LVR-Kulturbericht 2010 - Landschaftsverband Rheinland

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LVR-Kulturbericht 2010 - Landschaftsverband Rheinland

LVR-Dezernat Kultur und Umwelt

LVR-Kulturbericht

Kultur im Rheinland, Kultur in Europa

2010


02

Inhalt

IMPRESSUM

Herausgeber

Landschaftsverband rheinland

LVr-Dezernat Kultur und umwelt

Ottoplatz 2

50679 Köln-Deutz

Tel 0221 809-3786

Fax 0221 809-1901

Mail: kultur@lvr.de

www.kultur.lvr.de

Grußwort 03

Vorwort 04

Aufgaben und Budget 06

Besuchszahlen LVR-Museen 2010 07

LVR-Netzwerk Kulturelles Erbe Rheinland 08

LVR-Netzwerk Umwelt 10

Europäische Projekte 12

Preise und Ehrungen 14

Kulturkommunikation 2010 16

Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz 18

LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland 22

LVR-LandesMuseum Bonn 26

LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland 30

LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum 34

LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte 38

LVR-Industriemuseum: sechs Mal im Rheinland 42

LVR-Freilichtmuseum Kommern 48

LVR-Freilichtmuseum Lindlar 51

LVR-Archäologischer Park Xanten / LVR-RömerMuseum 54

Max Ernst Museum Brühl des LVR 58

LVR-Zentrum für Medien und Bildung 62

Kulturlandschaftspflege 65

VeranTwOrTLicH

Milena Karabaic

LVr-Dezernentin Kultur und umwelt

reDaKTiOn

christine Ferreau M.a.

LVr-Fachbereich Kultur

gesTaLTung

Dagmar Jerichow

www.part-stuttgart.de

DrucK

Media cologne, Hürth

TiTeLFOTO

LVr-industriemuseum ratingen, Herrenhaus cromford

Ludger ströter, LVr-Fachbereich Kommunikation

biLDnacHweis

LVr-Fachbereich Kommunikation, Ludger ströter: s. 3, 4,

13 li., 14, 15, 31 Mitte, 41, 43 unten, 50, s. 53 li, s. 66 re.

LVr-Fachbereich Kultur: s. 17 re.

LVr-Fachbereich umwelt: s. 65; D. schäfer: s. 66 li. u. Mitte

LVr-amt für Denkmalpflege: s. 22, 24 Mitte u. re.;

J. gregori: s. 24 li.; s.-M. wolff: s. 25 li. u. Mitte;

M. Peez: s. 25 re.; D. Perscheid: s. 36 re.

LVr-Museumsverbund, Hans-Theo gerhards: s. 7 li., 16,

17 li., 26, 27, 28 li. u. re., 29, s. 32 Mitte, s. 58, 59, 60, 61

LVr-amt für bodendenkmalpflege, s. 6 re.; M. Thuns:

s. 30, 32 li. u. re., s. 33 Mitte; u. geilenbrügge: s. 31 unten

LVr-archivberatungs- u. Fortbildungszentrum: s. 6 li.,

36 Mitte; c. Hartmann: s. 34, 35; T. Kujawinski: s. 36 re., 37

LVr-institut für Landeskunde und regionalgeschichte:

s. 39 Mitte, s. 40; M. uhlig: s. 39 unten

LVr-industriemuseum: s. 13 Mitte u. re., 23;

J. Hoffmann: s. 42, 43 Mitte, 44, 45, 46

LVr-Freilichtmuseum Kommern: s. 7 re., 49;

M. Faber: s. 48

LVr-Freilichtmuseum Lindlar: s. 51, s. 52 li. u. Mitte

LVr-Zentrum für Medien und bildung: s. 63 Mitte;

stefan arendt: s. 53 re., 56 li. u. Mit-te; J. Vogel: s. 62,

63 unten

rVDL, Heike gregarek: s. 18, 19, 20, 21 re.;

rita Ziehm, s. 21 li.

Kulturinfo rheinland, s. 6 Mitte

archäologisches Landesmuseum baden-württemberg:

s. 28 Mitte

biologische station bonn: s. 10

biologische station Mittlere wupper: s. 11 Mitte u. re.

biologische station westliches ruhrgebiet: s. 11 li.

burgenmuseum nideggen: s. 33 re.

energeTicOn gmbH: s. 8

römisch-germanisches Museum/

rheinisches bildarchiv: s. 33 li.

stadtarchiv Düsseldorf: s. 38

Michael bause: s. 9 re.

sabine König: s. 52 re.

axel Thünker DgPh: s. 7 Mitte, 12, 54, 55, 56 re., 57

Manfred Vollmer: s. 9 li.

© 2011, LVr-Dezernat Kultur und umwelt

alle angaben ohne gewähr


Dr. Jürgen Wilhelm, Ulrike Lubek

Kultur im Rheinland ist Kultur für Alle!

elf Museen, fünf Forschungs- und beratungseinrichtungen,

das netzwerk Kulturelles erbe oder das

netzwerk umwelt: Der Landschaftsverband rheinland

bereichert das kulturelle Leben im rheinland

auf das Vielfältigste. Mit den eigenen Museen und

Kulturdiensten, der regionalen Kulturförderung

und seiner sozial- und Kulturstiftung ist der LVr

zuverlässiger Partner für die rheinischen städte,

Kreise und die städteregion aachen ebenso wie für

das Land nordrhein-westfalen.

Das LVr-Kulturjahr 2010 gestaltete sich trotz der

notwendigen Maßnahmen zur Konsolidierung des

LVr-Haushaltes erfreulich: Über eine halbe Million

gäste machten den LVr-archäologischen Park

Xanten mit dem LVr-römerMuseum zu einem der

meistbesuchten Museen Deutschlands. im september

stellte der LVr gemeinsam mit dem Landesamt

für Denkmalpflege Hessen KuLaDig, das

digitale informationssystem über die Historischen

Kulturlandschaften, auf der intergeo in Köln vor.

im gleichen Monat präsentierte das LVr-amt für

bodendenkmalpflege spektakuläre ausgrabungen

bei Düren-arnoldsweiler: ein jungsteinzeitliches

Dorf der ersten bauern im rheinland samt bestattungsplatz

mit rund 110 skeletten; eines davon

so gut erhalten, dass das „Lillith“ getaufte skelett

künftig im LVr-LandesMuseum bonn ausgestellt

werden soll. ein großes Lob für die arbeit des LVr

war die auszeichnung des spielfilmes „eines Tages

…“, einem bundesweit einmaligen Projekt des

LVr, des Ministeriums für arbeit, gesundheit und

soziales des Landes nrw und der Pflegekassen

nrw zum Thema Demenz: Der im auftrag des

LVr-Zentrums für Medien und bildung produzierte

Film wurde beim 21. Kinofest in Lünen mit dem

mit 10.000 euro dotierten Publikumspreis „Lüdia“

prämiert.

Der LVr ist nicht nur Träger eigener Kultureinrichtungen,

er ist zudem aktiver Förderer der

kommunalen Kulturarbeit. Ob ein integratives Theaterprojekt,

die erweiterung des bonner Museums

alexander Koenig um das Thema regenwald oder

der Jugendliteratur-wettbewerb „schreibtalente“

im rhein-Kreis neuss: in 2010 ermöglichte der LVr

wieder zahlreiche Kulturprojekte im rheinland.

auch der ausbau des netzwerkes Kulturelles erbe

schritt in 2010 mit der aufnahme des ruhr Museums

essen und des energeTicOns alsdorf weiter

voran.

Verlässlichkeit für unsere Partner, die Kommunen

und die Kultur im rheinland ist uns ein wichtiges

anliegen. ein ebenso wichtiges Thema ist

die weiterführung der Teilhabemöglichkeiten von

Menschen mit behinderungen auch am kulturellen

Leben. ganz im sinne der un-Konvention zur

inklusion wurden zum beispiel Mittel für moderne,

barrierefreie audio- und Multimedia-guides in den

LVr-Museen bereitgestellt. seit ende 2010 können

gehörlose Menschen im LVr-LandesMuseum bonn

Multimedia-guides mit Filmen in gebärdensprache

ausleihen, die sie durch die Dauerausstellung begleiten.

Das LVr-Museum gehört zu den wenigen deutschen

Museen, die diese Form der Teilhabe anbieten.

am Tag der begegnung, der 2010 nicht wie gewohnt

in Xanten, sondern anlässlich des Kulturhauptstadtjahres

in essen stattfand, präsentierte das LVr-Dezer

nat Kultur und umwelt bei Deutschlands größtem

integrationsfest unter dem Motto „Kultur für

alle“ seine zahlreichen angebote. Das Fazit eines

besuchers an diesem Tag bestärkt und motiviert

uns in unserer weiteren arbeit: „barrierefrei ist gut

für alle und macht das Leben leichter, ob behindert

oder nicht.“

Dr. Jürgen wilhelm ulrike Lubek

Vorsitzender der Landschafts- LVr-Direktorin

versammlung rheinland

03


04

Vorwort

als am 9. und 10. Januar auf der Zeche Zollverein

mit einer ebenso winterlichen wie fröhlichen Feier

das Kulturhauptstadtjahr ruHr.2010 begann, war

vor allem die eröffnung des neuen ruhr Museums

in der ehemaligen Kohlenwäsche für den Landschaftsverband

rheinland anlass zur Freude:

Der LVr beteiligt sich mit rund zwei Millionen euro

jährlich an den betriebskosten des ruhr Museums

und engagiert sich bereits seit gründung der

stiftung Zollverein 1998 als Zustifter für das heutige

weltkulturerbe. Mit dem ruhr Museum gewinnt der

LVr einen attraktiven Partner für sein netzwerk

industriekultur: rund 500.000 besucherinnen und

besucher zählte das ruhr Museum am ende des

Kulturhauptstadtjahres, ein Plus auch für den LVr.

eine ähnliche erfolgsbilanz ist dem letzten neuen

Partner im LVr-netzwerk Kulturelles erbe zu

wünschen. auf jeden Fall wird der LVr das energeTicOn

alsdorf auf dem weg dahin unterstützen:

als Hauptgesellschafter der neugegründeten

gemeinnützigen gmbH ist der LVr garant für

stabile und dauerhafte strukturen. Das ehemalige

steinkohlenbergwerk anna war fast 150 Jahre lang

Zentrum des aachener steinkohlenreviers mit der

zeitweilig größten Kokerei westeuropas und wird

nun mit Hilfe des LVr zum populären Forum für

geschichte und Zukunft der energieversorgung

umgestaltet.

Hans-Otto Runkler,

Ralf Wegener,

Milena Karabaic

(v.l.n.r.)

Doch zurück zu ruHr.2010, schließlich bereicherte

der LVr das Kulturhauptstadtjahr auch durch

eigene Projekte. Mit der internationalen ausstellung

„Feuerländer – regions of Vulcan“ zeigte das

LVr-industriemuseum Oberhausen ab Juli 2010 mit

rund 200 gemälden die geschichte von industrialisierung,

arbeitskampf und strukturwandel im

spiegel der Kunst. im august 2010 bekam der erste

industrie archäologische Park Deutschlands auf der

st. antony-Hütte in Oberhausen sein beeindruckendes

stahldach, und mit „Fremde impulse“ realisierte

der LVr gemeinsam mit dem Landschaftsverband

westfalen-Lippe ein ausstellungsprojekt, das

baudenkmale im ruhrgebiet als vitale Zeugnisse

von Zuwanderung und Migration präsentierte.

eine rheinisch-westfälische Koproduktion in

Zusammenarbeit mit der Deutschen st. Jakobusgesellschaft

war auch die eröffnung einer neuen

route der wege der Jakobspilger in essen-werden.

Damit wurde im Jakobusjahr 2010 ein bedeutendes

Projekt zum abschluss gebracht: Die erschließung

der historischen Trasse des Hellweges und seine

Fortsetzung über die Via regia verbinden die beiden

ehemaligen reichsstädte Dortmund und aachen.


heinische Kulturlandschaft und rheinische

geschichte lassen sich seit 2010 im internet entdecken

und erfahren: am 30. september startete

mit www.rheinische-geschichte.lvr.de das erste

umfassende internetportal zur geschichte des

rheinlandes. nutzerinnen und nutzer finden online

informationen zu zwei Jahrtausenden rheinischer

geschichte – von der Vor- und Frühgeschichte über

die römerzeit, das Mittelalter und die „Franzosenzeit“

bis hin zur gegenwart. nur sechs Tage später

präsentierte der LVr gemeinsam mit dem Landesamt

für Denkmalpflege Hessen auf der intergeo in

Köln KuLaDig – das digitale informationssystem

über die Historischen Kulturlandschaften in

nordrhein-westfalen und Hessen. www.kuladig.de

stellt informationen zum kulturellen erbe gebündelt

und für verschiedene Zielgruppen zur Verfügung.

Vor allem aber können interessierte Menschen aktiv

mitwirken, indem sie informationen zur Kulturlandschaft

in KuLaDig einspeisen.

Mitmachen, mitwirken, mithelfen: Die kulturelle

Vielfalt des rheinlandes lebt vom wissen, der Kompetenz

und dem engagement seiner bürgerinnen

und bürger. Ohne dieses netzwerk von ehrenamtlich

Tätigen, von arbeitskreisen und Heimatvereinen

könnte der LVr seine Themen nicht so umfassend

aufarbeiten und präsentieren.

Verbunden mit der Hoffnung auf eine Fortsetzung

dieser fruchtbaren Zusammenarbeit möchten wir

ihnen hierfür sehr herzlich danken.

Hans-Otto runkler

Vorsitzender des LVr-Kulturausschusses

ralf wegener

Vorsitzender des LVr-umweltausschusses

Milena Karabaic

LVr-Dezernentin Kultur und umwelt

05


06

Aufgaben und Budget

Das LVr-Dezernat Kultur und umwelt erfasst, erforscht,

bewahrt und pflegt den kulturellen reich -

tum im lebendigen und geschichtsträchtigen rheinland.

Zum Dezernat gehören die Fachbereiche

Kultur und umwelt sowie die LVr-Museen und

Kultureinrichtungen.

Der LVr-Fachbereich Kultur unterstützt die Kulturdienststellen,

bereitet die entscheidungen des

Kulturausschusses vor und führt dessen aufträge

aus. er vermittelt den Kontakt zu den netzwerk-

Partnern und koordiniert die regionale Kulturförderung.

Der LVr-Fachbereich umwelt umfasst die

Kulturlandschaftspflege sowie den allgemeinen

umweltschutz und die agenda21.

Die LVr-Museen präsentieren geschichte, Kunst

und Kultur im rheinland: Der neandertaler als

prominentester rheinländer hat seine letzte ruhestätte

im LVr-LandesMuseum bonn gefunden.

LVr-archäologischer Park und LVr-römerMuseum

Xanten führen zu den römischen wurzeln im rheinland.

Das LVr-Freilichtmuseum Lindlar und das

LVr-Freilichtmuseum Kommern widmen sich dem

ländlichen alltag, der Volkskunde und der Ökologie.

Das LVr-industriemuseum macht in sechs ehemaligen

Fabriken industrie- und sozialgeschichte

anschaulich. Das Max ernst Museum brühl des

LVr zeigt die außerordentliche Kreativität des aus

brühl gebürtigen weltkünstlers Max ernst. Mit der

gedenkstätte brauweiler dokumentiert der LVr die

geschichte der damaligen arbeitsanstalt brauweiler

von 1933 bis 1945. Das LVr-Kulturhaus Landsynagoge

rödingen zeigt eine Dauerausstellung zur

geschichte des rheinischen Landjudentums.

Die beratungs- und Forschungseinrichtungen des

LVr stehen allen bürgerinnen und bürgern sowie

den Kultureinrichtungen im rheinland zur Verfügung.

LVr-amt für Denkmalpflege und LVr-amt

für bodendenkmalpflege im rheinland sichern und

bewahren bauliche wie archäologische Zeugnisse

rheinischer geschichte und Kultur. Das LVr-institut

für Landeskunde und regionalgeschichte untersucht

aktuelle und historische entwicklungen in

der region. Das LVr-archivberatungs- und Fortbildungszentrum

betreut und sichert rheinisches

archivgut und bildet restauratoren und restauratorinnen

aus. Das gemeinsam mit der Landeshauptstadt

Düsseldorf getragene LVr-Zentrum für

Medien und bildung setzt medien- und bildungspolitische

schwerpunkte.

Die im Fachbereich umwelt angesiedelte LVr-

Kulturlandschaftspflege widmet sich mit vielfältigen

aktivitäten wie beispielsweise der rekonstruktion

des Jakobspilger-wegenetzes dem erhalt, der Pflege

und der entwicklung der historisch geprägten

Kulturlandschaften im rheinland.

in 2010 waren rd. 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

im LVr-Dezernat Kultur und umwelt

tätig. rund 72,2 Mio. euro ordentliche aufwendungen

(ca. 2,5 % vom LVr-gesamthaushalt) wurden

2010 für die Kulturarbeit des LVr geplant, darin

enthalten sind 3,5 Millionen euro Landesmittel für

die regionale Kulturförderung des LVr. Hinzu

kamen 2,2 Millionen euro aus Mitteln der LVreigenen

sozial- und Kulturstiftung.

als servicegesellschaft und 100prozentige Tochter

des LVr unterstützt die rheinland Kultur gmbH die

LVr-Museen und Kultureinrichtungen. Die rKg beschäftigt

rund 1.100 Menschen, rund 400 davon sind

auf allen gebieten des Museums-, Kultur- und Veranstaltungsmanagements

tätig. Mit dem zentralen

besucherservice kulturinfo rheinland unterhält die

gmbH ein modernes informations- und buchungscenter

mit jährlich rund 21.000 anrufen in sachen

„LVr-Kultur“.


Über 1,2 Millionen Menschen besuchten in 2010

die LVr-Museen, rund 150.000 gäste weniger im

Vergleich zum Vorjahr. besucherstärkstes LVr-

Museum bleibt der LVr-archäologische Park Xanten

mit dem LVr-römerMuseum: 575.104 Menschen

kamen 2010 nach Xanten, etwa 135.000 weniger als

in 2009, dem äußerst erfolgreichen Jahr nach eröffnung

des neuen römerMuseums.

Das LVr-Freilichtmuseum Lindlar freute sich

über rund 4.500 gäste mehr als in 2009 und

erreichte damit wieder eine sechsstellige

besuchszahl. Knapp 198.500 Menschen kamen

2010 in das LVr-Freilichtmuseum Kommern,

nur 2,2 % weniger als 2009.

Das LVr-LandesMuseum bonn verzeichnet für

2010 einen leichten rückgang von rund 111.000

auf 100.300 besucherinnen und besucher. Über

einen anstieg freute sich das Max ernst Museum

brühl des LVr mit rund 49.300 gästen. besonderen

Zuspruch fand hier die sonderausstellung mit

werken von christo und Jeanne-claude aus der

sammlung würth.

Das LVr-industriemuseum begrüßte an seinen

sechs schauplätzen in Oberhausen, ratingen,

solingen, bergisch gladbach, engelskirchen und

euskirchen insgesamt über 183.000 gäste, knapp

10.000 weniger als im Vorjahr.

Besuchszahlen LVR-Museen 2010

einen Zuwachs konnten das LVr-industriemuseum

Oberhausen (plus 4.000 Personen) und das LVrindustriemuseum

engelskirchen (plus 1.000 gäste)

verzeichnen. Leicht rückläufige besuchszahlen

melden die LVr-industriemuseen in ratingen,

solingen, bergisch gladbach sowie euskirchen.

in der gedenkstätte im LVr-Kulturzentrum brauweiler

interessierten sich in 2010 über 700 gäste

für die geschichte der ehemaligen arbeitsanstalt.

Knapp 900 Menschen fanden den weg in das LVr-

Kulturhaus Landsynagoge rödingen, um sich in der

ehemaligen synagoge über das Leben des rheinischen

Landjudentums zu informieren.

Besuchszahlen LVR-Museen 2010

LVR-LandesMuseum Bonn 100.583

LVR-Freilichtmuseum Kommern 198.356

LVR-Industriemuseum Oberhausen 60.469

LVR-Industriemuseum Ratingen 25.188

LVR-Industriemuseum Solingen 28.894

LVR-Industriemuseum Bergisch Gladbach 24.284

LVR-Industriemuseum Engelskirchen 19.174

LVR-Industriemuseum Euskirchen 25.342

LVR-Freilichtmuseum Lindlar 103.184

LVR-Archäologischer Park Xanten /

LVR-RömerMuseum 575.104

Max Ernst Museum Brühl des LVR 49.302

LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen 886

Gedenkstätte Brauweiler 715

Summe 1.211.481

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LVR-Netzwerk Kulturelles Erbe Rheinland

NEtzwERK KULtURELLES ERBE IM

RhEINLANd

Der LVr-Fachbereich Kultur unterstützt nicht nur

die LVr-eigenen Museen und Kulturdienststellen, er

nimmt auch den aus § 5 der Landschaftsverbandsordnung

abgeleiteten auftrag des Landschaftsverbandes

rheinland zur bewahrung des kulturellen

erbes im rheinland wahr.

Dazu gehören die bildung kunst- und kulturhistorischer

bzw. industriekultureller netzwerke,

die Förderung von Kulturprojekten, Museen und

archiven sowie die fachliche beratung von Museen

im rheinland.

Für die regionale Kulturförderung zur unterstützung

der kulturellen aktivitäten der Mitgliedskörperschaften

des LVr standen 2010 rund 3,5

Millionen euro an Landesmitteln sowie 2,2 Millionen

euro aus Mitteln der sozial- und Kulturstiftung des

LVr zur Verfügung. Für die Museumsförderung hat

der Landschaftsverband rheinland im Haushalt

2010 zusätzlich einen betrag von rund 230.000 euro

an eigenmitteln bereitgestellt.

NEtzwERK KUNSt- UNd KULtURgESchIchtE/NEtzwERKINdUStRIEgESchIchtE

UNd INdUStRIEKULtUR

um der Vielgestaltigkeit des kulturellen Lebens im

rheinland angemessen rechnung zu tragen und

die kulturelle Vielfalt der region zu stärken und

weiter zu profilieren, hat der LVr seit 2006 seine

kulturpolitischen aktivitäten unter den begriff der

„netzwerke“ gestellt. Dabei geht es zum einen

um den gezielten einsatz von ressourcen und um

syner gieeffekte, zum anderen kann der LVr seine

kulturelle Kompetenz für die region deutlich machen.

sowohl das kunst- und kulturgeschichtliche

als auch das industriekulturelle netzwerk ermöglichen

verlässliche strukturen der Zusammenarbeit,

die für die jeweiligen Partner, aber auch für den LVr

von gewinn sind.

2010 wurde die energeTicOn gmbH gegründet,

an der neben dem LVr als Hauptgesellschafter

die stadt alsdorf, die städteregion aachen, der

bergbaumuseum wurmrevier e.V. sowie die städte

eschweiler, stolberg, baesweiler und Herzogenrath

beteiligt sind. gemeinsames Ziel ist die entwicklung

des energeTicOn als euregionales Zentrum für

energieentwicklung und bergbaugeschichte.


www.kultur.lvr.de

REgIoNALE KULtURföRdERUNg

Die regionale Kulturförderung des LVr unterstützt

und fördert zahlreiche Kulturprojekte im rheinland.

aus Mitteln der regionalen Kulturförderung sowie

der sozial- und Kulturstiftung des LVr konnten

2010 fast sieben Millionen euro für die unterschiedlichsten

Projekte zur Verfügung gestellt werden.

beispielhaft seien genannt:

• Das sonderausstellungsprojekt

„Der westen leuchtet“ im Kunstmuseum bonn

• Die unterstützung des Filmprojektes

„Prämonstratenserkloster Duisburg-Hamborn“

zum 50. Jahrestag der abtei

• Die Förderung des internationalen Kinder- und

Jugendchorfestivals „Jugendchöre in bewegung“

• Die sanierung des roten Hauses in Monschau.

als stiftungspartner ist der LVr zudem verlässlicher

und aktiver Förderer der kommunalen Kulturarbeit

im rheinland. im Jahr 2010 sicherte der LVr mit

24 stiftungsbeteiligungen erhalt und betrieb von

zahlreichen bedeutenden Denkmälern und Museen

im rheinland.

