DMG-informiert 5/2015

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Spannende und bewegende Missionsberichte aus aller Welt. Unsere Mitarbeiter sind rund um den Globus im Einsatz, damit Menschen Gott begegnen.

informiert

Berichte aus der weltweiten Mission Nr. 5/2015

Ernte

Zeit!


Thema

Als Jesus die Scharen

von Menschen sah, ergriff

ihn tiefes Mitgefühl ...

Da sagte er zu seinen

Jüngern: „Die Ernte ist groß,

doch es sind nur wenig Arbeiter

da. Bittet deshalb den Herrn

der Ernte, dass er Arbeiter auf

sein Erntefeld schickt.“

Matthäus 9,36–38

Ernte

Zeit!

Roney, eine Somali-Frau ...

... mittleren Alters, steht vor unserer

Haustür und strahlt übers ganze Gesicht.

Zum ersten Mal hat sie eine Handvoll

Tomaten und Paprika auf ihrem kleinen

Stück Land in der staubigen Savanne

Nordkenias gezogen. Stolz präsentiert

sie uns ihre Ernte.

Erstaunt hatte sie miterlebt, wie aus

den paar unscheinbaren Samen in ihrem

Beet frische kleine Triebe gewachsen

sind, die sich rasch zu schönen Setzlingen

entwickelten. Treu bewässerte sie die

Pflänzchen, bis erste Blüten zu knospen

begannen und sich schließlich zu schönen

roten Tomaten und Paprika entwickelten.

Wir freuten uns mit ihr, erwuchs doch

aus dem kleinen Garten neue Hoffnung

für eine Familie, die durch Dürre und

den Bürgerkrieg in Somalia alles verloren

hatte und nach Kenia geflohen war.

Saat und Pflege

Allzu selbstverständlich kaufen wir uns

hier in Deutschland ein Päckchen Saatgut

für unseren Garten – und übersehen

dabei, was für ein Wunder Gottes wir in

Händen halten. Dass aus so einem winzigen

Körnchen einmal Wurzeln, Stiele,

Blätter und schließlich Früchte wachsen,

ist alles andere als selbstverständlich.

Kinder in Deutschland wissen ja oft

nicht einmal mehr, dass die Milch für

ihren Kaba von Kühen stammt und

nicht aus der Aldi-Tüte. Wer bemüht

sich hierzulande noch um ein eigenes

Gemüse beet – während in Kenia jeder

Zentimeter, selbst Straßenränder und Böschungen,

bearbeitet wird, um Gemüse

zu ziehen und das Überleben zu sichern?!

Roney und viele andere Flüchtlinge aus

Somalia schöpften neue Hoffnung durch

unsere Landwirtschaftsprojekte. Doch

was nützt es, wenn wir Menschen den

Zugang zu Nahrung möglich machen und

sie trotzdem, wie die Bibel es sagt, die

größte und schönste Ernte ihres Lebens

verpassen, das ewige Leben in Gemeinschaft

mit unserem Vater im Himmel?

Ernte: Zeit des Segens

Erntezeit ist eine Zeit des Segens,

den wir gerne mit anderen teilen. Leider

ist bei vielen unserer Mitmenschen das

Bewusstsein für den Prozess von der

Saat bis zur Ernte verlorengegangen. Wir

haben lange genug in Ostafrika gelebt, um

eine gute Ernte nicht mehr als selbstverständlich

zu erachten. Oft bleibt im

Nordosten Kenias der Regen aus, sodass

der komplette Mais auf den Feldern

verdorrt, bevor sich überhaupt Kolben

entwickeln können.

Im Gleichnis (Mt 13,4ff) spricht Jesus

vom Weizenkorn, das auf den Weg fiel,

und von Vögeln gefressen wurde; von

einem Korn, das auf Fels fiel und in der

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Martin und Hanna

Seidl-Schulz waren früher

in Kenia und helfen nun

Flüchtlingen in Deutschland

Hitze des Tages vertrocknete. Er erzählt

vom Weizen, der unter den Dornen

erstickt wurde. Nur das Weizenkorn,

das auf den guten Boden fiel, konnte

schließlich gedeihen und vielfache Frucht

bringen. Wachstum ist alles andere als

selbstverständlich.

Ich bin Landwirt und Theologe. Während

meines Studiums hat es einmal wochenlang

geregnet, bis der Weizen eines

Nachbarfeldes auf dem Halm verfault ist

und zuletzt untergepflügt werden musste.

Von wegen „Ohne Gott und Sonnenschein

bringen wir die Ernte ein“! Schnell

werden wir eines Besseren belehrt, wenn

Naturkatastrophen wie Spätfrost, Dürre,

Hagel, Stürme, Krankheiten oder Schädlinge

die Ernte gefährden.

Die biblischen Plagen, die über Ägypten

hereingebrochen sind, haben das Überleben

eines reichen Volkes in kürzester

Zeit infrage gestellt (2. Mose 7–12). An

Gottes Segen ist auch heute noch ALLES

gelegen! Wir leben von seiner Zusage,

dass Saat und Ernte, Sommer und Winter,

Frost und Hitze, Tag und Nacht nicht

aufhören werden, bis Gott unsere Erde

ganz neu gestalten wird (1. Mose 8,22).

Die andere Ernte

Es gibt nämlich auch die andere Art

von Ernte, die wir im Leben einfahren

dürfen oder müssen. Ein Bekannter hat

immer sein eigenes Leben gelebt, sich in

Alkohol und Drogen verstrickt, und in

den Jahren danach die bitteren Folgen

falscher Lebensentscheidungen geerntet.

Er hatte böses Saatgut ausgesät und

jahrelang dafür im Gefängnis gebüßt. Als

ich ihn in seinem „Zuhause“ besuchte,

musste ich an das Bibelwort Römer 6,23

denken: „Denn die Sünde wird mit dem

Tod bezahlt. Gott aber schenkt uns in

der Gemeinschaft mit Jesus Christus,

unserem Herrn, ewiges Leben.“

Es schmerzt: So viele Ehen gehen zu

Bruch, weil niemand bereit ist, Opfer für

das Miteinander zu bringen. Kinder leiden

unendlich unter kaputten Beziehungen,

weil Eltern ohne Gott, den Erfinder der

Ehe, leben. Und tausende Menschen verbittern,

weil sie in ihrem Herzen Unversöhnlichkeit,

Unzufriedenheit und Stolz

heranwachsen lassen. Ja, es gibt auch die

andere Erntezeit, eine bittere Ernte, die

Satan jedem bereitet, der in seinem Herz

schlechtes Saatgut pflegt. Diese Pflanzen

tragen bittere Früchte. Es ist nicht gut,

wenn wir immer nur das Eigene suchen

und dabei den wahren Sinn des Lebens,

zur Ehre Gottes und zum Segen unserer

Mitmenschen zu wirken, verpassen.

Viele wollen nicht hören, dass ein

Mensch das Ziel seines Lebens tatsächlich

verpassen und in ewiger Gottesferne

enden kann. Darin liegt der große Ernst,

wenn wir Christen von „Ernte“ sprechen.

Denn auch wir Menschen werden eines

Tages als seine Geschöpfe von Gott „geerntet“,

erklärt uns die Bibel.

Weltweit Hoffnung säen

Weil Gott eines Tages die Spreu vom

Weizen trennt, wollen wir Christen unbedingt

allen Menschen Jesus nahebringen.

Bis 2011 haben meine Frau Hanna und

ich das als DMG-Mitarbeiter in Kenia

getan, seit 2012 unter Asylsuchenden im

Großraum Regensburg. Es ist ein Privileg,

Flüchtlingen bei der Integration helfen zu

dürfen, damit ihr Leben in Deutschland

gelingt.

Ich denke an Mohammed (37) aus dem

Nahen Osten, der als „Geduldeter“ in

Regensburg lebt. Seit drei Jahren besuche

ich ihn jede Woche zwei, drei Stunden

und helfe ihm bei Papierkram und Behördengängen.

Weil er epileptische Anfälle

hatte, ging ich öfter mit ihm zum Arzt.

Inzwischen ist er medizinisch eingestellt

und es geht ihm gut. Mohammed nennt

mich liebevoll seinen „Vater“. Manchmal

reden wir über den Glauben – er weiß,

dass ich fest auf Jesus vertraue.

Wer hilft uns ernten?

Es ist wichtig, Menschen zu Gottes

Liebe einzuladen. Durch praktische und

geistliche Hilfe können wir in ihnen eine

Hoffnung säen, die weit über dieses

Leben, weit über schöne Tomaten und

Paprika, hinausgeht. Ewige Hoffnung kann

nur Jesus schenken. Das Saatgut halten

wir bereits in Händen: Gottes Wort,

die Bibel. Wir dürfen es großzügig in die

Welt hinausstreuen und allen Menschen

froh und dankbar erzählen, wie Gott in

unserem Leben handelt.

Pflanzen wir gute Saat in die Herzen,

indem wir Freundschaften zu Suchenden

knüpfen. Wenn wir uns für einzelne

Menschen Zeit nehmen und ihnen

Aufmerksamkeit schenken, können wir

Dornen und Disteln bekämpfen, die ihren

Glauben zu ersticken drohen. Es macht

glücklich, wenn Erntezeit ist. Wenn der

Tag gekommen ist, dass ein Mensch Jesus

sein Leben anvertraut. Darüber wird

sogar im Himmel gejubelt (Lk 15,7).

Wie Gott segnet

Auch die geistliche Ernte fällt unterschiedlich

aus: Durch einen Billy Graham

fanden Tausende zum lebendigen

Glauben. Genauso wertvoll jedoch ist

die kleine Ernte – wie beim Gemüsebeet

unserer Nachbarin Roney in Kenia. Wenn

nach jahrelanger Mühe ein einzelner

Atheist oder Muslim sein Leben Jesus in

die Hand legt.

Zwischen Saat und Ernte vergeht

oft viel Zeit; es gibt Dürre- oder Frostschäden

und Monate, in denen gar kein

Wachstum stattfindet oder Rückschritte

zu beobachten sind – davon weiß ich als

Landwirt und Missionar ein Lied zu singen.

Trotzdem schenkt der Herr immer

wieder geistliche Aufbrüche und Frühlingszeiten,

die auf reiche Ernte hoffen

lassen.

