°. Doch damit kommt man in der

Praxis heute nicht mehr weit. In den

1990er-Jahren hat sich bei den klassischen

Flachdachziegel ein großer

Entwicklungssprung vollzogen. Damit

erweitern heute die innovativen

Verfalzungstechniken den Spielraum

des Dachdeckers und des Architekten

erheblich.

Zusätzliche Maßnahmen

Laut Regelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks

sind Zusatzmaßnahmen

erforderlich, wenn

▸ die Dachneigung die Regeldachneigung

unterschreitet

Flach geneigtes


Dach,

eingedeckt mit

„Premion“

„Nuance“ von

Creaton

in Schieferton

engobiert

▸ das Dach konstruktive Besonderheiten

(wie z.B. Fledermausgauben

oder Tonnendächer) aufweist

▸ das Dachgeschoss als Wohnraum

genutzt wird

▸ klimatische Verhältnisse dies

notwendig machen (wie z.B. die

exponierte Wetterlage des

Gebäudes an der Küste oder in

Schneeregionen)

▸ der Bebauungsplan nur sehr

flache Dachneigungen zulässt

Wenn einer oder mehrere dieser

Punkte zum Tragen kommen, ist

eine Unterspannung, eine überlappte

oder verfalzte Unterdeckung, eine

verschweißte oder verklebte Unterdeckung,

ein regensicheres oder im


Extremfall auch ein wasserdichtes

Unterdach auszuführen. Die Regeneintragsicherheit

muss dann im Ergebnis

der gesamte Dachaufbau und

nicht mehr die Dacheindeckung allein

gewährleisten.

Regeln und Herstellerangaben

Die Dacheindeckung muss aber nicht

immer strikt nach dem Regelwerk –

also den „anerkannten Regeln der

Technik“ – erfolgen, sondern kann

auch nach den Herstellerangaben –

also dem Stand der Technik – ausgeführt

werden. Entscheidend hierfür

ist die gemeinsame Abstimmung mit

dem Bauherrn.

Ein Rechenbeispiel soll den Kostenvorteil

einer Ausführung nach dem

Stand der Technik verdeutlichen: Für

einen großen Supermarkt mit einer

Zimmermeisterdach Anwendungstechnik

Gesamtdachfläche von 1000 m² ist

die Verwendung eines Flachdachziegels

ausgeschrieben, da die Dachneigung

nur 14° beträgt. Das Gebäude

ist in einer exponierten Lage erbaut

und verfügt zudem über sehr lange

Sparren. Gemäß dem Regelwerk

würde hier die Regeldachneigung des

Flachdachziegels um 8° unterschritten

werden und es gäbe zudem drei

weitere erhöhte Anforderungen. Es

müsste also ein wasserdichtes Unterdach

ausgeführt werden.

Als geschätztes bundesdeutsches

Mittel dürfte der Quadratmeterpreis

bei einem wasserdichten Unterdach

um die 12 Euro liegen. Bei 1000 m²

ergäbe das in der Summe Gesamtkosten

von 12 000 Euro.

Würde der Verarbeiter hier nun beispielsweise

nach den Creaton-Herstellerangaben

einen Flachdachziegel

Zusatzmaßnahmen bei Unterschreiten der Regeldachneigung

Dachneigung

≥ Regeldachneigung

(RDN)

keine weitere erhöhte

Anforderung

◂▴ Bei Creaton

liefen langjährige

Studien

zur Prüfung der

Regen-

eintragsicherheit

unter

Dauerbelastung

▸ Zusatzmaßnahme:

Unterdeckung

mit der Creaton-

Polypropylen-

Bahn „Trio“

Erhöhte Anforderung

Nutzung – Konstruktion – klimatische Verhältnisse

eine weitere erhöhte

Anforderung

zwei weitere erhöhte

Anforderungen

verarbeiten, würde für dieses Bauvorhaben

eine Unterspannung völlig

ausreichen. Der Preis dafür liegt bei

ca. 4 Euro / je m² und für die Gesamtfläche

4000 Euro. Für den Bauherrn

also eine Ersparnis von 8000 Euro.

Malte Petersen, Leiter Anwendungstechnik

bei der Creaton AG in Wertingen ▪

drei weitere erhöhte

Anforderungen

– Unterspannung Unterspannung überlappte oder verfalzte

Unterdeckung

≥ (RDN – 6°) Unterspannung Unterspannung überlappte oder verfalzte

Unterdeckung

≥ (RDN – 10°) regensicheres

Unterdach

< (RDN – 10°) regensicheres

Unterdach

regensicheres

Unterdach

wasserdichtes

Unterdach

regensicheres

Unterdach

wasserdichtes

Unterdach

verschweißte oder

verklebte Unterdeckung

wasserdichtes

Unterdach

wasserdichtes

Unterdach

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57


Landesbeirat Holz

Holzbautag Oberland

Holzbau punktet auch in den Kommunen

Zum dritten Mal informierte der Regionale Holzbautag Oberland über Anwendungs-

beispiele für Holzbau und Holzenergie in Kommunen. Gut 120 Teilnehmer trafen sich am

18. September 2009 in Irschenberg.

Praxisbewährte Referenten sind

in der Lage, die Zuhörer mitzureißen.

In seiner Einführung spannte

Forstdirektor Ully Schweizer (Amt für

Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

(AELF) Miesbach den Bogen von

der Notwendigkeit der naturgemäßen

Waldbewirtschaftung zur nutzungsgerechten

Holzverwendung.

Darauf kommt es an

Landrat Gebhard Kaiser (Oberallgäu)

stellte Leitprojekte zu Holzbau, Biomasse

und Abfallwirtschaft aus dem

Oberallgäu vor und plauderte dabei

aus einer mehr als 30-jährigen

Praxis kommunaler Entscheidungsprozesse.

Architekt Erwin Keck (Ochsenhausen)

fokussierte in seinen Ausführungen

auf den Passivhausstandard und

referierte am Beispiel eines Zweckbaus

auch über die wirtschaftlichen

Vorteile der Holzbauweise.

◂ Ully Schweizer:

„Nur was

die Bauherren

vorgeben,

können geeignete

Architekten

auch umsetzen“

▸ Gebhard Kaiser:

„Gestaltungswille,

Vernetzung

mit anderen

Fachgebieten und

die Qualität

der Architekten

sind die

Erfolgsfaktoren

für mehr

Holzverwendung“

▸▸ Erwin Keck:

„Passiv-

haus-Standard

rechnet

sich auch im

Zweckbau“

58 mikado 11.2009

Darüber sollten wir nachdenken

Entgegen der Programmankündigung

begrüßte der stellvertretende

Landrat die Anwesenden. Sowohl der

Bundestagsabgeordnete einer großen

Volkspartei sowie der Wirtschaftsförderer

des Landkreises Miesbach verließen

die Veranstaltung vorzeitig.

Das hatte sicherlich seine Gründe,

lässt aber unter Umständen falsche

Schlüsse zu. Die Referate lieferten

jede Menge Know-how für Entwicklungen

vor Ort. Der Bedarf an Lösungen,

die bei den Referaten vorgestellt

wurden, ist groß. Wer ist nun gefordert,

den nächsten Schritt zu tun?

Die Akteure der Forst- und Holzwirtschaft

sind gut beraten, genauso souverän

wie ihr gemeinsamer Rohstoff

aufzutreten und das Konzept nicht

aus der Hand zu geben.

Die 120 Teilnehmer setzten sich

aus Kreis- und Gemeindevertretern

sowie Fachplanern zusammen. Die

weiteren Teilnehmer rekrutierten sich

aus Kreisen der Waldbesitzervereinigungen

(WBV) Holzkirchen und

Wolfratshausen sowie der Schreiner-

und Zimmerer-Innungen Miesbach/

Bad Tölz-Wolfratshausen.

Das sollten wir ausbauen

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft

und Forsten (AELF) Miesbach

organisierte die Veranstaltung mit

Unterstützung durch die WBV Holzkirchen

und den Holzbaufachberater

Anselm von Huene. Durch die wechselnden

Tagungsorte Bad Tölz und

Miesbach halbiert sich der ehrenamtliche

Aufwand. Jedoch wird erst

durch die Mitarbeit von AELF und

Holzbaufachberatung die Kugel rund.