MUSEUMSBERAtUNg UNd MUSEUMSföRdERUNg

Die Museumsberatung und -förderung nehmen

im rahmen der regionalen Kulturförderung des

LVr einen hohen stellenwert ein. etwa 400 Museen

bilden neben den archiven das kulturelle und materielle

gedächtnis des rheinlandes. beratung und

Förderung der rheinischen Museen sind dabei die

tragenden säulen des Dienstleistungsangebotes

des LVr-Fachbereichs Kultur. Die serviceleistungen

umfassen alle bereiche musealen Handelns

Beeindruckendes Ensemble:

Bergwerk Anna bei Alsdorf (S. 08)

Pressekonferenz zur

Eröffnung des Ruhr Museums:

Museumsdirektor Prof. Dr. Ulrich Borsdorf,

NRW-Kultur-Staatssekretär

Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff,

Milena Karabaic, Andreas Bomheuer,

Kulturdezernent der Stadt Essen,

Projektleiter Theo Grütter

und Ausstellungsgestalter

Hans-Günter Merz (v.l.n.r.)

Die Schauspielerin Christiane Grieb

im Theaterstück „menschen! formen!“

und der Museologie – von der Museumskonzeption

bis zur sammlungsdokumentation, mit allen aspekten

des sammelns, bewahrens, erschließens,

Forschens und Vermittelns, aber auch des Museumsmanagements.

Zudem werden übergreifende

Tätigkeiten der Vernetzung und der Kommunikation

wahrgenommen, z.b. in der Koordination des internationalen

Museumstages und in der Kooperation

mit dem Verband rheinischer Museen, dem Deutschen

Museumsbund sowie den Museumsämtern,

-verbänden und Landesstellen bundesweit.

im rahmen der Museumsförderung konnten im

Jahr 2010 rund 230.000 euro zur Verfügung gestellt

werden. Hinzu kamen weitere rund 255.000 euro

aus den Museumsfördermitteln der sozial- und Kulturstiftung

des LVr. Dadurch wurden u. a. gefördert:

• Die inhaltliche sowie finanzielle betreuung zur

entwicklung einer Präsentation der stadtgeschichtlichen

sammlungen der Kreisstadt bergheim

• Die beteiligung an den Projektkosten zur neugestaltung

des Museumsfoyers des august-Macke-

Haus in bonn

• Die Verfilmung historischer Handschöpfsiebe der

stiftung Zanders – Papiergeschichtliche sammlung

in bergisch gladbach

• Die entwicklung eines museumspädagogischen

Führungskonzeptes im niederrheinischen Freilichtmuseum

Dorenburg in Viersen-grefrath

• Die erstellung einer bestands- und bedarfsanalyse

sowie Optimierung der Konzeption des

Kreismuseums Heinsberg

• Die einrichtung eines

„Hauses der stadtgeschichte Monschaus“

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LVR-Netzwerk Umwelt

LVR-Kooperation mit den Biologischen Stationen im Rheinland

seit november 2007 besteht das LVr-netzwerk

umwelt – die Kooperation des Landschaftsverbandes

rheinland mit den 17 biologischen stationen im

rheinland. Hierbei stellt der LVr den biologischen

stationen jährlich Mittel für die entwicklung von

Projekten zur Verfügung. im LVr-netzwerk umwelt

profitieren die Partner vom austausch der ideen

und erfahrungen und entwickeln ihre angebote

weiter: nach einer studie des bundesamtes für

naturschutz bewerten 89 % der Deutschen den

na turschutz als wichtige politische aufgabe und

für 96 % der befragten in Deutschland gehört

natur zu einem guten Leben.

Über 30 Projekte der biologischen stationen wurden

bereits erfolgreich abgeschlossen, zahl reiche

weitere in 2010 fortgeführt und aus gebaut. ein

schwerpunktthema waren lokale und regionale

Obstspezialitäten: das neue Obst sortenhandbuch

des netzwerkes stellt 49 rheinische Obstsorten vor.

weitere schwerpunkte im LVr-netzwerk umwelt

sind barrierefreiheit, umweltbildung, artenschutz

und Kulturlandschaftspflege.

fLüStERwALd –

ERLEBNISSE IN wERtVoLLER NAtUR

Der einzigartige naturraum im bergischen städtedreieck

remscheid-solingen-wuppertal erfuhr bereits

eine touristische aufwertung durch die

Projekte der regionale 2006. Dabei wurde zum beispiel

der Müngstener brückenpark neu angelegt, der

seither das wildromantische Flusstal für eine wachsende

besucherzahl erschließt. Der Park liegt eingebettet

in das als Flora-Fauna-Habitat eingestufte

gebiet „wupper von Leverkusen bis solingen“, das

seltenen Tieren wie Flussneunauge, eisvogel und

Feuersalamander einen idealen Lebensraum bietet.

im Projekt Flüsterwald bringen speziell geschulte

„wupper-Tells“ interessierten besuchern die heimische

Tier- und Pflanzenwelt nahe, spielerisch eingeflochten

in sagen, Märchen und Mythen. ergänzt

wird das Projekt durch die beteiligung der besucher

an praktischer naturschutzarbeit. so soll ein neuer

Zugang für alle bevölkerungsgruppen und eine stärkere

emotionale bindung an den heimischen naturund

Kulturraum geschaffen sowie ein intensives,

erlebbares Verständnis für den wert der dort lebenden

Tier- und Pflanzenarten geweckt werden.


www.biostationen-rheinland.lvr.de

NAtURERLEBNIS UNd UMwELtBILdUNg

füR ALLE

Die ausweitung der Teilhabe von Menschen mit

behinderung am gesellschaftlichen Leben ist ein

wichtiges anliegen des LVr. in einem ersten vom

LVr geförderten Projekt wurde 2007/2008 der

grundstock für die barrierefreie natur- und umweltpädagogische

arbeit der biologischen stationen für

Menschen mit behinderung gelegt. in Fortführung

dieses Projektes unterstützt der LVr die biologischen

stationen aachen, Düren und Oberberg sowie

das naturschutzzentrum im Kreis Kleve

in einem gemeinsamen Vorhaben, um

unterrichtsreihen und Themenmodule

für Menschen mit körperlichen, geistigen

oder sinneseinschränkungen zu

entwickeln. es wurden Tastmodelle

hergestellt, exkursionen durchgeführt,

beete angelegt, im untersuchungsteich

gekeschert und schiffstouren unternommen.

Für die Fortbewegung im gelände sollen

künftig einrad-Tragesessel („Joëlettes“) angeschafft

und genutzt werden. Das Projekt vertieft zudem die

Kooperation von biologischen stationen und wohnheimen

oder Förderschulen.

„gRENzENLoS NAtUR ERLEBEN“ –

BARRIEREfREI IM gRUgAPARK

Der grugapark stellt im essener stadtgebiet die

flächenmäßig und ökologisch bedeutendste „grüne

insel“ dar. Mit jährlich rund 750.000 besucherinnen

Ackerrandstreifen bei Bonn (S. 10)

Grugapark

„Wupper-Tell“: Lebendige und spielerische

Wissensvermittlung

und besuchern zählt „die gruga“ zu den beliebtesten

ausflugs- und erholungszielen der region.

Das Projekt „grenzenlos natur erleben“ machte

2010 Teile des Parks auch für Menschen mit unterschiedlichen

behinderungen zugänglich und seine

natur erlebbar. Dazu wurde unter beteiligung der

späteren nutzergruppen ein rundweg durch den

grugapark für mobilitätseingeschränkte Menschen

ausgebaut und mit einem Leitsystem für sehbehinderte

Menschen versehen. Hörstationen und tastbare

informationsschilder runden das naturerleben ab.

Der LVr möchte in Kooperation mit den biologischen

stationen im rheinland weiter zu einem

barrierefreien naturerlebnis beitragen. Ziel ist

die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen

Leben, also auch an der umweltbildung. Darauf

sollen zukünftige Projekte der biologischen

stationen verstärkt ausgerichtet werden.

allgemeine informationen, Projektstände, aktuelle

Veranstaltungen und Presseartikel können unter

www.biostationen-rheinland.lvr.de eingesehen

werden.

Monika Fräntzki als

„Wupper-Tell“ des

Projekts Flüsterwald:

Lebendige und

spielerische Wissensvermittlung

11


12

Europäische Projekte

Die zahlreichen und intensiven Kontakte des LVr-

Dezernats Kultur und umwelt zu europäischen

Kultureinrichtungen wurden in 2010 durch Partnerschaften

und Kooperationen, grenzüberschreitende

Projekte und Programme weiter ausgebaut und

gefestigt.

Zu nennen sind zunächst die vielen alltäglichen

Kontakte auf arbeitsebene: so lädt das LVr-amt für

Denkmalpflege im rheinland zweimal jährlich Mitarbeiter

von Denkmalbehörden der Deutschsprachigen

gemeinschaft belgiens zu seinen Tagungen

„Kölner gespräche zu architektur und Denkmalpflege“

ein. Die abteilung Volkskunde des LVrinstituts

für Landeskunde und regionalgeschichte

berät den belgischen geschichts- und Museumsverein

zwischen Venn und schneifel (zVs) bei der

neukonzeption seines Heimatmuseums. Länderschwerpunkt

des jährlich vom LVr-Zentrum für

Me dien und bildung veranstalteten KinderKinoFestes

Düsseldorf war in 2010 norwegen: mit unterstützung

der norwegischen botschaft in berlin wurden

ausgesuchte norwegische Kinderfilme gezeigt.

Der LVr-archäologische Park Xanten ist seit 2010

Praktikumseinsatzstelle für grabungstechniker

und -technikerinnen der Fachhochschule für

grabungstechnik (saXiOnneXT) in Deventer/

niederlande.

Das LVr-industriemuseum solingen präsentierte

von anfang Juni bis Mitte Oktober 2010 in Klingenthal/elsass

die ausstellung „solingen – Zentrum

der schneidwarenindustrie und schauplatz des

LVr-industriemuseums“. Die ausstellung war

damit rund zwei Jahre an verschiedenen stationen

(Le creusot, Terrassa, Thiers, Klingenthal)

unterwegs und hatte insgesamt mehr als 60.000

besucher.

Das LVr-Freilichtmuseum Lindlar bot seine beratungsleistung

bei der realisierung eines „Miniskansens“

(Freilichtmuseums) des ostslowa kischen

Museums in Kosice an: Kosice ist 2013 Kultur -

haupt stadt europas und die besucherfreundliche

Optimierung des Museums wird im Zuge der Vorbereitungen

gefördert.


www.kultur.lvr.de

unter dem verpflichtenden Motto „Der LVr stellt

sich seiner geschichte“ wurde 2010 im LVr-

Kultur zentrum abtei brauweiler die ausstellung

„gedenk buch für nina sawina“ gezeigt. ausgestellt

waren Künstlerbücher von studierenden der alanus

Hochschule für Kunst und gesellschaft sowie

anderer Künstler, die sich mit dem schicksal von

nina sawina befasst hatten. nina sawina kam 1942

als Zwangsarbeiterin nach Deutschland und wurde

1945 mit 21 Jahren von einem Mitglied des in brauweiler

stationierten gestapo-Kommandos Kütter

erschossen.

Zwangsarbeit während des Zweiten welt-

krieges thematisierte auch die wander-

ausstellung „riss durchs Leben“, die im

rahmen von ruHr.2010 im essener Landgericht

zu sehen war. Der 2010 erschienene

bildband „ich habe nicht geglaubt, dass sie

kommen…“ dokumentiert die entstehungsgeschichte

der ausstellung.

Den rheinlandtaler für grenzüberschreitendes engagement

erhielten 2010 Jerzy Kowal und Jacques

van rensch. Jerzy Kowal engagiert sich seit den

1970er Jahren für den kulturellen austausch zwischen

seinem Heimatland Polen und dem rheinland,

Jacques van rensch aus Maastricht erhielt die

auszeichnung für seine beiträge zur erforschung

der Kulturgeschichte des rhein-Maas-gebietes.

Der LVR-APX als Praktikumsplatz für

Studierende aus den Niederlanden (S. 12)

Fotografien und Erinnerungen ehemaliger

Zwangsarbeiterinnen enthält der Bildband,

den LVR-Direktor Harry K. Voigtsberger (r.)

dem ukrainischen Botschaftsvertreter

Dr. Yarolav Baran überreichte.

Exponat auf Reisen:

Die Ausstellung „Solingen – Zentrum der

Schneidwarenindustrie“ wurde in Le Creusot,

Terrassa, Thiers und Klingenthal gezeigt.

ein ganz besonderes Projekt realisierte im Kulturhauptstadtjahr

2010 das LVr-industriemuseum

Oberhausen im rahmen der großen sonderausstellung

„Feuerländer“: „Transatlantic bridge“ hieß das

internationale Projekt des westmoreland Museum

of american art in greensburg, Pennsylvania/usa

mit dem LVr-industriemuseum. „Transatlantic

bridge“ ermöglichte den interkulturellen brückenschlag

zwischen amerikanischen und deutschen

schülerinnen und schülern via internet und der

neuen sozialen Medien wie Facebook oder Twitter.

bei dem gedankenaustausch ging es um Kultur,

region, geschichte, industrie, Musik, Träume und

Hoffnungen. beteiligte schulen waren die greensburg

salem High school in greensburg/usa, das

Freiherr-vom-stein-gymnasium und die Heinrichböll-gesamtschule

in Oberhausen sowie das

gymnasium im gustav-Heinemann-schulzentrum

Dinslaken.

„Transatlantic

Bridge“ ermög lichte

den Austausch von

Schulklassen auf

zwei Kontinenten

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14

Preise und Ehrungen

Der Landschaftsverband rheinland zeichnet

seit 1976 Persönlichkeiten, die sich in besonderer

weise um die kulturelle entwicklung des

rheinlandes verdient gemacht haben, mit dem

rheinlandtaler aus.

Junge nachwuchswissenschaftlerinnen und

-wissenschaftler fördert der LVr aktiv mit zwei

jährlich verliehenen Preisen, dem Paul-clemen-

Preis für eine hervorragende kunsthistorische

Dissertation zu einem rheinischen Thema und

dem albert-steeger-Preis für wesentliche beiträge

zur erforschung und entwicklung der rheinischen

Landes- und Volkskunde. beide Preise sind mit

jeweils 10.000 euro dotiert.

in 2010 wurde der Paul-clemen-Preis an

Dr. Daniela wilmes für ihre Dissertation „VerHan-

DeLn. Kölner Kunsthandlungen im Prozess der

Verständigung über die ‚verfemte Moderne‘ und

die Kunst der gegenwart nach 1945“ verliehen.

Den albert-steeger-Preis erhielt in 2010 Dr. Tobias

Vogelfänger, der mit einer arbeit unter dem Titel

„nordrheinische Flurnamen in sprachgeographischer

Perspektive. Digitale erfassung, Kartierung

und auswertung“ an der abteilung für sprachforschung

und der arbeitsstelle für rheinische sprachforschung

der rheinischen Friedrich-wilhelmsuniversität

bonn promovierte.

Mit dem rheinischen Preis für Denkmalpflege 2010

wurden sophie und christof welke für die vorbildliche

sanierung und umnutzung der historischen

Feilenschmiede Felten in der Hofschaft baisiepen in

remscheid ausgezeichnet.

Der Leo breuer Förderpreis wurde 2010 an

carsten gliese verliehen. carsten gliese ist der

sechste Preisträger dieses Kunstförderpreises,

den der LVr seit 1999 im zweijährigen Turnus

verleiht. Der Künstler erhielt die mit 5.000 euro

dotierte auszeichnung für seine eigenständige

und unverwechselbare künstlerische Position im

sinne Leo breuers.


www.kultur.lvr.de

außerdem vergibt die „stiftung zur Förderung der

archäologie im rheinischen braunkohlerevier“ – ein

Zusammenschluss des Landes nordrhein-westfalen,

der rwe Power ag und des Landschaftsver-

dEN RhEINLANdtALER ERhIELtEN IN 2010:

Mehmet aksar, stadt bonn

angelika und Heinz baum, stadt Köln

artur benninghoff, Kreis wesel

Heinrich blumenthal, rhein-sieg-Kreis

Karl-Heinz burmeister, Kreis Kleve

Hans-Dieter collinet, stadt aachen

Hermann Daners, rhein-erft-Kreis

günter Demnig, stadt Köln

Krista gabriel, stadt Leverkusen

götz george

edith Heinzelmann, stadt Krefeld

w. günter Henseler, rhein-sieg-Kreis

Hans Langerbeins, Kreis Heinsberg

Götz George wurde für seine Verdienste

um das rheinische Ruhrgebiet durch

Dr. Jürgen Wilhelm und Milena Karabaic

mit dem Rheinlandtaler geehrt.

Jacques van Rensch (links)

und Jerzy Kowal (rechts) freuen

sich mit Dr. Jürgen Wilhelm

über den Rheinlandtaler.

bandes rheinland – den mit 5.000 euro dotierten

archäologie-Preis. in 2010 erhielt Dr. carsten

Mischka den Preis für seine Dissertation „Die bandkeramische

siedlung inden-altdorf D, Kreis Düren“.

Jerzy Kowal M.a., Polen

ulrich Markert, stadt Köln

Karl Muckel, Kreis Düren

Dr. albert Pauly, Kreis Viersen

Prof. Dr. ing. Klaus Pfeffer, stadt Düsseldorf

Franz-Josef radmacher, rhein-Kreis neuss

Karl reger, Kreis euskirchen

Jaques van rensch, Maastricht, niederlande

Leo schartmann, stadt aachen

Jochen scheduikat, stadt bonn

eberhard scherrer, stadt Mülheim an der ruhr

Hermann Trautmann, stadt essen

Karl-georg waldinger, stadt wuppertal

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16

Kulturkommunikation 2010

im Fokus der Vermittlungsaktivitäten standen in

2010 der ausbau und die weiterentwicklung der

inklusiven angebote auch im rahmen der un-Konvention

zur inklusion und Teilhabe von Menschen

mit behinderungen. Der von der Projektgruppe

„barrierefreiheit in den LVr-Kultureinrichtungen“

entwickelte Maßnahmenkatalog mit Zielvorgaben

zur Teilhabe an den Kulturangeboten des LVr konnte

weiter umgesetzt werden: so bieten die einzelnen

LVr-Museen seit Mitte 2010 einmal im Monat

offene Führungen mit gebärdensprachdolmetschenden

an. Termine und anmeldeformulare finden

interessierte auf www.kultur.lvr.de oder bei

www.taubenschlag.de, dem internet-Portal für gehörlose

Menschen. natürlich können auch individuelle

gruppenführungen zu gewünschten Terminen

gebucht werden. erstmalig fanden im LVr-römer-

Museum im archäologischen Park Xanten zudem

Führungen mit Oraldolmetschung für Menschen

mit Höreinschränkungen statt.

als eines der wenigen Museen in Deutschland

und als erstes Museum in bonn bietet das LVr-

LandesMuseum bonn seit Dezember 2010 eine

Video-Führung durch die Dauerausstellung in Deutscher

gebärdensprache an. an über 20 stationen

werden gehörlosen Museumsgästen informationen

über die Museumssammlung mit ihren zahlreichen

Highlights aus der archäologie und der

Kunstgeschichte des rheinlandes vermittelt. an

den entsprechenden Objekten sind nummern mit

gebärdensprachsymbolen angebracht, die in die

Touch-screens der geräte eingegeben werden

können – es beginnt der gebärdensprachfilm. ein

Lageplan erleichtert das auffinden der stationen

im Museumsgebäude. Das LVr-LandesMuseum

ist das erste der elf LVr-Museen, in dem gebärdensprachvideos

eingesetzt werden, weitere LVr-

Museen werden folgen.

ein besonderes angebot zur Teilhabe macht seit

2010 das LVr-industriemuseum am schauplatz

solingen: gemeinsam mit dem HPH-netz Ost des

LVr (Heilpädagogische Hilfen) werden Familiennachmittage

für die bewohnerinnen und bewohner,

für Familienangehörige und das betreuungspersonal

aus wohngruppen für Menschen mit geistiger

behinderung in solingen organisiert. Museum und


www.kultur.lvr.de

wohneinrichtung möchten für Familien mit erwach-

senen behinderten Kindern ein gemeinsames Freizeitangebot

schaffen, bei dem alle Freude haben

und kreativ sein können.

gemeinsam etwas erleben, gemeinsam etwas

entdecken und auch gemeinsam lernen: Das ist

das Ziel einer einmaligen bildungskooperation

zwischen dem LVr-LandesMuseum, der sparkasse

Kölnbonn und der swb (stadtwerke bonn gmbH)

bus und bahn. Durch die unterstützung von sparkasse

und swb wird schulkindern aus den stadtgebieten

bonn und Köln ein kostenloser ausflug in

das LVr-LandesMuseum ermöglicht. Jeden Dienstag

von 9 bis 16 uhr steht der bus der swb bus

und bahn zur Verfügung, um schulklassen aus

den stadtgebieten bonn und Köln ins Museum zu

bringen. bereits während der Fahrt informiert ein

Museums pädagoge die schülerinnen und schüler

darüber, was sie vor Ort erwartet, im Museum

findet dann eine etwa einstündige Führung zu

einem vorher vereinbarten Thema statt.

auch das LVr-Kulturmobil war 2010 wieder im

rheinland unterwegs, um die LVr-Museen und

Kultureinrichtungen weiter bekannt zu machen.

bei insgesamt 55 einsätzen, zum beispiel

beim Pflanzenmarkt auf schloss Dyck, beim

725jährigen Jubiläum der stadt brühl, den

Kölner Lichtern oder beim nrw-Tag in siegen

konnten rund 132.000 Menschen angesprochen

werden.

Multi-Media-Guide für

Gehörlose im LVR-Landes-

Museum Bonn (S. 16)

Erfolgreich im Einsatz:

Der Museumsbus in Bonn

Neuer Auftritt für das

LVR-Industriemuseum

Das LVR-Dezernat

Kultur und Umwelt auf

der ITB Berlin 2010

Vom 10. bis 14. März 2010 nahm das LVr-Dezernat

Kultur und umwelt an der internationalen Tourismus-Messe

iTb in berlin teil. aufbauend auf den

dort gemachten erfahrungen sollen die kulturtouristischen

aktivitäten künftig weiter ausgebaut

werden. alle LVr-Museen sind zudem Mitglied im

rheinlandweiten Marketingverbund „erlebnismuseen

am rhein“, der besonders Familien und Kinder

zu einem Museumsbesuch anregen möchte. 2010

erschien, gefördert durch das Ministerium für

Familien, Kinder, Jugend, Kultur und sport des

Landes nrw, das „Handbuch für entdecker“, das

die erlebnis museen am rhein ausführlich vorstellt.

20.000 exemplare konnten bisher kostenlos in

sozialeinrichtungen, Familienzentren, Förderschulen

und vielen anderen institutionen, die sich

besonders um benachteiligte Kinder und Jugendliche

kümmern, zur Verfügung gestellt werden.

ein besonderes Museumserlebnis verspricht auch

das neue corporate Design des LVr-industriemuseums:

Das neue erscheinungsbild lässt das

Verbund-Logo des Museums in einem markanten

und freundlichen re-Design wieder aufleben und

wird ergänzt um den claim „entdecken.erleben.Mitmachen“.

Die sechs Museumsschauplätze erhielten

farblich kodierte schauplatz-Logos als ableitungen

des Verbund-Logos, die sich auch in der gestaltung

der schauplatzspezifischen Printmedien wiederfinden.

Das bildkonzept der Medien – vom briefkopf

über Veranstaltungskalender bis hin zum Messestand

– präsentiert sich progressiv und plakativ mit

hohem wiedererkennungswert.

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18

Rheinischer Verein für denkmalpflege

und Landschaftsschutz

Für die Mitglieder des rheinischen Vereins für

Denkmalpflege und Landschaftsschutz sowie

für geladene gäste aus Politik, Verwaltung und

Kultur begann das Jahr 2010 traditionell mit dem

neujahrsempfang am 9. Januar im Landeshaus

des LVr in Köln. Die Festrede hielt der generaldirektor

der generaldirektion Kulturelles erbe

rheinland-Pfalz, Herr Thomas Metz zum Thema

„Kulturelles erbe: aktuelle entwicklungen in

rheinland-Pfalz“.

nahezu 200 Mitglieder haben am 26. und 27. Juni

2010 an der Jahrestagung und Mitgliederversammlung

im Düsseldorfer Malkasten teilgenommen.

