Herausgeber - Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

landwirtschaftskammer.de

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Pflanzenschutzdienst

Jahresbericht

2010


Herausgeber

- 2 -

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

- Pflanzenschutzdienst -

Postfach 30 08 64 53188 Bonn

Siebengebirgstrasse 200 53229 Bonn

Telefon 0228 – 703-0

Telefax

Außenstelle Münster

0228 – 703-2102

Nevinghoff 40

48147 Münster

e-Mail pflanzenschutzdienst@lwk.nrw.de

Dienststellenleiter

Prof. Dr. B. Böhmer

Stellvertreter Dr. A. Dissemond

Die namentlich gekennzeichneten Einzelbeiträge dieses Berichts stammen von den

Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen des Pflanzenschutzdienstes.


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I n h a l t s v e r z e i c h n i s

Seite

1 Aufgaben und Organisation des Pflanzenschutzdienstes 8

1.1 Aufgaben 8

1.2 Organisation 11

1.3 Anbaustatistik in Nordrhein-Westfalen 15

1.3.1 Aufteilung der Ackerfläche in Nordrhein-Westfalen 15

1.3.2 Anzahl der Betriebe in Nordrhein-Westfalen 16

2 Pflanzenschäden und Schadursachen 18

2.1 Witterungsverlauf 2010 18

2.2 Ackerbau 20

2.2.1 Getreide 26

2.2.2 Kartoffeln 27

2.2.3 Raps 32

2.2.4 Mais 36

2.2.5 Zuckerrüben 46

2.2.6 Körnerleguminosen 48

2.2.7 Grünland 49

2.3 Obstbau 50

2.3.1 Kern- und Steinobst 50

2.3.2 Beerenobst und Weinbau 51

2.4 Gemüsebau 51

2.5 Baumschulen 54

2.6 Zierpflanzenbau 56

2.6.1 Topfpflanzen (Eriken, Callunen, Azaleen, Kleingehölze) 57

2.6.2 Schnittblumen 60

2.6.3 Beet- und Balkonpflanzen 61

2.6.4 Stauden 66

2.6.5 Grünpflanzen, Orchideen und Poinsettien 67

2.6.6 Lückenindikationen im Zierpflanzenbau und in der Baumschule 68

2.6.7 Friedhöfe 68


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2.7 Öffentliches Grün

Seite

71

2.7.1 Parkanlagen und Friedhöfe 71

2.7.2 Rasenflächen und Sportanlagen 72

2.7.3 Straßenbegleitgrün 73

2.8 Haus- und Kleingarten 73

3 Diagnostik 75

3.1 Diagnostik Mykologie 75

3.2 Diagnostik Bakteriologie 77

3.3 Diagnostik Virologie 78

3.4 Diagnostik Entomologie 80

3.5 Diagnostik Nematologie 81

4 Warndienst 84

4.1 Darstellungen im Internet 84

4.1.1 Wetterdaten 86

4.1.2 Prognosemodelle 87

4.2 Schorfwarndienst 87

4.3 Pflanzenschutz-Warndienst - Ackerbau 88

5 Versuche und Erfahrungen 89

5.1 Amtliche Prüfung von Pflanzenschutzmitteln 89

5.1.1 Amtliche Mittelprüfung und Auftragsversuche im Ackerbau 89

5.1.2 Demonstrations- und Informationsversuche im Ackerbau 91

5.1.3 Amtliche Mittelprüfung im Gemüsebau 109

5.1.3.1 Wirksamkeitsversuche 109

5.1.3.2 Rückstandsversuche nach GLP und GEP 110

5.1.3.3 Forschungsprojekt Verringerung von Höchstmengenüberschreitungen

111

5.1.4 Amtliche Mittelprüfung im Obstbau 112

5.1.5 Amtliche Mittelprüfung im Zierpflanzenbau 113


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6 Forschungsprojekte zum Integrierten Pflanzenschutz

Seite

115

6.1 Biologischer Pflanzenschutz bei Zierpflanzenkulturen unter Glas 115

6.2 Versuche zur Applikationstechnik 125

6.2.1 Pflanzenschutz im Ackerbau – größer, schneller, breiter 125

6.2.2 Gerätereinigung – Ein Instrument für die Umsetzung der

Wasserrahmenrichtlinie?

126

6.2.3 Biofilter für den Umgang mit Waschflüssigkeiten 127

6.2.4 ProGemüse 127

6.2.5 Asiatischer Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) 128

6.3 Maiszünsler Prognosemodell 130

6.4 Integrierter Pflanzenschutz in Zuckerrüben 135

7 Genehmigungen und Kontrollen 140

7.1 Pflanzengesundheitsdienst 140

7.1.1 Importkontrollen 140

7.1.2 Exportkontrollen 142

7.1.3 Handel im Binnenmarkt 143

7.1.4 Schwerpunktprogramme im Bereich der Quarantäne 145

7.2 Amtliche Geräteprüfung, Feldspritzkontrollen 150

7.3 Beizkontrollen / Saatgutuntersuchungen auf Beizung 150

7.4 Zertifizierung von Anbaumaterial 151

7.5 Kontrollprogramm Nordrhein-Westfalen 153

7.5.1 Systematische Kontrollen 153

7.5.2 Weitere Kontrollschwerpunkte 157

7.6 Genehmigungen 159

7.6.1 Genehmigungen nach § 18 b Pflanzenschutzgesetz 159

7.6.2 Genehmigungen nach § 6 Abs. 3 Pflanzenschutzgesetz 160


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8 Öffentlichkeitsarbeit

Seite

161

8.1 Veröffentlichungen 161

8.1.1 Veröffentlichungsliste 161

8.1.2 Regelmäßige Veröffentlichungen 167

8.1.3 Warndienst-Informationen 169

8.1.4 Ackerbau- und Gartenbau-Informationsdienst 170

8.2 Vorträge 170

8.3 Mitarbeit in Symposien und Gremien 186

8.4 Aufklärung 189

8.4.1 Internet 191

8.4.2 Rundfunk, Fernsehen, Presse 193

8.5 Ausbildung, Fortbildung 194

8.5.1 LTA-Ausbildung, Praktikanten, Studenten 195

8.6 Besucher 196


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Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

- Pflanzenschutzdienst -

Leiter: Prof. Dr. B. Böhmer

Stellvertreter: Dr. A. Dissemond

32.0: Frau Frees, Frau Friederichs, Frau Hopf, Frau Muck, Frau Winterscheidt

Diagnose

Krankheiten

32.1

Mykologie, Virologie,

Bakteriologie

Frau Dr. M.Heupel BN

Frau Adams BN

Frau Erwes BN

Frau Hasenbach BN

Frau Menden BN

Frau

Ropertz-Krämer

BN

Diagnose Pflanzenschädlinge

32.2

Entomologie,

Nematologie

Frau Dr. U. Hakl BN

Frau Breuch BN

Frau Nicot BN

Frau Schöbel BN

Frau Stanke BN

Genehmigungen

und Kontrollen

32.3

Qualitätssicherung

GLP

Herr P. Müller BN

Herr Anzil BN

Herr Reichel MS

Frau Schickhoff MS

Frau Weigand BN

Herr Welhöner BN

Pflanzengesundheitsdienst

32.4

Herr Dr. R. Schrage BN

Herr Arenz BN

Frau Hoenig BN

Frau Kröger BN

Herr Renker BN

Herr Welhöner BN

Pflanzengesundheitsdienst

Flughafen Düsseldorf

Herr Nellen

Herr Schopen

Pflanzengesundheitsdienst

Ostwestfalen

Herr Belke HSK

Herr Buren BRA

Herr Kleinesdar HF

Pflanzengesundheitsdienst

Kleve

Herr Buschner

Frau Ebbing

Pflanzengesundheitsdienst

Münster

Frau Albrink

Herr Klatt

Herr Lammersmann COE

Frau Schröder

Herr Vietmeier

Pflanzengesundheitsdienst

Straelen

Herr Focken

Herr Hillus

Frau Küsters

Frau Pfirschke

Pflanzengesundheitsdienst

Unna

Frau Bracke

Herr Nennmann

Herr Wortmann

Pflanzengesundheitsdienst

Viersen

Herr Becker

Herr Herfarth

Pflanzenschutz in

Ackerbau und

Grünland

32.5

Herr

Dr. A. Dissemond

BN

Frau Dr. M. Benker MS

Herr Behr BN

Frau Furth MS

Frau Gebhard BN

Herr Hanhart MS

Herr Heinrichs BN

Frau Kammler MS

Herr Klingenhagen MS

Herr Lange BN

Herr Laubrock MS

Frau Röhling MS

Frau

Sonderfeld-Labey

BN

Herr Smeets BN

Frau Tendyck MS

Frau Werschmann MS

Herr Wiesemann BN

Herr Winkelheide BN

Pflanzenschutz-

Anwendungs-

Technik

32.6

Herr H. Kramer MS

Herr Deitmer MS

Frau

Kleine-Hohmann

MS

Herr Stuch BN

Pflanzenschutz im

Zierpflanzenbau

32.7

Herr W. Hennes BN

Frau Althermeler MS

Frau Hartung BN

Frau Jenniches BN

Herr Klatt MS

Herr Kleinesdar HF

Herr Nennmann UN

Frau Ruisinger STR

Herr Wilke BN

Pflanzenschutz

im Gemüsebau

und Warndienst

32.8

Herr J. Keßler BN

Frau Bischur BN

Frau Ergezinger BN

Frau

MS

Große Wietfeld

Herr Hartung BN

Frau Radtke BN

Herr Schenk BN

Frau

Scholz-Döbelin

STR

Herr Vietmeier MS

Pflanzenschutz

im Obst- und

Weinbau

32.9

Herr

BN

Dr. A. Engel

Herr Jung BN

Frau

BN

Kretschmann

Frau

MS

Peters-Habig

Frau

MS

Rövekamp-

Stroop

Herr

BN

van der Sant

Pflanzenschutz

in Haus- und

Kleingarten,

im Öffentlichen

Grün 32.10

Frau Dr. M. Klug MS

Versuchsfeld

Gartenbau

Bonn

Frau Braun

Frau Fricke

Herr Welzel

Münster

Herr Leibig


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1 Aufgaben und Organisation des Pflanzenschutzdienstes

Maßnahmen des Pflanzenschutzes tragen in erheblichem Maße zur Steigerung und

Sicherung des Ertrags einer qualitativ hochwertigen Pflanzenproduktion bei. Dabei

steht die Integration der verschiedenen Pflanzenschutz-Verfahren mit dem Ziel der

Verringerung chemischer Maßnahmen im Mittelpunkt der Überlegungen. Dies

beinhaltet sowohl das Fernhalten der Schaderreger durch Quarantänemaßnahmen

als auch die Integration pflanzenbaulicher, biologischer, biotechnischer,

physikalischer und chemischer Maßnahmen. Ziel ist der Schutz der Kulturpflanzen,

wie auch der Schutz der Verbraucher und der Umwelt sowie die Erhaltung der

natürlichen Lebensgrundlagen.

1.1 Aufgaben

Die Organisation des Pflanzenschutzdienstes der Landwirtschaftskammer ist geprägt

durch die Aufgaben aus dem Gesetz über die Errichtung der Landwirtschaftskammer

NRW 1 sowie aus dem Pflanzenschutzgesetz 2 gemäß § 34.

• die Überwachung der Pflanzenbestände sowie der Vorräte von Pflanzen und

Pflanzenerzeugnissen auf das Auftreten von Schadorganismen,

• die Überwachung des Beförderns, des Inverkehrbringens, des Lagerns, der

Einfuhr und der Ausfuhr von Pflanzen, Pflanzenerzeugnissen und

Kultursubstraten im Rahmen des Pflanzenschutzes sowie die Ausstellung der für

diese Tätigkeiten erforderlichen Bescheinigungen,

• die Beratung, Aufklärung und Schulung auf dem Gebiet des Pflanzenschutzes

einschließlich der Durchführung des Warndienstes auch unter Verwendung

eigener Untersuchungen und Versuche,

• die Berichterstattung über das Auftreten und die Verbreitung von

Schadorganismen,

• die Prüfung von Pflanzenschutzmitteln, Pflanzenschutz- Geräten, Verfahren des

Pflanzenschutzes, der Resistenz von Pflanzenarten sowie die Mitwirkung beim

Schließen von Bekämpfungslücken sowie die Durchführung der für die Aufgaben

nach den Nummern 1 bis 5 erforderlichen Untersuchungen und Versuche.

Auf der Grundlage der Untersuchungen und Versuche erarbeiten die Mitarbeiter des

Pflanzenschutzdienstes Leitlinien und grundsätzliche Beratungsempfehlungen. Sie

werden als Spezialberater bei besonderen Problemen sowie als Berater der Berater

tätig. Die produktionstechnische Pflanzenschutzberatung von Landwirten und

Gärtnern wird von den Fachberatern der Referate Landbau und Gartenbau

wahrgenommen. Neben den Problemen der Landwirtschaft nehmen die

gartenbaulichen Fragestellungen in Nordrhein-Westfalen aufgrund der Vielzahl der

Betriebe mit gartenbaulichen Kulturen sowie der vielen Gattungen und Arten in

diesem Produktionszweig breiten Raum ein.

Über das Qualitätsmanagement der Landwirtschaftskammer NRW hinaus ist der

Pflanzenschutzdienst eine amtliche GEP- sowie eine anerkannte GLP-

1 Gesetz über die Errichtung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen vom

17. Dezember 2003, GV NRW, Band 59, 21. Dezember 2003

2 Gesetz zum Schutz der Kulturpflanzen (Pflanzenschutzgesetz), Neufassung vom

14. Mai 1998, BGBl. Teil I. S. 950


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Prüfeinrichtung zur Prüfung der biologischen Wirkung, der Pflanzenverträglichkeit

von Pflanzenschutzmitteln und der Ermittlung des Abbauverhaltens von

Pflanzenschutzmitteln auf der Pflanze. Diese Standards sichern die Qualität der

Arbeit und ermöglichen eine internationale Anerkennung der Versuchsergebnisse.

Die genannten Aufgaben sowie die Problemstellungen der Pflanzenproduktion in der

Region prägen die Organisation des Pflanzenschutzdienstes in Nordrhein-Westfalen.

Die Bearbeitung der vielschichtigen Probleme erfordert einerseits qualifiziertes

Spezialwissen, andererseits einen intensiven und fachgebietsübergreifenden

Informations- und Innovationsfluss. Der Verknüpfung der Arbeitsbereiche kommt

daher besondere Bedeutung zu, denn Spezialprobleme können oftmals nicht von

einzelnen Wissenschaftlern, sondern erst durch das Zusammenwirken der

Spezialisten erfolgreich geklärt werden.

So ist insbesondere die enge Verflechtung der Diagnose von Schaderregern des

Versuchswesens und der Produktionsberatung die Grundlage für eine effektive

Arbeit zur Lösung der Pflanzenschutzprobleme. Laboruntersuchungen sichern dabei

nicht nur eine exakte Diagnose bei Problemen im Rahmen der Pflanzenproduktion,

sie sind darüber hinaus die Basis hoheitlicher Entscheidungen. Mit der Produktion

von Reinkulturen der verschiedenen Schaderreger stellen sie in vielen Fällen ein

fundiertes Versuchswesen sicher.

Kontrollen in den Betrieben werden vom Pflanzengesundheitsdienst, nicht von der

Beratung durchgeführt. Dennoch sind die Kontrollaufgaben eng mit der Bearbeitung

der praktischen Pflanzenschutzprobleme im Anbau verknüpft, damit das Ergebnis

der Kontrollen zur Weiterentwicklung der Betriebe in Beratungsinhalte münden kann.

Die Verknüpfung der Aufgaben bietet die Chance, nicht nur bei

Pflanzenschutzproblemen in der Praxis eine Änderung der Produktionsverfahren zu

bewirken, sondern auch eine permanente Weiterentwicklung integrierter Verfahren

sicherzustellen. Das Pflanzenschutzgesetz fordert die Umsetzung der Grundsätze

des integrierten Pflanzenschutzes. Dieser ganzheitliche Ansatz, der ökonomische,

ökologische wie auch soziale Aspekte einbezieht und den vorbeugenden

Maßnahmen bei der Schadensabwehr besondere Bedeutung beimisst, stellt das Ziel

des Abwägungsprozesses bei der Wahl der Verfahren zur Gesunderhaltung der

Pflanzenbestände dar.

Die gemäß Pflanzenschutzgesetz vorgeschriebene Aufzeichnung aller im Betreib

eingesetzten Pflanzenschutzmittel sollte nicht nur der Kontrolle dienen. Für eine

klare, zielgerichtete Beratung ist eine übersichtliche Aufzeichnung der

durchgeführten Maßnahmen eine zwingende Voraussetzung. Sie ist die Grundlage

einer regelmäßigen Diskussion im Betrieb, um durchgeführte Maßnahmen beurteilen,

erforderliche Maßnahmen planen und nicht zuletzt auch finanziell bewerten zu

können. Sie ersetzt nicht die gemäß Gefahrstoff-Verordnung im Betrieb zu führende

Liste aller vorhandenen Pflanzenschutzmittel und aller Gefahrstoffe (Kleber, Lacke,

Schmierstoffe etc.).

Seit Inkrafttreten der Indikationszulassung (2001) bestehen Probleme bei der

Absicherung des Pflanzenschutzes in vielen Kulturen mit geringer Anbaufläche und

bei der Bekämpfung nur gelegentlich auftretender Krankheiten und Schädlinge. In

Nordrhein-Westfalen sind besonders Gemüse- und Obstkulturen betroffen. Der

Pflanzenschutzdienst NRW hat sich in die Arbeiten zur Schließung von

Bekämpfungslücken eingebracht. Auch in den kommenden Jahren wird diese


- 10 -

Aufgabe einen großen Stellenwert einnehmen, um die Anbaumöglichkeiten und die

Wettbewerbsfähigkeit des Anbaues kleiner Kulturen in Nordrhein-Westfalen zu

ermöglichen.

Die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel wird in großen Teilen der

Bevölkerung, trotz erheblicher Versuchs-, Untersuchungs- und Kontrollarbeiten sowie

alle Anstrengungen der Praxis um einen sorgfältigen Einsatz, nach wie vor sehr

kritisch gesehen. Unter dem Motto „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“ ist die

Diskussion um die Möglichkeiten einer Reduzierung nicht nur aus der Sicht des

Verbraucher- und Umweltschutzes, sondern auch aus ökonomischer Sicht im

Rahmen der Pflanzenproduktion zu führen.

Die Weiterentwicklung integrierter Bekämpfungsverfahren sowie die Nutzung der

neuen Kommunikationsmöglichkeiten könnten bei der Reduzierung des chemischen

Pflanzenschutzes eine wichtige Rolle einnehmen. Zu diesem Zweck sollten

Landwirte und Gärtner den Warn- und Hinweisdienst des Pflanzenschutzdienstes

abonnieren und im Wochenblatt verfolgen. Die aktuellen Informationen zum

regionalen Auftreten von Krankheiten und Schädlingen in den Pflanzenbeständen

geben zeitnah eine Empfehlung zur Bekämpfung von Schadorganismen. Die

Landwirtschaftskammer hat, um den Anbauern aktuellste und schlagbezogene

Informationen zukommen zu lassen, ein Internet-Beratungsangebot entwickelt und

hält dies insbesondere während der Vegetationszeit auf aktuellstem Stand. Es kann

über die Internet-Adressen der Landwirtschaftskammer NRW

www.landwirtschaftskammer.de, www.pflanzenschutzdienst.de oder www.isip.de

abgerufen werden.

Die aktuellen, schlagspezifischen Informationen zum Auftreten von Krankheiten und

Schädlingen schicken wir auch per SMS auf das Handy des Landwirts. Interessierte

sollten die Berater über die erforderlichen Schritte befragen, damit Sie komfortabel

und schnell die wichtigen Informationen zu Ihren Kulturen erhalten.

(Prof. Dr. B. Böhmer)


1.2 Organisation

- 11 -

Der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW ist in zehn Fachbereiche

gegliedert:

Diagnose Krankheiten

Mykologie, Bakteriologie,

Virologie 32.1

Frau Dr. Heupel

Diagnose Schädlinge

Entomologie,

Nematologie 32.2

Frau Dr. Hakl

Genehmigungen und

Kontrollen 32.3

Herr Müller

Pflanzengesundheits-

dienst, Pflanzenschutz

in der Baumschule 32.4

Dr. Schrage

Dienstsitz: 53229 Bonn, Siebengebirgsstraße 200,

weitere Dienststellen sind in: 48147 Münster, Nevinghoff 40,

in Brakel, Coesfeld, Düsseldorf, Herford, Kleve, Meschede, Straelen, Unna

und Viersen.

Pflanzenschutzdienst,

Zentrale

Außenstellen

Landwirtschaftskammer NRW Pflanzenschutzdienst Referat 32

Referatsleiter: Prof. Dr. Böhmer

Stellvertreter: Dr. Dissemond

Straelen

Düsseldorf

Pflanzenschutz im

Ackerbau 32.5

Dr. Dissemond

Frau Dr. Benker

Mittelprüfung

Sachgebiete:

Kartoffeln

Rüben

Grünland, Futterbau,

Leguminosen

Getreide

Raps, Mais

Pflanzenschutz-

Anwendungstechnik in

Landwirtschaft und

Gartenbau 32.6

Herr Kramer

Pflanzenschutz im

Zierpflanzenbau 32.7

Herr Hennes

Pflanzenschutz im

Gemüsebau,

Warndienst 32.8

Herr Keßler

Pflanzenschutz im

Obst- und Weinbau,

Zertifizierung Obst 32.9

Dr. Engel

Pflanzenschutz im

Öffentlichen Grün, im

Haus- und Kleingarten

Frau Dr. Klug 32.10

Pflanzenschutzdienst NRW

mit Außenstellen


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Aufgaben und Organisation Stand: April 2011

e-Mail Dienststelle: Pflanzenschutzdienst@lwk.nrw.de

e-Mail: - - - -@lwk.nrw.de

Dienststellenleiter

Prof. Dr. Bernd

Böhmer

bernd.boehmer@...

Vertretung

Dr. Anton

Dissemond

anton.dissemond@...

Tel.-Durchwahl Fachauskünfte

0228/703-2100 Grundsatzfragen zum Pflanzen- und Umweltschutz,

Durchführung spezieller gesetzlicher Maßnahmen

0228/703-2140

Diagnose von Pflanzenkrankheiten (Mykologie, Bakteriologie, Virologie)

Dr. Monika Heupel

monika.heupel@...

Ingrid Adams

ingrid.adams@...

0228/703-

2160/2164

Untersuchungen der Probeneinsendungen

(Pflanzen-, Wasser-, Boden-, Saatgutproben, …)

auf Krankheitsursachen, Diagnose Mykologie,

Mykologie, Bakteriologie, Virologie, nichtparasitäre

Schäden, Untersuchung der Quarantänebakteriosen

an Kartoffeln

0228/703-2162 Untersuchung der Probeneinsendungen auf

Krankheitsursachen, Ausbildung der LTA und

Praktikanten, Diagnose Mykologie

Diagnose von Pflanzenschädlingen (Entomologie, Nematologie), Vorratsschutz

Dr. Ulrike Hakl

ulrike.hakl@...

Genehmigungen und Kontrollen

Peter Müller

peter.mueller@...

Frank Reichel

frank.reichel@...

Mechthild Schickhoff

mechthild.schickhoff@

Brigitte Weigand

brigitte.weigand@...

Burkhardt Welhöner

burkhardt.welhoener@

0228/703-2130 Diagnose von Insekten, Milben und Nematoden,

Monitoring von Schaderregerpopulationen und

Erstellung von Warndienstprognosen,

Spezialberatung zum Vorratsschutz,

Amtliche Mittelprüfung Vorratschutz

0228/703-2113 Genehmigungen für den Einsatz von Pflanzen-

schutzmitteln, Ordnungswidrigkeiten,

Registrierungen

0251/2376-914 Ausnahmegenehmigung,

Überwachungsmaßnahmen nach dem Pflanzen-

schutzgesetz, Ordnungswidrigkeiten

0251/2376-630 Sachkundeprüfungen und –lehrgänge,

Anzeigen/Registrierung von Pflanzenschutzmittel-

Anwendern, -Beratern und -Inverkehrbringern

0228/703-2114 Überwachungsmaßnahmen nach dem

Pflanzenschutzgesetz, Ordnungswidrigkeiten,

Sachkundeprüfungen, GLP-Qualitätssicherung

0228/703-2124 Überwachungsmaßnahmen nach dem

Pflanzenschutzgesetz, Ordnungswidrigkeiten


- 13 -

Pflanzengesundheitsdienst und Pflanzenschutz in Baumschulen

Dr. Reiner Schrage

reiner.schrage@...

Susanne Bracke

susanne.bracke@...

Katharina Pfirschke

katharina.pfirschke@

Gerhard Renker

gerhard.renker@...

Isabel Rövekamp-

Stroop

isabel.roevekampstroop@...

Agnes Schröder

agnes.schröder@...

Andreas Vietmeier

andreas.vietmeier@...

0228/703-2120 Pflanzengesundheitsdienst (Import-Export-

Kontrollen), Betriebsregistrierung zum Handel

von Vermehrungsmaterial und Pflanzen im

EU-Binnenmarkt,

Spezialberatung Pflanzenschutz in Baumschulen

Unna:

02303/9616187

Straelen:

02834/704-178

Pflanzengesundheitsdienst, phytosanitäre

Kontrollen, Überwachungsmaßnahmen nach dem

Pflanzenschutzgesetz, Sachkundeprüfungen

Pflanzengesundheitsdienst, phytosanitäre

Kontrollen und Beratungen zu Importen, Exporten

sowie für den Handel im EU-Binnenmarkt

0228/703-2122 Pflanzengesundheitsdienst, phytosanitäre

Kontrollen und Beratungen zu Importen, Exporten

sowie für den Handel im EU-Binnenmarkt

0251/2376-651 Pflanzengesundheitsdienst, phytosanitäre

Kontrollen und Beratungen zu Importen, Exporten

sowie für den Handel im EU-Binnenmarkt

0251/2376-719 Pflanzengesundheitsdienst, phytosanitäre

Kontrollen und Beratungen zu Importen, Exporten

sowie für den Handel im EU-Binnenmarkt

0251/2376-638 Pflanzengesundheitsdienst, phytosanitäre

Kontrollen und Beratungen zu Importen, Exporten

sowie für den Handel im EU-Binnenmarkt

Pflanzenschutz in Ackerbau und Grünland

Amtliche Prüfung von Pflanzenschutzmitteln und Pflanzenschutz-Verfahren

Dr. Anton

0228/703-2140 Spezialberatung Pflanzenschutz in Ackerbau und

Dissemond

Grünland,

anton.dissemond@…

Warndienst

Dr. Marianne Benker

marianne.benker@...

Karl-Josef Behr

karl-josef.behr@...

Ursula Furth

ursula.furth@...

Hermann Hanhart

hermann.hanhart@...

Christian Heinrichs

christian.heinrichs@...

0228/703-2141 Spezialberatung Pflanzenschutz in Ackerbau und

Grünland sowie Versuche im Ackerbau, Warndienst,

Saatgutaufbereitung und Beizkontrollen

0228/703-2143 Spezialberatung Pflanzenschutz sowie Versuche in

Ackerbau und Grünland

0251/2376-640 Spezialberatung Schädlingsbekämpfung sowie

Versuche im Ackerbau, Warndienst

0251/2376-628 Spezialberatung Krankheitsbekämpfung,

Wachstumsregulierung sowie Versuche in Getreide,

Mais und Raps, Warndienst

0228/703-2147 Spezialberatung Pflanzenschutz und Nematodenbekämpfung,

Versuche in Zuckerrüben, Warndienst


Günter

Klingenhagen

guenter.klingenhagen@

Eugen Winkelheide

eugen.winkelheide@...

- 14 -

0251/2376-633 Spezialberatung Unkrautbekämpfung sowie

Versuche in Getreide, Mais und Raps,

Warndienst

0228/703-2142 Spezialberatung Pflanzenschutz sowie Versuche in

Grünland, Futterbau, Leguminosen, Warndienst

Pflanzenschutz Anwendungstechnik

Amtliche Prüfung von Pflanzenschutz-Verfahren

Harald Kramer 0251/2376-632 Spezialberatung, Applikationstechnik, Geräteharald.kramer@…

prüfungen, Untersuchungen zur Pflanzenschutz-

Anwendungstechnik, Anwenderschutz, Lagerung

von Pflanzenschutzmitteln, Beizgraduntersuchung

Michael Stuch

michael.stuch@...

0228/703-2146 Spezialfragen, Applikationstechnik, Geräte-

prüfungen, Untersuchungen zur Pflanzenschutz-

Anwendungstechnik, Gerätekontrollen, Anwender-

schutz, Lagerung von Pflanzenschutzmitteln

Pflanzenschutz im Zierpflanzenbau

Amtliche Prüfung von Pflanzenschutzmitteln und Pflanzenschutz-Verfahren

Wilfried Hennes 0228/703-2303 Spezialberatung Pflanzenschutz im

wilfried.hennes@…

Zierpflanzenbau, Spezialberatung biologischer

Pflanzenschutz im Zierpflanzenbau

Jörg Klatt

joerg.klatt@...

Wilhelm Kleinesdar

wilhelm.kleinesdar@

Holger Nennmann

holger.nennmann@...

Marion Ruisinger

marion.ruisinger@...

Rainer Wilke

rainer.wilke@…

0251/2376-654 Spezialberatung Pflanzenschutz im

Zierpflanzenbau, Amtliche Mittelprüfung

Herford:

05221/597743

Unna:

02303/9616185

Straelen:

02834/704-179

Spezialberatung Pflanzenschutz im Zierpflanzenbau

Spezialberatung Pflanzenschutz im Zierpflanzenbau

Spezialberatung biologischer Pflanzenschutz im

Zierpflanzenbau, Warndiensterhebungen

0228/703-2121 Spezialberatung Pflanzenschutz im

Zierpflanzenbau, Amtliche Mittelprüfung

Pflanzenschutz im Gemüsebau, Warndienst,

Amtliche Prüfung von Pflanzenschutzmitteln und Pflanzenschutz-Verfahren

Johannes Keßler 0228/703-2180 Spezialberatung Pflanzenschutz im Gemüsebau,

johannes.kessler@...

Amtliche Mittelprüfung

Dr. Maria Hamacher

maria.hamacher@...

Esther Radtke

esther.radtke@...

Franz-Peter Schenk

franz-peter.schenk@

0228/703-2180 GLP-Prüfleitung,

Prüfung von Pflanzenschutzmitteln zur Verringerung

von Höchstmengenüberschreitungen

0228/703-2351 Forschungsprojekt ProGemüse

0228/703-2182 Spezialberatung Pflanzenschutz im Gemüsebau,

Amtliche Mittelprüfung


Heike

Scholz-Döbelin

heike.scholz-doebelin@

Andreas Vietmeier

andreas.vietmeier@...

Straelen:

02834/704-178

0178/3638133

- 15 -

Spezialberatung biologischer Pflanzenschutz im

Gemüsebau,

Warndiensterhebungen

0251/2376-638 Spezialberatung Pflanzenschutz im Gemüsebau,

Amtliche Mittelprüfung

Pflanzenschutz im Obst- und Weinbau, Zertifizierung Obst

Amtliche Prüfung von Pflanzenschutzmitteln und Pflanzenschutz-Verfahren

Dr. Adrian Engel 0228/703-2150 Spezialberatung Pflanzenschutz im Obstbau,

adrian.engel@...

Weinbau, Virustestung von Obstgehölzen,

Bienenschutz, GEP-Anerkennung

Ralf Jung

ralf.jung@...

Wiebke

Kretschmann

wiebke.kretschmann@

Isabel Rövekamp-

Stroop

isabel.roevekamp@...

0228/703-2152 Spezialberatung Pflanzenschutz im Obstbau,

Amtliche Mittelprüfung,

Klein- und Hobbygärtner-Beratung

0228/703-2151

Viruskontrolle, Virustestung und Zertifizierung von

Obstgehölzen, Einsatz computergestützter

Expertenmodelle (z.B. Feuerbrand und Schorf),

Validierung von Wetterdaten für Prognosen

0251/2376-651 Spezialberatung Pflanzenschutz im Obstbau,

Amtliche Mittelprüfung,

Klein- und Hobbygärtner-Beratung

Pflanzenschutz im öffentlichen Grün sowie in Haus- und Kleingarten

Dr. Marianne Klug

marianne.klug@...

0251/2376-657 Spezialberatung im öffentlichen Grün sowie in

Haus- und Kleingärten; Bereitstellung von

Hinweisen für Fernsehen, Funk, Presse, Industrie

1.3 Anbaustatistik in Nordrhein-Westfalen

1.3.1 Aufteilung der Ackerfläche in Nordrhein-Westfalen

Nutzung der Anbaufläche (ha)

Landwirtschaftlich genutzte Fläche 1 679 435

Waldfläche 870 727

Ackerland 1 065 416

Getreide (61% der AF) 555 362

Weizen (23-32 % je Landesteil) 291 338

Triticale 59 631

Roggen 15 724

Wintergerste 166 043

Hafer 11 897

Sommergerste 9 598

Mais 209 657


- 16 -

Hackfrüchte 86 995

Kartoffeln 31 580

Zuckerrüben 53 319

Handelsgewächse 71 442

Raps, Rübsen 68 876

Hülsenfrüchte 4 502

Futterpflanzen 182 990

Silomais 159 339

Gartengewächse 27 585

Gemüse unter Glas ( Tomaten, Gurken, Salate) 219

Freilandgemüse (30 % Vertragsanbau) 16 910

Spargel (3409), Spinat (1602) 5 011

Möhren, Karotten 1 972

Kohl gesamt (923 Blumenkohl) 5 163

Bohnen gesamt 1 769

Erdbeeren 2 967

Zierpflanzen unter Glas 898

Zierpflanzen im Freiland 2 355

Obstanlagen 6 932

Baumschulen 3 870

Rebland 19

Weihnachtsbaumkulturen, Pappelanlagen, Korbweiden 4 471

Dauergrünland 424 252

1.3.2 Anzahl der Betriebe in Nordrhein-Westfalen

Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe

nach betriebswirtschaftlicher Ausrichtung

(landwirtschaftliche Systematik)

47 511 3)

Ackerbau 10 344 3)

Gartenbau (mit Dauerkulturbetrieben) 3 337 3)

Dauerkulturen 520

Futterbau 19 281 3)

Veredlung 3 501 3)

Pflanzenbau-Verbund 887 3)

Viehhaltungs-Verbund 2 926 3)

Pflanzenbau-Viehhaltungs-Verbund 7 235 3)

Statistische Kennzahl aus LDS 2005; zum Vergleich Anzahl Betriebe mit gartenbaulichen Sparten

1)

1)

1)

2)

2)

2)

2)

2)

1)

1)

1)

1)

3)

3)


- 17 -

Gemüsebau 1 768 1)

Obstbau 965 1)

Baumschule 714 1)

Zierpflanzenbau 2 291 1)

Quelle:

1) Gartenbauerhebung in NRW 2005, LDS

2) Gemüseanbauerhebung 2008, LDS

3) LDS NRW

Flächennutzung in NRW auf Regierungsbezirksebene

Abb. 3: ächennutzung in NRW auf Regierungsbezirksebene 2007

27,4%

12,7%

27,6%

14,5%

15,1%

2,7%

D ü sseldorf 222.239 ha LF

2,9%

5,0%

37,9%

15,5% 31,3%

7,4%

16,5%

3,0%

7,6%

31,8%

39,9%

1,2%

M ü nster 397.403 ha LF

K ö ln 295.567 ha LF

45,1%

6,8%

6,5%

1,9%

32,3%

7,4%

8,8%

11,6%

2,7%

Arnsberg 250.455 ha LF

21,6%

46,4%

8,9%

Detmold 337.517 ha LF

NRW 1.503.181 ha LF

Getreide 550.030 ha

Hackfr ü chte 96.552 ha

Mais 229.957 ha

Winterraps 72.988 ha

Gr ü nland 424.252 ha

Restfl ä che 129.402 ha

dav .: - 33 % Stilllegung

- 30 % Futter -

pflanzen (sonst.)


- 18 -

2 Pflanzenschäden und Schadursachen

2.1 Witterungsverlauf 2010

Durchschnittstemperatur und Niederschläge

Bonn/Köln

Münster-Greven

Verlauf der Durchschnittswerte der Tages-Temperaturen (blau) und Niederschlags-Ereignisse (rot) 2010,

gemessen an den DWD-Stationen Köln/Bonn (oben) und Münster-Greven (unten)


- 19 -

Der Witterungsverlauf der Vegetationsperiode 2009/2010 war geprägt von sehr

unterschiedlichen Witterungsperioden. Dem langen kalten Winter folgte ein trockenkaltes

Frühjahr. Die Hitze und Trockenheit im Sommer wurde vom verregneten

August abgeschlossen. Nach einem kurzen Herbst begann dann im November der

nächste Winter.

Die Jahresmitteltemperatur (Münster-Greven 8,9 °C, Köln-Bonn 9,4 °C) lag deutlich

niedriger als in den Jahren 2007 bis 2009. Schon im Jahr 2009 (Münster-Greven

10,3 °C, Köln-Bonn 10,5 °C) war kein weiterer Anstieg gegenüber den Vorjahren zu

verzeichnen gewesen.

Die Niederschläge lagen in Münster-Greven mit 734 mm ungefähr auf

Vorjahresniveau (743 mm), in Köln-Bonn mit 815 mm deutlich höher als 2009

(779 mm).

Da sowohl am Jahresanfang wie auch am Jahresende über mehrere Wochen

Schnee und kalte Temperaturen das Wetter bestimmten, kann 2010 als das Jahr der

zwei Winter bezeichnet werden.

Roleber im Januar 2010

Maiszünsler Überwinterungskäfig Januar 2010

Im Januar/Februar wurden 19 (Bonn) bzw. 26 (Münster) Eistage ermittelt, im

Dezember waren es dann noch mal 15 (Bonn) bzw. 24 (Münster) Eistage, an denen

die Temperaturen den Gefrierpunkt nicht überschritten.

Siebengebirge im Dezember 2010

vernässter Acker nach der Schneeschmelze


- 20 -

Mit dem Abschmelzen des Schnees vernässten zunächst die Ackerflächen,

trockener, aber kaum wärmer wurde es erst im April. Insgesamt war ein spätes,

kaltes Frühjahr zu verzeichnen. Ab Mitte Juni bis Mitte Juli herrschte dann

Hochsommer mit ausgeprägter Trockenheit und Hitzewellen und ließ Dürreschäden

befürchten.

Anfang Juli verursachten Unwetter regional beträchtliche Schäden an Ackerkulturen.

Überflutete Keller und überschwemmte Strassen in den Ortschaften waren nicht

selten. Aber weite Teile des Landes blieben bis Ende Juli trocken. Im August schloss

sich dann eine lange Regenperiode an, wodurch die Getreide- und Rapsernte sehr

erschwert wurde. Nach einem gemäßigten September wurden dann im Oktober

schon einige Frostnächte registriert. Mitte November sanken dann die Temperaturen

rasch, der zweite Winter begann und hielt abgesehen von einer wärmeren Phase

Mitte Januar bis Anfang Februar an.

(Dr. A. Dissemond)

2.2 Ackerbau

Der Herbst 2009 verlief spätsommerlich freundlich und so fand die

Winterrapsaussaat ab Mitte August gute Bedingungen. Allerdings waren die hohen

Temperaturen und die Trockenheit für die erforderlichen Herbizidbehandlungen im

Vorauflauf oder im frühen Nachauflauf sehr nachteilig. Im September hatte der junge

Raps auch durchaus unter der Bodentrockenheit zu leiden. Ab Mitte September

wurde es dann schon recht kühl und es herrschten überwiegend gute Bedingungen

für die Aussaat des Wintergetreides, das dann von den reichlichen Niederschlägen

ab Anfang Oktober profitieren konnte.

Nach dem sommerlichen Trockenstress, der auch keinen nennenswerten Turcicum-

Blattfleckenbefall zuließ, fand der Mais dann aber wieder günstige

Abreifebedingungen bis Ende September, die eine Ernte mit niedrigen

Feuchtegehalten ermöglichten.

Im Winter 2009/2010 war ein kontinuierlicher Temperaturrückgang zu verzeichnen.

Ende Oktober trat erster Nachtfrost auf, danach gingen die Temperaturen stetig

zurück. Nach einem nassen und trüben November mit einigen wärmeren Phasen

bestimmten ab Mitte Dezember winterliche Bedingungen mit tiefen Frösten das

Geschehen. Diese winterlichen Verhältnisse erforderten die Abdeckung der

Zuckerrübenmieten am Feldrand, um sie vor Frostschäden zu schützen. Die

Weihnachtswoche war etwas milder, im Januar sanken die Temperaturen auch

tagsüber häufig unter den Gefrierpunkt. Die häufigen heftigen Schneefälle ab Ende

Januar bis Mitte Februar erreichten Ausmaße, wie sie zuletzt Ende der 70er Jahre

auftraten. Auch im März fiel noch häufig Schnee.

Das Frühjahr begann mit Verzögerungen. Der April war von Anfang an trocken, ihm

folgte ein nasser, kühler Mai. Die Vegetationsentwicklung kam dadurch nur langsam

in Gang und hatte dann etwa 2-3 Wochen Rückstand.

Im Allgemeinen entwickelten sich die Getreide- und Rapsbestände trotz des langen,

schneereichen Winters anfangs gut. Im Vergleich zum letzten Winter mit

andauernden Kahlfrösten führte die schützende Schneeschicht zu wenig

Auswinterung. Auch sehr spät gesäter Winterweizen konnte unter dem Schnee zügig

auflaufen, dabei trat vereinzelt allerdings Schneeschimmel auf. Mitte April wurde


- 21 -

verstärkt Mehltau im Weizen und Roggen gefunden. Diese Krankheit fand auch im

Mai noch günstige Bedingungen. Zudem erlaubte die kalte, trockene Witterung zum

Anfang des Schossens nur eine ungenügende Anlage von Blütchen je Ähre.

Auch einzelne Rapsbestände waren stärker zurückgefroren und wiesen Fehlstellen

auf. Ende März flogen die ersten Rapsschädlinge. Die Rüßlerarten traten Ende März

nur sporadisch und kurz auf. Verbreitet wurden in den Gelbschalen bis Ende April

hinweg durchaus auch höhere Zahlen des Rapsglanzkäfers festgestellt.

Ende April konnte schon die

Blütenbehandlung in Raps geplant

werden. Sie richtete sich

insbesondere gegen die

Weißstängeligkeit, Sclerotinia,

deren Apothecien nach der ersten

Maiwoche gefunden wurden.

Apothecien (Fruchtkörper)

Die Rübensaat begann in der ersten Aprilwoche und konnte bis Mitte April auch in

Ostwestfalen abgeschlossen werden. Fehlende Niederschläge (April 5 mm) und

Kälte nach der Saat (April 9 Frostnächte) ließen die Rüben verzögert bzw. verzettelt

auflaufen und führten wieder zu „Etagenrüben“, wobei größere und kleinere Pflanzen

nebeneinander standen. Die Unkräuter, wie Kamille, liefen hingegen teilweise vor

den Rüben auf, also musste trotz Trockenheit behandelt werden. Für die Praxis

bedeutete das keine Verringerung der Bodenwirkstoffe, jedoch zusätzlich eine

größere Menge an Blattwirkstoffen vorsehen. Da die Pflanzenblätter durch die

trockene Witterung eine starke Wachsschicht gebildet hatten, war abhängig von der

Verträglichkeit der Tankmischung die Zugabe eines Additivs angebracht. Zudem

waren die ausgebrachten Bodenherbizide nicht verloren, da sie nach Niederschlägen

bei dann wieder ausreichender Bodenfeuchte ihre Unkrautwirkung weitgehend

zeigten.

Die nachfolgenden kühlen Temperaturen erlaubten nur ein gebremstes Wachstum,

wie die Abbildungen von Rübenbeständen im Mai 2010 und Mai 2009 zeigen.

Rübenfläche im Mai 2010

Rübenfläche im Mai 2009


- 22 -

Die meisten Kartoffelsorten wurden Mitte April in kalten Boden gepflanzt, die

Witterung verursachte aber ein verzögertes Auflaufen und eine langsame

Jugendentwicklung bis Ende Mai. Große Schwankungen zwischen Tag- und

Nachttemperaturen verringern die Verträglichkeit einiger wichtiger Herbizide, mit

deren Einsatz dann gewartet werden musste. Mitte Juni wurden erste Eigelege der

Kartoffelkäfer gefunden, aus denen dann gegen Monatsende die Larven schlüpften.

Auf einigen Flächen war dann rasch die Bekämpfungsschwelle von

15 Larven/Pflanze überschritten. Die Krautfäule spielte aufgrund der Trockenheit und

Hitze bis August keine große Rolle, allerdings förderte diese Witterung die

Alternariablattflecken, die ab Mitte Juli in anfälligen Sorten stärker auftraten.

gelbe Maispflanzen im Mai 2010

Kartoffeldämme Anfang Juni 2010

Der Mais konnte am Mitte April unter trockenen, wenn auch kühlen Bedingungen

gesät werden, allerdings verzögerten sich regional der Auflauf und die

Jugendentwicklung. Wenn noch Spätfröste dazu kamen, waren auch

Pflanzenausfälle möglich. Da Herbizidbehandlungen erst erfolgen sollten, wenn die

Nachttemperaturen über 8 °C liegen, war es nicht einfach, entsprechende Termine

zu finden. Am verträglichsten ist dann das Splitting der Aufwandmengen. Erst mit der

Erwärmung im Juni ergaben sich bessere Wachstumsbedingungen.

Der Sommer wurde im Juni immer heißer, nur zur Monatsmitte von einer schwachen

Schafskälte unterbrochen. Es fielen kaum Niederschläge, was rasch zu

Wassermangel und Hitzeschäden in allen Kulturen führte. Noch heißer wurde der Juli

mit einer regelrechten Hitzewelle bis fast zum Monatsende, die nur regional von

wenigen Niederschlägen gedämpft wurde.

Dem Raps gelang es daher nicht, im Ertrag an das Vorjahresniveau anzuknüpfen.

Die Erntemenge lag mit durchschnittlich 38 dt/ha etwa 10 % niedriger.

Der Maiszünsler begann mit seinem verzettelten Zuflug wie im Vorjahr ab Ende Juni.

Neben den bereits bekannten Befallsgebieten in der Voreifel, der Köln-Aachener

Bucht und dem Bergischen Land hat sich der Maiszünsler 2009 und 2010 in

Westfalen deutlich ausgebreitet und verstärkt! Mittlerweile sind in den Kreisen

Warendorf und Höxter fast alle Maisflächen betroffen. Der Befall geht nun in den

benachbarten Kreisen Coesfeld, Unna, Soest, Gütersloh weiter. Im nördlichen Kreis

Borken (Heek-Ahle) wurde ein erstes Vorkommen, leichter Befall im Kreis Lippe

(Exter- und Kalletal) entdeckt. Die betroffenen Felder in Westfalen-Lippe zeigen

zunehmende Befallstärken, dabei sind 50-60 % befallene Pflanzen in den seit 2008


- 23 -

bekannten Gebieten keine Seltenheit mehr. In den neuen Befallsgebieten lag die

Anzahl Pflanzen mit Larven unter 1 bis 5 %, nur in Einzelfällen darüber.

Ausbreitung des Maiszünslers 2010

Der Trockenstress hatte aber schon dem Maisbeulenbrand Vorschub geleistet. Erst

ab Monatsende Juli und damit etwa zwei Wochen später als im Vorjahr stellten sich

etwas günstigere Bedingungen für die Maisblüte ein. Wind und Starkregen führten im

Mais regional in massenwüchsigeren Sorten zu Sommerlager und Stängelbruch, die

anhaltende Feuchte im August förderte zudem Kolbenfusarien. Dagegen waren

pilzliche Blattflecken selten.

Im Sommer litten auch die Kartoffeln über längere Phasen hinweg unter Trockenheit

und Hitze und leiteten schon die Notreife ein. Die verbreiteten Niederschläge ab

Ende Juli lösten eine Mineralisierung von Nährstoffen aus und regten das Kraut- und

Knollenwachstum, was zur Puppigkeit führte, wieder an. Der daraus resultierende

Stärkeverlust minderte die Knollenqualität. Des Weiteren trieben die Keime an den

Knollen und den Stolonen aus und führten zu Kindelbildung und Kettenwuchs.

Die Zuckerrüben reagierten mit einem annähernden Wachstumsstillstand bis Ende

Juli. Der nasse August förderte dann einen kaum für möglich gehaltenen

Massenwuchs, aber kaum den Zuckergehalt, der konnte sich erst im Oktober günstig

entwickeln. Nach 1996 trat wiederum die Gammaeule stärker in Erscheinung, wie

auch aus Hessen berichtet wurde. Anfang Juni fand die Eiablage statt, 14 Tage

später wurde der Befall deutlich sichtbar, der sich besonders am Niederrhein bis zum


- 24 -

Juli verstärkte. Die befürchtete nachfolgende Generation blieb allerdings folgenlos.

Vereinzelt war auch Befall mit der Rübenmotte zu finden, einem Wärme liebenden

Schädling, der eher im Süden bekannt ist. Das Fraßsymptom der Larven in den

Blattstielen und im Rübenkopf ist auf den ersten Blick mit Bormangel zu

verwechseln.

Gammaeule an Zuckerrüben

Larve der Gammaeule

Die ungewöhnliche Witterung des Sommers hatte allerdings die positive

Nebenwirkung, dass der Befall mit Cercospora-Blattflecken, Rhizoctonia-Rübenfäule

und auch Ditylenchus-Nematoden niedrig blieb. Allerdings trat in anfälligen Sorten

etwas mehr Mehltau auf und konnte sich länger halten. Spätverunkrautungen mit

Bingelkraut und Weißem Gänsefuß, regional auch Schwarzer Nachtschatten und

Hirsen waren im September nach den Augustniederschlägen zu finden.

Dank dem „normalen“ Wetter ab September haben die Zuckerrüben 2010 dann doch

von Ausnahmefällen abgesehen eine gute Ernte erzielt.

Insgesamt blieben die Pilzkrankheiten im Getreide im Jahr 2010 recht schwach,

Kalamitäten blieben aus. Gerste war kaum befallen, für Braunrost in Roggen war es

meist zu kalt. Mehltau war in vielen Weizenbeständen die wichtigste Krankheit und

bis zum Fahnenblattschieben zu finden. Trotz des schwachen Befallsniveaus

konnten noch 9-12 dt/ha Ertrag in Weizen, 6-8 dt/ha in Gerste und 8-10 dt/ha in

Roggen mit gezielten Fungizidbehandlungen gesichert werden. Getreidehähnchen

waren schon in der Schoßphase verbreitet zu finden, erst Ende Mai traten regional

nennenswert Blattläuse in den Getreidebeständen auf.

Larve des Getreidehähnchens

Blattlauskolonie Juni 2010


- 25 -

Die Wintergerste kam mit dem Witterungsverlauf im Frühsommer noch am besten

zurecht, denn sie litt weniger unter der Trockenheit und konnte in der Regel vor der

Regenperiode Ende Juli gedroschen werden. Der Ertrag lag knapp im Durchschnitt

der letzten Jahre. Geradezu Einbrüche beim Ertrag erlitten Triticale mit -13 % und

Winterroggen mit -14 %. Beide Kulturen hatten größte Probleme mit der Trockenheit

und Hitze zur Kornfüllung und Nässe bei der Abreife. Im Vergleich zum Vorjahr war

beim Winterweizen rund 9 % Minderertrag zu verzeichnen, wobei die frühreifen

Sorten noch gut abschnitten. Die sich über Wochen hinziehende Ernte von Mitte Juli

bis fast Ende August wies höhere Anteile an Schmachtkorn durch Notreife bei früher

Ernte sowie Auswuchs und niedrige Fallzahlen bei später Ernte auf. Zu niedrige

Fallzahlen treten vor allem dann auf, wenn nach der Voll- und Totreife des Weizens

stärkere und lang anhaltende Niederschläge fallen. Brotweizenqualität war nur selten

erzielbar.

Der Herbst 2010 begann im September es etwas kühler und feuchter als im Vorjahr

mit gut verteilten Niederschlägen, die oft 5-10 mm erreichten.

Im August war aufgrund der Niederschläge vielfach nicht an die Rapsausaat zu

denken, erst im September herrschte geeignete Witterung. Dementsprechend litten

früher gesäte Bestände insbesondere auf gepflügten, schluffigen Standorten unter

Verschlämmungen und Auflaufproblemen, zudem war mit Schäden durch die im

Vorauflauf eingesetzten Herbizide zu rechnen. Aufgrund der vorangegangenen

Feuchte musste unbedingt auf Schnecken geachtet werden. Diese förderte auch den

Befall der auflaufenden Rapspflanzen mit Phoma. Vereinzelt starben sehr früh

infizierte Pflanzen unter Rotfärbung ab. Insgesamt hatten sich die meisten

Rapsbestände vor Winter doch noch ordentlich entwickelt.

Winterraps Ende September 2010

Wintergerste Ende September 2010

Die Maisabreife verzögerte sich bis in den recht trockenen Oktober, dann konnten

die meisten Bestände aber zügig geerntet werden. Auf den besseren,

wasserführenden Standorten konnten Trockenmassenerträge wie im Vorjahr

realisiert werden, dabei fielen jedoch die Energie- und Stärkeerträge etwas ab.

Die Aussaat des Wintergetreides war in der Regel problemlos möglich, denn ab

September bis in den November ließen sich passende Witterungsabschnitte finden.


- 26 -

Im Winter 2010/2011 war ein kontinuierlicher Temperaturrückgang zu verzeichnen.

„Der Winter schickt seine Vorboten“ lautete am 18.10.2010 die Schlagzeile, denn

Mitte Oktober trat erster Nachtfrost auf, danach blieben die Temperaturen auf

niedrigem Niveau. Ab Ende November herrschte weitgehend Vegetationsruhe, denn

dann bestimmten winterliche Bedingungen mit häufigen Schneefällen bis über den

Jahreswechsel das Geschehen. Diese winterlichen Verhältnisse erforderten die

Abdeckung der Zuckerrübenmieten am Feldrand, um sie vor Frostschäden zu

schützen. Zudem konnten einige Rübenbestände nicht rechtzeitig geerntet werden.

Im Dezember lagen die Temperaturen an mehreren Tage unter -10 °C, dabei wurde

tagsüber die Frostgrenze nicht überschritten (insgesamt 13 Eistage). Auch in der

ersten Januarwoche war häufig Frost zu verzeichnen, allerdings wurden auch an

einigen Tagen frühlingshafte Temperaturen gemessen. Mit der darauf folgenden

Schneeschmelze traten dann größere Schäden durch Feldmäuse auf dem Grünland

zu Tage. Die Feldmäuse hatten sich unter der schützenden Schneedecke

ungehindert vermehrt. Das Wintergetreide präsentierte sich Mitte Februar im

Allgemeinen zufriedenstellend.

(Dr. A. Dissemond)

2.2.1 Getreide

Schäden durch Flufenacet

Stärker als in den Vorjahren waren im letzten Herbst bzw. ausgangs Winter die

Schäden am Wintergetreide durch den Wirkstoff Flufenacet. Flufenacet ist in den

Produkten Cadou SC, Herold und Mailbu enthalten. Zu Schäden kommt es, wenn

vergleichsweise wenig wasserlöslich Wirkstoff aufgrund intensiver Niederschläge in

die Keimzone des Getreides gelangt. Zu Schäden kommt es dann vermehrt auf

sorptionsschwachen Standorten. Grundsätzlich ist es bei diesem Wirkstoff wichtig

auf eine ausreichende Saattiefe von 2,5-3 cm zu achten.

Ausdünnung durch Flufenacet

Flache Saatgutablage begünstigt

entsprechende Schäden


- 27 -

Ackerfuchsschwanz mit zwei Generationen

Begünstigt durch Trockenheit und viel Sonne im Juni konnte Ackerfuchsschwanz in

einzelnen Wintergetreideflächen in diesem Jahr zwei Generationen ausbilden. Auf

Standorten mit hohem Samenvorrat wurden Samen mit dem Aufreißen der Böden

„belichtet“ und aus der Keimruhe geweckt. In lichten Beständen konnten sich

Pflanzen gut entwickeln und bis zur Ernte fertile Samen hervorbringen.

Schrumpfrisse begünstigen

Neuauflauf von Ackerfuchsschwanz

2.2.2 Kartoffeln

erste und zweite Generation

am 10.07.2010 (G. Klingenhagen)

Das Jahr 2010 war ein extremes Jahr für die Kartoffelanbauer in Nordrhein-

Westfalen. Zunächst das kalte, späte Frühjahr mit zum Teil nicht optimalen

Pflanzbedingungen, anschließenden Bodenfrösten, Frühjahrstrockenheit und

Krankheitserregern (wie z.B. Fusarium, Rhizoctonia, Erwinia) führten zu

unterdurchschnittlich entwickelten Beständen. Danach verursachten die hohen

Temperaturen und die extreme Trockenheit während der Sommermonate, besonders

bei Kartoffelbeständen ohne Beregnung, deutliche Ertrags- und Qualitätsverluste.

Vielfältige Auflaufprobleme

Im Jahr 2010 wurden, besonders in keimträgen Sorten, massive Auflaufprobleme

beobachtet, die durch unterschiedlichste Ursachen hervorgerufen wurden. Als eine

Ursache hierfür ist das zum Teil hohe physiologische Alter der Pflanzkartoffeln in

Verbindung mit den außergewöhnlich kalten Temperaturen bis Ende Mai zu nennen.

Bedingt durch die kühlen Temperaturen liefen zahlreiche Bestände verspätet und

sehr verzettelt auf. Auf Grund dieser schwierigen Witterungsbedingungen verstärkten

die auftretenden Krankheitserreger, wie z.B. Fusarium, Rhizoctonia und Erwinia

diese Auflaufprobleme zusätzlich. In Versuchen der Landwirtschaftskammer NRW

zeigte sich, dass auf Grund der widrigen Witterung alle eingesetzten Beizmittel, in

Abhängigkeit von der Sorte, eine weitere Verzögerung des Auflaufs hervorriefen. All

diese Probleme führten zu einer unterdurchschnittlich Entwicklung des

Blattapparates.


Kartoffelkäfer liebten Wärme

- 28 -

Die warme Sommerwitterung förderte das Auftreten und die Entwicklung der

Kartoffelkäfer. Anfang Juni traten erste Käfer auf und Ende Juni schlüpften die

Larven, wobei die Bekämpfungsschwellen von 15 Larven pro Pflanze oder 20 %

Blattverlust häufig überschritten wurden und eine Insektizidbehandlung durchgeführt

werden musste. Ende Juli bildete sich eine zweite Generation von Kartoffelkäfern

aus, deren Larven oft noch bis weit in den August Probleme bereiteten.

Schwarzbeinigkeit Anfang Juli – Massive Nassfäule bei Ernte

Mit steigenden Temperaturen und zunehmender Trockenheit zeigen sich erste

welkende Stauden bzw. einzelne welkende Stängel schon Anfang Juli. Bei genauer

Betrachtung wurden an den Stängeln oberirdisch oder unterirdisch Symptome der

Schwarzbeinigkeit gefunden. Im Verlauf der folgenden Wochen bereitete die

Schwarzbeinigkeit aber keine Probleme mehr.

Durch die hohen Niederschläge im August, wodurch über einen relativ langen

Zeitraum die Lentizellen geöffnet waren, hatten die Erwinia-Nassfäuleerreger leichtes

Spiel. Losschaligkeit und Knollen mit Durchwuchs boten weitere Angriffsflächen für

die Nassfäulen, so dass mit massiven Problemen während der Lagerung zu rechnen

war.

Krautfäule trat erst spät auf

Während in Süddeutschland und in Niedersachsen die Krautfäule massive Probleme

bereitete, war die Krautfäulesituation in Nordrhein-Westfalen über einen langen

Zeitraum ganz entspannt. Ende Juli wurden in einzelnen Beständen erste

Krautfäulesymptome gefunden. Aber erst durch die hohen Niederschläge im August

nahm der Befall stark zu und bereitete besonders in wiederergrünten Beständen

Probleme, da hier der Krautfäuleschutz oft unzureichend war.

Verstärktes Auftreten von Alternaria

Durch die hohen Temperaturen und die extreme Trockenheit in den

Sommermonaten litten besonders die Kartoffelbestände ohne Beregnung unter

extremen Stress. Dieser Stress förderte das Auftreten von Alternaria-Blattflecken und

bereitete Mitte Juli, in Abhängigkeit von der Sorte, in einzelnen Regionen zum Teil

große Probleme.

Nach Niederschlägen Wiederergrünen

Die extreme Hitze und Trockenheit der Sommermonate führte in vielen Beständen zu

einer verfrühten Blüte und einer vorzeitigen Abreife. Durch die anschließenden

Niederschläge setzte im Juli in vielen Beständen ein Wiederergrünen ein, d.h. aus

den Blattachseln bildeten sich neue Triebe mit anschließender erneuter Blüte. Die

Bestände starteten noch einmal richtig durch, was in Abhängigkeit von der

Reifegruppe, zum Teil zu Problemen bei Krautabtötung und Ernte (z.B.

Losschaligkeit) führte. Weiterhin war dieser Neuzuwachs oft nicht ausreichend gegen

Krautfäule geschützt.


