Begleitmaterial Odysseus am Sand - Dschungel Wien

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Begleitmaterial Odysseus am Sand - Dschungel Wien

DSCHUNGEL WIEN

Schauspiel / 65 Min.

Begleitmaterial zur Vorstellung

Odysseus am Sand

Empfohlen für die Altersgruppe von 8 bis 12 Jahren

Begleitinformationen erstellt von: Christina Bierbaumer und Julia Perschon

ANSPRECHPERSON für Informationen, Anmeldung und Kartenreservierung

Mag. Christina Bierbaumer / Mo. - Fr. 09:00 - 17:00

fon +43.1.522 07 20 -18 / fax +43.1.522 07 20 -30

c.bierbaumer@dschungelwien.at / www.dschungelwien.at


Inhaltsverzeichnis Seite

1. Zur Produktion 3

2. Team 4

3. Stationen im Leben des Odysseus

- nach Ilias, Odyssee und dem Epischen Zyklus 6

4. Die Odyssee im heutigen Sprachgebrauch 9

5. Odysseus am Sand - Inhalt und Inszenierung 10

6. Interview mit Holger Schober 13

7. Theaterpädagogische Übungen 17

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1. Zur Produktion

Odysseus am Sand

Schauspiel

Dauer: 65 Min.

Empfohlen für die Altersgruppe von 8 bis 12 Jahren

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen

Ein Mann komplett am Sand. Es ist Odysseus der Held, gestrandet nach einer langen, langen Reise.

Einer Reise voller Abenteuer, Gefahren, fantastischer Geschichten und exotischer Plätze. Wenn

einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Und Odysseus lässt sich nicht lange bitten, denn

der hat einiges zu erzählen. Von Kriegen und Schlachten, vom trojanischen Pferd, von besoffenen

Riesen und rachsüchtigen Göttern, von Irrfahrten und von der Suche nach der Heimat.

Jeder kennt wohl die Odyssee, sei es aus einer der unzähligen Verfilmungen und Bearbeitungen (z.B.

durch die Coen-Brüder) oder einfach als Teil der humanistischen Bildung. Aber so hat man die

Odyssee noch nie gesehen. Als Erzähltheater mit einem Schauspieler, der in unzählige verschiedene

Rollen schlüpft. Der schon zweimal mit dem STELLA – Darstellender.Kunst.Preis für junges Publikum

als bester Schauspieler ausgezeichnete Reinhold G. Moritz („Die Wanze“, „Moby Dick“,

„NippleJesus“) ist Odysseus.

In der Regie von Holger Schober, der in der letzten Spielzeit schon mit „Das Dschungelbuch“ einen

Klassiker für den DSCHUNGEL WIEN entstaubt hat, begibt er sich auf eine irrwitzige Tour de Force

durch eines der ersten Epen der Menschheitsgeschichte, bei dem es aber alles andere als klassisch

zugeht.

Eine Reise voller wahnwitziger Ideen, skurriler Figuren und atemberaubender Entwicklungen für alle

ab 8 Jahren.

TEAM

Regie: Holger Schober

Textfassung: Holger Schober nach dem Epos von Homer

Darsteller: Reinhold G. Moritz

Bühne: Michael Alexander Pöllmann

Ausstattung: Agnes Burghardt

Musik: Johannes Specht

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2. Team

HOLGER SCHOBER (Regie)

geboren am 1.10.1976 in Graz

verheiratet mit der Regisseurin Dana Csapo

ein Sohn: Yannic, geboren am 9.2.2006

eine Tochter: Lina geboren am 14.8.2008

Ausbildung und beruflicher Werdegang

1996-2000 Schauspielstudium am Max Reinhardt Seminar in Wien

2000-2002 Kulturmanagementausbildung am Institut für Kulturkonzepte

2000-2005 künstlerischer Leiter von Theater KINETIS

2005-2007 im Leitungsteam des TAG (Theater an der Gumpendorfer Straße)

ab 2007 künstlerischer Leiter Guerilla Gorillas

ab 2009 künstlerischer Leiter Wiener Klassenzimmertheater

2009-2011 künstlerischer Leiter u\hof: Theater für junges Publikum am Landestheater Linz

Arbeiten als Schauspieler, Regisseur und Autor

Arbeiten als Schauspieler u.a. am Volkstheater Wien, Landestheater Linz, den Wiener Festwochen,

den Hamburger Kammerspielen, am Theater im Rabenhof, am Theater Drachengasse, für Film (u.a.

"Mein Russland" – Max Ophüls Preis 2002, "Die Fälscher" - Oscar 2008) und Fernsehen ("Polterabend",

"Vier Frauen und ein Todesfall", "Winzerkönig", etc.).

Arbeiten als Regisseur am Theater Oberzeiring, dem Theater an der Gumpendorfer Straße,

dem Landestheater Linz, dem Theater des Kindes Linz und DSCHUNGEL WIEN.

Arbeiten als Autor für das Theater: 35 uraufgeführte Stücke, unzählige Inszenierungen seiner

Stücke, zahlreiche Auszeichnungen.

Arbeiten als Drehbuchautor für den ORF.

REINHOLD G. MORITZ (Darsteller)

wurde für seine Rollen als Roli Winkler in "NippleJesus" und als Starbuck/Kapitän Ahab in "Moby

Dick" mit dem STELLA 10 - Darstellender.Kunst.Preis in der Kategorie "Herausragende darstellerische

Einzelleistung" ausgezeichnet. Nach 2008 bereits der zweite STELLA in dieser Kategorie!

Ausbildung und Engagements

Reinhold G. Moritz begann 1989 mit einer Ausbildung an der Graumann Schule für Schauspiel. 1994

legte er die Bühnenreifeprüfung ab und arbeitet seither als freier Schauspieler u. a. am Theater im

Zentrum in Stuttgart, bei den Wiener Festwochen, am Theater im Rabenhof, am Theater der Jugend

in Wien, am Theater Rampe in Stuttgart, bei den Sommerfestspielen in Melk und beim

Theaterspectacel Wilhering. Am Landestheater Linz war er u. a. in „Was ist los mit Daniela Duñoz“,

„Die Wanze“ und „Die Wanze – Der neueste Fall“ zu sehen .

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JOHANNES SPECHT (Musiker)

Ausbildung

02/1991 bis 03/1992 Studium der Musik/Jazzgitarre am AIM (American Institute of

Music) in Wien bei Les Wise

09/1993 bis 06/1997 Studium der Instrumental- und Gesangspädagogik

(Lehrbefähigungsprüfung Gitarre) am Brucknerkonservatorium in Linz, Absolvierung mit

ausgezeichnetem Erfolg

seit 1997 als freischaffender Musiker und Musiklehrer in Wien tätig

Engagements

Dozent am VMI (Vienna Institute of Music - Privatkonservatorium mit Öffentlichkeitsrecht)

Als Musiker: u.a. Musik für Theater der Jugend, Stadttheater Mödling, Kabinett Ad CO,

Auftritte beim Internationalen Akkordeonfestival Wien, Mexiko Tournee mit der Gruppe

Forms of Plasticity auf Einladung des Österreichischen Kulturforums; zahlreiche CD-Produktionen

u.a. Universal Music Austria, Artist in Residence mit Forms of Plasticity im Porgy & Bess, Wien.

