2009 Jahresbericht - Diakonie Schweinfurt

diakonie.schweinfurt.de

2009 Jahresbericht - Diakonie Schweinfurt

Jahresbericht

Diakonie

für

Menschen

www.diakonieschweinfurt.de

Gut umsorgt

älter werden

2009

Diakonisches Werk

Schweinfurt e. V.

Gymnasiumstraße 16

97421 Schweinfurt


Schweinfurt, im April 2010

JAHRESBERICHT 2009

Liebe Freunde der Diakonie Schweinfurt,

liebe Leserin, lieber Leser,

das Jahr 2009 liegt nun schon einige Zeit zurück. Es begann

mit einer Jahreslosung aus dem Lukasevangelium, die von

dem Unmöglichen und dem bei Gott Möglichen spricht. Wir

haben die uns von Gott gegebenen Möglichkeiten genutzt und

mit Gottes Hilfe so einiges möglich gemacht.

Der Schrecken der Finanzkrise saß uns schon in den Knochen,

aber die Auswirkungen konnten wir noch nicht benennen. Jetzt

ist vieles deutlicher erkennbar und der Schreck nimmt Gestalt

an. Was ermöglicht uns der Geldbeutel der öffentlichen Hand,

der Krankenkassen, der Landeskirche und unser eigenes Konto?

Wie werden die nächsten Verhandlungen auf allen Ebenen

für die Menschen ausgehen, die auf Hilfe angewiesen sind?

Das Losungswort Jesu Christi für dieses Jahr lautet: Euer

Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich

(Joh. 14). Ich erschrecke durchaus, wenn ich mir überlege, mit

wie wenig Steuereinnahmen wir, d. h. unser Land mit allen seinen

Aufgaben, über die Runden kommen soll.

In diesem Spannungsfeld bewegen wir uns, wenn wir mit beiden

Beinen auf der Erde all die Aufgaben bewältigen wollen,

2


die wir in den letzten Jahren begonnen haben, und wenn wir

all den Menschen ein guter Partner, Begleiter, Helfer und Mitmensch

sein wollen, die zu uns kommen, oder die wir besuchen.

Ich danke allen Mitarbeitenden der Diakonie Schweinfurt für

die so gute und erfreuliche Arbeit – ehrenamtlich, nebenamtlich

und hauptamtlich. Ich danke allen, die sich beteiligt haben, für

ihren Dienst, ihre Spende und ihr Gebet.

Und ich freue mich auf unser gemeinsames Wirken im

Jahr 2010.

Ihr

DIAKONISCHES WERK SCHWEINFURT

Jochen Keßler-Rosa

Diakonisches Werk Schweinfurt e. V.

Gymnasiumstraße 16

97421 Schweinfurt

Telefon: 09721 2087-0

Telefax: 09721 2087-120

E-Mail: geschaeftsstelle@diakonie-schweinfurt.de

Internet: www.diakonie-schweinfurt.de

Wir sind dankbar für jede Spende. Sie können uns inzwischen

auch unter www.diakonie-schweinfurt.de online spenden.

Bankverbindung und Spendenkonto:

Konto-Nr.: 582

BLZ: 793 301 11

Flessabank Schweinfurt

3


Stationäre Altenhilfe

Alten- und Pflegeheim Wilhelm-Löhe-Haus

mit Tagespflege und Betreutem Wohnen

Umsatz: 5.500.000,- €

Mitarbeitende: 136

Stationäre Altenpflege in der Innenstadt mit pflegerischen Spezialkenntnissen

und offenen Angeboten.

Pflegezentrum Maininsel

Umsatz: 3.700.000,- €

Mitarbeitende: 88

Stationäre Altenpflege am

Mainufer mit herrlichem Blick

auf Schweinfurt; überwiegend

Einzelappartements

Paul-Gerhardt-Haus

Umsatz: 400.000,- €

Mitarbeitende: 2

Kostengünstige Wohnanlage mit 60 Appartements über

10 Etagen mit hauseigenem Schwimmbad

Theresienstift Bad Kissingen

Umsatz: 2.300.000,- €

Mitarbeitende: 58

Stationäre Altenpflege in großzügigen Räumen mitten in

Bad Kissingen

4


Seniorenhaus Kramerswiesen Oerlenbach

Umsatz: 1.500.000,- €

Mitarbeitende: 29

Neue Einrichtung der Stationären Altenpflege mitten in

Oerlenbach. Die Bewohner leben in vier Hausgemeinschaften

zusammen. Angeschlossen sind vier Wohnungen für rüstige

Senioren.

