als pdf - Hanfjournal

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Es ist der Hanf

entsprungen

weihnachten ist doch etwas Eigenartiges. Wann sonst

säße man vor einem toten Baum und würde Süßigkeiten

aus einer Socke naschen? Klar, unsereins hat

natürlich schon im Vorfeld einen Adventskalender, prall

gefüllt mit Hanfprodukten aller Art. Im ersten Türchen

gibt’s gleich mal ein Adventstütchen, schließlich will man

die Vorweihnachtszeit doch entspannt angehen. Eine kleine

Packung mit gemütlichem Hanftee und leckeren Hanfplätzchen

lassen sich darin ebenso gut verstecken wie ein

Lippenbalsam mit Cannabis für die kalten Tage oder vielleicht

ein schicker Winterhut aus Hanffasern. Einfach der

Phantasie freien Lauf lassen. Ich denke, unser Hanf Journal

gibt allmonatlich immer wieder einige Anregungen, auch in

punkto Weihnachtsgeschenke könnt ihr euch auch diesmal

wieder inspirieren lassen. Auf Seite 9 präsentieren wir euch

beispielsweise den schicken Mondphasenkalender 2011

vom Nachtschatten Verlag. Wer in den Weihnachtstagen

gerne in die Röhre guckt, hat vielleicht Lust auf eine der drei

völlig albernen DVDs, die ich auf Seite 11 empfehle. Wen es

dagegen lieber raus in die Kälte zieht, kann ja über diverse

Weihnachtsmärkte bummeln und am Glühweinstand fragen,

ob es auch ein alkoholfreies Heißgetränk mit Hanf gibt

– man bekommt sicherlich lustige Antworten. Vorsicht ist

allerdings geboten, wenn ein bärtiger Mann mit lauter Paketen

oder die drei Männer aus dem Morgenland auftauchen

– am besten sofort die Cops rufen – Terrorgefahr!

Aber ganz egal, wie und wo ihr die Advents- und Weihnachtstage

verbringt. Eins ist klar: Die meisten Leute feiern

sowieso Weihnachten, weil die meisten Leute Weihnachten

feiern. Bis manche Menschen den Sinn von Weihnachten

verstanden haben, ist es auch schon Ostern. Falls ihr bis dahin

nicht warten wollt, erklär’ ich’s aber gerne: Wenn einer

dem anderen Liebe schenkt, wenn die Not des Unglücklichen

gemildert wird und wenn Herzen zufrieden und

glücklich sind, steigt Gott herab vom Himmel und bringt

das Licht:

Dann ist Weihnachten!

Ja, und wir spannen demnächst ein paar bekiffte Rentiere

vor unseren Umzugsschlitten und rodeln in ein neues Redaktionsbüro.

Bei der Gelegenheit frischen wir auch das

Hanf Journal mit einer neuen Rubrik auf. Wer Sinn für Satire

hat, darf sich schon mal freuen. Und wer weiß – mit eurer

Unterstützung wird es vielleicht irgendwann möglich, die

Nordmann-Tanne im Wald stehen zu lassen und stattdessen

zum Weihnachtsfest eine der ältesten Nutz- und Zierpflanzen

mit Christhanfkugeln zu schmücken. Bis dahin – euch

allen gesegnete Weihnachten und fröhliches Rutschen ins

neue Jahr.

Eure Hanf Journal Redaktion

jetzt ist es amtlich, die Initiative zur Regulierung von Cannabis

in Kalifornien ist knapp gescheitert. 53,7 Prozent der

Wählerinnen lehnten die kontrollierte Abgabe unter strengen

Jugendschutzauflagen kategorisch ab, 46,3 Prozent stimmten

für sie. Um so trauriger, da die Befürworter bis kurz vor der

Abstimmung in Meinungsumfragen meist knapp vorne lagen.

Alles schien logisch: Die Kalifornier, die den USA vor fast

15 Jahren das erste Gesetz zu Cannabis als Medizin beschert

haben, würden auch die sein, die das gescheiterte Experiment

„Hanfverbot“ beendeten. Dann kamen die Anzeigenkampagnen,

Werbespots und Fernsehauftritte besorgter Eltern, Klerikaler,

konservativer Politiker und am Verbot interessierter Lobbyisten.

Die taten daraufhin, was in den USA im Wahlkampf

üblich ist, wenn eine Niederlage droht: Sie hörten auf, Argumente

auszutauschen und starteten eine Schmutzkampagne

gegen Cannabis.

Auf einmal waren dort, wo Gegner und Befürworter seit Jahren

sachlich miteinander reden, Dinge über Cannabis zu lesen,

zu sehen und zu hören, die eigentlich längst der Vergangenheit

angehört hatten. Horror-Stories über kiffende Kinder, unzurechnungsfähige

Fahrer oder arbeitsunfähige Arbeitnehmer

sollten Angst und somit Stimmung gegen Proposition 19 erzeugen.

Doch leider gab es auch unter den Cannabis-Befürwortern

nicht wenige, die die Initiative ablehnten. Denn seit einigen

Jahren ist Kalifornien der Wilde Westen in Sachen Hanf:

„Zur Zeit kannst du auf den Straßen von San Franzisco so viel

kiffen wie du willst. Wäre Prop 19 durchgekommen, wäre Gras wie

Schnaps behandelt worden und das Rauchen auf der Straße unmöglich

gemacht“ sagte der 20jährige Student Rick Kaufmann kurz nach

der Abstimmung: „Die meisten Kiffer haben wohl aus Prinzip mit

„Ja“ gestimmt, aber ich glaube auch wir sind so besser dran.“

Auch aus Growerkreisen gab es nicht nur Zuspruch für die

Proposition 19. Die vergangenen 14 Jahre haben so manchen

„Medical-Grower“ unter halb-legalen Umständen ein einträgliches

Auskommen beschert, steuerfrei versteht sich. Gewinnorientierte

Unternehmungen denken heutzutage oft nicht mehr

unabhängig, überparteilich, legal

hanfjournal.de / Ausgabe #125 / 12.2010

4 clubmed 5 guerilla growing 9 wirtschaft 11 cooltour 16 fun&action

DyckmAns DissonAnz

Hans cousto schlägt wieder zu

DeAleR unD stolz DRAuf

ein Hanffachverkäufer spricht klartext 6

culcHA cAnDelA

mr. Reedoo im interview

Knapp daneben

Graslos in L.A.:

Geldbußen statt Coffeeshops

Text: Michael Knodt

news

langfristig. So war die „Tax & Regulate“ Taktik der Befürworter

nicht gerade wenigen Growern mit Lizenz ein Dorn im Auge.

Im Emerald Dreieck, den drei kalifornischen Counties (Landkreisen)

Mendocino, Humboldt, and Trinity, ist Cannabis sogar

das wichtigste Agrarprodukt. Aber gerade hier regt sich Widerstand

gegen die regulierte Abgabe von Gras. Dort, wo sich

einst stadtmüde Hippies niederließen, hat sich in den vergangen

40 Jahren eine Cannabis-Kultur entwickelt, die angesichts

der andauernden Illegalität eigentlich unvorstellbar ist, haben

doch die Einwohner dieser drei Landkreise gemacht, wovon

andere träumen: Sie haben die Prohibition überwuchert und

einen offenen Schwarzmarkt geschaffen- they‘ve overgrown

the government.

Die Guerilla-Farmer im Emerald-Dreieck fürchten nun, bei

einer staatlichen Regulierung des Cannabismarktes langfristig

von großen Konzernen aus dem Markt gedrängt zu werden.

So stimmten in Mendocino und Humboldt 53,3% mit Nein, in

Trinity waren es sogar 59%.

23

2

14

Bleibt illegal, Gras zum Spaß

weiter auf Seite 25 ›››


2 kommentar

Online Videos für

interessierte Hanf Nutzer

www.hanfjournal.de/exzessiv

Sweet Weed bei Grow A Million - N° 169

Wir hatten schon

vor fast zwei Jahren

darauf hingewiesen,

dass die Änderung

des BtmGs hinsichtlich

der mit künstlichen

Cannabinoiden

versetzten Räuchermischungen

wirkungslos sein würde.

Haufenweise Anfragen in der exzessiv - und der Hanf

Journal Redaktion haben bestätigt, was wir schon lange

vermutet haben: Es gibt anscheinend wieder stark

wirksame, nicht dem BtmG unterliegende Räuchermischungen,

bei denen kein Mensch weiß, was da so

ballert.

Nebenbei könnt ihr der Redaktion beim Grow A Million

Spielen zuschauen... exzessiven Spaß.

www.hanfjournal.de

www.growamillion.ch

www.usualredant.de

Cannabizz 2010, Part One - N° 170

Erster Messetag in

Prag. Die Hütte ist

voll und Micha versucht,

sich durchzuschlagen,

kommt

aber ob der zahlreichen

Einladungen

nie besonders weit.

Trotzdem schafft er es, Euch ein paar Highlights der

Cannabizz 2010 zu zeigen, wobei er auf einen Haufen

alter Bekannter wie Ziggi Jackson, den Vapocane oder

den Doktrix von Blunt.tv trifft....

Musik: Culture Dem Mix - riddimkeepaz.de

www.cannabizz.cz

Cannabizz 2010, Part Two - N° 171

Zweiter Messetag

in Prag. Die Hütte

ist immer noch voll.

Michas Frisur sitzt.

Die nächsten Highlights

der Cannabizz

2010 stehen auf dem

Plan, wobei Micha

nicht wirklich vorwärts kommt. Denn auch dieses Mal

trifft er überall auf Interessantes: Eine Mutterpflanze,

ein Growtechnikschmuckstück, ein pralllller Ballon von

den Beuteltieren des Verdampftnochmal-Teams und

am Ende noch ’ne miese Bong aus Fernost ...

Musik: riddimkeepaz.de

www.cannabizz.cz

impressum

Herausgeber:

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Dunckerstraße 70

10437 Berlin

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Mitarbeiter dieser ausgabe:

Dr. Franjo Grotenhermen, mze, Kerstin Koch, KIMO, Kascha, Markus Berger,

Doktor Hanf, Axel Junker, Werner Graf.

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iLLustrationen:

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auffordern oder animieren, Drogen zu konsumieren oder zu verbreiten.

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Feuer auf Mechthild Dyckmans

Text: Hans Cousto

Mechthild Dyckmans

kognitive Dissonanz

kognitive Dissonanz entsteht, falls eine Person das Gefühl

hat, inkompetent oder unmoralisch gehandelt zu haben,

falls ein Verhalten negative Konsequenzen für sich selbst

oder andere hervorruft, oder falls zwei oder mehr Gedanken

das Verhalten oder Handlungen blockieren. Kognitive Dissonanz

tritt unter anderem auf,

• wenn man eine Entscheidung getroffen hat, obwohl die Alternativen

ebenfalls attraktiv waren;

• wenn man eine Entscheidung getroffen hat, die sich

anschließend als suboptimal erweist;

• wenn man große Anstrengungen auf sich genommen hat,

nur um dann festzustellen, dass das Ziel den Erwartungen

nicht gerecht wird.

Die kognitive Dissonanz von Mechthild Dyckmans (Bundesdrogenbeauftragte)

zeigte sich mehr als deutlich in der Pressemitteilung

des Bundesministeriums für Gesundheit vom 11.

November 2010 zur Vorstellung der Jahresberichte der deutschen

und europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und

Drogensucht (DBDD und EBDD). Darin wird Dyckmans mit

den Worten zitiert: „Der riskante Konsum illegaler Drogen und

die Drogenabhängigkeit unter jungen Menschen sind in Deutschland

weiter rückläufig. Die positive Entwicklung zeigt, dass die

Maßnahmen der Drogen- und Suchtpolitik in Deutschland wirken.“

Ein Absatz weiter behauptet Dyckmans unter der Überschrift

„Cannabiskonsum stabil bis rückläufig – aber weiterhin wichtigste

illegale Substanz“ genau das Gegenteil: „In Deutschland

gibt es sehr erfolgreiche und vorbildliche Projekte zur Reduzierung

des Cannabiskonsums, die in der Praxis der Drogen- und Suchthilfeeinrichtungen

eingesetzt werden und Wirkung zeigen. Der positiven

Gesamtentwicklung steht jedoch die Zahl der problematischen und

intensiven Konsumenten von Cannabis gegenüber, die offensichtlich

nicht zurückgeht.“

Dyckmans behauptet also, der „riskante Konsum“ sei stabil

bis rückläufig, der „problematische und intensive Konsum“ gehe

jedoch nicht zurück. Was soll denn bitte der Unterschied zwischen

einem riskanten und einem problematischen Konsum sein?

Diese Antwort bleibt uns Dyckmans schuldig.

Cannabiskonsum stabil bis rückläufig?

Im Abschnitt „Cannabiskonsum stabil bis rückläufig – aber

weiterhin wichtigste illegale Substanz“ kann man lesen, dass in

den letzten 12 Monaten 9,3% der 18- bis 39-jährigen Befragten

mindestens ein Mal Cannabis konsumierten. Im Jahr 2006 waren

es nur 9,2%. Nicht erwähnt wird in der Pressemitteilung,

dass 36,6% der gleichen Altergruppe im Jahr 2009 angegeben

haben, mindestens einmal in ihrem Leben bereits Cannabis

konsumiert zu haben. Im Jahr 2006 waren es 33,9% (Anstieg

der Prävalenz von 2006 bis 2009: +2,7%). Die Prävalenzzahlen

bezüglich des Konsums innehalb der letzten 30 Tage stiegen im

gleichen Zeitraum von 4,4% auf 4,5% (+0,1%). Die Prävalenz

aller illegalisierter Drogen (mindestens einmal im Leben konsumiert)

stieg bei den 18- bis 64-jährigen Befragten im gleichen

Zeitraum von 23,7% auf 26,7% (+3,0%) respektive in absoluten

Zahlen in dieser Altersgruppe von 12.270.000 auf 13.812.000

(+1.542.000). Bezüglich Cannabis stieg in dieser Altersgruppe

die Lebenszeitprävalenz im gleichen Zeitraum von 23,0% auf

25,6% (+2,6%), der Konsum innerhalb der letzten 12 Monate von

4,7% auf 4,8% (+0,1%) und der Konsum innerhalb der letzten 30

Tage von 2,2% auf 2,4% (+0,2%). Keine dieser Zahlen deutet auf

einen rückläufigen Trend in der Gegenwart hin. (Datenquelle:

DBDD-Jahresbericht 2010, S. 36 ff.)

Bei zunehmendem Cannabiskonsum von einem stabilen bis

rückläufigen zu berichten, ist ein Zeichen kognitiver Dissonanz.

Warnung zu PMA und PMMA

In dem Abschnitt „Herausforderungen durch neue Substanzen

– Warnung zum Wirkstoff PMA und PMMA“ steht, dass

vom Bundesministerium für Gesundheit aktuell eine Warnung

herausgegeben werden muss über die Verbreitung von Ecstasy-Tabletten

auch in Deutschland mit dem Wirkstoff Methoxyamphetamin

(PMA) und Para-Methoxymethylamphetamin

(PMMA), die äußerlich von anderen Ecstasy-Tabletten mit dem

Wirkstoff MDMA nicht unterschieden werden können. Dazu

erklärt Mechthild Dyckmans u.a.: „Der schnelle Informationsaustausch

zeigt, dass das Frühwarnsystem durch die beteiligten Stellen

innerhalb Deutschlands und in der EU über die Europäische Drogenbeobachtungsstelle

sehr gut funktioniert.“

Im Jahr 2000 tauchte PMA häufiger in Mitteleuropa auf. Bei

höheren Dosierungen verursacht PMA einen starken Anstieg

des Blutdrucks und der

„So lange der Besitz, Handel und Anbau von Cannabis

in Deutschland verboten ist, stellt sich für uns aber

auch die Frage nach einer Qualitätskontrolle für

Cannabisprodukte nicht.“

Dyckmans in Abgeordnetenwatch am 22.01.2010

Johannes Honecker

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht

Badensche Straße 33

D-10715 Berlin

TEL (030) - 86 20 17 87

FAX (030) - 86 20 17 86

e-mail: anwalt.honecker@t-online.de

#125 / 12.10

Körpertemperatur. Bei

Temperaturen von 40

Grad Celsius können Gehirnzellen

beeinträchtigt

werden, bei Temperaturen

über 40 Grad sind

Bewusstlosigkeit und

Koma keine Seltenheit, ab

42 Grad Celsius werden

innere Organe geschädigt. Aufgrund der hohen Körpertemperaturen

kann es zu Blutungen im Magen, Dünndarm und Dickdarm

sowie zu Gehirnblutungen kommen. Betroffene fallen in

ein Koma und sterben nicht selten nach 6-24 Stunden an Organversagen.

Alle im Jahr 2000 an PMA-Effekten verstorbenen

Personen waren der Meinung, Ecstasy konsumiert zu haben.

Nach zwei Todesfällen in Bremen aufgrund des Konsums

von PMA gab die DROBS in Hannover am 1.08.2000 eine PMA-

Warnung heraus und informierte befreundete Szeneorganisationen

über die tragischen Ereignisse in Bremen. Eve & Rave

Schweiz warnte erstmalig am 10.08.2000 auf seiner Homepage

vor dem Konsum von PMA, nachdem die DROBS in Hannover

berichtete, dass zwei Personen aus Niedersachsen höchstwahrscheinlich

an den Folgen des Konsums von PMA gestorben

seien. Auch das Projeckt ChEck iT! in Wien warnte wegen

den sich häufenden Todesfällen nach dem Konsum von PMA

wiederholt auf seiner Homepage (Meldungen vom 11.08.2000,

18.09.2000 und 9.10.2000) vor dem Konsum dieser Substanz.

Eve & Rave Berlin setzte die erste Warnung am 11.10.2000 auf

seine Homepage. In der Folge wurden immer mehr Pillen mit

dem Wirkstoff PMA analysiert, vor allem auch in Frankreich.

So mussten in den Jahren 2000 bis 2002 immer wieder neue

Warnungen herausgegeben werden. Bis im Januar 2009 sind

in Europa in den letzten Jahren jedoch keine PMA Warnungen

bekannt geworden. Am 30.01.2009 warnte die Polizei Bremen

vor als Ecstasy verkauften Pillen, die statt MDMA den Wirkstoff

PMA enthielten. Im Juli 2009 analysierte ChEck iT! in Wien insgesamt

drei Tabletten die PMA enthielten. Seither sind in Österreich

und in der Schweiz keine Pillen analysiert worden, die

PMA enthielten (Stand 15.11.2010). Auch im DBDD-Jahresbericht

wird PMA nicht erwähnt.

Der schnelle Informationsaustausch seinerzeit im Jahr 2000

zeigt, dass das Frühwarnsystem durch die beteiligten Drogenberatungsstellen

und Szeneorganisationen schon vor zehn

Jahren sehr gut funktionierte. Bemerkenswert dabei ist, dass

nicht Regierungsstellen die Warnungen herausgaben, sondern

Organisationen, die Drug-Checking-Programme durchführten.

Doch von Drug-Checking hält die Drogenbeauftragte nichts:

„So lange der Besitz, Handel und Anbau von Cannabis in Deutschland

verboten ist, stellt sich für uns aber auch die Frage nach einer

Qualitätskontrolle für Cannabisprodukte nicht.“

Dyckmans in Abgeordnetenwatch am 22.01.2010

Drug-Checking-Programme haben nachweislich Menschen

vom Konsum tödlicher Pillen abgehalten, die Programme haben

Menschenleben gerettet. Dass sich vor diesem Hintergrund

für Dyckmans die Frage nach einer Qualitätskontrolle nicht

stellt, kann nur als ein Zeichen kognitiver Dissonanz klassifiziert

werden.


4 #125 / 12.10

#125 / 12.10 5

club med

Cannabis beim Tourette-Syndrom

in den Niederlanden gibt es für die

Verschreibung von Cannabis aus der

Apotheke nur vergleichsweise wenige

akzeptierte Indikationen. Dazu zählt neben chronischen

Schmerzen, Spastik bei multipler Sklerose und einigen anderen

Erkrankungen auch das Tourette-Syndrom. Es ist nach seinem

Erstbeschreiber, Dr. Gilles de la Tourette, benannt. Das Tourette-Syndrom

ist eine komplexe neuropsychiatrische Erkrankung,

die meistens in der Kindheit und der Jugend beginnt.

Sie ist durch so genannte Tics charakterisiert, plötzliche Zuckungen

vor allem des Gesichts-, Hals- und Schulterbereichs

(Mundverzerren, ruckartige Kopfdrehungen). Es besteht zudem

mindestens ein vokaler Tic, bei dem unwillkürlich ein

Laut oder Schimpfwort ausgerufen wird. Dazu können auch

Verhaltensstörungen wie Aggressionen gegen sich selbst und

Hypersexualität auftreten. Es bestehen häufig gleichzeitig

auch Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen oder

Zwangsgedanken und -handlungen.

Das heutige Wissen zur Wirksamkeit von THC und Cannabis

bei dieser oft schwer zu behandelnden Erkrankung basiert

vor allem auf klinischer Forschung aus Deutschland. An

der medizinischen Hochschule Hannover haben Prof. Kirsten

Müller-Vahl und ihr Team Studien zur Wirksamkeit von THC

beim Tourette-Syndrom durchgeführt. Einige in der dortigen

Spezialambulanz betreute Patienten hatten angegeben, dass sie

durch Cannabiskonsum Linderung ihrer Symptome erfuhren.

Eine zwischen 1994 und 1996 durchgeführte systematische Um-

Doktor Hanf alias Lars Scheimann leidet an Tourette sowie

ADHS und ist seit Anfang 2009 Besitzer einer Erlaubnis,

seine Symptome mit Cannabis zu lindern.

hallo liebe Hanf Journal Leserinnen und Leser,

das Jahr neigt sich dem Ende und die Zeit ist wieder

gekommen, den Menschen zu danken, die auch 2010

durch Erfolge, Niederlagen, Aktionen und Informationen dafür

Sorge trugen, dass das Thema Cannabis und Hanf weiterhin

publik bleibt.

Jeder kleine Schritt zum Thema ist immer ein Schritt in die

richtige Richtung, doch bekanntermaßen müssen Hürden

überwunden und Steine aus dem Weg geräumt werden, um

sicher an das Ziel zu kommen. Blickt man zurück auf die vergangenen

Monate, bemerkt man, dass einige Steine bereits am

Wegesrand liegen, doch auch die Felsen, die da noch vor uns

liegen, können wir nur gemeinsam wegschaffen! Solange jeder

auf seiner Weise um Aufmerksamkeit kämpft und vernünftige

Argumente darlegt, besteht eine reale Chance, unserer geliebten

Hanfpflanze wieder den Stellenwert zu geben, den sie

wirklich verdient hat.