LVr-Direktor Harry K. Voigtsberger sprach in

seinem Festvortrag zum Thema „Dem erbe

verpflichtet: Von der Preußischen rheinprovinz

zum Landschaftsverband rheinland“. auf der

Jahrestagung konnten 113 Mitglieder für 25 Jahre

Mitgliedschaft, 32 Mitglieder für 40 Jahre und

sogar 4 Mitglieder für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt

werden. Frau Dipl.-ing. rose wörner und

Herr Dipl.-ing. adolf nitsch wurden zu ehren-

mitgliedern des rVDL gewählt. beschlossen wurde

auf der Tagung die nahezu vollständig überarbeitete

satzung, die das Vereinsgebiet nicht mehr in

einzelne Orts-, Kreis- und regionalverbände,

sondern flächendeckend in regionalverbände

unterteilt. Die begleitenden exkursionen fanden

zu verschiedenen Themen in und um Düsseldorf

statt: Modernes Düsseldorf und aktuelle Positionen

in der Denkmalpflege, Zollfeste Zons und Haus

bürgel, Johann wilhelm schirmer – Vom rheinland

in die welt, gartenkunst am niederrhein und

Kaiserswerth.

2010 konnten gleich drei neue regionalverbände

des rheinischen Vereins gegründet werden:

niederrhein, euskirchen und rhein-erft.

2010 hat der rVDL seine Mitglieder zu insgesamt

112 Veranstaltungen eingeladen. ein Höhepunkt des

Vereinsjahres war das zweitägige burgfest mit

Führungen, rockkonzert und Theateraufführung

am 21. und 22. august auf der vereinseigenen

burgruine Virneburg bei Mayen, das mit dem


www.rheinischer-verein.de

ortsansässigen Verein glücksritter e.V. mit großem

erfolg realisiert werden konnte. am 1. Oktober

fand in Kooperation mit dem LVr-amt für Denkmalpflege

im rheinland, dem bund Heimat und

umwelt in Deutschland,

der Deutschen

gesellschaft für

gartenkunst und

Landschaftskultur e.V.

(DggL) und dem amt

für Landschaftspflege

und grünflächen der

stadt Köln in Köln

eine Fortbildung zum

Thema „wasser – die

seele eines gartens“

als bereits 6. informations-

und Fortbildungsveranstaltung der reihe „Historische

gärten und Parks in privater Hand“ statt.

in Kooperation mit der generaldirektion Kulturelles

erbe rheinland-Pfalz und mit großzügiger unterstützung

der deutschen bundesstiftung umwelt

Exkursion zum Kloster Kamp

(S. 18)

Festredner Harry K. Voigtsberger

bei der Jahrestagung im

Düsseldorfer Malkasten

Abendliche Führung durch

den Garten des Malkastens

veranstaltete der rVDL am 7. und 8. Oktober in der

Zitadelle Mainz eine Tagung zum Thema „Kultur und

natur – ein widerspruch? Historische Festungen:

Denkmalpflege, natur- und Landschaftsschutz“.

„Nachwuchs“

für den Verein:

Der Vorstand

des neuen

Regionalverbandes

Euskirchen

während der Tagung wurden am beispiel der

Festungen Handlungsempfehlungen sowie

interdisziplinäre Lösungen entwickelt, um den

anforderungen von Denkmal- wie naturschutz

gerecht zu werden.

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20

Festungstagung in Mainz Fahrradtour des Kölner Regionalverbandes

Die Sanierungsarbeiten an der Burgruine

Stahlberg in Bacharach-Steeg

wie in den Vorjahren wurden auch in 2010 die sanierungsarbeiten

an der vereinseigenen burgruine

stahlberg in bacharach-steeg fortgeführt. Die aktuellen

Forschungen untermauern den stellenwert

der ruine als einzige nicht überbaute frühmittelalterliche

burg am Mittelrhein. Die nachhaltigen und

modellhaften sanierungsarbeiten an der burgruine

stahlberg führten zur aufnahme der ruine in das

welterbeprogramm des bundes, so dass der rVDL

die einmalige gelegenheit hat, die stahlberg bis

2013 vollständig zu sanieren.

seit über 100 Jahren setzt sich der rheinische

Verein länderübergreifend auf dem gebiet der alten

Preußischen rheinprovinz für die bewahrung,

Pflege, instandsetzung und Präsentation des Kulturerbes

ein. seine Mitglieder erfreuen sich dabei

nicht nur an der schönheit von Denkmälern und

Landschaften, sondern verstehen sich ausdrücklich

auch als Handelnde und Mitstreiter um deren

erhalt. so gelang in der Vergangenheit so manche

konstruktive einflussnahme auf Planungen, unterschutzstellungen

oder stadtentwicklungsprozesse.

Der rheinische Verein wird institutionell vom Landschaftsverband

rheinland gefördert und arbeitet

eng mit den anderen Kulturdienstellen des LVr

zusammen. wir würden uns freuen, wenn auch sie

unsere arbeit unterstützen und Mitglied in unserem

Verein werden. informationen finden sie im internet:

www.rheinischer-verein.de.

gRöSSERE VERANStALtUNgEN

• ausstellung „200 Jahre Melaten“ mit dem

Freundeskreis Melaten anlässlich des 200-jährigen

Jubiläums des Kölner Friedhofs Melaten, 2.7.

• sommerfest des rheinischen Vereins, 21./22.8.

• Tag des offenen Denkmals am 12.9.:

beteiligung mit zahlreichen Führungen

• buchpräsentation zur Tagung „Der niederrhein.

natur- und Kulturerbe“ mit exkursion zu den

arktischen wildgänsen am niederrhein, 10.12.

VERANStALtUNgEN

insgesamt 112 Veranstaltungen, darunter:

• 22 exkursionen, 3 Fahrradtouren, 6 wanderungen,

7 stadtteilrundgänge

• 36 Führungen

• 15 Vorträge

• 16 Denkmaltreffs bzw. Denkmal des Monats

• 1 burgfest

• 1 ausstellung

• 3 Tagungen

• 1 buchpräsentation

• 1 Fortbildungsveranstaltung

KoLLoqUIEN, tAgUNgEN UNd

foRtBILdUNgEN

• Jahrestagung des rheinischen Vereins in

Düsseldorf, 26./27.6.

• Fortbildung zum Thema „wasser – die seele

eines gartens“, 1.10.

• Tagung „Kultur und natur – ein widerspruch?

Historische Festungen: Denkmalpflege, naturund

Landschaftsschutz“, 7./8.10.

• Tagung „bauernhöfe, ländliche bevölkerung und

ihre namen am niederrhein: vom Mittelalter bis zur

gegenwart“, geldern, in Zusammenarbeit mit dem

regionalverband niederrhein und dem LVr-institut

für Landeskunde und regionalgeschichte, 6.11.

PUBLIKAtIoNEN

• Der niederrhein. natur- und Kulturerbe.

ergebnisse der niederrhein-Tagung von 2009

• rheinische Heimatpflege (4 ausgaben im Jahr):

schwerpunkt: Der Landschaftsmaler Johann

wilhelm schirmer

• rheinlandkalender 2011


www.rheinischer-verein.de

Burgfest auf der vereinseigenen Burg Virneburg bei Mayen

• rheinische Kunststätten: claus Lange, Der

Düsseldorfer nordfriedhof; Dieter Krienke, ingelheim

am rhein; Michael Hohmeier und Michael

gechter, Haus bürgel in Monheim am rhein; Leonie

gräfin von nesselrode, ehrenstein im westerwald;

stefan Frankewitz, goch am niederrhein;

godehard Hoffmann und Oliver Meys, Pfarrkirche

christi auferstehung in Köln-Lindenthal; Tankred

stachelhaus, Das essener Moltkeviertel; inge

Zacher, Die evangelische Kreuzkirche in Düsseldorf;

Hermann Josef roth, westerburg – burg und Kirchen;

guido von büren, stephan Hoppe und georg

Mölich, Orte der renaissance im rheinland; walter

buschmann, Zeche und Kokerei Zollverein in essen

• rheinische Landschaften: bruno P. Kremer,

Das untere Mittelrheintal

gUtAchtEN

• Die geschäftsstelle sowie Mitglieder des rVDL

erstellten zahlreiche gutachten, darunter zahlreiche

stellungnahmen als „Träger öffentlicher belange“.

Die Virneburg bei Mayen

PRojEKtE

• sanierung der burgruine stahlberg in bacharachsteeg

• Klosterlandschaft Heisterbach, rhein-sieg-Kreis:

Forschungen zur entstehung und entwicklung des

Zisterzienserklosters Heisterbach und seine gestalterische

auswirkung auf die umgebende Landschaft

im rahmen der regionale 2010.

• „Johann wilhelm schirmer. Vom rheinland in die

welt“, Kooperationsprojekt mit sieben Museen im

rheinland

Rheinischer Verein für denkmal-

pflege und Landschaftsschutz

Ottoplatz 2, 50679 Köln

Tel 0221 809-2805, Fax 0221 809-2141

www.rheinischer-verein.de

Mail: rheinischer-verein@lvr.de

Geschäftsführung: Dr. Heike Gregarek

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22

LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland

rund 100.000 Denkmäler betreuen die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter des LVr-amtes für Denkmalpflege

im rheinland. Von der Zeche Zollverein

– anlässlich des Kulturhauptstadtjahres ruHr.2010

Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen – über die

denkmalwerte Kirche, für die eine neue nutzung

angestrebt wird, bis hin zu den insektenkundlichen

sammlungen in Krefeld – die Vielfalt der Objekte ist

erstaunlich und oft rückt gänzlich unspektakuläres

in den blickpunkt der wissenschaftlerinnen und

wissenschaftler.

Dazu zählte 2010 der Fund von spätgotischen

graffiti in der zu einem ehemaligen Kloster gehörigen

Kirche st. Katharina in Langerwehe-wenau.

Versteckt an einer wand, der ende des 15. Jahrhunderts

ein neuer Dachstuhl vorgebaut wurde,

entdeckten die bauforscherinnen und bauforscher

des Denkmalpflegeamtes in den Putz geritzte geometrische

Formen sowie ritzzeichnungen von 42

Hämmern: Die an der umbaumaßnahme beteiligten

arbeiter der verschiedenen handwerklichen gilden

hinter ließen hier Zeichen ihrer anwesenheit.

eine andere art der Verewigung wählte der Künstler

Derick baegert, indem er sich auf dem st. georgaltar

in der gleichnamigen evangelischen Kirche

in schermbeck selbst porträtierte. Der um 1506

angefertigte, dreiteilige altar wurde 2010 von den

restauratorinnen und restauratoren des Fachamtes

im Zuge konservatorischer Maßnahmen

erstmals auf die werktechnik hin untersucht.

auch unterhalb des sichtbaren, in den Kellern

einer stadt, erzählen gewölbe ihre geschichten. in

der Kölner innenstadt sind sie oft viel älter als die

Häuser darüber. 2010 untersuchten und kartierten

die Mitarbeiter des referates Photogrammetrie

in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule

Köln mehrere römische Keller mit dem Ziel, die

ursprüngliche römische straßenführung in der

nähe des alten rathauses nachzuvollziehen. Die

Fachleute stellten fest, dass wir heute immer noch

auf den gleichen Pfaden wandeln wie die römer –

wenngleich ein paar Meter höher als damals!

Hier ist die nutzung des Ortes über Jahrtausende

die gleiche geblieben.


www.denkmalpflege.lvr.de

Häufiger rückt die geplante umnutzung ein Objekt

ins blickfeld der Denkmalpfleger. so galt es auch

2010 in verstärktem Maße, die umnutzung von Kirchengebäuden

denkmalpflegerisch zu begleiten.

um dabei auch die gemeinhin wenig geschätzten

jüngeren Kirchenbauten entsprechend zu würdigen,

wurde das Projekt „erkennen und bewahren

– Kirchenbau der nachkriegszeit in nordrheinwestfalen“

vorangetrieben. Das Projekt dient der

systematischen und flächendeckenden erfassung

aller nach 1945 errichteten Kirchenbauten, um so

auf der basis des Denkmalschutzgesetzes Maßstäbe

für die bewertung ihrer Denkmalwürdigkeit zu

entwickeln. Mittlerweile steht fest, dass nrw mit

dem Projekt seinem weltweit einzigartigen bestand

an modernen Kirchen gerecht geworden ist. Die

erfassung hat bundesweit signalwirkung. Mit beispielen

gelungener umnutzung wirbt das LVr-amt

für Denkmalpflege im rheinland seit neuestem

mit einer Publikation: „Kirchen im wandel“ zeigt

vom Konzertsaal über das restaurant bis hin zur

Kletterhalle Lösungswege auf, dem Leerstand oder

abriss zu entgehen.

eine umwidmung von Kirchen für nichtchristliche

religionsgemeinschaften wird von Kirchenseite

strikt abgelehnt. es lohnt sich also, auf den

betsaal evangelischer Masuren hinzuweisen, der

Deckenrestaurierung im

Schloss Falkenlust/Brühl (S. 22)

Finissage des Ruhr.2010-Projektes

„Fremde Impulse“ im LVR-Industriemuseum

in Oberhausen

1904 in Duisburg für zugewanderte arbeiterfamilien

eingerichtet wurde und der heute als Yildirimbeyazid-Moschee

wieder eine sakrale nutzung hat.

eines von weit über 80 Denkmälern, die durch das

ruHr.2010-Projekt „Fremde impulse – baudenkmale

im ruhrgebiet“ der Denkmalpflegeämter und

industriemuseen von LVr und LwL in den Fokus der

Öffentlichkeit gerückt wurden:

eine durch das ruhrgebiet tourende, gut besuchte

wanderausstellung, Führungen, das internetportal

www.fremde-impulse.de, eine wissenschaftliche

begleitpublikation sowie eine Kartenbox sensibilisierten

dafür, dass baudenkmale seit der römerzeit

von fremdländischen einflüssen zeugen, mit denen

Menschen verschiedenster nationalitäten bis heute

das ruhrgebiet bereichern.

schließlich waren die Denkmalpflegerinnen und

Denkmalpfleger auch „zu Hause“ nicht untätig:

im Kapitelsaal der abtei brauweiler, dem

Dienstsitz des LVr-amtes für Denkmalpflege

im rheinland, ist seit dem vergangenen sommer

eine Dauerausstellung eingerichtet. Dort sind

nun der einzigartige raum mit seinen beeindruckenden

Fresken sowie artefakte der abteigeschichte

wie Kapitelle und figürliche bauplastiken

im rahmen von Führungen für die Öffentlichkeit

zugänglich.

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24

„Wir töpfern unser Traumdenkmal“ –

Aktion zum Tag der Begegnung in Essen

wEchSELAUSStELLUNgEN

Rheinischer Preis für Denkmalpflege –

Feilenschmiede Felten in Remscheid

• „Fremde impulse – baudenkmale im ruhrgebiet“,

wanderausstellung der Denkmalpflegeämter und

industriemuseen des LVr und LwL anlässlich von

ruHr.2010 an neun Orten im ruhrgebiet sowie in

den Landeshäusern in Köln und Münster

VERANStALtUNgEN

• „Kultur in bewegung – reisen, Handel und

Verkehr“: Tag des offenen Denkmals, besuchertag

im LVr-amt für Denkmalpflege im rheinland

und in der abtei brauweiler (Kooperation mit dem

Verein für geschichte e.V. Pulheim), 12.9., rund

1.800 besucherinnen und besucher

tAgUNgEN/foRtBILdUNgEN

• 10. Kölner gespräch zu architektur und Denkmalpflege,

„Öffentlichkeitsarbeit für die Denkmalpflege“,

7.6., 115 Teilnehmende

• 6. informations- und Fortbildungsveranstaltung

zu historischen gärten und Parks in privater Hand,

„wasser – die seele eines gartens“, 1.10.,

rund 70 Teilnehmende

• 11. Kölner gespräch zu architektur und Denkmalpflege,

„notfallvorsorge und Denkmalschutz“,

15.11., 115 Teilnehmende

PUBLIKAtIoNEN/BUchPRäSENtAtIoNEN

• Fremde impulse – baudenkmale im ruhrgebiet.

Kartenbox hg. vom LVr-amt für Denkmalpflege

im rheinland, LVr-industriemuseum, LwL-amt

für Denkmalpflege in westfalen, LwL-industriemuseum.

coppenrath-Verlag, Münster 2010

• Fremde impulse – baudenkmale im ruhrgebiet.

begleitband hg. vom LVr-amt für Denkmalpflege

im rheinland, LVr-industriemuseum, LwL-amt

für Denkmalpflege in westfalen, LwL-industriemuseum.

coppenrath-Verlag, Münster 2010

• Die ehemalige Ordensburg Vogelsang: architektur

– bauplastik – ausstattung – umnutzung. arbeitsheft

der rheinischen Denkmalpflege 41 von ruth

Altar aus Schermbeck, Detail Teufel

schmitz-ehmke u. Monika Herzog. 4., neu bearbeitete

und erweiterte aufl., wernersche Verlagsgesellschaft,

worms 2010

• Denkmal-Kultur im rheinland. Festschrift für

udo Mainzer zum 65. geburtstag. arbeitsheft der

rheinischen Denkmalpflege 75. Hg. ulrich stevens,

ulrike Heckner in Zusammenarbeit mit norbert

nußbaum, universität zu Köln. wernersche Verlagsgesellschaft,

worms 2010

• Landschaftsgärten im rheinland. Die erfassung

des historischen bestands und studien zur gartenkultur

des „langen“ 19. Jahrhunderts. beiträge zu

den bau- und Kunstdenkmälern im rheinland 37

von rita Hombach. wernersche Verlagsgesellschaft,

worms 2010

• Kirchen im wandel. Veränderte nutzung denkmalgeschützter

Kirchen von Oliver Meys und birgit

gropp. Hg. von der Landesinitiative stadtbauKultur

nrw, dem LVr-amt für Denkmalpflege im rheinland,

dem LwL-amt für Denkmalpflege in westfalen

im auftrag des Ministeriums für wirtschaft,

energie, bauen, wohnen und Verkehr des Landes

nrw, Düsseldorf 2010

• Die goldene Kammer von st. ursula in Köln.

Zu gestalt und ausstattung vom Mittelalter bis zum

barock. arbeitsheft der rheinischen Denkmalpflege

76 von regina urbanek. wernersche Verlagsgesellschaft,

worms 2010

• Denkmalpflege im rheinland. Zeitschrift des

LVr-amtes für Denkmalpflege im rheinland

(4 ausgaben im Jahr)

PRojEKtE

• burgen und schlösser im rheinland: in Kooperation

mit dem europäischen burgeninstitut der

Deutschen burgenvereinigung e.V. werden die

burgenstandorte im rheinland erfasst mit dem Ziel

eines Überblicks über den vorhandenen und untergegangenen

bestand. Die ergebnisse des Projekts

sollen in Datenbanken und internetportalen zugänglich

gemacht werden.


www.denkmalpflege.lvr.de

Tag des offenen Denkmals Kölner Dom, Untersuchung der Chorpfeiler

• inventarisation von gartenhäusern: Dokumentieren

und sammeln von informationen zu gartenhäusern

im rheinland. Von diesen einzigartigen

Häuschen, die oftmals nicht mehr genutzt werden

und somit verfallen, wurden bislang rund 80 Objekte

umfangreich dokumentiert.

• „Denkmalrallye mit willi spürnase“: im auftrag

des Ministeriums für wirtschaft, energie, bauen,

wohnen und Verkehr des Landes nrw werden seit

2010 Kinderrallyes für städte des rheinlandes entwickelt,

beginnend mit den städten Monschau und

nideggen. Das Projekt soll im Frühjahr 2011 vorgestellt

werden.

REStAURIERUNg UNd KoNSERVIERUNg

• Konservatorische Maßnahmen am st. georg-altar

(um 1506) aus der gleichnamigen evangelischen

Kirche in schermbeck, deren zeitgleich durchgeführte

instandsetzung von der restaurierungswerkstatt

ii begleitet wurde.

• betreuung der restaurierung des Kruzifix aus

st. Vincentius in Dinslaken (kurz nach 1300)

• untersuchung der chorpfeilerfiguren und chorschrankenmalereien

im Kölner Dom (um 1320/30)

• betreuung der brühler schlösser: wissenschaftliche

begleitung der restaurierung der stuckdecke

im oberen schlafzimmer von schloss Falkenlust

BERAtUNgEN UNd fAchLIchE

UNtERStützUNg

• beratung und unterstützung der unteren Denkmalbehörden

bei unterschutzstellungen sowie der

unteren und Oberen Denkmalbehörden in denkmalrechtlichen

Fragen

• Fachliche Vor-Ort-betreuung von Denkmaleigentümerinnen

und -eigentümern, architektinnen und

architekten sowie Denkmalbehörden bei allen Konservierungs-,

restaurierungs- und sanierungsmaßnahmen

an und in Denkmälern

• Fachliche beratung beim Denkmalförderprogramm

des Landes nrw

• baugeschichtliche untersuchungen

• erstellen von gutachten, u. a. stellungnahmen als

Träger öffentlicher belange

• service für Forschende: bereitstellung der Fachbibliothek,

des Fotoarchivs und des Planarchivs für

bau- und kunstgeschichtliche Forschungen Dritter

LVR-Amt für denkmalpflege im Rheinland

Ehrenfriedstraße 19, 50259 Pulheim

Tel 02234 9854-500, Fax 02234 8284-2950

Mail: info.denkmalpflege@lvr.de

www.denkmalpflege.lvr.de

Leitung: Landeskonservator

Prof. Dr. Udo Mainzer

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26

LVR-LandesMuseum Bonn

Das LVr-LandesMuseum bonn stellt aufgrund

seiner herausragenden sammlung als einziges

kulturgeschichtliches Museum im rheinland die

geschichtliche entwicklung der region von ihren

anfängen bis zur gegenwart dar. Das Museum ist

eines der führenden archäologischen Forschungsinstitute,

seine restaurierungswerkstätten zählen

zu den modernsten in europa. Durch die Verbindung

mit dem LVr-amt für bodendenkmalpflege ist das

LVr-LandesMuseum archiv für die archäologischen

bodenfunde des rheinlandes.

2010 wurde die kulturgeschichtliche ausstellung

„schöne Madonnen am rhein“ wegen des großen

erfolges bis zum 4. Mai verlängert. Fast 60.000 gäste

sahen die schau, die bedeutende Leihgaben von

großen Museen des in- und auslandes präsentierte.

Die zweite große ausstellung des Jahres, „renaissance

am rhein“, unternahm es unter der schirmherrschaft

der Ministerpräsidentin des Landes nrw,

Hannelore Kraft, zum ersten Mal, Kunst und Kultur

der renaissance am rhein durch rund 350 exponate

von 120 verschiedenen Leihgebern aus dem in- und

ausland mit all ihren aspekten zu präsentieren. Das

LVr-LandesMuseum und der Kooperationspartner

LVr-institut für Landeskunde und regionalgeschichte

positionierten sich durch ausstellung und Katalog

nachhaltig als Forschungsinstitute zur Kulturgeschichte

des rheinlandes. gleichzeitig konnte wie

schon bei den „schönen Madonnen“ durch zahlreiche

exponate aus dem eigenen bestand auf die qualitätvolle

sammlung des LVr-LandesMuseums aufmerksam

gemacht werden.

Mit der Präsentation „wie bilder entstehen –

einblicke in schirmers atelier“ beteiligte sich das

Museum an dem nrw-weiten Verbundprojekt

„Johann wilhelm schirmer – Vom rheinland in

die welt“. im bereich der zeitgenössischen Kunst

wurde neben vier ausstellungen der reihe „szene

rheinland“ die ausstellung „Konrad rufus Müller:

Licht gestalten. Fotografien 1960-2010“ in der

Tradition der großen Fotokunstausstellungen

des Hauses präsentiert. Die ausstellung wurde

anschließend in nürnberg gezeigt, 2011 sind

stationen in München und bayreuth geplant.


www.landesmuseum-bonn.lvr.de

im bereich der Forschung hat das LVr-Landes-

Museum im Jahr 2010 seine arbeit weiter intensiviert.