- 29 -

Massive Durch- und Zwiewuchsprobleme

Wiederergrünen der Bestände Ende Juli

Foto: Benker 2010

Durch- und Zwiewuchs spielten in Nordrhein-Westfalen eine ganz besondere Rolle.

Die hohen Temperaturen im Sommer lösten Stress aus, der den Hormonhaushalt der

Kartoffelpflanzen durcheinander brachte, wodurch in vielen Beständen die Keimruhe

der Kartoffelknollen schon im Feld gebrochen wurde. Extreme Durch- und

Zwiewuchsjahre treten in unregelmäßigen Abständen von ca. 3 bis 5 Jahren auf.

Temperaturen von über 27 °C im Damm führen nach mehreren Tagen zur

Deaktivierung der knolleneigenen Keimhemmstoffe. Eine vergleichbare,

abgeschwächte Reaktion kann in den Knollen ablaufen, wenn der Blattapparat über

eine längere Zeit Temperaturen von über 32 °C ausgesetzt ist. Als Folge davon wird

das teilungsfähige Gewebe im Bereich der Augen und des Kronenendes aktiviert,

was zu unterschiedlichen Formen von Durch- und Zwiewuchs führen und Qualität der

Kartoffeln stark beeinträchtigt kann (PETERS 2010).

Im Rheinland trat dieses Zweitwachstum Anfang/Mitte Juli massiv auf und führte

sortenabhängig in zahlreichen Beständen zu Symptomen an den Augen in Form von

Knollen-, Kindel-, Ketten- oder Sprossbildung sowie zum Zwiewuchs

(= Hantelbildung oder Puppigkeit), bei dem neues Gewebe am Kronenende gebildet

wird. In Westfalen wurden diese Symptome etwa zwei bis drei Wochen später

beobachtet.

Zur Qualitätssicherung bestehen drei Möglichkeiten, um auf Durch-/Zwiewuchs zu

reagieren:

Bestand wachsen lassen, damit sich Kindel, Ketten und Zweitansatz voll entwickeln

können, unter Umständen später glasige Knollen über Salzbad aussortieren

(= Ertragsmaximierung: „Masse statt Klasse“).

Sofortige Krautminderung bei ausreichender Sortierung (= Durchwuchs wird dadurch

nicht gestoppt).

Sofortiger Einsatz des Wachstumsreglers ITCAN im Bestand (5 kg/ha in 500 l/ha

Wasser) (= „Klasse statt Masse“).

Mit ITCAN (Wirkstoff: Maleinsäurehydrazid) stand 2010 ein neues Verfahren zur

Keimhemmung sowie zur Begrenzung von Durch- und Zwiewuchs zur Verfügung.

ITCAN wird als Wachstumsregler 3-4 Wochen vor der Ernte als Spritzapplikation in

die Kartoffelbestände ausgebracht.

Auf Grund der dramatischen Durch-/Zwiewuchsproblematik im Rheinland wurde

ITCAN verstärkt eingesetzt. Erste Rückmeldungen der Landwirte weisen auf eine


- 30 -

positive Wirkung von ITCAN hin, allerdings wurden auch einige Bestände zu spät

und mit nicht ausreichendem Erfolg behandelt.

Extreme Durch- und Zwiewuchsjahre treten in unregelmäßigen Abständen von ca. 3

bis 5 Jahren auf. Die Landwirtschaftskammer NRW reagierte sofort auf das Problem

und führte erste Versuche mit ITCAN schon im Jahr 2010 durch, wobei die

Auswertung noch nicht abgeschlossen ist.

Beginnender Durchwuchs an den Augen

Durchwuchs mit Kindelbildung

Durchwuchs mit Sprossbildung

Fotos: Benker 2010

Durchwuchs mit Knollen- oder Sprossbildung

Durchwuchs mit Kettenbildung

Zwiewuchs am Kronenende (= Puppigkeit)


Blattläuse spielten keine Rolle

- 31 -

Das Blattlausauftreten in Kartoffeln in Nordrhein-Westfalen war in 2010 sehr

verhalten und spät und bereitete im Allgemeinen keine Probleme bei der

Bekämpfung.

Spinnmilben bereiteten regional Probleme

Ein für Kartoffeln untypischer Schädling bereitete in einigen Regionen Nordrhein-

Westfalens Mitte August Probleme, die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae).

Kartoffeln werden nur in sehr warmen und trockenen Jahren von Spinnmilben

befallen. Ansonsten ernähren sich die Spinnmilben sehr vielseitig, mehrere hundert

Wirtsarten sind bekannt. Diese grüngelblichen Spinnentiere besitzen einen ovalen

Körperbau mit zwei seitlich angeordneten dunklen Flecken auf dem Rücken und sind

etwa 0,5 mm lang. Beim Anstechen der Kartoffelblätter sondern die Spinnmilben

toxischen Speichel ab, der gelbe, später schwarzbraune Flecken hervorruft. Der

Befall beginnt vom Rand des Bestandes her und breitet sich dann schnell und

massiv aus. Auf der Blattunterseite sind dann zahlreiche Spinnmilben, Eier und

Gespinnstfäden zu finden. Im Freiland werden pro Vegetationsperiode etwa 8-9, im

Extremfall bis zu 15 Generationen gebildet. Die Weibchen können ein Lebensalter

von bis zu 5 Wochen, die Männchen bis zu 3 Wochen erreichen.

Eine direkte Bekämpfungsmaßnahme gibt es zurzeit nicht. Durch die hohen

Niederschläge Ende August wurden die Spinnmilben aber zurück gedrängt.

Blattunterseite:

Viele kleine Spinnmilben und Eier.

Rechts unten auf dem Bild sind die typischen

Spinnfäden zu sehen

Foto: Benker

Blattoberseite:

Typischer Schaden durch Spinnmilben,

zunächst kleine gelbliche,

später braune Punkte.

Foto: Benker

Blattunterseite:

Spinnmilben in Nahaufnahme

Foto: Stanke


Fazit

- 32 -

Das Jahr 2010 war ein schwieriges Jahr mit einem außergewöhnlichen

Witterungsverlauf, der für zahlreiche Probleme sorgte und die Kartoffelanbauer vor

große Herausforderungen stellte. Die erlittenen Ertrags- und Qualitätsverluste

wurden durch die positive Preisentwicklung häufig nicht kompensiert. Außerdem

muss abgewartet werden, ob sich die Erwinia-Nassfäule im Lager zu einem Problem

entwickelt.

(Dr. M. Benker)

2.2.3 Raps

Demonstrations- und Informationsversuche im Ackerbau – Raps

Im Vegetationsjahr 2009/2010 wurden in den Kreisen Soest, Höxter, Coesfeld,

Paderborn und Bonn Versuche zum Herbizideinsatz in Raps angelegt. Dabei ging es

in erster Linie um die Einschätzung von Quantum, Butisan Gold und Runway im

Vergleich zu bisherigen Möglichkeiten. Die Spritzungen erfolgten im Vorauflauf bzw.

zum 4-6 Blattstadium des Rapses. In der folgenden Tabelle sind die Daten

aufgeführt. Die Aufwandmengen wurden so gewählt, dass vergleichbare Clomazone-

Mengen (100 g/ha) ausgebracht wurden.

Durch die Behandlungen wurden Mehrerträge erreicht. Zwischen den Varianten

waren die Ertragsunterschiede nicht signifikant. Im Durchschnitt der Varianten betrug

der Mehrertrag 1,5 dt/ha. Nach Abzug der Kosten für Präparat und Durchfahrt lag der

wirtschaftliche Mehrertrag durch die Behandlungen bei -0,9 dt/ha. Es wurde ein

Rapspreis von 32 €/dt unterstellt. Am Standort Soest lag der durchschnittliche

Mehrertrag bei 0,3 dt/ha, in Coesfeld bei -1,5 dt/ha. In Höxter bzw. Paderborn waren

Mehrerträge von 3,7 und 3,5 dt/ha zu ermitteln.

Ackerstiefmütterchen trat an allen Standorten auf. Die beste Wirkung wurde durch

Einsatz der Fox Kombinationen erreicht. Es war zu beobachten, dass Runway die

Wirkung unterstützte. Bei früheren Einsatzterminen ist die Wirkung von Runway

gegen Stiefmütterchen besser. Im sehr frühen Nachauflauf könnten Wirkungsgrade

durch eine alleinige Runway-Anwendung von 80 % und mehr erreicht werden.

Ein ähnliches Bild zeigte sich bei Schosserrüben. Diese traten am Standort Bonn

stark auf. Ehrenpreis wurde mit den meisten Kombinationen ausreichend kontrolliert.

Runway zeigt gegen dieses Unkraut keine Wirkung, auch Centium wirkt nur

schwach.

Am Standort Coesfeld war extremer Besatz mit Weichem Storchschnabel vorhanden.

Hier zeigten Colzor Trio, Butisan Kombi + Centium, Quantum + Centium, Butisan

Gold und auch die Fox-Varianten die beste Anfangswirkung. Dort wo der Raps gut

stand und Konkurrenz ausübte, blieb diese Wirkung erhalten bzw. verbesserte sich

noch. An lückigen Stellen war dagegen im Sommer ein Einfluss der

Herbizidbehandlung nicht mehr zu beobachten.

Wegrauke wurde von allen Clomazone- bzw. Fox-Varianten sicher bekämpft.

Vogelmiere blieb nur in den Runway bzw. Runway/Effigo + Fox Kombinationen

verschont. Hier liegt die Lücke der ansonsten recht breit wirksamen Kombinationen.

Deutliche Unterschiede waren in Bezug auf die Wirkung gegen Ackerfuchsschwanz

zu beobachten. Die Butisane bzw. Fuego sind hier immer noch ein guter Standard,

der z.B. mit Quantum + Centium nicht erreicht wurde. Centium, Effigo, Runway und

Fox haben bekannter Weise keine bzw. nur eine geringe Fuchsschwanzwirkung.


- 33 -

Die Butisane, Fuego und auch Colzor Trio spielen daher eine wichtige Rolle, um

Ackerfuchsschwanz im Rahmen der Fruchtfolge langfristig im Griff zu halten bzw. in

den Griff zu bekommen. Entscheidend für eine gute Wirkung ist allerdings der frühe

Einsatz im Vorauflauf.

Aufhellungen bzw. Wuchsdepressionen traten im Herbst des Jahres 2009 am

Standort Coesfeld stärker in Erscheinung. Kurzfristig stärker aufgehellt war die

Colzor Trio Parzelle. Zum späteren Termin führten die Fox Mischungen zu

temporären Verätzungen an den jüngeren Blättern. Ein negativer Ertragseinfluss war

jeweils nicht feststellbar.

(G. Klingenhagen)


D & I Raps Herbizid Ernte 2010

Schäden

Wirkung

Behandlungstermine

Vorauflauf NAK

Mittelkosten

SO 17.09.2009 21.08.2009

%

Ackerfuchsschwanz

Wegrauke

Efeub. Ehrenpreis

Persischer Ehrenp.

Stiefmütterchen

HX 23.08.2009 21.09.2009

Kamille

Vogelmiere

Weicher Storchsch.

Schosserrüben

Gänsefuß

COE 02.09.2009 08.10.2009


Mittel

PB 19.08.2009 16.09.2009 SO HX COE PB BN BN BN BN HX COE SO PB SO HX SO HX COE

MitMitteltel

BN 02.09.2009 28.09.2009 03.03. 26.03. 22.10. 14.10. 13.10. 13.10. 13.10. 25.03. 26.03. 22.10. 14.10. 31.03. 03.03. 01.12. 17.09. 16.09. 13.09.

1 Kontrolle 2 3 4 4 2 3 13 20 2 2 2 28 2 5 1 10 0 0 0 0

2 Butisan Top 2,0 0 0 10 50 89 30 91 19 100 83 92 33 63 92 100 95 4 0 0 1 66

- 34 -

3 Colzor Trio 3,3 15 0 10 25 93 29 97 18 100 100 100 72 100 100 100 84 6 2 15 8 64

40 5 20 40 97 40 99 19 100 80 90 82 100 100 100 93 2 0 7 3 85

Butisan Kombi 2,5 +

Centium 280 g

4

5 Quantum 2,0 + Centium 280 g 15 0 0 10 94 24 98 18 100 85 93 76 100 98 100 65 0 0 3 1 64

6 Butisan Gold 2,5 5 20 30 25 97 35 94 25 100 95 98 86 75 100 100 95 4 0 3 2 68

7 Fuego 0,75 + Centium 280 g 45 0 5 25 96 34 97 16 100 77 89 52 100 100 100 83 5 1 2 3 57

8 Fuego 1,5 + Centium 280 g 30 40 20 50 96 47 99 15 100 85 93 68 100 100 100 90 5 2 2 3 78

9 Centium 280 g Effigo 0,35 20 15 18 15 75 29 79 9 91 61 76 51 100 95 100 30 5 0 2 2 71

10 Centium 280 g Runway 0,3 70 20 35 30 97 50 68 40 73 15 44 37 100 99 100 10 5 0 2 2 73

11 Runway 0,3 43 25 30 40 97 47 61 46 15 0 8 23 30 20 100 15 0 0 0 0 36

12 Effigo 0,35 + Fox 0,5 75 95 80 85 98 87 81 86 96 90 93 83 100 5 100 15 0 8 17 8 42

13 Runway 0,3 + Fox 0,5 93 95 80 96 98 92 85 90 93 83 88 83 99 30 100 15 0 8 19 9 44

14 Berater / Techn. 0 0 0 35 0 7 0 0 0 90 45 74 100 100 100 94 0 14 5 6 66


Clearfield – auch in Deutschland?

- 35 -

Sehr intensiv haben wir uns in 2010 mit Produktionssystem „Clearfield“ beschäftigt.

Clearfield ist ein Oberbegriff der weltweit genutzt wird. Herbizide die unter diesem

Namen geführt werden, können in verschiedenen Kulturen wie z.B. Reis,

Sommenblumen oder Raps eingesetzt werden. Vorrausetzung z.B. für den Einsatz

im Raps ist, dass dieser Raps resistent ist gegenüber „Clearfield-Herbiziden“.

Wirksame Bestandteile von Clearfield-Herbiziden sind Wirkstoffe aus der Gruppe der

Imidazoline. Weltweit werden unter dem Namen Clearfield unterschiedliche

Imidazoline eingesetzt und auch die Aufwandmengen gleicher Wirkstoffe variieren

von Land zu Land. In Deutschland erwartet die BASF die Zulassung des Herbizides

„Clearfield“ für 2011. Bei diesem Produkt ist der Wirkstoff Imazamox (aus der Gruppe

der Imidazoline) kombiniert mit dem bekannten Butisan Top. Bei voller

Aufwandmenge von 2,0 l/ha werden 12,5 g/ha Imazamox ausgebracht. In anderen

Ländern wie z.B. in der Ukraine beträgt die Imazamoxmenge 37,5 g/ha.

Der zweite Teil des Systems sind Sorten, die gegenüber Imazamox resistent sind.

Diese kommen von den bekannten Züchterhäusern. BASF stellt den Züchtern das

Material zur Verfügung, um die Resistenz in Sorten einzukreuzen. In Deutschland

werden erste Sorten, die neben der Resistenz gegenüber Clearfield auch beim

Ertrag mithalten können für 2014 erwartet. In England sind die

Zulassungsanforderungen hinsichtlich der Ertragsfähigkeit einer Sorte geringer als in

Deutschland. Mit der Zulassung erster „Clearfield“-Sorten wird hier für 2011 bzw.

2012 gerechnet. Diese Sorten sind dann auch in Deutschland vertriebsfähig.

Ein Vorteil des Clearfield Systems liegt in der Wirkung von Imazamox gegen

Kreuzblütler. Kreuzblütler sind im Raps, der ebenfalls ein Kreuzblütler ist nicht

einfach zu bekämpfen. Clearfield bietet eine Möglichkeit auf den unliebsamen

Wirkstoff Clomazone zu verzichten.

Der Nachteil liegt darin, dass Clearfield Raps bzw. Clearfield Ausfallraps in anderen

Kulturen nicht mehr sicher mit sogenannten ALS-Hemmern zu bekämpfen ist. Hierzu

gehören Sulfonylharnstoffe wie z.B. Pointer, Concert, Atlantis, Cato, Debut und auch

die sog. Triazolpyrimidine, zu denen Präparate wie Broadway, Primus oder Tacco

zählen.

Ein Hauptproblem ist darin zu sehen, dass eine ungewollte Verbreitung von Raps

und damit auch von Clearfield-Raps auf Nachbarflächen nicht zu verhindern ist.

So ist die Freude über die Möglichkeit der Bekämpfung von Barbarakraut im Raps

dadurch getrübt, dass Auffallraps in Zuckerrüben nicht mehr mit dem Präparat Debut

bekämpft werden kann bzw. im Getreide ein zusätzlicher Einsatz von Wuchsstoffen

erforderlich wird. Da Rapssamen etwa 10 Jahre im Boden verbleibt und auch immer

neue Samen hervorbringt, geht es beim Einsatz des ‚Clearfield-Systems’ um eine

Entscheidung mit langfristigen Auswirkungen, die alle Pflanzenbauer angeht.

(G. Klingenhagen)


2.2.4 Mais

- 36 -

Bekämpfung von Blattkrankheiten und physiologische Effekte durch Fungizide

im Mais

In Nordrhein-Westfalen werden über 250.000 ha Mais angebaut mit dem

Anbauschwerpunkt im Münsterland. Bis dato beschränkt sich der Pflanzenschutz auf

eine Kontrolle der Unkräuter. Im warmen feuchten Jahr 2002 trat erstmals

Helminthosporium turcicum (Ht) mit stärkerem Befall im Mais auf. Bedingt durch die

extrem trockene Witterung im Sommer 2003 wurde dann kaum noch Befall in den

Folgejahren beobachtet. Im Jahr 2007 konnten dann wieder vermehrt Pilzkrankheiten

beobachtet werden.

Blattkrankheiten Mais - Helminthosporium Arten

J

H. turcicum H. maydis

H. turcicum H. carbonum

Neben H. turcicum traten in den Folgejahren weitere Helminthosporiumarten,

Puccinia sorghi (Maisrost) und vermehrt in 2008 auch Kabatiella zeae auf. Mit

relevanter Befallsstärke sind H. turcicum und Kabatiella zeae die wichtigsten

Krankheiten. Ganz typisch tritt Kabatiella immer nur als Spot auf, wohin gegen

H. turcicum mit flächendeckendem Befall auftreten kann.

Die Blattfleckenkrankheiten überwintern vornehmlich auf befallenem Maisstroh, als

Mycel und als Konidien auf der Bodenoberfläche. Bei feucht warmer Witterung

werden zuerst über Regenspritzer nahegelegene Maisblätter infiziert. Danach kann

eine weite Verbreitung über Konidiensporen erfolgen. Je früher in der Vegetation

eine Befallsausbreitung stattfindet, umso höher sind die Ertragsverluste. In


- 37 -

Praxisschlägen konnte in 2007 früher, starker Befall mit komplettem Blattverlust drei

Wochen vor der normalen Abreife beobachtet werden. Dänische Kollegen berichten

von 40 % Mehrerträgen mit Fungizidbehandlungen bei frühem, starkem Befall.

Starkbefall tritt in Nordrhein-Westfalen aber nur selten auf, häufig ist eine

Befallsausbreitung erst um Mitte September zu beobachten. Die Witterung bis zur

Blüte hat hohen Einfluss auf das Erstauftreten. In Jahren mit sehr geringen

Niederschlägen im Mai/Juni vertrocknet der Pilz auf dem alten Maisstroh. Günstig für

den Pilz sind immer Jahre mit ausreichenden Niederschlägen im Vorsommer und

mindestens langen Tauphasen ab Mitte Juli bei Temperaturen > 20°C.

Blattfleckenkrankheiten im Mais

• Alle Helminthosporiumarten haben den gleichen Infektionsweg

kein samenbürtiger Pilz - überwintert als Mycel auf Pflanzenmaterial (Maisstroh)

oder als Konidien auf dem Boden

• Ab 18 °C erhöhte Sporenproduktion auf dem Stroh

Niederschläge bis zur Blüte haben hohen Einfluss auf Befallsausbreitung

(Reifung der Sporen)

Sporenkeimung und Infizierung nur bei hoher Luftfeuchte oder Blattnässe

> 8 Stunden

häufig tritt an Waldrändern und Grabenkanten Erstbefall auf - höhere Feuchte

• Konidiensporenflug über weite Strecken möglich (Erstbefall),

danach Infizierung aus neuen Symptomen auf der Fläche

• Inkubationszeit beträgt 10 bis 14 Tagen ca. 120 °C-Tage

• Kabatiella zeae tritt zuerst auf Einzelpflanzen auf - samenbürtig?

hat höhere Temperaturansprüche > 25 °C

• Ertragsverluste durch Zerstörung der Blattfläche, verminderte Assimilation,

dadurch geringeres TKG, schlechte Wasserabgabe aus den Körnern dadurch

höhere Feuchte

Befalls reduzierend wirken vor allem Maßnahmen zur Förderung der Strohrotte

(Maisstroh häckseln, Schlegeln der Stoppel, sauberes Einarbeiten am besten

Einpflügen der Ernterückstände). Aufgrund der Windverbreitung müssten diese

Maßnahmen möglichst flächendeckend angewendet werden. Wenn Mais nach Mais

angebaut wird, dann wirklich nur mit sauberer Pflugfurche, ansonsten werden von

diesen Flächen großräumig Nachbarflächen verseucht. Letztendlich sollten

Sortenunterschiede genutzt werden, wobei grundsätzlich früh reifende Sorten

empfindlicher sind als spät reifende. Leider sind viele als gesund eingestufte Sorten

über die Jahre nicht sicher tolerant. Erschwerend kommt hinzu, dass viele der besten

Sorten wie z.B. Ricardinio stärker anfällig sind.

Erste Fungizidversuche ab 2007

Die Fungizidversuche im Mais werden als randomisierte Blockanlage mit vier

Wiederholungen angelegt. Jede Parzelle ist drei Meter breit (4 Reihen mit 75 cm

Reihenabstand) und neun Meter lang. Die Applikation der Versuchsprodukte erfolgt

mit 300 l/ha. Zum Schosstermin mit den üblichen Parzellenspritzen. Für die

Behandlungen zur Blüte mit Pflanzenbeständen über 2 m Wuchshöhe wird eine

angetriebene Kleinraupe mit entsprechend Spritztechnik genutzt. Damit wird eine

Gestängeführung 50 cm über den Pflanzenbestand bei konstanter


- 38 -

Fahrgeschwindigkeit sichergestellt. Die Ertragsfeststellung erfolgt immer durch

Drusch der beiden Mittelreihen mit einem Parzellenmähdrescher.

H. Hanhart

Im Jahr 2007 haben wir im Auftrag der BASF an zwei Standorten erste Tastversuche

angelegt. Hohe Niederschläge in der zweiten Maihälfte nach Trockenheit und immer

wiederkehrende Regenperioden im Juni, Juli und August gepaart mit hohen

Temperaturen (feucht warm in der ersten Augusthälfte) begünstigten die

Infektionsmöglichkeiten für H. turcicum. Schlagspezifisch, in Abhängigkeit von

vorhandenen Inokulumquellen, konnte in Praxisschlägen zum Teil erheblicher Befall

beobachtet werden. In den beiden Versuchsflächen trat der Befall extrem

unterschiedlich auf. Am Standort in COE mit nur sehr geringem, am Standort WAF

mit erheblichem Befall. Erste Ht-Symptome konnten am Standort WAF schon Anfang

August beobachtet werden. Bis kurz vor der Ernte (Anfang Oktober) entwickelte sich

ein Endbefall von 43 %. Die Anwendung zur Blüte mit 1,5 l/ha Petengo Plus

reduzierte den Befall um 33 %. Bei einem Ertrag von 111 dt/ha in der Kontrolle

wurden Mehrerträge bis 9,9 dt/ha erreicht. Am Standort COE trat mit 1,4 % Ht zur

Ernte kaum Befall auf. Trotzdem wurde bei einem Ertrag in der Kontrolle von 94 dt/ha

Mehrerträge bis 13 dt/ha mit dem Einsatz von Retengo erreicht. Spätestens hier wird

deutlich, dass neben einer fungiziden Leistung auch physiologische Effekte Einfluss

auf die Ertragsleistung nehmen.

In einem Versuch im Jahr 2008 trat mäßiger Befall mit Kabatiella zeae und

H. turcicum auf. Hier zeigen die Strobilurin-Azolkombinationen hohe Wirkungsgrade

bis an 80 % gegen Kabatiella und 30-45 % gegen Helminthosporium. Aus

gestaffelten Behandlungsterminen kann sehr deutlich die Wirksamkeit auf

Helminthosporiumarten abgeleitet werden. Gute Wirkungsgrade sind dann möglich

wenn nahe am Auftreten der Krankheit behandelt wird. Dementsprechend bringt die

Behandlung zur Blüte die höchsten Wirkungsgrade. Spätbefall (wenig

ertragswirksam) wird aber kaum noch erfasst.


Versuchsausweitung ab 2009

- 39 -

Angeschoben aus den Erfahrungen der Vorjahre haben wir in den Jahren 2009 und

2010 das Versuchsprogramm erheblich ausgeweitet. Neben Auftragsversuchen

haben wir eigene Versuche - sogenannte Demonstrations- und Informationsversuche

(D&I) - in 2009 auf zwei in 2010 auf vier unterschiedlichen Standorten in Nordrhein-

Westfalen durchgeführt. In der Regel wurden H. turcicum anfällige Sorten angebaut.

Die BASF erwartet für Retengo Plus (Opera) eine Zulassung bis 2012. Neben der

fungiziden Wirkung kommt dem Thema physiologische Leistung eine hohe

Bedeutung zu. Dementsprechend wurde in den Versuchen schwerpunktmäßig die

Leistung von Retengo Plus im Vergleich zu weiteren Strobilurin-Azolkombinationen

geprüft. Mit unterschiedlichen Behandlungsterminen bei Wuchshöhen von 50 cm,

120 cm und zur Blüte wurde auch die Frage nach optimalen Terminen untersucht.

Bei nur geringem Auftreten von Krankheiten in 2009 und 2010 konnten keine

Mehrerträge aus der fungiziden Leistung erwartet werden.

Ertragseffekte in Abhängigkeit von der Witterung

Temperatur 30 °C

Durchschnitt/

Woche

25

20

15

10

5

Wetter 2009

Flughafen Münster-Osnabrück

(schematische Darstellung)

Sporen

vertrocknen

im Mai

Fahnenschieben

Blüte

nur Physiologie

10 – 12 dt/ha Mehrertrag

schnelle Abreife

der Blätter und

Kolben

100

Niederschlag

mm/Woche 90

0

0

Wochen ab 1

1. April

2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31

April Mai Juni Juli August September Oktober

* Mittel der Tagesdurchschnittstemperaturen; 13 J. Mittel = Mittelwert 1995 bis 2008 LWK NRW, Ref. 31.6, Erhardt

Trockene und sonnige Witterung im August und September 2009 führten zu einer

schnellen Abreife des Maises, so dass schon um Mitte September die Druschreife

erreicht wurde. Auf den ersten Blick zeigten die behandelten Varianten kaum

Unterschiede. Mit der Abschlussbonitur wurde aber doch ein um 5 bis 12 %

verbessertes Greening festgestellt. Die Blütenbehandlung erreichte die höchsten

Mehrerträge, in Einzelversuchen bis über 15 dt/ha. Auch frühe Behandlungen in der

Schossphase führten zu Mehrerträgen.

150

140

130

120

110

80

70

60

50

40

30

20

10

H. Hanhart


Temperatur 30 °C

Durchschnitt/

Woche

25

20

15

10

5

- 40 -

Ertragseffekte in Abhängigkeit von der Witterung

Wetter 2010

Flughafen Münster-Osnabrück

(schematische Darstellung)

zu trocken u. kalt

für Sporenkeimung

0

Wochen ab

1

1. April

2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31

0

April Mai Juni Juli August September Oktober

Gegenteilig reifte der Mais im Jahr 2010 nur sehr langsam und deutlich später ab,

bedingt durch hohe Niederschlägen im August nach sehr trockenen Bedingungen im

Juni/Juli. Auf guten Standorten blieb der Blattapparat über die Kolbenreife hinaus

grün. Unter diesen Bedingungen führten die Fungizidbehandlungen kaum zu

Mehrerträgen. Auf einem sandigen Standort mit besserer Blattabreife wurden noch

Mehrerträge bis an 5 dt/ha gedroschen, wohin gegen auf einem guten Standort mit

65 Bodenpunkten sogar Mindererträge auftraten.

Ertragseinfluss von Retengo Plus über die Jahre

keine Krankheiten

keine Physiologie

kaum Mehrerträge

verhaltene Abreife,

Blätter bleiben grün

Niederschlag 120

mm/Woche 110

* Mittel der Tagesdurchschnittstemperaturen; 14 J. Mittel = Mittelwert 1995 bis 2009 LWK NRW, Ref. 31.6, Erhardt

Variante 2007 2008 2009 2010 Ø

Kontrolle n = 2 n = 1 n = 5 n = 6 107 dt/ha

103 dt/ha 125 dt/ha 96 dt/ha 105 dt/ha

Retengo

50 cm

- - 10,5 3,1 6,8

Retengo

120 cm

11,5 4,8 9,4 2,1 6,9

Retengo

Blüte

7,5 4,4 14,1 0,2 6,5

Im Jahr 2010 begünstigte die Witterung die Infektion und die Ausbreitung von

Fusarium im Kolben. Mit DON-Werten von 0,6 bis 7,5 mg/kg wurde in den vier

Versuchen ein relativ hoher Toxingehalt gemessen. Erstaunlich reduzierte die

Behandlung bei 120 cm Wuchshöhe (deutlich vor der Kolbenausbildung) die DON-

Werte im Kolben in allen vier Versuchen um 50 %. Die Blütenbehandlung blieb ohne

Einfluss, hier wurden identische Werte wie in der Kontrolle gemessen.

180

170

160

150

140

130

100

90

80

70

60

50

40

30

20

10

H. Hanhart


Zusammenfassung

- 41 -

Das Thema Maiskrankheiten wird in Nordrhein-Westfalen an Bedeutung zunehmen.

Die Landwirtschaftskammer wird diesen Themenkomplex weiterhin mit einem

intensiveren Versuchsprogramm begleiten. Mittlerweile werden auch Versuche mit

Fungiziden im Siolmais durchgeführt. Auch hier ist das Thema „physiologisch

bedingte Mehrerträge“ wichtig.

Ausblick

• Blattfleckenkomplex im Mais wird aktuell bleiben – Jahreseffekte

Hauptkrankheiten sind Helminthosporiumarten (turcicum)

• HAT wird bis FAO 250 nicht sicher über Sortenresistenz gelöst

- inVersuchen ist immer wieder eine wechselnde Anfälligkeit zu beoachten

• Temperatur ist nicht begrenzender Faktor, die Feuchte im Mai und Juli/August

bestimmt das Infektionsgeschehen

- Ertragseffekte sind umso höher, je früher Befall auftritt

- feuchte/kühle Regionen mit frühen Sorten dürften stärker betroffen sein

- Behandlungen zur Blüte sind erforderlich

• Physiologische Leistung der Strobis ist in KM und SM bewiesen

- abhängig von der Witterung in der generativen Phase (Kolben-/Blattabreife)

- trockene, sonnige Witterung zur Abreife fördert Effekte

- ev. kontinentale Regionen mit höheren Mehrerträgen (Einfluss von FAO?)

- Behandlungen vor der Blüte bringen gute Effekte

- Behandlungen zur Blüte sind gegen Krankheiten wirkungssicherer

• Zulassung wird in 2012 für Retengo Plus erwartet

Keine Anwendung vor der Zulassung !

• Wir bleiben am Ball: mit Versuchen weitere Erfahrungen sammeln

Demonstrations- und Informationsversuche im Ackerbau - Mais

(H. Hanhart)

Der Vergleich verschiedener, breit wirksamer Herbizidkombinationen wurde an den

Standorten in den Kreisen Warendorf, Borken, Steinfurt und Coesfeld durchgeführt.

Es handelte sich um leichtere Standorte mit zum Teil starkem Hirsedruck.

Borstenhirse trat in Warendorf und auf den zwei Standorten in Steinfurt auf. Die

insgesamt beste Wirkung wurde mit einer Kombination aus Calaris + Dual Gold +

Certol B + Milagro forte erzielt (Var. 9). Im Vergleich der Varianten die ohne Milagro

forte auskommen mussten zeigten die „Clio Parzellen“ (Var. 2 und 3) die beste

Leistung gegen Borstenhirse. Es viel auf, dass bei Spectrum Plus (Fertigformulierung

aus Spectrum + Stomp Aqua) die Bodenwirkung gegenüber dem reinen Spectrum

(im Clio Super enthalten) stärker war.

In der Variante 12 wurde im Vergleich zur Variante 5 das Certrol B durch Xinca

ersetzt. Xinca konnte aber nicht überzeugen. Angekündigt als „sanftes“ Certrol B

waren die Ätzschäden in der Xinca Variante am stärksten ohne Vorteile in der

Wirkung zu zeigen. Hühnerhirse, die an drei Standorten auftrat, war mit allen


- 42 -

Kombinationen recht ordentlich bekämpft. Unter den Bedingungen des Jahres 2010

war mit einer Einfachbehandlung nicht viel mehr zu erreichen. Die Wirkung gegen

Faden-Fingerhirse war am Standort Borken zu bonitieren. Hier zeigten die „Clio-

Varianten“ (Nr. 2 und 3) die beste Wirksamkeit. Kamille, in Steinfurt vertreten wurde

allgemein ausreichend bekämpft, nur in der Variante 3 machte sich das Fehlen von

TBZ stärker bemerkbar. Wenn der Clio Top Pack (Var. 2) Schwächen zeigt, dann

gegen Unkräuter. So blieb die Wirkung gegen Windenknöterich am Standort

Coesfeld hinten den anderen Varianten zurück.

Zu Schäden durch die Behandlungen kam es kaum. Neben den deutlichen

Ätzschäden in der „Xinca-Variante“ konnten stärkere Auffälligkeiten nur am Standort

Warendorf durch die Anwendung von Arrat + Dash bzw. Arrat + Dash + Opera

beobachtet werden. Hier kam es zu typischen „Dicamba-Schäden“, die durch den

Zusatz von Opera deutlich verstärkt waren. Die Varianten 1, 5, 10 und 11 sind an

allen Standorten beerntet worden. Die Ertragsunterschiede zur unbehandelten

Kontrolle waren wie gewohnt gewaltig. Zwischen den Behandlungen gab es aber

keine signifikanten Ertragsunterschiede.

Es zeigte sich, dass gegen Fingerhirsen Clio-Kombinationen die größte

Wirkungssicherheit mitbringen, das Borstenhirse unter den Bedingungen des Jahres

2010 am besten mit einem Gräserpräparat (hier Milagro forte) bekämpft wurde und

die Produkte in Ihrer Wirkung gegen Hühnerhirse ein ähnliches Endergebnis erzielt

haben.

In einem zweiten Versuchsvorhaben ging es darum zu klären, in wie weit Laudis zur

Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz geeignet ist. Der Versuch wurde an den

Standorten Coesfeld und Altenberge angelegt. In beiden Fällen handelte es sich um

Flächen, auf denen schwer zu bekämpfender Ackerfuchsschwanz zu Haus ist.

Nach der Anwendung von 2,0 l/ha Laudis + 0,2 l/ha Certrol B am 21.05. kam es zu

einer starken Weißfärbung der Ackerfuchsschwanzpflanzen. Letztlich absterben

taten aber nur wenige Pflanzen. Die Wirkung konnte durch Zugabe von

Bodenherbiziden deutlich verbessert werden. Bester Mischungspartner an dieser

Stelle war Gardo Gold. Letztlich war aber auch die Wirkung dieser Kombination nicht

ausreichend. Eine hundertprozentige Bekämpfung gelang ohnehin nur am Standort

in Coesfeld und hier nur nach Einsatz von 1,25 l/ha Maister bzw. 1,0 l/ha Motivell,

jeweils in Mischung mit 0,2 l/ha Certrol B.


D & I Mais 2010 - Produktvergleich

EC 14 EC 16-18 Wirkungungsgrad (%)

Schäden (%)

Ertrag

WAF 25.05.2010 16.06.2010

BOR 27.05.2010 01.07.2010

ST 1 04.06.2010 23.06.2010

ST 2 01.06.2010 23.06.2010

COE 1 28.05.2010 01.07.2010

COE 2 06.06.2010 03.07.2010 dt/ha

Windenknöterich COE 1

Borstenhirse Hühnerhirse

WAF

BOR

ST 1

ST 2

COE 2

Ø

COE 2

ST 1 ST 2

WAF

Kamille ST 1

Fingerhirse BOR

Ø

COE 2

COE 1

BOR

WAF ST 1 ST 2 Ø

1 Kontrolle (% Deckungsgrad)

22 7 2 10 2 40 12 18 5 4 24 0 0 0 0 0 45

60 78 98 79 82 86 95 88 91 93 73 0 0 0 2 1

Clio Super 1,25 +

Zeagran Ultimate 1,25

2

77 96 100 91 99 83 95 92 100 68 98 0 0 10 2 3

Clio Star 1,0 +

Spectrum Plus 2,5 + Certrol B 0,3

3

- 43 -

68 44 75 62 99 89 87 92 77 98 100 0 0 2 1 1

Laudis 1,6 +

Spectrum Plus 2,5 + Certrol B 0,3

4

62 70 88 73 97 85 87 90 77 99 99 0 0 0 2 1 76

Laudis 1,6 +

Dual Gold 1,0 + Certrol B 0,3

5

65 71 93 76 98 75 91 88 72 99 100 0 0 3 3 2

Laudis 1,6 +

Gardo Gold 2,5 + Certrol B 0,3

6

60 69 88 72 92 72 84 83 58 100 100 0 0 8 3 3

Laudis 1,6 +

Successor T 2,5 + Certrol B 0,3

7

20 6 54 27 99 81 86 89 57 97 99 0 0 0 3 1

Calaris 1,25 +

Dual Gold 1,0 + Certrol B 0,3

8

84 99 100 94 100 79 88 89 55 96 99 0 0 1 2 1

Calaris 1,25 +

Dual Gold 1,0 +

Certrol B 0,3 + Milagro forte 0,6

9

62 76 90 76 96 87 83 89 68 98 98 7 0 1 1 2 75

Arrat 200 g +

Dash 1,0

Laudis 1,6 +

Dual Gold 1,0 + Certrol B 0,3

10

60 59 97 72 99 85 92 92 73 93 100 13 0 1 1 4 72

Arrat 200 g +

Dash 1,0 +

Opera 1,5 l

Laudis 1,6 +

Dual Gold 1,0 + Certrol B 0,3

11

47 60 84 64 100 84 91 92 83 99 99 0 7 10 9 7

Laudis 1,6 +

Dual Gold 1,0 + Xinca 0,3

12


- 44 -

Mais, Laudis gegen Ackerfuchsschwanz 2010, COE

Behandlung am 21.05. in EC 15 (AFU)

Certrol B 0,2 + Laudis 2,0

Certrol B 0,2 + Laudis 2,0 + Gardo Gold 3,0

Certrol B 0,2 + Laudis 2,0 + Terano 1,0

Certrol B 0,2 + Laudis 2,0 + Sp. 1,0 + St. 2,0

Certrol B 0,2 + Laudis 2,0 + Successor T 3,0

Certrol B 0,2 + Laudis 2,0 + Maister F. 1,25

Certrol B 0,2 + Maister F. 1,25

Certrol B 0,2 + Cato 40 g + FHS

Certrol B 0,2 + Motivel 1,0

Mais, Laudis gegen Ackerfuchsschw. 2010, Altenberge

Behandlung am 04.06. in EC 13 (AFU)

Certrol B 0,2 + Laudis 2,0

Certrol B 0,2 + Laudis 2,0 + Gardo Gold 3,0

Certrol B 0,2 + Laudis 2,0 + Terano 1,0

Certrol B 0,2 + Laudis 2,0 + Sp. 1,0 + St. 2,0

Certrol B 0,2 + Laudis 2,0 + Successor T 3,0

Certrol B 0,2 + Laudis 2,0 + Gardobuc 1,0

Certrol B 0,2 + Gardobuc 1,0 + Maister F. 1,0

Certrol B 0,2 + Maister F. 1,25

Ackerfuchsschw. 300 Ähren m²

0 20 40 60 80 100

% Wirkung

Ackerfuchsschw. 6 % DG

0 20 40 60 80 100

% Wirkung

(G. Klingenhagen)


Mais – es ist nicht immer die Fritfliege

- 45 -

Ende Mai 2010 wurden kümmernde Maispflanzen beobachtet. Vielfach handelte es

sich dabei um Schäden durch die Larven des Maiszünslers, einem Schmetterling

oder auch vereinzelt um Fritfliegenbefall. Auf einigen geschädigten Flächen konnten

aber trotz starker Wuchsdepressionen der Pflanzen keine Larven isoliert werden.

Weitere Untersuchungen ergaben, dass der Schaden von Stock- und Stengelälchen

(Ditylenchus dipsaci) ausgelöst wurde. Dabei handelt es sich einen heimischen

Nematoden, der bisher, in den Befallsregionen, vor allem im Zuckerrüben- und

Zwiebelanbau starke Schäden verursacht. Die Tiere sind polyphag und damit auf

keine spezielle Pflanzenfamilie bei ihrer Nahrungssuche festgelegt. Schäden treten

weltweit an über 500 Pflanzenarten auf. Stock- und Stengelälchen lieben ein

feuchtes und kühles Bodenmilieu, wie es in diesem Mai nach der Maissaat vorlag

und damit den sehr frühen Befall mit starker Schadausprägung an den jungen

Maispflanzen ermöglichte. Je nach Befallsstärke (über 500 Nematoden in 10 Gramm

Pflanzengewebe) führte der Befall auf der untersuchten Maisfläche bis zum

Absterben der Jungpflanzen.

Ab Ende Juli bis in den September hinein herrschten erneut optimale Bedingungen

für die Nematoden. Sie führten zur erneuten Massenvermehrung. Pflanzen, die den

Frühbefall überlebt haben, zeigen jetzt durch die anhaltende Saugtätigkeit der

Nematoden Kümmerwuchs. Die zerstörten Kronenwurzeln geben keinen Halt mehr,

dadurch tritt Peitschenwuchs und Lager auf. Später zerfasert und zerfällt der ganze

Maisstängel. Mais ist eine bekannt Wirtspflanze dieser Nematoden, jedoch wurden

bisher in den Befallsregionen noch nie direkte (sichtbare) Schäden beobachtet.

Chemische Bekämpfungsmaßnahmen sind auf Grund fehlender bzw. nicht

zugelassener Wirkstoffe nicht möglich. Eine vorbeugende Handlungsmöglichkeit zur

Verlustminderung scheint es, ähnlich wie bei Zuckerrüben, über die Sorte zu geben.

Versuche wie sie von 1968-1970 in dem damaligen Befallsgebiet in der Region

Gießen durchgeführt wurden, scheinen dies zu belegen. Auch die Fruchtfolge bietet

nur wenige Handlungsspielräume. Allerdings wurden bisher beim Anbau von Weizen

und Gerste im Gegensatz zu Hafer und Roggen noch keine Schäden festgestellt.

Weiterhin ist eine gezielte Unkrautbekämpfung zur Beseitigung weiterer

Vermehrungs- und Wirtspflanzen unumgänglich. Da der Nematode aber in einer Art

Trockenstarre auch ohne Wirtspflanze Jahre hinaus im Boden überleben kann, ist die

latente Befallsgefahr auf einer belasteten Fläche immer gegeben. Ob ein Befall

letztlich Schäden auslöst hängt jedoch stark von der jeweiligen Jahreswitterung ab.

Kümmerwuchs und Verdrehungen der jungen Maispflanze im Frühjahr nach der Saat


- 46 -

Der Verlust der Kronwurzeln führt zum Lager der Maispflanze im Herbst.

Teilweise stirbt schon vor der Ernte die ganze Pflanze ab und es kommt zum Totalverlust.

(C. Heinrichs)

2.2.5 Zuckerrüben

Vor dem Rückblick auf das Rübenjahr 2010 sollte nochmals kurz auf die

Rübenkampagne 2009 geschaut werden. Mit bisher kaum für möglich gehaltenen

Spitzenerträgen wurden in allen Regionen von Nordrhein-Westfalen neue Maßstäbe

gesetzt. Mit 73,42 t/ha wurde der bisher höchste Rübenertrag erzielt. Auch der

Zuckergehalt mit 17,94 % wurde bisher noch nie im Durchschnitt einer Kampagne

erreicht. Damit sprengte natürlich auch der Zuckerertrag mit 13,2 t/ha den bisherigen

Rekord von 11,4 t/ha.

Das abgelaufene Rübenjahr 2010 zeichnete sich durch zwei ausgeprägte Winter

aus. Zum einen ging es dabei um die Monate Januar/Februar, die bei der

Temperatur um bis zu - 3,5 °C vom langjährigen Mittel abwichen und zum anderen

um November/Dezember mit Abweichungen von bis zu - 4,9 °C.

Trotz des lang anhaltenden Winters schufen überdurchschnittliche Temperaturen im

März mit ausgeglichenen Niederschlägen frühzeitig gute Aussaatbedingungen. Die

Saat konnte daher in der 1. und 2. Aprilwoche zügig durchgeführt werden. Trotz der

nachfolgenden Trockenheit liefen die Rüben (bis auf sehr flach abgelegtes Saatgut)

weitgehend ohne größere Probleme auf. Neusaaten gab es nur auf wenigen

Flächen, die nach lokalem Platzregen verschlämmt waren. Die Herbizidmaßnahmen

konnten trotz niedriger Temperaturen zeitgerecht im Keimblatt der Unkräuter

durchgeführt werden und zeigten sehr gute Wirkungsgrade. Der Grundstein für eine

gute Rübenernte wurde damit gelegt, muss sich aber, nicht zuletzt über eine

passende Witterung in der Hauptwachstumsphase, festigen. Nach der langen

trockenen Phase im April kam es Anfang Mai zu ergiebigen Niederschlägen. Mit den

Niederschlägen sanken auch die Temperaturen stark ab und die Rüben entwickelten

sich nur sehr langsam. Das bedeutete eine verspätete Bodenabdeckung durch das

Rübenblatt und machte damit auf Schlägen mit Problemunkräutern wie Raps, Melde

und Hundspetersilie bei den Herbiziden höhere Versiegelungsmengen notwendig.

Das verhaltene Rübenwachstum führte dazu, dass selbst in der ersten Juniwoche

noch nicht auf allen Schlägen die Reihen geschlossen waren. Die bisher positiven

Ertragserwartungen erhalten damit einen ersten großen Dämpfer.


- 47 -

Im Juni entwickelten sich die Rüben anfangs sehr gut, doch schon bald wurde diese

optimale Wachstumsphase durch zunehmende Trockenheit, mit extremer Hitze,

abgebremst. Die Rüben litten bis in den Juli hinein unter der Hitze und zeigten kaum

Wachstumsfortschritte. Zudem verursachten an den Blättern Gammaeulen-Raupen

teilweise starke Fraßschäden. Vor allem gegen Ende ihrer Entwicklung ist jede

Raupe in der Lage täglich bis zu 10 cm 2 Blattfläche zu vernichten. Selbst ein Einsatz

von Insektiziden, der im Jugendstadium der Raupe erfolgen muss, kann den

möglichen Schaden nur abmildern. Eine Bekämpfung erreicht maximal nur ca. 70 %

der Raupen. Mit zunehmender Trockenheit nahm auch die Verfügbarkeit von Bor im

Boden deutlich ab. Erwartungsgemäß zeigte sich bereit im Juli, vor allem im

Regenschattengebiet der Eifel, die von Bormangel ausgelöste Herz- und

Trockenfäule im Kopfbereich der Rüben.

Die Trockenheit und Hitze brachte aber nicht nur Nachteile. So fand das

Rübenkopfälchen kaum Entwicklungsmöglichkeiten und spielte auf Befallsstandorten

daher keine Rolle. Auch Blattkrankheiten konnten sich auf dem kleinen, meist

trockenen Blattapparat nicht entwickeln. Eine Fungizidmaßnahme wurde daher meist

frühestens in der ersten Augustwoche notwendig bzw. konnte sogar ganz entfallen.

Eine Ausnahme bildete der Mehltau. Vor allem die nematodentoleranten Sorten sind

gegenüber Mehltau teilweise sehr anfällig und mussten frühzeitig behandelt werden.

Der trockene Frühsommer bremste auch den Rhizoctoniabefall, so dass bei der

Ernte nur vereinzelt faule Rübenkörper zu beobachten waren.

Als “neue“ bisher in Nordrhein-Westfalen kaum beobachtete Schaderreger traten im

weiteren Vegetationsverlauf Spinnmilben und Rübenmotte auf. Auch Blattwelke

durch Verticillium sp. war 2010 erneut zu beobachten. Über einen Feldversuch auf

einer Befallsfläche konnte erstmals Ertragsdepressionen ermittelt werden. Konnte

auf Parzellen ohne sichtbaren Befall noch ein bereinigter Zuckerertrag von 11,5 t/ha

aufgebaut werden, sank dieser bei 40 % befallener Pflanzen um fast 20 % auf

9,30 t/ha.

Ende Juli trat erneut ein Witterungswechsel ein. In der kühlen und regenreichen

Augustwitterung baute sich erstmals eine größere Blattmasse auf. Die Bestände

zeigten sich jetzt sehr gesund und vital und der Ertragszuwachs lag deutlich über

dem Durchschnitt der letzten Jahre. Auch die Zuckergehalte, die bei Erntebeginn

noch sehr niedrig lagen (14,5 %), entwickelten sich im Oktober/November noch

deutlich nach oben. Die Ernte 2010 verlief vielfach unter schwierigen Bedingungen

und wurde sogar mehrfach durch Starkniederschläge unterbrochen. Weiterhin

bereitete der endgültige Wintereinbruch im Dezember mit Schnee, Dauerfrost und

Temperaturen von bis zu - 18 °C große Probleme.

Die nachfolgende Meldung soll diese Problematik verdeutlichen:

• Laut übereinstimmenden Meldungen der Wetterdienste ist ab 14./15. Dezember

(51. KW) mit starken Frösten zu rechnen. Diese können Rüben, die in

Feldrandmieten lagern, durchfrieren lassen und spätestens beim Wiederauftauen

erheblich schädigen.

Der Rheinische Rübenbauer-Verband e.V. und Pfeifer & Langen rufen daher

dazu auf, Rübenmieten, die ab Weihnachten noch verladen und in die

Zuckerfabriken geliefert werden, abzudecken. Wir empfehlen, zuletzt

abzuholende bzw. zu liefernde Rüben zuerst zu schützen. Die Mietenabdeckung

ist prinzipiell freiwillig. Der Anspruch für eine Entschädigung aus dem Frostfonds

besteht jedoch nur bei Schäden, die trotz vollständiger Abdeckung der Mieten

entstanden sind (Feststellung bei der Rübenbewertung in den Zuckerfabriken).


- 48 -

Weitere Voraussetzung für einen Anspruch auf Entschädigung ist die Mitteilung

der vollständigen Mietenabdeckung innerhalb von 3 Tagen nach erfolgter

Abdeckung an die zuständige Zuckerfabrik.

Trotz mehrerer negativer Wachstumsphasen während der Vegetation, konnten die

Zuckerrüben einen insgesamt sehr guten Ertrag aufbauen. Zum Schluss der

Kampagne konnte sogar das zweitbeste Ernteergebnis verzeichnet werden. Damit

hat die Zuckerrübe erneut ihre große Ertragstreue bewiesen, die ihr die verdiente

Sonderstellung innerhalb der Ackerkulturen sichert.

(C. Heinrichs)

2.2.6 Körnerleguminosen

Ackerbaulich gesehen hat der Anbau von Körnerleguminosen einen hohen

phytosanitären Stellenwert. Zum einen wird die Infektionszyklus der

Getreidekrankheiten, wie z.B. Septoria tritici und DTR Blattflecken unterbrochen und

zum anderen können Herbizide einer anderen Wirkstoffgruppe als beim Getreide

eingesetzt werden. Die Verbesserung der Bodenstruktur und der sehr gute

Vorfruchtfwert sprechen auch für den Anbau von Futtererbsen und Ackerbohnen.

Leider können diese beiden Früchte mit den anderen Ackerfrüchten in der

Wirtschaftlichkeit im Schnitt der Jahre nicht konkurrieren.

In 2010 konnten aufgrund der Witterung die Körnerleguminosen in günstigen Lagen

erst ab Mitte März gelegt werden. Die schnell ansteigenden Bodentemperaturen und

das im Boden gespeicherte Wasser führten zu einem zügigen Auflaufen beider

Früchte. Auflaufprobleme durch bodenbürtige Pilze traten nicht auf. Es konnte in der

Jugendentwicklung nur vereinzelt Blattrandkäferbefall festgestellt werden, der nicht

bekämpfungswürdig war. Insektizidmaßnahmen in den Ackerbohnen beschränkten

sich in der Hauptsache auf die Kolonien bildende schwarze Bohnenlaus. Wo Befall

auftrat, war eine Randbehandlung zu Beginn der Blüte ausreichend.

In Futtererbsen jedoch wurde ein stärkerer Druck mit Läusen beobachten. Diese

virusübertragenden Schädlinge traten schon kurz vor der Blüte auf. Intensive

Kontrollen waren nötig. In den meisten Fällen reichte eine gezielte

Insektizidmaßnahme aus. Die Kombination der beiden Präparate Pirimor und Karate

Zeon hatten hier die höchste Bekämpfungssicherheit.

Die Trockenheit von Mitte April bis Mitte Juli, unterbrochen von einzelnen kurzen

Regenschauern, ließ nur einen geringen Krankheitsdruck zu. In Ackerbohnen trat nur

auf Einzelpflanzen beschränkt zur Abreife hin die Brennfleckenkrankheit auf.

Futtererbsen wurden bis zur Abreife hin durch keine Krankheiten befallen, da die

Pflanzen nach den Regenschauern immer relativ schnell abtrockneten.

Marienkäfer halten die Läuse in Schach Befall mit virusübertragender Erbsenblattlaus

(E. Winkelheide)


2.2.7 Grünland

- 49 -

Auf vielen Flächen, die in den letzten Jahren weniger intensiv genutzt wurden, ist ein

weiterer Anstieg der Verunkrautung zu beobachten. Die trockene Witterung von April

bis Juli führte dazu, dass die vorhandene Grasnarbe diese Lücken nicht schnell

genug schließen konnte. Zu diesem Zeitpunkt ausgebrachte Übersaaten oder

Nachsaaten taten sich trockenheitsbedingt auch schwierig mit dem Auflaufen.

Wurzelunkräuter, wie z.B. der Ampfer, waren in der Wachstumshemmung jedoch nur

gering betroffen. In vielen Fällen konnte der Ampfer zur Samenbildung gekommen,

bevor eine Grasnutzung erfolgen konnte. Da der Platz- und Nährstoffräuber Ampfer

überhaupt keinen futterbaulichen Wert besitzt, ist es von Nöten diese Pflanze

weiterhin zu bekämpfen. Dieses sollte durch pflegerische Maßnahmen, wie zeitiges

Mähen, angepasste Nutzung, angepasste Düngung, Nachsaaten und durch den

gezielten Herbizideinsatz erfolgen.

Herbizidversuch:

links behandelt, rechts unbehandelt

Ampferausbreitung durch Samen

Regional begrenzt ist es im Jahr 2010 wieder zu Mäuseschäden gekommen. Da die

Mäusedichte im Sommer noch verhalten war, mussten keine Flächen umgebrochen

werden. Zum Herbst und Winter wurden jedoch ansteigende Nagerpopulationen

beobachtet. Für dieses Problem der Mäuseschäden gibt es nach wie vor keine

Lösung. Hier muss durch den Einsatz eines zugelassenen Rodentizides zum frühest

möglichen Termins ausgangs Winter einer weiteren Ausbreitung entgegen gewirkt

werden.

Ausbringung mittels Legeflinte

Mäuserennwege

(E. Winkelheide)


2.3 Obstbau

2.3.1 Kern- und Steinobst

- 50 -

Im Jahr 2010 konnte die Bekämpfung des Schorfs bei Apfel und Birne Dank des

Einsatzes von Prognosemodellen und wirksamen Pflanzenschutzmitteln

zufriedenstellend durchgeführt werden. Auch in diesem Jahr war der echte Mehltau

in den Obstkulturen ein Problem. Auf Grund der Sommerwitterung bauten sich auch

die Populationen an Spinn- und Rostmilben massiv auf. Die Bekämpfung des

Apfelwicklers war in diesem Jahr wieder außerordentlich wichtig, in unbehandelten

Versuchsparzellen des Pflanzenschutzdienstes konnte über 20 % Befall beobachtet

werden.

Dank der Witterung kam es zu keinem nennenswerten Befall mit Feuerbrand in

Erwerbsanlagen. Die Ausnahmegenehmigung, für den Einsatz von

Plantomycinhaltigen Pflanzenschutzmitteln in Einzellagen der westfälischen

Regierungsbezirke, brauchte nicht genutzt zu werden. Auch der

Obstreisermuttergarten blieb 2010 befallsfrei. Wenige Befallsfälle mit Feuerbrand in

Erwerbsanlagen, Begleitgrün und Hausgärten wurden durch Teilrodung und

Rückschnitt beseitigt.

Für die Regulierung der Kirschenfruchtfliege im Süßkirschanbau steht zurzeit nur ein

Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Auf Grund der Wirkungsweise, der

zugelassenen Anwendungshäufigkeit und der einzuhaltenden Wartezeit war eine

zufriedenstellende Bekämpfung nicht in allen Anlagen und Sorten möglich.

In der Zusammenarbeit mit der Lebensmittelüberwachung mussten erfreulicherweise

nur wenige Beanstandungen bearbeitet werden. Der Beratungsaufwand zahlte sich

auch in diesem Bereich aus.

Information und Untersuchungen aus den Bereichen Erwerbsobstbau, Weinbau,

Haus- und Hobbygarten wurden gut nachgefragt. Vielfach wurden die Informationen

und Beratung telefonisch geklärt. In den Erwerbsbereichen erfolgt die

Pflanzenschutzberatung großteils über die Kollegen/innen der Betriebsberatung der

Landwirtschaftskammer NRW, die mit dem Pflanzenschutzdienst ständig im Dialog

stehen. Die Diagnose von eingesandtem erkranktem Pflanzenmaterial wurde in den

speziellen Abteilungen des Pflanzenschutzdienstes durchgeführt. Im Fachbereich

Obstbau wurden zu den Untersuchungsergebnissen die schriftlichen Erläuterungen

gegeben. Die meisten Aufträge erfolgen zu Bodenuntersuchungen auf Verticillium

und Nematodenbefall. Besonders Beerenobstbetriebe und Baumschulen erhielten

durch diese Untersuchungen wertvolle Hinweise, um einen möglichen späteren

Befall der Kulturpflanzen zu verhindern.

Informationen aus Warndienstbeobachtungen und Simulationsmodellen konnten den

Beziehern über die Pflanzenschutz-Spezialhinweise (Brief, Fax, E-Mail), den Schorf-

Spezialhinweis, den Informationsdienst Gartenbau (Baumobst, Beerenobst), bei

Feldbegehungen mit den Betriebsberatern, in Abendveranstaltungen, durch

Vorträge, Veröffentlichungen, Rundbriefe, telefonische Information, IP-

Gruppentreffen vor Ort und über Mitteilungen in der Fachpresse vermittelt werden.

Eine größere Bedeutung erlangt auch für den Gartenbau ISIP, die Internetplattform

der Pflanzenschutzdienste.

Im Obstbau konnte in 12. Auflage die umfangreiche Broschüre „Obstbau,

Kulturführung und Pflanzenschutz“ für die Beratungskunden zur Verfügung gestellt

werden.

(Dr. A. Engel)


- 51 -

2.3.2 Beerenobst und Weinbau

In der Erdbeerensaison spielten die Fruchtfäulen wieder in den verfrühten Kulturen

eine große Rolle. In diesem Jahr führte die Grauschimmelfäule zu großen Verlusten.

Nur wenn neben chemischen auch andere integrierte Maßnahmen durchgeführt

wurden, konnte die Situation beherrscht werden.

Bei den Strauchbeeren konnten die Schaderreger in den meisten Fällen

zufriedenstellend bekämpft werden.

Im kleinen Weinbaugebiet am Siebengebirge wurden die Wicklerarten intensiv vom

Pflanzenschutzdienst beobachtet und die Betriebe beraten. Entgegen dem Trend in

anderen Weinbaugebieten wurden in diesem Jahr im Siebengebirge großteils

gesunde Trauben gelesen.

(Dr. A. Engel)

2.4 Gemüsebau

Der Witterungsverlauf im Kulturjahr 2010 wich im Temperatur- und

Niederschlagsverlauf, mit regionalen Unterschieden, deutlich von langjährigen

Mittelwerten ab. Der sehr geringe Niederschlag in den Monaten April, Juni und Juli

sowie die mit fast 100 % über dem langjährigen Niederschlagsmittel liegenden

Monate August, November und Dezember spiegeln sich im Auftreten der

Schaderreger genauso wider, wie das im langjährigen Vergleich viel zu kalte

Frühjahr und die im Tagesmittel um ca. 3 °C Monate wärmeren Monate Juli und

September.