Dazu gehören so schöne Aktionen wie zum Beispiel die erste

Cannabis-Werbekampagne des Deutschen Hanf Verbandes,

die seit wenigen Wochen dafür Sorge trägt, dass wunderschöne

Hanf- Rikschas Berlin mobil halten. Dafür sorgen aber auch

Patienten, die mittlerweile als Erlaubnisinhaber, nach § 3 BtMG

Abs.2 zur Nutzung von Cannabis zu medizinischen Zwecken,

sämtliche themenbezogene Veranstaltungen besuchen, dafür

quer durch Europa reisen, um dort Rede und Antwort zu

stehen, um Fragen zum Thema zu beantworten. Danke Thilo,

danke Günther und danke an alle, die jetzt hier nicht genannt

sind, sich aber dennoch mit dieser Handhabe identifizieren

können. Großer Respekt an die Hanfparade und deren Macher,

Dr. med. franjo Grotenhermen

Mitarbeiter des nova Institutes in Hürth bei Köln und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM).

frage bei 64 Patienten hatte ergeben, dass 14 von 17 Patienten,

die Erfahrungen mit dem Konsum von Cannabis gemacht hatten,

eine gute Beeinflussung ihrer Symptome festgestellt hatten,

zum Teil ein vollständiges Verschwinden der motorischen und

vokalen Tics. Auch von einigen anderen Autoren waren zuvor

vereinzelt solche Erfahrungen in Fachzeitschriften geschildert

worden.

In der ersten Studie an der medizinischen Hochschule Hannover

erhielt ein Patient einmalig zehn Milligramm THC, worunter

sich seine Symptomatik deutlich besserte. In der zweiten

Untersuchung erhielten mehrere Patienten einmalig fünf bis

zehn Milligramm THC. Darunter nahmen die Tics und auch

die Zwangsymptome ab. Stimmung, Gedächtnisleistung und

Konzentrationsfähigkeit wurden bei dieser Dronabinol-Dosis

nicht relevant beeinflusst.

In der dritten Studie wurden die Wirksamkeit und die Verträglichkeit

von THC im Vergleich zu einem Plazebo bei 17 Patienten

über einen Zeitraum von sechs Wochen untersucht. Ursprünglich

hatten 24 Patienten mit der Studie begonnen, wobei

jeweils 12 Patienten THC in Kapseln oder gleich aussehende

und gleich schmeckende Plazebokapseln erhielten. Sieben Teilnehmer

brachen die Studie jedoch vorzeitig ab oder wurden

von der Auswertung ausgeschlossen, weil sie sich nicht an die

Studienvereinbarungen hielten. Beispielsweise hatte ein Patient

zusätzlich ein anderes Medikament eingenommen, ein anderer

Patient wies einen negativen Urintest auf THC auf, obwohl er

positiv hätte ausfallen müssen. Nur ein Patient brach die Studie

die unermüdlich dafür kämpfen, dass diese Demo weiterhin

stattfindet. Danke an Exessiv und dem Hanf Journal Team, die

uns und jedem anderen Aktivisten eine Plattform liefern, um

Geschehenes an euch weiter zu leiten! Danke an unsere Aktivisten

der Nachbarländer, die nunmehr durch eine enge Kooperation

zueinander finden, um eine einheitliche EU-Regelung

für Patienten zu finden und mit aller Kraft versuchen, diese

auch durchzusetzen.

Insbesondere Dr. Colombera aus Luxemburg, der sich uneingeschränkt

für seine Patienten gerade macht, damit diese

zum Teil schwer erkrankten Menschen einen legalen Zugang

zu Cannabis erhalten. Ein riesiges Dankeschön an die gesamte

SCM, die durch ihre Internetpräsenz und ihre Öffentlichkeitsarbeit

für Aufklärung sorgen und an Konzepten arbeiten, die

die medizinische Anwendung von Cannabis für Patienten so

einfach wie möglich gestalten und trotz Rückschlägen bei der

Umsetzung niemals aufgeben. Danke Axel! Danke an alle Ärzte,

die THC verordnen. Ein großes Dankeschön an die Ärzte, die

das THC in der optimalen Vollständigkeit verordnen und ihren

Patienten dabei zur Seite stehen. Danke auch an alle Patienten,

die einen Antrag stellen oder bereits gestellt haben. Jeder

eingegangene Antrag ist unerlässlich wichtig für die Statistik

und jeder Kampf, der hinter einem Antrag steckt, beschert dem

nächsten Antragsteller einen leichteren Weg.

Großer Respekt an die IACM und deren aktiver Mitglieder,

die durch ihre Forschungsarbeiten rund um das Thema Cannabis

in Medizin Wirkungsweisen und Therapie Erfolge belegen,

die notwendig für den weiteren Einsatz Cannabinoider Medikamente

sind. Danke Dr. Franjo Grothenhermen, ohne die Arbeit,

wegen zu starker Nebenwirkungen (Angstzustände, die etwa

24 Stunden anhielten) ab. Es verblieben sieben auswertbare Patienten

in der THC-Gruppe und 10 Patienten in der Plazebo-

Gruppe. Die Dosierung erfolgte einschleichend mit 2,5 mg pro

Tag, jeweils zum Frühstück oder zum Mittagessen, die dann je

nach Verträglichkeit alle drei Tage bis auf eine Maximaldosis

von täglich zehn Milligramm gesteigert wurde.

Gemessen wurden die Schwere der Tourette-Symptomatik

und die psychomotorische Leistungsfähigkeit sowie einige

weitere Parameter. Die Untersucher wussten jeweils nicht, ob

die Patienten in der THC- oder in der Plazebogruppe waren.

Die Symptome der Patienten wurden unter der Behandlung

mit Dronabinol im Vergleich zum Plazebo deutlich gebessert.

Im Allgemeinen waren die Verbesserungen am 30. oder 31. Tag

größer als am 21. oder 22. Studientag, was als Hinweis darauf

gedeutet werden kann, dass die Wirksamkeit von THC im Laufe

der Studie zunahm.

Zusammenfassend üben THC und Cannabis offenbar positive

Wirkungen beim Tourette-Syndrom aus, wenn auch bisher

weltweit nur eine aussagekräftige Studie mit Patienten, die am

Tourette-Syndrom leiden, vorliegt. Die therapeutischen Effekte

sind zum Teil so ausgeprägt, dass die Symptome dieser stark

beeinträchtigenden neuropsychiatrischen Erkrankung vollständig

oder fast vollständig verschwinden. Im Allgemeinen

sind dazu nur niedrige Dosen erforderlich, die bei den meisten

Patienten noch nicht zu relevanten Nebenwirkungen führen.

die er leistet, hätte so

manches Projekt erst

gar nicht stattfinden

können. Durch seine

Publikationen und

sein Wissen lässt er

uns an Informationen

teilhaben, die

diese Gesellschaft

benötigt, um ein

besseres Verständnis

für Hanf und seine

Eigenschaften zu bekommen.

All den Menschen,

die an dieser Stelle

nicht genannt sind,

aber sich genau so

Doktor Hanf - Lars Scheimann

wie oben genannte

für unser Thema einsetzen, gilt ebenfalls ein großes Dankeschön

und weiter so. Lasst uns das Jahr ausklingen und Kräfte

sammeln, damit es im nächsten Jahr direkt weitergeht mit neuen

Herausforderungen, neuen Zielen und neuen Projekten.

Ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Start ins

neue Jahr

...wünscht euch Doktor Hanf

Wege entstehen, in dem man sie geht.

Doktor-Hanfs Patienten Ecke

Danke.

Psychoaktive Pflanzen unserer Heimat

Die Tollkirsche

Botanik

Atropa belladonna ist ein mehrjähriges, staudenartiges Gewächs,

das über 1,50 Meter hoch werden kann. Sie trägt längliche,

oval-spitze Blätter und eine glockenförmige violette bis

bräunliche Blüte, die aus einem fünfzipfeligen, grün-gelblichen

Kelch sprießt.

Die zunächst grüne, später tiefschwarze Beere ist etwa groß

wie eine Kirsche und bildet sich nach der Blüte in deren Kelch.

Die Tollkirsche blüht von Juni bis August.

Wirkstoffe

Tropanalkaloide Atropin und Hyoscyamin als Hauptkomponenten,

daneben Apoatropin und weitere Tropanalkaloide. In

der frischen Pflanze kommt hauptsächlich (-)-Hyoscyamin vor,

welches sich nach der Ernte und während des Trocknungsprozesses

in Atropin umwandelt. Die stärkste Konzentration an

Atropin enthalten mit bis zu 9,6 % die reifen Beeren.

Geschichte

Seit langem wird die gefürchtete Tollkirsche als Gift- und Hexenpflanze,

wegen ihrer Giftigkeit aber nur selten als Zaubergewächs,

z.B. für die Verwendung in Flug- und Hexensalben,

gebraucht. Wissenschaftliche Spekulationen machten Atropa

sogar für das plötzliche Aussterben der Dinosaurier verantwortlich.

Seit dem Altertum wird die Tollkirsche zu aphrodisischen

Zwecken eingesetzt, im alten Orient benutzte man die

Pflanze als Bier-, Met- und Wein-Additiv.

Abgesehen vom antiken Gebrauch als Analgetikum (Schmerzmittel)

und Psychopharmakon und der im 19. Jahrhundert populär

gewordenen Anwendung gegen Gelbsucht, Husten, Epilepsie,

Scharlach, Hautkrankheiten, Nierenkoliken und einige

andere Leiden, erlangte Atropa als Medizin in früherer Zeit nur

wenig Bedeutung.

Erst mit der Entdeckung der pupillenerweiternden Eigenschaften

des Tollkirsch-Saftes und der darauffolgenden Aufnahme

desselben in die Pharmakopöe der Ophthalmologie

(Augenheilkunde), wurde die Pflanze für medizinische Zwecke

interessant und wertvoll. Der deutsche Apotheker MEIN

isolierte 1833 erstmals das Atropin aus der Tollkirsche.

Verwendung

Die getrockneten Blätter und Früchte können Rauch- und

Räuchermischungen beigegeben werden. Das Essen der Beeren

ist wegen möglicher Alkaloidschwankungen sehr unsicher und

mitunter sogar lebensgefährlich.

Nach Christian Rätsch gelten 1 bis 2 Beeren als niedrige psychotrope

Dosis, 3 bis 4 Beeren als Aphrodisiakum und 3 bis

höchstens 10 Früchte als Halluzinogen. Mengen ab 10 Tollkisch-Beeren

gelten als tödlich, bei Kindern reichen schon 2 bis

3. Aus den frischen Früchten kann außerdem ein alkoholisches

Getränk, z.B. Schnaps, hergestellt werden. Am ungefährlichsten

ist der Gebrauch von getrocknetem Pflanzenmaterial in

Rauchmischungen.

Wirkung

Die Wirkungen auf Körper und Geist sind gekennzeichnet

durch die typischen Symptome einer Nachtschatten- bzw.

Tropan-Intoxikation und ähneln denen, die durch Stechapfel

(Datura spp.), Engelstrompete (Brugmansia spp.), Bilsenkraut

(Hyoscyamus spp.) und Alraune (Mandragora spp.) induziert

werden (siehe hierzu meinen Beitrag zu den Erfahrungsberichten,

grow! 3/03: 38-39).

Je nach Dosis können Ataxie, Atembeschleunigung, Aggression,

Bewegungs- und Koordinationsstörungen, Erregung (auch

sexuelle), Euphorie (z.B. Lach-Flashs), Halluzinationen, Haut-

und Gesichtsrötung, Mundtrockenheit, Mydriasis (Pupillenerweiterung),

Raserei, Rededrang, Tachykardie (erhöhte Pulsfrequenz),

Verwirrung, Wut, und im schlimmsten Fall, sogar der

Tod durch Atemlähmung die Folge eines Konsums sein.

„Leichtere Vergiftungen äußern sich in euphorischer Stimmung

und einem Gefühl der Zeitlosigkeit, wie dies bisweilen auch beim Gebrauch

von Haschisch vorkommt. Anschließend fällt der Betroffene

in einen Tiefschlaf mit erotischen Träumen. Mittlere Vergiftungen

bewirken Trockenheit der Schleimhäute mit Jucken und Brennen,

begleitet von Übelkeit und Schwindel. (...) Schwere Formen der Vergiftung

führen zu Tobsuchtsanfällen, psychomotorischer Unruhe,

hochgradiger Erregung und Euphorie, Rededrang, Weinkrämpfe,

Halluzinationen, Konvulsionen, Beschleunigung der Atmung, rasendem

Puls, Blutdrucksteigerung, Seh- und Sprachstörungen, selten

Erbrechen (Erbrochenes ist violett gefärbt), Fieber und Hitze mit

guerilla growing

steckbrief

Tollkirsche atropa belladonna liNNÉ

Familie:

Solanaceae (Nachtschattengewächse)

SyNoNyme:

atropa lethalis SaliSB., atropa lutescens JaCQ.

ex C.B. ClaRKe, Belladonna baccifera lam.,

Belladonna trichotoma SCoP. und andere

TRivialNameN:

Beilwurz, Bockwurz, Bullkraut, Deadly Nightshade,

Höllenkraut, irrbeere, Judenkirsche, mörderbeere,

Satanskraut, Schlafapfel, Schlafbeere,

Sleeping Nightshade, Solanum bacca nigra,

Schwindelbeere, Teufelsbeere, Teufelsgäggele,

Waldnachtschaden, Wolfsauge, Wolfsbeere,

Wolfskirsche u.v.a.

voRKommeN:

in mittel- und Süd-europa in laubwäldern,

an Waldrändern, auf lichtungen, bevorzugt

schattige Plätze und kalkreichen Boden.

Text & Foto: Markus Berger

enormem Schwitzen, pochenden Kopfschmerzen, Zittern und Zucken

mit schwankendem Gang, Delirium und zentrale Lähmung bis zum

Atemstillstand. (...) Als Halluzinogen ruft die Pflanze bei entsprechender

Einnahme wahnsinnige Illusionen hervor, in dem Tiergestalten,

düstere Gesichter wahrgenommen werden. Bereits wenn man

einige Blätter oder Blüten unters Kissen legt, werden lebhafte und

intensive Träume wachgerufen, bei denen man glaubt, in der Luft zu

schweben.“ (VONARBURG 1996: 62f.)

Gefahren & Nebenwirkungen

Wie bei allen Tropanalkalod-haltigen Solanaceen überschneiden

sich Wirkung und Nebenwirkung recht schnell und häufig.

Bekanntermaßen können Psychedelika, also auch Atropa

belladonna, eine latente Psychose aktivieren; der User befindet

sich dann auf einem Horrortrip. Durch Tropanalkaloide verursachte

Halluzinationen können in der Regel nicht oder nur sehr

schwerlich von der Realität unterschieden werden.

Dies kann für den Intoxikierten schnell zur lebensbedrohlichen

Falle werden. Die größte Gefahr im Umgang mit der

Tollkirsche ist aber eindeutig eine Überdosierung, welche zügig

einen qualvollen Tod durch Atemlähmung mit sich bringen

kann. Weitere Nebenwirkungen entnehme man bitte den Wirkungsangaben

oben.

Rechtslage

Atropa belladonna wächst wild im Wald und unterliegt in

dieser Form keinen Bestimmungen. Die präparierten Atropa-

Blätter und -Wurzeln hingegen, sowie der Wirkstoff Atropin

sind apotheken- und verschreibungspflichtig.

Literatur:

Berger, Markus (2003), Stechapfel und Engelstrompete. Ein halluzinogenes

Schwesternpaar, Solothurn: Nachtschatten Verlag

Berger, Markus und Hotz, Oliver (2008), Die Tollkirsche – Königin der dunklen

Wälder, Solothurn: Nachtschatten Verlag

Rätsch, Christian (1998), Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen, Aarau: AT

Verlag

Rätsch, Christian; Müller-Ebeling, Claudia (2003), Lexikon der Liebesmittel,

Aarau: AT Verlag

Vonarburg, B. (1996), Die Tollkirsche, Natürlich - Offizielles Publikationsorgan

der ‚Eidgenössischen’ Gesundsheitskasse 16, 10: 61-64


6 guerilla growing

Vom Stolz,

ein Dealer zu sein

mein Freund George Cloney ist Dealer. Irgendwo in Deutschland.

Klingt schlimm, ist aber klasse. Nur wenige Wörter im

deutschen Sprachgebrauch sind so negativ behaftet wie

dieser eingedeutschte Anglizismus.

Mein Freund arbeitet hart für sein Auskommen, ohne dabei wirklich

reich zu werden. Er trägt eine Menge Verantwortung, worüber er sich

auch bewusst ist, hinzu kommt ein sehr hohes Risiko. Klar, dass er

sich für den Job so gut bezahlen lässt wie andere, die einen risikobehafteten

Beruf in verantwortlicher Position ausüben. Der Begriff

Dealer schließt solche positiven Eigenschaften von vorneherein aus:

Ein Dealer ist in der Vorstellung der meisten in erster Linie profitgierig

und per se verantwortungslos. Oft hat diese Spezies selbst in

Konsumentenkreisen einen schlechten Ruf, weil ihre oft übermäßige

Vorsicht als Unfreundlichkeit interpretiert wird. Das geht soweit, dass

die meisten Dealer sich scheuen, ihren Beruf selbst bei den Leuten zu

benennen, die bei ihnen kaufen. „Ja, ich mach das und das, und nebenbei

verkauf ich ein bißchen“, ist eine sehr verbreitete Einstellung

eines designierten Hanffachverkäufers im Freundeskreis. Null Selbstbewußstsein,

eigentlich sollte ein verantwortungsvoller Weed-Dealer

die Einstellung: „Ich bin Grasdealer und stolz darauf“ im Herzen

tragen. So wie mein Freund George.

Das ist so wie mit dem Begriff „Dread“ im Reggae oder „Nigger“ im

Hip Hop. Durch die teilweise gesellschaftliche Integration der diskriminierten

Randgruppe findet eine Verschiebung statt: Ein einstmals

negativ besetzt Begriff wird durch gesellschaftliche Veränderungen

positiv besetzt.

Hi George.

Hi Ha Jo.

Was hast Du gerade im Angebot?

Also drei Sorten Gras, AK 47, BubbleGum und ein leckeres

aber leider unbekanntes Haze sowie zwei Sorten Haschisch:

einen guten und einen sehr guten Marokkaner. Außerdem

könnte ich Dir noch Stecklinge anbieten: AK47, Top 44, Skunk

No.1 oder Jack Herer.

Zu welchen Tageskurs?

Kommt auf die Menge und die Sorte an. Beim AK47 und dem

Bubble Gum gibt es für 20 Euro 2,6 Gramm und bei 50 Euro gibt

es 7 Gramm, bei Hundert gebe ich 15. das Jack Herer liegt bei

12 Gramm für 100 Euro und das Hasch bei 14 Gramm auf den

Hunderter für die zweite und 11 Gramm für die erste Qualität.

Bei den Stecklingen gibt es keinen Mengenrabatt, hier kostet

einer glatte 5 Euro. Größere Mengen habe ich nie da, gibt es bei

mir auch nicht.

Wie lange machst du das schon?

Mit kleinen Pausen seit über 15 Jahren.

Schon mal erwischt worden?

Beim Verticken noch nicht, einmal haben sie bei einer Verkehrskontrolle

ein kleines Rauchpiece gefunden. Das gab dann

aber nur Führerscheinstress, den ich mittlerweile hinter mir

habe.

An wen verkaufst du?

Auschließlich an Freunde und Bekannte. Darauf lege ich

auch Wert. Ich habe einen sehr eingeschränkten Kundenkreis

von ungefähr 30 Leuten. Alle sind mindestens Mitte 20 oder

älter, an jüngere würde ich nie verkaufen.

Wie sieht es bei Dir mit gestrecktem Weed aus?

Oh Mann, das ist ja d a s Thema der vergangenen Jahre und

eine lange Geschichte. Hat mein ganzes Geschäftsmodell, das

ich bis 2007 hatte, über den Haufen geworfen. Früher habe ich

mein Weed immer bei einem Typen geholt, der es aus Holland

bekommen hat. Ich habe es zuerst selbst nicht gemerkt, bis Anfang

2007 ein guter Kunde meinte, das Weed sei voller Sand.

Gemerkt hatte er es, weil die Tüte mit zwei Gramm Inhalt so

klein aussah. Ich wollte es zuerst gar nicht glauben, aber nach

einer genauen Begutachtung war es eindeutig, das Weed war

voll mit feinstem Sand. Ich habe den Scheiß dann zurückgegeben

und danach immer wieder Scheiß bekommen. Mit Glas,

Sand, PK13/14, Brix, alles wovon man so hört. Eigentlich gab es

Mitte 2007 kaum noch gutes Weed bei mir, es sei denn jemand

hatte ein wenig von ihrer/seiner eigenen Ernte übrig.

Ist das jetzt wieder besser geworden?

Definitiv ja, aber ich habe auch ein wenig nachgeholfen. Meine

Kunden waren ja auch total angenervt, dass es nur noch

Hasch gab, weil ich die gestreckte Pampe erst gar nicht mehr

ins Sortiment genommen habe. In schlechten Zeiten sollte man

antizyklisch denken: „Mach deine besten Kunden zu Produzenten“

habe ich mir gedacht. Die gäben dann nicht mehr Geld

für Weed aus, als sie sich leisten können. Und ich hätte zwar

ein paar Kunden weniger, dafür aber immer Weed, zumindest

für mich selber.

Ach so, deshalb die Stecklinge?

Genau. Ich habe früher schon einmal ein wenig gegrowt, just

for fun. Also habe ich mir eine vegetative Kammer gebaut und

ein paar sehr gute Stecklinge besorgt, die ich dann unter 18

Stunden Licht großgezogen habe. In der gleichen Zeit habe ich

meine besten Kunden gefragt, ob sie Lust hätten, Weed anzubauen,

wenn ich die Unkosten vorfinanziere und die Stecklinge

liefere. Fünf oder sechs haben „ja“ gesagt.

Ich habe ihnen dann jeweils ein Set-Up mit je einer Lampe

vorgestreckt, das sie mir nach der ersten Ernte in Form von leckersten

Blüten zurückgezahlt haben.

Dadurch habe ich zwar ein paar Kunden verloren, aber dafür

bekomme ich zweimal im Monat eine Tüte reines, ungestrecktes

und wohlriechendes Indoor-Weed.

Zwei von ihnen haben sogar richtig Spaß am Growen bekommen

und ihr Hobby ein wenig ausgebaut. Die brauchen jetzt

auch keine Stecklinge mehr von mir (grinst).

Lebst Du ausschließlich vom Verkaufen?

Das geht leider nicht. Dann stimmt die Legende nicht. Was

soll ich dem Finanzamt oder anderen Leuten erzählen? Ich

habe einen normalen Job, allerdings nur 25- 30 Stunden die

Woche. Nur Gras und Hasch zu verkaufen wäre außerdem zu

langweilig, so lange es illegal ist.

Langweilig?

Ja, öde. Wenn ich das als Full Time Job betreiben würde, sollte

es noch mehr Spaß machen. Wenn es verboten ist, muss man

aber die meiste Energie in Tarnung und Täuschung investieren.

Ich wäre gerne Manager eines richtigen Hanf-Fachgeschäfts.

Mit verschiedensten Sorten, Beratung für Konsumenten und

Patienten, Angabe von THC und CBD Gehalt, Hanfkeksen und

so weiter.

Aber so lange ich aufgrund meiner Nebentätigkeit kriminalisiert

und mit Kinderschändern sowie Waffenhändlern in einen

#125 / 12.10

Text & Interview: KIMO

Topf geworfen werde, habe ich keine Ambitionen, meine Aktivitäten

auf diesem Gebiet auszubauen.

Nicht weil du Angst hast, irgendwann vor Gericht zu

stehen?