06/2007 bis 08/2008 Auslandsaufenthalt in den USA (Los Angeles, New York), Tätigkeit

als Live-Musiker und Produzent von Musik im Bereich TV-Werbung

MICHAEL ALEXANDER PÖLLMANN (Bühnenbild)

geboren 1982 in Burglengenfeld, Deutschland

Schauspielstudium an der Akademie der Darstellenden Künste Ulm und am Konservatorium Wien.

Spielte u.a. am DSCHUNGEL WIEN, bei den Festspielen Reichenau, den Luisenburg Festspielen und

der Garage X sowie in mehreren Spiel- und Kurzfilmen. Regieassistenz am Volkstheater Wien, am

Theater Regensburg und dem Szene Bunte Wähne Festival. Seine erste Regiearbeit „Dirty Rich“ war

2011 im DSCHUNGEL WIEN zu sehen.

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3. Stationen im Leben des Odysseus - nach Ilias, Odyssee und

dem Epischen Zyklus

Der Trojanische Krieg

Der Trojanische Krieg bezeichnet den Krieg zwischen den Griechen und den BewohnerInnen der

Stadt Troja, das in der heutigen Türkei lag. Auslöser des Krieges war die Entführung der Helena.

Helena galt als die schönste Frau von Griechenland und war die Gattin des Menelaos. Nachdem sie

von Paris, dem Prinz von Troja, entführt worden war, zog Menelaos zusammen mit den Griechen

nach Troja, um seine Helena zurückzuholen.

Zehn Jahre dauerte der Krieg, in dem die Griechen erfolglos versuchten, die Stadt Troja zu erobern.

Erst mithilfe einer List des Odysseus gelang es die Stadt einzunehmen.

Das Trojanische Pferd

Im zehnten Jahr des Trojanischen Krieges versuchten die Griechen die Trojaner mit einer List zu

besiegen: Auf Rat des Odysseus bauten sie ein großes, hölzernes Pferd, in dessen Bauch sich

Odysseus und seine tapfersten Männer versteckten. Gleichzeitig täuschten die anderen griechischen

Kämpfer vor, mit ihren Schiffen abzureisen. Als die Trojaner das Pferd sahen, hielten sie es für ein

Abschiedsgeschenk der Griechen und zogen es in die Stadt. In der Nacht kletterten die Griechen aus

ihrem Versteck und öffneten die Stadttore für ihre Kameraden. So konnte das griechische Heer in

die Stadt eindringen und sie erobern.

Nach dem Ende des Trojanischen Krieges kehrte Menealos mit seiner Gattin Helena und dem

griechischen Heer in seine Heimat zurück. Für Odysseus und seine Gefährten jedoch war es der

Beginn einer zehn Jahre andauernden Irrfahrt, auf der sie zahlreiche Abenteuer zu bestehen und

viele Unglücksschläge zu erleiden hatten.

Der Zyklop Polyphem

Auf ihrer Heimreise vom Trojanischen Krieg landeten Odysseus und seine Gefährten auf einer Insel,

die von einäugigen Riesen, sogenannten Zyklopen, bewohnt wurde.

Auf der Insel gerieten die Griechen in die Höhle des Zyklopen Polyphem. Als der Zyklop mit seiner

Schafherde am Abend in seine Höhle zurückkam, packte er zwei der Männer, fraß sie auf und rollte

einen großen Fels vor den Ausgang der Höhle, sodass die Griechen zusammen mit dem Riesen

eingesperrt waren.

Um den Zyklopen betrunken zu machen, gab Odysseus ihm starken, griechischen Wein und schenkte

reichlich nach. Als Polyphem ihn nach seinem Namen fragte, antwortete Odysseus, sein Name sei

„Niemand“. Danach fiel der betrunkene Polyphem in einen tiefen Schlaf. Die gefangenen Griechen

nutzten die Gelegenheit und blendeten den Riesen, indem sie ihm einen glühenden Pfahl ins Auge

stießen. Poyphem schrie vor Schmerz. Als die anderen Zyklopen kamen und fragten, was passiert

sei, antwortete Polyphem: „Niemand hat mich geblendet! Niemand hat versucht, mich

umzubringen!“ Die Zyklopen nahmen Polyphem nicht ernst und kümmerten sich nicht weiter um ihn.

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Am nächsten Morgen führte der geblendete Polyphem seine Schafe hinaus auf die Weide. Odysseus

und seine Gefährten klammerten sich auf dem Bauchfell der Schafe fest und wurden so aus der

Höhle hinausgebracht.

Vom Schiff aus verspottete Odysseus den Riesen und nannte ihm nun auch seinen richtigen Namen.

Daraufhin bat der Riese seinen Vater Poseidon, den Gott des Meeres, Odysseus zu bestrafen und ihn

nie wieder in seine Heimat zurückkehren zu lassen. Poseidon rächte seinen Sohn, indem er durch

Unwetter und Umwege die Heimreise der griechischen Schiffe erschwerte. So kam es zur

zehnjährigen Irrfahrt des Odysseus und seiner Gefährten.

Kirke

Auf ihrer Weiterfahrt landeten Odysseus und seine Kameraden auf der Insel Aiaia (=Klagen), die von

der Zauberin Kirke bewohnt wurde. Kirke war bekannt dafür, alle BesucherInnen in Tiere zu

verwandeln - so auch die Begleiter des Odysseus. Odysseus selbst und sein Freund Eurycholos

blieben als Einzige verschont. Odysseus gelang es, Kirke für sich zu gewinnen und sie zu überreden,

die in Schweine verwandelten Gefährten wieder zurück zu verwandeln.

Ein Jahr blieb Odysseus als Kirkes Geliebter auf ihrer Insel, bis er beschloss, sich von ihr zu trennen

und seine Heimfahrt nach Ithaka und zu seiner Frau Penelope fortzusetzen. Vor der Abreise verriet

Kirke dem griechischen Helden, wie er sich vor dem Gesang der Sirenen schützen könne. Außerdem

zeigte sie ihm den Weg ins Reich der Toten, wo er auf seine mittlerweile verstorbene Mutter sowie

auf Mitkämpfer aus dem Trojanischen Krieg und den Seher Teiresias traf. Teiresias gab Odysseus

wichtige Hinweise für seine Weiterfahrt und weissagte ihm, dass er nach Ithaka heimkehren, in

seinem Haus aber nur Elend vorfinden würde.

Die Sirenen

Sirenen waren weibliche Fabelwesen mit dem Körper eines Vogels und dem Kopf einer Frau. Durch

ihren betörenden Gesang verzauberten sie Seeleute, sodass diese die Kontrolle über ihre Schiffe

verloren und gegen die Klippen schellten. Bevor sich Odysseus’ Schiff der Insel der Sirenen näherte,

verstopfte er die Ohren seiner Kameraden mit Wachs, sodass sie taub waren. Er selbst jedoch war

neugierig auf den Gesang der Sirenen. Um sich trotzdem vor ihrem Zauber zu schützen, ließ er sich

an den Mast binden und befahl seinen Kameraden, ihn erst loszumachen, wenn sie an der Insel

vorbei gefahren waren.