Heute liegt das Erntefeld Gottes in

unserer direkten Nachbarschaft. Wir

müssen nur die Augen öffnen für die

vielen tausend Asylsuchenden aus aller

Herren Länder. Bei uns in der Flüchtlingshilfe

rund um Regensburg haben wir wirklich

Stress. So viele Hilfesuchende und so

wenig Mitarbeiter! Manchmal wissen wir

nicht mehr, wo uns der Kopf steht. Dass

Jesus lebt, ihnen helfen und sie auf ewig

retten will, wissen viele Asylsuchende

nicht.

Global gesehen gibt es ebenfalls noch

viele zentrale Aufgaben, wo sich Christen

in Gottes Ernte einbringen könnten.

Beispielsweise im südlichen Afrika, wo

die Krankheit Aids ihre tödliche Ernte

einfährt. Tausende sterben früh, ohne die

Botschaft des Lebens zu kennen. Bitte

beten Sie für neue Mitarbeiter hier in

Deutschland, in Europa und weltweit. –

Und wundern Sie sich nicht, wenn Jesus

Sie selbst in seine Ernte sendet. Er segne

Sie!

Martin Seidl-Schulz

Diplomlandwirt und Theologe

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Europa

Spanien

Roland und Sabine Weinmann

Helfer bei der Olivenernte

Jedes Jahr ab November ernten wir

Oliven von mehr als 1.000 Bäumen.

Die Farm ist Teil des Geländes unseres

christlichen Drogen-Rehazentrums

„El Buen Samaritano“ (Barmherziger

Samariter) im Norden von Andalusien.

Für die Männer, die bei uns ihren

Alkohol- und Drogenentzug durchleben,

und für uns

Mitarbeiter bedeutet

das sechs

bis acht Wochen

harte Arbeit – bei

jedem Wetter, in

den steilen Hängen des Olivenhains.

Zum Glück regnet es nicht so oft

wie in Deutschland um diese Jahreszeit.

Und wir sind Gott dankbar für

Freunde aus holländischen Gemeinden,

die Jahr für Jahr kommen und bei der

Ernte helfen.

Im Vorfeld sind die Männer aus

unserer Reha skeptisch: „Was sind das

für Menschen, die uns da besuchen

kommen? Bestimmt bedeutet das nur

mehr Arbeit für uns. Die meisten kön-

Spenden für die Drogenarbeit

von Ehepaar Weinmann:

Stichwort P10818

nen kein Spanisch, wie soll das gehen?“

Dann kommt da eine Schar junger und älterer

holländischer Christen, die fröhlich

mit anpacken, wo immer es fehlt. Die mit

Händen und Füssen reden, schon einige

spanische Lieder können und sie kräftig

in der Andacht, den Tag über und abends

am Kaminfeuer singen und die gerne ihre

holländischen Süssigkeiten

mit allen teilen.

Männer und Frauen, die

praktisch ihren Glauben

leben und ein Beispiel

für die Liebe von Jesus

sind. Sie interessieren sich für einzelne

unserer Heimbewohner, fragen nach und

sind offen.

Wenn sie dann wieder abreisen, sind

alle dankbar für diese Erfahrung – und

traurig, weil unsere Gäste, die den

Männern im Zentrum Freunde wurden,

wieder fort sind. Eigentlich kamen sie zur

Olivenernte, doch die gemeinsam verbrachte

Zeit war viel wertvoller. Auch für

unsere holländischen Freunde. Sie erleben

ein paar Tage fernab vom Alltagsstress,

mit neuen Impulsen durch gelebte

Gemeinschaft, das Hören auf Gottes

Wort, die Bibel, und das Teilhaben am

Leben der suchtkranken Männer und

ihrem Entzug hier. Natürlich haben sie

auch eine der schönen andalusischen

Städte besucht. Für uns ist ihr Einsatz

immer neu eine Ermutigung. Da wird

Gottes weltweite Gemeinde erfahrbar.

Sie wollen selbst einmal diese Erfahrung

machen? Dann nehmen Sie Kontakt

mit uns auf, wir freuen uns über

Erntehelfer (E-Mail: sarowein@gmail.

com). Zudem können Sie über diese

E-Mailadresse unser Olivenöl bestellen.

Der Ertrag hilft, unser Zentrum zu

finanzieren. Viele Männer, die bei uns

von Drogen und Alkohol frei werden,

können ihre Reha nicht selbst bezahlen.

Deshalb haben wir ein Projekt

„Silbergroschen“ gegründet, das an

den Barmherzigen Samariter erinnert.

Ihre Spende ermöglicht die Reha von

mittellosen, spanischen Suchtkranken.

Herzlichen Dank.

Projekt „Silbergroschen“ für mittellose

Heimbewohner: Stichwort P30851

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Inhalt

EUROPA

Missionare unterwegs

Interview Kurzeinsätze (Weidmann)

ASIEN

AFRIKA

AMERIKA 18 Gebetskalender

Veranstaltungen

Wir machen mit!

Am Erntedank-Wochenende 2015 beginnt das „Jahr der Dankbarkeit“.

Bis zum Oktober 2016 steht das Danken im Mittelpunkt! Machen Sie

mit und beteiligen Sie sich – am besten mit Ihrer ganzen Gemeinde.

Weitere Infos: www.jahr-der-dankbarkeit.net

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Deutschland

Walter und Esther Reuter

Deutschland

Gerhard und Bettina Denecke

Großzügig

Flüchtlingen helfen

Jeden Tag behandeln die Medien das

Thema Flüchtlinge, und der Zustrom

Asylsuchender hält unvermindert an.

Bei allen Problemen, die das verursacht,

beobachte ich immer wieder mit Freude,

wie sich Gruppen unterschiedlichster

Menschen zusammenfinden, die liebevoll

Migranten helfen. Dabei sollte sich

unser Engagement als Christen nicht nur

auf die menschlich-sozialen Bedürfnisse

beschränken, die natürlich ihre Berechtigung

haben. Wir wollen diese Aufgabe

umfassend tun und Flüchtlingen, die oft

Schreckliches durchgemacht haben, Gottes

Liebe in Wort und Tat weitergeben.

Denn wir sind die Visitenkarte von Jesus

für sie.

Die Bibel ruft uns auf, Fremde willkommen

zu heißen, großzügig zu beschenken

(3. Mose 19,33–34) und gastfreundlich zu

sein (Röm 12,13). Wir wollen ihre Freundschaft

gewinnen. Gerade Christen, die bei

uns Zuflucht suchen, weil sie in ihrer Heimat

viel für ihren Glauben gelitten haben,

verdienen Zuwendung und Aufnahme in

unseren Kirchen und Gemeinden.

Ich denke an Jos aus Afrika, den ich

gleich nach seiner Ankunft im Asylheim

kennengelernt habe. Er hat eine tiefe

Liebe zu Jesus. Seine restliche Familie ist

noch in Afrika, worunter er sehr leidet.

Es gelang uns, ihn an eine Gemeinde zu

vermitteln, in der er gut aufgenommen

worden ist.

Da es sich um Menschen aus einem

fremden Kulturkreis handelt, deren Mentalität

und Lebensweise sich oft sehr von

der Unsrigen unterscheidet, benötigen

unsere Gemeinden Informationen. Das

hilft, damit es nicht zu Enttäuschungen

kommt, weil Erwartungen nicht eintreffen

und unsere Großzügigkeit nicht so

verstanden wird, wie wir es uns vorgestellt

haben. Wir bieten in Süddeutschland

laufend Schulungen an (Tel. 07464

3323, E-Mail: freunde-int@web.de) und

kommen gerne auch in Ihre Gemeinde.

Gemeinsam können wir schauen, wie

Ihre Flüchtlingshilfe praktisch aussehen

könnte.

Auch die AWM (www.awm-korntal.de)

und AMIN (www.amin-deutschland.de)

bieten Kurse mit wertvollen Impulsen zu

dieser Thematik an. Wir machen Ihnen

Mut, sich dieser Aufgabe zu stellen und

von Gottes Liebe leiten zu lassen. Keiner

kann alle erreichen – aber jeder einen!

Gott hat ihn

nicht im Stich gelassen

In einer Gemeinde im Gottesdienst

entdecke ich (Bettina) unter den Zuhörern

einen meiner früheren Schüler

mit seiner Mutter. Ich freue mich riesig!

Dieser Junge hatte es nicht leicht. Damals

unterrichtete ich ihn ab dem ersten

Schuljahr in Religion. Vaterlos ist er bei

seiner kranken Mutter aufgewachsen, in

der Schule war er ständig in Schwierigkeiten.

Wie ein Lamm saß er im Stuhlkreis

neben mir und nahm die biblischen

Geschichten auf. Er merkte sich alles und

gab gute Antworten. Ich habe viel für ihn

gebetet, mich eingesetzt und es gab einige

Gespräche mit ihm und seiner Mutter.

Manchmal dachte ich: Gott hat mit

diesem Jungen noch etwas vor. Er ist

sein himmlischer Vater, der ihn über alles

liebt. Der kleine Kerl war so offen und

bereit für Jesus! Aber es türmten sich

Konflikte auf, die darin gipfelten, dass er

die Schule wechselte. Ich war enttäuscht.

Jetzt konnte er nicht mehr in meinen Religionsunterricht

kommen. Wer machte

ihm nun Jesus lieb? Er war so nah dran

gewesen! So vieles war bei ihm im Unterricht

besser geworden, wie sollte diese

positive Entwicklung ohne mich weitergehen?

Ich war die einzige Lehrerin, die er

akzeptierte und mochte.

Aber Gott hat ihn nicht im Stich

gelassen. Es traten längst andere Christen

ins Leben dieses Jungen. Sie luden ihn

und seine Mutter in die Gemeinde ein,

schenkten ihm eine Kinderbibel und

beteten auch für ihn. Und heute

treffe ich ihn als großen

Jugendlichen mit seiner

Mutter im Gottesdienst

wieder!

Voll Freude steuere ich nach dem

Gottesdienst auf ihn und seine Mama zu.

