denkanstösse zur überwindung der finanzkrise - Cross-Border ...

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denkanstösse zur überwindung der finanzkrise - Cross-Border ...

können, was zunehmend problematischer werden dürfte. Die staatliche

Wohnraumförderung muss deshalb fortgesetzt werden.

Mit Runderlass vom 26. Januar 2006 hat das Düsseldorfer Ministerium für Bauen und

Verkehr die notwendigen Konsequenzen gezogen und das

Wohnraumförderungsprogramm 2006 für NRW den aktuellen Herausforderungen

für die soziale Wohnungspolitik angepasst. Auch bei stagnierenden

Bevölkerungszahlen wird mittelfristig ein jährliches Neubauvolumen von 50.000 bis

60.000 Wohnungen für erforderlich gehalten, wobei etwa die Hälfte auf „Ersatzneubau

für Abriss, Umnutzung oder Zusammenlegung von Wohnraum“ entfällt. Da „in einer

schrumpfenden Bevölkerung einzig der Anteil der älteren Menschen wachsen“ wird,

von denen sich vermutlich wieder viele in den Städten ansiedeln wollen, sollen „vor

allem bei der Umstrukturierung der Wohnungsbestände und Quartiere“ die

Bedürfnisse älterer und behinderter Menschen gebührend berücksichtigt werden.

Insbesondere in den Verdichtungsräumen des Rhein-Ruhr-Gebietes soll die

Eigentümerquote, die dort unter dem Durchschnitt des Landes liegt, deutlich

angehoben werden. Neben der Förderung von Wohneigentum soll auch die

„Förderung von Mieteinfamilienhäusern für eine breitere Zielgruppe“, insbesondere

Haushalte mit Kindern, angeboten werden.

Um die Stadtflucht zu bremsen, soll es bei der Förderung einen „Stadtbonus“

geben. 76 Ausdrückliches Ziel der Landesregierung ist die Wiederbelebung der

zunehmend verödeten Innenstädte als Wohn- und Handelszentren, wie die Minister

für Wirtschaft und Bauen, Christa Thoben und Oliver Wittke, äußerten. 77

Die aktuellen Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung belegen, dass die

Veränderungen die Kommunen zu unterschiedlichen Zeiten treffen. Deshalb kann es

für die einzelne Stadt kein Patentrezept geben, vielmehr sind individuelle Konzepte

gefragt, die der jeweiligen Situation gerecht werden. Wichtig ist, dass das

Problembewusstsein für den demographischen Wandel und dessen Folgen

geschärft wird. Von großem Vorteil für die Kommunen wird es sein, wenn sich

Wirtschaft, Verwaltung und Politik in den einzelnen Städten und Gemeinden

gemeinsam den großen Aufgaben stellen; von erheblicher Bedeutung ist ferner, dass

Bund und Länder entsprechend ihren jeweiligen Kompetenzen die notwendigen

Rahmenbedingungen zum Gelingen schaffen. Ohne eine nachhaltige

76 DIE WELT, 31.01.2006.

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