So traten im Freiland viele Pilzerkrankungen erst in der zweiten Jahreshälfte auf. Auf

schwereren Böden kam es durch die hohe Bodenfeuchte örtlich verstärkt zu

Ausfällen durch Bakteriosen. Dagegen ließen sich die Kurzkulturen in der ersten

Jahreshälfte, z.B. von Salat, teilweise mit verringertem Fungizideinsatz produzieren.

In vielen Kulturen war durch die hohen Niederschläge im Spätsommer ein starkes

Aufkommen von Bakteriosen zu verzeichnen. Betroffen waren vor allem die Salate.

Da Bekämpfungsmaßnahmen nicht zur Verfügung standen, gab es vielerorts große

Ausfälle. Dramatisch wirkte sich dies bei den Lagerzwiebeln aus. Da ein Befall vor

der Ernte nicht immer zu erkennen war und somit Befallszwiebeln mit ins Lager

gerieten, kam es, auch durch die zusätzliche Ansteckung, teilweise zu größeren

Fäulniseinbrüchen und vorzeitigen Räumung des Lagers. Die Zwiebelschläge, die

einen frühzeitigen Befall erkennen ließen, wurden in der Regel nicht mehr ins

Trockenlager gefahren.

In rheinischen Gemüse-Anbaugebieten spielt örtlich die Stielmuskultur eine größere

Rolle. Da diese Gemüseart im Kulturstammbaum weiterhin nicht dem Spinat oder

den Brassicaarten zugeordnet sondern als Einzelkultur gelistet ist, gibt es

dementsprechend auch wenig Zulassungsausweisungen und somit wenig

Bekämpfungsmöglichkeiten. Vor allem der Weiße Rost (Albuga candida) spielt eine

große Rolle, der - mangels nicht ausreichender Bekämpfungsmöglichkeiten - immer

wieder zu Nichtvermarktbarkeit der Ware führt.


- 52 -

Weißer Rost an Stielmus

Auch beim Auftreten von tierischen Schaderregern gab es, mit regionalen

Unterschieden, Verschiebungen im Befallsauftreten. Der Befallsverlauf der Kleinen

Kohlfliege (Delia radicum) begann mit einer landesweit eher schwachen ersten

Generation. Die Schäden bezogen sich in der Regel auf den Wurzelbefall. Große

Ertragsausfälle aufgrund der ersten Generation wurden nicht festgestellt. Die im

Vergleich zu den Vorjahren später einsetzende zweite Generation zeigte sowohl eine

höhere Eiablagerate als auch deutlich mehr Schadsymptome gegenüber der ersten

Generation, wenn auch auf vergleichbarem Niveau der Vorjahre. Die dritte

Generation der Kleinen Kohlfliege hatte den Beobachtungen des Warndienstes

zufolge in der 34. KW ihren Flughöhepunkt. Hier lagen die Eiablagen deutlich über

dem langjährigen Mittel. Wie auch in vergangenen Jahren üblich, schädigte diese

Generation in höherem Anteil nicht nur im Wurzelbereich, sondern, verstärkt auch

durch eine Eiablage auf den Blättern, in den Blattachseln der Blätter.

Kohlfliegenbefall im Chinakohlblatt

Der Befallsdruck durch Thripse (Thrips sp.) im Freiland in Kohl und Allium-Arten (z.B.

Zwiebeln, Porree, Schnittlauch) bewegte sich im ganzen Land auf niedrigem Niveau.

Nach anfänglich normalem Generationsaufbau brach die Population im Sommer, in

den Perioden mit hohen Niederschlägen (August), fast vollständig zusammen. Örtlich

konnte sogar ein Insektizideinsatz unterbleiben. Beim Porree waren daher

Ertragsausfälle durch Thripssaugschäden sehr selten. Die sich wieder aufbauenden

Thrips-Populationen im trockeneren September ließen sich durch gezielte insektizide

Maßnahmen auf den meisten Flächen ausreichend kontrollieren. Die im Kopfkohl

entstandenen Verkorkungen durch Thripssaugschäden begrenzten sich in der Regel

auf die Deckblätter.


- 53 -

Die Kohlmottenschildlaus (Aleurodes proletella) hatte auch in 2010 eine

herausragende Bedeutung in den Kohlkulturen. Besonders in Betrieben, die verstärkt

satzweisen Anbau auf einer Fläche betreiben, kam es zu Befallsverschleppungen

innerhalb der Sätze. Bei frühzeitigem Einsatz entsprechender Insektizidmaßnahmen

waren die Populationen in der Regel, von einigen Ausnahmen abgesehen,

ausreichend kontrollierbar. Betriebe, die mit der Bekämpfung zu spät eingesetzt

hatten oder deren Präparatewahl der Situation nicht entsprechend war, hatten aber

ebenso Probleme mit der Kontrolle des Schaderregers wie auch Betriebe die in der

Feldhygiene nachlässig waren. Vor allem auch dort, wo nicht konsequent die Quellen

(Erntereste) der Neuinfektion ausgeschaltet wurden, gab es Bekämpfungprobleme.

Entspannung brachte im Kohlanbau die Ausnahmegenehmigung nach § 11

Pflanzenschutzgesetz für das Produkt Movento (Spirotetramat), dessen

vollsystemische Wirkung auch die versteckt sitzenden Individuen und die

Larvenstadien gut erfasste. Irritationen gab es bei einigen Anbauern, weil Movento

die adulten Stadien nicht ausreichend erfasste (Hauptwirkung liegt bei den

Larvenstadien) und weil Behandlungsfehler gemacht wurden. So erfolgte teilweise

vor Movento der Einsatz anderer Insektizide, die zum Saugstopp führten und somit

Movento nicht mehr ausreichend aufgenommen wurde. Gegenüber dem Vorjahr gab

es, hauptsächlich durch den Moventoeinsatz, kaum Fälle, bei denen Kohlsätze durch

Besatz mit Weißer Fliege nicht vermarktungsfähig waren bzw. umgebrochen werden

mussten.

Erstmalig konnte die Tomatenminiermotte (Tuta absoluta) an mehreren Stellen in

Pheromonfallen nachgewiesen werden. In einem Gemüsegroßmarkt war fast

ganzjährig, je nach Herkunft der dort gehandelten Tomatenfrüchte, der Schädling

präsent. Aber auch in zwei Tomatenbetrieben wurde die Miniermotte gefangen. In

2011 wird daher mit einem noch größeren Auftreten gerechnet.

Tuta absoluta

Örtlich trat verstärkt die Gammaeule auf. Sie verursachte jedoch keine größeren

Schädigungen, da rechtzeitig darauf hingewiesen und frühzeitig Gegenmaßnahmen

eingeleitet wurden. Der seit dem Vorjahr im Möhrenanbau verstärkt aufgetretene

Zahnflügelfalter stellte diesjährig kein Problem dar. Da die Anbauer, bezogen auf

diese Problematik, sensibilisiert waren, wurde verstärkt kontrolliert, verbunden mit

entsprechenden Maßnahmen. Ein größeres Problem stellten nach wie vor die Mäuse

dar. Durch den Wegfall der Zulassung für den breitwürfigen Chlorphacinon-

Feldmausköder ist eine optimale Bekämpfung nicht mehr gegeben. Das Aufstellen

und die Betreuung von Köderstationen bzw. das Auslegen von Zinkphosphid-

Getreide mittels Legeflinte in die Mäuselöcher, ist sehr aufwendig und lässt sich auf


- 54 -

größeren Flächen kaum durchführen. Je nach Parzelle sind Ausfälle bis zu 30 % zu

beklagen.

In Nordrhein-Westfalen hat der Rucola-Anbau stark zugenommen. Die Vermarktung

erfolgt sowohl im Frischmarktbereich als auch für die Convienienceproduktion. Die

Anbauflächen je Betrieb liegen teilweise weit über 50 ha. Nicht zuletzt durch die

Sensibilität des Verbrauchers gegenüber dem Kreuzkraut wird der

Unkrautbekämpfung einen großer Stellenwert zugeordnet. Da der Rucola gegenüber

brassicatoleranten Herbiziden sehr empfindlich ist, kann nur mit stark reduzierten

Aufwandmengen gearbeitet werden, wodurch in der Regel nur eine Minimierung der

Unkrautkonkurrenz möglich ist. Da ausreichend wirksame und verträgliche Herbizide

zurzeit nicht zur Verfügung stehen, bleibt die Kreuzkraut-Problematik somit weiterhin

akut.

2.5 Baumschulen

Krankheiten und Schädlinge in der Baumschule

Kreuzkrautblatt in Rucola

(J. Keßler, F.-P. Schenk)

Die in der Vegetationsperiode 2010 aufgetretenen Schadbilder waren durch die

extremen Witterungsverläufe in den Jahreszeiten stark geprägt. In dem kalten und

langen Winter 2009/10 entstanden teils wieder starke Frostschäden in den

Quartieren. Folgende Kulturen waren besonders betroffen: Prunus laurocerasus,

Platanen (Hochstämme) Rissbildung, Virburnum tinus, Taxus, Photinia, Acuba,

Hedera u.a..

Schäden an Prunus laurocerasus


- 55 -

Durch das verhältnismäßig kühle Frühjahr setzte die Vegetation mit erheblicher

Zeitverzögerung ein. Besonders Pilzkrankheiten traten in diesem Witterungsabschnitt

verstärkt an folgenden Kulturen auf: Echter Mehltau (Erysiphaceae) / Schrotschuss

(Stigmina carpophila) an Kirschlorbeer (P. laurocerasus).

Befall an Acer

Rost (Gymnosporangium) an Crataegus laevigatus und Schorf (Venturia inaequalis)

an Malus und deren Zierformen. Nach dieser kühlen Phase änderte sich das Wetter

Mitte Juni schlagartig und es wurde sehr heiß und trocken mit Spitzentemperaturen

bis 36°C. Dieser Witterungsabschnitt dauerte ca. 4 Wochen. In dieser Zeit

entstanden in vielen Kulturen zum Teil erhebliche Trockenschäden bzw.

Sonnenbrandschäden durch hohe UV-Einstrahlung.

Symptome an Rhododendron

Blattlaus und Netzwanzenpopulationen erreichten im Monitoring des

Pflanzenschutzdienstes „Spitzenwerte“. Die Bekämpfung war in den meisten Fällen

bei Einhaltung der Spritztermine und konsequenten Wirkstoffwechsel

unproblematisch. Zunehmend schwierig erwies sich dagegen die Behandlung von

Spinnmilbenarten (Tetranychidae) an Buxus, Malus, Euonymus, Rosa und in

Nadelholzkulturen.

Befall an Picea


- 56 -

Die Neigung zur Resistenzbildung gegen Wirkstoffe ist bei diesen Schadorganismen

besonders hoch, so dass Blockbehandlungen mit stetigem Wirkstoffwechsel

entscheidend für den Behandlungserfolg waren. Besonders hoch war der

Befallsdruck durch die Weisstannentrieblaus (Dreyfusia nordmannianae). Die grün

gefärbte Laus trat in diesem Jahr besonders häufig und intensiv auf. Starke

Honigtauausscheidungen und nachfolgende Triebdeformationen schädigten die

Kulturen nachhaltig.

Starkbefall an Euonymus

An immergrünen Gehölzen wurde ein erheblicher Anstieg des Befalls durch die

Maulbeerschildlaus (Pseudaulacapsis pentagona) festgestellt. Die Bekämpfung

dieser Schildlausart erwies sich während der Vegetation als sehr schwierig, da

momentan keine wirksamen Insektizide zur Verfügung stehen. Für die nun

anstehende Vegetationsruhe wurden wiederholte Anwendungen mit Präparaten auf

Ölbasis empfohlen. Obwohl sich die Witterungsverhältnisse ab Ende Juli nachhaltig

in Richtung kühl und niederschlagsreich änderten, haben sich die vorher

geschilderten Probleme in den Kulturen nicht entschärft. Zusätzlich zeigte sich im

Spätsommer verstärkter Befall von Xanthomonas campestris pv.hederae in

Hederakulturen bedingt durch die zahlreichen Niederschläge in Verbindung mit lang

anhaltenden Blattnässen. Buxus litt weiterhin verstärkt unter Cylindrocladium

buxicola, vielfach aber auch Volutella buxi. Durch die weiter intensive Ausdehnung

der Produktion von Buchsbaum kam es in Folge zu vielen Anfragen von

Baumschulen und Grünflächenämtern zu o.g. Erkrankungen.

(F. Herfarth)

2.6 Zierpflanzenbau

Der Witterungsverlauf im Jahr 2010 war geprägt von einem langen, kalten Winter mit

Schnee, der ab März trockener wurde. Das Frühjahr war bis in den Mai hinein kalt

und trocken. Es folgte ein extrem heißer Sommer von Mitte Juni bis Mitte Juli dem

sich ein sehr verregneter August anschloss. Im Oktober waren bereits wieder die

ersten Frostnächte zu verzeichnen, die in den früh einsetzenden und langen Winter

führten.


- 57 -

Betroffen von dem späten und kalten Frühjahr waren vor allem Freiland- und

Kalthauskulturen. Hier war die Auswinterung so stark, wie seit Jahren nicht mehr.

Auch der starke Lichtmangel der ersten Monate führte zu Problemen in

Frühjahrsblühern, da die Bestände kaum abtrockneten und pilzliche Erreger wie

Falscher Mehltau (z.B. an Viola, Myosotis) und Botrytis (an Calibrachoa, Sanvitalia,

Bidens) stark gefördert wurden.

Besonders problematisch war im Frühjahr 2010 das Auftreten der Bakteriose

Xanthomonas hortorum pv. pelargonii an Pelargonien. Betroffen waren etwa 30 %

der Pelargonienproduktion in Nordrhein-Westfalen. Im Gegensatz zu früheren

Epidemien mit Xanthomonas kam es aber in 2010 kaum zu Welkeerscheinungen,

vielmehr handelte es sich einen Bakterienstamm, der überwiegend Blattflecken

verursachte.

Durch den heißen Juni und Juli wurden viele Pflanzenbestände geschwächt, so dass

es im sehr niederschlagreichen August zu starken Schäden durch pilzliche Erreger

kann. So traten im Freiland verstärkt Vernässungspilze wie Pythium sp. und

Phytophthora auf. Starke Ausfälle traten auch durch Colletotrichum-Arten auf,

insbesondere an Lupinen, Penstemon und wie bereits in den Vorjahren an

Gaultherien. Hier war die Krankheit eindeutig durch bereits infizierte Jungpflanzen

verursacht.

Im Gewächshaus stellte der kalifornische Blütenthrips den wichtigsten Schädling dar.

Die Resistenz des Erregers gegenüber allen gängigen Pflanzenschutzmitteln stellte

die Anbauer vor große Probleme. Am stärksten von Thrips betroffen waren

Gewächshausrosen, Cyclamen und Chrysanthemen. In den meisten Fällen war die

biologische Thripsbekämpfung der chemischen Bekämpfung überlegen.

(W. Hennes)

2.6.1 Topfpflanzen (Eriken, Callunen, Azaleen, Kleingehölze)

Die Witterung des Jahres 2010 generell, aber auch die regional zum Teil sehr

unterschiedlichen Wetterereignisse, bereiteten besonders im Freiland Probleme.

Die bis April andauernde Kälte führte sowohl im Freiland als auch in Kalthäusern zu

deutlichen Auswinterungsschäden. Betroffen waren hier neben Stauden und

Frühjahrsblühern besonders Kleingehölze in Gewächshäusern ohne Zuheizung (u.a.

Skimmia, Viburnum tinus, Euonymus, Ilex crenata, Hedera) als auch Gaultheria

procumbens oder Calluna vulgaris unter Flies im Freiland.

Die extreme Hitze im Juni/Juli schwächte viele Kulturen sowohl im Freiland als auch

in Gewächshäusern, was besonders bei Hebe armstrongii, Erica-Arten und Calluna

vulgaris zu nachfolgenden Phytophthora cinnamomi- und/oder Cylindrocladium

scoparium-Problemen geführt hat. Andere Gehölze wie Skimmia, Euonymus oder

Hedera zeigten vor allem verstärkt Befall mit Spinnmilben und Blattläusen.

Die Hitze in Verbindung mit häufigen Bewässerungsmaßnahmen führte bei

Gaultheria procumbens wieder zu erheblichen Ausfällen durch den Pilz

Colletotrichum gloeosporioides. Das Problem ist weiterhin aus Sicht der Praxis nicht

gelöst. Bereits an Jungpflanzen konnten wieder Infektionen nachgewiesen werden.

Zeigen Jungpflanzen innerhalb der ersten 6-8 Wochen nach Erhalt bereits

Colletotrichum-Symptome, so ist erfahrungsgemäß eine Weiterkultur der Sorte oder

Partie nicht mehr ratsam.


- 58 -

Gaultheria procumbens: Befall mit Colletotrichum gloeosporioides

Frostschäden Kein Colletotrichum gloeosporioides

nachgewiesen

Die Probleme mit Pilzen und Bakterien in den obengenannten Kulturen setzten sich

in den extrem feuchten Monaten August/September weiter fort.

Bei Erica gracilis führte die Hitze und anschließende Feuchtigkeit zusätzlich zu einer

stärkeren Blühverzögerung, die örtlich bis zu 3 Wochen betrug. Dadurch war

besonders der frühe Absatz vielerorts nicht möglich. Teilweise konnte durch längere

Standzeiten in dichten Beständen Botrytis cinerea-Befall nachgewiesen werden.

Das bekannte, aber in diesem Jahr stärker auftretende Triebsterben bei Erica x

darleyensis und Erica carnea besonders in den Monaten Juli/August/September ist

bisher nicht zufriedenstellend geklärt. Der Pilz Phytophthora sp. war nur in

Einzelfällen nachweisbar. Hauptsächlich ist der Pilz Pestalotia sp. festgestellt

worden, der in Kombination mit Faktoren wie Pflanzenherkunft und Düngungsart für

diese Schadproblematik verantwortlich sein soll.

Triebsterben bei Erica x darleyensis

Triebsterben bei Erica carnea


- 59 -

Erstmalig konnten in Nordrhein-Westfalen Pseudomonas syringae (vermutlich

Pseudomonas syringae pv. viburni) im wirtschaftlichen Ausmaß an Viburnum tinus in

einem Betrieb festgestellt werden. Unter Freilandbedingungen trat das Bakterium ab

August besonders stark auf, so dass die Pflanzen nicht vermarktungsfähig waren.

Aufgrund fortgeschrittener Befallssymptome war eine Bekämpfung nicht mehr

sinnvoll, so dass nur der Rückschnitt und ein späterer Verkauf möglich war.

Pseudomonas syringae an Viburnum tinus

Bei Rhododendron simsii verursachen seit Jahren immer wieder Weichhautmilben

(Tarsonemus spp.) und Weiße Fliegen (Trialeurodes vaporariorum; Bemisia tabaci)

Schäden, da sich die nachhaltige Bekämpfung zunehmend schwieriger gestaltet.

Eine stärkere Spätverunkrautung auf Freilandstellflächen war besonders am

Niederrhein aufgrund der insgesamt feuchten Witterung im August/September zu

beobachten.

Versuche zu Vorauflaufherbiziden bei eingesenkten Erica gracilis bzw. Calluna

vulgaris als Palettenkultur wurden in 2 Betrieben durchgeführt. Herbizide wie Terano,

Stomp Aqua, Butisan Combi, Successor 600 oder Spectrum sind Solo oder in

Kombination behandelt worden. Die Verträglichkeit war insgesamt in diesem Jahr auf

den Versuchsflächen gut. Im Hinblick auf die Langzeitwirkung überzeugten nur die

Varianten, bei denen Terano kombiniert mit mindestens 0,5 kg/ha oder Solo mit

mindestens 1 kg/ha eingesetzt wurde. Der Wirkstoff Dimethenamid-P (Spectrum;

Butisan Kombi) zeigte besonders gegen Schwarzen Nachtschatten (Solanum

nigrum) sehr gute und anhaltende Wirkungen.

Herbizidversuchsfläche 2010

(hier: eingesenkte Erica gracilis)

Witterungsbedingte Blühverzögerung bei Erica gracilis

auch im Versuch (Stand: Oktober 2010)

(R. Wilke)


2.6.2 Schnittblumen

- 60 -

Seit Jahren können im Schnittrosenanbau unter Glas zunehmend Probleme mit

Spinnmilben und Thripsen verzeichnet werden. Das war auch im Jahr 2010 wieder

so. Resistenzen gegen gängige Wirkstoffe sind bei beiden Schädlingen

nachgewiesen. Bei den Spinnmilben kann neben Tetranychus urticae oftmals auch

Tetranychus cinnabarinus festgestellt werden. Jungpflanzen verschiedenster

Herkunft sind beobachtungsgemäß bei Lieferung bereits befallen. Als Hauptproblem

bei den Thripsen beobachtet man im geschützten Anbau weiterhin Frankliniella

occidentalis, der anscheinend in unterschiedlich resistenten Populationen auftritt.

Zum Teil musste örtlich der zweite Blütenflor aufgrund von stark angestiegenen

Thripspopulationen komplett vernichtet werden. Die Bekämpfung mit chemischen

Pflanzenschutzmitteln besonders beim sogenannten "Japanischen Kultursystem"

bereitet örtlich erhebliche Probleme, so dass die Nachfrage nach einem

Nützlingseinsatz auch in 2010 kontinuierlich gestiegen ist.

starker Spinnmilben-Befall an Rosenblättern

Symptome des Falschen Mehltau

(Peronospora sparsa) an einem Rosenblatt

helle, unregelmäßige Blattflecken

deuten auf einen Thrips-Befall hin

Symptome von Sternrußtau

(Diplocarpon rosae) an einem Rosenblatt

Bei ausgepflanzten Rosen unter Glas als auch im Freiland waren vor allem im

August/September unter den sehr feuchten Bedingungen Probleme mit Falschen

Mehltau (Peronospora sparsa) und Sternrußtau (Diplocarpon rosae / nur im Freiland)

zu beobachten. Effektive Pflanzenschutzbehandlungen waren aufgrund der

permanenten Feuchtigkeit im Freiland oftmals nicht durchführbar.

In Gerbera-Beständen spielte weiterhin die Weiße Fliege eine wichtige Rolle, deren

Bekämpfung zunehmend mit Nützlingen wie Encarsia formosa oder anderen

alternativen Pflanzenschutzmaßnahmen versucht wird.


- 61 -

In Dendranthema war unter feuchten Witterungsbedingungen örtlich verstärkt

Puccinia horiana (Weißrost) zu verzeichnen. Je nach Witterungslage und Befallsgrad

konnte eine erfolgreiche Bekämpfung nicht mehr durchgeführt werden.

2.6.3 Beet- und Balkonpflanzen

Puccinia horiana an Dendranthema

(R. Wilke)

In Jungpflanzenbetrieben gab es vermehrt nichtparasitäre Schäden, die auf die

schlechten Wachstumsbedingungen im Januar/Februar zurückzuführen sind.

Betroffen sind Petunien, Callibrachoa, Osteospermum und andere.

Bei Beet- und Balkonpflanzen konnten nur wenige gravierende

Pflanzenschutzprobleme beobachtet werden.

Die Anzahl nichtparasitärer Schadursachen war auch in diesem Jahr zunehmend.

Besonders Unverträglichkeiten nach Spitzapplikationen führten in einzelnen

Betrieben aufgrund der lichtschwachen Witterung zu stärkeren Schäden. Aber auch

ohne Pflanzenschutzbehandlungen kam es allein aufgrund der Witterung zu

erheblichen Problemen bei der Anzucht von Lantanen und Dipladenien im

Dezember. Letztere reagierten unter fehlendem Licht und Temperatur bei gleichzeitig

starker Feuchtigkeit und Nährstoffmangel mit komplettem und spontanem

Blattabwurf. Dabei zeigten sich Symptome, die an Bakteriose oder Phytophthora

erinnerten. Trotz umfangreicher Untersuchungen konnten parasitäre Ursachen nicht

nachgewiesen werden.

Forschungsbedarf besteht bei Topfdahlien. Schon im Jungpflanzenstadium sind auf

den Blättern chlorotische Strichzeichnungen zu erkennen. Im weiteren Verlauf sind

Wuchsstagnationen und -anomalien zu beobachten. Trotz gründlicher Forschung

konnte bisher weder ein parasitärer noch ein nichtparasitärer Zusammenhang

hergestellt werden.

Bei Pelargonium zonale als auch Pelargonium peltatum war verstärkt das Bakterium

Xanthomonas hortorum pv. pelargonii (= Xanthomonas campestris pv. pelargonii)

feststellbar. Geprägt war das Auftreten der Bakteriose durch nicht häufig

vorkommende Schadsymptome, so dass diese lange in den betroffenen

Pflanzenbeständen nicht als die von Xanthomonas hortorum erkannt wurden. Neben

einer durch die Symptomatik erschwerten Labordiagnose konnten daher in vielen

Fällen keine rechtzeitigen Gegenmaßnahmen getroffen werden.

Sehr typisch und allgemein bekannt für das systemische Bakterium Xanthomonas

hortorum sind plötzliche Welkeerscheinungen der ganze Pflanze nach Wärmephasen


- 62 -

bzw. die anfängliche Regenschirmwelke einzelner Blätter. Erfahrungsgemäß kommt

es bei betroffenen Pflanzen zu einem schnellen Krankheitsverlauf, der dazu führt,

dass eine Sorte oder ganze Partie zusammenbricht und in der Regel nur noch

entsorgt werden kann. In der Saison 2010 waren im Gegensatz dazu vor allem

aufgrund eines Xanthomonas hortorum-Stammes sehr häufig Blattchlorosen,

Blattrandnekrosen und Blattflecken zu beobachten, die sich in der Produktion bei

Bewässerung von unten (z.B. Mattenbewässerung, Ebbe- und Flutbewässerung)

relativ gering ausbreiteten. Die zum Teil sehr geringe Einstrahlung hat zusätzlich

einen schnellen Krankheitsverlauf verhindert. Die sichtbaren (nicht als Bakteriose

erkannten) Symptome wurden vielfach als sortenbedingte Reaktionen auf kühle

Witterung, Lichtschwäche und zum Teil trockene Kulturführung angesehen, so dass

Putzmaßnahmen an erkrankten Pflanzen immer wieder zur unbewussten

Übertragung in andere befallsfreie Sorten bzw. Pflanzenherkünfte geführt haben.

Besonders bei Überkopfbewässerung war eine zum Teil starke Verbreitung der

Blattsymptome durch Wasserspritzer zu beobachten. Behandlungen mit

Kupferpräparaten oder Menno Florades zum Schutz nichtbefallener Blattflächen, wie

sie von verschiedenen Seiten empfohlen wurden, waren aufwändig und haben

oftmals nicht den erhofften Erfolg gebracht. Unverständlicherweise werden derartige

Empfehlungen selbst dann noch ausgesprochen, wenn bei ersten Welkesymptomen

eine Gesundung befallener Pflanzen nicht mehr zu erwarten und eine Vernichtung

der betroffenen Sorte/Partie erfahrungsgemäß die einzig fachlich sinnvolle

Maßnahme ist.

Die Bakterien, die sich in der Produktion je nach Sorte durch geschützten Stand und

gezielte Kulturmaßnahmen weniger gravierend auswirken konnten, haben vermutlich

später beim Kunden vielerorts durch Niederschlag erhebliche Schäden verursacht.

Die Simulation dieser Effekte im Gewächshaus des Pflanzenschutzdienstes NRW mit

einem Blattflecken verursachenden Xanthomonas-Isolat konnte zeigen, dass

Pflanzen mit wenigen bakteriellen Blattflecken nach ca. 3-4 Wochen durch

Überkopfbewässerung völlig nekrotisch wurden. Problematisch ist dieser Umstand

natürlich für direkt absetzende Betriebe, die nach Kenntnis des Befalls den Verkauf

einstellen mussten, da Reklamationen direkt im Betrieb zu erwarten waren.

Nachfolgende Infektionstests mit zwei Xanthomonas hortorum-Isolaten

unterschiedlicher Herkunft konnten zeigen, dass die Pathogenität der Isolate sehr

unterschiedlich war. Sowohl die Sprühapplikation als auch die Injektion ins

Leitungsgewebe führte zu unterschiedlichen Krankheitsverläufen. Allein diese

Tatsache zeigt schon, dass eine seriöse Befallsprognose im Bestand nicht möglich

ist. Wenn man dann noch Faktoren wie Witterung, Kulturführung etc. dazu�nimmt, ist

eine derartige Prognose fast unmöglich!


- 63 -

durch bestimmte Xanthomonas-Stämme verursachte Blattflecken

Auftreten von Thrips und von ihnen übertragene Tospoviren

(Tomatenbronzefleckenvirus-TSWV- / -Impatiensnekrosefleckenvirus -INSV-)

Wie schon im letzten Jahr konnte ein Ansteigen der Probleme bei der

Thripsbekämpfung in einzelnen Betrieben beobachtet werden. Besonders Betriebe mit

rein chemischem Pflanzenschutz waren betroffen. In der Regel handelte es sich bei

den Tieren um die Gattung Frankliniella (eine Artbestimmung ist nicht immer erfolgt).

Gründe für die Zunahme können sein, dass mit den zur Verfügung stehenden

Nutzorganismen und Wirkstoffen eine ausreichende Bekämpfung allgemein bei B&B-

Pflanzen bisher noch möglich ist und somit die potentielle Schadwirkung bei einzelnen

Gärtnern doch zunehmend unterschätzt wird. Oftmals werden Gegenmaßnahmen

dann zu spät eingeleitet. Auf der anderen Seite stehen hauptsächlich Präparate mit

Kontaktwirkung zur Verfügung, die eine ausreichende Benetzung der gesamten

Pflanze voraussetzen. Das ist erfahrungsgemäß in den Betrieben nicht immer

gewährleistet. Zudem werden die begrenzt zur Verfügung stehenden wirksamen

Präparate öfter und in vielen Beständen eingesetzt, so dass zunehmend von

Wirkungsschwächen bzw. auch Resistenzen ausgegangen werden muss. Kommt es

dann bereits bei B&B-Pflanzen zu einer stärkeren Thrips-Entwicklung, lassen sich

neben den direkten Saugschäden im jeweiligen Pflanzenbestand die Tospoviren in

nachfolgenden Kulturen doch öfter wieder feststellen. Vermutlich ist der anfängliche

Viren-Befall im B&B-Sortiment nicht erkannt worden, so dass die starke und damit

sichtbare Verbreitung der Viren mit der größer werdenden Thripspopulation in

Folgekulturen wie Bellis, Cyclamen, Callistephus, Chrysanthemum, Passiflora u.a. erst

möglich war.

In Betrieben, in denen eine derartige Problematik entstanden ist, sollten sich dringend

an die Beratung wenden, da nur langfristige und konsequente Maßnahmen zu einer

Tilgung der Thripse und damit auch der Verbannung der Viren führen. Folgende

Punkte sind besonders zu beachten:

• Bei der Bekämpfung von Thripsen können nur betriebsspezifische

Gegenmaßnahmen zum Erfolg führen. Das bloße Nennen von möglichen

Nutzorganismen und Wirkstoffen ist keine Garantie für einen Bekämpfungserfolg!

Die Bekämpfungsproblematik ist mittlerweile vielschichtiger!

• Bestehen bereits Probleme in der Erkennung von Thripsen und Tospoviren-

Symptomen, so ist ebenfalls rechtzeitig die Beratung einzuschalten!


- 64 -

• Nach jetzigem Kenntnisstand können Thripslarven die Tospoviren nur

aufnehmen; erwachsene Tiere diese nur abgeben! Infizierte Thripse bleiben

zeitlebens infektiös (egal wie lange sie als Puppe im Boden/Substrat gelegen

haben)!

• Tospoviren lassen sich nicht mit Pflanzenschutzmitteln in Pflanzen bekämpfen.

Nur wenn die mechanische Virenübertragung bzw. die durch Thripse verhindert

wird, ist eine Eliminierung möglich!

• Eine Übertragung der Tospoviren über Stellflächen ist bisher nicht praxisrelevant,

so dass von umfangreichen chemischen Desinfektionsmaßnahmen abgesehen

werden sollte. Eine gründliche mechanische Reinigung ist ausreichend!

• Als tierische Vektoren für Tospoviren kommen nur Thripse in Betracht. Blattläuse,

Weiße Fliegen, Spinnmilben u.a. sind in diesem Zusammenhang nicht relevant

und müssen daher auch nicht bekämpft werden.

starker Thrips-Befall an Fuchsia-Hybriden Tospoviren-Befall bei Pelargonium peltatum

Als ein weiterer tierischer Schädling mit hohem Ausbreitungspotenzial hat die Weiße

Fliege bei den anfälligen Kulturen Lantana, Verbena und Lippia schon

außergewöhnlich früh für Unruhe gesorgt. Es gab Bekämpfungsschwierigkeiten, da

unter den kalten und lichtarmen Bedingungen des Januars so manche

Bekämpfungsmaßnahme ins leere lief. Später, im Sommer, war es um diesen und

andere Schädlinge mit Flugphasen relativ ruhig. Möglicherweise ist das in dem

letzten Jahr sehr frühe und massenartige Auftreten der Raubfliege Coenosia

attenuata in den Betrieben ein Grund dafür.

Bei Verbenen kam es im März zu einer unbekannten Symptombildung wie im

Folgenden beschrieben: Junge Blätter waren überaus zahlreich mit hellen Punkten

versehen, die bei genauem Hinsehen aus fast ganz durch das Blattgewebe

gehenden kleinen Löchern bestanden. Als Verursacher wurde der Massenbefall mit

einer Tyrophagus-Art (Strohmilben) ausgemacht. Mehrere Akarizideinsätze waren

erforderlich, um den Befall zu bekämpfen.

Weichhautmilben traten bei Impatiens Neu-Guinea-Hybriden auf und verursachten

auf den Blattunterseiten aufgeraute Gewebeflächen und violetten Blattflecken

oberseits.

Spinnmilben waren in den heißen Sommermonaten nicht nur bei den anfälligen

Kulturen wie Topfrosen, Brugmansien, Solanum-Arten usw. zu finden, sondern auch

untypische Wirtspflanzen, wie z.B. Cyclamen persicum wurden zum Teil stark

befallen.

Bei Kalthauskulturen wie Viola, Primula acaulis, Bellis oder Myosotis konnten wieder

Probleme mit zu frühem oder zu starkem Hemmstoffeinsatz verzeichnet werden.


- 65 -

Die Ursache sortenbedingte Blattrollungen bei Bellis und Myosotis-Herkünften konnte

auch in 2010 nicht befriedigend geklärt werden.

Bei Primeln traten in manchen Beständen Pflanzen mit Blütendeformationen auf. Die

Symptome äußerten sich bei schwacher Ausprägung durch gewellte

Blütenblattränder, bei starker Ausprägung durch in sich eingezogene deformierte

Blüten. Darüber hinaus war Seitentriebbildung zu beobachten. Ein parasitärer

Hintergrund konnte ausgeschlossen werden. Die Ursache konnte schließlich auf den

plötzlich auftretenden Temperatursturz im Dezember des Vorjahres zurückgeführt

werden, was besonders bei Standorten mit schwacher Heizleistung deutlich gesehen

werden konnte.

Primula acaulis:

Welke durch einen Phytophthora sp.-Befall

gewellte Blüten infolge zu niedriger Temperaturen

in einem frühen Stadium

weiterhin ungeklärt:

Blattrollungen bei Myosotis

Pilzliche Schaderreger wie Falscher Mehltau, Echter Mehltau, Rost, Blattfleckenpilze,

Phytophthora sp. und/oder Pythium sp. mussten in unterschiedlicher Intensität

bekämpft werden. Erkrankungen durch Phoma sp. waren wieder häufiger an Bellis

zu finden. Einschleppungen dieser Krankheit mit den Jungpflanzen waren sehr

wahrscheinlich.

Von Ausfällen durch Cylindrocladium sp. war besonders Punica granatum betroffen.

Meist konnte ein Zusammenhang mit zu intensiver Bodenfeuchtigkeit nachvollzogen

werden. Die Entyloma-Blattfleckenkrankheit grassierte im Sommer während nasser

Perioden an Freiland-Dahlien. Oft begünstigte ein schlechtes Fungizid-Timing den

Pilz ungemein. Auch in 2010 gab es bei Calibrachoa wieder zum Teil starke Ausfälle

durch Thielaviopsis basicola. Bei betroffenen Beständen konnte zu feuchte

Kulturführung als Ursache ausgemacht werden, besonders dort, wo im kalten


- 66 -

Dezember so mancher Betrieb aus Energiespargründen an dunklen Tagen den

Energieschirm nicht öffnete und somit die angespannte Situation noch verschärfte.

Bakterielle Schaderreger an Primula acaulis waren auch in 2010 nur sehr selten

nachzuweisen. Der Trend der letzten Jahre setzt sich hier fort.

Dies trifft auch für Phytoplasmen zu. Nur in einem Fall waren sie an Primeln

nachweisbar. Dass man Phytoplasmen nicht aus dem Gedächtnis löschen darf,

beweist die Tatsache, dass entsprechend eines in 2010 durchgeführten Monitorings

die Zikade Macrosteles quadripuntulatus auf Zierpflanzen-Freilandflächen

nachgewiesen wurde. Untersuchungen hatten ergeben, dass dieser Vektor in der

Lage ist, Phytoplasmen besonders effektiv übertragen zu können.

Viren spielten in den oben genannten Kalthauskulturen keine wirtschaftlich

bedeutende Rolle.

(J. Klatt, H. Nennmann, R. Wilke)

2.6.4 Stauden

Auswinterungsschäden traten an Frühjahrsstauden dieses Jahr vermehrt durch die

lang anhaltende kalte Witterung auf.

Im Frühjahr traten Falsche Mehltaupilze an Galium, Iberis, Gaillardia, Lamium u.a.

auf.

Im Mai erschienen praktisch über Nacht seltsame Symptome an verschiedenen

Containerstauden und einjährigen Containerpflanzen. Sie äußerten sich bei

Delphinium grandiflorum in Form von eingerollten Blättern, bei Cleome spinosa mit

Blattauffaltungen, bei Gaura lindheimeri mit dunklen Blattflecken und bei Echinacea

entstanden chlorotische Blattdeformationen. Eingeleitete Untersuchungen konnten

den Nachweis von Krankheiten bzw. Schaderregern nicht bestätigen. Da sämtliche

Symptome wieder auswuchsen, scheinen als alleinige Ursache klimatische

Ereignisse in Frage zu kommen. Unmittelbar vor den Symptomausbildungen

herrschte eine Witterung mit sehr niedrigen Temperaturen in der Nacht und relativ

hohen am Tage.

Bei der Jungpflanzenproduktion von Coreopsis verticilata traten auch 2010 bei

manchen Sorten wieder in erheblichem Maße braune Blattflecken auf.

Untersuchungen ergaben, wie in den Jahren zuvor, dass es sich um ein

nichtparasitäres Problem handeln muss. Zum Teil wuchs sich das Symptom erst sehr

spät aus und war noch beim Anbau der Fertigware zu erkennen.

Die Hitze im Juni/Juli schwächte viele Pflanzenbestände so stark, dass besonders

dort die starken Niederschläge im August/September Probleme mit

Vernässungspilzen wie Phytophthora sp., Pythium sp. und Thielaviopsis basicola

verursachten. Verschiedenste Kulturen waren betroffen. Die Bekämpfung der

genannten Pilze im Freiland ist mit chemischen Pflanzenschutzmitteln aufgrund

fehlender Zulassungen und/oder Genehmigungen weiterhin nur schwer möglich.

Falsche Mehltaue spielten in einigen Kulturen wie Iberis, Geum, Gaillardia oder

Digitalis eine größere Rolle.

Ausfälle durch Colletotrichum-Arten waren ebenfalls zu beobachten. Betroffen waren

Kulturen wie z.B. Lupinus, Bergenia, Penstemon, Aruncus oder Gaultheria. Die

Bekämpfung bereitete örtlich erhebliche Probleme.

Bei Lupinus und Hibiscus moscheutos ereigneten sich Absterbeerscheinungen durch

Stängelhalserkrankungen. Bei ersterer Kultur handelte es sich um eine


- 67 -

Mischinfektion mit Pythium sp. und Rhizoctonia sp., bei letzterer um eine

Stängelgrund-Fusariose.

Bakterielle Schaderreger traten kulturspezifisch z.B. bei Delphinium, Papaver,

Lavandula oder Hedera auf.

Gravierende wirtschaftliche Ausfälle durch Viren waren nicht zu verzeichnen.

Einzelne Kulturen zeigten Befall mit verschiedensten Viren, so z.B. Phlox paniculata

mit Tobacco rattle virus.

Bei tierischen Schaderregern handelte es sich oftmals um Probleme mit Blattläusen,

Spinnmilben, Raupen und Schnecken. Auch Dickmaulrüßler sind wieder zunehmend

zu beobachten.

Bei der Anzucht von Phlox paniculata kam schon im Frühjahr zu einem nicht

bekämpfbaren Massenbefall mit Weißer Fliege. Die Pflanzen mussten schließlich

vernichtet werden.

Glanzkäfer bevölkerten im Juli massenhaft Blüten von Stauden, so auch

Helleborusblüten.

Glanzkäfer in Helleborusblüte

Spinnmilben verursachten in den heißen Sommermonaten zum Teil katastrophale

Schäden bei Scabiosa caucasica, Hedera, Lonicera und besonders Buddleja davidii.

Bei Aubrieta entstanden starke Ausfälle, für die der betroffene Betrieb

Trauermückenlarven verantwortlich machte. Es kam zur Fehlanwendung von

Insektiziden, weil es sich tatsächlich um einen Befall mit Larven der Kohlfliege

handelte.

(J. Klatt, H. Nennmann, R. Wilke)

2.6.5 Grünpflanzen, Orchideen und Poinsettien

Allgemein ist bei Grünpflanzen und Orchideen ein Rückgang der Produktionsflächen

zu verzeichnen. Die Zahl der produzierten Poinsettien ist stabil.

Grünpflanzen werden in der Regel als Rohware aus Afrika und Mittelamerika

importiert. Diese Pflanzen weisen dabei oft bereits bei der Ankunft in Deutschland

einen Schädlingsbefall auf, der dann im Produktionsbetrieb schwer zu bekämpfen ist.

Besonders häufig treten dabei Probleme mit Schmierläuse und Thripse auf.

Beim Pflanzenschutzdienst in Münster wurde ein Versuch mit Raubmilben gegen die

Falsche Spinnmilbe Brevipalpus an Phalaenopsis durchgeführt. Die sehr guten

Bekämpfungsergebnisse wurden mit Erfolg in die gärtnerische Praxis eingeführt.

Probleme in Orchideen traten in 2009 mit diesem Schädling nicht mehr auf. Schäden


- 68 -

waren eher durch sogenannte Moosmilben zu finden, dort wird verstärkt mit der

Bodenraubmilbe Hypoaspis gearbeitet.

Bemisia tabaci erweist sich in Poinsettien als nahezu unbekämpfbar mit Insektiziden.

Hier stellt der biologische Pflanzenschutz mit Hilfe der Schlupfwespe Encarsia

formosa die bessere Alternative dar.

(W. Hennes, H. Nennmann)

2.6.6 Lückenindikationen im Zierpflanzenbau und in der

Baumschule

Der Pflanzenschutzdienst NRW koordiniert im Arbeitskreis Lückenindikation für die

nicht-rückstandsrelevanten Kulturen die Aktivitäten der Pflanzenschutzdienste der

Länder zur Schließung von Bekämpfungslücken in Zierpflanzbau und Baumschule.

Im Jahr 2010 wurden dazu 61 AK-Lück-Versuche (25 Insektizid-, 21 Fungizid-,

7 Herbizidversuche, sowie 8 Versuche mit Wachstumsreglern) durchgeführt.

Zusätzlich sind im Jahr 2010 mit Unterstützung des Arbeitskreises 5 Genehmigungen

nach § 18a Pflanzenschutzgesetz erteilt und 12 Genehmigungsverfahren nach § 18a

eingeleitet worden.

(W. Hennes)

2.6.7 Friedhöfe

Die anhaltend kalte Frühjahrswitterung hat in Nordrhein-Westfalen trotz langer

Schneedecke örtlich stärkere Schäden an verschiedensten Pflanzen verursacht. Die

Schadauswirkungen waren oftmals bis ins späte Frühjahr feststellbar. Da Friedhöfe

sehr kleinstrukturiert sind, entschieden auch in diesem Jahr oftmals die jeweiligen

Kleinklimate (abhängig von der Beschattung, Sonnengang, Niederschlag etc.) über

die tatsächliche Schadausprägung auf den Einzelgräbern.

Betroffen waren Bodendecker (Gehölze; Stauden) als auch andere Kleingehölze.

Örtlich auffällige Frostschäden zeigten beispielsweise Kleingehölze wie Cotoneaster

dammeri, Lonicera-Arten, Vinca minor, Calocephalus, Hebe-Arten, Gaultheria

procumbens, Erica gracilis, Prunus laurocerasus, Euonymus fortunei und besonders

stark Euonymus japonica. Bei Stauden und zweijährigen Pflanzen waren häufiger

Ophiopogon, Heuchera, Carex, Luzula, Phlox subulata oder Viola betroffen.

Bezüglich der Schadausprägung waren in den Boden gepflanzte Kulturen von

Frostschäden weniger stark betroffen als Kübel- bzw. Schalenpflanzen.

Frostschäden im Frühjahr 2010 (hier Euonymus japonica)


- 69 -

Unter der örtlich sehr lange verbleibenden Schneedecke entwickelten sich Mäuse

sehr gut.

Die Hitze in den Monaten Juni/Juli schwächte die Pflanzen zusätzlich. Pflanzen auf

privat gepflegten Gräbern wiesen aufgrund von Wassermangel deutlich mehr

Vertrocknungsschäden auf als die auf Flächen, welche von Friedhofgärtnern gepflegt

wurden.

Trockenschäden im Sommer 2010 (hier: Cotoneaster und Erica)

Pilzliche oder bakterielle Schaderreger waren bei der warmen Witterung seltener zu

sehen, wenn man von einzelnen Phytophthora sp.-Problemen bei z.B. Pachysandra

oder Taxus absieht.

Tierische Schaderreger konnten sich dagegen örtlich vor allem in geschützten Lagen

stärker entwickeln. Das betraf schwerpunktmäßig Wickler-Arten an verschiedenen

Gehölzen, den Buchsbaumzünsler (Diaphania perspectalis) sowie Spinnmilben an

Buxus oder Zikaden an Rhododendron und Pieris. Fraßschäden durch

Dickmaulrüßler waren besonders an Bodendeckern wie Hedera und Euonymus bzw.

an Gehölzen wie Taxus, Rhododendron oder Prunus zu sehen.

Falter und Larven des Buchsbaumzünslers Diaphania perspectalis

Probleme gab es bei der trockenen Witterung auch dann, wenn aus dem Freiland

von „geschwächten Mutterpflanzen“ (z.B. Cotoneaster, Euonymus oder Hedera)

Stecklinge geschnitten wurden. Die Stecklinge waren oftmals besonders anfällig

gegenüber Rhizoctonia solani und Botrytis cinerea bzw. wurzelten generell aufgrund

der Schwächung schlechter. Besonders gravierend wurden die Ausfälle in einzelnen

Vermehrungen bei der sich anschließenden feucht-warmen Witterung im

August/September.


- 70 -

Die Entwicklung von pilzlichen und bakteriellen Schadorganismen wurde im

August/September aufgrund der Witterung begünstigt.

Extrem stark schädigte örtlich in kürzester Zeit der Buchsbaumpilz Cylindrocladium

buxicola. Selbst dort wo chemische Pflanzenschutzmaßnahmen vorbeugend möglich

waren, konnte unter den feucht-warmen Witterungsbedingungen die Ausbreitung

nicht mehr verhindert werden. Das galt besonders für Neupflanzungen aus dem

Frühjahr.

An Pachysandra, Ilex crenata, Podocarpus sind im Spätsommer Wurzelkrankheiten

wie Thielaviopsis aufgetreten.

Auffällig starke Symptome mit Befall durch Pilze wie Phyllosticta sp. oder

Colletotrichum sp. sowie dem Bakterium Xanthomonas campestris pv. hederae

konnten vielerorts an Hedera-Arten beobachtet werden. Sinnvolle

Gegenmaßnahmen waren auch hier oftmals nicht möglich.

Infektionen mit Phoma cylindrospora waren häufig an Vinca feststellbar.

Xanthomonas campestris pv. hederae an Hedera

Phoma cylindrospora an Vinca

Was die sommerliche Wechselpflanzung betrifft, so werden Impatiens walleriana

aufgrund der Falschen Mehltau-Problematik (Plasmopara obducens) kaum noch

gepflanzt. Da, wo dies erfolgt ist, konnten wiederum Ausfälle beobachtet werden.

Bevorzugte Pflanzen für diesen Bereich waren im Jahr 2010 u.a. Begonia

semperflorens, Begonia tuberhybrida sowie Impatiens-Neuguinea-Hybriden.

Bei Pelargonium zonale waren die unter 2.6.2 beschriebenen Xanthomonas

hortorum-Symptome immer mal wieder zu sehen.

Verstärkt werden im Herbst neben klassischen Kulturen wie Viola, Bellis, Sencio

bicolor, Calluna vulgaris auch Stauden, andere Kleingehölze oder Cyclamen

persicum gepflanzt.

Weiterhin bereiten zunehmend Wildkräuter wie Ackerschachtelhalm (Equisetum

avensis) oder Hornsauerklee (Oxalis corniculata) Probleme. Ausgehend von

Altgräbern oder anderen nicht gepflegten Flächen siedeln sich die Wildkräuter dann

auf genutzten Gräbern an. Für derartige Problemunkräuter stehen keine selektiv

wirkenden Herbizide zur Verfügung.


- 71 -

Oxalis-Arten und Ackerschachtelhalm bereiten weiterhin große Probleme

(H. Nennmann, R. Wilke)

An Buxus hat sich Cylindrocladium nach feuchtwarmer Witterung im August

innerhalb weniger Tage rasant ausgebreitet. Alternativ gepflanzte Gehölze wie

Euonymus japonica und Ilex crenata zeigten Probleme durch Fröste bzw.

Trockenheit. Der Buchsbaumzünsler hat sich weiter ausgebreitet.

Pflanzungen von Impatiens walleriana wurden fast vollständig durch Falschen

Mehltau vernichtet.

Vinca minor war im Spätsommer stark durch Phoma befallen.

An Pachysandra, Ilex crenata, Podocarpus sind im Spätsommer Wurzelkrankheiten

wie Thielaviopsis aufgetreten.

(H. Nennmann)

2.7 Öffentliches Grün

2.7.1 Parkanlagen und Friedhöfe

Die von Mitte Dezember 2009 bis Ende Februar 2010 anhaltend tiefen Temperaturen

führten bei vielen Gehölzen in Gärten und Parks zu Schäden durch Frost oder

Frosttrocknis. Besonders betroffen waren wie im Vorjahr vor allem immergrüne

Gehölze wie Prunus laurocerasus, Photinia , Viburnum tinus, Euonymus japonicus,

Araukarien und mediterrane Bäume und Sträucher. Auch Rosen wurden vielerorts

durch den Frost geschädigt, was teilweise erst im Laufe des Frühjahrs und

Frühsommers in Form von kümmernden Pflanzen und absterbenden Trieben deutlich

wurde.

An zahlreichen Bäumen und Sträuchern im Öffentlichen Grün kam es zu

Rindenschäden infolge von Kaninchenfraß. Unter dem Schutz der über zwei Monate

liegenden Schneedecke konnten Mäuse in großer Zahl ungestört überwintern. Auch

sie haben durch das Entrinden von Bäumen, insbesondere durch das Ringeln am

Stammfuß an vielen Bäumen Schäden verursacht.

Die Ende Mai einsetzenden hohen Temperaturen und die plötzlich eintretende starke

Sonneneinstrahlung machten an Platanen starken Befall mit dem Erreger der

Blattbräune, Apiognomonia veneta offenkundig: Die Bäume reagierten auf den

extremen Hitzestress mit dem Abstoßen der vielen kranken Blätter. An manchen

Orten zeigte sich an den Stämmen von Platanen Saftfluss, dessen Ursache bisher


- 72 -

nicht geklärt ist. Im weiteren Verlauf des bis in den August sehr heißen und

trockenen Sommers wurde in einigen Städten an den Platanen besorgniserregender

Befall mit der durch den Pilz Splanchnonema platani ausgelösten Massaria-Krankheit

festgestellt. Infolge des meist nur an der Oberseite der Äste sichtbaren Befalls

können auch stärkere Äste plötzlich abbrechen. Für die betroffenen Städte stellt

diese Pflanzenkrankheit ein schwerwiegendes Problem bei der Verkehrssicherung

dar.

Auch an den Blättern anderer Laubgehölze kam es im Juni infolge der starken

Sonneneinstrahlung zu Verbrennungen. Hinzu kamen vor allem bei flach wurzelnden

Gehölzen Trockenschäden.

Ab Mitte Juni wurden in Köln an Acer pseudoplatanus ausgeprägte Symptome der

Rußrindenkrankheit beobachtet. Der Erreger Cryptostroma corticale, der Rinden- und

Kambiumnekrosen verursacht, wird durch sommerliche Hitzeperioden in seiner

Entwicklung begünstigt. Neben dem Absterben der betroffenen Bäume sind vor allem

die großen Mengen trockener schwarzer Konidien problematisch, da sie beim

Einatmen zu erheblichen Gesundheitsschäden führen.

Während die überwinternden Raupen des Buchsbaumzünslers (Cydalima

perspectalis) in dem kalten und regnerischen Frühjahr kaum Aufmerksamkeit

erregten, wurden ab Mitte Juli die Raupen der zweiten Generation auf vor allem auf

Friedhöfen und in Hausgärten auffällig. Die Befallsgebiete im Kreis Neuss, im

Erftkreis und im Kreis Steinfurt haben sich ausgeweitet. Hinzugekommen ist örtlich

starker Befall in den Kreisen Coesfeld und Warendorf.

(Dr. M. Klug)

2.7.2 Rasenflächen und Sportanlagen

Die Schneedecke von Dezember bis Februar bot den Feldmäusen gute

Überwinterungsmöglichkeiten. Während der danach folgenden trockenen Frühjahrs-

und Sommermonate wurden Rasenflächen in Parks und Grünanlagen durch ihre

zahlreichen Laufwege und Löcher vielerorts stark beeinträchtigt.

Nach dem Abtauen der Schneedecke wurde im März verbreitet Schneeschimmel

(Microdochium nivale) festgestellt.

Im Sommer kam es in verschiedenen Regionen auf Rasenflächen, Golfplätzen und

Sportanlagen zu Schäden durch die Larven von Blatthornkäfern. Amphimallon

solstitialis war stark daran beteiligt. Aber auch Melolontha sp. verursachte örtlich

Schäden auf Rasenflächen.

Das gebietsweise starke Auftreten des Jakobsgreiskrautes, Senecio jacobaea, auf

Pferdeweiden und in der Umgebung von Reitanlagen führte auch 2010 zu

zahlreichen besorgten Anfragen.

(Dr. M. Klug)


2.7.3 Straßenbegleitgrün

- 73 -

Auch im Jahr 2010 hat sich das Befallsgebiet des Eichenprozessionsspinners weiter

nach Osten ausgedehnt. Inzwischen reicht es bis nach Düsseldorf und Köln. Im

Münsterland sind die Kreise Borken und Coesfeld am stärksten betroffen. Am

westlichen Stadtrand von Münster wurden die ersten kleinen Nester entdeckt. Der

infolge der kalten Frühjahrswitterung sehr verzettelte Schlupf der Raupen begann in

diesem Jahr in der ersten Aprilwoche. Die Bekämpfungsaktionen mit Bacillus

thuringiensis begannen Ende April. Sie wurden entlang von Straßen teilweise mit

Gebläsespritzen, teilweise aber auch wiederum mit dem Hubschrauber durchgeführt.

Einzelbäume wurden auch mit Spritzlanzen vom Hubsteiger aus behandelt. Im Mai

wurde die Bekämpfung durch die kalte, regnerische und teilweise sehr windige

Witterung erschwert.

Örtlich wurde Kahlfraß durch Frostspanner- (Operophtera brumata, Erannis

defoliaria) und Eichenwicklerlarven (Tortrix viridana) beobachtet. Auch

Gespinstmotten (Yponomeuta sp.) traten wieder stark in Erscheinung.

Auch im Jahr 2010 wurden an Rosskastanien in verschiedenen Orten in Alleen, aber

auch an Einzelbäumen Schäden festgestellt, die durch Pseudomonas syringae pv.

aesculi hervorgerufen wurden. Die Bäume zeigten vielfach eine schüttere Belaubung

und in den Kronen starben Äste ab. Auffällige Längsrisse und gelegentlich starker

Schleimfluss an den Stämmen gehörten ebenfalls zur Symptomatik dieser erst seit

einigen Jahren auftretenden Bakterienkrankheit.

(Dr. M. Klug)

2.8 Haus- und Kleingarten

Neben Schäden an den bereits unter Punkt 2.7.1 genannten Gehölzen kam es im

zweiten Winter in Folge in Hausgärten zu Frostschäden an Camellia, Ceanothus, Ilex

crenata, Rosen und Cortaderia. Mediterrane Gehölze, wie Olivenbäume, Stein-

Eichen, Lorbeer, Oleander und Palmen, die in Stadtgärten in den letzten Jahren

immer häufiger gepflanzt worden waren, wurden durch die lang anhaltenden tiefen

Temperaturen vielerorts stark geschädigt oder starben sogar völlig ab.

Mit der Ende Mai plötzlich einsetzenden warmen bis heißen Witterung wurde

übergebietlich an Apfelbäumen in Hausgärten ein ungewöhnlich starker Befall mit der

Monilia-Spitzendürre (Monilinia sp.) beobachtet. Die auffälligen Welkeerscheinungen

an den Triebspitzen führten wegen ihrer Ähnlichkeit mit den Symptomen des

Feuerbrandes zu zahlreichen besorgten Anfragen von Haus- und Kleingärtnern.

Verbrennungen infolge der starken Sonneneinstrahlung führten im Hochsommer

sowohl an Obstgehölzen als auch an Ziergehölzen zu deutlichen Blattschäden. Auch

Trockenschäden wurden vielerorts beobachtet.

Bei den Gemüsekulturen traten besonders in der zweiten Jahreshälfte bakterielle

Erkrankungen auf. Dabei waren vor allem Salate von Blattfleckenerregern betroffen.

An Wurzel- und Knollengemüse, insbesondere Möhren wurden bakterielle

Fäulniserkrankungen festgestellt. An Lauch kam es zu verstärktem Befall mit

Lauchminierfliegen.


- 74 -

Infolge der sehr regnerischen und ausreichend warmen Witterung im August kam es

an Buchspflanzungen sowohl im Öffentlichen Grün als auch in Gärten vielerorts zu

massiven Schäden durch Befall mit dem Erreger des Triebsterbens, Cylindrocladium

buxicola. Aus den vom Buchsbaumzünsler Cydalima perspectalis betroffenen Orten

kamen zahlreiche Anfragen und Meldungen von Gartenbesitzern.

An immergrünen Koniferen, vor allem Thuja, Chamaecyparis und Cupresssocyparis

leylandii wurden auch im Jahr 2010 häufig Absterbeerscheinungen beobachtet.

Neben abiotischen Ursachen wie Boden- und Lufttrockenheit oder Staunässe,

spielten dabei auch durch Phytophthorabefall ausgelöste Stammgrund- und

Wurzelfäulen sowie Borkenkäferbefall eine Rolle.

Gebietsweise verursachten die Larven des Dickmaulrüßlers Schäden an

Rhododendron, Kirschlorbeer und Liguster. An Bambus fiel Blattlaus- sowie

Spinnmilbenbefall auf.

(Dr. M. Klug)


3 Diagnostik

- 75 -

In den Untersuchungslaboren zur Diagnostik von Pflanzenkrankheiten des

Pflanzenschutzdienstes der Landwirtschaftskammer NRW wurden auch im Jahr

2010 in Bonn und Münster über 10.000 Einzeluntersuchungen an eingesandten

Pflanzenproben, Ernteprodukten, Wasser-, Substrat- und Erdproben, Insekten,

Milben, Nematoden, Pilzen, Bakterien oder Viren durchgeführt.

Die Diagnosen waren Voraussetzung für die Pflanzenschutz-Beratung in den

Betrieben.

Ein großer Teil der Proben wurde zur Überwachung von Quarantäneschaderregern

untersucht. Sie dienten damit auch der Abwehr von Schäden für die

Pflanzenproduktion in Nordrhein-Westfalen und die EU-Staatengemeinschaft. Viele

Proben waren Grundlage für die Arbeit im Warndienst, die Prüfung chemischer

Pflanzenschutzmittel und das Versuchswesen.

1690

2117

Anzahl Proben 2010

17

425

1929

232

357

174

196

592

Ackerbau

Zierpflanzenbau

Pflanzengesundheitsdienst

Obstbau

Baumschule und Forst

Hobby

Gemüsebau

Öffent. Grün und GaLabau

Sonstige

Vorratsschutz

Verteilung des Proben-Aufkommens (7.862 Einzelproben) in den Untersuchungseinrichtungen

des Pflanzenschutzdienstes im Jahre 2010

(Dr. M. Heupel)

3.1 Diagnostik Mykologie

Im Jahr 2010 wurden bei 2.722 Pflanzenproben mykologische Untersuchungen zur

Diagnose der ursächlichen Pilzerkrankung durchgeführt.