Tatsächlich war der Gesang der Sirenen so zauberhaft und verführerisch, dass Odysseus seine

Gefährten anflehte, ihn loszubinden. Doch diese lösten seine Fesseln erst, als die Sirenen weit

hinter ihnen lagen.

Skylla und Charybdis

Die Meeresungeheuer Skylla und Charybdis bewohnten die beiden, gegenüberliegenden Ufer einer

Meerenge und töteten alle Seeleute, die diese Meerenge passieren wollten.

Skylla hatte den Oberkörper einer Frau, während ihr Unterleib aus sechs Hunden bestand.

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Sie fraß alles, was lebte, und in ihre Reichweite kam und ergriff mit ihren Fangarmen vor allem

unvorsichtige Seefahrer, die ihr deshalb zu nahe kamen, weil sie Charybdis entgehen wollten.

Das Ungeheuer Charybdis saugte dreimal am Tag das Meerwasser ein, um es danach brüllend wieder

auszustoßen. Schiffe, die in ihren Sog gerieten, waren verloren, nicht einmal der Meeresgott

Poseidon konnte diese Schiffe retten.

Odysseus entschied sich, auf der von Skylla bewachten Hälfte der Meerenge zu fahren. Dabei kam er

jedoch zu nahe an Skylla, sodass diese seine Gefährten auffraß. Als er daraufhin auf die andere

Seite auswich, saugte Charybdis das Schiff ein. Odysseus aber gelang es, sich rechtzeitig an einem

nahegelegenen Feigenbaum festzuklammern, bis das Schiff wieder ausgespien wurde und er auf den

Trümmern davon rudern konnte.

Heimkehr nach Ithaka

Nachdem Odysseus sieben Jahre bei der Nymphe Kalypso verbracht hatte, erreichte er als einzig

Überlebender schließlich die letzte Station seiner Odyssee: die Insel der Phäaken. Von den

BewohnerInnen der Insel wurde er gastfreundlich aufgenommen und erzählte ihnen von seiner

langen, abenteuerlichen Reise. Die Phäaken hatten Mitleid mit Odysseus und stellten ihm ein Schiff

zur Verfügung, mit dem er endlich nach Ithaka zurückkehren konnte.

In Ithaka traf Odysseus auf die Göttin Athene, die ihm von den schrecklichen Zuständen in seinem

Haus erzählte: Da er so lange nicht aus dem Trojanischen Krieg heimgekehrt war, wurde er für tot

gehalten. Zahlreiche Fürsten aus ganz Ithaka waren an den Hof des Odysseus gekommen, warben um

die Hand seiner Frau Penelope und planten überdies die Ermordung von Odysseus’ Sohn Telemachos.

Penelope hatte die Freier bisher mit einem Trick hinhalten können: Sie wollte erst dann einen Mann

wählen, wenn das Totenhemd für ihren Schwiegervater Laertes zu Ende gewebt war. Am Tag

arbeitete sie an dem Gewand; in der Nacht jedoch trennte sie es heimlich wieder auf.

Schließlich sollte durch einen Wettkampf entschieden werden, wer Penelope zur Frau bekommen

würde. Wem es gelang, den Bogen des Odysseus zu spannen und durch die Öhre von zwölf

hintereinander aufgestellten Äxten zu schießen, der sollte ihr Gemahl werden. Ein Freier nach dem

anderen versuchte vergeblich den Bogen zu spannen. Da trat Odysseus als Bettler verkleidet vor,

spannte mühelos den Bogen, schoss einen Pfeil durch alle Öhren und tötete anschließend die Freier.

Dann konnte Odysseus sich endlich zu erkennen geben. Penelope zweifelte anfangs an seiner

Identität. Erst als Odysseus ihr gemeinsames Ehebett beschrieb, das aus dem Holz eines alten

Olivenbaums geschnitzt war – ein Detail, das nur er und seine Frau kannten - schwanden ihre

Zweifel und sie fiel dem zurückgekehrten Ehemann in die Arme.

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4. Die Odyssee im heutigen Sprachgebrauch

Odyssee

Auch heute noch bezeichnen wir eine lange, mühevolle Reise bzw. Fahrt mit Umwegen als Odyssee.

jemanden bezirzen

Kirke ist eine Zauberin der griechischen Mythologie. Odysseus landet im Zuge seiner Irrfahrt auf

ihrer Insel. Kirke verwandelt seine Gefährten in Schweine, Odysseus jedoch verschont sie und es

gelingt ihr, ihn für ein Jahr auf der Insel zu behalten. Als Odysseus weiterfährt unterstützt ihn Kirke,

indem sie ihm den Weg ins Reich des Hades weist, wo er die Toten befragen kann. Ebenso verrät sie

ihm, wie er dem Gesang der Sirenen unversehrt entkommen kann.

Vom Wort Kirke (vereinzelt auch Circe) leitet sich der Begriff „jemanden bezirzen“ (veraltete

Schreibweise „becircen“) – also „bezaubern“, „mit Charme umgarnen“, „einwickeln“ – ab.

Die Sirenen

In der griechischen Mythologie sind die Sirenen weibliche Fabelwesen, die die Seeleute durch ihren

betörend schönen Gesang anlocken, um sie anschließend zu töten (Im Gegensatz dazu sollen Sirenen

im heutigen Verständnis vor Gefahren z.B. Feuer warnen).

Odysseus jedoch überlistet die Sirenen, in dem er die Ohren seiner Gefährten mit geschmolzenem

Wachs verschließt und sich selbst an den Mast des Schiffes binden lässt.

Die Wahl zwischen Skylla und Charybdis

Skylla und Charybdis sind Meeresungeheuer, die auf zwei gegenüberliegenden Felsen eine Meerenge

bewachen. Odysseus muss zusammen mit seinen Kameraden diese Meerenge überwinden und sich

deshalb entscheiden, mit welcher Seite bzw. mit welchem Ungeheuer er es aufnimmt.

Obwohl er viele seiner Gefährten verliert, gelingt es im schlussendlich, die Meerenge lebend zu

passieren.

„Die Wahl zwischen Skylla und Charybdis“ wird auch heute noch sprichwörtlich für eine

Entscheidung zwischen zwei gleichermaßen abschreckenden bzw. unerfreulichen Alternativen

verwendet.

Trojaner

Das Trojanische Pferd war in der griechischen Mythologie ein hölzernes Pferd, in dessen Bauch sich

griechische Soldaten versteckten. Da die Trojaner das Pferd für ein Geschenk der Griechen hielten,

brachten sie es in die Stadt und schleusten somit das Heer der Griechen in ihre Festung. Aufgrund

dieser List gewannen die Griechen den Trojanischen Krieg.

Als „Trojaner“ bezeichnet man heute gefährliche Computerviren, die meist per Spammails in den

Computer eingeschleust werden und das Betriebssystem angreifen.

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5. Odysseus am Sand – Inhalt und Inszenierung

Inhalt

Odysseus ist bei mir kein strahlender Held, sondern vielmehr ein Vater und Ehemann, der genug

hat von Abenteuern und einfach nur nach Hause möchte. Genau das ist in gewisser Hinsicht auch ein

bisschen meine Geschichte, obwohl meine Abenteuer alle eher auf der Bühne stattfinden …“

(Autor und Regisseur Holger Schober)

Ein Mann komplett am Sand. Es ist Odysseus der Held, gestrandet nach einer langen, langen Reise.

