Carbonsäuren

gym1.at

Carbonsäuren

Ameisensäure

(Methansäure)

Essigsäure

(Ethansäure)

http://www.chemienet.info/8-csr.html

Carbonsäuren

Propionsäure

(Propansäure)

Buttersäure

(Butansäure)

Carbonsäuren kommen in der Natur häufig vor: Essigsäure im Speiseessig, Propionsäure im

Schweiss), Buttersäure im Geruch ranziger Butter.

Sie besitzen eine oder mehrere Carboxyl-Gruppen ( –COOH) und werden durch Oxidation

(= Dehydrierung) eines primären Alkohols bzw. eines Aldehyds hergestellt.

�� Nomenklatur

Name Anion (Salz) Formel Kettenlänge

Ameisensäure Formiat H–COOH C 1

Essigsäure Acetat H 3C–COOH C 2

Propionsäure Propionat H 3C–CH 2–COOH C 3

Buttersäure Butyrat H 3C–(CH 2) 2–COOH C 4

Palmitinsäure Palmitat H3C–(CH2)14–COOH C16

Stearinsäure Stearat H3C–(CH2)16–COOH C18

42


Name Anion (Salz) Formel Kettenlänge

Dicarbonsäuren

Oxalsäure Oxalat HOOC–COOH C 2

Malonsäure Malonat HOOC–CH 2–COOH C 3

Bernsteinsäure Succinat HOOC–CH 2–CH 2–COOH C 4

Glutarsäure Glutarat HOOC–CH2–CH2–CH2-COOH C5

Hydroxycarbonsäuren

Milchsäure Lactat CH3-CHOH-COOH C3

A(Ä)pfelsäure Malat HOOC-CH 2-CHOH-COOH C 4

Weinsäure Tartrat HOOC-CHOH-CHOH-COOH C 4

Citronensäure Citrat

Keto(Oxo)carbonsäuren

H2C

HOC

H2C

COOH

COOH

COOH

Brenztraubensäure Pyruvat CH 3-CO-COOH C 3

Phenylbrenztraubensäure CH2 CO COOH

http://de.wikipedia.org/wiki/Phenylketonurie

http://www.onmeda.de/krankheiten/phenylketonurie.html

Nach der Anzahl Carboxygruppen werden Mono-, Di- und Tricarbonsäuren unterschieden.

Palmitin- und Stearinsäuren gehören zu den mengenmäßig bedeutendsten Verbindungen

pflanzlicher und tierischer Fette.

Für viele Verbindungen sind auch heute die Trivialnamen am gebräuchlichsten. Die

systematischen Namen setzen sich aus dem Namen des entsprechenden Kohlenwasserstoffs und

der Endung -säure zusammen. Das C-Atom der Carboxygruppe wird dabei mitgezählt, z.B.

Ethansäure für Essigsäure oder Butandisäure für Bernsteinsäure.

Die einfachste aromatische

Carbonsäure heißt Benzoesäure.

Phthalsäure ist eine aromatische

Dicarbonsäure.

Benzoesäure Phthalsäure

43


��Eigenschaften

Die niederen Carbonsäuren (bis

C4) sind bei Raumtemperatur

flüssig und vollständig mit Wasser

mischbar. In wässriger Lösung

geben sie Protonen ab.

Allgemein hängt die Acidität einer organischen Verbindung R–H von folgenden Faktoren ab:

1. Von der Elektronegativität des Atoms, an welches das H-Atom gebunden ist. Ethan hat

z.B. einen pK s-Wert im Bereich von 60, während Ethanol einen pK s von �16 aufweist.

2. Von der Möglichkeit die negative Ladung des Anions R – zu stabilisieren. Der pK s-Wert von

Essigsäure liegt bei 4,8. Der Grund für die hohe Acidität der Essigsäure liegt in der

Stabilisierung der negativen Ladung im Carboxylat-Ion (Mesomerie).

Mesomerie des Carboxylat-Ions

��Substituenteneinflüsse auf die Acidität

Der pK s-Wert verschiedener Carbonsäuren schwankt zwischen 1 und 5. Die Unterschiede

zwischen den einzelnen Carbonsäuren werden durch die Substituenten des Restes bestimmt.

pK s

pK s

4,8 Essigsäure 3,7 Ameisensäure

2,9 Chloressigsäure 4,8 Essigsäure

1,5 Dichloressigsäure 4,9 Propionsäure

0,7 Trichloressigsäure

Elektronenziehende Substituenten erhöhen die Acidität (–Cl, –OH, –COOH, –F, –I).