2010 war der starttermin des auf vier

Jahre angelegten und von der Volkswagenstiftung

finanzierten Projekts zu römischen großbronzen

am unescO-weltkulturerbe Limes. Das Projekt

wird in Kooperation mit dem archäologischen Landesmuseum

baden-württemberg und dem institut

für archäologische wissenschaften der goetheuniversität

Frankfurt am Main realisiert und soll

2014 in eine internationale ausstellung münden.

weitergeführt wurden u. a. die arbeiten im rahmen

der internationalen Forschungsprojekte zum neandertaler

sowie der Doppelbestattung von bonn-

Oberkassel, letztere wird im Jubiläumsjahr 2014

in eine internationale Tagung und eine ausstellung

münden. Das von der gerda-Henkel-stiftung und

dem bundesministerium für bildung und Forschung

unterstützte Projekt zur restaurierung von Funden

aus Felsspaltengräbern des 6.-14. Jahrhunderts

aus der Mongolei, das gemeinsam mit der Vor- und

Frühgeschichtlichen archäologie der universität

bonn und der Fachhochschule für restaurierung

berlin durchgeführt wird, wurde durch weitere

sensationelle Funde u. a. von Filz- und seidendeels

(Kaftanähnliche gewänder) in seiner bedeutung

erheblich aufgewertet. Die Funde werden im Januar

2012 in einer ausstellung gezeigt. sehr erfreulich

ist die bewilligung des Projektes zur neuuntersuchung

des sogenannten Fürstengrabes von Morken,

Gladiatoren vor dem

LVR-LandesMuseum (S. 26)

Im neuen Steinzeitbereich

eine der bedeutendsten fränkischen bestattungen

des rheinlands, und dem dazugehörigen gräberfeld

von bedburg-Königshoven durch die regionale

Kulturförderung des LVr. Dauerhaft engagiert sich

das LVr-LandesMuseum zudem im rahmen der

rettung von archivalien aus dem Kölner stadtarchiv,

die in der gefriertrocknungsanlage vom

wasser befreit werden.

Viele gäste besuchen das LVr-LandesMuseum, um

an einer besonderen Veranstaltung, einer Tagung

oder einer Festivität teilzunehmen: Das Museum

hat sich als Veranstaltungsort in bonn fest etabliert.

so wurden im LVr-LandesMuseum 2010 der

Katholische Medienpreis und der Postbank Finance

award verliehen.

innerhalb des LVr-Museumsverbundes wurden

zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen für das

Max ernst Museum brühl des LVr sowie das LVr-

LandesMuseum bonn konzipiert und durchgeführt:

„Kindermatinée“, „ab zu Max“ oder „Vatertag“. sehr

erfolgreich waren die Familientage, die kindgerecht

Museumsinhalte vermitteln und auch dem Kulturinteresse

erwachsener rechnung tragen. Die Kombination

von Vorträgen und Konzerten sorgte für gute

besucherzahlen ebenso wie die interdisziplinären

angebote für erwachsene wie „renaissancetanz“,

buchbinden oder zahlreiche generationsübergreifende

angebote.

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28

In der Restaurierungswerkstatt

des LVR-LandesMuseums

wEchSELAUSStELLUNgEN

Vergoldeter Daumen einer Großbronze aus Bonn

• Marcus caelius – Tod in der Varusschlacht,

24.9.2009-24.1.2010

• schöne Madonnen am rhein, 26.11.2009-

24.5.2010

• Konrad rufus Müller: Licht gestalten. Fotografien

1960-2010, 23.3.-30.5.2010

• wie bilder entstehen – einblicke in schirmers

atelier, 16.5.2010-16.1.2011

• axel Thünker – Fotografien, 10.6.-8.8.2010

• renaissance am rhein, 16.9.2010-6.2.2011

• auslöser drücken – impulse geben,

7.10.-25.11.2010

und vier ausstellungen in der reihe

„szene rheinland“

foRSchUNgSPRojEKtE

• römische großbronzen am unescO-welterbe

Limes. Kooperationsprojekt mit dem Limesmuseum

aalen und dem archäologischen institut der

universität Frankfurt gefördert durch die Volkswagenstiftung

• Felsspaltengräber des 6.-9. Jahrhunderts aus der

Mongolei mit einzigartiger erhaltung organischer

Objekte. Präsentation im rahmen der ausstellung

„steppenkrieger der Mongolei“, 25.1.-29.4.2010,

gefördert durch die gerda-Henkel-stiftung und das

bundesministerium für bildung und Forschung

• internationales Forschungsprojekt zur spätpaläolithischen

Doppelbestattung von bonn-Oberkassel,

gefördert durch die Fritz Thyssen stiftung und die

regionale Kulturförderung des LVr

• Provenienzforschung zu den gemäldebeständen

des LVr-LandesMuseums, gefördert durch Mittel

der bundesrepublik Deutschland

• aufbau einer digitalen Handbibliothek Hermann

schaaffhausen in Kooperation mit der Deutschen

Zentralbibliothek für Medizin

Renaissance am Rhein

KoNSERVIERUNg UNd REStAURIERUNg

• Durchführung und betreuung von restaurierungsmaßnahmen

(siersdorfer Lettner) im rahmen

der Vorbereitung der ausstellung „renaissance am

rhein“

• restaurierung von „Madonnen des schönen stils“,

gefördert von der staatskanzlei des Landes nordrhein-westfalen

• umfangreiche Vorbereitungsarbeiten für die im

März 2010 eröffnete archäologische Landesausstellung

„Fundgeschichten – archäologie in nordrheinwestfalen“

im römisch-germanischen Museum in

Köln

• restaurierung frühmittelalterlicher gräber aus

dem rheinischen braunkohlenrevier

• Konservierung und restaurierung des spätrömischen

sarkophags aus Zülpich-enzen

• Konservierung einer bandkeramischen Frauenbestattung

mit für das rheinland außergewöhnlich

guter Knochenerhaltung aus Düren-arnoldsweiler

PUBLIKAtIoNEN

• bonner Jahrbücher band 208, 2008, bonn 2010

• Daniel schyle nach wissenschaftlichen Vorarbeiten

von Jürgen weiner: Der Lousberg in aachen.

ein jungsteinzeitlicher Feuersteintagebau mit

beilklingenproduktion. Mit beiträgen von

Jürgen weiner, eugen Klein, Patrick Vaughan (†),

werner schoch und Hans-Peter uerpmann.

rheinische ausgrabungen band 66

• erich claßen: siedlungen bandkeramischer Zeit

bei Königshoven. rheinische ausgrabungen band

64. Herausgegeben vom LVr-amt für bodendenkmalpflege

im rheinland. erscheint anfang 2011

• berichte aus dem LVr-LandesMuseum bonn

01/2010

• Petra siering: Vier seiten eines blocks.

skulptur und Malerei, ausstellungskatalog

• Konrad rufus Müller: Licht gestalten.

Fotografien 1960-2010, ausstellungskatalog


www.landesmuseum-bonn.lvr.de

Kostümführung zur Renaissance Kinder im Museum Tafelschiff aus dem Besitz des Kurfürsten Jakob III.

von Eltz: Highlight in der Renaissance Ausstellung

• christoph Pöggeler: ... schläft ein bild in allen

Dingen, ausstellungskatalog

• axel Thünker: Zeitspuren. Fotografien,

ausstellungskatalog

• renaissance am rhein, ausstellungskatalog

• annette sauermann: MOVeD bY LigHT,

ausstellungskatalog

• auslöser drücken – impulse geben

• anke erlenhoff, ausstellungskatalog

MUSEUMSPädAgogIK

• neueinführung eines Museumsbusses für schulklassen

mit unterstützung der sparkasse Kölnbonn

und den stadtwerken bonn bus und bahn.

es wurden 64 schulklassen mit 1.534 Kindern ins

Museum befördert.

• Mitmachbereiche für Kinder und Familien zum

Thema „steinzeit“ (indoor und saisonal auch

outdoor) zur neuen Dauerausstellungsabteilung

„neandertaler & co.“ sowie zur sonderausstellung

„renaissance am rhein“

• Kinderhefte zu „neandertaler & co.“ und zur

„renaissance am rhein“

• Zeitschrift „Jule“ zu „neandertaler & co.“ sowie

„renaissance am rhein“. Materialheft für den

biologieunterricht der sekundarstufe ii zur Humanevolution

zur abteilung „neandertaler & co.“

• audioguide-Führung (deutsch, englisch und

für Kinder) zu „neandertaler & co.“ und (deutsch

für erwachsene und Kinder) zur ausstellung

„renaissance am rhein“

• einführung von neuen Multimediageräten mit

audioführungen zur Dauerausstellung und einer

gebärdensprachführung durch die Dauerausstellung

für gehörlose besucherinnen und besucher

• entwicklung und angebot von Führungsangeboten

mit gebärdensprachdolmetscher

• entwicklung von erlebnisführungen in historischem

gewand zur „renaissance am rhein“

• 21 unterschiedliche Themenführungsangebote

zur Dauerausstellung sowie spezielle Führungsangebote

zu sonderausstellungen für erwachsenengruppen

und schulklassen

LVR-LandesMuseum Bonn

Colmantstraße 14 - 18, 53115 Bonn

Tel 0228 2070-0, Fax 0228 2070-299

Mail: landesmuseum-bonn@lvr.de

www.landesmuseum-bonn.lvr.de

Leitung: Dr. Gabriele Uelsberg

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30

LVR-Amt für Bodendenkmalpflege

im Rheinland

Das rheinland gehört zu den fundreichsten regionen

europas. sein reiches archäologisches und

paläontologisches Kulturerbe zu schützen und zu

pflegen, zu erfassen und zu erforschen, zu dokumentieren

und zu bewahren und der Öffentlichkeit

bekannt und zugänglich zu machen, ist aufgabe des

LVr-amtes für bodendenkmalpflege im rheinland.

auf grundlage des Denkmalschutzgesetzes nrw

nimmt es als unabhängiges Fachamt und regionaler

Dienstleister, aber auch als Forschungseinrichtung

die gesetzlichen belange von bodendenkmalpflege

und -schutz wahr. beratend und unterstützend steht

das LVr-amt für bodendenkmalpflege im rheinland

unteren und Oberen Denkmalbehörden, den

Kommunen und bürgerinnen und bürgern zur seite

und ist als Träger öffentlicher belange „anwalt“

der bodendenkmäler.

Mit weltweit seltenen, artenreichen Pflanzenresten

überraschten die Paläontologen 2010. sie stießen in

den ca. 100 Mio. Jahre alten kreidezeitlichen Karstfüllungen

im raum wülfrath auf winzige, in allen

Details überlieferte blüten von ursprünglichen

blütenpflanzen. Das Jahr 2010 hielt jedoch auch

einige archäologische sensationen bereit: den ältesten

Klebstoff Mitteleuropas – birkenpech auf gleich

83 steinartefakten des 120.000 Jahre alten rastplatzes

in inden-altdorf – und das mit 7.000 Jahren

älteste bauernhaus im linksrheinischen rheinland.

Der exzeptionelle Fundplatz von Düren-arnoldsweiler

lieferte zudem den zweiten erhaltenen, jungsteinzeitlichen

Holzbrunnen und das bislang größte

gräberfeld mit skeletterhaltung dieser Zeit im

rheinland. auch die beiden erstmalig im hiesigen

gebiet nachgewiesenen jungsteinzeitlichen gräber

der großgartacher Kultur aus erftstadt-Lechenich

waren eine Überraschung.

Völlig neue erkenntnisse zur metallzeitlichen besiedlung

erbrachten die ausgrabungen im indetal:

nicht nur die ungewöhnliche siedlungsdichte,

sondern auch zwei befestigte Herrenhöfe und ein

bislang hier unbekannter bronzezeitlicher Haustyp

sind einzigartig. unerwartete einblicke in das Leben

der römischen Legionskommandanten von bonn

eröffnete deren luxuriös ausgestattetes wohnhaus.


www.bodendenkmalpflege.lvr.de

wie wandmalereien, architekturteile, ein separa-

tes bad, figürliche bronzen, importgüter und auch

frauenspezifische gegenstände zeigen, mussten die

höchsten Militärs auf nichts verzichten. unverhoffte

mittelalterliche befunde und Funde kamen bei grabungen

auf dem areal der 799 gegründeten ehemaligen

benediktinerabtei in essen-werden ans Licht.

neben steinernen abwassersystemen beeindruckte

ein aufgestauter, kurz nach 900 zugeschütteter Teich

mit hervorragender erhaltung von Holzgefäßen und

Lederschuhen. unbekanntes aus dem Düsseldorfer

untergrund förderten die aufschlüsse durch das

u-bahn-Projekt „wehrhahn-Linie“ zutage, die

das wissen um die ehemalige renaissancezeitliche

Landesfestung und residenzstadt Düsseldorf

deutlich mehrten.

ein Höhepunkt nordrhein-westfälischer

archäologie ist alle fünf Jahre die Landes

ausstellung, die 2010 unter dem

Titel „Fundgeschichten. archäologie

in nordrhein-west falen“ im römischgermanischen

Museum in Köln stattfand.

Das große gemeinschafts projekt

der archäologischen einrichtungen von

LVr, LwL und der stadt Köln – unter Feder führung

des Ministeriums für wirtschaft, energie, bauen,

wohnen und Verkehr – zog rund 150.000 besucher

in ihren bann.

Vergangenheit für die Öffentlichkeit erlebbar zu

machen, ist auch ein anliegen des regionale 2010-

Projektes „erlebnisraum römerstraße agrippastraße

| Via belgica“. Mit der scheckübergabe in

Skelett „Lilith“ aus

Düren-Arnoldsweiler (S. 30)

Römische Villa im

Braunkohlentagebau Inden

Höhe von 6 Mio. euro durch regierungspräsidentin

gisela walsken an die LVr-Direktorin ulrike Lubek

fiel für die LVr-bodendenkmalpflege der startschuss

zur umsetzung dieses interkommunalen

netzwerkvorhabens.

seit 20 Jahren unterstützt die „stiftung zur Förderung

der archäologie im rheinischen braunkohlenrevier“

die bodendenkmalpflege. anlässlich des

Jubiläums 2010 legte das amt mit „braunkohlenarchäologie

im rheinland“ einen wissenschaftlichen

Tagungsband zu ausgewählten stiftungsprojekten vor

und betreute ein besonderes archäologisches buch:

„angebaggert“ von carl Dietmar mit 20 geschichten

zu Fundplätzen und Funden im rheinischen braunkohlenrevier,

das breiten anklang findet.

Startschuss

für den

Erlebnisraum

Römerstraße

auf sehr positive resonanz bei Laien wie Fachleuten

stießen die vielfältigen Veranstaltungen der LVrbodendenkmalpflege.

Die erfolgreiche „archäologietour

nordeifel“ und die beliebten Tage der offenen

Tür und archäologie, die ausstellung „Fundort

rheinland“ in siegburg, aber auch außerschulische

Lernprogramme, das internationale workcamp für

Jugendliche sowie Tagungen und Vortragsreihen

lockten zahlreiche archäologie-interessierte.

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Archäologietour Nordeifel 2010: neu entdeckter

römischer Burgus in Nettersheim

AUSStELLUNgEN

• Fundgeschichten. archäologie in nordrhein-west-

falen (als Mitveranstalter), römisch-germanisches

Museum der stadt Köln, 18.3.2010-2.1.2011

• Fundort rheinland, Kreishaus siegburg,

7.5.-30.5.2010

• erlebnisraum römerstraße: wanderausstellung in

Jülich, rövenich, nideggen, bonn

• Fund des Monats: Jeden Monat präsentieren das

LVr-amt für bodendenkmalpflege im rheinland

und das LVr-LandesMuseum bonn einen besonderen

neufund im Foyer des Museums.

gRöSSERE VERANStALtUNgEN

118 Veranstaltungen mit mehreren Tausend Teilnehmenden,

darunter:

• Projekttag in Kloster Heisterbach mit rund

1.200 besuchern, 8.5.

• Tag der offenen Tür, außenstelle nideggen: „unterwegs

in allen Zeiten: reisen, Handel, Transport

und Verkehr im spiegel der archäologie“ mit rund

1.250 besuchern, 20.6.

• 17. Tag der archäologie, außenstelle Titz in

Zusammenarbeit mit der stiftung zu Förderung der

archäologie im rheinischen braunkohlenrevier mit

über 1.500 besuchern, 4.9.

• Tag des Offenen Denkmals, ausgrabung im

Legionslager bonn mit rund 400 besuchern, 12.9.

• archäologietour nordeifel 2010 mit rund 3.500

besuchern, 3.10.

Steinzeitlicher Klebstoff: 120.000 Jahre alte Steingeräte

aus Inden-Altdorf mit Birkenpechresten

tAgUNgEN

• Jahrestagung „archäologie im rheinland – ausgrabungen,

Forschungen und Funde 2009“ im LVr-

LandesMuseum bonn, 400 Teilnehmende, 1./2.2.

• expert meeting „The outstanding universal value and

the feasibility of a joint nomination as a world heritage

site of the Lower german Limes – Limes germaniae

inferior“ im LVr-römerMuseum Xanten, 10./11.3.

• Tagung „archäologische Forschungen im rheinland

– ergebnisse universitärer abschlussarbeiten

2009“ im LVr-LandesMuseum bonn, 72 Teilnehmende,

28.10.

Wandmalerei aus dem Wohnhaus der römischen

Legionskommandanten von Bonn

PUBLIKAtIoNEN

6 Publikationen eigenständig oder in Zusammenarbeit

mit anderen einrichtungen, darunter:

• archäologie im rheinland 2009, stuttgart 2010

• Fundgeschichten. archäologie in nordrheinwestfalen,

Mainz 2010

• c. Dietmar, angebaggert. archäologie im

rheinischen braunkohlenrevier, Mainz 2010

• braunkohlenarchäologie im rheinland. Materialien

zur bodendenkmalpflege im rheinland 21,

weilerswist 2010

• bonner Jahrbücher 208, 2008, bonn 2010

• D. schyle, Der Lousberg in aachen. rheinische

ausgrabungen 66, Mainz 2010

AUSgRABUNgEN

Das LVr-amt für bodendenkmalpflege im rheinland

führte 241 ausgrabungen und untersuchungen

sowie 580 betreuungen von 167 Drittmaßnahmen

durch. auswahl:

• geilenkirchen-beeck, Kreis Heinsberg: jungpaläolithische

Freilandstation

• inden, Kreis Düren: paläolithische rastplätze,

bronze- und eisenzeitliche siedlungen sowie zwei

römische Villen im indetal

• Merzenich-Morschenich, Kreis Düren: jungsteinzeitliche

großsiedlung mit gräberfeld

• bergheim-Paffendorf, rhein-erft-Kreis: spätbronze-

und eisenzeitliches gräberfeld

• weeze-Vorselaer, Kreis Kleve: ländliche römerzeitliche

siedlung mit einheimischen eisenzeitlichen

Traditionen

• bedburg-Hau, steincheshof, Kreis Kleve: neu entdecktes

römisches Lager nach geophysikalischen

Messungen der universität zu Köln

• bonn: wohnhaus (Praetorium) der römischen Legionskommandanten;

Töpfereibezirk mit weihestein

eines Töpfereibesitzers in der Zivilsiedlung; karolingischer

Kirchenbau am brassertufer

• bonn-bechlinghoven: größte merowingische siedlung

des rheinlands mit bislang 79 Häusern

• erkelenz-immerath, Kreis Heinsberg: mittelalterlich-neuzeitliche

wasserburg Haus Pesch


www.bodendenkmalpflege.lvr.de

Archäologische Landesausstellung

„Fundgeschichten“ (Heisterbach)

• Zisterzienserkloster Heisterbach, rhein-sieg-

Kreis: hochmittelalterlicher Hof und bislang

unbekannte bauten der barocken Klosteranlage

• Pulheim-brauweiler, rhein-erft-Kreis: hochmittelalterliche

Laiensiedlung vor der ehem.

benediktinerabtei

• schermbeck, Kreis wesel: spätmittelalterlichfrühneuzeitliche

Landwehr

ANtRägE AUf UNtERSchUtzStELLUNg

• Für 58 bodendenkmäler wurden anträge auf

unterschutzstellung bei den unteren Denkmalbehörden

eingereicht.

gUtAchtEN

• Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erstellten

knapp 4.000 gutachten, darunter zahlreiche stellungnahmen

als „Träger öffentlicher belange“.

PRojEKtE UNd KooPERAtIoNEN (auswahl)

• iT-Projekte: bODeOn und VesPa

• archeoregion nordeifel

• erlebnisraum römerstraße agrippastraße |

Via belgica

• Klosterlandschaft Heisterbach in Kooperation mit

der regionale 2010

• bestandserhebung niedergermanischer Limes

• Our way to europe. Transdisziplinärer, DFggeförderter

sonderforschungsbereich zu Fragen

der ausbreitung und wanderung von Menschen

• corpus römerzeitlicher Funde im barbarikum

• KennenLernenumwelt. außerschulisches

Lernprogramm mit schwerpunkt archäologie

7.000 Jahre alter hölzerner Kastenbrunnen

aus Düren-Arnoldsweiler

Ferienaktion auf Burg Nideggen, Kreis Düren

und geschichte, außenstelle Overath in Zusammenarbeit

mit der regionale 2010

• cOMenius-Programm (eu-bildungsprogramm

für lebenslanges Lernen) „römische Vergangenheit

und europäische identität“ in Zusammenarbeit mit

dem gymnasium Hückelhoven

LVR-Amt für Bodendenkmal -

pflege im Rheinland

Endenicher Straße 133, 53115 Bonn

Tel 0228 9834-0, Fax 0228 9834-119

Mail: bodendenkmalpflege@lvr.de

www.bodendenkmalpflege.lvr.de

Leitung: Prof. Dr. Jürgen Kunow

AUSSENSTELLE NIDEGGEN

Zehnthofstraße 45, 52385 Nideggen

Tel 02425 9039-0, Fax 02425 9039-0

Leiterin: Petra Tutlies M.A.

AUSSENSTELLE OVERATH

Gut Eichthal, 51491 Overath

Tel 02206 9030-0, Fax 02206 9030-22

Leiter: Dr. Michael Gechter

AUSSENSTELLE TITZ

Ehrenstraße 14, 52445 Titz-Höllen

Tel 02463 9917-0, Fax 02463 9917-160

Leiter: Dr. Udo Geilenbrügge

AUSSENSTELLE XANTEN

Augustusring 3, 46509 Xanten

Tel 02801 77629-0, Fax 02801 77629-33

Leiterin: Dr. Julia Obladen-Kauder

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34

LVR-Archivberatungs- und fortbildungszentrum

ARchIVBERAtUNg

Der service des LVr-archivberatungs- und Fortbildungszentrums

(LVr-aFZ) wurde im Jahr 2010 von

zahlreichen Kommunal-, Privat- und wirtschaftsarchiven

im rheinland in anspruch genommen.

einen inhaltlichen schwerpunkt bildete dabei die

erstellung von schadensbildanalysen als Dienstleistung.

Verbunden mit der Möglichkeit, geschädigte

archivalien in den werkstätten des LVr-aFZ

restaurieren und im rahmen der Landesinitiative

entsäuern zu lassen, handelt es sich hierbei um

ein angebot, das bundesweit einzigartig ist und von

vielen rheinischen archiven genutzt wurde.

BEStANdSERhALtUNg

neben der Landesinitiative substanzerhalt mit

rund 1,05 Mio. entsäuerten Dokumenten zählten

erneut die Hilfsmaßnahmen zur rettung der

archivalien des Historischen archivs der stadt

Köln zu den schwerpunkten in 2010. Hier war

insbesondere der bereich bestandserhaltung

gefordert. eigens zu diesem Zweck eingestellte

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter standen den

Kölner Kolleginnen und Kollegen bei der identifizierung

und schadensklassifizierung in den verschiedenen

„asylarchiven“ zur seite, in denen gerettete

unterlagen zwischengelagert sind. Die brauweiler

restaurierungswerkstatt leistete mit der Trockenreinigung

stark geschädigten Materials wichtige

Vorarbeiten zur rekonstruktion der geborgenen

stücke.

foRtBILdUNg

Das Thema „notfallvorsorge“ stand im bereich

Fortbildung im Fokus. aber auch die anderen,

eng am bedarf der archive und bibliotheken

orientierten angebote des Fortbildungszentrums

fanden lebhaften Zuspruch. Mit etwa 180 Teilnehmenden

war der in bonn veranstaltete rheinische

archivtag zum Thema „standards und normen

im alltag der archive“ überdurchschnittlich gut

besucht. ebenso viele besucherinnen und besucher

aus den bereichen Museum und bibliotheken

lockte die jährliche Mai-Tagung (museums and

the internet), die 2010 im germanischen nationalmuseum

in nürnberg stattfand.


www.afz.lvr.de

ARchIV dES LVR

Das archiv des LVr hatte mit nahezu 2.000 nutzungen

einen erheblichen anstieg an anfragen und

persönlichen besuchen zu verzeichnen. Über das

„alltagsgeschäft“ hinaus konnte unter anderem das

beim archiv des LVr angesiedelte Forschungsprojekt

zur geschichte der Heimerziehung abgeschlossen

werden. Mit dem erscheinen der Publikation

zu dem gesellschaftspolitisch intensiv diskutierten

Thema wurde ein weiterer beitrag zur erforschung

der geschichte des LVr geleistet.

beteiligung an und Konzeption von ausstellungen

aus beständen des archivs gehören ebenfalls zum

aufgabenspektrum. so wurde zum beispiel mit einer

kleinen sonderausstellung an den 100. geburtstag

des ehemaligen Landesdirektors udo Klausa

(1954-1975) erinnert.