Einer Reise, die er eigentlich gar nicht antreten wollte. Lieber hätte er auf seiner Heimatinsel

Ithaka weiter Felder bestellt, um mit seinem erst einjährigen Sohn Telemach und seiner Frau

Penelope die Zeit zu verbringen. Doch König Menelaos zwingt ihn, in den Trojanischen Krieg zu

ziehen. Schnellstmöglich, so verspricht Odysseus, werde er zurück sein. Seit damals sind zwanzig

Jahre vergangen. Eine Zeit voller Abenteuer, Gefahren, fantastischer Erlebnisse und exotischer

Plätze. Aber auch eine Zeit voller Sehnsucht und Einsamkeit. Bevor er seinen geliebten Sohn

Telemach wieder in die Arme schließen kann, muss er auf seiner Rückreise von Troja einige

Hindernisse überwinden und Prüfungen bestehen. Odysseus erzählt uns von Kriegen und Schlachten,

vom Trojanischen Pferd, von Irrfahrten und rachsüchtigen Göttern, von seiner Suche nach Heimat

und der Sehnsucht nach seiner Familie. In seinen Geschichten begegnen wir dem besoffenen Riesen

Polyphem, der schönen Zauberin Kirke sowie den Göttinnen der Weisheit und der Liebe. Wir

bezwingen den Gesang der Sirenen, lernen Zeus, den Göttervater, kennen und überleben die

stürmische See des Meeresgottes Poseidon.

Inszenierungsweise

Das Bühnenkonzept (Michael Pöllmann) besteht aus einem großen, weißen Tuch, faltig und dreckig,

das die ganze Bühne bedeckt. Das Tuch ist einmal Meer, einmal Sandstrand, einmal Troja, einmal

Ithaka. Eine neutrale Spielfläche, auf dem die verschiedenen Schauplätze in unserem Kopf Gestalt

annehmen. Auf einem Hügel, dem Berg des Olymp, sitzt der Musiker Johannes Specht, verkleidet als

griechischer Jüngling, auf einem goldenen Drehstuhl wie in einem kleinen Tonstudio (E-Gitarre,

Computer, Sound-Effekt-Geräte). Ein Mann taucht aus dem „Meer“ auf und wird an den Strand

gespült. Es ist Odysseus. Der Titel "Odysseus am Sand" ist bewusst zweideutig gewählt. Odysseus

wacht am Sandstrand auf - nach 20 Jahren Krieg und Abenteuern und nach dieser langen Zeit ist er,

auf gut Wienerisch, auch ziemlich "am Sand". Er ist schrecklich müde, kein junger Mann mehr, seine

Kleidung hat Löcher und er vermisst seine Familie. Gleich zu Beginn wird klar, dass das Stück

Odysseus am Sand“ kein Heldenepos ist. Regisseur Holger Schober zeigt Odysseus nicht als stolzen

strahlenden Kriegshelden, sondern vielmehr als einen liebenden Vater und Ehemann, der genug hat

von Abenteuern und einfach nur nach Hause möchte zu seiner Frau Penelope und seinem Sohn

Telemach. Rückblickend erzählt der Schauspieler Reinhold G. Moritz die Geschichte von Odysseus in

einigen wichtigen Stationen. Kern dieser, von Holger Schober verfassten Version ist jedoch, dass

Odysseus gleich zu Beginn gar nicht in den Krieg ziehen wollte. Doch selbst ein Trick sich zu

verstellen hilft nichts, und König Menelaos zwingt ihn nach Troja mitzukommen. Und so beginnt

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seine Odyssee, seine Abenteuer und Irrfahrten. Stets widerwillig schildert er die Heldentaten. Doch

immer wenn die Bühne in ein bläuliches Licht getaucht wird, tritt Odysseus an den Bühnenrand, wo

ein Mikrofon von der Decke hängt und es wird ruhig. Begleitet von Instrumentalmusik steigt er aus

seinen abenteuerlichen Geschichten heraus und erzählt von der Sehnsucht nach seiner Familie. Er

stellt sich vor, wie es wohl gewesen wäre, wenn ihn sein Sohn um Rat fragen hätte können, wie das

so ist mit den Mädchen ist, oder wie es wohl wäre, zurückzukehren und nach so langer Zeit der

Abwesenheit, von seiner eigenen Frau nicht mehr erkannt zu werden. Er erinnert sich daran, wie es

sich anfühlte seinen kleinen Sohn das erste Mal in den Armen zu halten und wie schmerzhaft der

Abschied von seiner Familie war. Die Gedanken und Erinnerungen an seine Familie stimmen ihn

manchmal traurig, geben ihm aber auch Kraft und verhelfen ihm in einer seiner Fantasien (er stellt

sich vor sein mittlerweile elfjähriger Sohn spielt mit einem hölzernen Pferd) sogar zu der List mit

dem Trojanischen Pferd. Holger Schober schafft sowohl berührende Momente als auch spannende

und lustige Episoden. Tragik und Komik, Humor und Melancholie halten sich die Waage. Bei den

geschilderten, actionreichen Abenteuern können die Kinder lachen und staunen.

Reinhold Moritz ist Erzähler und Darsteller zugleich. Er verkörpert nicht nur Odysseus, sondern

schlüpft auch in alle anderen Rollen. Er ist einmal Aphrodite, dann wieder Athene, Achilles oder

Paris, Kirke oder Polyphem, Menelaos, Helena oder einer seiner Gefolgsleute. Die rasanten Wechsel

und die Eigenheiten der einzelnen Figuren bringen viel Humor und Dynamik in das Stück. Der Riese

Polyphem beispielsweise wird als grimmiger Tiroler dargestellt, Aphrodite lispelt und Paris ist

„dumm wie Brot“.

Die Musik im Stück übernimmt unterschiedliche Funktionen. Regisseur Holger Schober erklärt dazu:

„Da gibt es zum einen die Musik als illustrierendes Element, wie zum Beispiel bei den Sturmszenen

oder bei der Eroberung von Troja. Dann gibt es die Songs, die Odysseus singt und die Einblicke in

sein Seelenleben geben. Und dann gibt es noch Musik als Mittel des Humors, wie zum Beispiel die

Signation von Zeus oder das Intro für die Götter. Der Musiker Johannes Specht ist ja bei uns auch

nicht nur Musiker, sondern er nimmt auch aktiv am Stück Teil, interagiert mit Odysseus, bringt ihn

voran oder veräppelt ihn auch hin und wieder. Und zum Beispiel in der Polyphem Szene, in der der

Musiker wie bei einem Livehörspiel die Geräusche macht, treibt er die Handlung aktiv voran. Musik

ist einfach ein Katalysator für Emotionen. Und die Arbeit mit einem Livemusiker kann da natürlich

noch tiefer gehen, als wenn man Dinge aus der Konserve abspielt.“

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Pressestimme

(von Barbara Wakoblinger/APA)

"Odysseus am Sand": Dschungel Wien hat Homer für Kinder adaptiert

Actiongeladenes Einmannspektakel mit politischen Untertönen

Wien (APA) - Odysseus ist wieder einmal gestrandet. Ein zerrupfter Kriegsheimkehrer mit einem

etwas längeren Heimweg. Im wahrsten Sinne des Wortes "Odysseus am Sand". Im Dschungel Wien

inszeniert Holger Schober Homers "Odyssee" als actionreiche und vielschichtige Einmannshow für

Kinder ab acht Jahren und Erwachsene weit darüber hinaus. Gestern feierte das Stück seine

Premiere, die von allen Altersschichten des Publikums begeistert aufgenommen wurde.