Sie gibt mir die Hand, strahlt mich an und

erzählt: „Ich habe mir so gewünscht, Sie

noch einmal zu sehen. Ich möchte Ihnen

danke sagen! Im Januar haben mein Sohn

und ich uns taufen lassen. Vor der Taufe

sollte mein Sohn berichten, wie er gläubig

geworden ist. Er erzählte die ganze Zeit

nur von Frau Denecke ...“

Ich weiß nicht mehr, was sie noch alles

erzählte. Aber ihr strahlendes Gesicht,

aus dem alle frühere Starre verschwunden

ist, bewegt mich immer noch zu

Tränen. Gott hat die beiden wirklich

verändert.

Übrigens, wir werden als neue DMG-

Mitarbeiter in Deutschland vollzeitlich

unter Migranten und Flüchtlingen

arbeiten. Seit Januar sind wir im Reisedienst,

halten Vorträge, predigen und

besuchen Freunde und Gemeinden.

Gott hat die Fremdlinge lieb, und er hat

tiefes Erbarmen mit ihnen. Wir Christen

in Deutschland haben einen Auftrag an

ihnen. Gern kommen wir im Rahmen

unseres Reisedienstes auch in Ihre Gemeinde

und stellen Ihnen diese wichtige

Aufgabe vor.

Tausende

Flüchtlinge

kommen in

unseren Städten an. Sie

benötigen dringend Hilfe. Gott

fordert uns auf: „Den Ausländer,

der bei euch wohnt, sollt ihr wie

einen von euch behandeln und ihr

sollt ihn lieben wie euch selbst“ (3. Mose

19,34). Inzwischen helfen ca. 20 DMG-Mitarbeiter Flüchtlingen

und Einwanderern in Europa (meist in Deutschland) seelsorgerlich

und bei der Integration. Danke, wenn Sie

diesen Dienst fördern.

D M G - F l ü c h t l i n g s h

Stichwort: P50233 Migrantenhilfe

Weitere Informationen:

www.DMGint.de/Migrantenhilfe

i l f e

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Europa

Österreich

Gerhard und Junko Deimel

Auf zum

Einsatz in Japan

Wir hatten eine segensreiche Zeit in

Japan, der Heimat von Junko, mit vielen

interessanten Begegnungen. Unser

Kurzeinsatz in der Tohoku-Region mit

dem christlichen Radiosender TWR-Asien

und einem internationalen Team aus

Singapur war großartig. In den Städten

Aizu, Akita, Morioka und im Raum Sendai

verteilten wir Johannes-Evangelien,

Infobroschüren „Wer ist Jesus Christus?“

und Flyer mit den japanischen Sendezeiten

von TWR in 20.000 Haushalten

sowie in vielen Notunterkünften von

Japanern, die beim Tsunami 2011 obdachlos

geworden waren.

An die Familien in den Notunterkünften

verschenkten wir auch Wichtiges für

ihren Alltag, beispielsweise Waschpulver.

Es erschütterte uns, dass immer noch

zwei Drittel der vielen tausend obdachlos

gewordenen Familien in Notunterkünften

leben. Doch diese Situation hat auch eine

andere Seite: In der Region Tohoku, die

früher als „Grab für Missionare“ bezeichnet

worden ist, sind heute viele Menschen

offen für die Botschaft von Jesus.

Wir haben einige Menschen getroffen,

die sich in den vergangenen vier Jahren

für Jesus entschieden haben, sogar eine

97-jährige Frau, die sich einer christlichen

Gemeinde angeschlossen hat.

In der Region Tohoku, die

früher als „Grab für Missionare“

bezeichnet wurde, sind heute

viele Menschen offen für Jesus.

Die Gemeinde in Morioka ist zum

Stützpunkt für Hilfs- und Missionseinsätze

in der gesamten Region geworden. In

ihrem Umfeld kommen Menschen zum

Glauben. Die Zusammenarbeit mit

Christen aus Singapur und Ostjapan,

ihre Offenheit, Hingabe und Herzlichkeit,

haben uns begeistert. Wir waren in

vielen Gemeinden zu Gast, und immer

wieder hörten wir Sätze wie: „Come

back again!“ (Kommt wieder). Oder: „We

pray that you will come as missionaries

to Japan“ (Wir beten, dass Ihr Japanmissionare

werdet). Ein

Gedanke, der uns

durchaus beschäftigt.

Kroatien

Tihomir und Ulrike Vekić

Jesus ins Fernsehen

Wie kommt die beste Botschaft der

Welt zu Menschen, die in keine Kirche

gehen? Und wie berührt Gottes Liebe

Leute, die nie einem Christen begegnen?

Übers Fernsehen, Radio und Internet

natürlich. Seit vier Jahren flimmern die

deutschen „Hof mit Himmel“-Fernsehsendungen

von ERF-

Medien unter dem Titel

„Offener Himmel“ auch

in kroatische Wohnzimmer.

Und das in schöner

Regelmäßigkeit;

dreimal die Woche über

fünf kroatische Regionalsender. Zwei

kroatische Mitarbeiter helfen uns beim

Übersetzen und Betiteln der Programme.

Inzwischen haben wir viele regelmäßige

Zuschauer, viele davon Katholiken, die

uns auch auf Facebook weiterempfehlen

und im Internet die Sendungen schauen.

Immer wieder melden sich interessierte

Zuschauer am Telefon.

Kürzlich rief eine ältere Frau an. Sie hat

in der Schweiz gearbeitet und war eine

Zeitlang in einer Sekte. Ich konnte ihr das

Evangelium erklären. Dass Jesus gekommen

ist, um sie von allen Mächten der

Finsternis zu befreien. Und wie wichtig

es ist, Jesus in ihr Leben einzuladen und

ihm die Herrschaft über alles zu geben.

Die Frau bat mich, mit ihr zu beten, und

hat Jesus angenommen. Wir brachten

Kürzlich rief eine ältere

Frau an. Sie bat mich,

mit ihr zu beten, und hat

Jesus angenommen.

Tihomir Vekić produziert

Christliches für TV, Radio

und Internet

sie in Kontakt mit einer Christin in ihrer

Gegend, die sie weiterbetreut.

Ein junger Mann aus der Nachbarstadt

schrieb eine lange E-Mail. Sein Lebenstraum,

Profifußballer zu werden, war

gescheitert, obwohl er Gott um Hilfe

gebeten hatte. Tihomir antwortete und

traf sich zu einem persönlichen

Gespräch mit ihm.

Das gab dem jungen Mann

Mut, sein Leben Gott ganz

anzuvertrauen.

Letztes Jahr haben wir

ein Internet radio für am

christlichen Glauben Interessierte gegründet.

Bitte beten Sie mit uns für ein wachsendes

Mitarbeiterteam. Unser größter

Wunsch ist, selbst kroatische Fernsehsendungen

zu produzieren, die Geschichten

mit Gott erzählen. Vielen Dank, wenn Sie

unsere christliche Medienarbeit in Gebet

und Gaben unterstützen.

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Griechenland

Karin Schutz

Bibelverteilaktion

122.600 Mal Gottes

Wort ausgesät

Es war eindrucksvoll, die achte „Operation

Josua“ von Hellenic Ministries

(griechische Partnerorganisation der

DMG) mitzuerleben. Ein buntes Team

von 350 Christen aus 23 Ländern

in aller Welt (darunter auch Klaus

und Angelika Böttcher, aktive Ruheständler

der DMG) hatte sich Mitte

Juli aufgemacht und im Norden des

Landes 122.600 Tüten mit christlichen

Schriften und Bibeln in 370 Orten

verschenkt.

Unsere Aktion, die ich mit organisiert

habe, fiel genau in die Woche nach dem

Referendum und Schließen der Banken

hierzulande. Aufgrund der akuten Krise

begegneten uns die Menschen überaus

nachdenklich und offen. Geholfen hat

auch, dass drei Bischöfe

der orthodoxen

Kirche unsere Neuen

Testamente autorisiert

und ihre Grußworte

in die Bibeln eindrucken

lassen haben. So

stießen wir überall auf

offene Türen.

„Kommt bitte nochmal zurück!“, rief

eine Griechin hinter uns her, als wir in einem

Dorf bei Giannitsa unsere Literaturpakete

weitergaben oder an Türklinken

und Zäune hängten. Ich war mit David

Spenden für die Arbeit von

Karin Schutz: Stichwort P10673

Für Operation Josua, Bibelverbreitung

in Griechenland:

Stichwort P30613

unterwegs, einem griechischen Christen,

der sonst in Australien lebt. Wir dachten,

jetzt kommen die üblichen Fragen wie:

„Wer seid ihr, Zeugen Jehovas?“ Doch die

Frau bat uns um eine weitere Bibel für

die Familie nebenan. Sie hatte schon zwei

Tage auf uns gewartet, denn sie wusste

aus dem Radio von unserer Verteilaktion.

Sie wollte unbedingt eine Bibel für sich

und ihre Nachbarn. Wow!

Bei 35 Grad im Schatten ging es weiter.

Eine junge Griechin ließ uns einen Eimer

vom Balkon aus dem ersten Stock herab

und sagte, wir sollten ihr das Bibelpaket

hineinlegen. Ich gab ihr ein Weiteres zum

Verschenken, dann zog sie die kostbare

Last nach oben. Sie nahm den Inhalt

aus ihrer Tüte und rief begeistert: „Das

ist ja wunderbar, die Bibel in heutigem

Griechisch, sodass ich

sie verstehe.“ Dann

rief sie quer über die

Straße ihren Nachbarn

zu: „Nehmt auch ein

Neues Testament, das

ist ein Geschenk des

Himmels.“

Eine ältere Griechin sprach mit mir

über die Politik und ihre Ängste wegen

der Wirtschaftskrise. Ich ermutigte sie,

dass Jesus ihre Zukunft in der Hand

hat und sie sich nicht sorgen muss. Sie

begann, die Bibel zu lesen und hat uns

später zum Mittagessen eingeladen. Ihr

Mann, der Alzheimer hat, saß lächelnd

dabei. Als wir ihr Dorf verließen, hielt ein

Auto mit vier jungen Leuten an: „Ihr habt

uns vergessen, wir wollen auch eine Bibel

haben“, riefen sie uns lachend zu. Gerne

kamen wir ihrem Wunsch nach.

Es hat allen Teilnehmern Freude

bereitet, wie die Griechen dieses Jahr auf

unser Geschenk reagierten. Nun beten

wir, dass Gott aus seinem Wort in den

Häusern und Herzen Frucht wachsen

lässt, die bleibt.