Die Untersuchungsmethoden umfassten vor allem die klassische Mikroskopie aber

auch biochemische, physikalische und molekularbiologische Nachweisverfahren.

Besonders spektakulär waren im letzten Jahr die Identifizierungen im

Zusammenhang mit dem Erstauftreten der Rußrindenkrankheit in der Stadt Köln.

Das hohe allergene Potential dieses Pilzes erfordert strenge Hygienemaßnahmen

beim Umgang im Labor und der Beseitigung der Befallsbäume.


- 76 -

Erstfund der Rußrindenkrankheit in Köln

Im Jahr 2010 wurden erstmalig Schäden durch den Pilz Cryptostroma corticale, der

Rußrindenkrankheit an Bergahornbäumen (Acer pseudoplatanus) im Stadtgebiet

Köln festgestellt und im Labor des Pflanzenschutzdienstes durch mikroskopische

Diagnose bestätigt.

Die betroffenen Bäume wiesen mehrere Meter lange Rindenrisse auf. Die

abgestorbene Rinde blätterte schichtweise ab. Die Kronen der betroffenen Bäume

waren stark ausgelichtet oder bereits vollständig abgestorben. Auch sekundär

eingedrungene Weißfäulepilze wurden festgestellt. Unter der Rinde befallener

Bäume wurden die flächig schwarzen Sporenlager des Pilzes entdeckt. Teilweise

war der schwarze rußige Belag durch den Wind im Bodenbereich betroffener Bäume

verbreitet und durch Regen am Stamm hinab geschwemmt worden.

Die Rußrindenkrankheit des Ahorns wurde in Deutschland erstmalig an Bergahorn in

Südwestdeutschland im Jahr 2005 entdeckt und untersucht.

Der Pilz ist als Schwächeparasit an Bergahorn (Acer pseudoplatanus), aber auch an

Spitzahorn (Acer platanoides) und Zuckerahorn (Acer saccharinum) beschrieben und

in Nordamerika und Westeuropa lange bekannt und verbreitet. Englische Berichte

erwähnen ihn schon im Jahr 1949.

Der erstmalige Fund des Erregers in Köln führte zu erhöhter Aufmerksamkeit und

zog zahlreiche weitere Funde im Stadtgebiet im Sommer 2010 nach sich. Der

Infektionszeitpunkt der betroffenen Bäume liegt dabei wahrscheinlich bereits einige

Zeit zurück. Das eigentliche Anfangsstadium der Infektion mit begrenzten Rinden-

und Kambiumnekrosen sowie unspezifischen Schleimflussflecken am Stamm wurde

nicht mehr vorgefunden. Der Absterbeprozess befallener Bäume kann mehrere

Jahre andauern, aber in Abhängigkeit vom Wetter auch sehr schnell voran schreiten.

Der Pilz ist als so genannter Endophyt lange Zeit symptomlos in den Bäumen

vorhanden und benötigt zur schlagartigen Ausbreitung eine Schwächung der Bäume

durch Klimastress. Im Splint absterbender Bäume sind auf dem Holzquerschnitt

grünliche bis bräunliche Verfärbungen sichtbar. Die umfangreichen flächig

schwarzen Sporenlager werden nach trockenen heißen Witterungsphasen in

unvorstellbar großer Zahl gebildet. Es wird von ca. 1 Millionen Sporen pro

Quadratzentimeter berichtet. Die Infektionskapazität der Sporen ist wahrscheinlich

nicht sehr hoch sein, denn trotz der ungeheuren Zahl sind keine um sich greifenden

Epidemien zu beobachten. Die Gefahr durch die Sporenmassen ist jedoch dadurch

gegeben, dass sie durch Einatmen in die Lungenbläschen des Menschen gelangen

und dort starke Entzündungen hervorrufen können. Unabhängig vom Zustand

infizierter Bäume und den Verkehrssicherungspflichten ist deshalb in jedem Fall eine

Fällung und Aufarbeitung betroffener Bäume unter Verwendung von Atemschutz

ratsam.

Die sichere Diagnose des Pilzes ist nur durch die mikroskopische Identifizierung der

Sporen von Cryptostroma corticale im Labor möglich. Die im Zusammenhang mit den

Befallsstandorten in Köln notwendigen Diagnosen wurden vom Labor des

Pflanzenschutzdienstes in Bonn durchgeführt. Insgesamt wurden in Köln über 400

Bäume mit den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen entfernt.

Die Erfahrungen in England und Nordamerika zeigen, dass die Krankheit stets nach

trocken-heißen Jahren verstärkt auftritt. Kommt es zu Trockenstress in Verbindung

mit großer Hitze, greift der Pilz lebendes Rinden- und Kambiumgewebe an. Nach

dem Trockenjahr 2003 wurde von Befall in Österreich, der Schweiz und dem Pariser

Raum berichtet.


- 77 -

Es ist also zu erwarten, dass der Erkrankungsdruck bei dem gegenwärtig zu

beobachtenden Klimatrend zunehmen wird. Weitere Krankheitsschübe sind

wahrscheinlich. Der Erstfund in Köln sollte zu erhöhter Aufmerksamkeit in den

anderen Städten in Nordrhein-Westfalen führen.

3.2 Diagnostik Bakteriologie

absterbende Ahornbäume

mit durch Sporenbelag

schwarz verfärbter Rinde

(Dr. M. Heupel)

Im Jahr 2010 wurden bei 780 Pflanzenproben im Bakteriologielabor Untersuchungen

zur Identifizierung vorhandener Bakterienerkrankungen durchgeführt.

Die Untersuchungsmethoden umfassten mikrobiologische, biochemische und

molekularbiologische Nachweisverfahren.

Neben den Identifizierungen neuartiger bakterieller Schaderreger sind auch

Routinetestungen bekannter Erreger bei neuartigen Schadsymptomen eine

besondere Herausforderung. So waren im vergangenen die auftretenden

ungewöhnlichen

Testmaterial.

Symptome der Pelargonienwelke ein besonders häufiges

Pelargonienwelken (Xanthomonas hortorum pv. pelargonii) an Pelargonien

In der Beet- und Balkonpflanzensaison 2010 wurde das Auftreten des Bakteriums

Xanthomonas hortorum pv. pelargonii (syn. Xanthomonas campestris pv. pelargonii)

bei Pelargonium zonale und Pelargonium peltatum in ungewöhnlich großem Umfang

beobachtet.

Der Erreger der Pelargonienwelke ist altbekannt und viele Produzenten haben ihn

bereits kennengelernt. Neben einer systemischen Welke kann das Bakterium auch

typische bakterielle Blattflecken auslösen. Blattfleckensymptome sind schon in der

älteren Literatur des Pathogens beschrieben und keineswegs ungewöhnlich.


- 78 -

Dennoch war speziell das Auftreten dieser Symptomatik in der Saison 2010 für viele

Produzenten neu.

Symptome: An den Pflanzen wurden wasserdurchtränkte, wenige Millimeter große

Blattflecken beobachtet. Diese wurden innerhalb weniger Tage nekrotisch, sie waren

leicht eingesunken und braunschwarz verfärbt. Diese Flecken und auch die

auftretenden Blattrandnekrosen wurden vielfach nicht dem bakteriellen Erreger

zugeordnet.

Diagnose: Im frühen Befallsstadium, wenn ausschließlich unspezifische

Blattfleckensymptome von Xanthomonas hortorum pv. pelargonii auftreten, ist eine

eindeutige optische Diagnose nicht möglich. Verwechslungen mit pilzlichen oder

mechanisch erzeugten Blattflecken sind möglich.

Im Labor kann das Bakterium eindeutig durch seine Isolierung identifiziert werden.

Hierzu wird befallenes, gründlich gewaschenes Blattgewebe, bei systemischen Befall

auch Stängelgewebe, in steriler Lösung zermörsert und auf künstlichen Nährmedien

inkubiert. Die Identifizierung der auswachsenden Keime erfolgt mit biochemischphysiologischen

Testverfahren.

Auch serologische Verfahren zur schnellen Identifikation mit Antikörpern stehen zur

Verfügung. Sie ermöglichen jedoch keine Aussage über die Lebensfähigkeit der

Bakterien. Bei Befallsverdacht sollten immer Laboruntersuchungen erfolgen.

Ein Pathogenitätsversuch des Pflanzenschutzdienstes NRW mit unterschiedlichen

Isolaten aus der Saison 2010 konnte aus der Literatur bekannte Unterschiede in der

Aggressivität bestätigen. Bei geeigneten Bedingungen mit Überkopfbewässerung

war allerdings in jedem Fall die typische Pelargonienwelke mit dem kompletten

Zusammenbruch der Pflanzen zu beobachten.

Da chemische Behandlungsmaßnahmen nicht zur Verfügung stehen mussten in der

Folge des auftretenden Befalls in der Saison 2010 zahlreiche Pflanzen vernichtet

werden.

Pelargonium zonale Xhp-Blattfleckensymtpm

3.3 Diagnostik Virologie

Pelargonium zonale Xanthomonas hortorum

(Dr. M. Heupel, R. Wilke)

Im Jahr 2010 wurden bei 2.389 Pflanzenproben Untersuchungen zur Diagnose einer

Erkrankung durch Viren oder Viroiden durchgeführt.

Die Untersuchungsmethoden umfassten biochemische und molekularbiologische

Nachweisverfahren. Die modernen, auf den molekularbiologischen Labortechniken

beruhenden Tests, sind inzwischen Schlüsseltechnologien, um schnell und

justiziable Untersuchungsbefunde zu erzielen. Die Diagnosen der Viroide durch den


- 79 -

Pflanzenschutzdienst können nur in enger Verbindung mit Experten anderer

Einrichtungen wahrgenommen werden. So werden die Sequenzierungen bei den

Viroidtestungen regelmäßig in Unterauftrag gegeben.

Viroidtestungen bei Solanum jasminoides

Die Zahl der Viroidtestungen durch den Pflanzenschutzdienst hat in den letzten

Jahren sehr stark zugenommen. Hintergrund ist das Auftreten des

Quarantäneerregers Potato tuber spindle viroid (PSTVd, Kartoffelspindelknollenviroid)

in Zierpflanzen vor allem in Solanum jasminoides (Jasminblütiger

Nachtschatten).

In Zierpflanzen macht der Erreger anders als in Kartoffeln keine Symptome. Er

vermehrt sich jedoch, wird im Phloem transportiert und kann erfolgreich durch

Infektion auf andere Pflanzenarten übertragen werden. Auch eine Saatgut- und

Kontaktübertragung ist möglich. Die Inkubationszeit beträgt wenige Wochen bis

mehrere Jahre. Mögliche Symptome sind Chlorosen, Nekrosen, Zwergenwuchs und

Missbildungen. Viele Wirtspflanzen zeigen allerdings keinerlei Symptome.

PSTVd gehört zu den Pospiviroiden, deren Testung ausschließlich durch die

Isolation und den Nachweis der Erbsubstanz erfolgen kann. Viroide aus dieser

Gruppe bestehen aus nur wenigen Erbsubstanzbauteilen. Für die Diagnose wird die

Erbsubstanz aus den Pflanzen isoliert, mit der PCR-Technik vermehrt und detektiert.

Der letzte Beweis, dass es sich um den spezifischen Erreger PSTVd handelt, erfolgt

durch eine Sequenzierung, bei der die genaue Analyse der isolierten Erbsubstanz

erfolgt. Die angewendeten Nachweistechniken haben hohe Sensibilität und

Spezifität.

Dieses Verfahren war früher extrem aufwändig und langwierig. Es wird heute in

modernen Maschinen durchgeführt. Diese Testungen werden von zahlreichen

Firmen auf dem freien Markt angeboten. Der Pflanzenschutzdienst arbeitet

erfolgreich durch eine Vertragsbindung mit einem großen Anbieter zusammen.

Neben PSTVd wurden bereits andere Erreger aus der Gruppe der Pospiviroide in

Zierpflanzen detektiert. Diese gehören nicht zu den Quarantäneerregern. Dennoch

ist in allen Fällen die lückenlose Dokumentation sämtlicher Tests für einen

justiziablen Untersuchungsbefund erforderlich.

Dokumentation der Testergebnisse nach Anwendung der PCR-Technik

(Dr. M. Heupel)


3.4 Diagnostik Entomologie

- 80 -

Insgesamt wurden 2010 im Entomologischen Labor 527 Prüfparameter bearbeitet

und diagnostiziert. Die folgende Abbildung stellt die Verteilung auf die

entsprechenden Kulturgruppen der Fachbereiche dar.

Anzahl

Diagnosen

250

200

150

100

50

0

Einen großen Stellenwert hat die Abklärung von Quarantäneverdachtsfällen.

Auch dieses Jahr wurden verstärkt Entomologischen Untersuchungen für den

Pflanzengesundheitsdienst im Rahmen von Export- und Importkontrollen

durchgeführt.

75%

Zierpflanzen

Vorratsschutz

Pflanzengesundheitsdienst

Öffentliches Grün, Gala

Obstbau

Hobby

Gemüsebau

Baumschulen/Forst

Ackerbau

Exportkontrolle Braumalz

4%

5%

Exportkontrolle Haferflocken/Mehl/Reis

Käfer-Quarantäneverdacht

Fänge aus Pheromonfallen/Gelbtafeln

Die Abbildung zeigt den prozentualen Anteil der vom Pflanzengesundheitsdienst in Auftrag

gegebenen Untersuchungen auf tierische Schaderreger.

Das erstmalige Auftreten des Westlichen Maiswurzelbohrers Diabrotica virgifera

virgifera in Nordrhein Westfalen stellte das Diagnoselabor vor eine besondere

Aufgabe.

Die Auswertung der Pheromonfallen und Leimtafeln erfolgte, wegen bestehender

Verwechslungsmöglichkeiten und Unsicherheiten bei der sicheren Zuordnung von

16%


- 81 -

beschädigten Insekten und Beifängen am Fallenstandort, von unseren

entomologischen Spezialisten mit entsprechender mikroskopischer Ausstattung im

Entomologischen Labor.

Witterungseinflüsse, Beschädigungen der Käfer und Beifänge erschwerten die

sichere Zuordnung.

Neben Diabrotica virgifera virgifera waren Arten wie Rhagonycha fulva (Rotgelber

Weichkäfer), Lygus rugulipennis (Trübe Feldwanze) und Oulema spp.

(Getreidehähnchen) häufige Fänge an den Leimtafeln.

Eine sichere Bestimmung konnte mit Hilfe des Binokulars, Bestimmungsschlüssel

und Referenzmaterial erfolgen.

Diabrotica virgifera virgifera beim Fraß an Maiskolben

Kopfansicht Diabrotica virgifera virgifera

Für die frühzeitige Erkennung werden auch im nächsten Jahr, durch Monitoring

mittels Insektenfallen, Käferfunde im Entomologischen Labor diagnostiziert und somit

Verwechslungsmöglichkeiten so sicher wie möglich ausgeschlossen.

(Dr. U. Hakl)

3.5 Diagnostik Nematologie

Bei den Untersuchungen auf Zystenbildende Nematoden ist in 2010 ein leichter

Rückgang zu verzeichnen, was in 2011 durch die umzusetzende Leitlinie zur

Durchführung der Erhebung auf Kartoffelzystennematoden sicher wieder

ausgeglichen wird, bzw. ein Anstieg zu erwarten ist.


Jahr

2010

2009

2008

2007

- 82 -

Untersuchungen auf RN-KN-Zysten

0 500 1000 1500 2000 2500

Anzahl Proben

2010 hat sich die Probenanzahl bei den Untersuchungen auf freilebende Nematoden

auf gleichem Niveau bewegt wie 2009.

Jahr

2007 2008 2009 2010

1143

1149

468

210

Die Untersuchungen auf „freilebende“ Nematoden umfassen 3 Methoden:

• das Nassiebverfahren

Untersuchung auf freilebende Nematoden

0 200 400 600 800 1000 1200 1400

Nassiebverfahren

für

Bodenproben,

Pflanzenteile und

Blumenzwiebeln

Anzahl Proben

• Untersuchungen mit der Sprühanlage mit der auf Wurzelgallen-Nematoden

(Meloidogyne spp.), Saatgut (Ditylenchus spp.), Rinden und Substrate

(Bursaphelenchus spp.) untersucht werden,


Sprühanlage

- 83 -

• die Sieb-Dekantiermethode für virusübertragende Nematoden wie Xiphinema

und Longidorus-Arten.

Eine ordnungsgemäße Aufbereitung der vielfältigen Proben ist Voraussetzung für

eine sichere Bestimmung der Nematoden, da es auch hier um die Absicherung des

Auffindens von Quarantäneschaderregern geht.

2010 war wieder ein Nematoden-Problemjahr für den Gemüsebau, speziell den

Möhrenanbau. Bis zu 30 % Ausfall war in Möhrenkulturen auf Grund von massiven

Nematodenbefalls zu verzeichnen.

Schwere Wachstumsdepressionen traten auf, die Möhren blieben klein und hatten

nekrotische Stellen an den Wurzeln. In den Bodenproben wurden je 100 ml

Bodenprobe 200-6.000 Paratylenchus spp., 100-250 Pratylenchus spp. und

vereinzelt Ditylenchus spp. nachgewiesen.

Verschiedene Paratylenchus-Arten sind

als pflanzenschädigende Nematoden

bekannt. Zu den bevorzugten

Wirtspflanzen von Paratylenchus spp.

gehören Möhren und Sellerie, beide

Pflanzenarten führen zu einer starken

Vermehrung des Nematoden.

Klimatische Bedingungen, wie erhöhte Feuchtigkeit in der Auflaufphase der Möhren

dieses Jahr, begünstigten Paratylenchus und andere im Boden vorhandene

Nematoden und führte zu einem hohen Anteil an Paratylenchus spp. und massiven

Ausfall von Möhrenkulturen am Niederrhein.

(Dr. U. Hakl)


4 Warndienst

- 84 -

4.1 Darstellungen im Internet

Der Pflanzenschutzdienst betreut redaktionell die nordrhein-westfälische Startseite

der Internetplattform www.ISIP.de (Informationssystem Integrierte

Pflanzenproduktion). Das Angebot wird getragen durch die Zusammenarbeit der

Beratungsträger für Pflanzenproduktion in den Bundesländern

(Landwirtschaftskammern und Landesanstalten) und Fachinstitutionen des Bundes.

Das ISIP-Angebot umfasst mittlerweile etwa 800 Seiten mit Basisinformationen

(Infothek) und über 2.000 Seiten mit Monitoring- und Prognoseergebnissen

(Entscheidungshilfen), die von allen Bundesländern gemeinsam betreut und gepflegt

werden.

Nordrhein-Westfälische Startseite im Januar 2010

Zusätzlich wurden von den Mitarbeitern der Landwirtschaftskammer NRW im Jahr

2010 über 800 aktuelle Meldungen in ISIP eingestellt. Über 500 PDF-Dokumente mit

Warnhinweisen und Mittellisten stehen zum Download zur Verfügung. Im Jahr 2010

wurden ca. 31.000 Besuche mit ca. 68.000 Seitenaufrufen verzeichnet. Je nach

Wochentag finden 30 bis 100 Besuche statt, wobei am Montag und Dienstag am

häufigsten genutzt wird.

Das Beratungsangebot ist in vier Rubriken unterteilt: "Regionales" mit aktuellen

Empfehlungen der beteiligten Länder, "Entscheidungshilfen" mit interaktiven

Prognosemodellen und Befallserhebungen, "Infothek" mit Basisinformationen und

Pflanzenschutzmitteltabellen sowie "Versuchsberichte" in einer recherchierbaren

Datenbank mit z.B. Landessortenversuchen einiger Bundesländer.


- 85 -

Auf der Startseite sind die jeweils 6-8 aktuellsten, mehrfach in der Woche

bereitgestellten Meldungen in chronologischer Reihenfolge abgebildet, um die

Neuheiten immer auf den ersten Blick zu sehen. Längerfristige Hinweise können

ebenfalls auf der Startseite platziert werden.

Die regionalen Unterseiten umfassen Ackerbau, Allgemeines zum Pflanzenbau,

Allgemeines zum Pflanzenschutz, Grünland und Futterbau, Gemüsebau, Obstbau

und Zierpflanzenbau. Sehr guten Zuspruch finden die Listen mit zugelassenen und

genehmigten Pflanzenschutzmitteln im Gartenbau.

Die Meldungen, auch zu Veranstaltungsterminen, können mit Bildern, Tabellen und

Grafiken ergänzt werden. Auch Verknüpfungen zu anderen Inhalten des ISIP-

Angebotes sowie zu externen Internetseiten sind möglich.

Unterseite Entscheidungshilfen im Dezember 2010

Mittlerweile hat sich auch ein umfangreiches Angebot an Entscheidungshilfen für die

Ackerkulturen sowie für den Obst- und Gemüsebau entwickelt. Die

Entscheidungshilfen werden grundsätzlich vor einer Freischaltung über mehrere

Jahre hinweg in den Bundesländern mit Versuchen überprüft (Validierung). Auch

nach der Einführung in die Beratungspraxis wird die Validierung durch begleitende

Untersuchungen fortgeführt.


- 86 -

Im Projekt "Einsatz von Geografischen Informationssystemen im Internet zur

Optimierung von Entscheidungshilfesystemen“, das in Kooperation mit dem ISIP e.V.

durchgeführt wird, wurden wichtige Projektteile abgeschlossen. Das wichtigste, nach

außen deutlich sichtbare Ergebnis war die Einführung von Karten der

Entwicklungsstadien und von Risikokarten in ISIP. Mit diesen Karten ist ein schneller

Überblick über das Wachstum und das Infektionsgeschehen auf der Basis von

Wetterdaten möglich.

Karte Entwicklung Weizen

Karte Infektionsbedingungen Krautfäule

Besonders interessant für den Nutzer ist die Möglichkeit zur individuellen Gestaltung

seines ISIP-Zugriffs. Über den Bereich „mein ISIP“ können häufig genutzte Seiten

(Favoriten) mit wenigen Mausklicks erreicht werden. Auch die gewünschten

Prognosen, Hinweisdienste und Benachrichtigungen bei wichtigen Ereignissen

können hier festgelegt werden. So kann das genutzt werden, was auch wirklich

benötigt wird. Dieser Bereich wird momentan gezielt verbessert, um einen noch

einfacheren, auf den Nutzer zugeschnittenen Zugriff zu ermöglichen. (Dr. A. Dissemond)

4.1.1 Wetterdaten

Im Berichtsjahr 2010 standen dem Pflanzenschutzdienst als Mitglied der ZEPP-

Arbeitsgruppe der Pflanzenschutzdienste (Zentralstelle für Entscheidungshilfen und

Programme im Pflanzenschutz) aufbereitete Wetterdaten von 17 abonnierten

Stationen des Deutschen Wetterdienstes Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. Alle

Wetterdaten des DWD enthalten zwei Tage prognostisches Wetter, was für

Vorhersagen und Prognosen besonders wichtig ist.


- 87 -

Ursprünglich aus dem Warndienst des Fachbereiches Obstbau hervorgehend, nutzte

der Pflanzenschutzdienst Wetterdaten von 14 eigenen und privaten Wetterstationen

(LUFFT, Metos), die zum großen Teil in Obstanbaugebieten NRW’s stationiert sind.

Diese Daten werden auf Plausibilität geprüft, mit der Datenbank „Agmeda-Win“

bearbeitet und dem ISIP-Server (“Informationssystem Integrierte

Pflanzenproduktion“) zur Verfügung gestellt. Diese Daten können für vorhandenen

Simulations- und Prognosemodelle des PASO-Pakets genutzt werden.

Darüber hinaus hatte der Pflanzenschutzdienst über die Zusammenarbeit mit der

ProPlant-GmbH Zugriff auf Wetterdaten von insgesamt 29 DWD-Stationen in ganz

Nordrhein-Westfalen. Diese Daten sind im Internet einer bestimmten Benutzergruppe

über proPlant Climate Landwirtschaftskammer NRW verfügbar.

(Dr. A. Engel, W. Kretschmann)

4.1.2 Prognosemodelle

Über das Prognose-Paket PASO (Prognose Agrarischer Schadorganismen) wurden

folgende Simulations- und Prognoseprogramme intensiv für den Warndienst und die

Beratung von den Fachbereichen Ackerbau und Grünland, Gemüsebau und Obstbau

genutzt.

• Feuerbrandprognose FEUERBRA nach BERGER

• Feuerbrandprognose MARYBLIGHT nach Moltmann

• POMSUM (Temperatursummenmodel)

• Apfel-Schorf-Simulation

• PSIROS - Möhrenfliege Psila rosae

• DELRAD - Kohlfliege Delia radium

• DELANT - Zwiebelfliege Delia antiqua

• CYDIASUM (Apfelwickler)

• SIMPHYT

• FOLPHY

• Negativprognose Kraut- und Knollenfäule

• SIMCERC und ONTO

• CERCBET

Entsprechende Modelle des Programmpaketes PASO waren weiterhin unter dem

gemeinschaftlichen Angebot der Landwirtschaftskammern, “Informationssystem

Integrierte Pflanzenproduktion“, www.isip.de, nutzbar.

Ein Teil der regional erhobenen Wetterdaten der eigenen Stationen des

Pflanzenschutzdienstes wurden für das Schorf-Simulationsmodell -Schorf Expert-

nach Dr. WELTE genutzt.

(Dr. A. Engel, W. Kretschmann)

4.2 Schorfwarndienst

Der Schorfwarndienst Nordrhein-Westfalen lieferte in der Zeit vom 26.03.2010 bis

zum 10.06.2010 insgesamt 30 Warnmeldungen per E-Mail oder Fax an die

abonnierenden Betriebe. Während des „Schorfjahres“ 2010 konnte das Simulations-

Modell Schorf-Expert (Farm Software GmbH von Dr. H. Welte) mit Daten von

14 Wetterstationen erfolgreich ausgewertet werden.

Die Hauptinfektionstermine an allen Standorten waren der Zeitraum 26.-27. April,

02.-04. Mai, 07.-09. Mai und 13.-15. Mai.

(Dr. A. Engel, W. Kretschmann)


- 88 -

4.3 Pflanzenschutz-Warndienst - Ackerbau

Eine Schaderregererhebung mit Warndienst wird vom Pflanzenschutzdienst auf der

Internetseite www.landwirtschaftkammer.de/warn/warn.htm für alle wichtigen

Ackerbaukulturen angeboten. Das aktuelle Auftreten von Schaderregern und

Krankheiten wird von den regionalen Pflanzenbau- und Pflanzenschutzberatern

wöchentlich für 25 Regionen in Nordrhein-Westfalen gemeldet.

Im Jahr 2010 wurde mit den Warndiensterhebungen in der 10 Kalenderwoche

(08.03.-15.03.2010) begonnen. Zu diesem Zeitpunkt wurde in vielen Regionen sehr

verbreitet das Gelbmosaikvirus in Wintergerste beobachtet, gleichzeitig vielerorts

Echter Mehltau, Netzflecken und Rhynchosporium. Auch in Winterweizen,

Winterroggen und Triticale trat Echter Mehltau auf, ebenso Anfangsbefall mit

Septoria tritici in Winterweizen und Rhynchosporium in Winterroggen und Triticale.

Aufgrund der kühlen und anschließend trockenen Frühjahrswitterung konnten sich

die vorher genannten Pilzkrankheiten nicht signifikant weiter entwickeln. Regional

kam es im zeitigen Frühjahr zu starken Schäden durch Tauben in Winterraps und

Mäusen in Winterraps und Getreide. Ab Kalenderwoche 14 (05.04.-12.04.2010)

begann der Zuflug der Rapsglanzkäfer und Rüsselkäfer. Durch die anhaltende kühle

Witterung konnte der Rapsglanzkäfer über einen langen Zeitraum beobachtet

werden. Ab Kalenderwoche 25 (21.06-28.06.2010) begann der Zuflug des

Maiszünslers. Im Herbst 2010 wurde die Verbreitung in den Kreisen ermittelt. Im

Vergleich zu 2009 erhöhte sich die Befallsstärke und Befallshäufigkeit.

Über die Warndienstinternetseite besteht die Möglichkeit auf die aktuellen

Empfehlungen des Pflanzenschutzdienstes, die aktuellen Krankheitserhebungen in

den Landessortenversuchen Wintergetreide sowie auf die Internetseiten von ISIP und

ProPlant Basic zuzugreifen. Falls Fragen zu möglichen Bekämpfungsmaßnahmen

auftreten, steht zusätzlich eine Liste der regionalen Fachberater zur Verfügung.

(U. Furth)


- 89 -

5 Versuche und Erfahrungen

5.1 Amtliche Prüfung von Pflanzenschutzmitteln

5.1.1 Amtliche Mittelprüfung und Auftragsversuche

im Ackerbau

Nach wie vor hat die Prüfung von Pflanzenschutzmitteln im Ackerbau an den beiden

Standorten Bonn und Münster eine große Bedeutung. Doch die Suche nach neuen

Wirkstoffen bereitet der Industrie zunehmend große Schwierigkeiten. Das wird

besonders deutlich, wenn man die Zahl der Zulassungsversuche mit der der

Auftragsversuche vergleicht. Während die Prüfungen zur Erarbeitung von

Neuzulassungen gegenüber dem Vorjahr um 16 % zurückgegangen sind, wuchs der

Umfang an Auftragsversuchen, die vorwiegend für Marketingzwecke der Hersteller

genutzt werden, um 8 %. Fast verdoppelt haben sich die sogenannten D & I

Versuche, in denen die unterschiedlichsten Mittel und Mittelkombinationen getestet

werden, die letztendlich wichtige und unabhängige Ergebnisse für unsere Beratung

liefern.

Im Bereich des Versuchswesens Pflanzenschutz nimmt das Getreide weiterhin eine

dominierende Stellung ein. Bei den Blattfrüchten war bisher ein relativ

ausgewogenes Verhältnis. In der Saison 2010 hat es im Rheinland versuchsmäßig

jedoch eine deutlich Verschiebung zu Gunsten der Kartoffel gegeben. Grund hierfür

war eine gezielte Werbung für Versuche in dieser Kultur bei den entsprechenden

Firmen. Geprüft wurden hier hauptsächlich fungizide Wirkstoffe zur Beizung im ULV-

Verfahren bzw. beim Legen auf der Pflanzmaschine sowie gegen Krautfäule und

Alternaria. Durch die zunehmende Anbaubedeutung von Raps ist aber auch in dieser

Kultur ein gesteigertes Interesse an Prüfungen vorhanden. Antrieb hierfür ist vor

allem die fortschreitende Resistenz beim Rapsglanzkäfer. Geprüft werden mit dem

Ziel der Indikationserweiterung verstärkt Präparate, die bereits in anderen Kulturen

eine Zulassung haben,

Im gesamten Versuchskontingent werden Herbizid- und Fungizidanwendungen, wie

schon in der Vergangenheit, zu etwa gleichen Teilen berücksichtigt. Zusammen

haben sie einen Anteil von fast 75 % am gesamten Prüfumfang. Bei den Herbiziden

werden neben der normalen, vergleichenden Prüfung mit einer Aufwandmenge jetzt

auch die doppelte Aufwandmenge (Phytotox) wie auch mehrfach gestaffelt reduzierte

Mengen (Grenzaufwand) getestet. Wegen fehlender neuer Wirkstoffe sind vor allem

in diesem Anwendungsgebiet viele Auftragsversuche, vorwiegend von

Genericaherstellern mit neuen Kreationen alter Wirkstoffe, zu verzeichnen. Die

zunehmende Problematik mit Spätverunkrautung durch Bingelkraut in

Zuckerrübenflächen hat dazu geführt, dass auch dieser Fragestellung anhand von

2 Auftragsversuchen gezielt nachgegangen wurde. Bei den Fungiziden gibt es

derzeit mehrere Anwendungsschwerpunkte. Im Getreide wird das Prüfgeschehen

von Wirkstoffkombinationen mit einer neuen Wirkstoffklasse (Carboxamide)

bestimmt. Alle namhaften Hersteller haben entsprechende Präparate zur Prüfung

angemeldet. In den Kartoffeln war unter anderem die Beizung ein

Indikationsschwerpunkt. Neben den üblichen Prüfungen gegen Silberschorf und

Rhizoctonia wurden an 2 Standorten auch Beizmittel gegen Erwinia geprüft. Diese

Versuche waren sehr aufwendig, weil nach dem Pflanzvorgang neben den

abgelegten Knollen eine weitere zuvor infizierte Knolle hinzugelegt wurde. Alle

Beizversuche wurden zudem in den zwei gängigen Applikationsverfahren

durchgeführt (ULV und Beizung beim Legen an der Pflanzmaschine). Erneut


- 90 -

zugenommen hat in der Kartoffel auch die Anzahl der Versuchsglieder in der

Königsdisziplin - die Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule. Dabei handelte es

sich fast ausschließlich um Auftragsversuche mit bereits zugelassenen Mitteln zur

eigenen Orientierung der Auftraggeber. Lediglich in einem Block wurde ein neuer

Wirkstoff in verschiedenen Aufwandmengen und Formulierungen getestet.

Bei den Insektizidversuchen stand ebenfalls die Beizung im Vordergrund. Beim Raps

waren die Zielorganismen die kleine Kohlfliege, der Rapserdfloh und die Blattläuse,

beim Getreide waren es die virusübertragenden Blattläuse. In den beiden

Maisversuchen sollte die Wirkung der Beize gegen Drahtwurm und Fritfliege ermittelt

werden. Spritzapplikationen wurden nur in Raps gegen Rüsselkäfer und

Rapsglanzkäfer sowie in Kartoffeln gegen Kartoffelkäfer durchgeführt. Im Getreide

gab es vergleichend zur Beizanwendung nur eine Spritzbehandlung gegen

Blattläuse.

Versuchsumfang 2010 Fachbereich 32.5

Zulassungsprüfungen 163

Lückenindikation (GLP) 1

Eigene Versuche zu speziellen Problemen (D & I Versuche) 158

Auftragsversuche 178

Saatgutprüfungen 510

(K.-J. Behr)

Der Umfang der Insektzidversuche 2010 umfasste die Saatgutbeizung im Freiland

und im Gewächshaus sowie Spritzanwendungen im Freiland. Das

Versuchsaufkommen ist nochmals angestiegen. Der Prüfungsumfang umfasste

Blattläuse im Getreide (auch Virusvektoren), Rapsglanzkäfer in Winterraps,

Kartoffelkäfer in Kartoffeln, Drahtwurm und Fritfliege in Mais, Erdloh und Blattläuse in

Winterraps. Da die Bedeutung des Drahtwurms in der Praxis eine immer größere

Bedeutung einnimmt, sind neben den Versuchen auch ein Drahtwurmmonitoring

durchgeführt worden. Da die Bekämpfungsmöglichkeiten in 2010 begrenzt waren, ist

zum Jahresende eine Umfrage durchgeführt worden, zur Einschätzung des

aufgetretenen Drahtwurmschadens (siehe Tabelle).

Einschätzung des Schadens durch Drahtwurm

an Mais in 2010

ha %

Gesamtfläche Mais 209.657

keine Schäden 201.302 96,01

0-5 % geschädigte Pflanzen 4.830 2,30

5-25 % geschädigte Pflanzen 1.395 0,67

über 25 % geschädigte Pflanzen 1.230 0,59

davon Fläche mit Umbuch 650 0,31

Fläche mit Verzicht auf Maisanbau wegen Drahtwurm 1.550 0,74

Fläche mit Santana behandelt 18 0,01

Aufgrund der Resistenzprobleme beim Rapsglanzkäfer wurden 42 Proben auf

Resistenz untersucht.


- 91 -

Die Anzahl der geprüften Versuchsglieder bei der fungiziden Beizung 2010 im

Freiland und im Gewächshaus blieben nahezu unverändert. Im Freiland umfasste

der Prüfungsumfang, wie auch im vergangenen Jahr, nahezu alle samen- und

bodenbürtige Erreger wie Flugbrand in allen Getreidearten, Streifenkrankheit in

Gerste und Hafer, Hartbrand in Wintergerste, Typhula-Fäule in Wintergerste,

Stängelbrand in Winterroggen und Steinbrand in Winterweizen. Spezielle

Versuchsfragen im Hinblick auf die Pflanzenentwicklung unter Berücksichtigung des

Aussaattermins oder des Standortes waren auch im Versuchsprogamm enthalten.

Der Prüfungsumfang im Gewächshaus umfasste in 2010 verschiedene

Fusariumarten in allen Kulturen, Septoria in Winterweizen, Keimlingkrankheiten in

Mais sowie Versuche zur Überprüfung der Phytotoxizität aller Kulturen.

(U. Furth)

5.1.2 Demonstrations- und Informationsversuche im Ackerbau

Ergebnisse der D+I Herbizidversuche im Zuckerrübenanbau 2010

Offene Fragen sollten mit folgenden von Versuchsgliedern (VG) geklärt werden:

• VG 2 + 9 = Standardkontrollvarianten

• VG 3, 5, 6 = Wirkungsvergleich zu VG 2

• VG 10, 11, 12 = Wirkungsvergleich zu VG 9

• VG 4, 7, 8, 13 = Prüfung "neuer" Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen

Auf dem Versuchsstandort Höxter/Brakel hatte keine der eingesetzten

Mittelkombinationen Wirkungsprobleme. Das vorhandene Unkrautspektrum,

bestehend aus Echter Kamille, Weißem Gänsefuß und Ackerstiefmütterchen, wurde

in allen Varianten sehr gut und dauerhaft bekämpft. Auf der Fläche war der

Unkrautdruck so gering, das selbst in der unbehandelten Kontrolle der

Unkrautdeckungsgrad bei der Endbonitur unter 50 % lag.

Auch auf dem niederrheinischen Standort in Wesel sowie in Beckrath (koordinierter

Herbizidversuch durch das IfZ-Göttingen) traten nur Unkrautgesellschaften auf, die in

der Bekämpfung keine Probleme bringen. Die einzelnen Varianten zeigte weder

signifikante noch in der Tendenz unterschiedliche Bekämpfungserfolge.

Der Standort für die Köln-Aachener Bucht lag in Nörvenich. Die Leitunkräuter

verteilten sich in der unbehandelten Kontrolle bei der Abschlussbonitur auf

Bingelkraut (Deckungsgrad DG = 13 %), Vogelknöterich (DG = 35 %) und Weißer

Gänsefuß (DG = 28 %). Nach der Aussaat am 10. April erfolgte die erste NAK am

28.04., gefolgt von den Terminen am 21.05. und 02.06.. Erstaunlich gut war die

Wirkung aller Versuchsvarianten schon bei der Bonitur am 21.05. nach der 1. NAK.

Bei der Endbonitur erreichten auch hier alle Varianten das Niveau von 98-100 %.

Auch der sonst übliche Neuauflauf von Bingelkraut trat auf Grund der feuchten und

kalten Witterung ab Ende Juli nicht auf. Bei der Pytotox zeigten die Venzar- und

Spectrumvarianten eine um ca. 3 % höhere Schädigung. Allerdings hatten sie auch

bei allen Unkräutern einen Wirkungsgrad von 100 %.


ohne Rebell

mit Rebell

Standardvariante 1

Standardvariante 1 mit Öl

FCS (PMP/Etho) Neuformulierung

Goltix super

Einsatz von Debut

Betanal Neuformulierung

Einsatz von Debut + Venzar

Standardvariante 2 G/B/R

Standardvariante 2 mit Öl

Powertwin plus

Einsatz von Debut

Einsatz von Debut + Spectrum

- 92 -

D + I Herbizidversuch in Zuckerrüben 2010

Standort Rheinland/Nörvenich

Vogelknöterich

Bingelkraut

90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100

Befallsverteilung

Ergebnisse der D+I Fungizidversuche 2010

Unkrautwirkungsgrad in %

Wie in den Vorjahren kamen auch 2010 die systemischen Azolpräparate sowie

Kombination aus Azolen und Strobilurinen in den Fungizidversuchen zum Einsatz.

Da 2010 auf dem Standort in Steinheim der Befall nie die Bekämpfungsschwelle

überschritten hat, stehen für die diesjährigen Auswertungen nur die Ergebnisse in

Kerpen-Buir zur Verfügung. Aber auch hier waren auf Grund des geringen

Befallsdrucks (trotz cercospora-anfälliger Sorte) kaum Unterschiede im Rüben- oder

Zuckerertrag abzusichern.

Die reinen Azolpräparate Spyrale, Harvesan und Domark 10 EC lagen in der

Abschlussbonitur auch bei der Befallsstärke auf Augenhöhe mit den

Kombipräparaten. Da sie in den Behandlungskosten jedoch deutlich günstiger sind,

hatten sie 2010 die Nase vorn. Unter dem Befallsdruck vor allem in Süddeutschland

setzen aber langfristig die meisten Pflanzenschutzfirmen auf die Kombination von

Azol- und Stobilurinpräparaten, da sie sowohl heilend als auch lang anhaltend

vorbeugend wirken und damit eine größere Behandlungsflexibilität erlauben. In den

Versuchen wurden hierzu neben dem langjährig zugelassenen Vergleichsmittel

Juwel 3 neue Prüfmittel getestet. Alle erreichten dabei mindestens das Niveau von

Juwel, so dass nach einer möglichen Zulassung letztlich der Preis über den Einsatz

entscheidet. Da 2010 auf der Versuchsparzelle nur ein geringer Befallsdruck vorlag,

ist die Mittelfrage im Jahr 2011 erneut zu prüfen.

Nach dem Befallsbeginn in der letzten Juliwoche wurde auf dem Versuchsstandort

Kerpen-Buir am 15.08. die Bekämpfungsschwelle überschritten und anschließend

behandelt. Neben Cercospora konnte auf dem Standort auch Rost durchgängig

bonitiert werden. Ramularia und Mehltau traten nicht durchgängig und nur an

wenigen Einzelpflanzen auf.


- 93 -

Bei der Betrachtung der Wirkung ist die Befallsstärke (zerstörte Blattfläche) die

ausschlaggebende Größe. Solange hier zur Ernte die 5 % Grenze nicht überschritten

wird, treten keine wirtschaftlichen Schäden auf. Die Befallshäufigkeit (Anzahl

befallener Blätter) liefert zu diesem Zeitpunkt keine brauchbaren Daten mehr.

Doppelbehandlungen verringerten zwar weiter die Befallsstärke, führten aber zu

keinen Mehrerträgen sondern nur zu Mehrkosten. Insgesamt haben gezielte, am

Schadschwellenprinzip orientierte Fungizidmaßnahmen auch im Jahr 2010 wieder

ihre Wirtschaftlichkeit bewiesen. Nur ein weitgehend gesunder Blattapparat ist in der

Lage, der Rübe ein optimales Wachstum mit hoher Zuckereinlagerung zu

ermöglichen. Wenn man sich entschlossen hat Zuckerrüben anzubauen, müssen

diese dann auch zu einem optimalen Ertrag geführt werden.

Neben der cercosporaanfälligen Sorte wurde auch eine tolerante Sorte angebaut.

Befall und Befallsdruck waren hier so gering, dass sich eine Behandlung nicht lohnte.

Die zu Versuchszecken trotzdem durchgeführte Behandlung führte sogar zu

Mindererträgen. Trotzdem führt vor allem in Gebieten mit Starkbefall, wo die

Fungizide an ihre Grenzen stoßen, kein Weg an diesen Sorten vorbei.

% Befallshäufigkeit (BH)

100

90

80

70

60

50

40

30

20

10

0

Befallsverlauf und Befallsentwicklung der pilzlichen Blattkrankheitenan an Zuckerrüben 2010

D+I Fungizidversuch, Sandort Kerpen-Buir, Sorte Emilia, Behandlung 06.08.10 mit 1,0 l/ha Spyrale

BH unbehandelt, Emilia

BH behandelt, Emilia

BS unbehandelt, Emilia

BS behandelt, Emilia

1 1

3

29.06. 06.07. 12.07. 20.07. 27.07. 03.08. 10.08. 17.08. 24.08. 31.08. 07.09. 16.09. 25.10.

15

Befallsverlauf 2010

10

63

22

64

25

76

31

100

86

10,9

1,2

50

45

40

35

30

25

20

15

10

5

0

% Befallsstärke (BS)


- 94 -

Versuchsauswertung Kerpen-Buir

Versuchsergebnisse zum Anbau nematodenresistenter und -toleranter

Zuckerrüben 2010

Nematodenresistente Zuckerrübensorten werden mittlerweile von allen

Züchterhäusern angeboten. In den Versuchen 2010 stand in dem resistenten

Segment neben der bekannten Sorte Sanetta die neuere laut Züchteraussage

ertragreichere Sorte Nemata.

Bei den toleranten Rüben standen neben der schon langjährig im Anbau befindlichen

Sorte Pauletta die Sorten Theresa KWS, Belladonna KWS, Adrianna KWS, Corvetta

KWS sowie die in 2010 neu zugelassenen Sorten Kühn (Strube Saatzucht) und Hella

(Syngenta Seeds). Im Mittelpunkt der Auswertungen steht die Frage, wie die

Leistung der nematodentoleranten Sorten unter geringem bzw. latentem

Nematodenbefall zu bewerten ist. Zusätzlich wurde 2010 auf einem Standorte die

Ertragsleistung unter Nichtbefall getestet. Auf den 8 Versuchsstandorten mit

Nematodenbefall wurde durch den Anbau einer toleranten Rübe je nach Sorte der

bereinigte Zuckerertrag durchschnittlich um 12-18 % gegenüber einer als Kontrolle

angebauten Normalsorte gesteigert. Über die Hälfte der Versuchsstandorte wiesen

dabei lediglich einen latenten Nematodenbefall auf.

Die Sorte Pauletta wurde dabei von den neueren toleranten Sorten im bereinigten

Zuckerertrag überflügelt. Vor allem die höhere Saftreinheit der neuen Sorten der

KWS Saat AG und die Sorte Kühn aus dem Hause Strube waren hierfür

verantwortlich (vgl. Tabelle). Wichtig bleibt festzuhalten, dass alle toleranten Sorten

die höheren Leistungen im bereinigten Zuckerertrag (BZE) auch schon bei einem

geringen Ausgangsbefall von ca. 200 Eier/Larven je 100 ml Boden erzielten.

Gleichzeitig war die Vermehrung der Nematoden deutlich geringer als bei der

Normalsorte. Ein weiterer wichtiger Punkt, der beim Anbau der toleranten Sorten

berücksichtigt werden muss, ist ihre hohe Mehltauanfälligkeit. Trotz meist

ungünstiger Befallsbedingungen zeigten die Sorten deutlichen Mehltaubefall. Als

besonders anfällig mit Befallsstärken von bis zu 100 % zeigten sich in den

Versuchen die Sorten Pauletta, Kühn und Hella. Ohne gezielte


- 95 -

Bekämpfungsmaßnahmen zeigten Vergleichsparzellen Mindererträge von 10 % und

mehr.

Die nematodenresistenten Sorten Sanetta und Nemata überzeugten 2010 wieder

durch ihre sehr gute Leistung bei der Nematodenbekämpfung. Im Durchschnitt der

bis Dezember 2010 ausgewerteten Versuche wurde eine Absenkung der

Nematodenpopulation um über 70 % (auf Einzelstandorten bis 85 %) erreicht. Die

Sorten sind damit weiterhin eine Anbaualternative für hoch belastete

Nematodenstandorte. Auch im bereinigten Zuckerertrag lag vor allem die neue Sorte

Nemata ca. 4 % über der Standardsorte, erreiche aber bei den meist nur latenten

Befallsbedingungen nicht das Niveau der toleranten Sorten.

Bei den Exaktversuchen 2010 wurden neben der Ackerkrume die einen Horizont bis

30 cm Bodentiefe abdeckt auch der Unterboden von 30-60 cm auf seine

Nematodenbelastung untersucht. Auslöser für diese Untersuchungen waren die

hohen Mehrerträge der nematodentoleranten Sorten in den Versuchen der Vorjahre,

die selbst bei geringen Befallszahlen in der Ackerkrume auftraten. Die bisherigen

Untersuchungen bestätigen, dass der Unterboden sehr hohe Nematodenbelastungen

aufweisen kann selbst wenn in der Krume kaum Nematoden zu finden sind. Vor

allem Standorte auf denen schon seit langem Nematoden mit resistenten

Zwischenfrüchten bekämpft werden waren besonders auffällig. Hier befinden sich

rund 80-85 % der Nematodenpopulation in dem Bereich von 30-60 cm (siehe Grafik

Befallsverteilung). Daraus kann man schließen, dass eine Entseuchung vor allem im

Bodenhorizont bis 30 cm stattfindet, der folgende Horizont bis 60 cm jedoch kaum

erfasst wird. Die Untersuchungen bestätigen damit die Beobachtungen aus den

Vorjahren. Die Rübenpflanze zeigt in der Jugendentwicklung keine

Beeinträchtigungen im Wachstum. Auch die Standardsorten entwickeln in der

entseuchten Krume eine starke Hauptwurzel ohne Wurzelbart. Erst wenn der

folgende Bodenbereich erschlossen wird treten die Sortenunterschiede auf. Wird der

Nematodenbefall aus beiden Bodentiefen zusammengefasst, lassen sich die, auch in

2010, wiederum deutlichen Mehrerträge der toleranten Sorten (Ø ca. 16 %) gut

erklären. Die bisherigen Ergebnisse beruhen auf einjährigen Daten, die mit weiteren

Versuchen abgesichert werden müssen. Ob dann letztlich ein Umdenken bei der

Beprobung erfolgen muss bleibt abzuwarten.

2010 wurden die Sorten auch wieder auf einem Standort ohne Nematodenbefall

getestet. Hier ergab die Beerntung, dass die nematodenanfällige Standardsorte, wie

auch in den Vorjahren, den höchsten bereinigten Zuckerertrag erbrachte (siehe

Standortauswertung ohne Befall). Vor allem diese Ergebnisse zeigen, wie wichtig

das Wissen um den Nematodenbesatz eines Schlages ist, um richtig zu reagieren

und den höchst möglichen Ertrag sicherzustellen. Auch die Tatsache, dass das

Saatgut der Nematoden-Sorten um ca. 35 bis 40 €/ha teurer als das anfälliger Sorten

ist, darf in der Gesamtkalkulation nicht vergessen werden.


er. Zuckerertrag in %

120

115

110

105

100

95

90

85

80

93,0

109,7

- 96 -

Leistung nematodenresister/toleranter Zuckerrüben

Sortenversuche mit nematodenresistenten bzw. -toleranten Rübensorten

von 2008 - 2010 auf 28 Sandorten

105,4

118,2

114,0 114,0

473

546

110,8

112,4

103,4020619

2008 (11 Standorte) 2009 (9 Standorte) 2010 (8 Standorte)

99,9

111,6

116,2 116,0 116,2

116,9

114,3 900

Standardsorte Sanetta, resistent Nemata, resistent Pauletta, tolerant Theresa KWS, toler.

Belladonna KWS, toler. Adrianna KWS, toler. Hella, toler. Kühn, toler. Nematodenbelastung

mehrjähriger Vergleich

neue Sorte

612

neue Sorte

neue Sorte

1000

800

700

600

500

400

300

200

Eier/Larven je 100 ml Boden


- 97 -

Änderung der Nematodenbelastung

Ackerfuchsschwanzbekämpfung in Wintergerste

(C. Heinrichs)

Zu diesem Thema wurden im Herbst 2009 Versuche in den Kreisen Höxter,

Paderborn, Soest, im Märkischen Kreis und in Bonn angelegt. Neben dem Vergleich

verschiedener Kombinationen im Vorauflauf ging es um die Frage wie Bacara Forte

Set auf den Zusatz von IPU/CTU reagiert, bzw. auch inwieweit eine entsprechende

Zumischung zu späteren Axialvarianten Nutzen bringt.


Versuchsplan:

WG Ernte 2010 - Ackerfuchsschwanz

2 IPU 2,5 + Herold 0,5

3 Bacara Forte 0,625 + Cadou 0,25

4 IPU 2,5 + Bacara Forte 0,625 + Cadou 0,25

5 Lentipur + 2,5 + Bacara Forte 0,625 + Cadou 0,25

6 IPU 2,5 + Stomp Aqua 2,5

- 98 -

IA EC 12-13

7 IPU 2,5 + Stomp Aqua 2,5 Axial 0,9

8 Axial 0,9 + Stomp Aqua 2,5

9 Axial 0,9 + Stomp Aqua 2,5 + IPU 1,5

10 Axial 0,9 + Stomp Aqua 2,5 + Lentipur 1,5

11 Ralon S 1,5 + Stomp Aq. 2,5 + Lentipur 1,5

12 Axial 0,9 + Carmina 2,5

Im Schnitt der fünf Standorte Lag der Fuchsschwanzbesatz bei 477 Ähren je m².

Behandelt wurde von Ende September (in den Auflauf) bis Ende Oktober (EC 23-13).

Nachfolgend finden Sie die Wirkung der Maßnahmen links, die daraus resultierenden

Mehrerträge rechts. Die kleinen Balken auf der linken Seite zeigen die

Schwankungsbreite zwischen den Versuchen.


Behandlungstermine Herbst

Bad Lippspringe - DWD (15.09.2009 ... 31.12.2009)

Hauptwerte

Temp.Min.

Sonne (h)

Niederschlag

Datum

30

25

20

15

10

5

0

-5

[°C][mm][m/s][h]

- 99 -

Sep. Oktober November Dezember

1517192123252729

1 3 5 7 9 11131517192123252729311

3 5 7 9 11131517192123252729

1 3 5 7 9 1113151719212325272931

IA

PB

77 %

BN

98 %

Schäden: HX, PB, SO, MK, BN – WG, Ernte 2010

100

Fuchsschwanz 477 Ähren / m² EC 10 EC 12

80

60 40

% Wirkung

20

0

Herold + IPU

Bac F + Cadou

Bac F + Cadou + IPU

Bac F + Cadou + CTU

IPU + Stomp Aq.

IPU + Stomp Aq. Axial

Stomp Aq. + Axial

IPU + Stomp. Aq. + Axial

CTU + Stomp. Aq. + Axial

CTU + Stomp. Aq. + Ra. S.

Carmina + Axial

Ertrag > 55 dt/ha

wirtschaftlicher Mehrertrag

%

84

0 10 20

dt/ha

30 40

70

56

42

28

14

0


14

WG Ernte 2010 - Schäden: HX, PB, SO

12

10 8 6

% Schaden

4

2

0

- 100 -

Aufhellung / Ausdünnung EC 10 EC 12

Herold + IPU

Bac F + Cadou

Bac F + Cadou + IPU

Bac F + Cadou + CTU

IPU + Stomp Aq.

IPU + Stomp Aq. Axial

Stomp Aq. + Axial

IPU + Stomp. Aq. + Axial

CTU + Stomp. Aq. + Axial

CTU + Stomp. Aq. + Ra. S.

Carmina + Axial

Ergebnisse und Rückschlüsse aus den Versuchen

Ertrag > 55 dt/ha

wirtschaftlicher Mehrertrag

0 10 20

dt/ha

30 40

• Beim Vergleich Herold + IPU zu Bacara Forte + Cadou + IPU ergab sich bei

gleicher Wirkung ein Ertragsvorteil für die Herold Kombination von 4,6 dt/ha. Dies

setzt sich zusammen aus folgenden Einzelwerten:

HX + 2,8 dt/ha,

PB + 5,5 dt/ha,

SO + 4,9 dt/ha,

MK + 4,2 dt/ha,

BN + 5,8 dt/ha

In Wintergerste ist daher Herold dem Bacara Forte + Cadou vorzuziehen. Ein

entsprechender Ertragsunterschied fand sich auch gegenüber der Solo

Anwendung von Bacara Forte. Die stärksten sichtbaren Aufhellungen zeigte die

Kombination aus Bacara Forte + Cadou + CTU. Diese ist für Wintergerste sicher

nicht empfehlenswert.

• Gut verträglich zeigten sich wie schon so oft die IPU + Stomp Aqua

Anwendungen. Die beste Wirkung und auch der höchste wirtschaftliche Erfolg

wurde mit der Spritzfolge IPU + Stomp Aqua mit Nachlage von Axial im

Spätherbst erzielt. Die aktuelle Strategie konnte somit untermauert werden.

• Nicht mithalten konnte die zum späten Termin applizierte Kombination aus Axial +

Stomp Aqua. Durch die weitere Beigabe von IPU/CTU verschlechterte sich das

Ergebnis noch ein wenig.

• Ralon Super konnte auch in diesem Herbst Axial nicht gleichwertig ersetzen.

Vergleichsweise positiv schnitt die Mischung aus Carmina + Axial ab. Auf nicht

drainierten Flächen bietet sich Carmina als Unkrautpartner zu Axial durchaus an.


- 101 -

• Nicht in der großen Serie aber aus den sog. Technikervarianten war folgendes zu

entnehmen: Im Märkischen Kreis wurden folgende Behandlungen am 17.11.2009

ausgebracht. Bei vergleichbarer Wirkung waren Unterschiede hinsichtlich der

Schädigung der Gerste in Form von Ausdüngung und beim Ertrag festzustellen:

Herold + IPU: 10 % Ausdünnung an der Kultur, + 32 dt/ha

Bacara Forte Set + IPU: 5 % Ausdünnung an der Kultur, + 28 dt/ha

Malibu + IPU: 11 % Ausdünnung an der Kultur, + 29 dt/ha

• Am Standort HX wurde auch Falcon als Alternative zu Stomp Aqua ausprobiert:

Axial 0,9 + Stomp Aqua 2,5 = 99 % Wirkung gegen Ackerfuchsschwanz

Axial 0,9 + Falkon 1,0 = 83 % Wirkung gegen Ackerfuchsschwanz

Es stellte sich heraus, das Falkon an dieser Stelle keine Alternative ist.

Ackerfuchsschwanzbekämpfung in Winterweizen

Versuchsfragen zu diesem Thema wurden an Standorten in den Kreisen Höxter,

Paderborn, Soest, im Märkischen Kreis, im Kreis Coesfeld und am Standort Bonn

bearbeitet. Im Mittel der 6 Versuchsflächen lag der Ackerfuchsschwanzbesatz im Mai

bei 143 Ähren je m². Die Behandlungen erfolgten ab Anfang bis Ende November,

jeweils zum 2-3 Blattstadium der Kultur. Außerhalb dieser Serie wurde Atlantis im

Weizen mit verschiedenen Additiven getestet. Weiterhin aufgeführt ist ein Versuch

zum Einsatz von Traxos im Winterweizen

Versuchsplan:

WW Ackerfuchsschwanzbekämpfung - Ernte 2010

2 Malibu 3,3 + IPU 2,5

3 Stomp Aqua 2,5 + IPU 2,5

4 FCS Pendim. 2,5 + IPU 2,5

5 Axial 50 EC 0,9 + Stomp Aqua 2,5

6 Topik 100 0,5 + Stomp Aqua 2,5

7 Traxos 1,2 + Stomp Aqua 2,5

EC 12-13

8 Traxos 1,2 + Stomp Aqua 2,5 + CTU 1,5

9 Traxos 1,2 + Stomp Aqua 1,25 + Boxer 1,25

10 Lexus 20 g + Stomp Aqua 1,25 + Boxer 1,25


WW 2010 - Behandlungstermine Herbst

- 102 -

Unna - Meteomedia (15.09.2009 ... 15.12.2009)

Hauptwerte

Temp.Max.

Temp.Min.

Sonne (h)

Niederschlag

30

25

20

15

10

5

0

Datum

-5

[°C][mm][m/s][h]

Oktober

WW, Ernte 2010 - HX, SO, MK, BN, COE

100

92

93

Fuchsschwanz: 143 Ähren m²

89

81

81

81

80

79

76

67

60 40

% Wirkung

20

0

Spätherbst

Malibu + IPU

Stomp Aqua + IPU

Activus SC + IPU

Axial + Stomp A.

Topik + Stomp A.

Traxos + Stomp A.

Oktober November Dez.

Traxos + Stomp A. + CTU

November

SO

65 %

25.09.

COE

73 %

05.10.

Traxos + Stomp A. ½ + Boxer

Lexus + Stomp A. ½ + Boxer

MK

78 %

03.10.

HX

92 %

05.10.

BN

99 %

15.10.

Ertrag > 86 dt/ha

Dezember

wirtschaftlicher Mehrertrag

%

84

0 5 10

dt/ha

15 20

70

56

42

28

14

0


- 103 -

WW, Ernte 2010, Legden, Atlantis + Additiv

Behandlung am 25.03.10

Atlantis 400 g + FHS 1,0

Atlantis 400 g + FHS 0,8

Atlantis 400 g + FHS 0,8 + AHL 30 l

Atlantis 400 g + FHS 0,8 + SSA 10 kg

Atlantis 400 g + FHS 0,8 + AquaFit 0,625 l

Atlantis 400 g + FHS 0,8 + Arma 0,25 l

Atlantis 400 g + FHS 0,8 + Silwet G. 62,5 ml

Atlantis 400 g + FHS 0,8 + Vollmilch 1,0 l

WW, Ernte 2010, COE, SYN

EC 11 EC 11/12 EC 12

15.10. 29.10. 17.11.