LVR-KULtURzENtRUM ABtEI BRAUwEILER

Mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen und

angeboten konnte das LVr-Kulturzentrum abtei

brauweiler im Jahr 2010 seine attraktivität weiter

steigern. Mit der eröffnung des infopunktes im

eingangsbereich zur barocken Prälatur steht besucherinnen

und besuchern seit März 2010 eine erste

anlaufstelle zur Orientierung zur Verfügung. neben

umfangreichen neuen informationsmaterialien zur

geschichte der abtei und ihren sehenswürdigkeiten,

zu Veranstaltungen und Publikationen ist hier

auch der Film „Die Früchte des Maulbeerbaums“

zu sehen, der die wesentlichen aspekte der fast

1.000-jährigen geschichte auf unterhaltsame weise

darstellt.

Der neu eröffnete Info-Punkt

in der Abtei Brauweiler (S. 34)

Archiv des LVR und LVR-Kulturmobil

beim Tag der Archive im März 2010

Teilnehmende der NRW-Radtour bei ihrer Station

im LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler

gEdENKStättE BRAUwEILER

Zum viel besuchten angebot gehört auch die gedenkstätte

brauweiler auf dem gelände des LVr-

Kulturzentrums abtei brauweiler, die seit 2008

mit ihrer dokumentarischen Dauerausstellung an

die nationalsozialistische Vergangenheit der ehemaligen

arbeitsanstalt brauweiler erinnert. Dem

gedenken an die in brauweiler in gestapo-Haft erschossene

Zwangsarbeiterin widmete sich 2010 die

sonderausstellung „gedenkbuch für nina sawina“.

Von der Kunst- und Museumsbibliothek der stadt

Köln angeregt und in Zusammenarbeit mit der alanus

Hochschule für Kunst und gesellschaft in alfter

durchgeführt, zeigte die ausstellung künstlerische

arbeiten von studierenden der alanus-Hochschule

und weiteren Künstlern. Öffentliche Führungen,

Veranstaltungen und Publikationen zum Thema

ergänzten das angebot.

wEchSEL- UNd wANdERAUSStELLUNgEN

• „gedenkbuch für nina sawina. arbeiten von studierenden

der alanus Hochschule für Kunst und

gesellschaft, alfter, und anderen Künstlern“,

gedenkstätte brauweiler, 23.9.-9.11.2010

• „rheinische wehemütter. 200 Jahre Hebammenausbildung

– Professionalisierung – Disziplinierung“,

Düsseldorf, bundeskongress der Deutschen

Hebammen, 8.-13.5.2010

• „riss durchs Leben. erinnerungen ukrainischer

Zwangsarbeiterinnen im rheinland“, berlin, Topographie

des Terrors, Dokumentationszentrum ns-

Zwangsarbeit, bis Juni 2010; essen, Landgericht,

sept.-Okt. 2010; Mädchen-gymnasium borbeck,

essen, Okt.-Dez. 2010

• „Dirigent eines großen Orchesters. udo Klausa

zum 100. geburtstag“, LVr Köln, Okt.-Dez. 2010

35


36

Grußwort des Staatssekretärs für Kultur des

Landes NRW, Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff,

zur Tagung „Von der Hand zur Maschine“, 22.4.2010

gRöSSERE VERANStALtUNgEN

• Teilnahme des LVr-aFZ am Tag der archive im

Verbund mit 33 Kölner archiven. Köln, straßenbahnmuseum

Thielenbruch, 6.3.

• Teilnahme des archivs des LVr am Tag der archive,

7.3.

VERANStALtUNgEN IM LVR-

KULtURzENtRUM ABtEI BRAUwEILER

• ausstellung „Jürgen schmitz – städte und Landschaften

des rheinlandes“, Veranstaltung des

Freundeskreises abtei brauweiler e.V. (Fab),

27.2.-21.3.

• Festival „streams“, Veranstaltung des Fab,

15.-18.4.

• Teilnahme der gedenkstätte brauweiler am

internationalen Museumstag, 16.5.

• station der nrw-radtour, 16.7.

• 22. Kunsttage des rhein-erft-Kreises, 28./29.8.

• classic nights 2010, Veranstaltung des Fab, Organisation

zusammen mit dem Fab, 3., 4. und 10.9.

• Teilnahme der gedenkstätte brauweiler am Tag

des offenen Denkmals, 12.9.

• Theateraufführungen der ehemaligen Klosterspieler

im wirtschaftshof: Mysterienspiel „Jedermann

– Das spiel vom sterben des reichen Mannes“,

Juni/Juli

• brauweiler wochenende (brauweiler Fachgeschäfte)

mit abteifest der brauweiler Karnevalsfreunde,

3./4.7.

• erntedankfest des Ministeriums für Klimaschutz,

umwelt, Landwirtschaft, natur- und Verbraucherschutz

des Landes nrw, 1.10.

• ausstellung, „behind the looking glass“, Fab mit

Provinzial, 5.11.-28.11.

• nikolausmarkt der brauweiler Fachgeschäfte auf

dem abteigelände, 4./5.12.

KoLLoqUIEN UNd tAgUNgEN

• Tagung „Von der Hand zur Maschine. sachstand

Ausstellung zu Udo Klausa (l.) Seminar zur Notfallvorsorge im LVR-Kultur -

zentrum Abtei Brauweiler im Mai 2010

und Perspektiven moderner Konservierungsmöglichkeiten

von archiv- und bibliotheksgut“, 22./23.4.,

brauweiler

• Mai-Tagung (museums and the internet), 20./21.5.,

germanisches nationalmuseum nürnberg

• 44. rheinischer archivtag: „standards und

normen im alltag der archive“, 10./11.6.,

bonn-bad godesberg

foRtBILdUNg/SEMINARE

• Das LVr-Fortbildungszentrum führte 13 Veranstaltungen

mit 751 Teilnehmenden durch. Hauptzielgruppe

waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

aus rheinischen archiven.

PUBLIKAtIoNEN

• LVr-archivberatungs- und Fortbildungszentrum:

architektur im archiv. Der archivische umgang mit

Überlieferungen aus den bereichen architektur,

stadtplanung und ingenieurwesen. Tagung am

11. und 12. september 2007 in der abtei brauweiler,

archivhefte bd. 39, bonn 2010

• Die urkunden des archivs von schloss Frens.

regesten, band i: 1316-1565, bearb. von Dieter

Kastner (inventare von rheinischen adelsarchiven

bd. 50), Habelt-Verlag, bonn 2009

• Online-Publikation: zeitenblicke 9 (2010), nr. 1.

adel in der sattelzeit: Die rhein-Maas-region

und westfalen, hg. von gudrun gersmann,

Michael Kaiser und Hans-werner Langbrandtner.

www.zeitenblicke.de/2010/1

• Verspätete Modernisierung. Öffentliche erziehung

im rheinland − geschichte der Heimerziehung in

Verantwortung des Landesjugendamtes (1945-1972),

hg. vom LVr-archivberatungs- und Fortbildungszentrum,

archiv des LVr. Klartext Verlag essen 2010.

• Josef wißkirchen: gedenkort Friedhof brauweiler.

schriften zur gedenkstätte brauweiler bd. 1,

hg. vom LVr-archivberatungs- und Fortbildungszentrum,

Pulheim 2010


www.afz.lvr.de

Führung durch die Ausstellung „Gedenkbuch für Nina Sawina“

• LVr-archivberatungs- und Fortbildungszentrum

(Hg.): gedenkbuch für nina sawina. arbeiten von

studierenden der alanus Hochschule für Kunst und

gesellschaft, alfter, und anderen Künstlern (Katalog

zur ausstellung in der gedenkstätte brauweiler),

Pulheim 2010

BESoNdERE PRojEKtE

• adelsarchivpflege: abschluss der erweiterung

des Magazins der Vereinigten adelsarchive im

rheinland auf schloss ehreshoven mit Mitteln

der nrw-stiftung, 13.12.2010

• archiv des LVr: „erlebnis archiv“. 53 studierende

an rheinischen universitäten ließen sich an insgesamt

vier seminartagen und einem vierwöchigen

Praktikum in rheinischen archiven in die archivarbeit

einführen.

REStAURIERUNg/KoNSERVIERUNg

• abgeschlossene auftragsrestaurierungen: 73 Objekte

für Kunden aus den nichtstaatlichen archiven

• 292 beratungen, 724 beratungsstunden

• 26 gutachten

• Landesinitiative substanzerhalt: 1.045.567 versäuerte

Dokumente sind im Technischen Zentrum für

bestandserhaltung und den unterzentren Duisburg

und siegburg vor- und nachbereitet worden.

• Für das Historische archiv der stadt Köln wurden

„Raum eines Lebens“ (Detail). Papierobjekt der Künstlerin

Mona Kakanj zur Ausstellung „Gedenkbuch für Nina Sawina“

18.364 bergungseinheiten erfasst und die inhalte

von 219 archivkartons trocken gereinigt.

• 37 beratungen für das schadenskataster

BERAtUNgSLEIStUNgEN

• Die referentinnen und referenten erbrachten

für die archive im rheinland insgesamt 2.878 beratungsleistungen,

die von einfachen auskünften

bis hin zu mehrtägigen unterstützungen reichten.

außerdem waren sie in die Veranstaltungen des

Fortbildungszentrums eingebunden.

ARchIV dES LVR

• Die Zahl der nutzungen des archivs des LVr

stieg 2010 auf rund 2.000 schriftliche anfragen und

nut zun gen vor Ort an, wobei sowohl einzelpersonen

als auch schulklassen das angebot zur recherche

nutzten.

LVR-Archivberatungs- und

fortbildungszentrum

Ehrenfriedstraße 19, 50259 Pulheim

Tel 02234 9854-0, Fax 02234 9854-285

Mail: afz@lvr.de

www.afz.lvr.de

Leitung: Dr. Arie Nabrings

37


38

LVR-Institut für Landeskunde und

Regionalgeschichte

Die abteilung stadt- und Landesgeschichte des

LVr-instituts für Landeskunde und regionalgeschichte

ging am 30.9.2010 mit dem internetportal

www.rheinische-geschichte.lvr.de online. Das

erste chronologisch, geographisch und thematisch

gegliederte informationssystem bietet für eine

breite Öffentlichkeit eine umfassende „rheinische

geschichtsschau“. was erlebten und erleben die

rheinländerinnen und rheinländer in mehr als

zweitausend Jahren? wie veränderten sich Kultur,

Politik, wirtschaft und Kirche am rhein und wie

veränderten sie das rheinland? wer waren die

mächtigsten und volkstümlichsten, berühmtesten

und berüchtigsten rheinischen Persönlichkeiten?

welche Orte und räume stehen für die Landschaft

zwischen nahe und niederrhein? auf diese Fragen

und andere mehr finden sich antworten in den

rubriken des Portals: epochen und ereignisse,

Persönlichkeiten, Orte und räume, Themen, Literaturschau,

Quellen und Links, ergänzt durch Kalenderblätter

zu historischen ereignissen oder Persönlichkeiten

und ein ausführliches glossar.

Die Kooperationen der abteilung Volkskunde haben

vielfältige Früchte getragen: Die ausstellung „Dem

Licht entgegen“ des LVr-Freilichtmuseums Lindlar

wurde unterstützt und in einer buchpublikation

vertieft. eine enge Verbindung entwickelte sich zum

Fischereimuseum bergheim/sieg mit dem Filmprojekt

„Von Fischen und Männern“. sieben Medienstationen

der Dauerausstellung wurden mit Kurzfilmen

bestückt. ebenfalls wurden Medienbeiträge für die

LVr-Freilichtmuseen Kommern und Lindlar, das

neue rautenstrauch-Joest-Museum, das Haus

Deutscher geschichte und die bundeszentrale für

politische bildung erstellt. Der Film „im sommer

näher am Himmel“ über den ersten Friedwald im

rheinland dokumentiert die aktuellen Forschungen

zur bestattungskultur. Die Filmdokumentation „bladersbach“

porträtiert die arbeit der bladersbacher

waldnachbarn, sequenzen aus alten aufnahmen

über die genossenschaft zeigen den kulturellen

wandel des 20. Jahrhunderts – die iLr-Filmschätze

erweisen sich als ein in Zukunft verstärkt zu nutzendes

Potenzial.


www.rheinische-landeskunde.lvr.de

in der sprachabteilung entwickelten etwa 1.500 Mitautoren

und Mit-autorinnen das web 2.0-Projekt

„rheinisches Mitmachwörterbuch“ weiter. im rahmen

des Projekts „Familiennamen im rheinland“

wurden Verbreitungskarten für einzelne namen

gezeichnet und in dem band „Familiennamen an

niederrhein und Maas“ publiziert. abgeschlossen

wurden die regionalsprachlichen untersuchungen

innerhalb der stadt essen und die ergebnisse in

dem buch „Zwischen Köttelbecke und ruhr“

veröffentlicht. in Zusammenarbeit der abteilungen

sprache und Volkskunde konnte unter dem Titel

„alltag im rheinland“ eine Jahresgabe für die

Korrespondenten und gewährsleute des instituts

als internetpublikation und in einer Druckfassung

publiziert werden.

seit der eröffnung des LVr-Kulturhauses Landsynagoge

rödingen im Herbst 2009 haben viele

gruppen und einzelpersonen das Haus mit der

Dauerausstellung „Jüdisches Leben im rheinland“

Einzug Napoleons in Düsseldorf

am 2.11.1811 (S. 38)

Verse aus einem Popsong als Abschieds-

bzw. Erinnerungszeilen im FriedWald

Markierung eines

FriedWald-Baumes mit Namenstafel

besucht. Zahlreiche Veranstaltungen sorgten für

regen besucherzuspruch. Mal standen „Jüdische

Feste“ im Mittelpunkt, mal wurde eine neuerscheinung

zu einer jüdischen Kindheit am niederrhein

vorgestellt. ein Höhepunkt war die ganztägige Veranstaltung

zum „europäischen Tag der jüdischen

Kultur 2010“ unter dem Motto „Jüdische Metropolen

zu gast: Tel aviv“.

Varianten des

Familiennamens

„Theunissen“

am Niederhein

39


40

Taufe eines Schiffsmodells, Bergheim/Sieg

Die wanderausstellung „natürlich klüngel ich!“

zeigte Porträts bekannter Frauen aus dem Kölner

Leben, die von ihren Klüngelerlebnissen erzählten.

in einer gesprächsrunde zur ausstellungseröffnung

diskutierten u.a. die autorin Lale akgün und die

Kabarettistin rosa K. wirtz über chancen und

risiken des Klüngelns und das unterschiedliche

Klüngelverhalten von Frauen und Männern.

nach intensiver Konzeption wurde 2010 mit der

arbeit an dem interdisziplinären Langzeitprojekt

„Leben im Dorf“ begonnen. Zunächst steht das niederrheinische

Hünxe als Pilotprojekt im Fokus der

Forscher und Forscherinnen aus der Volkskunde

und sprache. Der bereich Förderung und Projekte

hat als Kooperationsprojekt mit dem LVr-Landes-

Museum bonn die kulturhistorische epochenausstellung

„renaissance am rhein“ wissenschaftlich

vorbereitet, durchgeführt und an den begleitpublikationen

mitgewirkt. in Kooperation mit dem

LwL-institut für westfälische regionalgeschichte

und dem Preußenmuseum nrw wurde die vom

17. Jh. bis zur gegenwart reichende Darstellung

„rheinland, westfalen und Preußen“ vorbereitet.

eine empirische studie zum ehrenamt in Pulheimer

Vereinen konnte herausarbeiten, dass und wie sehr

Vereine die gemeinschaftsbildung und Ortsbindung

der Menschen in der Mittelstadt nahe Köln fördern.

AUSStELLUNgEN

• „natürlich klüngel ich!“, Fotoausstellung, Köln,

eröffnung 10.9.2010

• „renaissance am rhein“ in Kooperation mit dem

LVr-LandesMuseum bonn, 16.9.2010-6.2.2011

• „Letzte reise“, Fotowettbewerb, Köln,

17.9.-30.9.2010

Jüdische Speisevorschriften im LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen

gRöSSERE VERANStALtUNgEN

• Das rheinland als geschichtslandschaft, Tagung

anlässlich der Online-stellung des internetportals

rheinische geschichte am 30.9., bonn

PUBLIKAtIoNEN

• alltag im rheinland. Mitteilungen der abteilungen

sprache und Volkskunde des LVr-instituts für

Landeskunde und regionalgeschichte –

eine Jahresgabe für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter, 2010. redaktion: georg

cornelissen, alois Döring, Dagmar Hänel (Druckund

internet-Publikation)

• guido von büren/georg Mölich u.a. (red.):

renaissance am rhein (Kataloghandbuch),

Ostfildern 2010

• guido von büren/stephan Hoppe/georg Mölich

u.a.: Orte der renaissance im rheinland, Köln 2010

• gertrude cepl-Kaufmann/georg Mölich (Hg.):

Konstruktionsprozesse der region in europäischer

Perspektive. Kulturelle raumprägungen der

Moderne, essen 2010

• georg cornelissen: Zwischen Köttelbecke

und ruhr. unter Mitarbeit von Hanna Mengen,

essen 2010

• georg cornelissen/Heinz eickmans (Hg.):

Familiennamen an niederrhein und Maas,

bottrop 2010

• alois Döring, Michael Kamp, Mirko uhlig (Hg.):

„Dem Lichte entgegen“. winterbräuche zwischen

erntedank und Mariä Lichtmess. eine Veröffentlichung

des LVr-instituts für Landeskunde und

regionalgeschichte und des LVr-Freilichtmuseums

Lindlar im auftrag des Vereins der Freunde und

Förderer des bergischen Freilichtmuseums Lindlar

e.V., Köln 2010


www.rheinische-landeskunde.lvr.de

Wanderausstellung „Natürlich klüngel ich!“

KoLLoqUIEN UNd tAgUNgEN

• Tagung „bauernhöfe, ländliche bevölkerung und

ihre namen am niederrhein“, 6.11. in geldern

• widerstand im rheinland 1933-1945, autorentreffen,

24.11. in Vogelsang

• erzählcafé „Leben in Hünxe“, 9.12. in Hünxe

fILMPRäSENtAtIoNEN

• waldnachbarschaft bladersbach

• Von Fischen und Männern – Die Fischereibruderschaft

zu bergheim an der sieg

• „im sommer näher am Himmel …“

Der wald als letzte ruhestätte

BERAtUNgS- UNd föRdERUNgSLEIStUNgEN

• betreuung von rund 270 Heimat- und geschichtsvereinen

• beantwortung von landeskundlichen und

regional historischen anfragen

• Druckkostenzuschüsse für 110 landeskundliche

und regionalhistorische Publikationen

LVR-Institut für Landeskunde

und Regionalgeschichte

Endenicher Straße 133 , 53115 Bonn

Tel 0228 9834-0, Fax 0228 9834-119

Mail: rheinische-landeskunde@lvr.de

www.rheinische-landeskunde.lvr.de

Leitung: Dr. Eckhard Bolenz

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42

LVR-Industriemuseum: sechs Mal im Rheinland

Das LVr-industriemuseum erzählt in sechs ehemaligen

Fabriken von der bewegenden geschichte der

industrialisierung an rhein und ruhr und davon,

wie diese geschichte arbeit und alltag der Menschen

prägte. Mit vielfältigen sonderausstellungen,

neuartigen Veranstaltungen und gleich zwei Museumserweiterungen

wurde das angebot des Museumsverbundes

2010 weiter ausgebaut.

Der schauplatz Oberhausen stand ganz im Zeichen

der Kulturhauptstadt ruHr.2010. Das Highlight des

Programms zum Kulturhauptstadtjahr – die gemäldeausstellung

„Feuerländer – regions of Vulcan“ –

zeigte von august bis november die geschichte der

arbeit in den bergbau- und stahlregionen einmal

ganz anders: aus dem blickwinkel von Künstlern.

neun durch die Montanindustrie geprägte „regionen

des Vulkan“ in europa und den usa waren

mit Kunstwerken beteiligt, um den tiefgreifenden

wandel in der geschichte der industrialisierung von

1780 bis heute zu beleuchten. erstmals fand eine

ausstellung an zwei Orten in Oberhausen statt: im

Kesselhaus der Zinkfabrik altenberg und im Peterbehrens-bau,

ehemaliges Hauptlager der gutehoffnungshütte.

Durch die vielfältigen internationalen

Kontakte konnte das rahmenprogramm durch

polnische, französische, amerikanische und sardische

abende bereichert werden. Die „Transatlantic

bridge“, die eigens für die ausstellung konzipierte

schul- und museumspädagogische initiative, bei der

sich die Partnerschulen des LVr-industriemuseums

Oberhausen mit denen des westmoreland Museum

of american art in greensburg, Pennsylvania,

usa, im web 2.0 über die industriegeschichte ihrer

regionen austauschten, war ein gelungenes experiment

einer Horizonte eröffnenden Lernbrücke.

Dem Publikum werden die Projektergebnisse der

schülerinnen und schüler ab Februar 2011 in einer

ausstellung präsentiert.

ebenfalls ein Projekt von ruHr.2010 war die im

november in Oberhausen präsentierte ausstellung

„Fremde impulse – baudenkmale im ruhrgebiet“.

als in dieser Form einzigartige Kooperation der


www.industriemuseum.lvr.de

Denkmalämter und der industriemuseen des LVr

und des LwL zeigte sie, wie sich Zeugnisse des austauschs,

der globalisierung, der Zuwanderung und

Migration in der baukultur des ruhrgebiets über die

Jahrhunderte hinweg niedergeschlagen haben.

Für ein weiteres Highlight

des Jahres sorgte

der schauplatz ratingen.

Das seit april 2009

aufwendig sanierte

Herrenhaus cromford

wurde im Mai 2010 mit

einer neuen Dauerausstellung

zum Leben

und arbeiten der unternehmerfamilie brügelmann

wiedereröffnet. Hier lässt sich nun erleben, wie ein

großbürgerlicher Haushalt um 1800 organisiert war,

wie die politischen Verhältnisse der napoleonischen

Zeit das Leben veränderten und wie Frauen das

unternehmen retteten.

„Fabrikkinder“ am

Schauplatz Ratingen (S. 42)

Präsentierten die „Feuerländer“:

Dr. Walter Hauser, Direktor

des LVR-Industriemuseums,

Prof. Dr. Oliver Scheytt,

Geschäftsführer RUHR.2010,

Projektleiter Dr. Thomas Schleper

und Milena Karabaic,

LVR-Dezernentin Kultur

und Umwelt

eine neue touristische attraktion eröffnete auch der

schauplatz Oberhausen neben der st. antony-Hütte

in Oberhausen-Osterfeld, der ersten eisenhütte des

reviers: Den industriearchäologischen Park. rund

vier Jahre lang haben archäologinnen und archäo-

logen des LVr-amtes für bodendenkmalpflege

gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

des LVr-industriemuseums die Überreste der Produktionsanlagen

der st. antony-Hütte ausgegraben.

„Brandherde

im Kesselhaus” -

Feuerländer in der

Zinkfabrik Altenberg

43


44

Biedermeierzimmer und Gartensaal im neueröffneten Herrenhaus Ratingen

in 3-D-animationen und schautafeln wird auf dem

rund 1.000 Quadratmeter großen grabungsfeld seit

Juni 2010 veranschaulicht, wie hier Pfannen und

Töpfe, Munition, Maschinenteile und andere Produkte

gefertigt wurden.

um eigenbau und Flickwerk geht es seit März

2010 in der sonderausstellung „erfindungsreich“

am schauplatz solingen. raffinierte Objekte – vom

selbstgebauten spielzeug über bratwursthalter, Tabakschneidemaschinen

und Kokosnusslampen bis

hin zur satiniermaschine – erzählen interessante

geschichten vom erfinden, selbstbauen, reparieren

und umnutzen. Die ausstellungslaufzeit wurde bis

ende april 2011 verlängert.

