Missions Nachrichten - Verlag Friedensbote

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Missions Nachrichten - Verlag Friedensbote

Nr. 4/2004 Juli/August

Missions

Nachrichten

Wer ist

mein Nächster?

Themen:

Evangelisation

auf dem Dach

Polizei gibt den

Fahrrädern Vorfahrt

Rybinsk – Denkmal

der Volkstragödie


Übersichtskarte

Zur Titelseite:

15 Männer aus der

Christengemeinde in

Heidelberg sahen sich

von Gott gerufen, das

Glaubenswerk in

Estland zu unterstützen.

Lesen Sie auf den

Seiten 4-7, welches

Wunder Gott durch

sie bewirkt hat.

Kiew

Usin

Ukraine

4/2004

MissionsNachrichten

Inhalt

3 Geistliches Wort: „Nein” zur billigen Gnade

4 Evangelisation auf dem Dach

8 Fahrrad-Evangelisation hat Vorfahrt!

11 Die erste christliche Jugendkonferenz in Georgien

12 Rybinsk – Denkmahl der Volkstragödie

14 Von den „Tiefen“ und „Höhen“

(Zwei Zeugnisse aus dem Leben der Christen in Usin/Ukraine)

16 Humanitäre Hilfe – JA, aber!

17 Im Dienst für seinen Messias

18 Neue russische Bücher für junge Leser

19 Projekt: Der Winter kommt bald auch

nach Tschernobyl

19 Impressum

Georgien

Puru

Estland

Moskau

Rybinsk

R u s s l a n d


Nein zur billigen Gnade

„Ich bin gekommen, zu rufen die Sünder zur Buße.“

(Lukas 5,32)

Sicherlich sagt es heute wohl keiner

mehr so: „Komm zu Jesus, dann hast du

keine Probleme mehr!“

Aber ziemlich oft geschieht es noch,

dass der Herr Jesus in Evangelisationen

nur als „Problemlöser“ verkündigt wird.

So als ob es Seine Aufgabe sei, alle

Probleme, Hindernisse und Konflikte des

Menschseins aus dem Weg zu räumen;

so als ob Er der „Onkel Doktor“ sei, der

uns mit seinen Pillen wieder ein „glückliches“

Leben verschaffen soll. Oft hat

man den Eindruck, als wäre der Herr

Jesus das bessere Psychopharmakum,

das uns die Wirklichkeit des Lebens besser

ertragen lässt.

Bitte, keine Missverständnisse! Ganz

gewiss dürfen wir auch mit unseren

Tränen und den großen und kleinen

Problemen zum Herrn Jesus kommen. Er

ist in jeder Hinsicht an uns interessiert.

Und der Herr Jesus kann auch alle

Probleme lösen. Aber es ist doch weit

verfehlt, den Herrn Jesus als Psychopharmaka-Ersatz

anzubieten. Uns zu

einem konfliktfreien Leben zu verhelfen,

oder uns in eine „gehobene Stimmung“

zu versetzen ist nicht Sein Auftrag von

Gott.

Der Herr Jesus sagt über seine

Aufgabe die obenstehenden Worte.

Darum, und nur darum hat es in einer

Evangelisation (wie überhaupt in der

ganzen Missionsarbeit) zu gehen: zu

suchen und zu retten, was in Sünde und

Schuld verloren ist. Das Grundübel des

natürlichen Menschen liegt ja nicht in

seinen „psychologischen Dissonanzen“,

sondern es ist die Sünde und die daraus

folgende Verlorenheit.

Und an dieser setzt der Herr Jesus als

Arzt des ganzen Menschen an. Alles

andere ist „Oberflächenkosmetik“, denn

der Name des Herrn Jesus ist ein von

Gott fest umrissenes Programm: zu retten

von den Sünden!

Das wird aber nur dann geschehen,

wenn den Leuten in einer Evangelisation

aus der „Retterliebe Gottes“ auch ungeschminkt

die Wahrheit gesagt wird,

wenn die Hörer vor die Heiligkeit Gottes

gestellt werden, wenn der Zorn Gottes,

sein Gericht und die Hölle nicht verschwiegen

werden; wenn sie im Gewissen

getroffen werden und erschrekken,

wie himmelweit entfernt sie vom

Willen Gottes sind.

Anders gesagt: Evangelisation hat

nicht nur „Gnadenpredigt“ zu sein, sonder

auch Predigt des Willens Gottes.

Erkenntnis von Sünde und Schuld entsteht

nicht zufällig, sondern kommt aus

der Predigt des Willens Gottes. Wo

Gnade ohne Willen Gottes verkündigt

wird, ist man gefährlich nahe dran, „billige

Gnade“ anzubieten.

Aus der Not des wachgerüttelten

Gewissens (schließlich ist es nicht

Ansichtssache, dass unser sündiges

Leben unter dem schrecklichen Zorn

Gottes steht) erwacht dann auch ein ehrliches

Verlangen nach Befreiung von

Schuld und verdientem Gericht. Hier

kommt es dann auch zu einer tief greifenden

Buße und Umkehr.

Wer noch nie unter seiner Verlorenheit

gelitten hat, wird auch niemals

begreifen, wie sehr er Den

nötig hat, Der sich für ihn am Kreuz

von Golgatha dem unerbittlichen

Zorn Gottes preisgegeben hat.

Weil der Herr Jesus der Retter der

Sünder ist, sind auch wir unterwegs, um

Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit

zu führen. Dazu, um sie zur Erkenntnis

ihrer Verlorenheit - und zum Herrn Jesus

zu führen, damit sie Frieden finden mit

Gott.

3

Erich Schmidt-Schell,

Leiter der

FEC-Gemeinde

Altenschlirf,

ehemaliger

Vorsitzender des

Missionswerkes


Das undichte Dach

war für die Christen

eine Qual

Unsere Horrornächte

Bei uns im nördlichen Baltikum ist

Regenwetter an der Tagesordnung.

Doch die nächtlichen Regenschauer waren

besonders hart. Halbangezogen eilten

wir durch die Dunkelheit zu unserem

Gemeindehaus (5 km) und versuchten,

im Speicher das überall durchsikkernde

Wasser mit Gefäßen aufzufangen.

Oft kamen wir zu spät zum Entleeren

der überlaufenden Gefäße. Die Folgen

davon waren dunkle Streifen an den

Wänden, verquollene Holzteile, von der

Decke heruntergefallener Putz im Gemeindesaal,

in den Kinderräumen, im

Flur...

Im Laufe der Jahre gewöhnten wir uns

an das unausweichliche Übel. Doch der

Kampf mit dem Wasser ärgerte uns und

lenkte vom Wichtigeren ab.

Zufluchtsort für Verzweifelte und

Hoffnungslose in Puru

Oft tröstete ich mich und die anderen

mit den Worten aus einem Psalm:

„Vergiss nicht, wie viel Gutes Gott dir

getan hat!“ Es war wirklich viel!

