Auftragserfüllung auf Anhieb - Logistikbasis der Armee LBA - admin.ch

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Auftragserfüllung auf Anhieb - Logistikbasis der Armee LBA - admin.ch

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AAA – Auftragserfüllung auf Anhieb

«Stark und zuverlässig» 4

WEF-Einsatz Log Ber Kp 104-2/10

Achter Jahresrapport 8

In diesem Jahr in Schwyz

Auch Verantwortung übernehmen 11

Frauen in der Armee


Editorial

Auftragserfüllung auf Anhieb

«Der Wechsel allein ist das Beständige» – Einmal mehr trifft

dieses Zitat des deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer mit-

ten ins Schwarze. Am 1. Februar 2011 durfte ich das Kommando

der Logistikbrigade 1 übernehmen, nachdem der Bundesrat den

ehemaligen Brigadekommandanten, Brigadier Melchior Stoller, per

1. Januar 2011 zum Kommandanten des Lehrverbands Logistik er-

nannte. Meine neue Herausforderung nehme ich mit viel Freude,

Lernbereitschaft und Respekt vor der grossen Verantwortung an. Ich

freue mich insbesondere auf interessante und bereichernde Begeg-

nungen mit den Kadern und Soldaten in unserer Brigade.

Um die Beständigkeit trotz des Wechsels sicherzustellen, werde ich

mich im laufenden Jahr an den Vorbereitungen und an der hervorragenden

Arbeit meines Vorgängers orientieren. Tatkraft, Tun, Einsatz

und Initiative, diese Tugenden bleiben auch in meiner Kommandozeit

uneingeschränkt gültig. Zudem gelten für mich folgende

drei Schwerpunkte:

1. Die Auftragserfüllung auf Anhieb (AAA) steht im Zentrum und

hat überall oberste Priorität.

2. Zur Sicherstellung der Grundbereitschaft müssen wir …

a. auf allen Stufen die Besten als Kader gewinnen,

b. die Ausbildungsinhalte aus den Modulbausteinen korrekt

ausbilden,

c. die Wiedererstellung der Einsatzbereitschaft des Materials

(WEMA) vorbildlich sicherstellen,

d. die Truppenkörperstäbe intensiv mit Stabsrahmen- und

Volltruppenübungen trainieren.

3. Alle Kader und Soldaten engagieren sich in ihren

Kompetenzbereichen für Ordnung, für tadelloses

Auftreten und für einen friktionslosen Dienstbetrieb.

Zu unseren Aufträgen gehört auch die Unterstützung der

logistischen Leistungserbringung der Logistikbasis der Armee

(LBA). Die Logistikbrigade 1 ist Teil der LBA und darauf bin ich

sehr stolz. Unsere Maxime ist daher, die LBA in ihrer sehr schwierigen

Arbeit mit unseren Mitteln optimal zu unterstützen. Der Chef

LBA, Divisionär Daniel Baumgartner, hat den Slogan „Gemeinsam

zum Erfolg“ zum neuen Motto der LBA erklärt. Wir sind Teil dieser

Gemeinschaft und deshalb gilt dieses Motto auch für die Logistikbrigade

1.

Als ehemaliger Chef Ausbildung (J7) liegt mir natürlich die Ausbildung

besonders am Herzen. Ich erwarte, dass ausgebildet wird, was

auszubilden ist und nicht, was gerne ausgebildet wird. Die Ausbildungsinhalte

und die Vorgaben sind klar. Je weniger Ausbildungszeit

zur Verfügung steht, desto wichtiger ist die Priorisierung. Fo-

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kussieren wir uns also auf wenige Kerninhalte wie die Handhabung

der persönlichen Waffe, den Wachtdienst sowie wenige, ausgewählte

Fachbereiche und erreichen dort Tiefe, statt auf Kosten der Qualität

von allem etwas machen zu wollen. Für mich ist in der Ausbildung

auch der Drill anzuwenden. Den Auszubildenden ist bei allen

Lektionen aufzuzeigen, wozu die Inhalte und die Methode, also der

Drill, nötig sind. Dann ist auch das Verständnis gegenüber den Aufträgen

und den Kadern höher.

Meinerseits will ich gewährleisten, dass die Angehörigen der Logistikbrigade

1 optimale Rahmenbedingungen haben und deshalb werde

ich zusammen mit meinem Stab alles daran setzen, die Kommandaten

so gut wie möglich zu unterstützen. Darum ist es mir wichtig,

jede Möglichkeit zu nutzen, um zu erfahren, was in unserer Brigade

gut läuft und wo allenfalls weshalb Sand im Getriebe ist. Ich werde

nicht zu Ihnen kommen, um Fehler zu finden, sondern um Sie zu unterstützen

und Wege zu finden, damit wir zusammen besser werden.

Wenn Sie nicht reüssieren, dann ist auch mir der Erfolg verwehrt!

Anlässlich von Ausbildungen, Übungen, Inspektionen und Besuchen

werde ich bei der Truppe präsent sein. Ich freue mich auf viele persönliche

Kontakte in unserer Brigade. Uns allen

wünsche ich viel Erfolg in der Erfüllung der

Aufträge. Jede und jeder unter uns muss in seinem

Verantwortungsbereich den nötigen Ehrgeiz

aufbringen, seine Verantwortung vollumgänglich

zu tragen. Auf dieser Basis lebt

auch unser Motto: GEMEINSAM ZUM

ERFOLG!

Ihr Brigadier Thomas Kaiser,

Kommandant Logistikbrigade 1


Inhalt

4 «Stark und zuverlässig»

WEF-Einsatz Log Ber Kp 104-2/10

8 «Gemeinsam zum Erfolg»

Achter Jahresrapport der Log Br 1 in Schwyz

11 Frauen übernehmen Verantwortung in Kaderfunktionen

Frauen in der Armee

12 Der Kontakt mit Menschen ist eine grosse Freude

Im Gespräch

14 Panzer als «König der Lüfte»

FDT 2010 Mob Log Bat 52

16 Die flotten Schrauber von Burgdorf

FDT 2010 Mob Log Bat 52

18 Asphalt statt Schnee: Ein Pistenfahrzeug auf Abwegen

FDT 2010 Mob Log Bat 52

19 Ein FDT mit Öffentlichkeitsauftrag

FDT 2010 Spit Bat 5

Impressum

armee.ch, die Zeitschrift für die Angehörigen der Log Br 1, erscheint zweimal jährlich

auf deutsch und französisch.

chste Ausgabe:

2/2011 Redaktionsschluss: 07.10.2011

Erscheint am: 01.12.2011

Herausgeber: Chef der Armee und Kommandant Log Br 1

Redaktion: Major Philippe Matter, Chef Kommunikation Log Br 1; Major Thomas Caduff,

Journalistof Log Br 1; Kdo Log Br 1, Worblentalstrasse 36, 3063 Ittigen

Übersetzungen: Sdt Michael Rossier, Stab Log Br 1

Gestaltung: Zentrum elektronische Medien (ZEM), Bern

Druck: W. Gassmann AG, Biel

Adressänderungen: Eingeteilte AdA schriftlich beim Sektionschef des Wohnorts.

Alle anderen schriftlich beim Kommando Log Br 1

Copyright: VBS, Bereich Verteidigung

Internet: www.logistikbrigade.ch

www.logistikbasis.ch

www.armee.ch

Inhalt

Titelbild

Mit vereinten Kräften …

(Foto: Sdt Adrian Gschwend, Mob Log Bat 52)

4 «Stark und zuverlässig»

WEF-Einsatz Log Ber Kp 104-2/10

8 Achter Jahresrapport

In diesem Jahr in Schwyz

11 Auch Verantwortung übernehmen

Frauen in der Armee

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4

WEF

Einsatz Log Ber Kp 104-2/10

«Stark und zuverlässig»

Die Logistik Bereitschaftskompanie 104-2/10 (Log Ber Kp 104-2/10) führte im Raum Davos/GR

anlässlich des World Economic Forum (WEF) 2011 einen subsidiären Einsatz aus. Sie besteht

schwergewichtig aus Motorfahrern, Verkehrssoldaten und Nachschubsoldaten. Darüber hinaus

waren auch Feldumschlaggerätefahrer (FUG Fhr), eine Küchenmannschaft und Personal der

rückwärtigen Dienste im Einsatz. Diese Zusammensetzung ist ideal, um die Aufgaben rund

und den Auf- und Abbau des WEF effizient zu erfüllen. Zudem stellt die Armee das Gros

des benötigten Materials zur Verfügung.

Nur wenn Profis zusammenarbeiten,

ist ein Einsatz wie

AE11 möglich!

armee.ch Logistikbrigade 1 1 / 11


Major i Gst Hannes Wiedmer,

ZSO Kommandant Log Br 1

Die Log Ber Kp 104 ist eine selbständige Formation innerhalb der Logistikbrigade

1 (Log Br 1). Diese Kp leistet schwergewichtig Aufträge

zugunsten der Logistikbasis der Armee (LBA) und im Falle des WEF

zugunsten der Kantonspolizei Graubünden (Kapo GR).

Neben Kompaniekommandanten (Kp Kdt) und Stellvertreter

(Stv) als Zeitmilitärs, besteht sie im Kader und der Mannschaft aus

Durchdienern verschiedenster militärischer Funktionen. Durch das

mit Hilfe der Angehörigen der Log Ber Kp erstellten Sicherheitsdispositivs

in Davos konnte zum Erfolg des diesjährigen WEFs beigetragen

werden.

Mission «ALPA ECO UNDICI» (AE11)

Für einige Angehörige der Log Ber Kp 104 begann der Einsatz zugunsten

des WEF 11 schon vor der Weihnachtspause im Dezember

mit der Unterstützung im Bereich Vorbereitung des rückwärtigen

Dienstes in der bekannten und wohlgerühmten Unterkunft, der

Thurgauer Höhenklinik in Davos.

Wieder andere Angehörige der Kp wurden an der Nach- und

Rückschub Schule 45 in Freiburg/FR zu FUG-Fahrern ausgebildet,

um während der AE11 sicherzustellen, dass die Arbeit nie zum Stehen

kommt.

Das Gros der Kp bereitete jedoch die Verschiebung von Kirchberg/BE

nach Davos vor, welche in den ersten Januartagen stattfand. In

zwei grossen Detachementen, das eine bestehend aus Fahrern, das andere

aus Nachschubsoldaten, verschob die Kp am 3. Januar 2011 nach

Davos. Die Fahrzeuge sowie der Grossteil des Materials wurden auf

die Standorte Thurgauer Höhenklinik und Chur/GR verteilt, wobei ein

Restbestand an nichtbenötigtem Material in Burgdorf/BE verblieb. Der

Start verlief relativ ruhig, da erster Arbeitsbeginn erst am Dienstagnachmittag

war. So verblieb genug Zeit für den Hauptfeldweibel, den

Dienstbetrieb zu regeln. Auch für die Soldaten hatte diese Verschnaufpause

ihre Vorteile, denn es blieb genug Zeit, mit der Übung AREA

(OL) Davos und seine wichtigsten Einrichtungen kennenzulernen.