Ambulante Altenhilfe

Evangelische Sozialstation Schweinfurt Stadt

Umsatz: 1.100.000,- €

Mitarbeitende: 39

Häusliche Krankenpflege im

Stadtbereich mit Dittelbrunn und

Üchtelhausen.

Evangelische Sozialstation

Schweinfurt Land

Umsatz: 1.400.000,- €

Mitarbeitende: 44

Häusliche Krankenpflege im Landkreis Schweinfurt.

Diakoniestation Bad Kissingen

Umsatz: 290.000,- €

Mitarbeitende: 9

Häusliche Krankenpflege im Raum Bad Kissingen und in den

Bereichen Bad Bocklet, Burkardroth und Nüdlingen

5


Fachstelle für (pflegende) Angehörige

Schweinfurt Stadt und Land

Umsatz: 43.000,- €

Mitarbeitende: 1

Die Fachstelle berät Angehörige aus der Stadt und dem Landkreis

Schweinfurt rund um das Thema Pflegebedürftigkeit und

Demenz.

Modellprojekt Gerontopsychiatrische Vernetzung in der

Region Main-Rhön

Umsatz: 64.000,- €

Mitarbeitende: 1

Ziel ist es, Betreuung und Pflege

in gewohnter und vertrauter Umgebung

auch bei gerontopsychiatrischen

Erkrankungen möglichst

lange sicherzustellen.

Soziale Dienste und Beratung

KASA (Kirchliche Allgemeine

Sozialarbeit)

Umsatz: 280.000,- €

Mitarbeitende: 5

Soziale Dienste, Einzelberatung

und Hilfe, Fahrtenprogramm für

Senioren.

6


Psychosoziale Beratungsund

Behandlungsstelle,

Schweinfurt Stadt und Land

Umsatz: 380.000,- €

Mitarbeitende: 6

Suchtkranke bekommen neue

Perspektiven durch Rat und Therapie,

einzeln und in der Gruppe.

Offene Behindertenarbeit

Umsatz: 460.000,- €

Mitarbeitende: 6

Bildung und Freizeitgestaltung für Menschen mit Behinderung

unter Beteiligung von über 100 Ehrenamtlichen und Praktikanten.

Beratungsstelle für Schwangschaftsfragen

Region Main-Rhön

Umsatz: 290.000,- €

Mitarbeitende: 6

Information und Beratung, präventiv und im Entscheidungsnotstand,

in allen Fragen der Schwangerschaft, Sexualität und

Familienplanung.

Asylsozialberatung

Umsatz: 65.000,- €

Mitarbeitende: 1

Der Beratungsdienst für Flüchtlinge

und Asylbewerber in

Schweinfurt ist eine Einrichtung

der Diakonie Schweinfurt.

7


Wohnungslosenhilfe

Umsatz: 67.000,- €

Mitarbeitende: 2

Die meisten der durchreisenden wohnungslosen Menschen,

die zu uns zum Übernachten ins Adolf-von-Kahl-Haus kommen,

haben einmal ein normales, bürgerliches Leben geführt.

Bahnhofsmission

Umsatz: 22.000,- €

Mitarbeitende: 5

Die evangelische und katholische Bahnhofsmission gibt Auskünfte

und unterstützt bei Verständigungsschwierigkeiten.

Ehe-, Familien- und Lebensberatung

Umsatz: 18.000,- €

Mitarbeitende: 2

Das Beratungsangebot unterstützt Menschen bei der Lösung

von Problemen, wenn diese mit ihren eigenen Bemühungen

nicht mehr weiter kommen.