Natürlich ging nicht überall alles so

glatt. Einerseits kamen Menschen zum

Glauben, aber es kam auch zu polizeilichen

Festnahmen. Unser Team türkischer

Christen war besonders gesegnet. Sie,

die früher Feinde waren, erlebten nun

Griechen, die bei ihnen im Gebet Jesus

ihr Leben übergeben haben. Unsere 350

Teilnehmer waren tausende Kilometer

unterwegs, und Gott hat Bewahrung

geschenkt. Ich selbst durfte sogar Millionären

das Evangelium begreifbar machen,

was für ein Segen.

Übrigens:

Operation Josua wird auch im Juli 2016

wieder stattfinden. Sie wollen mitmachen?

Information und Anmeldung:

www.operationjoshua.org

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Interview

Gehen und

beschenkt

werden

Seine Haare sind nicht blond, Sonnenbrille

trägt er auch nicht, und

die goldene Stimmgabel wird man

ihm sicher nie verleihen. Cool ist er

trotzdem: Heino Weidmann, der

die Jahreseinsätze der DMG auf vier

Kontinenten koordiniert.

Kurzeinsätze: Warum die DMG jetzt mehr Stellen in Europa anbietet

Heino, was tust du in deinem Alltag?

Ich vermittle meist junge Leute zu Kurzeinsätzen

ins Ausland, wo sie sich sechs bis 24 Monate in soziale

und missionarische Projekte einbringen. Jährlich haben

wir als DMG 40 bis 50 Teilnehmer im Kurzeinsatzprogramm.

Unser Team auf dem Buchenauerhof begleitet

sie vor, während und nach dem Einsatz.

Auf welchen Kontinenten

gibt es Stellen?

Die DMG bietet eine riesen Bandbreite: Unsere

Freiwilligen werden in Asien, Afrika, Lateinamerika und

Europa eingesetzt, mit Schwerpunkt Bildungsarbeit.

Vom Hilfslehrer für Missionarskinder über die Mitarbeit

in Kindergärten und Jugendclubs bis hin zum Unterricht

an internationalen Schulen. Natürlich haben wir noch

mehr zu bieten, auch praktische Einsätze; zum Beispiel

Dorfentwicklung, Drogenrehabilitation, Gästehausbetrieb,

Kreativseminare und Hilfe für vernachlässigte Kinder

sowie mit Schwerpunkt Gemeindebau und Mission.

Wie wird ein Kurzeinsatz finanziert?

Die DMG wird komplett von Spenden getragen. Darum

ist es nötig, dass die Teilnehmer einen Freundes- und

Spenderkreis aufbauen, der die DMG und ihr Projekt

unterstützt und für sie betet. Als überzeugte Christen

ist uns das Gebet wirklich wichtig.

Wie ist das Auswahlverfahren?

Jede Einsatzstelle ist nach spezifischen Kriterien

bewertet. Die Teilnehmer sollen dazu passen, beispielsweise

was die Sprachkenntnisse anbelangt. Offenheit

und Flexibilität sollte natürlich jeder mitbringen. Dann

laden wir die potentiellen Teilnehmer eines Jahrgangs

zum Bewerbertag ein, bei dem wir sie kennenlernen

und Vorstellungsgespräche und Gruppenspiele auf dem

Plan stehen. Wir versuchen, ihre Stärken und Bedürfnisse

herauszufinden und genau die passenden Stellen zu

vermitteln.

Schickt ihr auch Leute in Krisengebiete?

Nun, immer und überall gibt es Risiken, das ganze

Leben ist gefährlich. Unsere Kurzzeitmitarbeiter sind

meist junge Leute, die zwischen Abitur und Studium

oder Ausbildung ein Jahr für Gott im Ausland verbringen.

Die schicken wir natürlich nur in Regionen, wo wir

es auch verantworten können. Das Auswärtige Amt

prüft vorher unsere Einsatzziele. Erst wenn sie grünes

Licht geben, senden wir die jungen Erwachsenen. Liegen

Reisewarnungen vor, schicken wir niemanden in das

betreffende Land. Die Teilnehmer müssen sich vor ihrem

Einsatz beim Auswärtigen Amt über ihr Ziel und die

Situation vor Ort erkundigen. Im Einsatzland sind sie in

ein Team der Partnerorganisation eingebettet. Zudem

haben wir Krisenpläne, wenn etwas passieren sollte. Wir

tun unser Möglichstes, um zu helfen.

Wie hältst du den Kontakt

zu Leuten im Einsatz?

Über E-Mail, Telefon, Facebook und Skype. Außerdem

schreiben die Freiwilligen regelmäßig Rundbriefe,

die wir lesen und uns mitfreuen. Manchmal haken wir

nach, wenn wir den Eindruck haben, dass etwas nicht

in Ordnung ist. Vier bis sechs Wochen nach Ankunft

im Einsatzland bekommen sie einen Reflexionsbogen

zugeschickt, den sie mit ihrem Teamleiter vor Ort

durchsprechen. Ebenso in der Mitte und einige Wochen

vor Ende des Aufenthalts. Ab und zu frage ich nach, wie

es ihnen geht und schreibe ihnen Ermutigendes oder

einen Bibelvers.

Und wenn der Einsatz vorbei ist?

Auch dann halten wir den Kontakt, denn wir wollen,

dass sie am Thema Mission dranbleiben. Deshalb laden

wir sie zu Veranstaltungen der DMG ein, wo viele

tatkräftig helfen. Außerdem bieten wir Ehemaligentreffen

an und fördern, dass sie Freunden ihren Glauben

weitergeben und sie für Mission motivieren. In ihrem

Einsatz erleben sie den lebendigen Glauben und die

Freude in Jesus, die sie bei vielen Christen aus aller Welt

sehen. Wir wollen, dass sie ihre Erfahrungen hinterher

im Alltag in Deutschland einbringen.

8 DMG-informiert | 5 | 2015


Kenia

wir ins Gespräch.

abschlu s zu machen.

Versuchen, den Fehler zu finden, fa sten

wir uns also an den händen und beteten,

ch war ein halbes Jahr in Kenia. Im eS WurDe iMMer DuNKler … die beiden Jungen standen ebenfa ls im

Norden des Landes he rschte hungersnot,

und unser Team half notleidenden an und gab uns Starthilfe, leider ver-

ein Lastwagen mit vielen Pa sagieren hielt Kreis. Steve ha te mich gebeten, den

menschen. einmal fuhren wir als kleine geblich. Schließlich fuhren sie weiter. es

Gru pe in den Norden, um Lebensmi tel wurde immer später und nichts half. man WAS Die JuNGS WOHl DAcHteN?

zu verteilen. Leider streikte unser auto, weiß ja, wie schne l in afrika die So ne Kaum ha te ich amen gesagt, sprang laut

deshalb mu sten wir frühzeitig wieder untergeht und Dunkelheit einsetzt. Uns brummend der motor an. erstaunt drehten

wir unsere Köpfe zum auto. einer

umkehren in Richtung hauptstadt. auf wurde mulmig. Ich überlegte, meiner

dem Weg nach hause gab das auto da n Familie und Freunden in Deutschland eine ha te weitergearbeitet und zum ende

endgültig den Geist auf. Da standen wir SmS zu schreiben, ob sie für uns beten des Gebetes den Zündschlü sel gedreht.

nun, mi ten in der Wüste, und die nächste

Stadt war drei autostunden entfernt. und redete wieder mit den beiden Jungs. und funktionierte – ein Wunder! Schne l

kö nten, entschied mich jedoch dagegen Der Wagen war spontan angesprungen

Unser Team bemühte sich weiter, das verabschiedete ich mich von den beiden

Der MOtOr SPrANG NicHt AN auto zum Laufen zu bekommen. jungen afrikanern und stieg ein. Wir

Die männer unseres Teams versuchten

wollten vor der Nacht noch eine gute

das Fahrzeug wieder flo t zu bekommen. Hier GiBt eS KeiNeN ADAc Strecke zurücklegen. Später habe ich

Ich glaube, ihnen war weniger wohl zumute

wie mir. Ich sah mir die Umgebung angerufen. hier konnten wir niemanden wohl nach der spontanen Gebetserhö-

In Deutschland hä te man den aDaC mich gefragt, was die „Wüstenjungen“

an. Das Privileg, in der Wüste spazieren rufen, der vor dem nächsten Tag hä te

zu gehen, ha te ich vorher noch nie. eintre fen kö nen. Niemanden?! Doch, einen

gab es: Go t. Irgendwa n schlug Stestaunliches

bewirkt. er lebt und tut auch

Jesus hat nicht nur vor 2.000 Jahren er-

Irgendwa n kamen zwei Jungen aus

dem vermeintlichen Nichts auf uns zu. ve vor, wir so lten mal zusammen beten. heute Wunder. Unser erlebnis in der

Schüchtern standen sie etwas abseits und erstaunlich, da s unser kleiner haufen Wüste zeigt eindrucksvo l, was möglich

beobachteten uns. Ich ging zu ihnen hin. Christen erst so lange versucht ha te, das ist, we n wir Jesus in unser Denken und

Sie ko nten ein wenig englisch, so kamen Problem selbst zu lösen, sta t sofort mit

Gott zu reden. Nach vielen vergeblichen

rung gedacht haben.

Grafik: ©CreationSwap/C K

handeln mit einbeziehen.

/ Madeleine Stahl (26)

Grafik: Designed by freepik.com

/ Marie-Sophie vogel (22)

17

Nah und ...?

Wir suchen dringend (m/w ab 18 Jahre)

für Einsätze von 6 bis 24 Monaten:

Offene Stellen für junge Leute

Seite 20

Nun kommt es auf dich an!

Seite 10

Erlebnisse im Kurzeinsatz

… heißt die einmalige Sonderausgabe

unserer Zeitschrift, voll

faszinierender Erlebnisse junger

Christen in anderen Ländern und

Kulturen. Ein Augenöffner, wie

Gott handelt. Hier bestellen:

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eiN JAHreSeiNSAtZ veräNDert

Die teilnehmer eines Kurzeinsatzes mit der

DMG erleben hautnah mit, wie Go t Menschen

verändert – besonders auch sie selbst.