Cadou F Set 1,0 + 0,25

Boxer 2,0 + Lexus 20 g

Boxer 2,0 + Malibu 3,0

Cadou F Set 1,0 + 0,25

Herold 0,4 + Traxos 1,0

Boxer 1,5 + Stomp Aq. 1,5 + Traxos 1,0

Falkon 1,0 + Traxos 1,0

Traxos 1,0

Traxos 1,0

0

Fuchsschwanz: 240 Ähren m²

85

89

89

87

94

100

0 20 40 60 80 100

% Wirkung

Fuchsschwanz: 145 Ähren m²

0 20 40 60 80 100

% Wirkung

80

81

84

85

89

89

95

94

97

99


- 104 -

Ergebnisse und Rückschlüsse aus den Versuchen

• Im Vergleich der IPU Kombinationen zeigte Malibu die beste Wirkung. Auch

Activus SC wirkte besser als Stomp Aqua. Activus SC ist vergleichbar mit dem

alten Stomp SC.

• Im Vergleich der reinen Blattherbizide Axial, Topik und Traxos, jeweils in

Kombination mit Stomp Aqua, schnitt Traxos am besten ab.

• Durch die weitere Zumischung von CTU kam es nicht zu negativen Reaktionen.

Die Wirkung stieg leicht an.

• Wurde Stomp Aqua mit 2,5 l/ha durch eine Mischung aus 1,25 l/ha Stomp Aqua +

1,25 l/ha Boxer ersetzt steigerte sich die Fuchsschwanzwirkung von 89 auf 93 %.

• Die Kombination aus Traxos + Stomp Aqua + Boxer konnte insgesamt

überzeugen. Die Unkrautwirkung ist nicht komplett aber besser als beim Einsatz

der Soloprodukte mit doppelter Menge. Die Ertragsergebnisse sind in Ordnung

und ein später Einsatztermin kommt allen drei Produkten entgegen. Auf

drainierten Flächen ist die Mischung durchaus empfehlenswert. Auf undrainierten

Flächen bietet die Zumischung von CTU zum Stomp Aqua bei vergleichbarer

Fuchsschwanzleistung Wirkung gegen Kamille und Kornblume.

• Bei Test der Additive zu Atlantis bestätigte sich, dass derzeit kein Additiv an die

Wirkungsverbesserung durch AHL herankommt.

• Die letzte Abbildung zeigt, dass Traxos am besten spät gespritzt wird.

Mischpartner sind nicht immer von Vorteil. Auf keinen Fall empfehlen sich

Kombinationen mit Falkon.

Windhalmbekämpfung in Triticale

Dabei ging es um den Vergleich bewährter und neuer Möglichkeiten der Windhalm-

und Unkrautbekämpfung in Herbst und Frühjahr. An insgesamt fünf Standorten in

den Kreisen Coesfeld (2x), Warendorf und Münster wurden diese Versuchsfragen

durchgeführt. Die Herbstbehandlungen erfolgten ab dem 20. Oktober bis Mitte

November. Im Frühjahr wurde Anfang April behandelt. Windhalm trat an vielen

Standorten mit durchschnittlich 23 Rispen je m² auf. Die Mehrerträge durch die

Behandlungen betrugen durchschnittlich 11 dt/ha. Auf Grund starker

Ertragsschwankungen innerhalb der Versuche wurden die Ertragsergebnisse der

Einzelvarianten nicht ausgewiesen.


99

100

100

100

98

97

100

100

100

100

100

92

80

60 40

% Wirkung

20

0

- 105 -

Triticale, COE 1, COE 2, MS, BOR – Ernte 2010

Windhalm: 23 Ähren m² Herbst Frühjahr

Bacara Forte 0,8

Herold SC 0,35

Falkon 0,6 + Malibu 1,5

Carmina 1,0 + Malibu 1,5

Carmina 2,5

Sumimax 50 g

Wirkung COE 1, WAF – Ernte 2010

100

80

60 40

% Wirkung

20

0

Sumimax 50 g + Carmina 0,75

Sumimax 50 g + Herold 0,15

Broadway 130 g

Brodw. ½ + Husar ½

Brodw. ½ + IPU 2,0

Jährige Rispe 4 % DG 20.05. Herbst Frühjahr

Bacara Forte 0,8

Herold SC 0,35

Falkon 0,6 + Malibu 1,5

Carmina 1,0 + Malibu 1,5

Carmina 2,5

Sumimax 50 g

Sumimax 50 g + Carmina 0,75

Sumimax 50 g + Herold 0,15

Broadway 130 g

Brodw. ½ + Husar ½

Brodw. ½ + IPU 2,0

Ertrag > 57 dt/ha

wirtschaftlicher Mehrertrag

Starke Varianz in den Versuchen,

deshalb Mittelwert gebildet

0 5 10

dt/ha

15 20

Taubnessel 6 % DG 20.05.

0 20 40 60 80 100

% Wirkung


Wirkung COE 1, WAF – Ernte 2010

100

Storchschnabel 14 % DG 20.05.

80

60 40

% Wirkung

20

0

- 106 -

Herbst Frühjahr

Bacara Forte 0,8

Herold SC 0,35

Falkon 0,6 + Malibu 1,5

Carmina 1,0 + Malibu 1,5

Carmina 2,5

Sumimax 50 g

Sumimax 50 g + Carmina 0,75

Sumimax 50 g + Herold 0,15

Broadway 130 g

Brodw. ½ + Husar ½

Brodw. ½ + IPU 2,0

Ergebnisse und Rückschlüsse aus den Versuchen

Vogelmiere 9 % DG 20.05.

0 20 40 60 80 100

% Wirkung

• Unter den Witterungsbedingungen des Jahres 2010 führte bereits der geringe

Windhalmbesatz von 23 Rispen je m² zu Mehrerträgen von 11 dt/ha. Nach Abzug

der Kosten für Präparat und Durchfahrt blieb bei einem angenommenen

Getreidepreis von 16 €/dt noch ein wirtschaftlicher Mehrertrag von 8,2 dt/ha.

• Die angestrebte 100 %ige Windhalmwirkung wurde im Herbst nur dort erreicht wo

eine ausreichende Flufenacetmenge in Form von Herold bzw. Malibu eingesetzt

bzw. zugefügt wurde.

• Sumimax im Soloeinsatz war überfordert. In Mischung mit einer kleinen Menge

Herold war die Wirkung gut.

• Die Frühjahrsvarianten auf Basis von Broadway zeigten eine sehr gute Wirkung.

• Auch gegen Jährige Rispe waren 130 g/ha Broadway + FHS oft ausreichend. Bei

starkem Auftreten dieses Ungrases empfiehlt es sich die Aufwandmenge auf

150 g/ha + FHS zu erhöhen. In extremem Fällen ist der Zusatz von Husar

möglich. Die Präparate ergänzen sich in der Wirkung. IPU-haltige Mittel sind

dagegen weniger geeignet. So war in anderen Versuchen zu beobachten, dass

die Wirkung von Broadway gegen Kamille durch Zusatz von IPU abnimmt.

• Am Standort Warendorf konnte die überragende Wirkung von Broadway gegen

Storchschnabel nachvollzogen werden. Am Standort war der rundblättrige

Storchschnabel dominierend.

• Die letzte Abbildung zeigt ein Einzelergebnis von einem Resistenzstandort in

Merfeld (Kreis Coesfeld). In einer Mais-Getreide Fruchtfolge wurde der Windhalm

in den letzten Jahren im Getreide auf Basis von ALS-Hemmern (z.B. Husar) im

Frühjahr bekämpft. Hier wirken mittlerweile alle ALS Hemmer, zu denen auch

Broadway gehört, nicht mehr ausreichend. Auch das Herbstprodukt Falkon mit


- 107 -

dem ALS-Hemmer Penoxulam steht auf diesen Standorten auf verlorenem

Posten. Sicher wirksam sind Kombinationen auf Basis von Flufenacet im Herbst.

Im Frühjahr bietet derzeit noch Axial die beste Wirkungssicherheit.

Windhalm auf Resistenzstandort – Merfeld 09/10, WR

100

Windhalm: 370 Ähren m² Herbst Frühjahr

80

60 40

% Wirkung

20

0

Bacara Forte 1,0

Herold 0,4

IPU 2,0 + Stomp Aqua 2,0

Sumimax 60 g + Herold 0,15

Falkon 1,0

Falkon 0,6 + Malibu 1,5

Husar 100 ml + Mero

Atlantis 1,2 l

Broadw. 130 g + FHS

Axial 0,9 + Ariane 1,0

Ertrag > 55 dt/ha

0 5 10 15

dt/ha

20 25

Vergleich verschiedener Ackerfuchsschwanzherkünfte im Freiland

In diesem Freilandversuch wurden am 29.09.2009 auf einem lehmigen Sandboden

Ackerfuchsschwanzherkünfte aus den Kreisen Warendorf, Coesfeld, Bonn, der West-

und Ostküste Schleswig-Hosteins sowie einer sensitiven Vergleichsvariante (Appel)

ausgedrillt. Je Herkunft wurden 30 m² zusammen mit Weizen bestellt.

Die Aussaat erfolgte mit doppelter Überfahrt. Die Saattiefe betrug in der ersten

Überfahrt 2,5 in der zweiten Überfahrt 1,5 cm. Quer zu den Sähstreifen wurden am

14.10.2009 in EC 00-10 die Herbizide Cadou SC, Herold, Stomp Aqua, Boxer und

IPU appliziert. Am 18.11.2010 in EC 12-13 erfolgte eine Behandlung mit Kerb Flo.

Die Frühjahrsprodukte Atlantis OD, Roundup Ultra Max, Targa Super, Focus Ultra,

Select 240 EC und Motivell kamen am 27.04.2010 in EC 29 zur Anwendung. Bei der

Untersuchung ging es in erster Linie um folgende Frage: Gibt es zwischen

Ackerfuchsschwanzherkünften bei gleichen Umweltbedingungen deutliche

Unterschiede in der Empfindlichkeit gegenüber Bodenherbiziden. Besondere

Bedeutung auch im Rahmen eines Resistenzmanagements kommt hier den

Wirkstoffen Flufenacet (Cadou SC) und Propyzamid (Kerb Flo) zu.

Der Auflauf in den Parzellen war gleichmäßig. Auch die Anzahl an Pflanzen je m² war

über die Versuchsfläche und zwischen den Herkünften vergleichbar. Die Ergebnisse

der Abschlussbonitur sind in der folgenden Tabelle aufgeführt. In der Kerb Flo

Variante waren ausgangs Winter sämtliche Ackerfuchsschwanzherkünfte zu 100 %

bekämpft. Im Laufe der Vegetation kam es mangels Kulturbedeckung zu Neulauf.

Dieser wurde bei der Auswertung außer Acht gelassen.


- 108 -

Verschiedene

Ackerfuchsschwanzherkünfte

in Längsrichtung ausgedrillt.

Die Behandlungen mit den

verschiedenen Herbiziden

erfolgten quer dazu.

Wirkung gegen verschiedene Ackerfuchsschwanzherkünfte am 16.06.2010

Termin

Herbst

Frühjahr

Varianten

(Aufwandmengen je ha)

Appel

Warendorf

Westküste

Ostküste

Coesfeld

Bonn

Kontrolle (Anzahl Ähren je m²) 300 430 380 430 380 400

Cadou SC 0,5 l 100 90 90 80 90 100

Herold SC 0,6 l 100 95 97 85 97 100

Stomp Aqua 4,0 l 80 0 10 10 10 60

Boxer 4,0 l 80 0 0 0 0 70

IPU 3,0 l 70 0 70 50 40 60

Kerb Flo 1,5 l 100 100 100 100 100 100

Atlantis OD 1,2 l 98 40 80 85 75 98

Roundup Ultra Max 2,0 100 100 100 100 100 100

Targa Super 1,0 100 98 65 15 95 100

Focus Ultra 2,5 100 100 75 15 99 100

Select 240 + Öl 0,5 + 1,0 l 100 100 85 70 100 100

Neben der sensitiven Herkunft Appel waren auch die Ackerfuchsschwanzpflanzen

der Herkunft Bonn noch einfach zu kontrollieren. Der Standort (sL) wird extensiv

bewirtschaftet. Zur Ungrasbekämpfung wurde bislang zumeist Kombinationen aus

IPU + Stomp SC genutzt.

Bei den Standorten Warendorf, Westküste, Ostküste und Coesfeld handelt es sich im

schwere Ton- bzw. Marschböden. In der Fruchtfolge dominiert Getreide und

Fuchsschwanz ist auf diesen Standorten seit mehreren Jahrzehnten zu Haus. Bei

Ackerfuchsschwanzproben vom Standorte Warendorf wurde in 2009 eine


- 109 -

metabolische Resistenz gegenüber Atlantis festgestellt. Auch gegenüber Flufenacet

zeigte die Population in Topfversuchen von Herrn Prof. Dr. Petersen (2009) eine

geringe Empfindlichkeit. Die spiegelt sich auch in unserem Freilandversuch wieder.

Am Standort Coesfeld lag der Wirkungsgrad von Flufenacetvarianten in der Saison

2008/2009 bei 20 % und selbst mit der Nachlage von 500 g/ha Atlantis + 30 l/ha AHL

gelang keine 100 %ige Bekämpfung. Am Standort Ostküste wurde aufgelaufener

Fuchsschwanz in der Vergangenheit vornehmlich mit ACC-Hemmern (Fops und

Dims) bekämpft. Auf dieser Fläche wurde Atlantis bislang nicht eingesetzt.

Die Herkünfte Warendorf, Westküste, Ostküste und Coesfeld zeigten sich gegenüber

Flufenacet weniger empfindlich. Zudem war festzustellen, dass „kräftige“ Herkünfte

Wirkstoffe unterschiedlicher Wirkklassen abbauen, auch dann wenn sie bislang nicht

damit in „Kontakt“ gekommen sind.

Die Resultate des vorgestellten Feldversuches stehen in Übereinstimmung mit den

Ergebnissen von MOSS & Hull (2009).

Es wird deutlich, dass die Möglichkeit eines Wirkstoffmangements begrenzt. Eine

100 %ige Bekämpfung aller Herkünfte gelang nur noch mit Roundup Ultra Max und

Kerb Floh.

Behandlungen von

links nach rechts:

Kerb Flo, Kontrolle, Atlantis,

Roundup Ultra Max,

Targa Super, Kontrolle,

Focus Ultra

Unser Dank gilt den Kollegen aus Schleswig-Holstein für die Einsendung von

Ackerfuchsschwanzsamen.

(G. Klingenhagen)

5.1.3 Amtliche Mittelprüfung im Gemüsebau

5.1.3.1 Wirksamkeitsversuche

Die nachfolgend aufgeführten Versuchsreihen wurden mit unterschiedlicher Anzahl

an Versuchsgliedern durchgeführt. Insgesamt wurden 121 Varianten angelegt.

Zulassungsversuche:

Kohlfliege an Chinakohl/Freiland

Spinnmilben an Gurke/Gewächshaus

Echter Mehltau an Tomate/Gewächshaus

Kraut- und Braunfäule an Tomate/Freiland

Stemphylium-Blattflecken an Spargel/Freiland


- 110 -

Auftragsversuche:

Kohlhernie an Blumenkohl/Weißkoh/Freiland

Thrips an Porree/Freiland

Weiße Fliege an Grünkohl/Freiland

Weiße Fliege an Wirsing/Freiland

Blattflecken an Weißkohl/Freiland

Blattflecken an Möhre/Freiland

Herbizidverträglichkeit an Weiß-, Rot-, Wirsingkohl/Freiland

Herbizidverträglichkeit an Kohlrabi, PakChoi, Grünkohl/Freiland

Herbizidverträglichkeit an Rot-, China-, Grünkohl/Freiland

Herbizidverträglichkeit an Brokkoli, Wirsing, Weißkohl/Freiland

Septoria-Blattflecken an Sellerie/Freiland

Alternaria-Blattflecken an Möhre/Freiland

Demonstrations- und Informationsversuche:

Thrips an Porree/Freiland

Nematoden an Möhre/Gewächshaus

Auflaufkrankheiten an Dicke Bohne

Stemphylium-Blattflecken an Spargel/Freiland

Echter Mehltau an Tomate/Gewächshaus

Spinnmilben an Gurke/Gewächshaus

Herbizidverträglichkeit an Dill/Freiland

Herbizidverträglichkeit an Schnittlauch/Freiland

Herbizidverträglichkeit an Thymian/Freiland

Herbizidverträglichkeit an Petersilie/Freiland

5.1.3.2 Rückstandsversuche nach GLP und GEP

Rückstandsversuche nach GLP

(E. Große Wietfeld, B. Hartung)

Pyrinex gegen beißende Insekten an Blumenkohl im Freiland (2 Versuche)

BAS 65 300 F gegen Falschen Mehltau an Blumenkohl im Freiland (2 Versuche)

Spectrum gegen Unkräuter in Blumenkohl im Freiland (2 Versuche)

Mavrik gegen beißende und saugende Insekten an Brokkoli im Freiland (1 Versuch)

Pyrinex gegen beißende Insekten an Brokkoli im Freiland (1 Versuch)

BAS 65 300 F gegen Falschen Mehltau an Brokkoli im Freiland (2 Versuche)

Spectrum gegen Unkräuter in Brokkoli im Freiland (2 Versuche)

Butisan gegen Unkräuter und Ungräser in Feldsalat im Freiland (1 Versuch)

Patoran gegen Unkräuter und Ungräser in Feldsalat im Freiland (1 Versuch)

Previcur Energy gegen Auflaufkrankheiten in Knollenfenchel-Jungpflanzen

(1 Versuch)

Spectrum gegen Unkräuter in Grünkohl im Freiland (2 Versuche)

Select gegen Ungräser in Kohlrabi im Freiland (1 Versuch)

Pyrinex gegen beißende Insekten an Kohlrabi im Freiland (1 Versuch)

Mavrik gegen beißende und saugende Insekten an Kohlrabi im Freiland (1 Versuch)

Perfekthion gegen saugende Insekten, Kohlfliege und Minierfliege an Kohlrabi im

Freiland (1 Versuch)

Select gegen Ungräser in Petersilie im Freiland (2 Versuche)

Talstar gegen beißende und saugende Insekten an Petersilie im Freiland (1 Versuch)


- 111 -

Stomp Aqua gegen Unkräuter in Petersilie im Freiland (1 Versuch)

Kumulus WG gegen Echten Mehltau in Petersilie im Freiland (1 Versuch)

Ridomil Gold Combi gegen Falschen Mehltau an Radies im Freiland (1 Versuch)

Select gegen Ungräser an Rosenkohl im Freiland (1 Versuch)

Mavrik gegen beißende und saugende Insekten an Rosenkohl im Freiland

(1 Versuch)

SYD 21 680 F gegen pilzliche Blattflecken Rucola im Freiland (1 Versuch)

SYD 21 680 F gegen pilzliche Blattflecken und Rhizoctonia an Lollo Rossa Salat im

Freiland (1 Versuch)

Perfekthion gegen Zwiebelfliege, Minierfliege und saugende Insekten an Schnittlauch

im Freiland (1 Versuch)

Butisan gegen Unkräuter und Ungräser in Feldsalat im Gewächshaus (1 Versuch)

Patoran gegen Unkräuter und Ungräser in Feldsalat im Gewächshaus (1 Versuch)

Pirimor Granulat gegen Blattläuse an Petersilie im Gewächshaus (1 Versuch)

Pirimor Granulat gegen Blattläuse an Radies im Gewächshaus (1 Versuch)

(P. Garcia, Dr. M. Hamacher)

Rückstandsversuche nach GEP

Forum / Ridomil Gold Combi / Ridomil Gold MZ gegen Weißen Rost an Stielmus

(2 Versuche)

Perfekthion gegen Kleine Kohlfliege an Grünkohl (2 Versuche)

SpinTor gegen Minierfliegen an Grünkohl (2 Versuche)

Movento gegen Weiße Fliege an Grünkohl (2 Versuche)

Butisan gegen Unkräuter an Stielmus (1 Versuch)

Effigo gegen Unkräuter an Stielmus (1 Versuch)

Vertimec gegen Minierfliegen an Stielmus (2 Versuche)

Flordimex zur Reifbeschleunigung an Tomate/Gewächshaus (1Versuch)

Strategieversuch an Salat/Gewächshaus (1 Versuch)

Dantop gegen saugende Insekten an Wirsing (1 Versuch)

Dantop gegen saugende Insekten an Brokkoli (1 Versuch)

Dantop gegen saugende Insekten in Grünkohl im Freiland (2 Versuche)

Spectrum gegen Unkräuter in Rosenkohl im Freiland (1 Versuch)

Mospilan SG gegen saugende Insekten an Rosenkohl im Freiland (1 Versuch)

Ordoval gegen Spinnmilben an Bleichsellerie im Freiland (1 Versuch)

Mospilan SG gegen Weiße Fliege in Tomaten im Gewächshaus (2 Versuche)

(E. Große Wietfeld, B. Hartung)

5.1.3.3 Forschungsprojekt Verringerung von

Höchstmengenüberschreitungen

Auch im Jahre 2010 wurde das Forschungsprojekt Versuche zur Verringerung von

Höchstmengenüberschreitungen fortgesetzt. Ziel dieses Projektes ist es, in

verschiedenen Gemüse- und Obstkulturen die Parameter Produktwahl, minimale

erforderliche Aufwandmenge, Einsatzzeitpunkt, Behandlungswiederholung, Wartezeit

zu ermitteln. Den Anbauern wird mit diesen, für die Pflanzenproduktion essentiellen

Parametern die Möglichkeit gegeben, sowohl eine sichere Schädlingsbekämpfung

vorzunehmen als auch qualitativ hochwertiges, rückstandsfreies Obst bzw. Gemüse

zu ernten. Dazu sind vielfältige Rückstandsversuche und -analysen im Gemüsebau

sowie im Obstbau vonnöten. Mit diesen Ergebnissen sind die Anbauer in der Lage,


- 112 -

Pflanzenschutzmittel so gezielt einzusetzen, dass Höchstmengenüberschreitungen

verhindert werden.

Mit dem Projekt soll ein Beitrag zum „Reduktionsprogramm chemischer

Pflanzenschutz“ des Bundes und der Länder geleistet werden, welches u.a. das Ziel

verfolgt, den Anteil Höchstmengenüberschreitungen bei Kontrollen pflanzlicher

Erzeugnisse auf unter 1 % zu senken. Ziel des Projektes ist es weiterhin, die

gewonnen Daten aktuell den Anbauern in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung zu

stellen.

Im Jahr 2010 wurden verschiedenste Versuche durchgeführt, um durch Zulassung

oder Genehmigung von Pflanzenschutzmitteln nicht abgedeckte Anwendungsgebiete

wichtiger rheinischer Gemüse- und Obstkulturen zu schließen und somit eine

Höchstmengenüberschreitung zu verhindern.

(Dr. M. Hamacher, J. Keßler)

5.1.4 Amtliche Mittelprüfung im Obstbau

Die Versuche im Obstbau wurden von Versuchsteams in Bonn und Münster auf

eigenen Versuchsflächen, an den Gartenbauzentren und in Praxisbetrieben

durchgeführt. In 2010 wurden Versuche im Rahmen der amtliche Mittelprüfung und

des Arbeitskreis-Lückenindikation (AK-Lück) angelegt.

Die Durchführung der Versuche erfolgt nach den Standards der „Guten

Experimentellen Praxis“ (GEP) oder „Guten Labor Praxis“ (GLP). Entsprechende

Vorgaben und Standardarbeitsanweisungen werden im Hause bearbeitet.

Die Zulassungssituation von Pflanzenschutzmitteln im Obstbau hat sich in den

zurückliegenden Jahren verbessert, aber es ergeben sich auch immer wieder neue

Lücken. Deshalb arbeitete der Pflanzenschutzdienstes NRW weiter intensiv in dem

bundesweiten Arbeitskreis-Lückenindikation mit. Durch Wirksamkeits- und

Rückstandsversuche wurden auch 2010 die Grundlage für neue Genehmigungen

und Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln geschaffen.

Für den Arbeitskreis-Lückenindikation wurden 15 Versuche mit 58 Prüfgliedern für

Wirksamkeit und Rückstandsuntersuchungen an Sauerkirschen, Himbeeren,

Brombeeren und Schwarzen Johannisbeeren im Gewächshaus und Freiland nach

GEP bzw. GLP erfolgreich durchgeführt. Die Ergebnisse wurden dem Arbeitskreis

Lückenindikation zur Verfügung gestellt, damit es dadurch zu einer

Zulassungserweiterung nach § 18a und § 18b Pflanzenschutzgesetz kommen kann

und gravierende Lücken im Obstbau geschlossen werden können. Im Fachbereich

wurden in 2010 weiter zahlreiche amtliche und orientierende Prüfungen für die

Bereiche Obstbau und Haus- und Hobbygarten durchgeführt. Alle Versuche wurden

nach der Guten Experimentellen Praxis (GEP) durchgeführt.

Für Zulassungsprüfungen wurden 12 Versuche mit 59 Prüfgliedern durchgeführt:

Insektizide und Akarizide:

• Apfelwickler an Kernobst

• Blatt- und Blutläuse an Kernobst

• Komma-Schildläuse an Kernobst

• Spinnmilben an Kernobst und Erdbeere


- 113 -

Fungizide:

• Lagerfäulen, Schorf und Mehltau an Apfel

• Sprühflecken an Kirschen

• Botrytis und Mehltau an Erdbeeren

Herbizide im Obstbau

Zur orientierenden Mittelprüfung wurden 34 Versuche mit 51 Versuchsgliedern

durchgeführt.

(Dr. A. Engel, R. Jung, I. Rövekamp-Stroop)

5.1.5 Amtliche Mittelprüfung im Zierpflanzenbau

Versuche im Zierpflanzenbau Bonn

Im Fachbereich Zierpflanzenbau wurden zahlreiche Prüfungen im Rahmen der

Amtlichen Mittelprüfung durchgeführt. Alle Versuche sind nach GEP-Standard (Guten

Experimentellen Praxis) erfolgt. Insgesamt sind im Jahr 2010 folgende Versuche

durchgeführt worden (siehe Tabelle):

Amtliche Mittelprüfung 2010 (durchgeführte Versuche)

Insektizide Anzahl VG

Spinnmilben an Violen, UG 8

Spinnmilben an Violen, UG 4

Spinnmilben an Violen, UG 4

Blattfressende Käfer an Malven, FR 5

Weiße Fliege an Fuchsien, UG 5

Trauchermücken an Antirrhinum, UG 4

Schmieläuse an Schefflera, UG 5

Molluskizide

Schnecken in Tagetes, FR 6

Schnecken in Salat, FR 3

Schnecken in Salat, FR 5

Fungizide

Xanthomonas an Pelargonien, FR 5

Herbizide

Unkräuter Wege/Plätze 5

Neueinsaat Rasen 5

Breitblättrige Unkräuter im Rasen 9

Moos im Rasen 3


AK-Lück Versuche

- 114 -

Fungizide

Rost an Antirrhinum, FR 4

Blattflecken an Nelken, FR 4

Verträglichkeit Centaurea, UG 4

Echter Mehltau an Centaurea, FR 4

Wachstumsregler

Bei Tulpen Versuch I 4

Bei Tulpen Versuch II 4

Bei Oxalis 4

Herbizide

Unkräuter Calluna 5

Unkräuter Erica 5

Insektizide

Weiße Fliege an Fuchsien, UG 3

Versuche insgesamt:

Mittelprüfung: 15 Versuche mit 76 Versuchgliedern

AK-Lück: 10 Versuche mit 41 Versuchsgliedern

(R. Wilke)


- 115 -

6 Forschungsprojekte zum Integrierten Pflanzenschutz

6.1 Biologischer Pflanzenschutz bei Zierpflanzenkulturen

unter Glas

Praxisversuch: Biologische Bekämpfung von Tetranychus urticae bei der

Kultur von Dipladenien

Dipladenia oder Mandevilla-Arten stammen aus den tropischen Klimazonen

Amerikas. Die hier kultivierten Arten sind Kletterpflanzen, die einen weißen, giftigen

Milchsaft enthalten.

In den letzten Jahren hat die Kultur von Dipladenien am unteren Niederrhein stark

zugenommen. Sie werden als kleine Pflanzen im elf bis zwölf Zentimeter großen

Topf oder in Containern mit oder ohne Rankgitter kultiviert.

Neben Weißen Fliegen (Trialeurodes vaporariorum, Bemisia tabaci), Wollläusen

(Planococcus citrii, Planococcus longispinus) und verschiedenen Schildlausarten ist

vor allem die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) als Schädling in der Kultur

zu finden. Sie verursacht durch ihre Saugtätigkeit auf der Blattunterseite kleine

Verkorkungen und blattoberseits Vergilbungen des Blattgewebes. Bei starkem Befall

vergilbt das Blatt komplett, verbräunt und fällt letztendlich ab.

Mandevilla-Jungpflanzen werden vorwiegend in südlichen Ländern kultiviert, in

denen die Probleme bei der Bekämpfung tierischer Schaderregern häufig größer sind

als in unseren Breiten. Aus diesem Grund sind die Jungpflanzen oft mit Wirkstoffen

von Pflanzenschutzmitteln belastet, die eine lang anhaltende negative Wirkung auf

Nützlinge haben. Gleichzeitig ergeben sich durch die Dichte und Größe der Pflanzen

große Probleme bei der Bekämpfung von Spinnmilben und anderen Schädlingen, da

die Applikation von Pflanzenschutzmitteln in solchen Pflanzenbeständen schwierig

ist. Häufige Einsätze verschiedener Akarizide sind in der gärtnerischen Praxis üblich,

um Dipladenien in entsprechender Qualität für den Markt zu produzieren.

In einem niederrheinischen Praxisbetrieb wurde ab Ende des Jahres 2009 bis zum

Sommer 2010 ein Versuch zur biologischen Bekämpfung von Spinnmilben

durchgeführt. Im Vorjahr konnten etwa dreißig Prozent des Pflanzenbestandes

aufgrund des Spinnmilbenbefalls nicht vermarktet werden, obwohl häufige und

regelmäßige Maßnahmen mit chemischen Pflanzenschutzmitteln erfolgten. Zur

Bekämpfung der Spinnmilben wurden die beiden Raubmilbenarten Phytoseiulus

persimilis und Amblyseius californicus eingesetzt.

Kultursituation und Nützlingseinsatz

Die Jungpflanzen stammten aus der Sundaville-Serie und wurden Mitte August in 20

cm große Töpfe getopft und in zwei Gewächshäusern auf Mobiltische gestellt. Um zu

gewährleisten, dass die Pflanzen keine Rückstände chemischer Pflanzenschutzmittel

enthielten, wurde bis zum ersten Nützlingseinsatz acht Wochen gewartet. In diesem

Zeitraum wurden die Pflanzen mit verschiedenen Akariziden behandelt, um die

vorhandenen Spinnmilben zu bekämpfen. Die entsprechende Wartezeit bis zum

ersten Nützlingseinsatz wurde bei der Auswahl der Pflanzenschutzmittel

berücksichtigt.

Zum Einwurzeln der Jungpflanzen lagen die Temperaturen zwischen 20°C und 24°C,

danach wurden die Temperaturen auf Temperaturen zwischen 18°C bis 20°C

abgesenkt. Die Überwinterung der Pflanzen erfolgte bei 12°C. Ab Mitte Januar

erhielten die Pflanzen eine Zusatzbelichtung.


- 116 -

Die biologische Bekämpfung der Spinnmilben erfolgte mit den beiden

Raubmilbenarten Phytoseiulus persimilis und Amblyseius californicus. Amblyseius

californicus wurde nur ein Mal in einer Menge von 12 Tieren/m² in Kalenderwoche 13

eingesetzt. Phytoseiulus persimilis wurde insgesamt sechzehn Mal mit je

10 Tieren/m² bis Anfang Mai freigelassen. Da die Dipladenien ab Mai vermarktet

wurden und der Pflanzenbestand immer lückenhafter wurde, war die Ausbringung

von Phytoseiulus persimilis ab Mitte Mai nicht mehr sinnvoll. Deshalb erfolgte bis

zum Verkauf der Pflanzen kein weiterer Nützlingseinsatz mehr, sondern sie wurden

bis zu ihrem Verkauf Mitte Juni regelmäßig mit verschiedenen Akariziden zur

Bekämpfung der Spinnmilben behandelt.

Die Kosten des Raubmilbeneinsatzes betrugen 0,20 € pro Pflanze für den gesamten

Kulturzeitraum. Dabei ist sind die Mehrwertsteuer, sowie die Arbeits- und

Versandkosten nicht berücksichtigt.

Kontrolle

Zur Kontrolle des Spinnmilbenbefalls und des Verhältnisses der Nützlinge und

Schädlinge wurden in der Regel wöchentliche Kontrollen der Pflanzen durchgeführt.

Dabei wurden Blätter mit Symptomen eines Spinnmilbenschadens entnommen und

mit Hilfe einer Lupe auf vorhandene Spinnmilben und Raubmilben durchgeführt.

Ergebnis

In Kalenderwoche 40 waren 8 % der entnommenen Dipladenienblätter mit

Befallssymptomen mit lebenden Spinnmilben besetzt. Auf der Hälfte der Blätter

waren auch Phytoseiulus-Raubmilben zu finden. Insgesamt sahen die Pflanzen gut

aus, das Befallsniveau wurde niedrig beurteilt. Bis zur Kalenderwoche 49 waren auf

18 % der Blattproben vereinzelt Spinnmilben zu finden. Die Anzahl der Blattproben

stieg mit zeitlicher Verzögerung an. In den Monaten Januar und Februar war der

Befall eher rückläufig, mit Ausnahme der Kalenderwoche 5. Obwohl auch zu diesem

Zeitpunkt erneut Raubmilben freigelassen wurden, konnten die Nützlinge in den

nächsten vier Wochen nicht auf den Blattproben wieder gefunden werden.

Entscheidend war der sinkende Befall mit Spinnmilben.


45

40

35

30

% Blätter

25

20

15

10

5

0

- 117 -

In Kalenderwoche 11 waren erneut Spinnmilben auf den Blattproben zu beobachten,

so dass eine weitere Blockfreilassung von Phytoseiulus persimilis erfolgte und wegen

der steigenden Temperaturen im Gewächshaus ein Mal Amblyseius californicus

gestreut wurde. Nach diesem Nützlingseinsatz, fielen häufig tote Spinnmilben auf

den Blattproben auf. Deshalb wurden sie bei den Bonituren ab diesem Termin

miterfasst. In den folgenden Wochen zeigte sich, dass die Mehrzahl der Blätter mit

Befallssymptomen eines Spinnmilbenbefalls mit toten Spinnmilben besetzt war. Der

Anteil der Blattproben mit Raubmilben stieg jedoch nicht an und blieb während der

gesamten Kulturdauer unter 10 %. Die restliche Kulturdauer konnte der

Spinnmilbenbefall mit einem Spritzblock von drei Insektizidbehandlungen mit gutem

Erfolg bekämpft werden. Mit Ausnahme weniger Einzelpflanzen, wurde der gesamte

Dipladenienbestand ohne deutliche Befallssymptome in guter Qualität verkauft.

Fazit

Ergebnis der Spinnmilbenbonitur bei Dipladenien (Haus 14)

Einsatz von 10 Phytoseiulus persimilis/m² Einsatz von 12 Amblyseius/m²

californicus/m²

Prozent Blätter mit Spinnmilben

Prozent Blätter mit Raubmilben

Prozent Blätter mit toten Spinnmilben

40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 1 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18

Kalenderwoche

Durch den Einsatz der beiden Raubmilbenarten, Amblyseius cucumeris und

Phytoseiulus persimilis, konnte die Gemeine Spinnmilbe, Tetranychus urticae, bei

der Kultur von Dipladenien erfolgreich bekämpft werden. Der Einsatz chemischer

Pflanzenschutzmittel wurde in erheblichem Umfang reduziert. Die Nützlinge bieten

außerdem den Vorteil, dass sie auch versteckt sitzende Spinnmilben in Bereichen

des Pflanzenbestandes erfassen, die mit chemischen Pflanzenschutzmitteln nicht

erreicht werden können. Der Arbeitsaufwand für die Verteilung der Raubmilben war

mit dem einer Pflanzenschutzmittelapplikation vergleichbar. Die Verteilung der

Nützlinge könnte jedoch zukünftig mit der Verwendung technischer Geräte optimiert

werden.

(M. Ruisinger)


- 118 -

Essbare Zierpflanzen unter verschiedenen Bedachungsmaterialien und deren

Einfluss auf die Entwicklung von Schad- und Nutzorganismen

In der Lehr- und Versuchsanstalt in Straelen wurde in Zusammenarbeit mit dem

Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer der Einfluss verschiedener

Bedachungsmaterialien auf die Entwicklung von Schad- und Nutzorganismen an

fünfundzwanzig verschiedenen Paprikasorten, Lavendel, Thymian, Salbei,

Helichrysum, Santolina und Salvia untersucht.

Zusätzlich wurde ein Vergleich der beiden Raubmilbenarten Amblyseius cucumeris

und Amblyseius swirskii bei der Bekämpfung von Thripsen angestellt.

Versuchsbeschreibung

Alle Pflanzen wurden in Kalenderwoche 14 getopft und in die vier verschiedenen

Gewächshausabteilungen mit unterschiedlichen Bedachungsmaterialien gestellt. Im

Test waren eine Eindeckung aus Stegdoppelplatten, Microstrukturiertes Weißglas,

Efte- Doppelfolie und normale Einfachverglasung.

Bedachungsmaterial in den Gewächshäusern

Gw 21 Stegdoppelplatte (Alltop)

Gw 22 Microstrukturiertes Weißglas

Gw 23 Efte- Doppelfolie

Gw 24 Normale Einfachverglasung

In Isolierkäfigen erfolgte die Infektion mit Weißen Fliegen (Bemisia tabaci und

Trialeurodes vaporariorum) an vier Salbeipflanzen, von denen je eine Pflanze nach

erfolgter Infektion in die Salbeibestände der einzelnen Gewächshausabteilungen

umgesetzt wurde.

Ein Drittel der Capsicum-Sorten wurde im Abstand von vierzehn Tagen in jeder

Gewächshausabteilung mit Amblyseius cucumeris (50 Tiere/m²) abgestreut. Ein

Drittel wurde in gleicher Menge und gleichem Abstand mit Amblyseius swirskii

behandelt und ein Drittel wurde als Kontrolle unbehandelt gelassen.

Die Kontrolle des Thripsbefalls bei den Capsicum-Sorten erfolgte mit Hilfe von

Blautafeln, die wöchentlich kontrolliert wurden. Zu zwei Terminen wurden aus jeder

Versuchsvariante jeder Gewächshausabteilung zwanzig Triebspitzen mit Blüten einer

thripsanfälligen Sorte entnommen und für 24 Stunden auf einen Berlesetrichter

gelegt. Die in Alkohol aufgefangenen Thripse wurden separat festgehalten.

Zur Kontrolle der Weißen Fliegen waren Gelbtafelkontrollen und direkte Kontrollen an

den Pflanzen beabsichtigt. Da sich die Schädlinge jedoch nicht langfristig an dem

Salbei etablieren ließen, entfiel diese Versuchsvariante. Der Versuch wurde in

Kalenderwoche 26 beendet.

Ergebnisse

Der Thripsbefall entwickelte sich in allen Gewächshausabteilungen erst fünf Wochen

nach dem Topftermin (siehe Grafiken 1-3). In der Kontrollvariante unter normaler

Einfachverglasung stiegen die Fangzahlen auf den Blautafeln am höchsten mit ca.

60 Tieren pro Blautafel und Woche an. Die Kontrollvarianten unter dem Einfluss der

anderen Bedachungsmaterialien blieben niedriger mit bis zu ca. 40 Tieren pro Tafel

und Woche, wobei die Thripsentwicklung unter der Stegdoppelplatten-Variante mit

ca. 25 Tieren pro Blautafel und Woche am geringsten ausfiel. Diese Tendenz


- 119 -

wiederholte sich auch während des Einsatzes beider Raubmilbenarten. Die

Versuchsvariante „Amblyseius swirskii“ zeigte den geringsten Thripsbefall.

70

60

50

40

30

20

10

0

70

60

50

40

30

20

10

0

70

60

50

40

30

20

10

0

Capsicum 2010: Thrips / m² Variante: Kontrolle

GH 21 GH 22

GH 23 GH 24

16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26

Capsicum 2010: Thrips / m² Variante: Amblyseius cucumeris

GH 21 GH 22

GH 23 GH 24

16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26

Capsicum 2010: Thrips / m² Variante: Ambl. swirskii

GH 21 GH 22

GH 23 GH 24

16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26


- 120 -

Die Auswertung der Untersuchung im Berleseverfahren unterstützte dieses Ergebnis,

denn Pflanzen die mit Amblyseius swirskii behandelt wurden, wiesen weniger

Thripse auf als Pflanzen, die mit Amblyseius cucumeris behandelt wurden.

Fazit

Tiere

90

80

70

60

50

40

30

20

10

0

Tiere

300

250

200

150

100

50

0

Berleseauswertung KW 24

Amblyseius cucumeris

Amblyseius swirskii

21 22 23 24

Berleseauswertung KW 28

Amblyseius cucumeris

Amblyseius swirskii

21 22 23 24

In dem Versuch war die Thripsentwicklung unter dem Bedachungsmaterial

„Stegdoppelplatte“ am geringsten. Welche Eigenschaften der Stegdoppelplatte auf

die Entwicklung von Thripsen hemmend wirken, sollen Folgeversuche im nächsten

Jahr genauer beleuchtet werden.

Bei dem Vergleich der Raubmilbenarten, war die Bekämpfung von Thripsen mit

Amblyseius swirskii erfolgreicher als mit Amblyseius cucumeris. Die Kosten des

Einsatzes von Amblyseius swirskii liegen etwa drei Mal höher als der Einsatz von

Amblyseius cucumeris. Inwieweit die Kosten für den Einsatz von Raubmilben

optimierbar sind, soll ebenfalls im nächsten Jahr Gegenstand in den Versuchen sein.

GH

GH

(M. Ruisinger, P. Tiede-Arlt)


- 121 -

Optimierung des Nützlingseinsatzes zur Bekämpfung von Thripsen bei der

Kultur von Cyclamen

Thripse gehören neben Blattläusen und Weichhautmilben zu den tierischen

Hauptschaderregern bei der Cyclamenkultur. Sie erzeugen durch ihre Saugtätigkeit

an den Pflanzen silbrige Aufhellungen und Streifen, Nekrosen und Deformationen an

Blüten und Blättern. Dabei hinterlassen sie ihre schwarzen Kottröpfchen an den

Saugstellen. Neben den direkten Pflanzenschäden, die sie erzeugen sind sie auch

als Überträger verschiedener Viruserkrankungen bekannt.

Seit rund zehn Jahren ist der Einsatz von Raubmilben zur Bekämpfung von Thripsen

in der Kultur von Cyclamen in vielen Praxisbetrieben Standard. Ein Versuch im

Gartenbauzentrum Straelen/Köln-Auweiler in Zusammenarbeit mit dem

Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer in NRW beschäftigte sich mit der

Frage, ob der Nützlingseinsatz bei der Kultur von Cyclamen weiter optimierbar ist.

Dafür sollten die Raubmilben abweichend vom Standardschema im Vergleich

eingesetzt werden.

In der Praxis wird in verschiedenen Kulturen das Pflanzenstärkungsmittel Biplantol

Contra X2 angewendet. Es soll laut Hersteller durch Duftstoffe der ätherischen

Pflanzenauszüge die Widerstandskraft von Pflanzen gegen beißende und saugende

Insekten erhöhen und sie insgesamt kräftigen und stärken.

Inwieweit das Pflanzenstärkungsmittel Biplantol Contra X2 Schädlinge bei der Kultur

von Cyclamen abwehren kann und ob es auch eine vertreibende Wirkung auf

Nützlinge hat wurde in einem Versuch im Jahr 2009 untersucht und im Jahr 2010

wiederholt.

Versuchsbeschreibung

Der Versuch erfolgte in den Gewächshausparzellen 53 und 55 mit jeweils einhundert

Quadratmetern Kulturfläche. In beiden Häusern wurde in Kalenderwoche 23 je zur

Hälfte die Cyclamensorten „Laser F1 Weiß“ und „Laser F1 Rosa“ in 11 cm Töpfe

getopft. In Kalenderwoche 28 wurden die Pflanzen auf Endabstand gerückt und ab

Kalenderwoche 34 vermarktet. Die Heiztemperatur war in beiden Gewächshäusern

auf 14°C und die Lüftungstemperatur auf 17°C eingestellt.

Zur Bekämpfung von Trauermücken erhielten alle Pflanzen in beiden

Gewächshäusern eine Behandlung mit Hypoaspis miles. Die Tiere wurden mit

umgerechnet 125 Tieren/m² ein Mal ausgestreut.

In Haus 53 erfolgte der Einsatz der beiden Raubmilbenarten, Amblyseius cucumeris

und Amblyseius barkeri nach dem Standardverfahren, d.h. die Nützlinge wurden ab

dem Topftermin mit 100 Tieren/m² drei Mal in vierwöchigen Abständen eingesetzt.

In Haus 55 sollte der erste Einsatz der Raubmilben erst dann erfolgen, wenn mehr

als zehn Thripse pro Blautafel und Woche gefunden wurden.

In beiden Gewächshäusern wurde je die Hälfte der beiden Cyclamensorten ein Mal

in der Woche mit Biplantol Contra X2 behandelt. Das Pflanzenstärkungsmittel wurde

mit 3,5 ml pro Liter Wasser tropfnass auf die Pflanzen gespritzt. Die andere Hälfte

des Pflanzenbestandes blieb unbehandelt.

Bonituren

Das Auftreten von Trauermücken wurde mit wöchentlichen Auszählungen von

Gelbtafeln beobachtet. Die Thripskontrolle erfolgte mit Hilfe von Blautafeln, die

ebenfalls ein Mal pro Woche kontrolliert wurden. Am Ende der Kultur wurden aus


- 122 -

jeder Versuchsvariante 25 Cyclamenblüten entnommen und auf Thripse und

Raubmilben mit Hilfe eines Binokulars untersucht.

Ergebnisse

In beiden Versuchsgewächshäusern waren während des gesamten Versuches

weniger als zehn Thripse auf einer Blautafel pro Woche feststellbar (siehe Grafiken 1

und 2). Die Thripsfänge in Haus 53 mit dem Standard- Raubmilbeneinsatz fielen

dabei deutlich niedriger aus als in Haus 55, in dem es zu keiner Freilassung von

Amblyseius ssp. kam, da die selbst gesteckte Befallsgrenze auf den Tafeln während

des gesamten Versuchszeitraumes nicht überschritten wurde.

Mittlere Anzahl Thripse/ Blautafel

7

6

5

4

3

2

1

0

Mittlere Anzahl Thripse/ Tafel

5

4,5

4

3,5

3

2,5

2

1,5

1

0,5

0

Versuch 2010:

Thripsfänge auf Blautafeln in Haus 53

25 26 27 28 29 30 31 32 33 34

Kalenderwoche

Mit Biplantol Contra X

Ohne Biplantol Contra X

Grafik 1: Wirkung von Biplantol Contra X II auf Thripsfänge auf Blautafeln in Haus 53

Versuch 2010:

Thripsfänge auf Blautafeln in Haus 55

25 26 27 28 29 30 31 32 33 34

Kalenderwoche

Mit Biplantol Contra X

Ohne Biplantol Contra X

Grafik 2: Wirkung von Biplantol Contra X II auf Thripsfänge auf Blautafeln in Haus 55


- 123 -

In Haus 55 konnten an 70 % der Boniturtermine höhere Thripsfänge in den Pflanzen

festgestellt werden, die regelmäßige Behandlungen mit Biplantol Contra X2 erhielten

als die unbehandelten Pflanzen. Dies war in Haus 53 nur in den Kalenderwochen 28

und 29 zu beobachten. Bei der Blütenbonitur war die Thripszahl in den Blüten aus

Haus 55 etwas höher als in den Blüten aus Haus 53. Die Thripsanzahl in den

Biplantol behandelten Pflanzen war um etwa einen halben Thrips pro Blüte etwas

niedriger als in den Pflanzen, die nicht mit dem Pflanzenstärkungsmittel behandelt

wurde. Die Anzahl der Raubmilben pro Blüte war insgesamt sehr gering und in der

Versuchsvariante mit Biplantol Contra X2 ähnlich wie in der unbehandelten Variante

(siehe Grafik 3). Obwohl in Haus 55 keine Raubmilben eingesetzt wurden, war auch

dort Amblyseius cucumeris zu beobachten.

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Grafik 3: Wirkung von Biplantol Contra X II auf den Thripsbefall in Blüten

Die Anzahl der Trauermücken pro Gelbtafel und Woche war in den

Versuchsvarianten vergleichbar hoch; alle Versuchsvarianten zeigten ähnliche

Schwankungen und korrelierten nicht mit den Anwendungen von Biplantol Contra X2.

Andere Schädlinge, wie Blattläuse oder Schadschmetterlinge traten während des

Versuches nicht auf.


Fazit

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- 124 -

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Grafik 4: Wirkung von Biplantol Contra X II auf den Trauermückenbefall in Cyclamen

Der Versuch zeigte, das der Standard- Einsatz der beiden Raubmilbenarten

Amblyseius cucumeris und Amblyseius barkeri ein sicheres Verfahren ist, um Thripse

bei der Kultur von Cyclamen effektiv zu bekämpfen. Die Thripsentwicklung wird

erfolgreich reduziert, wenn der erste Nützlingseinsatz mit Beginn der Kultur im

Betrieb erfolgt.

Die biologische Bekämpfung von Thripsen bei der Kultur von Cyclamen ist ein

wesentlicher Bestandteil des integrierten Pflanzenschutzes, um den Einsatz von

chemischen Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren. Im Hinblick auf ein erfolgreiches

Resistenzmanagement in Zierpflanzenbetrieben ist der biologische Pflanzenschutz

unerlässlich, da zur effektiven Bekämpfung von Thripsen nur noch wenige

chemische Pflanzenschutzmittel zur Verfügung stehen. Inwieweit die Kosten des

„Standard-Einsatzes“ von Amblyseius ssp. bei der Kultur von Cyclamen optimiert

werden können, wurde in dem Versuch nicht nachgewiesen, da der Thripsbefall die

festgesetzte Befallsstärke in der „optimierten Versuchsvariante“ während des

gesamten Versuchszeitraumes nicht überschritt.

Der Einsatz des Pflanzenstärkungsmittels Biplantol Contra X2 zeigt eine leicht

vertreibende Wirkung auf Thripse, wie die erhöhten Blautafelfänge in der

behandelten Versuchsvariante zeigen. Regelmäßige Einsätze von Biplantol Contra

X2 können den Bekämpfungserfolg von Amblyseius ssp. aber nicht ersetzen. Da das

Pflanzenstärkungsmittel keinen negativen Effekt auf die Raubmilben zeigte, ist es

zusammen mit Amblyseius ssp. bei der Kultur von Cyclamen einsetzbar.

Eine befallsmindernde oder vertreibende Wirkung auf Trauermücken durch Biplantol

Contra X2 konnte in dem Versuch nicht nachgewiesen werden. Die vertreibende

Wirkung auf Blattlausparasitoide, die im Jahr 2009 festgestellt wurden, konnten 2010

nicht bestätigt werden, da im aktuellen Versuchsjahr keine Blattläuse an den

Cyclamen auftraten.


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- 125 -

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6.2 �� Versuche zur Applikationstechnik

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6.2 Versuche zur Applikationstechnik

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(M. Ruisinger)

(M. Ruisinger)

6.2.1 Pflanzenschutz im Ackerbau - größer, schneller, breiter

Das Thema Schlagkrafterhöhung ist in der landwirtschaftlichen Praxis ein immer

wieder kontrovers diskutiertes Thema. Geht es doch für den Praktiker dabei vor

allem auch darum, dass die biologische Wirksamkeit der Präparate nicht leidet. Denn

was erreicht man durch eine Erhöhung der Schlagkraft, wenn man dadurch vielleicht

eine zusätzliche Behandlung spritzen muss? Daher wurden die Versuche aus 2009

zum Fungizideinsatz im Winterweizen fortgeführt. Die Versuchsfrage wurde leicht

modifiziert und lässt sich wie folgt darstellen:

• Standard – 200 l/ha mit und ohne Additiv (Arma)

• Risiko – 100 l/ha mit und ohne Additiv (Arma)

Die unterschiedlichen Wasseraufwandmengen wurden nicht durch unterschiedliche

Düsengrößen realisiert, sondern lediglich durch die Verdoppelung der

Fahrgeschwindigkeit. Es kamen als Düsen eine Injektorflachstrahldüse die Airmix

110 04 bei 2,1 bar und die HiSpeed 110 025 bei einem Spritzdruck von 5,3 bar zum

Einsatz. Die Fahrgeschwindigkeiten betrugen bei der 200 l/ha Variante 8 km/h und

bei der 100 l/ha Variante 16 km/h.

Als zusätzliche Versuchsfrage kamen noch unterschiedliche Spritzstrategien in Form

einer Doppel- bzw. Dreifachbehandlung zum tragen. Die Doppelbehandlung wurde in

EC 37 mit Capalo und in EC 55 mit Champion + Diamant durchgeführt. Bei der

Dreifachbehandlung war die Mittelwahl für den ersten Termin in EC 32 und den

zweiten Termin in EC 39 dieselbe wie bei der Doppelbehandlung. Es folgte lediglich

eine zusätzliche Abschlussbehandlung in EC 61/65 mit dem Mittel Osiris.

Die folgende Grafik fasst die Ergebnisse in einer Bonitur der biologischen Wirkung in

Prozent zusammen.


- 126 -

Aus der Grafik abgeleitet kann festgestellt werden, dass im Versuchsjahr bei

Verwendung einer Injektorflachstrahldüse die Wasseraufwandmenge von 200 l/ha

die bessere biologische Wirkung gezeigt hat. Unabhängig davon, ob ein Additiv

zugesetzt. Im Bereich der verwendeten Doppelflachstrahldüse waren kaum noch

Unterschiede festzustellen. Der Zusatz von einem Additiv scheint bei der niedrigen

Wasseraufwandmenge einen leichten Vorteil darzustellen. Jedoch eine generelle

Empfehlung daraus abzuleiten bietet sich auf dieser Datenbasis nicht an.

AirMix 04 (2,1 bar) HiSpeed 025 (5,3 bar) (100 - 200 l/ha) -

Dreifachbehandlung

100

80

S. Tritici Mehltau

60

40

Pflanzenschutzdienst

20

86

60

84

73

83

51

92

26

0

HiSpeed

+ ARMA

HiSpeed

AirMix

+ ARMA

AirMix

100 l/ha – 16 km/h 200 l/ha – 8 km/h

100

80

S. Tritici Mehltau

60

40

20

96

49

86

60

97

51

93

42

0

(H. Kramer)

6.2.2 Gerätereinigung - Ein Instrument für die Umsetzung der

Wasserrahmenrichtlinie?

Das Thema der Punkteinträge findet nicht erst seit der Wasserrahmenrichtlinie

Beachtung im Pflanzenschutzdienst. Das Verfahren der kontinuierlichen

Innenreinigung konnte durch viele Versuche mittlerweise sehr erfolgreich in der

Praxis etabliert werden. Dies lässt sich nicht zu letzt aus der Tatsache ableiten, dass

zwei Firmen (Agrotop und Herbst Pflanzenschutztechnik) extra Nachrüstsätze für

gebrauchte Spritzen anbietet, um die kontinuierliche Innenreinigung in die Praxis

einzubringen. Daneben scheinen immer mehr Gerätehersteller wie z.B. John Deere,

Leeb etc. auf dieses Verfahren bzw. auf kombinierte Verfahren setzen, um den

Praktiker in die Lage zu versetzt, die Reinigung schnell, einfach und sicher in der

Fläche durchzuführen. Da schon europaweite Umfragen im Rahmen des TOPPS-

Projektes gezeigt haben, dass die Gerätereinigung einen Hauptanteil an den

Punkteintragen haben, stellt dieses Reinigungsverfahren sicherlich einen

wesentlichen Baustein zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie für die Praxis dar.

(H. Kramer)


- 127 -

6.2.3 Biofilter für den Umgang mit Waschflüssigkeiten

Das Prinzip des Biofilters basiert auf dem verrieseln von Waschflüssigkeiten über

biologisch aktives Substrat. Diese „Turmlösung“ eines Biobeds stellt sicherlich eine

Alternative für kleinere Betriebe, wie sie sehr oft im Zierpflanzenbau anzutreffen sind

dar. Hierbei werden drei Container mit einer biologisch aktiven Mischung bestehend

aus Mutterboden, Torf, Hackschnitzel und Stroh befüllt und untereinander

verbunden. Im Anschluss daran wird eine Einheit mit Pflanzen geschaltet, die über

Transpiration Wasser aus dem Gesamtsystem nehmen sollen. Zur Sicherheit ist an

diesen Pflanzencontainer ein geschlossener Container angebaut, um das

Gesamtsystem als geschlossenen Kreislauf darstellen zu können, damit keine

kontaminierten Flüssigkeiten in den Naturhaushalt eingebracht werden. Beschickt

wird das ganze System durch eine Pumpe, die in dem Reservoir des Waschplatzes

installiert ist und Wassermengen von ca. 50 l/Tag in den Biofilter einbringt.

Erste Vorversuche haben gezeigt, dass im freien Wasser des letzten Behälters die

Gesamtmenge an aktiven Wirkstoffen bis auf ganz wenige Ausnahmen um mehr als

98 % abgebaut werden konnten. Weitere Untersuchungen es Substrats sind in 2011

geplant.

6.2.4 ProGemüse

(H. Kramer)

Das Interreg IVA-Projekt soll zur Standortsicherung und Produktivitätssteigerung der

gemüseverarbeitenden Industrie im deutsch-niederländischen Grenzraum beitragen.

In der Region euregio rhein-maas-nord (Niederrhein, Provinz Limburg) hat die

industrielle Verarbeitung von Gemüse (z.B. Möhren, Spinat, Sellerie, Zwiebeln,

Bohnen und Erbsen) eine große wirtschaftliche Bedeutung. Durch engere

Fruchtfolgen und eine intensivere Flächennutzung nehmen die Schäden an den

Kulturen durch pflanzenparasitäre Nematoden immer mehr zu. Die Folgen sind


- 128 -

Qualitäts- und Ertragsverluste. Aufgrund steigender Nachfrage ist es jedoch wichtig,

diese Verluste so gering wie möglich zu halten.

Ziele des Projektes „ProGemüse“ sind die standardisierte Erfassung von Nematoden,

ferner die Erstellung eines Monitorings in der deutsch-niederländischen Grenzregion

und dadurch der Aufbau eines grenzüberschreitenden Netzwerkes

„Nematodenprobleme im Gemüsebau“. Des Weiteren wird das niederländische

„Aaltjesschema“ mit Informationen zum Vermehrungspotential der Nematoden und

deren hervorgerufene Schäden überarbeitet und den Anbauern im Internet zur

Verfügung stehen. In dem Projekt ist eine enge Zusammenarbeit zwischen

Wissenschaft und Industrie gegeben. Somit werden im Rahmen des Projektes Fort-

und Weiterbildungen für Gemüseproduzenten und -verarbeiter angeboten. Den

Landwirten sollen geeignete Bekämpfungsmaßnahmen gegen pflanzenparasitäre

Nematoden bei reduziertem Pflanzenschutzeinsatz aufgezeigt werden.

Unterzeichnung des

Kooperationsvertrages

durch die Vertragspartner

am 12.10.2010 in Vreedepeel (NL)

Treffen der Projektteilnehmer

am 12.10.2010 in Vreedepeel (NL)

6.2.5 Asiatischer Laubholzbockkäfer

(Anoplophora glabripennis)

Frau Dr. Hakl erläutert Herrn

Kammerdirektor Dr. Berges

die Nematodenproblematik,

die mit dem Projekt gelöst

werden soll

(E. Radtke, C. Ergezinger)

Auftreten des Asiatischen Laubholzbockkäfers Anoplophora glabripennis

Motschulsky in Alfter

Nach dem Auftreten des Asiatischen Laubholzbockkäfers Anoplophora glabripennis

Motschulsky in der Gemeinde Alfter im August 2009 wurden die

Monitoringmaßnahmen der neu eingerichteten Quarantänezone mit den laufenden

Kontrollmaßnahmen für die Befallsfunde 2005 Bornheim-Roisdorf und 2007

Bornheim-Hersel gebündelt. Ergebnis der Bündelung war die Schaffung einer

Quarantänezone, die die drei Befallszonen beinhaltet und sich über eine

Gesamtfläche von ca. 2.900 ha erstreckt.


- 129 -

Befallszone ALB

Die Kontrolle der Quarantänezone wurde nach den Vorgaben der „Leitlinie zur

Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers in Deutschland“ durchgeführt. Die

Leitlinie sieht während der Vegetationszeit (01.04 bis 31.10.) regelmäßige Kontrollen

von Laubbäumen auf Befallsanzeichen und in der Zeit der Vegetationsruhe (01.11.

bis 31.03.) die zweimalige Kontrolle der gesamten Zone vor. Um die in der Leitlinie

vorgeschriebenen Maßnahmen durchführen zu können, setzte der

Pflanzenschutzdienst zusätzliche Aushilfskräfte ein.

Mit der Kartierung sämtlicher in der Quarantänezone befindlicher Wirtspflanzen

wurde die Grundlage für die notwendigen Kontrollen der Zone geschaffen. Die in der

Zone erfassten Daten wurden in ein Geoinformationssystem GIS eingearbeitet. Mit

den erfassten Daten steht erstmals ein digitalisiertes Baumkataster der

Wirtsbaumarten für die vollständige Quarantänezone zur Verfügung. Das GIS

System bildet die Grundlage für die laufenden Kontrollmaßnahmen.

