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Musiker Magazin 03/2015

REVOLVERHELD – Immer in Bewegung "Wir sind keine Band, die ein Kunstprodukt ist und affektiert auf der Bühne steht." Deutscher Rock & Pop Preis 2015 78Twins – "Fast Beinahe Bekannt" Viola Tamm & Band – Samtig grell und anmutig dreckig! Nobody Knows – Postmoderne, bundesrepublikanische Folklore mit nordwesteuropäischer Note und ostokzidentaler Rhythmik Lady Moustache – Rauer und energiegeladener Sound Saris– Durch die Nische zum Erfolg DCseven – Mal rockig, mal funky, und dabei immer selbst gemacht Matthias Weisheit – Gitarrist, Singer-Songwriter, Bassist, Komponist, Textdichter, Produzent/Arrangeur, Lehrer/Dozent April Art – Kickender Crossover/Alternative Rock mit weiblicher Powerstimme und garantiert feinstem Abgehpotenzial Interview mit Paul-Gerhard Lange Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 3: Johnny Winter – Wintertime Again Es geht auch ohne Plattenfirma – aber nicht ohne deren Arbeit Als Musiker reicht mir doch eine Privathaftpflicht, oder?

REVOLVERHELD – Immer in Bewegung
"Wir sind keine Band, die ein Kunstprodukt ist und affektiert auf der Bühne steht."

Deutscher Rock & Pop Preis 2015

78Twins – "Fast Beinahe Bekannt"

Viola Tamm & Band – Samtig grell und anmutig dreckig!

Nobody Knows – Postmoderne, bundesrepublikanische Folklore mit nordwesteuropäischer Note und ostokzidentaler Rhythmik

Lady Moustache – Rauer und energiegeladener Sound

Saris– Durch die Nische zum Erfolg

DCseven – Mal rockig, mal funky, und dabei immer selbst gemacht

Matthias Weisheit – Gitarrist, Singer-Songwriter, Bassist, Komponist, Textdichter, Produzent/Arrangeur, Lehrer/Dozent

April Art – Kickender Crossover/Alternative Rock mit weiblicher Powerstimme und garantiert feinstem Abgehpotenzial

Interview mit Paul-Gerhard Lange

Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 3: Johnny Winter – Wintertime Again

Es geht auch ohne Plattenfirma – aber nicht ohne deren Arbeit

Als Musiker reicht mir doch eine Privathaftpflicht, oder?

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DCseven<br />

Mal rockig, mal funky<br />

und dabei<br />

immer selbst gemacht<br />

Lady Moustache<br />

Rauer und<br />

energiegeladener Sound<br />

Viola Tamm<br />

& Band<br />

Samtig grell<br />

und anmutig dreckig<br />

»Wir sind<br />

keine Band, die ein<br />

Kunstprodukt ist<br />

und affektiert<br />

auf der Bühne steht.«<br />

REVOLVERHELD


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Rock, Pop, Funk & Soul, Hard Rock, Alternative, Metal, Jazz-Rock, Rhythm & Blues, New Age,<br />

Reggae, Latin-Pop, Folkrock, Country, Gospel, Musical, Punk, Fusion-Jazz-Rock,<br />

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Anmeldegebühren pro Kategorie: € 20,– DRMV-Mitglieder / € 30,– DRMV-Nichtmitglieder (Bitte den Bewerbungsunterlagen beilegen.)<br />

Teilnahmegebühr: € 150,– je Hauptkategorie bei Auswahl durch die Bundesjury<br />

(Kostenlos: 50 Festival-Eintrittskarten im Wert von € 1000,– für eigene Gäste/Fans)<br />

Teilnahmegebühr: € 100,– je Sonder- oder Nebenkategorie bei Nominierung durch die Bundesjury<br />

(Kostenlos: 50 Festival-Eintrittskarten im Wert von € 1000,– für eigene Gäste/Fans)<br />

INFOS: Deutsche Popstiftung • Kolberger Straße 30 • 21339 Lüneburg<br />

Tel: 0 41 31/ 23 30 30 • Fax: 0 41 31/2 33 <strong>03</strong> 15 • E-Mail: info@drmv.de / info@deutschepopstiftung.de<br />

Gefördert aus Mitteln der Deutschen Popstiftung,<br />

des Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verbandes e.V., des Kulturellen Jugendbildungswerkes e.V.<br />

Bisher publiziert und gesendet vom ZDF (Heute Journal, Aspekte, 3SAT), der ARD (BR, SWF, SR, WDR, NDR, HR) sowie VH-1 und SAT1.<br />

Jährlich publiziert über dpa in über 2.000 Tageszeitungen und Musikzeitschriften.<br />

12. Dezember <strong>2015</strong>, Kongresszentrum Siegerlandhalle – Siegen


10 STORIES<br />

REVOLVERHELD<br />

»Sich ganz auf die Musik konzentrieren zu können,<br />

war das große Ziel. Das haben wir geschafft.<br />

Dass wir das erreicht haben, ohne uns zu verbiegen, ist schön.«<br />

Die Jungs von Revolverheld waren zweimal<br />

beim Bundesvision Song Contest dabei,<br />

schnitten beide Male erfolgreich ab. Ihr Erfolg und<br />

ihre Fangemeinde sind stetig gewachsen. Im April<br />

nahmen sie ein MTV-Unplugged-Konzert auf. Die<br />

Aufnahmen davon erscheinen Anfang Oktober.<br />

Im Interview erzählen die <strong>Musiker</strong>, wie sie ihren<br />

Weg nach oben erlebt haben, geben Einblicke in<br />

den Band-Alltag und berichten vom MTV-Un -<br />

plugged-Konzert.<br />

MM: Ihr blickt mittlerweile auf eine 13-jährige<br />

Bandgeschichte zurück. Was waren Höhe -<br />

punkte? Welche Tiefen gab es?<br />

REVOLVERHELD: Als wir angefangen haben,<br />

waren wir frisch aus Schulbands und haben überlegt,<br />

dass wir professioneller Musik machen wollen,<br />

haben Wettbewerbe mitgemacht. Wir haben<br />

vor null Leuten gespielt, wir haben in Hamburg<br />

im Logo gespielt und haben unsere Freunde ein-<br />

geladen. Das Schöne ist, bei uns ist es stetig<br />

gewachsen. Wir sind dann drangeblieben, haben<br />

am Anfang das Booking selber gemacht, haben<br />

die Demos produziert. Das war das Geheimnis,<br />

dass wir fleißig und organisiert waren.<br />

Wir haben unseren Plattenvertrag unterschrieben<br />

und dann ging es rasant bergauf. Unser erstes<br />

Album ist gut eingestiegen und beim Bundesvision<br />

Song Contest 2006 sind wir Zweiter geworden.<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


STORIES 11<br />

MM: Habt ihr vorher nicht so an euch ge -<br />

glaubt und sagt ihr, das war ausschlag ge -<br />

bend?<br />

REVOLVERHELD: Wir haben immer an uns ge -<br />

glaubt. Aber das war das erste Mal eine große<br />

Fernsehshow mit krasser Konkurrenz. Das war<br />

eine sehr große Bühne für uns. Wir haben nicht<br />

damit gerechnet, dass wir als kleine Newcomer-<br />

Band so weit oben landen. Das war ein Höhe -<br />

punkt. Wir sind aber nicht durch die Decke ge -<br />

gangen, wie man das vielleicht erwartet, sondern<br />

wir haben angefangen, in Deutschland, Österreich<br />

und der Schweiz in kleinen Clubs zu spielen.<br />

Es war ständig ein Wachstum zu erkennen.<br />

Das war schön. Wir haben fleißig Alben aufgenommen.<br />

Natürlich gab es auch Tiefen. Gerade<br />

in den Anfangszeiten war es schwierig, Konzerte<br />

zu spielen. Wir hatten einige Konzerte, wo gar<br />

keine Leute da waren; null zahlende Gäste. Das<br />

waren Tief punkte, aber das ist die normale<br />

Entwicklung. Das macht jede Band durch. Am<br />

Anfang spielt man vor leerem Haus. Das war bei<br />

uns nicht anders. Bei uns ist es so, dass wir nicht<br />

aufgehört haben, an uns zu glauben. Wir waren<br />

uns sicher mit dem, was wir machen, mit den<br />

Songs, die wir schreiben, mit der Art und Weise,<br />

»Wir sind keine Band,<br />

die ein Kunstprodukt ist<br />

und affektiert<br />

auf der Bühne steht.«<br />

wie wir aufnehmen und wie es klingen soll. Wir<br />

haben uns nicht beirren lassen. Auch nicht von<br />

irgendwelchen Plattenfirmen, oder Ver lagsmen -<br />

schen, die gesagt haben, wir müssen etwas anderes<br />

machen. Es gab ein Ge spräch mit einem A&R<br />

einer großen Platten firma, der sagte, wir sollten<br />

den Gitarristen rausschmeißen und nur Klavier -<br />

begleitung haben. Es war gut, dass wir da nicht<br />

mehr 16, sondern Mitte 20 und sicher waren,<br />

mit dem, was wir machen. Der eigene Kopf ist bis<br />

heute geblieben. Das ist wichtig für eine Band.<br />

MM: Ihr habt recht klein angefangen, seid<br />

dann aber durchgestartet. Was waren wichtige<br />

Meilensteine auf eurem Weg nach oben?<br />

REVOLVERHELD: Ein Meilenstein war, dass unser<br />

A&R, der uns unter Vertrag genommen hat, zu<br />

einem Konzert gekommen ist. Ich glaube, das ist<br />

nicht normal, da muss man Glück haben. Er war<br />

begeistert von dem, was er gesehen hat. Er ist<br />

über ein halbes Jahr immer mal wieder vorbeigekommen,<br />

um zu gucken, wie sich die Band entwickelt.<br />

Irgendwann hat er den Zuschlag gegeben.<br />

Der erste große Meilenstein für uns. Eine<br />

Woche später waren wir im Studio und haben<br />

das erste Album aufgenommen.<br />

MM: 2014 habt ihr den Bundesvision Song<br />

Contest gewonnen. Was war bei dieser Ver -<br />

anstaltung für euch neu?<br />

REVOLVERHELD: Das ist in erster Linie eine<br />

Show. Wir haben uns im Vorfeld Gedanken ge -<br />

macht über eine Choreographie. Wir hingen wie<br />

Marionetten an Bändern. Natürlich ist der Song<br />

entscheidend, aber wie du dich verkaufst und<br />

dich präsentierst, ist nicht ganz unentscheidend.<br />

Unsere Show war an den Inhalt des Songs „Lass<br />

uns gehen“ angelehnt. Ein deutscher Text, den<br />

man visualisiert, wirkt bei so einem Wettbewerb<br />

viel mehr. Das war das Geheimnis. Und wir haben<br />

einen Nerv getroffen mit dem Thema des Songs.<br />

Wir waren keine Newcomerband mehr. Der Song<br />

lief zu dem Zeitpunkt viel im Radio, die Leute kannten<br />

den. 2006 waren wir eine junge Band, die<br />

8<br />

3/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


12 STORIES<br />

REVOLVERHELD – MTV Unplugged<br />

– ALBUM –<br />

VÖ: 09.10.<strong>2015</strong><br />

– DVD –<br />

VÖ: 09.10.<strong>2015</strong><br />

WWW.REVOLVERHELD.DE | WWW.FACEBOOK.COM/REVOLVERHELD<br />

von Bands wie Seed profitiert hat. 2014 waren wir<br />

eine der etablierteren Bands. Es ist beide Male gut<br />

gelaufen für uns.<br />

MM: Wie entstehen eure Songs?<br />

REVOLVERHELD: Wir haben alle kleine Studios,<br />

machen rudimentäre Songfragmente. Dann gehen<br />

wir in den Proberaum, machen einen Bandsong<br />

daraus. Jeder hat Ideen, die er dazusteuert. Beim<br />

aktuellen Album hat unser Produzent eine große<br />

Rolle im kreativen Prozess gespielt. Wir haben<br />

mehr auf abwechslungsreiche Instrumen tierung<br />

geachtet. Es ist unser vielseitigstes Album. Wir<br />

haben mehr als 50 Songs geschrieben und lange<br />

an jedem einzelnen gefeilt.<br />

MM: Wie ist das, wenn ihr so einen Pool von<br />

Songs habt: Wie entscheidet ihr, welche<br />

Songs auf das Album kommen? Gibt es<br />

manchmal Streit?<br />

REVOLVERHELD: Wir haben glücklicherweise<br />

immer wieder festgestellt, dass wir in entscheidenden<br />

Punkten ähnlich ticken. Das ging schon<br />

los, als wir uns zusammengesetzt haben, um ein<br />

neues Album zu machen. Wir hatten eine ähnliche<br />

Vision, wie es werden sollte. Insofern war die<br />

»Deutsche Musik<br />

trifft definitiv einen Nerv<br />

und ist Zeitgeist.<br />

Wir hoffen, dass das<br />

Grenzen einreißt,<br />

dass Genres ineinander<br />

übergreifen, dass es noch<br />

interessanter wird.«<br />

Songauswahl nicht dramatisch. Das Gros der<br />

Songs stand fest. Wir haben das gefunden, wo<br />

wir alle ein gutes Gefühl hatten. Wir haben gelernt,<br />

unserem Bauchgefühl zu vertrauen. Wenn einer<br />

von uns Magenschmerzen mit einer Entschei dung<br />

hat, wird es nicht gemacht. Sehr zuträglich für<br />

den Prozess ist, dass wir Freunde sind.<br />

MM: Wie oft probt ihr zusammen?<br />

REVOLVERHELD: Wir proben nur für bestimmte<br />

Ereignisse. Wenn eine Tour ansteht, setzen wir uns<br />

in einen Proberaum und erarbeiten ein Pro gramm.<br />

Wenn ein neues Album ansteht, feilen wir an den<br />

Arrangements. Aber es ist nicht so, dass wir uns<br />

jede Woche zum Proben treffen. Das würde gar<br />

nicht funktionieren. Wir sind viel unterwegs, das<br />

ist nicht planbar. Wir spielen zwei bis drei Auf -<br />

tritte die Woche, da brauchen wir nicht mehr zu<br />

proben. Aber für das MTV-Unplugged-Konzert<br />

haben wir uns drei Monate im Probe raum eingeschlossen<br />

und jeden Song neu interpretiert. Wir<br />

haben viel an dem Konzept gefeilt. Das war eine<br />

intensive Probephase.<br />

MM: Was wollt ihr mit eurer Musik erreichen?<br />

REVOLVERHELD: Wir wollen mit der Musik so<br />

weit kommen, dass wir nur noch Musik machen<br />

können. Das ist das Privileg, was wir gerade<br />

genießen und was uns Freude macht. In den An -<br />

fangszeiten mussten wir Studentenjobs machen,<br />

um uns über Wasser zu halten. Sich ganz auf die<br />

Musik konzentrieren zu können, war das große<br />

Ziel. Das haben wir geschafft. Das ist viel wert.<br />

Dass wir das erreicht haben, ohne uns zu verbiegen,<br />

ist schön. Wir sind keine Band, die ein Kunst -<br />

produkt ist und affektiert auf der Bühne steht.<br />

MM: Wie beurteilt ihr den aktuellen Musik -<br />

markt in Deutschland?<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


REVOLVERHELD: Deutschsprachige Musik ist so<br />

erfolgreich wie nie zuvor. Das ist eine super Ent -<br />

wicklung. Als wir angefangen haben mit unserer<br />

Musik, gab es die Diskussion, ob es eine deutsche<br />

Quote im Radio geben soll. Heute gibt es fast<br />

mehr deutschsprachige Musik als englische im<br />

Radio. Die Vielfalt ist total krass. Es gibt in jedem<br />

Genre deutschsprachige Musik. Die Qualität ist<br />

mit der Quantität gestiegen. Die Hörgewohn heiten<br />

der Leute haben sich verändert. Es ist wichtig,<br />

dass ein deutscher Text gut ist, die Leute hören<br />

darauf. Wir sind dankbar, dass wir ein Teil davon<br />

sind. Wir sind gespannt, wo die Entwicklung hingeht.<br />

Wir glauben, dass die Vielfalt wächst und<br />

die Qualität steigt. Deutsche Musik trifft definitiv<br />

einen Nerv und ist Zeitgeist. Wir hoffen, dass das<br />

Grenzen einreißt, dass Genres ineinander übergreifen,<br />

dass es noch interessanter wird.<br />

MM: Was mögt ihr lieber – Studio-Auf nah -<br />

men oder Live-Auftritte?<br />

REVOLVERHELD: Wir sind froh, dass wir beides<br />

haben können. Im Studio macht es viel Spaß, die<br />

Songs auseinanderzunehmen und anders zu -<br />

sammenzusetzen und eine Entwicklung zu sehen.<br />

Dieser Prozess ist spannend. Es hat seinen Reiz,<br />

an Sounds herumzuspielen, verschiedene Auf -<br />

nahmetechniken auszuprobieren, mit den Songs<br />

zu arbeiten und das Beste aus einem Song herauszuholen.<br />

Aber wenn man das ein paar Wochen<br />

gemacht hat, ist man froh, wenn man rauskommt,<br />

um die Musik zu präsentieren. Vor Publikum zu<br />

spielen ist ein einzigartiger Mo ment. Das wollen<br />

wir uns nicht nehmen lassen. Insofern ist es toll,<br />

beides zu haben. Es ist spannend, wie Songs<br />

sich live verändern, wie sie sich nach der Studio -<br />

produktion weiterentwickeln.<br />

MM: Im April habt ihr ein MTV-Unplugged-<br />

Konzert aufgenommen. Was war das Be son -<br />

dere bei diesem Konzert?<br />

REVOLVERHELD: Es war eine riesengroße Ehre,<br />

dass wir gefragt wurden. Wir sind in den 90ern<br />

groß geworden mit den legendären Unplugged-<br />

Konzerten von Eric Clapton, Nirvana, Pearl Jam.<br />

Als die Anfrage an uns kam, dachten wir, MTV<br />

habe sich verwählt. Wir wollten etwas Beson de -<br />

res machen. Wir haben das Konzert in drei Akte<br />

eingeteilt und versucht, alle unterschiedlich zu<br />

machen. Wir haben uns für jeden Block Arran -<br />

geure geholt. Das war viel Arbeit. Wir haben uns<br />

drei Bühnenbilder überlegt, die thematisch zu<br />

unseren Songs passen. Es gab jemanden, der<br />

von Set zu Set überleitete und eine Ge schich te<br />

erzählte, die eine Klammer bildete. Wir haben viel<br />

Liebe ins Detail gesteckt. Es ist eine Entertain -<br />

ment-Show geworden. Das haben die Zuhörer<br />

STORIES 13<br />

genossen. Es gab lange Umbaupausen, aber<br />

trotz dem ist die Stimmung die ganze Zeit oben<br />

geblieben. Die Leute haben gemerkt, dass wir uns<br />

etwas dabei gedacht haben. Es war kein nor males<br />

Konzert. Genau das wollten wir erreichen: etwas<br />

Spezielles, wovon wir unseren Kindern erzählen<br />

können, dass Papa damals gar nicht so uncool<br />

war.<br />

MM: Und wie würdet ihr die Atmosphäre<br />

beschreiben?<br />

REVOLVERHELD: Das Publikum war euphorisch.<br />

Es gab keine Stelle im Set, wo die Stimmung ab -<br />

geflacht ist. Das war auf der Bühne auch so. Es<br />

waren viele <strong>Musiker</strong> da, wir hatten viele Gäste<br />

eingeladen. Hinter den Kulissen war gute Stim -<br />

mung. Alle haben gemerkt, dass es toll ist, dabei<br />

zu sein. Man hat gemerkt, dass es für alle ein<br />

besonderer Abend war. Wir sind gespannt, wie<br />

es nächstes Jahr auf Tour wird. Wir müssen uns<br />

überlegen, wie wir das Konzept auf die Bühne<br />

bringen. Das wird eine Herausforderung. Wir wollen<br />

versuchen, den Gedanken der drei Akte auf<br />

die Bühne zu bringen.<br />

MM: Welche Ziele habt ihr als Band?<br />

REVOLVERHELD: Es ist super gelaufen in den ver -<br />

gangenen Jahren. Wir haben viel erreicht. Aber<br />

das Ziel, was immer über uns steht, ist, dass man<br />

sich Zeit lässt, dass man die Lust an der ganzen<br />

Sache nicht verliert. Wir haben gelernt, dass es<br />

wichtig ist, dass man nichts überstürzt oder un -<br />

inspiriert macht. Das allerwichtigste Ziel ist, dass<br />

wir lange zusammen Musik machen. Wenn wir<br />

mit 60 noch auf der Bühne stehen, ist das gut.<br />

MM: Was würdet ihr jungen deutschsprachigen<br />

<strong>Musiker</strong>n raten?<br />

REVOLVERHELD: Tipps zu geben ist schwierig,<br />

weil jeder einen eigenen Weg hat. Jeder muss für<br />

sich herausfinden, was das Beste ist. Für uns war<br />

wichtig, dass man auf der einen Seite nicht beratungsresistent<br />

ist, sich aber auf der anderen Seite<br />

nicht zu viel reinreden lässt. Man muss auf sich<br />

selbst hören. Wenn man sich darauf verlässt, ent -<br />

wickelt man sich in die richtige Richtung. Wenn<br />

man sich in eine Form reinpressen lässt, die einem<br />

nicht liegt, ist das nicht gut. Das ist das Einzige,<br />

was wir mitgeben können. Ansonsten hat jeder<br />

seine eigene Entwicklung vor sich. Wenn man an<br />

sich glaubt und daran arbeitet, sich organisiert<br />

und Gas gibt, kriegt man eine Chance.<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTOS: BENEDIKT SCHNERMANN<br />

LIVE-FOTO: TIM KRAMER<br />

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14 STORIES<br />

Mit dem Kleinbus durch<br />

die Republik,<br />

die Instrumente selbst<br />

auf die Bühne wuchten<br />

und jeden Abend<br />

die Gunst des Publikums<br />

erneut erspielen.<br />

Für die 78 Twins ist<br />

das seit Jahren Routine.<br />

Dieser Alltag<br />

wurde jetzt von Peter<br />

Brandt und seinem Team<br />

dokumentiert.<br />

Mit uns hat Bastian Korn über die Entstehung<br />

des Films und über Erfolg gesprochen.<br />

MM: Im Februar hat euer Film „Fast Beinahe<br />

Bekannt“ Premiere gefeiert. Wer hatte die<br />

Idee zu dem Film?<br />

BASTIAN KORN: Die Idee kam von Peter Brandt<br />

(Peter Brandt Remote Recording). Peter hat über<br />

mehrere Jahrzehnte die „Großen“ des Musikge -<br />

78 TWINS<br />

»Fast Beinahe Bekannt«<br />

schäfts live aufgenommen (u. a. die Rolling Stones,<br />

Sting). Er wollte nun eine Band zeigen, die ihre<br />

Ver stär ker noch selbst schleppt. So haben die<br />

Stones (oder jede andere erfolgreiche Band) ja<br />

auch mal angefangen. Für viele großartige, aber<br />

leider un be kannte Bands ist das ihr täglich Brot.<br />

Im Fern sehen sieht man so etwas nicht. Nicht<br />

bei Samu Haber und erst recht nicht bei Dieter<br />

Bohlen.<br />

MM: Der aufgezeigt harte Alltag eines Mu -<br />

sikers dürfte viele Illusionen zerstören. Wolltet<br />

ihr mit diesem Film den Beruf des <strong>Musiker</strong>s<br />

von falschen Vorstellungen be freien?<br />

BASTIAN: Wir hatten das bei den Dreharbeiten<br />

zum Film nicht im Kopf. Ein wenig waren wir hinterher<br />

selbst erschrocken, wie hart manche Szenen<br />

wirken. Wir lieben unseren Job so sehr, dass wir<br />

das gar nicht als so schlimm empfinden. Der Film<br />

zeigt ja auch immer wieder unseren umjubelten<br />

Auftritt im Essener Bahnhof Süd. Es gibt auch<br />

diese vielen tollen Momente: ein großartiger Büh -<br />

nen gig, ein toller neuer Song, emotionale Reak -<br />

tio nen auf unsere Musik von Fans und Freunden.<br />

Es ist doch auch wichtig, dass man Träume und<br />

Illusionen hat. Die haben wir auch heute noch …<br />

MM: Viele träumen von Ruhm und Erfolg,<br />

vergessen dabei aber die harte Arbeit, die<br />

es braucht, um voranzukommen. War das bei<br />

euch früher ähnlich?<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


STORIES 15<br />

BASTIAN: Genau. Das ist sicherlich auch eine der<br />

wichtigen Aussagen des Films. Harte Arbeit ist<br />

die Grundlage für Erfolg, wie auch immer man<br />

Erfolg definiert. Es muss ja nicht immer der Top-<br />

Ten-Hit das Maß aller Dinge sein. Wir leben von<br />

der Musik heute gar nicht so schlecht. Für uns ist<br />

das auch schon ein Erfolg. Am Anfang meiner<br />

Musikkarriere hatte ich mir auch vieles einfacher<br />

vorgestellt. Ich war voll von Träumen und Illusio nen.<br />

Es war ein langer Lernprozess für mich. Gott sei<br />

Dank waren Disziplin und harte Arbeit nur in der<br />

Schule ein Problem für mich.<br />

MM: Der Filmtitel weist selbstironisch auf<br />

eure eigene Situation an. Woran ist bei euch<br />

der große Durchbruch bisher gescheitert?<br />

BASTIAN: Das kann ich nur schwer beurteilen.<br />

Vielleicht fehlte das richtige Timing oder Glück.<br />

Ehrlicherweise muss man natürlich sagen, dass<br />

wir eine Musik machen, die sicherlich in Deutsch -<br />

land nicht so einfach zu vermarkten ist. Piano-<br />

Balladen, Funk und Soul in englischer Sprache,<br />

da ist die Konkurrenz aus England und den USA<br />

schon sehr groß. Am Ende ist aber immer wieder<br />

entscheidend, ob man die richtigen Leute kennenlernt.<br />

Wir haben viele Leute kennengelernt,<br />

aber eben nicht die richtigen.<br />

MM: Was ermuntert euch dazu, trotz aller<br />

Rück schläge weiterzumachen?<br />

BASTIAN: Wir lieben, was wir tun. Das ist für mich<br />

auch die zweite wichtige Aussage des Films: Wenn<br />

du das zu deinem Job machen kannst, was du<br />

liebst, hast du schon gewonnen. Ich bin auch<br />

einfach stolz darauf, dass wir trotz der vielen Rück -<br />

schläge und schwierigen Momente immer noch<br />

da sind. Peter sagte einen Satz zu mir, der mich<br />

wirklich beeindruckt hat: „Umso öfter ich den Film<br />

sehe, desto mehr steigt mein Respekt vor euch.“<br />

Wir meistern auch schwierige Situationen mit Herz<br />

und einer Prise Selbstironie. Außerdem gibt es<br />

mittlerweile auch viele Menschen, denen unsere<br />

Musik etwas bedeutet. Ein Platten mana ger sagte<br />

mal vor vielen Jahren zu mir: „Ich sehe einen Markt<br />

für die 78 Twins, den müsst ihr euch aber live er -<br />

spielen.“ Genau das haben wir getan.<br />

MM: Welche Ratschläge könnt ihr anderen<br />

Bands mit auf den Weg geben?<br />

BASTIAN: Lasst euch von niemandem etwas er -<br />

zählen! Also auch nicht von mir.<br />

MM: Wie lange haben Peter Brandt und sein<br />

Team euch begleitet?<br />

BASTIAN: Insgesamt hat die Produktion schon<br />

ein paar Jahre gedauert. Das war erst ein wenig<br />

anders geplant, aber so ist das ja fast immer bei<br />

solchen Produktionen. Alle hatten total Lust auf<br />

das Projekt und wir haben mit ganz viel Energie,<br />

»Ich bin auch einfach stolz darauf,<br />

dass wir trotz der vielen Rück schläge und schwierigen<br />

Momente immer noch da sind.«<br />

aber auch einer gehörigen Prise Naivität losgelegt.<br />

Das war ja gerade das Schöne und Außer -<br />

gewöhnliche an dieser Sache. Niemand hat uns<br />

getrieben oder uns reingeredet. Peter und Tobias<br />

mussten hinterher aus hundert Stunden Material<br />

einen Film basteln. Das war keine leichte Auf gabe<br />

für sie.<br />

Es hatte so ein wenig was von der „Magical<br />

Mystery Tour“ der Beatles. Für mich (aber ich spreche<br />

natürlich für die ganze Band) waren es eine<br />

große Ehre und ein Vergnügen, mit solchen Men -<br />

schen arbeiten zu dürfen. Das meine ich nicht nur<br />

fachlich, sondern auch menschlich. Es gibt leider<br />

zu wenig solcher Menschen in diesem Business.<br />

MM: Hat sich in dieser Zeit irgendetwas am<br />

Konzept des Films geändert?<br />

BASTIAN: Eigentlich nicht. Er war als Road<br />

Movie geplant und das ist er auch geworden.<br />

MM: Der Film hat im „Glückauf Filmstudio“<br />

in Essen Premiere gefeiert. Was für Rück mel -<br />

dungen haben euch erreicht?<br />

BASTIAN: Wir haben schon am Premiere-Abend<br />

gemerkt, dass die Leute Spaß an diesem Film<br />

haben. Die Unmittelbarkeit (man sitzt praktisch<br />

mit uns im Bus) war für viele Leute faszinierend.<br />

Viele <strong>Musiker</strong> im Saal werden erleichtert festgestellt<br />

haben, dass es uns auch nicht viel besser<br />

geht. Viele Fans haben mir bei den letzten Kon -<br />

zerten erzählt, dass sie den Film schon viele Male<br />

angeschaut haben. Das finde ich wiederum faszinierend.<br />

MM: Peter Rüchel, Erfinder des Rock pa lasts,<br />

verfolgt eure Band schon länger und wird<br />

euch im Oktober auch auf Tour begleiten.<br />

Was können die Zuschauer erwarten?<br />

BASTIAN: Ich glaube, dass diese Kombination<br />

echt spannend ist. Peter hat vor vielen Jahren eine<br />

wahnwitzige Idee in die Tat umgesetzt und eine<br />

kleine Revolution in der medialen Musik land schaft<br />

ausgelöst. Er sagt selbst, dass heute so etwas<br />

nicht mehr möglich wäre.<br />

Bands wie wir hätten damals vielleicht eher<br />

eine Chance gehabt, auf die großen Bühnen zu<br />

kommen. Peter kann großartige Geschichten aus<br />

der Zusammenarbeit mit Rocklegenden erzählen.<br />

Solchen Menschen müssen wir zuhören.<br />

Irgend wann können wir diese Geschichten nicht<br />

mehr aus erster Hand erfahren. Wir werden an<br />

diesen Abenden zu den Geschichten den passenden<br />

Soundtrack liefern. Apropos Soundtrack:<br />

Peter Rüchel hat zu unserer Soundtrack-CD („Fast<br />

Bei nahe Live“) ein sehr schönes Vorwort ge -<br />

schrie ben.<br />

MM: Welchen Wunsch habt ihr für die Zu -<br />

kunft?<br />

BASTIAN: Wir würden gerne in zehn Jahren noch<br />

einen Film mit Peter und Tobias drehen und noch<br />

genauso viel darüber lachen.<br />

WEB: WWW.78TWINS.COM<br />

INTERVIEW: JANA MOYSICH<br />

FOTOQUELLE: WWW.78TWINS<br />

3/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


16 STORIES<br />

VIOLA TAMM<br />

& BAND<br />

Die Energie und das Volumen<br />

ihrer Stimme begeistern. Samtig grell und anmutig dreckig!<br />

Nicht gecastet, sondern gekonnt.<br />

VIOLA TAMM<br />

„Soul 2 Soul“ – SINGLE –<br />

VÖ: 26.07.<strong>2015</strong><br />

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VIOLATAMM.MUSIC<br />

Viola Tamm ist eine junge Rockband, die sich<br />

aus Studenten der Rock Pop Jazz Aka de -<br />

mie Mittelhessen zusammensetzt. Um die Pro -<br />

duktion für ihr erstes Album finanzieren zu können,<br />

startete einer ihrer Dozenten, Bernd Giezek,<br />

eine Crowdfunding-Aktion. Mit Erfolg: Ende vergangenen<br />

Jahres stellten sie das Album „It’s not<br />

logic“ fertig, gewannen den Deutschen Rock &<br />

Pop Preis in den Kategorien „Rock“ und „Beste<br />

Single“.<br />

MM: Bernd, du hast bereits einige Erfah rung<br />

im Bereich Musikproduktion. Du hast unter<br />

anderem das Album „It’s not logic“ von Viola<br />

»Am meisten Spaß hat die Band gemacht.<br />

Es war fantastisch zu sehen,<br />

wie eine Einheit zusammenwächst.«<br />

Tamm produziert. Was war das Be sondere<br />

bei diesem Album bzw. bei der Produktion?<br />

BERND GIEZEK: Das Album hat viele Beson der -<br />

heiten. Zum einen besteht die Band aus ehemaligen<br />

Studenten der Rock Pop Jazz Akademie<br />

Mittelhessen in Gießen. Die Bandmitglieder haben<br />

als Studenten bei mir eine Vorlesung in Musik -<br />

ma nagement gehört. Zweitens haben wir die Pro -<br />

duktion über ein Crowdfunding erfolgreich finanziert.<br />

Drittens haben wir mit Peter Jordan einen<br />

sehr erfolgreichen Musikproduzenten hinzugewonnen.<br />

MM: Wie sah der Entstehungsprozess der<br />

einzelnen Songs aus?<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


STORIES 17<br />

BERND: Die Songs entstehen im Proberaum und sind allesamt ein Team -<br />

work-Produkt. Nur die Texte schreibt Viola allein. Bevor wir ins Studio<br />

gehen, werden im Rahmen von Songwriting-Sessions mit dem Produ -<br />

zen ten gegebenenfalls Kleinigkeiten verändert und verbessert.<br />

MM: Welche Phasen hat das Album durchlaufen?<br />

BERND: Die Songwriting-Session ist die Phase Nummer eins. Dann kommen<br />

in der zweiten Phase diverse Aufnahmetage für die verschiedenen<br />

Instrumente. Anschließend werden der Ge sang und die Backing vocals aufgenommen.<br />