Elektronenabstossende Substituenten erniedrigen die Acidität (–CH2–, –CH3). Man spricht vom

induktiven Effekt.

44


�� Carbonsäurederivate

Verbindungen, bei denen anstelle der OH-Gruppe ein anderer polarer Rest an das Carbonyl-C

gebunden ist, werden Carbonsäurederivate genannt. Die Hydrolyse der Derivate führt zur

entsprechenden Carbonsäure.

Nucleophile können das Carbonyl-C-Atom der Carbonsäurederivate angreifen. Die Reaktivität der

Carbonsäurederivate gegenüber Nucleophilen ist in der Grafik dargestellt. Sie nimmt im

Uhrzeigersinn ab. Ein Ester kann also zum Beispiel durch die Reaktion eines Carbonsäure-

Chlorids oder -Anhydrids mit einem Alkohol als Nucleophil hergestellt werden.

Zur Veranschaulichung soll die Reaktion des Thioesters Acetyl-Coenzym A zu einem Ester

betrachtet werden. Cholin greift als Nucleophil (Hydroxyl-Gruppe) an.

Die Reaktion ist enzymkatalysiert. Acetylcholin dient zur Übertragung von Nervenimpulsen von

einer Nervenzelle auf die andere (= Neurotransmitter).

Carbonsäuren, Carbonsäure-Derivate: http//www.gym1.at/chemie

45


�� Carbonsäure-Ester

Carbonsäure-Ester – häufig einfach als Ester bezeichnet – lassen sich auf verschiedene Weisen

herstellen. In Gegenwart starker Säuren (Schwefelsäure) lassen sie sich direkt aus Carbonsäuren

und Alkohol herstellen.

Die Reaktion führt zu einem Gleichgewicht (Massenwirkungsgesetz). Will man möglichst viel Ester

ausbeuten, müssen kontinuierlich die Produkte entfernt werden, damit sich kein Gleichgewicht

einstellt. Dies lässt sich z.B. erreichen, indem der gebildete Ester abdestilliert wird.

Die Reaktion ist reversibel. Mit einem Überschuss an Wasser lassen sich Ester leicht wieder in

Carbonsäure und Alkohol spalten (Esterhydrolyse).

Unter alkalischen Bedingungen werden Ester irreversibel gespalten (= Verseifung). Es bildet sich

Alkohol und das Anion bzw. Salz der Carbonsäure.

Eigenschaften und Vorkommen: Niedermolekulare Ester sind leicht flüchtig (es fehlen OH-

Gruppen). Sie sind Geruch- und Geschmackstoffe (Fruchtaroma).

CH 3

O

C

OH + HO CH 2 CH 3

CH 3 CO O CH 2 CH 3

Essigsäureethylester (Ethylacetat): Wird für Aromen in

Bonbons, Likören und Limonaden verwendet. Außerdem ist

Ethylacetat ein wichtiges Lösungsmittel für Farbe, Harze

und Klebstoffe.

CH2

OH

CH2 CH2

C O

HO

Lactone sind ringförmige Ester. Sie entstehen, wenn

Hydroxy- und Carboxygruppe desselben Moleküls

miteinander reagieren.

(g-Lacton aus der g-Hydroxybuttersäure)

http://www.muk.unifrankfurt.de/Publikationen/FFFM/dok/2002/2002-

3/Aromaforschung_8-15.pdf

O

O

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Die Speicherfette pflanzlicher

und tierischer Zellen bestehen

aus Glycerin, das mit langkettigen

Carbonsäuren, verestert wurde.

Triglyceride :

Ester aus Glycerin und Fettsäuren


�� Carbonsäure-Amide

Versucht man eine Carbonsäure mit Ammoniak zur Reaktion zu bringen (= Neutralisation), bildet

sich das Ammoniumsalz. Es entsteht kein Amid.

Der pK s-Wert von Ammonium liegt bei 9,2. Mischt man Carbonsäuren (pK s zwischen 1 und 5) und

Ammoniak, wird sofort die Carbonsäure deprotoniert. Weil das Carboxylat-Anion nicht von

Nucleophilen angegriffen werden kann, lässt sich auf diese Weise kein Amid herstellen. Geht man

von den reaktiveren Carbonsäure-Chloriden aus, lassen sich problemlos Amide herstellen.