Ein Stempel für die Freiheit

Seite 18

Amerika

Argentinien/Paraguay

Jesus mitten in der Wüste

MitArBeit iN eiNeM WAiSeNHeiM / 7 MONAte

I

„ I

und dann für dieses Land betet“, sagte die

mein eigenes Land zu beten. Dann kniete

ich mich hin und fing an zu beten. „Lieber

ch möchte, da s ihr auf Go t hört,

welches Land er euch aufs herz legt,

mitarbeiterin. es gab mehrere möglichkeiten,

darunter auch: Deutschland.

Irgendwie kam es mir langweilig vor, für

Go t, danke für Deutschland, danke …“

Plötzlich stiegen Bilder in mir hoch.

Bilder die daheim normal für mich

sind: Punks am Bahnhof, Senioren im

altenheim, Freunde, die mir von ihren

kaputten Familien erzählten, Pflegefamili-

ihm die Orientierungslosigkeit unserer

en vom Jugendamt und ihre Geschichten.

www.junge-mission.de

Weinen UnD beTen

FÜr DeUTSCHLAnD

cHriStlicHe JuGeNDArBeit / 12 MONAte

manche immer noch unterschwe lig von

ha s geprägte Witze über Ost- und

Westdeutschland, die ich zu hören bekommen

ha te …

Da gab es kein halten mehr, ich weinte.

ernsthaft. Ich weinte über Deutschland.

Das ha te ich noch nie erlebt. Plötzlich

spürte ich, wie sich ein arm um mich

legte. Jelena, die ebenfa ls hier einen

Jahreseinsatz macht, saß neben mir. auch

sie bega n zu schluchzen. Chri sy, eine

andere Deutsche und micha setzten sich

zu uns. Wir weinten und baten Go t, sich

über unser Land zu erbarmen. Wir legten

Generation hin, die hoffnungslosigkeit

und einsamkeit, all das Unverständnis, das

einer dem anderen oft entgegenbringt …

Später meinte Jelena, es wäre eigentlich

schon krass, übers eigene Land zu

weinen. Da s Go t uns an diesem Tag ins

Gebet für Deutschland geführt hat, lag

wohl daran, da s wir unser Land gut kennen?!

We n man es nach einem halben

Jahr in Südamerika von außen anschaut,

wirkt Deutschland irgendwie anders. man

sieht die geistliche Not …

DmG-Kurzeinsätze | www.kurzeinsätze.de

Nah und ...?

Erlebnisse im Kurzeinsatz

14 DmG-Kurzeinsätze | www.kurzeinsätze.de

Nimmt die DMG nur

Schulabgänger für Kurzeinsätze?

Nein, wir bieten auch Praktika für Theologiestudenten

und Mediziner an. Bewerber mit Berufsausbildung,

Ehepaare und Familien mit Kindern können übers

Expert-Programm ebenfalls zeitlich begrenzt ihre Berufserfahrung

im Ausland einbringen. Und unser 50plus-

Programm richtet sich an aktive Senioren.

Was ist das Schönste

an deinem Beruf, Heino?

(Er lächelt) Wenn die Teilnehmer aus ihren Einsatzländern

zurückkommen und viel zu erzählen haben: Wie

sie als Person und im Glauben gewachsen sind und Erfahrungen

für ihr Leben gesammelt haben. Dann bekomme

ich Briefe und Postkarten mit einem Dankeschön. Einige

schreiben, dass der Kurzeinsatz die schönste Zeit in

ihrem Leben war! Es macht glücklich, wie Gott heute

handelt.

Was ist am wichtigsten

bei der Koordination?

Junge, engagierte Christen zu finden, die Liebe aktiv

leben wollen, dienstbereit, flexibel und in der Bibel zu

Hause sind. Wir möchten ja, dass es eine gute Erfahrung

wird. Außerdem ist wichtig, dass wir die Zusammenarbeit

mit unseren Partnerorganisationen vertiefen und

immer wieder neue Einsatzstellen gewinnen.

Was erleben die Teilnehmer?

Unendlich viel! Sie lernen neue Kulturen und Menschen

kennen, tauchen in deren Leben und Traditionen

ein. Dabei entdecken sie, wie Mission heute läuft – nicht

nur theoretisch, sondern in der Praxis. Sie erfahren

Gottes Wirken und Hilfe. Natürlich erleben sie auch

Niederlagen, was in der Regel jedoch ihr Vertrauen in

Jesus noch stärkt. Manchmal sind sie vollständig auf Jesus

angewiesen, wenn beispielsweise mitten in der Wüste

plötzlich das Auto streikt und keine Hilfe weit und breit

zu finden ist. Beten kann man immer. Viele machen

die Erfahrung: „Ich kam, um zu helfen und Glauben zu

schenken, und bin doch selbst der Beschenkte.“

Die DMG hat sich neue Ziele gesetzt,

was bedeutet dies für Kurzeinsätze?

Künftig setzen wir einen Schwerpunkt auf Regionen,

wo Menschen Jesus nicht kennen. Das betrifft vor allem

Europa und den Orient. Natürlich erfordert das etwas

Überzeugungsarbeit bei den Bewerbern, weil junge

Leute oft nach Südamerika und Afrika wollen. Doch als

DMG möchten wir unsere Missionare dahin senden,

wo sie wirklich gebraucht werden, nicht Urlaubsträume

verwirklichen. Außerdem bauen wir unsere Nacharbeit

aus. Wir planen noch mehr Reentry-Seminare …

Und warum sollte genau ich mich

für einen Kurzeinsatz melden?

(Heino lacht). Gute Frage. Weil Gott uns den Missionsauftrag

gegeben hat. Wir alle sind gerufen, die gute

Nachricht von Jesus in der Welt bekanntzumachen.

Beim Kurzeinsatz helfe ich anderen, besser zu leben,

gebe die Liebe Gottes in Wort und Tat weiter und wachse

in meiner Persönlichkeit und im Glauben. Außerdem

gewinnen die Teilnehmer interkulturelle Kompetenz und

internationale Erfahrung. Diese sozialen Fertigkeiten

und Sprach- und Kulturkenntnisse sind später wertvoll

im Beruf.

Dein Schlusswort, Heino?

Momentan suchen wir besonders junge Männer. Traut

euch, ihr werdet es nicht bereuen. Jesus will euch!

Das Interview führte

Praktikantin Fanny Volland

www.kurzeinsätze.de

DMG-informiert | 5 | 2015

9


Asien

Noch nahezu unerreicht:

Die Japaner

Der Inselstaat Japan ist gleichermaßen

von Tradition und Moderne geprägt:

Die vielen Tempel und Schreine sind

umgeben von riesigen Kaufhäusern und

grellen Leuchtreklamen. Im Tempelgarten

herrscht Ruhe, während draußen Autos,

Busse und Passanten unentwegt lärmen.

130 Millionen Japaner leben dichtgedrängt

in den Küstenregionen. Ihre Höflichkeit

und Disziplin sorgen dafür, dass es nicht

zu Konflikten kommt. Oberflächlich

betrachtet hat man das Gefühl, im Land

des Lächelns gehe es allen gut.

Doch der Schein trügt: Viele Japaner

leiden unter einem enormem Druck

der Arbeitswelt, hohen Erwartungen

10 DMG-informiert | 5 | 2015

ihrer Familien, und dem Stress, niemals

ihre Gefühle äußern zu dürfen. Hinter

der freundlichen Maske verbergen sich

oft Verzweiflung und Einsamkeit. Japan

hat eine der höchsten Selbstmordraten

weltweit.

Die traditionellen Religionen Shintoismus

und Buddhismus bieten keinen

Ausweg. Auch wer im Tempel betet und

Geld opfert, weiß nie sicher, ob die Geister

wirklich helfen. Nur wenige Japaner

glauben an Jesus Christus. Zeitmangel, familiäre

Zwänge und ein starkes Gruppendenken

behindern die Verbreitung der

biblischen Botschaft. Wir sind dankbar,

dass trotzdem immer wieder einzelne

zum Glauben finden.

Japan

Martina (geb. Dammeyer)

und Stefan Süßmuth

Gebetsanliegen:

• Dass die wenigen japanischen

Christen trotz der gesellschaftlichen

Zwänge standhaft

in ihrem Glauben bleiben.

• Dass Jesus den Verzweifelten

und Einsamen begegnet.

• Um neue Mitarbeiter, die das

Evangelium verkünden.

• Und für eine neue Generation

japanischer Christen, die ihre

Gesellschaft prägt.


Thailand

Daniel und Melanie Böhm

Thailand

André und Wansuk Machel

Kokosöl frisch aus dem Slum

Nachbarschaftshilfe wird hier in Samakki

(Gemeinschaft), einem Armenviertel

von Bangkok, großgeschrieben.

So kam es, dass Onkel Dtaen und ich

(Daniel) uns besser kennenlernten, als

wir gemeinsam

versuchten, unseren

verstopften

Abfluss wieder in

Gang zu bekommen.

Seither unterhalten

wir uns

abends oft, wenn

er in seinem

kleinen Laden sitzt und ich nebenan

unsere Trinkwasserkanister am Automaten

auffülle. Zusammen mit Onkel

Ban hat Dtaen einen „Seniorenclub

Samakki“ ins Leben gerufen, der älteren

Menschen unseres Viertels helfen

soll. Inzwischen bin ich Ehrenmitglied

dieses Clubs.

Die meisten unserer Nachbarn bekommen

keine Rente – oder nur eine,

von der man nicht überleben kann.

Ältere Menschen ohne Familienanschluss

haben oftmals niemanden, der

ihnen bei Arztbesuchen, Einkäufen

oder in anderen Alltagsaufgaben hilft.

Hier setzt der Seniorenclub an – und

zwar so, dass die Mitglieder sich gegenseitig

unterstützen. Das hilft nicht

nur der Gemeinschaft, es stärkt ihre

Würde und fördert Eigeninitiative.