Vor knappen vier Jahren haben wir in

der vergammelten, ehemaligen Kellertoilette

eines Hochhauses mit drei Personen

unsere evangelistischen Einsätze

begonnen. Es kostete uns sehr viel

Mühe, alles sauber zu bekommen.

Doch am Anfang wollte niemand

kommen. Nur einzelne Obdachlose

kamen, denen es egal war, was sie hörten;

Hauptsache sie hatten Schutz vor

dem Regen und der Kälte.

4

Evangelisation

Nach und nach füllte Gott den

Kellerraum mit Menschen, die vieles

oder gar alles im Leben verloren hatten.

Bald bot sich uns die Gelegenheit, eine

leer stehende Wohnung zu nutzen.

Auch das Interesse der Menschen an

Gottes Wort nahm weiter zu. Bald schon

mussten wir uns in zwei Schichten versammeln.

Trotzdem trauerten wir über

viele Besucher, die weggingen, weil alles

überfüllt war.

Im ehemaligen Restaurant

Das große verkommene und verwüstete

Gebäude des ehemaligen städtischen

Restaurants war der nächste Vertrauensbeweis

und ein Geschenk unseres Herrn.

Durch die Spender des Missionswerkes

Friedensbote konnten wir es mit 6.000 €

erwerben. Wir waren überglücklich. Bis

zu 20 Stunden am Tag putzten, säuberten,

renovierten wir die Treppen, die

Türen und die Fenster und strichen sie

neu an.

Zwar zählte unsere junge Gemeinde

immer noch unter vierzig Mitglieder,

doch hatten wir jede Woche zwischen

300-400 Besucher. Größtenteils waren

es arme Frauen und Kinder. Typisch für

die meisten Männer war, dass sie erst

dann zu uns kamen, wenn sie nichts

mehr zu verlieren hatten. Doch gerade

auch für diese ist Jesus gekommen.

Unser Gemeindehaus wurde für sie zum

Zufluchtsort. Nur das undichte Dach

machte uns immer mehr Sorgen.

Kundschafter aus Heidelberg

Das Missionswerk FriedensBote hat

einen Bericht über unsere schwierige

Lage geschrieben. Bald danach besuchten

uns Brüder der Gemeinde aus Heidelberg.

Sie stiegen aufs Dach und notierten

sich die notwendigen Arbeiten.

Entsetzt hörte ich das Ergebnis: „Die

angefaulten Sparren, Stützbalken und

Bretter sind auszuwechseln, die kaputten

Schieferplatten auf der gesamten Dach-


auf dem Dach

fläche von fast 300 qm müssen komplett

erneuert werden.“

Als Gemeinde beteten wir, dass doch

vielleicht ein Viertel der Dachfläche renoviert

werden könnte. Doch nun stand ich

bange vor der Frage: „Wo nehme ich die

notwendigen Mittel für die große Arbeit

her?“ So ging es wohl auch den Jüngern

Jesu, die die Aufgabe hatten, fünftausend

Leute mit Essen zu versorgen.

Die Gäste aus Heidelberg sprachen mir

Mut zu, machten den Einsatztermin fest

und reisten ab.

„Was können schon diese Bestatter…“

Die Probleme überstürzten sich. Uns

fehlte alles. Obendrauf versprach die

Wettervorhersage Regen für jeden Tag.

Eine Leihfirma stellte uns ein Baugerüst

zur Verfügung. Sie war zwar

skeptisch über unser Vorhaben, hoffte

jedoch in der vermuteten zweimonatigen

Renovierungsfrist, gut an uns zu verdienen.

Der Lieferant des Gerüstes schaute

bedenklich auf unsere „Bauarbeiter“, es

waren größtenteils Frauen und zwei

Teenager, die noch nie im Leben mit solchen

Dingen zu tun hatten. Als er aber

vier Stunden später wieder kam, um eine

Unterschrift zu bekommen, traute er sei-

nen Augen nicht: Das Baugerüst war

komplett aufgebaut.

Am Sonntag, dem 27. Juni reisten die

15 Männer aus Heidelberg an. Sie stellten

sich im Gottesdienst vor, wobei drei

der Brüder über ihren Dienst in einer

Bestattungsfirma erzählten. Einer der

Gottesdienstbesucher murmelte vor sich

hin:

„Ich muss jemanden finden, der diese

Bestatter mit der Dacharbeit vertraut

machen kann.“

Dieser Mann kam am nächsten Tag um

die Mittagszeit und sah staunend, dass

die, die er belehren wollte, bereits seit 5

Uhr morgens arbeiteten und schon ein

Viertel der gesamten Dachfläche abgetragen

hatten.

Ein Zeichen der Anwesenheit Gottes

sahen wir auch darin, dass der sonst mit

schweren Regenwolken verhangene

Himmel am ersten und am dritten Tage

eine helle Lücke genau über den

Arbeitern aufwies. Zögernd wagte ich

nun zu denken: „Vielleicht schaffen es

die Brüder, die Hälfte des Daches zu

renovieren.“

„Wer hat gesündigt?“

Doch am zweiten Tag regnete es in

Strömen. Das Regenwasser drang sogar

5

Nach dem weiten

schweren Weg von

2.250 km waren

die Gäste sofort

einsatzbereit. Alle

Ehre gehört Gott


in den Versammlungsraum ein. Unsere

Köchinnen fragten sich traurig: „Ist das

die Strafe für die Sünde von einem von

uns?“ Doch trotz der nassen Kleider und

Schuhe, die immer wieder gewechselt

wurden, und trotz der glatten Dachschrägen

hörte die Arbeit für keinen

Augenblick auf.

Beim Öffnen der 2. Dachhälfte stellten

wir leider fest, dass die Holzteile durch

einen früheren Brand stark beschädigt

waren. Also entstand noch mehr Arbeit,

mit der wir vorher nicht gerechnet hatten.

„Also gibt es noch echte Männer!“

Ein alter Mann aus einer Nachbarstrasse

kam zu mir und fragte:

„Wer sind diese Männer? Können sie

auch unsere kaputten Häuser renovieren?“

Im Lebensmittelgeschäft fragte uns die

Verkäuferin:

„Für wen kaufen Sie so viel ein?“

„Für die Dacharbeiter“, erwiderte

meine Frau.

„Es ist für die, die keine Raucherpausen

einlegen und nicht auf jedes

angenagelte Brett ‚einen trinken“, hörte

ich von einer anderen Verkäuferin.

„Das sind also eure Leute? Ihr habt ja

Glück gehabt! Wo habt ihr solche Leute

gefunden? Wo kommen sie her? Sind

eure Männer alle so? Kann man euch

näher kennen lernen? Könntet ihr unsere

Männer umerziehen?“

Am vierten Tag ging den Arbeitern das

Spezialschweißgerät kaputt. Mit einem

kleinen Handgerät führten sie die Arbeit

dennoch zu Ende.

Es war 12 Uhr nachts, als das Baugerüst

abgebaut wurde und die letzte

Tischgemeinschaft mit Gebet stattfand.

Um 1.30 Uhr begaben sich die Gäste

müde, doch glücklich auf den weiten

Heimweg.