�� Harnstoff: Diamid der Kohlensäure

Kohlensäure, Phosphorsäure und Schwefelsäure sind anorganische Säuren, deren Salze im

Stoffwechsel von Bedeutung sind. Ihre Derivate nehmen eine Zwischenstellung zwischen

organischer und anorganischer Chemie ein.

Kohlensäure Harnstoff

Harnstoff (Kohlensäurediamid) ist das wichtigste Amid der Kohlensäure. Er ist farblos und

wasserlöslich und lässt sich in Gegenwart starker Säuren oder Basen hydrolysieren. Würde der

beim Proteinabbau freigesetzte Stickstoff als Ammoniak freigesetzt, wäre der Säure-Base-

Haushalt der Zellen empfindlich gestört. Der Mensch scheidet 80-90% des mit der Nahrung

aufgenommenen Stickstoffs im Form von Harnstoff aus. Die Umwandlung von Ammoniak in

Harnstoff erfolgt in der Leber im Harnstoff-Zyklus.

http://www2.chemie.uni-erlangen.de/projects/vsc/chemie-mediziner-neu/aminosaeuren/hsz-d.html

47


Fette - Lipide

Unter dem Begriff Lipide werden alle in der Zelle vorkommenden, wenig oder nicht

wasserlöslichen Verbindungen zusammengefasst. Sie sind chemisch sehr unterschiedlich,

besitzen jedoch alle überwiegend unpolare Moleküle, wobei aber auch polare Gruppen enthalten

sein können.

Nach der chemischen Zusammensetzung lassen sich die Lipide in verschiedene Gruppen

einteilen. Die wichtigsten sind hier mit Beispielen angegeben:

�� Steroide (Cholesterin, Steroidhormone)

�� Wachse

�� Neutralfette (Mono-, Di- und Triacylglyceride)

�� Phospho-Glycerolipide (Lecithin)

�� Sphingolipide (Cerebroside, Ganglioside, Sphingomyeline, Ceramide)

�� Neutralfette

Ester aus Glycerin und bis zu drei Fettsäuren werden als Neutralfett bezeichnet. Im Gegensatz zu

den Phospholipiden besitzen sie keine dissoziierenden Gruppen, sind also stets ungeladen und

praktisch wasserunlöslich.

In der Natur kommen sie meist als Gemische vor, d.h. in natürlichen Fetten sind mehrere

unterschiedliche Fettsäuren mit Glycerin verestert. Sie unterscheiden sich, je nach

Zusammensetzung, deutlich in ihrem Schmelzbereich: Es finden sich feste, halbfeste oder flüssige

Fette (letztere werden auch als "fette Öle" - in Abgrenzung zu den Mineralölen =

Kohlenwasserstoffgemischen bezeichnet).

Fettzellen

Im Fettgewebe werden Triacylglyceride als Energiereserven gespeichert. Fettgewebe finden sich

vor allem in der Unterhaut, aber auch bei inneren Organen, z.B. den Nieren. Die weißen

Fettzellen dienen in erster Linie der Speicherung der energiereichen Fette.

Im braunen Fettgewebe findet überwiegend der Fettstoffwechsel zur Erzeugung von Wärme statt.

http://www2.chemie.uni-erlangen.de/projects/vsc/chemie-mediziner-neu/carbonyl/fette3.html

48


�� Fettsäuren

Alle Carbonsäuren, die in Fetten auftreten, werden allgemein als Fettsäuren bezeichnet.

Kurzkettige Fettsäuren (z.B. Buttersäure) sind aber eher selten bzw. treten erst bei

Abbauprozessen auf. Die wichtigsten Fettsäuren besitzen Kettenlängen von 16 bis 20 C-Atomen

und bis zu vier Doppelbindungen. An den Doppelbindungen liegt stets cis-Konfiguration vor.

Palmitinsäure C16H32O2

Stearinsäure C18H36O2

Ölsäure

(9-Omega-

Fettsäure)

Linolsäure

(6-Omegafettsäure)

Linolensäure

(3-Omega-

Fettsäure)

C 18H 34O 2

C 18H 32O 2

C 18H 30O 2

Arachidonsäure C 20H 32O 2

��Fettverseifung - Verseifung

Wie alle Ester, können auch Fette durch Laugen gespalten werden. Es entstehen Glycerin und

Salze der Fettsäuren. Diese Salze wirken als Seifen, die Reaktion nennt man daher Verseifung.