Zum Schluss wird lange gemischt. Dieser Vorgang läuft noch.<br />

MM: Was war eine besondere Herausforde rung für dich?<br />

BERND: Das Crowdfunding war die erste große Hürde. Es hat viel Zeit<br />

und Arbeit der ganzen Band gekostet, um unsere Fans zu mobilisieren.<br />

Aber am Ende hat alles perfekt geklappt. Die nächste Herausforderung<br />

liegt jetzt vor uns. Die Single „Soul 2 Soul“ haben wir an alle Radiosender<br />

in Deutschland geschickt. Jetzt versuchen wir, die Musikredaktionen zu<br />

überzeugen, dass sie die Single unbedingt spielen müssen.<br />

MM: Was hat dir bei der Produktion am meisten Spaß gemacht?<br />

BERND: Am meisten Spaß hat die Band gemacht. Es war fantastisch zu<br />

sehen, wie eine Einheit zusammenwächst. Ich glaube, man hört diese<br />

Einheit auch – nicht nur auf dem Album, sondern besonders bei Live-Auf -<br />

tritten.<br />

Stabil kann<br />

so leicht sein<br />

MM: Wie könnte die Zukunft der Band aus sehen?<br />

BERND: Ich hoffe, dass wir mit der Band in die Charts kommen. Das ist<br />

mein großes Ziel.<br />

MM: Was habt ihr als Nächstes vor?<br />

BERND: Wir schreiben schon Titel für das nächste Album und sind gerade<br />

dabei, Unplugged-Versionen von einzelnen Titeln des aktuellen Albums<br />

aufzunehmen. Am 9. Oktober feiern wir uns selbst mit einer CD-Release-<br />

Party in Gießen. Darauf freue ich mich besonders.<br />

Die neue Generation:<br />

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INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTOS: JAN LAUER; LUDWIG CZAPLA


18 STORIES<br />

NOBODY KNOWS<br />

Postmoderne, bundesrepublikanische Folklore<br />

mit nordwesteuropäischer Note und ostokzidentaler Rhythmik<br />

Seit etwa 15 Jahren tritt die Formation NO -<br />

BODY KNOWS gemeinsam auf. Ihr Musik stil<br />

lässt sich nicht in eine Schublade quetschen.<br />

Max Heckel berichtet über ihren Stil-Cocktail und<br />

über Veränderungen in seiner Musikwelt.<br />

MM: Mit NOBODY KNOWS macht ihr nach<br />

eigenen Angaben „postmoderne, bundesrepublikanische<br />

Folklore mit nordwesteuropäischer<br />

Note und ostokzidentaler Rhythmik“.<br />

Was genau kann man sich darunter vorstellen<br />

und wie kam es zu diesem bunten Cocktail?<br />

MAX HECKEL: Wir haben uns in den Anfangs -<br />

jahren dem Irish Folk zugewandt. Damit war<br />

Schluss, als wir deutschsprachige Impulse einbezogen<br />

und uns stilistisch nicht in statischen<br />

Bahnen bewegt haben. Das puristisch geprägte<br />

Publikum war verstimmt, weil es bei einem Kon -<br />

zert von uns nicht reinen Irish Folk gehört hat.<br />

Darum (und weil ich ein sprachaffiner Mensch bin)<br />

habe ich beschlossen, unsere stilistische Ver -<br />

ortung derart zu verklausulieren, dass niemand<br />

behaupten kann, er habe nicht gehört, was sich<br />

hinter „postmoderne, bundesrepublikanische Folk -<br />

lore mit nordwesteuropäischer Note und ostokzidentaler<br />

Rhythmik“ verbirgt. Das ist ein wenig<br />

Irish Folk, viel Country und Polka, etwas Welt musik<br />

und Pop, aber auch Rap-, Rock- und Punkele -<br />

mente. Dieser stilistische Cocktail ist die Kon se -<br />

quenz unseres Selbstverständnisses, das ich als<br />

„konzeptionelle Konzeptlosigkeit“ bezeichne.<br />

Alle <strong>Musiker</strong> von NOBODY KNOWS haben<br />

andere musikalische Präferenzen und jeder möchte<br />

diese einbringen. Vor ein paar Jahren dachte<br />

ich, dass sich Folk und Rap ausschließen. Heute<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


STORIES 19<br />

»Irgendwo zwischen<br />

„Jazz und Hass“<br />

bleibt viel Platz für<br />

Selbstironie<br />

und Komödiantismus,<br />

Traditionelles<br />

und Eigenes,<br />

eigene und andere<br />

Texte, vor allem<br />

jedoch für unbändige<br />

Spielfreude.«<br />

NOBODY KNOWS<br />

„Kleinstadtrhapsodien“<br />

VÖ: 30.08.2014<br />

NOBODYKNOWS.DE<br />

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NOBODYKNOWS.DE<br />

haben wir diese Grenze überwunden, weil wir die<br />

Vorteile einer pluralen Welt in unserem Bühnen -<br />

schaffen leben.<br />

MM: Ihr seid eine Folk-Gruppe, vertont be -<br />

kannte Gedichte und interpretiert musikalische<br />

Klassiker neu. Dabei geht es euch immer<br />

um Tanzbarkeit. Warum findet ihr das Tanzen<br />

wichtig?<br />

MAX HECKEL: Die Vertonung von Gedichten kam<br />

so: Wir hatten textlich nicht viel zu sagen. Also<br />

haben wir uns bekannter Texte bedient. Wichtig<br />

war, dass die Leute mit uns einen Abend lang ihren<br />

Alltag vergessen, sich die Füße wund tanzen, die<br />

Kehlen wund singen und die Hände schwielig<br />

klatschen konnten. Musik ist für uns in erster Linie<br />

Aus druck einer unbändigen Lebensfreude. Tanzen<br />

ist eine Ausdrucksform, in der Freude Gestalt<br />

annimmt. Wir wollten unterhalten. In den vergan-<br />

genen an der t halb Jahren schlichen sich kritische<br />

Gehalte in unsere eigenen Texte. Aber es bleibt<br />

eine Grat wanderung, unser altes Publikum nicht<br />

zu verlieren und neues hinzuzugewinnen. Dieser<br />

Schritt ist der komplizierteste. Es gilt, die Gleich -<br />

zeitigkeit von U- und E-Musik zu überwinden,<br />

Kritik am Selbst und der Gesellschaft und Welt -<br />

vergessen zu einen sowie Unschönes und Ge -<br />

fällig keit gleich zeitig zu thematisieren.<br />

MM: Ihr macht bereits seit 15 Jahren ge mein -<br />

sam Musik. Wo gibt es manchmal Schwie rig -<br />

keiten? Wie geht ihr mit Kon flikten um?<br />

MAX HECKEL: Wie in jeder Form von Beziehung<br />

haben wir Konflikte. Das fängt damit an, dass<br />

sich niemand darum reißt, den Proberaum oder<br />

den Bandbus sauberzumachen, betrifft aber auch<br />

Dinge wie Bewerbungsarbeit, kreative Differenzen<br />

und die Frage, wie viel Polemik einem Publikum<br />

zuzumuten ist. Da kein Konflikt besser wird, wenn<br />

man ihn schweigt, wird er bei uns umgehend<br />

thema tisiert. Darüber sprechen, anders machen,<br />

Punkt.<br />

»Wenn man<br />

kein starkes Major-Label<br />

im Rücken hat,<br />

kann man zwar Kritik<br />

betreiben, sie aber<br />

nur schwer verkaufen.«<br />

MM: Warum ist Folk eurer Meinung nach<br />

heute immer noch bedeutsam?<br />

MAX HECKEL: Er ist existent und hat seine Zu -<br />

hö rerschaft, was ihn legitimiert. Alle Genres leben<br />

von der erfassbaren Einfachheit ihrer Melodien,<br />

was sie gleichermaßen ohrwurmend wie kritikanfällig<br />

macht. Wir machen, was Tausende vor uns<br />

ge macht haben, aber wir machen es auf unsere<br />

Weise.<br />

MM: Eure Texte sind oft dreist und mit einem<br />

Augenzwinkern zu hören. Warum ist euch der<br />

Unterhaltungswert so wichtig?<br />

MAX HECKEL: Weil man, wenn man kein starkes<br />

Major-Label im Rücken hat, Kritik zwar betreiben,<br />

sie aber nur schwer verkaufen kann. Letztlich geht<br />

es bei jeder Arbeit darum, wie man seine Miete<br />

und Brötchen bezahlt. Das führt in unserem Kon -<br />

text zwar mitnichten zur Prostitution gegenüber<br />

einem Diktum der Gefälligkeit, ist aber dennoch<br />

ein wichtiger Punkt im Leben als <strong>Musiker</strong>. Wenn<br />

ich Musik höre, möchte ich genießen, was nichts<br />

anderes bedeutet, als dass ich unterhalten werden<br />

möchte. Gute Unterhaltung ist dabei so rar<br />

wie echter intellektueller Genuss. Insofern bewegen<br />

wir uns in einem anspruchsvollen Feld. Das<br />

Augenzwinkern ist gut verpackte Kritik. Die schein -<br />

bare Leichtigkeit des Dargebotenen rekurriert auf<br />

die Fähigkeit des Publikums. Dies zu kultivieren,<br />

war ein anstrengender Weg.<br />

MM: NOBODY KNOWS haben schon etliche<br />

CDs veröffentlicht. Wie zufrieden seid ihr<br />

mit euren Produktionen? Gibt es Songs, für<br />

die ihr euch heute schämt? Wenn ja, welche<br />

und warum?<br />

MAX HECKEL: Heute können wir uns ein anderes<br />

Studio leisten als früher, als wir noch Schüler<br />

waren. Beschämenswert finde ich nichts. Jeder<br />

Titel legt Zeugnis darüber ab, was wir waren.<br />

Natürlich gefallen mir heute einige Titel nicht mehr<br />

so, wie sie mir beim Schreiben gefallen haben.<br />

Dass es keinen Grund für Scham gibt, mag aber<br />

auch daran liegen, dass wir erst recht spät textproduktiv<br />

geworden sind.<br />

MM: Wie kann man heutzutage als <strong>Musiker</strong><br />

leben? Was hat sich in den 15 Jahren Band-<br />

Erfahrung verändert?<br />

MAX HECKEL: Ich lebe seit etwa fünf Jahren von<br />

der Musik, habe aber noch eine andere For ma -<br />

tion, einen Verlag und bin als Schriftsteller und<br />

Veranstalter aktiv. Ich habe erlebt, dass authentische<br />

Bands zum Klischee werden. Ich habe erlebt,<br />

dass ihr Publikum das verzeiht. Das Gegenteil aber<br />

auch. In 15 Jahren NOBODY-KNOWS-Band-Er -<br />

fah rung hat sich für mich fast nichts verändert:<br />

Manche Veranstalter sind geizig, manche Festi -<br />

vals sind der absolute Kracher. Wenn die Stim -<br />

mung bei einem Konzert nicht explodiert, ist das<br />

heute wie gestern unsere Schuld, nicht die des<br />

Publikums. Wie vor 15 Jahren spielen wir vor<br />

einem Auftritt gern Billard, Skat, Fußball oder<br />

gehen baden. Ich trinke noch immer zu viel Cola<br />

und insgesamt sind wir alle etwas dicker geworden<br />

(nur mein Vater nicht). Doch: Eine Sache hat<br />

sich verändert: Harte Männer essen heute mehr<br />

Gemüse und weniger Fleisch und bestellen beim<br />

Veranstalter laktosefreie Milch.<br />

WEB: NOBODYKNOWS.DE<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTOQUELLE: NOBODY KNOWS<br />

FOTO: © HALFPOINT/FOTOLIA.COM<br />

3/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


20 STORIES<br />

LADY MOUSTACHE<br />

Rauer und energiegeladener Sound<br />

Die 2005 gegründete Rockband Lady<br />

Moustache hat im Dezember vergangenen<br />

Jahres beim Deutschen Rock & Pop Preis in der<br />

Kategorie Hard Rock den ersten Platz be legt.<br />

Lady Moustache will anecken, will schmutzig<br />

klingen.<br />

In einem Interview sprechen die Band mitglieder<br />

über ihr Selbstverständnis, ihren Sound und ihre<br />

Zukunftspläne.<br />

MM: Ihr seid eine Rockband und legt keinen<br />

Wert auf Schnickschnack. Mit euren rauen<br />

Songs wollt ihr „Platz für die wenig tugendhaften<br />

Dinge“ schaffen. Was für Dinge meint<br />

ihr und warum ist es euch wichtig, sie aufzuzeigen?<br />

LADY MOUSTACHE: Wir sind eine Rockband in<br />

klassischer Besetzung, stehen auf analoge Ver -<br />

stär kung, spielen viele selbst gebaute Gitarren -<br />

effekte. Es widerstrebt uns, unseren Livesound<br />

mit einem Playback anzudicken, um dem Sound<br />

der Platte näherzukommen. Im Studio arbeiten<br />

wir zwar mit digitaler Technik, orientieren uns aber<br />

an einer analogen Klangästhetik. Der Sound<br />

braucht Schmutz, Hochglanz passt nicht zu uns.<br />

Wir sind keine Showband, die das spielt, was die<br />

Leute hören wollen. Wir wollen Emotion einfangen.<br />

Ohne die hat ein Song keine Persönlichkeit.<br />

In unseren Texten konfrontieren wir uns mit uns<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


selbst, unseren Ängsten und Zweifeln. Die Texte<br />

bleiben vage, arbeiten mit Bildern und lassen viele<br />

Deutungen zu. So entsteht der nötige Ab stand,<br />

um einen Text vorzutragen, der sich mit verstrickten<br />

Innenansichten befasst.<br />

MM: Wie und wann habt ihr Lady Moustache<br />

gegründet?<br />

LADY MOUSTACHE: Nachdem einzelne Mitglie -<br />

der von Lady Moustache in wechselnden Kon -<br />

stellationen Bandprojekte gestartet hatten, trafen<br />

wir vier auf Initiative unseres Gitarristen 2005 erstmals<br />

musikalisch aufeinander. Bei einem unserer<br />

Bandmitglieder trafen wir uns im Vor raum zu seiner.<br />

Die Qualität des Equipments war Neben -<br />

sache, der Sound auch. Alle haben gespürt, dass<br />

wir gemeinsam eine Energie freigesetzt hatten.<br />

MM: Was verbirgt sich hinter dem Band -<br />

namen?<br />

LADY MOUSTACHE: Als wir uns vor zehn Jahren<br />

diesen Namen gaben, fanden wir, dass er gut<br />

klingt. Die Kombination von „Lady“ und „Mous-<br />

tache“ reibt sich.<br />

MM: Wie schreibt ihr eure Songs bzw. woher<br />

kriegt ihr eure Inspiration?<br />

LADY MOUSTACHE: Jemand stimmt ein Riff an,<br />

einen Basslauf, einen Beat oder singt eine Zeile.<br />

Alles kann der Zündfunke für einen ausufernden<br />

Jam im Proberaum sein. Alles wird mehrspurig<br />

aufgenommen und später am Rechner nach starken<br />

Momenten durchsucht. In dieser Phase entstehen<br />

auf intuitive und künstlerische Weise eine<br />

grobe Songstruktur und Einzelparts. Dann kommt<br />

der Moment, ab dem es das neue Stück fordert,<br />

dass man an ihm arbeitet. Ab dann wird ganz<br />

bewusst am Arrangement gebastelt und an den<br />

Parts, Übergängen, Riffs und Details gefeilt. Das<br />

ist ein arbeitsintensiver Weg. Nicht jede Song idee<br />

schafft es ins Studio. Die Texte entstehen zuletzt.<br />

Sie bestehen aus Fragmenten improvisierter Texte,<br />

die oft zentrale Bilder enthalten, die den entstehenden<br />

Text leiten. Bis kurz vor dem Einsingen im<br />

Studio wird am Text, dem Metrum und der Me -<br />

lodie gearbeitet.<br />

MM: Wie würdet ihr den derzeitigen Musik -<br />

markt beschreiben?<br />

LADY MOUSTACHE: Der Musikmarkt fordert un -<br />

glaublich viel von unbekannten <strong>Musiker</strong>n und<br />

Bands. Bookingagenturen, Management und Ver -<br />

triebspartner, alle scheinen das fertige, marktkonforme<br />

Produkt zu suchen. Den Weg bis dahin<br />

muss man selbst bestreiten. So scheint es. Gleich -<br />

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22 STORIES<br />

zeitig decken die Gagen meist nicht einmal den<br />

Aufwand. Wir bleiben trotzdem dran. Wir bestreiten<br />

unseren Lebensunterhalt mit Teilzeitstellen<br />

und selbstständiger Arbeit. Zudem können wir<br />

uns glücklich schätzen, dass wir mit Menschen<br />

zu sammenarbeiten, die an uns glauben und nicht<br />

nur an die großen Scheine.<br />

MM: Wie ist euer Selbstverständnis als Mu -<br />

siker bzw. Rockband?<br />

LADY MOUSTACHE: Sowohl als einzelne <strong>Musiker</strong><br />

als auch als Band wollen wir hinter unserer Musik<br />

stehen können. Es wird immer Leute geben, die<br />

uns kritisieren. Wir lassen uns davon jedoch nicht<br />

beirren. Nur wenigen Menschen gestehen wir zu,<br />

MM: Ihr habt bereits zwei EPs veröffentlicht<br />

und seid in zahlreichen Clubs und bei diversen<br />

Festivals aufgetreten. Was ist euch lieber<br />

– Live-Auftritt oder Studio? Warum?<br />

LADY MOUSTACHE: Studiozeit ist harte Arbeit bis<br />

tief in die Nacht, Feilen an Sound und Arrange -<br />

ment, ausufernde Diskussionen und euphorische<br />

Mo men te der Kreativität. Im Studio hat man den<br />

Segen und den Fluch, mehrere Versuche zu haben.<br />

Bei jedem Song muss man entscheiden, wie man<br />

die Magie des Songs einfangen kann, die sich live<br />

oder im Proberaum einstellt. Im Unter schied zum<br />

Live-Auftritt weiß man im Studio erst am Ende<br />

der Produktion, was man erschaffen hat. Live<br />

bekommt man eine direkte Rück mel dung. Man<br />

Man muss einen seiner Songs auswählen, der<br />

einen repräsentiert. Das ist uns gelungen. Der Sieg<br />

hat uns Selbstvertrauen gegeben, uns darin be -<br />

stärkt, unseren Weg weiter zu verfolgen. Er hat,<br />

zumindest kurzzeitig, für Aufmerksamkeit ge sorgt.<br />

Es war eine gute Erfahrung.<br />

MM: Was können wir in Zukunft von Lady<br />

Moustache erwarten? Welche Ziele habt ihr<br />

als Band?<br />

LADY MOUSTACHE: Unser kurzfristiges Ziel ist<br />

die Veröffentlichung unseres ersten Albums.<br />

Nachdem wir mehrere Anläufe unternommen<br />

haben, zeichnet sich nun die Fertigstellung unseres<br />

ersten Long players ab. Wir wünschen uns,<br />

»Der Sound braucht<br />

Schmutz, Hochglanz passt<br />

nicht zu uns.«<br />

sich in unseren Sound einzumischen. Unser Pro -<br />

duzent gehört zu diesen Menschen. Dabei kracht<br />

es auch mal ordentlich, aber die musikalischen<br />

Ergebnisse haben uns bisher darin bestärkt, dass<br />

es die aufgebrachte Energie wert war. Rock musik<br />

hat schon immer angeeckt. Sie soll anecken.<br />

Wenn man anfängt, es allen recht zu machen,<br />

landet man im Einheitsbrei und verliert seine<br />

Eigen ständigkeit. Wir kennen uns zum Teil schon<br />

seit der Schule und haben viel gemeinsam erlebt.<br />

Die zwischenmenschlichen Tief punkte wurden<br />

durch musikalische Höhepunkte aufgewogen.<br />

Die entstehende Reibungswärme ist ein wichtiges<br />

Ele ment unseres Sounds ge worden. Lady<br />

Mous tache ist unser gemeinsamer Bezugspunkt<br />

trotz aller unterschiedlichen Ent wicklungen.<br />

ist mit Körper und Seele präsent, man ist nervös,<br />

lässt los, verliert sich und kehrt erst nach dem<br />

letzten Abschlag wieder zurück. Wenn man spürt,<br />

dass die Energie nicht verpufft, sondern vom Pu -<br />

bli kum zurück auf die Bühne kommt, ist es egal,<br />

ob man vor fünf oder fünfhundert Leuten spielt.<br />

Dann macht live spielen glücklich.<br />

MM: Im Dezember vergangenen Jahres habt<br />

ihr beim Deutschen Rock & Pop Preis in der<br />

Kategorie Hard Rock gewonnen. Was hat<br />

euch dieser Sieg bedeutet?<br />

LADY MOUSTACHE: Zunächst ist man beim Rock<br />

& Pop Preis damit konfrontiert, dass man nur fünf<br />

Minuten Zeit hat, um vor einer Jury zu bestehen.<br />

mit unserer Musik unseren Lebensunterhalt be -<br />

strei ten zu können. Wir wollen mehr Konzerte<br />

spielen, mehr Leute erreichen und weitere Alben<br />

aufnehmen. Wir wollen Platten aufnehmen und<br />

etliche Stunden auf Autobahnen verbringen, um<br />

unsere Musik vielen Menschen zu präsentieren.<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTOQUELLE: LADY MOUSTACHE<br />

LADY MOUSTACHE<br />

„I“<br />

VÖ: 28.<strong>03</strong>.2014<br />

WWW.LADYMOUSTACHE.DE<br />

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LADYMOUSTACHEBAND<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


STORIES 23<br />

SARIS<br />

Durch die Nische zum Erfolg<br />

SARIS<br />

„Until We Have Faces“<br />

VÖ: 31.10.2014<br />

WWW.SARIS.WEBSITE<br />

WWW.FACEBOOK.COM/<br />

SARISPROGROCK<br />

Bereits seit 30 Jahren formt Derk Akkermann<br />

mit wechselnden <strong>Musiker</strong>n die Band<br />

SARIS. Musikalisch bewegt sich das Studio -<br />

projekt zwischen Progressive Rock und Melodic<br />

Hard Rock. Die aktuelle Besetzung erzählt im<br />

Ge spräch mit Hannah Thalhammer von den Vor -<br />

zügen und Nachteilen als Nischenband.<br />

MM: Was ist der Unterschied zwischen Pro -<br />

gressive Rock und Melodic Hard Rock?<br />

LUTZ: Progressive Rock zeichnet sich zum Teil<br />

durch ungerade Takte aus. Die Songs bestehen<br />

aus vielen verschiedenen Teilen. Zum Teil<br />

ziehen die sich auch sehr in die Länge, auch<br />

aktuell haben wir wieder ein sehr langes Stück<br />

dabei. Es macht einfach mehr Spaß, wenn man<br />

das mit normalem Melodic Rock vergleicht.<br />

DERK: Unsere Vorbilder kommen ja aus dem<br />

Be reich, diese frühen Genesis-Sachen, die in<br />

den 70ern noch viel mit komplexen Song struk -<br />

turen gearbeitet haben. Die mit ihrer Musik, auch<br />

ohne Texte, in der Lage waren, Geschichten zu<br />

erzählen, wie in der Klassik. Nur baut man beim<br />

Progressive Rock, wie im Jazz, Interpretationen<br />

ein. Da hat man als <strong>Musiker</strong> unglaublich viel<br />

Freiheit, sich auszuleben und auszutoben und<br />

Klangbilder zu malen. Da wir jetzt die Mög lich -<br />

keit haben, auf gute Sänger zurückzugreifen,<br />

haben wir gedacht, wir schreiben die Songs<br />

ein bisschen um und gehen wieder mehr in die<br />

Richtung Melodic Rock.<br />

MM: Wie ist die Resonanz auf das Album<br />

bisher?<br />

ANJA: In unserem Freundes- und Bekannten -<br />

kreis ist das aktuelle Album wesentlich besser<br />

angekommen als das vorherige. Weil es doch ein<br />

bisschen massentauglicher ist. Es sind auch<br />

radio taugliche Stücke dabei, auch wenn sie<br />

vielleicht etwas zu lang für das Radio sind.<br />

DERK: Als junge, wenig bekannte Band muss<br />

man sich eine Schublade suchen, in die man<br />

reinpasst. Es ist völlig sinnlos, massentaugliche<br />

Musik zu machen und die ohne Major zu verkaufen.<br />

Wir haben das Glück, dass wir gute <strong>Musiker</strong><br />

sind und so ausgefallene Sachen machen. Wir<br />

sprechen eine Fanbase an, die nicht viel konsumiert,<br />

aber hinter uns steht. Da sind wir mit<br />

„Curse of Time“ rangekommen. Wir waren in der<br />

Eclipse, einer bekannten deutschen Progressive-<br />

Rock-Zeitschrift, und haben eine gewisse Fan -<br />

base gehabt. Die haben wir natürlich mit dem<br />

neuen Album ein bisschen verprellt, weil denen<br />

das zu glatt ist. Aber es ist trotzdem noch sehr<br />

gut angekommen, weil die Platte von beiden<br />

Teilen sehr viel hat. Der Main stream-Teil wird von<br />

den Sängern sehr gut rübergebracht, sodass ich<br />

denke, dass wir da schon den richtigen Schritt<br />

gegangen sind.<br />

MM: Was meinst du damit, euer Publikum<br />

konsumiert nicht viel?<br />

DERK: Jede Band weiß, dass es die illegalen<br />

Downloads gibt, und das ist das Problem. Große<br />

Bands spielen live sehr viel und bringen Alben<br />

raus, um das Material dafür zu haben. Das<br />

machen wir nicht. Wir wollen weiterhin unsere<br />

Freiheit haben und SARIS nicht als Haupt ein -<br />

nahmequelle nehmen, aber trotzdem unsere<br />

Fans weiterhin bedienen. Wir sind in Brasilien<br />

recht erfolgreich, wir sind in Nordamerika einigermaßen<br />

erfolgreich. Wenn die alle unsere Platte<br />

legal kaufen würden und die Airplays entsprechend<br />

bezahlt würden, sähe die Sache schon<br />

ganz anders aus. Aber es ist eben so, dass nur<br />

ein kleiner Prozentsatz wirklich kauft.<br />

MM: SARIS ist ein reines Studioprojekt. Wie<br />

kommt es, dass ihr auf so was Großartiges<br />

wie die Bühne verzichtet?<br />

DERK: Wir haben momentan keine Möglich kei -<br />

ten, das zu machen. Wir haben sehr hohe Quali -<br />

tätsansprüche an die CD gehabt. Dement spre -<br />

chend auch Leute ins Studio geholt, die das<br />

können. Wenn wir jetzt auf Tour gehen wollten,<br />

würden wir natürlich auch Henrik und Jens dabei<br />

haben wollen. Jens hat eine Musik schule und<br />

Henrik große Projekte, bei denen er nicht fehlen<br />

kann. Wir haben nach „Curse of Time“ schon<br />

Angebote bekommen, auf größeren Festivals im<br />

Nachmittagsprogramm zu spielen. Mal sehen,<br />

wie die Platte jetzt weiterläuft und was die einspielt.<br />

Dann werden wir vielleicht auch noch mal<br />

live was machen. Das ist eigentlich das, was<br />

noch kommen müsste.<br />

INTERVIEW: HANNAH THALHAMMER<br />

BEARBEITUNG: JANA MOYSICH<br />

DAS VOLLSTÄNDIGE INTERVIEW ZU FINDEN<br />

AUF: WWW.MUSIKER-ONLINE.TV UND<br />

WWW.YOUTUBE.COM/MUSIKERONLINETV<br />

3/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


MUSIC IS OUR PASSION


26 STORIES<br />

DCseven<br />

Mal rockig, mal funky, gerne mit Soul- und<br />

Jazzelementen –<br />

und dabei immer selbst gemacht!<br />

Letztes Jahr veröffentlichten sechs Aachener<br />

<strong>Musiker</strong> ihr Debüt „Destiny“. Seitdem haben<br />

sich DCseven nicht nur in ihrer Heimatstadt einen<br />

Namen gemacht. Mehrere Preise, viel Lob von Kri -<br />

tikern und Publikum und ein Musikvideo gehören<br />

mittlerweile zur Erfolgsgeschichte. Dieter Unger er -<br />

zählte uns von den Anfängen und der nächsten<br />

Herausforderung.<br />

MM: Seitdem im Juni letztens Jahres euer<br />

Debütalbum erschienen ist, ist einiges passiert.<br />

Welche Entwicklung war für euch die<br />

wichtigste?<br />

DIETER UNGER: Das kann man wirklich so sagen.<br />

Wir haben uns alle riesig gefreut über das tolle<br />

Feed back sowohl vom Publikum als auch aus<br />

Fach kreisen auf unser Debütalbum „Destiny“. Und<br />

was da alles in so kurzer Zeit passiert ist, hat unsere<br />

Erwartungen sogar übertroffen. Das High light<br />

dabei war ganz klar unsere Teilnahme am 32.<br />

Deutschen Rock & Pop Preis 2014 und der Ge -<br />

winn von sage und schreibe acht Preisen … Das<br />

hat uns wirklich aus den Socken gehauen. Am<br />

13.12.2014 in der Siegerlandhalle in Siegen beim<br />

Finale live auf der Bühne stehen zu dürfen und<br />

dann auch noch den ersten Preis als beste Funk-<br />

&-Soul-Band von der Bundesjury verliehen zu be -<br />

kommen, das haben wir sehr genossen und es hat<br />

uns auch sehr stolz gemacht. Ein unvergesslicher<br />

Tag mit tollen Fans und jeder Menge toller Musik<br />

– vielen Dank noch mal dafür. Von den anderen<br />

sieben Preisen haben wir uns besonders über die<br />

Auszeichnungen für den „besten englischsprachigen<br />

Song des Jahres“ („Cry“), für die „beste<br />

Pop sängerin“ und einen zweiten Platz für das<br />

„beste CD-Album des Jahres“ gefreut.<br />

Daneben gab es aber auch noch ein paar weitere<br />

sehr schöne Entwicklungen. So erhielt „Des-<br />

tiny“ z. B. eine positive CD-Besprechung in der<br />

Novemberausgabe 2014 der Gitarre & Bass.<br />

Und bei WDR 2 wurde unser Song „Cry“ in der<br />

Sendung „Made in Germany“ unter der Rubrik<br />

„Musikszene NRW“ vorgestellt. Dabei durften wir<br />

uns nicht nur über unseren ersten überregionalen<br />

Radioplay freuen. Auch hier gab es darüber<br />

hinaus eine sehr positive Resonanz: DCseven<br />

konnten nämlich das anschließende Publikums -<br />

voting im Wettstreit mit drei anderen Bands aus<br />

NRW zweimal hintereinander gewinnen.<br />

Und nicht zuletzt nahm das WDR-Fernsehen<br />

unseren Erfolg beim Deutschen Rock & Pop Preis<br />

zum Anlass, in seiner Sendung Lokalzeit Aachen in<br />

einem sehr schönen Beitrag über uns zu berichten.<br />

MM: Eure Sängerin Sandra habt ihr durch ein<br />

Casting ausgewählt. Wie lief die Suche ab?<br />

DIETER UNGER: Das stimmt so nicht ganz, ei -<br />

gent lich ist uns Missi, wie sie lieber genannt wird,<br />

eher „zugelaufen“. Vielleicht muss ich, wenn ich<br />

darf, auch hier ein bisschen ausholen. Mit der<br />

Grün dung von DCseven und der Produktion<br />

eines pro fessionellen Albums habe ich mir einen<br />

Lebens traum erfüllt. Ich spiele seit meinem 13.<br />

Lebensjahr ununterbrochen in Bands, aber dieser<br />

Traum, das auch mal in ein wirklich professionelles<br />

Produkt münden zu lassen, blieb bis dato<br />

unerfüllt. Als ich mich dann dazu entschied, war<br />

von Anfang an für mich klar, meine musikalischen<br />

Ideen mit einer geilen Frauenstimme umsetzen<br />

zu wollen. Die haben wir – unser Keyboarder Ralf<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