Thurgauer Höhenklinik – fast wie zu Hause.

WEF

30 Kilometer Ter-Gitter und kein Ende in Sicht

Am Dienstagnachmittag begann die eigentliche Arbeit mit dem Aufbau

des Sicherheitsdispositivs in Davos und für Objekte in der näheren

Umgebung. Zuvor nahmen die Kader am Morgen mit den Verantwortlichen

von Seiten der Kapo GR und der LBA Kontakt auf,

um den Treffpunkt am Nachmittag festzulegen und den neuen Arbeitspartner

in einen ersten Augenschein zu nehmen.

Nach der Präsentation der Kompanie vor jenen Verantwortlichen

wurden zuerst einmal neue Arbeitshandschuhe gefasst, um so

zusammen mit dem in der Log Ber Kp 104 standardisierten «Exit

Pack» gut ausgerüstet die Arbeit aufzunehmen.

Als allererstes galt es, eines der schwierigeren Objekte, den «Stilli

Mountain Heliport», mittels Territorial-Gitter und Stacheldraht zu

härten. Die Arbeit ging rasch voran, trotz anfänglicher Verständigungsprobleme

aufgrund des Bündnerdialekts und den frankophonen

AdA. Die Kompanie wurde bald einmal von einer FDT-Sappeur

Kp unterstützt, die sich aber in erster Linie um Holzbauten wie den

Tower des Heliports kümmerte, währenddem die Aufbautrupps weitere

Objekte wie den Kurpark, das Zeughaus Frauenkirch oder das

Hotel Belvedere mit Kilometern von Gittern einhegten. Unsere FUG-

Fahrer (Feldumschlaggeräte) sowie LKW-Fahrer standen die ganze

Zeit im Einsatz, um den Nachschub an Material nicht versiegen zu

lassen. Vor allem diese AdA standen während der Aufbauphase in

Davos unter Dauereinsatz, da sie am Morgen als Erste losfuhren und

am Abend als Letzte zurückkamen, weil sie noch die täglichen Wartungsarbeiten

an den Fahrzeugen bewältigen mussten. Auch war oftmals

frühes Einrücken angesagt, da ihre Leistungen den Grundstock

für die erfolgreiche Weiterführung der Arbeiten waren.

Ab und zu gönnten sich die Bautrupps aber gern eine Pause, da

sich viele, trotz der neuen Arbeitskleidung wie Gortex- und Fleece-

Jacke, die winterlich alpinen Temperaturen nicht gewöhnt waren.

Meistens besuchten sie dann für eine warme Schoggi oder einen

Kaffee das Kaffeehaus Weber, um sich ein bisschen aufzuwärmen.

Bilder: Hptfw Sven Stoppani und Oblt Grégory Légeret

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WEF

Unmengen von Territorial-Gittern warten darauf, verbaut zu werden.

Trotz der gegönnten Pausen erbrachten die Angehörigen der Log

Ber Kp 104 die geforderten Leistungen und waren nicht selten vor

dem gesetzten Termin fertig. So konnten auch andere personalmässig

schwach dotierten Einheiten von der Truppe der Log Br 1 profitieren,

denn Anfragen wurden selten abgelehnt. Dafür wurden die

Soldaten mit einem früheren Abtreten für ihre erbrachten Leistungen

belohnt, denn am Ende stand das geforderte Sicherheitsdispositiv

vor der gesetzten Frist.

Festung Davos

Während der Tage, an welchen das eigentliche WEF 2011 stattfand,

war von Seiten der Log Ber Kp nur ein Pikettelement eingesetzt,

da das Gros der Kompanie am Brigaderapport in Schwyz/SZ

eingesetzt war. Dieses Notfallelement, welches innerhalb von zwei

Stunden einsatzbereit sein musste, wurde glücklicherweise nicht

für den Ernstfall aufgeboten, da sich auch in diesem Jahr die Arbeit

der Log Ber Kp bewährt hatte. So konnten sich die Angehörigen einige

sonnige Tage auf den Ski-Pisten in Davos gönnen. Am Sonntag

jedoch wurde es dann trotzdem noch benötigt, jedoch nur um

den Zwischenbahnhof Fideris/GR abzubauen, um nicht während

den folgenden Tagen die Strasse für die heranströmenden Touristenmassen

zu versperren.

Abbau und Besuch des neuen Brigadekommandanten

In der Abbauphase wurden zuerst die Objekte im Kern von Davos

abgebaut. Insgesamt blieb für den Abbau dieser in drei Wochen erstellten

Bauten nur eine Woche Zeit.

Am 02.02.2011, am zweiten Tag in seiner neuen Funktion, beehrte

uns Brigadier Thomas Kaiser, neuer Kommandant der Log Br

1, mit seinem Besuch. Als erste Station wurde ihm durch Kp Kdt Stv,

Oblt Grégory Légeret, die Log Ber Kp und ihr Einsatzspektrum vorgestellt.

Danach ging es zur Präsentation seitens der Kapo GR. Nach

diesen zwei theoretischen Teilen ging es weiter aufs Feld zum direkten

Kontakt mit der eingesetzten Mannschaft. Die Soldaten und Kader

freuten sich sehr über den Besuch des Kommandanten Log Br 1,

vor allem, da die sonst eher grosse Distanz aufgrund der Grade für

einen Moment vergessen ging und der Brigadekommandant hautnah

und diskussionsfreudig erlebt werden durfte. Nach einem gesprächsmässig

sehr angeregten Apéro, gefolgt von einem Mittagessen inmitten

der Truppe, wurde die Kompanie noch als Ganzes präsentiert, so

dass der Kdt allen AdA der Log Ber Kp für ihr Engagement und ihren

Einsatz danken konnte.

Kommunikation und Koordination

Während der ganzen Dauer des Einsatzes AE11 waren die Zugführer

eingesetzt, um die Koordination mit den Partnern von Seiten

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Die Kommunikation ist auf allen Stufen wichtig – vor allem zwischen

FUG-Fahrern und Verkehrssoldaten auf den Strassen von Davos.

der Kapo GR und der LBA sowie den anderen WK-Einheiten wie

den Sappeuren sicherzustellen. Die einzelnen Chargen waren klar

zugeteilt, so dass Oblt Jérémy Venetz für die Verkehrsregelung und

Sicherheit zuständig war und Oblt Remo Teuscher die Transporte

koordinierte. Oblt René Zimmermann, Nachschubsoffizier, wurde

zusätzlich als Verbindungsoffizier eingesetzt und stellte in dieser

Funktion vornehmlich den Link zwischen Auftrag AE11 bzw.

der Kapo GR und der militärischen Seite bzw. dem Kp Kdt sicher.

Rückwärtiges und Küche

Ohne die Küche, unter der Führung ihres passionierten Küchenchefs

Max Blunier, wäre es den Soldaten bei den frostigen

Temperaturen wohl kaum möglich gewesen, diese Leistungen

zu vollbringen. Das Küchenteam verwöhnte die Bewohner der

Thurgauer Höhenklinik schon frühmorgens mit kulinarischen

Köstlichkeiten.

Nicht zu vergessen ist das rückwärtige Detachement mit Fourier

Martin Wenzel, welches dem Verwalter der Höhenklinik unterstand.

Es sorgte für eine saubere Unterkunft und unterstützte

die Loge, von der aus die ganze Unterkunft gemanagt wurde.

Resümee

Für die AdA der Log Ber Kp 104-2/10 war die Mission «ALPA ECO

UNDICI» eine lehrreiche und interessante Erfahrung, welche die

Durchdienerzeit um einige Erinnerungen bereichern dürfte. Im Vorfeld

bzw. Winter 2010 war sie jedoch eher noch ein vage zu erahnendes

und nur von Gerüchten her bekanntes Abenteuer.

Dieses Abenteuer wurde erfolgreich überstanden und die Log

Ber Kp 104 ist wieder in der gewohnten Umgebung von Kirchberg/

BE angelangt.

Die Rückmeldungen waren, wie es dieser Bericht vermuten lässt,

äusserst positiv, wobei die Mob Log auchchstes Jahr wieder ein

gern gesehener Partner in Davos sein wird.

Nichtsdestotrotz gilt der Dank für die Erfüllung dieser Mission

in erster Linie allen Angehörigen der Log Ber Kp 104, die mitgeholfen

haben, das gesteckte Ziel zu erreichen.

Zudem gilt auch ganz besonders von Seiten des Kaders der

Dank allen Partnern, seien es die zivilen wie Kapo GR oder LBA oder

die militärischen wie die Verwaltung der Thurgauer Höhen klinik,

welche die Zusammenarbeit angenehm und konstruktiv mitgestaltet

haben. ■

In diesem Sinne –

«Stark und zuverlässig».


Feldumschlaggerät im Einsatz Raum Davos Dorf.

Eine gute Ausrüstung ist die halbe Miete bei Einsätzen wie zugunsten

WEF 11 und wirkt motivierend an einem kalten Arbeitstag.

«Stilli Mountain Heliport» –

gesichert und eingezäunt.

WEF

Hermann Hassler, Chef Auf- und Abbau der

Kapo GR am koordinieren mit der Truppe

und Mitarbeitern der LBA.

Obwohl erst zwei Tage in der Funktion des

Kommandanten der Log Br 1 und den damit

verbundenen Pendenzen, liess es sich

Brigadier Kaiser nicht nehmen, der Mob

Log Ber Kp einen Besuch abzustatten und

deren Leistung zu würdigen.

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Br Rapport

Achter Jahresrapport der Log Br 1 in Schwyz

«Gemeinsam zum Erfolg»

In würdigem Rahmen, im Urschweizer Kanton Schwyz, fand am 28. Januar 2011 der Jahresrapport

2011 der Logistikbrigade 1 (Log Br 1) statt. Vor rund 450 Teilnehmenden wurde dabei

der ehemalige Brigadekommandant, Brigadier Melchior Stoller, verabschiedet und der Chef

der Logistikbasis der Armee (LBA), Divisionär Daniel Baumgartner, übergab das Kommando der

Brigade an den neuen Kommandanten, Brigadier Thomas Kaiser. Dieser richtete in seiner Antrittsrede

seine zentralen Botschaften und Führungsgrundsätze an die Adresse der anwesenden

Kader seiner Brigade. Seine oberste Maxime lautet: Auftragserfüllung auf Anhieb (AAA).

Major Philippe Matter,

Chef Kommunikation, Log Br 1

Der Jahresrapport 2011 der Log Br 1 mit rund

450 Teilnehmenden fand am Freitag, 28. Januar

2011, im MythenForum in Schwyz statt.