Micelle

Seife ist in Wasser löslich. Es bilden sich dabei

Micellen aus:

kugelförmige Zusammenlagerungen, bei denen

die unpolaren Kohlenwasserstoffketten der

Fettsäuremoleküle nach innen weisen, die

geladenen Carboxylatgruppen nach außen in

das wässrige Medium.

Wird zu einer Seifenlösung eine Säure

gegeben, werden die Carboxylatgruppen

protoniert. Es entstehen die freien Fettsäuren.

Diese sind in Wasser nicht löslich, die

Fettsäuren fallen aus.

49


�-Oxidation

Die Fettsäuren werden zur Energiegewinnung durch die �-Oxidation abgebaut. Dazu wird die

Fettsäure zunächst an Coenzym A gebunden und dann am C-Atom 3 schrittweise oxidiert. Im

letzten Schritt wird unter Bindung eines neuen CoA ein Acetyl-CoA abgespalten. Zurück bleibt eine

um zwei C-Atome verkürzte Fettsäure, die einem neuen �-Oxidations-Zyklus unterworfen werden

kann. Auch hierbei wird wieder Acetyl-CoA abgespalten und der Prozess so lange wiederholt, bis

die gesamte Kette zu Acetyl-CoA abgebaut wurde (bei geradzahligen Fettsäuren) oder aber ein

Propionyl-CoA übrig bleibt. Das gebildete Acetyl-CoA wird dann in den Citrat-Zyklus eingeschleust

und dort letztlich zu CO2 und Wasser umgesetzt.

��Phospholipide

Lipide müssen nicht völlig unpolar sein, es können auch polare Gruppen, beispielsweise

Phosphatreste, enthalten sein. Diese Moleküle bezeichnet man als Phospholipide. Die meisten

Phospholipide gehören zur Gruppe der Phosphoglyceride. Hier sind an einem Glycerinrest - im

Gegensatz zu den Neutralfetten - nur zwei Fettsäuren gebunden. Die dritte OH-Gruppe trägt einen

Phosphatrest, der mit einer Alkohol-Komponente (z. B. Cholin, Ethanolamin) verestert ist.

Ist, wie in der Abbildung dargestellt, ein Cholin-Molekül gebunden, handelt es sich um ein Lecithin.

Die Membranen in den Zellen sind überwiegend aus Phospholipiden aufgebaut

50


Zellmembran

Biologische Membranen bestehen überwiegend aus Doppelschichten von Phospholipiden. Die

Membranen trennen in der Regel zwei wässrige Lösungen, beispielsweise bei der Zellmembran

das Cytoplasma der Zelle von der "Außenwelt".

Die Lipide sind so angeordnet, dass die

unpolaren Kohlenwasserstoffreste sich

zusammenlagern, die polaren Gruppen

weisen ins Innere der Zelle bzw. nach außen.

In die Lipid-Doppelschicht der Zellmembran sind

Proteine eingelagert. Diese können u. a. die

Membran durchdringen (z.B. Ionenkanäle,

Transportproteine).

sonstige Lipide

Außer den Neutralfetten und den Phosphoglyceriden treten im Organismus, besonders in den

Membranen, weitere Lipide auf.

Auch Cholesterin wird zu den Lipiden gezählt,

da es sich hierbei ebenfalls um eine unpolare

biogene Substanz handelt - auch wenn hier ein

völlig anderer chemischer Aufbau vorliegt.

Wachse

Bei den (echten = natürlichen) Wachsen handelt es sich um Ester aus Fettsäuren und langkettigen

Alkoholen (Fettalkoholen). Wachse können von Pflanzen oder Tieren gewonnen werden.

Bienenwachs besteht vor allem aus Estern des Myricylalkohols (1-Triacontanol, C 30H 61OH).

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Seife - Waschmittel

Ausgangstoffe für die Seifenherstellung sind vor allem verschiedene pflanzliche Fette und Öle,

sowie in geringem Maße auch tierische Fette.

Die Fette werden unter Zugabe von Natron- oder Kalilauge längere Zeit gekocht. Man nennt

diesen Vorgang Seifensieden. Dabei reagieren die Fette mit der Natron- oder Kalilauge zu

Glycerin (Propantriol) und Seifen [Natrium(Kalium)salze von Fettsäuren]. Von diesem Verfahren

stammt auch der Ausdruck Verseifung.