STORIES 27<br />

und unser damaliger Schlagzeuger – dann tatsächlich<br />

über ein Casting gesucht. Als wir nach<br />

ca. einem halben Jahr, in dem wir eine Reihe sehr<br />

guter Stimmen gehört hatten, uns aber noch nicht<br />

entscheiden konnten, schließlich dachten, unsere<br />

Sängerin gefunden zu haben (sie hatte bereits<br />

zugesagt), lief mir noch am gleichen Abend vor<br />

dem Musikbunker Aachen, in dem sich unser wie<br />

auch viele andere Proberäume befinden, zufällig<br />

Missi über den Weg. Irgendwie kam ich ihr wohl<br />

bekannt vor, und sie fragte mich, ob wir schon<br />

mal zusammen Musik gemacht haben. Ich verneinte<br />

das, konnte mich aber gut daran erinnern,<br />

sie vor Jahren einmal als Referendar in Französisch<br />

in der Oberstufe unterrichtet zu haben. Da mussten<br />

wir beide herzhaft lachen und haben uns über<br />

dieses zufällige Wiedersehen gefreut. Als dann<br />

die von uns ausgewählte Sängerin ihre Zusage<br />

aus privaten Gründen wieder zurücknahm, wurde<br />

mir der Sinn meiner Begegnung mit Missi schlag -<br />

artig bewusst. Ich nahm sofort Kontakt zu ihr auf<br />

und seitdem ist sie unsere Sängerin. Das Schick -<br />

sal hat mir also für ein auftretendes Problem die<br />

Lösung desselben quasi auf einem Silbertablett<br />

serviert, wofür ich bis heute sehr dankbar bin.<br />

Missi und ich haben diese unsere Begegnung<br />

auch immer als schicksalhaft empfunden, einer<br />

der Hauptgründe übrigens für die Wahl von<br />

„Destiny“ als Albumtitel.<br />

MM: Wie kamen dann die anderen Mitglieder<br />

dazu?<br />

DIETER UNGER: Mit unserem Keyboarder Ralf<br />

spiele ich schon seit über 20 Jahren zusammen<br />

– wir verstehen uns praktisch blind. Alle anderen<br />

Bandmitglieder sind über persönliche Bezie hun -<br />

gen, auf Empfehlung in die Band gekommen.<br />

MM: Was waren eure ersten Schritte als<br />

Band?<br />

DIETER UNGER: Ich denke, ungewöhnlich bei<br />

unserer Vorgehensweise war, dass wir uns zuerst<br />

ausschließlich auf die Produktion des Albums und<br />

erst anschließend auf die Live-Gigs konzentriert<br />

haben. Wir haben also keine Tests gemacht, wie<br />

unsere Musik beim Publikum ankommt, bevor<br />

wir ins Studio gegangen sind. Wir haben einfach<br />

unser Ding gemacht und unserem Gefühl vertraut,<br />

dass es gut ist.<br />

MM: Dieter, du schreibst hauptsächlich die<br />

Songs. Welche Themen behandelt ein typischer<br />

DCseven-Song?<br />

DIETER UNGER: Unsere Songs entstehen – bisher<br />

– auf folgende Art und Weise: Ich präsentiere<br />

meine musikalischen Ideen der Band und gemein-<br />

8


28 STORIES<br />

sam entwickeln wir sie dann zu fertigen Songs.<br />

Für die Texte zeichnen bisher unsere Sängerin<br />

Missi, unser Schlagzeuger David sowie meine<br />

liebe Freun din Monika Endner, Englischlehrerin<br />

mit Leib und Seele, verantwortlich. In den Texten<br />

von DCseven finden sich zahlreiche und unterschiedlichste<br />

Themen der menschlichen Existenz<br />

wieder, sodass eine breite Hörerschaft sich mit<br />

ihnen identifizieren kann. So werden Lebens situa -<br />

tionen wie Übermut, Glück oder Faulheit ebenso<br />

behandelt wie die Gefühlsausbrüche einer Tren -<br />

nung, die Vorzüge der Zweisamkeit oder die auf<br />

alles und jeden unweigerlich einwirkende Kraft<br />

von Rhythmus und Musik.<br />

MM: Leitest du auch sonst federführend das<br />

Bandgeschäft oder trefft ihr alle Entschei -<br />

dun gen gemeinschaftlich?<br />

DIETER UNGER: Beides trifft hier zu. Wir treffen<br />

zwar alle Entscheidungen gemeinsam, dennoch<br />

leite ich die Bandangelegenheiten federführend,<br />

kümmere mich also in der Regel um offizielle Kon -<br />

takte/Texte, Verträge, Rechnungen und Ähnliches.<br />

MM: Ihr nutzt Stilelemente verschiedener<br />

Gen res. Wie habt ihr zur eurem Stil gefunden?<br />

DIETER UNGER: Allen Bandmitgliedern macht<br />

Musik in ihren unterschiedlichsten Ausprä gun gen<br />

großen Spaß. Daher war es von Anfang an unsere<br />

Prämisse, uns bewusst einer Etikettierung und<br />

Einordnung in Schubladen zu entziehen und einfach<br />

die Musik zu entwickeln und zu spielen, die<br />

uns Spaß macht. So kommt es, dass unsere<br />

Musik eben mal rockig, mal funky und auch gerne<br />

mit Soul- und Jazzelementen versehen ist. Nach<br />

der Veröffentlichung unseres musikalisch bereits<br />

sehr vielfältigen Debüts gewinnt die Band nun an<br />

weiteren Klangfarben. Samba- und Reggae-Ein -<br />

flüsse klingen dieser Tage im Zuge der ständigen<br />

Produktion neuer Songs durch den Proberaum.<br />

Trotz dieser vielfältigen Einflüsse klingt das Ganze<br />

nie – und das ist die Kunst – nach einem zusammenhanglosen<br />

Stilmix, sondern eben typisch nach<br />

DCseven, abwechslungsreich, eigenständig, originell<br />

und authentisch, mit großem Wieder -<br />

erkennungswert. Das liegt nicht zuletzt natürlich<br />

an Missis fantastischer Stimme, die alles wunderbar<br />

miteinander verbindet, aber auch z. B. an<br />

den von mir entwickelten Harmonien, die eine<br />

sehr eigene Handschrift tragen und über die oftmals<br />

in der Popmusik verwendeten Standards<br />

hinausweisen. Alles in allem würde ich unsere<br />

Musik als Musik beschreiben, bei der sich An -<br />

spruch und Tiefgang mit einer gewissen Leich -<br />

tig keit auf natürliche Art und Weise miteinander<br />

verbinden.<br />

MM: Arbeitet ihr hauptberuflich als <strong>Musiker</strong>?<br />

DIETER UNGER: Nein. Der Einzige, der sich auf<br />

die Musik konzentriert, bin ich. Alle anderen gehen<br />

einem anderen Beruf nach, unser Schlagzeuger<br />

David studiert noch.<br />

MM: Euer Album habt ihr in den Pink Noise<br />

Studios aufgenommen. Wie lief die Zusam -<br />

men arbeit?<br />

DIETER UNGER: Die Wahl von Jürgen Müllers<br />

Pink Noise Studio in Aachen war ein echter<br />

Glücks griff. Wir haben uns im Vorfeld eine Reihe<br />

von Studios z. B. auch in Köln und Düsseldorf<br />

angeschaut und uns dann sehr bewusst – nicht<br />

nur wegen des Standortvorteils – für Pink Noise<br />

entschieden. Jürgen und seine Lebensgefährtin<br />

Heike Aretz haben uns vom ersten Moment an<br />

sehr warmherzig empfangen und uns in ihrem<br />

schönen Ambiente ein Gefühl von zu Hause ge -<br />

geben. Ich hatte mir vorab auch Rat von einigen<br />

Profis – z. B. Peter Fischer und Marcus Deml,<br />

beide sehr renommierte und international anerkannte<br />

Gitarristen, bei denen ich Kurse besucht<br />

hatte – zur Wahl eines Studios geholt. Sie sagten:<br />

Du musst dich wohlfühlen und du musst<br />

Vertrauen haben. Aus heutiger Sicht kann ich die<br />

Bedeutung dieser beiden Faktoren voll bestätigen<br />

und beides haben wir bei Jürgen gefunden.<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


»Es war von Anfang an<br />

unsere Prämisse,<br />

uns bewusst einer<br />

Etikettierung<br />

und Einordnung in<br />

Schubladen zu entziehen<br />

und einfach<br />

die Musik zu entwickeln<br />

und zu spielen,<br />

die uns Spaß macht.«<br />

Darüber hinaus ist Jürgen nicht nur ein großartiger<br />

Toningenieur und Produzent, sondern auch<br />

ein herausragender <strong>Musiker</strong> und Gitarrist. So<br />

konnten wir auf vielfältigste Art von seinen zahlreichen<br />

Talenten profitieren – er hat das Beste<br />

aus uns allen herausgeholt. Darüber hinaus entwickelte<br />

sich zwischen ihm und mir eine Freund -<br />

schaft, die bis heute Bestand hat. Auch seiner<br />

Lebensgefährtin Heike, selbst professionelle Ge -<br />

sangslehrerin, sind wir zu Dank verpflichtet. Sie<br />

unterstützte uns maßgeblich bei der Entwicklung<br />

der Background-Stimmen.<br />

MM: Fast ein Jahr nach eurem Album habt<br />

ihr das Musikvideo zu „Cry“ veröffentlicht.<br />

Warum gerade zu diesem Zeitpunkt?<br />

DIETER UNGER: Das hatte zwei Gründe: Zum<br />

einen war es schwierig für uns, einen für uns alle<br />

machbaren Termin für dieses Vorhaben zu finden.<br />

Zum anderen dauerte die Suche nach dem ge -<br />

eigneten Produzenten etwas länger als gedacht.<br />

Schließlich haben wir ihn in Olav Smidt, einem<br />

jungen, sehr talentierten Dänen, gefunden – übrigens<br />

auch wieder über persönliche Beziehungen –<br />

und sind mit dem Ergebnis unserer Zusammen -<br />

arbeit sehr zufrieden.<br />

MM: Wie organisiert ihr euch bezüglich Ma -<br />

na gement, Booking etc.?<br />

DIETER UNGER: Bisher machen wir das alles in<br />

Eigenregie. Mal schauen, ob das so bleibt. Es ist<br />

schon eine Menge Arbeit und professionelle<br />

Unter stützung könnte in dem einen oder anderen<br />

Fall bestimmt hilfreich sein. Mein Eindruck ist, dass<br />

in dem Business doch vieles über gute Kontakte<br />

und Beziehungen läuft.<br />

STORIES 29<br />

MM: Wie sehen eure nächsten Schritte aus?<br />

DIETER UNGER: Wie bereits erwähnt, sind wir fleißig<br />

dabei, neue Stücke zu schreiben und geben<br />

gerade eine Reihe sehr schöner Konzerte. Darüber<br />

hinaus werden wir uns in Kürze mit einem weiteren<br />

Song wieder in der vorhin bereits erwähnten<br />

Sendung von WDR 2, „Made in Ger many – Szene<br />

NRW“, bewerben. Mal schauen, ob wir den Wett -<br />

streit mit drei anderen Bands aus NRW erneut zu<br />

unseren Gunsten entscheiden können.<br />

Dann steht eine professionelle Studioauf nahme<br />

eines unserer neuen Songs, „To Rhythm“, an, zurzeit<br />

unser aller Favorit. Und Ende des Jahres be -<br />

teiligen wir uns an dem EMERGENZA-Band wett -<br />

bewerb. Da heißt es also Daumen drücken ...<br />

WEB: WWW.DCSEVEN.DE<br />

INTERVIEW: JANA MOYSICH<br />

FOTOQUELLE: DCseven<br />

LIVE-FOTOS: LUDWIG CZAPLA<br />

DCseven – „Destiny“<br />

VÖ: 19.06.2014<br />

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30 STORIES<br />

MATTHIAS<br />

WEISHEIT –<br />

Gitarrist, Singer-Songwriter,<br />

Bassist, Komponist, Textdichter,<br />

Produzent/Arrangeur,<br />

Lehrer/Dozent<br />

GASOLINE PHOENIX<br />

* ein Projekt/ eine Band von Matthias Weisheit<br />

MM: Du bist musikalisch unglaublich aktiv. im Akustik-Duo mit Barbella J an der Gitarre,<br />

Kannst du uns einen kleinen Überblick über Gesang, Percussion und ebenfalls Songwriting.<br />

deine aktuellen Projekte geben?<br />

Sie ist eine tolle <strong>Musiker</strong>in und Songschreiberin.<br />

Eine elektrische Band ist wieder geplant, das<br />

MATTHIAS WEISHEIT: Hauptsächlich komponiere<br />

ich viel, neben Heavy Metal und Metal Instru - grund und bereitet viel Freude und vor allem<br />

Akustik-Arrangement steht aber derzeit im Vorder -<br />

mentals, in vielen Stilrichtungen. Rock, Pop, Einsicht in die Aussage der Songs. Eine EP- oder<br />

Singer/ Songwriter, Country in allen Variationen, eine Album-CD-Veröffentlichung steht an. Kom -<br />

Jazz und auch Children’s Music, Ambiente, World positionen gibt es en masse und wir spielen derzeit<br />

vereinzelte Livekonzerte in zunehmender An -<br />

etc. Für Music Libraries, Song Castings und Pit -<br />

ching Lists.<br />

zahl. Geplant ist ebenso die VÖ meines Back -<br />

katalogs, bestehend aus 150+ Kompositionen in<br />

Und natürlich für „Gasoline Phoenix“, mein verschiedenen Stilrichtungen, instrumental und<br />

Projekt/ meine Band, was ich schon seit Jahren mit Gesang, digital oder auch zusätzlich physisch.<br />

Dazu war ich im Dezember 2014 eingela-<br />

verfolge. Ehemals „Gasoline“, solo acoustic und<br />

Bandbesetzung mit sechs Mitgliedern, damals den, um in der Jury des Deutschen Rock & Pop<br />

auch mit Rita Van Nek (u. a. Supertalent 2012). Preises in Siegen zu sitzen – eine tolle, interessante<br />

und verantwortungsvolle Seit ca. zwei Jahren besteht „Gasoline Phoenix“<br />

Sache.<br />

Nach meiner Rückkehr aus den USA begann<br />

ich dann hier in Deutschland auch wieder zu<br />

unterrichten und habe mit einem Freund eine<br />

eigene Musikschule gegründet. „Rolling Music<br />

Creative“ (www.rm-c.eu). Wir haben vor Kurzem<br />

die staatliche Anerkennung für Unterricht für<br />

Saiten instrumente (Gitarre, Bass, Ukulele etc.) und<br />

Keyboard erhaltenen (anerkannt für die ordnungsgemäße<br />

Ausbildung zum Berufsmusiker, staatl.<br />

Schulamt § 4 Nr. 21a, bb, UStG). Eine Statistik<br />

sagt, dass (nur) circa ein Prozent aller musikalisch<br />

aktiven Menschen dieser Welt alleine von Musik<br />

gut leben können. Ohne Nebenjob oder unterrichtender<br />

Tätigkeit.<br />

Dazu stehe ich natürlich noch als <strong>Musiker</strong> zur<br />

Verfügung, als Sideman an Gitarre/Gesang/Bass/<br />

Key, für Studio und live, als Produzent, Arrangeur<br />

und Komponist/Songwriter.<br />

Wie z. B. für einen Nachfolgeauftrag aus den<br />

USA in 2014 – zu einem Tribute Sampler der italienischen<br />

Metal-Legende Strana Officina. Song -<br />

titel „Burning Wings“ auf dem Sampler „Officina<br />

dei Sogni 2“ (Loud & Proud Records). Ich arrangierte<br />

und spielte alle Gitarrenspuren hier in<br />

Deutschland. Schlagzeug und Gesang wurden<br />

im Trident Studio in Pacheco, CA aufgenommen,<br />

wo auch alles abgemischt wurde. Leather Leone<br />

am Gesang, Scott Warren am Keyboard, den<br />

Bass spielt hier Bjorn Englen. Alles geschah über<br />

das Internet.<br />

MM: Du hast auch schon einige Monate in<br />

Amerika gelebt. Was hat dich damals bewogen,<br />

nach Übersee zu gehen?<br />

MATTHIAS: Die musikalische Herausforderung.<br />

Nachdem ich die Möglichkeit hatte, in die USA zu<br />

gehen und dort zu arbeiten, stellte sich die Frage,<br />

wohin. Nach Erinnerungen an New Orleans,<br />

Atlanta, Nashville, New York, New Jersey und<br />

Boston etc. und aktuellen Testreisen nach Texas<br />

(Austin, Houston) und Kalifornien, Los Angeles<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