6

Was bei Menschen unmöglich ist,

ist bei Gott möglich! (Lk. 18, 27)

Die Leihfirma glaubte, dass wir scherzen,

als wir ihnen am Ende des vierten

Tages bekanntgaben, dass das Baugerüst

abgeholt werden konnte. Es kam auch

niemand. Als wir dann den Chef am

nächsten Tag holten, suchte er zunächst

hilflos nach passenden Worten.

„Das… das kann doch nicht wahr

sein! Für diese Arbeit braucht man rein

theoretisch selbst bei trockenem Wetter

mindestens einen Monat!“

Am Freitagnachmittag kamen Männer,

die in der Woche auswärts arbeiteten

und jetzt am Wochenende helfen wollten.

Doch auch sie blieben staunend und

wortlos vor dem vollbrachten Werk stehen.

Leuchtende Kerze in Puru

Und dann wurde es plötzlich im ganzen

Städtchen laut. Die Leute aus den

alten Mehrfamilienhäusern, die jahrelang

vergeblich auf die Renovierung ihrer

kaputten Dächer warteten, stürmten die

Lokalbehörde:

„Lernt doch einmal bei den Christen!

Sie haben im Regen in vier Tagen das

geschafft, was ihr jahrelang nicht könnt!

Wenn ihr nichts tut, werden wir alle

Christen!“

In der Tat: Wir haben in den letzten

Tagen viele neue Besucher in unseren

Gottesdiensten gehabt. Zwei von ihnen

haben sich bereits zu Gott bekehrt.

Nun steht unser erneuertes Dach wie

eine leuchtende Kerze im Vergleich zu

den vergammelten Dächern der Nachbarhäuser

dar. Viele Fußgänger halten an

und fragen: „Wieso? Woher? Warum?“

Unsere mutigen Schwestern haben

große Freude, diese Fragen zu beantworten

und die Menschen zum Gottesdienst

einzuladen.


Ab und zu werde ich vom Nachtregen, der an die Fenster prasselt,

wach und springe halbschlafend aus dem Bett.

„Wo willst du hin?“ fragt mich meine Frau.

„Auf das Dach…“, antworte ich automatisch nach der alten

Gewohnheit.

Uns fehlen die Worte, um den Dank für die praktische Liebe der

Heidelberger und für die gesamten Kosten der Baumaterialien

(Dachbelag Cutiflex und Flies aus Deutschland, Bauholz und viele

Kleinigkeiten), die sie auf sich genommen haben, auszusprechen.

(Die gesamten Material- und Fahrkosten belaufen sich auf ca. 10.000

Euro Anm. FB)

Nun verstehe ich auch, warum es während der Dacharbeiten

manchmal regnen sollte. Das hat in einer besonderen Weise Gottes

Herrlichkeit bestätigt. „Also lasst euer Licht leuchten vor den Leuten,

dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

(Mt 5,16) W. Tscherkasskich, Gemeinedeleiter in Puru

Zu den Fotos:

Alles Kaputte und Faule musste

weg.

Fast ein Drittel des Holzbelags

und viele Stützbalken wurden

ausgewechselt.

Danach kamen zwei Schichten

des neuen, stabilen Belages.

Regen und Dunkelheit konnten

die Arbeit nicht aufhalten ...

... und nun steht diese leuchtende

Kerze als Zeichen christlicher

Nächstenliebe

Es hilft dem Zeugnis der

Ortsgemeinde in der Welt, aus

der noch viele zum Glauben an

Gott finden sollen.

Anfang Juli ließen sich weitere

neubekehrte Christen taufen.

Bruder Tscherkasskich ist

der erste von links.

7


Zu den Fotos:

Die Polizei stoppte

den Straßenverkehr

und 70 junge Christen

starteten in zwei

Gruppen ihre

Evangelisationsfahrt.

Beide Kolonnen wurden

vorne und hinten

von Polizeieskorten

mit Blaulicht

begleitet.

Für das Eskortieren

verlangte die Polizei

von den Christen kein

Entgelt, nur ihre Autos

haben die Christen

betankt.

Die Route der

Jugendlichen durch

acht Dörfer.

Alexander und

Sergey haben über

200 Menschen zu

den Gottesdiensten

eingeladen.

Polizei stoppt den Straßenverkehr:

Vor wenigen Jahren

wäre das selbst

in den kühnsten

Träumen unvorstellbar:

Dieselbe Polizei,

die früher Gottesdienste

auf brutalste

Weise auflöste und

die Prediger in Haft brachte, stoppte

am 24. Juni am Gemeindehaus in Belaja

Zerkow (Ukraine) den Straßenverkehr.

Und 70 junge Christen starteten

in zwei Gruppen auf Fahrrädern,

um in acht Dörfern zu evangelisieren.

Beide Kolonnen wurden von

der Polizeieskorte begleitet.

Anlass: 100 Jahre der ukrainischen

Bibelübersetzung

Der Leitung der Evangeliumschristen-

Baptisten Gemeinden in Belaja Zerkowj

(ca. 100 km südlich von Kiew) war es

gelungen, die lokalen Behörden zu überzeugen,

dass die mangelhaften Bibelkenntnisse

im ukrainischen Volk zu

bedauern seien, da die Bibel bereits seit

100 Jahren in der ukrainischen Sprache

vorhanden ist. Die christliche Jugend

würde sich alle Mühe geben, um das

100-jährige Bestehen der Bibel mit

einem Wocheneinsatz zu würdigen.

Natürlich wurde für diese Angelegenheit

auch gebetet; und die Kreisverwaltung

gab ihr Einveständnis dazu!

Die Teilnehmer

Sie sind weder Theologen, noch professionelle

Sänger.

8

Bevor Alexander

(23) Christ wurde,

wunderte er sich

immer über die

„Schafsböcke“, die

das baptistische Bethaus besuchten. Er

lebte für seine vielen „normalen”

Vergnügungen und spielte Basketball.

Doch vor drei Jahren stürzte er in eine

Krise und sah für sein weiteres Leben

keinen Sinn mehr.

Jemand lud Alexander zum Gottesdienst

ein. Er meinte, er habe ja sowieso

nichts zu verlieren; außerdem wollte er

einmal die Beschäftigung der „Schafsböcke“

sehen. Überraschenderweise

heilte das Evangelium seine seelischen

Wunden und öffnete ihm neue Lebensperspektiven.

Sergej beurteilte die Wende im Leben


Fahrrad-Evangelisation hat Vorfahrt!

seines Bruders mit dem beleidigenden

Wort: „Schwächling“. Doch einmal

zwang die Neugier auch ihn dazu, zum

Gottesdienst mitzugehen. Plötzlich stand

er dann vor den Fragen der Ewigkeit und

konnte sie nicht mehr aus seinem Leben

verdrängen.

Diema (22) musste vor seinem Fahrradeinsatz

seinem Vorgesetzten lange

erklären, wieso er seinen Urlaub nicht

irgendwo am Strand verbringen, sondern

das Evangelium in den Dörfern predigen

will.