Besonders beeindruckt mich dabei

der persönliche Einsatz von Dtaen. Er

hat sein altes Auto hergerichtet und

Böhms leben als

Botschafter der

Versöhnung in

einem Armenviertel

Bangkoks

Onkel Ban und Dtaen haben

einen Seniorenclub ins Leben

gerufen, der älteren Menschen

helfen soll. Inzwischen bin ich

Ehrenmitglied dieses Clubs.

dem Club kostenlos zur Verfügung

gestellt. Ban bringt Zeit und Fachwissen

in Bezug auf die Ölherstellung

mit ein. Auch die anderen Mitglieder

helfen, wo sie können. Der Club hat

eine besondere

Idee entwickelt,

wie sie sich eine

zusätzliche Einkommensquelle

schaffen können.

Sie stellen kaltgepresstes

Kokosöl

her, mitten im

Slumgebiet. Gemeinsam suchen wir

nun nach lokalen Absatzmärkten in

unserem Land für dieses hochwertige

Produkt, dem viele helfende Wirkungen

zugeschrieben werden.

In Verbindung mit Pflanzenauszügen

dient es der hier begehrten Pflege

und Aufhellung der Haut bis hin zur

Behandlung von Haarausfall, Verbrennungen

und als Sonnenschutz.

Hinter dem Seniorenclub und seinen

Initiativen steckt auch der Gedanke,

dass die ältere Generation einen

Wissensschatz hat, den sie an junge

Leute weitergeben möchte – gerade

auch im Bereich Naturheilkunde. Als

Ehrenmitglied und Mitarbeiter der

„Werbeabteilung“ freue ich mich, Teil

von etwas zu sein, das unsere Nachbarn

selbst vorantreiben und mit

dem sie Hoffnung säen für Senioren

in unserer Nachbarschaft! Wir helfen

ihnen gerne dabei, denn das ist ein

guter Weg, unseren Nachbarn die

Liebe von Jesus deutlich zu machen.

Unterstützen Sie uns dabei?

Gemeinschaft

im Seniorenclub

Junge Thais für Jesus

Seit einem Jahr arbeiten wir in Bangkok,

die Sprachschule hat mich (André)

fest im Griff. Ich fühle mich zurückversetzt

ins erste Schuljahr. Auch die

Atmosphäre der Metropole mit ihren

zwölf Millionen Einwohnern ist spannend.

Unüberschaubares Verkehrschaos,

Abgase von drei Millionen Fahrzeugen,

Hitze und unzählige Menschen. Überall

Märkte, Basare, Gerüche! Am schönsten

sind die Begegnungen mit thailändischen

Christen. Wir helfen in drei Gemeinden

mit. Darüber hinaus unterrichten wir

Englisch, um Kontakte zu jungen Thais

zu knüpfen. Unser Schwerpunkt ist

Lehre, Begleitung und Jüngerschaft, und

wir staunen, wie Jesus hier in Thailand

handelt.

Jib ist ein junger Christ, den wir ins

Herz geschlossen haben. Er strahlt eine

Freude aus, die sofort auffällt. Jib ist in

einer christlichen Familie aufgewachsen,

doch als Teenager geriet er in die Fänge

einer Drogenbande und brach alle Verbindungen

zu seinen Angehörigen ab. Er

geriet tief in die Rauschgiftszene hinein,

spritzte sich selbst, schmuggelte Drogen

und überfiel Geldautomaten. Er war

gefürchtet in seinem Umfeld, und seine

Mutter bangte sehr um ihn.

Lange hörte sie nichts mehr von ihrem

Sohn. Sie betete um ein Zeichen von

Gott, ob er noch lebte. Gott erhörte ihr

Gebet, als sie ihn in den Fernsehnachrichten

entdeckte. Er war verhaftet worden!

Im Gefängnis lernte er eine christliche

Seelsorgerin kennen, die sich um ihn

kümmerte. Von ihr hörte er das Evangelium

aufs Neue und bekehrte sich.

Jibs Vater wollte ihm nicht glauben

und nahm ihn zunächst nicht wieder

in die Familie auf. So lebte er in einer

christlichen Wohngemeinschaft. Schritt

für Schritt fand er den Weg zurück in die

Gemeinde und Familie. Heute studiert er

am „Bangkok Bible Seminar (BBS)“. Nach

seinem Abschluss möchte er Gemeinden

im Landesinneren unterstützen. Die sind

meist sehr klein, und es fehlt an guter

geistlicher Leitung.

Es ist wichtig, dass junge Christen

wie Jib eine starke geistliche Grundlage

erhalten. Er dient Gott mit Hingabe,

leitet die Jugendarbeit der Gemeinde

und erreicht junge Leute, die wie er in

die Drogenszene abgerutscht sind. Gott

befreit Menschen von den Mächten der

Finsternis.

DMG-informiert | 5 | 2015

11


Asien

Naher Osten

Eine DMG-Mitarbeiterin vor Ort

Farah mitten im Sturm

Farah ruft an: „Ich kann nicht mehr,

ich gebe auf.“ Ihre Stimme zittert.

„Sobald ich kann, komm ich dich

besuchen“, verspreche ich ihr. Später

sitze ich bei Farah und höre ihr zu. „In

ein paar Tagen werde ich vor Gericht

gefragt, ob ich Christin bin. Wenn

ich das bekenne, werden mir meine

fünf Kinder weggenommen. Wahrscheinlich

werde ich festgenommen,

vielleicht sogar

hingerichtet. Was

hätten die Kinder

davon? Ich kann

mich doch nicht

von ihnen trennen,

das ist zuviel

verlangt.“ Farah ist völlig verzweifelt.

„Ich will nicht Jesus im Gerichtssaal

bekennen. Ich habe genug für Jesus

gelitten!“

Sie ist wütend und traurig. 20 Jahre

ist sie treu Jesus gefolgt. Was sie aufgrund

ihres Glaubens durchlitten hat,

kann man nur schwer in Worte fassen:

Ablehnung, Prügel, Vergewaltigung.

Ihr Mann hat sich vom christlichen

Glauben abgewandt und als Muslim

eine zweite Frau genommen. Jetzt will

er die Kinder. Und er hat eine starke

Waffe: Er muss nur vor Gericht sagen,

dass Farah eine abtrünnige Muslima

ist – eine Frau, der man nach Meinung

vieler hier nicht einmal die Erziehung

eines Hundes anvertrauen kann,

geschweige denn fünf Kinder! Kein

Wunder dass es Farah nicht gut geht.

Würde sie vor Gericht ihren Glauben

an Jesus verleugnen? Was sollte ich ihr

raten?

„Farah, du bist jetzt mitten im

Sturm, wie damals die Jünger im Boot

als Jesus schlief (Die Bibel, Matth.

8,23ff.). Aber er war da. Jesus lässt

seine Jünger im Sturm nicht im Stich.

Er wird auch dich nicht alleine lassen.“

Hier in der Arabischen Welt

benötigen wir neue DMG-

Mitarbeiter, die arabische

Christen ermutigen.

Als ich mich von Farah verabschiede,

geht es ihr weiterhin schlecht. War es

genug, dass ich sie umarmt habe und

sagte, dass ich für sie beten würde?

Würde sie in ein paar Tagen vor

Gericht Jesus verleugnen? Würde sie

mich überhaupt noch treffen wollen?

Christen wie Farah, die aus muslimischem

Hintergrund zum Glauben

gekommen sind, zu begleiten ist

spannend und ermutigend.

Sie hat schon

viel mit Jesus erlebt.

Zum Beispiel Träume,

durch die er zu

ihr redete. Oder

wie sie Nachbarn

und Bekannte zum Glauben geführt

hat. Aber es gab auch Zeiten, in denen

Gott geschwiegen hat; den Kampf um

ihren Lebensunterhalt, Rückschläge,

Krankheit und den Tod ihres Kleinsten

daheim bei einem Elektrounfall.

Farah ist eine mutige Frau, aber kein

Übermensch, und das ist gut so. Gott

hat mich ihr zur Seite gestellt, um mit

ihr zu gehen – wissend, dass ich kein

bisschen besser bin, sondern von ihr

zu lernen habe. Hier in der Arabischen

Welt benötigen wir „Mit-Läufer“ mit

langem Atem als neue DMG-Mitarbeiter.

Christen, die arabische Christen

ermutigen. Es reicht nicht, bei Schönwetter

kurz einzufliegen und wieder

weg zu sein, sobald dunkle Wolken

aufziehen. Man kann nicht gleich ernten.

Vorher muss geackert, gesät und

begossen werden. Ein Weizenkorn

muss sterben bevor es Frucht bringt.

Übrigens: Kurz nach unserer Begegnung

steht Farah vor dem Richter.

Zitternd, aber fest bekennt sie ihren

Glauben an Jesus – und es passiert ein

Wunder: Das islamische Scharia-Gericht

spricht ihr die Kinder zu! Einmal

mehr staune ich über Jesus.

Und Jesus stand auf und drohte

dem Wind und den Wellen,

und augenblicklich war alles

wieder ruhig. Matthäus 8,26b

12 DMG-informiert | 5 | 2015


Praktische Tipps für

Begegnungen mit

Flüchtlingen:

www.DMGint.de/

Fluechtlingen-helfen

I h r e S p e n d e

h

i l f t

Nothilfe Irak:

Stichwort P50401

Flüchtlingshilfe Syrien:

Stichwort P50402

Weitere Informationen:

www.DMGint.de/Irak

DMG-informiert | 5 | 2015

13


Afrika

Burkina Faso

Martina Bastian

Tansania

Andrea Hellemann

„Lehrer?

Das ist nichts für mich!“

Da war sich Samson ganz sicher. Er

wollte nicht unterrichten. Heute, zehn

Jahre später, lehrt er mit Freude Kurse in

der Gurma-Sprache und Französisch an

unserem theologischen Seminar. Wie es

zu diesem Sinneswandel kam?

14 DMG-informiert | 5 | 2015

Sollte ich eine Auszeit nehmen,

um Gurma zu lernen?

Das hätte meine Arbeit massiv

eingeschränkt. Da fiel mir

Samson ein …

Als ich meinen

Dienst hier in Fada

N’Gourma begann,

einer kleinen Bezirkshauptstadt

ganz im

Osten, bat mich der

Direktor, Samson

zum Bibliothekar

auszubilden. Ich war langjährige Bibliothekarin,

also kein Problem, und Samson ein

eifriger Schüler. Er singt, musiziert und

malt sehr gut und liebt es, kleine Sketche

aufzuführen. So habe ich ihn immer mehr

in meine Unterrichtsstunden

integriert.