Das verleitet natürlich dazu, sich im

Vorfeld einer Veranstaltung zurückzulehnen,

weil es eben „Hauptamtliche“

gibt. Das funktioniert aber nur

kurzfristig. Alexander Kirst, München ▪

ROBERT NöRR


Unternehmen

▴ Der neue Verwaltungsbau bindet rund 197 t CO2

Glunz

Geschenke helfen Wettbewerbern

Glunz sponserte das Team der Technischen Universität

Darmstadt bei seiner Teilnahme am internationalen Hochschulwettbewerb

„Solar Decathlon“ (Solarer Zehnkampf)

2009. Das Team Germany erhielt für seine Einreichung dekorative

und konstruktive Holzwerkstoffe aus Meppen. Das

über 40-köpfige Team hat in seinem Beitrag „surPLUShome“

160 m² Topan MDF Colour, 500 m² Agepan OSB und 200 m²

Agepan Cell verbaut. Ziel des diesjährigen Wettbewerbs war

es, ein energieautarkes Gebäude für das Wohnen im Jahre

2015 zu entwerfen. Weltweit entwickelten 20 Universitäten

Modelle für zukunftsfähige, nachhaltige Wohnformen und

präsentierten sie im Oktober in Washington.

Glunz AG ı D-49716 Meppen ı www.sonae.glunz.de

Holzbau Taglieber

Bürogebäude spart Energie

Holzbau Taglieber lud am 3. und 4. Oktober

2009 zur Einweihung seines neuen Bürogebäudes

an den Firmensitz in Öttingen ein. Rund

350 Gäste ließen sich da nicht zweimal bitten.

Der frisch gewählte Bundestagsabgeordnete

Ulrich Lange überzeugte sich ebenso wie

der CSU-Fraktionsführer im Bayerischen Landtag,

Georg Schmid, von der ganzheitlichen Gebäudekonzeption.

Mit dem Verwaltungsbau

beweist Geschäftsführer Erwin Taglieber anschaulich,

wie ästhetisch Zimmerer heute klimafreundliche

Gebäude gestalten, präsentieren und natürlich auch

verkaufen können. Mit der Expansion hat das Unternehmen 29 neue

Arbeitsplätze geschaffen.

Holzbau Taglieber GmbH ı D-86732 Oettingen ı www.taglieber.de

▴ Glunz unterstützt das deutsche Team beim Solar Decathlon 2009

▴ Gastgeber

Erwin Taglieber

(links) im

Gespräch mit

Alexander Gumpp

www.mikado-online.de 59


60

Unternehmen

Knauf hat eine neue Vertriebsorganisation geschaffen,

die Wohnbaugesellschaften, Generalunternehmer und

Projektentwickler künftig durch persönliche Ansprechpartner

beraten wird. Das Team begleitet seine Kunden

über den gesamten Lebenszyklus der Immobilie. in

der Planungsphase steht das Team mit dem kompletten

Know-how zur Seite. Während der Ausführung ist die

Mannschaft Ansprechpartner und leistet Hilfe bei Ausschreibungen

und der Auswahl von Fachunternehmen.

Rheinzink GmbH & Co. KG

Zwei Stars in Datteln

Rund 350 Gäste und zwei Stars trafen sich am 29. September

2009 im rheinischen Datteln: Architekt Daniel Libeskind

und der Prototyp seiner Villa in Holzbauweise (siehe mikado

9/09). Der Planer selbst

eröffnete die in nachhaltiger

Holzbauweise

errichtete Villa. Sie ist

weltweit auf maximal

30 Exemplare limitiert.

Das Projekt überzeugt

mit Ästhetik, innovativer

Energietechnik und

hochwertigen Baumaterialien.

Die OSB-Platten

von Egger und die

Metallspezialisten von

▴ Ulrich Grillo, Daniel Libeskind und

Rheinzink sorgten für

Matthias Eisfeld bei der Eröffnung in Datteln eine gelungene Fassadengestaltung.

Rund

2 Mio. Euro ließen sich die Zinkblechexperten die rund

320 m² Wohnfläche kosten, um sie am Dattelner Stammsitz

als Empfangs- und Besprechungsräume zu nutzen.

Rheinzink GmbH & Co. KG ı D-45711 Datteln ı www.rheinzink.de

Egger Holzwerkstoffe ı D-59929 Brilon ı www.egger.de

mikado 11.2009

Knauf

Händchenhalten für Häuslebauer

◂◂ Ganzheitliche Beratung

für die Wohnungswirtschaft

(v.l.n.r.): Thomas Thode,

Klaus-Peter-Rumsch, Klaus

Salhoff, Ralf Lehmann,

Andreas Schlicht, Wilfried

Schmitt, Willi Schürrle,

Stefan Vogt

◂ Der Bereich Holzbau

im Marktmanagement liegt jetzt

in den Händen

von Kerstin Schöneberger

Produkthaftung und Konstruktionen mit Prüfzeugnissen

bieten Sicherheit in der Gewährleistungsphase.

Auch sonst dreht sich das Personalkarussell in Simbach:

Kerstin Schöneberger betreut ab sofort den Bereich Holzbau

im Marktmanagement. Die Expertin im Fachgebiet

Modernisierung und Energieeffizienz hat in Würzburg

Architektur studiert und ist bereits seit mehreren Jahren

im Unternehmen tätig.

Knauf Gips KG ı D-97346 Iphofen ı www.knauf.de

Erlus

Stiftung für Zivilcourage

Freunde und Weggefährten von Dominik Brunner sowie

die Erlus AG haben die „Dominik Brunner Stiftung

für Zivilcourage“ gegründet. Mit dem Andenken

an den Verstorbenen sei die Verpflichtung verbunden,

dessen Zivilcourage zu würdigen und nicht zu vergessen.

„Wir wollen – ganz im Sinne von Dominik

Brunner – den Worten auch Taten folgen lassen und

haben deswegen die Dominik Brunner Stiftung für

Zivilcourage ins Leben gerufen“, erklärt Aufsichtsratsvorsitzender

Claus Girnghuber. Die Stiftung soll

in Zukunft Menschen und deren Angehörigen helfen,

die wegen ihres selbstlosen Handelns gesundheitlich

oder finanziell in Not geraten sind. Ein Spendenkonto

für die Stiftung wurde bei der Sparkasse Landshut

eingerichtet, die Treuhandschaft hierfür unterliegt der

Erlus AG. Die Schirmherrschaft soll zukünftig eine

angesehene Persönlichkeit des gesellschaftlichen Lebens

übernehmen.

ERLUS Aktiengesellschaft

D-84088 Neufahrn ı www.erlus.com


Dietrich’s AG

Unternehmen

Anstoßen auf zehn Jahre AG

▴ Vorstandsvorsitzender

Uwe Emmer

Opitz

Lob vom Landeschef

Rund 400 Gäste kamen,

um beim ersten Zukunftstag

von Opitz Vorträge

zu den Themen Energie

und Umwelt zu hören.

Firmenchef Martin Opitz

war besonders erfreut,

dass der Ministerpräsident

des Landes Brandenburg,

Matthias Platzeck,

ein Grußwort an die Teilnehmer

sprach. Der betonte

die zukünftige Bedeutung langfristig sicherer,

klimaverträglicher und bezahlbarer Energieversorgung

und hob den Gastgeber dabei als positives

Beispiel hervor. Im Anschluss an seine Rede

zeichnete der Ministerpräsident zehn Unternehmen

aus, die sich durch besonders CO 2 -sparendes Einkaufs-

und Bauverhalten hervortaten. Die Aktion

ist eine Initiative des Neuruppiner Unternehmens

für vorbildliches Handeln.

Opitz Holzbau/Opitz Solar

D-16816 Neuruppin

www.opitz-holzbau.de

▴ Ministerpräsident

Matthias

Platzeck (l.) und

Martin Opitz sind

sich einig:

Der klimaverträglichen

und

bezahlbaren

Energieversorgung

gehört

die Zukunft

Der Holzbau-Software-Hersteller

Dietrich’s feiert 2009

sein zehnjähriges AG-Bestehen.

Aus diesem Anlass haben

sich Ende September die

Mitarbeiter der Dietrich’s AG

und ihre Familien zusammengefunden,

um bei Livemusik

und mediterranem Buffet

anzustoßen. Dipl.-Ing. Uwe

Emmer, Vorstandsvorsitzender

der Dietrich’s AG, erklärte:

„Ohne den Einsatz unserer

Mitarbeiter wäre die Dietrich’s

AG nicht so erfolgreich.“ Aus

der ersten Idee von Zimmermeister Josef Dietrich 1982 hat

sich ein erfolgreiches Softwareunternehmen entwickelt. Das

Ziel der Umfirmierung in die Aktiengesellschaft war es, die

Mitarbeiter am eigenen Unternehmen zu beteiligen.