Dieser Vorgesetzte wusste nicht, wie

dunkel die Vergangenheit Diemas war.

Drogen raubten ihm Familie und

Freunde. Er bestahl seine Verwandten,

verlor alles und lebte zum Schluss auf der

Straße. Einmal wurde er nach einer

Überdosis Drogen aus dem Koma gerettet…

Dann kam er in den Gottesdienst

und ließ sich von Jesus Christus retten.

Das Zeugnis von Diema vor seinen drogensüchtigen

Altersgenossen weckte

ihre Neugier; sie nahmen gerne das

Evangelium aus seiner Hand an.

„Marathoner“

Es war schon etwas Besonderes für die

Bewohner, wenn über dreißig Fahrradfahrer

mit Polizeieskorte in ihrem Dorf

eintrafen. An alles Mögliche dachten die

Schaulustigen: An eine Sportveranstaltung,

an Wahlwerbungen, nur nicht an

das Evangelium…

Nicht alle Leute konnten bei den

Veranstaltungen anwesend sein. Eine

einsame alte Frau sagte auf die

Einladung hin, dass sie in den letzten

zwei Tagen nichts zu essen hatte. Sofort

holten die Jugendlichen Lebensmittel

aus ihrer eigenen Ration und hackten

Holz für den Ofen der Frau.

Schon bald waren die Jugendlichen

überall unter dem Namen „Marathoner“

oder „unsere Fahrradfahrer“ bekannt.

Erinnerungen wurden wach

In Teresino wurden die Abendgottes-

dienste vor dem Dorfklub durchgeführt.

Iwan Bondartschuk, der den Klub fast 50

Jahre leitete,

konnte

sich positiv

daran erinnern,

wie

er damals

als Sechsjähriger

von

seinem

Großvater

eine Bibel

geschenkt

bekam. Das

hatte bei ihm einen

tiefen Eindruck

hinterlassen.

Früher wurde dieses

Dorf mit Besuchen

von hohen

kommunistischen

Führern wie Fidel

Kastro aus

Kuba und Kho-

Schi-Min aus

Vietnam geehrt.

Doch viel wichtiger

ist der jetzige

Besuch des

Dorfes mit dem

Evangelium.

Wessen Autorität siegt

In einigen Dörfern sah die örtliche

Jugend in den Gästen eine Gefahr für

ihre eigene Autorität. Einige drohten

sogar, „Ordnung zu schaffen“. Doch

Gott sei Dank, es blieb ruhig. Bis spät in

die Nacht hinein hatte die Jugend mit

den Gästen Gemeinschaft am Lagerfeuer.

Als der Text in den Liederbüchern

wegen der Dunkelheit nicht mehr zu

lesen war, sorgten die Dorfjungs für gute

Beleuchtung.

In einem Dorf haben die Gäste vorgeschlagen,

zusammen das Gebet „Vater

Unser“ zu sprechen. Ich musste staunen,

dass sogar die rebellischsten Jungs die

9

Zu den Fotos:

In jedem Dorf

blieben die Christen

zwei Tage. Nach dem

Abendprogramm

hatten sie mit der

Dorfjugend gute

Gemeinschaft bis

spät in die Nacht

am Lagerfeuer


Zu den Fotos:

Auch für Kinder

waren geeignete

Programme

vorbereitet.

Ein Teil der Fahrräder

kommt von

Ihnen, liebe

Missionsfreunde.

Sie haben somit

einen Beitrag zu

diesem wichtigen

Dienst geleistet.

Möge der Herr es

Ihnen vergelten!

Worte des Gebetes nachsprachen.

Anschließend erzählten die Christen

über ihre herzlichen Beziehungen zu

dem Himmlischen Vater.

Eine Lehrerin sagte zu den Christen:

„In zehn Jahre gelingt es mir mit meiner

Schulmethodik nicht, die jungen Leute

so gut zu erziehen, wie ihr es alle seid.“

„Solche Leute

habe ich noch

nie gesehen!“

„Gesungen

und gesprochen

haben sie zwar

gut. Doch lasst

uns erstmal

sehen, wie viel

Dreck sie hinterlassen

werden,“

hörte man alte

Leuten reden, denen übliche Müllberge

nach gewöhnlichen Jugendveranstaltungen

bekannt waren. Doch wie

groß war ihr Erstaunen und Respekt, als

sie feststellten, dass sogar der Müll der

vorletzten nichtchristlichen Veranstaltung

vollständig aufgeräumt war.

Mit Tränen in den Augen sagte ein

alter Mann:

„Diesen jungen Menschen muss man

glauben. Solche habe ich noch nie gesehen!“

Ähnliche Beobachtungen machten

Menschen auch in anderen Dörfern.

10

Sonstige Beobachtungen

Viele jugendliche Evangelisten waren

selbst noch ganz jung im Glauben. Für

viele war es eine gute Übung, unbekannte

Leute mit dem Evangelium anzusprechen.

Doch die gesammelten Erfahrungen

beflügeln die christliche Jugend zu

weiteren Aktionen. Auch sind sie sich

einander näher gekommen.

Leider hielt der technische Stand nicht

bei allen der Fahrräder bis zum Ende der

Aktion durch. Diese mussten später mit

einem LKW abgeholt werden. Daher

unsere Bitte an Sie, liebe Missionsfreunde,

falls Sie Ihre Fahrräder durch

uns an die Christen im Osten spenden

wollen: Sorgen Sie bitte entsprechend

für deren technischen Zustand. Die

Botschaft, die mit ihnen gefahren wird,

ist es wert

V. Schkarowski


Sie sind jung im

doppelten Sinn: im

Alter sowie im

Glauben. Deshalb

wurde als Motto des

ersten Treffens der

christlichen Jugend

gewählt:

„Näher zu Jesus!“.

Die erste christliche

Jugendkonferenz

in Georgien

Diese zwei Tage (9.-

10. Juli 2004) bleiben

für die georgische

christliche Jugend unvergesslich.

Die Veranstaltung fand im provinzialen

Kreisstädtchen Gurdshani (rund 100 km

östlich von der Hauptstadt Tbilissi) statt,

weil es nur dort ein vernünftiges Gemeindehaus

gibt.

Angereist waren über 250 Jugendliche

aus Tbilissi, Batumi, Kutaissi, Gori,

Zchaltubo, Delikauri und anderen Orten,

derer Namen für uns kaum auszusprechen

sind.

In zwei Tagen wurde das Wort Gottes

gepredigt, wichtige Themen angesprochen,

Anspiele und Sketche vorgetragen

und viele Lieder gesungen.

Jeder angereiste junge Christ hatte

die Aufgabe, mindestens einen

ungläubigen Jugendlichen mitzu-

bringen, sodass über 40% der Gäste

noch keine Christen waren.

Wegen der Armut im Land und mangels

an Möglichkeiten zur Unterbringung

in Hotels, war es den Gastgebern

nicht leicht, fast 200 Gäste unterzubringen.