Sozialpsychiatrie

Sozialpsychiatrischer Dienst Bad Neustadt und

Bad Kissingen - Beratung und Begleitung

Tagesstätte Bad Neustadt und

Tagesstätte Bad Kissingen

8


Wohngemeinschaften in Bad Neustadt

Betreutes Einzelwohnen Bad Neustadt

und Bad Kissingen

Umsatz: 770.000,- €

Mitarbeitende: 14

Freizeithaus

Haus der Begegnung am Ellertshäuser See

Umsatz: 430.000,- €

Mitarbeitende: 9

In der idyllischen Landschaft am Ellertshäuser See im

Naturpark Haßberge unweit der Stadt Schweinfurt, liegt die

Evangelische Jugendtagungsstätte „Haus der Begegnung“

direkt oberhalb des Seeufers.

9


10

Impulse/Neues in der Altenhilfe

Wie will ich wohnen, wenn ich älter bin?

Diese Frage ist sicherlich nicht ganz leicht zu beantworten. Wir

alle haben unsere persönlichen Vorstellungen und Ansprüche,

wie und wo wir unseren Lebensabend verbringen wollen. Viele

Menschen möchten natürlich in ihren eigenen vier Wänden, so

lange wie möglich, leben. Dies ist meist auch möglich – mit

Hilfe und Unterstützung der Pflegekräfte der Diakonie-Sozialstationen.

Die Mitarbeitenden decken alle gewünschten und

notwendigen Leistungen in hervorragender Qualität ab. Sie

betreuen kompetent, fachkundig und liebevoll – bis zu dem

Tag, an dem klar wird, dass aufgrund der Pflegebedürftigkeit

ein Heimaufenthalt zu bedenken ist. Dann ist der ältere Mensch


auf fachmännische Hilfeleistung angewiesen, die aus verschiedensten

Gründen nicht mehr zu Hause gewährleistet werden

kann. Jetzt ist der Umzug in ein Pflegeheim notwendig. Doch

welches Haus ist das Richtige? Ein kleines Haus auf dem Land

oder doch lieber in der Stadt? Entscheidend für die spätere

Zufriedenheit ist ein Vergleich der stationären Einrichtungen. In

den Pflegeheimen der Diakonie steht die Lebensgeschichte jedes

Einzelnen im Mittelpunkt. Die Betreuung orientiert sich an

den Bedürfnissen und Wünschen des pflegebedürftigen Menschen.

Wohnortnahe Unterbringung ist ein wichtiger Faktor,

denn der soziale Bezug ist besonders im Alter wichtig. Für den

Pflegebedürftigen ist Heimat dann gerade wichtig, wenn er auf

Hilfe von außen angewiesen ist. Daher binden wir Angehörige

und nahestehende Menschen so weit wie möglich in den Alltag

ein. Ehrenamtliche Mitarbeitende unterstützen die Pflegefachkräfte,

um in den diakonischen Häusern die Menschenfreundlichkeit

Gottes spürbar werden zu lassen. Wir bieten vielfache

Möglichkeiten, das Alter zu erleben. Begleitete Ausflüge, Feste

feiern, Musiknachmittage, Backen, Kochen oder auch das Gedächtnistraining

– für jeden Bewohner ist etwas dabei. Vielleicht

ist eines unserer „großen“ Häuser in Kitzingen oder in

der Schweinfurter Stadtmitte, wie unser Wilhelm-Löhe-Haus

oder auch das Haus auf der Maininsel, der richtige Ort, um das

Leben im Alter zu genießen. Oder man denkt an Bad Kissingen

– die bekannteste Kurstadt Deutschlands. Im Theresienstift

oder auch im Katharinenstift erleben Bewohner „Kissinger

Flair“. Eine neue Wohnform bieten wir in Oerlenbach an. Hier

bietet das Seniorenhaus Kramerswiesen in kleinen Wohngruppen

die Möglichkeit, in der Gemeinde und im Bezug zu den

Nachbarn, das Alter zu verbringen. Nutzen Sie die Zeit und

besuchen Sie „rechtzeitig“ die Pflegeheime, damit Sie sich ein

Bild machen können. In den Einrichtungen und Diensten der

Diakonie Schweinfurt e. V. wird mit Herz und Verstand gepflegt

und die Selbstbestimmung im Alter groß geschrieben!