Die Befallssituation stellte sich nach den Kontrollen in 2010 wie folgt dar:

Am 04.05.2010 wurde an einem jungen Acer-Alleebaum der Befall mit Anoplophora

glabripennis (ALB) festgestellt. Bei dem Fund handelte es sich um ein frühes

Larvenstadium. Ausbohrlöcher bereits geschlüpfter Käfer waren nicht vorhanden.


- 130 -

Am 05.05.2010 wurden an mehreren Acer ssp. einer Feldpflanzung Ausbohrlöcher

festgestellt. Larven oder Käfer von ALB konnten hier nicht gefunden werden.

Aufgrund von Form, Lage und Größe der Ausbohrlöcher und Bohrgänge konnte ALB

als Schadursache nicht ausgeschlossen werden.

Am 18.06.2010 gelang den Kontrolleuren der Fund zweier mit ALB befallener Acer

platanoides ‚Globosum’ in einem Hausgarten nahe des Befallsortes Alfter, Herseler

Weg. Die beiden befallenen Bäume wiesen keinerlei Ausbohrlöcher auf. Im Holz

befanden sich frühe Larvenstadien, die sich aus Eiablagen des Jahres 2009

entwickelt hatten. Mit dem Schlupf von Käfern wäre aus diesen Befallsbäumen im

Jahr 2011 zu rechnen gewesen.

Am 10.10.2010 wurde der Fund eines Käfers auf einem Grundstück in Alfter,

Herseler Weg, gemeldet. Das weibliche Tier wurde dem Pflanzengesundheitsdienst

durch einen Anwohner abgetötet übergeben. Die Kontrollen auf dem Grundstück

ergaben keinen Hinweis auf weiteren Befall.

Alle befallenen Bäume wurden entsprechend der Vorgaben der Leitlinie gerodet und

vernichtet.

Die Zusammenarbeit mit den durch die Quarantänezone betroffenen Kommunen

Alfter, Bonn, Bornheim, Niederkassel und Troisdorf wurde weiter ausgebaut. Die

Mitarbeiter der Grünflächenämter und Servicebetriebe wurden durch den

Pflanzengesundheitsdienst auf das Erkennen von Schadsymptomen geschult. Mit

der Unterstützung der kommunalen Servicebetriebe wurde die Kronenbeschau mit

Hubsteigern in Verdachtsfällen durchgeführt.

Noch im November wurde die Arbeit in der Quarantänezone mit der Kontrolle der

laubfreien Bäume fortgesetzt.

Die Maßnahmen des Pflanzenschutzdienstes gegen das Auftreten des Asiatischen

Laubholzbockkäfers Anoplophora glabripennis wurden durch einen Kontrollbesuch

des EU Pflanzenschutzinspektorates geprüft und bewertet. Die umgesetzten

Maßnahmen zu ALB wurden positiv bewertet und es wurde auf die zukünftige Gefahr

der Einschleppung von CLB (Anoplophora chinensis) hingewiesen.

(Dr. R. Schrage)

6.3 Maiszünsler Prognosemodell

Projekt „Erstellung eines Softwaregestützten Prognosemodells für die optimale

Bekämpfung des Maiszünslers“ des Julius Kühn-Instituts unter Beteiligung der

Landwirtschaftskammer NRW

Im Rahmen des vom Julius Kühn-Instituts (Institut für biologischen Pflanzenschutz in

Darmstadt) koordinierten BLE-Projekts „Erstellung eines Softwaregestützten

Prognosemodells für die optimale Bekämpfung des Maiszünslers“ wurden am

Standort Mechernich-Floisdorf in Nordrhein-Westfalen von Juni bis September 2010

Daten zur Phänologie des Maiszünslers erhoben.

Weiterhin wurde am 15.09.2009 in Bonn-Roleber ein Stängeldepot mit

Maiszünslerlarven zur Erfassung der Wintermortalität angelegt. Die eingelagerten


- 131 -

100 Stoppeln enthielten jeweils eine Larve. Die Stoppeln stammten von unbefallenen

Maisfeldern.

Überwinterungskäfig Januar 2010

Überwinterungskäfig Mai 2010

Am 28.06.2010 wurde der erste geschlüpfte Maiszünsler gefunden. Im Abstand von

jeweils mehreren Tagen schlüpften bis zum 12.07.2010 insgesamt 13 Falter. Am

18.08.2010 wurde der Überwinterungskäfig geöffnet und alle Stoppeln auf Larven

und Puppenhüllen untersucht.

Abschlussbonitur des Überwinterungskäfigs auf Schlupf des Maiszünslers,

Standort Bonn-Roleber, 2010

Abschlussbonitur am

18.08.2010 leere Stängel

lebende.

Larven tote Larven tote Puppen

leere

Puppen

Überwinterungskäfig

100 Stängel 53 0 9 0 38

Am Standort Bonn-Roleber wurde am 03.05.2010 ein weiteres Depot mit natürlich

befallenen Stoppel- und Stängelteilen angelegt. Mit dem Depot sollten erstmalig der

Beginn und die Dauer der Verpuppung bestimmt werden. Dreimal wöchentlich

wurden jeweils 5 Stängelteile auf Larven und Puppen des Maiszünslers untersucht.

Am 28.05.2010 wurde die erste Puppe gefunden. Bis zum 28.06.2010 entwickelten

sich kontinuierlich Puppen (siehe Tabelle).

Untersuchung von Stängel- und Stoppelteilen auf Larven und Puppen des

Maiszünslers, Standort Bonn-Roleber, 2010

Anzahl gefundener Anzahl gefundener

Datum Larven

Puppen Anteil

21.05.10 32 0 0 %

28.05.10 41 1 2 %

02.06.10 37 3 8 %

04.06.10 34 3 8 %

07.06.10 11 4 27 %

09.06.10 19 6 24 %

11.06.10 18 8 31 %

14.06.10 17 9 35 %

16.06.10 11 15 58 %

18.06.10 11 15 58 %

21.06.10 9 15 63 %

23.06.10 6 14 70 %

24.06.10 2 18 90 %

28.06.10 1 18 95 %


- 132 -

Weiterhin wurde am Standort Bonn-Roleber ein Eiablagekäfig aufgebaut und am

03.05.2010 mit natürlich befallenen Stoppel- und Stängelteilen versehen. Zudem

haben wir alle geschlüpften Maiszünsler aus dem o.a. Depot in diesen Eiablagekäfig

verbracht, um weitere Untersuchungen zum Beginn der Eiablage und zur Dauer der

Eientwicklung durchzuführen. Dauerte die Eientwicklung anfänglich etwa 5 bis

7 Tage, verkürzte sich die Entwicklungszeit ab der zweiten Woche auf 3 bis 5 Tage.

Käfig mit befallenen Stoppel- und Stängelteilen

am 03. Mai 2010

Maisstängel mit Bohrloch und Puppe

am 23. Juni 2010

Die Freilandarbeiten in Mechernich-Floisdorf begannen Ende Mai 2010 mit dem

Aufstellen des Eiablagekäfigs und der Lichtfalle (Lebendfallen des Julius Kühn-

Instituts), diese wurden am 06. Juni in Betrieb genommen. Auf der Fläche stand Mais

als Direktsaat nach der Vorfrucht Mais, die 2009 stark mit Maiszünsler befallen war.

Die Erntereste sind 2009 nicht zerkleinert worden, es erfolgte lediglich eine

Bearbeitung mit dem Grubber kurz nach der Ernte.

Der Flugverlauf wurde täglich bis zur Beendigung des Falterfluges, sowie an 4 mal

25 Maispflanzen die Eiablage und der Larvenschlupf des Maiszünslers untersucht.

Der Eiablagekäfig war mit einer eigenen Lichtfalle ausgerüstet, die die angelockten

Falter in den Käfig leitete. Auch dort wurden Eiablage und Larvenschlupf täglich

untersucht.

Lichtfalle am 06. Juni 2010

Lichtfalle am 23. Juli 2010


Eiablagekäfig am 23. Juli 2010

- 133 -

Eigelege am 03.Juli 2010

Als Besonderheit wurde beobachtet, dass Mitte Juli ein starker Zünslerflug stattfand.

Es ist nicht abschließend geklärt, ob es sich tatsächlich um den eigentlichen

Maiszünsler handelt. Auffällig an den Zünsler war, dass sie einen „roten Rücken“

aufwiesen.

Maiszünsler

„Rotrückiger“ Zünsler

„Rotrückiger“ Zünsler

Der Befall vor der Ernte wurde ermittelt, indem kurz vor dem Erntetermin die 500

Maispflanzen der Länge nach aufgeschnitten (einschließlich des Wurzelhalses) und

nach Bohrlöchern und Maiszünslerlarven (Fundort, Larvengröße) untersucht wurden.

Probenuntersuchung zur Vorerntebonitur am 15.09.2010


- 134 -

Der Befall nach der Ernte wurde ermittelt, indem im Silomais eine Woche nach der

Ernte 800 Stoppeln auf Vorkommen von Maiszünslerlarven bonitiert wurden.

Anteil Stoppeln mit Larven im jeweiligen Stängelabschnitt

Bericht über den Bekämpfungsversuch im Jahr 2010

Der Maiszünslerbekämpfungsversuch wurde am Beobachtungsstandort in

Mechernich angelegt und nach EPPO-Richtlinie durchgeführt.

Insgesamt wurden 6 Behandlungstermine im wöchentlichen Abstand in

4 Wiederholungen mit dem Präparat Coragen (60 ml/ha) durchgeführt. Coragen

(Wirkstoff Rynaxapyr) wurde gewählt, um weitere Erfahrungen mit diesem neuen

Produkt zu gewinnen, nachdem es im letzten Jahr im Vergleich zu Steward (Wirkstoff

Indoxacarb) geprüft worden war. Der Behandlungsbeginn war am 07.07.2010,

nachdem der 3. Falter in der Lichtfalle gefangen worden war. Die letzte Behandlung

erfolgte am 03.08.2010.


120

100

80

60

40

20

0

Anteil Stängel mit Larven (100)

Wuchshöhe Mais

Summe Falter bis Bhdl.Termin

- 135 -

Maiszünsler - Bekämpfungstermin 2010 Mechernich

Kontrolle 07.07. T1 12.07. T2 19.07. T3 23.07. T4 30.07. T5 03.08. T6

Abschlussbonitur am 15.09.2010 an 100 Stängel je Versuchsglied. Die Summe Falter wurde durch

Aufsummieren der Tageswerte zwischen den Behandlungsterminen ermittelt.

Die Untersuchungen mit Überwinterungskäfigen, Eiablagekäfigen und Lichtfallen

haben zu wichtigen Erkenntnissen hinsichtlich der Falterfluges, der Eiablage, dem

Larvenschlupf und der Entwicklung der Larven (Vor- und Nacherntebonitur) geführt.

Auch die zweijährigen Bekämpfungsversuche einschließlich Terminierung der

Behandlungen deuten an, dass eine Behandlung in den „Hauptzuflug“ ausreichend

und erfolgreich sein kann. Der Hauptzuflug wurde durch wochenweises

Aufsummieren der Tageswerte ermittelt.

(Dr. A. Dissemond)

6.4 Integrierter Pflanzenschutz in Zuckerrüben

Heterodera schachtii Besatz in 30-60 cm Bodentiefe. Welchen Einfluss nimmt

diese Population auf das Ertragsverhalten von Zuckerrüben?

Bei den Exaktversuchen (Ertragsleistung nematodenresistenter und -toleranter

Zuckerrüben im Vergleich zu einer Standardsorte) des Pflanzenschutzdienst der

Landwirtschaftskammer NRW wurden 2010 auf 6 Standorten neben der Ackerkrume

die einen Horizont bis 30 cm Bodentiefe abdeckt auch der Unterboden von 30-60 cm

auf seine Nematodenbelastung hin untersucht. Auslöser für diese Untersuchungen

waren die hohen Mehrerträge der nematodentoleranten Sorten in den Versuchen der

Vorjahre, die selbst bei geringen Befallszahlen in der Ackerkrume auftraten. Die

Untersuchungen aus 2010 bestätigen, dass der Unterboden sehr hohe

Nematodenbelastungen aufweisen kann, selbst wenn in der Krume kaum

Nematoden zu finden sind. Während es in der Ackerkrume in Folge der hohen

240

200

160

120

80

40

0


- 136 -

biologischen Aktivität und zusätzlichem Zwischenfruchtanbau mit resistentem

Ölrettich oder Senf zu einem Populationsabbau kommt, wird die Belastung im

Unterboden konserviert. Teilweise befindet sich bis zu 80 % der

Nematodenpopulation in dem Bereich von 30-60 cm. Die Untersuchungen bestätigen

damit die Wachstumsbeobachtungen aus den Vorjahren. Die Rübenpflanze zeigt in

der Jugendentwicklung keine auffälligen Beeinträchtigungen im Wachstum. Auch die

Standardsorten entwickeln in der kaum belasteten Krume eine starke Hauptwurzel

ohne Wurzelbart. Erst wenn Wassermangel die Rübenpflanze zwingt auch tiefere

Bodenschichten zu erschließen, treten die Sortenunterschiede auf. Dies kann auch

eine Erklärung dafür sein, dass gerade in der Trockenregion des südlichen

Rheinlandes die Ertragsvorteile der toleranten/resistenten Sorten so deutlich

ausfallen. Interessant ist weiterhin das zur Ernte der Zuckerrüben sowohl in der

Ackerkrume als auch im Unterboden weitgehend die gleichen Vermehrungsfaktoren

auftreten.

Unstrittig bleibt bei den Versuchsauswertungen aber die Tatsache, dass für die

Hauptschädigung der Rübe die Nematoden aus den obersten 30 cm der Ackerkrume

verantwortlich sind. Untermauert wird diese Erkenntnis durch den Versuch mit

Spätsaat der Rüben, bei dem auf Grund der höheren Bodenwärme schon direkt die

kleine Keimwurzel angegriffen wurde und die Erträge der Standardsorte extrem

zurückgingen. Erst wenn darüber hinaus weitere ungünstige

Wachstumsbedingungen auftreten, scheinen auch die unteren Horizonte an

Bedeutung zu gewinnen. Die bisherigen Ergebnisse beruhen auf einjährigen Daten,

die mit weiteren Versuchen abgesichert werden müssen. Ob dann letztlich ein

Umdenken stattfinden muss, bleibt abzuwarten.

bereinigter Zuckerertag in %

130

120

110

100

90

80

70

60

284

Ertragsleistung nematodenresistenter/toleranter Rübensorten 2004 - 2009

391

anfällig

resistent

tolerant

Nematodenbelastung

452

2004 2005 2006 2007 2008 2009

Höhe und Veränderung der Nematodenpopulation in verschiedenen Bodentiefen

742

500

555

1750

1500

1250

1000

750

500

250

0

Eier/Larven je 100 ml Boden


Nematoden Eier/larven je 100 ml Boden

6000

5000

4000

3000

2000

1000

0

693

1245

- 137 -

Nematodentolerante/resistente Zuckerrüben im Vergleich, Versuche 2010

(0-30 und 30-60 cm Bodentiefe, 6 Standorte, Ø der Einzelwerte)

593

119

777

Anfangsbefall Pi-Wert

Endbefall Pf-Wert

Pf/Pi-Wert

Oberboden 0-30 cm Unterboden 30-60 cm

451

313 281

Normalsorte Nemata Pauletta Adrianna Normalsorte Nemata Pauletta Adrianna

resistent tolerant resistent tolerant

Versuch mit nemetodenresistenten, -toleranten Zuckerrübensorten. Deutlich ist die

Schädigung durch Nematoden an der anfälligen Vergleichssorte (Mitte) zu erkennen.

1905

5457

2184

803

2104

1565

1867

1392

4,00

3,50

3,00

2,50

2,00

1,50

1,00

0,50

0,00

Pf/Pi-Wert = Vermehrungsfaktor


ereinigterZuckerertrag in % (Kontrolle = 100)

160

150

140

130

120

110

100

90

80

70

60

50

1514

- 138 -

Ertragsvergleich nematodenresistenter und -toleranter Zuckerrüben,

Versuche 2010, anfällige Standardsorte = 100 %

Standardsorte Sanetta Nemata

Pauletta Theresa Belladonna

Adrianna Kühn Hella

Nematodenbefall

257

631 623

Rommerskirchen Buir Bergerhausen Miel Dorsfeld Sechtem 6 Standorte

Standort Miel: Spätsaat 5. Mai, Nematodenbefall schon an der jungen Keimwurzel

Zuckerrüben - Rübenmotte erstmals im südlichen Rheinland aufgetreten

489

240

626

1600

1400

1200

1000

800

600

400

200

0

Nematodenbelastung Eier/Larven je 100 ml Boden

(C. Heinrichs)

Im Süden der Köln-Aachener Bucht trat in diesem Jahr erstmals die Rübenmotte als

neuer Schädling in Erscheinung. Der ausgewachsene Schmetterling ist unscheinbar,

erreicht eine Größe von ca. 1 cm und ist durch seine graubraune Färbung gut

getarnt. Die Raupe kann kurz vor der Verpuppung bis zu 1,5 cm lag werden und ist

sehr beweglich. Das Schadbild, das durch den Raupenfraß ausgelöst wird, ist leicht

mit Bormangel (Herz und Trockenfäule) zu verwechseln. Bei der näheren

Betrachtung findet man aber in den Blattstielen der jungen Blätter die Raupen der

Motten. Die Fraßgänge können von dort aus bis tief in den Rübenkopf hineinreichen.

Da sie stark mit Kot durchsetzt sind, tritt Fäulnis auf, die einen Blattneuaustrieb

verhindert und später zu einer regelrechten Kopffäule führen kann. Trockenes und

warmes Wetter wirkt sich befallsfördernd aus, daher befindet sich das

Hauptbefallsgebiet in Deutschland auch in Bayern und Baden-Württemberg sowie

Südhessen. Dort können die Rüben bis zum Totalausfall geschädigt werden. Das es

in unserer Region nicht solch drastischen Schäden kam, ist den ergiebigen

Niederschlägen ab Ende Juli und August zu verdanken. Anhaltender Regen

behinderte die zweite Faltergeneration an der Eiablage und spülte Kot und Fraßreste

vom Rübenkopf, wodurch sich die Fäulnis verlangsamte. Da der Schädling geschützt

in den Blättern oder im Kopf der Rüben sitzt, sind Insektzidbehandlungen nahezu

wirkungslos. Es kann daher nur vorbeugend gehandelt werden, um den Schädling

zurückzudrängen. In den süddeutschen Befallsgebieten werden zur Minimierung der

Schäden in den Folgekulturen befallene Schläge möglichst tief umgebrochen.

Dadurch wird erreicht, dass es den normalerweise in bis zu 5 cm Bodentiefe in oder

an Pflanzenteilen überwinternden Puppen nicht gelingt, im nächsten Frühjahr an die

Bodenoberfläche zu gelangen. Die Falterpopulation verringert sich dadurch drastisch

und die Schäden halten sich im Folgejahr in Grenzen.


- 139 -

Die Raupen der Rübenmotte dringen in die Herzblätter

der Pflanze ein, Kot und Fraßreste beginnen zu faulen,

es entwickelt sich ein ähnliches Schadbild wie wir es

vom Bormangel kennen.

Aus den Fraßgängen im Blattstiel können mit

etwas Vorsicht die Raupen des Falters

herausgeholt werden. Die Tiere sind sehr agil

und können sich mit großer Geschwindigkeit

fortbewegen.

Schadbilder an Zuckerrüben die mit den von der Rübenmotte verursachten Schäden

verwechselt werden können. Die Unterscheidung ist für den Praktiker nicht immer

einfach.

Bormangel verursacht ähnliche Kopffäulen, jedoch

fehlen die typischen Fraßgänge in den Blattstiele.

Zieht man stark geschädigte Rüben aus der Erde, ist

bei Bormangel oft eine ausgeprägte Flankenfäule zu

beobachten.

Auch bei Falschem Mehltau werden die jungen

Blätter geschädigt. Aber auch hier fehlen die

Fraßgänge. Zudem befindet sich auf der

Unterseite geschädigter Blätter ein schmutziger

dunkelgrauer Pilzbelag.

(C. Heinrichs)


- 140 -

7 Genehmigungen und Kontrollen

7.1 Pflanzengesundheitsdienst

Besondere Ereignisse prägten das Berichtsjahr 2010 für den Bereich der

Pflanzengesundheit. Das Auftreten von Quarantäneschadorganismen setzte

unerwartete Arbeitsschwerpunkte.

Neue Funde des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) zu Jahresbeginn machten

eine Umstrukturierung der Kontrollen und Bündelung der Maßnahmen in der

Befallszone in der Nähe von Bonn notwendig. Die Ankündigung des EU-

Pflanzenschutzinspektorates zu einem Kontrollbesuch für die Prüfung des

Vorgehens zum Asiatischen Laubholzbockkäfer in Nordrhein-Westfalen brachte

zusätzliche Spannung.

Das erste Auftreten des Westlichen Maiswurzelbohres Diabrotica virgifera in

Nordrhein-Westfalen im August kam nicht unerwartet aber überraschend. Zwei

Befallsgebiete erforderten die sofortige Umsetzung der vorbereiteten Notfallpläne

und aller erforderlichen Maßnahmen in gemeinsamer Aktion von allen betroffenen

Stellen.

Während der Bereich Import – Export weiterhin gute Stabilität aufweist, wird der

Trend zu einer Konzentration der Warenströme in Nordrhein-Westfalen deutlich. Im

Jahresdurchschnitt wurde die Anzahl der Importsendungen etwas geringer, aber die

importierten Mengen erheblich größer. Früchte spielen dabei eine immer wichtigere

Rolle (insbesondere Zitrusfrüchte). Der schnelle und umfangreiche Ausbau der

Region Straelen/Herongen/Lüllingen als Zentrum des Handels für den Gartenbau

stellt die phytosanitären Kontrollen vor besondere Aufgaben.

Im Binnenmarkt wurde durch die Umsetzung der neuen Kartoffelnematoden-

Verordnung zum Jahresende und die neue Verpflichtung der jährlichen Kontrollen

von Anbauflächen für Speise- und Wirtschaftskartoffeln ein weiterer

Arbeitsschwerpunkt geschaffen.

(Dr. R. Schrage)

7.1.1 Importkontrollen

Die Anzahl der Importkontrollen an den EU-Einlassstellen (Flughäfen Köln-Bonn,

Düsseldorf und Herongen) waren auch im Jahre 2010 auf gleichbleibend hohem

Niveau mit einer deutlichen Steigerung der importierten Mengen. Insgesamt wurden

3.778 Importsendungen in Nordrhein-Westfalen von den phytosanitären Inspektoren

kontrolliert. Die Sendungen beinhalteten 6.558 Warenarten und kamen aus 53

unterschiedlichen Importländern. Trend zur Konzentration wird sehr deutlich. Dies

trifft insbesondere auf den Standort Herongen und die Schnittblumenimporte sowie

auf Früchte zu. Die Gesamtanzahl der Importsendungen hat im Vergleich zum

Vorjahr etwas abgenommen, aber die Größe der Sendungen hat deutlich

zugenommen. Dies lässt sich an den eingenommenen Gebühren der durchgeführten

Kontrollen ablesen, da diese sich an der Größe der Sendung orientieren. Die

eingenommenen Gebühren bei den Importvorgängen haben sich im Jahr 2010 zum

Vergleich des Jahres 2009 fast verdoppelt. Der direkte Import von Zierpflanzen nach


- 141 -

Nordrhein-Westfalen nimmt insgesamt stetig weiter zu. Mit den Marktstrukturen am

Standort Herongen und Lüllingen werden nicht nur die Warenströme konzentriert,

sondern auch andere Firmen und Handelsunternehmen siedeln sich in der

unmittelbaren Umgebung an und nutzen die Infrastrukturen. Die Hauptwarengruppen

für den Import sind unverändert die Schnittblumen, Zierpflanzen zur Weiterkultur

(Jungpflanzen) sowie Früchte und Gemüse. Die Rangfolge der Lieferländer für

Schnittblumen ist ebenfalls zum Vorjahr unverändert: Kenia ist größter Lieferant

gefolgt von Ecuador und Kolumbien. Die Hauptwarengruppen sind auch weitgehend

gleich geblieben: Rosen, Nelken und Orchideen sind die wichtigsten Warengruppen

beim Import. Jungpflanzen von Zierpflanzen (Anbaumaterial) werden hauptsächlich

importiert aus Kenia, Israel, Costa Rica. Eine bedeutende Rolle spielt nach wie vor

der Import von Früchten und Gemüse. Thailand und die Dominikanische Republik

waren 2010 Hauptlieferländer. Die wichtigsten importierten Früchte, die

phytosanitären Kontrollen unterliegen, sind in Nordrhein-Westfalen auch 2010 immer

noch Mangos und Auberginen.

Hauptimportländer

Importland Anzahl Importe Hauptwarengruppen

Thailand 1.332 Schnittblumen; Früchte und Gemüse; Blattgemüse

Kenia 875 Schnittblumen; Zierpflanzen zur Weiterkultur

Domincan Republic 574 Früchte und Gemüse

Ecuador 485 Schnittblumen

Israel 481 Zierpflanzen zur Weiterkultur

Colombia 423 Schnittblumen¸ Früchte und Gemüse

El Salvador 411 Zierpflanzen zur Weiterkultur

China 210 Saatgut; Früchte und Gemüse

Simbabwe 204 Schnittblumen; Zierpflanzen zur Weiterkultur

Sambia 181 Schnittblumen

Süd Afrika 139 Früchte und Gemüse; Zierpflanzen Fertigware

Äthiopien 115 Früchte und Gemüse

Hauptwarengruppen Import

Warengruppe Anzahl Importe

05.1 - Früchte/Gemüse 2.042

02.1 - Schnittblumen 2.021

01.1.1 - Zierpflanzen zur Weiterkultur 1.657

05.2 - Blattgemüse 335

03.1 - Saatgut 232

01.1.2 - Zierpflanzen Fertigware 211

09.0 - Sonstiges 23

Hauptgruppen botanischer Name Import

Botanischer Name Anzahl Importe Warengruppe

Rosa sp. 1.258 Schnittblumen

Mangifera indica 438 Früchte/Gemüse

Solanum melongena 378 Früchte/Gemüse

Momordica sp. 247 Früchte/Gemüse

Gypsophila sp. 208 Schnittblumen

Ocimum basilicum 202 Blattgemüse

Dendrobium hybrids 201 Schnittblumen

Dianthus sp. 199 Schnittblumen

Psidium guajava 153 Früchte/Gemüse

Citrus latifolia 117 Früchte/Gemüse

(Dr. R. Schrage)


7.1.2 Exportkontrollen

- 142 -

Der Export von Pflanzen und pflanzlichen Gütern aus Nordrhein-Westfalen zeigte

sich auch im Jahr 2010 auf stabil hohem Niveau. Die Anzahl der Exporte von

Pflanzen und pflanzlichen Produkten aus Nordrhein-Westfalen betrug im Jahre 2010

insgesamt 5.860 Sendungen (ausgestellte Pflanzengesundheitszeugnisse) mit

insgesamt 13.317 Waren. Wie bei den Importen ist Größe und Umfang einer

„Sendung“ sehr unterschiedlich und kann von wenigen Pflanzen bis zu mehreren

LWK-Ladungen mit tausenden Pflanzen oder einer ganzen Schiffsladung (z.B.

Kartoffeln) reichen.

Wichtige Exportländer für Pflanzen und pflanzliche Produkte aus Nordrhein-

Westfalen sind nach wie vor Norwegen (Zierpflanzen), Schweiz (Zierpflanzen) und

Russland (Vorratsprodukte, Saatgut, Zierpflanzen). Auch Kroatien, die Ukraine und

die Türkei sind bedeutende Handelspartner und Empfänger für Schnittblumen,

Zierpflanzen zur Weiterkultur, Obstgehölze zur Weiterkultur, Saatgut und

Vorratsgüter. Bei den Zierpflanzen sind als Hauptwarengruppen für den Export

Orchideen zu nennen (Phalaenopsis), Callunen und Eriken. Bei den Saatgütern ist

Weizen und Mais bedeutend für den Export.

Hauptexportländer

Exportland Anzahl alle WG Hauptwarengruppen

Zierpflanzen zur Weiterkultur; Zierpflanzen

Norway 2.771 Fertigware

Zierpflanzen Fertigware; Zwiebeln und Knollen

zum Anpflanzen; Vorratsprodukte;

Croatia 1.617 Schnittblumen

Switzerland 1.325 Zierpflanzen Fertigware

Vorratsprodukte; Saatgut; Zierpflanzen zur

Russian Federation 1.168 Weiterkultur

Ukraine 963 Saatgut; Ziergehölze Fertigware; Schnittblumen

USA 498 Ziergehölze zur Weiterkultur; Saatgut

Belarus 442 Saatgut; Schnittblumen

Saatgut; Vorratsprodukte; Zierpflanzen zur

Turkey 308 Weiterkultur

Kazakhstan 259 Saatgut

Moldova 223 Saatgut

Georgia 199 Sonstiges; Vorratsprodukte

Zierpflanzen zur Weiterkultur; Zierpflanzen

Japan 192 Fertigware

Bosnia and Herzigovina 169 Zierpflanzen Fertigware; Vorratsprodukte

Hauptgruppen botanischer Name Export

Botanischer Name Anzahl Hauptwarengruppe

Zierpflanzen Fertigware; Vorratsprodukte;

Sonstiges 2.375 Erde

Calluna vulgaris 357 Zierpflanzen Fertigware

Triticum aestivum 308 Vorratsprodukte

Zierpflanzen Fertigware; Zierpflanzen

Phalaenopsis hybrids 260 Weiterkultur

Brassica oleracea var. capitata f. alba 213 Saatgut

Avena sp. 187 Vorratsprodukte

Erica gracilis 184 Zierpflanzen Fertigware


- 143 -

Hordeum vulgare 183 Getreidekörner; Saatgut; Vorratsprodukte

Lactuca sativa var. capitata 174 Saatgut

Cucumis sativus (gherkin) 155 Saatgut

Hebe sp. 144 Zierpflanzen Fertigware

Brassica napus (winter) 133 Saatgut

Zea mays 132 Saatgut; Vorratsprodukte

Zea sp. 130 Saatgut; Vorratsprodukte

Hauptwarengruppen Export

Warengruppe Anzahl

Zierpflanzen Fertigware 4.994

Saatgut 2.600

Zierpflanzen zur Weiterkultur 1.730

andere Vorratsprodukte 1.538

Sonstiges 1.195

Ziergehölze Fertigware 353

Schnittblumen 331

Getreidekörner 198

Erde/Kultursubstrat 181

Weihnachtsbäume 74

Obstgehölze zur Weiterkultur 38

Früchte/Gemüse 30

Ziergehölze zur Weiterkultur 28

Landwirtschaftliche Pflanzen 6

7.1.3 Handel im Binnenmarkt

(Dr. R. Schrage)

In Nordrhein-Westfalen sind zum Ende des Jahres 2010 947 Betriebe für den

Handel im Binnenmarkt registriert. Die registrierten Betriebe müssen vom

Pflanzengesundheitsdienst einmal im Jahr kontrolliert werden. In der Praxis wird

dabei unterschieden zwischen produzierenden Betrieben (Baumschulen,

Zierpflanzenbau) und Handelsunternehmen sowie Importeuren/Händlern. Die

Kontrollintensität wird bestimmt durch die produzierte bzw. gehandelte Ware.

Produzenten von Anbaumaterial (Jungpflanzen) unterliegen intensiven Kontrollen mit

mehreren Inspektionsbesuchen pro Jahr, große Handelsunternehmen (z.B.

Landgard) werden ebenfalls intensiv kontrolliert. Bei Produzenten von sogenannter

„passpflichtiger Ware“ wird mindestens einmal eine Betriebskontrolle durchgeführt.

Händler oder Importeure mit oftmals nur wenigen Importvorgängen (z.B.

Kleinmengen Mango) unterliegen einer nicht so intensiven Kontrolle.

Die Kontrolle des Pflanzenpasses hat in den letzten Jahren eine immer größere

Bedeutung erhalten. Dies hängt mit den Anforderungen der großen

Handelsunternehmen, insbesondere Landgard, zusammen. Da am Standort

Herongen/Lüllingen für ganz Europa Ware kommissioniert wird erhalten die

phytosanitären Vorschriften für einen ordnungsgemäßen (und reibungslosen) Handel

eine besondere Bedeutung. Für den Handel mit passpflichtigen Pflanzen ist die

ordnungsgemäße Kennzeichnung der Ware mit Pflanzenpass und Einhaltung der

entsprechenden Bedingungen eine wichtige Vorraussetzung. Dies wird von den

Handelsunternehmen gefordert - sogar in den internen Qualitätsrichtlinien

festgeschrieben - und von den phytosanitären Inspektoren vor Ort kontrolliert.


- 144 -

Veiling Rhein Maas: Eine neue Dimension

Gut einem Jahr nach der Absichtserklärung zum Joint Venture zwischen den

Versteigerungen FloraHolland und Landgard liefen am 29.11.2010 erstmalig acht

Versteigerungsuhren der neuen Veiling Rhein-Maas in Herongen.

Die Veiling Rhein-Maas entstand durch die Zusammenlegung von drei benachbarten

Versteigerungen: der Landgard-Versteigerung in Geldern-Lüllingen und Straelen-

Herongen sowie der FloraHolland-Versteigerung in niederländischem Venlo.

Die Muttergesellschaften erwarten für die neue Veiling ein Umsatzvolumen von rund

250 Mio. EUR pro Jahr. Es wird erwartet, dass rund 4.000 Produzenten ihre Waren

(Schnittblumen, Topfpflanzen, Beet- und Balkonpflanzen sowie Baumschulware)

über die Veiling Rhein-Maas an rund 2.300 Kunden vermarkten. Erweitert wurde die

alte Versteigerung auf acht Uhren (davon zwei Bildschirmversteigerungsuhren) in

einem Versteigerungssaal mit 608 Käuferplätzen. Jährlich werden 450.000

Stapelwagen mit Blumen vermarktet werden.

• Jährlich ca. 1,3 Millionen CC´s mit Pflanzen

• etwa 5 Millionen Transaktionen

• 10 km Kettenbahn

• 170.000 m² Grundfläche

Der Pflanzengesundheitsdienst kontrolliert Importe, Exporte und den Handel im

Binnenmarkt von sogenannten pflanzenpasspflichtigen Pflanzen. Der

Pflanzengesundheitsdienste sichert mit Erfüllung der hoheitlichen Kontrollaufgaben

den Handel am Standort.


Allgemeine Kontrollaufgaben

- 145 -

Die allgemeinen Kontrollaufgaben gemäß Pflanzenschutzgesetz sind weiterhin

wichtiger Bestandteil der Aufgaben der phytosanitären Inspektoren.

Hierzu zählen:

• Geschäftskontrollen

• Kontrollen der Abgabe des Vertriebes von Pflanzenschutzmitteln

• Kontrolle nicht erlaubter Anwendungen auf Nicht-Kulturland

• Kontrolle nicht erlaubter Anwendung auf Kulturland

• Kontrolle der Lagerung von Pflanzenschutzmitteln.

7.1.4 Schwerpunktprogramme im Bereich der Quarantäne

Westlicher Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera)

Erstauftreten des Westlichen Maiswurzelbohrers in Nordrhein-Westfalen

(Dr. R. Schrage)

Am 10. August wurde auf einem Maisfeld in Köln-Wahn in einer Pheromonfalle der

erste männliche Maiswurzelbohrer in Nordrhein-Westfalen gefangen. Die Region

Köln-Wahn bietet mit der Bahntrasse, dem Rhein, der Autobahn und dem

benachbarten Flughafen Köln-Bonn mit entsprechendem Frachtaufkommen alle

potentiellen Einschleppungswege. Die Ausrottungsmaßnahmen erfolgten auf

Grundlage gemäß der EU-Entscheidung bzw. der Verordnung zur Bekämpfung des

Westlichen Maiswurzelbohrers (MaiswBekV) vom 10.07.2008 sowie der Leitlinie zur

Durchführung von amtlichen Maßnahmen gegen Diabrotica virgifera virgifera.

Umsetzung der Maßnahmen

Nach dem sofortigen Aufstellen von 21 weiteren Fallen in benachbarte Maisfelder

wurden am 13. August in einem Maisfeld in unmittelbarer Umgebung 7 zusätzliche

Käfer gefangen. Die Einrichtung der vorgeschriebenen Befallszone (Radius 1 km um

das Befallsfeld) und Sicherheitszone (Radius 5 km um die Befallszone) und das

rasterförmige Aufstellen von Pheromonfallen ergab dann am 16. August einen

weiteren Käferfund in einem Maisfeld in der Umgebung. Dies führte dazu, dass die

eingerichteten Zonen angepasst und dadurch bedingt zusätzliche Fallen aufgestellt

werden mussten. Insgesamt wurden in der Befallszone 131 und in der

Sicherheitszone 91 Fallen aufgestellt. In der Befallszone wurde exakt das Raster von

250 m x 250 m eingehalten. In der Sicherheitszone standen die Fallen im Raster von

1000 m x 1000 m vorwiegend in Maisfelder. In Waldgebieten, die sich aufgrund der

geographischen Lage zeigten wurden entsprechend der Leitlinie keine Fallen

aufgehängt. Das Aufstellen der Fallen erfolgte von Mitarbeitern des

Pflanzenschutzdienstes und wurde nach einem vorgegebenen Muster mit

entsprechender Markierung vor Ort durchgeführt. Die wöchentlichen Kontrollen

wurden dann von den Mitarbeitern des Pflanzenschutzdienstes wahrgenommen. Am

27. August wurde dann der letzte Käfer in einem Maisfeld, wo bereits zuvor Käfer

gefangen wurden, festgestellt. Der einberufene Krisenstab mit Vertretern aus

Ministerium, Pflanzenschutzdienst und vor allem der Praxis setzte sich am

16. August zusammen. Hier wurden alle notwendigen Ausrottungsmaßnahmen

besprochen und die Umsetzung der Maßnahmen eingeleitet. In der Befallszone war


- 146 -

hauptsächlich ein Landwirt betroffen. Ein Großteil seiner eigenen und gepachteten

Maisflächen lag in dieser Zone. Der Landwirt wurde von Vertretern des

Pflanzenschutzdienstes persönlich aufgesucht und über die Sofortmaßnahmen,

insbesondere über den erforderlichen Insektizideinsatz informiert.

Informationsveranstaltung

Am 18. August wurden alle Landwirte, deren Anbauflächen in den einzelnen Zonen

lagen angeschrieben. Ihnen wurde ein Bescheid über die Sofortmaßnahmen und

eine Einladung zu einer Informationsveranstaltung am 24. August mitgeteilt. In der

Befallszone erhielten 12 Landwirte und in der Sicherheitszone 70 Landwirte einen

Bescheid. Die Informationsveranstaltung diente dazu, den Landwirten alle gesetzlich

vorgeschriebenen Maßnahmen zu erläutern und anfallende Fragen der Landwirte zu

beantworten.

Aktuelle Informationen zum Auftreten des Westlichen Maiswurzelbohrers in

Nordrhein-Westfalen wurden zeitnah im Internet veröffentlicht. Die Fangzahlen der

Käfer sowie die Umsetzung der von der EU vorgeschriebenen Sofortmaßnahmen mit

Einrichtung der Zonen, die dazugehörigen Feldblöcke, die Allgemeinverfügung und

wichtige Informationen rund um den Maiswurzelbohrer sind dort zu finden.

Insektizideinsatz

Die Maisflächen in der Befallszone wurden am 19. August mit dem nach § 11 Abs. 2

Satz 1 Nr. 2 Pflanzenschutzgesetz zugelassenem Pflanzenschutzmittel Biscaya mit

dem Wirkstoff Thiacloprid und einer Aufwandmenge von 0,3 l/ha in 300 l Wasser/ha

behandelt. Insgesamt wurden 38 ha Maisflächen behandelt. Zum Einsatz kam ein

Selbstfahrer (Amazone SX 4000) mit 36 m Arbeitsbreite, die aufgrund vorhandener


- 147 -

Fahrgassen im Bestand auf 28 m reduziert wurde. Bei den Düsen handelte es sich

wegen NW-Auflagen und Bestandsdurchdringung um grobtropfige Düsen (ID 120

04). Der Selbstfahrer hat eine Bodenfreiheit 1,20 m und eine Spurbreitenverstellung

von 1,80 m - 2,25 m. Die Maishöhe betrug aufgrund der diesjährigen Vegetation

(Trockenheit im Frühsommer) etwa 2,5 m, so dass die Insektizidbehandlung

erfolgreich durchgeführt werden konnte.

Kontrolle der Pheromonfallen in den Zonen

Die in den Zonen aufgestellten Pheromonfallen wurden von Mitarbeitern des

Pflanzenschutzdienstes der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

wöchentlich kontrolliert.

Zweites Auftreten des Westlichen Maiswurzelbohrers in Nordrhein-Westfalen:

Straelen-Herongen

Am 25. August wurde in einem Maisfeld in Straelen-Herongen ein weiterer Befall mit

dem westlichen Maiswurzelbohrer in Nordrhein-Westfalen festgestellt (ein Käfer in

der Pheromonfalle). Die Fläche liegt in unmittelbarer Nähe zur niederländischen

Grenze. In der direkten Umgebung befinden sich eine LKW-Verladestelle sowie der

Hauptstandort einer großen Vermarktungsorganisation für Zierpflanzen, Obst und

Gemüse. Die Ausrottungsmaßnahmen wurden wie bei dem Erstbefall in Köln-Wahn

durchgeführt.

Umsetzung der Maßnahmen

Am 26. August wurden in benachbarte Maisfelder 26 Fallen aufgestellt.

Entsprechend der EU-Entscheidung wurden die Befallszone (Radius 1 km um das

Befallsfeld) und die Sicherheitszone (Radius 5 km um die Befallszone) eingerichtet

und wie vorgeschrieben rasterförmig Pheromonfallen aufgestellt. Die Befallszone


- 148 -

liegt zu einem Drittel und die Sicherheitszone fast zur Hälfte auf niederländischer

Seite. Das Aufstellen der Fallen erfolgte wie in Köln-Wahn von Mitarbeitern des

Pflanzenschutzdienstes und wurde nach einem vorgegebenen Muster mit

entsprechender Markierung vor Ort durchgeführt. Die wöchentlichen Kontrollen

wurden dann von Mitarbeitern des Pflanzenschutzdienstes wahrgenommen. Am

31. August setzte sich der einberufene Krisenstab mit Vertretern aus den

Niederlanden, Julius Kühn-Institut, Ministerium, Pflanzenschutzdienst und vor allem

der Praxis zusammen. Hier wurden alle notwendigen Ausrottungsmaßnahmen

besprochen und die Umsetzung der Maßnahmen eingeleitet. Landwirte, deren

Maisflächen in der Befallszone lagen wurden von Vertretern des

Pflanzenschutzdienstes persönlich aufgesucht und über die Sofortmaßnahmen,

insbesondere über den erforderlichen Insektizideinsatz informiert. Es wurden neben

dem ersten Fund vom 25. August keine weiteren Käfer in der Befalls- und

Sicherheitszone nachgewiesen.

Informationsveranstaltung

Am 01. September wurden alle Landwirte, deren Anbauflächen in den einzelnen

Zonen lagen angeschrieben. Ihnen wurde ein Bescheid über die Sofortmaßnahmen

und eine Einladung zu einer Informationsveranstaltung am 13. September mitgeteilt.

In der Befallszone erhielten 17 Landwirte und in der Sicherheitszone 210 Landwirte

einen Bescheid. Die Informationsveranstaltung diente dazu, den Landwirten alle

gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen zu erläutern. Gleichzeitig informierten

Fachberater die Landwirte über Alternativen zum Maisanbau. Ziel war es, dem

Landwirt für seinen Arbeitsbereich Planungssicherheit zu geben.


Insektizideinsatz

- 149 -

Die Maisflächen in der Befallszone wurden am 02. September mit dem nach § 11

Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Pflanzenschutzgesetz zugelassenes Pflanzenschutzmittel

Biscaya mit dem Wirkstoff Thiacloprid und einer Aufwandmenge von 0,3 l/ha in 300 l

Wasser/ha behandelt. Insgesamt wurden 52 ha Maisflächen behandelt.

Kontrolle der Pheromonfallen in den Zonen

Die in den Zonen aufgestellten Pheromonfallen wurden von Mitarbeitern des

Pflanzenschutzdienstes der Landwirtschaftskammer NRW wöchentlich kontrolliert.

Es wurden keine weiteren Käfer in den Fallen gefunden.

Durchführung der amtlichen Erhebung zur Feststellung der Verbreitung von

Kartoffelnematoden auf Kartoffelanbauflächen, die nicht zur Erzeugung von

Pflanzkartoffeln bestimmt sind.

Im Rahmen der neuen Verordnung zur Bekämpfung des Kartoffelkrebses und der

Kartoffelzystennematoden vom 06. Oktober 2010 sowie der Richtlinie 2007/33/EG

vom 11. Juni 2007 müssen 0,5 % der jährlichen Anbaufläche an Speise- und

Wirtschaftskartoffeln auf Kartoffelzystennematoden untersucht werden. In Nordrhein-

Westfalen wurden in diesem Jahr 31.580 ha Speise- und Wirtschaftskartoffeln

angebaut. Mit der Beprobung wurde begonnen. Für die amtliche Erhebung wird pro

angefangene 0,5 ha eine Probe mit 200 ml Boden gezogen und im Diagnoselabor

auf Globodera rostochiensis und Globodera pallida untersucht. Die Mindestgröße der

Anbaufläche beträgt 0,5 ha. Bei größeren Flächen werden maximal 5 ha beprobt und


- 150 -

genau gekennzeichnet. Die Durchführung dieser vorgeschriebenen Maßnahmen

erfolgt über eine entsprechende GIS-Anwendung mit Abfrage und Auswahlkriterien.

Die Anbauflächen werden nach einem Zufallsprinzip ausgesucht und die Landwirte

werden vorher darüber informiert. Der Probenehmer kann anhand digitalisierter

Karten mit bereits zugewiesenen Daten (Fläche/Bezeichnung/Größe der

Anbaufläche etc.) die Probenahme vor Ort durchführen. Die zugewiesenen Daten

werden gleichzeitig im Diagnoselabor und auch in das vorgeschriebene amtliche

Verzeichnis hinterlegt, so dass Verwechselungen, aufwendige Datenübertragungen

sowie Übertragungsfehler vermieden werden. Bisher konnte in allen untersuchten

Proben kein Befall mit lebenden Zysten der Gattung Globodera rostochiensis und

Globodera pallida festgestellt werden. Die Untersuchungsergebnisse werden in das

amtliche Verzeichnis eingetragen und den Landwirten mitgeteilt.

(Dr. R. Schrage, A. Schröder)

7.2 Amtliche Geräteprüfung, Feldspritzkontrollen

Ergebnisse der Kontrollen von Feldspritzen und Obstbau-Sprühgeräten

Im Rahmen der Anerkennungsprüfung für Pflanzenschutzgeräte und -teile wurde ein

Düsensatz (Injektor-Doppelflachstrahldüsen) in Nordrhein-Westfalen für den

Einsatzbereich Feldbau im Praxiseinsatz getestet.

Die Kontrolle von Pflanzenschutzmaschinen aus der Praxis wurde im Jahr 2010 in

Nordrhein-Westfalen von 153 anerkannten Kontrollbetrieben angeboten. Dabei

wurden insgesamt 8.777 Maschinen kontrolliert. Die Durchführung der Kontrollen

wurde während der Kontrollzeit an 160 Kontrollstellen überwacht. Im

Berichtszeitraum wurden 36 Kontrolleinrichtungen überprüft.

(H. Kramer)

7.3 Beizkontrollen / Saatgutuntersuchungen auf Beizung

Im Rahmen des Qualitätssicherungssystems (QSS) für Z-Saatgut des

Gemeinschaftsfonds Saatgetreide (GFS) der Saatgut-Treuhandverwaltungs GmbH

führt der amtliche Pflanzenschutzdienst alljährlich Beizgraduntersuchungen durch.

Die wichtigsten Saatgutaufbereitungsstellen lassen ihre Beizproben fast

ausschließlich im Rahmen dieses GFS-Projektes untersuchen. Die Proben werden

bundesweit durch die Aufbereitungsstellen selbst genommen. Die statistische

Auswertung der Ergebnisse sowie eine Bewertung der Aufbereitungsstellen werden

durch die GFS in Zusammenarbeit mit den Züchtern und VO-Firmen vorgenommen.

Die Beizgradbestimmung von Wintergerste, Winterroggen und Triticale erfolgt beim

Pflanzenschutzdienst NRW, Winterweizen wird vom Pflanzenschutzdienst in

Niedersachsen untersucht.

Im Jahr 2010 wurden in Bonn 489 Beizproben für die GFS untersucht, wobei den

Hauptanteil der eingesandten Proben die Wintergerste ausmachte. Von diesen

Proben waren 64 % richtig gebeizt, 31 % unterbeizt und 5 % überbeizt. Im Vergleich

zum Vorjahr ist die Anzahl der richtig gebeizten Proben gleich geblieben, allerdings

haben die unterbeizten Proben stark zugenommen und die überbeizten Proben stark

abgenommen.


- 151 -

Im Rahmen von freiwilligen Beizgraduntersuchungen (Eigenkontrollen,

Reklamationen, Gutachten) werden alle Winter- und Sommergetreidearten in Bonn

untersucht. Im Jahr 2010 wurden 21 Beizproben analysiert, von denen 43 % richtig

gebeizt, 43 % unterbeizt und 14 % überbeizt waren. Der positive Trend der letzten

Jahre stellte sich 2010 also nicht ein.

Fazit

Die in den letzten Jahren zu beobachtende zunehmende Verbesserung der

Beizqualität wurde 2010 leider nicht beobachtet. 2010 wurden nicht nur weniger

Proben eingesandt, es wurde häufig am Beizmittel gespart, wodurch die Anzahl an

unterbeizten Proben enorm zunahm. Hoffentlich kein Trend der sich fortsetzt.

(Dr. M. Benker)

7.4 Zertifizierung von Anbaumaterial

Im Rahmen der Vorgaben der „Verordnung über das Inverkehrbringen von

Anbaumaterial von Gemüse-, Obst- und Zierpflanzenarten sowie zur Aufhebung der

Verordnung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten im Obstbau (AGOZ)“ wurden im

Jahr 2010 Arbeiten für die Zertifizierung von Obstgehölzbeständen durchgeführt.

Hierbei handelte es sich teilweise um Nachtestungen zur Verlängerung bereits

vorhandener Zertifizierungen.

Zertifiziert wurden, dem vorgegebenen Stufenaufbau folgend, Produktionsbestände

in Baumschulen (Anbaumaterial), Vermehrungsbestände in Unterlagenbaumschulen

sowie im Obstreiser-Muttergarten (Mutterpflanzenmaterial und Basismaterial) bis hin

zu Vorstufenmaterial, als erste Stufe der Vermehrungskette.

Für die Anerkennung eines zertifizierten Bestandes sind nachfolgende Prüfungen, je

nach Zertifizierungsstufe, vorgesehen:

• Begehung des Quartiers zu visueller Beobachtung (phytosanitäre Kontrolle),

• Buchkontrolle zur Bestätigung der Einhaltung der formalen Voraussetzungen,

• Virustestung nach EPPO-Richtlinien in Form von Indikator-Testung im Freiland

und im Gewächshaus sowie als Laboruntersuchung mit der ELISA- und PCR-

Methode.

Für bestimmte Sorten können in den Baumschulen durchgängig vom

Vermehrungsmaterial bis hin zum Endprodukt zertifizierte Bäume angeboten werden.

Sorten, die bisher nicht zertifiziert wurden, werden unter dem Status CAC

(Conformitas Agraritas Communitas) weiterhin visuell phytosanitär beschaut.

Haltung von Vorstufenmaterial

Im Saranhaus des Pflanzenschutzdienstes NRW in Bonn wird an neutraler Stelle ein

Bestand von Elite-Vermehrungsmaterial der Kategorie „Vorstufe“ nach AGOZ

gehalten. Es handelt sich um Bestände der öffentlichen Hand, ebenso wie um

Privatbestände, die im Auftrag gehalten und zum Teil abvermehrt werden.

Entstehende Kosten für die nach AGOZ geforderten Nachtestungen auf

Viruserkrankungen sowie die Kulturführungskosten werden durch eine

Haltungsgebühr abgegolten.


- 152 -

Zur Zeit befinden sich ca. 84 Apfelsorten, 31 Birnensorten, 8 Steinobstsorten,

11 Apfelunterlagen, 5 Birnenunterlagen, 3 Quittenunterlagen, 11 Steinobstunterlagen

bzw. -stammbildner, 6 Johannisbeersorten sowie 19 Himbeersorten als

Vorstufenmaterial in Kultur. Hierunter befinden sich auch Sorten, die über das Projekt

„Virusfreimachung gebietstypischer Kernobstsorten aus NRW“ bearbeitet worden

sind.

Die Bestände werden im nationalen sowie internationalen Austausch mit anderen

Institutionen zum Aufbau von Vermehrungsmaterial bereitgehalten bzw. der privaten

Baumschulwirtschaft angeboten.

Virustestung von zertifizierten Mutterpflanzen- und Anbaumaterial

Zur Kontrolle des Obstreisermuttergartens der ORG-mbH wurden im gesamten

Vegetationsverlauf Begehungen zur visuellen Beobachtung von virösen Symptomen

sowie insbesondere von Feuerbrand und Scharka durchgeführt (Feuerbrand-

Verordnung, Scharka-Verordnung).

Nach Vorgaben der AGOZ wurden im Berichtsjahr durch den Fachbereich Obstbau

folgende Virusuntersuchungen durchgeführt:

• Nachtestung von bereits anerkanntem Material

• fortlaufende Nachtestung des bestehenden Muttergartenbestandes, insbesondere

des Steinobstes

Virustestungen von Obstgehölzen im Jahr 2010

Im Rahmen der Virustestung kommen folgende Testverfahren zur Anwendung:

Testung im Freiland mit empfindlichen Gehölzindikatoren; Testung im Labor mit

serologischen Verfahren (ELISA) und PCR (Polymerase Chain Reaction).

Insgesamt sind nach den EPPO-Richtlinien Indikatortestungen im Freiland sowie

Untersuchungen im Labor in nachfolgend aufgeführtem Umfang durchgeführt

worden.

Freiland: 100 Proben (Malus, Pyrus, Prunus) à 3 bzw. 5 Wiederholungen

mit verschiedenen Indikatoren

Labor: 350 Proben für die ELISA-Testung auf jeweils 2 bzw. 3 Virosen

Geprüft wird nach AGOZ auf folgende Virosen:

Apfel: Flachästigkeit, Gummiholz, Apfel-Mosaik, Rauhschaligkeit, Sternrissigkeit,

Apfeltriebsucht, Chlorotische Blattfleckung, Stammfurchung, Stammnarbung, Spy

Epinastie und Verfall, Rindenschuppigkeit von Malus platycarpa.

Birne: Adernvergilbung, Rotfleckigkeit, Rindennekrose, Rauhrindigkeit, Ringflecken-

Mosaik, Rußfleckigkeit der Quitte, Steinfrüchtigkeit, Birnenverfall, Gummiholz,

Rindenrissigkeit.

Kirsche: Pfeffinger Krankheit an Süßkirschen, Nekrotische Kirschenringflecken,

Chlorotische Kirschenringflecken, Kleinfrüchtigkeit, Chlorotische Blattfleckung des

Apfels, (Apfel-) Mosaik, Blattrollkrankheit, Rostfleckung, Grüne Ringscheckung,


- 153 -

[Arabis mosaic nepovirus, Tomato black ring nepovirus, Necrotic rusty mottle,

Petunia asteroid mosaic and carnation Italian ringspot tombusviruses, causing cherry

detrimental canker].

Prunus-Arten: Bandmosaik, Chlorotisches Blattfleckenvirus des Apfels, Nekrotische

Kirschenringflecken, Chlorotische Kirschenringflecken, Scharka, Rindenrissigkeit,

(Apfel-) Mosaik; [European stone fruit yellows, Myrobalan latent ringspot nepovirus,

Cherry green ring mottle virus, Strawberry latent ringspot nepovirus, Tomato black

ring nepovirus].

(Dr. A. Engel, W. Kretschmann, I. Rövekamp-Stroop)

7.5 Kontrollprogramm Nordrhein-Westfalen

7.5.1 Systematische Kontrollen

Rechtsgrundlagen

Die Richtlinie 91/414/EG regelt die Voraussetzungen für die Zulassung von

Pflanzenschutzmitteln und fordert Kontrollmaßnahmen für die Einhaltung der in der

Richtlinie festgelegten Anforderungen für das Vermarkten und Verwenden von

Pflanzenschutzmitteln in der EU. Diese Forderungen sind über das

Pflanzenschutzgesetz in deutsches Recht umgesetzt worden.

Die diesbezüglichen Überwachungsaufgaben wurden den zuständigen Behörden in

den Bundesländern übertragen, in Nordrhein-Westfalen dem Direktor der

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen als Landesbeauftragter.

Organisation, Struktur und Ergebnis

Orientiert an einem bundeseinheitlich abgestimmten Kontrollprogramm wurden die

im Auftrag des zuständigen Landesministeriums (Ministerium für Klimaschutz,

Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz) in Nordrhein-Westfalen

durchzuführenden systematischen Kontrollen nach den vorgegebenen

Spezifikationen abgewickelt (siehe Kontrollplan vom 29.01.2010). Der Kontrollplan

2010 wurde fast vollständig erfüllt. Unter Berücksichtigung der besonderen Situation

in 2010 (zusätzliche unvorhersehbare Kontrollaufgaben zur Verhinderung der

Einschleppung und Verbreitung der Quarantäneschädlinge Anoplophora und

Diabrotika) gab es in einigen Punkten Überschreitungen, in anderen geringfügige

Unterschreitungen. Qualität und Quantität der Kontrollen entsprechen den

festgelegten Vorgaben des Kontrollhandbuches. Ebenso ordnungsgemäß

abgearbeitet wurden nicht planbare Anlasskontrollen aufgrund von Hinweisen und

Anzeigen Dritter. Auch diese Feststellungen sind im Zahlenbericht enthalten.

Kontrollschwerpunkte

Bundeseinheitlich wurden Kontrollschwerpunkte festgelegt, die gesondert abgebildet

werden. Für 2010 wurden folgende Schwerpunkte festgelegt bzw. fortgeführt:

1.1 Anwendungskontrollen im Zierpflanzenbau, einschließlich Ziergehölze,

Baumschulen, Weihnachtsbäume (2010-2012)


- 154 -

1.2 Anwendungs- und Verkehrskontrollen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

auf Nichtkulturlandflächen, ebenfalls als Empfehlung der Expertengruppe

(2008-2010)

zu 1.1 Anwendungskontrollen im Zierpflanzenbau

Entsprechend den bundeseinheitlich vereinbarten Schwerpunktkontrollen wurde die

ordnungsgemäße Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Zierpflanzen,

Ziergehölzen, Baumschulware und Weihnachtsbäumen durch die Entnahme von

Pflanzen- oder Bodenproben sowie von Spritzbrühe kontrolliert:

• 16 Proben aus Weihnachtsbaumkulturen

(14 x Boden, 1 x Pflanze, 1 x Spritzflüssigkeit), ohne negativen Befund

• 5 Proben Impatiens mit zwei Nachweisen über die nicht zugelassene Anwendung

von Switch mit entsprechenden Bußgeldverfahren.

• 5 Proben Pelargonien mit zunächst drei Nachweisen über nicht zugelassene

Anwendungen von Thiodan, Shirlan, Orthen und Tamaron. Da es sich in einem

Fall (Thiodan) um ausländische Zukaufware gehandelt hat, ergaben sich zwei

Bußgeldverfahren.

• 5 Proben Rosen mit zunächst zwei Nachweisen über nicht zugelassene

Anwendungen von Temik, Rocky und Borneo. Da es sich in einem Fall (Temik)

um Zukaufware aus dem Ausland gehandelt hat, ergab sich ein

Bußgeldverfahren.

• 1 Probe Surfinia mit zunächst dem Hinweis auf die nicht zugelassene Anwendung

von Goltix. Da hier Jungpflanzen aus dem Ausland bezogen wurden, war das

Verfahren einzustellen.

• Von 32 Proben bleiben fünf nicht ordnungsgemäße Anwendungen mit

entsprechenden Ahndungen (rund 15 %) übrig.

zu 1.2 Anwendungs- und Verkehrskontrollen beim Einsatz von

Pflanzenschutzmitteln auf Nichtkulturlandflächen

Anwendungskontrollen Nichtkulturland

Insgesamt wurden 126 Nichtkulturlandflächen kontrolliert:

15 Flächen wurden gesichtet, für die eine Ausnahmegenehmigung nach § 6 (3)

Pflanzenschutzgesetz erteilt worden war. In nur einem Fall war der Umgang mit

dieser Genehmigung zu beanstanden, der mit einem Bußgeld in Höhe von 150 Euro

geahndet wurde.

76 Flächen wurden nach dem Zufallsprinzip gesichtet. Für diese Flächen lag keine

Ausnahmegenehmigung vor.