Nicht zuletzt hat gerade ihre liebevolle

Gastfreundschaft den Ungläubigen

die Augen für eine andere Lebensart

geöffnet. Dem Zuruf zur Bekehrung im

Gemeindehaus folgten über 20 Jugendliche.

Viele der Gäste wurden nachdenklich

über ihr Leben.

Es blieb nicht ganz ohne kleine

Pannen, doch Gott hat alle Reisegäste

bei den gefährlichen Bergwegen bewahrt.

Dazu übertraf die erlebte gemeinsame

Freude alle anderen Gefühle. Die

Jugendlichen konnten Austausch und

gegenseitige Hilfe finden; sie sind dem

Herrn und einander näher gekommen.

Deshalb ist ihr Wunsch sich wieder zu

treffen, sehr stark geworden. Bei weitem

konnten nicht alle junge Christen anwesend

sein; diese bauen ihre Hoffnung auf

die Zukunft.

Die Verantwortlichen für das Jugendtreffen

bedanken sich bei uns für die

Unterstützung der Veranstaltung und

wir geben diesen Dank gerne weiter.

Ihr Missionswerk FriedensBote

11


Bild links:

„Treidler (Schiffszieher)

an der Wolga“

Gemälde von I. Repin

Zu den Fotos:

Das heutige Rybinsk

an der Wolga

Das Haus der Familie

E. Krawzow (l.), in

dem seit über 60

Jahren Gottesdienste

durchgeführt wurden;

in der Mitte

ist die Mutter von

Eugen; rechts

unser Mitarbeiter

Alfred Koschel.

Missionarsehepaar

Roman und Ljudmila

Rybinsk ist eine alte russische

Stadt an der Wolga, die 1071

gegründet wurde und sich rund 300

km nördlich von Moskau befindet.

Früher galt sie als Hauptadt der

Treidler und Verladearbeiter.

Die Stadt liegt an einem Stausee,

der denselben Namen trägt und mit

seiner Fläche von 4580 qkm zu den

größten künstlichen Seen der Welt

gehört.

Die Staumauer des Sees wurde auf

der Wolga in den Jahren 1936-1941

größtenteils von Häftlingen mit

Kreuzhacken und Schubkarren errichtet.

Unter ihnen wahren sehr

viele inhaftierte Christen.

Für die meisten von ihnen wurde

diese Staumauer zur letzten Ruhestätte.

Wenn die Häftlinge zusammenbrachen,

wurden sie an Ort und

Stelle zugeschüttet; manche waren

dabei noch gar nicht tot. Brüder, die

diese Strafarbeitslagerzeit überlebt

haben, berichteten mit belegter

Stimme und Tränen in den Augen,

dass diese Staumauer ein Massengrab

ist.

„Entschädigung“ nach 60 Jahren

Die Gemeinde in Rybinsk ist 86 Jahre

alt. Der heutige Gemeindeleiter Eugen

Krawzow erzählt über schwere Zeiten

der Christenverfolgung, in der die Gemeinde

geächtet wurde. Ihr Haus wurde

beschlagnahmt. Sein Großvater wurde

wegen seiner evangelistischen Tätigkeit

1932 verhaftet und nach sechs Jahren

Haft hingerichtet.

Erst am 11. Oktober 1991, mehr als 60

Jahre nach der Enteignung, bekamen die

Christen eine „Entschädigung“ - ein

Haus, für das sie 10% seines Kaufpreises

12

Rybinsk

Denkmal der Volkstragödie

bezahlen mussten.

Durch Bücherpost von Gerhard

Schmidt bekannt geworden

Unser Missionswerk ist der Gemeinde

in Rybinsk schon mehrere Jahre sehr gut

bekannt. Dafür haben viele Pakete mit

christlicher Literatur gesorgt, die Bruder

G e r h a r d

Schmidt aus

Paderborn, der

2002 heimgegangen

ist, zu

seinen Lebzeiten

nach Rybinsk

geschickt hat.

Die Bücher wurden

bei uns gedruckt.

Die Pakete waren immer ein Freudenfest

für die Gemeinde. Sie dankte Gott

für Gerhard Schmidt und für das

Missions-werk. Eugen erinnert sich an

die Worte seines Vaters: „Wenn wir

Gerhard nicht mehr auf der Erde treffen,

dann aber unbedingt im Himmel.“

In Rybinsk entstand die größte christliche

Bücherei der ganzen Umgebung. In

der Stadt wurden auf verschiedenen

Stellen evangelistische Klapptischbüchereien

eingerichtet. Die Gemeinde

profitiert heute noch davon. Viele Menschen

kamen dadurch zum Glauben.

Auch Maria, die Bibliothekarin der

Schule, bekam von den Christen mehrere

christliche Bücher für die Schulbücherei

gestellt, hat aber auch gerne

selbst darin gelesen. Sie gehört heute zur

Gemeinde.

Unser erster Besuch

Die Christen in Rybinsk haben unser

Missionswerk schon öfters zu einem

Besuch eingeladen. Leider liegt die Stadt

abseits der wichtigsten Strassen, die wir


ei unseren Fahrten in Russland benutzen.

Auch die Wege dorthin sind

schlecht ausgebaut. Im Juni 2004 konnten

wir die Geschwister mit einem

Gottesdienstprogramm besuchen und

auch den Stausee besichtigen.

Heute sind 130 Mitglieder in der

Gemeinde. Sie verbreiten das Evangelium

nicht nur in Rybinsk, sondern

auch im Nachbarort Myschkin.

14 Mal Fensterscheiben eingeschlagen

Roman und Ljudmila sind ein junges

Missionarenehepaar. Schon als Teenager

besuchte Roman mit seiner Mutter (die

bereits erwähnte Bibliothekarin Maria)

die Gottesdienste in Rybinsk. Vor einem

Jahr sandte die Gemeinde das Ehepaar

zur Missionsarbeit in den Nachbarort

Myschkin aus.

Der „Boden“ in Myschkin ist sehr hart.

Der orthodoxe Priester und die von ihm

beeinflusste lokale Behörde haben wohl

alles Mögliche unternommen, um die

Aktivität der jungen Christen zu blockieren.

In den Medien werden sie zu

„Sektierern“ abgestempelt, die „die

Menschen vom wahren orthodoxen

Vaterglauben verführen“. Innerhalb kurzer

Zeit wurden die Fenster im Haus der

Missionare 14 Mal mit Steinen und

Flaschen eingeschlagen. Aus Angst, das

gleiche Schicksal zu ertragen, machen

die Stadtbewohner einen großen Bogen

um das Haus der „Sektierer“.

Leider darf das junge Ehepaar nicht

einmal eine bezahlte Annonce mit den

Gottesdienstzeiten in die Zeitung setzen.

Roman und Ljudmila geben nicht auf.

Sie veranstalten die Gottesdienste draußen

auf der Straße. Einige kommen,

wenn auch nur sehr zögernd.

Wir geben die Lage unserer Glaubensgeschwister

in Myschkin bekannt, damit

auch Sie, liebe Missionsfreunde, für sie

beten. Gott kann auch diese Lage

ändern.