Da ist es doch sowieso fast egal, ob Du ein kleiner oder

großer Fisch bist. Als verurteilter Dealer ist man sowieso unten

durch. Aber Angst habe ich vor anderen Dingen, ich nenne

meinen Zustand die Repressions-Paranoia. Die habe ich, aber

das Witzige ist, dass die meine Kunden auch haben, obwohl

sie gar nicht verkaufen (lacht laut). Viele behaupten ja, dass

die vom Kiffen käme. Ich sage, die oft zitierte Kiffer-Para, oder

der Verfolgungswahn, wie es die Prohibitionisten nennen, ist

eine direkte Folge des Hanfverbots. Mit 17 hatte ich Schiss, dass

meine Mama die Longpapers findet, heute verhält es sich ähnlich

bei dem Gedanken, wegen dreißig Gramm Hanf das SEK

vor der Tür zu haben. Nicht aus Angst vor der Strafe an sich,

sondern weil ich weiß, dass ich weder mit Mama noch mit der

Staatsmacht rational und sachlich über die angebliche Missetat

reden kann.

Eher so ein Gefühl der Machtlosigkeit wie bei einer ungerechten

Bestrafung in der Kindheit, wenn die Eltern nicht zuhören

wollten.

Wie sieht es bei dir selbst mit der Kifferei aus ?

Gerne und regelmäßig, aber nur abends. Zu besonderen Anlässen

wie Parties oder im Urlaub auch schon mal früher. Am

liebsten ein kopflastiges Indica pur durch die Bong.

Wie bist du eigentlich zum Verkaufen gekommen?

Wie die meisten, die ich kenne: Ich hatte früher als einziger

im Freundeskreis immer ein wenig Kohle und deshalb auch immer

ein fette Tüte Gras in der Tasche. Eigentlich, weil ich nicht

alle drei Tage zum Ticker rennen wollte. Da hatte ich auf einmal

ganz viele Freunde. Nachdem ich von den ersten Tüten mehr

als die Hälfte für andere verbaut hatte, habe ich einen Obolus

gefordert. So hat sich das dann nach ein zwei Jahren irgendwie

ergeben, worüber ich im Nachhinein nicht undankbar bin.

Machst Du das gerne oder nur wegen des Geldes?

Ich mache das echt gerne und freue mich, dass zusätzlich was

bei rumkommt. Hat was von einem Wirt und einen Seelsorger.

Gäbe es Grasverkäufer als Ausbildungsberuf ...

... so wie in Oaksterdam?

... wäre ich der erste, der die Lehre macht. Mittlerweile könnte

ich sogar ausbilden, 15 Jahre Berufserfahrung zählen auch im

realen Leben genauso viel wie eine Ausbildung (lacht).

Was mir keinen Spaß macht, ist das Versteckspiel im bürgerlichen

Leben, aber da habe ich ja schon was zu erzählt.

George, wir danken Dir recht herzlich für die offenen

Worte und wünschen Dir alles nur erdenklich Gute für

die Zukunft. Pass auf Dich auf und mach‘s gut.

Ich danke für das Gespräch, und sag’ den Leser/innen, dass

sie lieber selbst anbauen. Das ist tausendmal ungefährlicher als

verdrecktes Gras zu rauchen. Bullenstress wegen einem kleinen

Grow geht schneller vorüber als körperliche Langzeitschäden

von unbekannten Streckmitteln.

Das darf ich zwar nicht, denn der Hanfanbau in Deutschland ist fast

genauso illegal wie der Job von George. Aber ich denke, unsere werte

Leserschaft ist intelligent genug, sich ein eigenes Urteil über Georges

These, selbstredend im Sinne bestehender Gesetze, zu bilden.

#125 / 12.10 7

guerilla growing

Outdoor 2010 - Harzan und Jane

im Großstadtdschungel

Nicht nur Dörfis growen outdoor

die Rubrik, die ihr gerade lest, heißt nicht ganz ohne Grund guerilla

growing. Hanfbauern müssen ähnliche Taktiken wie Widerstandskämpfer

anwenden, um nicht in die Fänge der Justiz

zu geraten.

Besonders outdoorgrows sind mehrfach gefährdet: Pflichtbewusste

Bürger/innen, Polizeibeamte und gierige Kiffer ohne Skrupel sowie

zahlreiche vier-, sechs-, oder achtbeinige Schädlinge gefährden jedes

Jahr aufs Neue ein erfolgreiches Ernten der mühsam ergärtnerten

Blüten. Doch selbst im Großstadtschungel finden sich immer wieder

verborgene Orte, wo die illegalisierte Pflanze ungestört wachsen und

es so zu beachtlicher Größe bringen kann.

Natürlich nicht ganz von selbst, für ein großstädtisches Outdoor-Hanffeld

bedarf es der fachgerechten Betreuung von Stadtguerilla-Growern.

Die Dokumentation einer solch selbstredend höchst

illegalen Unternehmung fanden wir neulich im Briefkasten unserer

Redaktion in Form eines 2 GB USB-Sticks mit einer Textdatei und

ein paar schönen Fotos, Absender komplett anonym.

Unsere Redaktion findet das auch prima, leider ist es streng verboten.

So weisen wir auch bei diesem Bericht wieder darauf hin, dass

ihr so etwas nicht nachmachen oder das als Anleitung missverstehen

dürft, solange der Anbau von Hanf hier strafbar ist.

Double Gum

Grandflora

Wir haben uns dieses Jahr mehrere Plätze gesucht. So wäre

es nicht ganz so fatal gewesen, wenn einer der Plätze ausgefallen

wäre. Im Jahr davor sind wir heftig beklaut worden,

im Frühling haben irgendwelche Tiere viele Stecklinge aufgefressen

und im Herbst hatten wir den ein oder anderen zweibeinigen

Schädling. Aber dieses Jahr hatten wir Glück, keine Diebe, dafür war

das Wetter so mies, dass wir insgesamt auch nicht mehr Ertrag haben

als 2009.

Als Sorten haben wir uns für Double Gum und Grandflora, also gutes

Schweizer Outdoor-Gras für nördliche Breitengrade, entschieden,

von dem ich schon während der letzten Outdoorsaison eine Mutterpflanze

selektiert und dann unter Kunstlicht weitergezüchtet hatte.

Die habe ich dann fast drei Monate unter 110 Watt wachsen lassen

und konnte so im Februar reichlich Stecklinge schneiden.

Während ich mich um die Stecklinge gekümmert habe, hat mein

Partner Ersatz für die Plätze gesucht, an denen wir vergangenes Jahr

Besuch hatten, die unentdeckten Plätze haben wir wieder benutzt.

Das ist eigentlich das Schwierigste und auch das Wichtigste: Der Platz

muss schlecht erreichbar sowie einsehbar und darf nicht zu trocken

sein, aber auch nicht zu feucht. Und es sollte irgendwie Wasser in der

Nähe sein, damit man in langen Trockenperioden nicht noch mit einen

Wassertank durch die Gegend laufen oder gar fahren muss.

Zum Düngen graben wir ein wenig Guanokalong mit dem Wurzelballen

ein, das sich mit der Zeit auflöst und so die Pflanze während

der Blühphase mit Nährstoffen versorgt.

Leider war es dieses Jahr so lange kalt, dass wir die vorbereiteten Steckis

erst Ende April rausstellen konnten, was fast drei Wochen später

war als im Jahr zuvor. Dafür waren dann alle so kräftig vorgewachsen,

dass wir fast keine Ausfälle hatten. Im ersten Monat waren die Bedingungen

auch ganz gut. Wir fahren möglichst selten nachschauen,

um das Risiko einer Entdeckung zu minimieren. Aber Mitte Juni wäre

dann gar nichts mehr gegangen, wenn wir nicht einmal die Woche

gegossen hätten. Trotzdem sind uns die Ladies innerhalb kürzester

Zeit über den Kopf gewachsen und haben im Juli schon angefangen,

erste kleine Buds zu bilden. Leider wurde es dann genau zum

falschen Zeitpunkt wieder nass und regnerisch, der August hat den

Babies nicht besonders viel gebracht. Zum Glück hatten wir keinen

Schimmel und die Sache hatte auch was Positives: Wir mussten nicht

mehr zum Gießen rausfahren. Der Frühherbst war dann glücklicherweise

hier noch einmal einigermaßen sonnig und so konnten wir

Mitte Oktober doch noch einige echt fette Double Gum und Gradflora-Buds

ernten.

Die Ernte ist der gefährlichste Teil einer Outdoorernte, denn da geht

es dann darum, ein paar Rucksäcke voller narkotisch riechender

Frischpflanzen unbemerkt vom Rest der Welt nach Hause zu schaffen.

Hierbei ist es wichtig, das geerntete Material schon vor Ort absolut

geruchsicher zu verstauen, unterwegs kann es zu spät sein.

Außerdem nutzen wir natürlich nie unser eigenes Auto für unsere

Aktivitäten, sondern bewegen uns mit Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln.

Zuhause haben wir dann sage und schreibe eine Woche per Hand

beschnitten, bis hin zur Sehnenscheidenentzündung. Aber das war‘s

auch definitiv wert. Wir werden uns auch im kommenden Jahr den

Gang zum Dealer sparen können, haben zu Weihnachten noch herrliches

Haschisch, das wir bald aus den paar Tüten Ernteresten herausprügeln

werden. Nebenbei können wir endlos Kuchen, Tee und

Gebäck machen und sind uns sicher, auch die komnenden 12 Monate

absolut reines Bio-Weed der besten Qualität, grown by Mutter

Natur, zu genießen. Und unser Freundeskreis findet das

auch ganz prima.

Viele Grüße an die Leserschaft

Eure

Harzan und Jane -Mary“

Text & Fotos: Harzan & Jane-Mary

Prachtvoll - Das Feld


#125 / 12.10 9

Geschmacks-, qualitäts- und ertragssteigernd

Der perfekte Dünger von Guanokalong

schon vor Jahrhunderten benutzten die Inkas eine natürliche

Kraftquelle, die sich auch heute noch hervorragend

für den Outdoor-Anbau eignet. Der biologische Dünger

„Guanokalong“ wird mit Hilfe natürlicher Inhaltsstoffe aus

dem Kot von Fledermäusen hergestellt. Im Verlauf von Hunderten

von Jahren wurde dieser Guano in Höhlen aufgeschichtet

und hat sich im Laufe der Zeit in Kompost umgewandelt.

Da sich der Dung mit dem Kalkboden der Höhle vermischt,

hat er einen recht hohen Kalziumanteil. Guanokalong ist eine

reichhaltige und einzigartige Zusammensetzung von Makro-

und Mikroelementen und von Enzymen. Es setzt seine Mineralien

nur nach und nach frei, so dass ein Verbrennen der

Pflanzenwurzeln so gut wie unmöglich ist. Die einzigartigen

Enzyme und die hohe Kalzium-/Magnesium-Konzentration

von Guanokalong stimulieren das Leben von Kleinstlebewesen

in der Erde und sind so auch perfekt zur Rehabilitierung

von ausgezehrten Böden.

Kalong Grow & Bloom

… sind zwei biologische Düngerlösungen

für Wachstum und Blüte, die nur

Stickstoff und Kalium enthalten und am

besten wirken, wenn sie zusammen mit

Guanokalong-Pulver verwendet werden,

um den Phosphorbedarf der Pflanze genügend

auszugleichen. Zusammen ergibt

es ein optimales NPK-Verhältnis. Das mikrobiologische

Leben in der Erde wandelt

den Phosphor allmählich in Nährstoffe

um, die von der Pflanze aufgenommen

werden können. Grow und Bloom sind

wurzelfreundlich, da sie einen niedrigen

Salzindex enthalten. Die beiden Dünger

können auch zusammen mit Guanokalong

„complete mix soil + guano“ verwendet

werden, über den wir euch beim

nächsten Mal berichten werden.

Neues vom Nachtschatten Verlag

Mondphasenkalender

Der Mond ist aufgegangen,

die goldnen Sternlein prangen

am Himmel hell und klar.

Der Wald steht schwarz und schweiget

und aus den Wiesen steiget

der weiße Nebel wunderbar.

Text: Matthias Claudius, Melodie: Johann Abraham Peter Schulz

ja, so sieht’s doch aus. Bevor wir euch auch im kommenden

Jahr wieder einige lesenswerte Bücher des Nachtschatten

Verlags vorstellen, möchte ich euch kurz vor dem Jahreswechsel

auf den Mondphasenkalender 2011 hinweisen. Als edler

Silbersiebdruck auf blauem Chromolux schmückte dieser

äusserst attraktive Jahresbegleiter auch schon im letzten Jahr

die Wand meines Schlafzimmers.

Der Mond umkreist einmal im Monat die Erde, diese wiederum

umkreist die Sonne. Dabei steht der Mond ständig in

einem anderen Winkel zu Erde und Sonne und wird vom

Sonnenlicht immer wieder unterschiedlich beschienen. Die

Mondphasen ergeben sich dadurch, dass nur die der Sonne

zugewandte Seite des Mondes beleuchtet ist. Von der Erde

aus sehen wir deshalb nur einen Teil der beleuchteten Fläche,

der andere Teil liegt im Schatten des Mondes. Bei Vollmond

ist die ganze Mondscheibe sichtbar, weil die Mondbahn gegen

die Ekliptik geneigt ist, als Sichel erscheint er uns als zunehmender

oder abnehmender Mond, und bei Neumond blicken

wir auf die unbeleuchtete Seite und können daher den Mond

vom Prinzip her ist eine traditionelle marokkanische Sipsi

aufgrund der Stiellänge und Kopfgröße eine der leckersten

und effektivsten Purpfeifen, die es gibt. Allerdings

gab es diese Jahrhunderte alten Rauchgeräte bislang nur aus

günstigen Materialien, die regelmäßiger oder gar täglicher

Nutzung nicht standhielten und sich zudem sehr schlecht reinigen

ließen.

So inspiriert hat sich das Team der „Rauchbombe“ in Stuttgart

vorgenommen eine Sipsi-ähnliche Pfeife aus hochwertigen

Material für anspruchsvolle Purrraucher“ zu entwickeln.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

The Putter ist eine wunderschöne Purpfeife mit einem Stiel

aus Olivenholz und einem Kopf aus Erika Wurzelholz, landläufig

auch als Bruyere-Holz bekannt. Aus diesem hochwertigen

Spezialholz werden in ganz Europa traditionell Pfeifenköpfe

für Tabakpfeifen hergestellt. Der Olivenholzstiel ist zum

Schutz vor Beschädigung mit einem Ring aus Metall verstärkt,

so entstand auch das Motto: „99% Natural Wood For 100% Smoking“.

Das Rauchverhalten entspricht dem einer hochwertigen

Tabakpfeife, jedoch sind die Dimensionen von Kopf, Stiel und

Rauchkanal genau den Bedürnissen von Kräuterliebhabern

angepasst. Der lange Stiel verspricht eine optimale Kühlung,

der Bryere Kopf steht für den unverfälschten Purgeschmack

- die perfekte Kombination für echte Kraut- Puristen.

nicht sehen. In besonderen Fällen kommt es bei

Vollmond- bzw. Neumondpositionen zu Finsternissen.

Im Rhythmus der Mondphasen zu sein bedeutet,

sich in den Kreislauf der Natur einzustimmen.

So ist dieser Kalender ein idealer,

um sich sowohl dem jeweiligen Mondstand

als auch den Mondphasen bewusst zu sein.

Den Mondphasenkalender gibt’s übrigens

auch in einer kleineren Variante und als

schicke Postkarte im 10er Set.

mondphasenkalender 2011:

ISBN: 978-3-03788-171-2

35 x 80 cm

mini-mondphasenkalender 2011:

ISBN: 978-3-03788-172-9

Format 34,6 x 16,5 cm

mondphasenpostkarten

2011 Set à 10 Stück:

ISBN: 978-3-03788-173-6

A6-Postkartenformat

www.nachtschatten.ch

Jeder Putter wurde in 100% Handarbeit gefertigt und ist

„Made in Germany“. Aufgrund der verwendeten Naturhölzer

variieren die Farben bei Köpfchen und Stiel, was jeden Putter

zu einem Unikat macht .Alle notwendigen Infos, Anleitungen,

Bilder und Videos zur edlen Holzpfeife gibt es zudem auf

www.theputter.de

Auch der Preis lässt aufhorchen, denn für nur 15 Euro kann

man die hochwertige und formschöne Rauchutensil bei der

Rauchbombe in Stuttgart in der Tübingerstrasse 85 erwerben,

auch Händleranfragen sind erwünscht.

Empfohlenes Mischverhältnis für Topferde: man nehme 1 kg

Guanokalong auf 200-250 Liter Topferde (wahlweise 50 Gramm

pro Pflanze in einem 7-Liter-Topf) und mische dies gründlich.

Die Körner des Guanokalong lösen sich innerhalb von 10 Wochen

vollständig auf.

Empfohlenes Mischverhältnis für Düngerlösung: um optimale

Resultate zu erzielen, gibt man 1 kg Guano in 10 Liter 60°

heißes Wasser und anschließend 100 Liter kaltes Wasser dazu,

rührt einmal kräftig um und schon kann’s losgehen.

Leistungsfähig, praktisch und geruchsneutral – der organische

Fledermausdünger von Guanokalong ist eine sehr empfehlenswerte

Starthilfe für die nächste Saison.

GUaNoKaloNG/FemeG

Tammeldijk 1

7122 LK Aalten

Niederlande

Tel: +31 543 466858

Mob: +31 6 22242345

Fax: +31 543 537913

www.guanokalong.nl

info@guanokalong.nl

The Putter – Pfeifenkultur für Purraucher

99% Natural Wood for 100% Smoking

Bombe! Der Putter - Fotos: rauchbombe-stuttgart.de

wirtschaft

The Putter ist ein Produkt der:

RaUCHBomBe STUTTGaRT

Tübingerstr. 85, 70178

Fon: +49 (0)711 6 20 24 63

Fax: +49 (0)711 6 20 24 75

www.rauchbombe-stuttgart.de


10 #125 / 12.10

#125 / 12.10

wirtschaft cooltour

Einfach bewässern mit dem Big Drippa

Sichere & effektive Urlaubsbewässerung

für kleine Heimgärtner/innen war die Installation eines Bewässerungssystems

bisher oft zu aufwendig und/oder zu

teuer. Meist erfordert die Installation entweder eine Pumpe

und somit eine Stromquelle oder die Verlegung, Installation

und Einstellung der Schläuche, Rohre und Tropfer, die oft äußert

kompliziert ist.

Für solche Fälle bietet die Grow In AG den Big Drippa an.

Das einfach zu handhabende Bewässerungssystem für bis zu

sechs Pflanzen ist im Nu aufgebaut und sofort betriebsbereit:

Eine Stromquelle ist überflüssig, da das Nährstoffreservoir

des Big Drippas einfach aufgehangen wird und so durch den

Höhenunterschied für den notwendigen Druck im System

sorgt. Ein fünf Meter langer Schlauch garantiert hierbei ausreichend

Power und Flexibilität bei der Wahl der Positionierung

des Reservoirs. Die Tropfer sind präzise und unabhängig voneinander

regulierbar, so dass jede Pflanzen immer die genau

richtige Menge an Nährlösung erhält.

bei der diesjährigen Cultiva konnte sich unser Team von

einem sehr leckeren Produkt überzeugen, das der Salzburger

Unternehmer Christian Frenkenberger vor etwa

neun Jahren am Departement für Lebensmitteltechnologie

(Boku Wien) mit Prof. Emmerich Berghofer entwickelt hat. Die

Insider sagen nach wie vor Hanfmilch dazu, denn technisch gesehen

ist es ja eine Milch (Emulsion aus Fett und Eiweiß). Doch

da der Begriff „Milch“ aufgrund einer EU-Verordnung aus dem

Jahr 1987 den tierischen Produkten vorenthalten ist, läuft diese

Köstlichkeit unter der offiziellen Bezeichnung „Trinkhanf“.

Trinkhanf wird aus dem Kern des Hanfsamens gewonnen,

und dieser kann einen ganz wesentlichen Beitrag zu ausgewogener

und gesunder Ernährung leisten. Denn Hanfsamen enthalten

ja die überaus selten vorkommende Gamma-Linolensäure,

eine Omega-6-Fettsäure, die eine wesentliche Rolle bei

der Zellerneuerung im Körper spielt, reinigend auf das Hautbild

wirkt und alle Arten von Entzündungen mindert. Dieses

österreichische Naturprodukt beugt der Verengung der Blutgefäße

vor, indem es die Blutfettwerte senkt. Das Herzinfarkt-

Der Big Drippa ist gerade für den kleinen Geldbeutel erschwinglich

und die ideale Einsteigerlösung für Kleingärtner,

die sich bisher noch nicht an das Kapitel „Bewässerung“ herangetraut

haben. Auch als praktischer Helfer während eines

Wochenendausflugs oder eine Kurztrips leistet das kompakte

Set wertvolle Dienste und lässt den Besitzer ruhiger schlafen.

Den Big Drippa und andere, hochwertige Bewässerungssysteme, gibt es (ab

16,90 € ?) im Ladengeschäft von Grow In in der Kaiserin-Augusta-Allee 29 in

10553 Berlin oder online mit wenigen Klicks schnell und zuverlässig im Webshop

unter www.grow-in-berlin.de. Händleranfragen an die Grow In AG in der Flottenstr.

24c in 13407 Berlin sind ausdrücklich erwünscht und werden schnellstmöglich

beantwortet.

Gesunde Ernährung zum Trinken

Frenkenberger Trinkhanf

zu Weihnachten verlost das Hanf Journal zusammen mit

der Firma Kavatza drei nützliche Helferlein für den Kräuterfan,

die auch als Geschenk eine gute Figur unter dem

Weihnachtsbaum abgeben, denn: Eine unangenehme Nebenerscheinung

des Konsums von dicken Zigaretten oder Wasserpfeifen

sind die vollgebröselten Tische, die als Erkennungszeichen

von so manchen Hanfliebhaber-Haushalt herhalten

können.

Wer keine Lust mehr hat, nach jedem Köpfchen oder jeder

Tüte den Staubsauger zu betätigen und so die wertvollen Rest

auch noch zu vernichten, sollte einmal einen Blick auf die neuen

Boxen von Kavatza werfen. Als Holzkiste im sehr ansprechend

gestaltetem Buchoutfit gibt es dieses Kiffer-Kleinod für

Joint- oder Bongraucher. Außen als Buch getarnt, befindet sich

im Inneren der Bong-Box eine Schale für die Mischung, eine

kleine Schaufel mit Stopfer und mehrere kleine Fächer sowie

eine Schublade, so dass alle notwendigen Utensilien dezent

und sauber verstaut werden können

risiko sinkt bei regelmäßigem Konsum um bemerkenswerte

15-20 %, wie eine Studie in Zusammenarbeit mit der Salzburger

Universitätsklinik wissenschaftlich bestätigt hat. Auch zum

Abnehmen und Fasten ist Trinkhanf geeignet. Er sättigt, enthält

dabei aber so gut wie keine Kohlehydrate und regt darüber

hinaus die Verdauung an. Der große Anteil an hochwertigen,

mehrfach ungesättigten Fettsäuren liefert dem Körper die nötige

Energie. Frenkenberger Trinkhanf schmeckt am besten

leicht gekühlt, pur oder gemischt mit Fruchtsäften, Müsli oder

Früchten. Mit seinem feinen Nussgeschmack eignet er sich

auch hervorragend zur Herstellung von Kakao, Pudding und

Kindernahrung. Doch ob man Trinkhanf als pflanzlichen Milchersatz

verwenden oder als verfeinerte Geschmacksvariante

wie Mango-Ingwer einfach zwischendurch genießen möchte,

bleibt jedem selbst überlassen.