Die Referenten, Ständerat Bruno Frick und

Divisionär Daniel Baumgartner, Chef LBA,

äusserten sich zu diversen Armeethemen

und zur Sicherheitspolitik. Ständerat Bruno

Frick beleuchtete aus Sicht des Präsidenten

der Sicherheitspolitischen Kommission des

Ständerates aktuelle Themen der Armee und

der Sicherheitspolitik. Der ehemalige Regimentskommandant

hat zur Log Br 1 einen

speziellen Bezug, weil er dem Spitalbataillon

75 (Spit Bat 75) letztes Jahr einen Truppenbesuch

abstattete. Dieses absolvierte seinen

FDT ebenfalls im Kanton Schwyz.

Die Grussbotschaften der lokalen Behörden

wurden überbracht durch Herrn Dr.

Stephan Landolt, Gemeindepräsident von

Schwyz, und Regierungsrat Peter Reuteler.

Gleichgewicht zwischen Aufgaben,

Leistungen und Ressourcen

«2011 ist das Jahr der Bewährung für die Logistikbasis»,

mit diesen Worten eröffnete der

8 armee.ch Logistikbrigade 1 1 / 11

Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Armee am Jahresrapport der Log Br 1.

Chef LBA seine Ausführungen. Die Anfang

2010 eingeführte Informatiklösung werde

im aktuellen Jahr stabilisiert. Zusammen mit

den im August eingeleiteten Massnahmen

auf Stufe Armee müsse sich die logistische

Leistung im Verlauf des aktuellen Jahres festigen.

Unter anderem würden die Truppenhandwerker

und weitere Fachkräfte aus der

Log Br 1 verstärkt in den Centern eingesetzt.

Mit einem Umbau der Organisation wolle

Baumgartner die Kräfte

in der Planung und Steuerung

konzentrieren.

Die Zusammenlegung

der schweizweit fünf Logistik-

und sechs Infrastruktur-Center

zu fünf

Armeelogistikcentern

soll auf den 01.01.2012

erfolgen. Bis 2013 sollen

die baulichen Modernisierungen

in den fünf

Centern mehrheitlich abgeschlossen sein.

Eine funktionierende Informatiklösung,

effiziente Strukturen und moderne Infra-

strukturen seien die Voraussetzungen für die

Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen

Aufgaben, Leistungen und Ressourcen

in der Logistik, betonte der Chef LBA.

Auftragserfüllung auf Anhieb – Gemeinsam

zum Erfolg

Der neue Kommandant der Log Br 1, Brigadier

Thomas Kaiser, anlässlich des Rapports

noch im Grade eines Oberst i Gst und seit

«Wir müssen als Kommandanten im

Sinne des Ganzen die Handlungsfreiheit

ausnützen und verantwortungsvoll

entscheiden, statt auf Befehle zu warten.»

Brigadier Kaiser fordert Eigenverantwortung auf allen Stufen.

zehn Tagen vom Bundesrat gewählt, nutzte

bereits vor seinem offiziellen Amtsantritt die

Gelegenheit, um sich am Brigaderapport an


Klare Richtungsangabe durch den Chef LBA, Divisionär Baumgartner.

Brigadier Stoller bei seiner Abschiedsrede: «Adieu und machets guet!»

seine künftigen Kader zu richten. Er erläuterte

seine kritischen Erfolgsfaktoren für das

laufende Jahr und unterstrich mit seinem

Auftritt als gutes Vorbild seine oberste Maxime,

welche er von allen Angehörigen der

Brigade fordert: die Auftragserfüllung auf

Anhieb. Unmissverständlich führte Brigadier

Kaiser aus, dass die Log Br 1 ein Teil der

LBA sei und zu den Aufträgen der Brigade

auch die Unterstützung der logistischen

Leistungserbringung der LBA gehöre. Er sicherte

dem Chef LBA vollste Unterstützung

zu. Gemäss dem alten Brigademotto mache

die Log Br 1 bekanntlich «nix halbs» und das

solle auch in Zukunft so bleiben. Um aber die

Zugehörigkeit zur LBA zu unterstreichen,

erklärte Brigadier Kaiser das Motto des Chefs

LBA «Gemeinsam zum Erfolg» auch zum

neuen Motto der Log Br 1.

Mit einem weiteren Grundsatz, der

Sicherstellung der Grundbereitschaft, hielt

er im Punkt der Nachwuchsplanung und

–förderung am Kurs seiner Vorgänger fest.

Die Kaderfrage sei «die» Schlüsselfrage

für den Erfolg unsere Milizarmee. Darum

bleibe eine prioritäre Aufgabe der Kommandanten

aller Stufen, die Besten mit dem

grössten Potenzial zum Weitermachen zu

bewegen und zu überzeugen.

Diesbezüglich

sei es die nachhaltigste

Form, die Vorbildwirkung

jedes einzelnen

Kaders authentisch zu

leben. Neben der Kaderrekrutierung

seien

zweckgerichtete Ausbildungsinhalte

und

intensive Trainings mittels

Stabsrahmen- und

Volltruppenübungen

erfolgsversprechend, um die Grundbereitschaft

sicherzustellen.

Schliesslich forderte er von seinen

Kadern Engagement für Ordnung und tadelloses

Auftreten für einen friktionslosen

Dienstbetrieb. Er hielt fest: «Wir trainieren

mündige Staatsbürger in Uniform für den

militärischen Einsatz. Das Gros unserer Soldaten

weiss, was sich gehört. Zeigen wir der

Br Rapport

Ständerat Frick referiert über aktuelle Fragen der Sicherheitspolitik.

«Das Denken und das Handeln in allen

Funktionen ist jederzeit auf die

Bedürfnisse der Auftraggeber auszurichten.

Ab und zu muss man dazu gegen innere

Öffentlichkeit und den Medien, wo wir stark

sind. Wir wissen, dass unsere Soldaten mehr

verdienen als negative Schlagzeilen, die von

«Ich bin zutiefst überzeugt, dass die

Milizarmee für unser Land eindeutig das

beste Wehrmodell darstellt. Das wird solange

Gültigkeit haben, wie es uns gelingt,

genügend Milizkader zu rekrutieren.»

Brigadier Kaiser zur Milizarmee.

Bilder: Log Br 1

Widerstände ankämpfen.»

Brigadier Stoller zur Selbstdisziplin.

Einzelnen mit ihrem Verhalten verursacht

werden. Hartes, aber respektvolles Fordern

in konziliantem Ton und durch beispielhaftes

Vorleben wirkt durchaus motivierend und

herausfordernd.» Dabei appellierte er an die

Vernunft und will, dass seine Kader konsequente,

beispielhafte und fürsorgliche Chefs

sind. Alle sollen Zivilcourage haben und

sofort Einfluss nehmen, wo es angezeigt sei.

armee.ch Logistikbrigade 1 1 / 11 9


Br Rapport

Auszug der Standarte – Der stolze Träger,

Hptadj Serrano.

10 armee.ch Logistikbrigade 1 1 / 11

«Adieu und machets guet»

Der scheidende Kommandant, Brigadier

Melchior Stoller, forderte in seiner Abschiedsrede

alle Kader auf, auf ihrer Stufe

weiterhin Mehrwert zu generieren: Das

Denken und das Handeln in allen Funktionen

sei jederzeit auf die Bedürfnisse

der Auftraggeber auszurichten. Ab und zu

müsse man dazu gegen innere Widerstände

ankämpfen. Entsprechend verwies er

auf den Duden, wo es heisst: «Disziplin ist

das Beherrschen des eigenen Willens, der

eigenen Gefühle und Neigungen, um etwas

zu erreichen.» Er führte mit Blick auf seine

neue Funktion aus, dass er mit der Erfahrung

als ehemaliger Kommandant einer Einsatzbrigade,

einem künftigen Leistungsbezüger,

die Bedürfnisse für den Grundausbildungsdienst

in den Schulen und Kursen gezielt

ableiten könne. Zudem fand Brigadier Stoller

Parallelen zwischen der Log Br 1 und seiner

neuen Herausforderung als Kommandant

des Lehrverbands Logistik (LVb Log). Neben

den Rekruten- und Kaderschulen würden 14

«Verstösse müssen geahndet werden, denn wir Chefs sind

verantwortlich, dass unsere Soldaten nach dem Dienst

wohlbehalten zu ihren Familien zurückkehren. Wir trainieren

mündige Staatsbürger in Uniform für den militärischen

Einsatz, das Gros der Soldaten weiss, was sich gehört.»

Kommandoübergabe in der Logistikbrigade 1

Von Stoller zu Kaiser

FDT-Formationen Dienst im Lehrverband

leisten, die Standorte seien über die ganze

Schweiz verteilt und alle Sprachregionen

seien tangiert.

Mit dem berühmten «weinenden Auge»

blickte Stoller auf die gemeinsame Zeit zurück

und richtete sich stolz an die Adresse

der Angehörigen der Log Br 1: «Ich wäre noch

gerne Euer Kommandant geblieben. Wir

konnten uns in anspruchsvollen Einsätzen

bewähren und erzielten durchwegs gute bis

sehr gute Resultate. Auch im Ausbildungsbereich

kamen wir methodisch und inhaltlich

gut voran. Wir waren in einer Phase der Konsolidierung

und ernteten die Früchte, die wir

in den letzten Jahren säten.» Brigadier Stoller

bedankte sich stellvertretend für alle Angehörigen

der Log Br 1 bei den anwesenden

Offizieren und höheren Unteroffizieren für

ihren Einsatz und ihr Engagement während

seiner Kommandozeit und verabschiedete

sich mit einem herzhaften «Adieu und machets

guet!» ■

Brigadier Kaiser zur Sicherheit und zur Nulltoleranz von Drogen im Dienst.

In einer schlichten Zeremonie übergab Divisionär Daniel Baumgartner im Auftrag des Gesamtbundesrats

während des Brigaderapports in Schwyz das Kommando der Log Br 1 von Brigadier Melchior

Stoller an Oberst i Gst Thomas Kaiser. Kaiser wurde darauf am 1. Februar 2011 zum Brigadier befördert.

Brigadier Stoller übernahm am 1. Januar 2011 den LVb Log in Thun. Er führte die Log Br vom

1. Juni 2008 bis Ende 2010. Das Kommando des Lehrverbandes wurde frei, nachdem Divisionär Daniel

Roubaty zum Kommandanten der Höheren Kaderausbildung der Armee (HKA) ernannt wurde. Brigadier

Roubaty ist bei der Log Br 1 eine bekannte Persönlichkeit. Er führte die Brigade während knapp

viereinhalb Jahren als erster Kommandant ab dem Start der Armee XXI im Jahr 2004.