Rolling Music Creative<br />

* mitgegründete Musikschule<br />

und Sacramento, wo eine kurze Zusammenarbeit<br />

und ein Livekonzert auf dem Monsterfest in<br />

Merced mit Sacramentos „Twitch Angry“ zustande<br />

kamen, war es klar: LA/Hollywood – das ich<br />

schon kannte durch mein Studium am Musicians<br />

In sti tute. Dort fand ich auch durch das Student<br />

Alumni Network Anschluss an <strong>Musiker</strong>: Leather<br />

Leone und Sandy Sledge, die eine lange gemeinsame<br />

musikalische Vergangenheit haben. Nach<br />

einer längeren Pause hatten sie eine An frage zu<br />

einem Tribute-Song („Egypt“) für eine Dio Compi -<br />

lation und es folgte ein Engagement für das<br />

Keep-It-True-Festival 2011 in Deutschland, Lauda-<br />

Königs hofen. So entstand für beide der Gedanke,<br />

wieder gemeisam Musik zu schaffen, als „Sledge<br />

Leather“. Sie schalteten eine Anzeige im MI Alumni<br />

Network, ich antwortete.<br />

Die Audition und Herausforderung bestand aus<br />

dem Kreieren von Riffs zu einer Akkordfolge, es<br />

war der Titelsong „Imagine Me Alive“, inspiriert von<br />

Rev/Avenged Sevenfold. Ich schickte ein Video<br />

ein, dann war alles klar. Die Arbeit an „Imagine<br />

Me Alive“ begann somit eigentlich schon in<br />

Deutschland, da weitere Songs schon halb fertig<br />

waren und ich weitere Riffs und fehlende Song -<br />

teile kreierte und arrangierte. Nach meiner Ankunft<br />

wurde der Groß teil der Songs gemeinsam innerhalb<br />

von zwei Wochen nördlich von San Francisco<br />

komponiert. Eine große Motivation, denn Bay Area<br />

San Francisco lag um die Ecke – ich bin u. a. mit<br />

Trash Metal der 80er-Jahre gitarristisch aufgewachsen<br />

– und unser Produzent Juan Urteaga<br />

arbeitet u. a. mit Testament und Machine Head<br />

und kannte die <strong>Musiker</strong> von Metallica. Ich arrangierte<br />

alle Gitarren parts zu den Songs aus und<br />

wir machten eine Demo-Vorproduktion.<br />

MM: Wie hast du dich dort zurechtgefunden?<br />

MATTHIAS: Recht leicht, da ich vorher schon gut<br />

zwei Jahre in den USA gelebt hatte, davon ein<br />

»Eine Statistik sagt,<br />

dass ca. ein Prozent aller<br />

musikalisch aktiven<br />

Menschen dieser Welt<br />

alleine von Musik<br />

gut leben können.<br />

Ohne Nebenjob<br />

oder unterrichtender<br />

Tätigkeit.«<br />

Jahr in LA/Hollywood als Student am Musicians<br />

Institute (GIT – Guitar Institute of Technology). Ich<br />

kannte die Gegend, die Stadt, die Mentalität und<br />

ein Stück weit die Musikszene, die sich natürlich<br />

im Laufe der Jahre verändert hatte.<br />

MM: Schon vor deinem Umzug hast du einen<br />

Musiklizenzvertrag mit einer amerikanischen<br />

Produktionsfirma unterschreiben können.<br />

Wie kam diese Zusammenarbeit zustande?<br />

MATTHIAS: Rein über das Internet. Es gibt viele<br />

Portale, Music-Libraries etc. Ich habe ein paar<br />

Eigenkompositionen hingeschickt – per Post und<br />

auf CD, diese wurden dann angehört und überprüft.<br />

Nach ca. drei Monaten kam eine Nachricht,<br />

dass ich „approved“ bin. Von da an hatte ich die<br />

Erlaubnis, weiteres Material einzuschicken, ebenfalls<br />

per Post und auf CD. Diese Art und Weise der<br />

„Qualitätskontrolle“ ist oft so, aber nicht immer so<br />

streng. Dazu gehört dann auch das Ausfüllen<br />

des Steuerdokuments W-8BEN. Die Messlatte<br />

beim Komponieren für andere Künstler oder<br />

Projekte/Film/TV ist immer hoch und es muss<br />

alles stimmen, für „kalkulierte“ Erfolge. Ein fehlendes<br />

oder unpassendes Detail und ein Place -<br />

ment wird schwierig. It’s a Business. Wobei es<br />

natürlich für mich hauptsächlich darum geht, Ge -<br />

fühle zu wecken, Menschen zu bewegen und<br />

eine Authentizität an den Tag zu legen – mit na -<br />

tür lich kommenden Ideen oder Komponieren nach<br />

Vorgaben oder auf Wunsch. Egal ob mit einfachen<br />

Kompositionen bzw. Arrangements wie Ge -<br />

sang oder Melodie und Begleitinstrument oder<br />

eine voll ausarrangierte, bombastische Produktion.<br />

The power of the song makes the strongest musical<br />

statement!<br />

MM: In Kalifornien hast du in einer Band mit<br />

Scott Warren und Leather Leone gespielt.<br />

Welche Erfahrungen konntest du daraus mit -<br />

nehmen?<br />

STORIES 31<br />

MATTHIAS: Wenn alle <strong>Musiker</strong> und Beteiligten die<br />

gleiche musikalische Sprache sprechen und das<br />

gleiche Ziel verfolgen, ist das eine tolle und recht<br />

einfache Sache! Leather Leone hat relativ leicht die<br />

Gesangsparts kreiert, zum Teil mit Sandy Sledge<br />

(Schlagzeug, Songwriting) und mir zu sam men.<br />

Leather ist eine ungeschulte, natürliche Sängerin<br />

und gilt als die Heavy-Metal-Sängerin („Leather<br />

Leone is the supreme heavy metal force, a female<br />

fronted assault on all senses“ – Wiki pedia). Mir<br />

fiel es in dieser Besetzung und <strong>Musiker</strong>-Kon -<br />

stel lation ebenfalls leicht, die Songs, Teile und Riffs<br />

zu kreieren. Wir hatten Unter stützung durch Keith<br />

Marks, u.a. Tourmanager von Styx. Er gab uns<br />

schließlich den Tipp, Scott Warren zu kontaktieren,<br />

da er im Moment keinen Gig hatte. So geschah es.<br />

Scott ist ein begnadeter <strong>Musiker</strong>, es war eine<br />

tolle und ebenfalls einfache Zusammenarbeit und<br />

er hatte natürlich noch Original-Dio-Sounds in<br />

seinem Synthesizer. Wäh rend der Zusammen -<br />

arbeit – zum größten Teil über das Internet, er war<br />

in North Hollywood, wir in Silverlake – hat es hin<br />

und wieder lange gedauert, bis eine Antwort kam,<br />

und wir wunderten uns, was er wohl so treibt.<br />

Der Grund: Er hat nicht nur die Keyboard Parts<br />

und Harmo nien beigesteuert, sondern auch zum<br />

größten Teil noch die Sounds kreiert. Die Solo -<br />

piano-Aufnah me von „Her Fathers Daughter –<br />

Reprise“ (1‘39‘‘) hat vier Stunden ge dauert – es<br />

sollte perfekt sein, und seine Erin nerung an seine<br />

Zeit mit R.J. Dio (17 Jahre) kann man gut hören<br />

und nachfühlen. Scott ist derzeit hauptsächlich<br />

mit den Dio Disciples unterwegs.<br />

Ich möchte natürlich noch Jimmy Bain erwähnen,<br />

wir trafen ihn eines Abends im „Sunset<br />

Ralphs“ Supermarkt vor dem Kühlregal und<br />

kamen ins Gespräch, er sagte zu. Ich jammte mit<br />

ihm zu den Songs, nahm dann seine Parts mit<br />

meinem Laptop auf sowie alle ausarrangierten<br />

und harmonisierten Gitarrenparts. Jimmy spielt<br />

zurzeit bei Last In Line. Alle Spuren synchronisiert<br />

per Internet, dann ins Trident Studio nach<br />

Pacheco, CA zum Mixen. Zum Final Mix ging es<br />

wieder in den Norden Kaliforniens. Dort traf ich<br />

dann Chuck Billy & Eric Peterson von Testament,<br />

die zusätzliche Spuren für ihre CD „Dark Roots<br />

Of Earth“ einspielten. Alle Beteiligten an „Imagine<br />

Me Alive“ wussten, worum es musikalisch geht.<br />

Dies ist die Haupterfahrung, die für mich nicht<br />

neu, aber in Zusammenarbeit mit anderen Mu -<br />

sikern und Künstlern nicht immer gegeben ist.<br />

Alles in allem ist es fantastisch, welche Men -<br />

schen ich kennengelernt habe, nicht nur „ge-<br />

schäft lich“. Und erlebt habe, was sie so antreibt,<br />

ihre Prägung und Erfahrungen und die Art und<br />

Weise, damit umzugehen, mit sich selbst und<br />

deren Mitmenschen.<br />

8<br />

3/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


32 STORIES<br />

Ich habe mich dann entschlossen, nach<br />

Deutsch land zurückzukehren. Auch ein eindringliches<br />

und nettes Gespräch mit Scott Warren<br />

nach dem Konzert im „House Of Blues“ in West<br />

Hollywood über bestimmte Philosophien und das<br />

Business konnte daran nichts ändern.<br />

Das Äußere kann niemals das Innere ersetzen,<br />

wenn man dies denn gefunden hat. Ich habe einmal<br />

mehr erlebt, dass sich vieles im Äußeren ge -<br />

staltet, und vieles wird im Äußeren gesucht und ist<br />

durch Gedanken und Erinnerungen aus der Ver -<br />

gangenheit geprägt, positiver oder nicht so positiver<br />

Art, und oft nicht erkannt oder aufgearbeitet<br />

und beeinflusst stark die Gegenwart – in der nun<br />

mal alles stattfindet. I found great people, great<br />

human beings, creative musicians, gifted and hard<br />

working individuals, big talents, visionary creators –<br />

and sometimes the complete opposite! Yeah!<br />

MM: Im Rahmen dieses Projekts ist das<br />

Album „Imagine Me Alive“ entstanden. Sind<br />

weitere Veröffentlichungen geplant?<br />

MATTHIAS: Es sind noch Kompositionen und<br />

Riffs aus der Bay-Area-Schaffensphase übrig und<br />

Riffs und Neukompositionen von mir in Arbeit.<br />

Ob es einen Nachfolger gibt, ist derzeit nicht klar,<br />

wir werden sehen. „Imagine Me Alive” wurde im<br />

Eigen ver trieb veröffentlicht. Wir hatten einen Pro -<br />

moter aus New York, der Titel „The Guy Upstairs<br />

Lied“ war in den Top 20 einer der meistgewünschten<br />

und -gespielten Songs des Jahres von<br />

KNAC.com, neben Van Halen, Overkill, Testament,<br />

Accept etc. Nach einer Recherche habe ich leider<br />

auch festgestellt, dass die CD über 10 000 mal<br />

über ein Torrent-Netz werk downgeloadet wurde,<br />

Stand: Sommer 2013.<br />

Leather Leone veröffentlicht in Herbst dieses<br />

Jahres die achte CD mit Chastain: „We Bleed<br />

Metal“. Sie hat im Frühjahr <strong>2015</strong> einen Booking<br />

Deal in Deutschland/EU abgeschlossen und ist<br />

als Solokünstlerin unterwegs. Wie auch im letzten<br />

Jahr, wo sie in Brasilien mit Benedictum auf<br />

Tour und des Öfteren Gastmusikerin neben Bobby<br />

Blitz (Overkill) bei Doro Pesch war. Somit ist sie<br />

erst einmal mit der Promotion dieses Albums<br />

beschäftigt, was dem Songwriting für zu kün f tige<br />

gemeinsame Kompositionen natürlich keinen<br />

Abbruch tut. Ich denke auch über ein (Metal-)<br />

Instru mental-Album nach, wo diese Ideen dann<br />

mit einfließen.<br />

MM: Außerdem hast du mit Studenten des<br />

Musicians Institute in Hollywood eine Live -<br />

band auf die Beine gestellt. Vor welchen Her -<br />

aus forderungen standet ihr?<br />

MATTHIAS: Hauptsächlich war die Herausfor de -<br />

rung, in kurzer Zeit einen zweiten Gitarristen und<br />

auch einen Bassisten zu finden, da Jimmy Bain<br />

nach wenigen Proben im Quartett leider doch nicht<br />

für Livekonzerte zur Verfügung stand. Und dann<br />

natürlich das Liveset einzustudieren und mit der<br />

kompletten Liveband zu proben.<br />

Ich zog dann direkt nach Hollywood nahe des<br />

Musicians Intitute. Ebenfalls über das MI Student<br />

Alumni Network und den Metal LPW (Live Playing<br />

Workshop), den ich jeden Freitag im MI besuchte,<br />

fanden wir nach einigen Auditions einen zweiten<br />

Gitarristen, Rick Lambert aus Philadelphia, und<br />

den Bassisten Chris Davidson (Schweden), die<br />

gerade am Musicians Institute studierten. Wir<br />

jammten, probten und trainierten im MI, und nach<br />

kurzer Zeit stand das Liveset, bestehend aus<br />

„Imagine Me Alive“ komplett und einigen Kult-<br />

Songs von „Chastain“, wo Leather Leone früher<br />

schon als Sängerin tätig war.<br />

MM: Wie seid ihr damit umgegangen?<br />

MATTHIAS: Da wir durch das Studium am MI<br />

ebenfalls die gleiche musikalische Sprache hatten,<br />

war dies relativ einfach. Die Bandproben fanden<br />

dann in verschiedenen Probekomplexen und<br />

Rehearsal Studios in LA, Anaheim und Holly -<br />

wood statt. Meistens im Amp Rehearsal Studio<br />

North Hollywood und im Mates, wo Dio früher<br />

lange Jahre probten und auch Guns N‘ Roses<br />

probten und komponierten (Use Your Illusions I +<br />

II). Die Studios mussten stundenweise angemietet<br />

und die Bandmitglieder koordiniert werden.<br />

Leather war nördlich von San Francisco sechs<br />

Stunden Autofahrt entfernt, Rick und Chris waren<br />

noch Studenten und hatten noch Prüfungen zu<br />

absolvieren.<br />

Jeder in der Band hatte eine Aufgabe, was ganz<br />

gut funktionierte, und so kam alles zustande.<br />

MM: Welche Unterschiede zwischen der<br />

deut schen und amerikanischen Musikin dus -<br />

trie sind dir aufgefallen?<br />

MATTHIAS: Es gibt in den USA die American Fe -<br />

deration of Musicians mit vielen lokalen Unions.<br />

Eine Art Gewerkschaft mit politischer und moralischer<br />

Philosophie, die auch Rentenpläne und<br />

Krankenversicherungen anbietet. Mit Band-, Mu -<br />

siker- und Musiklehrer-Datenbanken etc. und die<br />

sich um verschiedene Belange von <strong>Musiker</strong>n kümmert.<br />

In Deutschland gibt es im Rock- und Pop-<br />

Bereich ausschließlich den DRMV, ggf. wenige<br />

kleinere lokale Organisationen, dann ver.di und<br />

z. B. die Deutsche Orchester verei ni gung im klassischen<br />

Bereich.<br />

Die Lobby der Musik ist in den USA um ein<br />

Vielfaches größer als in Deutschland. Vieles wird<br />

amerikanisch lockerer gesehen und geht in einem<br />

sehr hohen Tempo voran, gerade in LA. Gleich -<br />

zeitig erscheint es ggf. auch härter, wenn es Un -<br />

stimmigkeiten gibt. Die Digitalisierung ist natürlich<br />

global. Die Zeit schreitet auch dort voran –<br />

oder gerade dort – und die Auftrittsmöglich keiten<br />

werden sich, wie in Deutschland auch, be schrän -<br />

ken. Wie den Medien zu entnehmen ist, ist der<br />

weltberühmte Sunset Strip leider in seinem musikalischen<br />

Ursprung bedroht, von Investoren, die<br />

Hotels und andere Touristenanlagen errichten wollen,<br />

und somit die Musikclubs wie z. B. das Roxy,<br />

Key Club, das Whiskey A Go Go etc. neue<br />

Locations suchen bzw. abgerissen werden sollen.<br />

Wer noch einen Hauch des Feelings dort erleben<br />

möchte, sollte sich auf den Weg machen.<br />

MM: Deutsche Bands haben es bekanntlich<br />

schwer, in Amerika Fuß zu fassen. Ist es<br />

um gekehrt genauso?<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


STORIES 33<br />

MATTHIAS: Ich glaube, mittlerweile ja. Die Zeit, in<br />

der US-Bands hier relativ einfach touren und ggf.<br />

Verträge abschließen konnten, gehört ein wenig<br />

der Vergangenheit an. Dazu kommt, dass die Ren -<br />

ta bilität ebenfalls oft nicht vorhanden ist und für<br />

die meisten Künstler und Plattenfirmen etc. alles<br />

mit genau kalkuliertem und ggf. minimalem Budget<br />

ablaufen muss. Gute Kontakte sind hier natürlich<br />

wichtig, aber von Übersee hierherzukommen, ist<br />

logischerweise und mittlerweile deutlich schwieriger,<br />

als sich hier direkt innerhalb der EU als an -<br />

sässige Band oder Künstler zu be wegen. Ich<br />

»Seit circa zwei<br />

Jahren besteht<br />

„Gasoline Phoenix“<br />

im Akustik-Duo mit<br />

Barbella J an<br />

der Gitarre, Gesang,<br />

Percussion und<br />

ebenfalls<br />

Songwriting.«<br />

möchte erwähnen: Nach meiner An kunft in den<br />

USA und dem Einfinden in die musikalische Metal-<br />

Szene stellte ich fest, dass viele Bands und Metal-<br />

<strong>Musiker</strong> natürlich nach Europa und Deutschland<br />

wollen. In das Ruhrgebiet, home of Metal, German<br />

Metal, Asphalt & Concrete. Einige wohnen auch<br />

hier bzw. ein oder mehrere Band mitglieder – und<br />

ermöglichen es so ihren Bands und Projekten, in<br />

Deutschland und Europa jedes Jahr zu touren.<br />

Dass dies alleine durch Booking agenturen und<br />

Plattenfirmen organisiert wird, ist ja bekanntlich<br />

nicht immer der Fall.<br />

MM: Hast du abschließend einen Tipp, wie<br />

man sich als <strong>Musiker</strong> erfolgreich vernetzen<br />

kann?<br />

MATTHIAS: Natürlich alles versuchen, alle aktuellen<br />

Internetplattformen so gut es geht nutzen<br />

und Kontakte knüpfen. Ich möchte hinzufügen und<br />

ich glaube, dass man sich hier leicht verzetteln<br />

kann und unter Umständen aufs falsche Pferd<br />

setzt oder einer bestimmten Sache oder einem<br />

Internetportal zu viel Gewicht zuordnet. Das kostet<br />

Zeit, Energie und ggf. auch Geld. Eine gewisse<br />

gesunde Intuition bzgl. der eigenen Musik rich -<br />

tung, wo und wie sie derzeit stattfindet, hilft, da<br />

gibt es nach wie vor keinen genauen Plan. Ich<br />

glaube, letzten Endes funktioniert das meiste über<br />

persönliche Kontakte – eine gute und gesunde<br />

Menschenkenntnis finde ich hier von Vorteil.<br />

INTERVIEW: JANA MOYSICH<br />

FOTOQUELLE: MATTHIAS WEISHEIT<br />

GRAFIK: © NIROWORLD / FOTOLIA.DE<br />

WEB: WWW.GASOLINE-MUSIC.COM<br />

WWW.RM-C.EU<br />

WWW.LEATHERLEONE.COM<br />

It’s all about trust.<br />

Du weißt, wie deine Gitarre perfekt klingt.<br />

Egal ob zu Hause oder bei der Jam-Session mit<br />

den Jungs im Proberaum. Auf deine CORDIAL-<br />

Kabel kannst du dich immer verlassen.<br />

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34 STORIES<br />

Die vier Gießener Lisa, Marek,<br />

Philipp und Nico treten<br />

seit einem Jahr als<br />

Crossover-Band APRIL ART<br />

in verschiedenen Locations<br />

in ihrer Umgebung auf.<br />

Fans und Presse schätzen<br />

ihre Energie und ihren Drive.<br />

Leise geht es bei ihnen<br />

niemals zu.<br />

APRIL ART<br />

Kickender Crossover/Alternative Rock<br />

mit weiblicher Powerstimme und garantiert<br />

feinstem Abgehpotenzial!<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


STORIES 35<br />

MM: Ihr bezeichnet euren Musikstil als „kickenden<br />

Crossover/Alternative Rock mit Ab -<br />

geh potenzial“. Was genau können wir uns<br />

darunter vorstellen?<br />

APRIL ART: Wir machen eine explosive Mischung<br />

aus Rock, Metal, Funk, Rap und kombinieren das<br />

mit einer extrem druckvollen weiblichen Stimme.<br />

Fette Riffs, tighte Basslines mit vielen Slap attacken<br />

und ein gnadenlos prügelndes Schlagzeug ohne<br />

viel Schnörkel dominieren unseren Sound. Ge paart<br />

mit sehr emotionalen und eingängigen Hook lines<br />

ergibt das Ganze einen Gegenpol zum allgegenwärtigen<br />

Deutsch-Pop.<br />

MM: Wie habt ihr vier zueinandergefunden?<br />

APRIL ART: Philipp und Nico haben bereits vor<br />

einigen Jahren in einer Band zusammen gespielt,<br />

mit der sie 2007 den Deutschen Rock & Pop-<br />

Preis „Alternative“ gewonnen haben.<br />

jeder Song die authentische APRIL-ART-Note be -<br />

kommt. Da wir uns alle sehr gut kennen und nicht<br />

nur Bandmitglieder, sondern auch Freunde sind,<br />

können wir uns sehr gut in die Gefühlswelt der<br />

anderen hineinversetzen. Insbesondere Lisa vervollständigt<br />

unsere Songs textlich. Seit kurzer Zeit<br />

haben wir erhebliche Unterstützung im Feinschliff<br />

unserer Songs bekommen. Produzent Frank<br />

Bornemann, der unter anderem die Guano Apes,<br />

Helloween, die Scorpions, Eloy und Revolverheld<br />

produziert, ist seit Januar im Team und hilft uns.<br />

MM: Was wollt ihr mit eurer Musik erreichen?<br />

APRIL ART: Wir möchten gern einen Gegentrend<br />

zu dem aktuell vorherrschenden Musikangebot in<br />

Deutschland einläuten. Musik, die auf angesagten<br />

Rockfestivals Platz findet, soll endlich wieder<br />

aus Deutschland kommen und in erster Linie<br />

eines tun: rocken! Das haben wir uns mit APRIL<br />

ART auf die Fahnen geschrieben.<br />

den Bass in seinem Bauch, man fühlt die Emotion<br />

des Gesangs. Gemeinsam mit der Band und dem<br />

Publikum pusht man sich gegenseitig bis zum<br />

Limit.<br />

MM: Wo würdet ihr gern mal auftreten und<br />

warum genau da?<br />

APRIL ART: Wir wollen auf coolen Bühnen spielen<br />

und mit ausrastenden und verschwitzten Men -<br />

schen, die Bock auf eine gute, laute und dreckige<br />

Rock-Show haben, abgehen. Wo das ist, ist völlig<br />

egal.<br />

MM: Was steckt hinter dem Bandnamen?<br />

APRIL ART: Wir haben uns vor einem Jahr im April<br />

gegründet, um Kunst zu machen. Diese Kunst ist<br />

eben unsere Art von Musik, unsere April-Kunst.<br />

Es gibt also kein großes Geheimnis, keine große<br />

Geschichte um den Namen. Vielmehr ist unser<br />

Bandname ein klarer Fahrplan für uns.<br />

MM: Wie seht ihr die Zukunft der CD? Wie<br />

schätzt ihr Streaming-Portale ein?<br />

APRIL ART: Wir haben ein Herz für CDs. Da wir<br />

damit aufgewachsen sind, geht nichts über ein<br />

neues Album mit einem schönen Booklet aus dem<br />

Plattenladen deines Vertrauens. Allerdings wird die<br />

klassische CD wahrscheinlich irgendwann komplett<br />

vom Markt verschwinden. Geld verdienen<br />

Bands heute nicht mehr mit dem Verkauf von Ton -<br />

trägern, sondern überwiegend mit Live-Kon zerten<br />

und Merchandise.<br />

»Die Sängerin Lisa-Marie beschert euch<br />

mit ihrer tiefen, rauen Stimme den wahrscheinlich<br />

liebsten Schlag in die Fresse aller Zeiten!«<br />

Die beiden sahen Lisa auf einem Konzert singen<br />

und performen und waren so geflasht, dass<br />

sie sie sofort in ihr gemeinsames neues Band -<br />

projekt aufnahmen. Profi-Drummer Marek fanden<br />

wir schließlich in der Gießener Musikszene.<br />

MM: Wie entwickelt ihr neue Songs? Gibt es<br />

bestimmte Rituale?<br />

APRIL ART: Meist ist es ein Gefühl oder eine persönliche<br />

Emotion, die einen von uns zu einer<br />

Song idee inspiriert. Das kann ein einzelner Song -<br />

part sein. Sehr oft entsteht zuerst der Chorus.<br />

Aber auch ein kompletter Song geistert manchmal<br />

im Kopf herum. Wenn noch etwas fehlt, wird<br />

es immer von oder mit den anderen Bandmit glie -<br />

dern komplettiert. Dadurch garantieren wir, dass<br />

MM: Welche Zukunftsziele habt ihr euch als<br />

Band gesetzt?<br />

APRIL ART: Wir wollen von unserer Musik leben<br />

können. Das heißt, dass ein weiteres Album folgen<br />

wird und wir auf Tour gehen werden. Die<br />

Um setzung dieser Ziele läuft schon auf Hoch -<br />

touren, sodass wir der Zukunft sehr optimistisch<br />

entgegensehen.<br />

MM: Was begeistert euch bei Live-Auf trit ten<br />

am meisten?<br />

APRIL ART: Ein Gefühl von Gemeinsamkeit, das<br />

in jedem hochkommt, ist das Beste. Man ist Teil<br />

eines Ganzen und befindet sich in völliger Eksta -<br />

se. Man spielt nicht nur ein Konzert, sondern spürt<br />

MM: Was ratet ihr jungen <strong>Musiker</strong>n, um sich<br />

auf dem Musikmarkt zu behaupten?<br />

APRIL ART: Als Erstes muss man sich vom Bild<br />

der Casting-Shows verabschieden. Es wird kein<br />

Top-Produzent zu einem kleinen Bandcontest<br />

kommen und dich oder euch als Band entdecken.<br />

Hört viel Musik und versucht so früh wie möglich,<br />

Erfahrung in Sachen Songwriting zu sammeln,<br />

indem ihr Eure eigenen Songs schreibt. Covert<br />

nicht zu lange nur Songs anderer Bands, denn<br />

dies alleine führt auf lange Zeit gesehen zu nichts.<br />

Spielt viele Konzerte und arbeitet Tag und Nacht<br />

an Eurem Traum! Das bedeutet viel Fleiß, Herz -<br />

blut und jede Menge Arbeit, die nichts mit Musikmachen<br />

zu tun hat. Promotion, Booking, Home -<br />

page, Verwaltung und Kontakte knüpfen, all das<br />

will nebenbei auch gemacht werden.<br />

WEB: WWW.APRILART.DE<br />

WWW.FACEBOOK.COM/APRILARTBAND<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTOQUELLE: APRIL ART<br />

3/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


36 STORIES<br />

Interview mit<br />

PAUL-GERHARD<br />

LANGE<br />

Seit mehr als fünf Jahrzehnten<br />

ist Paul-Gerhard Lange<br />

in verschiedenen Bandformationen<br />

mit seinem Bass vertreten. In seinem<br />

neuesten Projekt experimentiert<br />

der in der Nähe von Bielefeld<br />

lebende Künstler mit einem Looper.<br />

MM: Paul-Gerhard, du kannst auf eine lange<br />

Karriere als Bassist zurückblicken. Vor allem<br />

der Blues hat es dir dabei angetan.<br />

Was fasziniert dich an dieser Musikrichtung<br />

besonders?<br />

PAUL-GERHARD LANGE: Für mich ist das Ur -<br />

sprüngliche, Rohe das Besondere am Blues.<br />

Dieses Rohe findet sich sowohl in den Texten als<br />

auch bei den Harmonien. Einfache, aber schöne<br />

Strukturen, die jede Menge Raum für Impro visa -<br />

tionen geben.<br />

MM: Wie bist du damals dazu gekommen,<br />

Bass zu spielen?<br />

PAUL-GERHARD: Mit der Musik ging es in der<br />

Schule los, allerdings ohne Bass und Blues. Der<br />

Musiklehrer überredete mich, Geige zu lernen.<br />

Nach einigen Jahren, in denen ich Geigenunter -<br />

richt bekam, wurde mir das aber zu brav und ich<br />

gründete mit Udo Lummer die Skiffle-Gruppe<br />

„The Thimbles“. Aber auch das ging nach unserer<br />

damaligen Auffassung nicht genug vorwärts,<br />

und so kam es zur Gründung der „Green Onions“,<br />

die es mit der Anfang der 1960er-Jahre angesagten<br />

Beatmusik zu einer bescheidenen Be -<br />

rühmt heit brachten. Unsere Eltern nannten diese<br />

Musik „Negermusik“. In der Band hatte ich die<br />

erste Berührung mit dem E-Bass und die zweite<br />

mit Udo Lummer, der die Leadgitarre bediente.<br />

Warum ich zum E-Bass kam? Ganz einfach: Der<br />

Bassist fehlte und die Kollegen schauten mich<br />

erwartungsvoll an. Schon war ich der Bassist.<br />

MM: Du sagst, dich hätten die Rolling Stones<br />

und die Beatles musikalisch sehr geprägt.<br />

Was genau hast du von den Bands gelernt<br />

bzw. inwiefern sind sie dir Vorbild?<br />

PAUL-GERHARD: Unsere Musik war geprägt von<br />

britischen Bands wie den Rolling Stones, Yard -<br />

birds, Kinks, Moody Blues und den Animals. Da<br />

wurde die Basis für meine späteren Aktivi tä ten in<br />

der Bluesmusik gelegt, weil sich die Beatmusik am<br />

12-Takt-Schema des Blues orientierte.<br />

In den ersten Jahren, also ab 1960, haben mich<br />

die Skiffler wie Ken Colyer, Alexis Korner und allen<br />

voran Lonnie Donegan geprägt. Es ist heute fast<br />

vergessen, dass Lonnie Donegan in den 1950er-<br />

Jahren monatelang die Charts anführte. Viele der<br />

späteren Superstars wie die Beatles, Rolling<br />

Stones, Clapton, Knopfler, Elton John und Rod<br />

Stewart begannen als Skiffle-Groups. Ich habe<br />

immer versucht, von den Bassisten und zum Teil<br />

auch den Gitarristen das abzuschauen, was gerade<br />

für unsere Musik dienlich war.<br />

MM: 2013 hast du mit Udo Lummer LOOP-<br />

AHEAD gegründet. Ihr tretet live mit einem<br />

Looper auf. Wie kann man sich so einen<br />

Auf tritt vorstellen? Was ist das Besondere<br />

daran?<br />

PAUL-GERHARD: Das Live-Looping ist vom mu -<br />

sikalischen Massenmarkt weit entfernt. Weil das<br />

Realtime-Looping den <strong>Musiker</strong>n die Möglichkeit<br />

zum Aufbau vielschichtiger und komplexer Klang -<br />

strukturen bietet, sind die meisten Looping-<br />

Künstler Solomusiker. Bei LOOPAHEAD wird die<br />

Klangvielfalt durch den Einsatz von Gitarren-Effekt -<br />

geräten erzeugt. Dabei spielt Udo zu einer vorher<br />

eingestellten Drumspur. Das wird in der Loop -<br />

station gespeichert; dann spielt die Gitarre eine<br />

weitere Spur dazu, die ebenfalls im Looper ge -<br />

speichert wird. Auf der Bühne setzen wir zwei bis<br />

vier Gitarrenspuren ein, womit wir einen Effekt er -<br />

reichen, als würden zwei, drei oder vier Gitarren<br />

gleichzeitig spielen. Nachdem die Spuren eingespielt<br />

sind, werden die ersten Gesangs- oder Solo -<br />

parts live dazu gespielt bzw. gesungen. Es ist<br />

faszinierend, wenn das Publikum und wir erleben,<br />

wie sich eine musikalische Schicht über die<br />

eingespielten Schichten legt. Das Live-Looping<br />

erfordert eine große Konzentration und ein hohes<br />

Maß an Disziplin. So entsteht in Interaktion mit<br />

dem Publikum ein musikalisches Unikat.<br />

MM: Du bist ja ein alter Hase im Musik busi -<br />

ness. Wie schätzt du die aktuellen Entwick -<br />

lungen und Trends bezüglich Streaming-<br />

Portalen und CD-Verkauf ein?<br />

PAUL-GERHARD: Die Veröffentlichung von Musik<br />

ist durch die technische Entwicklung in den letzten<br />

Jahren sehr einfach geworden. Das führt aber<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


STORIES 37<br />

»Das Live-Looping<br />

erfordert ein hohes Maß<br />

an Disziplin.<br />

So entsteht in Interaktion<br />

mit dem Publikum ein<br />

musikalisches Unikat.«<br />

auch dazu, dass eine schier unübersehbare<br />

Menge von Bands in den Markt strömen, die ihre<br />

Musik kostenlos über YouTube anbieten. Wenn<br />

eine Band einen Deal mit einer Major-Company<br />

bekommt, ist das eher die Ausnahme. Leider sind<br />

die Ausschüttungen an die <strong>Musiker</strong> recht dürftig.<br />

Wenn das Streaming die Zukunft der Musik sein<br />

sollte, bleibt in dieser Zukunft kaum etwas für die<br />

<strong>Musiker</strong> übrig. Da ist es lukrativer, die Tonträger<br />

bei Konzerten zu verkaufen. Wir ver folgen derzeit<br />

die Renaissance der Vinyl-Schall platte und<br />

über legen, einen solchen Ton träger mit eigenen<br />

Bluestiteln zu veröffentlichen. Allerdings sind die<br />

Kosten dafür viel höher als für eine CD und wir<br />

erreichen nur eine kleine Anzahl von Ab nehmern.<br />

Darum ist unser Ent schei dungs pro zess noch nicht<br />

abgeschlossen.<br />

MM: Die Band, in der du am längsten spielst,<br />

ist die Formation „Worried Men Skiffle<br />

Group“. Ihr habt jede Menge miteinander er -<br />

lebt, viele Konzerte gespielt. Ist ein Ar beiten<br />

und Musizieren in so einer Gruppe anders<br />

als in den Projekten, die kürzer bzw. zwischendurch<br />

laufen? Was genau ist anders?<br />

PAUL-GERHARD: 1976 trat ich in die „Worried<br />

Men Skiffle Group“ ein, die seit 1962 existierte.<br />

Doch nach etwa fünf Jahren war die Luft raus und<br />

die Musik unseres Idols Lonnie Donegan wurde<br />

uns zu brav. Es erfolgte nahtlos der Übergang zum<br />

Blues mit Gründung der „Flatfoot Sam Blues Band“<br />

im Jahre 1981. Hier spielte ich die Rhythmus-<br />

Gitarre. Unsere Musik war die des Robert Johnson<br />

und anderer Delta-Blues-<strong>Musiker</strong>, aber auch die<br />

der im Norden der USA beheimateten Urban-<br />

Blues-<strong>Musiker</strong>. Immer wieder gab es in den<br />

Jahren sich zeitlich überlappende Projekte und<br />

Bands. Ein Revival erlebten die „Worried Men<br />

Skiffle & more“ ab 1998, das bis heute erfolgreich<br />

anhält. Kürzlich haben wir unseren dritten<br />

Tonträger vorgelegt. In dieser Gruppe, die so viele<br />

Jahrzehnte zusammen spielt, entwickelte sich im<br />

Laufe der Zeit ein starker, fast familiärer Zusam -<br />

menhalt. So machen wir seit geraumer Zeit einmal<br />

im Jahr eine gemeinsame Freizeit, an der auch<br />

die Partner teilnehmen.<br />

MM: Nach all den Jahren: Was würdest du<br />

heute, musikalisch gesehen, anders machen?<br />

PAUL-GERHARD: Ich würde mehr und intensiver<br />

üben. In den frühen Jahren waren die technischen<br />

Möglichkeiten sehr begrenzt. Da konnten wir nur<br />

die Schallplatten immer wieder anhören, um die<br />

Details herauszuhören. Die musikalischen Qualitä -<br />

ten vieler Bands waren damals nicht so gut. Heute<br />

gibt es im Internet die Möglichkeit, Bass- und Gi tar -<br />

renlinien herunterzuladen oder sich mit Lehrvideos<br />

die gewünschten Titel und Pas sagen anzusehen.<br />

Das hilft sehr bei der musikalischen Entwicklung.<br />

MM: Was rätst du jungen Nachwuchs mu si -<br />

kern, die sich auf dem heutigen Markt be -<br />

haupten müssen?<br />

PAUL-GERHARD: Sie sollen eine ordentliche Aus -<br />

bildung abschließen, auf die man im Zweifel zu -<br />

rück greifen kann. Außerdem müssen sie fleißig<br />

live spielen, denn das übt und man bekommt<br />

Kon takte. Zudem sollte eine gute Mischung aus<br />

eigenen Titeln und Coverversionen gespielt werden.<br />

Ganz wichtig ist eine gute Homepage, die<br />

ständig gepflegt werden muss.<br />

MM: Welche Ziele hast du für die Zukunft?<br />

Denkst du schon an das Ende deiner Musi -<br />

ker karriere?<br />

PAUL-GERHARD: Antwort zu Frage 1: Möglichst<br />

oft auf der Bühne stehen und Musik machen.<br />

Antwort zu Frage 2: Warum sollte ich?<br />

WEB: WWW.LOOPAHEAD.DE<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTOQUELLE: PAUL-GERHARD LANGE<br />

3/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


38 STORIES<br />

»Ein Ausnahmemusiker<br />

wird an der Lebendig keit,<br />

am Einfallsreichtum<br />

und an der Virtuosität<br />

seiner Interpretationen<br />

zu erkennen sein.«<br />

Viele Jahre war der WDR die bundesdeutsche<br />

Sendeanstalt, die für außergewöhnliche<br />

Rock-Konzerte im Fernsehen stand. Die<br />

Rockpalast-Nächte und die Open-Air-Konzerte<br />

von der Loreley waren für Freunde der Rock musik<br />

quasi Pflichtprogramm und Grund zum Feiern.<br />

Zu den absoluten Höhepunkten gehörte für mich<br />

Johnny Winters Auftritt in der Essener Grugahalle<br />

am 22. April 1979 – ein Gitarrenfest, das laut<br />

WDR-Redakteur Peter Rüchel viele Gitarristen darüber<br />

hat nachgrübeln lassen, ob sie ihr Instrument<br />

abgeben sollten. Und tatsächlich hatte Johnny<br />

Winter ab den ersten Tönen seines denkwürdigen<br />

Konzertes gezeigt, wie an spruchsvoll die<br />

moderne Rock-Gitarre sein kein. Dabei ließ er<br />

keinen Zweifel daran, dass er der Bluesman war,<br />

der sich freilich auch auf fetzigen Rock ’n’ Roll<br />

verstand. Angefangen von Freddie Kings Instru -<br />

mental-Klassiker „Hideaway“, den Winter über<br />

zwölf Minuten lang fantasievoll interpretierte, über<br />

eine noch längere, atemberaubende Version des<br />

Standards „Suzie Q“ bis hin zum formidablen<br />

„Mississippi Blues“ – ein absolut mitreißendes<br />

Konzert, über zwei Stunden, mit einer Band, die<br />

für mein Empfinden mit die beste war, mit der<br />

Johnny Winter je zusammengespielt hatte: Jon<br />

Paris (Bass und Mundharmonika) und Bobby<br />

Torello (Drums); schade: die offensichtlich total<br />

unter Drogen stehende Patti Smith, die mit ihrer<br />

zweifelhaften Band vor Johnny Winter aufgetreten<br />

war, trötete während seines Konzertes einige<br />

Male mit ihrer Klarinette störend ins Mikro fon.<br />

Dem Rockpalast-Team gebührt hohes Lob,<br />

dass es Winters Auftritt heute auf DVD und CD<br />

gibt, der lebhafte Beweis, dass Johnny Winter weit<br />

mehr war als ein Gitarrist, der nur Kadenzen „hoch<br />

und runter“ spielt – ein Monument in der Erin ne -<br />

rung des am 16. Juli 2014 im Alter von 70 Jahren<br />

gestorbenen <strong>Musiker</strong>s.<br />

Vor diesem denkwürdigen Auftritt waren meine<br />

eigenen Erwartungen und Hoffnungen sehr hoch,<br />

denn seit Johnny Winter international berühmt<br />

geworden war als außergewöhnlicher Gitarrist,<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