„Hauptsache Hut“ heißt es seit Oktober 2010 in

der sonderausstellung des schauplatzes euskirchen,

die sich noch bis ende Juni 2011 „150 Jahren

Hutgeschichte(n)“ widmet. Zu sehen sind über 200

Hüte, darunter Homburger, Zylinder und Damenhüte

so groß wie wagenräder, aber auch baseballkappen,

servierhäubchen oder Kronen. außerdem gibt

die ausstellung einen einblick in die Hutmacherei

und lässt die gäste Kopfbedeckungen aus verschiedenen

Zeiten aufsetzen – und damit für Momente in

fremde rollen schlüpfen.

ebenfalls noch in 2011 zu besuchen ist die ausstellung

„Druck machen! Drucktechniken verstehen

und selber machen“ des schauplatzes bergisch

gladbach, in der die gäste seit september 2010

nicht nur spannendes zur entwicklung der Druckund

satztechnik und zum Leseverhalten seit Johannes

gutenberg erfahren, sondern in einer Druckwerkstatt

auch selbst aktiv werden.

wEchSELAUSStELLUNgEN

scHauPLaTZ OberHausen

• eisenwelten – industriefotografie von Manfred

Hamm, 17.11.2009-13.3.2011

• Feuerländer – regions of Vulcan. industrie und

Malerei, 25.7.-28.11.2010

• im schoß der erde, 24.9.-31.10.2010

• Fremde impulse, 7.11.-21.11.2010

scHauPLaTZ raTingen

• reiz & scham. Kleider und Körper seit 1850,

31.10.2009-27.6.2010

• antrieb und spannung – 250 Jahre industriegeschichte

ratingen, 25.9.2010-8.5.2011

scHauPLaTZ sOLingen

• erfindungsreich – eigenbau und Flickwerk,

20.3.2010-30.4.2011

scHauPLaTZ bergiscH gLaDbacH

• spiel mit! Von Lauf-, würfel- und Kartenspielen,

20.9.2009-25.4.2010

• Falten – Flechten – Prickeln. Papierarbeiten

nach Friedrich Fröbel, 30.5.-29.8.2010

• Druck machen! Drucktechniken verstehen

und selber machen, 18.9.2010-30.4.2011

scHauPLaTZ engeLsKircHen

• Dauerwelle und backenbart, 27.2.-5.9.2010

scHauPLaTZ eusKircHen

• Dessous – 150 Jahre Kulturgeschichte der

unterwäsche, 27.9.2009-4.7.2010

• Hauptsache Hut. 150 Jahre Hutgeschichte(n),

9.10.2010-26.6.2011


www.industriemuseum.lvr.de

Hutgeschichten am Schauplatz Euskirchen „Druck machen“ am Schauplatz Bergisch Gladbach

gRöSSERE VERANStALtUNgEN

scHauPLaTZ OberHausen

• eröffnung LVr-industriearchäologischer Park

st. antony, 19.6.

• extraschicht, 19.6.

• schlaflOs – Kulturnacht in Oberhausen, 30.7.

scHauPLaTZ raTingen

• eröffnung der neuen Dauerausstellung:

Lebenswelten zwischen erster Fabrik und

Herrenhaus um 1800, 8.5.

• Picknick im Park, 4.7.

• Kinderfest, 12.9.

• weihnachtsmarkt „allerhand“, 4./5.12.

scHauPLaTZ sOLingen

• Museumsfest, 8.5.

• sommerfest, 3.7.

• MessergabelscherenMarkt, 6./7.11.

scHauPLaTZ bergiscH gLaDbacH

• spiele- und Kinderflohmarkt, 25.4.

• PapierFest für Familien und Kinder, 9.5.

• Trödel- und PapierMarkt, 5.9.

scHauPLaTZ engeLsKircHen

• Fest der elemente, 18.7.

• Lange nacht der schmiedefeuer, 6.8.

• Transport- und Oldtimerfest, 3.10.

• Das christkind kommt!, 11./12.12.

scHauPLaTZ eusKircHen

• 20. rheinischer wollmarkt, 6.6.

PUBLIKAtIoNEN

• LVr-industriemuseum (Hg.), „Feuerländer –

regions of Vulcan, Malerei um Kohle und stahl,

begleitbuch zur sonderausstellung, aschendorff

Verlag, Münster

• LVr-industriemuseum (Hg.), erfindungsreich –

eigenbau & Flickwerk, begleitdokumentation zur

gleichnamigen ausstellung am schauplatz solingen

• LVr-industriemuseum (Hg.), cromford ratingen,

Lebenswelten zwischen erster Fabrik und Herrenhaus

um 1800, begleitbuch zur Dauerausstellung

BESoNdERES foRSchUNgSPRojEKt

• seit 2009 läuft das von der Volkswagenstiftung

mit 355.700 euro unterstützte Forschungsvorhaben

45


46

Unter Dach und Fach:

Der industriearchäologische Park St. Antony-Hütte

„soziokulturelle untersuchungen zur bekleidungsgeschichte

der 1930er und 40er Jahre“. Das Projekt

ist eine Kooperation des LVr-industriemuseums

ratingen und des instituts für europäische ethnologie/Kulturwissenschaft

der universität Marburg

und mündet 2011 in eine ausstellung am schauplatz

ratingen.

NEUERwERBUNgEN / ANKäUfE

SAMMLUNg UNd BIBLIothEK

• 19 handkolorierte Pochoir-Lithographien /

Mode-illustrationen aus der saison Herbst/winter

1940 mit abend- und ballkleidern, ursprünglich

erschienen in der Modezeitschrift „Les croquis du

grand chic“, Paris 1941

• gemälde von der Hochofenanlage der Friedrichalfred-Hütte

der Fried. Krupp ag, Öl auf Leinwand,

unleserlich signiert, um 1910

• recamière (Tagesbett), Mahagoni, teilweise

beschnitzt, regency, england, um 1815

• Persönlicher Teilnachlass eines Hüttendirektors

der gutehoffnungshütte mit geschäftsunterlagen

zur Planung und zum betrieb des ehemaligen

Hauptlagerhauses der gHH, des heutigen

Zentraldepots im LVr-industriemuseum, zwischen

1900 und 1940

• Diverse Möbel, u. a. Kommode, sekretär und

glasschrank aus dem aufgelösten Haushalt einer

solinger unternehmerfamilie, Firma Pfeilring,

eiche, bergisches Land, um 1760

• Konvolut von Damenkleidern aus den 1920er

bis 1940er Jahren

REStAURIERUNg UNd KoNSERVIERUNg

es sind rund 250 industrie- und sozialgeschichtliche

Objekte gereinigt und restauriert worden, u. a.

• Komplette erneuerung der Hammerwelle des

Oelchenshammers im schauplatz engelskirchen

• wandtresor von 1908 aus dem Originalbestand

des Herrenhauses cromford

Solinger Erfindungsreichtum

• Federhammer aus den 1930er Jahren, der im

Vorführbetrieb in Kombination mit einer Lokomobile

präsentiert wird.

doKUMENtAtIoN

• in 2010 wurden 7.015 Objekte neu erfasst. Damit

sind in der Datenbank des LVr-industriemuseums

insgesamt 127.173 sammlungsstücke inventarisiert,

davon ca. 72 Prozent mit einem Foto.

MUSEUMSPädAgogIK

scHauPLaTZ OberHausen

638 Führungen mit insgesamt 11.692 Teilnehmenden

davon: 88 Themenführungen (1.791 Teilnehmende),

451 allgemeine Führungen (8.485 Teilnehmende),

99 museumspädagogische Programme

(1.416 Teilnehmende)

schüler im Klassenverband: 6.333

scHauPLaTZ raTingen

allgemeine Führung durch die Dauerausstellung,

9 Themenführungen durch die Dauerausstellung,

10 museumspädagogische Programme,

1 Ferienprogramm

350 Führungen mit insgesamt 7.300 Teilnehmenden

43 Museumspädagogische Programme

63 Kindergeburtstage

Neu im Programm 2010

• exkursion: Historischer spaziergang von Obernach

untercromford

• interaktives Projekt: Der angerbach – Lebensraum

und energiequelle

scHauPLaTZ sOLingen

12 Themenführungen bzw. museumspädagogische

Projekte

25 variable museumspädagogische angebote

540 buchungen plus 180 offene Veranstaltungsangebote

mit rd. 12.500 Teilnehmenden


www.industriemuseum.lvr.de

Neu im Programm 2010

• Ferienworkshops und Kreativangebote

• Kinderführung in der Villa

scHauPLaTZ bergiscH gLaDbacH

1 Überblicksführung, 8 Themenführungen

bzw. museumspädagogische Projekte und

24 museums pädagogische angebote

509 buchungen mit rd. 9.505 Teilnehmenden

Neu im Programm 2010

• Themenführung mit workshop: wasser bewegt!

wasserkraft und wassernutzung an der Papiermühle

• interaktive Druckwerkstatt mit vielen praktischen

workshops zum Hoch- und Tiefdruck in der sonderausstellung

„Druck machen! Drucktechniken

verstehen und selber machen“

• Origami-Tag: Papierarbeiten nach Fröbel

scHauPLaTZ engeLsKircHen

1 Überblicksführung, 3 Themenführungen

sowie 13 feste und 14 variable museumspädagogische

angebote

250 buchungen mit rd. 5.000 Teilnehmenden

scHauPLaTZ eusKircHen

6 Themenführungen, 14 museumspädagogische

Projekte als standardprogramm und 18 angebote

als Ferien-wochenendprogramm

860 buchungen mit rd. 15.300 Teilnehmenden

Museumsgästehaus Mottenburg: 351 schülerinnen

und schüler/Jugendliche, 64 weitere nicht private

Vermietungsgäste

Neu im Programm 2010

• bildungspartnerschaft LVr-christophorusschule

bonn

• Führungen und museumspädagogische angebote

mit gebärdensprachdolmetscher

• Lehrerfortbildung: Mit wasser und Dampf:

Der industrialisierung auf der spur

• aktionen: Mit brief und siegel, Hüte filzen

LVR-Industriemuseum

Zentrale

Hansastraße 18, 46049 Oberhausen

Tel 0208 8579-100, Fax 0208 8579-101

Mail: industriemuseum@lvr.de

www.industriemuseum.lvr.de

Leitung: Dr. Walter Hauser

SCHAUPLATZ OBERHAUSEN

Zinkfabrik Altenberg

Hansastraße 20, 46049 Oberhausen

Tel 0208 8579-136, Fax 0208 8579-202

Leitung bis 31.10.2010: Dr. Thomas Schleper

Kommissarische Leitung seit 1.11.2010:

Dr. Burkhard Zeppenfeld

SCHAUPLATZ RATINGEN

Textilfabrik Cromford

Cromforder Allee 24, 40878 Ratingen

Tel 02102 86449-0, Fax 02102 86449-220

Leitung: Claudia Gottfried

SCHAUPLATZ SOLINGEN

Gesenkschmiede Hendrichs

Merscheider Straße 289-297, 42699 Solingen

Tel 0212 2324-10, Fax 0212 3204-29

Leitung: Dr. Jochem Putsch

SCHAUPLATZ BERGISCH GLADBACH

Papiermühle Alte Dombach

Alte Dombach/Kürtener Straße

51465 Bergisch Gladbach

Tel 02202 93668-0, Fax 02202 93668-21

Leitung: Dr. Sabine Schachtner

SCHAUPLATZ ENGELSKIRCHEN

Baumwollspinnerei Ermen & Engels

Engels-Platz 2, 51766 Engelskirchen

Tel 02263 9285-0, Fax 02263 9285-199

Leitung: Kornelia Panek

SCHAUPLATZ EUSKIRCHEN

Tuchfabrik Müller

Carl-Koenen-Straße 25b, 53881 Euskirchen

Tel 02251 1488-0, Fax 02251 1488-21

Leitung: Detlef Stender

47


48

LVR-freilichtmuseum Kommern

„Kulturelle begegnungen“ – unter diesem Motto für

das Jahr 2010 erinnerte das LVr-Freilichtmuseum

Kommern an die historisch gewachsene bedeutung

des rheinlands als schmelztiegel der Kulturen.

Zahlreiche Veranstaltungen griffen dabei auch aspek

te des heutigen Kulturaustausches im rhein -

l and auf. Die am 30. Mai eröffnete sonder aus stel -

lung „verbunden?! Leben im (rh)einwan derungs -

land“ – eine Kooperation mit dem schwester museum

LwL-Freilichtmuseum Detmold – beleuchtete das

Leben von Menschen mit Migrationshintergrund

im rheinland und zeigte, wie sie Verhaltensweisen,

bräuche und Dinge aus ihrem traditionellen

kulturellen umfeld zu bewahren suchen ohne

sich kulturell neuem zu verschließen. schauplatz

der ausstellung war ein inszeniertes internetcafé,

in dessen Kabinen Menschen über ihre

erfahrung mit den rheinländern berichteten. in der

werkstattausstellung „fremd/vertraut?!“ stellten

schülerinnen und schüler von zwei Hauptschulen,

einer realschule und einem gymnasium, in

jeweils eigenen ausstellungseinheiten dar, wie

sie Fremdes in ihrer umwelt wahrnehmen und

welche wege der annäherung sie an das Fremde

wählen. Mit diesen ausstellungen und zahlreichen

sonderveranstaltungen zum Jahresthema

„Kulturelle begegnungen“ gelang es, das interesse

vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger aus anderen

Kulturkreisen am Museum zu wecken.

gute besuchszahlen verzeichneten die rund

75 sonderveranstaltungen, die an 83 Tagen

angeboten wurden. seit 1995 findet stets zum

auftakt der Hauptsaison der „Jahrmarkt anno

dazumal“ (Karsamstag bis weißer sonntag)

statt. am Ostermontag verzeichnete das LVr-

Freilichtmuseum mit über 12.000 gästen den

besucherstärksten Tag seiner rund 50jährigen

geschichte. insgesamt begeisterte der Jahrmarkt

36.000 gäste. auch das erstmals 2008 zum

50. gründungstag des Museums durchgeführte

„Museumsfest der erinnerungen“ verbuchte in

seiner dritten auflage unter dem Titel „Zeitblende

1960“ am 21. und 22. august mit knapp 6.500

besuchern einen regen Zuspruch. Viele fachlich

interessierte zogen die Veranstaltungen


www.kommern.lvr.de

„rückepferde und unimogs, waldarbeiten früher

und heute“ und der „internationale Flechtermarkt“

an, ebenso die Veranstaltungs-Klassiker „nach der

ernte“, „Martinszug wie früher auf dem Dorf“ und

„advent im Museum“.

Mit seinen angeboten für Kinder, Jugendliche und

erwachsene war das waldpädagogikZentrumeifel

(wPZ) wieder wichtiger

bestandteil des vielfältigen

Vermittlungsprogramms. als

einrichtung des Landesbetriebs

wald und Holz nrw unterstützt

das wPZ das Museum bei

der historisch stimmigen

bewirtschaftung seiner

ausgedehnten waldflächen.

infrastrukturelle Maßnahmen,

umfangreiche sanierungen

und eine rege bautätigkeit prägten den

Freilichtbereich. in der Museumsbaugruppe

„westerwald-Mittelrhein“ wurden wegstreifen

für rollstuhlfahrer, Kinder- und bollerwagen

angelegt. einige historische bauten erhielten

neue reetdächer, die Thermobehandlung zur

schädlingsbekämpfung wurde an zwei gebäuden

durchgeführt. Mit einem aufwändigen nächtlichen

schwertransport reisten im april ganze Teile der

„gaststätte watteler“, eine für die frühen 1970er-

Jahre typische Kneipe aus eschweiler über Feld, zu

ihrem neuen standort in der baugruppe „Marktplatz

Baugruppe Eifel (S. 48)

Umzug per Schwertransport:

Die „Gaststätte Watteler“ auf

dem Weg ins Freilichtmuseum

rheinland“. im Dezember konnte in der gaststätte

bereits richtfest gefeiert werden. rund um einen

Marktplatz ist die wiedererrichtung von wohn-,

gemeinschafts- und gewerbebauten von der

nachkriegszeit bis zum beginn der 1980er-Jahre

vorgesehen, die die nach dem letzten Krieg rasch

voranschreitende urbanisierung widerspiegeln.

Für einen in der nähe der gaststätte stehenden

Türkischstämmiges

Ehepaar in der

Ausstellung

„verbunden?!“

bungalow aus den 1960er-Jahren, der einst als

Dienstwohnung des betreibers des früheren

Museumsrestaurants „Haus Kahlenbusch“ diente

und nun als baudenkmal der Zeitgeschichte in

die neue baugruppe einbezogen wird, konnte eine

komplette zeittypische Kücheneinrichtung sowie ein

chippendale-wohnzimmer aus Quadrath-ichendorf

übernommen werden. schließlich erwarb das

Museum für die neue baugruppe im Dezember

die komplette, im stil der 1960er-Jahre erhaltene

einrichtung einer eisdiele aus der burbacher

straße in bonn.

49


50

Mit 198.356 besucherinnen und besuchern im

berichtsjahr wurde die besuchszahl des Vorjahres

(202.868 gäste) trotz insgesamt sehr ungünstiger

wetterlage annähernd erreicht. Der Trend zu einem

immer größeren einzugsgebiet (benelux-Länder,

westfalen etc.) hat sich auch 2010 fortgesetzt. in

sachen kultureller bildung wurde am 28. april

mit der stephanus-schule Zülpich-bürvenich die

insgesamt vierte bildungspartnerschaft vereinbart.

Die museumspädagogischen aktivitäten schlossen

zum 1. advent mit einer werk-ausstellung von

schulen des Kreises euskirchen ab: schülerinnen

und schüler präsentierten eine phantasievolle

ausstellung selbst gebastelter lebensgroßer engel.

dAUERAUSStELLUNg

• wirrheinländer

www.kommern.lvr.de

Zeitreise in die 1960er Jahre

bei der ZeitBlende in Kommern

wEchSELAUSStELLUNgEN

• spielwelten aus Holz, 5.7.2009-11.4.2010

• verbunden?! – Leben im (rh)einwanderungsland.

Verbundausstellung mit dem LwL-Freilichtmuseum

Detmold/westfälisches Landesmuseum für Volkskunde,

30.5.2010-8.5.2011

• fremd/vertraut?! werkstattausstellung von schulen,

20.6.2010-31.1.2011

• Menschen machen Museum. Fotografien aus dem

Jahr 1960 aus privaten alben, 20.8.2010-31.1.2011

gRöSSERE VERANStALtUNgEN

72 Veranstaltungen, darunter

• Jahrmarkt anno dazumal, 3.4.-11.4.

• rückepferde und unimogs. waldarbeiten damals

und heute, mit 1. rheinischer Holzhauermeisterschaft,

24./25.4.

• internationaler Flechtermarkt, 3./4.7.

• Zeitblende 1960. Das Museumsfest der

erinnerungen, 21./22.8.

• criminale 2010 in der nordeifel, 8.9.-11.9.

• nach der ernte. rösser, Trecker, bäumerücker …,

18./19.9.

• Martinszug wie früher auf dem Dorf, 7.11.

• advent im Museum, 27./28.11.

BESoNdERE NEUERwERBUNgEN /

ANKäUfE SAMMLUNg UNd BIBLIothEK

• 2.290 Objekte, darunter eine sammlung Keramik

der 1950er-Jahre mit 1.470 Objekten. ein großteil

der neuzugänge waren schenkungen.

REStAURIERUNg UNd KoNSERVIERUNg

• in der restaurierungswerkstatt wurden

122 Objekte restauriert oder konserviert.

• schädlingsbekämpfung mittels Thermobehandlung

der scheune aus Langenscheid und

des Torhauses Hof aus Viersen-Hoser

• behebung bauphysikalischer Mängel, ein decken

historischer bauten mit reet und erneuerung

mehrerer schadhafter Firste und gauben, zum

beispiel am Hof aus brenig, an der scheune aus

Langenscheid und dem Haus aus Mönchengladbach-engelbleck

als Maßnahmen zur erhaltung

der historischen bausubstanz

tRANSLozIERUNg UNd wIEdERAUfBAU

VoN gEBäUdEN

• Fachwerkkonstruktion der Halle eines sägewerks

aus nettersheim/eifel

• abtragung, Überführung und wiederaufbau (rohbau

bis Dachstuhl) der gaststätte „watteler“ aus

eschweiler über Feld, richtfest am 16.12.

MUSEUMS- UNd wALdPädAgogIK

• 521 Führungen, 886 Projekte und workshops, davon

238 walderlebnisprojekte des waldpäda gogik-

Zentrumeifel (wPZ)

• 14 gruppen-Teilnahmen an „schüler wohnen im

Museum“

• 23 Kindergeburtstage

• 71 Kindergeburtstage des wPZ

• waldspielgruppe des wPZ an 253 Tagen

• ausleihen des Museumskoffers: 55

• Vier schulpartnerschaften

LVR-freilichtmuseum Kommern

Auf dem Kahlenbusch

53894 Mechernich-Kommern

Tel 02443 9980-0, Fax 02443 9980-133

Mail: kommern@lvr.de

www.kommern.lvr.de

Leitung: Dr. Josef Mangold


im LVr-Freilichtmuseum Lindlar, im Herzen des

bergischen Landes etwa 30 Kilometer östlich von

Köln, lässt es sich hautnah miterleben, wie die Menschen

früher auf dem Land lebten. Das 25 Hektar

große Museumsgelände wird größtenteils nach

historischem Vorbild mit Pferd und Pflug bewirtschaftet

und beherbergt selten gewordene heimische

Tierrassen und Pflanzenarten. entsprechend seines

untertitels „bergisches Freilichtmuseum für Ökologie

und bäuerlich-handwerkliche Kultur“ hat die

umweltpä dagogik einen zentralen stellenwert in der

Museumsarbeit. Dies zeigt sich nicht nur in den ausstellungen

und Veranstaltungen des Hauses, sondern

auch in einem breiten workshopangebot für alt

und Jung. Das LVr-Freilichtmuseum Lindlar versteht

sich als eine einrichtung, die die agenda21 und deren

Ziele allgemeinverständlich vermitteln und so die

alltagskompetenzen der Menschen stärken will.

auf grund des alleinstellungsmerkmals des LVr-

Freilichtmuseums Lindlar mit dem schwerpunkt

umweltpädagogik gibt es einen regen wissenstransfer

mit regionalen wie überregionalen um-

LVR-freilichtmuseum Lindlar

weltverbänden. Die inhaltliche ausrichtung zielt auf

die weitere Fokussierung von agenda21 relevanten

Themen. Von besonderer bedeutung sind dabei die

Qualifizierung des umweltpädagogischen angebots

und die schaffung einer breiteren angebotsstruktur.

als Museum für die region wird das LVr-Freilichtmuseum

künftig noch aktiver als bisher Plattform

für ehrenamtliches engagement sein.

Die besuchszahlen des LVr-Freilichtmuseums

Lindlar sind in den letzten Jahren kontinuierlich

gestiegen. im Jahr 2010 fanden über 100.000 gäste

den weg in das Museum, rund 40 Prozent mehr

als noch vor fünf Jahren. großen Zuspruch gab

es wieder bei den zahlreichen Veranstaltungen. in

Zusammenarbeit mit örtlichen Musikvereinen und

Musikschulen konnte das Museum erstmalig „Musik

im Museum“ präsentieren. Das große Dampfund

Treckertreffen „Volldampf voraus“ mit internationaler

beteiligung war mit rund 13.000 besuchern

einer der Höhepunkte des Jahresprogramms. Mit

der Translozierung und eröffnung des Kiosks aus

wermelskirchen gewann das LVr-Freilichtmuseum

51


52

Das Strohballenhaus im Rohbau

vor dem Verputzen

Richtfest im Winter (S. 51)

Der Kiosk aus Wermelskirchen: Anziehungspunkt

für kleine und große Museumsbesucher

Lindlar einen neuen Publikumsmagneten: Die

Pächterinnen lassen den Kiosk als kleine Verkaufsstelle

für allerlei süßigkeiten und spielsachen

wieder aufleben. auch erwachsene finden dort

zahlreiche erinnerungen an ihre Kindheit. an wochenenden

und in den Ferien werden am „büdchen“

zusätzliche Mitmach-aktionen angeboten.

Die Doppel-ausstellung „Dem Licht entgegen“ und

„Himmelfahrt und aschenkreuz“ präsentierte die

geschichte von bräuchen und Traditionen im bergischen

Land. Das ausstellungsprojekt wurde in Kooperation

mit dem Familienpastoral des erzbistums

Köln und dem Katholischen bildungswerk im Oberbergischen

Kreis realisiert. in Zusammenarbeit mit

dem LVr-institut für Landeskunde und regionalgeschichte

erschien im november ein begleitbuch zu

diesem ausstellungsprojekt, auch das umfangreiche

begleitprogramm fand große resonanz.

richtung weisend im bereich nachhaltiges und

ökologisches bauen ist das neue strohballenhaus

im Freilichtmuseum. nahezu vollständig wurde der

mit strohballen ausgefachte Holzständerbau von

den Handwerkern des Freilichtmuseums errichtet.