Wer sich für weitere frische und gesunde Produkte wie

Hanfnudeln und Ziegenfrischkäse oder für die unerschöpflichen

Anwendungsmöglichkeiten des Trinkhanf Presskuchens

„Hanfara“ (Kräckers, Knäckebrot, Bier oder Hunde-Leckerlis)

interessiert, dem sei auch die Plattform Biobox empfohlen.

Die Original Kavatza Mini Pouch ist die Jointraucher-Variante

von Kavatza: Sie bietet das Maximum an Service und braucht

nur das Minimum an Platz. Zusammengeklappt ist sie etwas

größer als King Size Rolling Papers. Wenn sie aufgeklappt ist,

findet man natürlich die hölzerne Rollbase mit angebrachtem

Gummiband, der das Blättchen an Ort und Stelle hält. Der Stopfer

und die angenähten Blättchenhalter dürfen selbstverständlich

auch nicht fehlen. In der kleinen Innentasche finden Filter,

Kräuterchen, ein Mini Grinder und ein kleines Feuerzeug ihren

Platz. So gesehen ist die Mini Pouch superpraktisch und so

klein, daß sie ein ständiger Wegbegleiter ist. Enjoint it ;-)

Wir verlosen je eine Box, eine mini Pouch sowie einen original Kavatza-Tabakbeutel.

Hierzu müsst ihr uns nur schreiben, wie die an

ein bekanntes Buch angelehnte version der Bong-Box heißt.

einfach eine mail mit „Kavatza“ in der Betreffzeile an gewinnen@

hanfjournal.de schicken - mit ein wenig Glück könnt ihr kurz nach

Weihnachten eines der drei edlen Produkte aus dem Briefkasten

fischen.

Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen.

Take Hemp GmbH

Petersbergstrasse 6

A-5300 Hallwang

Tel.: +43 (0)662 / 662596

Fax: +43 (0)662 / 662596 - 80

www.trinkhanf.at

www.biobox.at

www.frenkenberger.at

einsendeschluss

ist der 31.12.2010.

original Kavatza

Spürckstr.22

50321 Brühl

www.originalkavatza.

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Praktisch, der Big Drippa - Foto: Grow In

Lecker, Trinkhanf von Frenkenberger - Foto: trinkhanf.at

Zu Weihnachten gibt‘s Original Kavatza

Gewinnt drei Bauhelfer der Extraklasse

Eine Auswahl der Gewinne, Mini Pouch und Bong Box - Foto: originalkavatza.com

Anke engelke und Bastian Pastewka

Fröhliche Weihnachten 2

VÖ: 26.11.2010

brainpool home entertainment

die Fönfrisur

sitzt, der Oberlippenbart

ist

gestutzt, das Dirndl

gebügelt, und die

Schuhe sind frisch

poliert – also Showtime

für Wolfgang &

Anneliese. Im Jahre

2007 durften sie zum

ersten Mal die Krüppelkiefer

von Sat.1

schmücken. „Fröhliche

Weihnachten“

war eine sensationell

schrille Satire auf die

Auswüchse des

christlichen Mega-

Events im deutschen

Fernsehen. Ausgezeichnet

mit dem Deutschen Comedypreis, Grimme-Preis und

Bayerischen Fernsehpreis 2008 lieferte dieses Volksfest der Comedy

einen bunten Strauss an witzigen Einspielern, grandiosen

Tanzeinlagen (Norbert & Sue „auf dem dünnen Eis der Liebe“)

und ein spektakuläres Feuerwerk der Wandlungsfähigkeit.

So fuhr das selbstverständlich verheiratete Moderatoren-

Ehepaar ein wahres Füllhorn an festlichen Attraktionen mit

Stars und Sternchen auf: von Shakira, Howard Carpendale,

Nina Hagen und Ottfried Fischer bis hin zu Mario Barth, Tine

Wittler, Peter Zwegat und der Supernanny waren alle mit von

der Partie. Pünktlich zur Weihnachtszeit präsentieren die zwei

begnadeten Parodisten Bastian Pastewka und Anke Engelke

in Form des schrägen Volksmusikduos Wolfgang & Anneliese

auch auf ihrer zweiten DVD einen weihnachtlichen Reigen an

schrägen Musik-Acts und lustigen Einspielern und beeindrucken

dabei erneut durch ihre schier grenzenlose Variabilität.

DJ Ötzi ist live von der Skipiste zugeschaltet und testet dort

drei neue Varianten des Snowfunsports. Cindy aus Marzahn,

Jogi Löw, Gunther Emmerlich und Gregor Gysi erzählen den

Kindern auf ihre ganz eigene Art und Weise die Weihnachtsgeschichte,

Whitney Houston singt eine Extended Version von

„Silent Night“, Reporterin Inka Pallaske besucht wieder Familie

Brömseklöten im Erzgebirge, Ottmar Zittlau darf natürlich

nicht fehlen, und Desiree Nick und „der Wendler“ sammeln

am Spendentelefon Geld für die Aktion „Aua am Finger“, bevor

zu Max Mutzkes finaler Nummer nochmal alle Gäste gut

abswingen.

Die abendfüllende Show „Fröhliche Weihnachten 2“ aus dem

Phantasialand in Brühl ist in ihrer satirischen Wirkung wesentlich

lustiger als jeder Volksmusiker, der ergriffen in die Zither

greift und wurde dieses Jahr völlig zurecht mit dem Deutschen

Comedypreis für das „Beste Comedyevent“ ausgezeichnet.

Anke Engelke und Bastian Pastewka gehören in ihrem Genre

nach wie vor zu den besten und beliebtesten deutschen Comedians.

Diese stimmungsvolle DVD wird mich in der Adventszeit

sicherlich noch einige Male begleiten.

www.brainpool.de

www.myspass.de

Die komplette erste staffel auf DVD

Die Muppet Show

VÖ: 02.12.2010

walt disney studios home entertainment

egal ob Kermit,

der Frosch,

Miss Piggy,

Gonzo, Fozzie Bär

oder das grummelige

Nörgel-Duo

Statler und Waldorf

– sie alle haben sich

mit ihrer chaotischen

und liebenswerten

Art in die

Herzen der Zuschauer

gespielt

und absoluten Kult-

Status erlangt.

Nachdem die legendäre

Muppet

Show in Deutschland

seit über 15

Jahren nicht mehr

im TV ausgestrahlt wurde, hat das Warten nun pünktlich zu

Weihnachten ein Ende. Die komplette erste Staffel der beliebtesten

Serie aus den 70er Jahren mit den Puppen von Jim Henson

und Frank Oz erscheint in einer hochwertigen 4-Disc-DVD-Box

mit zahlreichen Extras und der deutschen Originalsynchronisation

aus dem Jahr 1977. Kermit ist der Conferencier im Muppet-Theater,

dessen Bestreben, eine gelungene Revue mit Varieténummern

auf die Bühne zu bringen, nicht selten von seinen

eigenen, unfähigen Mitarbeitern zunichte gemacht wird. Zum

Vergnügen der beiden alten „Kritiker“ Statler und Waldorf, die

das Geschehen aus ihrer Loge kommentieren, kämpft Kermit

mit dem täglichen Wahnsinn auf und vor allem hinter der Bühne.

Ausserdem muss er sich auch den Nachstellungen von Miss

Piggy erwehren, die den Frosch zu ihrem Herzbuben auserkoren

hat und vor allem die weiblichen Gaststars misstrauisch

beobachtet. - Bevor Anfang 2011 die Staffeln zwei und drei auf

DVD erscheinen, freue ich mich über alle 24 Folgen der ersten

Staffel und zahlreichen prominenten Gästen wie Oscar-Preisträger

Sir Peter Ustinov oder „Murphy Brown“ Darstellerin

Candice Bergen.

Selbstverständlich geben sich auch Horror-Darsteller Vincent

Price und das Model Twiggy die Ehre. Besonderes Highlight

ist die eigens für den deutschen Markt umgeschnittene Folge,

in der die Muppets den deutschen Schlagerstar der 70er Jahre

Mary Roos in ihrem Studio als Gast begrüßen. Das Bonusmaterial

enthält nicht nur das originale Bewerbungsvideo, das vor

30 Jahren den Startschuss zur unglaublichen TV-Karriere der

Muppets darstellte, sondern auch den Pilotfilm „Sex and Violence“.

Darüber hinaus erwartet die Zuschauer ein ganz besonderes

Feature, denn durch eine einfache Einstellung – den

Muppet-Modus – kann man zu jeder Episode lustige Fakten

rund um die Kult-Serie erfahren.

Also seid dabei, wenn Humor, Charme, Musik und eine

große Portion Chaos erneut aufeinander treffen und – wie vor

über 30 Jahren – Jung und Alt begeistern. Bühne frei für ein

buntes Varieté-Programm auf den heimischen Bildschirmen.

www.dysney.de

DVD-snowboard-movie

Eis Kalt

VÖ: 04.11.2010

constantin film

nachdem im Jahre

1986 Willi

Bogner mit

„Feuer und Eis“ exzellente

Skiaufnahmen

zwischen Kunst und

Werbefilmästhetik in

eine simple Rahmenhandlung

einbettete,

gibt’s nun mit „Eis

Kalt“ eine rasante Abfahrt

für alle Snowboard-Fans.

Also bitte

kein poetisches Meisterwerk

erwarten. - In

einem verschlafenen

Nest in Alaska, das vor

vielen Jahren von der

Ski-Ikone Papa Muntz

gegründet wurde, geniesst

eine bunt zusammen gewürfelte Clique das Boarderleben

in vollen Zügen.

Rick (Jason London) und seine Freunde wollen hier in Bull

Mountain ein eigenes Snowboard-Paradies eröffnen. Doch die

Bergwelt gerät aus den Fugen, als eines Tages der Immobilien-

Mogul Jack Majors (glänzend gespielt durch den 6 Millionen

Dollar Mann Lee Majors, „Ein Colt für alle Fälle“) erscheint

und zusammen mit seinen skrupellosen Investoren das ganze

Gebiet kaufen will, um dort ein mondänes Skiparadies aufbauen.

Im Schlepptau hat er seine Tochter Anna (Caroline Dhavernas)

und deren vollbusige Stiefschwester Inga (Victoria Silvstedt,

Miss Schweden 1993), die Rick’s Freunden Pig Pen (Derek

Hamilton) und Luke (Zach Galifianakis) mit ihren Reizen den

Kopf verdreht. Und Anna ist Rick’s Urlaubsbekanntschaft, die

ihm nach drei traumhaften Sommerwochen in Mexiko das

Herz gebrochen hat. Nun müssen die Jungs ihr Gefühlschaos

in den Griff kriegen, um im Kampf gegen die Verschandelung

ihres geliebten Bull Mountain nicht aus der Bindung zu fallen.

Für „Eis Kalt“ wurden die besten Snowboarder der Welt (u.a.

Rob „Sluggo“ Boyce und der Halfpipe-Weltmeister Rio Tahara)

verpflichtet, und die spektakulären Stunts und Tricks können

sich wirklich sehen lassen. Die Story um den Verkauf des

Berges ist dagegen nur ein Aufhänger für einen Haufen flacher

Gags unter der Gürtellinie. Wer Spass an derbem Humor hat,

wird sicher nicht enttäuscht. Mir gefallen neben dem Soundtrack

(u.a. mit Eve 6, Sum 41 und den Foo Fighters) und dem

amüsanten Wiedersehen mit Lee Majors vor allem die sehr gelungenen

Snowboard-Sequenzen, weswegen ich diesen Film

hier vorstellen möchte.

Für alle, die ihren Winterurlaub noch vor sich haben, bietet

die Schnee-Komödie daher eine anspruchslose aber nette

Möglichkeit, sich auf die Freuden der Pisten einzustimmen. Im

Bonusmaterial gibt’s ausserdem noch eine Actionmontage der

besten Stunts auf die Augen.

Schöne Berge, viel Schnee und erstklassige Moves auf den

Brettern, die die Welt bedeuten.

www.constantin-film.de

11


12 #125 / 12.10

#125 / 12.10 13

cooltour

Rolys Silberscheiben des Monats Momentaufnahmen aus dem sensorischen Gedächtnis eines

Depeche mode: Tour of The

Universe – live in Barcelona

(mute / emi music)

Im Laufe der 102 Konzerte in 40 Ländern

haben Dave Gahan, Martin Gore

und Andrew Fletcher auf ihrer umjubelten

Tour Of The Universe vor mehr

als 2,7 Millionen Zuschauer gespielt. Am 20. und 21.November

2009 gaben sie zwei ausverkaufte Gigs im Palau Sant Jordi

in Barcelona, aus denen 25 Tracks dokumentiert wurden. Die

DVD „Standard Edition“ enthält - neben zwei Audio-CDs -

noch vier Bonus-Tracks (u.a. „World In My Eyes“) aus den beiden

Konzerten. Auf der limitierten „Deluxe Edition“ befinden

sich auf einer weiteren DVD die Tourdokumentation „Inside

The Universe“, die von Anton Corbijn exklusiv gedrehten Filme

für die Bühnenprojektionen zu sieben Songs plus zusätzliche

Bildmontagen von Aufnahmen diverser Bühnenbildschirme,

zwei in New York während der Proben aufgenommene Stücke

sowie vier Videos zum Studioalbum 2009. Auf „Tour Of

The Universe - Live In Barcelona” bieten Depeche Mode einen

epischen Querschnitt durch ihre 30jährige Schaffensperiode.

Die prickelnde Atmosphäre wird hier im Gegensatz zur letzten

Live-DVD „Touring The Angel“ durch ruhige Kamerafahrten

aus vielen Perspektiven perfekt eingefangen. Regisseur Russel

Thomas sorgt für eine Show auf Weltklasse-Niveau. Meine

Highlights sind „Wrong“, „Walking In My Shoes”, „It’s No

Good“, „A Question Of Time”, „Precious”, „Jezebel”, „Home”

(das Publikum singt am Ende des Songs weiter und Dave Gahan

dirigiert die Menge), „Come Back“, „Policy Of Truth”,

„Enjoy The Silence”, „Never Let Me Down Again”, „Dressed

In Black” und „Stripped” . Bin Fan seit 1981 und sehr glücklich,

die Harmonie in der Band zu sehen und zu spüren. Sympathisch

auch, wie Dave im finalen „Waiting For The Night“

einmal seinen Einsatz verpasst und Martin so herzlich lacht …

schön, dass es euch gibt.

www.myspace.com/depechemode

www.depechemode.com

www.mute.com

Ralf Hildenbeutel: Wunderland

(rebecca & nathan)

In den Jahren 1991 bis 1998 kam wohl

keiner an den herausragenden Produktionen

dieses Mannes vorbei. Ob man die

ganzen Eye Q Klassiker oder die Alben

von Sven Väth und Earth Nation hörte,

überall hatte Ralf Hildenbeutel seine magischen Finger im

Spiel. Krönender Höhepunkt war wohl der Goldmedal Award

der New York Filmfestivals zum Soundtrack von „Hommage à

Noir (1996), zuletzt begegnete ich ihm auf Cargo City’s Album

„How to Fake Like You Are Nice & Caring” und bei der Filmmusik

zu „Vincent will meer”, mit der er seine Vielschichtigkeit

erneut unterstrich. Zwei Jahre nach seinem rein aus Streicher-

und Klavieraufnahmen bestehenden Vorgänger „Lucys

Dream“ knüpft der in Frankfurt und Paris lebende Produzent,

Komponist und klassisch gelernte Pianist nun mit dem Album

„Wunderland“ daran an, greift allerdings viel tiefer in die Instrumentenkiste:

Während der letzten Jahre gesammelte Kuriositäten

wie Toypiano, Organa-Orgeln oder die alte Geige des

Roland Grieshammer

Grossvaters kamen diesmal genauso zum Einsatz wie Harfe,

Akkordeon, Ukulelen, Gitarren oder das alte französische Glockenspiel.

Das Streichquartett am Meer löst „Heimweh“ aus,

und mit „From Elsewhere“ und der Klavier-Ballade „Nachtzeit“

wird es episch, während der Walzer „The Spirits That I

Called“ mit Gastmusikerin Dorit Chrysler am Theremin ebenso

zu gefallen weiss wie beispielsweise das rhythmusgeladene

„The Feast“. Ja, wirklich alle 14 Stücke lassen eine eigene, vertrauensvolle

Atmosphäre entstehen. Und so empfiehlt es sich,

dieses „Wunderland“ als Ganzes zu begreifen und zu hören.

„Elektro-akustische neo-klassisch und -romantisch cineastische

Musik“, wie Ralf es passend umschreibt – oder einfach

der perfekte Begleiter für lange Winterabende. Ganz grosses

Kopfkino!

www.myspace.com/ralfhildenbeutel

www.myspace.com/rebeccaandnathan

www.ralfhildenbeutel.com

www.rebecca-and-nathan.com

Per anders: Per anders

(anders records)

Jörg Holdinghausen (Bassist der Band

„Tele“) und der studierte Musiker Pola

Roy (Drummer der Band „Wir Sind

Helden“) ergeben zusammen den knarzend-romantischen

Waldschrat „Per

Anders“, dessen nordischer Name an die melancholische Naturstimmung

in Skandinavien erinnert. Welchen Sound das

Werk vermittelt, lassen auch die Tannen in der dämmerigen

Schneelandschaft unter dem grau verschleierten Himmel auf

dem Cover erahnen. Per Anders ist ja im Gegensatz zu vielen

Beispielen aus der Tierwelt ein Sommerschläfer und nur im

Winter aktiv. Und so tragen diese zehn Songs all den Nebel

dieser Wälder in sich, haben Raureif im Bart und weite Lichtungen

im Herzen. Durch Halleffekte, Klavier, Akustikgitarre

und Streicher wird eine einzigartige Atmosphäre geschaffen.

All die hauchzarten Lieder riechen nach frischem Holz und haben

nichts mit dem Stil der Ursprungsbands zu tun. Vor allem

Songs wie „Stay There“, „Seven Seas“ und „Last Winter“ sind

mit Holdinghausens sanft rauem Gesang sehr gemütlich, in

den Top-Balladen „Twilight“, „Better to Leave“ und „Sun Son“

bringt Judith Holofernes mit bislang ungewohnter lieblicher

Stimme Licht in die so schön dunkle Musik. Per Anders ist ein

phantastisch andersartiges Debüt gelungen, das vor dem unerbittlichen

Grau der Großstadt schützen möchte und von langen

Nächten und dunklen Tagen im winterlichen Wald vor Berlin

erzählt. Man möchte dem Mann auf dem Cover folgen – in eine

kleine Holzhütte hinein und sich vom Kachelofen und diesen

nebligen Songperlen wärmen lassen. Volle Packung Herbst &

Winter.

www.myspace.com/perandersmusic

Kollektiv Turmstrasse:

Rebellion der Träumer

(connoisseur recordings)

Die Farben der „Turmstrasse“ bei Monopoly

haben sich im Laufe der Jahre

immer mal wieder geändert, mit der

Klangfarbe des gleichnamigen Kollek-

tivs aus Hamburg verhält es sich ähnlich. Zielten ihre bisherigen

Releases wie „Luechtoorn” oder „Grillen im Park” noch

auf den Club ab, nehmen Christian Hilscher und Nico Plagemann

für ihr Debüt-Album auf Connoisseur Recordings die

Füsse vom Gaspedal. Mit „Rebellion der Träumer“ reflektieren

die beiden ihre Entwicklung der letzten Jahre, greifen das Erlebte

auf und zeigen das, was sie wirklich sind: Träumer. Mal

melodisch, mal lautmalerisch weckt das Werk Assoziationen

zu skandinavischen Künstlern wie Trentemøller oder Sigur

Rós - „Northern Listening“ sozusagen - und zaubert akustische,

märchenhafte Bilder in die Köpfe des Zuhörers. Tracks

wie „Affekt“, „Sphäre“, „Schwindelig“, „Heimat“ und „Goldmarie“

bilden mit lieblichen Melodien und konturierenden

Beats & Breaks gefühlsintensive Klanglandschaften, welche in

„Kontakt“, „Deine Distanz“ und „Ein Teil von Dir“ von einer

betörende Frauenstimme bereichert werden. Doch das Album

sollte am besten komplett gehört werden, denn die durch stimmungsgewaltige

Interludes verbundenen Stücke folgen einer

lebhaften Dramaturgie. Inzwischen hat diese „Rebellion“ diverse

Künstler, Filmemacher und Graphik-Designer inspiriert,

an der Visualisierung einiger Stücke zu arbeiten. Die Ergebnisse

werden nach und nach auf der extra dafür ins Leben gerufenen

Webseite rebellion-der-traeumer.de zu finden sein. Herbstliche

Ambient-Vibes - mit viel Liebe serviert!

www.myspace.com/turmstrasse

www.rebellion-der-traeumer.de

www.connaisseur-recordings.com

Bachar mar-Khalifé: oil Slick

(infiné)

„Oil Slick“ ist ein mittlerweile geläufiger

Begriff für ein tragisches Ereignis,

immer unbeabsichtigt. Um zu zeigen,

dass das Leben tägliche Verantwortung

bedeutet, hat der in Beirut geborene

Komponist der vieldeutigen Zwischentöne seinem Debut-Album

diesen Titel gegeben.

Gemeinsam mit drei Kommilitonen, seinem Bruder Rami

Mar-Khalifé (Klavier), Aymeric Westrich (Schlagzeug, Synthesizer)

und Alexander Angelov (Bass, Hintergrundstimme) verweist

Bachar Mar-Khalifé auf seine libanesischen Wurzeln, was

sich nicht zuletzt in den arabischen Gesängen und den prägnanten

folkloristischen Elementen manifestiert. Seine sechs Parabeln

entwerfen eine moderne Definition von Kammermusik

und konstituieren zusammen eine musikalische Anthologie

der Menschheit. Das mal melodiöse, mal schräge Klavierspiel

in „Progeria“ (frühzeitige Vergreisung) krempelt ein Schlaflied

um. Auf „Distance“ verwandeln sich die Töne in Liebkosungen,

sanft geschaukelt von der emotionalen Geschichte einer verbotenen

Liebe und der Suche nach einem neuen Eden. Zusammen

mit seiner palästinensischen Freundin Lita Jana feiert Bachar

in „Around the Lamp“ wollüstig aber diskret die Freuden der

Sinnlichkeit. „Marée Noire“ (Ölteppich auf Französisch) ist ein

Liebesbrief ohne Adressat und versinkt in einem dunklen See

aus Schmerz und Bedauern. In „Democratia“ zählt Bachar die

Namen politischer Gefangener auf, die aufgrund ihres Kampfes

für Freiheit eingesperrt wurden, bevor er mit „NTFntf‘“ die

dramatische Natur musikalischen Ausdrucks illustriert. Ein

avantgardistischer Mix aus klassischer Musik, moody Soundscapes,

hörspielartigen Sequenzen und cinematoskopischen

›››

›››

Rolys Silberscheiben des Monats - Fortsetzung

echten Klangmagiers. Auch auf InFiné und für Klavier-Liebhaber

ein Genuss: Francesco Tristano’s exzellentes „Idiosynkrasia,

aufgenommen und produziert an geschichtsträchtiger

Stelle von Carl Craig im Planet-E-Studio in Detroit.

www.myspace.com/bacharmarkhalife

www.myspace.com/francescotristano

www.myspace.com/infinemuzik

www.bacharkhalife.com

www.francescoschlime.com

www.infine-music.com

Fenin: mixes & maxis

(shitkatapult)

Nachdem sein Debut-Album „Grounded“

aus dem Jahre 2005 noch ein Mix

aus Techno, Reggae, Dub und anderen

elektronischen Klangwelten war, stellte

Lars Fenin auf dem Nachfolger „Been

Through“ drei Jahre später seine Fähigkeiten als Songwriter

unter Beweis.