TEIL 3: JOHNNY WINTER – Wintertime Again<br />

STORIES 39<br />

Blueser, Rockstar, Showman und (aufgrund seines<br />

Albinismus) nicht zuletzt auch als Freak, hatten<br />

sein Leben und seine Karriere schon eine Achter -<br />

bahnfahrt infolge seines Umgangs mit Rausch -<br />

mitteln durchgemacht. Der Versuch, die Sucht zu<br />

be kämpfen, führte ihn nach dem Aufstieg zum<br />

Rock star wieder zurück zum Bluesman, der in<br />

den späteren 1970er-Jahren unter anderem sein<br />

Idol Muddy Waters würdig und frisch produzieren<br />

sollte. Winter trat mit Waters auch live auf – mit<br />

das Beste, was es von Waters gibt. Noch ein Tipp:<br />

das ebenfalls von Winter produzierte Album<br />

„Whoopin’“ des Blues-Mundharmonika-Spielers<br />

Sonny Terry von 1984, mit Winter an der Gitarre.<br />

Obwohl Johnny Winter 1969 auf dem legendären<br />

Woodstock-Festival aufgetreten war, registrierten<br />

ihn diejenigen, die das Festival nicht miterlebt<br />

hatten, nicht. Denn im Woodstock-Film<br />

taucht er nicht auf, sein Woodstock-Auftritt er -<br />

schien erst 40 Jahre später erstmals auf CD.<br />

Meine erste Begegnung mit dem Ausnahme -<br />

musiker hatte ich dennoch 1969, als ich den<br />

Blue Horizon/CBS-Sampler „The Blues“ erstand,<br />

mit „Be Careful With A Fool“ von Winters erster<br />

offizieller Solo-LP. Mir blieb die Sprache weg: Bis<br />

dahin hatte ich kein vergleichbares Blues-Stück<br />

mit einem derart variationsreichen Gitarrenspiel<br />

gehört. Und auch Winters gepresst wirkender<br />

Gesang war völlig ungewöhnlich. Das Debüt-<br />

Album musste also her, und es enttäuschte mich<br />

nicht. Noch überraschender war das Nachfolge-<br />

Album „Second Winter“, ein Doppelalbum mit nur<br />

drei bespielten Seiten, 1969 aufgenommen unter<br />

anderem mit seinem Bruder Edgar. Die Band -<br />

breite von Winters modernem Blues (und einigen<br />

spannenden Beispielen des Rock ‘n’ Roll, darunter<br />

Winters Visitenkarte, der Chuck-Berry-Song<br />

„Johnny B. Goode“), die er mit den elf Stücken<br />

von „Second Winter“ bot, beeindruckt mit auch<br />

heute noch nach all den Jahren. Die Slide-Version<br />

von Bob Dylans „Highway 61 Revisited“ ist sogar<br />

zu einem Klassiker geworden. Nachgeschoben<br />

wurde damals schnell noch die schon 1968 aufgenommene<br />

LP „The Progressive Blues Expe ri -<br />

ment“, die einen aufhören lässt, darunter Winters<br />

„Mean Town Blues“, der viele Jahre zum Reper -<br />

toire seiner Live-Auftritte zählte und gemeinsam<br />

mit „Johnny B. Goode“ zum Beispiel bei Winters<br />

Bremer Beat-Club-Auftritt im Frühjahr 1970 zu<br />

sehen war.<br />

Der Versuch, Johnny Winter nur an seinen<br />

regulären Plattenproduktionen zu messen, lässt<br />

vermutlich nicht ermessen, welch großartiger<br />

Gitarrist er gewesen ist. An ein solch vielfältiges<br />

Studio-Album wie „Second Winter“ hat er leider<br />

nie wieder angeknüpft. So manch andere Studio-<br />

Produktion wirkt zuweilen durchwachsen, übrigens<br />

auch „Raisin’ Cain“ von 1980 mit Paris und<br />

Torello. Nach „Second Winter“ war der Wechsel<br />

zum dritten Studio-Album „Johnny Winter And“,<br />

auf dem seine bisherigen Begleiter durch die Band<br />

The McCoys („Hang On Sloopy“) ersetzt wurde,<br />

abrupt. Denn damit vollzog Winter den Weg<br />

zum Rock Star. Nun dominierte funkiger Rock<br />

und Rock ‘n’ Roll, so auch auf dem Live-Album<br />

mit dieser Band (1971), das finanziell er folg -<br />

reichste Album von Winters Karriere. In seinem<br />

Inneren war Winter aber doch nicht der Rock -<br />

star, als der er sich auf der Bühne gab. Zuweilen<br />

nannte man ihn wegen seiner Sprünge über die<br />

8


40 STORIES<br />

war gezwungen, im Sitzen zu spielen, so zum Bei -<br />

spiel 2007 bei einem weiteren Rockpalast-Konzert<br />

und Eric Claptons Crossroads Guitar Fes ti val aus<br />

dem selben Jahr. Dennoch war Winter auch dann<br />

meistens immer noch ein ausgezeichneter Musi -<br />

ker, begleitet von einer guten Band, zu der nun ein<br />

zweiter Gitarrist gehörte, um Winter zu entlasten.<br />

»Trotz der Ungleichgewichte auf einigen<br />

von Winters Studio-Alben bleibt der Eindruck<br />

des Beson deren nicht aus.«<br />

Bühne „Hupfdohle“. Allerdings verfiel Winter dem<br />

Heroin und musste eine Auszeit vom Rock-Ge -<br />

schäft nehmen, um sich therapieren zu lassen.<br />

Nach seiner Entziehungskur kehrte er nach und<br />

nach zurück zum Blues. Er tourte sowohl mit seiner<br />

eigenen Band als auch mit der seines Bruders<br />

Edgar, wobei die Besetzungen teilweise identisch<br />

waren. 1976 spielten die beiden Brüder das<br />

erfrischende Live-Album „Together“ ein, mit<br />

Rock ’n’ Roll, Rhythm and Blues und Soul. Aus<br />

demselben Jahr stammt auch Winters Live-LP<br />

„Captured Live“ mit Blues-Schwerpunkten („Blues<br />

On Sunday“ und „Sweet Papa John“), bis 1977<br />

das nächste Studio-Album schließlich „Nothing<br />

But the Blues“ hieß und sich Winters Zusammen -<br />

arbeit mit der Blues-Ikone Muddy Waters an -<br />

schloss.<br />

Ein Ausnahmemusiker wird an der Lebendig -<br />

keit, am Einfallsreichtum und an der Virtuosität<br />

seiner Interpretationen zu erkennen sein. Sie verändern<br />

Formen und treiben Bestehendes voran.<br />

Kein Wunder, wenn man dann gleich den Künstler<br />

erkennt, ohne dass sein Name fallen muss. Trotz<br />

der Ungleichgewichte auf einigen von Winters<br />

Studio-Alben bleibt der Eindruck des Beson deren<br />

nicht aus. Ausgesprochen erfolgreich waren dabei<br />

nach der ersten Phase von Winters Karriere in den<br />

1980er-Jahren „Guitar Slinger“, „Serious Busi -<br />

ness“ und „Third Degree“ für Alligator Records.<br />

Vor allem Live-Auftritte spiegeln Winters Einzig -<br />

artig keit wider. Mehr noch als Winters über viele<br />

Jahre einige wenige offizielle Live-Alben offenbart<br />

dies die von ihm selbst ins Leben gerufene „Live-<br />

Bootleg-Series“ (seit 2007 sind elf CDs er schie -<br />

nen!) und das schnell nach seinem Tod herausgekommene<br />

Set Remembrance“ (drei CDs). Wer<br />

einen preiswerten Einstieg in Winters Live-Auftritte<br />

sucht, wird vermutlich mit der Doppel-CD „The<br />

Brother’s Winter“ gut bedient sein. Einen sehr<br />

empfehlenswerten Eindruck von Winters Bühnen -<br />

präsenz und Klasse – mit seiner berühmten Fire -<br />

bird, der National Steel Guitar oder später mit der<br />

Erlewine Lazer – vermitteln außerdem die beiden<br />

DVDs „Live Through the ‘70s“ und „Live Through<br />

the ‘80s“, die im Gegen satz zu den ansonsten hervorragenden<br />

Live-Zeug nissen immer angeben,<br />

wann die Auf nah men entstanden sind und wer<br />

Winter begleitet hat.<br />

Winter hat leider seine Gesundheit durch seinen<br />

Drogen- und Medikamentenmissbrauch ruiniert<br />

und sich dadurch viel zu früh darum gebracht,<br />

auch im Alter noch annähernd so mitreißend zu<br />

spielen wie in seinen besten Tagen. Beim Konzert<br />

zu Bob Dylans 30-jährigem Bühnenjubiläum im<br />

Oktober 1992 brillierte er zwar mit seiner Slide-<br />

Fassung von „Highway 61 Revisited“. Sein körperlicher<br />

Abbau wurde aber schon sichtbar. In<br />

den folgenden Jahren brach Winter sich die Hüften<br />

und litt an Taubheit in den Armen, sodass er zeitweise<br />

gar nicht mehr spielen geschweige denn<br />

auftreten konnte. Als er dazu wieder in der Lage<br />

war, musste er auf die Bühne geführt werden und<br />

Nach dem Tod eines großen Künstlers schlachten<br />

Geschäftstüchtige gern seinen Nachlass aus.<br />

Bei Johnny Winter scheint das nicht anders zu<br />

sein. Qualität spielt keine Rolle, allein der Name<br />

auf dem Cover muss dafür herhalten, schnelles<br />

Geld zu machen. Aus dem zunehmend un über -<br />

sichtlicher werdenden Angebot empfiehlt sich<br />

eine sorgsame Auswahl. Denn nur musikalisch<br />

und aufnahmetechnisch überzeugende Pro dukte<br />

können Johnny Winter gerecht werden. Also<br />

Finger weg von Aufnahmen, die er nie und nimmer<br />

veröffentlicht hätte, zum Beispiel, wenn er wie<br />

ein Schatten seiner selbst wirkte. Im Laufe der<br />

Jahre ist der Markt außerdem mit CDs aus der<br />

Zeit überschwemmt worden, bevor Winter „The<br />

Progressive Blues Experiment“ aufnahm und er ein<br />

Star wurde. Unter ständig wechselnden, zuweilen<br />

geradezu reißerisch klingenden Titeln wird ver -<br />

sucht, immer wieder dasselbe zu verkaufen. Diese<br />

Aufnahmen sind historisch von einem gewissen<br />

Interesse, sie vermitteln aber nicht Winters außer -<br />

gewöhnliches Talent und kraftvolles Spiel.<br />

Allen gesundheitlichen Hemmnissen zum Trotz<br />

sind Winters letzte drei Studio-Alben „I’m A Blues -<br />

man“ (2004), „Roots“ (2011) und „Step Back“<br />

(2014) ausgezeichnet. „Step Back“ wurde aufgenommen<br />

mit hochkarätigen Gastmusikern wie<br />

Eric Clapton. Allerdings hatte nun auch Winters<br />

Stimme ihren Tribut gezahlt: Man meint, einen<br />

Fremden singen zu hören. Beachtlich finde ich<br />

schließlich zwei ausführliche DVD-Produk tio nen<br />

der „Legendary Licks“-Reihe, mit denen Winter in<br />

gewisser Weise ein Vermächtnis hinterlassen hat.<br />

Höchstpersönlich stellt er verschiedene Gitarren-<br />

Stile vor. Das ist natürlich nicht mit Konzert-Auf -<br />

tritten zu vergleichen, dafür aber umso intimer –<br />

wirklich hörens- und sehenswert.<br />

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TEXT: DR. NORBERT APING<br />

FOTOQUELLE: WWW.FACEBOOK.COM/<br />

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DR. NORBERT APING<br />

Geboren 1952, Buchautor<br />

und Leiter des Amtsgerichts<br />

in Buxtehude.<br />

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Lothar Scholz, Musik- und<br />

Kommunikationswissenschaftler,<br />

ist seit über zehn<br />

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42 MUSIKBUSINESS<br />

ES GEHT AUCH OHNE<br />

PLATTENFIRMA –<br />

ABER NICHT OHNE DEREN ARBEIT<br />

Wenn in gut gemeinten Ratgebern die Rede<br />

davon ist, man benötige als <strong>Musiker</strong> heutzutage<br />

keine Platenfirma mehr, wird die Sache<br />

leider meist allzu wörtlich dargestellt. Viele <strong>Musiker</strong><br />

werden dabei in die Irre geführt, bis sie glauben,<br />

Plattenfirmen seien im Musikbusiness völlig über -<br />

flüssig.<br />

Doch das sind sie nicht, steht doch hinter jedem<br />

Charterfolg irgendein Label, die Superstars sind<br />

fast ausnahmslos bei Majors unter Vertrag oder<br />

Was sich nicht geändert hat, ist die Wichtig -<br />

keit der Arbeit, die eine Plattenfirma leistet. Dass<br />

es auch ohne Plattenfirma geht, heißt also nicht,<br />

dass man den Aufgabenbereich des Labels geflissentlich<br />

ignorieren kann, sondern, dass man künftig<br />

selbst die Arbeit eines Labels erledigen muss.<br />

Dabei geht es dann weniger um die Erfüllung<br />

formaler Kriterien wie Firmengründung oder Label<br />

Code, sondern um den Aufbau eigener Vertriebs -<br />

kanäle, eigene Medienkontakte und die Erstell ung<br />

von Marketingkampagnen oder alternativ die Nutaber<br />

mit ihrem eigenen Indielabel an ein Major an -<br />

geschlossen, um deren weltweite Vertriebs struk -<br />

turen nutzen zu können.<br />

Was sich bis heute zugunsten der <strong>Musiker</strong><br />

geändert hat, die von den Labels bisher abgelehnt<br />

wurden, ist die Möglichkeit, die Dinge selbst in<br />

die Hand zu nehmen und auch ohne Plattenlabel<br />

im Hintergrund Gehör bei den Medien zu finden<br />

und ihre Musik auf meist alternativen Wegen welt -<br />

weit zu vertreiben.<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


MUSIKBUSINESS 43<br />

zung entsprechender Angebote fremder Dienst -<br />

leister. Was bleibt, ist die Finanzierung aus eigenen<br />

Mitteln. Von nichts kommt nichts, und mal<br />

schnell einen Song ins Netz stellen und auf den<br />

Aus nahme erfolg über die sozialen Medien hoffen,<br />

bewirkt leider nichts Nennenswertes, da auch<br />

vermeintlich virale Videos inzwischen nicht ohne<br />

Starthilfe auskommen.<br />

Wer als <strong>Musiker</strong> ernsthaft sein Marktsegment<br />

erobern will, muss also dafür sorgen, in allen dort<br />

relevanten Medien präsent zu sein, seien dies nun<br />

Online-<strong>Magazin</strong>e, Blogs, gedruckte Hefte, große<br />

terrestrische Radiosender oder viele kleine, aus<br />

privaten Wohnzimmern betriebene Internet Radio -<br />

sendungen. Eine Bemusterungskampagne an 50<br />

bis 200 nationale und internationale Kontakte ist<br />

damit je nach Größe des speziellen Marktes un -<br />

ausweichlich.<br />

Hinzu kommt die Verfügbarkeit in den wichtigsten<br />

Ländern. Während dies auf digitalem Weg<br />

einem Kinderspiel gleichkommt, gestaltet sich<br />

die Bestückung physischer Untergrundshops in<br />

mehreren Ländern als größere Herausforderung.<br />

Ja, physisch. Darüber hatten wir bereits an anderer<br />

Stelle berichtet. Fans ungesignter <strong>Musiker</strong> sind<br />

in der Regel Musikliebhaber und Sammler, die ein<br />

»Dass es auch ohne Plattenfirma geht,<br />

heißt also nicht, dass man den Aufgabenbereich<br />

des Labels geflissentlich ignorieren kann,<br />

sondern, dass man künftig selbst die Arbeit eines<br />

Labels erledigen muss.«<br />

physisches Produkt bevorzugen. Am deutschen<br />

Markt sind CDs mit über 60% nach wie vor stark<br />

vertreten, bei vielen Rock- und Metalbands<br />

machen physische Käufe nicht selten bis zu 90%<br />

aus, und selbst im Hip-Hop-Bereich, dessen Ziel -<br />

gruppe wohl eher der Handygeneration zugehörig<br />

ist, schlägt der physische Tonträger noch so<br />

stark zu Buche, dass die Interpreten nicht darauf<br />

verzichten wollen. Egal, mit welchen Wieder ver -<br />

käufern man sich nun einlässt, erfordert dies in<br />

gewissem Umfang eine Inventur: Wer hat wie viel<br />

Kommissionsware bekommen und wie viel hat er<br />

verkauft? Regel mäßiges Rückfragen und Über prü -<br />

fen sowie das leider unvermeidliche Verschi cken<br />

von Zahlungs erinnerungen gehören dazu.<br />

Und hier wären wir dann bei den Aufgaben, für<br />

welche ein Plattenlabel eigene Abteilungen unterhält,<br />

der selbstvermarktende <strong>Musiker</strong> jedoch<br />

neben Auftritten – oh ja, das Booking – und Auf -<br />

nahmen aber einfach selbst zu erledigen hat.<br />

Natürlich klingt all das nicht so schön wie das<br />

tausendste „per Autopilot Musik verkaufen“-Pro -<br />

gramm, aber es entspricht der Realität. Wer also<br />

auf die Plattenfirma verzichtet bzw. verzichten<br />

muss, hat die Chance, auch ohne sie die eigene<br />

Musik bekannt zu machen, aber auch die Pflicht,<br />

künftig selbst zur Plattenfirma zu werden.<br />

TEXT: JULIAN ANGEL<br />

FOTO: © PURESOLUTION/FOTOLIA.DE<br />

JULIAN ANGEL ist Organisator der MusicBiz Mad -<br />

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48 MUSIK & RECHT<br />

ALS MUSIKER REICHT MIR DOCH EINE<br />

PRIVATHAFTPFLICHT, ODER?<br />

Wir hatten uns im letzten Heft bereits mit<br />

dem Thema Instrumentenversicherung<br />

aus einandergesetzt. gesetzt. Heute beschäftigen<br />

wir uns mit dem Thema der Haftpflichtver siche -<br />

rung.<br />

Christian Raith, Geschäftsführer und Inhaber<br />

der Eberhard, Raith & Partner GmbH – erpam<br />

steht uns auch zu diesem Thema Rede und Ant -<br />

wort. Mit seinem Team beschäftigt er sich seit<br />

über 20 Jahren täglich mit solchen Fragen.<br />

MM: Christian, stimmt es, dass die Privat haft -<br />

pflichtversicherung für <strong>Musiker</strong> ausreicht?<br />

CR: Ohne jetzt natürlich jede einzelne Police eurer<br />

Leser zu kennen, behaupte ich, dass das nicht der<br />

Fall ist. Die Privathaftpflichtversicherung ist, wie<br />

der Name schon eigentlich sagt, für den privaten<br />

Bereich gedacht. Bisher ist mir noch keine Ver -<br />

sicherung untergekommen, die im Rahmen der<br />

Privathaftpflichtversicherung die Tätigkeiten als<br />

Mu siker abdeckt. Klar, wenn jemand daheim für<br />

Mutti und Vati mit der Blockflöte etwas vorspielt,<br />

ist das versichert. Aber nicht, wenn ich draußen<br />

einen Auftritt habe. Und dabei ist es egal, ob ich<br />

nur einen Zuhörer habe oder auf einem großen<br />

Festival vor 100 000 Besuchern spiele.<br />

MM: Wie sieht es denn aus, wenn ich ohne<br />

Bezahlung spiele?<br />

CR: Auch das ist entsprechend geregelt. Selbst<br />

die ehrenamtliche Tätigkeit gilt bereits als ausgeschlossen.<br />

Sprich, es ist nicht erheblich, ob ich<br />

beim Musizieren Geld bekomme. Auch eine Auf -<br />

wandsentschädigung wie z.B. Verpflegung oder<br />

Übernachtung reicht bereits für den Ausschluss<br />

aus.<br />

MM: Mal ganz ehrlich: Baucht man dafür<br />

wirklich eine Versicherung? Da passiert doch<br />

eh nichts …<br />

CR: Ich formuliere es einmal etwas anders. Es<br />

passiert nicht so oft etwas, aber das sieht man<br />

auch schon immer an den Prämien, wie die Ver -<br />

sicherer das Risiko einschätzen. Im Laufe der Zeit<br />

haben wir schon immer wieder Schäden gehabt<br />

und reguliert. Man darf eben auch nicht vergessen,<br />

dass wir nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch<br />

eine unbegrenzte Haftung haben, sprich der Mu -<br />

siker haftet für sämtliche Schäden. Wenn es also<br />

doch einmal zu einem Schaden kommt, kann das<br />

bedeuten, dass man pleitegeht.<br />

MM: Was wären das für typische Schäden,<br />

die passieren?<br />

CR: Ein typischer Fall sind natürlich die Sticks in<br />

den Augen oder am Kopf der Besucher. Gerne<br />

werden die Sticks am Ende des Konzertes ins<br />

Publikum geworfen, dabei gab es immer wieder<br />

Verletzungen. Aber auch die nett gemeinte Geste<br />

des Sängers, dass man den Besuchern doch ein<br />

Bierchen oder Wasser zuwirft. Aber wenn der<br />

oder diejenige gerade nicht auf den Sänger<br />

schaut, ist schnell eine Platzwunde passiert. Ein<br />

Klassiker … Und sind wir einmal ehrlich: Je be -<br />

kannter eine Band ist, umso höher sind hier die<br />

Ansprüche der Geschädigten.<br />

MM: Was gibt es denn noch so für Schäden?<br />

CR: Die Bandbreite ist hier sehr groß. Man kann<br />

von einem Gehörschaden des Zu schau ers bis hin<br />

zur abgefackelten Location na türlich alles auf -<br />

führen. Wichtig ist einfach, dass die Haft pflicht -<br />

ver sicherung nicht nur den Schaden reguliert,<br />

sondern im Zweifelsfall auch die Haf tung für den<br />

<strong>Musiker</strong> ablehnt.<br />

MM: Was meinst du damit?<br />

CR: Man nennt das den passiven Rechtsschutz.<br />

Sprich der <strong>Musiker</strong> wird von einem Dritten in An -<br />

spruch genommen und behauptet, dass er z.B.<br />

für den Hörschaden verantwortlich ist. Nun prüft<br />

der Versicherer, ob das überhaupt der Fall sein<br />

kann und wenn sich herausstellt, dass es nicht<br />

durch den <strong>Musiker</strong> passiert ist, lehnt er den Scha -<br />

den gegenüber dem Geschädigten ab. Not falls<br />

sogar vor Gericht.<br />

MM: Passiert so etwas öfters?<br />

CR: Klar, sehr viele Schäden werden im Namen<br />

des <strong>Musiker</strong>s abgelehnt. Gerade bekannte Bands<br />

werden hier gerne in Anspruch genommen. Da<br />

hat sich einfach das Verhalten der Zuschauer ge -<br />

ändert. Früher wäre man nicht auf die Idee ge -<br />

kommen, einen <strong>Musiker</strong> wegen zu lauter Musik zu<br />

verklagen. Da wäre man einfach ein paar Reihen<br />

nach hinten gegangen und hätte das Konzert weiter<br />

genossen. Heute stellt man sich vor die Box<br />

und verklagt den <strong>Musiker</strong> auf Schmerzens geld.<br />

MM: Wie sieht es denn mit dem Geltungs -<br />

bereich aus?<br />

CR: Geltungsbereich ist entweder EU oder weltweit<br />

ohne USA/Kanada.<br />

MM: Warum ohne USA/Kanada? Kann man<br />

das nicht versichern?<br />

CR: Versicherbar ist generell alles. Wir betreuen<br />

natürlich unsere Kunden weltweit, auch in den<br />

USA, nur versuchen wir dann, vor Ort eine entsprechende<br />

Versicherung einzukaufen, denn eine<br />

deutsche Versicherung, die auch nach deutschem<br />

Recht reguliert, hilft dem <strong>Musiker</strong> in den USA nicht<br />

wirklich weiter.<br />

MM: Bin ich nur bei meinen Gigs versichert?<br />

CR: Nein, natürlich nicht, es ist eine 24-Stunden-<br />

Deckung. Die <strong>Musiker</strong> sind also sowohl beim Auf -<br />

tritt als auch im Proberaum oder bei sonstigen<br />

beruflichen Tätigkeiten versichert. Das können<br />

auch die Verhandlungen mit der Plattenfirma sein,<br />

ein Interview beim Festival oder das Foto shooting<br />

für das neue Album.<br />

MM: Und privat?<br />

CR: Hier unterscheiden sich ein wenig die Kon -<br />

zepte der Anbieter. Wir vertreten die Philosophie,<br />

dass auch der private Bereich mitversichert sein<br />

sollte. Das bedeutet, dass wir eine komplette<br />

Privat haftpflicht (die am Markt ca. 60–80 Euro<br />

kostet) inkludiert haben. Sprich mit Lebens ge -<br />

fähr ten/-in, Ehefrau, Kinder etc.<br />

MM: Warum?<br />

CR: Na ja, ganz einfach, dass die Versicherer sich<br />

nicht aus dem Risiko nehmen können. Stellen wir<br />

uns einfach vor, dass nun der <strong>Musiker</strong> für seinen<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


MUSIK & RECHT 49<br />

Kumpel zum 30. Geburtstag ein paar Songs auf<br />

der Party spielt. Was ist das nun? Privat, weil Kum -<br />

pel? Oder beruflich bzw. ehrenamtlich? Man kann<br />

sich vorstellen, dass beide ablehnen und auf die<br />

andere Partei schieben. Wenn man es über eine<br />

Police versichert, ist der Versicherer so oder so<br />

im Risiko. Daher unterscheiden wir das nicht.<br />

MM: Was passiert, wenn ich zu schwungvoll<br />

mit dem Case um die Ecke biege und dabei<br />

den Proberaumboden beschädige (weil z.B.<br />

eine Rolle verkantet)?<br />

CR: Ein Klassiker, normalerweise über die Berufs -<br />

haftpflicht versichert. Aber Vorsicht – nicht bei<br />

jedem Konzept der verschiedenen Versicherer.<br />

Das nennt man „Bearbeitungsschäden“ und diese<br />

sind normalerweise über die Bedingungen ausgeschlossen.<br />

Hier loht es sich, die Angebote zu<br />

vergleichen. Und nein, ich sage jetzt nicht, dass<br />

es bei uns selbstverständlich dabei wäre.<br />

MM: Aber wie sieht es aus, wenn ich mit dem<br />

Bandbus einen Schaden verursache?<br />

CR: Jetzt habt ihr es endlich geschafft, dass ich<br />

nein sage. Das ist nicht versichert. Aber nicht,<br />

weil die Deckung schlecht ist, sondern weil derartige<br />

Schäden über die Kfz-Versicherung abgedeckt<br />

sind und jedes Auto diese Versiche rung<br />

»Wichtig ist einfach, dass die Haftpflichtversicherung<br />

nicht nur den Schaden reguliert, sondern im<br />

Zweifelsfall auch die Haf tung für den <strong>Musiker</strong> ablehnt.«<br />

haben muss. Also sprich, eine Pflichtver siche -<br />

rung in Deutschland. Daher wird das über die<br />

<strong>Musiker</strong>deckung abgelehnt.<br />

MM: Christian, sag uns doch einmal, was so<br />

eine Police kostet.<br />

CR: Die Preise liegen hier zwischen 120 und 200<br />

Euro, je nach Anbieter und Umfang.<br />

MM: Pro Monat?<br />

CR: Nein, natürlich pro Jahr. Wenn man be denkt,<br />

dass da bereits die Privathaftpflicht inkludiert ist,<br />

bleibt eigentlich ein Restbetrag von ca. 50–80<br />

Euro für den gewerblichen Bereich.<br />

MM: Kann sich eine Band auch versichern?<br />

CR: Klar, das geht natürlich auch. Man kann entweder<br />

einen Vertrag auf die GbR, GmbH machen,<br />

oder jeder einzelne <strong>Musiker</strong> versichert sich selbst.<br />

Das hat dann Sinn, wenn man für mehrere Bands<br />

spielt und die Versicherung sozusagen mit nimmt<br />

von Band zu Band.<br />

MM: Habt ihr bekannte Bands unter Vertrag?<br />

CR: Der Gentleman genießt und schweigt. Aber<br />

so viel sei verraten: Wir haben schon ein paar an -<br />

gesagte und erfolgreiche Bands in unserem Be -<br />

stand. Aber um das geht es auch gar nicht, ich<br />

freue mich einfach generell über unsere Kunden,<br />

egal ob ein <strong>Musiker</strong> oder eine Band. Wichtig ist<br />

doch einfach, dass man sich richtig versichert.<br />

Auch dieses Mal würden wir uns freuen, wenn<br />

es von euch noch Fragen zu dem Thema gibt bzw.<br />

Erfahrungen zu eigenen Verträgen oder Schä den.<br />

FOTOQUELLE: ERPAM<br />

FOTOS: © MIIR/FOTOLIA.COM;<br />

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50 PRODUKT-NEWS<br />

TASCAM VERÖFFENTLICHT<br />

KOSTENLOSEN EDITOR<br />

FÜR HOCHAUFLÖSENDE<br />

AUDIODATEIEN<br />

TASCAM VERWANDELT KUNDENWÜNSCHE IN AUFGEWERTETEN<br />

MEHRSPURRECORDER<br />

Tascam bietet unter der Bezeichnung Hi-Res-Editor eine<br />

Windows-Software an (Mac-Version in Vorbereitung) für die<br />

grafische Bearbeitung und Umwandlung zweikanaliger, hoch -<br />

auflösender DSD-Audiodateien bis 11,2 MHz und PCM-<br />

Audio dateien bis 384 kHz, die mit einem Tascam DA-3000<br />

oder einem anderen Audiorecorder erstellt wurden.<br />

Neben der Umwandlung zwischen den Formaten DSD und<br />

PCM sowie unterschiedlichen Abtastraten beherrscht das<br />

Tool auch das Teilen und Zusammenfügen von Dateien. Um<br />

eine geladene Datei zu teilen, kann der Nutzer in die Zeitund<br />

Pegelachsen der Wellenformanzeige hineinzoomen und<br />

den Start- und Endpunkt für die zu speichernde Datei setzen.<br />

Kurze Ein-/Ausblendungen lassen sich ebenfalls hinzufügen.<br />

Alle Bearbeitungsfunktionen stehen auf der leicht<br />

verständlichen Hauptseite bereit und sind intuitiv nutzbar.<br />

Der 8-Spur-Feldrecorder DR-680 MKII bietet gegenüber<br />

seinem Vorgänger Verbesserungen bei der Aufnahme,<br />

Speicher kapazität und Batterielaufzeit. Basierend auf<br />

Kunden wünschen wurden etwa Operationsverstärker und<br />

andere Komponenten ausgetauscht, um die Klangqualität von<br />

Aufnah men zu verbessern. Das neue Modell erzeugt einen<br />

genaueren Systemtakt für die präzise Synchroni sation mit<br />

Videorecordern. Und die Zweifachaufnahme-Funktion er -<br />

laubt es, zur Sicherheit parallel eine zweite Aufnahme datei<br />

mit verringertem Pegel zu erstellen.<br />

Darüber hinaus akzeptiert der DR-680 MKII SDXC-Karten<br />

bis 128 GB und unterstützt Lithium-Batterien, die ihm zu län -<br />

geren Betriebszeiten bei Aufnahmen im Freien verhelfen.<br />

Weitere Informationen: www.tascam.de<br />

TASCAM-AUDIORECORDER FÜR DSLR WIRD PROFESSIONELLEN<br />

ANSPRÜCHEN GERECHT<br />

Die Software kann sowohl Mono- als auch Stereodateien<br />

verarbeiten und steht auf den Tascam-Websites zum kostenlosen<br />

Download bereit:<br />

www.tascam.eu/de/downloads/Hi-Res Editor<br />

Weitere Informationen: www.tascam.de<br />

AUFRUF<br />

AN ALLE DRMV-MITGLIEDER:<br />

• Wer kann uns Informationen über die Firma<br />

Rebeat in Osterreich geben?<br />

• Wer hat einen Vertrag mit dieser Firma<br />

geschlossen?<br />

• Wie sehen die Abrechnungen aus?<br />

• Wer hat zuverlässige Erfahrungen mit dieser<br />

Firma?<br />

Infos an <strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> – info@musikermagazin.de<br />