Die strohballenbauweise ist energiesparend, da

stroh als nachwachsender baustoff gute Dämmeigenschaften

besitzt. im rund 60 m² großen gebäude

finden sich zwei gruppenräume für museumspädagogische

aktionen.

2010 wurde mit der erschließung der vierten, für die

besucher noch unzugänglichen baugruppe begonnen.

Der rohbau des ersten gebäudes, eine rekonstruktion

der st. barbara-Kapelle aus rösrath-Hellenthal,

ist abgeschlossen. in der neuen baugruppe

soll ein steinbruch sowie ein bergbaustollen mit

der dazu gehörigen infrastruktur entstehen, die

durch eine Feldbahn mit den anderen baugruppen

„Volldampf voraus“ auf dem Dampf-

und Treckertreffen

im Museumsgelände verbunden sein werden. Die

errichtung der Kapelle gelang durch das herausragende

engagement der ehrenamtlichen Helfer

nahezu kostenneutral. insgesamt konnte das Freilichtmuseum

das netzwerk von Personen, die das

Museum aktiv und ehrenamtlich unterstützen, weiter

ausbauen: Zum erstmalig veranstalteten „Museumsfreundefest“

kamen rund 200 gäste.

wEchSELAUSStELLUNgEN

• „Ostereier-Kunst aus der ukraine“, Kooperation

mit dem Ostereiermuseum in Kolomyia (ukraine)

• Doppel-ausstellung „Dem Licht entgegen“ und

„Himmelfahrt und aschenkreuz“, Kooperation mit

dem referat Familienpastoral des erzbistums Köln

gRöSSERE VERANStALtUNgEN

• saisonauftakt mit buntem Osterfest, 4.4.

• Tierkinder & schäfertag, 9.5.

• gartenmarkt „Jrön un Jedön“, 29./30.5.

• Museumsfest für groß und Klein, 20.6.

• „Volldampf voraus“, 17./18.7.

• nacht der schmiedefeuer, 6.8.

• bauernmarkt, 28./29.8.

• Musik im Museum, 12.9.

• Obstwiesenfest, 3.10.

• büdchenzauber, 24.10.

• advent im Museum, 12.12.

KoLLoqUIEN UNd tAgUNgEN

• symposium „Textile wege“ über Textilproduktion

und -recycling auch in historischem Kontext, 26.11.

PUBLIKAtIoNEN

• „Dem Licht entgegen“ – winterbräuche zwischen

erntedank und Mariä Lichtmess. Hg. von alois

Döring, Michael Kamp und Mirko uhlig

• Museumsführer für das LVr-Freilichtmuseum

Lindlar. Hg. von Michael Kamp im auftrag des LVr


www.freilichtmuseum-lindlar.lvr.de

Eröffnung der Ausstellung „Ostereierkunst aus der Ukraine“:

v.l.n.r.: Dr. Jürgen Wilhelm, S.Em. Kyr Petro, Erzbischof von Kafa

und Gotia, Jaroslava Tkachuk, Direktorin des Pysanky-Museums;

Jurii Ovcharenko, Bürgermeister der Stadt Kolomyia

gEBäUdE

• richtfest der Kapelle Hellenthal

• richtfest der schülerherberge gut Dahl

• abbau des wohn-stallhauses nümbrecht-

Lindscheid

• aufbau des Kleinwohnhauses Hilden

• eröffnung des Kiosks aus wermelskirchen

• eröffnung des strohballenhauses

• weiterer auf- und ausbau des Müllerhammers

SAMMLUNg/NEUERwERBUNgEN

• ausbau der sammlung zum bereich steinbruchindustrie

im bergischen Land: erwerb eines seilbaggers,

gebaut von der Fa. Krupp-Dolberg, baujahr

1960; aufarbeitung von schienenmaterial für die

geplante steinbruchbahn

• sammlungserweiterung im bereich Landtechnik:

erwerb eines Mistladekrans mit funktionsfähigem

Verdampfermotor; Übernahme historischer werkstattgegenstände

zur einrichtung eines historischen

werkstattraumes

PREISE UNd AUSzEIchNUNgEN

• Verlängerung des eMas-Zertifikates (eco Management

and audit scheme), verliehen von der iHK

„Dem Licht entgegen“ zeigte Winterbräuche im Wandel der Zeit.

für umweltfreundliches und nachhaltiges wirtschaften

im täglichen betrieb.

MUSEUMSPädAgogIK

• 155 Führungen

• 391 museumspädagogische aktionen

• 29 aktionen im rahmen der Ferienprogramme

• 91 ökologische seminare

• 27 ökologische Führungen mit kostenloser Teilnahme

• bildungspartnerschaften mit der Freien waldorfschule

Oberberg und der gesamtschule Kürten

(ackerbau-Projekte)

• schulkooperationen mit der gemeinschaftshauptschule

Lindlar (betriebspraktika; Kreativ ag)

und der Janusz-Korczak-schule in Lindlar (Projekt

streuobstwiese)

• 22 gruppen swiM-schüler wohnen im Museum

LVR-freilichtmuseum Lindlar

Schloss Heiligenhoven, 51789 Lindlar

Tel 02266 9010-0 Fax 02266 9010-200

Mail: freilichtmuseum-lindlar@lvr.de

www.freilichtmuseum-lindlar.lvr.de

Leitung: Michael Kamp

53


54

LVR-Archäologischer Park Xanten /

LVR-RömerMuseum

Der LVr-archäologische Park Xanten ist Deutschlands

größtes und bestbesuchtes archäolo gisches

Freilichtmuseum. auf dem gelände der einzigen

nicht überbauten römischen großstadt nördlich

der alpen werden die Überreste der colonia ulpia

Traiana, wie die Menschen ihre stolze Metropole

einst nannten, geschützt, erforscht und anschaulich

präsentiert.

im weitläufigen grün des archäologischen Parks

vermitteln originalgetreue nachbauten einen lebendigen

eindruck von der römischen stadt. Die

wissenschaftlichen rekonstruktionen des Hafentempels,

der stadtmauer und des amphitheaters,

aber auch von wohnhäusern und authentisch beheizbaren

baderäumen entstanden nach jahrelangen

ausgrabungen am originalen standort.

Das 2008 eröffnete LVr-römerMuseum präsentiert

die römische geschichte Xantens in einer spannenden

ausstellung mit zahllosen Originalfunden aus

der antiken stadt und den Legionslagern. Zusätzlich

zu den bereits erhaltenen Preisen erhielt das

Museum 2010 eine „auszeichnung guter bauten“

durch den bund Deutscher architekten. auch in den

aktuellen besuchszahlen zeigt sich der nachhaltige

erfolg des neuen Hauses. nachdem das frisch eröffnete

Museum und die damalige Parkerweiterung

im Vorjahr zu einem enormen anstieg der besuche

geführt hatten, etablierte sich der aPX 2010 mit

über 575.000 besuchen in der spitzengruppe der

zwanzig bestbesuchten Museen Deutschlands.

Diese zwei Jahre verzeichneten den mit abstand

stärksten Publikumszuspruch in der geschichte des

LVr-archäologischen Parks Xanten.

Höhepunkt der saison war das große Museumsfest

im Juni. Vielfältige angebote für groß und Klein

luden über 10.000 gäste zum Zuschauen und Mitmachen

ins Museum ein. ein Publikumserfolg war

auch die archäologische sonderausstellung: Die

„schatzhäuser“ lockten ab september gut 75.000

besucherinnen und besucher nach Xanten. erst-

mals wurden zahlreiche Funde aus Xantener Pri-

Beeindruckende Ausstellungsarchitektur

vatsammlungen der Öffentlichkeit vorgestellt. Die

und ein Museumserlebnis mit allen Sinnen:

Offenheit, mit Das der neue die LVR-RömerMuseum

privaten Leihgeberinnen und


www.apx.lvr.de

Leihgeber ihre antiken schätze zur Verfügung stellten,

zeigt ebenso wie das große interesse der Xantener

bevölkerung, wie sehr das LVr-römerMuseum

bereits in der Kulturlandschaft der region verankert

ist.

Zahlreiche weitere Veranstaltungen und neuerungen

trugen zu einer erfolgreichen

saison bei. bei den von

Ostern bis september stattfindenden

„römischen wochenenden“

ergänzten vielfältige

aktionen die ständigen angebote

an den römischen werkstätten

und am Kräuterstand.

Parallel dazu wurde und wird

das museumspädagogische

angebot für unterschiedliche

Zielgruppen stark erweitert.

ein renner ist die neue

Mitmach-Führung „stationen in der Legion“, bei der

Kinder den werdegang römischer soldaten aktiv

nachvollziehen können. besonders auf die wünsche

von Lehrer innen und Lehrern zugeschnitten sind

Römische Architektur in Xanten (S. 54)

Antike Spielkultur und Kräuterstand

bei den Römischen Wochenenden

„Legionärinnen“ im 21. Jahrhundert

vier neue Themenführungen, die anknüpfungspunkte

an den schulunterricht auch jenseits der „klassischen“

Fächer Latein und geschichte bieten.

nach längerem umbau konnte im Frühjahr das

restaurant in der römischen Herberge neu eröffnet

werden. Für das leibliche wohl der gäste ist nun mit

speisen nach römischen rezepten und zeitgemäßen

gerichten wieder bestens gesorgt. in unmittelbarer

nachbarschaft der Herberge wurden die arbeiten

an drei römischen wohnhäusern in historischer

Lehmbauweise fortgesetzt. in ihnen soll künftig

Mitmach-

Führung

„Stationen

in der Legion“

55


56

Bronzene Medusa und Bronzener Greifenkopf

in der Ausstellung „Schatzhäuser“

mit Vorführungen von römischen Handwerkern die

wohn- und arbeitswelt der einfachen bevölkerung

gezeigt werden. Dieses Projekt ist bestandteil eines

umfangreichen Maßnahmenpakets im umfang von

60 Millionen euro, mit dem der Landschaftsverband

rheinland in den kommenden Jahren weitere besucherangebote

im gesamten Park errichtet.

weitere neuerungen wurden direkt außerhalb der

römischen stadtmauern geschaffen. im Frühjahr

konnte in der niederung zwischen östlicher stadtmauer

und rhein ein naturnaher auenwaldbewuchs

angelegt werden. Mit über 700 bäumen und

sträuchern entsteht dort ein naturlehrpfad, der die

natürliche Vegetation am rheinufer in römischer

Zeit nachempfindet. unweit entfernt erhalten die

besucherinnen und besucher vor dem nordtor der

colonia seit Jahresende einen eindruck davon, welcher

anblick sich den römischen reisenden beim

Verlassen der stadt einst bot. nach antikem Vorbild

wurden dort erste, teils farbig bemalte grabsteine

an der römischen straßentrasse aufgestellt.

im neu hinzugekommenen Parkgelände setzte der

Landschaftsverband die im Herbst 2009 begonnene

große Forschungsgrabung fort. Die zu untersuchenden

Flächen versprechen grundlegende erkenntnisse

über die besiedlung im bislang wenig erforschten

südwestlichen randbereich der römischen

stadt. nach abschluss der ausgrabung soll dort ein

Verwaltungs- und wissenschaftsbereich plus entdeckerforum

für das Publikum errichtet werden.

einen letzten Höhepunkt bot das Jahr 2010 im Dezember

mit der Präsentation zweier neuer bände

der Xantener berichte. neben neuen Forschungsergebnissen

zum antiken namensgut des Xantener

raumes ist darin der einzigartige Fund der römischen

Torsionswaffe aus Xanten-wardt publiziert.

Vielfältige museumspädagogische Angebote in Xanten

wEchSELAUSStELLUNgEN

• Hede bühl. skulpturen. 22.11.2009-21.2.2010,

LVr-römerMuseum

• andreas bee – Lavabo. 18.4.-8.8.2010,

LVr-römerMuseum

• schatzhäuser. Xantener antiken aus Privatbesitz

und europäischen Museen. 19.9.2010-9.1.2011,

LVr-römerMuseum

gRöSSERE VERANStALtUNgEN

• Museumsfest im LVr-römerMuseum. großes

Fest für Familien, 12./13.6.

• sommerfestspiele. Opern, Operetten und Musicals

im amphitheater des aPX, 13.-29.8.

PUBLIKAtIoNEN

• H.-J. schalles und D. schmitz (Hg.), schatzhäuser.

Xantener antiken aus Privatbesitz und europäischen

Museen. begleitbuch zur ausstellung

• Xantener berichte bd. 17: st. weiß-König, graffiti

auf römischer gefäßkeramik aus dem bereich der

colonia ulpia Traiana/Xanten

• Xantener berichte bd. 18: H.-J. schalles (Hg.),

Die frühkaiserzeitliche Manuballista aus Xantenwardt

PREISE

• auszeichnung für das LVr-römerMuseum im

rahmen des wettbewerbes „auszeichnung guter

bauten“ durch den bund Deutscher architekten

Linker niederrhein, 2.12.

MUSEUMSPädAgogIK

• ausweitung auf 11 unterschiedliche Führungen

und 12 verschiedene Mitmachangebote in Park und

Museum

• 8.290 gebuchte Führungen und Mitmachangebote

mit mehr als 145.000 Teilnehmenden in Park und

Museum


www.apx.lvr.de

Die neue Dauerausstellung

Kaiser, Senat und Volk

• 209 offene Führungen für erwachsene, 35 offene

Führungen für Kinder

• angebote zur sonderausstellung „schatzhäuser“:

30 gebuchte Mitmachangebote für Kinder, je

12 offene Führungen für erwachsene und Kinder

• Offene Ferienworkshops an 30 Tagen im sommer

und Herbst

• neu im Programm: Kindergeburtstage in Park

und Museum

• 5 schulkooperationen, 3 bildungspartnerschaften

BESoNdERE PRojEKtE

• Fortführung der rekonstruktion von drei römischen,

in historischer Lehmbautechnik ausgeführten

wohnhäusern mit Förderung durch das Land

nrw

• Kräuterstand am garten der römischen Herberge,

Vorführungen antiker Handwerkstechniken und

Mitmachaktionen an allen wochenenden von Ostern

bis september („römische wochenenden“)

Entspannung auf den Wiesen des LVR-Archäologischen Parks

• 22. internationale archäologische sommerakademie

Xanten: Lehrgrabung für 30 studierende

aus dem in- und ausland mit umfangreichem

Programm angebot. Finanzierung der halbjährigen

stelle der wissenschaftlichen Leitung durch die

LVr-Kultur- und sozialstiftung, 19.7.-18.9.

• große Forschungsgrabung im südwestlichen

bereich der römischen stadt, fortlaufend

LVR-Archäologischer Park Xanten/

LVR-RömerMuseum

Trajanstraße 4, 46509 Xanten

Tel 02801 712-0, Fax 02801 712-149

Mail: apx@lvr.de

www.apx.lvr.de

Leitung: Dr. Martin Müller

57


58

Max Ernst Museum Brühl des LVR

am 4. september 2005 wurde das weltweit erste

und einzige Museum, das dem großen Dadaisten

und surrealisten Max ernst gewidmet ist, in seiner

geburtsstadt brühl eröffnet. 2010 feierte das Max

ernst Museum brühl des LVr sein fünfjähriges bestehen

und begrüßte die 300.0000ste besucherin.

Halbjährlich wechselnde Leihgaben aus internationalen

sammlungen beleben die Dauerausstellung

und gewähren stets neue einblicke in das werk von

Max ernst. im rahmen dieser „schausammlung

im wechsel“ präsentierte das brühler Museum

2009 erstmals in europa die exklusive Leihgabe des

größten werkes von Max ernst „Pétales et jardin de

la nymphe ancolie“ (blütenblätter und garten der

nymphe ancolie) aus dem Kunsthaus Zürich.

Diese Leihgabe konnte um ein Jahr bis 2010 verlängert

werden. Darüber hinaus waren fünf bedeutende

werke von Max ernst aus der Menil collection in

Houston, Texas, für ein ganzes Jahr zu sehen.

somit wurde die hervorragende Zusammenarbeit

zwischen den beiden Häusern fortgesetzt.

auf grund der großen nachfrage verlängerte das

Max ernst Museum die erfolgreiche ausstellung

„David Lynch – Dark splendor“ um vier wochen bis

zum 18. april 2010. eine begehbare rauminstallation,

gemälde, aquarelle, Zeichnungen, Lithografien,

Fotografien sowie ein interaktives sounddesign

führten die besucher durch die düstere, verstörende

und unheimliche Traumwelt des renommierten

us-amerikanischen regisseurs und Künstlers.

Parallel zur ausstellung wurden Kurzfilme aus der

akademiezeit von Lynch sowie sein spielfilm-Debüt

„eraserhead“ gezeigt. noch während der Laufzeit

der ausstellung wurde der Künstler für den goslarer

Kaiserring 2010 benannt.

Vom 22. Mai bis 26. september 2010 zeigte das

Max ernst Museum „wrapped! Die Kunst von

christo und Jeanne-claude aus der sammlung

würth“ im gedenken an die 2009 verstorbene

Jeanne-claude und zu ehren des außergewöhnlichen

Künstlerpaares. Über 70 werke – collagen,

Zeichnungen, skizzen, Objekte und Modelle –, die

ihre wichtigsten Projekte widerspiegeln, wurden

in Zusammenarbeit mit der sammlung würth ausgestellt

und durch Fotografien von wolfgang Volz


www.maxernstmuseum.lvr.de

ergänzt. begleitend zur ausstellung präsentierte

das Max ernst Museum Dokumentarfilme zu den

spektakulärsten Projekten des weltberühmten

Künstlerpaars. am 15. Juni 2010, zwei Tage nach

seinem 75. geburtstag, war der Verhüllungskünstler

im Max ernst Museum exklusiv zu gast und

begeisterte 750 besucher mit seinem Vortrag.

Zum ersten Mal in Deutschland stellte das Max

ernst Museum vom 7. november 2010 bis zum

30. Januar 2011 rund 65 Zeichnungen, Pastelle,

aquarelle des französischen Künstlers sam szafran

aus. Für diese Premiere gelang es dem Museum,

zahlreiche Leihgaben aus privaten und öffentlichen

sammlungen (centre Pompidou, Paris, Fondation

giannada, Martigny/cH, Fondation Maeght, saint-

Paul-de-Vence, Musée cantini, Marseille) zu gewinnen.

Die werkauswahl umfasste raffinierte Pastelle,

eindrucksvolle aquarelle, Kohlezeichnungen

sowie Mischtechniken. Die ausstellung entstand

in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forum für

Kunstgeschichte in Paris.

Zwei ehefrauen von Max ernst wurden 2010 in

kleineren ausstellungen gewürdigt. am 25. august

Das Max Ernst Museum Brühl

des LVR (S. 58)

Christo bei seiner Lecture

im Dorothea Tanning Saal

Christo im Max Ernst Museum mit

Museumsleiter Dr. Achim Sommer

2010 beging die amerikanische Künstlerin Dorothea

Tanning, die mit Max ernst von 1946 bis zu seinem

Tod 1976 verheiratet war, in new York ihren 100. geburtstag.

als Hommage präsentierte das Max ernst

Museum vom 25. august 2010 bis zum 30. Januar

2011 grafische werke von Dorothea Tanning aus

eigenen beständen.

Der große wechselausstellungssaal im Max ernst

Museum wurde am 18. Oktober 2010 feierlich nach

Luise straus-ernst, der jüdischen Kunsthistorikerin

und ersten Frau von Max ernst, benannt. Die

einweihung erfolgte in anwesenheit von Dallas

ernst, der ehefrau von Jimmy, des sohnes von

Luise straus und Max ernst, und ihrer Kinder amy

und eric ernst. Vom 19. bis zum 24. Oktober 2010

würdigte das Max ernst Museum Luise straus

(1893–1944) mit einer ausstellung.

Das Max ernst Museum brühl des LVr durfte sich

im april 2010 über eine großzügige schenkung der

Max ernst gesellschaft an die stiftung Max ernst

zur Präsentation in seiner ständigen sammlung

sehr freuen. seitdem ist das gemälde „nocturne iV“

der Öffentlichkeit zugänglich.

59


60

„Große Kunst in kleiner Hand“: Kooperation mit der

Tageseinrichtung „An der Eckdorfer Mühle“

wEchSELAUStELLUNgEN

• David Lynch – Dark splendor. raum bilder Klang,

22.11.2009–21.3.2010, verlängert bis 18.4.2010

• Max ernst – im garten der nymphe ancolie

(schausammlung im wechsel), verlängert bis

27.2.2011

• werke von Max ernst aus der Menil collection,

Houston (schausammlung im wechsel), 3.4.2010-

3.4.2011

• wrapped! Die Kunst von christo und Jeanneclaude

aus der sammlung würth, 22.5.-26.9.2010

• große Kunst in kleiner Hand (Kooperation mit der

Tageseinrichtung der stadt brühl „an der eckdorfer

Mühle“), 10.7.-18.7.2010

• „zwischen dem inneren auge und der anderen

seite der Tür“: Dorothea Tanning graphiken,

Dorothea Tanning zum 100. geburtstag, 25.8.2010-

30.1.2011

• Luise straus-ernst – Kunsthistorikerin und

Journalistin, 19.-24.10.2010

• schausammlung im wechsel, 1.11.2010-3.4.2011

• sam szafran – Zeichnungen, Pastelle, aquarelle,

7.11.2010-30.1.2011

BESoNdERE VERANStALtUNgEN

• 725 Jahre stadt brühl, 24.4. (freier eintritt für alle

brühler bürgerinnen und bürger)

• „Über Max ernst“: werner spies, Peter schamoni

und Horst ehmke im gespräch, moderiert von

Felicitas von Lovenberg, 2.5. (anlässlich der gleichnamigen

Publikation)

• Muttertag-special „Dorothea Tanning und Max

ernst“, in Zusammenarbeit mit den brühler

schloss konzerten, 9.5.

• Vatertag-special: „wenn der Vater mit dem

sohne …“, in Zusammenarbeit mit dem LVr-LandesMuseum

bonn und den römerthermen Zülpich

• Lecture of christo: Two works in Progress, 15.6.

• Fünf Jahre Max ernst Museum, 4.9.

Sam und Lilette Szafran während der Simultanübertragung der Eröffnungsreden

• einweihung des Luise straus-ernst saales, 18.10.

• Kinderveranstaltungsreihe „ab zu Max!“ (7 Termine)

• 2 Kinderveranstaltungen davon eine musikalische

schnitzeljagd durch das Museum, in Zusammenarbeit

mit den brühler schlosskonzerten

• 4 Veranstaltungen mit der Max ernst gesellschaft

(Vorträge, Kuratorenführungen)

PUBLIKAtIoNEN

• Jürgen wilhelm (Hg.): Über Max ernst, Köln 2010

(in Zusammenarbeit mit dem Max ernst Museum

brühl des LVr)

• Jürgen Pech: Luise straus – Kunsthistorikerin und

Journalistin, Max ernst Museum brühl des LVr 2010

• Jürgen Pech: Max ernst, nocturne iV, 1967,

eine schenkung der Max ernst gesellschaft,

Max ernst Museum brühl des LVr 2010

• werner spies: christo und Jeanne-claude –

grenzverlegung der utopie, berlin 2010

• Julia Drost / werner spies (Hg.): sam szafran,

eine ausstellung im Max ernst Museum brühl des

LVr in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forum

für Kunstgeschichte, Paris, Düsseldorf 2010

(erschienen auch in Französisch und englisch)

fILMVoRfühRUNgEN

• Kurzfilme von David Lynch und sein erster spielfilm

„eraserhead“, 2.1.-14.4.

• Filmreihe David Lynch im Zoom Kino brühl

anläss lich der ausstellung, Januar 2010

• eraserhead-abend, Vortrag von christian Fischer

mit Filmvorführung und Diskussion, 27.2.

• Max ernst. Mein Vagabundieren – Meine unruhe,

ein Film von Peter schamoni, 16.5. (internationaler

Museumstag)

• christo & Jeanne-claude: Valley curtain, running

Fence, surrounded islands, christo in Paris und

interview mit christo, an 13 wochenenden,

Mai–september 2010


www.maxernstmuseum.lvr.de

Einweihung des Luise Straus-Ernst Saales mit Amy Ernst, Dr. Sommer,

Eric Ernst, Prof. Werner Spies, Dallas Ernst, Dr. Wilhelm (v. l. n. r.)

• christo & Jeanne-claude: Dem deutsche Volke –

Verhüllter reichstag, 1971-1995, 1.7.-26.9.

• christian bau, artur Dieckhoff: Zwiebelfische.