Dietrich’s AG D-85579 ı Neubiberg ı www.dietrichs.com

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Auwärter, Waldershof

B

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Bachl, Röhrbach U2

Boll, Steinen 47

Bruckamp, Lübecke

D

47

Dieckmann, Melle 42

Dölker, Horb

E

easy-step,

47

Schwabmünchen

F

44

Frick, Türkheim

H

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Heco, Schramberg 61

Hofatex, Slowakei

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11

Inthermo, Ober-Ramstadt 45

Isocell, A-Neumarkt 13

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34

MH-Massivholz, Altenstadt 42

Monier, Oberursel U4

Moser, Salach

N

47

Nelskamp, Schermbeck

O

29

Opitz, Köln 43

Ossenberg, Altena

P

42

Piske, Vilshofen 42

Pongratz, Bogen 47

Poppensieker+Derix

S

45

Suttner, Haselbach

W

47

Weihele, Görisried 47

WEKA, Kissing 46, U3,

Wiese, Meschede

Gesamtbeilage

47

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Holzwelten Ferienhotel

62

mikado 11.2009


▸ Das Logo des Hotels

spiegelt den Namen „Zedern Klang“

wider. Bei Nacht

strahlt es über dem Eingang

weithin sichtbar

Von den insgesamt


48 Hotelzimmern sind nun 27 aus

Holz. Bei den Gästen

sind die am beliebtesten, obwohl

etwas teurer

Sie ist die Königin der Taiga, bisweilen uralt und gut für alles

und für jeden: die sibirische Zeder. In Hopfgarten im

Osttiroler Defereggental verlieh sie einem Hotel ihren Namen.

www.mikado-online.de 63


Holzwelten Ferienhotel

Nach 500 Jahren, so geht die Sage

in Sibirien, entwickelt sie eine

Stimme. Dann bringt sie ihre über

Jahrhunderte angesammelte Kraft mit

unverwechselbarem Klang zum Ausdruck.

Die Rede ist von der Königin

der Taiga: der Zeder. Die Geschichte

dieses Baums ist in ganz Russland

bekannt. Sie steht im Mittelpunkt unzähliger

Sagen. Ihre Früchte gelten

als Heilmittel gegen Bluthochdruck,

Herzinfarkt, Magengeschwüre, Hautallergien,

Leberzirrhose und vieles

mehr. Ihre Widerstandsfähigkeit ist

gigantisch, ihre Lebenserwartung fast

biblisch. Sie übersteht Minustemperaturen

von bis zu 60 Grad Celsius

und ein Alter bis zu 800 Jahren.

Holz zunächst vor allem der

Bauzeit zuliebe

Schon als Tatiana Maksimova die

Entscheidung traf, ein neues Hotel

in der Osttiroler Gemeinde Hopfgarten

zu errichten, stand der Name fest:

„Zedern Klang“ sollte das Haus heißen,

in Erinnerung an die singenden

Bäume in ihrer Heimat. Aus Holz

sollte das Gebäude trotzdem nicht bestehen.

Die Hotelbesitzerin befürchtete

Schallschutzprobleme und wollte

den Erfolg ihres Bauvorhabens nicht

gefährden.

Dass sie es trotzdem wagte, verdankt

das Projekt der Architektengemeinschaft

Lienz, die die extrem

enge Terminvorgabe für die Bauzeit

64

Gewinnspiel

mikado 11.2009

nicht gefährden wollte. Maurer-

arbeiten im Außenbereich sind in den

strengen Wintern Osttirols ohnehin

nur unter erschwerten Bedingungen

oder gar nicht möglich. Das Grundstück,

auf dem das Gebäude steht,

liegt zudem von November bis Februar

weitgehend im Schatten. Damit

war die Wahrscheinlichkeit einer

Zwangspause sehr groß.

„Daher ging Frau Maksimova auf

den Vorschlag der Planer ein, einen

Teil der anstelle einer alten Pension

geplanten Immobilie in Holz zu errichten“,

erklärt Gregor Fehlmann,

Technischer Leiter von Holzbau Hofer,

dem Zimmereibetrieb, der den

Bau dann ausführen durfte. Sein

Spektrum reicht von Einfamilienhäusern

bis hin zu Hallen. Hotelbauten

gehören seit geraumer Zeit ebenfalls

dazu – und nehmen inzwischen einen

immer größeren Raum ein.

mikado-Leser können ein Wochenende

im Hotel Zedern Klang

gewinnen. In den Lostopf kommen

alle, die beim mikado web

award 2009 mitmachen und die

beste Website der Holzbaubranche

wählen. Ausführliche Informationen

dazu gibt es in diesem

Heft auf den Seiten 6 bis 7.

48 Zimmer, davon fünf Suiten,

zwei Restaurants, eine Lobbybar, eine

Kristallbar, eine Zirbenstube mit Kamin,

ein Weinkeller, Räumlichkeiten

für Seminare, ein Fitnessraum und

Kinderspielmöglichkeiten – das Angebot

des „Zedern Klang“ richtet sich

sowohl an Geschäftsreisende als auch

an Kurz- und Langzeiturlauber. Ein

im Hotel integriertes Spa-Zentrum

mit Hallenbad und diversen Sprudeln,

Freibecken, russischer Sauna,

Zedernfass, Kräuterbad, Dampfbad,

Eisbrunnen, Mentholdusche, Wärmebank,

Ruheraum mit Gradierwerk,

Frischwasserbecken im Freien, Liegewiese

und Solarium-Sonnenwiese

machen es zudem für Wellnesskuren

interessant.

Am Hang Beton, im

Schwimmbad Holz

Die Architektur des Neubaus spiegelt

die Umgebung, die regionaltypische

Bauweise und moderne Elemente

wider. Holz von in der Umgebung

wachsenden Bäumen, großzügige

Glasfronten und direkt aus dem

Defereggental gelieferter Naturstein

schaffen eine ruhige, entspannende

Atmosphäre im Haus. Weil der L-förmige

Baukörper in einen Hang gebaut

ist, ist rund die Hälfte des Gebäudes

in Massivbauweise errichtet.

Die beiden Untergeschosse wurden

komplett betoniert, die vier oberirdischen

zum Teil.


Holzwelten Ferienhotel

27 Zimmer bestehen aus Holz.

Auch ihre eigene zweigeschossige

Wohnung im Hotel ließ die Bauherrin

aus diesem Material errichten. Außerdem

basieren sämtliche Balkon-

vorbauten auf einer Konstruktion

aus Brettschichtholz in Lärche. Die

ist statisch so ausgeklügelt, dass sie

das komplette Vordach auf der Südseite

trägt. Und sogar das hauseigene

Schwimmbad gründet auf einer fächerförmigen

Holzkonstruktion.

Sämtliche Stützen und auch das

Dach sind komplett aus Brettschichtholz

errichtet. Niro-Stahlteile garantieren,

dass die Stützenfüße unfreiwillige

Bäder schadlos überstehen.

Ansonsten beließ es Holzbau Hofer

bei einem farblosen Anstrich, um die

Konstruktion gegen Dreck, Staub und

Feuchtigkeit zu schützen.

Eine zweischalige Konstruktion

aus Brettsperrholz-Elementen garantiert

gute Schallschutzwerte zwischen

den einzelnen Hotelzimmern. Auf

eine 11,2 cm dicke Brettsperrholz-

Wand folgen 4,5 cm Mineralwolle,

die wiederum an ein 14,3 cm dickes

Brettsperrholz-Element grenzt. „Weil

die Sichtoberfläche aus Holz besteht

– genauer gesagt aus Fichtenholz –,

war bei der Montage extreme Sorgfalt

nötig“, erklärt Fehlmann. Dementsprechend

fertigte der Zimmereibetrieb

die Elemente inklusive der

technischen Installationen wie Elektroleitungen

im Werk vor. „Schließlich

ist jede nachträgliche Bohrung sichtbar.

Da darf man kein Risiko eingehen“,

gesteht der Technische Leiter.