Der neue Kommandant, Brigadier Thomas Kaiser, von Ennetmoos/NW, schloss 1984 das Lehrerseminar

mit dem Lehrerpatent ab und trat 1987 in das Instruktionskorps der Infanterie ein. Neben seiner

Arbeit als Klassenlehrer, Kurskommandant und Projektleiter in der Kerngruppe Heer Armee XXI leistete

Kaiser mehrere Auslanddienste, so als UN-Militärbeobachter in Bosnien, Kroatien und Montenegro

sowie als National Contingent Commander der SWISSCOY im Kosovo (2001). Studienaufenthalte führten

ihn an das Nato Defense College in Rom sowie an der National War College in den USA. Seit 2007

bis zur Kommandoübernahme war Thomas Kaiser Chef Ausbildung im Führungsstab der Armee. Als

Milizoffizier kommandierte er das Infanteriebataillon 18 (Inf Bat 18).


Frauen in der Armee

Frauen in der Armee

Frauen übernehmen Verantwortung

in Kaderfunktionen

Frauen sind heute in der Schweizer Armee gegenüber den Männern vollumfänglich gleichberechtigt

und können mit entsprechender Eignung in allen Truppengattungen und Funktionen eingesetzt werden.

In der Logistikbrigade 1 (Log Br 1) sind im Schnitt der letzten Jahre pro Jahr 135 Frauen freiwillig im

Einsatz. Auffallend ist dabei der hohe Kaderanteil von knapp 50 Prozent im Verhältnis zum totalen

Frauenbestand. Auch in Zukunft sind Frauen in der Armee und in unserer Brigade willkommen.

Major Philippe Matter, Chef Kommunikation, Log Br 1

Das Milizsystem, welches der Schweizer Armee zu Grunde liegt, hat

sich über viele Jahre bewährt und in verschiedener Hinsicht immer

wieder selbst bestätigt. Fernab den aktuellen politischen Diskussionen

ist aus heutiger Sicht einer der wichtigsten Pfeiler für die Weiterentwicklung

der Armee der ausreichende Kadernachwuchs auf allen

Stufen. Die Log Br 1 ist in der komfortablen Ausgangslage, dass die

Kaderfunktionen gut besetzt sind und auch das Interesse am Weitermachen

gross ist. Dies ist das Resultat einer gezielten Nachwuchsförderungspolitik,

welcher die Brigadekommandanten immer einen

hohen Stellenwert eingeräumt haben. Nachwuchsplanung bleibt eine

prioritäre Aufgabe der Kommandanten aller Stufen. Die besten

Leute mit dem grössten Potenzial sind weiterhin für das Weitermachen

zu überzeugen. Der gute Kaderbestand kann nur gehalten werden,

wenn wir uns weiterhin unermüdlich um jeden guten Kaderanwärter

bemühen.

Kaderfrauen übernehmen zusätzliche Verantwortung

und tragen diese

Seit Beginn der Armee XXI im Januar 2004 bis Ende 2010 hat die Log

Br 1 in acht Jahren einen durchschnittlichen Anteil von 135 Frauen

pro Jahr. Im Verhältnis zum Gesamtbestand der Brigade bedeutet

dies durchschnittlich 1,6 %. Diese Werte gilt es im Rahmen der

Dienstfreiwilligkeit der Frauen zu würdigen. Interessant ist dabei die

Tatsache, dass in der gleichen Zeitperiode im Durchschnitt knapp

weniger als die Hälfte aller eingeteilten Frauen in Kaderrängen ab

Korporal aufwärts eingeteilt sind. Die Frauen in der Armee und in

der Log Br 1 übernehmen wie die Männer Verantwortung und setzen

sich für unsere Milizarmee ein.

Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau

Junge Schweizer werden mit dem Erreichen ihrer Volljährigkeit stellungspflichtig,

junge Schweizerinnen können freiwillig Militärdienst

leisten. Männer werden automatisch aufgeboten, interessierte Frauen

müssen sich selber beim Kreiskommando des Wohnkantons anmelden.

Folgende Voraussetzungen sind zu erfüllen: Das Schweizer

Bürgerrecht besitzen, zwischen 18 und 25 Jahre alt sein und an der

Rekrutierung für diensttauglich erklärt werden.

Haben sich Frauen für den Eintritt in die Armee entschieden,

dann gilt auch bei der Dienstpflicht Gleichberechtigung. Die Entlassung

erfolgt ab dem 30. Altersjahr beziehungsweise nach Erfüllung

der Dienstleistungspflicht.

Weiterführende Informationen zum Thema Frauen in der

Armee finden Sie auf der Homepage des Departements VBS

(www.vtg.admin.ch) unter der Rubrik «Mein Militärdienst». Zudem

können die Kreiskommandos des jeweiligen Wohnkantons kontaktiert

werden. ■

Bild: ZEM

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Armeeseelsorger

Im Gespräch

Der Kontakt mit Menschen

ist eine grosse Freude

Als Dienstchefs der Armeeseelsorge sind Asg kath. Hptm Roger Liggenstorfer und

Asg ref. Hptm Arnold Steiner in der Logistikbrigade 1 (Log Br 1) die Fachvorgesetzten

der Armeeseelsorger (Asg), die in unseren Bataillonen eingeteilt sind.

Major Thomas Caduff, Journalistof, Stab Log Br 1

Anlässlich des Brigaderapports Ende Januar 2011 hatte ich die Gelegenheit,

ein paar Fragen an unsere beiden Asg und Kameraden zu

stellen. Und das antworteten sie…

Wie sieht Ihr beruflicher Alltag aus?

Liggenstorfer: Als Sekretär des ehemaligen Bischofs von Basel pendle

ich gegenwärtig zwischen der Schweiz und Rom hin und her, weil

mein «Chef» nun in der ewigen Stadt als Präsident des Rates zur Förderung

der Einheit der Christen arbeitet.

Steiner: Mein beruflicher Alltag ist sehr vielfältig: Seelsorgegespräche,

Gottesdienste, Konfirmandenunterricht, Sitzungen, zufällige Begegnungen,

Post bearbeiten, persönliches Studium, Krankenbesuche,

Abdankungen halten, Kurse geben usw. wechseln sich ab. Wichtig

sind mir meine stillen Zeiten, in denen ich bete und meditiere.

Was hat Sie bewogen, Armeeseelsorger zu werden?

Liggenstorfer: Als Theologe war es immer klar: Es braucht mich in

der Armeeseelsorge!

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Steiner: Ich achte die Menschen hoch, die Militärdienst leisten, und

chte ihnen als Seelsorger zur Seite stehen. Im Ernstfall stellt die

Verpflichtung eines AdA, allenfalls im Dienst sein Leben hinzugeben,

eine existentielle Herausforderung dar. Die Spannung zwischen

Gewaltanwendung und Friedenssicherung kann bei jedem AdA

einen Gewissenskonflikt erzeugen. Für solche und ähnliche Themen

und Situationen bin ich ausgebildet. Als ehemaliger Delegierter

des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK) spüre ich zudem eine

Mitverantwortung für das humanitäre Völkerrecht.

Herrscht in der Armee Mangel an Seelsorgern oder sind die Reihen

gut besetzt?

Liggenstorfer: Alle wissen: Es herrscht grosser Mangel! Was tun?

Unsere Verantwortlichen sind gefordert!

Steiner: Unsere Asg sind gut, aber einzelne Stellen sind vakant.

Zum Glück leisten einige Pfarrer auch über die Dienstpflicht hinaus

Militärdienst. Auch eine Pfarrerin leistet freiwillig Dienst!


Und was ist Ihre Funktion in unserer Brigade?

Liggenstorfer: In der Brigade gibt es viele Armeeseelsorgerinnen und

Armeeseelsorger, die eine wichtige Funktion erfüllen. Sie stehen im

Dienst der Menschen, die Dienst leisten. Das Engagement geht oft

darüber hinaus. Die beiden Dienstchefs koordinieren diese Arbeit

und sind dort vor Ort, wo keine Asg eingeteilt sind. Zudem kann

man auch den Dienstchef immer telefonisch um Rat angehen. Im

Stab haben wir ferner das Privileg, am Brigaderapport ein Wort zum

Tag zu halten. Das ist eine einmalige Chance!

Steiner: Als Dienstchefs der Armeeseelsorge sind wir die Fachvorgesetzten

der Armeeseelsorger, die in unseren Bataillonen eingeteilt

sind. Wir besuchen selbst die Truppen, die keinen eigenen Armeeseelsorger

haben. Wir sind zudem die Seelsorger des Brigadestabs

und halten einmal im Jahr einen Stabsgottesdienst. Ein Höhepunkt

ist die Ansprache am Brigaderapport.

Tönt anforderungsreich. Was lieben Sie ganz besonders an

dieser Arbeit?

Liggenstorfer: Wenn die Kirchen ihre Relevanz im Meinungsbildungsprozess

in dieser modernen, sich schnell entwickelnden

Gesellschaft erhalten wollen, dann sollte sie sich als Institution auch

Gehör verschaffen. Mein Job ist es, einem kleinen Teil dieses Anspruchs,

als Asg auf meine Weise, ganz bescheiden, nachzukommen.

Steiner: Den Kontakt mit den Menschen.

Sie sind im Beruf und im Militär tagein tagaus mit Freud und Leid

konfrontiert. Wie kommen Sie da selbst zur Ruhe?

Liggenstorfer: Kraft tanke ich, wenn ich mit meiner Familie zusammen

bin, was leider zu selten vorkommt!

Steiner: Mir helfen die täglichen Spaziergänge und die Meditationszeiten,

Eindrücke zu verarbeiten und zur Quelle zu gehen. Für meine

Familie bin ich ebenfalls sehr dankbar.

Zur Person

Geboren 1966 in Romanshorn/TG,

machte Roger Liggenstorfer das

Studium der Theologie in Luzern/LU

und Rom, war Assistent an der Universität

Luzern, von 1997 bis 2011 Theologischer

Mitarbeiter des Bischofs von Basel/BS,

verheiratet, zwei Kinder, wohnhaft in

Bottighofen/TG.

Arnold Steiner ist Pfarrer in

Winterthur-Veltheim/ZH. Er ist verheiratet

und hat vier Kinder. Von 1991 bis 1993

war er IKRK-Delegierter. Vor seiner Ernennung

zum Hptm Asg war er Zugführer bei

der motorisierten Infanterie.

→ www.refkirchewinterthur.ch/veltheim

Armeeseelsorger

Bilder: zvg

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Mob Log Bat 52

Sicherung des M113.

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FDT 2010 Mob Log Bat 52

Panzer als «König der Lüfte»

Schwebender Schützenpanzer in Spiez/BE – keine Fiktion, sondern Realität. Dank den

Fähigkeiten der Mobilen Instandhaltungskompanie (Mob Ih Kp) des «52gi» konnte ein

ausgemusterter «M113» von Spiez nach Burgdorf/BE transportiert werden.