Mit dem DR-70D stellt Tascam einen kompakten Audio -<br />

recorder vor, der es dem ambitionierten DSLR-Nutzer er -<br />

möglicht, parallel zu seinen Filmaufnahmen Audioaufnahmen<br />

in sehr hoher Qualität zu erstellen. Der Recorder kann dabei<br />

direkt zwischen Stativ und Kamera oder auf der Kamera<br />

montiert werden, wodurch eine kompakte Einheit entsteht.<br />

Mit seinen zwei eingebauten Mikrofonen ist der DR-70D in<br />

Standardsituationen sofort einsatzbereit. Zudem stellt er<br />

vier Kombibuchsen XLR/Klinke bereit, über die Sie mithilfe<br />

von Profi-Mikrofonen vier Audiokanäle in hervorragender<br />

Klangqualität aufzeichnen können. Dank Kameraausgang<br />

und -eingang lässt sich einerseits das Stereosignal des<br />

Recorders auch auf der Kamera aufzeichnen, was das spä-<br />

tere Schneiden des Materials in Verbindung mit der Klappen -<br />

signal-Funktion des Recorders erleichtert. Andererseits<br />

können Sie das Tonmaterial der Kamera über den Recorder<br />

abhören.<br />

Zu den Ausstattungsmerkmalen des DR-70D gehören über -<br />

steuerungsfeste, gut klingende Vorverstärker mit zu schalt -<br />

barem Tiefenfilter und Limiter, die Verarbeitung von Mikro -<br />

fonsignalen im Mitte-/Seite-Format, Phantomspei sung mit<br />

24 oder 48 Volt für Kondensatormikrofone sowie viele übliche<br />

und nicht so übliche Funktionen, die das Aufnehmen,<br />

Abhören und spätere Weiterverarbeiten der Tonspuren er -<br />

leichtern.<br />

Weitere Informationen: www.tascam.de<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


PRODUKT-NEWS 51<br />

SENNHEISER DIGITAL 9000 REVOLUTIONIERT ED SHEERANS SOUND<br />

Fotos: Christie Goodwin<br />

Singer-Songwriter Ed Sheeran reiht Erfolg an Erfolg: Seine<br />

jüngste Tour auf den Britischen Inseln war zwar nur kurz,<br />

doch für die insgesamt fünf Auftritte im Londoner Wembley-<br />

Stadium und Dublins Croke Park wurden 400 000 Tickets<br />

verkauft – ziemlich beeindruckend für einen Mann und eine<br />

Gitarre! Bei den Konzerten setzte die Produktionsfirma Major<br />

Tom auf drahtloses Monitor-Equipment aus Sennheisers<br />

2000er-Serie sowie auf Mikrofonsysteme Digital 9000. Die<br />

haben laut FoH- und Monitor-Engineer Chris Marsh Ed<br />

Sheerans Sound geradezu revolutioniert.<br />

„Sennheiser, Chris und Ed verbindet eine langjährige Be -<br />

ziehung”, so Phil Cummings, Relations Manager EMEA bei<br />

Sennheiser. „Als wir Chris vorschlugen, Digital 9000 für Ed<br />

auszuprobieren, waren wir zuversichtlich, dass es genau das<br />

ist, wonach die beiden suchten. Wir freuen uns sehr, dass<br />

sich das System als die richtige Wahl erwiesen hat.“<br />

„Wir nutzen eine fantastische Kombination an Technik, alles<br />

wird komplett von Major Tom betreut“, fasst Chris zusammen.<br />

„In den vergangenen anderthalb Jahren sind wir um<br />

die ganze Welt gereist – die Technik hat jeder Heraus for -<br />

derung standgehalten und immer einwandfrei funktioniert.“<br />

Weitere Informationen: www.sennheiser.de<br />

Bereits während Sheerans vergangener US-Tour entschied<br />

sich Chris Marsh dazu, die Mikrofonierung für Ed Sheerans<br />

Vocals, Loop Vocals und Gitarre auf Digital 9000 umzustellen.<br />

„Die Digital-9000-Serie hat unser Leben verändert“,<br />

lacht Chris. „Wir hatten schon lange nach Möglichkeiten<br />

gesucht, Eds Gitarre endlich drahtlos zu machen, aber wir<br />

haben einfach kein drahtloses Mikrofonsystem gefunden,<br />

das gut genug gewesen wäre. Bis wir Digital 9000 getestet<br />

haben – der Sound ist damit sogar besser als mit Kabel!“<br />

„Eds Stimme ist viel präsenter und seine Gitarre klingt<br />

natürlicher. Dazu kommt, dass wir in Stadien gespielt haben,<br />

wo ein System mit einer so hohen Übertragungssicherheit<br />

ein echtes Plus ist. Ed war teilweise bis zu 50 Meter von<br />

den Empfängern entfernt; die Übertragung war absolut<br />

zuverlässig. Das System hat deutliche Verbesserungen für<br />

die Konzerte gebracht, außerdem konnte Ed sich viel freier<br />

bewegen.“<br />

3/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


52 PRODUKT-NEWS<br />

ALFRED MUSIC PUBLISHING GMBH<br />

SNARE DRUM RUDIMENTS:<br />

EIN SPAGAT ZWISCHEN<br />

TRADITION UND MODERNE!<br />

Claus Hessler’s Camp Duty Update<br />

(Claus Hessler)<br />

NEUES WAND- UND DECKENHALTERKONZEPT<br />

FÜR LAUTSPRECHERBOXEN<br />

24471 24481 24496<br />

König & Meyer präsentiert ein innovatives System von Boxen -<br />

haltern, das folgende Produkte umfasst:<br />

• Wandhalterung 24471 (empfohlen bis 15 kg Traglast)<br />

• Wandhalterung 24481 (bis 25 kg)<br />

• Deckenhalterung 24496 (bis 25 kg)<br />

• in Kombination mit sechs verschiedenen Adapter platten<br />

24352-24359<br />

Claus Hessler ist auf dem Planet der Trommeln nicht nur als<br />

Institution fur Moeller Technik bekannt geworden, sondern<br />

hat mit seinen internationalen Veröffentlichungen „Open-<br />

Handed Playing Vol. 1“ und „Vol. 2“, „Daily Drumset Work -<br />

out“ und seiner Doppel-DVD „Drumming Kairos“ in Sachen<br />

Education Maßstäbe gesetzt.<br />

Mit seinem neuen Werk Camp Duty Update nimmt er sich<br />

nun in gewohnt nachhaltiger Manier der Welt der Drum<br />

Rudi ments an und vermittelt bisher kaum wahrgenommene<br />

Aspekte dieses Genres: Beginnend bei geschichtlichen<br />

Hintergründen und Zusammenhängen europäischer Trom -<br />

mel tradition, deren Export in die „Neue Welt“ bis hin zur<br />

Vermittlung stilistisch adäquater Interpretation. Rudiment-<br />

Stücke des Camp & Garrison Duty sowie Klassiker des<br />

Genres werden sowohl in ihrer Urform als auch einer mo -<br />

dernisierten Fassung, u. a. mit Einflüssen aus dem Basler<br />

Trommeln, geboten und sind durch die Audiofiles auf CD<br />

sowie Play-along-Versionen in besonderer Weise musikalisch<br />

greifbar gemacht worden.<br />

Claus Hessler’s Camp Duty Update liefert damit ein völlig<br />

neues und ganzheitliches Bild des Rudiment-Trommelns,<br />

wie es bisher nicht erhältlich war.<br />

Bestellung: CLAUS HESSLER’S CAMP DUTY UPDATE<br />

Art.-Nr.: 20255G, ISBN 978-3-943638-93-6<br />

Buch & CD, 92 Seiten, 19,95 Euro, www.alfredmusic.de<br />

Die Halterungen sind allesamt zweckmäßig, sehr robust und<br />

vielseitig einsetzbar. Dank stufenloser Einstellung von Rich -<br />

tung und Neigung können die Lautsprecher gezielt positioniert<br />

werden. Die Boxenhalter können je nach Anwendungs -<br />

fall sowohl ohne als auch mit jeder der sechs Adapterplatten<br />

eingesetzt werden. Letztere unterscheiden sich hinsichtlich<br />

ihres Loch bildes (für die Boxenbefestigung), ihrer Abmaße<br />

und der Möglich keit der vertikalen oder horizontalen Mon -<br />

tage der verschiedenen Lautsprecher.<br />

Große Vorteile bietet das System vor allem bei der Montage,<br />

die von einer einzelnen Person schnell und einfach durchgeführt<br />

werden kann.<br />

So wird zunächst die Wandplatte separat montiert. Danach<br />

wird der zuvor von der Wandhalterung getrennte Schwenk -<br />

bügel mit der entsprechenden Adapterplatte direkt an der<br />

Lautsprecherbox befestigt.<br />

DIMMBARE LED-NOTENPULTLEUCHTE<br />

VON KÖNIG & MEYER<br />

Mit der 12295 stellt der Zubehörspezialist König & Meyer<br />

eine neue Notenpultleuchte für den professionellen Einsatz<br />

vor. Ihre Besonderheit zeigt die Leuchte schon auf den ersten<br />

Blick: Die mit zwölf energiesparenden LEDs ausgestattete<br />

12295 ist über einen leicht zugänglichen Dreh knopf stufenlos<br />

dimmbar. Die Helligkeit der Lampe wird so der jeweiligen<br />

Lichtsituation angepasst.<br />

Der breite Lampen schirm kann 2-seitige Partituren problemlos<br />

ausleuchten. Der flexible Schwanenhals ist präzise einstellbar.<br />

Ein handlicher Kunststoffclip ermöglicht die Mon -<br />

tage der Leuchte an Platten bis zu einer Stärke von 25 mm.<br />

Diese Kombination kann dann einfach wieder in die Wand -<br />

halterung eingehängt werden. Anschließend wird das Ganze<br />

per Schlossschraube gesichert.<br />

Ähnlich der Wandhalterung wird auch bei der Decken halterung<br />

die Deckenplatte separat befestigt. Anschließend wird<br />

die Halterung mit Lautsprecher, je nach Bedarf mit oder<br />

ohne Adapterplatte, daran festgeschraubt. Ein weiteres Merk -<br />

mal der Deckenhalterung ist die innenliegende Kabel füh -<br />

rung. Das ermöglicht eine Kabel-Aufputz- oder -Unterputz-<br />

installation.<br />

Alle Halterungen und Adapterplatten sind sowohl in schwarz<br />

als auch in weiß erhältlich und werden ohne Montage ma -<br />

terial und Schrauben geliefert. Ausnahme ist AP6, bei der<br />

Schrauben zur Boxen-Befestigung inklusive sind.<br />

Weitere Infos: www.k-m.de<br />

Die Notenpultleuchte im modernen, schwarzen Design ist<br />

im Fachhandel für 59,90 Euro (UVP) erhältlich. Ein Netz -<br />

adap ter mit 3 m Kabel gehört zum Lieferumfang.<br />

Weitere Infos: www.k-m.de<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


PRODUKT-NEWS 53<br />

SHURE 55 UNIDYNE IM MUSEUM OF MODERN ART<br />

Legendäres Shure-Mikrofon als Exponat in einem der bedeutendsten Museen der Welt<br />

Das Shure-Kultmikrofon 55 Unidyne ist ab sofort als Teil<br />

der Ausstellung „Making Music Modern: Design for Ear and<br />

Eye“ im Museum of Modern Art (MoMa) in New York zu<br />

sehen.<br />

Im Jahre 1939 entwickelte Benjamin Bauer das 55 Unidyne;<br />

ein Mikrofon, das im Laufe der Zeit regelrechten Kultstatus<br />

erlangen sollte. So wurde das Unidyne seit seiner Markt -<br />

einführung mit mehr bekannten Künstlern und Stars abgelichtet<br />

als irgendein anderes Mikrofon.<br />

„Seine charakteristische Bauform verleiht dem Unidyne etwas<br />

Unverwechselbares“, erklärt Michael Pettersen, Director Pro -<br />

duct Technical Support und langjähriger Shure-Mitarbeiter.<br />

„Wir waren schon immer stolz auf dieses großartige Mikrofon,<br />

aber dass es nun tatsächlich einen Platz als Design-Highlight<br />

im MoMa bekommen hat, freut uns natürlich enorm.“<br />

ALFRED MUSIC PUBLISHING GMBH<br />

KINO KINO<br />

FILMMUSIK FÜR PIANO<br />

(Robert Francis)<br />

„Das Unidyne war mehrfach dabei, wenn irgendwo auf der<br />

Welt Geschichte geschrieben wurde. Und Tausende nutzten<br />

es, um ihre eigene Geschichte zu erzählen – John F. Kennedy,<br />

Frank Sinatra, Elvis Presley und viele mehr“, so Sandy<br />

LaMantia, Präsident und CEO von Shure. „Es ist für uns eine<br />

große Ehre, dass unser Unidyne im Museum of Modern Art<br />

ausgestellt wird. Museumsbesucher aus aller Welt können<br />

nun das Mikrofon sehen, das so viele Jahr zehnte überdauert<br />

hat und ganz nebenbei ein echtes Kult objekt geworden ist.“<br />

Die Ausstellung „Making Music Modern: Design for Ear and<br />

Eye“ läuft noch bis zum 17. Januar 2016. Danach verbleibt<br />

das Shure 55 Unidyne dauerhaft in der Abteilung für Architek -<br />

tur und Design.<br />

Weitere Informationen unter www.moma.org/visit/calendar/exhibitions/1523 und www.shure.de<br />

NORBERT APING<br />

DAS KLEINE<br />

DICK UND DOOF BUCH<br />

Die Geschichte von<br />

Laurel und Hardy in Deutschland<br />

Laurel und Hardy, eines der berühmtesten Komiker-Duos<br />

der Filmgeschichte, erfreuten sich in Deutschland schon früh<br />

einer beispiellosen Popularität. Fast von Beginn an unter<br />

dem wenig schmeichelhaften und bis heute umstrittenen<br />

Künstlernamen „Dick und Doof“ bekannt, gewannen die<br />

beiden Schauspieler hier bereits zu Zeiten der Weimarer<br />

Republik eine beachtliche Fangemeinde für sich.<br />

In der gestrafften und mit neuen Informationen aktualisierten<br />

Taschenbuchfassung seines Titels Das Dick & Doof<br />

Buch lässt Norbert Aping die Geschichte der Laurel-und-<br />

Hardy-Rezeption in Deutschland von den ersten Kurzfilmen<br />

in den 1920er-Jahren über die großen Erfolge der Lang -<br />

spielfilme bis hin zur Vermarktung von Laurel und Hardys<br />

Werk im Fernsehen, auf Video und auf DVD in der Gegen -<br />

wart lebendig werden. Als digitalen Anhang gibt es u.a.<br />

eine bebilderte Filmografie der Teamfilme von Stan Laurel Bestellung: www.schueren-verlag.de<br />

und Oliver Hardy mit ihren zahlreichen deutschen Ver öffent - ISBN 978-3-89472-897-7<br />

lichungen.<br />

320 Seiten, Paperback, 19,90 Euro<br />

Der Alfred Music „Haus-und-Hof-Arrangeur“ Robert Francis,<br />

der bereits etliche Klavierrepertoire-Veröffent lichungen in<br />

diesem Musikverlag herausgegeben hat – wie z. B. die<br />

„Premium Ballads“- und die „Powerhits“-Reihe, um nur einige<br />

zu nennen –, legt mit „KINO KINO“ eine attraktive Samm -<br />

lung von Kino-Blockbustern vor. Die leichten bis mittelschweren<br />

Pianoarrangements werden mit Audio-CD angeboten,<br />

was die Umsetzung am Klavier wesentlich erleichtert.<br />

Hintergrundinformationen und Spielanleitungen runden<br />

diese Ausgabe ab. Enthalten sind folgende Sound -<br />

tracks: Eric Saties ‚1ère Gnossienne‘ aus „Chocolat“, Klaus<br />

Doldingers Titelmelodie zu „Das Boot“, der „Ghostbusters“-<br />

Soundtrack, ‚He’s A Pirate‘ aus „Fluch der Karibik“, die<br />

Originalmelodie aus „Die fabelhafte Welt der Amélie“, der<br />

Smash-Hit ‚Mad World‘ aus „Donnie Darko“, Celine Dions<br />

Megahit ‚My Heart Will Go On‘ aus „Titanic“, Scott Joplins<br />

Ragtime ‚The Enter tainer‘ aus der unvergesslichen Gauner -<br />

komödie „Der Clou“, Henry Mancinis ‚Pink Panther‘ aus „Der<br />

rosarote Panther“ sowie ‚The Raiders March‘ aus „Indiana<br />

Jones und die Jäger des verlorenen Schatzes“. Die einzelnen<br />

Stücke machen nicht nur Laune beim Spielen, sondern<br />

wecken auch das Interesse, sich den einen oder anderen<br />

Film noch einmal auf DVD anzuschauen.<br />

Bestellung: KINO KINO – Filmmusik für Piano<br />

Art.-Nr.: 20252G, ISBN 978-3-943638-87-5<br />

Buch & CD, 52 Seiten, 19,95 Euro, www.alfredmusic.de<br />

ACHTUNG!<br />

Wer kann uns seine Erfahrungen mit der Firma<br />

Voyage-Entertainment c/o Andras Verpeleti mitteilen?<br />

Infos an <strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> – info@musikermagazin.de<br />

3/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


54 PRODUKT-NEWS<br />

abc-roxxon sorgt dabei für alles, was nötig ist. Für den digitalen<br />

und physischen Vertrieb benötigt jede CD Hinweise<br />

zum Label (Labelcode, LC) zu den Musiktiteln (ISRC-Code)<br />

und einen für die EDV-Erfassung wichtigen Code (EAN Bar -<br />

code). Diese Codes sind im abc-roxxon Label- und Vertriebs -<br />

paket enthalten und werden dem Kunden bereit gestellt. Alles<br />

aus einer Hand.<br />

PAUSCHALES VERTRIEBSPAKET<br />

FÜR AMAZON.DE, ITUNES, SPOTIFY UVM. – VON ABC-ROXXON<br />

Als kleiner, aber feiner Dienstleister im Bereich der Medien -<br />

herstellung ist abc-roxxon aus Hannover in ganz Deutsch -<br />

land und den angrenzenden EU-Staaten bekannt.<br />

Was viele aber nicht wissen: Seit fast 30 Jahren gibt es auch<br />

schon das Label „roxxon records & tapes“. Das Label hat seinen<br />

Labelcode (LC) seitdem gerne seinen Kunden zur Ver -<br />

fügung gestellt.<br />

Damit hatten diese bei Bedarf die Möglichkeit, die eigenen<br />

Produktionen professionell an Radio- und Fernsehstationen<br />

zu bemustern.<br />

Nun geht abc-roxxon einen Schritt weiter: Auf Wunsch bietet<br />

abc-roxxon ein Komplettpaket für den digitalen und physischen<br />

Vertrieb der gepressten CDs an.<br />

Selbstverständlich rechtssicher und transparent, wie bei<br />

abc-roxxon üblich.<br />

abc-roxxon stellt dann das Produkt in digitaler Form auf<br />

den gewünschten Streaming- und Download-Plattformen<br />

(z.B. iTunes, Google Play, Amazon mp3, Google Play, Spotify<br />

uvm.) zur Verfügung.<br />

Zusätzlich vertreibt der Medienservice die gepressten CDs<br />

seiner Kunden über Amazon.de. Dabei wird sich von der<br />

Erstellung der Artikelseite auf Amazon.de über den Ver sand<br />

der Ware bis zur Abrechnung um Alles gekümmert. Wie<br />

gewohnt, eben alles aus einer Hand und zu einem fairen<br />

Preis.<br />

Das Label- und Vertriebspaket kann ganz einfach und zum<br />

Pauschalpreis (119 Euro inkl. 19 % MwSt.) zusammen mit<br />

einer Pressung über den Onlinekalkulator von abc-roxxon<br />

bestellt werden.<br />

Alle nötigen Infos zum Label- und Vertriebspaket finden Sie<br />

in der Übersicht zum Vertriebspaket auf:<br />

www.abc-roxxon.de<br />

QSC AUDIO PRÄSENTIERT NEUEN Q-SYS CORE 110F<br />

QSC erweitert vernetzte DSP-Lösung Q-Sys um kleinere Core-Option für den Corporate AV-Markt<br />

Auf der diesjährigen InfoComm, die vom 13. bis 19. Juni in<br />

Orlando/Florida stattfand, stellte QSC Audio mit dem Core<br />

110f die neueste Komponente der Systemplattform Q-Sys<br />

vor. Die Q-Sys System-Peripherie umfasst zahlreiche netzwerkbasierte<br />

Audiolösungen, die auf modernen Intel-Tech -<br />

no logien und Linux-Echtzeitbetriebssystemen basieren. Der<br />

neue Core 110f stellt eine leistungsstarke und gleichzeitig<br />

kostengünstige Audioprozessor-Option für den Corporate-<br />

AV-Bereich dar.<br />

„Unsere Q-Sys-Produkte sind seit jeher ein Paradebeispiel<br />

für die gelungene Kombination von AV und IT“, erklärt Joe<br />

Pham, Präsident und CEO von QSC Audio. „Der kleine Q-<br />

Sys Core 110f eignet sich perfekt für die Anwendung in<br />

Boardrooms und Meetingräumen von Unternehmen, in denen<br />

sich die Mitarbeiter auf die Lösung ihrer täglichen Probleme<br />

konzentrieren wollen, anstatt sich mit komplizierter AV-Tech -<br />

nologie beschäftigen zu müssen. Ihnen kommen wir mit<br />

Audiolösungen entgegen, die eine hohe Performance mit<br />

Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit verbinden.“<br />

AV-Integratoren und IT-Manager können mit dem Core<br />

110f problemlos eine Netzwerkintegration über Q-LAN realisieren,<br />

das auf Standard-Layer-3-Protokollen beruht.<br />

Weitere Vorteile des Core 110f liegen in seiner Koexistenz<br />

mit allen anderen Datenübertragungen, der Verwendung von<br />

Standard-Ethernet-Switches und der AES67-Kom pa tibilität,<br />

die es ihm ermöglicht, mit zahlreichen anderen vernetzten<br />

Audioprodukten von Drittmarken verwendet zu werden, die<br />

ebenfalls diesen Standard unterstützen.<br />

DIE WICHTIGSTEN EIGENSCHAFTEN<br />

DES CORE 110F SIND:<br />

SOFTWARE-BASIERTE DSP-IMPLEMENTATION<br />

Liefert mehr Processing-Leistung und ermöglicht es Inte -<br />

gratoren, software-basierte AEC-Kanäle hinzuzufügen, ohne<br />

zusätzliche Hardware anschaffen zu müssen. Bietet sogenannte<br />

analoge FLEX-Audio-Kanäle, die als Ein- oder Aus -<br />

gänge für beinahe jede Matrix-Größe genutzt werden können,<br />

inklusive der Möglichkeit, zwischen VoIP und dem alten<br />

analogen Telefonsystem/Telefonservice bzw. beiden Verbin -<br />

dungs optionen zu wählen.<br />

PLATTFORM BASIEREND AUF INTEL-TECHNOLOGIEN<br />

Der Core 110f entwickelt sich mit der neuesten IT-Tech no -<br />

logie weiter, die Millionen von Nutzern nicht nur im AV-Bereich<br />

verwenden, und stellt damit eine zukunftssichere Investition<br />

dar.<br />

Q-LAN-NETZWERKINTEGRATION<br />

Streamt Audio über IP unter Verwendung von Standard-<br />

Layer-3-Protokollen und ermöglicht komfortable Geräte er -<br />

kennung, Kontrolle, Telemetrie und Audio-Monitoring.<br />

FLEXIBLE, ANALOGE I/O-KANÄLE<br />

Zusätzlich zu acht festen Mic-/Line-Eingängen und acht Aus -<br />

gängen stellt der Core 110f acht flexible Kanäle bereit, die<br />

mittels Software in Echtzeit als Ein- oder Ausgänge definiert<br />

werden können. Die Auflösung in einzelne Kanäle erlaubt es,<br />

jeden Kanal unabhängig von den anderen zu konfigurieren,<br />

und liefert damit die umfangreiche Flexibilität kartenbasierter<br />

Systeme, allerdings ohne Umbauten und ohne weitere Kosten<br />

zu verursachen. Insgesamt ist der Core 110f in der Lage, 24<br />

Ein- und Ausgänge in einer Höheneinheit umzusetzen.<br />

USB HOST UND GERÄTE-AUDIO<br />

Liefert bis zu 16 x 16 USB-Audiokanäle, die in jeder Kombi -<br />

nation und jedem Verhältnis aufgeteilt werden können und im<br />

Betriebssystem als multiple Geräte über eine USB-Verbindung<br />

erscheinen, wie zum Beispiel als 1:1 Telefon verbindung oder<br />

als Aufnahmeschnittstelle. Darüber hinaus dient der Core<br />

110f als Host für künftige Audiogeräte, die direkt an den Core<br />

110f zwecks Signalbearbeitung und -verteilung angeschlossen<br />

werden können.<br />

Der Q-Sys Core 110f wird voraussichtlich im Herbst dieses<br />

Jahres verfügbar sein. www.shure.de<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


PRODUKT-NEWS 55<br />

AUDIOBIZZ NEUER<br />

CORDIAL-VERTRIEBSPARTNER<br />

IN BENELUX<br />

Musikfestival mit 8000 Gästen:<br />

DAS THOMANN-SOMMERFEST ’15<br />

Am 14. Juni spielte im kleinen Treppendorf die Musik: Rund<br />

8 000 <strong>Musiker</strong> und Musikbegeisterte strömten ins kleine<br />

fränkische Dörfchen zum Thomann-Sommerfest <strong>2015</strong>. Bei<br />

sonnigen 28 Grad feierte ein bunt gemischtes Publikum von<br />

der Familie bis zum Teenie-Metaller gemeinsam die Musik.<br />

Rund 20 Bands verschiedener Musikgenres auf drei Bühnen<br />

brachten Treppendorf zum Beben. Darunter lieferten die drei<br />

Gewinnerbands Superheld, Please Madame und A Young<br />

Man’s Journey aus den Contests mit SchoolJam, Backstage<br />

Pro und local heroes auf der RCF-Newcomerstage große<br />

Shows. Auf der Electro-Voice-Stage und der Elixir-Stage<br />

begeisterten unter anderem Boppin B, Wegweiser und Paul<br />

Reed Smith feat. t.allstar band das Publikum.<br />

Slash, Lady Gaga und Freddy Mercury waren auch beim<br />

Thomann-Sommerfest dabei: Fans konnten sich mit<br />

Perücken und Accessoires in ihre Musikidole verwandeln<br />

und in der t.booth einen humorvollen Schnappschuss für<br />

das Familienalbum knipsen. Wer es beim Sommerfest nicht<br />

auf die Bühne schaffte, durfte im John-Lennon-Bus zum<br />

Star werden und beim Imagine-Video mitwirken. Insgesamt<br />

500 Personen spielten und sangen den Lennon-Hit ein. Die<br />

Crew des Busses hatte nach eigenen Angaben noch nie so<br />

viele Führungen an einem Tag.<br />

Voller Neugier testeten die Gäste die noch recht junge t.kitchen<br />

aus. Laut Chefkoch kredenzte das Team in einer Stunde<br />

so viele Essen wie sonst an einem Tag. Gäste lobten insgesamt<br />

die familiäre Atmosphäre sowie die fröhliche Fest -<br />

stimmung und freuten sich über ein gelungenes Fest:<br />

„Unglaublich, das schreit nach mehr. Super Sänger, man<br />

sieht, hört und staunt. Ihr seid <strong>Musiker</strong> im Herzen. Ein<br />

Thomann-Festival für Nachwuchsbands und eure Thomann-<br />

Hausband mit besonderen Gastmusikern sollte es unbedingt<br />

wieder geben.“ (Bernard L.)<br />

Impressionen vom Fest und das offizielle Sommerfest-Video<br />

sind auf dem t.blog unter http://tho.mn/nh66w abrufbar.<br />

Weitere Informationen: www.thomann.de/blog/de<br />

Die niederländische Firma AudioBizz übernimmt zum sofortigen<br />

Zeitpunkt den Vertrieb für CORDIAL in Benelux.<br />

Francois Rousies, Eigentümer und Geschäftsführer von<br />

CORDIAL: „Nach intensiver Suche haben wir den richtigen<br />

Partner gefunden. AudioBizz Benelux ist seit 15 Jahren eine<br />

der führenden Firmen in den Marktsegmenten MI, Audio-<br />

Video und Broadcast. Sie ist die perfekte Erweiterung unseres<br />

Vertriebsnetzwerkes in Europa. Wir freuen uns auf eine<br />

langjährige, gute Partnerschaft und Zusammenarbeit mit<br />

AudioBizz Benelux.“<br />

Dick van der Heiden, Geschäftsführer von AudioBizz Benelux:<br />

„CORDIAL ist die perfekte Kabel-Marke zur Erweiterung unseres<br />

stetig wachsenden Sortiments. CORDIAL steht für höchste<br />

Kabelqualität und erfüllt unsere Ansprüche an Service<br />

und ver triebliche Kompetenz. Dies macht uns gemeinsam<br />

zu einem perfekten Team: AudioBizz Benelux, CORDIAL und<br />

unsere Kunden!“<br />

AudioBizz, gegründet im Jahr 2000, ist einer der führenden<br />

Vertriebe in Benelux und bekannt für qualitativ hochwertigste<br />

Vertriebsprodukte.<br />

CORDIAL zählt zu den Marktführern für Kabel im MI- und<br />

A/V-Bereich und erfüllt höchste Ansprüche an Qualität und<br />

Zuverlässigkeit. 1995 gegründet, feiert CORDIAL dieses Jahr<br />

20-jähriges Firmenjubiläum.<br />

Weitere Informationen: www.cordial.eu<br />

OUT NOW!<br />

Die brandneu aktualisierte Ausgabe des „Who’s Who<br />

in A&R in Germany <strong>2015</strong>“ ist erschienen.<br />

Das 36-seitige Nachschlagewerk (nur erhältlich als PDF)<br />

enthält die Adressen aller Major-Tonträgerfirmen und<br />

kleinen Labels mit den zuständigen A&R Managern<br />

plus die Künstler bzw. Labels, für die sie zuständig sind.<br />

Visit: www.songswanted.com<br />

Zu bestellen unter: Formulare A&R Special<br />

3/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


56 PRODUKT-NEWS<br />

NORBERT APING<br />

LIBERTY SHTUNK!<br />

DIE FREIHEIT<br />

WIRD ABGESCHAFFT<br />

Charlie Chaplin und die Nationalsozialisten<br />

Chaplin und die Nationalsozialisten – jeder denkt dabei<br />

sofort an den Film „The Great Dictator“ von 1940, die wohl<br />

gelungenste Karikatur Hitlers und Mussolinis. Kaum ein Film<br />

hat lange vor der Urauffuhrung, ja sogar lange vor Dreh beginn<br />

für derart weltweites Aufsehen und für diplomatische In ter -<br />

ventionen gesorgt. Obwohl kein Jude, war Chaplin als an -<br />

ge blicher Jude einer der meistgehassten Künstler im Dritten<br />

Reich. Deutsche Diplomaten waren auf vielen Kanälen und<br />

nicht nur in den USA aktiv, um Stimmung gegen den Film zu<br />

machen.<br />

URTEIL DES<br />

OBERLANDESGERICHTS<br />

MÜNCHEN IN SACHEN<br />

VOGEL ./. VG WORT<br />

SOWIE KLAGEVERFAHREN<br />

GEGEN DIE GEMA VOR<br />

DEM LANDGERICHT BERLIN<br />

hier: Vorbehalt für die Verteilungen der<br />

GEMA<br />

Norbert Aping, bekannt durch seine Laurel-und-Hardy-Stan -<br />

dardwerke, verfolgt nicht nur die langjährige Ent stehungs -<br />

geschichte des Films, sondern zeigt auch akribisch die<br />

natio nalsozialistischen Methoden von Hetze, Verleumdung trierte Buch macht auch betroffen darüber, mit welchen<br />

und Propaganda gegen einen missliebigen Künstler. Er Mitteln in jenen Jahren gegen die Freiheit der Menschen und<br />

schließt damit eine Lücke in der internationalen Chaplin- der Kunst vorgegangen wurde.<br />