Die Außenwände setzen sich aus

12,2 cm starken Brettsperrholz-Elementen

zusammen, die mit Vollwärmeschutz

bekleidet und verputzt

wurden. Die 20 cm dicke Decke baut

ebenfalls auf Brettsperrholz-Elemente.

16,3 cm dicke Brettsperrholz-Elemente

fungieren darüber hinaus als

Dachelemente und sind in diesem

Bereich bereits schräg montiert, sodass

die Raumhöhe in den betreffenden

Zimmern ansteigt. 0,4 cm Bitumenbahnen

als Dampfsperre, 16 cm

Steinwolle und eine dreilagige Alpinbahn

schließen den Dachaufbau ab.

Inneneinrichtung setzt

konsequent auf Holz

In Einklang mit der Architektur ließ

die Hotelbesitzerin auch alle Inneneinrichtungen

des Hauses aus Zirbelholz

erstellen, sodass die Gäste vom

Boden bis zur Decke mit dem Holz

umgeben sind. Sie laufen auf Holzdielen,

schlafen im Holzbett und lagern

ihre Wäsche in Holzschränken.

Im Foyer ließ die Bauherrin sogar

Holz in Kunstharz gießen und stellt

das als gestalterische Objekte aus.

Insgesamt 800 m 3 Holz wurden

so im vergangenen Jahr im „Zedern

Klang“ verbaut, bevor das Haus am

20. Dezember 2008 seine Türen für

Gäste öffnete. Seither ist das Hotel

Das großzügige


Foyer spielt

mit dem Motiv

Holz“ und

bietet eine warme

und zugleich

elegante

Athmosphäre

belegt. Ohne Pause. „Das Interessante

dabei ist“, lächelt Fehlmann,

„dass die Holzzimmer besser ausgebucht

sind als die aus Beton. Und das,

obwohl sie ein ganzes Stück teurer

sind.“ Christine Ryll, München ▪

Steckbrief

Bauprojekt:

Neubau Spa-Hotel „Zedern

Klang“

A-9961 Hopfgarten (Osttirol)

Bauweise:

Massivholz

Bauzeit:

August 2007 bis Dezember 2008

Baukosten:

11 Mio. Euro

Nutzfläche:

5948 m2 Umbauter Raum:

26 382 m3 Bauherrin:

Tatiana Maksimova

A-9961 Hopfgarten (Osttirol)

www.zedern-klang.com

Architekturbüro:

Architektengemeinschaft Lienz

A-9900 Lienz

www.architektengemeinschaft.at

Holzbauuntenehmen:

Holzbau Hofer GmbH

A-9990 Nußdorf-Debant

www.holzbau-hofer.at

www.mikado-online.de 65

HOTEL ZEDERN KLANG


JöRG PFÄFFINGER

MICHAEL KELLER

Außerdem

Mobil:

Nutzfahrzeuge für Holzbauunternehmer

Impressum

66

Vorschau mikado 12.2009 erscheint am 3. Dezember 2009

Offizielles Organ von Holzbau Deutschland

Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen

Baugewerbes e.V. (ZDB), Berlin, Offizielles Organ der

Europäischen Vereinigung des Holzbaus (E.V.H.), Luxemburg

Verlag:

WEKA MEDIA GmbH & Co. KG ı Römerstraße 4 ı 86438 Kissing

Telefon +49 82 33.23-0 ı www.weka.de ı www.mikado-online.de

Diese Anschrift gilt auch für folgende Personen und

Gesellschaften, sofern nicht anderslautend:

Herausgeber:

WEKA MEDIA GmbH & Co. KG

Gesellschafter der WEKA MEDIA GmbH & Co. KG

sind als Kommanditistin:

WEKA MEDIA Business Information GmbH & Co. KG

und als Komplementärin:

WEKA MEDIA Beteiligungs-GmbH

Geschäftsführer:

Mirko Meurer ı Dr. Heinz Weinheimer

Zeitschriftenleitung Bauhandwerk:

Christoph Maria Dauner

Chefredakteur:

Dipl.-Betriebsw. (FH) Christoph M. Dauner (cm) (verantw.)

Christoph.Dauner@weka.de

Redaktion:

Dipl.-Ing. (FH) Claudia Vielweib (cv) (CvD)

Claudia.Vielweib@weka.de

Dipl.-Ing. Günther Hartmann (gh) ı Guenther.Hartmann@weka.de

Thema des Monats

Internationaler Holzbau

Der in den deutschsprachigen Ländern praktizierte Holzbau

entwickelt sich immer mehr zum Exportschlager. Je nach

Bauaufgabe spielt Holz dabei zwei seiner Vorteile gekonnt

aus: die präzise Vorfertigung von Großelementen und die

schnelle Montage. Die Eroberung ausländischer Märkte zeigt

aber auch deutlich: Holz setzt sich nur dann durch, wenn

die Qualität hochwertig ist. mikado stellt beispielhaft einige

Bauprojekte und Unternehmenskonzepte vor.

Architektur

Wohnhaus in Vorarlberg

Um die imposante Bergkulisse

genießen zu können, erhielt der

Baukörper eines Einfamilien-

hauses mehrere Einschnitte, die

ihn wie eine Skulptur erscheinen

lassen. Diesen Eindruck verstärkt

eine einheitliche Bekleidung mit

den in der Region traditionsreichen

Holzschindeln aus Weißtanne.

Trotz zerklüfteter Form und großer

Fenster erreicht der Holzrahmenbau

fast Passivhausstandard.

Redaktionsbeirat:

Bernard Gualdi ı Dipl.-Ing. Ekkehard Fritz ı

RA Michael Hafner ı Dipl.-Betriebsw. Joachim Hörrmann ı

RA Alexander Habla ı Dipl.-Ing. Rainer Kabelitz-Ciré ı

Dipl.-Ing. Matthias Krauss ı Matthias Link ı

Dipl.-Designer Jochen Wenzel

Anzeigen:

WEKA MEDIA GmbH & Co. KG

Römerstraße 4 ı 86438 Kissing

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11 Ausgaben (Inland): 98,00 €

11 Ausgaben Studenten/

Meisterschüler: 75,00 €

Einzelheft: 12,80 €

Produktion:

Helmut Göhl (verantw.) ı Silke Schwer

mikado 11.2009

Ingenieurholzbau

Fachwerkbrücke in Frankreich

In der malerischen Kleinstadt Oloron Ste. Marie am Fuße

der südfranzösischen Pyrenäen stehen zwei Brückenbauwerke,

die an Leichtigkeit kaum zu übertreffen sind. Bei

der Konzeption gab es schon früh einen konstruktiven

Dialog zwischen den Planern und einem auf Holzbrückenbau

spezialisierten Unternehmen aus Deutschland.

Konzeptionslayout, Grafik und Satz:

Popp Media Service ı Herrenbachstraße 17 ı 86161 Augsburg

Lithografie:

high end dtp-service ı Lothar Hellmuth

Druck:

Firmengruppe APPL ı sellier druck GmbH

Angerstraße 54 ı 85354 Freising

ISSN

0944-5749

Erscheinungsweise:

11 Ausgaben jährlich

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Beschlossene Sache ist die

Umbenennung des „Bund

Deutscher Zimmermeister“ in

Holzbau Deutschland – Bund

Deutscher Zimmermeister im

Zentralverband des Deutschen

Baugewerbes“. Die Fachversammlung

verabschiedete das

„Gestaltungshandbuch Holzbau

Deutschland“ und ermunterte

die Landesverbände, die Gestaltungsrichtlinie

zu übernehmen,

um mit einem starken und bundeseinheitlichenErscheinungsbild

aufzutreten. Pünktlich zum

Starttermin für den neuen Namen

am 22. September 2009 waren

die Fahnen mit dem neuen

Corporate Design fertig. Helmut

Klumb, Vorsitzender des Verbandes

Hessischer Zimmermeister

e.V., nahm gleich eine Fahne

mit, um sie zum Hessischen Verbandstag

eine Woche später zu

hissen. Auch beim Landesholzbautag

Baden-Württemberg am

26. September wehte die neue

Fahne im Wind.

VERBAND AKTUELL

Fachversammlung

Drei Entscheidungen und ein Neuer

Ein neu gewähltes Mitglied und drei Beschlüsse waren das Resultat der

Fachversammlung des Bundes Deutscher Zimmermeister, heute Holzbau Deutschland,

am 15. September 2009 in Fulda.