Er ist viel begabter als ich, wenn es

darum geht, Bilder und Sketche vorzubereiten.

Anfangs hat Samson mir assistiert,

doch mit der Zeit vertraute ich ihm

ganze Unterrichtseinheiten an.

Eines Tages fragten mich Studenten

vom Volk der Gurma,

ob ich den Bibelunterricht

auch in ihrer

Muttersprache halten

könne. Sollte ich eine

Auszeit nehmen, um

Gurma zu lernen? Das

hätte meine Arbeit

massiv eingeschränkt. Da fiel mir Samson

ein, und ich fragte ihn, ob er einen meiner

Kurse ins Gurma übersetzen und selbstständig

unterrichten wolle. Ohne Zögern

sagte er zu. Meine Begeisterung für den

Lehrdienst hatte ihn angesteckt.

Vor seiner ersten Lektion musste ich

ihm noch manches aufschreiben und erklären.

Jetzt bitten ihn die Studenten um

weitere Kurse. Und als ich länger in den

Heimataufenthalt nach Deutschland

musste, konnte er mich sogar bei

meinen französischen Kursen

ersetzen. Heute wagt er sich

an schwierige Themen wie

Hesekiel heran. Wenn

er mir freudestrahlend

erzählt, was seine Studenten

gelernt haben,

erinnere ich mich staunend

daran, dass er

ja eigentlich gar kein

Lehrer werden wollte.

Dann muss ich lächeln

und freue mich über

Gottes Handeln.

Ursprünglich hat

Martina Bastian

ihren Kollegen

Samson zum

Bibliothekar

aus gebildet

Mutter dringend

gesucht …

Mein Telefon klingelt, die Polizei ist

dran. Sie haben in der Nacht zwei Kleinkinder

in den Straßen unserer Stadt Dodoma

aufgegriffen und wollen, dass ich sie

abhole. Das ist nicht ungewöhnlich, denn

wir als Team helfen Straßenkindern. Die

Polizisten rufen mehrfach an, sie klingen

immer verzweifelter, doch ich bekomme

niemandem vom Sozialamt ans Telefon.

Nach längerem Hin und Her fahre ich

schließlich einfach so auf die Wache, um

mir die obdachlosen Kinder anzuschauen,

ob wir sie kennen.

In der Zelle erwarten mich zwei

Brüder, nur zwei und vier Jahre alt, die

von der Polizei nachts um halb eins

alleine aufgefunden worden sind. Sie sind

verschüchtert. Ich nehme sie mit in eine

unserer Pflegefamilien, da sind sie erstmal

besser untergebracht. Tags darauf will ich

nach ihren Eltern zu suchen.

Nach der Nacht bei uns bekommt der

große Junge Zutrauen. Er erzählt, dass sie

von Chang’ombe sind und seine Mutter

suchen … eine verworrene Geschichte.

Später am Tag hole ich eine Frau vom

Sozialamt ab, der ich inzwischen Bescheid

gegeben habe. Gemeinsam fahren wir mit

den Jungen langsam durch den Stadtteil,

von dem der Große gesprochen hat. Ob

ihnen etwas bekannt vorkommt? Dabei

versichern wir ihnen immer wieder, dass

wir helfen wollen, ihre Mutter zu finden,

und sie keine Angst haben müssen.

„Hier ist mein Kindergarten“, ruft

der Große plötzlich. Nach kurzer Zeit

lächelt er: „Da wohnt meine Oma.“ Wir

steigen aus. Sofort kommen Nachbarn,

die den Jungen erkennen. Der Kleine

schläft derweil friedlich auf dem Rücksitz.

Überglücklich kommen ihre Mutter und

Oma um die Ecke, die von Freunden über

unsere Suche informiert worden sind.

Strahlend nehmen Sie ihre Kinder in den

Arm. Die hatten sich lediglich verlaufen.

Danke, Jesus, dass wir immer wieder

solche kleinen Wunder erleben dürfen.


Amerika

Brasilien

Marianne Diemer

Wie Zachäus

auf dem Baum

Mit Teams brasilianischer Christen

besuche ich seit Jahren immer wieder

die Menschen an einem Nebenfluss

des Camarapi. Am Ufer entlang gibt

es kleine Siedlungen und einzelne

Gehöfte, aber kaum

christliche Gemeinden.

Die Menschen in dieser

abgelegenen Region

sind arm, viele können

sich keine medizinische

Versorgung leisten.

Unsere Teams fahren

mit dem Schiff den Fluss entlang,

behandeln Kranke und halten Gottesdienste

ab.

Vor einigen Jahren legte unser Schiff

das erste Mal bei ihnen an. Nach der

kostenlosen medizinischen Behandlung

feierten wir Gottesdienst und wiesen

die Menschen auf Jesus hin. In der

hintersten Reihe beim Ausgang saß

Maria Pureza, eine ältere Dame, und

lauschte aufmerksam unserer Versammlung.

Als angesehene Hebamme

und Wunderheilerin stand sie unserer

Botschaft von Jesus Christus skeptisch

gegenüber.

Plötzlich stand Maria

Pureza auf und sagte:

„Ich will, dass du auch

in mein Haus kommst,

Herr Jesus.“

Viele Jahre vergingen. Ich hatte diese

Arbeit verlassen und war in die Hauptstadt

gezogen, um in einem anderen Projekt

mitzuarbeiten. Unter brasilianischer

Leitung ging die Arbeit am Camarapi-

Fluss weiter.

Vor vier Jahren besuchte

ich wieder einmal

den Camarapi-Fluss. Wir

feierten Gottesdienst

unter freiem Himmel, der

Vollmond erhellte den nur

wenig beleuchteten Platz.

Ich erzählte die Bibelgeschichte von

Zachäus. Auch Maria Pureza war wieder

unter den Zuhörern. Beim Erzählen malte

ich mit Aquarellkreide die Szenen aus

der Bibelgeschichte auf ein großes Stück

Papier. Beim Bild von Zachäus auf dem

Baum sagte ich: „Das war Zachäus’ letzte

Chance, Jesus zu begegnen, denn von

hier ging Jesus weiter nach Jerusalem, wo

er später gekreuzigt worden ist. Und wer

weiß, ob es nicht auch für uns heute die

letzte Chance ist, Jesus zu begegnen.“

Plötzlich stand Maria Pureza auf, stellte

sich vor meine Zeichnung, schaute auf

die Figur, die Jesus darstellte, und sagte:

„Ich will, dass du auch in mein Haus

kommst, Herr Jesus.“ In dieser Nacht

hat Maria Pureza Jesus in ihr Leben

eingeladen. Am Ende meines Besuchs

musste ich Maria Pureza zurücklassen.

Doch ich wusste, dass unser Team sie

weiter begleiten würde.

Im Mai dieses Jahr kam ich wieder

einmal mit einem brasilianischen Team

an ihren Fluss und besuchte Maria

Pureza. Inzwischen ist sie alt und

schwach und verbringt den Großteil

des Tages bei ihrem Sohn in der

Hängematte. Als ich sie fragte, ob sie

Jesus in ihrem Leben hat, meinte sie:

„So wie Zachäus auf dem Baum Jesus

gebeten hat, in sein Haus zu kommen,

hab auch ich ihn in meines gebeten –

und da ist er immer noch.“ An diesem

Tag bat sie, getauft zu werden. Und

wir durften sie in der Hängematte

sitzend taufen und mit ihr das Abendmahl

feiern.

DMG-informiert | 5 | 2015

15


Amerika

Haiti

Susanne Fassl

Peru

Markus und Monika Völker

Als die Bibel in

den Brunnen fiel

Vertretungsstunde

mit Neuntklässlern

Familie Völker

Selnys habe ich bei meiner Arbeit als

Kinderkrankenschwester an der Klinik

„Timoun nou yo“ (Unsere Kinder)

kennengelernt. Er ist einer unserer

Sicherheitsleute, verheiratet und hat vier

Kinder. Selnys übernimmt viele Nachtschichten.

Parallel arbeitet er als Pastor

einer Gemeinde in meiner Nachbarschaft,

um die er sich mit Hingabe kümmert.

Selnys liebt die Bibel, und wir reden viel

miteinander über Gott.

Eines Tages erhielt unser Viertel plötzlich

kein Wasser mehr von der Stadt.

Anfangs wurden wir vertröstet, es hieß,

die Leitungen seien kaputt. Nach einiger

Zeit fand ich heraus, dass wegen der

Trockenheit viele Haitianer das Wasser

illegal in ihre Gärten leiten, um ihre Ernte

zu retten. Glücklicherweise konnten wir

eine Quelle auf unserem Gelände aktivieren.

Ein erfahrener Haitianer kletterte

in die Tiefe und befreite den Brunnen

vom Lehm. Nach und nach füllte er sich

mit Wasser. Ich bin so dankbar für den

Brunnen, denn die Hitze hält an.

Eines Abends kam Selnys wie gewohnt

zur Arbeit. Bei Schichtbeginn muss er

Wasser aus dem Brunnen ins Reservoir

aufs Dach pumpen. Er öffnete den

Deckel, da fiel seine geliebte Bibel aus der

Jackentasche in die Tiefe! Traurig klopfte

er an meine Tür und erzählte von seinem

Missgeschick.

Wir gingen zum Brunnen. Es war unmöglich,

das Buch heraufzufischen. Doch

mit dem Blick nach unten kam uns ein

wunderbarer Vergleich: Jesus ist die Quelle

des Lebens. In ihm und seinem Wort

finden wir alles, was wir brauchen. Das

machte uns beide wieder froh. Später

sagte ich: „Weißt du was, Selnys, ich fahre

morgen nach Cite Lumiere und kaufe dir

eine neue Bibel.“ Wie er strahlte …

Am nächsten Abend kam Selnys mit

dem Motorrad, um seine

neue Bibel zu holen.

Was für ein Glück

in seinen Augen. Er

kommt zu jeder

Nachtschicht mit

der Bibel unterm

Arm und liest

in jeder

Pause Gottes

Wort.

Seit mehr als zwei Jahren unterrichte

ich (Monika) hier in Arequipa an der

peruanisch-deutschen „Max Uhle“-Schule

Deutsch als Fremdsprache. Es ist schön,

peruanischen Kindern meine eigene

Sprache zu vermitteln, und die Zusammenarbeit

mit den Kollegen (peruanisch

und deutsch) macht Spaß. Mit einer deutschen

Kollegin treffe ich mich regelmäßig,

um für die Schule,

unsere Schüler und

persönliche Dinge

zu beten.