Jimmy ernst, glückstadt – new York, Hamburg

2010, 19.-24.10.

ERwERBUNgEN

• Max ernst, nocturne iV, 1967, Öl auf Holz, schenkung

der Max ernst gesellschaft an die stiftung

Max ernst zur Präsentation im Max ernst Museum

brühl des LVr

• 17 fotografische Max ernst-Porträts, entstanden

zwischen 1930 und 1966, erworben durch die stiftung

Max ernst, gefördert durch die Kreissparkasse

Köln aus Mitteln der Lotterie „Ps-sparen und gewinnen“

MUSEUMSPädAgogIK

• 11 Themenführungsangebote zur schausammlung

im wechsel

• 12 Themenangebote für Kunstgespräche zur

schausammlung im wechsel

• 8 Führungsangebote zu sonderausstellungen

• regelmäßiges angebot von Familienführungen,

jeden ersten sonntag im Monat und bei besonderen

anlässen

• 4 Ferienworkshops für Kinder

• Familienworkshops zu 725 Jahre stadt brühl, zum

Dr. Achim Sommer, Hans-Dieter Gerhards (Max Ernst Gesellschaft),

Dr. Jürgen Wilhelm und der Brühler Bürgermeister Michael Kreuzberg

bei der Übergabe der Schenkung „Nocturne IV“ an die Stiftung Max Ernst

zur Präsentation im Max Ernst Museum.

Muttertag, Vatertag sowie nach den 9 Kindervorstellungen

(ab zu Max! und brühler schlosskonzerte)

• ganzjährig offene Kinderwerkstatt an sonntagen

• 7 Themenworkshopangebote für Kinder und

Jugendliche

• 7 Themenworkshopangebote für erwachsene

• geburtstag für erwachsene (18 buchungen)

• 11 Kindergeburtstagsprogramme (23 buchungen)

• regelmäßiges angebot von 11 workshopthemen

für schulklassen

• regelmäßiges angebot von 5 Themen für werkgespräche

für schulen

• Projekt „Max & Mein’s“ mit dem Max-ernst-gymnasium

brühl: schüler führen durch das Museum

(Jahresprojekt mit Führung am 11.7.)

• 10 Lehrerfortbildungen

• gesamt: 604 Führungen mit 6.733 Teilnehmenden,

206 workshops mit 2.812 Teilnehmenden

Max Ernst Museum Brühl des LVR

Comesstraße 42 / Max-Ernst-Allee 1

D-50321 Brühl

Tel 02232 5793-116, Fax 02232 5793-130

Mail: info@maxernstmuseum.de

www.maxernstmuseum.lvr.de

Leitung: Dr. Achim Sommer

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62

LVR-zentrum für Medien und Bildung

Das LVr-Zentrum für Medien und bildung (LVr-

ZMb), getragen durch den Landschaftsverband

rheinland und die Landeshauptstadt Düsseldorf, ist

öffentlicher Dienstleister für Medien in bildung und

Kultur. Zu den medienspezifischen Dienstleistungen

zählen Fortbildungen im bereich Medienbildung, die

Produktion von Medien sowie die archivierung von

Foto und Film. ergänzt wird dieses aufgabenspektrum

durch die Medienberatung nrw – gemeinsam

mit dem LwL-Medienzentrum für westfalen im auftrag

des Landes nrw und der Landschaftsverbände

rheinland und westfalen-Lippe sowie durch das

Landeszentrum schulmanagement nrw ebenfalls

im auftrag des Landes nrw.

ein Hauch von croisette wehte am 28. april 2010

über der Lichtburg in essen. Mit einer glanzvollen

Premiere wurde in anwesenheit des regisseurs

ian Dilthey, aller Hauptdarsteller und zahlreicher

Prominenz aus Kultur und Politik der spielfilm

„eines Tages…“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit

der uraufführung schloss die Produktionsphase

des aufwändigsten Filmprojekts, für das das LVr-

Zentrum für Medien und bildung bislang verant-

wortlich zeichnete, erfolgreich ab. Das ambitionierte

Demenz-Projekt, beauftragt durch die LVr-Kliniken,

wurde vom LVr-ZMb als Mediendienstleister für

den Landschaftsverband rheinland in enger Zusammenarbeit

mit und unter wissenschaftlicher

Leitung der gerontopsychiatrischen abteilung der

LVr-Klinik Düsseldorf durchgeführt. Hauptanliegen

der gesamten Produktion war es, pflegende angehörige

bei der Versorgung an Demenz erkrankter

Patienten im gewohnten umfeld möglichst effektiv

zu unterstützen, um eine häusliche Pflege so lange

wie möglich zu gewährleisten.

„eines Tages …“ lief in 2010 erfolgreich auf Festivals

im in- und ausland, so beim internationalen Filmfest

Montreal, bei den 32. biberacher Filmfestspielen

oder beim 21. internationalen Filmfest emdennorderney.

beim 21. Kinofest Lünen gewann “eines

Tages …” den Hauptpreis, die Lüdia. Öffentliche Präsentationen

wurden auf Fachmessen und Kongressen

veranstaltet – so auf dem 6. Kongress der Deutschen

alzheimer gesellschaft e.V. in braunschweig

und auf der reHacare in Düsseldorf. Die anhaltende

aufmerksamkeit für den spielfilm ist nicht


www.medien-und-bildung.lvr.de

zuletzt der bereitschaft der Hauptdarsteller zu

verdanken, sich auch weiterhin in der Öffentlichkeit

und in den Medien für das wichtige Thema stark zu

machen. Die startauflage von 10.000 exemplaren ist

zum Jahresende 2010 annähernd vergriffen – der

Verkaufserfolg ist gleichermaßen beleg für den

hohen beratungsbedarf bei betroffenen wie für die

Qualität des Produktes. Für 2011 sind die neuauflage

der DVD-box, die Produktion einer barrierefreien

blue-ray-Disc und ausstrahlungen im deutschsprachigen

Fernsehen geplant.

Das angebot an bildungsmaterialien

im internet wächst beständig, die suche

nach substantiell hochwertigen

unterrichtsmaterialien gestaltet sich

dagegen mitunter schwierig. Mit der

bildungssuchmaschine learn:line nrw

stellt die Medienberatung nrw eine

zentrale Datenbank bereit, in der Lernund

bildungsmedien unterschiedlicher

Quellen zum direkten Download zur

Verfügung stehen und damit den Lehrerinnen

und Lehrern die nutzung digitaler Medien

im unterricht erleichtern. Der Datenpool umfasst

zurzeit über 14.000 bildungsmedien und ermöglicht

über eine differenzierte suche das auffinden

der von den Lehrkräften gewünschten Materialien.

alle gefundenen inhalte können umgehend genutzt

werden, direkt online oder per Download. Dazu

gehören neben eDMOnD nrw-Medien auch praxisorientierte

Materialien von Lehrer-Online und

Lernmodule.net. Jüngster Kooperationspartner ist

die siemens-stiftung, deren rund 2.300 digitale unterrichtsmaterialien

nun ebenfalls über learn:line

nrw recherchierbar sind. immer mehr anbieter

von Onlinemedien im bildungsbereich erkennen

den strategischen Vorteil, über eine zentrale suche

gefunden zu werden und möchten diesen service

LVR-Dezernentin Milena Karabaic am

vom LVR-ZMB geplanten Touchscreen-Tisch

in der Alten Synagoge Essen (S. 62)

Mit der Bildungssuchmaschine

learn:line NRW stellt die Medienberatung

NRW eine zentrale Datenbank bereit

nutzen – zum Vorteil der Lehrerinnen und Lehrer

in nrw. in einem nächsten schritt wird es möglich

sein, das learn:line nrw-suchfenster in die Lernplattform

der schule zu integrieren. gefundene

Lernmittel können so für die inhaltliche arbeit in

der Lernplattform bzw. den dort angelegten Klassenräumen

bereitgestellt werden. entwickelt wurde

learn:line nrw gemeinsam von der Medienberatung

nrw, LVr-infoKom, den kommunalen rechenzentren

regioiT aachen und KrZn sowie d-nrw.

AUSStELLUNgEN

• bert Müller-schwanneke – Düsseldorf. ein neubeginn,

17.9.-15.10.2010 im rathaus Düsseldorf

Dr. Jürgen Wilhelm,

Annekathrin Bürger

und Horst Janson

(v.l.) bei der

Premiere von

„Eines Tages ...“

in der Lichtburg

in Essen

gRöSSERE VERANStALtUNgEN

• 5. Tag der archive, 6./7.3., Düsseldorf

• bildungsmesse didacta: einzelstand des LVr-

ZMb, gemeinsamer stand von Medienberatung

nrw und schulmanagement nrw mit dem Ministerium

für schule und weiterbildung nrw sowie

Kooperationsstand des LVr-ZMb mit infoKom und

Fronter gmbH, 16.-20.3., Köln

• Durchführung des Forums „unterrichtspraxis“, gemeinsam

mit Vds bildungsmedien e.V. und dem Msw

• Durchführung der Fachtagung „englisch“ in

Kooperation mit dem Msw und dem Vds

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www.medien-und-bildung.lvr.de

64

• Premiere des spielfilms „eines Tages …“ am 28.4.,

Lichtburg essen

• 25. KinderKinoFest Düsseldorf 2010, 4.-10.11.

• Kongress „Medien.nutzen“, 20.11., essen

KoLLoqUIEN UNd tAgUNgEN

• Fachtagung „interaktive Tafeln“, 22.1., Düsseldorf,

LVr-ZMb

• informationsveranstaltung „ich-will-lernen.de in

der Hauptschule“, 11.3., Düsseldorf, LVr-ZMb

• schulträgertagung „Lern-iT – effizienzsteigerung

und Kostenoptimierung“, 14.4., Düsseldorf, LVr-ZMb

• Fachsymposium für die beobachtenden im eignungsfeststellungsverfahren

(eFV), 2.7., Düsseldorf

• nrw-Forum kommunale Medienzentren 2010,

22.-24.9., aachen

• Fachtagung „bildungspartner nrw – Musikschule

und schule“, 27.10., Düsseldorf

PUBLIKAtIoNEN

• imagebroschüre Medien. beratung, Themen und

Handlungsfelder der Medienberatung nrw

• bildungspartner nrw – gemeinsam schule stärken,

eine Planungshilfe für schulen – argumente,

schritte, unterstützung

• Fachmagazin Medienbrief (2 ausgaben)

MEdIENPRodUKtIoNEN

• Filmproduktionen u. a.: „eines Tages…“ spielfilm

und Demenz-Themenfilme; eröffnungsfilm Deutsches

röntgenmuseum remscheid; DVD-Video

& rOM „eDMOnD nrw – aus der Praxis für die

Praxis“; DVD-Video & rOM „Mühlenregion rheinland“;

DVD-Video „waldnachbarschaft bladersbach“;

DVD-Video „Von Fischen und Männern – Die

Fischerei-bruderschaft an der bergheim von sieg“;

DVD-Video „im sommer näher am Himmel… - Der

wald als letzte ruhestätte “; DVD-Video „Qualitätsanalyse

an schulen“ für Medienberatung nrw und

Ministerium; DVD-Video „Heimerziehung heute”;

DVD-Video imagefilm „LVr – rund um die uhr“; gebärdensprachvideos

für den LVr-archäologischen

Park Xanten, PDa-Führung im LVr-römerMuseum

• audioproduktionen u. a.: audioguides für das

Deutsche röntgenmuseum remscheid; audioguides

und Musik-Hörstation für die alte synagoge

essen; aufnahme historischer Texte und Produktion

eines Hörspiels für das LwL-Freilichtmuseum

Hagen; audioführung für das schausteller Museum

essen; Hörstationen für das Fischereimuseum

Troisdorf-bergheim und für das LVr-römer

Museum Xanten

• webdesign u. a.: webauftritt KuLaDig; internetportal

rheinische geschichte; web-relaunch LVrinstitut

für Landeskunde und regionalgeschichte;

webauftritt LVr-iLr-Mitmachwörterbuch

• Medienplanung: alte synagoge essen; Deutsches

röntgenmuseum remscheid

• Fotodigitalisierung u. a.: negative aus dem nachlass

des Fotografen albert renger-Patzsch (archiv

der Fa. scHOTT) für die ausstellung „es ist ein

unendliches Kreuz, glas zu machen“ im auftrag

des LwL; 1.193 historische urkunden für das stadtarchiv

Düsseldorf

PREISE

• exaMedia-Preisverleihung: Prämierung herausragender

abschlussarbeiten künftiger Lehrkräfte

zur Mediennutzung in schule und unterricht im

rahmen der bildungsmesse didacta

BESoNdERE PRojEKtE

• weiterentwicklung des landesweiten Mediendienstes

eDMOnD nrw

• evaluation des eignungsfeststellungsverfahrens (eFV)

• webauftritt der regionalen bildungsnetzwerke in

den Kreisen und kreisfreien städten

LVR-zentrum für Medien und Bildung

Bertha-von-Suttner-Platz 1, 40227 Düsseldorf

Tel 0211 27040-0, Fax 0211 27404-3200

Mail: info.medien-und-bildung@lvr.de

www.medien-und-bildung.lvr.de

Leitung: Michael Thessel


Die Kulturlandschaftpflege im LVr-Fachbereich

umwelt betreut eine Vielzahl von Projekten zum

erhalt unserer vielfältigen rheinischen Kulturlandschaften.

Der Fachbereich möchte eine vielseitige

und umfassende beschäftigung mit dem heimatlichen

umfeld fördern und so zu dessen erhalt und

behutsamer entwicklung ermuntern. Zunehmend

stehen barrierefreie angebote für Menschen mit

Handicaps im Mittelpunkt. Die selbstständige nutzung

von Kultur- und naturangeboten sowie von

erholungs- und Kulturlandschaftsbereichen wird

in allen Tätigkeitsbereichen des LVr-Fachbereichs

umwelt berücksichtigt, besonders bei Projekten der

rheinischen naturparke und des netzwerks der

biologischen stationen sowie bei der beschreibung

der wege der Jakobspilger.

wEgE dER jAKoBSPILgER IM RhEINLANd

im september 2010 wurde mit dem weg von Dortmund

nach aachen der sechste weg der Jakobspilger

im rheinland offiziell eröffnet. band 9 der

reihe der „Jakobswege“ beschreibt begleitend

dieses Teilstück des Pilgerwegnetzes als beitrag

Kulturlandschaftspflege

der Landschaftsverbände rheinland und westfalen-

Lippe zum europäischen Kulturhauptstadtjahr

ruHr.2010. Der LVr-Fachbereich umwelt unterstützte

über sechs Monate die aktion eurOPa

cOMPOsTeLa 2010, bei der Menschen aus ganz europa

sich an einem staffellauf über 20.000 km nach

santiago de compostela beteiligten. Vier der sieben

wege, die durch Deutschland verliefen, führten über

die vom LVr erschlossenen rheinischen wege.

KULAdIg UNd KULAKoMM

Mit dem slogan „aus dem Karteikasten in die

digitale welt“ wurde das Kulturlandschaftsinformationssystem

KuLaDig in der Version 3.0 auf der

intergeo in Köln vom 6. bis 9. Oktober 2010 der

Öffentlichkeit vorgestellt. KuLaDig wird durch den

LVr und das Landesamt für Denkmalpflege Hessen

betrieben. Daten zur Kulturlandschaft werden

in Karten- und Textform angeboten, unterstützt

durch Fotos, Tondokumente sowie Filmsequenzen.

Planungsvorhaben, touristische Konzepte, Kulturlandschaftsführungen,

schulunterricht und vieles

mehr lassen sich mit der webanwendung besser

65


66

Erzählabend zu den rheinischen Mühlen

Lenné-Garten in Trentham (S. 65)

Bergische Landpartie

planen. KuLaDig bildet die basisanwendung für die

Zukunftsaufgabe, informationen zum Kulturellen

erbe des rheinlandes gemäß nationaler und internationaler

standards dauerhaft für die Öffentlichkeit

zur Verfügung zu stellen.

Fest vernetzt mit KuLaDig ist das von der Deutschen

bundesstiftung umwelt (Dbu) finanzierte

Projekt „KuLaKomm – Kulturlandschaftsschutz auf

kommunaler ebene“. Möglichst zahlreich sollen an

Kulturlandschaftspflege interessierte Menschen

ihr wissen in KuLaDig einspeisen oder KuLaDig als

informationsquelle nutzen. am beispiel von drei

stadtbezirken der europäischen Kulturhauptstadt

2010 essen, wurden Vermittlungsideen entwickelt.

so konnten in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule

essen Kulturlandschaftsführerinnen lernen,

wie mithilfe von KuLaDig recherchen und Planungen

für Kulturlandschaftsführungen durchgeführt

werden können.

BEREItStELLUNg VoN PfLANzgUt zUR ERhALtUNg

UNd wIEdERhERStELLUNg hISto-

RISch BEgRüNdEtER LANdSchAftSBILdER

seit über 20 Jahren stellt der LVr-Fachbereich

umwelt für geeignete Flächen auf antrag Privatpersonen,

Vereinen und Kommunen Pflanzgut zur

Verfügung. im Jahr 2010 konnte die rheinische

Kulturlandschaft mit 1.100 bäumen sowie 4.850

sträuchern aufgewertet werden. bemerkenswert

war neben der umfangreichen Förderung alter,

regionaltypischer Obstsorten und damit dem erhalt

von gut 15 ha streuobstwiesen die unterstützung

von umweltbildungsprojekten im bergischen Land

sowie Dorfverschönerungsvereinen im Vorfeld der

Landesgartenschau 2014 in Zülpich.

BERgISchE LANdPARtIE

am 4.7.2010 präsentierten in bensberg erstmalig

regionale anbieter im rahmen der vom LVr, der

Thomas-Morus-akademie und dem Kardinal schulte

Haus veranstalteten „bergischen Landpartie“

landwirtschaftliche Produkte und bergische spezia-

Gruga-Park barrierefrei

litäten. Die Palette reichte von wasser und saft über

Honig und Käse bis zu Fleisch und Forellen. regionale

erzeugerverbände und biologische stationen

stellten ihre arbeit vor und machten ihre beiträge

zum erhalt einer reich gegliederten Kulturlandschaft

deutlich. 1.500 gäste überzeugten sich von

der Vielfalt und Qualität der regionalen angebote

und erzeugnisse.

dAS EURoPäISchE gARtENNEtzwERK EghN

als Partner im egHn präsentiert der LVr die bedeutung

rheinischer Parks und gärten in einem

europäischen Kontext. Mit seiner arbeit für das

„grüne Kulturerbe“ zeigt sich der LVr auch in den

kommenden Jahren erfolgreich: ein vom LVr, LwL

und schloss Dyck konzipiertes Projekt, reisen in

die rheinischen (und westfälischen) egHn-gärten

touristisch zu erschließen, wird vom Land nrw im

rahmen der Ziel 2-Förderung unterstützt.

tAg dES BAUMES

Das Kuratorium „baum des Jahres“ hat 2010 die

Vogelkirsche (Prunus avium) als baum des Jahres

bestimmt. am Tag des baumes, der seit 1952 am

25. april gefeiert wird, werden zahlreiche dieser

bäume gepflanzt, um deren dauerhafte erhaltung

für die nächsten generationen sicherzustellen.

auch der LVr beteiligte sich 2010 wieder an diesem

bundesweiten aktionstag. so wurden mit finanzieller

unterstützung und Koordination des LVr-

Fachbereichs umwelt auf standörtlich geeigneten

LVr-Liegenschaften insgesamt neun Vogelkirschen

gepflanzt: in den LVr-Freilichtmuseen Lindlar und

Kommern, dem LVr-archäologischen Park Xanten,

dem LVr-Klinikum essen, der LVr-Jugendhilfe

rheinland in solingen und den LVr-Förderschulen

Leichlingen und essen.

MühLEN UNd häMMER LINKS UNd

REchtS dES RhEINS

Von den windmühlen im nördlichen rhein-erft-Kreis,

den Hämmern in den bachtälern des bergischen


www.kultur.lvr.de

Landes bis zu den wasserkraftanlagen an agger und

wiehl findet man in der Mühlenregion rheinland

spuren der nutzung von wind- und wasserkraft.

Das regionale2010-Projekt unter Federführung des

LVr-Fachbereichs umwelt leistete einen beitrag

zum erhalt dieser wichtigen bestandteile der rheinischen

Kulturlandschaft und des kulturellen erbes.

so wurden Pfingstmontag 2010 am Mühlentag mehr

als zehntausend gäste in den Mühlen und Hämmern

empfangen, geführt und bewirtet. bei der erzählreise

durch die rheinischen Mühlen im Herbst hörten an

fünf unterhaltsamen abenden gäste geschichten

und Musik rund um das Thema Mühlen am authentischen

Veranstaltungsort.

PUBLIKAtIoNEN

Landschaftsverband rheinland (Hg.): inward and

Outward Views – garden, architecture, Landscape.

arbeitsstudie 38, Köln 2010

Landschaftsverband rheinland (Hg.): Landschaft

und gesundheit. Tagungsbericht. beiträge zur Landesentwicklung

62, Köln 2010

Landschaftsverband rheinland/Landschaftsverband

westfalen-Lippe (Hg.): Jakobswege - wege der

Jakobspilger in rheinland und westfalen, band 9,

in 9 etappen von Dortmund über essen und Düsseldorf

nach aachen, mit einer Variante über Mülheim

an der ruhr und Duisburg, Köln 2010

Landschaftsverband rheinland (Hg.): Projektdossier

Mühlen und Hämmer links und rechts des

rheins, Köln 2010

Landschaftsverband rheinland mit den biologischen

stationen rheinland (Hg.): Lokale und regionale

Obstsorten im rheinland – vom aussterben

bedroht!, Köln 2010

tAgUNgEN UNd VERANStALtUNgEN

• Fachtagung: naturschutz und Kulturlandschaft,

in Zusammenarbeit mit der Landesgemeinschaft

naturschutz und umwelt nordrhein-westfalen,

Dormagen-Knechtsteden, 26.-27.5.

• Tag des baumes, 25.4.

• 5. internationaler Labyrinthkongress, in Zusammenarbeit

mit dem Labyrinth euskirchen e. V., 2.-5.9.

• 17. Deutscher Mühlentag, in Zusammenarbeit mit

der Deutschen gesellschaft für Mühlenkunde und

Mühlenerhaltung e.V., 24.5.

• erzählreise in die Mühlenregion rheinland: geschichten

und Musik in rheinischen wind- und wassermühlen.

Oelchenshammer 3.9., gammersbacher

Mühle 24.9., Thielenmühle 25.9., grottenhertener

windmühle 8.10., wülfingmuseum, 9.10.

• workshop: Die Mühle als Denkmal, gymnicher

Mühle, erftstadt, 8.10.

• bergische Landpartie, bensberg, 4.7.

• Pflanzfest im rheinischen Obstsortengarten. ein

Fest der nabu-naturschutzstation Haus wildenrath

und dem Landschaftsverband rheinland, wegberg,

20.11.

• Präsentation KuLaDig als Vermittlungswerkzeug

auf dem „Tag der begegnung“, essen, 27.6.

• Präsentation KuLaDig Version 3.0 auf der intergeO,

Köln, 5.-7.10.

• Veranstaltung einführung in KuLaDig, rheinischer

Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz

e.V. und LVr-archivberatungs- und Fortbildungszentrum,

abtei brauweiler, 27.9.

• Volkshochschul-Kurs einführung in KuLaDig, VHs

essen und KuLaDig/KuLaKomm, essen, 6./7.11.

• enthüllung der Jakobsweg-stele am Pilgerweg

nijmegen-Köln vor dem „Klöske“ in Krefeld-uerdingen,

29.5.

• Pilgerstabübergabe der Landesräte auf dem Hellweg

an der westfälisch-rheinischen grenze, 7.7.

• eröffnung des wegs der Jakobspilger essenaachen

über den Hellweg und seine Fortsetzung

über die Via regia nach aachen, Vorstellung des

begleitenden buchs, 10.9.

• enthüllung der Jakobsweg-stele am Pilgerweg

nijmegen-Köln in wesel-büderich, 11.9.

Kulturlandschaftspflege

dezernat für Kultur und Umwelt

LVR-fachbereich Umwelt

Ottoplatz 2, 50679 Köln

Tel 0221 809-3789, Fax 0221 809-2461

Mail: adolf.attermeyer@lvr.de

Leitung: Adolf Attermeyer

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LVr-Dezernat Kultur und umwelt

LVr-Fachbereich Kultur, Ottoplatz 2, 50679 Köln

Telefon 0221 809-7685, Telefax 0221 809-3373

www.kultur.lvr.de

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