Gleich zu Beginn wird das Setting klargestellt: Meer und Strand in Form eines großen Tuches, das

über die Bühne geworfen ist. In einer Ecke ein Berg, auf dem ein griechisch gewandeter Jüngling

leise Sirtaki spielt - Griechenland. Noch weiß Odysseus (Reinhold G. Moritz) aber nicht, dass er

längst wieder in der Heimat Ithaka ist. Also bleibt Zeit für eine Rekapitulation der beschwerlichen

Reise. Polyphem, der hungrige Zyklop, die Hexe Circe und ihre Schweine sowie die Insel der Sirenen

- die Stationen des Odysseus bleiben dieselben wie im klassischen Epos von Homer. Gar nicht

klassisch ist jedoch Schobers Inszenierung.

Denn Schobers Stück spricht gleich mehrere Ebenen an. Die Kinder lachen und staunen

hauptsächlich über die actiongeladenen Erzählungen von Moritz, der einen Sturm mit vollem

Körpereinsatz darstellt, sowie die zahlreichen Licht- und Soundeffekte. Um den Beginn des

Trojanischen Krieges zu erzählen, wird die schöne Helena eben mal zur Barbie, Paris lässt sich

"dumm wie Brot" von den Göttern einspannen und Menelaos tritt als missmutiger, hustender

Kettenraucher auf. In Sekundenschnelle schlüpft der Hauptdarsteller in Dutzende Rollen - meist nur

Gesten oder seinen Dialekt verändernd. Für die zusätzliche Komik oder auch Tragik (denn eigentlich

will der listenreiche Held nur nach Hause) sorgen Licht und Ton.

Aber auch das - zu einem überraschend großen Teil - erwachsene Publikum kommt auf seine Kosten,

wenn Odysseus von seiner "top Work-Life-Balance" auf Ithaka berichtet oder sich unter die

griechischen Kampfgefährten plötzlich ein "Papandreou, toller Kerl - konnte nur leider nicht mit

Geld umgehen" mischt. Dass sich Penelope daheim aber lieber mal "shortly, without von delay"

einen neuen Mann suchen soll, erheitert dann wirklich nur noch die Zuschauer, die die acht Jahre

schon lange hinter sich gelassen haben. Auf diese Weise funktioniert Moritz' wandlungsreiche

Einmannshow 65 Minuten lang sowohl für junges als auch älteres Publikum - zumal sich am Ende

beide Teile der Zuschauerschaft begeistert zeigten.

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6. Interview Holger Schober

Interview mit Holger Schober, Regisseur und Autor von „Odysseus am Sand

Was reizt dich daran, Theater für ein junges Publikum zu machen, in diesem Fall ein Stück ab 8

Jahren auf die Bühne zu bringen? Was unterscheidet Kinder von Erwachsenen als Publikum?

Ich hab mich schon während meiner Schauspielausbildung am Max Reinhardt Seminar nie so sehr

dafür interessiert, ans Burgtheater zu gehen oder nach Hollywood, sondern ich habe mir immer

gedacht ich will etwas anderes von meinem künstlerischen Leben. Ich will Geschichten erzählen, die

es wert sind, erzählt zu werden, will etwas kreieren, das "größer" ist als einfach ein guter

Theaterabend. Ich bin der festen Überzeugung, dass Kunst die Welt verändern muss, zumindest

muss sie diesen Anspruch haben. Und im "erwachsenen" Theaterbetrieb geht es mir zu sehr um die

Oberfläche, es geht darum, gut zu sein, zum Berliner Theatertreffen eingeladen zu werden, das

Feuilleton zu überzeugen. Ich will aber etwas anderes von dem was ich mache und das finde ich im

Theater für junges Publikum. Hier kann man Geschichten erzählen, hier wird man nicht schief

angesehen, wenn man sagt, ich möchte mit diesem Stück etwas erreichen.

Außerdem sind Kinder und Jugendliche das beste Publikum, das man haben kann. Sie reagieren aus

sich heraus, auf das was sie sehen, sind noch nicht so "verbildet" wie der erwachsene Zuschauer, der

seine Sehgewohnheiten auch auf Konventionen abgestimmt hat. Das junge Publikum schaut mit

einer ganz anderen Offenheit. Da kann man inhaltlich oft viel weiter gehen, als es im

Erwachsenentheater möglich ist. Deshalb ärgert es mich auch sehr, dass diese Sparte oft mit den

Worten "das ist ja nur Kindertheater" abgetan wird. Ich habe die meisten der Impulse, die ich als

Künstler bekommen habe im Theater für junges Publikum bekommen, weil da mehr an Inhalten

gearbeitet wird, als am oberflächlichen Erfolg. Das WAS ist wichtiger als das WIE und das ist auch

mein Motto.

Zuletzt hast du „Das Dschungelbuch“ inszeniert. Woran liegt der Reiz, Klassiker für die Bühne

zu entstauben? Was fasziniert dich an der Odyssee von Homer?

Der Reiz an Klassikern ist natürlich, dass jeder sie zu kennen glaubt. Jeder hat ein Bild davon, was

die Odyssee ist, jeder kennt Polyphem, jeder kennt Kirke. Das ist ja fast schon kollektives

Unterbewusstsein, gehört zum großen Mythenschatz der Menschheit. Das ist auf der einen Seite

natürlich schwierig, weil jeder glaubt "seinen" Klassiker zu kennen, dann vielleicht auch enttäuscht

ist, wenn er etwas vermisst, auf der anderen Seite ist dieses Kennen der Materie auch eine große

Chance, weil man auf einer ganz anderen Ebene des Verstehens einsteigen kann. Nach dem Motto,

die Geschichte darf als bekannt angesehen werden, jetzt können wir tiefer graben und schauen, was

uns das eigentlich angeht.

Grundsätzlich muss man sich, wenn man so einen Klassiker angeht, fragen, was man eigentlich

erzählen möchte. Der eigene Blickwinkel ist das wichtigste, der eigene Zugang, sonst spult man nur

die xte Version einer bekannten Geschichte herunter. Im Falle von Odysseus hat mich sofort die

Geschichte fasziniert, dass Odysseus gar nicht in den Trojanischen Krieg ziehen wollte, sondern

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lieber bei seiner Familie zu Hause bleiben möchte. Da ich selbst Vater von zwei kleinen Kindern bin

und beruflich selbst viel unterwegs, konnte ich da sofort andocken. Also wollte ich eine Geschichte

erzählen, über einen Helden, der eigentlich kein Held sein möchte, sondern viel lieber nach Hause

zu seiner Familie möchte. So hole ich die Geschichte auf eine menschliche Ebene und hole sie auch

nahe an mich heran. Das ist mir auch sehr wichtig, dass eine Nähe zu diesen Klassikern entstehen

kann.