Nun veröffentlicht der gebürtige Hamburger mit „Mixes &

Maxis” neun Tracks auf Albumlänge, die bisher teilweise nur

auf kleinen 12“ Vinylauflagen vorlagen. Nachdem der Blue-Print

Track „Done“ das Werk ruhig und besinnlich einleitet, klackert

„Division El Norte“ sehr funky nach vorne. Das dubsteppige

„Seem Like“ (Dock) kommt sehr atmosphärisch, und Fenins

Evergreen „None Of Them“ (feat. Gorbi) erscheint erstmalig als

seelenvoller „Robags Wokksikon Remikks“ des Leipziger Produzenten

Robag Whrume. Nach einem aktuelleren Release wie

dem melodie-orientierten „Romeo Kalimba“ (Echocord) folgen

meine beiden Favoriten: „Driven“ (Meteosound) – einfach hören

und abdriften – und der unglaublich deepe Ambient Track

„Adeto“. Das minimalistische „And Again” (Echocord) lebt nur

von unterschiedlichen Sounds und Effekten, und Sänger Gorbi

bringt schliesslich auch in „Sound And Power“ den gewissen

Dub-Touch mit hinein. Eine sehr gelungene Bestandsaufnahme

der letzten zehn Jahre von Fenins Schaffen, die vor allem

eins wieder zurückbringt: Tiefe und Seele. Manche sprechen

ja schon von einer derzeitigen Renaissance von Dub-Techno.

Und das hier ist so warm und deep, dass ich mich nicht scheue,

Vergleiche zu legendären Basic Channel und Chain Reaction

Platten zu ziehen.

www.myspace.com/feninmusic

www.fenin.net

www.shitkatapult.com

Shad: TSol

(decon)

Das New Yorker Label Decon Records

steht seit 2004 für hochtalentierte, urbane

Künstler wie Dilated Peoples, Freestyle

Fellowship und Black Milk, die mit

Muße und Liebe zur Kultur darum bemüht

sind, qualitativ hochwertige und nachhaltige Musik zu

produzieren.

Neben der Kollabo-LP „Gutter Water“ von Gangrene (The

Alchemist & Oh No) möchte ich euch vor allem Shad’s erfrischendes

Werk „TSOL“ ans Herz legen. Beeinflusst durch True-

School MCs wie Common, Ras Kass oder Outkast, präsentiert

der kanadische MC mit kenianischen Wurzeln nach seinem

komplett selbst finanziertes Debüt „When This Is Over“ (2005)

und seinem vielumjubelten zweiten Album „The Old Prince“

(2007) nun mit seinem dritten Longplayer „TSOL“ vielleicht

das Hip Hop Highlight des Jahres. Tracks wie das tiefgründige

„Rose Garden“ mit Lisa Lobsinger und einem hübschen Lynn

Anderson Sample, das Drums geladene „Keep Shining“, das

wortverspielte „Lucky 1’s“ mit Kamau, das sonnig groovende

„A Good Name“, das konzeptionelle „Telephone“, das darauf

antwortende Interlude „Call Waiting“, das ansagekräftige „Yaa

I Get It“, das von der Kunst des Zuhörens handelnde „Listen“,

das weinend-lachende „At The Same Time“ oder das zwischenmenschliche

„We, Myself, And I“ beweisen erneut seine textliche

Vielfalt, seinen smoothen Flow und sein feinsinniges Gespür

für den richtigen Beat. Das ist der Hip Hop, den ich immer

geliebt habe und immer lieben werde. Dynamisch, samplelastig

und lyrisch ausgefeilt – so klingt hochwertiger, superdeeper

Conscious Rap der Extraklasse! Yaa I Get It!

www.myspace.com/shad

www.shadk.com

www.deconrecords.com

viva elvis – The album

(legacy recordings / sony music)

„Before Elvis, there was nothing“,

sagte einst Beatle John Lennon. Mit seinem

Hüftschwung und seiner Stimme

riss Mister Presley alle musikalischen

Schranken nieder, revolutionierte die

Welt des Films, der Musik und der Mode. Egal, welcher Rasse,

welchem Geschlecht, welcher gesellschaftlichen Schicht

oder Generation man angehörte – an niemandem ging seine

Wirkung spurlos vorüber. Dank seiner grossartigen Begabung

konnte Elvis in den unterschiedlichsten Musikstilen seiner Zeit

brillieren - ob Delta Blues, Rockabilly, Gospel oder Vegas Pop.

Diese Hommage beleuchtet seine Musik aus einer völlig neuen

Perspektive und beweist, dass er sich wohl auch in zeitgenössischen

Sounds wie Garage Rock, Punk, Urban oder Hip

Hop zu Hause gefühlt hätte. Über 17000 Samples aus Elvis-

Songs wurden als Rohmaterial für die Cirque du Soleil-Show

„Viva Elvis“, eine begeisternde Kombination aus Tanz, Akrobatik

und Livemusik, produziert und in verschiedenen Variationen

wieder in die Songs des „King“ eingefügt. Ohne sie dabei

zu verfälschen oder in ihrem Kern zu verändern, verleihen sie

den Originalen zusätzlichen Drive. Rockende Songs wie „Blue

Suede Shoes“, „That’s All Right“, „King Creole”, „Burning

Love” und „Suspicious Minds” swingen neben legendären

Balladen wie „Love Me Tender”, „Memories” und „Can’t Help

Falling in Love”. Dieses Tribut an das Leben und die Musik

von Elvis Presley zeichnet ein Porträt des Superstars und lässt

den Spirit des „King“ in neuem Soundgewand wieder aufleben.

Elvis Presley as you’ve never heard him before – Future

Rock’n’Roll!

www.myspace.com/thekingelvis

www.elvis.de/vivaelvis

www.cirquedusoleil.com/lasvegas

www.legacyrecordings.com

Pink martini: Joy To The World

(naïve / heinz records)

Hoho, und jetzt empfehle ich noch ein

grandioses Weihnachtsalbum des 12köpfigen

Mini-Ensemble Pink Martini.

Aufgenommen wurden die 14 Songs im

beheimateten Portland/Oregon in der

Kung Fu Bakery unter Federführung von Toningenieur Dave

Friedlander (Prince, The Decemberists) und produziert von

Bandkopf und Pianist Thomas Lauderdale. Es beginnt mit dem

cooltour

traditionellen „White Christmas“ von Irving Berlin, englisch

und japanisch performt von China Forbes & Saori Yuki, die aus

dem ewigen Klassiker eine asiatisch feierliche Angelegenheit

zaubert, deren fernöstliche Ausstrahlung harmonisch zum Tragen

kommt.

Konfessionsübergreifend und weltoffen im wahrsten Sinne

des Wortes, erklingt dann gemeinsam mit dem Pacific Youth

Chor und dem Handglocken-Ensemble Bells of the Cascades

das ukrainische „Shchedryk“ (bekannt als „Carol Of The

Bells“). Das hebräische Gebet „Elohai, N’tzor“, dem die Bläser

und das Klavier Festliches einhauchen, wurde mit Ida Rae Cahana,

Ari Shapiro und Patricia Costa Kim eingespielt, während

in den Jazz-Kontext von „Little Drummer Boy“ mit Congas,

Trompete und Rasseln eine weltmusikalische Prägung eingeflochten

wurde. Neben dem zeitlos schönen „Do You Hear

What I Hear?“ und Verdi’s „La Vergine Degli Angeli“ gibt es

auch einen chinesischen Neujahrssong aus dem Jahr 1946, eine

Fela-inspirierte Version von „We Three Kings“ in Ladino (die

Sprache der sephardischen Juden), ein dreisprachiges „Silent

Night“ (Deutsch, Arabisch und Englisch) und eine Samba-Version

von „Auld Lang Syne“ mit dem Refrain in Englisch, Arabisch

und Französisch, gemischt mit unglaublichen Percussions

von den Lions of Batucada. So erschliesst „Joy To The World“

ganz eigene Wege und kann zum Fest der Liebe überall gehört

werden.

www.myspace.com/pinkmartinionmyspace

www.pinkmartini.com

www.naive.fr


14 #125 / 12.10

#125 / 12.10

cooltour cooltour 15

Mr. Reedoo im Interview

Das Beste von Culcha Candela

dem breiten Publikum sind sie wohl erst seit ihrem Megahit

„Hamma!“ ein Begriff, doch schon seit spätestens

2004 haben sich die fünf Vokalisten und der DJ von

Culcha Candela mit einem kulturell bedingten Genremix aus

Reggae, Dancehall, Salsa, Hip Hop, Ragga und einer Portion

Pop in den Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch und Patois

einen sehr guten Namen gemacht und auch zu einer der beliebtesten

Livebands des Landes gemausert.

Anlässlich der Veröffentlichung ihres Albums „Das Beste“

bekamen wir am 22.Oktober die Gelegenheit, den MC und Sänger

Mr. Reedoo zu interviewen …

Ha Jo: Hallo, Mr. Reedoo!

Mr. Reedoo: Moin, moin!

Ha Jo: Ihr habt ja jetzt ein neues Album rausgebracht

– „Das Beste“ – und was erwartet uns denn da neben

einer Rückschau auf neun Jahre Bandgeschichte?

Mr. Reedoo: Du hast es ja hervorragend zusammengefasst.

Euch erwartet eine Rückschau auf neun Jahre Bandgeschichte.

„Das Beste“ ist das, was ein „Best Of-Album auch hergeben

sollte: das Beste von vorgestern, von gestern und natürlich von

heute – und zum Teil auch von morgen. Es sind nämlich drei

neue Songs drauf, die wir extra für das Best Of-Album gemacht

haben. Einer davon läuft seit Wochen sehr erfolgreich im Radio,

und es gibt noch zwei andere Perlen, und ich denke, die sind

auch in der Lage, dieses Album ordentlich zu bewerben, weil

es wirklich tolle Lieder geworden sind. Ansonsten haben wir

uns bemüht - wir haben ja inzwischen vier Studioalben rausgebracht

– wirklich von jeder Facette, die diese Band ausmacht,

was da reinzupacken. Es sind natürlich unsere Hits mit drauf,

und es sind aber eben auch Songs drauf, die vielleicht eher so

den Spartenliebhabern gefallen werden. Wir sind halt sehr vielfältig

und deswegen ist es auch ein langes Album geworden.

Ha Jo: Und im Herbst geht’s dann für drei Wochen auf

Tour durch Mittelamerika. Da geht bestimmt auch

einiges, oder?

Mr. Reedoo: Ehrlich gesagt, ich weiss es nicht so genau, was

uns da erwartet. Wir haben in einigen Ländern in Lateinamerika

unsere erste internationale Version von unseren ersten beiden

Alben veröffentlicht. Wir waren vor drei Jahren in Kolumbien,

und da ist es vorgekommen, dass wir abends in irgendeiner

Disco waren, wo dann auf einmal Culcha Candela lief und die

Leute deutschsprachige Texte mitgesungen haben. Und das

waren natürlich total geile Erlebnisse für uns, weil wir sowas

nie für möglich gehalten hätten. Und was jetzt in Mittelamerika

passiert, das weiss ich nicht so genau. Wir machen eine Tour in

Verbindung mit dem Goethe-Institut, wie das für viele junge

Musiker eine sehr gute Möglichkeit ist, auch mal aus dem Land

rauszukommen und die deutsche Kultur im Ausland zu vertreten.

Ich bin sehr gespannt und freue mich unglaublich, weil

man auf jeder Reise mehr Dinge erfährt, viel erlebt und hoffentlich

danach ganz viel von solchen Erlebnissen kann zehren.

Ha Jo: Wenn wir schon bei dem Thema internationale

Projekte sind - ihr unterstützt ja auch deutsche und

globale Charity-Projekte. Erzähl’ uns doch mal, welche

Hilfsprogramme ihr fördert und in welcher Form?

Mr. Reedoo: Es ist eigentlich relativ simpel. Wir sind inzwischen

glücklicherweise in der Position, dass wir einfach als

Interview: Micha / Transkription: Roly & Mze

prominente Werbeträger für alle möglichen Projekte unseren

Namen, unser Gesicht oder unsere Tätigkeiten herhalten können.

Wir kriegen sehr sehr viele Anfragen von ganz unterschiedlichen

Projekten, und wir machen auch nur ganz wenig,

weil wir uns schon immer gesagt haben: Wir machen lieber ein

paar Sachen richtig und unterstützen die dann auch gerne, zum

Beispiel seit ein-zwei Jahren sehr intensiv die Kampagne „Alle

Kids sind VIPs“ (www.allekidssindvips.de), die sich für Kinderrechte,

sozial benachteiligte oder auch Kinder mit Migrationshintergrund

einsetzen und sehr tolle Projekte machen. Ich

hab’ sowas als junger Mensch verpasst, habe aber jetzt die Möglichkeit

da dran teilzunehmen und als Pate, als Gesicht oder

als prominenter Name solche Projekte zu unterstützen, und

das gefällt mir sehr gut. Wir haben uns sehr intensiv für die

UN-Milleniums-Kampagnen engagiert, also der Versuch von

einer weltweiten Nichtregierungsorganisationsverbindung

zwischen verschiedenen Organisationen die Politiker dieser

Welt dazu anzuhalten, ihre Versprechen in Bezug auf Armutsbekämpfung

einzuhalten. Und ansonsten möchte ich natürlich

vor allem unser eigenes Projekt hervorheben – das heisst „Afrika

Rise“ (www.afrikarise.info) und hat ursprünglich über den

Verkauf von Benefiz-Samplern mit anderen Musikern stattgefunden.

Inzwischen haben wir da auch eine eigene Klamotten-Linie,

zur WM hatten wir ganz superstylishe Fussbälle mit

unserem Logo entwickelt und verkauft, und die Gelder gehen

in eine Stiftung, und diese Stiftung hat angefangen mit einem

Brunnenbau in Uganda, und inzwischen läuft das so erfolgreich,

dass wir da gerade eine Schule und ein Berufszentrum

für mittellose Jugendliche bauen. Das ist toll, und mir macht es

grossen Spass, dass ich als Musiker auch die Möglichkeit habe,

meine sozialen Kompetenzen und meine Interessen da mit einzubringen.

Das ist wirklich super.

Ha Jo: Um nochmal bei der Thematik Reggae zu bleiben.

Ihr spielt ja auch gerne auf dem Summer Jam und

anderen Reggae-Festen gerne und oft, und im Reggae ist

die Homophobie-Thematik relativ gewichtig geworden in

der letzten Zeit. Ihr habt euch natürlich nie mit solchen

Texten in dieser Richtung beteiligt. Wie ist denn da eure

Erfahrung mit anderen Künstlern die man vielleicht

im Backstagebereich mal trifft und die das nicht so

ganz klar verurteilen? Habt ihr da schon mal interne

Diskussionen innerhalb der Reggaeszene auch unter

Künstlern mitbekommen?

Mr. Reedoo: Wie du schon meintest, machen wir keine homophoben

Texte und haben uns von Anfang an ziemlich eindeutig

positioniert. Damit haben wir sicherlich einige Reggaepuristen

vergrault.

Aber das Thema Homophobie ist in der Reggaeszene natürlich

immer wichtig gewesen und es wird auch immer wichtig

bleiben, solange sich insbesondere jamaikanische, US-amerikanische

und mittlerweile leider eben auch deutsche Künstler

mit diesem Thema auf diese Weise auseinandersetzen. Ich war

lange, lange Zeit ein ganz großer Gegner von homophoben

Texten und Künstlern und bin das auch immer noch. Doch ich

hab’ mich ein wenig entspannt und bin mittlerweile nicht mehr

ganz so verbissen und kämpferisch, weil ich meinen Horizont

in der Form erweitern konnte, dass ich einfach sehe, wo diese

Künstler herkommen und was es bedeutet in Jamaika Musik

zu machen und in einer Szene bestehen zu wollen, die ein unfassbares

Haifischbecken ist, selbst für deutsche Verhältnisse,

Mr. Reedoo

und was es bedeutet sich mit einem komplett anderen Hintergrund,

Bildungsstand und Kultur in dieser Szene behaupten

zu müssen, um möglicherweise seine Kinder zu ernähren. Das

sind alles Aspekte, die da ganz dringend in die Diskussion gehören,

die aber nicht direkt als Rechtfertigung genutzt werden

sollten. Ebenso ist jedoch die Art und Weise, wie sich die Politik

und insbesondere die Lesben- und Schwulenszene der Thematik

annimmt und damit umgeht, problematisch, obwohl ich das

auch nachvollziehen kann.

Ha Jo: Es ist ja auch eher ein Problem der

jamaikanischen Gesellschaft und nicht nur des Reggae,

oder?

Mr. Reedoo: Natürlich. Es ist ein Problem der Gesellschaft,

aber nicht nur der Jamaikanischen, sondern von sehr vielen

Gesellschaften. Und da haben wir das Glück uns in einem sehr

toleranten Land zu befinden, das in solchen Bereichen recht

›››

Interview mit Mr. Reedoo - Fortsetzung

weit entwickelt scheint. Wo Andersdenkende insgesamt leichter

akzeptiert werden als in vielen anderen Teilen der Welt, in

denen man sich eben nicht so leicht als Schwuler outen kann

ohne Sorgen vor Übergriffen haben zu müssen. Es ist alles eine

Frage der Entwicklung und vielleicht kann Jamaika in einigen

Jahren mit dieser Frage auch entspannter umgehen.

Sagen wir mal so, ich finde, dass jeder die eigene Entscheidung

haben sollte, wie er damit umgehen möchte. Ich möchte

nicht angegriffen werden, wenn ich meine Meinung sage und

ich möchte auch nicht dafür angegriffen werden wenn ich sage,

dass ich Homosexualität toleriere. Das sag ich auch öffentlich,

denn für mich gehört das zur Stadt wie alles andere auch.

Das Problem in Deutschland ist auch nicht, dass die jamaikanische

Reggaeszene homophob ist, sondern eher, dass sich hier

irgendwelche Soundsysteme denken mit homophoben Tracks

mehr Hype in der Hall zu bekommen, wenn sie die schwulenfeindliche

Thematik auf Deutsch eins zu eins übernehmen.

Das ist halt armseelig sich als deutscher Act, aufgrund von erhofften

Plattenverkäufen so auf ein Feindbild zu stürzen. Aber

das müssen die Leute halt auch selber entscheiden, wo sie hin

möchten und wie sie sich dahingehend verhalten. Bedarf an

solchen Liedern scheint ja eben auch vorhanden, denn wenn

man sich mal in der deutschen Raplandschaft umschaut, ist das

vom Content ja auch nicht so weit entfernt.

Ha Jo: Wir vom Hanf Journal sprechen uns ja

nicht für eine stupide Legalisierung aus, sondern

eher für eine Regulierung unter strengsten

Jugendschutzbestimmungen ähnlich dem kalifornischen

Modell. Wie stehst Du denn zum Thema Hanf,

Hanfregulierung oder Hanffreigabe?

Mr. Reedoo:Ich steh dazu eigentlich relativ einfach. Ich

denke, jeder Mensch hat ein Recht auf Rausch.

Aber ich hab’ ein großes Problem mit harten Drogen und mit

Drogen, die einen Menschen nachhaltig zerstören. Dazu kann

auch Hanf gehören, da ich Menschen kenne, die nach exzessivem

Hanfkonsum nach Jahren einfach nicht mehr so nett sind

wie früher. Doch das ist bei jeder Droge so. Es kommt da immer

drauf an, wie ein Mensch mit dieser Droge umgeht und

›››

Culcha Candela v.l.n.r.: Larsito, Johnny Strange, Don Cali, DJ Chino, Mr. Reedoo, Itchyban - Foto: www.culchacandela.de -

wofür er sie einsetzt. Ich bin da relativ liberal eingestellt und

denke, dass Cannabis wie Alkohol erlaubt und für eine bestimmte

Nutzung freigegeben sein sollte. Ich bin jedoch auch

nicht mehr so verblendet, dass ich dafür bin alles freizugeben

und dann hoffe, dass alles toll wird. Eigentlich ist es auch egal,

denn wenn ein Kiffer etwas zu rauchen haben möchte, dann

bekommt er schon was.

Jedoch ist es nicht mehr unbedingt eine Thematik, die mich

so anspricht wie früher, als ich mich damit intensiver beschäftigt

habe. Grundsätzlich möchte aber schon gestehen, dass ein

Berauschen in angemessenen Maßen schon ein ganz tolles Erlebnis

sein kann, auch für mich persönlich.

Ha Jo: Dann danken wir Dir für das Interview und

wünschen Dir noch eine schicke Zeit, eine erfolgreiche

Platte und eine schöne Tournee in Südamerika.

Mr. Reedoo: Oh ja, die werden wir haben. Vielen Dank.

Das komplette Interview (also zuzüglich zwei weiteren

Fragen) könnt ihr eventuell irgendwann auf

Exzessiv TV sehen, falls ihr euch bis dahin alle die

neue Platte gekauft habt. Wir prüfen das nach …

www.culchacandela-dasbeste.de

www.culchacandela.de

www.myspace.com/culchacandela


16

n ovember,

fun&action

der alte Spielestapel in der Küche wurde mit einem neuen ausgetauscht. Und nun heißt es spielen, spielen,

spielen, und bei dem Wetter fällt das zu Hause zocken auch nicht so schwer. Anfangen möchte ich mit „Navegador“,

dem neuen Rondellspiel von Mac Gerdts und zwei Kartenspielen von Friedemann Friese. Im Januar stelle ich euch

dann „Schwarzer Freitag“ und „Fürstenfeld“ vor, zwei weitere empfehlenswerte Brettspiele von dem Mann mit den grünen

Haaren.

Tests, Text & Fotos: Kerstin Koch

famiglia …

… ist ein Kartenspiel für zwei. Und wie der Name vermuten

lässt, im Mafiamilieu angesiedelt. Jeder Spieler bekommt vier

Karten mit Jungs, mit denen taffere Gangster (Karten) auf die

eigene Seite geholt werden, die sich in der Auslage präsentieren.

Wer dran ist, kann zuerst, sollte keine Karte mit dem Wert

Null in der Auslage sein, eine von dort ablegen und dafür entsprechend

ihres Wertes neue Karten auslegen. Das kann solange

wiederholt werden, bis eine Null dabei ist.

Anschließend kann er einen Buchhalter aus der Hand ausspielen,

um eine entsprechende Anzahl an Karten aus der eigenen

offenen Ablage wieder auf die Hand zu nehmen. Jetzt

kommt der Schläger dran, mit ihm wird der Wert eines ausliegenden

Gangsters reduziert. Bei beiden Aktionen müssen die

ausgespielten Jungs in der eigenen Ablage platziert werden.

Sie können später mit Buchhaltern wieder auf die Hand genommen

und erneut genutzt werden.

