Presseinfo - bei der Holzheizkraftwerk Ilanz AG - Stadt Ilanz

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Presseinfo - bei der Holzheizkraftwerk Ilanz AG - Stadt Ilanz

Holzheizkraftwerk Ilanz

Presseinfo Version 1.00 l 10. März 2011

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Impressum

Auftragsnummer BE.N.

Auftraggeber

Datum 10. März 2011

Version 1.00

Autor(en) Philipp Mattle (philipp.mattle@emchberger.ch), Matthias Haldimann

Freigabe HHKW Ilanz AG: Gery Hafner, Franco Hübner

Verteiler

Datei J:\F_PMB\BE.N.11068. HHKW Ilanz\4_PLANUNG-BERATUNG\43_Beratung\Flyer_Web-Page\HHKW_Ilanz-

Seitenanzahl 7

zusammenfassung_110512.docx

Copyright © Emch+Berger AG Bern


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Inhalt

1 Holzheizkraftwerk Ilanz AG 1

2 Beschrieb der projektierten HHKW-Anlage 1

3 Fernwärmenetz 1

3.1 Holzheizkraftwerk 1

3.2 Produktion von Wirkenergie 1

4 Potentielle Standorte 2

5 Verkehrsaufkommen 3

6 Luftschadstoffemissionen 3

7 Lärmemissionen 3

8 Nachhaltigkeit und lokale Wertschöpfung 4

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1 Holzheizkraftwerk Ilanz AG

Die Holzheizkraftwerk Ilanz AG plant den Bau und Betrieb eines Holzheizkraftwerks

(HHKW) mit Fernwärmenetz (FWN) für die Versorgung des Gebiets der Stadt Ilanz mit

Fernwärme. Der produzierte elektrische Strom wird ins lokale Stromnetz eingespeist.

2 Beschrieb der projektierten HHKW-Anlage

3 Fernwärmenetz

Im aktuellen Stand der Planung ist ein FWN von rund 2.6 km Länge geplant. Es handelt

sich hierbei um ein Netzwerk von je einer Zuleitung (Vorlauf) und einer Rückleitung

(Rücklauf). Vom HHKW über die verschiedenen Verzweigungen bis zu den einzelnen

Verbrauchern wird jeweils der Durchmesser der Leitungen dem Durchfluss entsprechend

verkleinert.

Auf dem Gemeindegebiet der Stadt Ilanz wurde bei potentiellen Wärmeverbrauchern ein

möglicher Wärmeabsatz von 7‘100 MWh/a ermittelt.

3.1 Holzheizkraftwerk

Beim geplanten HHKW handelt es sich um ein relativ kleines Holzkraftwerk in der Grössenordnung

von rund 2.5 MW installierter Leistung (gegenüber rund 45 MW der Axpo-

Tegra in Domat/Ems). Über einen Treppenrost wird das Holz verbrannt und ein Thermoöl

auf rund 300°C erhitzt. Die Wärme wird in einem ersten Schritt mit einem 400 kW

ORC-Modul (Organic Rankine Cycle) zur Stromproduktion genutzt und anschliessend

die dabei entstehende Kondensationswärme (1.8 MW) vollumfänglich ins FWN als Heizenergie

eingespeist. Für die projektierte Grösse, welche direkt auf den Wärmebedarf

des FWN abgestützt ist, ist dies die effizienteste Anlage der Wärmekraftkoppelung

(WKK). Aufgrund wirtschaftlicher und ökologischer Überlegungen wurde entschieden, in

der Anlage Alt- und Restholz zu verwerten, das lokal in der Surselva anfällt. Zusätzlich

benötigte Energie wird mit Frischholz abgedeckt. In der Anlage werden keine problematischen

Holzabfälle verbrannt und die Asche wird ihrer Belastung entsprechend korrekt

entsorgt. Rauchgase werden mit moderner Filtertechnologie gereinigt.

Abbildung 1: HHKW Nesslau.

3.2 Produktion von Wirkenergie

Jährlich kann mit der eingesetzten Primärenergie (14'800 MWh) wird Ökostrom (1'450

MWh) und 7'100 MWh Fernwärme (85/55°C) ins Stromnetz eingespeist, respektive an

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die Fernwärmebezüger abgegeben. Wird Dampf für die Wäscheria ausgekoppelt, ist

damit ein zusätzlicher Energieabsatz von rund 2'000 MWh realisierbar.

Die Spitzenlast im Winter sowie der Wärmebedarf während der Revisionszeit werden

durch Heizöl bereitgestellt (2 % des gesamten jährlichen Energiebedarfs). Die Wärmeerzeugung

folgt dem Bedarf der Bezüger und die Stromproduktion folgt dieser Wärmeverbrauchskurve.

Um Heizöl einzusparen, wird der Betrieb bis auf die Zeit der Revision

mit Holz befeuert und mindestens mit Minimallast betrieben. Im Sommer ist ein Teil der

anfallenden Energie zu vernichten (über das Jahr gerechnet 4 %).

Trotz Leitungsverluste und Wärmevernichtung im Sommer produziert das HHKW dank

seiner hohen Effizienz prozentual zur eingesetzten Primärenergie mehr Wirkenergie als

der aktuelle geschätzte Bestand der Heizölheizungen.

4 Potentielle Standorte

Grundsätzlich soll ein Standort möglichst nahe an den grossen Verbrauchern sein, damit

die Verluste durch den Wärmetransport so klein wie möglich sind. Aufgrund der

Lärmemissionen des HHKW kann das Gebäude des HHKW nicht in einer Wohn- oder

Gewerbezone nahe einer Wohnzone erstellt werden.

Auf dem Gebiet der Gemeinde Ilanz und der angrenzenden Gemeinde Castrisch wurden

potentielle Standorte beurteilt. Aufgrund der Distanz zu den Verbrauchern, der Möglichkeit

der Anbindung der Wäscheria und der Verfügbarkeit von Grundstücken ist der

Standort im Osten von Ilanz neben dem Areal der Firma Coray klar der Favorit.

Bei einer Begehung mit Behörde-Vertretern und Umweltschutzorganisationen (WWF und

Pro Natura) am 7. Dezember 2010 wurde das Areal als ein Bereich mit geringem ökologischem

Wert eingestuft, in welchem der Bau eines HHKW zur nachhaltigen Nutzung

des Waldes und zur Erzeugung von erneuerbarer Wärme und Strom ins Auge gefasst

werden kann.

Abbildung 2: Übersichtskarte Bereich Standort 10.

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10

115 m

Moor

Auenwald


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Abbildung 3: Vorgesehener Standort mit ungefährem Umriss des Kraftwerksgebäudes (rot).

5 Verkehrsaufkommen

Das in der Surselva anfallende Altholz wird bisher über die Umfahrungsstrasse durch

Ilanz nach Domat/Ems transportiert.

Für die Betriebsphase des HHKW werden Altholz, Hackschnitzel und Heizöl voraussichtlich

per Lastwagen angeliefert und die Asche per Lastwagen abtransportiert. Bei der

Holzmenge wurde nicht berücksichtigt, dass beim favorisierten Standort ein Teil des Holzes

von der Firma Coray Holzbau praktisch ohne Transport genutzt werden kann. Im

Vergleich zur aktuellen Situation ergibt sich nach dem Bau des HHKW in Bezug auf die

Fahrten mit Altholz und Heizöl eine entscheidende Verkürzung der Distanzen aber mit

einer Erhöhung der Fahrten um jährlich 80 Lastwagenfahrten.

In der Stadt selbst werden die Lastwagenfahrten um 385 Fahrten jährlich zunehmen,

was rund 1.5 Fahrten je Arbeitstag entspricht. Im Vergleich zum heutigen Verkehrsaufkommen

kann dieser Zusatzverkehr jedoch vernachlässig werden. Können zudem noch

mehr kleinere und mittlere Verbrauch für einen Anschluss an das HHKW gewonnen werden,

verringern sich die Fahrten für Heizöl durch die Stadt verhältnismässig stärker, da

häufigere und kleinere Liefermengen erforderlich sind, welche durch gut ausgelastete

Holzschnitzeltransporte ersetzt werden können.

6 Luftschadstoffemissionen

Mit einer moderaten Substitution von bestehenden Holzheizungen durch das HHKW

ergibt sich für die Feinstaubbelastung (PM10) eine mit heute vergleichbare Situation, d.h.

geringere Emissionen als bei einem dezentralen Ausbau der Holzheizungen. Können einige

der bestehenden Holzheizungen ersetzt werden, ergibt sich mit dem HHKW sogar

eine Reduktion der PM10 Emissionen im Vergleich zur heutigen Situation, was mit keinem

anderen realistischen Szenario zu erreichen wäre.

7 Lärmemissionen

Ein HHKW ist als Lärmquelle wie ein Industriebetrieb zu handhaben. Durch den Werkverkehr

für die Belieferung und Entsorgung sind täglich wenige Fahrten erforderlich, welche

eine Lärmquelle darstellen (1-2 Lastwagen je Arbeitstag). Das HHKW selbst, insbesondere

das ORC-Modul mit einem Schallpegel von 90 dB(A) stellt eine Lärmquelle dar.

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Mit der Einhausung kann hier jedoch bereits eine substantielle Reduktion erreicht werden.

Bereits in einer Distanz von rund 5 m vom Gebäude werden die Planungswerte für

die Nacht der Empfindlichkeitsstufe II von 45 dB(A) eingehalten.

8 Nachhaltigkeit und lokale Wertschöpfung

Der Bau des HHKW dient der lokalen Versorgung der Stadt Ilanz mit seinen öffentlichen

und privaten Gebäuden sowie dem Regionalspital und des Holzbaubetriebes, eventuell

in einer späteren Phase einem Teil des Dorfes Castrisch mit Heizenergie aus erneuerbaren

Rohstoffen. Genutzt wird einerseits Altholz aus Rückbauten in der Surselva und andererseits

Energieholz aus den lokalen Wäldern.

Dies erhöht die Wertschöpfung der Holzwirtschaft in nachhaltiger Weise mit wenig bis

keinen negativen Auswirkungen für den Wald.

Mit der Nutzung von minderwertigem Holz zur Wärme- und Stromproduktion werden Importe

von fossiler Energie (Heizöl) verkleinert und gleichzeitig die Produktion von erneuerbarem

Strom ausgebaut.

Zusätzlich wird durch die Verkürzung der Transportdistanzen von Altholz das regionale

Verkehrsaufkommen verringert.

Mit dem Projekt kann erneuerbarer Strom (100 % aus Holzenergie, Naturmade star zertifizierbar)

und Wärme (98 % aus Holzenergie, 2 % aus Heizöl) aus nächster Nähe für

umgerechnet rund 280 Haushalte (projektierte Anschlussquote) produziert werden. Dies

entspricht der Substitution von 800‘000 bis 1‘000‘000 l Heizöl oder 2‘800 t CO2 durch

einheimische Holzenergie. Mit dem Projekt wird eine wesentliche lokale Wertschöpfung

während der Bauphase und während dem Betrieb (ca. 4 Mio. CHF respektive rund

500‘000 CHF/Jahr) generiert.

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