Zum anderen möchten wir diejenigen,

die den Versand von christlichen Büchern

unterstützen, motivieren, auch weiterhin

aktiv zu bleiben. Gerade dort, wo die

Menschen Angst haben, öffentliche

Veranstaltungen zu besuchen, kann Gott

durch Bücher ins Gewissen sprechen.

Auf der Seite 18 des Heftes stellen wir

neue Bücher vor, die unsere Druckerei

bald verlassen und auf den Klapptischen

der Straßenbibliotheken im Osten ausgelegt

werden. Allen unseren Freunden,

die diese Arbeit unterstützen, danken

wir im Voraus.

V. Schkarowski; I. Tews

Die Gemeinde in Rybinsk

13


Vera Semenjuk

an ihrem

Geburtstag mit

Sohn Oleg

Von den „Tiefen“ un

Zwei Zeugnisse aus dem Leben der Christen

1. Wenn das Herz erwärmt ist

Zugegeben: Ein Buch liest sich immer

gut, wenn der Held in einer Erzählung

siegreich durch verschiedene Schwierigkeiten

geht.

Im wahren Leben ist es meistens

anders. Da gibt es nicht nur geistliche

Höhenflüge, sondern

auch viele

Tiefen und Krisen.

Umso wichtiger ist

es, wenn unser Gott

Seinen Kindern Siege

schenkt.

In jüngster Vergangenheit

hat Gott

die Gebete der gläubigen

Frau Vera

Semenjuk auf eine

wunderbare Weise

erhört.

Vera ist Witwe,

ihr Mann war

Alkoholiker und hat

sich zu Tode getrunken.

Ihre zwei

Söhne bekamen

bereits mit 10

Jahren vom Vater

das Glas in die Hand

gedrückt. „Ein richtiger

Mann muss

trinken können“,

behauptete er.

Der jüngere Sohn, Oleg, ist gegenwärtig

21 Jahre alt, hat Leberzirrhose und

leidet an Bluthochdruck. In betrunkenem

Zustand hat er seine Mutter mehrmals

hart verprügelt. Kaum jemand hätte je

zu hoffen gewagt, dass die Söhne sich

zum Guten verändern könnten. Arbeit

hatten sie nicht. Bei einer Arbeitslosigkeit

von 80 % ist es schwierig eine

zu finden. Die Familie hatte kein Geld,

und so lebten sie in einer kalten

Wohnung ohne Heizung.

14

Im Herbst 2003 führte unser

Missionswerk die Aktion „Wärme“

durch. Von den gesammelten Spenden

bekam Vera 100 Euro. Das Geld reichte

für eine Fuhre Holz und für eine Flasche

Gas für den Gasherd.

Die Söhne waren so erstaunt, dass sich

jemand um sie

kümmerte, dass sie

schlagartig zu trinken

aufhörten und

in die Gemeinde

kamen, um sich die

Sache mit dem

Glauben einmal

genauer anzuschauen.

Beide

bekehrten sich.

Ende März hatte

Vera Geburtstag.

Oleg fand irgendwo

eine Tagesarbeit

und kaufte der

Mutter zum

Geburtstag einen

Blumenstrauß –

den ersten in seinem

Leben.

Leider hatte Oleg

danach einen

Rückfall und schlitzte

sich im Delirium

die Adern auf.

Doch die Mutter

bemerkte es rechtzeitig, und so konnte

er gerettet werden. Oleg tat wieder Buße

und hat sich nun zur Taufe gemeldet. Er

macht einen sehr guten Eindruck auf die

Gemeinde.

2. Ein Geschenk an den ukrainischen

Präsidenten

Manche Leser werden sich noch an

das schwarze Mädchen Inna erinnern,

das die Eheleute Vadim und Nadja in ihre

Familie aufgenommen haben („Mama,


d „Höhen“

in Usin / Ukraine

wirst du mich nicht zu den Affen bringen?“

6/2002).

Im Internat wurde Inna als schwachsinnig

abgestempelt und entsprechend

behandelt. Dank der Bemühungen der

Pflegemutter Nadja ist Inna nach knapp

zwei Jahren in der Klasse die zweitbeste

im Vorlesen unbekannter Texte geworden.

Zu ihren eigenen zwei Söhnen und

Inna hat das Ehepaar sechs weitere

Kinder aufgenommen – alle mit gravierenden

Lernschwächen, die eine

Unterbringung in Sonderschulen gerechtfertigt

hätten. Nadja hat sich jedoch

dagegen gewehrt. Nach eineinhalb

Jahren kamen alle Kinder einigermaßen

in einer Schule für normal entwickelte

Kinder zurecht.

Kurz vor Weihnachten gab der ukrainische

Präsident Leonid Kutschma einen

Empfang für Familien, die Waisenkinder

aufgenommen hatten. Vadim und Nadja

Tarnopolskij wurden

ebenfalls eingeladen.

Bei dem

Empfang überreichte

der Präsident

Vadim die Schlüssel

von einem russischen

Kleinbus.

Während Vadim

vom Präsidenten

das Geschenk bekam,

nutzte er die

Gelegenheit, um

dem Präsidenten

im Gegenzug

Der ukrainische

Präsident Leonid

Kutschma betrachtet

die von Vadim

Tarnoposkij

geschenkte Bibel.

öffentlich eine

ukrainische Bibel

zu überreichen, die

anlässlich der 100-

Jahresfeier der

Übersetzung in der

ukrainischen

Sprache herausgegeben wurde.

„Ich nehme an“, sagte Vadim dabei,

„dass sie eine Bibel haben. Sie stehen

jedoch an der Spitze eines Staates und

benötigen viel Weisheit, um richtige

Entscheidungen zu treffen. Die Bibel ist

die Grundlage der Weisheit.“

Alles schien gut zu laufen: die Familie

war versorgt, sogar ein Auto hatten sie,

die Kinder zeigten Erfolge in der Schule –

da wurde bei Vadim Ende des Jahres

2003 ein Gehirntumor entdeckt. Eine

Operation war dringend notwendig,

doch eine Erfolg versprechende Operation

kostete über zweitausend Euro –

eine Summe, über die die Familie bei

weitem nicht verfügte.

Doch Gott sei Dank, es fanden sich

gute Freunde im Westen, die die Kosten

übernahmen. Vadim geht es nach zwei

schwierigen Operationen den Verhältnissen

entsprechend gut, obwohl er

noch sehr schwach ist.

„Der Weg des Herrn ist stets der

Beste“, heißt es in einem alten

Glaubenslied. Nicht immer können wir

die Wege Gottes mit dem Verstand

ergründen, doch dass diese Aussage

stimmt, das wissen wir. Und die Alten

haben diese Aussage auf Grund ihrer reichen

Erfahrungen gemacht.

J.Janzen

15

Vadim Tarnopolskij

nach der Operation

im Kreise seiner

großen Familie.

Zweiter von

rechts J. Janzen

.


Humanitäre Hilfe – JA,

aber!