Sdt Manuel Aeschbacher und Sdt Pascal Benelli, Mob Log Bat 52

Bernhard Schwarz, unser Ansprechpartner vom Kompetenzzentrum

ABC der Armee, war beeindruckt: «Die machen das nicht zum ersten

Mal», sprach er die ausserordentlich speditive und präzise Arbeit

der Dreiergruppe der Mob Ih Kp an. Doch der Reihe nach: Völlig unspektakulär

war von einem Panzerverlad in Spiez die Rede. Dass das

Gegenteil der Fall sein würde, war schon beim Auffahren der Fahrzeuge

klar, die für den Einsatz eingespannt wurden.

Panzer aus dem Dreck ziehen

Statt nur einem Zugfahrzeug mit Tieflader brummte auch ein Kranwagen

– in der Fachsprache «Saurer Gottwald 20 T» genannt – um die

Ecke und bezog Position, um den Schützenpanzer auf den Anhänger

zu hieven. Vorerst galt es jedoch, den Schützenpanzer – im wahrsten

Sinn des Wortes – aus dem Dreck zu ziehen. Damit die spezielle

Last mit dem Kranwagen sicher auf dem Anhänger platziert werden

konnte, musste der Panzer leicht vorgezogen werden. Das krächzende

Geräusch der Raupen verriet dabei, dass es sich beim Schützenpanzer

um ein ausgemustertes Modell handelte.

Mob Log Bat 52

«Wir brauchen einen grösseren Panzer!»

Dass bei Fw Jörg Brühlmann, Gfr Martin Hauser und Sdt Thomas

Sieber jeder Griff sitzt, ist schnell klar. Jeder der drei steuert seinen

Teil zum Gelingen der Aktion bei. Brühlmann meint lakonisch: «Der

Panzer ist für den Anhänger zu klein, da hat’s ja noch Platz», worauf

Kranführer Hauser scherzhaft kontert: «Wir brauchen einen grösseren

Panzer!» Mit vereinten Kräften von Auge, Routine und Maschinenkraft

ist der «M113» bereits 45 Minuten nach dem Eintreffen der

Spezialisten verladen und zum Abtransport nach Burgdorf bereit. Eine

würdige letzte Reise ins Museum für den metallenen Veteranen. ■

Völlig losgelöst:

Der Panzer in der Luft.

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Bilder: Sdt Adrian Gschwend, Mob Log Bat 52

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Mob Log Bat 52

FDT 2010 Mob Log Bat 52

Die flotten Schrauber von Burgdorf

In der Bataillonswerkstatt des Mobilen Logistikbataillons 52 (Mob Log Bat 52) in Burgdorf/BE reparieren die Spezialisten der

Mobilen Instandhaltungskompanie 52 (Mob Ih Kp 52) Fahrzeuge und leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Verfügbarkeit

des Fahrzeugparks der Armee. Der neue Chef der Logistikbasis der Armee (LBA), Divisionär Daniel Baumgartner, stattete

der Truppe zusammen mit anderen Führungskräften der Brigade einen Besuch ab.

Sdt Manuel Aeschbacher und Sdt Pascal Benelli, Mob Log Bat 52

Ein geschäftiges Treiben herrscht in der grossen Industriehalle in

Burgdorf, wo 16 Zweierteams konzentriert an ihren zugeteilten Duros

schrauben. Zusammen mit der restlichen Mannschaft sind sie dafür

verantwortlich, die Fahrzeuge zu prüfen, wenn notwendig zu reparieren

und wieder für den Einsatz auf der Strasse fit zu machen. «Das

Ziel ist klar», gibt Oblt Fabian Schweizer, Verantwortlicher vor Ort,

zu Protokoll: «Alle uns zugeteilten 48 Duros sollen bis Ende des FDT

instand gestellt sein.» Zu den typischen Reparaturaufträgen gehören

das Warten der Bremsen, Dichtungen prüfen, Türen wechseln und

das Durchführen des periodischen Fahrzeugservices. Damit sich die

Motormechaniker voll auf ihre Arbeit an den Fahrzeugen konzentrieren

können, sind im Hintergrund diverse Unterstützungsgruppen

im Einsatz. So sorgt zum Beispiel ein Team für eine reibungslose

Vor- und Nachbereitung, damit die Mechaniker keine Zeit mit

Administrativarbeiten verlieren.

Karton als Orientierungshilfe

Am Führungstisch hat Lt Martin Schmidt den vollen Überblick über

die Situation in der Halle. Mit einem ausgeklügelten System von nummerierten

Kartonplättchen, die jeweils für ein Fahrzeug stehen, weiss

Schmidt zu jedem Zeitpunkt, wo sich welches Fahrzeug befindet und

wie weit die Arbeiten fortgeschritten sind. Damit sich die aktuelle Situation

in der Halle auf dem Führungstisch widerspiegelt, ist Schmidt auf

einen reibungslosen Informationsfluss angewiesen: «Wir mussten den

Leuten anfänglich verständlich machen, dass die Arbeitsfortschritte uns

jeweils gemeldet werden müssen. Doch mittlerweile klappt das ganz gut.»

Panzermechaniker Adrian Amstutz ist mit Reparaturen am Armaturenbrett

beschäftigt. «Die Arbeit ist streng, aber das Positive daran

ist, dass die Zeit schnell vorbei geht. Zweimal in der Woche wird

sogar bis um 22 Uhr gearbeitet.» Wie alle anderen Soldaten, die in

der Halle arbeiten, hat auch Amstutz eine handwerkliche Ausbildung

absolviert. Man merkt, dass jeder Griff sitzt. Laien wären ungeeignet,

die anspruchs- und verantwortungsvollen Arbeiten auszuführen.

Schnelle Reparatur ist wichtig

Zu Besuch war auch der Chef der LBA, Divisionär Daniel Baumgartner.

Zusammen mit der Führung der Logistikbrigade 1 (Log Br 1) und des

Mob Log Bat 52 besichtigte er die Werkstatt in Burgdorf und liess sich

die Arbeitsabläufe und die Problemstellungen vor Ort erklären. Er betonte,

dass die Fahrzeuge nach Auftreten eines Schadens schnell repariert

werden müssen. Man könne es sich nicht leisten, dass zusätzlich

Standschäden entstünden. Anschliessend an ein Gespräch mit

Oblt Schweizer bestellte der Divisionär die Truppe zu sich. Er dankte

der Mannschaft für ihren Einsatz zu Gunsten der Logistik und erinnerte

sie an ihre Verantwortung gegenüber den zukünftigen Fahrzeugbenutzern.

Zusätzlich holte er sich direkt bei den Soldaten diverse

Rückmeldungen ab, was für die Nachfolgerkompanie verbessert werden

könnte. Unmittelbar nach Beendigung des hohen Besuchs hört

man in der Halle in Burgdorf wieder Hämmern und Rufen, und das

geschäftige Treiben der Mob Ih Kp der «52er» geht weiter. ■

16 armee.ch Logistikbrigade 1 1 / 11

Der Führungstisch bietet Übersicht.

Divisionär Baumgartner lässt sich von Oberleutnant Schweizer den

Führungstisch erklären.

Die Motormechaniker sind bei den Reparaturen gefordert.

Bilder: Sdt Adrian Gschwend, Mob Log Bat 52


Duro bereit zur

Reparatur.

Mob Log Bat 52

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Mob Log Bat 52

FDT 2010 Mob Log Bat 52

Asphalt statt Schnee:

Ein Pistenfahrzeug auf Abwegen

Eine nicht alltägliche Reise mit spezieller Last am Haken machten zwei Motorfahrer der Mobilen Instandhaltungskompanie

52 (Mob Ih Kp 52). Durch acht Kantone führte die beiden ihr Einsatz, bei dem ein Pistenfahrzeug der

Armee in seine Heimat transportiert wurde.

Sdt Manuel Aeschbacher und Sdt Pascal Benelli, Mob Log Bat 52

Auch für die erfahrenen Motorfahrer Wm Bruno Rüegsegger und

Sdt Fritz Stoll war es kein alltäglicher Auftrag, der die beiden Mitte

der zweiten FDT-Woche mitten durch die Schweiz führte. Ein in

Andermatt/UR stationiertes Pistenfahrzeug musste im bündnerischen

Seewis abgeholt und ins Urner Oberland verschoben werden.

Den Ausflug ins Bündnerland machte der periodische Unterhalt am

Pistenfahrzeug nötig. Die rund zehn Armee-Pistenfahrzeuge werden

durch externe Fachkräfte gewartet und für die Einsätze in der strengen

Winterzeit auf Vordermann gebracht.

Lastwagen trifft Pistenraupe

Das Rendezvous der beiden tonnenschweren Fahrzeuge versprach

spannend zu werden. Und tatsächlich: Schon zu Beginn der Verladeak-

18 armee.ch Logistikbrigade 1 1 / 11

Ohne Schnee und doch auf der Überholspur.

tion kam Nervenflattern auf. Die Konstruktion des Anhängers schien

nicht für den Verlad eines Pistenfahrzeugs geschaffen, und so brauchte

es einiges an Feingefühl und grobem Holz, um die Loipenmaschine

stilgerecht auf dem Tieflader in Position zu bringen. Was anfangs

für den Laien noch unmöglich erschien, wurde mit vereinten Kräften

dann aber doch noch Tatsache: Das Raupenfahrzeug stand sicher auf

dem Anhänger und war bereit, in die Heimat überführt zu werden.

Soldat Stoll, der den Transport pilotierte, meinte sichtlich stolz:

«Es wird wohl das erste und das letzte Mal sein, dass ich ein so spezielles

Vehikel durch die halbe Schweiz kutschieren darf.» Tatsächlich

ist es eine besondere Fracht, die an diesem wunderschönen Herbsttag

die staunenden Blicke der Autofahrer auf sich zieht: Ein Pistenfahrzeug

der Marke «Prinoth», wie es die Armee verwendet, kostet einen

sechsstelligen Frankenbetrag und wiegt stolze fünf Tonnen. Ein Einsatz

also, den die beiden «52er» nicht so schnell vergessen werden. ■

Bild: Sdt Adrian Gschwend, Mob Log Bat 52


FDT 2010 Spit Bat 5

Ein FDT mit Öffentlichkeitsauftrag

Der FDT des Spitalbataillons 5 (Spit Bat 5) in Stans/NW war ein Ausbildungs-FDT mit ganz besonderen

Ereignissen. Die primäre Funktion eines Spit Bat ist das Betreiben eines zivilen- oder militärischen

Spitals sowie das Durchführen von Patiententransporten.

Oblt Matthias Erny, PIO Spit Bat 5

Rahmenbedingungen für den FDT 2010

Diese Aufgaben können im ganzen Einsatzspektrum

der Schweizer Armee durchgeführt

werden. Neben den eigentlichen FDT-

Aufgaben (Einüben, Repetition und Drill des

Grundhandwerks des Spit Bat) beauftragte

der Brigadekommandant die Bataillonskommandanten

mit der Durchführung eines Arbeitgebertages.