Und nun kommt die wichtigste Aktion: Einen Gangster aus

der Auslage auf die Hand nehmen. Dafür müssen zwei Karten

der gleichen Farbe, die genau einen Rang niedriger sind, ausgespielt

werden. Schläger reduzieren den Wert der Karte. Will

ich einen Schläger mit dem Wert 2 auf die Hand nehmen, brauche

ich zwei Schläger mit dem Wert 1. Eine der beiden Karten

kann durch einen passenden Söldner ersetzt werden. Eine der

ausgespielten Karten landet in der eigenen Ablage, die anderen

beiden Karten werden den Handkarten zugefügt.

Warum das Alles? Um am Spielende die möglichst wertvollsten

Jungs zu haben, denn nachdem der Kartenstapel zweimal

durchgespielt wurde, endet das Spiel und es gewinnt, wer

die meisten Punkte hat. Je höher der Rang umso mehr Punkte

bringen die Mitglieder. Fehlt noch eine Familie, nämlich die,

die sich niemals selbst die Finger schmutzig macht, aber doppelt

so viele Punkte einbringt.

Das mag sich jetzt alles ganz leicht anhören, aber das ist es bei

Weitem nicht. Denn wie so oft schnappt einem der Gegner Karten

vor der Nase weg. Und richtig blöd kann es laufen, wenn

Buchhalter fehlen, dann besteht keine Möglichkeit Karten aus

der eigenen Auslage wieder auf die Hand zu bekommen. Ein

ganz schön verzwicktes kleines 2-Personen-Kartenspiel.

Famiglia

Autor: Friedemann Friese

Verlag: 2F-Spiele

Spieler: 2

Alter: ab 10

Dauer: ca. 30 Minuten

Preis: ca. 10 Euro

stichmeister

Kartenspiel Nr. 2 von Friedemann Friese. Drei bis fünf Zocker

müssen sich nicht nur in jedem neuen Spiel, sondern Runde

für Runde auf neue Regeln einlassen. Grundsätzlich gilt wie

bei jedem Stichspiel, die höchste Karte der ausgespielten Farbe

sticht. Jeder Stich zählt einen Punkt. Aber nur, so lange keine

anderen Regelkarten ausgespielt werden. Und davon gibt es

drei Sorten: Grund-, Trumpf- und Wertungsregeln. Jeder Spieler

bekommt drei Regelkarten, alle Stichkarten werden Runde

für Runde verteilt.

Eine Runde beginnt: Jeder Spieler wählt, nachdem er die

Stichkarten angeschaut hat, eine Regelkarte aus und legt sie

verdeckt auf den Tisch. Nach dem Aufdecken folgt die Überraschung,

das manchmal mit einem freudigen, oft aber auch

mit einem langen Gesicht einhergeht. Denn jetzt entscheidet

sich, welche Karten Trumpf sind, wer die Stiche bekommt und

wie sie gewertet werden. Da kann es auch Minuspunkte geben,

die Stiche einem Nachbarn geschenkt werden oder die zweithöchste

Karte sticht. Ist eine Runde vorbei, ziehen die Spieler

eine neue Regelkarte, die Stichkarten werden wieder verteilt.

Es werden so viele Runden gespielt, wie Spieler teilnehmen.

Also kein Stich ist sicher und das macht „Stichmeister“ spannend

und lustig zugleich. Für alle Kartenspielfans ein Muss.

Stichmeister

Autor: Friedemann Friese

Verlag: Amigo

Spieler: 3–5

Alter: ab 10

Dauer: ca. 45 Minuten

Preis: ca. 7 Euro

navegador

Nach „Antike“, „Imperial“, „Hamburgum“ und „Imperial

2030“ ist „Navegador“ das nächste Spiel, das ein Rondell für

die Aktionen nutzt. Und jedes Mal stellt sich die Frage, funktioniert

das wieder? Ja und zwar immer anders. „Navegador“ ist

das bisher flotteste Spiel mit einfachen Regeln, ohne langweilig

oder weniger herausfordernd zu sein. Den Spielplan bedecken

Seefelder und angrenzende Länder, sowie einige Leisten mit

Spielmaterial. Jedem Spieler steht ein Tableau zur Verfügung,

auf dem die eigenen Gebäude und sonstigen Errungenschaften

abgelegt werden. Diese werden am Ende mit den Punkten erworbener

Privilegien multipliziert, um die Siegpunkte zu ermitteln.

Wer die meisten hat, gewinnt.

#125 / 12.10

Jeder der zwei bis fünf Spieler beginnt mit zwei Schiffen in

Portugal und sobald ein Spieler das letzte Seefeld erreicht oder

kein Gebäude mehr zum Verkauf steht, endet das Spiel mit

einer abschließenden Runde. Das Rondell gibt die Aktionen

vor:

Schiffe kaufen, die, je mehr Werften ein Spieler hat, günstiger

sind. Arbeiter kaufen, deren Preis mit der Anzahl der Kirchen

korrespondiert. Baumeister: Werften, Kirchen, Faktoreien

kaufen. Faktoreien ermöglichen die Verarbeitung der Rohstoffe.

Segeln, je nach Phase ein, zwei oder drei Felder weit. Wer

in ein unentdecktes Gebiet kommt, erhält einen Entdeckungsmarker,

verliert ein Schiff und bekommt ein wenig Geld. Kolonien

gründen, wofür Schiffe und Arbeiter notwendig sind.

Sobald ein Spieler Kolonien hat, steht ihm der dort vorhandene

Rohstoff zur Verfügung. Rohstoffe können mit der Aktion

Markt verkauft oder verarbeitet werden. Während nach einem

Verkauf der Preis sinkt, steigt er durch die Verarbeitung. Je

mehr Faktoreien ein Spieler hat, umso mehr Rohstoffe wird er

los. Privileg. Diese Plättchen kosten Arbeiter. Sind aber für die

Endwertung unabdingbar. Nach dem Kauf bringen sie etwas

Geld in die Kasse, am Ende sind sie Siegpunkte wert.

Wer dran ist, stellt anfangs seine Figur auf ein beliebiges Aktionsfeld,

macht die Aktion und so weiter. Nächstes Mal kann

die Figur bis zu drei Felder weit bewegt werden, jedes weitere

Feld kostet ein Schiff, das vom Spielplan genommen werden

muss.

Wie so oft möchte jeder alles haben, das funktioniert aber

nicht, denn das Spiel hört einfach zu schnell auf. Folglich muss

die Strategie etwas angepasst werden: Wer viele Kolonien hat,

sollte auch genügend Faktoreien und die dazugehörigen Privilegplättchen

haben, um am Ende zahlreiche Siegpunkte zu

kassieren. Werften und Kirchen sind zwar in der Anschaffung

sehr teuer, aber mit den passenden Privilegen äußerst lukrativ.

Aber was schreibe ich, probiert es aus. Eine Partie dauert

höchstens 90 Minuten. „Navegador“ ist kurz und knackig mit

genügend strategischem Potenzial, trotz kleinem Glücksfaktor.

Für mich ein Anwärter auf den Deutschen Spielepreis.

Navegador

Autor: Mac Gerdts

Verlag: PD-Verlag

Spieler: 2–5

Alter: ab 12

Dauer: ca. 90 Minuten

Preis: ca. 35 Euro

#125 / 12.10 17

Test & Text: mze

fallout 3 war der Meilenstein der Rollenspielgeschichte der

vergangenen Jahre.

Bethesda Sofworks gelang es, eine umfangreiche und

offene Rollenspielwelt der Postapokalypse gekonnt in einem

Egoshootergewand erscheinen zu lassen und Spielern ein über

hundert Stunden langes, radioaktives Abenteuer zu bieten.

Nun, zwei Jahre nach dem Erfolg, erscheint mit Fallout New Vegas

der offizielle Nachfolger, der von Obsidian Entertainment

entwickelt wurde, aber auf der gleichen Mechanik basiert. Ihr

stellt euch einen Helden zusammen, verteilt Charakterwerte

und beginnt eine wahnsinnige Reise durch das ehemalige Land

der unbeschränkten Möglichkeiten.

Mit Nahrung, reichlich Drogen, Waffen und Kronkorken

als Zahlungsmittel bestückt, macht ihr euch auf, den an euch

verübten Mordversuch aufzuklären und dabei etwas Ordnung

ins verseuchte Amiland zu bringen. Dazu durchstreicht ihr die

wüste Umgebung, schießt im taktischen V.A.T.S. Modus Kontrahenten

über den Haufen, nehmt lukrative Aufträge an, Unterhaltet

euch viel und sucht nach nützlichem Gerät, das euren

Fähigkeiten entsprechend einsetzbar ist.

Während des Abenteuers verbessert ihr euren Charakter,

schließt Freundschaft mit Mutanten und erlegt dabei einiges

an unfreundlichem Fußvolk. Dazu erlebt ihr den alltäglichen

Wahnsinn in der weiterhin florierenden Zockerzentrale New

Vegas, welche weniger stark vom atomaren Zwischenfall verwüstet

wurde und sucht euer Glück in den verschiedenen Kasinos

und Etablissements der Stadt.

Freunde von Fallout werden mit Fallout: New Vegas erneut

auf ihre Kosten kommen, da die Mechanik nahezu identisch

vom Vorgänger übernommen, aber eine komplett neue Umgebung

und viele neue Quests generiert wurden. Somit findet

man sich schnell heimisch und im Rausch der Postapokalypse

wieder.

Der Umfang und die Detailtreue sind dabei wie schon in Fallout

3 überzeugend, dafür sind auch wie im genannten Vorgänger

einige Bugs vertreten, die der Bombenstimmung etwas entgegenwirken.

Bei der Größe und den Möglichkeiten in Fallout:

New Vegas ist dies jedoch verzeihlich, so dass nur eine berechtigte

Angst vor drohendem Realitätsverlust als Entschuldigung

fürs Nichtspielen akzeptiert wird.

Der nukleare Winter kann also kommen.

In Game gibt‘s stress...

Fotos: Bethesda Softworks

PS3-ASIN: B003ISQQQI

Xbox360-ASIN: B003ISQQQS

PC-DVD-ASIN: B003ISQQRC

Usk 18 Circa 60€

Bethesda Sofworks ist so frei den Freunden des Hanf Journals eine besonders

große Freude zu bereiten und verlost eine ganz besondere Special

Edition von Fallout: New Vegas an unsere Leserschaft. Neben der

wunderbar gezierten Fallout: New Vegas Collectors Edition gibt es

den offiziellen Strategy Guide sowie als echtes Schmankerl ein äußert

seltenes, streng limitiertes und hochwertig produziertes Framed Artwork

zu gewinnen.

Schreibt einfach eine E-mail bis zum 31.12.2010 an mze@hanfjournal.

de Betreff: Fallout: New Vegas mit eurem entsprechenden Wunschgewinn.

Wir danken den verstrahlten Mutanten bei Bethesda Softworks herzlich

für ihren geglückten Bestechungsversuch und gratulieren mit 55 Erfahrungspunkten

zu diesem Erfolg.

peter Molyneux verspricht gerne viel.

Schon als er auf der alten Xbox den ersten Teil seiner

eigene Action-Adventure Serie Fable veröffentlichte,

stellte sich schnell raus, dass nicht immer alle Versprechen

im Endprodukt vorhanden sind. +Dennoch wurde das

Spiel ein Erfolg und mittlerweile erscheint der dritte Teil

der berüchtigten Saga, bei dem wieder so viel versprochen

wie gecancelt wurde. Zum Beispiel die Nutzung der neuen

Xbox360 Bewegungssteuerung Kinect, welche auf der letztjährigen

Gamescon als besonders wichtiges Feature in Fable

III angekündigt wurde.

Dafür könnt ihr euch wieder einen Helden oder eine Heldin

aussuchen, mit dem/der ihr die neuesten Abenteuer in

der Fantasywelt Albion erleben dürft und mit dem/der ihr

euch einen Ruf verdient.

Als jüngerer Nachkömmling des Königs müsst ihr vor eurem

bösen Bruder fliehen und wollt dessen Schreckensherrschaft,

unter der das gesamte Volk leidet, beenden.

Dazu macht ihr euch mit zwei Verbündeten auf, in die

Fußstapfen des alten Heldenkönigs zu stapfen, Abenteuer

zu bestehen und dabei unterschiedliche Fraktionen zu überzeugen

an eurer Seite zu kämpfen, um die Macht im Land

zu erringen.

Serientypisch sind dabei eure Umgangsformen mit den

Bewohnern ausschlaggebend für euren Ruf und der daraus

resultierenden Sympathie, die euch von eurem zukünftigen

Volk entgegengebracht wird. Schließlich werdet ihr

im Laufe des Spiels der neue Herrscher über Albion und

dürft beweisen, dass ihr ein besserer Monarch seid als der

vorherige Tyrann, falls ihr es könnt. Eure Taten und Versprechen

bleiben nämlich unvergessen und werden in die

Geschichte von Fable III eingebunden. Natürlich könnt ihr

schon wie im Vorgänger auch im Multiplayer mit Freunden

die hübsche, fantasievolle Landschaft durchwandern

und sogar neben den Computercharakteren, auch mit diesen

Heiraten und Kinder zeugen. Humor ist dabei neben

der stimmigen Welt eine der Stärken der Fable Serie und so

kann jeder Spaßabenteurer einen Blick auf Fable III werfen

und versuchen, sich in Albion einzuleben und es anschließend

weise zu regieren. Aber Vorsicht vor den moralischen

Zwickmühlen, den ansteckenden Geschlechtskrankheiten

und der Hoffnung auf eine spielerische Klimax. Letztere

gibt es nämlich nicht.

Foto: Lionhead Studios

Xbox360-ASIN: B003R78JOW

PC-DVD-ASIN: B003RBBWM4

Usk 16 Circa 55€

fun&action


18

fun&action

Die Hanfberatung im HanfJournal

Erste Hilfe für Kiffer

kascha@hanfjournal.de

Kascha ist ab sofort per e-Mail zu erreichen.

Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht, nur blöde Antworten.

stefanie (18) aus Berlin fragt:

„Hi Kascha,

ich würde mir gerne mit ein paar Freunden Kekse zu Weihnachten

backen. Dabei weiß ich aber nicht, was dafür ein gutes

Rezept ist und ob ich besser Gras oder Haschisch dafür nehme?

Und wie viel muss man da so ran machen, damit man etwas

merkt? Also wir sind alles keine Anfänger mehr, aber ich habe

gehört, dass man manchmal gar nichts merkt und manchmal

völlig weg ist.“

kascha antwortet:

„Hi Stefanie,

in der Tat ist die Dosierung beim oralen Konsum, wenn man

Kekse also isst oder man z.B. einen Haschisch-Kakao trinkt, etwas

schwieriger als beim Rauchen. Das liegt daran, dass der

Wirkstoff über den Darm langsamer absorbiert wird als über

die Lunge – dafür hält die Wirkung länger an, dabei sind 8 bis

10 Stunden keine Seltenheit. Ich kann dir natürlich hier kein

Rezept nennen, da ich dich nicht zum Drogenkonsum anleiten

will. Damit du weißt, was du beachten musst, damit nichts

schief geht, kann ich dir aber erzählen, wie das mit den Keksen

häufig gemacht wird. Üblicherweise wird zum Backen Haschisch

bevorzugt, da es sich - wenn man es fein bröselt - besser

im Teig und später im Gebäck verteilt. Wer mit Gras bäckt, hat

vorher einiges zu tun es klein zu machen. Beliebt sind Rezepte

mit hohem Fettanteil, da sich das THC im Fett löst und so besser

verteilen kann. Bei der Dosierung gibt es keine feste Regel,

mehr als 0,5 bis 1g pro Person sind aber schon ganz schön viel.

Wenn also eine Gruppe von 5 Leuten Kekse backen will, werden

sie auf ein Blech Kekse etwa 4-5 Gramm Haschisch verteilen

und die Kekse dann alle aufessen, oder sie werden 7-10

Gramm Haschisch zum Backen verwenden. Sie könnten dann

zum Beispiel nur die Hälfte essen und den Rest aufheben, falls

etwa nach ein bis zwei Stunden noch keine gewünschte Wirkung

erreicht ist, oder für eine andere Gelegenheit. Besonders

Schmerzpatienten schätzen die eher niedrig dosierten Kekse,

bei denen man mit einem einzelnen Keks noch keine starke

Rauschwirkung erzielt aber sich zum Beispiel für einige Stunden

schmerzstillende Effekte einstellen. Außerdem muss man

bei diesen Keksen nicht so sehr aufpassen, falls einen der Hunger

packt und man doch mehr isst als man wollte. Wichtig ist

zu beachten, dass die Wirkung auch recht stark für einen längeren

Zeitraum anhalten kann: In dieser Zeit sollte man möglichst

nicht, vor allem nicht mit dem Auto, am Straßenverkehr

teilnehmen; auch in der Schule oder am Arbeitsplatz könnte

eine solche Wirkung unerwünscht sein. Besonders wenn man

die Kekse spät abends isst, kommt es häufig vor, dass man noch

am nächsten Vormittag ziemlich breit ist.“

Jonas (22) aus Augsburg möchte wissen:

„Hallo Kascha,

meine Ernte ist jetzt trocken und ich würde mir gerne über

den Winter etwas aufbewahren. Ich habe mal gehört, dass man

das Gras einfrieren kann, meinst du das funktioniert? Ich habe

ziemlich viel, aber ich möchte nicht verkaufen und hätte gerne

einen Vorrat über den Winter, dass ich mir auch nichts kaufen

muss, ist zu viel gestrecktes Gras im Umlauf hier.“

kascha antwortet:

„Hi Jonas,

das mit dem Einfrieren machen tatsächlich einige Grower, und

da sich das THC in den Blüten durch Wärmeeinwirkung umwandelt

und die Wärmeeinwirkung im Tiefkühlfach geringer

ist, bleibt das Gras tiefgekühlt auch wirklich länger frisch.

Beim Einfrieren gibt es aber ein paar Sachen, die man beachten

sollte. Viele Grower haben zum Beispiel schlechte Erfahrungen

damit gemacht, zu feuchtes Gras einzufrieren: Da sich das Wasser

in den Blüten beim Gefrieren ausdehnt, sieht das aufgetaute

Gras nicht mehr sehr schön aus und es ist zudem häufig etwas

matschig. Besonders wer regelmäßig einzelne Portionen, zum

Beispiel für eine Woche, auftauen möchte, hat es häufig leichter,

sich gleich fertig abgepackte einzelne Portionen einzufrieren

die dann separat entnommen werden können. Außerdem

ist es wichtig, wie immer, wenn man etwas einfriert, dass der

Beutel gut luftdicht verschlossen ist: Ansonsten kann Wasser

oder feuchte Luft in den Beutel eindringen und man hat eine

Menge Matsch beim Auftauen oder das Gras nimmt den Geruch

von benachbarten Fischstäbchen und ähnlichem an.“

Philipp (20) aus Wuppertal hat eine frage:

#125 / 12.10

„High Kascha,

ich habe letztens mal was davon gehört einen „Kaktus“ zu rauchen.

Damit ist aber nicht ein richtiger Kaktus gemeint sondern

irgendeine Joint-Bauweise, die wohl sehr lecker sein soll. Weißt

du, was das ist?“

kascha antwortet:

„Hi Philipp,

wenn damit kein richtiger Kaktus, z.B. ein meskalinhaltiger

Peyote Kaktus, gemeint ist, dann ist das tatsächlich eine bestimmte

Art, den Joint zu bauen. Warum das Kaktus heißt,

wirst du verstehen, wenn ich dir erkläre, wie das gebaut wird:

Zunächst wird hierfür ein normaler Joint gebaut. Dabei sollte

man möglichst normal und nicht holländisch bauen, damit der

Joint möglichst stabil ist. Anschließend wird der Joint mit Honig

eingeschmiert – dafür sollte möglichst wenig Honig verwendet

werden, um den Joint nicht zu nass zu machen, aber genügend

dass er rundum dünn bedeckt ist. Daraufhin wird der mit Honig

beschmierte Joint sozusagen in zerkleinertem Gras paniert:

Er wird darin gewälzt, bis die am Honig klebenden Graskrümel

ihn grün und ein wenig stachelig aussehen lassen, daher

kommt auch der Name „Kaktus“. Auch wenn es beliebt ist dem

Joint alle möglichen Süßigkeiten und ähnliches, vor allem Honig

oder Schokolade, beizugeben, würde ich an dieser Stelle

davon abraten. Ähnlich wie Streckmittel können diese Beimischungen

bei der Verbrennung gesundheitsschädliche Stoffe

freisetzen. Der am wenigsten schädliche und für viele auch der

leckerste Joint besteht aus einem Paper und vernünftigem, zum

Beispiel streckmittelfreiem oder selbst angebautem, Gras – Süßigkeiten

aller Art sollte man lieber separat dazu essen.

#125 / 12.10 19

Der Branchenführer

des Hanf Journals

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Greensmile.de

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Rauchbombe

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www.rauchbombe-stuttgart.de

Udopea-Stuttgart.de

Marienstr. 32

70178 Stuttgart

Ghouse.de

Glasshouse

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73033 Göppingen

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92224 Amberg

Smoukit Grashüpfer

Head & Growshop

Hauptstraße 69

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G-SPoT ® High end Bongs

Head & Growshop

Dietenhaner Straße 11

97877 Wertheim - Urphar

Chillhouse.de erfurt

Juri-Gagarin-Ring 96-98, 99084 Erfurt

Mo-Fr 12-20, Sa 12.30-18

Werners Headshop erfurt

Marktstr. 15

99084 Erfurt

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Sound0911.de

Herrenstraße 12

99947 Bad Langensalza

lokal>direkt>effektiv

LUXEMBOURG

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41 Avenue de la Gare

16 11 Luxemburg

NIEDERLANDE

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Vlaamsegas 26/36

6511 HR Nijmegen

ÖSTERREICH

Blumen per lumen

Neustift Ecke Ziglergasse 88-90

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House of Reggae

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Green Dreams

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2500 Baden

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Flower Power

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viva Sativa

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Maurachgasse 1

06900 Bregenz

www.smoky-shop.at

Dornburggasse 85

07400 Oberwart

Hanf im Glück

Münzgrabenstr. 5

08010 Graz

Cannapot.at.tc

Kirchberg 113

08591 Maria Lankowitz

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03007 Bern

Tel: +41 31 311 40 18

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03011 Bern

Tel: +41 31 311 40 18

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Growbox.eu

Altelsweg 9

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Werners Head Shop Zürich

www.wernersheadshop.ch

Langstrasse 230, 08005 Zürich

Mo-Fr 9:30-18:30 , Sa 9 - 17 Uhr

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Samstagernstr. 105, 08832 Wollerau

Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa 11-17 Uhr

Tel +41 447861419, Fax

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BReaKshop / breakshop.ch

Brühlgasse 35/37, 09000 St.Gallen

Mo-Fr 10:30-18:30 , Sa 10-17 Uhr

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CASTOR

+++++wie es wirklich war+++++

Angela Merkel schmiert dem Zugführer ein Brot, rückt seine Kappe zurecht und verabschiedet

sich mit den Worten: „Mach dich nicht schmutzig, Bua“

Der Zugführer (Heinz F.) schmeisst das Brot weg, das Angela mit Margarine und

Fleischsalat belegt hatte und masturbiert zu den vorüberziehenden Landschaften. Die

Samenzellen, die auf der Steuerkonsole eintrocknen, sind die letzten zeugungsfähigen,

die der Zugführer je produzierte. Strahlung sei Dank.