Schon seit Jahren haben unsere

Missionsfreunde nicht nur in ganz

Deutschland, sondern auch in der

Schweiz, in Holland, in Frankreich und in

Österreich fleißig mehrere Tonnen von

Hilfsgütern für die Notleidenden im

Osten gesammelt.

Für diesen großartigen Einsatz bedanken

wir uns bei Ihnen im Namen der

Empfänger ganz herzlich!

Nach wie vor ist der Bereich

„Humanitäre Hilfe“ in unserer Arbeit von

sehr großer Bedeutung. Nicht nur, weil

es immer noch sehr viele Menschen gibt,

die auf gebrauchte Kleider und Schuhe

angewiesen sind. Vielmehr bekommen

unsere Missionare erst durch die

Verteilung dieser Hilfsgüter den Zugang

zu Menschen, die man anders kaum

(bzw. gar nicht) erreichen könnte.

16

WICHTIG!

Bei dieser Gelegenheit möchten

wir Sie auf einige Details aufmerksam

machen, die uns die Arbeit mit

den Hilfsgütern erleichtern können.

1. Ohne Bedenken können gesammelt

werden:

- Bekleidung, Schuhe, Bettwäsche,

Handtücher, Gardinen mit einfachem

Zubehör

- Rollstühle, Fahrräder, Dreiräder für

Kinder, Kinderspielzeug (Bitte keine

Militärspielzeuge, Märchen- und Zaubereigegenstände

o.ä.)

- Hygieneartikel wie Seife, Zahnpasta,

Zahnbürsten usw. (Neuware)

- Schreibmaterial: Schulhefte, Bleistifte,

Buntstifte, Schreibblöcke

2. Nach vorheriger Absprache nehmen

wir gerne in begrenzter Menge:

Kinderbetten, Kopfkissen, Oberbetten,

Decken, Matratzen, Gehwagen, Gehhilfen,

Waschmaschinen, Trockner, Kühlschränke,

Hand-Werkzeuge, Elektround

Gasherde; Lebensmittel aller Art

3. Folgende Gegenstände können

NICHT in die GUS transportiert werden:

Medikamente und Verbandsmaterial,

Möbel allgemein, Teppiche, Autoreifen,

Geschirr.

4. Wir wären Ihnen sehr dankbar,

wenn Sie uns möglichst genaue

Angaben über die gesammelte

Menge von Hilfsgütern machen würden.

So könnten wir bei deren

Abholung durch Verwenden von entsprechendem

Fahrzeug unnötige Spritkosten

sparen.

Ganz besonderen Dank wollen

wir unserem Herrn und einigen

Missionsfreunden für den neu erworbenen,

gebrauchten LKW aussprechen.

Dieser 7,5t Lastwagen

ist bereits im Einsatz und erleichtert

unsere Aufgaben enorm!

Für den weiteren, sehr wichtigen

„Samariterdienst“ wünschen

wir allen unseren Freunden reichen

Segen Gottes, viel Kraft und

Mut.

Ihr Missionswerk FriedensBote


Ich möchte die Missionsnachrichten regelmäßig kostenlos erhalten

(unten bitte ein Adressfeld ausfüllen)

Meine Adresse ändert sich ab dem:

(unten bitte neue und alte Adresse angeben)

Alte Adresse

Name, Vorname

Straße, Hausnummer

PLZ, Ort

Land

Im Dienst für seinen Messias

„Zu intelligent, um die Wahrheit zu

begreifen“, so hieß unser Bericht über

Semen P. (6/2001).

Das Schicksal von Semen spiegelt das

Leben vieler Emigranten in Israel wieder:

In Russland ausgebildet, ohne jegliche

Kenntnisse über Gott treffen solche

Intellektuelle in Israel oft tiefe Enttäuschungen,

mit denen sie nicht

gerechnet haben.

Semen hat schon tiefe Depressionen

mit völliger Aussichtslosigkeit durchlebt,

nachdem er alles verloren hatte. Doch

erst danach konnte er das Heil in seinem

Messias finden. Heute hilft Semen

denen, die in einer ähnlichen Lage sind,

wie er es war, den Blick auf Jeschua zu

richten. Uns schreibt Semen folgendes:

„Liebe Geschwister, ich danke Euch

sehr herzlich für Eure Gebete und praktische

Hilfe in meinem Dienst. Unsere

Gemeindemitglieder im Süden Israels

kommen aus verschiedenen Orten. Ich

diene mit den Gaben, die Gott mir gegeben

hat: besuche die Hauskreise, predige

das Wort, singe und spiele Gitarre. Die

Hauskreise wachsen und werden fester

im Herrn.

Meinen Unterhalt verdiene ich durch

Taxifahrten mit einem Minibus. Unterwegs

gibt es viele Gelegenheiten mit den

Menschen über den Messias zu reden.

Manch einer ist dadurch in die Gemeinde

gekommen. Außerdem wird dieser

Minibus sehr aktiv im Gemeindedienst

eingesetzt. Außer mir hat nur

noch unser Pastor ein Auto.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die

mich unterstützen. Ohne Ihre Hilfe könnte

ich nicht so viel für unseren Heiland

tun.

„… uns ist das Evangelium vertraut es

zu predigen, also reden wir, nicht, als

wollten wir den Menschen gefallen, sondern

Gott.“ (1.Thes. 2,4)

Missionsnachrichten

Neue Adresse

Name, Vorname

Straße, Hausnummer

PLZ, Ort

Land

J. Kröker und Semen

P. (r.) geben den

Alkoholikern

Zeugnis, die durch

ihre Sucht Familie,

Arbeit und Wohnung

verloren haben und

das ganze Jahr in

Zelten am Meer

leben

.

Ausgefüllten Coupon

bitte ausschneiden,

faxen oder im frankierten

Umschlag

einsenden an:

Missionswerk

FriedensBote

Postfach 1416

58530 Meinerzhagen

Fax 0 23 54 /77 78 11



Neue russische Bücher für junge Leser

Bestellschein

Senden Sie mir eine Liste verfügbarer Artikel.

Ich bestelle Folgendes an umseitige Adresse:

Menge Titel

Unterschrift

Unsere Missionare und Arbeiter christlicher

Klapptischbüchereien in Russland

schreiben uns:

„Viele unserer Leser haben schon

längst alle unsere Bücher durchgelesen

und fragen nach weiteren. Schickt uns

bitte gute und erbauliche christliche

Literatur. Einen besonderen Wert haben

Bücher für Jugendliche und Kinder.“

Es macht uns große Freude, liebe

Missionsfreunde, Ihnen in die russische

Sprache übersetzte gute Bücher vorzustellen.

Deren Herausgabe wurde

Dank Ihrer Spenden möglich.

Drei der Bücher („In Fern-Ost erlebt“

und „Der Junge, der 2x lebte“ von

Gwenda R. Steward und „Abdul Khans

Diamant“ von Theresa Worman) wurden

Ende der 70 Jahre von der Liebenzeller

Mission in Deutsch herausgegeben.

Das vierte hier vorgestellte Buch ist

Ihnen in Deutsch bereits bekannt: „Drei

unvergessliche Schüsse“ aus der Feder

von Erich Schmidt-Schell.