Der Kommandant des Spit

Bat 5, Oberstlt Alessandro Rappazzo, sah

diese Gelegenheit als Chance, um neben den

Arbeitgebern auch noch die Angehörigen

einzuladen. Es war ihm ein Anliegen, die

Besucher über die vielfältigen Tätigkeiten

eines Spitalbataillons zu informieren. Über

160 Personen, darunter auch zahlreiche

Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft,

Spit Bat 5: «vorwärts marsch

Verwaltung und Militär, nahmen an diesem

Arbeitgeber- und Angehörigen-Tag teil.

Der Mehrwert der militärischen

Führungsausbildung im Zivilen

Für die Arbeitgeber gab es ein spezielles Programm.

Vor dem eigentlichen Startschuss

wurden die Arbeitgeber über den Mehrwert

der militärischen Führungsausbildung informiert.

Zwei Milizoffiziere erzählten von

ihren persönlichen Erfahrungen und hoben

die Aspekte – Arbeiten unter hoher Belastung

und Mitarbeiterbeurteilung – hervor. Weiter

wurde angefügt, dass die Milizarmee in Bezug

auf die Bildung und Qualifikation der

Angehörigen auf einem sehr hohen Niveau

ist, da sie sich aus top ausgebildeten Berufsleuten

unterschiedlicher Fachrichtungen zu-

Spit Bat 5

Viele angeregte Gespräche. Die Stimmung

war ausgezeichnet.

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Spit Bat 5

sammensetzt. Oberstlt Rappazzo unterliess

es nicht, in seiner Ansprache einen grossen

Dank an die Arbeitgeber, die Angehörigen

und die Gesellschaft auszusprechen, welche

durch ihren Beitrag die Milizarmee überhaupt

ermöglichen.

Führung wird konkret geübt

Im FDT 2010 des Spit Bat wurde nicht nur

über Führung gesprochen. Im Rahmen eines

Verbandstrainings wurde die konkrete

Führungsfähigkeit des ganzen Kaders unter

Beweis gestellt. In der Übung «TOSSO» wurde

das Bataillon vom kantonalen Führungsstab

des Kantons Uri angefragt, die zivilen

Kräfte zu unterstützen. Der Übungsinhalt:

Ein plötzlicher Ausbruch von zahlreichen

Meningitisfällen führt zur Überlastung der

regionalen medizinischen Einrichtungen

und des Personals. Da das Spit Bat 5 zeitgleich

im FDT ist, wird es angefragt, Spontanhilfe

zu leisten. In der Übungsanlage musste das

Bataillon innert weniger Stunden das Militärspital

in Schattdorf/UR übernehmen,

um dem plötzlichen Patientenansturm gerecht

zu werden. Im Zentrum dieser Übung

stand das Trainieren der Entschlussfassung

auf allen Stufen. Gemäss Übungsleitung

erbrachte das Bataillon eine gute Leistung.

Bei der abschliessenden Übungsbesprechung

wurden die Stärken wie auch die Schchen

des Spit Bat 5 analysiert und besprochen.

Diese Analyse fliesst nun in die FDT-Planung

2011 ein. Ganz nach dem Motto des Kommandanten:

«Zusammenkommen ist ein

Beginn, Zusammenbleiben ein Fortschritt

und Zusammenarbeiten der Erfolg.» ■

Sanitäts-Duro vor Einsatz. Arbeitgeber- und Angehörigen-Tag: Herzlich willkommen!

20 armee.ch Logistikbrigade 1 1 / 11

Bilder: Kdo Spit Bat 5


« Dank dem Können der Truppe, dank ihrem

unermüdlichen Einsatz und dank der perfekten

Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen

Helfern konnte dieser Grossbrand eingedämmt

werden. Mein aufrichtiger Dank geht an die

Armeeführung und an alle Armee-Angehörigen,

die geholfen haben.

Esther Waeber-Kalbermatten, Staatsrätin des Kantons Wallis,

Vorsteherin des Departements für Sicherheit, Sozialwesen und Integration,

über den Armee-Einsatz zur Bekämpfung des Waldbrandes bei Visp

im Frühling 2011

»


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armee.ch 1 / 11

Zur Weiterentwicklung

der Armee

1 / 11

4 Sicherheit ist die Basis unseres Wohlstands … aber nicht selbstverständlich

6 Sicherheit heisst Teamwork

8 Vielseitig, kompetent und willkommen – die Hilfe der Armee

10 Die Aufgaben der Armee

12 Die Weiterentwicklung der Armee

14 «Wir wissen nicht, was morgen passiert» – Interview mit dem Chef der Armee

Impressum armee.ch 1/2011, Teil für die ganze Armee

Redaktion: Kommunikation Verteidigung / Interne und Truppenkommunikation, Stauffacherstrasse 65/31b, 3003 Bern

Übersetzungen: Übersetzungsdienste VBS Gestaltung: Zentrum elektronische Medien (ZEM), LBA


Die Armee muss sich weiterentwickeln –

einmal mehr

Unserer Milizarmee – und damit Ihnen, werte Offiziere, Unteroffiziere

und Soldaten – ist in den letzten 15 Jahren viel zugemutet worden.

Wie sich rückblickend zeigt, zu viel. Der Reformmarathon Armee 95,

Armee XXI, Entwicklungsschritt 08/11 hat unsere Milizarmee überfordert

und verunsichert. Und er hat den immer stärkeren finanziellen

Druck nicht auffangen können. Das Resultat war eine eigentliche

finanzielle Auszehrung.

Sie haben während Ihrer Dienstleistungen als Bürgerinnen und Bürger

in Uniform die Folgen in den letzten Jahren persönlich erlebt. Es

hat nicht alles so funktioniert, wie Sie sich das erhofft hatten und füglich

erwarten durften. Dass Sie trotzdem immer wieder Ihr Bestes gegeben

haben, spricht für die Kraft der Miliz. Dafür möchte ich Ihnen

meinen Respekt aussprechen und danke sagen!

Ihre Leistungen sind denn auch von der Öffentlichkeit anerkannt

worden. Ich denke an Grosseinsätze wie diejenigen anlässlich des

WEF, des G8-Gipfels, der EURO 08, des Frankophonie-Gipfels, oder

an verschiedene Katastropheneinsätze im In- und Ausland. Ich denke

aber auch an weniger spektakuläre Einsätze, an die Grundausbildung,

an Übungen, an den ganz normalen Truppenalltag.

An sich wäre nun eine Phase der Konsolidierung notwendig. Die Lage

der Armee und das politische Umfeld lassen dies aber leider nicht zu.

Neue Anpassungen sind unvermeidlich. Die Politik gibt der Armee

den Takt vor. Im Armeebericht 2010 hat der Bundesrat die Eckwerte

jener Armee festgelegt, die zwischen 2015 und 2020 Gestalt annehmen

wird: 80 000 Armee-Angehörige, ein Ausgabenplafond von 4,4

Milliarden Franken. Damit diese Armee auf einer gefestigten Basis

aufgebaut werden kann, müssen wir in den kommenden Jahren weiter

sparen. Sparen heisst verzichten, sparen heisst abbauen.

Als Soldaten haben wir eines gelernt: Disziplin. Wir alle – Sie und ich

– werden umsetzen, was Bundesrat und Parlament von uns verlangen.

Wir tun es im Wissen darum, dass wir einem hohen Ziel dienen:

der Sicherheit unseres Landes.

Ueli Maurer, Bundesrat, Chef VBS

Editorial

Bild: ZEM

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3


Weiterentwicklung der Armee

Sicherheit ist die Basis

unseres Wohlstands,

aber nicht

selbstverständlich.

Die wichtigsten Pluspunkte der Schweiz im internationalen

Vergleich sind nicht Reichtum oder gar Macht –

sondern Sicherheit und Stabilität!

Sicherheit schafft zusammen mit politischer Stabilität und demokratischen

Institutionen die Grundlage für eine hochentwickelte

Wirtschaft. Sicherheit ist also ein wichtiger Standortvorteil und eine

Grundvoraussetzung für den Erfolg der Schweiz.

Als Privatperson machen Sie ja wohl ähnliche Überlegungen:

Sie fragen sich vielleicht, wo Sie sich niederlassen, eine Familie gründen

oder ein Geschäft eröffnen möchten. Bestimmt an einem Ort,

wo Sie sich sicher und frei fühlen. Die Schweiz dürfte Ihnen diesbezüglich

eine sehr gute Lebensgrundlage bieten.

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Sicherheit und Stabilität sind keine Selbstverständlichkeit.

Sie müssen erarbeitet und gepflegt werden.

Wir sind in der Schweiz in hohem Mass von der Funktionsfähigkeit

unserer Infrastrukturen abhängig – zum Beispiel von der Stromversorgung,

vom Internet oder vom Bahn- und Strassenverkehr. Diese

Infrastrukturen, und natürlich auch wir selber, brauchen einen

umfassenden Schutz vor verschiedensten Arten von Katastrophen

und Bedrohungen.

Die Risiken reichen von Naturkatastrophen wie Erdbeben oder

Überschwemmungen über Cyber-Angriffe bis hin zur Möglichkeit

von Terror-Angriffen oder quasi-militärischen Aktionen.

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Bild: © EDA, Präsenz Schweiz

5


6

Weiterentwicklung der Armee

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Sicherheit heisst Teamwork

Sicherheit ist ein Gemeinschaftswerk.

Deshalb gibt es den Sicherheitsverbund Schweiz: Ihm gehören Bund, Kantone,

Gemeinden und Behörden des benachbarten Auslandes an.

Zu den Mitteln des Bundes zählen beispielsweise die Bundeskriminalpolizei, die Nachrichtendienste,

das Grenzwachtkorps – und die Armee. Auf Kantons- und Gemeindeebene sind die

wichtigsten Partner die Polizei, die Feuerwehr, das Gesundheitswesen oder der Zivilschutz.


Bild: ZEM

Die Schweizer Armee ist die einzige

Sicherheitsreserve unseres Landes.

Teamplayer Armee

Die Armee hat in diesem Sicherheitsverbund eine zentrale Bedeutung: Nur sie hat das nötige

Personal und die Fähigkeiten, um in ausserordentlichen Lagen über längere Zeit die nötigen,

umfangreichen Leistungen für Schutz und Sicherheit erbringen zu können. Dies kann

von der Soforthilfe im Katastrophenfall über den Schutz kritischer Infrastrukturen wie Flughäfen

bis zur Verteidigung reichen.

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8

Weiterentwicklung der Armee

sich einen festlichen XIII. Frankophoniegipfel,

mit optimaler

Sicherheit. Dieses Ziel wäre ohne die

Unterstützung durch die Armee nicht erreichbar

gewesen. Sie wusste den Geist

der Zusammenarbeit, die Professionalität

und die Diskretion sehr wohl zu vereinen.»