Forschung und klärt dabei zahlreiche Irrtümer auf.<br />

Die Geschichte der Verfolgung eines Künstlers wie Chaplin, Zu bestellen über www.schueren-verlag.de<br />

der sich nicht ins öffentliche politische Denken einfügt, liest ISBN 978-3-8972-721-5, 424 Seiten, 250 Abb., 38,00 Euro<br />

sich nicht nur spannend. Das mit vielen Abbildungen illus-<br />

(Mit einem Vorwort von Oscar-Preisträger Kevin Brownlow)<br />

MXR M269SE CARBON COPY BRIGHT BEI MUSIC STORE<br />

Wie der Name bereits vermuten lässt, bietet MXR’s Carbon der Regen-Regler die Regeneration, also die Anzahl an<br />

Copy Bright im Gegensatz zum Original einen eher schimmernden<br />

und brillanten Delayeffekt. Sonst setzt M269SE Reglers der Effektanteil des Carbon Copy Bright am eigent-<br />

Wieder holungen regelt. Letztendlich kann mithilfe des Mixnach<br />

wie vor auf den klassischen Eimerkettendelay des M169 lichen Signal eingestellt werden.<br />

Carbon Copy Analog Delay. Wirklich bemerkenswert: Das<br />

limetten grüne Carbon Copy Bright reagiert besonders freudig<br />

auf Dynamikunterschiede und lässt die Leadstimme • Bis zu 600 ms Delayzeit<br />

FEATURES:<br />

regelrecht singen!<br />

• True Bypass<br />

Drei Regler steuern das komplette Pedal: Der Delay-Regler • Handmade in the U.S.A.<br />

bestimmt die Delayzeit bis zu 600 Millisekunden, während Weitere Informationen: www.musicstore.de<br />

Das Landgericht München l hat auf Klage eines wahr neh -<br />

mungsberechtigten Autors gegen die Venwertungsgesellschaft<br />

WORT („VG WORT“) mit Teilurteil vom 24. Mai 2012<br />

(Az.: 7 O 28640/11) festgestellt, dass die VG WORT nicht be -<br />

rechtigt sei, bei ihren Ausschüttungen an den Kläger einen<br />

Ver legeranteil zu berücksichtigen. Das Oberlandesgericht<br />

München hat dieses Urteil mit nicht rechtskräftigem Urteil<br />

vom 17. Oktober 2013 (Az.: 6 U 2492/12) in der Be ru fungs -<br />

instanz bestätigt. Die VG WORT hat hiergegen Revision zum<br />

Bundesgerichtshof eingelegt. Bis zu einer rechtskräftigen<br />

Ent scheidung ist mit einer mehrjährigen Verfahrensdauer<br />

zu rechnen.<br />

Zwei Autoren und Mitglieder der GEMA haben diese Urteile<br />

aufgegriffen und ihrerseits Klage gegen die GEMA vor dem<br />

Landgericht Berlin erhoben (Az.: 16 O 75/13). Auch sie<br />

wenden sich gegen die Beteiligung ihrer Verleger an den<br />

Ausschüttungen der GEMA. Ein erstinstanzliches Urteil ist<br />

in diesem Verfahren noch nicht ergangen. Inhaltlich knüpft<br />

die Klage vor dem Landgericht Berlin an die Entschei dun gen<br />

der Münchener Gerichte an; beide Verfahren unterscheiden<br />

sich aber auch in wesentlichen Gesichtspunkten.<br />

Für den Fall, dass das Urteil des Oberlandesgerichts München<br />

höchstrichterlich bestätigt wird oder eine rechts kräftige Ent -<br />

scheidung gegen die GEMA in dem oben genannten Ver fah -<br />

ren erwirkt wird, hat die GEMA unter Umständen Rück for -<br />

de rungsansprüche gegen solche Verleger geltend zu machen,<br />

bei denen die relevanten Nutzungsrechte schon vor Ab -<br />

schluss des Verlagsvertrages durch Berechti gungs verträge<br />

der beteiligten Urheber auf die GEMA übertragen wurden.<br />

Ferner hat die GEMA unter Umständen Rückforde rungs -<br />

ansprüche gegen solche Urheber geltend zu machen, die<br />

die relevanten Nutzungsrechte schon vor Abschluss ihrer<br />

Berechtigungsverträge durch Verlagsverträge an Verleger<br />

übertragen haben.<br />

Vor diesem Hintergrund erfolgen die Verteilungen der GEMA,<br />

soweit verlegte Werke betroffen sind, bis auf Weiteres nur<br />

vorläufig und unter dem Vorbehalt einer Korrektur unter Be -<br />

rücksichtigung des Ausgangs der oben erwähnten Rechts -<br />

streitigkeiten.<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


PRODUKT-NEWS 57<br />

STEFAN LANDES<br />

SCHLAGZEUGUNTERRICHT<br />

HEUTE – EIN INSTRUMENT?<br />

EIN UNTERRICHT?<br />

„Kaum ein Instrument ist stilistisch so flexibel und musikalisch<br />

so omnipräsent wie das Schlagzeug“... Wer sich die<br />

beeindruckende instrumentale Bandbreite des Schlagzeugs<br />

und die riesige Vielfalt aller Perkussionsinstrumente be -<br />

wusst macht, wird nicht umhin kommen, dieser Aussage<br />

zuzustimmen.<br />

So hat sich diese große Instrumentengruppe mit ihren breiten<br />

Einsatzmöglichkeiten auch im pädagogischen Bereich<br />

immer mehr durchgesetzt. Inzwischen kann man das Spielen<br />

von klassischem europäischem Orchesterschlagwerk genauso<br />

erlernen wie lateinamerikanische, asiatische oder afrikanische<br />

Percussioninstrumente, außerdem werden vielerorts<br />

Trommelkreise, Sambagruppen, Percussionensembles u. v.<br />

m. angeboten. Allen voran steht aber das Drumset, das bei<br />

Schülern jeden Alters in der Beliebtheitsskala ganz oben<br />

steht.<br />

Wie schaffen es heutige Schlagzeuglehrer unter diesen<br />

Voraus setzungen, ein individuelles Unterrichtsangebot zu<br />

erstellen, das die verschiedensten instrumentalen und stilistischen<br />

Bedürfnisse der Schüler zufriedenstellt? Welche<br />

Rolle spielen dabei der kulturpolitisch bedingte Struktur -<br />

wandel im freischaffenden Bereich und an den Musik -<br />

schulen?<br />

Diese Fragen beleuchtet die Untersuchung von Stefan<br />

Landes: Schlagzeugunterricht heute – Ein Instrument? Ein<br />

Unterricht?<br />

Stefan Landes wurde 1988 in Ingolstadt geboren und ab -<br />

solvierte an der Musikhochschule München sowohl ein künstlerisches<br />

wie auch ein pädagogisches Diplom stu dium.<br />

Weitere Informationen: www.leu-verlag.de, ISBN 978-3-89775-140-8, 114 Seiten, farbig, Tabellen, Liste der Ausbildungsstätten in D/A/CH, 16,80 Euro<br />

XIRIUM X<br />

SYSTEM-KOMPONENTEN<br />

Mit XIRIUM X, einem digitalen, drahtlosen Audio-Netzwerk,<br />

das auf der DIWA-Technologie basiert, setzt Neutrik einen<br />

neuen Standard in der professionellen drahtlosen Audio-<br />

Übertragung. XIRIUM X kombiniert in einem Netzwerk digitale<br />

Empfangs- und Sendestrecken mit höchster Sound-<br />

Qualität, einzigartiger Zuverlässigkeit und einfachstem<br />

Bedienkomfort. XIRIUM X ermöglicht einen einfachen Ein -<br />

stieg in die DIWA-Technologie. Mit nur zwei Geräten, der<br />

Sende- und der Empfangseinheit, können in wenigen Se -<br />

kun den drahtlose Audio-Übertragungsstrecken aufgebaut<br />

werden und Kabel vollwertig und kostengünstig ersetzt<br />

werden.<br />

NXX1TX-T – XIRIUM X TOURING TRANSMITTER XTX<br />

Bestehend aus: Mobileinheit, Netzgerät TINY xlr (NPS-10W-T),<br />

Stabantenne (NXA-3-360), Drehbolzen (zur Befestigung an<br />

Manfrotto-Klemmen), Datenkabel (NKX-DATA, für Com pu -<br />

ter anschluss), XIRIUM X Quick Start Guide<br />

NXX1RX-T – XIRIUM X TOURING RECEIVER XRX<br />

Bestehend aus: Mobileinheit, Netzgerät TINY xlr (NPS-10W-T),<br />

Stabantenne (NXA-3-360), Drehbolzen (zur Befestigung an<br />

Manfrotto-Klemmen), Datenkabel (NKX-DATA, für Com pu -<br />

ter anschluss), XIRIUM X Quick Start Guide<br />

FEATURES & BENEFITS:<br />

• Time Division Multiplexing<br />

Vier Audiosignale auf nur einer Funkfrequenz<br />

• Direkte Kommunikation<br />

System besteht aus zwei Gerätetypen (Sende- und Emp -<br />

NXX1RX-T<br />

fangseinheit), die flexibel erweitert werden können<br />

• Unlimitierte Anzahl XRX (Broadcast-Modus)<br />

Bis zu vier XTX und eine unlimitierte Anzahl XRX in einem<br />

XIRIUM X System möglich<br />

• Grenzen überschreiten – Empfangssicherheit erhöhen –<br />

Funkfeld erweitern<br />

Ein XRX kann auch als Repeater eingesetzt werden und<br />

so Hindernisse überbrücken, ein redundantes Signal senden<br />

(Diversity) oder die Reichweite erhöhen<br />

• Pure Sound – Datenübertragung in Studioqualität<br />

Digitale, unkomprimierte Datenübertragung, 24 bit / 48<br />

kHz Abtastung, Klirrfaktor < 0,01% @ 1 kHz, Signal -<br />

rausch abstand (Dynamik) > 105 dB @ 1 kHz, Latenz 3<br />

msec<br />

• Robust – Sicherer und störungsfreier Betrieb<br />

Eigens für DIWA entwickeltes Sende- und Emp fangs -<br />

protokoll, FEC (forward error correction) und Con ceal ment-<br />

Algorithmen korrigieren allfällige Störungen, An tennen –<br />

Diversity<br />

• Plug and Play – Einfache Inbetriebnahme und Hand -<br />

habung<br />

Betrieb im 5 GHz Band, keine Lizenzen erforderlich, auto -<br />

matisches Frequenz-Management, Memory-Funk tionen<br />

NXX1TX-T<br />

NXBP-T-6<br />

Akku inklusive Netzteil, Kabel und Montagezubehör für<br />

NXUC-M-15<br />

TECHNISCHE PARAMETER:<br />

• Eingang: 5 V / 1,5-2 A<br />

• Ausgang: USB-Port: 5 V / 2,1 A; DC 5 V / 2,1 Amax<br />

• Akku-Laufzeit: min. 12 h<br />

• Batterie-Chemikalie: Lithium-Polymer<br />

• Kapazität: 33,3 Wh = 6660 mAh<br />

• Gewicht: 456 g<br />

• Abmessungen: 155 x 62 x 29 mm<br />

• LCD-Anzeige<br />

NXUC-M-15<br />

Universale Befestigungsklammer von Manfrotto<br />

FEATURES & BENEFITS:<br />

• Für Rohre oder Platten von 13 - 55 mm<br />

• Punktlast: 15 kg<br />

• Gewicht der Klammer: 0,41 kg<br />

Weitere Informationen: www.neutrik.de<br />

3/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


58 CD-REZENSIONEN<br />

CHRISTIN KIEU<br />

»Christin Kieu«<br />

Die 7-fache Preisträgerin des 31. Deutschen Rock & Pop<br />

Preises 2013 brachte damals ihr Album „Big Star“ heraus.<br />

Jetzt schiebt sie ihre selbst betitelte EP mit fünf neuen<br />

Songs nach. Wie gewohnt ist der Pop-Faktor sehr hoch und<br />

die Ohrwürmer geben sich die Klinke in die Hand. Der ge -<br />

diegene Schlusstrack „Wellblechdach“ macht einem klar,<br />

dass es sich hier eher um einen Soundtrack von Christin<br />

Kieus Erlebtem handelt als um ein simples Soloalbum ohne<br />

Leitfaden. Sonst hätte das schmucke Stück wohl keine Be -<br />

rechtigung auf dieser Langrille. Besonders gut ist Christin<br />

Kieu dann, wenn sie die Bandbreite ihrer Stimme ausreizt,<br />

die Instrumentierung im Hintergrund leise schwelt und folglich<br />

eine unbehaglich-wohlige Atmosphäre Einzug hält. Die<br />

EP „Christin Kieu“ ist nichts weniger als eine hochklassige<br />

Bestätigung für Christin Kieus Songwriting-Talent, das keinerlei<br />

Frischzellenkur bedarf. Der Mut für ein Album voller<br />

stimmiger Popsongs, die ganz offensichtlich eine Herzens -<br />

angelegenheit darstellen sollen, sei ihr hoch angerechnet.<br />

www.christin-kieu.com<br />

M.D.<br />

MAX<br />

»Zurück auf Jung«<br />

Das Trio MAX aus Geretsried und Garmisch-Partenkirchen<br />

liefert uns mit „Zurück auf Jung“ eine luftige und gute Laune<br />

bringende Pop-Punk-Platte. Dass die Jungs viel Green Day,<br />

Simple Plan oder Sum 41 hören, ist nicht von der Hand zu<br />

weisen. Der erste Eindruck enttäuscht jedoch ein wenig:<br />

Hallen die Klänge von „Geradeaus“ oder bei „Die Opfer bleiben<br />

stumm“ noch im Gedächtnis nach, finden die anderen<br />

Lieder den Weg direkt ins Herz. Bis das aber einer bemerkt,<br />

vergeht ein wenig Zeit. Deswegen wäre es ratsam, dem<br />

Album mindestens eine zweite Rotation zu gönnen. „Zurück<br />

auf Jung“ ist über weite Strecken ein vertonter Glücks -<br />

moment, eine Liebeserklärung an das schönste aller Leben,<br />

dessen plötzliche Leichtigkeit und Unbeschwertheit den<br />

ganzen Herzblutzoll vergessen macht und dieses Album zu<br />

einem still schreienden Manifest deutscher Pop-Punk-Musik<br />

werden lässt. Genau deswegen ist ihre Musik ein so ungewohntes<br />

Erlebnis. Zwischen „Ich“ und „Wir“, zwischen<br />

Kommen und Gehen, zwischen Denken und Handeln erfüllen<br />

sie den Raum mit Verbundenheit, obwohl keiner da ist.<br />

Und am liebsten möchte man die Jungs umarmen. Man hat<br />

das Gefühl, sie wollen sagen: Ja, Ihr seid wie wir! Ja, das<br />

kenne ich auch!<br />

www.bandmax.de<br />

M.D.<br />

PAPERSTREET EMPIRE<br />

»Heat«<br />

Schon alleine die Bezeichnung Indie-Rock wird ja heutzutage<br />

fast von jeder zweiten Band benutzt, obwohl über die<br />

Hälfte der Bands dieses Genres die Bezeichnung nicht verdient<br />

hätten. Aber bei den aus Duisburg kommenden PAPER-<br />

STREET EMPIRE kriegt das Genre wieder seine Würde zurück.<br />

Diese Jungs springen nicht einfach nur auf einen Trend-<br />

Zug auf, sondern bringen viel Eigenständigkeit mit ins Spiel<br />

bei ihrem Album „Heat“. Schon der gleichnamige Opener<br />

ist eine mitreißende Nummer mit einem Refrain, der sich<br />

fest ins Hirn bohrt. Dass sie aber auch keine Scheu vor<br />

elektronischen Elementen haben, beweisen sie im Song<br />

„Annie“. Wenn die Musikwelt gerecht wäre, müsste dieser<br />

Song ein Hit werden. Was außerdem positiv auffällt, ist die<br />

eher zurückhaltende Studiofrickelei. Klar, Effekte und Kon -<br />

sorten finden sich schon, aber PAPERSTREET EMPIRE sind<br />

weit entfernt von gimmickhafter Untermalung. „Heat“ ist ein<br />

fast ausnahmslos fillerfreies Album, mit glänzenden Rock-<br />

Momenten, die moderner und zeitgemäßer, aber auch gleich -<br />

zeitig altmodischer kaum sein könnten. Gleichzeitig frisch<br />

und spannend klingen, ist ebenfalls nicht jedem gegeben.<br />

Im Falle des vorliegenden Albums ein geglücktes Unter fan -<br />

gen mit positivem Ergebnis.<br />

www.paperstreetempire.net<br />

M.D.<br />

AHUGA!<br />

DAS LIEDERMACHERLABEL<br />

»Sampler Nr. 1«<br />

Liedermacher Götz Widmann präsentiert uns eine Zusam -<br />

menstellung angesagter Liedermacher und Bands des Labels<br />

AHUGA. „A-hu-ga! A-hu-ga! Wenn nichts mehr geht – Ahuga<br />

geht immer, ist immer für uns da (...)“ heißt es zur Namens -<br />

gebung im Booklet und man bezieht sich auf den Song<br />

„Love Machine“ der österreichisch-deutschen Rock-Disco-<br />

Combo Supermax. Musikalisch geht es in eine ganz andere<br />

Richtung. Götz und <strong>Musiker</strong>freund Kleinti beschlossen<br />

dennoch, diesen tierischen Ausruf für die Benennung des<br />

Labels zu verwenden. Ein Rudel illustrer Liedermacher, unter<br />

ihnen Billy Rückwärts, Falk und Labelmacher Götz Widmann<br />

singen sich durch bundesrepublikanische Gesinnungs step -<br />

pen und Moralwüsten. Unter dem Einfluss bewusstseinserweiternder<br />

natürlicher Aromastoffe geht es zielgerichtet ins<br />

Delirium. Elektronisch, psychedelisch-da-daistisch klingt es<br />

in „Rumpelstilz“ von Mani Terzok, einem kosmischen, von<br />

geigenden Streichern angetriebenen Trip. Simon und Jan<br />

besingen das Geld, das nicht nur Künstler sich prostituieren<br />

lässt. Gefühlvoll, ja melancholisch geht es um Heimweh im<br />

Lied „Ich möchte heim“ von Marian Meyer. Auch Götz ist<br />

mit von der Partie, mit seiner bissigen, sarkastischen Spra -<br />

che. Das Album ist nicht nur für Anhänger neuen Liedgutes<br />

eine runde Sache. Kritisch mit einem Hang zum gepflegten<br />

Hedonismus klingt der Gesamteindruck. Zum Kennen ler nen<br />

der Künstler des Labels bestens geeignet und dabei kann<br />

man auch noch krasse Poesie und Satire genießen. Im<br />

Unter titel heißt diese Zusammenstellung übrigens schlicht<br />

„Sampler Nr. 1“.<br />

www.ahuga.ch<br />

C.S.<br />

SARIS<br />

»Curse Of Time«<br />

Mit „Curse Of Time“ hat SARIS-Mastermind Derk Akker mann<br />

ein typisches Prog-Rock-Album produziert. Heavy Gitarren,<br />

Keyboards, orchestrale Streichereffekte, aufwendig komponiert<br />

und produziert, klingen klar aus den Membranen. Der<br />

Gesang von Thomas Hackmann ist kraftvoll und ausdrucksstark.<br />

Gleich der erste Song „The Curse“ ist eingängig und<br />

doch vielschichtig. „Falling Leafs“ erinnert an die Progressive-<br />

Phase von Genesis. Dann nimmt auch dieser Song Tempo<br />

auf. Abwechslung zu den rockigen Songs bietet „A Winter’s<br />

Tale“, eine Irish Folk anmutende Ballade, die Anja Günther<br />

bezaubernd intoniert. Das Album weiß durch seine überraschenden<br />

Wendungen, seine Vielschichtigkeit und die Pro -<br />

duktion voll zu überzeugen. Leider haben SARIS wegen des<br />

tragischen Todes eines Bandmitglieds ihre US- und Europa-<br />

Tour 2006 nicht angetreten. Aktuell sind keine Liveshows<br />

geplant. SARIS werden ihre Silberlinge noch häufig in meinem<br />

CD Player rotieren lassen können.<br />

www.saris.website<br />

C.S.<br />

SARIS<br />

»Until We Have Faces«<br />

Progressiver Rock, wie ihn Saga oder Mike Oldfield prägten,<br />

begegnet unserem Gehör, wenn wir einen SARIS-<br />

Silberling ins Laufwerk legen. Derk Akkermann, Komponist,<br />

Arrangeur und Gitarrist, hat kongeniale Mitmusiker um<br />

sich, um die seit 1981 währende Geschichte seines AOR-/<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


CD-REZENSIONEN 59<br />

Progressive-Projekts SARIS fortzuschreiben. Abwechs lungs -<br />

reiche, orchestrale, ausufernde Stücke erwarten den Hörer;<br />

rockig und klassisch, gelegentlich metallisch im Stil. Auf<br />

dem Album „Until We Have Faces“ solieren E-Gitarren brillant,<br />

und Keys bilden Teppiche, die wieder herabfallen, um<br />

den Stimmen Raum zu geben. Herausragend fällt die Ge -<br />

sangs fraktion aus, die mal episch-theatralisch, mal druckvoll<br />

und ausdrucksstark agiert. Herausragende Momente<br />

hat das Album, wenn sich die Stimmen in mehrstimmige<br />

Choräle vereinen, wie in „Rain“. Unter anderem teilen sich<br />

das Gesangsmikrofon Anja Günther, Thomas Hackmann<br />

und der Brite Henrik Wager. Textlich wandeln SARIS dabei<br />

in sagenhaften und mythischen Welten. Die Produktion erfüllt<br />

höchste Ansprüche. Die Protagonisten des Projekts legen<br />

mit „Until We Have Faces“ ein Album vor, das abermals die<br />

Richtung des Vorgängers „Curse Of Time“ einschlägt und<br />

zu einem neuen musikalischen Höhepunkt führt.<br />

www.saris.website<br />

C.S.<br />

THE PRISON BAND<br />

»And The Law Won«<br />

Sie legen sich musikalisch mit dem Gesetz an: Die gefährlichen<br />

Jungs der PRISON BAND. Sogar ihre Namen haben<br />

sie geklaut, nämlich aus Elvis’ „Jailhouse Rock“. Sie sind<br />

echte Rockabilly-Rebellen. Ihr aktuelles Album „And The<br />

Law Won“ ist von Beginn an ein rollendes, swingendes und<br />

rockendes Werk. Die vier mit den gegelten Tollen spielen<br />

Rockabilly Rock ’n’ Roll in der klassischen Besetzung Gesang,<br />

Gitarre, Schlagwerk, Kontrabass. Die Songs werden im Stile<br />

der Stray Cats vorgetragen und brauchen sich vor den Genre -<br />

helden nicht zu verstecken. Die Stimmfärbung des Sängers<br />

Cactus ähnelt sogar der von Brian Setzer. Sie packten neben<br />

eigenen Songs auch Klassiker aus Rock und Pop auf das<br />

Album, um diese im Rockabilly Style zu interpretieren. Dabei<br />

sind Aerosmiths „Walk This Way”, „Jailhouse Rock” und<br />

„That’s All Right Mama” vom King of Rock ’n’ Roll in extrem<br />

launigen Fassungen. Sogar der King of Pop ist vertreten mit<br />

„Black Or White“. Die sympathischen ungarischen Jungs<br />

be spielen inzwischen in ganz Europa die Bühnen von Rock -<br />

abilly-Festivals und Conventions. Sicher ein heißer Livetipp.<br />

Das Album kann man für jede Rock-’n’-Roll-Party wärmstens<br />

empfehlen. Klauen lohnt nicht, also Kaufempfehlung!<br />

www.prisonband.com<br />

C.S.<br />

SLEDGE LEATHER<br />

»Imagine Me«<br />

Mit Metal ging es in den 80er-Jahren los für LEATHER<br />

LEONE mit einer Band namens San Francisco und Rude<br />

Girl, einer Frauen-Metal-Combo. Nach bewegten Jahren in<br />

der Szene mit Co-Support-Shows, u. a. mit Megadeth, Vicious<br />

Rumors und Kooperationen mit bekannten Namen der Metal-<br />

Familie, wie Ken Mary (Accept, Alice Cooper) oder John Luke<br />

Herbert (King Diamond), hörte man von der Shouterin ab<br />

8


60 CD-REZENSIONEN<br />

1991 nichts mehr. 2010 – im Todesjahr von Ronny James<br />

Dio, beschloss Sledge, wieder das Mikrofon in die Hand zu<br />

nehmen, und rief Sledge an. Gemeinsam mit Sandy Sledge,<br />

ihrer früheren Bandkollegin von Rude Girl (beide Damen<br />

stammen aus dem Bay Area, USA) wurde an neuem Ma -<br />

terial gefeilt. Ronnie James Dio bat sie einst persönlich, mit<br />

Musik weiterzumachen. „My heart is filled with bleeding<br />

lust …“ heißt es im Titelsong, was den Metalfan erfreut.<br />

Die Fans sind wieder da. Power Metal aus weiblicher Hand<br />

ist immer noch exotisch in der Szene, zumal mit solcher<br />

Kraft und Wuchtigkeit gespielt. Gesang und Instrumente<br />

lassen an Härte nicht missen. Double Base, knackige Soli<br />

und Leathers unnachahmlicher Gesang, der den Heroen<br />

der Szene in nichts nachsteht, bilden harte Songs, wie sie<br />

auch von Running Wild oder Doros Warlock klingen könnten.<br />

Das präsentieren die Damen durchaus aggressiv und<br />

im Gewand des neuen Jahrtausends.<br />

www.sledgeleather.com<br />

C.S.<br />

Sebastian, Malte und Dani sind zusammen BILLY RÜCK -<br />

WÄRTS. Sie bilden ein deutschsprachiges Liedermacher-Trio.<br />

Ge zupft und gefiedelt, geklimpert und mehrstimmig besungen<br />

werden Alltagsgeschichten, das Verhältnis zum anderen<br />

Ge schlecht oder die Liebe zu seinem Fußballclub. BILLY<br />

RÜCKWÄRTS beweisen beweist Mut zu den leiseren Tönen.<br />

Wohltuend unelektrisch, dafür umso wortgewandter klingt<br />

ihre Musik. Kultliedermacher und Punk-Poet Götz Widmann<br />

produzierte das vierte Werk des jugendlich wirkenden Trios.<br />

Anspieltipp: Das herrlich selbstironische „Ich bin so betrunken,<br />

wenn ich sexy bin“. Bösartig und lustig: „Ich liebe dich<br />

nur, wenn du weinst“. Einen Rhythmus, wie ich ihn schon<br />

bei Stefan Remmlers Trio zu hören glaubte, entdecke ich in<br />

„Nichtraucher“. Das Album „Zurück zur Couch“ lässt viel<br />

ent decken. Wer sich zugewandt öffnet, der nimmt unnachahmlichen<br />

Humor und herzerwärmende Melodien wahr.<br />

www.billyrueckwaerts.de<br />

C.S.<br />

MALOO – BERND TÖBERG &<br />

MICHAEL KULLICK<br />

»Spaces Of Reflection &<br />

All About The Things«<br />

200 deutsch- und englischsprachige Lieder. Beim Deutschen<br />

Rock und Pop Preis gewann der Live-<strong>Musiker</strong> und Band -<br />

leader im Jahr 2013 den 1. Preis in der Kategorie Singer/<br />

Songwriter. Sein Album unter dem Künstlerpseudonym DR.<br />

PHIL’S PROJECT schmeichelt mit sehnsuchtsvollen Melo -<br />

dien, mit seiner akustischen Gitarre und einem klagenden<br />

Saxophon. So in „High Above The Land“ zu hören. Mit zwei<br />

deutschsprachigen Songs, „Dein Ozean“ und „Echo In Dir“,<br />

unterstreicht er, dass er vorzügliche Balladen schreibt. Die<br />

Verbindung zur Natur und zu menschlicher Emotion ist allgegenwärtig.<br />

Mit „Ride On“ beschließt DR. PHIL temporeich<br />

ein rundes Album zwischen Liedermacher-Pop und Sehn -<br />

suchtsballaden.<br />

www.hertzblut.de<br />

C.S.<br />

CORA LEE<br />

»Bad Boys I Love You«<br />

Die 31-jährige Sängerin Cora Lee liefert mit ihrem Album<br />

„Bad Boys I Love You“ eine frische Mischung aus selbst ge -<br />

schriebenen Popsongs. Obwohl Cora aus Berlin kommt, singt<br />

sie ausschließlich auf Englisch. Ihre Rockstimme trägt durch<br />

die Lieder, die allesamt eingängige Melodien haben. Was<br />

beim ersten Hören angenehm ist, kann aber schnell langweilig<br />

und eintönig werden. Dennoch kann man die Lieder<br />

gut als Hintergrundmusik abspielen.<br />

www.coralee.de<br />

J.H.<br />

BILLY RÜCKWÄRTS<br />

»Zurück zur Couch«<br />

2013 verstarb Gitarrist Bernd Töberg, der zum Jazz-Trio<br />

MALOO gehörte. Um einem nochmal zu zeigen, wie weit<br />

dieses Trio und sein Gitarrenspiel seiner Zeit voraus waren,<br />

kommen jetzt die Alben im Doppelpack „Spaces Of Reflec -<br />

tion“ und „All About The Things“ als eine Art Hommage an<br />

Bernd Töberg heraus. Auf „Spaces Of Reflection“ können<br />

Freunde experimenteller Musik noch mal die vertrackten<br />

Rhythmen und das spacige Gitarrenspiel des Gitarristen in<br />

vollen Zügen genießen. Es herrscht aber dennoch System<br />

im Chaos. Wer jedoch den Fehler begeht, diese Stücke nur<br />

als lose Fetzen anzusehen, dem ist zu empfehlen, sich die<br />

Zeit zu nehmen, diese Musik mit Kopfhörer zu genießen.<br />

Stücke wie „Voodoo“, die so experimentell, aber gleichzeitig<br />

so ausgefeilt sind, findet man heutzutage nur noch selten.<br />

Bei „All About The Things“ klingt alles etwas geordneter.<br />

Man findet bei „Jordon“ Latino-Einflüsse und dann wiederum<br />

irre Jazz-Ausflüge auf „Bodus“. Das gesamte Album<br />

überzieht eine Art Dunstglocke. Nichts ist so richtig klar, alles<br />

scheint ein wenig entfernt zu sein. Etwa so, als ob man beim<br />

Augenarzt diese merkwürdigen Tropfen verabreicht bekommen<br />

hat, die alles verschwommen aussehen lassen. Aber<br />

für alle, die experimentelle und furchtlose Musik mögen,<br />

sind diese Werke wärmstens zu empfehlen.<br />

www.indigo.de/unser_programm/titel/10975/ M.D.<br />

DR. PHIL’S PROJECT<br />

»Threads Of Time«<br />

Ein reisender <strong>Musiker</strong> auf musikalischer Reise. Das ist<br />

Florian W. Huber, Gitarrist, Sänger. Seit dem zarten Alter von<br />

zehn Jahren ist er vom Spiel auf der Gitarre fasziniert. Mit<br />

14 stand er bereits auf der Bühne und schrieb seither über<br />

MARC FLORIAN FRIEDRICH<br />

»Es geht auch anders«<br />

Groovig und mit rotziger Stimme präsentiert sich der Sän -<br />

ger und Produzent Marc Florian Friedrich mit seiner Single<br />

„Es geht auch anders“. Hörer sollten auf den Text achten:<br />

Der Künstler fühlte sich durch das Buch „Die Anders -<br />

macher“ zu einem gesellschafts- und wirtschaftskritischen<br />

Song inspiriert. Ziel der Andersmacher sei es, so Friedrich,<br />

„die Wirtschaft und damit die Welt zu verändern“.<br />

www.mff-productions.de<br />

J.H.<br />

RAVAGE<br />

»Poseidon«<br />

Am ehesten dem Heavy-Metal-Genre zuzuschreiben, schätzt<br />

sich die Band RAVAGE ein. Da die Wurzeln bis in die 80er-<br />

Jahre zurückreichen, heißt es in ihrer Info. Metal in der Form<br />

von RAVAGE ist lebendig und kickt! Knackige Drums, peitschende<br />

Gitarren, schriller, hochtöniger Gesang, wie man<br />

es schon von Helloween in „Walls Of Jericho“ hörte. Punk<br />

und Rock ’n’ Roll verschmelzen in „On The Run“, wo die bunt<br />

tätowierte, schicke Bassistin Vera V-Ray Das als Duett -<br />

partnerin des Gitarristen Oliver Dr. Dee Das zu hören ist.<br />

Besonders böse mit Growling: „My Serenade“. „Kill,destroy,<br />

blood and honour …“ heißt es da geistentleert. Oliver verkörpert<br />

die 80er-Wurzeln in der Band mit seinem Geburts -<br />

jahrgang 1960. Seine jungen Mitstreiter sind alle in den<br />

1990er-Jahren geboren und sorgen für den juvenilen Part in<br />

der Metal-Combo RAVAGE. Power Metal mit germanischen<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