◂ Die Fahnen mit dem neuen

Corporate Design

von Holzbau Deutschland

Holzbau Deutschland

stürmt das Internet

www.holzbau-deutschland.de

ist seit dem 22. September 2009

die neue Startseite des Berufsverbandes.

Sie informiert über

den neuen Namen und das neue

Erscheinungsbild. Der bisherige

Internetauftritt wird optisch,

technisch und inhaltlich erneuert.

Ziel ist es, das Informationsangebot

weiter auszubauen und

noch mehr Nutzen zu bieten.

Offensive

Aufstiegsqualifizierung

Die Fachversammlung entschied

über das Gesamtkonzept des Arbeitskreises

Bildung. Sie stimmte

den Eckpunkten der „Offensive

Aufstiegsqualifizierung“ zu.

Damit wird das Ziel verfolgt, die

Meisterausbildung zu stärken.

Die Eckpunkte lauten:

▸ verbandseigene Qualifikationen

etablieren

▸ eine Anerkennung von

Meisterschulen

▸ Erstellung einer Aufgabensammlung

für die Meisterprüfung

und

▸ Unterstützung der Meisterschüler

und -schulen

Exzellenzmedaille gewonnen

Als „wichtig für die Berufsförderung

und eine große Chance

für die Auszubildenden“ bezeichnete

die Fachversammlung

Organ von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister

die Berufsmeisterschaften. Der

Erfolg von Thomas Schleicher

gab ihr Recht: Das Mitglied

der deutschen Zimmerer-

Nationalmannschaft konnte bei

der Weltmeisterschaft der Berufe

„WorldSkills 2009“ Anfang

September in Calgary die Exzellenzmedaille

erringen. Mehr

Informationen über die Zimmerer-Nationalmannschaft

gibt es

Olaf Korr ist neu im Vorstand

◂ „Die Offensive Aufstiegsfortbildung

soll die Meisterausbildung

stärken“, sagte Karl Hoffmeister,

Vorsitzender des Ausschusses Ausund

Weiterbildung

unter www.zimmerer-nationalmannschaft.de

Unterstützung für

Plattform Forst und Holz

Die Fachversammlung entschied

sich dafür, die Plattform Forst

und Holz finanziell zu unterstützen.

Mit dem Geld werden

die vorhandenen Schriften und

Fachinformationen aus dem Bestand

des Holzabsatzfonds herausgelöst

und den Mitgliedern

von Holzbau Deutschland zur

Verfügung gestellt.

Dach und Holz 2010

Das Programm für die Dach +

Holz 2010 in Köln steht. Holzbau

Deutschland richtet wie gehabt

parallel zur Messe den Deutschen

Holzbautag aus. cv ▪

◂ Olaf Korr aus Aachen ist der Neue

im Vorstand von Holzbau Deutschland

Einstimmig wählte die Fachversammlung

Olaf Korr in den Vorstand von

Holzbau Deutschland. Er tritt die

Nachfolge von Ulrich Hamacher an.

Der Diplom-Ingenieur aus Aachen

führt den Betrieb Barthel Korr GmbH

mit 25 Mitarbeiten bereits in der

dritten Generation. Korr hat sich dem

schlüsselfertigen Holzhausbau mit einer Schreinerei für den

hochwertigen Innenausbau verschrieben.

I


VERBAND AKTUELL AUS DEN LANDESVERBÄNDEN

Verband Hessischer Zimmermeister e.V.

Der Verband auf dem Prüfstand

Vor dem Kongresszentrum

im nordhessischen

Bad Sooden-Allendorf flatterte

schon die neue Holzbau-

Deutschland-Fahne – fünf Tage

vor ihrer offiziellen Präsentation

in Köln. Aber nicht nur hier demonstrierte

der Verband Hessischer

Zimmermeister e.V. (VHZ)

Zukunftsorientierung: Gleich zu

Beginn seines 60. Verbandstags

präsentierte er den rund 100 Anwesenden

das Ergebnis einer

kurz vorher fertig gewordenen

Untersuchung über die Zufriedenheit

seiner Mitglieder – ein

deutliches Signal von Veränderungsbereitschaft.

II

Um das Verhältnis der Mitglieder zu ihrem Verband, um Technik, um Normen und

um Recht drehte sich der Verbandstag der Hessischen Zimmermeister

mit dem Kasseler Holzbaukongress on tour am 18. und 19. September 2009.

Mitglieder bewerten

Verbandsarbeit

Verantwortlich für die Untersuchung

war das Institut „forum!

Marktforschung“, das schon für

zahlreiche Verbände anderer

Branchen tätig ist und das Ergebnis

deshalb zuverlässig einordnen

und deuten kann.

Bei der Imageanalyse schnitt

der VHZ am besten in den Kategorien

„Glaubwürdigkeit“,

„Fairness“ und „Sympathische

Ausstrahlung“ ab. Bei „Erfolg“,

„Flexibilität“ und „Mitgliederorientiertheit“

zeigten sich Defizite.

Bei den Leistungen waren

die Befragten mit der Beratung,

mikado 11.2009

Information und Fortbildung

zufrieden, unzufrieden dagegen

mit dem Mitgliedsbeitrag und

der Interessenvertretung.

Die Gesamtzufriedenheit entsprach

dann jedoch genau dem

Durchschnitt der vom Institut

bisher untersuchten Verbände.

Kein Grund zur Beunruhigung

also, dafür aber ein repräsentativ

gestütztes Bild, wo künftig

Prioritäten zu setzen sind.

Die emotionale Mitgliederbindung

ist im Vergleich zu

anderen Verbänden etwas geringer.

Ursache dafür ist vor allem

die Unzufriedenheit mit einigen

Verbandsleistungen. Diese

Die neue Holzbau-Deutschland-


Fahne flatterte

vor dem Kongressgebäude

haben mit 73 % eine ungewöhnlich

hohe Bedeutung im Vergleich

zum Image mit nur 27 %.

Das mag angesichts der langen

und lebendigen Zimmerer-

tradition überraschen, zeigt

aber, dass die Holzbaubranche

heute unternehmerisch und erfolgsorientiert

denkt. Für den

Verband sind konkrete Leistungen

natürlich viel zielgerichteter

und schneller verbesserbar

als ein Image.

Strategien der

Stehaufmännchen

Um Emotionen ging es auch

beim Vortrag von Ralph Goldschmidt:

Er erläuterte, warum

manche Menschen bei Rückschlägen

resignieren, andere

jedoch gestärkt daraus hervor-

gehen. Entscheidend ist die

Persönlichkeitsstruktur. Deshalb

sollte sich ein Unternehmer

nicht nur auf seine „Ergebnisse“

konzentrieren, sondern

auch auf den „Ergebnislieferanten“:

auf sich selbst.

Die psychische Widerstandsfähigkeit

zur erfolgreichen Bewältigung

von Misserfolgen ist

erlernbar und trainierbar. Goldschmidt

betonte aber, dass es

nicht um effektive Durchhalteparolen

geht, sondern um ein

bewusstes Gestalten des eigenen

Lebens, sodass es Krisen abfedert

und Kraft spendet.


Für die sieben zentrale Lebensbereiche

„Beziehungen“,

„Gesundheit“, „Beruf“, „Finanzen“,

„Lebensphilosophie“,

„Freizeit“ und „Wohnen“ erläuterte

er, auf was es ankommt,

was förderlich ist und was nicht.

Wie im Beruf auch geht es hier

darum, Ziele zu formulieren und

umzusetzen. Dafür muss man

sieben Handlungskompetenzen

trainieren und stärken: Selbstbewusstsein,Selbstverantwortung,

Selbstakzeptanz, Selbstmotivation,

Selbstkontrolle,

Selbstorganisation und Beziehungen.

Bei seinen pointierten und

humorvollen Ausführungen erwies

sich Goldschmidt, der sich

selbst „Experte für Leistungskraft

& Lebensglück“ nennt,

auch als großer Unterhaltungskünstler,

bei dem die Zeit wie

im Flug vergeht, aber auch viele

nützliche Ideen und Anregungen

im Gedächtnis hängen

bleiben.

Technik, Normen und Recht

wandeln sich

Der „6. Kasseler Holzbaukongress

on tour“ fand am zweiten

Tag statt. Mit „Nichts ist so

beständig wie der Wandel“ war

die Veranstaltung treffend betitelt,

denn fünf der sechs Vorträge

drehten sich um Neuerungen

in der Technik und in

VERBAND AKTUELL AUS DEN LANDESVERBÄNDEN

der Normung. Und auch in der

Rechtsprechung, Thema des

sechsten Vortrags, hat sich in

letzter Zeit einiges verändert.