Jacqueline de Quattro, Staatsrätin und Chefin des Sicherheits- und

Umweltdepartements des Kantons Waadt

«An den letzten Winterwettkämpfen der Armee

in Andermatt haben die Leistungen der

Logistikbasis der Armee voll unseren Erwartungen

entsprochen. Besonders geschätzt

haben wir die Pistenvorbereitung durch Mitarbeitende

des Armeestützpunkts Andermatt.

Diese Männer und Frauen waren eine

wichtige Stütze unserer Organisation.»

Colonel Laurent Ducret, Chef Support und

ausserdienstliche Tätigkeiten, Wettkampfkommandant

«Die Möglichkeit der Nutzung des Materials

zu ermässigten Kosten sowie die Nutzung

von bestehenden Transportmöglichkeiten

der Logistikbasis der Armee sind für uns

sehr zentral. Müssten wir all diese Kosten

selber tragen, wäre unser Eventbudget um

ein Mehrfaches belastet.»

Ivo Damaso, OK-Präsident des Engadiner Skimarathons

«Die Armee verfügt als einzige Institution

der Schweiz über die nötigen Bestände,

die es braucht, um eine Herausforderung

wie das WEF in Davos meistern zu können.

Sie leistet im Rahmen des subsidiären Einsatzes

am Boden wertvolle Unterstützung

und übernimmt in der Luft auch Teile des

Polizeidienstes.» Oberst Beat Eberle, Kommandant der

Kantonspolizei Graubünden und Gesamteinsatzleiter WEF 2011

Bild: © EDA, Präsenz Schweiz «Kanton und Bund wünschten

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Nicht nur diverse Formationen der Armee,

sondern auch Grenzwachtkorps und Polizei

greifen auf die Aufklärungsdrohnen

der Luftwaffe zurück. «Die Drohne ADS 95

ist ein wichtiges Hilfsmittel zur Bekämpfung

des organisierten Schmuggels und

der grenzüberschreitenden Kriminalität –

so auch der Schleuserkriminalität. Dank

ihrer Echtzeitbilder stellt sie vor allem im

unübersichtlichem Gelände ein entscheidendes

Unterstützungsmittel dar.»

Brigadier Jürg Noth, Chef Grenzwachtkorps

«Die Zusammenarbeit zwischen der Humanitären

Hilfe des Bundes und dem VBS

beziehungsweise der Armee ist ausgezeichnet.

Sie ist geprägt von einem kameradschaftlichen

Geist. Die erbrachten

Leistungen, sei es anlässlich von Rettungseinsätzen

der Rettungskette Schweiz oder

beim Heli-Löscheinsatz in Israel, waren

professionell.» Toni Frisch, Stellvertretender Direktor,

Delegierter humanitäre Hilfe und Chef des Schweizerischen Korps

für Humanitäre Hilfe (SKH); Chairman of the International Search

and Rescue Advisory Group (INSARAG)

Im Dezember 2010 beteiligte sich die Luftwaffe

im Auftrag des Eidgenössischen Departements

für auswärtige Angelegenheiten

(EDA) an den Löscharbeiten bei den

Waldbränden im israelischen Carmel-Gebiet.

«Der erfolgreiche Einsatz der Schweizer

Armee bei der Bekämpfung des grössten

Waldbrandes in der Geschichte Israels

war ein erfreuliches und hoch willkommenes

Zeichen der Solidarität in einer Notsituation.

Es sind solche Einsätze, die es unserer

Armee ermöglichen, ihr internationales

Kontaktnetz aufrechtzuerhalten und sich

weiterzuentwickeln.»

Walter Haffner, Schweizer Botschafter in Tel Aviv

Die Wahrung der Lufthoheit über der

Schweiz ist eine hoheitliche Aufgabe, welche

BAZL und Luftwaffe gemäss einer

bundesrätlichen Verordnung gemeinsam

wahrnehmen. «Im heute dicht beflogenen

Schweizer Luftraum gilt es, militärische Einsätze

und Trainings mit dem kommerziellen

Luftverkehr und der Freizeitaviatik zu koordinieren.

Das ist in unserem kleinen Land

eine anspruchsvolle Aufgabe, die aber gerade

auch wegen der konstruktiven Zusammenarbeit

von BAZL und Luftwaffe gemeistert

werden kann.»

Peter Müller, Direktor des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL)

Der mit einer Wärmebildkamera (FLIR)

ausgerüstete Super Puma der Luftwaffe

wird bei Personensuchen regelmässig zugunsten

ziviler Behörden eingesetzt. «Bei

Nacht und vor allem bei tiefen Temperaturen,

wenn ein Auffinden von vermissten Personen

schnell gefordert ist, liefert der FLIR-

Puma der Einsatzleitung ausgezeichnete

Ergebnisse. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor

ist die eingespielte, professionelle und effiziente

Zusammenarbeit aller beteiligten

Rettungskräfte am Boden und in der Luft.

Im Kanton Graubünden führten bereits vier

FLIR-Einsätze zu Vollerfolgen.»

Marcel Suter, Stabschef der Kantonspolizei Graubünden

«Dank des Engagements der Armee im Rahmen

der Operation REMOVE können jedes

Jahr ungenutzte Seilbahnen und Kabel abgebaut

werden. Davon profitiert die Flugsicherheit

im Allgemeinen und bei Löscheinsätzen

gegen Waldbrände im Besonderen.»

Aron Ghiringhelli, Ingenieur beim 4. Forstkreis des Kantons Tessin


Die Hilfe der Armee

vielseitig, kompetent und willkommen.

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Weiterentwicklung der Armee

Unterstützung

der zivilen Behörden

Heute leistet die Schweizer Armee das Gros der Einsätze zur Unterstützung

ziviler Behörden (sogenannte Schutz- und Sicherungseinsätze),

wenn deren Mittel zur Bewältigung einer aussergewöhnlichen

Lage nicht mehr ausreichen.

So unterstützte die Armee in den letzten Jahren die kantonalen

Polizeikorps beim Schutz von internationalen Konferenzen

(z. B. Frankophoniegipfel, World Economic Forum), sowie die kantonalen

Behörden bei der Gewährleistung der Sicherheit während

Grossveranstaltungen (z. B. EURO 08).

Im Fall einer Katastrophe ist die Armee innert Stunden vor Ort,

um die Feuerwehr, die Sanität und den Zivilschutz bei der Rettung zu

unterstützen – sowohl in der Schweiz als auch im Ausland (z. B. die

Unwetter in der Schweiz 2007 oder der Löscheinsatz in Israel 2010).

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Die Aufgaben der Armee

Gemäss Bundesverfassung hat die Schweizer Armee

drei Aufgaben:

• Sie schützt das Land und die Bevölkerung vor einem

militärischen Angriff.

• Sie hilft den zivilen Behörden bei der Bewältigung von

Katastrophen, bei Gefährdungen der inneren Sicherheit

sowie in anderen ausserordentlichen Lagen.

• Und sie leistet Beiträge zur Friedensförderung.

Verteidigung

Die Kernaufgabe der Armee ist und bleibt die Verteidigung des

Landes und der Bevölkerung gegen einen militärischen Angriff,

am Boden wie in der Luft. Da dies heute wenig wahrscheinlich

ist, braucht es keine dauernde Bereitschaft für den Kriegsfall. Das

wäre enorm kostspielig.

Die Armee muss aber in der Lage sein, mit einem minimalen,

gut ausgerüsteten Teil moderne Kriegführung am Boden und in der

Luft zu trainieren. Nur mit einem solchen Kern lässt sich die Fähigkeit

im Bedarfsfall zeitgerecht ausbauen.


Friedensförderung

Schweizer Armee-Angehörige helfen im Auftrag internationaler

Organisationen mit, nach Kriegen und Krisen wieder eine stabile

Ordnung aufzubauen. Denn eine friedlichere Welt kommt auch

der Schweiz zugute.

Bild: © EDA, Präsenz Schweiz

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12

Weiterentwicklung der Armee

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Die Weiterentwicklung

der Armee

Die Armee konnte bisher alle geforderten Einsätze erfüllen, jedoch

in den letzten Jahren zunehmend auf Kosten der Substanz: Im Fall

eines grossräumigen, ausserordentlichen Ereignisses würden zunehmend

das notwendige Personal und Material fehlen. Die Tatsache,

dass die Armee in den letzten Jahren ihr Budget bereits massiv gekürzt

hat, trägt das Ihrige dazu bei: 1990 flossen knapp 18 Prozent

des Bundeshaushalts in die militärische Landesverteidigung, 2011

sind es gerade noch 7 Prozent. Für das gute Funktionieren der Armee

ist es jedoch zwingend, dass Aufgaben, Leistungen und Mittel

wieder ins Gleichgewicht kommen.

Wie jede grosse Firma oder Organisation – und wie die Armeen

unserer Nachbarländer – muss sich deshalb auch die Schweizer

Armee konstant weiterentwickeln. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben

muss sie ausserdem gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen

sowie neuen Bedrohungen (z. B. Cyber-Angriffe) Rechnung tragen.

Auch der Spardruck von Seiten der Politik und aktuelle Mängel

machen eine Weiterentwicklung nötig.

Die Eckwerte

Folgende Eckwerte sollen beibehalten werden:

• die Neutralität;

• das Milizsystem;

• die Militärdienstpflicht.

Das Grundmodell im Armeebericht 2010

Im Armeebericht 2010 wird erstmals genau definiert, was unsere Armee

mit welchen Mitteln und für welche Dauer leisten können muss:

• Ru nd 22 000 AdA sollen permanent eine genügende Grundfähigkeit

für die Verteidigung am Boden und in der Luft sicherstellen.

• Die zivilen Behörden sollen mit bis zu 35 000 AdA bei der Bewältigung

ausserordentlicher Lagen unterstützt werden.

• Für Basisleistungen zugunsten von Bereitschaft und Betrieb sowie

für Aufgaben für Dritte sind rund 22 000 AdA vorgesehen.

• Und schliesslich sollen im Rahmen internationaler Friedensförderung

und zur Unterstützung humanitärer Hilfeleistungen im

Ausland bis 1000 AdA eingesetzt werden können.

• Dies ergibt einen neuen Sollbestand von ca. 80 000 AdA gegenüber

dem heutigen Sollbestand von 120 000 AdA.

Varianten zum Grundmodell

Varianten mit Sollbeständen von 60 000, 100 000 und 120 000 AdA

wurden im Auftrag der Sicherheitspolitischen Kommission des Ständerats

ausgearbeitet. Sie wirken sich in erster Linie auf die mögliche

räumliche Ausdehnung und Dauer der Leistungen aus und damit

auch auf die Kosten.


Einen Grenzabschnitt überwachen

Transversalen überwachen

Objekte überwachen

Unterstützung zur Katastrophenhilfe

Operative Reserve

Sollbestand: 60 000

Sollbestand: 80 000

Sollbestand: 80 000 ROBUST

Sollbestand: 100 000

Sollbestand: 120 000

Wie weiter?