35 Anzeigen durch Dritte wurden bearbeitet. Als Anzeigenerstatter kommen sowohl

die kommunalen Ordnungsdienste in Frage als auch aufmerksame Bürger, in

Einzelfällen die Polizei.


- 155 -

Insgesamt mussten für den Bereich ‚Anwendung von Totalherbiziden auf nicht

genehmigten Nichtkulturlandflächen’ 51 Bußgeldverfahren eingeleitet werden, die

größtenteils bestandskräftig sind. Die Bußgelder beliefen sich zwischen 100 und 400

Euro. Die relativ hohe Beanstandungsquote von rund 40 % erklärt sich aus der

Vielzahl der Anzeigen durch Dritte, denen in der Regel ein entsprechendes

beobachtetes Fehlverhalten zugrunde liegt.

Ein Teil der Verfahren musste trotz offensichtlicher und sogar analytisch

nachgewiesener unzulässiger Anwendung eines Totalherbizides eingestellt werden,

da der verantwortliche Anwender nicht feststellbar war. Nach den derzeitigen

Rechtsgrundlagen kann nur der Anwender und nicht zum Beispiel der

Grundstückseigentümer oder -nutzer belangt werden.

Verkehrskontrollen Nichtkulturland

Neben den festgelegten und in Nordrhein-Westfalen seit Jahren weit darüber

hinausgehenden Kontrollen von Nichtkulturlandflächen haben wir die 2008 bereits

begonnenen Aufklärungs- und Informationsaktivitäten fortgesetzt. Zusätzlich zu der

im vorigen Jahr erfolgten sehr aufwendigen Schulung von 400 Abgebern wurde und

wird bei jeder Verkehrskontrolle vor Ort das Verkaufspersonal und der zuständige

Abteilungsleiter/Vorgesetzte auf die Beratungs- und Informationspflichten des § 22

Pflanzenschutzgesetz in einem Gespräch nachdrücklich hingewiesen. Insbesondere

wird verdeutlicht, welche Gefahren von einer nicht zugelassenen Anwendung, z.B.

auf einer Garagenzufahrt für Mensch, Umwelt und Natur ausgehen. Es wurde ein

Formblatt entwickelt, welches diese Informationspflicht dokumentiert und den

Verkäufer durch dessen Unterschrift in die Verantwortung nimmt.


- 156 -

In der Konsequenz muss ein Verkäufer die Aushändigung eines

Pflanzenschutzmittels für eine nicht zugelassene Anwendung verweigern.

Gleichzeitig wurde ein Informationsblatt entworfen (siehe unten), welches dem

Verkäufer übergeben wird und am jeweiligen Verkaufsstand gut sichtbar

auszuhängen ist, damit der Kaufinteressent bereits durch diesen Aushang auf die

Problematik aufmerksam gemacht wird.

Auf diesen Flächen ist der Einsatz von Totalherbiziden verboten!

Kiesweg Bürgersteig

Plattenweg Garagenzufahrt

Von diesen versiegelten Flächen können Pflanzenschutzmittel und deren Wirkstoffe in die

Kanalisation fließen oder abgespült werden und Gewässer verunreinigen.

Daher ist der Einsatz aller Mittel, die Unkraut abtöten – also auch sogenannte Hausmittel –

auf befestigten Flächen verboten. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf diesen Flächen

wird von Pflanzenschutzdienst NRW kontrolliert; gegen Anwender werden Bußgelder

verhängt.

Auf diesen Flächen dürfen dafür zugelassene Pflanzenschutzmittel

eingesetzt werden

Beet mit Zierpflanzen Gemüsebeet

Zierrasen

Baumscheibe

Pflanzenschutzmittel dürfen in gärtnerisch genutzten Anlagen wie Beete, Rasen oder

Baumscheiben eingesetzt werden, wenn sie für die jeweilige Krankheit oder den Schädling in

der entsprechenden Kultur zugelassen sind.

Unser sachkundiges Personal berät Sie gerne, fragen Sie die Verkäuferin, den Verkäufer.

Pflanzenschutzdienst NRW 0228 703-0 www.pflanzenschutzdienst.de

Wenn sich die Gelegenheit bot, wurden Artikel in Tageszeitungen oder

Fachmagazinen platziert (z.B. Rheinische Post, Verband der Campingplatz-Betreiber

oder Magazin des Deutschen-Hausfrauen-Bundes, Landwirtschaftliche Zeitschrift

Rheinland oder Landwirtschaftliches Wochenblatt Westfalen-Lippe).

Trotz aller Initiativen wird immer wieder deutlich, dass demjenigen, der mit der

entsprechenden Energie versucht, sich für nicht zugelassene Anwendungen

Herbizide zu beschaffen, dies auch gelingt, nicht zuletzt durch nicht zu

kontrollierende Beschaffungswege im Internet (siehe TASPO-Magazin vom

24.09.2010). Bewirtschafter und Nutzer öffentlicher Liegenschaften sind davon leider

nicht gänzlich ausgeschlossen.


- 157 -

7.5.2 Weitere Kontrollschwerpunkte

Verordnung zum Inverkehrbringen und zur Aussaat von gebeiztem Maissaatgut

Bei der Maisaussaat 2008 hatte es in Baden-Württemberg Bienenschäden gegeben.

Diese wurden dem mit Clothanidin gebeizten Saatgut zugerechnet. Die bereits für die

Maisaussaat 2009 daraufhin in einer Eilverordnung des BMELV getroffenen Regeln

für das Inverkehrbringen und die Aussaat von gebeiztem Maissaatgut hatten auch für

2010 Bestand. Es war Aufgabe des Pflanzenschutzdienstes, die Einhaltung dieser

Regeln in Nordrhein-Westfalen zu kontrollieren.

Inverkehrbringen

Mais durfte nur mit Methiocarb (Mesurol) in einer vorgegebenen Qualität gebeizt in

Verkehr gebracht werden. In Nordrhein-Westfalen wurde 2010 in drei Beizbetrieben

Maissaatgut mit Mesurol gebeizt. In zwei Beizbetrieben wurden die Beize und die

Beizqualität durch Probenahme geprüft. Ein festgelegter Abriebwert durfte nicht

überschritten werden. Die Betriebsabläufe im Beizbetrieb, die betriebseigenen

Kontrollen in jeder Verarbeitungsstufe mit der durchgehend transparenten

Dokumentation ließen erkennen, dass man größten Wert auf die Einhaltung der

Verordnungsvorgaben legte. Die NRW-Proben wurden durch das Julius Kühn-Institut

geprüft. Beize und Beizqualität entsprachen den Regeln, der vorgegebene

Abriebwert mit 0,75 g/100.000 Korn wurde mit 0,06-0,15 g/100.000 Korn deutlich

unterschritten. Der dritte Beizbetrieb wurde 2010 ausgespart, da dieser bereits 2009

ohne auffälligen Befund überprüft worden war.

Aussaat

Nur ordnungsgemäß gebeiztes Saatgut durfte mit speziell vom Julius Kühn-Institut

festgelegten Sägeräten ausgebracht werden. 19 Kontrollen erfolgten während der

Aussaat mit nachstehenden Ergebnissen:

• Alle Sägeräte entsprachen den Vorgaben der Verordnung. Für die Beurteilung

wurde jeweils ein Kollege des Fachbereichs Technik hinzugezogen.

• Anders als bei den Analysenergebnissen aus 2009 ergaben sich 2010 in einigen

Proben Spuren der Wirkstoffe Imidacloprid (Gaucho), Clothianidin (Poncho) und

Thiamethoxam (Cruiser 70 WS), die nicht auf eine direkte Anwendung/Beizung


- 158 -

hinwiesen. Die Klärung dieser Befunde mit Anwender, Lieferant und Beizstelle

führte zu keinem eindeutigen Ergebnis. Drei Verfahren wurden eröffnet. Nach

Recherchen in der Aufbereitungsstation kann die Verunreinigung des Saatgutes

auf fehlende/unzureichende Reinigung der Beizstation in Frankreich zurück zu

führen sein (Verschleppung). Die betroffenen (und kooperierenden)

Vertriebsfirmen wurden eindringlich schriftlich darauf hingewiesen, mit allen

Möglichkeiten darauf einzuwirken, dass derartige Befunde auszuschließen sind.

Die Firmen haben ihre ernsthafte und nachhaltige Mitwirkung versichert. Eine

Bewertung der Stellungnahmen der Betroffenen führte zur Einstellung der

Verfahren.

Bekämpfung von Schnellkäferlarven (Drahtwurm) im Mais mit Santana und in

Kartoffeln mit Goldor Bait

Zur Drahtwurmbekämpfung in den Kulturen Mais und Kartoffeln wurden durch das

BVL Genehmigungen nach § 11 Abs. 2 Pflanzenschutzgesetz (Gefahr im Verzuge)

erteilt für die Anwendung der Pflanzenschutzmittel Santana und Goldor Bait. Die

Anwendungen waren jeweils an strenge Auflagen gebunden bzw. nur mit

Bezugsschein möglich. Hier galt es jeweils die formalen Voraussetzungen zu

schaffen und insbesondere die Ausbringung und Anwendung der genehmigten

Pflanzenschutzmittel zu kontrollieren. Nur speziell vom Julius Kühn-Institut

zugelassene Ausbringungsgeräte durften eingesetzt werden. Der Bienenschutz hatte

oberste Priorität. Die durchgeführten Kontrollen führten zu keinen negativen

Feststellungen, Bienenschäden wurden nicht bekannt, das vom Aufgabengebiet

Bienenkunde durchgeführte Bienenmonitoring an verschiedenen Standorten blieb

ebenfalls ohne Befund.

Feststellungen aus Kontrollen außerhalb des Pflanzenschutzgesetzes

Neben den systematischen Kontrollen und Anlasskontrollen, die ihren Ursprung in

der originären Fachrechtskontrolle nach dem Pflanzenschutzgesetz haben, gab es,

wie im Vorjahr, in 2010 aus drei anderen Bereichen nennenswerte Feststellungen,

die zu einer Weiterverfolgung bzw. Aktivitäten durch den Pflanzenschutzdienst

führten:

a) CC-Pflanzenschutzmodul

b) Lebensmittelüberwachung (LMÜ)

c) Kontrollen Dritter

a) Feststellungen aufgrund des CC-Pflanzenschutzmoduls, welches 2006 eingeführt

wurde. Gemessen an der Gesamtzahl der 519 CC-Kontrollen lag die

Beanstandungsquote mit 8 abgeschlossenen Fällen und 2 noch offenen Fällen

aus diesem Bereich insgesamt bei 2 %. Dieses Mehr an Beanstandungen

gegenüber dem Vorjahr (etwa 1 %) ergibt sich zwangsläufig aus dem zusätzlichen

Prüfungsmodul „Aufzeichnungspflicht“. Trotz erheblicher Aufklärungsarbeit ist

diese gesetzliche Anforderung (§ 6 (4) Pflanzenschutzgesetz) noch nicht allen

Betriebsleitern bekannt.

b) Die Feststellungen der LMÜ, die auf einen Verstoß gegen das

Pflanzenschutzgesetz schließen lassen (2010 = 7), werden häufig zu spät an den

Pflanzenschutzdienst weitergeleitet; Abstände von mehr als sechs Monaten


- 159 -

zwischen Probenahme und Weiterleitung der Ergebnisse sind keine Seltenheit.

Auch die Qualität und Aussagekraft der Unterlagen machen gelegentlich eine

Bewertung schwierig. Aus diesem Grund wurde in 2010 anlässlich der

Dienstbesprechung der Lebensmittelüberwachung vom Pflanzenschutzdienst eine

Intensivierung der Zusammenarbeit angeregt und dort auch konkret beschlossen.

c) Kontrollen Dritter und die daraus resultierenden Feststellungen führten in rund

einem Dutzend weiterer Fällen zu Ordnungswidrigkeitsverfahren. Betroffen sind in

der Regel Nichtkulturlandflächen, teilweise auch im kommunalen Bereich.

Initiativen 2010 zu Gesetzen und Verordnungen

In 2011 wird es in Bezug auf das Pflanzenschutzgesetz zahlreiche Änderungen

geben. Der Fachbereich Genehmigungen und Kontrollen hat sich hier im Vorfeld

aktiv eingeschaltet und beispielsweise Vorschläge eingebracht für das neue

Pflanzenschutzgesetz, mitgearbeitet bei der Anpassung der Kontrollverordnung nach

Artikel 68 der EG-Verordnung 1107/2009 oder einem Zusammenarbeitspapier mit

dem Zoll. Unsere Vorschläge für die Zweite Änderung der Sachkunde-Verordnung,

die im Juli 2010 in Kraft trat, wurden übernommen.

Prüfung der Sachkunde bei Abgebern/Anwendern von Pflanzenschutzmitteln

Der Bedarf an Sachkundelehrgängen und entsprechenden Prüfungen für Abgeber

und Anwender ist nach wie vor ungebrochen. Insgesamt konnten 898 angehende

Abgeber und Anwender geprüft werden. Ab Mitte 2010 hat die Sachkunde-

Verordnung einige Änderungen erfahren. Die Anerkennung von

Befähigungsnachweisen aus anderen Mitgliedstaaten wurde neu geregelt mit dem

Ziel, ein Stück weit mehr Rechtssicherheit zu schaffen. Dies ist auch in weiten Teilen

gelungen. So muss ein ausländischer Staatsangehöriger über die für die Ausübung

der Tätigkeit erforderlichen deutschen Sprachkenntnisse verfügen. Eine

Beurteilungshilfe für diese Voraussetzung ist noch zu erarbeiten. Hilfsweise kann der

Betriebsleiter, in dessen Auftrag die Person tätig werden soll, dies im Zweifel

schriftlich bestätigen.

7.6 Genehmigungen

7.6.1 Genehmigungen nach § 18 b Pflanzenschutzgesetz

Ob, in welcher Form und in welchem Zeitfenster die angestrebte Harmonisierung der

Zulassungen in Europa Auswirkungen auf das Instrument der Einzelfallgenehmigung

nach § 18 b Pflanzenschutzgesetz hat, bleibt abzuwarten. Bis dahin ist diese Form

der Schließung von Lücken noch eine wichtige Voraussetzung für eine

ordnungsgemäße Kulturführung in vielen Bereichen und für viele Betriebe.

Insbesondere können hierdurch sogenannte „Nischen“ bedient werden. So können

z.B. ein Großteil der im Rahmen der nachwachsenden Rohstoffe erforderlichen

Pflanzenschutzmittel für Miscanthus, Sorghum und Kurzumtriebsplantagen legal nur

über § 18 b Genehmigungen verfügbar gemacht werden. Hier wurden 2010

zahlreiche Möglichkeiten durch das BVL eröffnet und von uns an die Betriebe

weitergegeben. Auch für bestimmte Kulturen im Gemüsebau sind § 18 b

Genehmigungen nach wie vor unabdingbar. Darüber hinaus hat sich der Trend im


- 160 -

Zierpflanzenbau fortgesetzt und stabilisiert. Ausgelöst durch die

Kontrollfeststellungen 2009 speziell in diesem Fachbereich und bedingt durch

intensive Hinweise und ständiges Werben unseres Fachbereichs „Zierpflanzenbau“

wurden die Betriebe sensibilisiert, und es ist ein deutlich zunehmendes Interesse

spürbar.

7.6.2 Genehmigungen nach § 6 Abs. 3 Pflanzenschutzgesetz

Die Möglichkeit, nach § 6 Abs. 3 des Pflanzenschutzgesetzes eine Ausnahme von

dem Grundsatz „Pflanzenschutzmittel dürfen auf Freiflächen nur angewendet

werden, wenn diese landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt

werden“ zu erwirken, ist an einen vordringlichen Grund gebunden. Der Direktor der

Landwirtschaftskammer als Landesbeauftragter kann als zuständige Behörde eine

solche Ausnahme genehmigen, wenn der angestrebte Zweck vordringlich ist und mit

zumutbarem Aufwand auf andere Weise nicht erzielt werden kann. Öffentliche

Interessen, insbesondere der Schutz von Tier- und Pflanzenarten, dürfen durch die

zu genehmigenden Maßnahmen nicht beeinträchtigt werden. Es ist ein strenger

Maßstab anzulegen, damit die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf das

unbedingt notwendige Maß beschränkt bleibt. Ein vordringlicher Zweck liegt dann

vor, wenn das Entstehen von Gefahren für die menschliche Gesundheit oder für

Sachwerte verhindert werden soll, z.B. Aufrechterhaltung von Verkehrs- und

Betriebssicherheit (Friedhofswege, Flugbetriebsflächen), Verhinderung von Brand-

und Explosionsgefahr (Raffinerien, Gaslager), Verhinderung von Sicherheitsrisiken

(militärische Sicherheitsbereiche/Kasernen).

Aufgrund der immer knapper werdenden finanziellen und personellen Ausstattung

der Bauhöfe werden insbesondere von den Kommunen verstärkt Genehmigungen

beantragt. Bedingt durch die 2009 eingeführte zweijährige Befristung der

Genehmigungen ergab sich für 2010 eine Reduzierung auf insgesamt 240, rund

50 % der sonst üblichen Antragszahlen.

(W. Anzil, P. Müller, F. Reichel, M. Schickhoff, B. Weigand)


8 Öffentlichkeitsarbeit

8.1 Veröffentlichungen

8.1.1 Veröffentlichungsliste

- 161 -

Name Titel des Artikels/der Broschüre Quelle

BENKER DR., M. Pflanzenschutz-Rückblick 2010

Kartoffelbau 12/2010

- Westdeutschland

(61. Jg.): 528-531

BENKER DR., M. Knollen-Schäden klar erkannt Top Agrar 9/2010:

Bestimmungshilfe

Kartoffelkarte

BENKER DR., M., Untersuchungen zur Reduzierung des Tagungsband der

KEIL, S.,

Phytophtora Primärbefalls in Kartoffeln 57. Deutschen

ZELLNER, M.

Pflanzenschutztagung,

Berlin,

06.-09.09.2010: 158

BENKER DR., M., Optimierung des Kupfereinsatzes bei der Tagungsband der

KEIL, S.,

Krautfäulebekämpfung im ökologischen 57. Deutschen

KLEINHENZ, B., Kartoffelanbau

Pflanzenschutztagung,

ZELLNER, M.

Berlin,06.-09.09.2010: 81

BENKER DR., M., Rhizoctoniabekämpfung durch eine Tagungsband der

PAWELZIK, E.,

gezielte Furchenbehandlung in Kartoffeln 57. Deutschen

RÄDER, T.,

- Auswirkungen auf die inneren und Pflanzenschutztagung,

STRUCK, G.

äußeren Qualitätsfaktoren (Teil 2) Berlin,

06.-09.09.2010: 159-160

BENKER DR., M. Pflanzenschutzberatung August 2010 Kartoffelbau 8/2010

(61. Jg.): 390-393

BENKER DR., M. Pflanzenschutzberatung Juli 2010 Kartoffelbau 7/2010

(61. Jg.): 326-330

BENKER DR., M. Augen auf bei Krautfäule Landw. Zeitschrift

Rheinland 22/2010:

24-30

BENKER DR., M. Auf Krautfäule achten Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe

21/2010: 17-19

BENKER DR., M. Insektizide zugelassen Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe

17/2010: 39

BENKER DR., M. Pflanzenschutzberatung Mai 2010 Kartoffelbau 5/2010

(61. Jg.): 214-219

BENKER DR., M. Vorsicht Eisenfleckigkeit Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe

11/2010: 32

BENKER DR., M. Tobacco Rattle Virus verursacht

Landw. Zeitschrift

Eisenfleckigkeit

Rheinland 10/2010: 36

BENKER DR., M. Sorgfalt bei der Kartoffelbeizung Landw. Zeitschrift

Rheinland 10/2010:

35-36

BENKER DR., M. Beizen mit Sorgfalt Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe 8/2010:

32-34


- 162 -

Name Titel des Artikels/der Broschüre Quelle

BENKER DR., M. Pflanzenschutzberatung März 2010 Kartoffelbau 3/2010

(61. Jg.): 104-108

BÖHMER PROF. DR., B. Praxis Pflanzenschutz Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe,

Landw. Zeitschrift

Rheinland 2/2010

BÖHMER PROF. DR., B. Pflanzenschutz im Gemüsebau Tagungsband zum

Gemüsebautag 2010

DISSEMOND DR., A. Ackerbautag trotz Regen mit vielen Landw. Zeitschrift

Besuchern

Rheinland 24/2010, S. 20

ENGEL DR., A. Pflanzenschutz für Erdbeeren Spargel & Erdbeer Profi

2/2010, S. 66-68

ENGEL DR., A., Pflanzenschutz im Obstbau,

Rheinische

JUNG, R.

Empfehlungen für den Erwerbsobstbau Monatsschrift, Magazin

2010

für den Gartenbau-Profi,

2/2010,Beilage 20 Seiten

ENGEL DR., A., Fachinformation und Arbeitsunterlage Selbstverlag

JUNG, R. ET AL., der Gartenbauberatung und des

LWK-NRW

RÖVEKAMP-STROOP, I., Pflanzenschutzdienstes:

Nevinghoff 40

OBSTBAUBERATUNG & Kulturführung / Pflanzenschutz

48147 Münster und

VERSUCHSWESEN im Obstbau

Siebengebirgsstr. 200

OBSTBAU NRW 12. Auflage, Febr. 2010

53229 Bonn

ENGEL DR., A., Exkursionsbericht:

Selbstverlag

JUNG, R. ET AL., Gemeinsame Informations- und

LWK-NRW

RÖVEKAMP-STROOP, I., Weiterbildungsfahrt Obstbau der

Siebengebirgsstr. 200

OBSTBAUBERATUNG & LWK-NRW, DLR Rheinpfalz und

53229 Bonn

VERSUCHSWESEN OGM Oberkirch in die Türkei vom

OBSTBAU NRW 10.06. bis 13.06.2010

HAKL DR., U. Vorratsschädlinge bei Getreide:

Getreidemagazin 3/2010,

Prophylaxe und Bekämpfung

S. 164-165

HAKL DR., U. Ertrags- und Qualitätsminderung im

Gemüsebau durch Nematoden

Redaktion Gemüse

Neue Produkte in 2010 Ernährungsdienst

HANHART, H.,

KLINGENHAGEN, G.

HEINRICHS, C.,

DISSEMOND DR., A.,

STAMM, F.

HEINRICHS, C.,

DISSEMOND DR., A.,

STAMM, F.

Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben Landw. Wochenblatt

Westfalen- Lippe

Wirkstoffe gezielt mischen.

Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben.

HEINRICHS, C. Zuckerrüben - Rekordernte trotz

Nematoden

HEINRICHS, C.

Der richtige Termin ist entscheidend.

Fungizide im Zuckerrübenanbau

HEINRICHS, C. Zwischenfrüchte lehren Pilz und Wurm

das Fürchten (Biofumigation)

8/2010, S. 32

Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe

13/2010, 01.04.2010,

S. 32-36

Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe 4/2010,

28.01.2010, S. 22-24,

Landw. Zeitschrift

Rheinland 3/2010,

21.01.2010, S. 25-28

Zuckerrüben-Jornal

2/2010, 14.05.2010,

S. 10-13

Landw. Zeitschrift

Rheinland 20,

20.05.2010, S. 23


- 163 -

Name Titel des Artikels/der Broschüre Quelle

HEINRICHS, C. Fremdherbizide schädigen die Rüben Landw. Zeitschrift

Rheinland 23,

HEINRICHS, C. Gesund bis zur Ernte! Gezielte

Blattkrankheitsbekämpfung im

Zuckerrübenanbau

HEINRICHS, C. Nematodenbekämpfung mit resistenten

Zwischenfrüchten

10.06.2010, S. 28

Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe

28/2010, 15.07.2010,

S. 18-21

Landw. Zeitschrift

Rheinland 29,

22.07.2010, S. 24

HEINRICHS, C. Blattkrankheiten jetzt behandeln Landw. Zeitschrift

Rheinland 31,

05.08.2010, S. 33-34

HEINRICHS, C. Ausfallraps frühzeitig beseitigen Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe

32/2010, 12.08.2010,

S. 42

HEINRICHS, C. Wenn Hirse zum Problem wird Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe

31/2010, 05.08.2010,

HEINRICHS, C. Rübenmotte ein neuer Schaderreger im

Zuckerrübenbau

S. 49

Landw. Zeitschrift

Rheinland 38,

HEINRICHS, C. Nicht jede Kopffäule wird von Bormangel

22.09.2010, S. 22-23

Top Agrar, 10/2010,

ausgelöst

S. 11

HENNES, W. Pflanzenschutz im Zierpflanzenbau ZVG-Report 12/2010

HEUPEL DR., M. Pilz in Zuckerrübenböden ernst nehmen Ernährungsdienst

Feuchte Wärme riskant - Fruchtfolge

überdenken

Agrarzeitung 4/2010: 7

HEUPEL DR., M. Rekordernte, aber auch kranke Rüben Zuckerrübenjournal

Faule Rüben können viele Ursachen 1/2010:14-15

haben

Landw. Zeitschrift

Rheinland 8/2010

HEUPEL DR., M., Pilzkrankheiten an Azerca-Kulturen, Gärtnerbörse - Das

WILKE, R.

Poster

Magazin für

Zierpflanzenbau 4/2010

HEUPEL DR., M. Prof. Dr. B. Böhmer, 60. Geburtstag Monatsschrift - Magazin

Im unermüdlichen Einsatz für den für den Gartenbau-Profi

Pflanzenschutz

5/2010: 319

HEUPEL DR., M., Falscher Mehltau an Rosen:

Gärtnerbörse - Das

WILKE, R.

Symptome und Bekämpfung

Magazin für Zierpflanzenbau

6/2010: 37-39

HEUPEL DR., M., Schadsymptome in der

Gärtnerbörse - Das

WILKE, R.

Beetpflanzensaison 2010

Magazin für Zierpflanzenbau

10/2010: 46-49

HEUPEL DR., M., Welkesymptome bei Cyclamen:

Gärtnerbörse - Das

WILKE, R.

Ursachensuche oft schwierig

Magazin für Zierpflanzenbau

12/2010: 51-53

KLATT, J.,

Krankheitsbilder an Stauden Gärtner+Florist 11/2010,

NENNMANN, H.

Österreichischer

Agrarverlag, Wien


- 164 -

Name Titel des Artikels/der Broschüre Quelle

KLINGENHAGEN, G., Westlicher Maiswurzelbohrer - Gefahr für Landw. Zeitschrift

SCHRÖDER, A.

NRW?

Rheinland, Ausg. 30

KEßLER, J.,

Larve des Zahnflügelfalters schädigt Gemüse 2/2010,

SAUERWEIN, G. Möhren

S. 28-30

KEßLER, J. Tomatenminiermotte als neuer Schädling Rheinische Monatsschrift

7/2010, S. 409

KEßLER, J.

Tagungsband zum Pflanzenschutztag im Rheinischer

Gemüsebau 2010

Gemüsebautag in

Straelen am 12.01.2010

KEßLER, J.,

Tagungsband zum Pflanzenschutztag im Westfälisch-Lippischer

GARCIA, P.,

Gemüsebau 2010

Gemüsebautag in

HARTUNG, B.,

Münster am 10.02.2010

SCHENK, F.-P.

KEßLER, J.,

GARCIA, P.,

HARTUNG, B.,

SCHENK, F.-P.,

SCHOLZ-DÖBELIN, H.

KLINGENHAGEN, G.,

SCHRÖDER, A.

Pflanzenschutz im Gemüsebau 2010 Sonderteil als Beilage in

der Monatsschrift,

Magazin für den

Gartenbau-Profi 3/2010,

128 S.

Vorsicht vor dem Käfer Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe,Ausg.31

KLINGENHAGEN, G. Herbizideinsatz im Frühjahr im Getreide Getreidemagazin

KLINGENHAGEN, G. Der Maiszünsler auf seinem Zug nach

Norden

Ragt-Saaten

Frühjahrsschädlinge im Raps Top Agrar

KLINGENHAGEN, G.,

FURTH, U., JOHNEN

KLINGENHAGEN, G.,

FALKE

Unkrautbekämpfung im Raps Top Agrar

KLINGENHAGEN, G. Schnecken stoppen Top Agrar

KLINGENHAGEN, G. Gezielt gegen Ungräser im Raps vorgehen Top Agrar

KLINGENHAGEN, G., Unkrautbekämpfung im Raps Landw. Wochenblatt

FALKE

Westfalen-Lippe,

Landw. Zeitschrift

Rheinland

KLINGENHAGEN, G., Unkrautbekämpfung im Mais Landw. Wochenblatt

HOLLING, WIRTH

Westfalen-Lippe,

Landw. Zeitschrift

Rheinland

KLINGENHAGEN, G. Unkrautbekämpfung im Getreide Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe,

Landw. Zeitschrift

Rheinland

KLINGENHAGEN, G., Frühjahrsschädlinge im Raps Landw. Wochenblatt

FURTH, U., JOHNEN

Westfalen-Lippe,

Landw. Zeitschrift

Rheinland

KLINGENHAGEN, G. Beizung im Getreide - Herbst Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe,

Landw. Zeitschrift

Rheinland

KLINGENHAGEN, G. Beizung im Getreide - Frühjahr Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe,

Landw. Zeitschrift

Rheinland


- 165 -

Name Titel des Artikels/der Broschüre Quelle

KLINGENHAGEN, G. Resistenzen gegen Herbizide Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe,

Landw. Zeitschrift

Rheinland

KLINGENHAGEN, G. Unkrautbekämpfung im Getreide Ernährungsdienst

KLUG DR., M. Pflanzenbeschau und –quarantäne,

Handel mit Anbaumaterial

Gärtners Pflanzenarzt

2011, Th. Kock u.a., 19.,

neu bearbeitete Folge

KLUG DR., M. Von Verboten und Geboten Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe,

KLUG DR., M. Ausbreitung, Gefährdungspotential und

Bekämpfung des

Eichenprozessionsspinners

Thaumetopoea processionea (L.)

(Lepidoptera, Notodontidae) in NRW

KLUG DR., M. Beiträge zur Rubrik „Frage und Antwort“

Frosttrocknis, Eichenprozessionsspinner,

Gartenlaubkäfer, Flechten, Eulenfalter,

Cylindrocladium buxicola u.a.

KRAMER, H.,

Maiswurzelbohrer in NRW

SCHRÖDER, A.

Interview

KRAMER, H.

KRAMER, H.

KRAMER, H.

KRAMER, H.

KRAMER, H.

KRAMER, H.,

RÖTTELE, M.

KRAMER, H.

KRAMER, H.

KRAMER, H.

KRAMER, H.

KRAMER, H.,

HÖNER, G.

KRAMER, H.

23/2010, S. 88-89

Julius Kühn-Archiv 428

(2010), S. 241-242

Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe

Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe,Ausg.35

Sparsam Säubern Bauernzeitung, 24/2010,

S. 28-29

Größer, Schneller, Breiter Landpost, 10.07.2010,

S. 41-42

Gut für die Umwelt und den Betrieb Landw. Wochenblatt BW,

177. Jhrg., 4/2010,

Beilage1, S. 8-10

Gut für die Umwelt und den Betrieb Schwäbischer Bauer

62. Jhrg., 4/2010,

Beilage1, S. 8-10

Für die Umwelt und den Betrieb DLG Mitteilungen 4/2010,

S. 52-54

Wie sich Punkteinträge vermeiden lassen DLG Mitteilungen 4/2010,

S. 56

Reinigen ohne Absteigen DLZ Agrarmagazin,

3/2010, S. 92-95

Immer sauber nach Hause DLG Mitteilungen

Sonderheft 06/2010,

S. 23-25

Fit für die neue Spritzsaison? Landw. Zeitschrift

Rheinland 8/2010,

S. 17-20

Die optimale Wirksamkeit muss erhalten Rheinische Bauernbleiben

zeitung 7/2010, S. 18

Rühren und Reinigen Top Agrar 2/2010,

S. 3-4

In der Ruhe liegt die Kraft Brandenburger Bauern

Zeitung, 51. Jhrg.,

22/2010, S. 34-35


- 166 -

Name Titel des Artikels/der Broschüre Quelle

NENNMANN, H. Der Buchsbaum - richtige Maßnahmen bei

Erkrankungssymptomen

Ausbilder-Info

Garten-, Landschafts-

und Sportplatzbau,

1/2010

NENNMANN, H. Krankheiten an Prunus laurocerasus Ausbilder-Info

Garten-, Landschafts-

und Sportplatzbau,

NENNMANN, H. Schadsymptome an Chamaecyparis,

Juniperus und Thuja erkennen

2/2010

Ausbilder-Info

Garten-, Landschafts-

und Sportplatzbau,

3/2010

NENNMANN, H. Krankheiten an Bodendeckern Ausbilder-Info

Garten-, Landschafts-

und Sportplatzbau,

4/2010

NENNMANN, H. Krankheitsbilder an Stauden Gärtner & Florist

Österreichs Magazin für

die grüne Branche,

REICHEL, F. Informationen zur Bekämpfung der

Herkulesstaude; Stand März 2010

11/2010

www.pflanzenschutzdienst.de

RUISINGER, M. Biologischer Pflanzenschutz bei der Jahrbuch Gartenbau

Topfpflanzenproduktion

(TASPO)

RUISINGER, M. Optimierter Nützlingseinsatz gegen

Thripse bei Cyclamen

Gb

RUISINGER, M. 18. Arbeitstagung Biologische

Schädlingsbekämpfung im Gartenbau

TASPO-Magazin

RUISINGER, M. Biologischer Pflanzenschutz im Haus- und

Kleingartenbereich

TASPO-Magazin

RUISINGER, M. Produktion von Topfkräutern – ohne

Nützlinge geht es nicht

Rheinische Monatsschrift

SCHENK, F.-P. Rheinischer Gemüsebautag in Straelen, Gemüse, Das Magazin

Zusammenfassung vom 12.01.2010 für den professionellen

Gemüsebau 3/2010

SCHENK, F.-P. Biofumigation, Zusammenfassung der Rheinische Monatsschrift

Fachtagung in Bonn vom 05.05.2010 6/2010

SCHRÖDER, A. Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera

virgifera)

Ratgeber

SCHRÖDER, A., Diabrotica in NRW Landw. Wochenblatt

KLINGENHAGEN, G.

Westfalen-Lippe,

Landw. Zeitschrift

Rheinland

STUCH, M.

Applikation im Zierpflanzenbau Rheinische Monatsschrift

10 + 11/2010

VIETMEIER, A.

Der Buchsbaumzünsler:

Unser Garten 8/2010,

Ein neuer Schädling.

S. 155

WEIGAND, B. Pflanzenschutzdienst prüft Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe, 7/2010

WEIGAND, B. Die Aufzeichnungspflicht wird kontrolliert Landw. Zeitschrift

Rheinland, 8/2010

WEIGAND, B. LWK-NRW informiert über den Einsatz Eildienst Landkreistag

von Pflanzenschutzmitteln

NRW, 2/2010


- 167 -

Name Titel des Artikels/der Broschüre Quelle

WEIGAND, B. Im privaten Bereich das

Landw. Zeitschrift

Pflanzenschutzgesetz beachten

Rheinland, 11/2010

WILKE, R.

Pflanzenschutztipps für den

TASPO-Magazin

Zierpflanzenbau

(wöchentl. Erscheinen)

WILKE, R.

Pflanzenschutz bei Stauden www.stauden.isip.de

WILKE, R.

WINKELHEIDE, E.

WINKELHEIDE, E.

WINKELHEIDE, E.

WINKELHEIDE, E.

WINKELHEIDE, E.

WINKELHEIDE, E.

Pflanzenschutz bei Zierpflanzen Wochenfax der

LWK-NRW

Gegen das Unkraut in Leguminosen Landw. Zeitschrift

Rheinland

6/2010, S. 27-29

Frühzeitig gegen Unkräuter im Grünland Landw. Zeitschrift

vorgehen

Rheinland

7/2010, S. 35-39

Unkraut und Ungrasbekämpfung in DLG AgroFood Medien

Ackerbohnen, Futtererbsen und Lupinen GmbH, Raps 1/2010

Erfolgreich gegen Platzräuber Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe

16/2010, S. 26-29

Unkräuter in dem geschächtem Grünland Landw. Zeitschrift

jetzt bekämpfen

Rheinland

37/2010, S. 28-31

Zeit für die Narbenpflege Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe

35/2010, S. 24-27

8.1.2 Regelmäßige Veröffentlichungen

Name Titel des Artikels/der Broschüre Quelle

BENKER DR., M.,

BEHR, K.-J.,

DISSEMOND DR., A.,

FURTH, U.,

HANHART, H.,

HEINRICHS, C.,

KLINGENHAGEN, G.,

WINKELHEIDE, E.

BENKER DR., M.,

DISSEMOND DR., A.,

FURTH, U.,

HANHART, H.,

HEINRICHS, C.,

KLINGENHAGEN, G.,

KRAMER, H.,

REICHEL, F.,

SCHRÖDER, A.,

WINKELHEIDE, E.

Wöchentl. Beiträge zum Ackerbau-

Stenogramm und zu Empfehlungen zum

Pflanzenbau Aktuell

Jährl. Beitrag zum Ratgeber Pflanzenbau

und Pflanzenschutz

Landw. Zeitschrift

Rheinland und

Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe 2010

Ratgeber Pflanzenbau

und Pflanzenschutz,

Ausg. 2010,

LWK-NRW


- 168 -

Name Titel des Artikels/der Broschüre Quelle

BENKER DR., M.,

DISSEMOND DR., A.,

HANHART, H.,

HEINRICHS, C.,

KLINGENHAGEN, G.,

KRAMER, H.,

REICHEL, F.,

WINKELHEIDE, E.

Jährl. Beitrag zur Praxis Pflanzenschutz Praxis Pflanzenschutz

2010 – Experten geben

Rat, Beilage für die

Landw. Zeitschrift

Rheinland und das

Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe 2010

ENGEL DR., A. Monatliche Hinweise zu neuen

Zulassungen und Genehmigungen im

Erwerbsobstbau

ENGEL DR., A. Monatliche Beiträge zum Pflanzenschutz

im Obstbau

HENNES, W. Monatl. Beiträge zum Pflanzenschutz im

Zierpflanzenbau

Obstbau, Organ der

Fachgruppe Obstbau,

35 Jg., 2009

Rheinische Monats-

schrift, Magazin für den

Gartenbau-Profi 2010

Rheinische Monatsschrift,

Magazin für den

Gartenbau-Profi 2010

TASPO-Magazin

HERFARTH, F.

Wöchentl. Pflanzenschutztipp

Baumschule

HERFARTH, F.

Wöchentl. Beiträge zum Baumschul-

Informationsdienst Rheinland /

Baumschul-Spezial

JUNG, R. Monatl. Tipp: Pflanzengesundheit in Haus Landw. Zeitschrift

und Garten

Rheinland 2010

JUNG, R. Monatl. Tipp: Pflanzenschutz in

Obstbau – Zeitschrift der

Erdbeeren

Bundesfachgruppe

Obstbau 2010

JUNG, R. Monatl. Tipp: Pflanzengesundheit im Zeitschrift Traumgarten

Garten

Thalacker Medien

KEßLER, J. Monatl. Beiträge zum Pflanzenschutz im Monatsschrift, Magazin

Gemüsebau

für den Gartenbau-Profi

Nr. 01-12, 2010

KEßLER, J.,

Wöchentl. Beiträge zum Pflanzenschutz TASPO-Magazin,

SCHENK, F.-P.

im Gemüsebau

Nr. 01-52, 2010

KLINGENHAGEN, G. Hinweise zum Pflanzenschutz Top Agrar online

KRAMER, H. Pflanzenschutzplaner 2010,

Beilage Landw.

Praxis Pflanzenschutz,

Zeitschrift Rheinland und

Experten geben Rat

Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe, 2010

KRAMER, H. Pflanzenschutztechnik, Reinigung, In: Ratgeber Pflanzen-

Anwendungsbestimmungen und

bau und Pflanzenschutz,

Lagerung von Pflanzenschutzmitteln Ausg. 2010

KRAMER, H. Applikationstechnik von

Obstbau-Broschüre der

Pflanzenschutzmitteln im Obstbau LWK-NRW, Ausg. 2010

NENNMANN, H. Pflanzenschutz auf dem Friedhof

Deutscher Gartenbau

monatlich

DEGA - Produktion &

Handel

NENNMANN, H. Pflanzenschutzhinweise im

Westfälisch-Lippischer

Zierpflanzenbau – 8x jährlich

Gartenbau WLG


- 169 -

Name Titel des Artikels/der Broschüre Quelle

RÖVEKAMP-STROOP, I.

RÖVEKAMP-STROOP, I.

Hinweise des Pflanzenschutzdienstes

Obstbau

Pflanzenschutz-Beiträge für die

Internetausgabe des Landw.

Wochenblattes Westfalen-Lippe,

Rubrik: Erwerbsgartenbau / Obstbau

Pflanzenschutz-Spezial

Obstbau,

Gartenbauinformations-

dienst „Baumobst“,

„Beerenobst“,

„Geschützter Anbau

Beerenobst“

Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe

RÖVEKAMP-STROOP, I. Beiträge zur Rubrik „Frage und Antwort“ Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe

RUISINGER, M. Pflanzenschutztipp TASPO-Magazin

VIETMEIER, A. Pflanzenschutz im Haus- und Kleingarten TASPO-Magazin 2010

VIETMEIER, A. Pflanzenschutztipp Haus- und Kleingarten gkTraumgarten 2010

VIETMEIER, A. Beiträge zur Rubrik „Frage und Antwort“ Landw. Wochenblatt

Westfalen-Lippe 2010

8.1.3 Warndienst-Informationen

Insgesamt wurden 2010 die folgenden Pflanzenschutz-Informationen erstellt:

Sparte Anzahl der Informationen

Landwirtschaft mit Lagebericht 37

Baumschulen 23

Gemüsebau einschl. Möhren- und Spargelhinweise 35

Obstbau 23

Schorfwarnhinweise 30

Zierpflanzenbau 24

Haus- und Kleingarten: Abo Münster 27


- 170 -

8.1.4 Ackerbau- und Gartenbau-Informationsdienst

Die Fachbereiche des Pflanzenschutzdienstes beteiligten sich an der Erstellung und

fachlichen Begutachtung der von der Landwirtschaftskammer NRW wöchentlich

herausgegebenen Informationsdienste Ackerbau und Gartenbau, sie werden an alle

Betriebe versandt, die einem Arbeitskreis der Landwirtschaftskammer NRW

angeschlossen sind.

Name

Engel Dr., A., Jung, R., Rövekamp-Stroop, I. Wöchentl. Beiträge zum Obstbau

Informationsdienst NRW

Informationsdienst Ackerbau NRW AIR 37 Ausgaben

Jung, R. Der Tipp für den Kunden: Monatl. Tipp im

Gartenbau-Informationsdienst

Ruisinger, M. 42 Beiträge zum Zb-Fax

Wetterfax für die Landwirtschaft

54 Ausgaben

Herausgegeben vom Deutschen

Wetterdienst in Geisenheim

in Zusammenarbeit mit dem Rheinischen

Landwirtschaftsverband der LWK-NRW

8.2 Vorträge

Thema Veranstaltung / Ort Datum Hörerzahl

BENKER DR., M.

Pflanzenschutz Kartoffeln

- Diskussionsbeitrag zur

Qualitätssicherung

Versuchswesen Kartoffeln NRW

2010

Mehrjährige Ergebnisse zur

Krautfäulebekämpfung in NRW

Neues zum Pflanzenschutz

Kartoffeln:

Beizen, Furchenbehandlung,

Phytophthorabekämpfung,

Bodenuntersuchung TRV

Aktuelles zum Pflanzenschutz

Kartoffeln: Neue Produkte (Ortiva,

Goldor Bait, ITCAN), Beizen,

Fungizidstrategien 2010

Vorstellung D&I-Versuche

Kartoffeln 2010

Pflanzenschutz im Kartoffelanbau

2010

Aktuelles zum Pflanzenschutz

Kartoffeln (Neue Produkte, Ortiva-

Furchenbehandlung, latent

infiziertes Pflanzgut)

Kartoffeltagung UK Beyer,

Geldern

Informationstreffen mit Industrie,

Bonn

K8-Treffen Syngenta,

Maintal

Kartoffeltagung UK Pollert,

Dülmen

Kartoffeltagung UK Hamm,

Nettetal

07.01.2010 60

11.01.2010 25

19.01.2010 16

20.01.2010 50

09.02.2010 80

LAP-Tagung Frühjahr 2010 22.02.2010 18

Kartoffeltagung UK Beyer,

Geldern

Beratertagung Kartoffeln,

Haus Düsse

23.02.2010 65

01.03.2010 25


- 171 -

Thema Veranstaltung / Ort Datum Hörerzahl

Problem Tobacco Rattle Virus in Beratertagung Kartoffeln,

01.03.2010 25

2009

Haus Düsse

Was ist Blaufleckigkeit oder Beratertagung Kartoffeln,

01.03.2010 25

Schwarzfleckigkeit?

Haus Düsse

Aktuelles zum Drahtwurm und zu Beratertagung Kartoffeln,

01.03.2010 25

Goldor Bait

Haus Düsse

Kartoffeln: Pilzliche Krankheiten; Vorlesung im Modul

19.05.2010 30

Prognosemodelle;

Kartoffelproduktion,

Wichtige Hygienemaßnahmen; Masterstudiengang

Aktuelles zum

Agrarwissenschaften,

Pflanzenschutzgesetz und zur

EU-Zulassungsverordnung

Georg-August-Universität Göttingen

Kartoffeln: Bakterienkrankheiten; Vorlesung im Modul

25.05.2010 30

Anbaumaßnahmen;

Kartoffelproduktion,

Entwicklungsphysiologie;

Masterstudiengang

Krautminderung;

Agrarwissenschaften,

Aktuelles zu Aufzeichnungspflicht

und Abstandsregelungen

Georg-August-Universität Göttingen

Kartoffeln: Viruskrankheiten; Vorlesung im Modul

26.05.2010 30

Tierische Schaderreger;

Kartoffelproduktion,

Quarantänemaßnahmen;

Masterstudiengang

Aktuelles zur Maisbeizung/ Agrarwissenschaften,

Maisaussaat; WRRL, Goldor Bait Georg-August-Universität Göttingen

Aktuelle Informationen zur

Feldbegang UK Pollert,

29.07.2010 35

Anwendung von ITCAN

Borken

Biologie westlicher

Besprechung MUNLV,

16.08.2010 15

Maiswurzelbohrer

Kreislandwirte, LWK-NRW,

(Diabrotica virgifera virgifera) Bonn

Untersuchungen zur Reduzierung 57. Deutsche Pflanzenschutztagung, 06.-09.09.

des Phytophtora Primärbefalls in

Kartoffeln

Berlin

2010

Optimierung des Kupfereinsatzes 57. Deutsche Pflanzenschutztagung, 06.-09.09.

bei der Krautfäulebekämpfung im

ökologischen Kartoffelanbau

Berlin

2010

Vorstellung der Ergebnisse 2010: Syngenta Veranstaltung,

28.10.2010 15

Krautfäule, Alternaria, Herbizide Castrop Rauxel

Aktuelle Qualitätsprobleme in Beraterlehrgang Landesbetrieb 02.11.2010 35

Kartoffeln in NRW und mögliche Hessen,

Lösungsansätze

Rauischholzhausen

Ergebnisse der D&I-Versuche Fachaustausch Kartoffeln mit 10.11.2010 30

Kartoffeln 2010

Industrie und Handel, Bonn

Besondere Probleme in Kartoffeln 34. Arbeitstagung der

15.11.2010 36

in Nordrhein-Westfalen im Jahr Fachreferenten für Pflanzenschutz in

2010

Ackerbau und Grünland, Karlsruhe

BÖHMER PROF. DR., B.

Aktuelles zum Pflanzenschutz im

Gemüsebau

Änderungen bei Beizung und

Aussaat zum Schutz der Bienen

Applikationstechnik und

Rasenversuche

Bundesfachgruppe Gemüsebau,

Berlin

Apisticus-Tag,

Münster

Rasenseminar der Deutschen

Rasengesellschaft, Bonn

02.02.2010 30

07.02.2010 100

26.04.2010 30


- 172 -

Thema Veranstaltung / Ort Datum Hörerzahl

Aktuelle Pflanzenschutz-rechtliche Rasenseminar der Deutschen 27.04.2010 70

Fragen zum Pflanzenschutzmittel- Rasengesellschaft,

Einsatz im Rasen

Bonn

Umsetzung des

SVK-Gartenbau- und Dauerkultur- 03.05.2010 30

EU-Pflanzenschutzpakets

Seminar 2010, Nettetal

Novelle der Sachkunde-Verordnung Beratungsleitertagung

der LWK-NRW, Unna

19.05.2010 15

Diabrotica-Auftreten

Informationsveranstaltung,

24.08.2010 80

im Rhein-Sieg-Kreis

Köln-Auweiler

Diabrotica-Auftreten in Herongen Informationsveranstaltung, Straelen 13.09.2010 80

Ist Bonns ‚Grüne Lunge’ in Gefahr? RC - Bonn Süd - Bad Godesberg,

Bonn

28.10.2010 50

Situationsbericht Maiswurzelbohrer Kreisstellenbeiratssitzung und

Ortslandwirte, Bonn

12.11.2010 30

Aktueller Befund zum Diabrotica- Beirat Landbau und Pflanzenschutz 15.11.2010 20

Befall

der LWK-NRW, Reichshof

Änderungen rechtlicher Grundlagen Pflanzengesundheitsdienst des 16.11.2010 25

und organisatorische Anpassung im Pflanzenschutzdienstes, Düsse

Pflanzengesundheitsdienst

Pflanzenschutzmittel-Einsatz in Bundesfachgruppe Gemüsebau, 18.11.2010 30

Gemüsekulturen – derzeitiger Stand Bensheim

- künftige Entwicklungen

DISSEMOND DR., A.

Welche Strategie zur

Blattkrankheitsbekämpfung ist

richtig? Podiumsdiskussion

Bienensterben am Oberrhein

- Ursachen und Umstände,

Konsequenzen für die Zulassung

Umgang mit Metaboliten

- Alternativen zu Metolachlor und

Metazachlor

Umgang mit Metaboliten

- wie ist RoundUp zu bewerten

Umgang mit Metaboliten

- wie ist Chloridazon zu bewerten

Schädlinge und Krankheiten im

Mais - Übersicht und Grundlagen

Was sind Metaboliten

- Übersicht und Grundlagen

Bewertung von Pflanzenschutzmittel-Metaboliten

im Rohwasser

Was sind Metaboliten

- Übersicht und Grundlagen

Pflanzenschutz Online-Beratung

in NRW

Tagung Zuckerrüben-Anbauberater

in Düren (Multiplikatoren)

Gesprächsrunde Landwirtschaft und

Imkerei in Essen (Imker, Landwirte)

Regionale AG Landwirtschaft/

Wasserwirtschaft Münsterland

in Münster (Multiplikatoren)

Regionale AG Landwirtschaft/

Wasserwirtschaft Mittelgebirge

in Köln (Multiplikatoren)

Versammlung Wasserkooperation

Kevelaer in Twisteden (Landwirte)

Arbeitskreis Pflanzenschutz

Rhein-Sieg in Bonn (Landwirte)

Pflanzenschutzdienst NRW

Dienstbesprechung in Münster

(Multiplikatoren)

Versammlung Wasserkooperation

Gronau und Elpe (Landwirte)

Tagung Gartenbauberater der

LWK-NRW in Straelen

(Multiplikatoren)

Tagung Pflanzenschutzberater

Baden-Württemberg in

Schwäbisch Gmünd (Multiplikatoren)

21.01.2010 160

27.01.2010 40

04.02.2010 22

17.02.2010 28

23.02.2010 22

02.03.2010 28

08.03.2010 32

11.03.2010 26

17.03.2010 50

19.04.2010 29


- 173 -

Thema Veranstaltung / Ort Datum Hörerzahl

Ergebnisse des Fusarium- Tagung Mehrländer-AG Mykotoxine 27.04.2010 29

Monitorings bei Triticale und

Winterweizen in NRW

in Bernburg (Multiplikatoren)

Vorstellung der Landwirtschaft und Fachgespräch Biofumigation als 05.05.2010 90

der Landwirtschaftskammer Pflanzenschutzverfahren

(Multiplikatoren)

Zielgerichteter Pflanzenschutz in

Getreide Feldbegehung

AKI Ackerbau Nörvenich (Landwirte) 17.05.2010 22

Zielgerichteter Pflanzenschutz in

Gerste (Krankheitsbekämpfung,

Wachstumsregler)

Feldtag Buir (Landwirte) 01.06.2010 300

Pflanzenschutzversuche in NRW: Beirat für Landbau und

08.06.2010 17

Der Beitrag der Landwirtschafts- Pflanzenschutz in Merklingsen

kammer zur Problemlösung (Multiplikatoren)

Zielgerichteter Pflanzenschutz in

Gerste (Krankheits- und

Schädlingsbekämpfung)

Feldtag Beckrath (Landwirte) 09.06.2010 250

Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben Versuchsbegehung Weiler,

11.06.2010 24

- Spätverunkrautung vermeiden Buir (Multiplikatoren)

Biologie des Maiswurzelbohrers Informationsveranstaltung

24.08.2010 40

Diabrotica virgifera

Köln-Auweiler (Landwirte)

a) Zünslersituation in

Maiszünslersymposium Nord 01.09.2010 36

Nordrhein-Westfalen

b) Biologie des Maiszünslers und

erste Bekämpfungserfahrungen

in Ahlen (Multiplikatoren)

Aktuelle Situation des

Tagung Pflanzenbau- und

28.09.2010 48

Maiswurzelbohrers in NRW schutzberater LWK-NRW,

Düsse (Multiplikatoren)

Pflanzenschutz Online-Beratung Tagung der Pflanzenschutzberater 14.10.2010 18

in NRW

Baden-Württemberg in

Schwäbisch Gmünd (Multiplikatoren)

Pflanzenschutz in Zuckerrüben und Euskirchen, Stadtfest „rund um die 03.10.2010

Kartoffeln, Ausstellung,

Demonstrationen

Knolle“ (Landwirte und Verbraucher)

Umweltgerechter Umgang mit Versammlung Wasserkooperation 02.11.2010 42

Pflanzenschutzmitteln

Binsheimer Feld und Gindericher

Feld in Alpen (Landwirte)

Der Maiswurzelbohrer in NRW Tagung Pflanzenbau- und

schutztechniker LWK-NRW, Düsse

(Multiplikatoren)

03.11.2010 42

a) Die Aufzeichnungspflicht Tagung Kooperationsberater 09.11.2010 65

beachten

Wasserschutz in NRW, Düsse

b) Identifizierung und Vermeidung

der hot spots von Pflanzenschutzmitteln

in Oberflächengewässer

c) Der Maiswurzelbohrer in NRW

(Multiplikatoren)

Besonderheiten beim

Fachreferententagung des JKI, 15.11.2010 36

Schaderregerauftreten in NRW Karlsruhe

Situationsbericht Maiswurzelbohrer Beirat der Kreisstelle Rhein-Kreis

Neuss, Rommerskirchen-Sinsteden

(Multiplikatoren)

24.11.2010 24


- 174 -

Thema Veranstaltung / Ort Datum Hörerzahl

Neophyten und neue Schädlinge Weiterbildung in Ostwestfalen-Lippe, 09.12.2010 20

auf dem Vormarsch

- Auswirkungen auf das Land und

den Pflanzenschutz in NRW

Lemgo-Martorf (Landwirte)

ENGEL DR., A.

Aktuelles zur Pflanzenschutzmittelzulassung

im Obstbau und

Moderation Pflanzenschutztag

Industrietage Obstbau NRW,

Fortbildung der Obstbauberater

„Pflanzenschutzmittelrückstände in

Obst und Gemüse minimieren“

- Grenzen und Möglichkeiten

Informationen zum möglichen

Einsatz von Streptomycin im

Kernobstanbau in Westfalen-Lippe

Aktuelles zum Pflanzenschutz im

Weinbau

Auswirkung der EU-Höchstgehalte-

Verordnung

- Sachgerechte Anwendung von

Pflanzenschutzmittel,

Entstehung und Nachweis von

Rückständen,

Möglichkeiten der Begrenzung -

„Pflanzenschutzmittelrückstände in

Lebensmitteln“ – Ermittlung

möglicher Ursachen und

Erarbeitung geeigneter

Maßnahmen für die ermittelten

„Kritischen Bereiche“

Aktuelle Versuchsergebnisse des

Pflanzenschutzdienstes Bonn

„Arbeitsschutz – Arbeitssicherheit

2010“

HANHART, H.

Aktuelle Fungizidstrategien im

Getreide, Mais und Winterraps

Aktuelle Fungizidstrategien für das

Getreide

Getreide und Raps - gesund und

standfest bis zur Ernte mit

vertretbarem Aufwand

Ökonomie! Ertragsabsicherung bei

Getreide und Raps durch

optimierten Fungizid-, Insektizidund

Wachstumsreglereinsatz

Neue Getreidefungizide sinnvoll zur

Ertragsabsicherung einbauen

Pflanzenschutztag Obstbau,

Bonn-Röttgen

Pflanzenschutzdienst NRW,

Köln-Auweiler

Fachbeirat Verbraucherschutz,

BVL-Braunschweig

Informationstreffen der

Westfälisch-Lippischen Imkerschaft

Münster, LWK-NRW

Schulung der Siebengebirgswinzer,

Königswinter

SVK-Gartenbau und

Dauerkulturseminar für

Sachverständige und Berater,

Nettetal

Arbeitsgruppe Task Force

„Pflanzenschutzmittelrückstände in

Lebensmitteln“,

Berlin

Pflanzenschutztagung Kern- und

Steinobst , Grünberg

Personalversammlung

Pflanzenschutzdienst NRW, Bonn

Wintertagung der Kreisstelle HX,

Brackel

Wintertagung der Kreisstelle PB,

Wewelsburg

Ackerbautag der Kreisstelle HF,

Herford

Wintertagung der Kreisstelle

MK/EN/UN,

Hagen

Wintertagung der Kreisstelle

MK/EN/UN, Unna

02.02.2010 150

09.02.2010 15

24.02.2010 25

13.03.2010 120

23.03.2010 15

03.05.2010 40

01.07.2010 30

19.10.2010 80

18.12.2010 60

19.01.2010 320

20.01.2010 190

21.01.2010 220

26.01.2010 85

26.01.2010 210


- 175 -

Thema Veranstaltung / Ort Datum Hörerzahl

Fungizidempfehlungen und Wintertagung der Kreisstelle COE, 27.01.2010 35

Ausblick im Getreideanbau Rein Haltern

Einsatz neuer Produkte für die Wintertagung in der Region 28.01.2010 80

Bekämpfung von Pilzkrankheiten Münsterland-Nordost,

und Vermeidung von Lager in

Getreide

Münster

Niedrige Preise - Resistenzgrade Ackerbautagung

08.02.2010 80

steigen

Wie intensiv sollten Fungizide im

Getreide wirtschaftlich eingesetzt

werden?

Saatbauverein Sauerland

Niedrige Preise - Resistenzgrade Wintertagung Kreisstelle Soest,

steigen

Oestinghausen,

Wie intensiv sollten Fungizide im

09.02.2010 220

Getreide wirtschaftlich eingesetzt Erwitte

werden?

10.02.2010 180

HEINRICHS, C.

Leistung nemetodenresister und Fachtagung ARGE,

-toleranter Zuckerrübensorten Niederaußem (Landwirte)

Ergebnisse der

Sitzung des ARGE Beirates,

D+I Zuckerrübenversuche 2009 RRV-Haus Bonn (Multiplikatoren)

Hört die Leistung

Beratertagung Syngenta,

nemetodenresistenter Zuckerrüben

bei Heterodera schachtii auf?

Kerpen (Multiplikatoren)

Rübenkrankheiten

Wintertagung P&L, Euskirchen /

Auftreten und Bekämpfung Niederkassel (Landwirte)

Auswertung der Schwadproben auf Regionale AG Nematoden,

Nematoden 2009

Elsdorf (Multiplikatoren)

Zielgerichtete Unkrautbekämpfung Informationsveranstaltung der

in Zuckerrüben

VZK Fuldatal, Warburg (Landwirte)

Zielgerichtete Unkrautbekämpfung Informationsveranstaltung der

in Zuckerrüben

VZK Fuldatal, Soest (Landwirte)

Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben Feldbegehung PSD und RRV,

Nörvenich, Buir (Multiplikatoren)

Krankheitsbekämpfung in

Feldbegehung PSD und RRV,

Zuckerrüben

Kalrath (Multiplikatoren)

Auswertung der D+I Versuche Vortrag Beratertagung,

Zuckerrüben 2009

Haus Düsse (Multiplikatoren)

Fachgespräch Zucker, Erfahrungen Vortrag P&L Appeldorn,

aus dem Anbaujahr 2009

Kalkar (Multiplikatoren)

HEUPEL DR., M.