Durchführung:

Etwa 10 g Kokosfett werden im 200 ml Becherglas langsam erhitzt. Nach und nach werden vorsichtig unter

ständigem Rühren 10 ml 25%ige Natronlauge hinzu gegeben.

Diese Mischung lässt man noch 20 Minuten unter ständigem Umrühren bei geringer Wärmezufuhr weiter

sieden. Dabei ist darauf zu achten, dass das verdampfende Wasser durch destilliertes Wasser ersetzt wird.

Anschließend wird der Inhalt des Becherglases in ein Becherglas mit gesättigter Kochsaltlösung gegeben.

Die entstehende Seife sammelt sich an der Oberfläche und kann abgeschöpft werden.

Nach der Zugabe von Duft- und/oder Farbstoffen wird sie zum Trocknen in eine Form gepresst.

Besondere Hinweise:

Schutzbrille aufsetzen!

http://dc2.uni-bielefeld.de/dc2/haus/tenside.htm#seifen

52


Fette werden beim Verseifen in Glycerin und Seife (Natriumsalze von Fettsäuren) gespalten.

gelb: „Schwänzchen“: lipophiler (hydrophober) Teil - mit Affinität zu unpolaren Gruppen (Fett ...)

blau/grün: „Kopf“: hydrophiler Teil: durch Ladung und Polarität der Carboxylgruppe

�� Waschwirkung von Seife (Tensiden)

53

An der Wasseroberfläche ragt der

hydrophile Teil von Tensiden in das

Wasser, der hydrophobe Teil ragt aus dem

Wasser.

Im Wasser bilden die Tensid-Moleküle

sog. Micellen. Die hydrophoben Teile

ragen ins Innere der Micelle, die

hydrophilen Teile in das Wasser.

Die Waschwirkung von Seifen (Tensiden) beruht auf folgenden Eigenschaften:

�� Herabsetzung der Oberflächenspannung des Wassers

Herabsetzung der Oberflächenspannung erleichtert die Benetzung des Gewebes und

leichteres Eindringen der Waschlauge - als Voraussetzung für den Waschvorgang.

�� Emulgier- und Suspendiervermögen

Die waschaktive Substanz umgibt in monomolekularer Schicht z.B. ein Öl/Fetttröpfchen und

emulgiert es.

�� Schmutztragevermögen

Das Wiederaufziehen des bereits abgelösten Schmutzes wird verhindert.

�� Die Schaumkraft dagegen ist kein spezifisches Merkmal der Waschkraft.


54

Der Wassertropfen zerfließt durch

Herabsetzung der Oberflächenspannung

Die Fetttröpfchen (der Schmutz) werden zerteilt

und in der Seifenlösung emulgiert.

Der Schmutz kann von der Waschlauge

weggespült werden.

http://www-oc.chemie.uni-regensburg.de/OCP/div/ChemieAlltag/Waschmittel.pdf

Nachteile von Seife:

�alkalische Wirkung

�Säure- und Härteempfindlichkeit

- je härter das Wasser, desto geringer ist die Waschwirkung von Seife.

In hartem Wasser bildet sich Kalkseife (Ca/Mg-Salze der Fettsäuren).

Außer der verminderten Waschwirkung hat die Bildung von Kalkseifen

einen weiteren Nachteil. Sie setzen sich im Gewebe ab und machen

damit die Wäsche hart und grau

Aus diesen Gründen werden Seifen nicht mehr in Waschmitteln verwendet, sondern zumeist nur

mehr als Handseifen, Schmierseifen u. ä.

�� Moderne Waschmittel

http://www.tgs-chemie.de/waschmittel.htm

http://www.uni-essen.de/chemiedidaktik/S+WM/Tenside/Tenside2.htm

http://www.uni-bayreuth.de/departments/ddchemie/experimente/effekt/photo_tenside.htm

Waschmittel sind aus verschiedenen, funktionellen Bestandteilen (Tensiden, Wasserenthärtern

und Bleichmitteln) zusammengesetzt:

Tenside:

Heute setzt man zum Waschen fast nur noch synthetische Tenside ein. Ihre Moleküle enthalten

keine hydrophile COO - -Gruppe wie die Seifen, so dass sie in Wasser nicht alkalisch wirken und

auch keine Kalkseifen bilden. Je nach Ladung dieser hydrophilen Gruppe unterscheidet man

�� anionische,

�� kationische

�� nichtionische Tenside.