2011

Umsetzungsplanung (konkrete Konzepte z. B. für die Ausbildung in

RS, Kaderschulen und WK sowie für die Sparaufträge)

2011–2013

Beratung und Verabschiedung des Armeeberichts 2010 sowie der

erforderlichen Gesetzesänderungen im Parlament

2014

evtl. Referendum

2015–2020

schrittweise Umsetzung der Weiterentwicklung der Armee

Bild: © EDA, Präsenz Schweiz

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14

Weiterentwicklung der Armee

«Man kann nicht dauernd von Sicherheit

sprechen und dann doch darauf verzichten,

wenn es kostet.»

Gespräch mit Korpskommandant André Blattmann, Chef der Armee

«Wir wissen nicht, was morgen passiert»

Im Fall eines unvorhergesehenen, grossen Ereignisses – beispielswei-

se einer Naturkatastrophe – wäre die Armee die einzige Sicherheits-

reserve der Schweiz, sagt Korpskommandant André Blattmann. Er

könne deshalb nicht genug betonen, dass die im Armeebericht 2010

skizzierten Abbau- und Sparpläne eine Leistungsreduktion um mehr

als einen Drittel gegenüber heute bedeuten würden.

Interview: Christian Dorer, Chefredaktor az Aargauer Zeitung

Herr Blattmann, Sie müssen die Armee massiv verkleinern. Was

bedeutet das für den einzelnen Soldaten?

Die Wehrmänner werden sich vermehrt zu Spezialisten entwickeln.

Zudem werden in Zukunft möglicherweise weniger Diensttage geleistet.

Wir arbeiten zurzeit an einem Modell, das zeigen soll, wie lange

die Rekrutenschule dauern soll und wie viele Wiederholungskurse

nötig sind.

Die Grösse der künftigen Armee steht noch nicht definitiv fest: Sie

haben vier Varianten berechnet – mit 60 000, 80 000, 100 000 und

120 000 Soldaten – und kommen zum Schluss, eine kleinere Armee

komme praktisch nicht günstiger. Wie kann das sein?

Wir bilden pro Jahr 20 000 Rekruten aus. Ob diese drei, vier, fünf

oder sechs Jahre in den WK kommen, macht den Unterschied aus,

wie gross die Armee ist. Der WK ist aber sehr viel günstiger als die

Rekrutenschule, deren Kosten für die Ausbildung ohnehin anfallen.

Der Bundesrat geht von 80 000 Soldaten aus, die Sicherheitspolitische

Kommission des Ständerats verlangte die Berechnung von vier

Varianten.

Der Bundesrat will auch, dass Sie sparen. Was kann die Armee in

Zukunft nicht mehr leisten, was sie heute leistet?

Wenn bei einem ausserordentlichen Ereignis mehrere Kantone oder

Städte gleichzeitig Hilfe benötigen, werden wir rasch an unsere

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Grenzen stossen. Bei einer Reduktion von 120 000 auf 80 000 Mann

fällt ein Drittel der Soldaten weg – und mehr als ein Drittel der

Leistung, weil eine gewisse Grundleistung immer für den Betrieb

der Armee gebraucht wird.

Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es kein Ereignis mehr, für das so viele

Soldaten gebraucht wurden.

Das stimmt, unsere WK-Soldaten reichen meistens für unsere Einsätze.

Aber die Armee ist ja gerade eine Reserve für besondere und

ausserordentliche Situationen, die wir uns nicht wünschen. Wenn

man zuschaut, was in der Welt zurzeit geschieht, können wir grössere

Ereignisse nicht ausschliessen. Das Erdbeben in Christchurch,

Neuseeland, ist vergleichbar mit dem Erdbeben in Basel im Jahr

1356. Unsere 35 000 Mann, die wir zugunsten der zivilen Behörden

einsetzen könnten, wären sofort ausgeschöpft. Nach einem solchen

Erdbeben braucht es Rettungs- und Genietruppen, Übermittlungstruppen

– da Handys nicht mehr funktionieren –, Transportmittel

am Boden und in der Luft, und eine Infanterie, die Plünderungen

verhindert. Ein solches Szenario veranschaulicht, dass wir schnell

zu wenig Truppen hätten und an unsere Grenzen stossen würden.

Warum gelingt es Ihnen nicht, die Politik davon zu überzeugen?

Die Politik hat verstanden, dass es ausser der Armee niemanden gibt,

der nach einer Katastrophe helfen könnte. Der Bundesrat hat mir

nun aber den Auftrag erteilt, mit 80 000 Mann und 4,4 Milliarden

auszukommen. Bundesrat Maurer und ich sind zur Erkenntnis gekommen,

dass uns eine Milliarde fehlt. Wir müssen nun sehen, wo

wir die Milliarde sparen wollen.

Wo werden Sie Abstriche machen?

Das kann ich noch nicht sagen. Wir sind daran, Vorschläge auszuarbeiten.

Die Resultate liegen Ende August vor.

Anders gefragt: Was ist sakrosankt?

Unsere Kernkompetenz ist noch immer die Landesverteidigung.


«Sicherheit ist eine der Grundlagen für die

Erfolgsstory Schweiz.»

Die Schweizer Armee darf nicht zur Aufräumtruppe werden. Die

herkömmliche Verteidigung am Boden und in der Luft ist bereits sehr

stark reduziert, da liegt kein Abbau mehr drin.

Sakrosankt ist also ausgerechnet der Bereich, dessen Nutzen am

umstrittensten ist: Niemand kann sich ernsthaft einen Krieg in der

Schweiz vorstellen.

Wenn er aber eintritt, ist das der schlimmstmögliche Fall überhaupt.

Schauen Sie, was derzeit in Nordafrika passiert: Niemand erwartete

dort Umstürze. Im Gegenteil, Nordafrika zählte zu den stabilen

Regionen. Ich trat mit meiner Ereigniskarte in Europa in einen

Fettnapf und wurde stark kritisiert. Leider hat sich vieles in diese

Richtung entwickelt.

Dann kommt Ihnen dieser Krieg in Ihrer Argumentation für eine starke

Armee gelegen?

Wenn ich das Leiden der Menschen sehe, kann und darf mir das nicht

egal sein. Es zeigt aber klar, dass wir nicht wissen, was heute oder

morgen passiert. Dafür müssen wir parat sein.

Herr Blattmann, Sie sind ein grosser Verfechter der Milizarmee…

… ja, denn für die Schweiz gibt es kein besseres System, als wenn jeder

persönlich seinen Teil zur Sicherheit von Land und Leuten beiträgt.

Warum eigentlich? In unseren Nachbarländern wurde die Wehrpflicht

reihum abgeschafft.

Und reihum funktioniert es nicht! Mein französischer Amtskollege

erzählte mir, dass 52 Prozent seines Budgets für die Personalausgaben

draufgehen; fast alle haben zu wenig Soldaten oder nicht die

gewünschte Qualität. Wichtiger aber: In dieser Frage ist die Schweiz

wirklich ein Sonderfall und einzigartig, weil sie von unten gewachsen

ist. Unsere Nachbarländer hingegen sind aus Monarchien entstanden.

Das ist eine andere Ausgangslage.

Viele Schweizer finden aber auch: Eine Armee ja – aber bitte ohne mich.

Die Frage stellt sich in der Tat, wie viele ohne Wehrpflicht überhaupt

noch Dienst leisten würden – und was es kostet: Für 10 000 Berufssoldaten

rechnen wir ungefähr mit einer Milliarde Franken. Im

Ernstfall sind 10 000 Mann zu wenig, in normalen Zeiten viel zu viel:

Bild: © EDA, Präsenz Schweiz

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Bild: © EDA, Präsenz Schweiz

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Weiterentwicklung der Armee

Ein Berufssoldat kostet auch ohne Einsatz. Das werden zum Beispiel

jene Länder merken, die ihre Truppen aus Afghanistan abziehen.

Könnten Sie nicht einfach auf die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge

verzichten – und die Geldsorgen wären gelöst?

Man kann nicht dauernd von Sicherheit sprechen und dann doch

darauf verzichten, wenn es kostet. Eine wirksame Luftwaffe ist ein

unentbehrliches Element für die Sicherheit des Landes, sie ist quasi Teil

der Versicherung der Schweiz. Eine Versicherung schliesst man immer

ab, bevor es zu einem Ereignis kommt, mit dem niemand rechnet.

Das Parlament konnten Sie noch nicht davon überzeugen.

Wir sind auf gutem Weg. Der Nationalrat hat eine Motion überwiesen,

gemäss der wir schon in derchsten Legislatur neue Kampfflugzeuge

beschaffen können. Das stimmt mich positiv. Zudem haben wir ein

grösseres Rüstungsprogramm erhalten als wir beantragten.

Das Problem ist doch: Dem Staat fehlt das Geld an allen Ecken und

Enden. Sind Bildung, Gesundheit und Infrastruktur nicht schlicht

wichtiger als die Armee?

Ich bin, wie jeder Schweizer, auch daran interessiert, dass wir einen

attraktiven öffentlichen Verkehr haben, dass die Autobahnen in einem

guten Zustand sind und das Gesundheitswesen funktioniert. In den

vergangenen 15 Jahren jedoch wurde einzig das Budget der Armee

reduziert. Deshalb stimmt das Gleichgewicht nicht mehr. Denn: Wenn

wir nicht mehr in den Zug einsteigen oder die Autobahn benutzen

können, weil es die Sicherheitslage nicht mehr zulässt, bringt uns auch

die beste Infrastruktur nichts. Sicherheit ist eine der Grundlagen für

die Erfolgsstory Schweiz.

Sie gehen regelmässig auf Truppenbesuch. Was sind die Sorgen an der

Front?

Die Truppen leisten hervorragende Arbeit. Doch dafür brauchen sie

gutes Material. Davon haben wir zu wenig. Inzwischen konnten wir

die Situation etwas verbessern, aber es ist noch nicht befriedigend. Milizsoldaten,

die aus dem zivilen Leben herausgerissen werden, müssen

auch in der Armee vernünftig arbeiten können.

Gibt es einen Punkt, wo Sie den Abbau der Armee nicht mehr verantworten

können?

Wenn bei der Weiterentwicklung der Armee die Truppen nicht mehr

Material erhalten würden und dadurch nicht arbeiten könnten, wäre das

unglaubwürdig und ich müsste dann wohl sagen, dass ich der Falsche

für die Aufgabe des Armeechefs bin. n

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Bild: Ueli Liechti / ZEM

Korpskommandant André Blattmann, Chef der Armee, im Gespräch

mit Christian Dorer: «Nehmen wir ein Erdbebenszenario ähnlich

jenem in Christchurch, Neuseeland: Da hätten wir schnell zu wenig

Truppen und würden an unsere Grenzen stossen.»

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