Ich hatte vor kurzem eine interessante Diskussion mit einer hochrangigen Theaterpersönlichkeit, in

der es darum ging, ob das sein muss, dass man die Geschichte an die Jugendlichen heran holt, ob es

sein muss, dass einen Theater immer persönlich was angeht, ob es nicht besser wäre, Distanz

zwischen Publikum und Stoff zu bringen. Ich finde, Theater muss den Zuschauer immer was

angehen, sonst wird es museal, aber auch im Museum bin ich berührt, wenn ich ein Bild von

Waldmüller sehe, zutiefst erschüttert, weil ich merke, das ist 200 Jahre alt und geht mich was an.

Kunst muss berühren, muss relevant sein, sonst ist sie nur Selbstzweck.

Du greifst in deinem Stück exemplarisch einige Stationen der Odyssee heraus. Wir überlisten

den betrunkenen Zyklopen Polyphem, treffen die schöne Zauberin Kirke, werden von dem

Meeresgott Poseidon geärgert und belagern Troja. Welches der Abenteuer hättest du gern

gemeinsam mit Odysseus erlebt?

Eigentlich keines. Ich bin keine große Heldenpersönlichkeit, habe auch nicht dieses Heldengesicht.

Ich wäre auf der Odyssee sicher jener von Odysseus Gefolgsleuten gewesen, der als aller erstes von

Polyphem gefressen wurde. Der Held hat's gut, weil der immer alles überlebt, aber ich denke nicht,

dass ich in der Geschichte der Held wäre.

Der Schauspieler Reini Moritz verkörpert nicht nur Odysseus, sondern schlüpft auch in alle

anderen Rollen. Warum, abgesehen von dem Musiker der manchmal den Part von Zeus und

Telemach übernimmt, die Entscheidung für nur einen Darsteller? Sind dir alle von Reini Moritz

verkörperten Figuren sympathisch?

Die Entscheidung für einen Darsteller ist zunächst einmal eine ästhetische, wir wollten einfach ein

Erzähltheaterstück aus dem großen Stoff der Odyssee machen, es bewusst nicht bombastisch und

mit 20 SchauspielerInnen erzählen. Es soll um Odysseus gehen, eine sehr persönliche Geschichte

sein, eigentlich eine kleine Geschichte über die Sehnsucht eines Mannes, obwohl drum herum

natürlich große Dinge passieren. Dann war das eine dramaturgische Entscheidung weil ich wollte,

dass Odysseus die Geschichte rückblickend erzählt, so als ob ein guter Freund einem seinen letzten

Urlaub erzählt, der eben zufällig 20 Jahre gedauert hat und wenig Komfort hatte. Und dann ist es,

wie kluge Kids im Nachgespräch schon festgestellt haben, natürlich auch eine ökonomische

Entscheidung, weil mit einem Schauspieler und einem Musiker das Stück natürlich leichter tourfähig

ist und leicht wieder aufgenommen werden kann.

Zum zweiten Teil der Frage: Ich mag eigentlich alle Figuren in diesem Stück, ich finde ja, sogar

Polyphem bekommt durch seinen Akzent etwas sehr liebenswertes. Grundsätzlich muss man ja

sagen, dass die klassischen Figuren bei uns ja alle nicht so strahlende Helden sind. Paris ist dumm

wie Brot, Achilles hat einen Fußpilz, Aphrodite lispelt, Athene die Göttin der Weisheit verliert beim

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Trivial Pursuit. Es menschelt also sehr, könnte man sagen, auch Götter sind nicht perfekt und ich

denke, gerade das macht sie als Figuren auch liebenswert. Außerdem spielt das Reini Moritz auch

großartig und nuanciert, das trägt auch dazu bei, dass man die Figuren einfach gerne haben muss.

Odysseus ist in deinem Stück kein strahlender Held. Wie siehst du diese Figur? Welche Seiten

findest du an Odysseus besonders interessant?

Odysseus ist ein Mann, der einfach tut, was getan werden muss. Er trägt eine große Verantwortung,

ihm sind viele Männer unterstellt, die ihr Leben in seine Hand legen. Das ist ein riesiger Druck mit

dem er da umgehen muss, zumal er die Rückendeckung durch seine Familie nicht hat, seinen Sohn

20 Jahre lang nicht sieht, seine Frau 20 Jahre lang nicht in den Arm nehmen kann. Das zehrt

natürlich an der Substanz. Der Titel "Odysseus am Sand" ist bei uns natürlich deshalb doppeldeutig

zu verstehen. Einerseits spielt das Stück bei uns am Sand, an der Küste, an der Odysseus aufwacht.

Andererseits ist er nach 20 Jahren Odyssee auch auf gut Wienerisch ziemlich am Sand. Ich mag diese

Figur sehr, weil sie nicht perfekt ist und kein strahlender Held, sondern eine Figur die auch Fehler

macht, die Entscheidungen trifft, die anderen das Leben kostet, die aber immer weiter macht, weil

Aufgeben keine Option ist. Ich mag an Odysseus natürlich auch, dass er listenreich ist und zumindest

bei uns immer einen lockeren Spruch auf Lager hat. Er lässt sich nicht unterkriegen, bei allem was

er tut, bleibt er immer auf das Ziel gerichtet. Das imponiert mir und damit kann ich mich auch

identifizieren, weil ich auch jemand bin, der nie aufgibt.

Sehnsucht, Heimat, den Wunsch anzukommen und sich zuhause zu fühlen sind Themen in

deinem Stück. Wonach hast du Sehnsucht und was heißt für dich Zuhause?

Zu Hause ist für mich ganz klar dort, wo meine Kinder sind. In meinem Beruf bin ich sehr viel

unterwegs und vermisse meine Kinder dabei sehr, habe Sehnsucht nach ihnen. Auf der anderen Seite

bin ich als freier Künstler dann auch einmal drei Wochen am Stück zu Hause und habe nur für sie

Zeit. Aber ich brauche eigentlich nur die beiden, um mich zu Hause zu fühlen. Sehnsüchte habe ich

eigentlich sonst keine. Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich mir meine Projekte aussuchen kann,

also beruflich nichts vermisse, mir geht's einigermaßen gut, das Alter zieht halt in die Knochen :-),

und meine Kinder wachsen und gedeihen. Ich halte auch nicht viel davon immer einer Sehnsucht

nach zu laufen. Mein Opa hat immer gesagt, es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Ich habe das für

mich abgewandelt in, es gibt nichts Gutes, außer ICH tu es. Jeder ist für sich selbst verantwortlich

und kann sein Leben in die Hand nehmen. Das versuche ich auch, versuche, es aktiv zu gestalten

und nicht nur davon zu träumen.

Wenn du „Odysseus am Sand“ selber als Zuschauer erlebst kannst du eintauchen? Welche

Gedanken gehen dir da durch den Kopf?