Barbara Mayerhofer

11


12

Jubiläen 2009

Treue Mitarbeiter prägen die Diakonie:

Rosemarie Seßner, Leiterin der Geschäftstelle

40 Jahre, Jubiläum am 07.10.2009

Renate Link, Sekretariat des Vorstands

40 Jahre, Jubiläum am 01.07.2009

Elke Stadtler, Evang. Sozialstation Schweinfurt-Land

(Sennfeld), 30 Jahre, Jubiläum am 01.09.2009

Vier in den Ruhestand

2010 - Ein Jahr des Abschieds

Das Jahr 2010 bringt einen großen personellen Wechsel

und damit bedeutende Veränderungen für die Diakonie

Schweinfurt.

Diakon Günter Gundel, Klaus Wanka, Herbert Rupp und nicht

zuletzt Renate Link gehen nach Jahrzehnten der Zugehörigkeit

und Mitarbeit in den Ruhestand.

Gemeinsam ist ihnen, dass sie auf ihre Weise das diakonische

Handeln positiv geprägt und weiter entwickelt haben.


Diakon Günter Gundel leitete 20 Jahre das

Wilhelm-Löhe-Haus, das Paul-Gerhardt-Haus

und seit der Eröffnung vor 8 Jahren das

Pflegezentrum Maininsel. Er hat die Altenhilfe

in Schweinfurt entscheidend geprägt und

mit seinem großen Herzen für pflegebedürftige

Menschen sehr viel Gutes getan.

Klaus Wanka war 37 Jahre in der kirchlichen allgemeinen

Sozialarbeit tätig und seit 10 Jahren

hier Leiter. Die sozial Schwächeren in unserem

Land waren seine Klienten und fanden Rat und

Hilfe, besonders die Wohnungslosen waren ihm

wichtig. Ohne ihn gäbe es kein Adolf-von-Kahl-

Haus und keine Tafel-Arbeit in Schweinfurt.

Herbert Rupp gilt als „Vater“ der Offenen Behindertenarbeit

in der Region. Vor 35 Jahren begann

diese vielfältige Bildungs- und Integrationsarbeit

mit dem Ergebnis eines hervorragenden

Angebotes für Menschen mit und ohne Behinderung

in einer wegweisenden Zusammenarbeit

von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen.

Renate Link hielt über 40 Jahre die Stellung

im Büro der Geschäftsführung und des Vorstandes,

23 Jahre mit Franz Lauerbach und

18 Jahre mit Jochen Keßler-Rosa sorgte sie für

Stabilität und vor allem auch guten schriftlichen

Ausdruck.

13


14

Umsatzverteilung nach Bereichen 2009

Umsatzentwicklung 1999 - 2009


Entwicklung der Bilanzsumme

Spendenaufkommen 2004 - 2009

15


Freiwilliges Engagement in der Diakonie Schweinfurt

Die Diakonie hat sich in den letzten Jahrzehnten rasant

entwickelt. Das helfende Handeln im Kontext des christlichen

Glaubens, im Rahmen der Kirche und im Rahmen der

staatlichen Gesetzgebung hat dazu geführt, dass nun zwei

Stränge diakonischen Handelns erkennbar sind:

1.

16

Die Einrichtungen und Dienste, die sich im Bereich der

Altenhilfe, der Behindertenhilfe und der Kinder- und

Jugendhilfe im sozialen Markt selbstständig bewegen

können und müssen (Heime, Pflegedienste, Tagesstätten).

2. Die Dienste, Stellen und Projekte, die zwar sozial notwendig,

aber nicht „marktfähig“ und damit nicht sicher

finanzierbar sind.

Für beide gelten folgende Überlegungen: Aufgabe des Diakonischen

Werkes ist es, für Menschen in Not tätig zu sein.

Dieser Auftrag geht weit über das hinaus, was an Aufgaben

und Tätigkeiten durch öffentliche Zuschüsse oder Einnahmen

am Markt zu finanzieren ist. Deshalb müssen alle

Potentiale genutzt werden.