Anionische Tenside bilden negativ gelandene Ionen und finden in Waschmitteln für alle Textilien

Verwendung.


Kationische Tenside bilden positiv geladene Ionen. Sie besitzen keine große Waschwirkung,

haften jedoch gut am Gewebe und verhindern die elektrostatische Aufladung von Textilien,

weshalb sie Weichspülern und Wollwaschmitteln zugesetzt werden.

Nichtionische Tenside zerfallen nicht in Ionen. Die hydrophilen Gruppen dieser Tenside enthalten

vielfach Hydroxy-Gruppen (OH-Gruppen) oder andere, gut wasserlösliche Gruppen. Diese Tenside

werden neben Textilwaschmitteln vor allem auch in Spülmitteln und anderen Haushaltsreinigern

verwendet.

�� Anionische Tenside

�Fettalkoholsulfat

Dodecylalkohol + Schwefelsäure + NaOH (= Natriumlaurylsulfat)

Anionische Tenside

(Aniontenside)

Kationische Tenside

(Kationtenside)

nichtionische Tenside

amphotere Tenside

= zwitterionische Tenside

(Amphotenside)

------C12-C14-------OH + HO-SO3H -> -----C12-C14--------O-SO3 - Na + + H2O

H 3C O SO 3 - Na + Natriumsalz von Dodecylsulfat

(= Ester aus Dodecylalkohol

und Schwefelsäure)

�Alkylbenzolsulfonat: (LAS: lineare Alkylbenzolsulfonate)

lineares Alkylbenzolsulfonat

stark verzweigtes Alkylbenzolsulfonat (=> biologisch schwer abbaubar)

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�� weitere Bestandteile eines modernen Waschmittels

KOMPLEXBILDNER

FRÜHER: POLYPHOSPHATE

Wegen Eutrophierung Substitution durch

�� Nitrilotriacetat

�� Natriumaluminiumsilicat (Zeolit) "SASIL

Während bis in die 70er Jahre in deutschen

Waschmitteln das umweltschädigende

Pentanatriumtriphosphat (PNT) als

Wasserenthärter verwendet wurde, welches

über das Abwasser zu einem übermäßigen

Algenwachstum in Flüssen und Seen führt

(Eutrophierung), wird heute auf diese Form der

Wasserenthärtung verzichtet (phosphatfreie

Waschmittel). Als Ersatz wird Vollwaschmitteln

das sogenannte Zeolith A (ein

NatriumaluminiumSilicat, Bild ) zugesetzt. Dies

sind Kristalle mit Hohlräumen, in denen sich

Natrium-Ionen befinden. Sie werden beim Waschen durch Calcium- und

Magnesium-Ionen ausgetauscht:

BLEICHMITTEL z.B. gegen Obst- und Rotweinflecken

Perborat: - spaltet Wasserstoffperoxid ab:

NaBO 2 .H 2 O 2 .3H 2 O ----------> NaBO 2 + H 2 O 2 + 3 H 2 O

STABILISATOREN Verhindern die unkontrollierte Zersetzung des Perborats durch

Komplexierung der Schwermetallionen: Ethylendiamintetraacetat

VERGRAUUNGSINHIBITOREN verhindern das erneute Festsetzen des abgelösten und dispergierten

Schmutzes auf der Faser („Grauschleier“)

z. B. Carboxymethylcellulose CMC, wirksam bei Naturfasern

KORROSIONSINHIBITOREN zum Schutz der Waschmaschinenteile gegen die Waschlauge (z.B.

Wasserglas

SCHAUMREGULATOREN früher: "gut geschäumt ist halb gewaschen" aber: Nachteil in der

Waschmaschine („überschäumen“)

OPTISCHE AUFHELLER "Blaustrahler": Umwandlung von UV in sichtbares Licht "weißer als

weiß"

ENZYME Proteasen bis 65°C wirksam (bauen Eiweiß ab!)

Weitere Links im Internet:

Geschichte der http://www.uni-essen.de/chemiedidaktik/S+WM/Geschichte/IndexGe.htm

Seife

Herstellung von http://www.seifen.at/Kernseifen.htm

Seife

Experimente http://www.chemie.uniregensburg.de/Anorganische_Chemie/Pfitzner/demo/demo_ss04/waschmittel.pdfhttp://www.unibayreuth.de/departments/ddchemie/experimente/effekt/photo_tenside.htm

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