Ich kann das eigentlich immer, dass ich, wenn ich mein Stück dann bei der Premiere sehe, den

Regisseur und Autor ausschalte und das Ganze einfach als Zuschauer genieße. Im Falle von Odysseus

freue ich mich dann natürlich mit welcher Energie und Spiellust Reini Moritz durch das Stück hüpft

und ich freue mich, dass bei diesem Stück die Waage zwischen Humor und berührenden Szenen

gefunden wird. Ich hatte eine polnische Schauspiellehrerin, die immer gesagt hat, man bringt die

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Menschen nur zum Weinen, wenn man sie vorher zum Lachen gebracht hat. Das beherzige ich immer

und ich finde diesen Abend sehr witzig und sehr berührend zugleich. Ich habe auch diesmal anders

gearbeitet als sonst. Ich baue sonst immer 500 Witze beim Schreiben ein und dann noch mal 500

Witze beim Arbeiten. Deshalb sind dann beim fertigen Abend 1000 Witze drinnen, was zu einer

Übersättigung führen kann. Deshalb habe ich diesmal in die Fassung gar keine Witze rein

geschrieben und nur die 500 genommen, die mir beim Arbeiten eingefallen sind. Deshalb haben wir

da jetzt, denke ich, die ideale Balance. Ich denke „Odysseus am Sand“ ist ein Abend für die ganze

Familie geworden, im besten Sinne, da findet der 8-Jährige genau so etwas drinnen wie der 12-

Jährige, oder auch der/die erwachsene ZuschauerIn und die sieben Vorstellungen, die bis jetzt

stattgefunden haben und im Hinblick auf das Publikum sehr bunt gemischt waren, haben das auch

bestätigt.

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7. Theaterpädagogische Übungen

Vor- und Nachbereitung

Im folgenden Abschnitt geht es nicht darum, den Kindern das Theaterstück vorher schon zu

„erklären“ oder später etwas „abzufragen“. Die Theaterrezeption ist genau wie die Produktion von

Theaterstücken ein kreativer Prozess. Jede/r ZuschauerIn nimmt Theater anders wahr, es gibt dabei

kein Richtig und kein Falsch.

Es geht vielmehr darum, vor dem Theaterbesuch Neugier zu wecken, sich den Themen rund um das

Stück anzunähern und die Sinne zu schärfen, sowie sich nach dem Theaterbesuch über das Gesehene

auszutauschen.

Allgemeine Vorbereitungsspiele für einen Theaterbesuch

1.) Sehübung mit Fernrohr

Die SchülerInnen bilden mit ihren Händen vor dem einen Auge ein Fernrohr und schließen das zweite

Auge. Nacheinander sollen sie nun beschreiben, was sie sehen. Die Kinder können auf ihren Plätzen

sitzen bleiben, wer möchte kann sich auch hinstellen. Bei diesem Spiel übt man gezieltes Schauen

und lernt Details wahrzunehmen.

2.) Beobachtungsspiel

Vier SchülerInnen kommen auf die „Bühne“. Diese kann vor der Tafel sein, besser ist es jedoch,

einen Sesselkreis zu bilden und die „Bühne“ in der Mitte einzurichten.

Drei der vier ausgewählten SchülerInnen legen/stellen/setzen sich in einer selbst gewählten Position

hin und bewegen sich nicht mehr. Die Klasse schaut sich dieses Arrangement genau an und schließt

dann die Augen. Die vierte Person verändert nun drei kleine Details an den MitschülerInnen auf der

Bühne (z.B. Körperstellung / Kleidung / Mimik).

Die SchülerInnen dürfen nun die Augen wieder öffnen. Wer hat genau beobachtet und bemerkt die

kleinen Unterschiede?

Ziel dieser Übung ist es, sich auf das Theaterschauen einzustimmen und aufmerksam zu beobachten.

3.) Eine Kartoffel ist keine Kartoffel

Nehmen Sie eine Kartoffel und sagen Sie zu den SchülerInnen „Diese Kartoffel ist keine

Kartoffel, sie ist...“ Nehmen Sie die Kartoffel und verwenden Sie sie so, als wenn sie

etwas anderes wäre z.B. Rasierapparat, Haarbürste, Handy etc. Dann kommen die Kinder

mit ihren Ideen an die Reihe und machen etwas vor. Die anderen sollen erkennen, was

gemeint ist.

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Ziel dieses Spieles ist es deutlich machen, dass im Theater die Dinge nicht 1 zu 1

dargestellt werden, sondern als Zeichen, die von den ZuschauerInnen gelesen werden.

4.) Theater-Detektive

Teilen Sie Ihre SchülerInnen vor dem Theaterbesuch in Gruppen auf.

Jede Detektiv-Gruppe bekommt einen Auftrag, worauf sie besonders achten soll:

- auf die Herzklopfmomente

- auf die Gänsehautmomente

- auf die leisen Moment

- auf die lauten Momente

- auf die traurigen Momente

- auf die lustigen Momente

Bei der Nachbereitung stellen die einzelnen Gruppen dann ihre Ergebnisse vor.

Ziel dieser Übung ist es, die Wahrnehmung während des Theaterbesuchs auf verschiedene

Schwerpunkte zu lenken.

Spezifische Vor- und Nachbereitung „Odysseus am Sand

1.) Assoziationen zum Bild (Vorbereitung)

Zeigen Sie den SchülerInnen dieses Bild. Lassen sie es die Kindern zunächst beschreiben. Was ist

darauf zu sehen? Welche Hinweise finden wir auf das Stück?

In welcher Situation könnte sich dieser Mann (Odysseus) befinden? Welche Gefühle hat er gerade?

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2.) Gespräch über Helden und Heldinnen (Nachbereitung)

Odysseus am Sand“ ist kein Stück über einen perfekten Helden, sondern über einen Mann der

einfach tut, was getan werden muss, der auch Fehler macht und falsche Entscheidungen trifft, aber

trotzdem nie aufgibt. Auch im Klassiker von Homer wird Odysseus nicht auf Grund seiner

kämpferischen Fähigkeiten gerühmt, sondern es stehen vor allem seine List, sein Erfindungsreichtum

und seine Klugheit im Vordergrund.

Die anderen klassischen Figuren, denen wir in diesem Stück begegnen, werden ebenfalls völlig

menschlich dargestellt und nicht als strahlende Helden. Paris ist dumm wie Brot, Achilles hat einen

Fußpilz, Aphrodite lispelt, Athene die Göttin der Weißheit verliert beim Trival Pursuit.

Wie stellen sich die SchülerInnen einen Helden oder eine Heldin eigentlich vor?

Was verbinden sie mit dem Begriff „Held“? Welche Eigenschaften hat eine solche Figur?

Welche Ängste und Sehnsüchte?

Kreidestaffel:

Schreiben Sie den Begriff „Held/in“ in die Mitte der Tafel. Geben Sie einem/r SchülerIn die Kreide,

um Assoziationen oder Fragen anzuschreiben. Er/sie gibt die Kreide weiter an die nächste Person,

die wieder eine Assoziation oder Frage anschreibt. An der Tafel entsteht ein Cluster aus Begriffen,

Vermutungen, Fragen.

In einem zweiten Schritt unterhalten Sie sich mit Ihren SchülerInnen, wie sie die Figur des Odysseus

in dem Stück erlebt haben. Welche Eigenschaften würden sie ihm zuordnen? Fanden sie ihn

sympathisch oder nicht und warum?