Die wichtigsten Ressourcen der Diakonie sind die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter. Hier sind neben den hauptamtlich

Beschäftigten auch die Ehrenamtlichen gemeint, die in verschiedenen

Bereichen das Diakonische Werk mitgestalten und

wichtige Aufgaben übernehmen, wie z. B.:

� ehrenamtliche Funktionsträger im Verwaltungsrat und in

Vereinsvorständen;

� Menschen, die sich im Sinne des „Klassischen Ehrenamtes“

über lange Zeiten hinweg engagieren;

� Menschen, die projektbezogen interessante Tätigkeiten ver-

antwortungsvoll zum Nutzen der Menschen in Not, aber

auch aus Freude an der Tätigkeit übernehmen (sog. neues

Ehrenamt);


� Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit Aufwandsentschä-

digung eine anspruchsvolle und schwierige Tätigkeit über-

nehmen, für die sie zunächst entsprechend geschult werden

müssen.

Die Diakonie kann auf keine dieser Mitarbeiterinnen- und Mitarbeitergruppen

verzichten. Über das hauptamtliche Personal

werden solche Hilfsnetze und Strukturen dauerhaft gesichert

und weiterentwickelt.

Das Schaffen ehrenamtlicher Einsatzmöglichkeiten ist

notwendig:

� um die Qualität unseres Angebots zu steigern.

In vielen Diensten und Einrichtungen wird ehrenamtliches

Engagement ein wichtiges Unterscheidungs- und Qualitäts-

merkmal zu anderen Anbietern werden. Gerade im Bereich

der stationären und ambulanten Altenhilfe ist der Wunsch

nach Gesprächen und Aktivitäten allein mit hauptamtlichem

Personal nicht mehr zu leisten. Die Betreuung älterer

Menschen, die in der Vergangenheit von Angehörigen

geleistet wurde, muss heute mehr und mehr durch ein

soziales Netzwerk vor Ort und in den Einrichtungen ergänzt

werden.

� um den vielen Menschen, die sich in ihrem sozialen

Nahraum für andere engagieren wollen, geeignete

Einsatzfelder zu bieten.

Durch die Förderung des freiwilligen Engagements „unterstützen

wir ein lebendiges demokratisches Gemeinwesen

und damit die Grundlage gegen Machtmissbrauch und

autoritäre Strukturen“ (Zitat: Konzept-Papier der EKD).

Laut den Befragungen des Freiwilligensurvey 2004 sind

30% der Menschen ab 14 Jahren in Bayern, die bisher

nicht aktiv waren, bereit, sich künftig ehrenamtlich zu

engagieren.

17


� weil sich komplexe soziale Probleme mit hauptamt-

licher Arbeit alleine nicht mehr bewältigen lassen.

Freiwilliges Engagement ist eine sinnvolle Ergänzung professioneller

Arbeit. Die Hilfesuchenden haben häufig mit mehreren

Problemen zu kämpfen, wie z. B. psychischen Erkrankungen,

Sucht, Arbeitslosigkeit und/oder der Vereinsamung.

� weil eine starke Ehrenamtsarbeit der Diakonie ein

flexibleres Reagieren auf soziale Entwicklungen

ermöglicht.

Es wird immer wichtiger, auf Entwicklungen und Notlagen unabhängig

von Förderkulissen und staatlichen Regelungen eingehen

zu können.

In der Wahrnehmung der Arbeit der Diakonie, nach innen wie

auch nach außen, werden vorrangig die hauptamtlich Tätigen

wahrgenommen. Um dies zu ändern, ist es uns wichtig,

ehrenamtliches Engagement klarer zu erfassen und die Rahmenbedingungen

klarer zu beschreiben. Es soll gelten: Ein/e

ehrenamtliche/r Mitarbeiter/in ist:

� wer sich zu den Zielen des Diakonischen Werkes bekennt,

� wer in diesem Sinne in Kooperation und im Auftrag einer

Einrichtung oder einem Dienst der Diakonie tätig ist

� und dies regelmäßig und nicht nur einmalig oder kurzfristig

tut.

Der Status der ehrenamtlichen Mitarbeiterin und des ehrenamtlichen

Mitarbeiters drückt sich auch darin aus, dass ein Mitarbeiterbogen

erstellt und eine Beauftragung formuliert wird.