Den Anfang machte Wolfgang

Bürkner vom Hersteller „SFS intec“.

Er berichtete über die neuen

Möglichkeiten, mit Voll-

und Doppelgewindeschrauben

preisgünstige und trotzdem leistungsfähige

Holzverbindungen

herzustellen. Der Markt bietet

hier eine große Produktpalette

verschiedener Hersteller an,

wobei sich die Schrauben bei

Kopfform, Gewinde und Spitzenform

oft stark unterscheiden.

Auch die zulässigen Kräfte sind

sehr verschieden. Der Handwerker

muss deshalb die bautechnischen

Zulassungen detailliert

kennen.

Einblicke in die neue DIN

18203-3:2008 für Bauteile

aus Holz und Holzwerkstoffen

gab Dieter Kuhlenkamp vom

Bund Deutscher Zimmermeister

(BDZ). „Millimeter, die Geld

kosten“ nannte er seinen Vortrag,

der die Neudefinitionen

zulässiger Maßabweichungen –

wie Toleranzen inzwischen heißen

– erläuterte. Als Arbeitshilfen

zur besseren Orientierung

in diesem Zahlendschungel hat

der BDZ für seine Mitglieder gedruckte

Merkblätter herausgegeben

und ein Internet-Portal

eingerichtet.

Die Auswertung der Mitgliederumfrage zeigte deutlich, wo die


nächsten Jahre die Schwerpunkte in der Verbandsarbeit zu legen sind

mikado-Interview

Wissen, wo man genau steht

Mit der Durchführung einer detaillierten Untersuchung

zur Mitgliederzufriedenheit betrat der Verband Hessischer

Zimmermeister (VHZ) Neuland in der Holzbaubranche.

mikado befragte dazu dessen Vorsitzenden Helmut Klumb.

mikado: Herr Klumb, warum

ließen Sie die Mitgliederumfrage

durchführen?

Helmut Klumb: Unsere beiden

Geschäftsführer, Thorsten Burmeister

und Helmhard Neuenhagen,

kamen mit der Idee auf

uns zu. Wir haben sie in einer

Vorstandssitzung diskutiert und

waren am Ende alle überzeugt,

dass das zum Einstieg der neuen

Geschäftsführung genau das

Richtige ist. Sie gibt uns wesentlich

mehr Klarheit, wo wir

momentan stehen und wo es

Handlungsbedarf gibt.

Hat sich der Aufwand gelohnt?

Ja, denn nun wissen wir ganz

genau, wo unsere Stärken und

unsere Schwächen liegen. Und

für unsere Mitglieder war es ein

deutliches Signal, dass sie der

Verband sehr ernst nimmt und

seine Arbeit künftig noch mehr

an ihren Bedürfnissen orientierten

möchte.

Was war für Sie bei der Präsentation

der Ergebnisse die größte

Überraschung?

Eigentlich gab es keine Überraschung.

Wir wussten schon vorher

ungefähr, wo Knackpunkte

liegen. Aber das sind eben

immer nur Einzelmeinungen,

noch dazu in einem anderen

Kontext abgegeben. Deshalb

ist es schwierig zu beurteilen,

ob das die tatsächliche Stimmungslage

ist oder nicht. Jetzt

haben wir das aber durch ein

unabhängiges und hochprofessionell

arbeitendes Institut bestätigt

bekommen.

▴ VHZ-Vorsitzender Helmut Klumb

will die Schwächen seines

Verbands entschlossen angehen

Ein großer Kritikpunkt waren

die Mitgliedsbeiträge.

Das halte ich vor allem für ein

Kommunikationsproblem. Wir

müssen unseren Mitgliedern

künftig klarer darstellen, welche

Leistungen sie für ihre Beiträge

erhalten und welche wir

tatsächlich anbieten. Viele gehen

scheinbar in der Hektik des

Alltags etwas unter und sind

gar nicht richtig bekannt.

Wie geht es nun weiter?

Wir setzen uns demnächst mit

dem Institut zusammen, um

die Untersuchung gründlich

zu analysieren und eine Prioritätenliste

zu erstellen. Die

nehmen wir dann in Angriff.

In zwei bis drei Jahren lassen

wir dann wieder eine Umfrage

durchführen, um zu sehen, ob

die Maßnahmen gegriffen haben

und sich das Meinungsbild

verändert hat.

Herr Klumb, herzlichen Dank

für das Gespräch!

III


VERBAND AKTUELL AUS DEN LANDESVERBÄNDEN

▴ Ralph Goldschmidt erläuterte anhand zweier Geldscheine, die er zerknüllte

und zerstampfte, die Mechanismen des eigenen Selbstwertgefühls

Die Holzbaulegende Borimir

Radovic berichte über Holzschutz

und den Entwurf zur DIN

68800. Er begann dabei mit einem

Rückblick in eine Vergangenheit,

wo der Glaube „überall

wo Holz sei, arbeiten Pilze und

Insekten“ dazu führte, dass dem

chemischen Holzschutz eine unangemessene

Bedeutung zukam.

Dass dies nicht zutrifft, ist inzwischen

wissenschaftlich bewiesen.

Holzzerstörende Pilze

bilden sich ab einer Holzfeuchte

von 30 %, und die stellt sich

bei 20 °C erst ab einer dauer-

haften Luftfeuchte von fast

100 % ein. Auf diese Tatsache

reagieren die neuen Normen

IV

nun endlich und verankern den

baulichen Holzschutz angemessen:

Wenn Holz nicht ungeschützt

dem Regen ausgesetzt

ist, braucht es keinen chemischen

Holzschutz mehr.

Mit Luftdichtheit befasste sich

der Bauphysik-Sachverständige

Robert Borsch-Laaks gleich in

zwei Vorträgen: Von der Zulässigkeit

von Schwachstellen

bei der Luftdichtheit im Rahmen

der DIN 4108-7 handelte

der erste, von Feuchtemanagement

bei Flachdächern der zweite.

Das Problem ist nicht die Diffusion,

sondern die Konvektion

an falsch geplanten oder falsch

ausgeführten Detailpunkten. Sie

„Millimeter, die Geld kosten“ nannte Dieter Kuhlenkamp vom BDZ


seinen Vortrag über Maßabweichungen nach der neuen DIN 18203-3:2008

mikado 11.2009

▴ Die Landessiegerin im Zimmererhandwerk Rebekka Lieb (Mitte) und ihren

Ausbilder Leo Lintl (links) ehrte Helmut Klumb beim Zunftabend

kann das 10- bis 100-Fache an

Feuchtigkeit in die Konstruktion

eindringen lassen. Damit

werden alle bauphysikalischen

Berechnungen hinfällig. Zu verhindern

ist das nur durch große

Sorgfalt. Borsch-Laaks zeigte,

wie’s richtig gemacht wird.

Den richtigen Umgang mit

Mängelrügen erläuterte Rechtsanwalt

Wolfgang Rathgen

kompetent, wortgewaltig und

humorvoll. Er schilderte, welche

Fehler Handwerker häufig

begehen und wie sie diese künftig

zum eigenen Vorteil vermeiden.

Bis hin zu Musterbriefen

reichten seine praxisnahen

und handlungsorientierten Rat-

schläge. Wichtig vor allem auch

deshalb, weil durch aktuelle

Rechtsprechungen das BGB gegenüber

der VOB an Bedeutung

gewann.