Textauschnitt aus dem Stück:

Odysseus über den trojanischen Krieg:

„Ich wollte niemals in den Krieg ziehen. Wer will schon in den Krieg ziehen? Also außer Typen die

komplett bescheuert sind. Ich hatte niemals vor, ein Held zu werden. Und egal, was die Leute

sagen, ich bin auch kein Held geworden. Im Krieg wird niemand zum Helden. Kriege bringen keine

Helden hervor, nur die, die überlebt haben und die die gefallen sind. Es gibt auf einem

Schlachtfeld nichts, was ruhmreich ist, oder Stoff für Heldengesänge. Auf einem Schlachtfeld gibt

es nur Blut und Tränen und Männer die weinen wie Kinder. Kein besonders guter Ort für einen

Helden, oder?“

Wie sehen die SchülerInnen das? Sind Männer die in den Krieg ziehen Helden? Wenn ja, warum?

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3.) Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen (zur Vor- oder

Nachbereitung)

Odysseus hat auf seiner langen Reise so manches spannende Abenteuer erlebt und musste zahlreiche

Hindernisse und Gefahren überwinden bis er nachhause zurückkehren konnte.

Wandergeschichte:

Setzen Sie sich mit Ihren SchülerInnen in einen Kreis und versuchen Sie gemeinsam eine

abenteuerliche Fantasiegeschichte zu erzählen, indem der Reihe nach jede/r einen ganzen Satz

sagt. Die Kinder sollen sich zu Beginn vorstellen, dass sie mit einem Schiff auf dem Meer unterwegs

sind und auf einer unbekannten Insel Schiffbruch erleiden.

Reisegeschichten:

Setzen Sie sich mit Ihren SchülerInnen in einen Kreis und tauschen sie gemeinsam Reisegeschichten

aus. Wie lang war die längste Reise, die jemand in der Gruppe gemacht hat? Welche Länder wurden

bereist? Europa oder weiter weg? Mit dem Schiff oder mit dem Flugzeug? Waren die Reisen

abenteuerlich, manchmal sogar gefährlich? Haben sie ihr Zuhause vermisst? Vielleicht sogar

Heimweh bekommen? Wie fühlt sich das an?

4.) Odyssee in Bildern darstellen (zur Nachbereitung)

Es werden Kleingruppen gebildet. Jede Gruppe zieht einen Zettel, auf dem eine Station von

Odysseus´ Reise steht, die sie im Stück erzählt bekommen haben. Die Gruppen denken sich jeweils

zwei Bilder aus diesem Abenteuer aus und stellen sie als Standbild dar. Zwischen den einzelnen

Bildern schließen die ZuschauerInnen die Augen. Nach dem letzten Bild raten die ZuschauerInnen,

welches Abenteuer dargestellt wurde.

Tipp: Falls die Kinder die gezogene Station nicht kennen, können sie eine eigene aus dem Stück

auswählen.

Wie baut man ein Standbild?

Nacheinander gehen die Kinder der Kleingruppe in die Mitte des Raumes. Ein Kind geht zuerst und

nimmt eine bestimmte Körperhaltung, die es sich vorher überlegt hat, ein. Das nächste Kind stellt

sich dann in Beziehung zum ersten und dann kommt das letzte Kind und stellt sich dazu. Sobald

jedes Kind in der von ihm oder ihr gewählten Position steht, friert es ein und versucht sich nicht

mehr zu bewegen (Freeze). So entsteht zum Schluss ein Standbild. Bevor die Kinder den

ZuschauerInnen dieses Bild vorführen sollen sie es in der Kleingruppe üben.

Mögliche Abenteuer:

Das trojanische Pferd

In der Höhle des Zyklopen Polyphem

Die Zauberin Kirke

Die Insel der Sirenen

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5.) Die Olympischen Götter (zur Vor- oder Nachbereitung)

Statuen bauen:

Teilen Sie die SchülerInnen in Zweiergruppen. Ein Kind ist „Bidlhauer“, das andere formbares

„Material“.

Folgende Götter aus dem Stück „Odysseus am Sand“ stehen zur Auswahl:

Zeus - oberster Gott des Olymp, Wettergott, Hüter der Ordnung

Poseidon - Gott des Meeres

Athene - Göttin der Weisheit

Aphrodite - Göttin der Liebe und der Schönheit

Eine Statue ist ein Standbild mit einem Ausdruck. Der „Bildhauer“ trägt immer Verantwortung für

sein wertvolles Material. Er fasst es ganz vorsichtig an und rückt es in die gewünschte Form bzw.

Körperhaltung. Das Material friert in der Stellung ein. Wenn die Arbeit im Gesicht unangenehm ist,

darf der Bildhauer die gewünschte Mimik vormachen. Trotzdem darauf achten, dass es ein Gestalten

ist und kein Vormachen und Nachmachen. Statuenarbeit unterstützt das „Denken in Bildern“.

6.) Vater-Sohn Beziehung (zur Nachbereitung)

Der Brief:

Auf einem Sessel liegt ein Brief (stecken sie hierzu ein leeres Blatt Papier in ein Kuvert). Es ist ein

Brief, den Odysseus auf seiner langen Reise an seinen Sohn geschrieben hat. Jedes Kind überlegt,

was genau der Inhalt dieses Briefes sein könnte und mit welchen Gefühlen es beim Öffnen des

Briefes reagieren würde. Sie können daraus auch eine Schreibübung machen.

7.) Musik, Klang und Rhythmus (zur Vor- oder Nachbereitung)

Musik spielt im Stück „Odysseus am Sand“ eine große Rolle. Bei den folgenden zwei einfachen

Übungen können Sie mit Ihren SchülerInnen mit Geräuschen und Klängen ein wenig experimentieren.

Klänge erraten:

Alle Kinder setzen sich im Kreis, in dessen Mitte Alltagsgegenstände und Rhythmusinstrumente

liegen. Ein Kind geht in den Kreis, die anderen drehen sich um 180 Grad, sodass sie mit dem Rücken

zu den Gegenständen sitzen. Das Kind im Kreis erzeugt nun mit zwei Gegenständen einen Klang. Die

anderen Kinder drehen sich wieder um und versuchen zu erraten, wie der Klang erzeugt wurde.

Zeitungsorchester:

Es ist erstaunlich wie viele unterschiedliche Geräusche sich mit Zeitungen erzeugen lassen, durch:

Blasen, Zerreißen, Falten, Schnipsen, Knittern, Umblättern. Als Spielleiterin machen Sie ein

Zeitungsgeräusch vor, das immer wieder gleichmäßig wiederholt wird und so den Grundrhythmus

angibt, zu dem sich dann alle mit eigenen rhythmischen Erfindungen zuordnen. So wird aus einem

Geräuschsalat ein Geräuschorchester, ein aufeinander abgestimmtes Stück.

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8.) Assoziatives Erinnerungsspiel (zur Nachbereitung)

Momentaufnahme:

Die SchülerInnen schließen die Augen. Sie sollen sich an bestimmte Bilder, kleine Situationen, oder

auch Requisiten, Kostümteile, Farben, Töne, Stimmungen usw. aus dem Stück erinnern, die ihnen

aus irgendeinem Grund besonders im Gedächtnis geblieben sind. Es geht hierbei nicht um eine

Nacherzählung des Inhalts, sondern um eine Art Momentaufnahme von persönlichen Eindrücken.

Wenn jeder eine besondere Sache aus dem Stück vor Augen hat, öffnen die SchülerInnen die Augen

wieder und der Reihe nach schildert jeder dieses Detail.

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