Soweit der Beschluss des Verwaltungsrates der Schweinfurter

Diakonie.

Das Freiwillige Engagement wurde in 2009 konsequent weiter

entwickelt, so dass Anfang 2010 die erste bayerische Ehrenamtsakademie

gegründet werden konnte.

18


Die Ehrenamtsakademie

der Diakonie Schweinfurt will ehrenamtlich Mitarbeitende in

den vielfältigen sozialen Arbeitsbereichen motivieren, vorbereiten

und unterstützen. Sie will Begabungen entfalten und solidarisches

Handeln verstärken.

Grundgedanke ist, die Fortbildungsangebote der diakonischen

Einrichtungen und Dienste zu vernetzen und diese mit den

Angeboten des Evangelischen Bildungswerkes zu verknüpfen.

Ehrenamt, freiwilliges Engagement – das ist eine Chance

für jeden Einzelnen, sich einzumischen und mitzugestalten.

Freiwilliges Engagement ist nicht nur Hilfe für Andere, sondern

auch persönliche Weiterentwicklung. Die Ehrenamtsakademie

bietet neben attraktiven Qualifizierungsmöglichkeiten auch

organisationsübergreifenden Erfahrungsaustausch für haupt-

und ehrenamtlich Mitarbeitende. Sie steht auch Interessierten

außerhalb der Diakonie offen.

Sie können das Programm 2010 jetzt downloaden:

www.diakonie-schweinfurt.de/dokumente/flyer/ehrenamts

akademieprogramm2010.pdf

19


20

Armut in Schweinfurt – Lösung Sozialpass?

Ja, wir haben Menschen, die arm sind, in unserer Nachbarschaft.

Die Statistiken legen nahe, dass es mindestens jeder

siebte Bewohner der Stadt Schweinfurt ist. Die Zahl der Kinder

ist höher. Es ist mindestens jedes fünfte Kind. In der Region

um die Stadt könnten die Zahlen niedriger liegen. Wenn es halb

so viele sind, dann sind es immer noch Tausende!

Wir tun gut daran, diese Menschen und ihre Lebensumstände

wahrzunehmen und uns Gedanken zu machen, welchen

Beitrag wir leisten können, damit arme Mitmenschen Lebensmut

und Perspektive bekommen. Andererseits: Es verhungert

niemand. Aber: Reicht das, und welches Zeichen setzt unsere

Gesellschaft, wenn uns das genügt? Wie entwickeln sich junge

Leute, die doch später mal unsere Rente erarbeiten sollen?

Was tun Menschen, die keine Perspektive für sich sehen? Auf

welche Gedanken kommen sie? Arme Menschen sind nicht

leicht zu erkennen und zu sprechen, oft auch deshalb, weil sie

eben nicht teilnehmen können - aber es ist wichtig zu wissen,

wie sie denken. Sozialarbeiter/innen der Beratungsdienste

können mehr erzählen. Sie erleben täglich, was es bedeutet,

jeden Cent nicht nur sprichwörtlich zwei Mal umzudrehen, und

was das aus dem Menschen macht.

Erfreulich sind die zahlreichen Aktionen und vielen Mitmenschen,

die Projekte beginnen und sich ehrenamtlich und hauptamtlich

einsetzen. Darunter sind viel Pädagoginnen, „Tafel“-Mitarbeitende

und Andere. Und auch die öffentliche Hand tut so einiges

bis hin zur verstärkten Sozialarbeit an Schulen, die auch Eltern

im Blick hat. Dass es allerdings bisher zu wenig war, erleben

sozial Engagierte täglich. Es geht um Teilhabe, um Integration

und Inklusion von Menschen, die verloren gegangen sind oder

verloren gehen.