Wir danken Gott für die offenen Türen

im Osten und werden mit Ihrer Unterstützung

gern weitere nützliche christliche

Bücher drucken.

Ihr Missionswerk FriedensBote

Missionswerk FriedensBote

russ.

deutsch

russ.

deutsch

russ.

deutsch

russ.

deutsch

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deutsch

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deutsch

russ.

deutsch


Unser Projekt:

Der Winter kommt bald

auch nach Tschernobyl!

Über den evangelistischen Dienst

unseres Missionars Wladimir Reschetnik

im Städtchen Dymer und den anliegenden

Dörfern, die in der verstrahlten

Tschernobylzone liegen, haben wir schon

oft in unseren Nachrichten berichtet.

Dieser Dienst ist mit besonderen

Schwierigkeiten verbunden. Umso dankbarer

sind wir unserem Gott, dass dort

Menschen zum Glauben kommen und

Gemeinden entstehen.

Die Christen im Dymer haben seit einigen

Jahren ihr eigenes Gemeindehaus.

Doch die Freude an diesem Haus wird im

Herbst und Winter durch die eindringende

Kälte getrübt. Aus Mangel an Mitteln

konnte beim Bau des Hauses das Dach

nicht isoliert und keine geeignete

Heizung eingebaut werden.

Impressum MissionsNachrichten

Hausanschrift

Volmestr. 51

D-58540 Meinerzhagen

Postanschrift

Postfach 14 16

D-58530 Meinerzhagen

Tel.: 0 23 54/77 78 - 0

Fax: 0 23 54/77 78 -11

eMail:

missionswerk@friedensbote.org

www.friedensbote.org

Der Buchladen (Bestellungen)

Tel.: 02261/26020

Fax: 02261/26022

eMail: buchhandlung@friedensbote.org

Das Missionswerk ist ein eingetragener

gemeinnütziger Verein, der

Christen im Osten unterstützt. Es

wurde von Christen gegründet, die

in den siebziger Jahren aus der UdSSR

nach Deutschland umsiedelten. Die

Glaubensgrundlage des Missionswerkes

ist die ganze Heilige Schrift.

Aufgaben

Verbreitung von Informationen über

die Situation der Christen und der

Bevölkerung in den Nachfolgestaaten

der UdSSR; Aufruf zum Gebet für die

Notleidenden; Hilfeleistung für die

Christen und andere Betroffenen,

Versorgung mit Bibeln, geistlicher

Literatur, humanitären Gütern u.a.m.

Vorstand

Gerhard Görzen (1. Vorsitzender)

Viktor Rogalsky (2. Vorsitzender)

Robert Gönner (3. Vorsitzender)

Alfred Koschel (Schriftführer)

Walter Penner (Kassenwart)

In diesem Sommer konnte mit Hilfe

unserer Freunde aus Frankreich das Dach

isoliert und neu gedeckt werden, wofür

wir dem Herrn von ganzem Herzen danken.

Nun müsste noch eine neue Heizung

installiert werden; dafür fehlen aber

noch ca. 3.500 Euro. Bitte beten Sie mit

uns, damit der Herr noch vor Einbruch

des Winters auch dieses Problem lösen

möge.

Ihr Missionswerk FriedensBote

Die Missionsnachrichten

erscheinen zweimonatlich. Nachdruck

oder Verwendung der darin veröffentlichten

Informationen ist mit Quellenangabe

gestattet. Ein Belegexemplar

wird erbeten. Bilder dürfen mit ausdrücklicher

Genehmigung veröffentlicht

werden.

Kontaktmissionen

Faith Mission, Box 34, Winkler,

Manitoba, Canada R6W 4A4

Association d’Aides Humanitaires

„Le Messager de la Paix“

Route de Samatan, 32200 Gimont

Frankreich

Bankverbindungen

Deutschland

Sparkasse Kierspe/Meinerzhagen

(BLZ 458 516 65), Kto. 64 303

IBAN: DE78 4585 1665 0000 0643 03

BIC: WELADED1KMZ

Postbank Köln (BLZ 370 100 50)

Kto. 502 708 - 500

IBAN: DE02 3701 0050 0502 7085 00

BIC: PBNKDEFF

Österreich

Creditanstalt Bankverein

(BLZ 12 000), Kto. 02593221100

Missionswerk FriedensBote

Christa Deinlein

Benjowskigasse 28/B1

A-1220 Wien

Schweiz

Postkonto 40-549159-9

Missionswerk Friedensbote e.V.

D-Marienheide


„ S O L A N G E E S T A G I S T “

Wir laden Sie

herzlich ein!

MISSIONSTAGE

1. So., den17.10.2004 Freie Brüderversammlung, Primelweg 11,

72461 Albstadt, Pastor Karl-Hermann Kauffmann, Tel. 07432-8911

2. So., den 24.10.2004 Evangeliumschristen Gemeinde,

Kastanienstr. 76, 51647 Gummersbach, Pastor Peter Görzen,

Tel. 01799455775

3. So., den 31.10.2004 Evangelisch Freikirchliche Gemeinde,

(Brüdergemeinde e.V.), Bergmannsweg. 4, 08141 Reinsdorf-Vielau,

Matthias Harbig, Tel. 0375-6067979 oder 0375-660233

Referenten:

Alexej Gritsai aus dem Kosakendorf Starokorsunskaja, Gebiet

Krasnodar, (Südrussland), der für die Zeit vom 8.10.-3.11.2004

für Dienste zur Verfügung steht.

Alexej (geb. 1963) und seine Frau Dina haben zu ihren eigenen 9 Kindern

36(!) Waisenkinder aufgenommen, weil sie gegenüber ihrem Leid und

Elend (einige sind pflegebedürftig) nicht gleichgültig bleiben konnten.

„Jedes Mal, wenn Gott uns ein Waisenkind in den Weg stellte, konnten

wir nicht vorüber gehen und ihm die Aufnahme in die Familie verweigern“,

sagt Alexej. Durch die Unterstützung aus dem Westen kann die

Großfamilie Gritsai bestehen.

(Wir entschuldigen uns für die Änderung)

Lewan Achalmosulischwili aus Gurdshani (Georgien), der für die

Zeit vom 15.10.-31.10.2004 zu uns kommt.

Der in Georgien lebende Lewan ist ein Chirurg. Er hat eine Klinik mit

einem Medizinerteam von arbeitslosen Ärzten gegründet, die offen steht

für die Ärmsten der Armen. Mittlerweile sind sowohl die Ärzte als auch

viele der Patienten zum Glauben gekommen. Außerdem leitet Lewan das

Missionsteam im östlichen Teil Georgiens: Kachetien. Über seine segensreiche

Arbeit wird er bei uns berichten. Lewan ist verheiratet und

Familienvater von fünf Kindern.

Beide Referenten können im Rahmen der angegebenen Zeit als Prediger

und für Missionsvorträge in die Gemeinden, Hauskreise und sonstige

Veranstaltungen eingeladen werden.

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