Ein paar Idioten von Greenpeace hängen über der Strecke. Heinz, der Zugführer, zeigt

ihnen die volle Kraft seines Gefährts und fährt einfach darüber hinweg. Später erwischt

er auch noch drei alte Damen, einen kleinen Hund und einen unbekannten

ostdeutschen Politiker, der es so zumindest zu postumer Bekanntheit gebracht hätte,

wäre sein Tod nicht vom FBI vertuscht worden.

Eine Million Kernkraftgegner demonstrieren in Dannenberg, dass alternative Energie

(wie zum Beispiel die, die man von Speed bekommt) auch nicht schlecht ist. Anschließend:

hippieskes Rudelbumsen im Schlamm.

Atomkraftgegner schlafen ihren Rausch aus, Heinz heizt weiter durch die Wallachei.

Die Kernkraftgegner stellen ihre Wecker heimlich eine Stunde weiter.

Die Kernkraftgegner überlegen ernsthaft, jetzt endlich mal aufzustehen.

Erste Kernkraftgegner beginnen zu frühstücken. Gleichzeitig machen sich die Ersatzkräfte,

bezahlte Berufsdemonstranten, auf zum Schottern: Dem Einsammeln aller

Steine aus dem Gleisbett, um daraus Häuser für bedürftige afghanische Familien zu

bauen.

Zweites Frühstück für die Kernkraftgegner, Tränengas, Schlagstöcke und Wasserwerfer

für die Berufsdemonstranten.

Angela Merkel besucht das Protestcamp Hitzacker und lernt ein paar nette junge Männer

kennen.

Angie und die Männer verschwinden im Busch.

Angie bleibt verschwunden, eine Doppelgängerin wird aktiviert.

Abertausende Polizisten betteln bei den wohlversorgten Demonstrantinnen um etwas

Essen. Manche geben aus Mitleid Bort und Wasser ab. Andere Polizistinnen müssen

am Wegesrand verhungern. Beim ersten Versuch, Demonstrantinnen wegzutragen,

brechen die Polizistinnen zusammen, rufen nach ihrer Mami, schlafen stehend ein und

erbitten Obdach in den gut gepolsterten Demonstranten-Camps. Das Obdach wird verweigert

und die Polizisten beschließen, sich einfach einzubuddeln, bis alles vorbei ist.

Jemand wirft einen Stein. Zwar in Botswana und nicht im Wendland, aber trotzdem

beachtenswert.

Die Polizei fordert Vergeltung für den Stein in Botswana und fordert Unterstützung bei

der Bundeswehr an.

Tornado-Bomben löschen jegliches Leben an der Zugstrecke aus. Zum Glück waren die

wahren Aktivisten noch beim sonntäglichen Frühstück. Schade für die Polizistinnen,

die vor Ort waren. Die Demonstranten stapeln kurzerhand alle toten Polizisten auf den

Bahngleisen und zünden sie an.

Ein paar leere Container erreichen Gorleben, die Castoren, die eigentlich darin hätten

sein müssen, werden in Frankreich gerade wieder eingemottet. Es wurde vergessen sie

aufzuladen. Um dies möglichst zu vertuschen, werden sie Gadafi als Zeltbeleuchtung

verschenkt. Angela Merkel entscheidet (sie wirkt noch etwas zerzaust dabei), die Castoren

einfach nächsten November mitzunehmen und schmiert Heinz zum Dank noch

ein Brot, angesichts dessen sich Heinz zünftig in Merkels Schoß erbricht.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann fahren sie auch nächstes Jahr wieder.

eure grossstadtsurvivor

Hanf Journal - in eigener Sache

Praktikant/in gesucht

Wer möchte drei Monate mit uns arbeiten?

Das Hanf Journal Team möchte Wissen und Arbeit

mit einer/m neuen Praktikantin/en teilen.

Zu tun gibt‘s hier viel:

Das Team gibt Einblicke in die Produktion von

Hanf Journal und exzessiv.tv und braucht ob

des wachsenden Arbeitsaufwands hierbei sowie

bei der Bewältigung des Büro-Alltags in

den neuen Redaktionsräumen ein wenig engagierte

Hilfe. Die Bewerber/innen sollten min-

gss

destens 18 Jahre alt sein und reges Interesse

am Thema Hanf haben, Deutsch in Sprach- und

Schriftform beherrschen sowie in Berlin oder

näherem Umkreis wohnen.

Die Bewerbungen bitte als e-mail an

redaktion@hanfjournal.de schicken, Bewerbungsmappen

oder ähnliche Totholzordner

können aus Logistikgründen nicht berücksichtigt

werden. Wir freuen uns.


20 reader‘s finest

Sicherheitsbedenken und akute

Versorgungs-Unzuverlässigkeiten

das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

(BfArM) hat in jüngster Zeit mehrere Patienten-Anträge

auf Eigen(bedarfs)anbau von Cannabis abgelehnt. Einem

Aktenvermerk in der Sache Michael Fischer zufolge kann davon

ausgegangen werden, dass das Deutsche Bundesministerium

für Gesundheit (BMG) als direkter Weisungsgeber diese

Ablehnungen zu verantworten hat. Auch die Drogenbeauftragte

der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, FDP, warnt

bekanntlich vehement vor jeglichem Eigen(bedarfs)anbau,

ohne aber dabei schwer bedürftige Schmerzpatienten von zu

schützenden Jugendlichen zu unterscheiden.

Es herrscht Gewissheit darüber, dass die Regierungskoalition

aus CDU, CSU und FDP nicht nur mit narzisstischer Ignoranz

und beflissenem Pharma-Lobbying protzen, sondern auch mit

offen zur Schau getragener Arroganz gegenüber schwerstkranken

Mitbürgern – welchen sie die sichere Selbstversorgung mit

Cannabis mit unsäglichen Hinhalte-Schikanen vereiteln, verlängern,

verteuern oder gar unmöglich machen.

Während Frau Dyckmans – etwa unter Abgeordnetenwatch

( http://www.abgeordnetenwatch.de/mechthild_dyckmans-

575-37544.html#questions) – ihre negative Haltung in erster

Linie damit begründet, dass im „Heim-Anbau“ keine Standardisierung

gemäß Arzneimittel-Zulassungsrecht möglich sei

(hier werden mögliche Nebenwirkungen als „gesundheitliche

Gefahren“ hingestellt), argumentiert das BfArM/BMG auch

mit Zweifeln an der Sicherung des Krautes gegen unbefugte

Wegnahme:

Auszug aus einer Eigenanbau-Ablehnung

„Dieser Art des beantragten Betäubungsmittelverkehrs (Anbau

in einer Privatwohnung zu medizinischen Zwecken) stehen

im konkreten Einzelfall zwingende Versagungsgründe

des § 5 Absatz 1 BtMG entgegen, die auch mittels Nebenbestimmungen

nach § 9 Absatz 2 BtMG nicht überwunden werden

können.

a.) Nach § 5 Absatz 1 Nummern 4 und 5 BtMG ist die Erlaubnis

nach § 3 BtMG zu versagen, wenn die Sicherheit oder

Kontrolle des Betäubungsmittelverkehrs nicht gewährleistet

ist. Dies gilt insbesondere dann, wenn geeignete Räume,

Einrichtungen und Sicherungen für die Teilnahme am Betäubungsmittelverkehr

nicht vorhanden sind (§ 5 Absatz 1 Nummer

4 BtMG). Für die Sicherung einer Cannabispflanzung sind

die gleichen Maßstäbe anzuwenden, die für die sichere Aufbewahrung

anderer Betäubungsmittel der Anlage l des BtMG

dienen. Dabei sind die Richtlinien des BfArM zur Sicherung

von Betäubungsmittelvorräten zu berücksichtigen. Anderenfalls

ist die Erlaubnis gemäß § 5 Absatz 1 Nummer 4 BtMG zu

versagen.

Die Richtlinien des BfArM zur Sicherung von Betäubungsmittelvorräten

(Anlage 1) finden auch im Fall des Eigenanbaus

zu medizinischen Zwecken in Privatwohnungen Anwendung.

Beim Anbau in einer Privatwohnung ist ein Zugang Dritter

unvermeidbar; insbesondere der Anbau ist für jeden Besucher

unmittelbar ersichtlich und ein direkter Zugriff auf die angebauten

Pflanzen durch Nicht-Erlaubnisinhaber möglich.

Auch die Anordnung von Nebenbestimmungen zur beantragten

Erlaubnis, insbesondere von Auflagen, zur Gewährleistung

der Sicherheit und Kontrolle des Betäubungsmittelverkehrs

sind in einer Privatwohnung – zumindest in dem

vorliegenden Fall – nicht möglich, um eine effektive Kontrolle

über den Umfang des Anbaus und der Lagerbestände zu gewährleisten.“

Patienten, welche bereits eine Ausnahmegenehmigung besitzen,

werden somit in der vom BMG und BfArM angeordneten

Daumenschraube belassen, lediglich das indiskutabel

überteuerte Cannabis aus niederländischem Import beziehen

zu können. Für diese drei erhältlichen Bedrocan-Sorten gilt

aber:

100 % und mehr Preisaufschlag zwischen diesseits und

jenseits der Grenze

Patienten mit hohem Tagesbedarf berichten inzwischen –

nach nur relativ kurzer Dauer dieses aufwändigen Prozederes

(ärztlich begleiteter Cannabis-Selbsttherapie) – von finanziellem

Ausbluten an den Wucherpreisen und von zunehmender

Zermürbung aufgrund wiederholt auftretender Lieferengpässe

seitens der deutschen Niederlassung von FAGRON der

bislang einzigen Import-Institution für deutsche Apotheken

- www.fagron.de. Auf deren Homepage wird vollmundig versprochen:

„FAGRON steht für TOP-Qualität, TOP-Vielfalt und TOP-Service.“,

„FAGRON ist nicht einfach ein Rohstofflieferant, sondern orientiert

sich am Patienten, als Partner für persönliche und individuelle

Fürsorge, um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.“

Das Vertrauen in die persönliche und individuelle Fürsorge und

Verbesserung der Lebensqualität der Patienten hat indes durch

den neuerlichen Lieferstopp extremen Schaden genommen,

wenngleich dieses Vertrauen bereits bei der Um-Etikettierung

nahezu abgelaufener Bedrocan-Chargen einen üblen Schlag

hinnehmen musste. Dass nun aber im November 2010 die Patienten

zum zweiten Mal innerhalb nur weniger Wochen hilflos

vor achselzuckenden Apothekern stehen, welche das Ausnahme-Medikament

wiederholt nicht liefern können, setzt der

Willkür im Umgang mit Schwerstkranken die Krone auf.

Das BfArM kommentiert die auftretenden Lieferschwierigkeiten

lediglich mit einem lapidaren Statement: „Was die Sicherstellung

der Versorgung mit Flos Cannabis sowie anderen

Betäubungsmitteln anbelangt, kann ich Ihnen versichern, dass

die Bundesopiumstelle alle erforderlichen Genehmigungen

unverzüglich erteilt hat und weiterhin erteilen wird.“

Wie zu erfahren war, hat das BfARM inzwischen derart auf

die jüngsten Lieferproblematiken reagiert, indem es nun alle

drei Sorten – Bedrocan, Bediol und Bedrobinol – als genehmigt

ansieht und dem Patienten auf diese Weise erlaubt, Cannabis

mit wahlweise 11% und/oder 18% THC-Gehalt zu verwenden

– oder gar „auszuprobieren“, ob die Sorte mit höherem CBD-

Anteil bessere Wirkung zeigt.

Diese Haltung erscheint auf den ersten Blick entgegenkommend,

dürfte sich aber bei näherem Hinsehen als rein taktische

#125 / 12.10

Text: Axel Junker

Ablenkung von der Tatsache erweisen, dass ein deutscher Patient

das gleiche Menschenrecht besitzt, 11- 18 %iges Medizinal-

Cannabis, bzw. wahlweise speziell für Spastiken geeignetes

Gras anzubauen, wie ein spanischer, belgischer, kanadischer

oder US-amerikanischer Patient und dass BfArM und Fagron

sich bis dato gegenseitig die Schuld dafür in die Schuhe schieben,

dass die eine oder andere Cannabis-Varietät derzeit nicht

lieferbar ist.

Der Vorwand eines Internationalen Schutzabkommens dürfte

hier als schlicht inhumanes Instrument unserer (deutschen)

Entscheidungsträger verstanden werden.

Erstaunlich

Das BfArM bestätigt neuerdings zur Überraschung aller Patienten

in seinen Eigenanbau-Ablehnungsbegründungen, dass

es sich bei dem aus NL importierten Cannabis um standardisierte

Ware handelt. Zitat: „Damit sind die Arzneimittel- und auch

die Therapiesicherheit beim Eigenanbau, anders als bei dem bereits

erlaubten Erwerb niederländischen Medizinalhanfs, der in standardisierter

Form bezogen wird, nicht gewährleistet…“

Frau Dyckmans hingegen geht davon aus, dass das natürliche

Bedrocan-Cannabis nicht standardisiert sein kann, folglich

nicht dem Arzneimittel-Gesetz unterliegt und daher auch

nicht erstattungsfähig ist.

Wer immer es als Verantwortliche/r im BMG, beim BfArM,

oder als Drogenbeauftragte wirklich ernst meinen würde mit

chronisch Kranken, Sterbenden und sonstigen gesundheitlich

Schutzbefohlenen, der hätte schon längst den Aufbau einer

Cannabis-Agentur innerhalb der Bundesopiumstelle ins Auge

gefasst. Eine Agentur, die – ähnlich wie in Kanada oder Spanien

– dem Patienten letztendlich die Entscheidung überlässt,

ob er für sich selbst und ggf. für andere Mitpatienten Cannabis

anbaut, wenn schon von staatlicher Seite nicht für bezahlbare

Preise, für Kostenerstattung und für Zuverlässigkeit in der Belieferung

gesorgt werden kann.

Es bleibt die bange Frage, wie lange kann ein Cannabis-

Patient in solch einem System überleben, ohne letztlich zum

eigenverantwortlichen Rechtsbruch mit allen brutalen Konsequenzen

regelrecht „verdammt“ zu sein???

Fazit

Wie auch immer es für deutsche Cannabis-Patienten weitergehen

mag – auf eine schnelle, humane, oder gar nahe liegende

Lösung braucht hier nicht gehofft zu werden. Zu stark

befinden sich Entscheidungsträger und System in den Klauen

blanken Wirtschaftskalküls und kryptischer Profit-Interessen,

um den Schwächsten dieser Gesellschaft Humanität oder Entgegenkommen

angedeihen zu lassen.

Es bleibt also dabei:

Die Bundesregierung

schadet ihrer Gesundheit

#125 / 12.10

Die Cultiva 2010

Ein professionelles Hanfevent der Extraklasse

zum dritten Mal fand die CULTIVA vom 29. - 31. Oktober

in der Eventpyramide bei Wien statt. Nach dem Erfolg

der Vorjahre mit über 9.000 Besuchern wurde die

Ausstellerfläche dieses Jahr um 2.000 m² vergrössert und so

präsentierten über 100 internationale Aussteller Wissens-und

Sehenswertes rund um das Thema Hanf. Neben Kleidung,

Kosmetik, Baustoff, Ernährung und Literatur gab es auch

Hanfkultur zum Anfassen: Jeder Messegast konnte sein eigenes

Hanfseil drehen oder der Hanfsamenmühle von hanfzeit.

com beim Arbeiten zusehen, während Marokkanische Köche

ihr Beduinen-Zelt im Garten aufschlugen, um frische mediterrane

Küche zu servieren.

Die Pyramide am Abend

Das GrowTOOL Komplettsystem von der Grow In AG

V.l.n.r.: Roger Liggenstorfer (Nachtschatten Verlag),

Scott Blaky & Howard Marks (Mr. Nice Seedbank)

Die Cultiva in Wien ist im dritten Jahr endgültig erwachsen

geworden und präsentierte sich als absolut professionell organisiertes

Hanf-Event der Extraklasse, zu dem auch das Hanf

Journal und exzessiv.tv beitragen durften: An unserem Stand

hatten Partner und Freunde die Möglichkeit, sich oder ihr Produkt

in einer zum Studio umgebauten Growbox zu präsentieren.

Hierfür dankt die Redaktion dem Team der Grow In AG

noch einmal recht herzlich, denn dieses Zelt dient ab sofort

dauerhaft als mobiles exzessiv-Studio. So entwickelte sich der

Stand unseres Sowjet-Teams, zu dem auch die Mitarbeiter unserer

Schwesterzeitschriften Konoprawda (UA), Spliff (PL) und

Konoptikum (CZ) zählen, zum Treffpunkt der internationalen

Nutz- und Medizinalhanfszene. Die exzessive Resonanz bei

den Austellern war riesig und wir hoffen, dass wir wirklich

alle im Laufe des kommenden Jahres in einer exzessiv-Folge

unterbringen können. Auch das Feedback der Hanf Journal

Leser/innen und der exzessiv Fans war größer als je zuvor,

leider hat keiner der zahlreichen Fans gewagt, ihre oder seine

Meinung zum Cannabisverbot öffentlich in unserer exzessiven

Shout-Box kund zu tun. Nur Mut Leute, vielleicht klappt

es ja beim nächsten Event..

Dem Bushdoctor-Team rund um Harry ist es auch dieses

Jahr wieder gelungen, dem Publikum eine interessante Mischung

aus Information, Hanfkultur und -business zu präsentieren.

Zum ersten Mal fanden auch mehrere Kongresse

parallel zur Messe statt, wobei das Thema „Cannabis als Medizin“

auch dieses Jahr wieder den Themenschwerpunkt im

und um den einzigartigen botanischen Garten der 42m hohen

Glaspyramide zu Vösendorf darstellte. Mehr als 20 Ärzte und

Medizinwissenschaftler aus aller Welt stellten Forschungsergebnisse

vor und präsentierten Neuheiten über die vielen Anwendungsmöglichkeiten

von Hanf in der modernen Medizin.

In den Workshops und Podiumsdiskussionen konnten sich

Besucher mit Ärzten über individuell und kurzfristig ausgewählte

Themen austauschen. Parallel fanden auf einem allgemeinen

Hanfkongress Vorträge über „Die Herstellung von

Hanfmilch“ von Christian Frankenberger, „Hanf im Schamanismus“

von Christian Rätsch oder „wasserlösliches THC“

von Peter Rausch, statt.

Auf der Messe traf man dann besonders im Growbereich

viele alte Bekannte, die sechs Wochen zuvor schon in Prag

auf der Cannabizz waren. Da eine Hanf-Ausstellung in Österreich,

genau wie in Tschechien, echten Hanf zeigen darf, war

die Halle ob der zahlreichen Stecklingshändler voll mit nicht

blühenden Hanfpflanzen. Allen voran der über drei Meter (!)

hohe Hanf-Weihnachtsbaum am Stand von Bushplanet, der zu

messefreien Zeiten den Stand des Hanf Journals in der Grow-

City schmückt. Für die Mega-Tanne gilt unser ganz spezieller

Dank dem Düsi vom Bushplanet-Team, der sie zuvor 27 Wochen

lang gehegt und gepflegt hat.

Natürlich waren die bekannten Samenbanken wie Sensi

Seeds, Paradise Seeds oder Dutch Passion wieder fast vollständig

vertreten. Seit einiger Zeit ist zudem zu beobachten,

dass besonders aus Spanien viele neue Sorten, Breeder und

Samenbänke die Growerherzen erobern. Neu entwickelte

Selbstblüher mit Namen wie BNC Diesel Automatic soll es

jetzt auch in annehmbaren Größen bis zu einem Meter und

mit ordentlichen Erträgen geben - mal sehen. Henk konnte ein

paar Seeds für einen Testdurchgang in Amsterdam ergattern

und plant im Laufe des Jahres einen schönen Growreport über

diese weiter entwickeln „Automatics“ liefern zu können.

Der Nutzhanfbereich war auch 2010 wieder immens groß,

denn in Österreich ist der Hanfanbau weniger streng geregelt

als in Deutschland und so hat sich besonders bei der Weiterverarbeitung

zu Kleidung, Dämmstoffen und Lebensmitteln

viel getan: Ein Hanfseiler hat seine alte Kunst dem staunenden

Publikum vorgeführt, wobei modernes Marketing und Handwerkskunst

ein erfolgreiches Gesamtkonzept bilden: Neben

den dicken Seilen kann man halt auch Anzüge aus feinem

Hanfzwirn beim Meister persönlich erwerben. Auch die im

Kongress vorgestellte Hanfmilch, ein neuartiges Getränk aus

gekeimten Hanfsamen, ist endlich mal nicht nur gesund, sondern

einfach nur lecker.

Auch in Österreich sind die Vaporizer die Geräte mit den

besten Zukunftsaussichten, und so war die Vapo-Lounge von

Bushdoctor eine der best frequentiertesten Stände der ganzen

Messe, selbst wenn kein Hanfdampf serviert werden durfte.

Geraucht werden durfte in der Halle schon gar nicht, egal wel-

messe

21

Fotos: Hanf Journal

Nur sieben Monate alt und schon so groß, eine „Mutter“ von Bushplanet

Die neueste Kreation von G-Spot

Gut besuchte und hochinteressante Vorträge

ches Kraut man bevorzugte, blieben Verbrennungsfetischisten

nur die extra markierten Raucherbereichen im Außenbereich,

in denen man dann aber auch wirklich ungestört entspannen

konnte.

Highlight aller drei Messe-Abende war eine After-Party, auf

der sich alle der zahlreich angereisten Gäste bei Live Musik

oder gut aufgelegten DJs noch bis zum frühen Morgen zum

Gedankenaustausch oder einfach zum Feiern getroffen haben.

Obwohl sich unser Team nach drei Tagen

Messe und After-Parties kaum auf den Beinen

halten konnte, freuen wir uns jetzt schon

auf die nächste Cultiva. 2011, natürlich wieder

in der Pyramide zu Vösendorf. www.cultiva.at


#125 / 12.10 23

news

Wer hat sie schon gesehen?

Hanf-Rikschas fahren in Berlin

Pressemitteilung des DHV vom 05.11.2010

mit Rad und Tat für die Entkriminalisierung von Cannabis

– erstmals Cannabis-Werbekampagne in Deutschland.

Hanfverband macht Rikschas in Berlin

Die Briten haben es vorgemacht: letztes Jahr sorgte eine Werbekampagne

der Britischen Organisation „Release“ in London

für Aufsehen. Release ist in England das nationale Kompetenzzentrum

für Drogen und Drogengesetze. Der plakative Werbeslogan,

der auf Bussen überall in der Stadt zu sehen war, lautete

„Nice people take drugs“. Es ging darum, „die Öffentlichkeit

zu einem anspruchsvolleren und ehrlichen Drogen- Dialog

aufzufordern“.

Ein Jahr später machen auch deutsche Verbände öffentlich

auf die Gesetzeslage hinsichtlich Marijuana-Konsums und Besitzes

aufmerksam. Der Deutsche Hanfverband (DHV) setzt

in Deutschland als erster ein Zeichen und traut sich mit der

Botschaft „Schluss mit Krimi - Cannabis normal“ im Rahmen

seiner Aufmerksamkeit erregenden Kampagne für die Entkriminalisierung

von Cannabis ab dem 5.November in Berlin auf

die Straßen.