Die rund 200 Teilnehmer kamen

an diesem Tag voll auf ihre

Kosten. Nachlesen können sie die

zahlreichen Informationen der

hochkarätigen Vorträge in einem

140 Seiten starken Handout. Der

„7. Kasseler Holzbaukongress on

tour“ findet zusammen mit dem

61. VHZ-Verbandstag 2010 in

Darmstadt statt. gh ▪

Mehr Fotos des VHZ-

Verbandstags stehen auf:

www.mikado-online.de →

Bildergalerie

▴ Über holzzerstörende Pilze und Insekten sowie chemischen und konstruktiven

Holzschutz in der neuen DIN 68800 berichtete Borimir Radovic

MIKADO


VERBAND AKTUELL AUS DEN LANDESVERBÄNDEN

Zimmerer-Innung Schwalm-Eder

Klasse Ergebnisse bei der Ausbildung

▴ André Ludwig, Alexander Bätz und Kevin Kurzrock erhielten ihren

Gesellenbrief (vorne v.l.n.r.). Es gratulierten Vorstandsmitglied

und Zimmermeister Harald Schenk und Geschäftsführer Jürgen Altenhof

Organ von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister

Auf der gemeinsamen Freisprechungsfeier

in Bad

Sooden-Allendorf erhielten 22

neue Zimmerer aus den Zimmerer-Innungen

in Nordhessen

ihren Gesellenbrief. Seit

2006 veranstalten die Zimmerer-Innungen

Schwalm-Eder,

Hersfeld-Rotenburg, Kassel,

Werra-Meißner-Kreis und Waldeck-Frankenberg

die Gesellenfreisprechungsfeier

gemeinsam.

Turnusmäßig wechselt der Ort

für die Gesellenfreisprechungsfeier

jedes Jahr von einer Innung

zur nächsten. In diesem

Jahr war die Zimmerer-Innung

Werra-Meißner-Kreis der

Gastgeber. Obermeister Werner

Jäschke von der Zimmerer-Innung

Werra-Meißner-Kreis lobte

die hervorragenden Leistungen

der angehenden Gesellen.

Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks

Meisterhafte Zimmereien

▴ Über 62 ausgezeichnete Holzbaubetriebe

konnte sich Peter Aicher,

Präsident im Landesinnungsverband

des Bayerischen Zimmererhandwerks,

auf der Innungsversammlung

in Rosenheim freuen

Die Meisterhaft-Sterne von

Eins bis Fünf sind nicht

im Vorbeigehen zu erwerben.

Die Mitgliedsbetriebe der Zimmererinnung

müssen dafür eine

ganze Reihe von Qualifikationsmaßnahmen

nachweisen“, unterstrich

der Obermeister und

Präsident im Landesinnungsverband

des Bayerischen Zimmererhandwerks,

Peter Aicher, anlässlich

der Mitgliederversammlung

der Rosenheimer Zimmerinnung

im September 2009. Aicher erkannte

in „Meisterhaft – Bauen

mit Meisterqualität“ eine

effektive Reaktion auf die Aufgaben,

die mit der novellierten

ZIMMERERINNUNG SCHWALM-EDER

Handwerksordnung (HWO) auf

das Zimmerhandwerk zugekommen

sind.

Seit Mai 2009 steht Peter Aicher

als Präsident an der Spitze

der bayerischen Holzbauverbände.

Nach Abschluss der

Meisterschule übernahm Peter

Aicher 1984 den elterlichen Betrieb

in Halfing. Bis heute hat

er diesen zu einem führenden

Holzbauunternehmen der Region

mit nunmehr 30 Beschäftigten

ausgebaut. Ungeachtet

dessen versteht sich sein Unternehmen

nach wie vor als Familienbetrieb,

dessen Entwicklung

auf Innovation, Ausbildung und

„Heute ist der lang ersehnte Tag,

der die Ausbildungszeit beendet,

aber nicht das Lernen, denn dies

muss man sein Leben lang“, so

Jäschke.

Für die Zimmerer-Innung

Schwalm-Eder gratulierten Vorstandsmitglied

Harald Schenk

aus Schlierbach und Geschäftsführer

Jürgen Altenhof. In weiteren

Grußworten überbrachten

Landrat Stefan Reuß, der

stellvertretende Landesinnungsmeister

Friedrich Brauner und

Stefan Fross von der VR-Bank

Werra-Meißner-Kreis die Glückwünsche

an die jungen Handwerksgesellen

und die Gäste.

Als Jahrgangsbeste erhielt

Rebekka Lieb aus Witzenhausen

eine Auszeichnung, sie hatte

die Gesellenprüfung mit sehr

gutem Ergebnis absolviert. ▪

Wertschätzung beruht. Seit

Übernahme des elterlichen Betriebs

engagiert sich Aicher zudem

in der Zimmerer-Innung

Rosenheim, die er seit 1995 als

Obermeister anführt.

Für Aicher ist die Qualifikation

„Meisterhaft“ eine wichtige

Orientierungsmarke für die potenziellen

Bauherren. „Wir Innungsbetriebe

müssen für Vertrauen

und Sicherheit stehen“,

sagte Aicher bei der Innungsversammlung.

Er freute sich daher

besonders, dass er 62 Mitgliedsbetriebe

mit dem Zertifikat

– drei, vier und fünf Sterne –

auszeichnen konnte. ▪

V


VI

VERBAND AKTUELL AUS DEN LANDESVERBÄNDEN

Verband des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Baden-Württemberg

Sonnige Aussichten

Als vollen Erfolg konnten Veranstalter den diesjährigen Landesholzbautag am

26. September 2009 verbuchen. Bei strahlendem Spätsommerwetter lag Rottweil

fest in Zimmererhand: Überall waren Holzbauer in Kluft zu sehen.

▴ Zimmererklatsch auf dem Münsterplatz: An die 100 Holzbauer in Kluft

boten ein schönes und eindrucksvolles Bild

Der Wettergott meinte es

gut mit den Zimmerern

und Holzbauern Baden-Württembergs:

Bei strahlendem

Sonnenschein trafen sich am

26. September 2009 gut 360 von

ihnen zum Zimmerertreff auf

dem Münsterplatz in Rottweil.

Zimmererbier, Zimmererklatsch

und Zimmererkluft

Der Auftakt zum Landesholzbautag

war nicht zu übersehen:

Viele Einwohner der Stadt

der Badischen Fasnet blieben

nach ihren Samstagseinkäufen

stehen und staunen, was es alles

zu sehen gab: Zimmererbier,

Zimmererklatsch und vor allem

Zimmerer in Zimmererkluft, so

weit das Auge reichte.

Besonders gut punktete die

Verlosung von fünf robusten

Spielhäusern aus Holz unter

den Kindergärten aus der Region:

Die Kindergärten, die mit

den meisten Kindern vor Ort auf

dem Münsterplatz waren, konnten

sich über die Klettergeräte

freuen. Eines der Häuser ging als

Geschenk an einen Kindergarten

im italienischen L´Aquila,

einer von vier Partnerstädten

Rottweils.

Holz ist gut und tut gut

Josef Schlosser, Präsident des

Verbandes des Zimmerer- und

Holzbaugewerbes Baden-Württemberg,

begrüßte die Teilnehmer:

„Der Begriff Nachhaltigkeit

▸ Zahlreiche Denkanstöße

gab Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen

den Zuhörern mit auf den Weg

mikado 11.2009

MIKADO

▴ Bei der Anreise verbrauchten die

Zimmerer so wenig CO wie möglich

2

hat seinen Ursprung in der Forstwirtschaft“,

sagte er. Der Holzbau

leiste ein besonders großen

Beitrag zur Nachhaltigkeit, denn

Holz ist gut und Holz tut gut.

MIKADO

Zimmerer sind

Klimaschützer Nummer 1

„Mit dem Baustoff Holz lassen

sich die Konjunkturpakete

der Regierung schnell und kostengünstig

umsetzen“, ist sich

Schlosser sicher. Seiner Meinung

nach sind Zimmerer die

Klimaschützer Nummer 1. Der

Holzbau stelle sich der Verantwortung

mit innovativen,

preisgünstigen, gesunden und

umweltfreundlichen Konstruktionen.

Das Bauen mit Holzwerkstoffen

ist Umweltschutz.

In Baden-Württemberg liege

die Holzbauquote bei 23,9 %,

so hoch wie sonst nirgends in

Deutschland. Der Bundesdurchschnitt

liege bei 14,7 %. Das

Zimmererhandwerk leiste also

einen großen Beitrag zu eben

den Zielen, die die Politik gegenwärtig

propagiere.