CD-REZENSIONEN 61<br />

Wurzeln trifft auf den Griechen Poseidon. Metal – auch mal<br />

kulturverbindend? Die lyrischen Ergüsse handeln von Hass,<br />

Motorrädern und dem einsamen Wolf. Heiße Scheibe mit<br />

ausgestrecktem Mittelfinger.<br />

www.ravage-band.de<br />

C.S.<br />

MARC FLORIAN FRIEDRICH<br />

»Augen in der Großstadt«<br />

„Ich mach alles wieder gut“. Er rockt, was das Zeug hält.<br />

Melodiöser Gitarrenrock ist sein Ding. Das bewies er schon<br />

mit Carl Carlton (Udo Lindenberg, Peter Maffay) oder Harry<br />

de Winter (New Adventures, Holland) in deren Bands. Sein<br />

erstes Album beweist, dass der erfahrene MEISTER HARRY<br />

auch das kann. Neben seinen Komponisten- und Texter -<br />

qualitäten betätigt er sich als Maler und Comic-Zeichner.<br />

Dazu entwickelt er auch noch Ideen für ein Delphin-Schutz -<br />

projekt. In seinem Song „100 Jahre leben“ nimmt er seinen<br />

Aktionismus selbstironisch aufs Korn. Sein Album bringt uns<br />

beste Deutsch-Rock-Partystimmung im Stile eines Achim<br />

Reichel. Dabei weiß er durch seinen Witz und die feine Pro -<br />

duktion bestens zu unterhalten.<br />

www.meister-harry.de<br />

C.S.<br />

sie mit der Zeit selbst verblassen. Die Musik brennt, macht<br />

Angst und doch hat sie eine magische Anziehungskraft. Der<br />

Gesang kommt einem mit ungeheurer Wucht entgegen, aber<br />

man fühlt, dass hier die Seelen im Feuer schreien. Oder dieses<br />

einmalige Kunststück, den Hörer schon nach den ersten<br />

40 Sekunden vom Opener „Inferiors“ sofort in ihren Bann zu<br />

reißen. Es bedarf schon eines ungeheuren künstlerischen<br />

Könnens, derart viele Facetten und Emotionen so zu verknüpfen,<br />

dass sie keineswegs zerfahren wirken, sondern im<br />

Gegen teil vielmehr in sich stimmig sind. „Invidia“ ist ein sehr<br />

ausgereiftes Album, und diese Jungs wissen ganz genau,<br />

was sie tun. Ihr kraftvolles Gitarrenspiel ist der Grund stein<br />

schlechthin, der ihre Musik so einzigartig klingen lässt.<br />

grey-season.de/wordpress_GS/<br />

M.D.<br />

Ein buntes Potpourri aus Soul, Rock und Hip-Hop schenkt<br />

uns Marc Florian Friedrich mit seinem Album „Augen in der<br />

Großstadt“. Bei dem Sänger aus Bielefeld lohnt es sich, auf<br />

die Texte zu achten. Er blickt kritisch auf die Gesellschaft,<br />

schreibt alle Lieder selbst. Alle Texte sind im Booklet abgedruckt,<br />

was bei diesem Album sehr sinnvoll ist. Diese CD<br />

sollte man aufmerksam hören.<br />

www.mff-productions.de<br />

J.H.<br />

MASSIVE BLUE<br />

»Promised Land«<br />

WALLEK BROS.<br />

»Insert/Play«<br />

VIKTORIA BECKHAUSEN<br />

»Give Me Back My Love«<br />

„Give Me Back My Love“ ist ein eingängiger Popsong, der<br />

durch die Mischung der zarten Stimme Viktorias und Disco -<br />

beats zum Tanzen einlädt. Die Künstlerin wurde in Weiß -<br />

russland geboren, tourt durch ganz Europa. Dabei steht sie<br />

nicht nur als Sängerin auf der Bühne, sondern ist in der<br />

Zirkusszene mit einer Hundedressur-Nummer bekannt. Sie<br />

stammt aus einer Artistenfamilie – das merkt man bei ihren<br />

Live-Auftritten. Wem die Single-CD gefällt, der sollte auf keinen<br />

Fall einen ihrer Auftritte verpassen.<br />

www.viktoriabeckhausen.de<br />

J.H.<br />

Heavy Rock, wie er gern Anfang der 80er produziert und<br />

gehört wurde, kommt von MASSIVE BLUE. Schweißtrei bend,<br />

Bier trinkend, kopfschüttelnd ist der Sound für viele immer<br />

noch eine Offenbarung, wie wir jährlich in Wacken sehen.<br />

In diese Kerbe möchten MASSIVE BLUE schlagen. Mit E-<br />

Gitarre, Bass und Drums wird gerockt, was das Zeug hält.<br />

Irgendwo hören wir Saxon oder Accept heraus. Nicht be -<br />

sonders tiefgründig, aber doch nachdrücklich intoniert Sänger<br />

und Gitarrist Dirk Oest: „Bang your head, make love instead<br />

… break it, you gotta shake it, you have to take it, you<br />

gotta make it allright!” Eine Midtempo-Nummer ist „Angel<br />

Dust“, in der die Band beweist, wie viel Spaß sie in ihr<br />

Album gepackt hat. „Route 66“ wird im Boogie-Stil als<br />

Cover zelebriert. MASSIVE BLUE beweisen ihren Fans: So<br />

geht Rock!<br />

www.massiveblue.de<br />

C.S.<br />

Die Zwillingsbrüder David und Jan Wallek haben sich ein<br />

Jahr Zeit genommen, um die 14 Country-, Folk- und Rock -<br />

songs für ihr Debütalbum „Insert/Play“ zu schreiben. Bereits<br />

der erste Track macht gute Laune, geht nach vorn. Diese<br />

Stimmung wird bis zum letzten Track durchgehalten. Be -<br />

sonders ist, dass die Lieder im eigenen Wohnzimmer aufgenommen<br />

wurden. Die Entspannung spürt man beim Hören.<br />

Die CD darf in keiner Sammlung von Country-, Rock- und<br />

Folkfans fehlen.<br />

www.wallek-bros.com<br />

J.H.<br />

BONIFAZ<br />

»Backlog«<br />

MEISTER HARRY<br />

»Ich mach alles wieder gut«<br />

Peter Alexander sang einst: „Der Papa wird’s schon richten!“<br />

MEISTER HARRY alias Harald Pfeiffer macht’s anders:<br />

Er singt von seinen Vorzügen als väterlicher Mann im Opener<br />

GREY SEASON<br />

»Invidia«<br />

Aus Dormagen kommt ein Quintett, das mit seinem Pro -<br />

gressive Metal alles wegfegt. Sowohl Schreigesang als auch<br />

Growls und cleane Passagen werden einem auf „Invidia“<br />

aufgetischt. Perfektion spielt im Falle von GREY SEASON<br />

definitiv eine entscheidende Rolle. Sich auf nichts festlegen<br />

zu können und/oder zu wollen? Derart zwischen all den Stüh -<br />

len des Progressive Metal und Metalcore zu tanzen, dass<br />

Der aus Erding kommende Singer-Songwriter Bonifaz Prexi<br />

liefert uns mit „Backlog“ gleich ein Doppelalbum ab. 21<br />

Lieder hat er uns geschrieben und Abwechslung scheint wohl<br />

sein oberstes Gebot zu sein. Wenn man aber jetzt denkt, es<br />

würden einem nur Stücke im typischen Singer-Songwriter-<br />

Stil dargeboten, wird man doch positiv überrascht. Bei „Fool<br />

(In The Middle Of The Night)“ kommen auch mal leichte,<br />

bluesige Töne mit ins Spiel. Wohingegen er bei „Cube“ doch<br />

schon einen Tick rockiger zu Werke geht. Aber im Großen<br />

und Ganzen bleibt er doch in den gediegenen Gefilden. Wer<br />

die Zeit dafür investiert, kann selbst beim vierten und fünften<br />

Mal noch neue Facetten finden, ohne dass es langweilig<br />

wird. Wer diese Zeit nicht hat, der dürfte „Backlog“<br />

8<br />

3/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


62 CD-REZENSIONEN<br />

vermutlich schnell wieder zur Seite legen. Kurzum: Es ist<br />

das, was Singer-Songwriter-Fans von einer Singer-Songwriter-<br />

Platte erwarten. Man muss bei diesem Album Lust haben<br />

auf den Künstler Bonifaz und seine Musik. „Backlog“ ist eine<br />

Platte, die man am besten in aller Ruhe für sich allein hört.<br />

Dies kann dazu führen, dass dieses Werk ein wunderschönes<br />

sowie zugleich ein emotionales Erlebnis sein kann.<br />

www.bonifaz-online.de<br />

M.D.<br />

AGNYA<br />

»Memories Of Church Melodies«<br />

Sehr ruhig und mit viel Liebe verbindet die Sängerin AGNYA<br />

auf ihrem Album „Memories Of Church Melodies“ Melodien<br />

christlicher Kirchenmusik mit ihrer eigenen Meditations musik.<br />

Dabei braucht sie meist gar keine Texte, sondern spricht mit<br />

ihrer mal sanften, mal kraftvollen und sphärischen Stimme<br />

direkt das Herz der Zuhörer an. Inspiriert wurde die <strong>Musiker</strong>in<br />

durch ihre eigenen spirituellen Erfahrungen während eines<br />

Indienaufenthalts. Mit ihrer CD möchte sie die Hörer dabei<br />

unterstützen, die Unendlichkeit, Glückseligkeit und das Cha -<br />

kra zu entdecken.<br />

www.agnya.de<br />

J.H.<br />

BELLE ISLE MUSIC<br />

»Songwriting by Marco Herbert<br />

& Levi Jaden Bratton«<br />

Marco Herbert und sein „Belle Isle Music Songwriting“-<br />

Album sind mit der aus Leeds (England) stammenden Texterin<br />

Levi Jaden Bratton in einer Kooperation entstanden. Zwölf<br />

Lieder, die sehr nah am Brit-Pop im Stile von Coldplay oder<br />

Snow Patrol kratzen. Wenn die Klampfen im sympathisch<br />

benebelten „Feels Like Home“ in der Endlosschleife auslaufen,<br />

weiß man genau: Dies bringt einem kein verantwortungsvoller<br />

Gitarrenlehrer bei. Aber was Marco Herbert & Levi<br />

Jaden Bratton hier zustande gebracht haben, das können<br />

sie auch damit nicht mehr verschleiern. Eine richtiggehend<br />

spießige Dream-Pop-Platte. Macht man das so wie sie,<br />

kann es wirklich nichts Schöneres geben. Auffällig ist, dass<br />

das Album charmant unaufgeregt daherkommt und sich<br />

weitestgehend aus irgendeinem aufgeblasenen Hype heraushält.<br />

Besonders deutlich wird dies aber bei „Still Loving<br />

You“, das einen mit seiner totalitären und hypnotischen<br />

Gesangs- und Klangakrobatik betört. Eine Drohkulisse, die<br />

von zart bis schrill klingendem Gesang weniger konterkariert<br />

als betont wird. Genau wegen solcher Songs ist dieses Werk<br />

ebenso spannend und bewegend wie kraftvoll geraten.<br />

www.facebook.com/LadyDadaa<br />

M.D.<br />

GOISSAHANNES<br />

»Lonetal Impressionen«<br />

Johannes Christ und seine Frau Silvia lieben das Lonetal<br />

auf der Schwäbischen Alb. Deshalb haben sie auf zwei CDs<br />

versucht, „die Anmut und Schönheit der Natur“ sowie Sagen<br />

und Geschichten aus der Region zu vertonen. Wenn man<br />

beim Hören die Augen schließt, fühlt man sich in die<br />

Landschaft versetzt. Das Doppelalbum ist ein Hör-Urlaub im<br />

Lonetal. Die Leidenschaft des <strong>Musiker</strong>ehepaars für „ihr“ Tal<br />

steckt an. www.goissahannes.de<br />

J.H.<br />

VOLKER FRANK<br />

»Listen To Your Heart«<br />

Für seine Maxi-CD hat der Hamburger <strong>Musiker</strong> Volker Frank<br />

einen seiner ersten Hits ausgegraben. Mit „Listen To Your<br />

Heart“ geht er zu den Ursprüngen seiner Karriere zurück<br />

und präsentiert neben zwei Versionen des Songs drei weitere<br />

Stücke aus seinem vielseitigen Repertoire, das er oft<br />

sonntags in der Hamburger Fischauktionshalle zum Besten<br />

gibt. „Cracklin’ Rosie“, „Hungry Eyes“ und „I’m A Believer“<br />

gehen vorwärts und sind typisch im Stil des Künstlers ge -<br />

covert. „Listen To Your Heart“ ist übrigens unter dem Titel<br />

„Heißer Dampf“ schon auf seinem ersten Album erschienen.<br />

www.volkerfrank.de<br />

J.H.<br />

NICEFIELD<br />

»Die Liebe trägt diese Welt«<br />

NICEFIELD bestehen aus Susanna und Andreas Schönfeld<br />

und bieten denjenigen, die auf einen Hauch Schlager verbunden<br />

mit spanischen Rhythmen stehen, genau das Rich -<br />

ti ge. Man merkt schon, dass das Duo es sich zur Mission<br />

gemacht hat, auf seinem neuesten Longplayer „Die Liebe<br />

trägt diese Welt“ den Leuten in ihren grauen Alltag ein wenig<br />

Sonnenschein zu bringen. Lieder wie zum Beispiel „So fühlt<br />

sich für mich Liebe an“ oder „Du bist so wie du wirklich<br />

bist“ sollen einem die Alltagssorgen mit flotten Melodien für<br />

ein paar Minuten vergessen lassen. Es muss aber auch ge -<br />

sagt werden, dass man sich in der Schlagermusik doch auf<br />

ziemlich engem Raum bewegt, große Veränderungen und<br />

Fortschritte sind hier nicht zu erwarten. Dennoch für alle,<br />

die es mögen, ist dieses Album eine schöne und vor allem<br />

in ihrer eigenen Art besondere Platte. Sie führt einen durch<br />

die eigene Welt von NICEFIELD und dies mit wohligen Mo -<br />

men ten. Jeder Song verleiht einem das Gefühl der Hoff nung<br />

– unergründlich und nicht fassbar, doch man spürt sie.<br />

www.nicefield.eu<br />

M.D.<br />

CD DES MONATS<br />

RUNGHOLT<br />

»Zauber«<br />

Die aus dem Norden kommende Band RUNGHOLT hat<br />

sich nach der gleichnamigen Insel benannt. Die einst<br />

blühende Stadt versank vor langer Zeit in den Fluten der<br />

Nordsee und wurde so zur Legende. Claudia Haake-<br />

Brockmann und Heiko Brockmann musizieren bereits<br />

seit mehr als 20 Jahren und verheimlichen nicht ihre<br />

Liebe zur plattdeutschen Sprache. Reiner Jodorf und<br />

Simone Möller komplettieren RUNGHOLT. Die Mitglieder<br />

kommen aus unterschiedlichen musikalischen Richtun -<br />

gen, was ganz klar für kreative Abwechslung sorgt. Mit<br />

dem Album „Zauber“ hätten sie sich keinen besseren<br />

Titel auswählen können, denn verzaubert wird man hier<br />

durch den magischen Gesang, der begleitet wird von so<br />

vielfältigen Instrumenten wie der Flöte, Gitarre, Laute,<br />

Geyerleier und Cister, Bodhrán, Tamburin und Schellen -<br />

kranz. Es kommt gleich zeitig leicht und melancholisch<br />

daher und wirkt am besten als Ganzes, sodass man<br />

einzelne Stücke kaum herausheben möchte. Jedoch<br />

lässt sich das dunkel bemalte „Herz berührt“ besonders<br />

hervorheben. Sie haben sich einen eigenen Sound -<br />

kosmos voller kammermusikalischer Balladen und<br />

schwung voller Lieder erschaffen. Ein verwunschenmär<br />

chenhaftes kleines, aber feines Meisterstück bieten<br />

RUNGHOLT dem Hörer.<br />

www.rungholt-band.de<br />

M.D.<br />

M.D. – MIKE DOSTERT<br />

J.H. – JANINA HEINEMANN<br />

C.S. – CHRISTIAN SCHÖNING<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


musiker<br />

MUSIKER MAGAZIN PRÄSENTIERT<br />

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musiker MAGAZIN | Kolberger Str. 30 | 21339 Lüneburg | www.musiker-online.de<br />

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64 TITELSCHUTZANZEIGEN<br />

Titelschutzanzeigen müssen uns fertig layoutet<br />

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CLAUDIA K.<br />

„Unser Song für Gräfelfing“<br />

VÖ: 24.04.<strong>2015</strong><br />

ckuzee_fysio@hotmail.com<br />

CASSROLL<br />

„Alkohol“<br />

– Video –<br />

VÖ: 30.01.<strong>2015</strong><br />

bilgin.oktay@t-online.de<br />

CASSROLL<br />

„Alkohol“<br />

VÖ: 05.09.2014<br />

Unter Hinweis auf § 5 Abs. 3 Markengesetz nehme ich Titelschutz in Anspruch für die<br />

Namen:<br />

top-delight sowie top delight<br />

in allen Schreibweisen, Schriftarten, Wortfolgen, Variationen, Abkürzungen,<br />

Darstellungsformen als Musikprojekt-, Band-, Künstler-, Label- und Produktname in<br />

allen inländischen Print-, Bild-, Ton- und Nachfolgemedien sowie Film, Bühnen- und<br />

sonstigen vergleichbaren Werken.<br />

Christian Hermal, Kaiserstraße 75, 72184 Eutingen im Gäu, www.top-delight.de<br />

OLIVER SCHELL<br />

„Morning Sun“<br />

VÖ: 10.04.<strong>2015</strong><br />

emotion.tm@t-online.de<br />

AUBAAH<br />

„Stichtag“<br />

VÖ: 30.01.<strong>2015</strong><br />

aubaah2005@email.de<br />

KLARTEXT<br />

„Sehnsucht“<br />

VÖ: 15.08.2014<br />

enrico.lakotta@gmx.de<br />

Hiermit beantrage ich Titelschutz gem. §5 Abs. 3 für Bild/Ton/<br />

Medienträger, Bücher (physisch und digital) und Verlag für den Titel<br />

Unkorekt<br />

in allen Schreibweisen, Schriftarten, auch im Zusammenhang mit<br />

Zusätzen wie voll o.ä.<br />

Klaus Neuhaus | Arneckestr. 70 | 44139 Dortmund<br />

PETER BAYREUTHER<br />

„Liebeslieder“<br />

VÖ: 27.<strong>03</strong>.<strong>2015</strong><br />

kindervomuniversum@<br />

t-online.de<br />

BARBARA ZANETTI<br />

„Showdown“<br />

VÖ: 23.01.<strong>2015</strong><br />

www.barbarazanetti.com<br />

LAST JETON<br />

„Fallen Angels“<br />

VÖ: 04.07.2014<br />

www.lastjeton.com<br />

Unter Hinweis auf § 5 Abs. 3 Markengesetz nehme ich Titelschutz in Anspruch für die<br />

Namen:<br />

zoe-marie-louise zoé-marie-louise<br />

sowie<br />

in allen Schreibweisen, Schriftarten, Wortfolgen, Variationen, Darstellungsformen als<br />

Künstler-, Model-, Projekt-, Label- und Produktname im Mode, Foto-, Film- und<br />

Werbebereich in allen inländischen Print-, Bild- und Nachfolgemedien sowie Film,<br />

Bühnen- und sonstigen vergleichbaren Werken.<br />

Sonja Hermal, Kaiserstraße 75, 72184 Eutingen im Gäu, www.zoe-marie-louise.de<br />

PETER BAYREUTHER<br />

„Love Songs“<br />

VÖ: 27.<strong>03</strong>.<strong>2015</strong><br />

kindervomuniversum@<br />

t-online.de<br />

PROFT<br />

„Plan vom Glück“<br />

VÖ: 17.12.2014<br />

www.proft-live.de<br />

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LAURENTIUS SCHLIEKER<br />

„Amici“<br />

VÖ: 04.07.2014<br />

www.thiloplaesser.de<br />

ALWIN SMOKE<br />

„Spirit’s Free“<br />

VÖ: 31.<strong>03</strong>.<strong>2015</strong><br />

a.w.office@t-online.de<br />

BARBARA ZANETTI<br />

„74“<br />

VÖ: 21.11.2014<br />

www.barbarazanetti.com<br />

SHARI<br />

„SWEET MEMORIES“<br />

VÖ: 30.05.2014<br />

MARCUS PEGEL<br />

JAKOB-KAISER- STR. 14<br />

HAMBURG<br />

AUDIOACTIVE RECORDS<br />

HAMBURG<br />

LAST JETON<br />

„Next Level“<br />

VÖ: 20.<strong>03</strong>.<strong>2015</strong><br />

lastjeton@gmx.de<br />

SIMON SCHARF<br />

„Slip away“<br />

VÖ: 24.10.2014<br />

SPARK OF SENSE<br />

„Unreduced“<br />

VÖ: 23.05.2014<br />

www.sparkofsense.com<br />

CD-Veröffentlichungen in den weltweiten<br />

digitalen Downloadportalen<br />

über<br />

– MUSIKER ONLINE –<br />

JÖRG KUHFUSS<br />

„The Sound of Rock<br />

Mounten“<br />

VÖ: 13.<strong>03</strong>.<strong>2015</strong><br />

SUSANNE STÖHR<br />

„Die Kelten auf dem<br />

Heuberg“<br />

VÖ: 24.10.2014<br />

AUBAAH<br />

„Urnenwahl“<br />

VÖ: 16.05.2014<br />

Infos: info@musikermagazin.de<br />

joerg-kuhfuss@t-online.de<br />

www.guitar-enterprise.de<br />

REPTILE EXPRESSION<br />

„Anthology No. 1“<br />

VÖ: 12.06.<strong>2015</strong><br />

www.reptile-expression.com<br />

LOMKINA & LECHAIM<br />

„A. Lomkina & Lechaim“<br />

VÖ: 13.<strong>03</strong>.<strong>2015</strong><br />

lomkina@hotmail.com<br />

PROFT<br />

„Alles dreht sich weiter“<br />

VÖ: 10.10.2014<br />

www.proft-live.de<br />

MAN-FRED!<br />

„Weil ich<br />

dich wiedersehen will“<br />

VÖ: 02.05.2014<br />

STÉPHANE ZAMBLÉ<br />

„Espoir“<br />

VÖ: 29.05.<strong>2015</strong><br />

www.panafrika-zamble.de<br />

CLAUDIA K.<br />

„Vision“<br />

VÖ: 01.<strong>03</strong>.<strong>2015</strong><br />

ckuzee_fysio@hotmail.com<br />

Harry Collin<br />

„Deep inside“<br />

VÖ: 19.09.2014<br />

www.harry-collin-band.de<br />

MAEGIE KOREEN<br />

„Ruhrpott Solo II /<br />

Nache Kur in Wanne-Eickel“<br />

VÖ: 02.05.2014<br />

www.chanson-cafe.de<br />

CASSROLL<br />

„Zeig uns“<br />

VÖ: 29.05.<strong>2015</strong><br />

bilgin.oktay@t-online.de<br />

BCB<br />

„Candy / Ring of Fire“<br />

VÖ: 27.02.<strong>2015</strong><br />

petersenj@gmx.de<br />

OLIVER SCHELL<br />

„Your home is a song“<br />

VÖ: 12.09.2014<br />

FABIAN SCHREIBER<br />

„Sommer“<br />

VÖ: 11.04.2014<br />

www.fabianschreiber.com<br />

GREYHOUND GEORGE &<br />

KARL VALTA<br />

„Apple Street Boogie“<br />

VÖ: 29.05.<strong>2015</strong><br />

www.greyhound-george.de<br />

LUDWIG<br />

„LudwiG mal anders“<br />

VÖ: 06.02.<strong>2015</strong><br />

www.sinnflut.biz<br />

CASSROLL<br />

„Alkohol“<br />

VÖ: 05.09.2014<br />

bilgin.oktay@t-online.de<br />

CASSROLL<br />

„Hexe“<br />

VÖ: 28.<strong>03</strong>.2014<br />

GINO SIMONS<br />

„Singen, lachen, tanzen“<br />

VÖ: 30.04.<strong>2015</strong><br />

www.walter-strom.com<br />

PARTYMASCHINE XXL<br />

„Alles raus<br />

was kai Miete zahlt“<br />

VÖ: 06.02.<strong>2015</strong><br />

w.schnitzer@freenet.de<br />

MAEGIE KOREEN<br />

„Dann wackelt die Wand“<br />

VÖ: 05.09.2014<br />

www.chanson-cafe.de<br />

MYSTERY GIRL<br />

ATK<br />

Alex Trindade & Kalangu Music<br />

ATK<br />

„ MYSTERY GIRL“<br />

VÖ: 01.08.<strong>2015</strong><br />

facebook.com/kalangumusic<br />

musiker MAGAZIN 3/<strong>2015</strong>


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Keyboarder) aus dem Bereich<br />

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Symphonic Metal und alles<br />

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MAGAZIN<br />

Herausgeber:<br />

Kulturelles Jugendbildungswerk e.V.<br />

Kolberger Straße 30, 21339 Lüneburg<br />

Telefon: 0 41 31/2 33 <strong>03</strong>-0<br />

Telefax: 0 41 31/2 33 <strong>03</strong> 15<br />

www.musiker-online.tv<br />

www.musikermagazin.de<br />

Kontoinhaber: K.J.B.W.<br />

IBAN: DE25200100200571988204<br />

Kreditinstitut: Postbank Hamburg<br />

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Redaktion<br />

Kolberger Str. 30<br />

21339 Lüneburg<br />

Telefon: 0 41 31/2 33 <strong>03</strong>-0<br />

Fax: 0 41 31/2 33 <strong>03</strong> 15<br />

Verantwortl. Redakteur (V.i.S.d.P.):<br />

Ole Seelenmeyer, os@musiker-online.com<br />

Freie Mitarbeiter und Gastautoren:<br />

Julian Angel, Dr. Norbert Aping,<br />

Wolfgang Büscher, Mike Dostert,<br />

Janina Heinemann, Jana Moysich,<br />

Katja Rake, Christian Schöning,<br />

Walter Siegler, Hannah Thalhammer<br />

Anzeigenleitung:<br />

Ole Seelenmeyer<br />

Anzeigenassistenz:<br />

Katja Rake<br />

Zurzeit ist die Anzeigenpreisliste Nr. 29<br />

vom 1. Januar <strong>2015</strong> gültig.<br />

Layout:<br />

Ana Seelenmeyer<br />

Lektorat:<br />

Heike Funke<br />

Druck:<br />

L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG<br />

DruckMedien<br />

Vorname:<br />

Name:<br />

<strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> erscheint 4 x jährlich<br />

Firma:<br />

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Zu bestellen über: <strong>Musiker</strong> Press, Kolberger Str. 30, 21339 Lüneburg, Telefon: (0 41 31) 23 30 30, info@drmv.de<br />

Copyright und Copyrightnachweis für alle<br />

Beiträge: Nachdruck, auch auszugsweise,<br />

sowie Vervielfältigungen jeder Art<br />

nur mit schriftlicher Genehmigung des<br />

Heraus gebers. Druckirrtümer vorbehalten.<br />

Namentlich gekennzeichnete Beiträge<br />

stellen nicht unbedingt die Meinung der<br />

Redaktion dar.<br />

ISSN 1618-386X<br />

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