BikeTaxis zeigen Flagge

Nachdem die Münchner Verkehrsgesellschaft ein vom DHV

ursprünglich geplantes Busplakat ablehnte, hat sich der Fokus

auf die Hauptstadt verlagert. Als Werbefläche wurden hier die

bekannten Berliner BikeTaxis ausgewählt, ganz nach Marshall

McLuhans Leitsatz: „the medium is the message“. Das Berliner

Unternehmen BikeTaxi stellt dem DHV seine Fahrrad-Rikschas

als Ambient-Werbefläche zur Verfügung. Zwei Taxis fahren

derzeit durch die Straßen Berlins, darüber hinaus werden die

charmanten Fahrer ihre Fahrgäste über die Kampagne informieren.

Die BikeTaxis sind ideal, um das Anliegen des DHVs zu vertreten.

Ob Prenzlauer Berg, Kreuzberg oder Friedrichshain, ob

Kaufhaus oder Weihnachtsmarkt: die Rikschas sind überall

dort, wo das Berliner Leben spielt. Sie werden mit allen Infos

rund um die Cannabisentkriminalisierung ausgestattet und erreichen

die Öffentlichkeit so direkt und nachhaltig. Schon am

Morgen des Launch-Tages gab es große Resonanzen. Die Marijuana-Taxis

sorgten nach wenigen Stunden für Aufruhr auf

den Straßen und ganze Horden von Menschen drängten sich

um das Gefährt, um Fotos zu machen. Der DHV erhofft sich

Meldung des DHV vom 10.11.2010

am 10.November wurde in Lissabon der Jahresbericht

2010 der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen

und Drogensucht (EBDD) (eng. European Monitoring

Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA)) vorgestellt.

Ein besonderes Augenmerk liegt dieses Mal beim Thema „Neue

Drogen und sich abzeichnende Tendenzen“. Die EBDD betont

in ihrer Pressemitteilung zwei Trends - zum einen den Rekord

an neuen Substanzen wie Mephedron, zum anderen die steigenden

Konsumraten in Osteuropa. „Im Jahr 2009 wurden der

EBDD und Europol 24 neue psychoaktive Substanzen erstmals offiziell

bekanntgegeben. [...] „Die Konsumraten in Teilen Osteuropas

durch die charmante Aktion viel Aufmerksamkeit, auch

von Gruppen, die dem Thema nicht nur positiv gegenüberstehen.

Der DHV hofft, diese Gruppen von seinen

Absichten überzeugen zu können und gleichzeitig eine

Sensibilisierung für die Thematik zu erwirken.

Der Fall Entkriminalisierung

Viele Deutsche tappen immer noch im Dunkeln, wenn

es um die deutsche Drogenpolitik geht. So ist es ein weit

verbreiteter Irrglaube, dass Cannabiskonsumenten in

Deutschland entkriminalisiert sind. Darüber hinaus steht

der ungerechte und repressive Umgang mit Kiffern in

keinem Verhältnis zur eigentlichen „Tat“ und wird weitgehend

unter Ausschluss der Öffentlichkeit umgesetzt

und vollzogen.

Obwohl in der Presse immer wieder von Repressionen

gegen Drogenkonsumenten berichtet wird, bleibt

die Bevölkerung davon weitgehend unberührt, denn

schließlich sind Razzien wie zuletzt in Neu-Ulm offiziell

nur Teil der deutschen „verantwortungsbewussten

Drogenpolitik“, die „Prävention, Hilfe zum Ausstieg für

Süchtige und eine Bekämpfung der Drogenkriminalität

mit allen rechtsstaatlichen Mitteln“ verbindet. (Auszug

Regierungsprogramm CDU/CSU 2009). Die Realität

sieht leider ganz anders aus. Neben der rigorosen Strafbehandlung,

der Cannabiskonsumenten ausgesetzt sind,

verstoßen die Gesetzeshüter zudem regelmäßig gegen

die Datenschutzgesetze, indem Anzeigen nicht aus der

Kriminalakte der Betroffenen gelöscht, bzw. ihre persönlichen

Daten behalten werden.

Schluss mit Krimi

Um dem ein Ende zu setzen, leistet der Hanfverband

schon seit 2002 Pionierarbeit in Sachen Aufklärung und

Entkriminalisierung. Georg Wurth, Vorsitzender des

Deutschen Hanfverbandes, wird nun auch mit der Zeichnung

einer Petition auf bundespolitischer Ebene aktiv.

Dass er jetzt, zu einem Zeitpunkt, an dem nicht nur in

Kalifornien, sondern weltweit heiß über die Legalisierung

von Cannabis diskutiert wird, auch Rikschafahrer

für sein Anliegen gewonnen hat, wird der Cannabisentkriminalisierung

in Deutschland zusätzlichen Schwung

verleihen.

www.hanfverband.de

EU Drogensuchtbericht 2010

EU-Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht veröffentlicht Jahresbericht 2010

EU - Meldung vom IACM

europa: Die deutsche aCm sucht Partner in anderen

eURopäischen ländern, um eine eURopäische

Bürgerinitiative für die medizinische verwendung von

Cannabis zu starten

Die EURopäische Bürgerinitiative ist eine der wichtigsten Neuerungen

des Lissabon-Vertrags, der die partizipatorische Demokratie

in der EURopäischen Union (EU) vergrößern soll.

Diese Initiative ermöglicht es, einer Million EU-Bürger sich direkt

an die EURopäische Kommission zu wenden, um einer Initiative

im Bereich der EU-Zuständigkeit Gehör zu verschaffen.

Die praktischen Ausgestaltungen, Bedingungen und Abläufe

der Bürgerinitiative werden in einer neuen EU-Regelung festgelegt.

Die EURopäische Kommission hat einen Entwurf für

eine solche Regelung im März 2010 angenommen. Diese wird

nun im Rat und im EURopaparlament bis Ende 2010 diskutiert.

Die abschließende Abstimmung soll am 13. Dezember im Plenum

stattfinden.

haben sich denen westlicher Ländern angeglichen oder übertreffen

diese sogar.“ Weitere Highlight des Berichtes sind „Kokain: Raffinierte

Schmuggeltechniken und wachsende gesundheitliche

Risiken“ und „Amphetamine in Teilen Europas nach wie vor

ein gravierendes Problem – Ecstasymarkt instabil“.

Streckmittel kein Thema?

Leider fehlt in dem Bericht jeder Hinweis auf Streckmittel in

Cannabis. Auch wenn das Phänomen Streckmittel (z.B. Brix) in

anderen Ländern der EU scheinbar nicht so weit verbreitet ist

wie in Deutschland, zeigt sich hier doch ein blinder Fleck bei

der Beobachtungsstelle, obwohl wir nicht nur die nach Lissabon

berichtende Bundesregierung, sondern auch der Europäischen

Es ist bisher unklar, ob die Regelung bürgerfreundlich sein

wird oder nicht. Die deutsche Arbeitsgemeinschaft Cannabis

als Medizin sucht EURopäische Partner, um eine EURopäische

Bürgerinitiative zur medizinischen Verwendung von Cannabis

auf den Weg zu bringen, sobald die Regelungen angenommen

wurden, um das Thema auf die EURopäische Ebene zu bringen.

Der Entwurf sieht zurzeit vor, dass eine bestimmte Mindestzahl

von Bürgern in mindestens 9 Ländern der EURopäischen

Union eine Initiative unterstützen muss, um sie erfolgreich zu

machen.

Bitte wenden Sie sich an die ACM unter: info@cannabis-med.org

Quelle: citizens-initiative.eu

CH - Straffrei Kiffen in Basel?

Kanton und Stadt wollen keine Bussen

Die Schweizer Bundesregierung plant, Ordnungsbussen

für Kiffer einzuführen. Das möchten weder

die Stadt- noch die Kantonsregierung in Basel,

dort wird ein Modellversuch favorisiert, der stattdessen

die Abgabe von Cannabisprodukten unter

strengen Jugendschutzauflagen reguliert. So ist es nicht verwunderlich,

dass die Lokalpolitiker/innen jetzt die Einführung

von Bussen für Kiffer abgelehnt haben. In Basel soll man zukünftig

straffrei kiffen dürfen.

Drogenbeobachtungsstelle direkt von dem Problem berichtet

haben. Auch der Streckmittel-Melder des DHV mit seinen mittlerweile

über 1.000 Streckmittel-Meldungen ist der EBDD bekannt.

Das Thema „Adulterantien“, wie Streckungs- und Verfälschungsmittel

von der EBDD genannt werden, taucht auch

beim Thema Speed, Heroin oder Ecstasy nicht auf, sondern nur

im Zusammenhang mit Kokain. Hier wird neben anderen Stoffen

das Entwurmungsmittel Levamisol erwähnt.

Am 11.11.2010 hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung,

Mechthild Dyckmans den Jahresbericht der deutschen

Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht vorgestellt.

Erwartungsgemäss wurden unsere Hinweise auf Streckmittel

in Bezug auf Cannabis natürlich nicht berücksichtigt.

US - Cannabisrekord

Die Hanf-Rikschas sind unterwegs - Foto: hanfverband.de

120.000 Cannabiszigaretten in 28 Jahren

Nach einer Pressemitteilung von Patients Out of Time ist es

nun 28 Jahre her, dass ihr Mitglied Irvin Rosenfeld die ersten

Cannabiszigaretten von der Regierung erhielt. Die Zigaretten,

die für die Regierung an der Universität von Mississippi produziert

werden, werden Herrn Rosenfeld in einer Dosis von 7

Unzen (etwa 200 Gramm) alle 25 Tage zur Bekämpfung seiner

chronischen Erkrankung zugestellt. Am 20. November 2010

rauchte Irvin seine 120.000ste medizinische Cannabiszigarette.

Mehr unter: www.medicalcannabis.com

Pressemitteilung von Patients Out of Time vom 20. November 2010)

US - Gefangen in der Hanfapotheke

Glanzvoller auftritt von drei US-Soldaten

Eigentlich wollten sie eine Hanfapotheke in Colorado ausrauben.

Dumm nur, dass die Tür nach dem Einbruch wieder automatisch

verriegelte. Die drei potentiellen Weed-Diebe, allesamt

aktive Soldaten der US-Army, waren jetzt in der „Dispensary“

eingesperrt und mussten nicht lange warten, bis die Polizei sie

abholte.

auf www.hanfjournal.de


24 #125 / 12.10

#125 / 12.10

news news 25

US - Aus der Traum- Ein schwarzer

Dienstag für den Hanf

Proposition 19 gescheitert- auch oregon und Süd-Dakota

sagen „Nein“

Die Proposition 19, die eine Regulierung des Cannabismarktes

zum Ziel hatte, wurde von 53% der teilnehmenden Wähler/

innen überraschend abgelehnt (siehe Titel).

Auch wurden Gesetzesinitiativen zur Erweiterung oder

Einführung eines medizinischens Marihuana-Programms

Oregon und Süd-Dakota abgelehnt.

Lediglich in Massachusetts wurde eine Volksbefragung ohne

bindenden Charakter zum selben Thema angenommen.

Die einzelnen Ergebnisse gibt es auf www.Hanfplantage.de

GB - Alkohol als gefährlichste Droge

Nach einbeziehung des sozialen Schäden liegt die

alltagsdroge noch vor Crack und Heroin

Prof. David Nutt erregte durch die Veröffentlichung seiner

Drogenrangliste nach Gefährdungspotiental bereits vor drei

Jahren weltweit Aufsehen. Damals hatte sein Team von über 40

Wissenschaftlern in langjährigen Studien bewiesen, dass Alkohol

viel gefährlicher ist als die meisten illegalen Drogen, von 20

getesteten Stoffen lag die Volksdroge auf Platz vier.

Unter Berücksichtigung der sozialen Schäden, die regelmäßiger

Alkoholgenuss hervorruft, liegt er nach der neusten Studie von

Professor Nutt und seinem Team sogar auf Platz eins.

A - Viel heiße Luft um

Räuchermischungen

Österreichs Gesundheitsminister alois Stöger liegt falsch

Gesundheitsminister Alois Stöger sagte am 29. Oktober: „In Österreich

werden vermehrt Räuchermischungen angeboten, die,

wenn sie geraucht werden, sehr gefährlich sein können. Aus

diesem Grund habe ich die betroffenen Substanzen mit heutigem

Tag verboten“. Die Medien übernahmen das ungeprüft

und so wogen sich Boulevardpresse und besorgte Eltern recht

schnell in Sicherheit. Doch das Suchtmittelgesetz in Österreich

ist dem deutschen BtmG sehr ähnlich und so hat sich unsere

Redaktion gewundert, wie man Stoffe verbieten kann, bevor sie

analysiert wurden.

Und siehe da, auch in Österreich sind bis heute lediglich die

fünf Cannabinoide verboten, die auch in Deutschland im BtmG

aufgeführt sind. Das Gesetz reagiert also, anders als Herr Stöger

behauptet, keineswegs auf die neuen Räuchermischungen,

die weder CP 47,497 oder seine Homologe, JWH 018 oder HU

210 enthalten.

Andere synthetische Cannabinoide sind hingegen auch in Österreich

als Räuchermischung weiterhin frei verkäuflich.

D - Hausdurchsuchung nach positiver

Urinprobe

Polizeiwillkür nach Belieben:

Der Freistaat als rechtsfreier Raum

Der Repressionsmelder des DHV beweist wieder aufs Neue,

dass Bürgerrechte im Freistaat Bayern mit Füßen getreten

werden, sobald der Verdacht entsteht, ein/e Beschuldigte/r

habe etwas „mit Drogen zu tun“.

Laut einer Pressemeldung der Polizei Waldkraiburg bestätigte

während einer Verkehrskontrolle ein Drogenschnelltest bei

einem jungen Mann den Verdacht auf Drogenkonsum. Weiter

heißt es: „Gegen den jungen Mann wird nun eine Strafanzeige

wegen Fahrens unter Drogeneinfluss erstattet, Auch konnte bei

dem Beschuldigten zu Hause eine größere Menge an Drogen

aufgefunden werden...“

www.nzz-online.ch

CH - Rappaz: Zustand kritisch

Zwangsernährung angeordnet- Ärzte weigern sich

Bernard Rappaz geht es so schlecht, dass die zuständigen Walliser

Richter den Hanfbauern gegen seinen Willen zwangsernähren

lassen wollen. Die Ärtze des Berner Universitätsspital

verweigern jedoch die Zwangsernährung mit Verweis auf Rappaz‘

Patientenverfügung. Rappaz hatte vor seiner Haft erklärt,

eher sterben als zwangsernährt werden zu wollen. Bernard

Rappaz befindet sich seit nunmehr 85 Tagen im Hungerstreik,

die behandelten Ärtze bezeichnen seinen Zustand als „kritisch“

und wehren sich vorm Bundesgericht gegen die angeordnete

Zwangsernährung, die von den ihnen aus ethischen Gründen

abgelehnt wird. Auch ein Begnadigungsgesuch von Bernard

Rappaz wurde am 18.November, wie bei solchen Verfahren

üblich unter Auschluss der Öffentlichkeit, vom Walliser Kantonsparlament

mit 113 zu 14 Simmen bei einer Enthaltung abgelehnt.

Die 128 Abgeordneten entschieden hinter verschlos-

senen Türen über die Zukunft des Walliser Hanfbauern. ‚Jeder

habe nach seinem Gewissen abgestimmt‘, so Parlamentspräsident

Jean-François Copt.

Fordert die Ministerin für Sicherheit, Sozialwesen und Integration

des Kanton Wallis, Esther Waeber-Kalbermatten, per

email auf, Herrn Rappaz umgehend eine Haftverschonung zu

gewähren, um sein Leben zu retten.

auf www.hanfjournal.de

US - Arizona: 50,13 Prozent sagen „JA“

Denkbar knapper vorsprung in letzter Sekunde

Ausgerechnet die Wähler im Wahlkreis von Sheriff Joseph M.

Arpaio kippten das Ergebnis im letzten Moment zugunsten der

Cannabis-Befürworter.

Vergangene Woche noch meldeten die Agenturen, auch in Arizona

seien Proposition 203 gescheitert. Die Verwirrung war

entstanden, weil die Auszählung der letzen 11.000 Stimmen bis

zum 13.11 gedauert hatte. Nach der Bekanntgabe des offiziellen

amtlichen Endergebnisses steht jedoch fest: Arizona wird als

15. Bundesstaat ein Gesetz zur Abgabe von Medizinischen Marihuana

erhalten.

US - Nördliche Marianen: Fast legal

Parlament des Pazifik-außengebiets der USa verabschiedet

Gesetz zur Cannabis-legalisierung

Zwar gelten auch auf den Nördlichen Marianen die US-Bundesgesetze,

doch aufgrund des Sonderstatus der Inselgruppe

interessiert sich Washington anscheinend auch nur bedingt für

die Innenpolitik der von den USA abhängigen Inselgruppe.

Wie anders wäre es möglich, dass das dortige Parlament bereits

Anfang des Monats den Besitz von Cannabis zu medizinischen

Zwecken und als Droge mit einigen Einschränkungen legalisiert

hat?

Die Abgeordneten des Repräsentantenhauses der Inselgruppe

votierten mit 10:7 Stimmen für ein Gesetz, das den Besitz, den

Verkauf und den Transport von Cannabis für Personen über

21 Jahren unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht sowie

dem Gesetzgeber die Möglichkeit gibt, den Vertrieb zu reglementieren

und zu besteuern.

Das Gesetz muss jedoch noch den Senat der Nördlichen Marianen

passieren, der bereits seine mehrheitlich ablehnende Haltung

signalisiert hat.

Der Abgeordnete und Initiator des Gesetzes, Stanley Torres,

hat jedoch für den Fall angekündigt, eine Volksabstimmung zu

initialisieren.

›››

››› WELTWEIT BREIT - Fortsetzung

D - Noch‘n Verbot

ab jetzt verboten: essenspakete für hessische Häftlinge

Heilpflanzenverbot ab 2012, Rauchverbot, Killerspielverbot,

Spiceverbot, www-Verbote.....die Reihe wird immer länger.

Fehlt nur noch Fernseh- und Kompottverbot, wobei erst genanntes

sicherlich heilsam für einige wäre.

Der Staat reguliert das Privatleben seiner Bürger/innen in

einem Maß, das noch vor 20 Jahren oder in liberalen Ländern

außerhalb der EU undenkbar war beziehungsweise ist.

Der neueste Einfall betrifft zwar wieder nur eine kleine Minderheit,

die dafür umso härter: Hessische Gefängnisinsassen

dürfen keine Essenspakete mehr bekommen, selbst zu Weihnachten

oder Ostern nicht. Als Begründung wird angegeben,

man wolle so den Drogenschmuggel eindämmen.

Ob es sich um so genannte Drogenstraftäter handelt oder nicht,

spielt dabei keine Rolle. Keine Freiheit - keine Kekse.

D - Kiffen für die Rüstungsindustrie

Die aktuellen Pläne der schwarz-gelben Koalition sind nur

noch satirisch kommentierbar

Wie die Frankfurter Rundschau

gestern berichtete, schlägt die FDP

zusätzlich zur geplanten Tabaksteuererhöhung

nun auch eine Anhebung

der Alkoholsteuer vor, um

die Luftfahrtindustrie zu unterstützen.

Rauchen für Stahlkonzerne, Saufen

für Fluggesellschaften – das geht

LESERFOTO

Was ist denn das?

Es handelt sich um eine Periklinal-Chimäre (Mutation in der 2.

Schicht des Blattgewebes). Periklinale Chimären sind Pflanzen, deren

außen liegendes Epidermisgewebe durch Mutationsereignisse vom

Genotyp der inneren Zelllinien abweicht. (ach soooo, Anm.d.G.)

Fotos: anonym

in die richtige Richtung, aber nicht weit genug. Wir schliessen

uns Attac an und fordern: Kiffen für die Rüstungsindustrie!

Dieser sarkastische Vorschlag ist die nahe liegende Reaktion

auf den unglaublichen Zynismus, gepaart mit Dilettantismus,

mit dem die Bundesregierung ganz offen und ungeschminkt

Politik ausschließlich im Interesse der Industrie macht.

Die ganze Meldung findest du bei Attac

www.attac.de

MX - Noch ein Schlag, der keiner ist

Wie Propaganda funktioniert

Der gefährlichste Ort der Welt ist Ciudad Juárez. Mexiko ist seit

Jahren gefährlicher als der Irak und Afghanistan zusammen.

Trotzdem melden die Agenturen regelmäßig, dass „ein mächtiger

Drogenboss festgenommen wurde und das ein schwerer

Schlag gegen die Kartelle gewesen sei“.

Unsere Redaktion hat sich einmal die Mühe gemacht, die Festnahmen

seit Beginn der Drogenkriegs 2006 zu zählen, die Medienberichten

zufolge ein „Schlag gegen das Organisierte Verbrechen“

gewesen sein sollen.

Bei 100 haben wir aufgehört zu zählen. Auffallend dabei ist,

dass seit 2008, mit zunehmenden Umsatzzahlen der Kartelle,

die „harten Schläge“ gegen sie immer häufiger werden, ohne

dass diese an Macht und Einfluss zu verlieren. Stellt sich die

Frage, weshalb die Kollegen der schreibenden Zunft diese Formulierungen

aus dem Munde korrupter, mexikanischer Politiker,

immer wieder kritiklos in ihren Berichten übernehmen.

Die Entwicklung seit 2006 beweist eindeutig, dass sowohl die

Festnahmen einzelner als auch der massive Einsatz von Militär

offensichtlich keinerlei Auswirkungen auf den Deal „Waffen

aus den USA gegen Drogen aus Mexiko“ haben.

„Knapp daneben

Graslos in L.A: Geldbußen statt Coffeeshops“

›››

Fortsetzung von Seite 1

Auch Gouverneur Schwarzenegger konnte mit seinem

Schachzug, kurz vor der Abstimmung noch ein Gesetz zur Entkriminalisierung

des Besitzes von bis zu 28,5 Gramm zu unterschreiben,

die Unentschlossenen zum „No“ bewegen, denen es

reicht, einfach ungestraft kiffen zu können.

So wurde aus einem einst deutlichen Vorsprung eine knappe

Niederlage. Ob die Initiative wie angekündigt in zwei Jahren

wieder eingebracht werden kann, steht noch in den Sternen,

aber im Nachbarstaat Colorado arbeitet eine Aktivistengruppe

um Mason Tvert von SAFER bereits an einem ähnlichen Projekt

für 2012. Dann stehen dort Volksabstimmungen an, zu denen

auch eine Tax & Regulate Initiative gehören könnte.

Trotz der Niederlage hat „Prop 19“ für weltweites Aufsehen

gesorgt und gezeigt, dass die fehlenden drei Prozent eine Frage

der Zeit sind. Eine genaue Analyse des Wahlergebnisses hat

bestätigt, was viele bereits vermutet haben: Die Hanf-Gegner

sterben ganz langsam aus.

Auch hat die Abstimmung die unerträgliche Situation deutscher

Hanfliebhaber, angesichts paradiesischer Zustände im

Mutterland des Hanfverbots, mancher/m wieder ins Gedächtnis

gerufen. Denn selbst von einem Verbot im kalifornischen

Sinne können wir hier momentan nur träumen. Sollte die Regulierung

von Hanfblüten wirklich einmal auf der bundesdeutschen

Tagesordnung stehen, muss das Beispiel Kalifornien

eines verdeutlicht haben: Wer um knappe Mehrheiten kämpft,

sollte Grabenkämpfe tunlichst vermeiden.

Hätten in Kalifornien alle „Stoner“, die zur Abstimmung gegangen

sind, mit „Ja“ gestimmt, stünde die Prohibition jetzt in

den gesamten USA auf wackligen Beinen.

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