„Das leistet unser Handwerk

aber teilweise unter unzumutbaren

Rahmenbedingungen“,

MACKOWIACK


prangerte Schlosser an, „seit Jahren

werden unseren Betrieben Erleichterungen

bei den Bürokratielasten, bei

den Abgabelasten oder bei der Sicherung

von Forderungen in Aussicht

gestellt.“

Schlosser fordert mehr Mut

von der Regierung

„Die steuerlichen Anreize für legale

Arbeiten, wie z.B. den Steuerbonus

für Handwerkerleistungen oder

die Umstellungen auf die Ist-Versteuerung,

sind zwar ein guter Ansatz,

sollten aber mutiger ausgestaltet

werden“, verlangte Schlosser. „Seit

Jahren fordern wir einen reduzierten

Mehtrwertsteuersatz auf Bauleistungen

sowie verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten,

um auch dem

Neubau wieder neue Impulse geben

zu können und um die Schwarzarbeit

am Bau einzudämmen. Was

andere Ländern erfolgreich umgesetzt

haben, kann bei uns nicht völlig

falsch sein“, mahnte er. Ein großes

Ärgernis für die kleinen Betriebe

VERBAND AKTUELL AUS DEN LANDESVERBÄNDEN

MIKADO

◂ Präsident Josef

Schlosser

eröffnete den

Zimmerer-Treff

auf dem

Münsterplatz

▸ Ullrich Huth,

Vorsitzender

Holzbau

Deutschland

▸▸ Klaus-Dieter

Rapp,

Obermeister der

Innung Rottweil

▾ Zum Festabend

lud Matthias

Krauss (r.) in die

„heiligen“

Werkhallen von

Mafell. Als

Dankeschön gab`s

einen Timmy

vom Präsidenten

▸ Volker Kauder,

Vorsitzender der

CDU/CSU-

Fraktion, nutzte

einen Tag vor

der Bundestagswahl

die

Gelegenheit, die

Zimmerer in

seinem Wahlkreis

zu begrüßen

Organ von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister

MACKOWIACK

sei die Vorverlegung der Sozialversicherungsbeiträge.

Dieses „Monstrum“

müsse so schnell wie möglich

rückgängig gemacht werden.

Seinen Dank richtete Schlosser unter

anderem an die Landesregierung

für die konsequenten Bemühungen

um eine vermehrte Verwendung des

Baustoffs Holz.

Positive Aussichten

Auf der nachmittäglichen Veranstaltung

in der Rottweiler Stadthalle stellte

Schlosser das Konjunkturbarometer

2009 vor. An der Konjunkturumfrage

des Verbandes beteiligten sich mehr

als 200 Betriebe. Bewerteten noch im

März diesen Jahres 12,8 % ihre allgemeine

Auftragslage als „top“, waren

es im September sogar 35,6 %. Beim

öffentlichen Bauen war festzustellen,

dass das Konjunkturpaket II bei den

Zimmerern in Baden-Württemberg

ankommt. Die Nachfrage im Holzhausbau

sei stabil, der Wohnungsbau

habe jedoch nachgelassen. Dafür

ziehe die energetische Sanierung an.

MIKADO

„Hier ist ganz klar unser Markt“, bestätigte

Schlosser den Trrend. 63,1 %

der Befragten sind mit den Preisen,

die sie erzielen können, zufrieden. Die

Zahlungsmoral, in der Regel ein Zeichen

für Qualität und optimale Abwicklung,

beurteilen die Zimmereiunternehmen

in Baden-Württemberg

als gut. Bei der Entwicklung der gesamtbetrieblichen

Aussichten ist Optimismus

pur angesagt: 12,5 % beurteilen

ihre Situation als „top“, 70,6 %

als „ok“. Die Mitarbeiterzahlen bleiben

konstant, die Ausbildungsbereitschaft

liegt bei 61,3 % mit „sicher

ja“, 25 % bei „eventuell ja“, 11,2 %

bei „eher nein“ und 2,5 % bei „sicher

nein“. Schlosser warnte vor Fachkräftemangel

und bat seine Kollegen,

noch mehr auszubilden. „Es wird die

Zeit kommen, da haben wir Aufträge,

aber keine Facharbeiter mehr“,

sagte Schlosser. Der Auftragsbestand

liegt bei 9,67 Wochen. Augenscheinlich

meint es nicht nur der Wettergott

gut mit den Zimmerern in Baden-Württemberg.

cv ▪

VII

MIKADO MIKADO


Innenstadt Düsseldorf: Unweit

der Königsallee, inmitten

von Banken, Versicherungen

und großen Medienhäusern, hat

die systaic AG ihren Firmensitz.

Es weht ein wenig der Hauch

der „new economy“ durch die

Räumlichkeiten. Doch damit hat

systaic nichts zu tun. Das im

Jahr 2004 gegründete Unternehmen

entwickelt am Düsseldorfer

Standort ebenso handfeste

wie innovative Produkte rund

ums Dach und versteht sich damit

als enger Partner des „Bedachungshandwerks“

– wie es im

VIII

VERBAND AKTUELL VERBÄNDE & VEREINIGUNGEN

Leistungspartner des Zimmererhandwerks

Neuer Partner nutzt die Energie am Dach

Die systaic AG gehört seit Kurzem zu den Leistungspartnern des Zimmererhand-

werks. Die systaic-Energiedachsysteme bieten zukunftsweisende Lösungen

für das Dach inklusive einer eigenständigen Energieversorgung für das Gebäude an.

Geschäftsbericht für das Jahr

2008 heißt. „Aus diesem Grund

haben wir uns auch entschieden,

Leistungspartner zu werden“,

erklärte Michael Pack,

Vorsitzender des Vorstandes

der systaic AG, bei einer Unternehmensvorstellung

in Düsseldorf.

„Denn mit unseren innovativen

Dachlösungen sehen wir

uns als eine hervorragende Ergänzung

der Produktpalette der

Leistungspartner des Zimmererhandwerks.“

Vor fast zehn Jahren

hat sich dieser Zusammenschluss

namhafter Hersteller von

mikado 11.2009

SySTAIC AG

Baustoffen, -elementen sowie

Zimmereimaschinen mit dem

Verband Holzbau Deutschland

– Bund Deutscher Zimmermeister

gegründet und unterstützt

die Innungsbetriebe in der Verbandsorganisation

von Holzbau

Deutschland durch schlagkräftige

Maßnahmen im Bereich Marketing

und Bildung.

Die systaic AG bietet mit ihren

Energiedachsystemen ein

Konzept zur eigenständigen

Energieversorgung von Gebäuden

an. Der vielfach in der Holzbaubranche

verwendeten Aussage

„vom Schutzdach zum

Nutzdach“ hat sich systaic vollständig

angenommen und eine

Lösung entwickelt, welche die

klassischen Dachziegel gänzlich

ersetzt.

Im Jahr 2007 kam das Energiedach

nach dreijähriger Entwicklungsarbeit

auf den Markt

und fügt sich heute als Solarenergielösung

optisch ansprechend

in den Neubau oder bei

einer Dachsanierung ein. „Wir

haben unser Energiedach als

Komplettdach konzipiert, es ist

eine stilvolle und sich selbst

amortisierende Alternative zu

herkömmlichen Dachmaterialien“,

so Vorstandsvorsitzender

Michael Pack. systaic hat

die Solargeneratoren als sichtbaren

Bestandteil des Gebäudes

konzipiert. Als Bauelement

übernimmt die Fotovoltaik-

Applikation konstruktive Aufgaben

und ermöglicht dem Zimmerer

durch das Prinzip von

„Click & Connect ohne Kabel“

eine einfache Handhabung und

schnelle Montage.

Mit einem gewissen Stolz berichtet

Michael Pack von den

bisherigen Erfolgen. Aufgrund

des gelungenen Designs, aber

auch wegen seiner Effizienz und

baulichen Vorteile hat das Dach

zahlreiche Architektur- und Innovationspreise

eingeheimst.

Und auch in der Praxis hat sich

das Dach bewährt.

Anzeichen für weitere Erfolge

sind bereits vorhanden. systaic

lässt mit der Forschungsarbeit

nicht nach. Neueste Komponente

im Energiedach ist die Zuführung

der fotovoltaischen Abluft

in ein Wärmepumpensystem,

um es für die Raumwärme und

das Warmwasser zu nutzen. Und

so lautet die Rechnung, wie viele

systaic-Energieeinheiten auf

das Dach eines Zwei-Personen-

Haushaltes müssen: 33 Stück.

Dann sind die Bewohner unabhängig

von fossilen Brennstoffen

mit Wärme und Elektrizität

versorgt. In Zeiten des

Klimawandels wird diese Art

der Nachhaltigkeit auch beim

Bau stetig steigen. systaic ist

mit dem eigenen Produktionsstandort

im bayerischen Landsberg

bestens für die Nachfrage

gerüstet. www.systaic.de ▪

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