Wenn es uns nicht bald gelingt, jede Polemik und Eitelkeit,

Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit aus der Diskussion zu

verbannen und unsere Energie dafür zu verwenden, dass sich

unsere respektvolle solidarische Fürsorge auf Lösungswege für

arme Menschen konzentriert – ehrenamtlich und hauptamtlich

– dann wird es ungemütlich werden und sehr viel teurer. Dazu

braucht es ein Zeichen der Öffentlichkeit. Das kann eine Art

Pass oder Ausweis sein, der Armen die Möglichkeit gibt, auch

mit sehr wenig Geld am öffentlichen Leben teilzunehmen. Ich

bin sicher, dass es sehr kostengünstige Wege gibt, wenn sich

nur mal die Ober- und anderen Bürgermeister/innen mit Sozialarbeiter/innen

ernsthaft zusammensetzen und Ideen austauschen.

Die Legende von den Millionen-Kosten und dem neidischen

Zorn derer, die keine Vergünstigung bekommen, gehört

zur genannten Polemik und kann nicht die entscheidende Rolle

spielen, denn ein Schwimmbad verursacht nicht deshalb ein

größeres Defizit, weil ein paar Leute einen geringeren Eintritt

zahlen.

Und übrigens: Den einen oder anderen Schmarotzer und Schlawiner

hält unsere Solidargemeinschaft schon aus - ich kenne

da noch ganz andere „Größen“ fern jeder Armut.

Jochen Keßler-Rosa,

PS: Über Armut in anderen Teilen unserer Welt ist an

anderer Stelle zu sprechen. Hier nur der Hinweis auf

„Brot für die Welt“ und die Diakonie Katastrophenhilfe.

21


Das Diakonische Werk Schweinfurt e. V.:

Gegründet im Jahre 1948

Mitglieder 240

Jahresumsatz 2009 21.000.000,- €

Jahresumsatz 2008 (17.900.000,- €)

Bilanzsumme 2009 28.000.000,- €

Bilanzsumme 2008 (26.000.000,- €)

Hauptamtliche Mitarbeiter 2009 520

Hauptamtliche Mitarbeiter 2008 (480)

Ehrenamtliche Mitarbeiter 2009 220

Ehrenamtliche Mitarbeiter 2008 (190)

Verwaltungsrat:

Klaus Eckhardt 1. Vorsitzender

Dekan Oliver Bruckmann 2. Vorsitzender

Hannelore Schäfer-Gärdes

Erna Rauscher-Steves

Gisela Balandat

Vorstand:

Jochen Keßler-Rosa

Geschäftsleitung:

Diakon Günter Gundel Stationäre Altenhilfe

Alex Iffert Behinderten- u. Altenhilfe

Elke Krug Soziale Dienste

Barbara Mayerhofer Stationäre Altenhilfe

Henrike Rudolf Jugendhilfe

Thomas Schwarz Controlling

Rosemarie Seßner Geschäftsstelle

Inge Stephan Ambulante Altenhilfe

22


Unsere Partner mit dem Auftrag

zur Verwaltung und Geschäftsführung

Jahresumsatz 2009

Diakonisches Werk Kitzingen e. V. 6.700.000 €

Diakonisches Werk Bad Kissingen e. V. 2.100.000 €

Diakonisches Werk Bad Neustadt e. V. 1.900.000 €

Diakonisches Werk Haßberge e. V. 1.500.000 €

Diakonieverein Lauertal e. V. 900.000 €

Lebenshilfe für geistig Behinderte

Bad Kissingen e. V. 3.000.000 €

Haus Gottesgüte e. V., Oberlauringen 3.100.000 €

Diakonieverein Willmars e. V. 2.000.000 €

Haus Marienthal e. V. 500.000 €

Evang. Gemeindeverein Sennfeld e. V. 400.000 €

Gruneliuskindergarten e. V., Oberlauringen

sowie weitere Diakonievereine und Stiftungen

und die Haus Marienthal gGmbH

190.000 €

23


Diakonie - Wir sind dort wo uns Menschen brauchen

Diakonie Schweinfurt ist:








Ort der Hilfe und Begleitung

Teil der Gesellschaft und ihrer sozialen Entwicklung

Forum für Ehrenamtliche und Hauptamtliche

Bindeglied zwischen Starken und Schwachen

Brücke zwischen Kirchennahen und Kirchenfernen

Raum für Initiativen zu Gunsten Benachteiligter

Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber

Fotos: Diakonie Bayern, Peter Klopf, OBA

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine