Folie 1

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Folie 1

Die Bahnhofsmauer an der Gartenstraße hat als vordere Sperrmauer gedient. Entlang der

Liesenstraße setzte sie sich auf dem Friedhof der St.-Hedwig-Gemeinde als Betonwand fort und ist

Ecke Gartenstraße noch im Originalzustand zu sehen. Auch der Friedhof zeigt noch deutliche Spuren

des DDR-Grenzregimes. Ein Teil des Gräberfelds wurde durch den Ausbau des Grenzstreifens zerstört.

Der Zugang zum Friedhof war nur von der Rückseite, durch ein Wohnhaus an der Wöhlertstraße,

möglich.

Am Ende der Liesenstraße passiert man den ehemaligen Grenzübergang Chausseestraße, über den

eine Tafel der Geschichtsmeile Berliner Mauer informiert. Künstlerisch markiert wurde der

Grenzübergang von Karla Sachse mit dem „Kaninchenfeld“. Durch die Boyenstraße gelangt man

dann an den Spandauer Schifffahrtskanal, der die Grenze zu West-Berlin bildete. Hier findet man in

einem erhaltenen Wachturm der DDR-Grenztruppen die Gedenkstätte Günter Litfin. Vorbei an dem

durch den Grenzstreifen stark zerstörten Invalidenfriedhof geht es weiter zum ehemaligen

Grenzübergang Invalidenstraße. Zwei Tafeln der Geschichtsmeile berichten hier über einen

missglückten Fluchtversuch am Grenzübergang und das Schicksal von Günter Litfin, der als erster

Flüchtling nach dem Bau der Berliner Mauer am Humboldthafen von DDR-Transportpolizisten

erschossen worden ist.

Im neuen Regierungsviertel zwischen Sandkrugbrücke und Brandenburger Tor sind drei Gedenkorte

für die Opfer der Berliner Mauer, die zu unterschiedlichen Zeiten entstanden sind: das Parlament der

Bäume, von dem Künstler Ben Wargin nach dem Mauerfall aus Elementen der hinteren Sperrmauer

angelegt; das Mauermahnmal im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, mit dem sich das Parlament der

Bäume in der Bundestagsbibliothek fortsetzt, und den Gedenkort Weiße Kreuze, der erstmals 1971

zum 10. Jahrestag des Mauerbaus von West-Berliner Bürgern am Spreeufer eingerichtet worden ist.

Am Reichstag vorbei, der unmittelbar an der Grenzmauer in West-Berlin stand, gelangt man zum

Brandenburger Tor. Tafeln der Geschichtsmeile Berliner Mauer zeigen, wie das Wahrzeichen Berlins

zu Mauerzeiten mitten im Grenzstreifen stand und welche Bilder sich weltweit mit der friedlichen

Überwindung der Mauer am Brandenburger Tor verbinden.

Obgleich mehrere Mauerreste, eine temporäre Ausstellung, zwei Tafeln der Geschichtsmeile Berliner

Mauer und ein – allerdings hinter Neubauten versteckter – Wachturm der DDR-Grenztruppen an die

Zeit der Teilung erinnern, ist der Potsdamer Platz deutlich von den Aufbruchsphantasien der 1990er

Jahre geprägt.

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