Diagnostik in den Laboren des

Pflanzenschutzdienstes

Aktuelle Fragen zum

Pflanzenschutz

- Verticillium in Zuckerrüben

Kranke Rüben in der Kampagne

2009

- Schadbilder nicht verwechseln

Versuchswesen Kartoffel in NRW,

LWK-NRW, Bonn

Beratertagung Arbeitsgemeinschaft

Zuckerrüben-Anbau,

Düren

Winterveranstaltung Zuckerfabrik

Euskirchen-Palmersheim

08.01.2010 95

20.01.2010 14

20.01.2010 16

03.02.2010 63

18.02.2010 13

29.04.2010 48

29.04.2010 22

04.05.2010 11

27.10.2010 22

22.11.2010 46

03.12.2009 14

11.01.2010 30

21.01.2010 120

28.01.2010 200


- 176 -

Thema Veranstaltung / Ort Datum Hörerzahl

Kranke Rüben in der Kampagne Köln-Auweiler

02./03.02. 60

2009

- Schadbilder nicht verwechseln

Niederkassel-Ranzel

2010

Krankheiten im Gemüsebau Dienstbesprechung Gemüsebau der 23.02.2010 30

-Symptome und Biologie

LWK-NRW, Bonn

Mögliche Risiken durch Bodenpilze Kreisstelle Heinsberg/Viersen, 11.03.2010 40

- Probleme und Lösungsansätze –

Auch in Intensivfruchtfolgen

nachhaltig wirtschaften

Viersen

Pflanzenschutz Schnelldiagnostik Zierpflanzenbau Beratertagung 04.05.2010 35

- Chancen und Risiken

2010, Dresden

Diagnostik Viroide Dienstbesprechung der

phytosanitären Inspektoren der

LWK-NRW, Bonn

06.05.2010 15

Diagnostik Tabak-Rattle-Virus Dienstbesprechung des

Pflanzenschutzdienstes

LWK-NRW, Bonn

07.06.2010 40

Tabak-Rattle-Virus und freilebende Firma Weuthen,

09.06.2010 100

Nematoden, Eisenfleckigkeit Uedem-Keppeln

Verticillium dahliea

57. Deutsche Pflanzenschutztagung 07.09.2010 100

- Neues Schadsymptom in

Zuckerrübenkulturen

an der Humboldt Universität Berlin

Rußrindenkrankheit an Ahorn Große Dienstbesprechung des

Pflanzenschutzdienstes, Unna

20.09.2010 30

Massaria - Probenahme und Fachveranstaltung LWK-NRW, 06.10.2010 80

Diagnose,

GBZ Essen,

Erfahrungen mit Massaria

Essen

Nachweismethode

LWK-NRW;

10.11.2010 40

Tabak-Rattle-Virus,

Veranstaltung Fachaustausch

Kartoffel mit Industrie und Handel

Bonn

Schaderreger aus der Sicht der Veranstaltung Fortbildung des 16.11.2010 30

Diagnose - Apfeltriebsucht, Pflanzengesundheitsdienstes NRW,

Birnenverfall, Pospiviroide

Bad Sassendorf, Haus Düsse

Massaria - Probenahme und Fachveranstaltung

30.11.2010 80

Diagnose,

LWK-NRW, GBZ Essen,

Erfahrungen mit Massaria

Essen

Einsendungen, Untersuchungen, Personalversammlung des

15.12.2010 50

Beantwortungen von Proben Pflanzenschutzdienstes LWK-NRW,

Bonn

Klimawandel

Fachveranstaltung Neomyzeten und 09.12.2010 20

- Auswirkungen auf den Ackerbau neue Schädlinge auf dem

aus der Sicht der Phytopathologie Vormarsch, Auswirkungen auf die

Landwirtschaft in NRW,

Lemgo Matorf

JUNG, R.

Aktuelle Ergebnisse zur

Bekämpfung des Apfelschorf

Aktuelles zum Pflanzenschutz im

Beerenobst

Pflanzenschutztag Obstbau,

GBZ Köln-Auweiler

Beerenobsttag Fachgruppe

Niederrhein, Kempen

15.01.2010 120

23.01.2010 50


- 177 -

Thema Veranstaltung / Ort Datum Hörerzahl

Aktuelles zum Pflanzenschutz in Beerenobstseminar der

27.01.2010 70

Erdbeeren

LK-Oberösterreich, Linz

Aktuelles zum Pflanzenschutz im Beerenobsttag Bundesfachgruppe 12.02.2010 100

Strauchbeerenobst

Obstbau, Bildungsstätte Grünberg

Aktuelles zum Pflanzenschutz im Beerenobsttag Fachgruppe Obstbau 12.02.2010 100

Beerenobst

Bonn-Rhein-Sieg,GBZ Köln-Auweiler

Aktuelles zum Pflanzenschutz im Pflanzenschutzabend Fachgruppe 18.02.2010 40

Obstbau

Obstbau Bonn-Rhein-Sieg, Bornheim

Aktuelles zum Pflanzenschutz im Pflanzenschutztag Fachgruppe 26.02.2010 50

Obstbau

Niederrhein, Kempen

Aktuelles zum Pflanzenschutz im Pflanzenschutzabend Firma Wirtz, 28.02.2010 35

Obstbau

Wachtberg

Aktuelles zum Pflanzenschutz im Pflanzenschutzabend Volksbank 05.03.2010 35

Obstbau

Wachtberg, Wachtberg

Aktuelle Versuchsergebnisse des Pflanzenschutztagung Kern- und 22.-24.10. 80

Pflanzenschutzdienstes NRW Steinobst , Bildungsstätte Grünberg 2010

Aktuelle Versuchsergebnisse des Pflanzenschutzgespräch Bayer, 24.11.2010 15

Pflanzenschutzdienstes NRW DLR Neustadt

Aktuelle Versuchsergebnisse des Pflanzenschutztagung Beerenobst, 14.12.2010 80

Pflanzenschutzdienstes NRW Bildungsstätte Grünberg

KEßLER, J.

Aktuelles zum Pflanzenschutz im

Gemüsebau

Integrierter Pflanzenschutz bei

Gemüsekulturen im Gewächshaus

Aktuelles und Neues aus dem

Arbeitskreis Lückenindikation in

Gemüse

Pflanzenschutzmittelrückstände

minimieren

Aktuelles zum Pflanzenschutz im

Vertragsgemüseanbau

Aktuelle Rahmenbedingungen für

den Pflanzenschutzmitteleinsatz

Schadbilder an Gemüse

Grundlagen für die

Qualitätskontrolle

KLATT, J.

Versuch zur Förderung des

Laubabwurfs bei Hortensien

Aktuelles zu Rhizoctonia bei

Hortensien

Einfluss von Pflanzenschutzmitteln

auf die biologische

Thripsbekämpfung

Fachgruppe Gemüsebau Rheinland

Süd, Bornheim

Besuchergruppe Usbekistan,

Bonn

Unternehmerkreis / Fachgruppe

Gemüsebau, Kreis Neuss,

Mönchengladbach

AK Gartenbau, Landwirtschaft und

Wasser im Wasserschutzgebiet,

Urfeld

Landesfachgruppe Vertragsgemüse,

Willich

Arbeitsgemeinschaft für den

Pflanzenschutz im Vertragsgemüseanbau,

Grevenbroich

Schulungsveranstaltung

Qualitätskontrolleure und

Verkaufsleiter

21.01.2010 55

01.02.2010 15

03.02.2010 30

04.02.2010 20

18.02.2010 30

04.03.2010 20

09.11.2010 25

AK Hortensien, FH Osnabrück 09.02.2010

AK Hortensien, FH Osnabrück 09.02.2010

Erfahrungsaustausch

Sautter und Stepper, Herrenberg

10

10

04.03.2010 100


- 178 -

Thema Veranstaltung / Ort Datum Hörerzahl

Botrytissituation nach Signum und

Vorstellung der Versuchsergebnisse

(Hydrangea VI)

AK Hortensien / GBZ Straelen 10.03.2010 10

Wurzel- und Stängelerkrankungen AK Stauden Niederrhein von 24.03.2010 20

bei Stauden

Frau Bergmann, GBZ Starelen

Bericht vom Anoplophora

Inspektorentagung des

06.05.2010 20

- Workshop Wageningen

Pflanzenschutzdienstes NRW, Bonn

Werdegang des Jörg Klatt, Für Studenten auf Wunsch des 18.05.2010 40

Organisation des amtlichen

Pflanzenschutzdienstes und

aktuelle Aktivitäten des Jörg Klatt

Prof. Neubauer, FH Osnabrück

Thripse an Zierpflanzen - Biologie, AK Schnittblumenanbauer

14.07.2010 30

Verhalten, Bekämpfung … Westfalen-Lippe, Recklinghausen

Zikaden im Zierpflanzenbau Dienstbesprechung Fachbereich

Zierpflanzenbau, Essen

02.09.2010 6

Destructive sampling at Acer Better Training for Safer Food, 24.09.2010 25

- a real case in Germany

Dublin

Internal controls required by EU Inspektorentagung des

16.11.2010 20

Emergency Decisions

Pflanzenschutzdienstes NRW,

- Zusammenfassung von Dublin Haus Düsse

Bekämpfung von Trauermücken & 19. Arbeitstagung „Biologischer

65

co. Bei Helleborus-Jungpflanzen Pflanzenschutz“, JKI Berlin 30.11.2010

Pflanzenfallen bei der Kultur von 19. Arbeitstagung „Biologischer 30.11.2010 65

Poinsettien in Frankreich

Pflanzenschutz“, JKI Berlin

KLINGENHAGEN, G.

Schädlingskontrolle in Getreide,

Raps und Mais

Pflanzenschutztagung, Höxter 19.01.2010 350

Unkrautbekämpfung in Getreide

und Mais

Pflanzenschutztagung, Paderborn 20.01.2010 250

Einsatz von Fungiziden und

Wachstumsreglern in Getreide

Pflanzenschutztagung, Steinfurt 21.01.2010 250

Schädlinge und Krankheiten im

Mais

Pflanzenschutztagung, Unna 26.01.2010 250

Neue Schädlinge und Krankheiten

im Mais

Technikertagung der DLG, Soest 27.01.2010 450

Schädlinge und Krankheiten im

Mais

Pflanzenschutztagung, Selm 28.01.2010 50

Aktuelles zum Pflanzenschutz Kundenschulung der Firma Bröring,

Nordwalde

29.01.2010 50

Fungizid- und Wachstums- Pflanzenschutztagung in Lette, 01.02.2010 250

reglereinsatz im Getreide

(Coesfeld)

Fungizid- und Wachstums- Pflanzenschutztagung in

02.02.2010 175

reglereinsatz im Getreide

Nordkirchen (Coesfeld)

Neue Krankheiten und Schädlinge Pflanzenschutztagung in

09.02.2010 200

im Mais

Oestinghausen (Soest)

Neue Krankheiten und Schädlinge Pflanzenschutztagung in Erwitte 10.02.2010 275

im Mais

(Soest)

Schädlingskontrolle in Getreide Pflanzenschutztagung,

11.02.2010 300

Raps und Mais

Minden-Lübbecke

Aktuelle zum Pflanzenschutz Schulung des Arbeitskreises der

Lohnunternehmer im Kreis GT

17.02.2010 30


- 179 -

Thema Veranstaltung / Ort Datum Hörerzahl

Schädlingskontrolle in Getreide

Raps und Mais

Pflanzenschutztagung Lippe 24.02.2010 300

Versuchsergebnisse zur

Tagung des Arbeitskreises

25.02.2010 75

Bekämpfung von Blattläusen im „Schädlingskontrolle in

Getreide bzw. zur

Ackerbaukulturen“ beim JKI,

Rapsglanzkäferbekämpfung Braunschweig

Aktuelles zur Unkraut- und Eigene Beratertagung,

10.03.2010 30

Schädlingskontrolle in Getreide

Raps und Mais

Haus Düsse

Aktuelle Hinweise zum

Tagung des Arbeitskreises

02.09.2010 40

Pflanzenschutzeinsatz im Herbst Ackerbau, Kreisstelle Warendorf

Aktuelle Hinweise zum

Tagung des Arbeitskreises

06.09.2010 30

Pflanzenschutzeinsatz im Herbst Ackerbau, Kreisstelle Steinfurt

Sensitivitätsvergleich verschiedener Deutsche Pflanzenschutztagung, 08.09.2010 150

Ackerfuchsschwanzpopulationen

(Alopecurus myosuroides)

gegenüber Herbiziden unter

Freilandbedingungen

Berlin

Aktuelle Hinweise zum

Tagung des Arbeitskreises

17.09.2010 20

Herbizideinsatz im Herbst

Ackerbau, Münster

Schädlinge und deren Kontrolle im Erfahrungsaustausch mit Dänischen 05.10.2010 45

Mais

Beratern, Münster

Mulchen – wozu? Tagung zur Maisstrohzerkleinerung,

Heek

07.12.2010 200

Ergebnisse aus der Saison Eigene Technikertagung, Soest 03.11.2010 50

Versuchsergebnisse aus NRW zur Tagung des Ausschusses

08.11.2010 60

Rapsglanzkäferbekämpfung Insektizidresistenz beim JKI,

Braunschweig

Vorstellung des Clearfield-Systems Tagung des Pflanzenbauausschusses

von RLV und WLV

15.11.2010 30

Vorstellung von Versuchsergebnisse

zur Unkrautbekämpfung

Eigene Beratertagung, Soest 23.11.2010 40

Pflanzenschutz eine Chance für Deutsche Lohnunternehmertagung, 01.12.2010 100

Lohnunternehmen?

Münster

Vorstellung des Clearfield Systems Tagung des Ausschusses

Pflanzenproduktion des DBV, Berlin

14.12.2010 30

KLUG DR., M.

Neophyten - eine Gefahr für Natur Stadt- und Bezirksverband der

und Gesundheit?

Kleingärtner, Münster

Neues aus dem Pflanzenschutzamt Landesverband Rheinland der

Gartenfreunde, Düsseldorf

Neophyten - eine Gefahr für Natur Landesverband Rheinland der

und Gesundheit?

Gartenfreunde, Düsseldorf

Ausbreitung, Gefährdungspotential 57. Deutsche Pflanzenschutztagung,

und Bekämpfung des

Berlin

Eichenprozessionsspinners

Thaumetopoea prozessionea (L.)

(Lepidoptera,Notodontidae) in NRW

17.03.2010 33

31.07.2010 28

31.07.2010 28

08.09.2010 45


- 180 -

Thema Veranstaltung / Ort Datum Hörerzahl

KRAMER, H.

Vermeidung von Punkteinträgen Wasserschutz in Baumschulen 18.01.2010 50

durch Pflanzenschutzmittel 7 GBZ Schleswig Holstein

Pflanzenschutztechnik in der

Zukunft

- Nur größer, schneller, weiter?

LU, Marienfeld 03.02.2010 20

Vermeidung von Mitteleinträgen Diskussionsveranstaltung,

04.02.2010 140

unter Berücksichtigung der WRRL Hoetmar

Sind 100 l/ha Wasseraufwand und Diskussionsveranstaltung,

18.02.2010 200

14 km/h zur Ausbringung von

Pflanzenschutzmitteln sinnvoll?

Frotheim

Sind 100 l/ha Wasseraufwand und LAP Tagung,

22.02.2010 15

14 km/h zur Ausbringung von

Pflanzenschutzmitteln sinnvoll?

Münster

Sind 100 l/ha Wasseraufwand und AK Pflanzenschutztechnik DPG, 10.03.2010 50

14 km/h zur Ausbringung von

Pflanzenschutzmitteln sinnvoll?

Buxtehude-Hedendorf

Pflanzenschutz

DLG Pressekonferenz zu den DLG 29.04.2010 35

- Schnell, Sicher, Sauber

Feldtagen, Springe

Herbizidmaßnahmen - Nur eine FH Osnabrück - Blockveranstaltung 29.04.2010 25

Frage der richtigen Mittelwahl? Herbizide, Osnabrück

Pflanzenschutz

Pressekonferenz zu den DLG 29.04.2010 25

- Schnell, Sicher, Sauber

Feldtagen

Pflanzenschutz

DLG - Fachgruppe Technik in der 27.05.2010 30

- Schnell, Sicher, Sauber

Pflanzenproduktion, Mannheim

Neues aus der

Arbeitskreistreffen,

01.06.2010 60

Pflanzenschutztechnik

Detmold

Reinigung von

Workshop Wasserschutz

22.06.2010 20

Pflanzenschutzspritzen

- Pflanzenschutz (WRRL-Berater)

Theorie der Pflanzenschutzspritze Fachkraft Agrarservice

28.06.2010 28

und Düsenwahl

Haus Riswick, Kleve

Reinigungsqualität LAP Sommerrundfahrt,

Hasbergen Gaste

05.07.2010 12

Applikationstechnik

LAP Sommerrundfahrt,

05.07.2010 12

- Wasseraufwandmenge und

Fahrgeschwindigkeit,

die Stellschraube zur

Schlagkrafterhöhung

Hasbergen Gaste

Die richtige Düsenwahl im

AK-Sitzung,

11.08.2010 14

Spargelanbau

Kirchhellen

Herausforderungen im Maisanbau AMatechnica,

15.09.2010 150

- Worauf müssen wir achten Hasbergen Gaste

Herausforderungen im Maisanbau AMatechnica,

16.09.2010 150

- Worauf müssen wir achten Hasbergen Gaste

Vermeidung von Punkteinträgen Fortbildung Berufsschullehrer,

Haus Düsse

24.09.2010 30

Maiswurzelbohrer - Biologie, Wirtschafts- und Unternehmens- 29.09.2010 40

Phytomedizin, Rechtsfragen berater Milch / Rindern


- 181 -

Thema Veranstaltung / Ort Datum Hörerzahl

NENNMANN, H.

Die Rückkehr des Kalifornischen

Blütenthrips

Erfahrungsaustausch

Nützlingseinsatz im geschützten

Anbau, Fa. Sautter & Stepper,

Herrenberg

Unternehmerkreis Staudengruppe,

GBZ Straelen

Kiepenkerl-Woche, Fa. Bruno

04.03.2010 90

Pilzliche und bakterielle

Krankheiten an Topfstauden

24.03.2010 12

Aktuelle Pflanzenschutzthemen bei

11.08.2010 30

Stauden

Nebelung, Kaldenhof, Münster

Spritzen, aber richtig!

Beet- und Balkonpflanzentag Tirol, 23.09.2010 140

Applikation und Präparate in Beet- Kultur- und Veranstaltungszentrum

und Balkonpflanzen

KIWI Absam, Österreich

Orchideenversuche in Münster – Arbeitskreis Phalaenopsis,

06.10.2010 25

Bekämpfung von Brevipalpus an

Phalaenopsis

Dehner Blumen-Hotel, Rain am Lech

Orchideen in Taiwan 2010 Arbeitskreis Phalaenopsis,

Dehner Blumen-Hotel, Rain am Lech

06.10.2010 25

Xanthomonas Leaf Spots on After Season Meeting,

04.11.2010 20

Poinsettias and Pelargoniums Dümmen Jungpflanzen, Rheinberg

Einsatz von Herbiziden bei Stauden Vortragsveranstaltung Kreisverband 08.11.2010 45

und Kleingehölzen, Desinfektion Erwerbsgartenbau Kleve Nord e.V.,

von Kulturplatten

Bedburg-Hau

Pflanzenschutzversuche bei VDOB-Mitgliederversammlung, 09.11.2010 40

Orchideen

Dahlenburg

Einsatz von Amblyseius swirskii 19. Arbeitstagung Biologische 01.12.2010 60

gegen Brevipalpus in Phalaenopsis Schädlingsbekämpfung im

Gartenbau, JKI Berlin-Dahlem

REICHEL, F.

Pflegekonzepte zum Einsatz von

alternativen Verfahren und

Herbiziden auf Wegen und Plätzen

Pflegekonzepte zum Einsatz von

alternativen Verfahren und

Herbiziden auf Wegen und Plätzen

RÖVEKAMP-STROOP, I.

Aktuelle Zulassungssituation im

Steinobst für die Saison 2010

Tierische Schädlinge im

Erdbeeranbau - Erdbeer-

Blütenstecher, Thripse und co.

Info-Veranstaltung für Kommunen

und Dienstleister,

Firma Wassenberg, Grevenbroich

Info-Veranstaltung für Kommunen

und Dienstleister,

Firma Erwentraut, Hamm

Steinobsttag mit Schnittkurs der

LWK-NRW und des

Landesverbandes Obstbau

Westfalen-Lippe,

Obstbaubetrieb Weilandt, Salzkotten

17. Freckenhorster Beerenobst-

Tage,

LVHS Freckenhorst

24.03.2010 60

25.03.2010 40

21.01.2010 90

27.01.2010 80


- 182 -

Thema Veranstaltung / Ort Datum Hörerzahl

Aktuelle Änderungen in der Beerenobstseminar mit

01.02.2010 200

Zulassungssituation beim

Generalversammlung des

Beerenobst

Landesverbandes Obstbau

Westfalen-Lippe und der LWK-NRW,

GBZ Münster-Wolbeck

Neue Erkenntnisse aus den Beerenobstseminar mit

01.02.2010 200

Versuchen zur

Generalversammlung des

Wasseraufwandmenge bei Landesverbandes Obstbau

Pflanzenschutzmittel-Maßnahmen Westfalen-Lippe und der LWK-NRW,

im Erdbeeranbau

GBZ Münster-Wolbeck

Aktuelle Hinweise zum

Kernobsttag mit Schnittkurs der 24.02.2010 50

Pflanzenschutz im Kernobst LWK-NRW und des

Landesverbandes Obstbau

Westfalen-Lippe, Südlohn

Pflanzenschutz im Kernobst, Überbetriebliche Ausbildung, 03.03.2010 12

Vortrag für Auszubildende im Auszubildende im Obstbau,

Obstbau

GBZ Münster-Wolbeck

Pflanzenschutz im Erdbeeranbau, Überbetriebliche Ausbildung, 03.03.2010 12

Vortrag für Auszubildende im Auszubildende im Obstbau,

Obstbau

GBZ Münster-Wolbeck

Information über möglichen Landesverband Westfälisch- 13.03.2010 100

Streptomycin-Einsatz im

Lippische Imker, Vorstände, Tagung,

Kernobstanbau in Westfalen-Lippe

in 2010

Haus Düsse, Bad Sassendorf

Aktuelle Hinweise zum

Erdbeerstammtisch des Landesver- 19.05.2010 100

Pflanzenschutz im

bandes Obstbau Westfalen-Lippe

Beerenobstanbau

und der LWK-NRW, Lüdinghausen

Aktueller Beitrag aus dem Obstbau Große Dienstbesprechung des 07.06.2010 30

– Pflanzenschutz im Beerenobst - Pflanzenschutzdienstes der

LWK-NRW, Bonn-Roleber

Aktuelles zum Pflanzenschutz Unternehmerkreistreffen

„Geschützter Erdbeeranbau“ der

LWK-NRW, Münster-Wolbeck

07.07.2010 15

Vorstellung eines Versuches zur Bundesarbeitstagung der

20.10.2010 80

Bekämpfung der Gemeinen Pflanzenschutzberater,

Kommaschildlaus

Grünberg

Bericht über Tagung des

Vorstandssitzung des

17.11.2010

Expertengremiums „Kontrollierter Landesverbandes Obstbau

Anbau von Obst“ am 18.10.2010 Westfalen-Lippe, Telgte

Vorstellung eines Versuches zur Team- und Dienstbesprechung 02.12.2010 18

Bekämpfung der Gemeinen Obstbau,

Kommaschildlaus

Münster-Wolbeck

Kurzberichte über die

Veranstaltungen der

verschiedene

Pflanzenschutzsituation in 2010 in

Westfalen-Lippe

Pflanzenschutzindustrie

RUISINGER, M.

Nützlingseinsatz in Azerca-

Kulturen

Azerca- West; Straelen 10.03.2010 15

Aktuelles zum Nützlingseinsatz Betrieb Willi Mund

(UK Nützlingseinsatz)

25.03.2010 16


- 183 -

Thema Veranstaltung / Ort Datum Hörerzahl

Grundlagen des Nützlingseinsatzes Seminar von Ökoplant e.V. in der 24.08.2010 30

Nützlingseinsatz in Topfkräutern

unter Glas

LWK Köln-Auweiler

Thripsmanagement in Cyclamen GBZ Straelen 23.09.2010 75

SCHENK, F.-P.

2010 - Was tut sich im

Rheinischer Gemüsebautag,

Pflanzenschutz

GBZ Straelen

2010 - Was tut sich im

Westfälisch-Lippischer-

Pflanzenschutz

Gemüsebautag, GBZ Wolbeck

Aktuelles zum Pflanzenschutz im Fachgruppenveranstaltung,

Gemüsebau

Kreisvereinigung Wesel

Vorstellung diverser

Jahresversammlung

Versuchsergebnisse

AG-Pflanzenschutz

Nematodenbekämpfung mit dem Bundesberatertagung für

Pilz „Paecilomyces lilacinus“ Gemüsebau,

Vorstellung eines Tastversuchs Grünberg

Unkrautbekämpfung mit Glyphosat Bundesberatertagung für

auf Stellflächen für Jungpflanzen Gemüsebau,

> Gefahren, Risiken

Grünberg

Aktuelles zum Pflanzenschutz im Fachgruppenveranstaltung,

Gemüsebau

Fachgruppe Krefeld-Viersen

Verschleppung von Wirkstoffen Workshop-Wasserschutzberatung,

GBZ Straelen

Verschleppung von Wirkstoffen Fachgruppenveranstaltung

Korschenbroich-Glehn

SCHOLZ-DÖBELIN, H.

Tuta absoluta - ein neuer Schädling

bedroht Tomatenkulturen

Echter Mehltau in Tomaten:

Bekämpfung mit AQ 10, Enzicur

und VitiSan, Erprobung neuer

rückstandsfreier

Bekämpfungsstrategien

Strategien zur biologischen

Bekämpfung von Spinnmilben

Aktuelles zum Pflanzenschutz:

1. Tuta - was ist jetzt wichtig?

2. Allgemeine Themen

(kurzfristig abgesagt)

Echter Mehltau in Tomaten

- neue rückstandsfreie

Bekämpfungsstrategien

(kurzfristig abgesagt)

SCHRAGE DR., R.

Phytosanitäre Risiken durch

Importe aus China

Unternehmerkreis Tomaten,

Straelen

Unternehmerkreis Tomaten,

Straelen

Arbeitskreis Bio-Gemüse unter Glas,

Nottuln

Unternehmerkreis Tomaten,

Straelen

19. Arbeitstagung Biologische

Schädlingsbekämpfung im

Gartenbau,

Berlin

57. Deutsche Pflanzenschutztagung,

Humboldt-Universität Berlin

12.01.2010 110

10.02.2010 48

25.02.2010 15

04.03.2010 15

09.-10.03.

2010

09.-10.03.

2010

80

80

15.04.2010 45

22.06.2010 60

01.12.2010 45

17.05.2010 12

17.05.2010 12

18.05.2010 ca. 20

23.11.2010

02.12.2010

06.-09.09.

2010


- 184 -

Thema Veranstaltung / Ort Datum Hörerzahl

SCHRÖDER, A.

Umsetzung der Maßnahmen bei

Auftreten von Plum pox virus

Intra EC - Dokument für andere

Mitgliedstaaten

Westlicher Maiswurzelbohrer

Monitoring 2010

Zum Auftreten des MWB

in Köln-Auweiler,

Informationsveranstaltung für

betroffene Landwirte

Zum Auftreten des MWB

in Herongen,

Informationsveranstaltung für

betroffene Landwirte

Diabrotica virgifera virgifera

Befallssituation in NRW

Verordnung zur Bekämpfung des

Kartoffelkrebes und der

Kartoffelzystennematoden

Umsetzung des Monitorings

STUCH, M.

Fachreferenten Pflanzengesundheit, 17.-19.05. 60

Saarbrücken

2010

Fachreferenten Pflanzengesundheit, 17.-19.05. 60

Saarbrücken

2010

Besprechung in Münster 21.06.2010 19

LWK-NRW,

GBZ Köln-Auweiler

LWK-NRW,

GBZ Straelen/Köln-Auweiler

Dienstbesprechung LWK-NRW,

Pflanzenschutzdienst, Unna

Fortbildungsveranstaltung des

Pflanzengesundheitsdienstes,

Landwirtschaftszentrum Haus Düsse

24.08.2010 43

13.09.2010 86

20.09.2010 30

16.-17.11.

2010

Biofilter/Restmengenmanagement Prüfungsausschuss Bonn 17.01.2010 15

Applikationstechnik

- Landwirtschaft

Berufskolleg Aachen 27.05.2010 20

Applikationstechnik

- Landwirtschaft

Berufskolleg Bonn 09.06.2010 20

Workshop Gewässerschutz WRRL - Straelen 22.06.2010 30

Pflanzenschutztechnik in Theorie Haus Riswick

28./29.06. 25

und Praxis

Fachkraft für Agrarservice

2010

Düsentechnik und

Spritzenreinigung im Obstbau

Obstbautag in Klein-Altendorf 20.08.2010 80

Kontinuierliche Innenreiningung Wasserkooperation

Mettmann/Straelen

30.09.2010 10

VIETMEIER, A.

Rechtliche Grundlagen des

Pflanzenschutzes

Rechtliche Grundlagen des

Pflanzenschutzes

Krankheiten und Schädlinge im

Obstgarten

Rechtliche Grundlagen des

Pflanzenschutzes

Grundlehrgang für Kleingarten-

Fachberater, Landesschule der

Kleingärtner Lünen

23.01.2010

Grundlehrgang für Kleingarten-

Fachberater, Landesschule der

Kleingärtner Lünen

06.02.2010 40

Obst- und Gartenbauverein Oelde 14.04.2010 30

Grundlehrgang für Kleingarten-

Fachberater, Landesschule der

Kleingärtner Lünen

25

40

25.09.2010 40


- 185 -

Thema Veranstaltung / Ort Datum Hörerzahl

WEIGAND, B.

Vermeidung von Herbiziden auf

Nichtkulturflächen

Illegale Importe von

Pflanzenschutzmitteln

Künftige Zusammenarbeit

Lebensmittelüberwachung –

Pflanzenschutzdienst

WILKE, R.

Jahreshauptversammlung des

Haus- und Grundbesitzervereins

Monheim/Langenfeld

22.04.2010 80

IVA-Besprechung, Solingen 27.10.2010 20

Dienstbesprechung der

Lebensmittelüberwachung NRW

07.12.2010 15

Aktueller Pflanzenschutz bei Arbeitskreis Cyclamen,

21.01.2010 30

Cyclamen persicum

GBZ Straelen

Aktuelles zum Pflanzenschutz auf Jahreshauptversammlung der 02.02.2010 100

Friedhöfen

rheinischen Friedhofsgärtner, Kaarst

Aktueller Pflanzenschutz bei Kreisgruppe Düsseldorf,

04.02.2010 20

Zierpflanzen

Düsseldorf-Volmerswerth

Aktueller Pflanzenschutz bei Kreisgruppe Wesel,

04.02.2010 40

Zierpflanzen

Wesel

Aktueller Pflanzenschutz bei Kreisgruppe Kleve-Nord,

08.02.2010 50

Zierpflanzen

Kleve

Aktueller Pflanzenschutz bei Kreisgruppe Viersen,

25.02.2010 30

Zierpflanzen

Kempen

Hygienemaßnahmen bei

Azerca-West,

10.03.2010 40

Azerca-Kulturen

GBZ Straelen

Aktueller Pflanzenschutz bei Tulpen Treffen des rheinischen

Tulpen-Clubs, Kaarst

15.03.2010 20

Aktuelles zum Pflanzenschutz bei Treffen der Azerca-Süd,

24.03.2010 40

Azerca-Kulturen

Frankfurt

Aktuelles zum Pflanzenschutz Rosen-Club, Straelen 23.04.2010 15

Aktueller Pflanzenschutz bei Tulpen Treffen des rheinischen

Tulpen-Clubs, Grevenbroich

28.04.2010 20

Aktuelles zum Pflanzenschutz im Berufsschule Bonn,

15.06.2010 15

Zierpflanzenbau

Bonn-Roleber

Aktuelles zum Pflanzenschutz auf Arbeitskreis Kölner Friedhofsgärtner, 14.09.2010 30

Friedhöfen

Köln

Aktuelles zum Pflanzenschutz bei Cyclamentag 2010,

23.09.2010 50

Cyclamen persicum

GBZ Straelen

Aktueller Pflanzenschutz bei Tulpen Treffen des rheinischen

Tulpen-Clubs, Kaarst

08.11.2010 20

Aktuelles zum Pflanzenschutz bei Kreisgruppe Heinsberg,

09.11.2010 25

Zierpflanzen

Korschenbroich

Pflanzenschutz bei neuen

Azerca-Herbsttagung 2010, 30.11.2010 30

Azerca-Kulturen

Berlin

Desinfektion von Kulturgefäßen mit Arbeitstagung der Berater im 01.-02.12. 80

erhitztem Wasserdampf

Biologischen Pflanzenschutz, Berlin 2010

Aktueller Pflanzenschutz bei Kreisgruppe Düsseldorf,

09.12.2010 20

Zierpflanzen

Düsseldorf-Volmerswerth

Aktueller Pflanzenschutz bei Kreisgruppe Kleve-Nord,

13.12.2010 50

Zierpflanzen

Kleve


- 186 -

8.3 Mitarbeit in Symposien und Gremien

Name

BENKER DR., M. • Deutsche Phytomedizinische Gesellschaft e.V.

- Arbeitskreis für Pflanzenschutz in Kartoffeln

• European Association for Potato Research (EAPR)

• Gesellschaft für Pflanzenzüchtung e.V. (GPZ)

- Arbeitsgemeinschaft für Kartoffelzüchtung und

Pflanzguterzeugung

• Fachreferenten für Pflanzenschutz in Ackerbau und

Grünland des JKI, Bundesforschungsinstitut für

Kulturpflanzen

• Landesarbeitskreis Pflanzenschutz (LAP NRW)

• Arbeitsgruppe Programm für Versuchsauswertungen

und Berichterstattungen im Rahmen der

Zulassungsprüfung für Pflanzenschutzmittel (PIAF-PSM)

• Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft e.V.

- Fachkommission Phytosanitäre Fragen

• Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen

Pflanzenzüchtung e.V. (GFP), Abteilung Kartoffeln

• Fachausschuss Rodentizidresistenz

BÖHMER PROF. DR., B. • Beirat Ackerbau der LWK-NRW

• Beirat Gartenbau der LWK-NRW

• Sachverständigenausschuss für die Zulassung von

Pflanzenschutzmitteln, BVL (Bundesamt für

Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit)

• Arbeitskreis Lückenindikationen

nicht-rückstandsrelevante Kulturen

• Arbeitskreis Lückenindikationen in Gemüsekulturen

• Fachbeirat zum Informationssystem Integrierte

Pflanzenproduktion (ISIP)

• Zentralstelle für Entscheidungshilfen und Programmen

im Pflanzenschutz (ZEPP)

• Arbeitstagungen der Leiter der Pflanzenschutzämter

• Technischer Ausschuss des BVL

• Arbeitskreis Pflanzenschutz im Haus- und

Kleingartenbereich

• Landesarbeitskreis Pflanzenschutz (LAP NRW)

• Forum Nationaler Aktionsplan zur nachhaltigen

Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

• Forschungsnetzwerk NRW-Agrar

• DLG – Redaktionsbeirat PSP

DISSEMOND DR., A. • Landesarbeitskreis Pflanzenschutz LAP NRW

• Fachreferenten für Pflanzenschutz in Ackerbau u. Grün-

land des JKI,Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

• Arbeitsgruppe Programm für Versuchsauswertungen

und Berichterstattungen im Rahmen der

Zulassungsprüfung für Pflanzenschutzmittel (PIAF-PSM)

• DPG-Arbeitskreis Biometrie und Versuchswesen

• Arbeitsgruppe zur Umsetzung der

Wasserrahmenrichtlinie

• Fachbeirat Naturhaushalt des Bundesamtes für

Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit


- 187 -

ENGEL DR., A. • BVL Fachbeirat Verbraucherschutz

• BVL Unterarbeitskreise Lückenindikationen im Obstbau /

im Weinbau

• BVL Arbeitsgruppe Task Force

„Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln“

• JKI AK Fachreferenten für Pflanzenschutz (PS) im

Obstbau / Weinbau

• Arbeitsgruppe Gartenbau der Zentralstelle der Länder für

EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme im

Pflanzenschutz (ZEPP-Gartenbau)

• Bundesarbeitskreise PS-Berater im Obstbau / im

Beerenobst

• Wissenschaftlicher Beirat Rückstandsfragen QS-GmbH

• Expertenrunde Feuerbrand

• Expertenrunde Kirschfruchtfliege

• Arbeitsgemeinschaft Muttergärten und

Obstpflanzenzertifizierung (AGMOZ)

• Versuchsausschuss Ökologischer Obstbau NRW

• Versuchsausschuss Beerenobst NRW

• Expertenrunde Integrierter Obstbau der

Bundesfachgruppe

• Koordinierungsausschuss „Obstwiesenschutz in NRW“

• Fachgruppe Obstbau Bonn-Rhein-Sieg

• Arbeitsschutzausschuss der LWK-NRW

HAKL DR., U. • DPG-Arbeitskreis Nematologie

• DPG-Arbeitskreis Vorratsschutz

• DPG-Arbeitskreis Entomologie

• Sachverständige für sensorische Prüfungen DLG

HEINRICHS, C. • DPG-Arbeitskreis Nematologie

• Arbeitsgemeinschaft Nematoden der ARGE-West

• Arbeitskreis Integrierter Pflanzenschutz 1

(Verbundprojekt BMELV und lfZ)

• ZEPP Arbeitskreis (Prognose Zuckerrüben)

HEUPEL DR., M. • DPG-Vorstand, Schatzmeisterin

• DPG-Arbeitskreis Mykologie, stellvertr.Arbeitskreisleitung

• DPG-Arbeitskreis Bakteriologie

• DPG-Arbeitskreis Virologie

• EMN-European Mycological Network

• Fachreferenten Diagnostik

• JKI-Arbeitskreis „Quarantänebakteriosen“

• Arbeitskreis Qualitätsmanagement

• Beirat Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe

KEßLER, J. • BVL Unterarbeitskreis Lückenindikation im Gemüsebau

• BBA Arbeitskreis Fachreferenten für Pflanzenschutz im

Gemüsebau

• Landesfachgruppe Vertragsgemüseanbau

• AG Pflanzenschutz im Vertragsgemüse

KLINGENHAGEN, G. • Arbeitskreis Insektizidresistenz, JKI Braunschweig

• Arbeitskreis Herbizideresistenz, JKI Braunschweig

• Deutsches Maiskomitee, Bonn

• Fachbeirat Steverkooperation

KLUG DR., M. • JKI-AG Ambrosia artemisiifolia


- 188 -

KRAMER, H. • JKI, Fachbeirat „Geräte-Anerkennungsverfahren“

• JKI, Länderarbeitsgruppe „Kontrolle von

Pflanzenschutzgeräten“

• JKI, Fachreferenten Pflanzenschutztechnik

• DPG Arbeitskreis Pflanzenschutztechnik (Vorsitzender)

• DPG, Arbeitsgruppe Gerätereinigung

• DPG, Arbeitsgruppe Innovative Pflanzenschutztechnik

• DPG, Arbeitsgruppe Düsenwahl

• IUK Lenkungsausschuss der LWK-NRW

• EOS (Environmental Optimized Sprayer) - Projektpartner

NENNMANN, H. • Arbeitskreis Phalaenopsis im VDOB Verband Deutscher

Orchideenbetriebe

• Jury NRW-GaLaBau-Cup – Wettbewerb für

Landschaftsgärtner

• Arbeitstagung der Berater im Biologischen

Pflanzenschutz

REICHEL, F. • Arbeitskreis „Wasser- und Pflanzenschutz“ beim BDEW

RÖVEKAMP-STROOP, I.

• Experten-Gremium „Kontrollierter Integrierter Anbau von

Obst“ in Grünberg (18.10.2010)

• Bundesarbeitstagung der Pflanzenschutzberater in

Grünberg (19.-21.10.2010)

• Bundesarbeitstagung der Beerenobstberater in

Grünberg (14.-15.12.2010)

• Beratertagungen der Obstbauberater NRW in den

Gartenbauzentren Köln-Auweiler und Münster-Wolbeck

• Mitarbeit im Vorstand des Landesverbandes Obstbau

SCHENK, F.-P.

Westfalen-Lippe

• Arbeitsgruppe zur Erstellung einer EPPO-Richtlinie zur

Durchführung von Feldversuchen gegen Stemphylium

an Spargel

SCHOLZ-DÖBELIN, H. • Unternehmerkreise für Tomaten, Schlangengurken,

Minigurken und Einlegegurken unter Glas,

Kreise KLE, VIE, HS

• 19. Arbeitstagung Biologische Schädlingsbekämpfung im

STUCH, M.

WEIGAND, B.

Gartenbau, 01.-02.12.2010 in Berlin

• Prüfungsausschuss Zierpflanzenbau

• Anerkennungskommission Ausbildungswerkstätten

• Prüfungsausschuss Sachkunde

• Arbeitskreis Gewässerreinhaltung,

BDEW: Stv. Vorsitzende

• Arbeitskreis Gewässerreinhaltung, Niersverband

• Arbeitskreis ‚Anpassung der Kontrollverordnung nach

Artikel 68 der EG-Verordnung 1107/2009’

• Arbeitskreis ‚Zusammenarbeit mit Dienststellen des

Zolls’

• AG Pflanzenschutzmittel Kontrolle, Vorsitzende


8.4 Aufklärung

- 189 -

Informations-Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit, Ausstellungen und

Informationsstände, Schulung der Kleingärtner

Name Thema Ort Datum

BENKER DR., M. Kartoffelexkursion

(Versuchsstation Dethlingen,

Nordkartoffel, Bioplant,

Versuchsstandort LKW NS

Hammerstorf, Landwirt Bodin

Natendorf)

BENKER DR., M. 12 Versuchsführungen

Kartoffelversuche

DISSEMOND DR., A.,

HEINRICHS, C.

Pflanzenschutz in Kartoffeln und

Zuckerrüben, Ausstellung,

Demonstrationen

Lüneburger Heide

(Ebstorf, Munster-

Dethlingen,

Natendorf, Uelzen-

Hammerstorf)

Buir, Waldniel,

Troisdorf

Euskirchen, Stadtfest

„rund um die Knolle“,

Tag der

Landwirtschaft

(Landwirte und

Verbraucher)

22.-23.06.

2010

Mai bis

September

2010

03.10.2010

ENGEL DR., A. Pflanzenschutz im Obstgarten Blütenfest,

Meckenheim

25.04.2010

ENGEL DR., A. Pflanzenschutz im Hausgarten Apfelfest, Oberpleis 05.09.2010

HEINRICHS, C. Pflanzenschutz und Pflanzenbau Feldtag Versuchs- 01.06.2010

in Zuckerrüben

schwerpunkt Buir,

Ausstellung, Demonstration, Kerpen-Buir

Beratung, Versuchsbegehung (300 Landwirte)

HEINRICHS, C. Pflanzenbau und Pflanzenschutz Infostand gemeinsam 03.10.2010

in Zuckerrüben und Kartoffeln mit Kreisstelle und

(Schwerpunkt: biologische Kreisbauernschaft

Nematodenbekämpfung,

Euskirchen,

Sortenvielfalt nutzen)

Ausstellung, Demonstration

Stadtfest Euskirchen

HERFARTH, F. Pflanzenschutz im Hausgarten Düsseldorf,

25.04.2010

Infostand Pflanzenschutzdienst Biogarten

HERFARTH, F. s.o Neuss,

Botanischer Garten

25.06.2010

HERFARTH, F. s.o Viersen 20.09.2010

JUNG, R. „Servicezeit Garten“ WDR 5 Monatl.

Beiträge

JUNG, R. „Pflanzengesundheit in Haus- und Kölner Stadtanzeiger Monatl.

Garten“

Beiträge

JUNG, R. Gartentelefon Kölner Stadtanzeiger 08.04. und

07.10.2010

KLINGENHAGEN, G. Feldbegehung: Aktuelle Hinweise

zur Düngung und zum

Pflanzenschutz

Amelsbüren 23.03.2010

KLINGENHAGEN, G., Feldbegehung: Aktuelle Hinweise Bielefeld und Bünde 07.04.2010

OBERMOVE zur Düngung und zum

Pflanzenschutz

KLINGENHAGEN, G. Feldbegehung: Aktuelle Hinweise

zur Düngung und zum

Pflanzenschutz

Amelsbüren

07.04.2010


- 190 -

Name Thema Ort Datum

KLINGENHAGEN, G.,

EICKELBERG

Feldbegehung: Aktuelle Hinweise

zur Düngung und zum

Pflanzenschutz

KLINGENHAGEN, G. Feldbegehung: Aktuelle Hinweise

zur Düngung und zum

Pflanzenschutz

KLINGENHAGEN, G. Feldbegehung: Aktuelle Hinweise

zur Düngung und zum

Pflanzenschutz

KLUG DR., M. Ausstellung Frühling, Blumen,

Freizeit

Lünen

Nienberge

Amelsbüren

28.04.2010

06.05.2010

12.05.2010

Münster 03.02.2010

KLUG DR., M. Die Beifußblättrige Ambrosia Recklinghausen 04.07.2010

NENNMANN, H. NRW-GaLaBau-Cup 2010

Berufswettkampf für Landschafts-

gärtner, Mitglied Jury

REICHEL, F. Ausnahmegenehmigungen,

Pflegekonzepte, Alternative

Verfahren, Rotofix

RUISINGER, M. Workshop: Biologischer

Pflanzenschutz

RUISINGER, M. Workshop: Biologischer

SCHOLZ-DÖBELIN,

H.

Pflanzenschutz

Tag der offenen Tür:

Pflanzendoktor mit Infostand

biologischer Pflanzenschutz

Dortmund,

Westfalenpark

Stadtbetriebe

Wassenberg

07./08.05.

2010

01.06.2010

Berufsschule 15.04.2010

Straelen

Berufsschule 22.04.2010

Straelen

GBZ Straelen 19.09.2010

VIETMEIER, A. Pflanzendoktor Ausstellung: Frühling,

Blumen, Freizeit

in der Halle

Münsterland,Münster

WEIGAND, B. Telefonaktion bei der Rheinischen Redaktion RP,

Post, Viersen: Gewässerschutz

WEIGAND, B. Gewässerschutz – Vermeidung

von Herbiziden (Radwandertag

der Stadtwerke Nettetal)

Viersen

Sequoia-Park

Nettetal (Infostand)

04.02.2010

30.06.2010

04.07.2010


8.4.1 Internet

www.pflanzenschutzdienst.de

- 191 -

Auf über 1.000 Seiten wurden Information geboten über

• das Untersuchungs- und Beratungsangebot des Pflanzenschutzdienstes

Nordrhein-Westfalen

• den Einsatz von Pflanzenschutzmittel in den unterschiedlichen Fachsparten

• besondere Gefährdungen von Pflanzenbeständen durch Schadorganismen,

insbesondere auch zum Westlichen Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera)

und zum Asiatischen Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis)

• pflanzengesundheitliche Regelungen beim Import und Export von Pflanzen

und Pflanzenerzeugnissen

• Genehmigungsmöglichkeiten nach den Bestimmungen des

Pflanzenschutzgesetzes

• Anwendungstechnik und Sachkundelehrgänge im Bereich des

Pflanzenschutzes u.a.

• über Prüftermine für Pflanzenschutzgeräte

• umfangreiche Informationen zum Pflanzenschutz im Haus- und Kleingarten

• zur Unkrautbekämpfung auf Wegen und Plätzen

• Versuchsergebnisse der Demonstrations- und Informationsversuche

• Aktuelle Hinweise zum Pflanzenschutz

Außerdem sind im Internet auf den Seiten des Pflanzenschutzdienstes der

Landwirtschaftskammer auch Informationen zu finden, die den Einsatz von

Pflanzenschutzmitteln vermeiden helfen.

Die umfangreiche Sammlung von Verfahren und Geräten zur nichtchemischen

Bekämpfung von unerwünschtem Pflanzenbewuchs auf befestigten Flächen richtet

sich in erster Linie an Kommunen sowie privatwirtschaftliche Garten- und

Landschaftsbauunternehmen mit Pflegeaufträgen für Grundstücke, Parkplätze,

Friedhöfe und sonstige öffentliche Flächen.

Aber auch private Grundstückseigentümer können hier Alternativen zum verbotenen

Einsatz von Herbiziden oder Streusalz finden.


www.isip.de

- 192 -

(S. Bracke)

Die ISIP-Plattform der Landwirtschaftskammer NRW wurde im Bereich

Pflanzenschutz im Gemüsebau mit weiteren Kulturen ausgebaut. Derzeit sind dort

über 60 Zulassungs- und Genehmigungslisten vorhanden, in denen kultur- oder

schaderregerweise alle Pflanzenschutzmittelausweisungen aktuell abgerufen werden

können. Die Ausweisungen beinhalten zusätzlich alle § 18b-Genehmigungen für die

jeweilige Kultur, bezogen auf Nordrhein-Westfalen. Eine Archivfunktion ermöglicht

zusätzlich die Suche nach abgelaufenen und nicht mehr zu Verfügung stehenden

Präparaten.

(J. Keßler)

Der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW bietet seit 2006

erfolgreich Informationen zum Pflanzenschutz in Stauden über ISIP an. Auf der Seite

www.stauden.isip.de können sich interessierte Gärtner und Firmen registrieren

lassen. Die Informationen richten sich vor allem an Gartenbaubetriebe mit Produktion

von Stauden, gelegentlich sind auch Informationen zu Kleingehölzen oder

Sommertopfpflanzen zu finden. Auch für Gartencenter, GaLaBau und alle Betriebe,

die mit Problemen an Stauden zu tun haben, sind diese Informationen von

Bedeutung.

(H. Nennmann)


- 193 -

Aktuelle Tipps zum Pflanzenschutz für Kleingärtner auf der Internetseite des BDG

(Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V.).

www.kleingarten-bund.de

8.4.2 Rundfunk, Fernsehen, Presse

Autoren Titel wo veröffentlicht /

gesendet

Datum

KLUG DR., M. Das große Krabbeln Rheinische Post 17.07.2010

WERNER- Schwerpunkt Apfelschorf, POMA, Magazin für den Feb. 2010

GNANN, B. Rheinland: Mit einem blauen Auge erfolgreichen Obstbaudavongekommen,

Interview mit Dr. Engel

Profi

Bücher, CDs u.a.

Autoren Titel wo veröffentlicht /

gesendet

Klatt, Klug, Gärtners Pflanzenarzt 2011, Landwirtschaftsverlag

Kock, Kramer,

Meyer,

Nennmann

19. Folge, 550 S.

Münster-Hiltrup

Hennes, W. Gärtners Pflanzenarzt, CD Landwirtschaftsverlag

Münster-Hiltrup

Wilke, R. Wichtige, im deutschen

TASPO-Jahrbuch 2010

Gartenbau verfügbare

Nutzorganismen

Seite 280-282

Datum

12/2010

12/2010

2010


- 194 -

8.5 Ausbildung, Fortbildung

Schulungen, Seminare

Name Thema Veranstaltung / Ort Datum

DISSEMOND

DR., A.

DISSEMOND

DR., A.

DISSEMOND

DR., A.

DISSEMOND

DR., A.

Grundlagen der

Pflanzenschutzverfahren am

Beispiel Winterweizen Grundlagen

und Krankheitsbekämpfung

Grundlagen der

Pflanzenschutzverfahren am

Beispiel Winterweizen Unkraut-

und Schädlingsbekämpfung

Grundlagen der Pflanzenschutzverfahren

am Beispiel

Winterweizen Grundlagen und

Wachstumsregulierung

Grundlagen der Pflanzenschutzverfahren

am Beispiel

Winterweizen Krankheits,-

Unkraut- und

Schädlingsbekämpfung

Universität Bonn, Institut

für Pflanzenbau Seminar

(Agrarstudenten)

Universität Bonn, Institut

für Pflanzenbau Seminar

(Agrarstudenten)

Universität Bonn, Institut

für Pflanzenbau Seminar

(Agrarstudenten)

Universität Bonn, Institut

für Pflanzenbau Seminar

(Agrarstudenten)

07.01.2010

28.01.2010

16.12.2010

23.12.2010

KLATT, J. Sachkundeschulung: Integrierter Floristen,

14.04.2010

Pflanzenschutz

Warendorf

KLINGENHAGEN, Schulung zum Pflanzenbau Feldbegehung mit zwei Mai 2010

G.

Fachschulklassen, Telgte

KLINGENHAGEN, Schäden and Pflanzen und Sachkunde für Abgeber, 10.11.2010

G.

Pflanzlichen Erzeugnissen Münster

NENNMANN, H. Krankheiten und Schädlinge an Meisterkurs für Gärtner, 21.01.2010

Ziergehölzen,

LWK Tirol, LK Forum,

Unkrautbekämpfung

Innsbruck

NENNMANN, H. Pflanzenschutz

Seminar der LWK-NRW, 23.02.2010

- Fit für den Privatgarten

GBZ Köln-Auweiler

NENNMANN, H. Pflanzenschutz

Seminar der LWK-NRW, 02.03.2010

- Fit für den Privatgarten

GBZ Münster-Wolbeck

NENNMANN, H. Zeitgemäßer Pflanzenschutz im Seminar der LWK-NRW, 21.09.2010

Zierpflanzenbau unter Glas Gartenbau Kloer,

Dorsten

REICHEL, F. Pflegekonzepte, Alternative Unkrautbekämpfung auf 30.03.2010

Verfahren, Einsatz Rotofix befestigten Flächen,

DEULA Warendorf

REICHEL, F. Ausnahmegenehmigungen, Pflanzenschutz im 10.06.2010

Pflegekonzepte, Alternative GaLaBau,

Verfahren

Münster-Wolbeck


- 195 -

8.5.1 LTA-Ausbildung, Praktikanten, Studenten

Im Rahmen der Ausbildung zu Landwirtschaftlich-Technischen AssistentInnen der

Ausbildungsstätte im Institut für Nutzpflanzen und Ressourcenschutz (INRES),

Bereich Phytomedizin, der Rheinischen-Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn, wurden

im Jahr 2010 in den Fachbereichen Diagnose und Versuchswesen 7 LTA´s

ausgebildet.

Sie lernten, ebenso wie die zahlreichen Praktikant- und StudentInnen, insbesondere

die Diagnose der vielfältigen Krankheitssymptome kennen, begleiteten Versuche im

Rahmen der biologischen und chemischen Pflanzenschutzmittelprüfung als

Grundlage einer integrierten Pflanzenschutzberatung.

Art der

Ausbildung/Praktikum

An-

zahl

Ausbildungsstätte/FH/

Universität etc.

Landwirtschaftlich

7 Ausbildungsstätte für LTA,

Technische AssistInnen

Universität Bonn

Schul-/Betriebspraktikum 1 Gymnasium Siegburg Alleestrasse

Freiwilliges Praktikum 1

Praxissemester 1

Girl’s Day-

Mädchenzukunftstag

1

1

1

2

5

2

Erzbischöflisches

Sankt-Adelheide-Gymnasium,

Bonn-Pützchen

Berufskolleg, Fachschule für

Agrarwirtschaft, Fachrichtung

Gartenbau, Essen

Arbeitssuchender, Köln

Fachschule für Agrarwirtschaft,

Essen (Ausbildung zum Agrar-

Betriebswirt im Gartenbau,

Schwerpunkt Zierpflanzenbau)

FH Osnabrück, Studiengang

Produktionsgartenbau

FH Osnabrück, Studiengang

Produktionsgartenbau

Kompetenzzentrum Technik-

Diversity-Chancengleichheit,

Bielefeld

Kompetenzzentrum Technik-

Diversity-Chancengleichheit,

Bielefeld

Diplomarbeit 1 Universität Bonn, INRES (Institut

für Nutzpflanzen und

Ressourcenschutz)

Agrarreferendarin 1 Beratungshalbjahr,

Kreisstelle Düren

Prakti-

kumsort

Bonn-

Roleber

Bonn-

Roleber

Unna

Bonn-

Roleber

Bonn-

Roleber

Münster,

FB: ZB

Bonn-

Roleber

Münster,

FB: ZB

Bonn-

Roleber

Bonn-

Roleber

Anzahl

Wochen

8-16

2

2

3

11

2

8

8

1 Tag

1 Tag

> 20

> 2 W

(I. Adams, J. Klatt, H. Nennmann)


Masterarbeiten

- 196 -

1) 2009/2010:

Gerrit Struck: „Rhizoctoniabekämpfung durch eine gezielte Furchenbehandlung in

Kartoffeln - Auswirkungen auf die inneren und äußeren Qualitätsfaktoren“

Masterarbeit im wissenschaftlichen Studiengang Agrarwissenschaften an der

Georg-August Universität Göttingen, Department für Nutzpflanzenwissenschaften,

Abteilung Qualität pflanzlicher Erzeugnisse

1. Prüfer: Prof. Dr. Elke Pawelzik

2. Prüfer: Dr. Marianne Benker

2) 2010/2011:

Henning Bannick: „Alternaria: Beziehung zwischen Befall und Blattinhaltsstoffe“

Masterarbeit im wissenschaftlichen Studiengang Agrarwissenschaften an der

Georg-August Universität Göttingen, Department für Nutzpflanzenwissenschaften,

Abteilung Qualität pflanzlicher Erzeugnisse

1. Prüfer: Prof. Dr. Elke Pawelzik

2. Prüfer: Dr. Marianne Benker

(Dr. M. Benker)

8.6 Besucher

Neben vielen Besprechungen mit Pflanzenproduzenten, Pflanzenschutzfirmen,

Saatgutfirmen und Verbänden wurden im Pflanzenschutzdienst zahlreiche weitere

Gäste begrüßt, darunter Fachkolleginnen und -Kollegen aus dem In- und Ausland,

Tagungsgäste, Beraterkolleginnen und -Kollegen, Uni-Kurse, Fachschüler sowie

Schüler. Dabei wurde Gelegenheit gegeben, in die Arbeit der Diagnoselabore, die

Prüf- und Versucheinrichtungen des Pflanzenschutzdienstes Einblick zu nehmen.

12 größere Gruppen wurden durch die Fachlabore, die Versuchsgewächshäuser und

die angrenzenden Versuchsanlagen geführt und erhielten eine anschauliche

Vorstellung über die aktuelle Fragestellungen und die Aufgabengebiete des

Pflanzenschutzdienstes:

• Gäste der Fa. Freudenberger aus Weissrussland

• Gäste des Rasenseminars der Deutschen Rasengesellschaft

• Gemüsebauberater der Fa. BayerCropScience

• Gäste des Julius Kühn-Institutes aus Kasachstan

• Biologiestudenten der RWTH-Aachen

• 2 Berufsschulklassen der Fachschule Bonn-Duisdorf

• 1 Grundschulklasse der Bonner Michaelsschule

• 2 Kindergruppen aus Vorschulklassen

• Landwirtschaftlich Technische Assistenten des neuen Jahrgangs

• 1 Gruppe der Ferienfreizeit des Diakonischen Werkes der Stadt Bonn

Den Gästen werden gerne anschaulich im Labor die Fachaufgaben vorgestellt. Viele

Besucher hören mit großem Interesse die Darstellungen über die verschiedenen

Untersuchungstätigkeiten und berichten oft von eigenen Erfahrungen mit

Pflanzenkrankheiten.


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Die Rückmeldungen und Erfahrungen der vergangenen Jahre nach persönlichen

Besuchen sind sehr positiv. Neben schriftlichen Informationen ist besonders für den

Nachwuchs der Einblick in die Aufgaben des Pflanzenschutzdienstes eine wertvolle

Erfahrung.

(Dr. M. Heupel)

Am 05./06. Oktober bekamen wir Besuch aus Dänemark. Die 43-köpfige Gruppe

anführt von Martin Mikkelsen setzte sich auch Beratern der Dänischen

Landsberatung sowie Vertretern von Saatgut-, Pflanzenschutz-, Technik-, und

Futtermittelfirmen zusammen. Die Kollegen wollten sich in erste Linie zum

Maisanbau informieren. Speziell lag das Interesse in der Sortenwahl, Erfahrungen

mit Untersaaten, Zwischenfrüchten, dem Auftreten und der Kontrolle von Krankheiten

und Schädlingen sowie der Organisation der Landwirtschaftskammer. Hierzu wurden

von Frau Dr. Ruland, Herrn Erhardt, Herrn Hanhart, Herrn Spitz, Herrn Große-Enking

sowie Herrn Klingenhagen entsprechende Vorträge gehalten. Am zweiten Tag

besuchten die dänischen Kollegen die von der Landwirtschaftkammer organisierte

Maschinenvorführung zum Thema Maisstoppelzerkleinerung.

Am 05. November informierten sich Mitarbeiter der Firma Fromme über die

Problematik der Ungrasbekämpfung im Ackerbau. Die insgesamt 12 Personen

wurden von Herrn Ebner von der Firma Bayer begleitet.

Recht groß war das Interesse an einem Versuch, den wir in unmittelbarer Nähe zur

Landwirtschaftskammer in Münster angelegt hatten. Hier sind verschiedene

Ackerfuchsschwanzherkünfte nebeneinander ausgedrillt und anschließend, quer

dazu mit wichtigen Herbiziden behandelt worden. Je nach Herkunft und

„Vergangenheit“ war die Wirkung der Herbizide sehr unterschiedlich. Entsprechende

Untersuchungen sind aus dem Gewächshaus bekannt, waren aber in diesem

Freilandexperiment sehr eindrucksvoll.

Im Laufe der Vegetation durften wir neben Beraterkollegen aus Nordhrein-Westfalen,

Niedersachsen und Schleswig-Holstein auch die Herren Moss und Orson aus

England begrüßen.

(G. Klingenhagen)

Besuchergruppe aus Einland