Jeder Lehrer hat

bestimmte Stunden

in der Woche, in

denen er die Vertretung

für einen ausfallenden Kollegen

übernehmen muss. Das kann in jedem

Fach und in jeder Klassenstufe sein. Am

Ende eines Schultages sehe ich, dass

ich am nächsten Tag Vertretung in der

neunten Klasse in Religion haben werde.

Die Neuntklässler sind ja generell eher

unmotiviert, was soll ich also tun? Zuhause

reden wir darüber, ob ich die Klasse

einfach ihre Hausaufgaben machen lassen

soll, was typisch für eine Vertretungsstunde

wäre, oder ob ich etwas anderes

planen kann. So reift die Idee, mit ihnen

etwas aus der Bibel durchzunehmen.

Gelangweilt schauen mich die Schüler

an, als ich hereinkomme. Ich teile sie in

Gruppen ein und gebe jeder Gruppe die

Aufgabe, in den von mir mitgebrachten

Bibeln eine Geschichte nachzuschlagen

und dann als Theater der Klasse

vorzuspielen. Vorgabe:

Unterrichtsvorbereitung

mit

einer Kollegin

Ich teile die gelangweilten Schüler

in Gruppen ein und gebe jeder

Gruppe die Aufgabe, eine Bibelgeschichte

nachzuschlagen und

als Theater vorzuspielen.

Am Ende müssen sie einen zusammenfassenden

Satz sagen und an die Tafel

schreiben! Nach etwas Zögern sitzen

sie in ihren Gruppen zusammen, lesen

sich die Geschichten vor und diskutieren,

besprechen und lachen ... Ich freue mich,

dass sie so mitmachen.

Es folgt die Vorführung: Die Gruppen

zeigen Talent. Sie spielen anschaulich

und ernten Applaus

von ihren Mitschülern.

An der Tafel steht

am Ende: „Wir sollen

dankbar sein für das,

was Gott uns gibt.“

– „Gott kommt uns

entgegen, wenn wir ihn

suchen.“ – „Teilen ist besser als viel für

sich behalten.“ – „Gott liebt jeden von

uns sehr und geht uns suchen, wenn wir

uns verirren.“

Ich erkläre den Kindern, dass sie wichtige

Entdeckungen gemacht haben und

jeder einzelne für Gott wirklich sehr, sehr

wichtig ist. Dass ER uns kennt und liebt.

Die sonst eher gelangweilten Neuntklässler

hören aufmerksam zu. Wir sind froh,

wenn sich solche Gelegenheiten ergeben,

in denen wir Kindern und Jugendlichen

von Gottes unendlicher Liebe erzählen

können. Und sei es auch nur in einer

Vertretungsstunde!

Selnys

16 DMG-informiert | 5 | 2015


Peru

Matthias Kullen

Der erste

Kindertag in

Cotahuasi

„Eine super Idee, aber wir haben keine

Ahnung wie sowas läuft“, antworten die

Hermanos (Glaubensbrüder), als ich sie

frage, ob wir einen Kinder- und Jugendtag

in ihrem Dorf Cotahuasi veranstalten

können. Kindgerechte Programme sind

Neuland für sie. Doch ich konnte ein erfahrenes

19-köpfiges Team aus der Stadt

Arequipa gewinnen, die das Programm

gestalten würden. Die Christen aus dem

Dorf Cotahuasi sollten für Aufbau, Küche

und Logistik zuständig sein. So hätten

sie Zeit, zu beobachten, um aus dem

Erlebten zu lernen. Neugierig stimmen

sie meinem Plan zu.

Der Kindertag rückt näher, ich spüre

ihre Vorfreude. Sie machen das Ereignis

über einen christlichen Radiosender

publik. Ich selbst besuche fünf Tage lang

Schulen im Tal und Hochland und lade

hunderte Kinder ein. In 3.500 Metern

Höhe kann einem da schonmal die Puste

ausgehen. Wieviele werden kommen?

Manchen ist vielleicht

die Anreise

zu weit? Außerdem

ist gerade Kiwichaernte

(Gartenfuchsschwanz,

wichtiger

Eiweißlieferant).

Das bedeutet für

viele Kinder Feldarbeit,

keine Zeit für

ein Fest. Trotz der

Bedenken schreiten

die Vorbereitungen zielstrebig voran.

Am Donnerstagnachmittag ist Kloputzen

auf dem Sportplatz angesagt, wo der

Kindertag stattfinden soll. Mit Mundschutz,

Handschuhen, Eimer, Lappen,

Schrubber und Essigsäure machen ein

Mitarbeiter und ich uns ans Werk. Dem

Zustand der Klos nach zu urteilen, liegt

die letzte Reinigung einige Zeit zurück.

Dann bauen wir Sonnensegel auf, damit

die Kinder nicht der sengenden Mittagssonne

ausgesetzt sind.

Freitagabend, alles ist bereit. „Für wieviel

Leute soll ich nun kochen“, fragt mich

„Für wieviel soll ich

kochen“, fragt unser

Küchenchef. „Es sind 50

Anmeldungen eingegangen,

rechne mal mit 150

Personen“, antworte ich.

„So viele? Bist du sicher?“

Victor, unser Küchenchef.

„Es sind 50 Anmeldungen

eingegangen, rechne mal mit

150 Personen“, antworte ich ihm. „So

viele? Bist du sicher?“

Samstagnacht um vier Uhr hole

ich das Team aus Arequipa vom

Busbahnhof ab und bringe sie in ihre

Unterkunft. Sie haben eine elfstündige

Reise hinter sich. Nach kurzem Schlaf

beginnen wir um 6.15 Uhr den Tag

gemeinsam mit Frühstück, Andacht

und Gebet. Auf zum Sportplatz, um

7.30 Uhr sollen die ersten Kinder eintrudeln.

Doch niemand ist da. Nichts

Besonderes in Peru, eine halbe Stunde

später kommen die ersten. Eigentlich

wollten wir um acht Uhr beginnen,

aber keine Hektik.

Eine weitere Stunde später bin ich

überwältigt: 110 Kinder und Jugendliche

zwischen fünf und 17 Jahren

verbringen den Tag mit uns. Die

Jüngeren lauschen gespannt

dem „wortlosen

Büchlein“, während die

Jugendlichen sich mit

der Bibelgeschichte von

Josef beschäftigen. Dazu

gibt es einen Stationenlauf,

Bastelarbeiten und

erlebnispädagogische

Spiele, bei denen die

Teilnehmer gemeinsam

ein Problem lösen.

Für Kinder im Hochland, die oft

hart arbeiten müssen und kaum

Freizeit kennen, ist unser Fest etwas

Besonderes. „Könnt ihr nicht jede

Woche einen Kindertag machen?“,

fragen mich Teilnehmer begeistert.

Wir wissen nicht, wie viele Kinder an

diesem Tag Jesus angenommen haben.

Doch Gottes Wort wirkt. Und einige

Hermanos aus Cotahuasi wollen jetzt

mehr über Kinder- und Jugendarbeit

lernen, um eines Tages selbst so einen

Tag zu gestalten.

Diese Kinder

in den Anden

erleben erstmals

ein ansprechendes,

christliches

Programm

DMG-informiert | 5 | 2015

17


F

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Mitarbeiter 2015/2016

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Die DMG 2015/2016

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an am

Gebet

Römer 12,12

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Termine

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Herzliche Einladung

Veranstaltungen:

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27.09.2015, Herbstmissionsfest

ab 10 Uhr: Buchenauerhof, Tel. 07265 959-0

(siehe Rückseite)

02.10.2015, Gebet für die Welt –

20 Uhr: mit unseren neuen Missionaren

Buchenauerhof, Tel. 07265 959-0

10.–11.10.2015: Missionswochenende

95119 Naila, Tel. 09282 5540

11.10.2015: Missionstag

91443 Scheinfeld, Tel. 09162 560

Sie für die

stätigung Ihre

ummer (falls

) oder Ihren

d Ihre Anschrift an.

Datum, Unterschrift

18.10.2015, Gebetssonntag – Asien

10 Uhr: Buchenauerhof, Tel. 07265 959-0

24.–25.10.2015: Missionswochenende

35415 Pohlheim-Holzheim,

Tel. 06004 913575

30.10.–01.11.2015: Missionswochenende

06110 Halle/Saale,

Tel. 03475 716888

06.11.2015, Gebet für die Welt – Deutschland

20 Uhr: Buchenauerhof, Tel. 07265 959-0

08.–13.11.2015: Missionswoche

24536 Neumünster,

Tel. 04321 265000

15.11.2015, Gebetssonntag – Afrika

10 Uhr: Buchenauerhof, Tel. 07265 959-0

Impressum

Herausgeber:

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Buchenauerhof 2, D-74889 Sinsheim

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Redaktion: Theo Volland (Redaktion@DMGint.de)

Layout: David Spieth

Erscheinung: Sechsmal jährlich

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Die Arbeit der DMG ist als steuerbegünstigt anerkannt. Spenden werden

im Rahmen der Satzung entsprechend der Zweckbestimmung für

missionarische oder mildtätige Zwecke eingesetzt. Stehen für ein Projekt

ausreichend Mittel zur Verfügung, wird die Spende für einen ähnlichen

satzungsgemäßen Zweck verwendet.

Reisetipps:

03.–13.10.2015

Gebetsreise in die Türkei

mit Detlef Garbers

Information und Anmeldung:

info@schechingertours

04.–09.10.2015

Missionsfreizeit

in Bad Herrenalb-Neusatz

mit Gerd Sigrist

Information und Anmeldung:

Tel. 07083 2385

29.10.–07.11.2015

Jordanienreise

Information und Anmeldung:

Gerd Sigrist, Tel. 07265 8610,

E-Mail: Gerd.Sigrist@gmx.net

Bitte geben Sie im Überweisungsträger das Stichwort, den Namen

eines Missionars, „DMG“ oder „Wo am nötigsten“ an. Herzlichen Dank!

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für Jesus einsetzen

Für die Leitung unseres Gästehauses in der

DMG-Basis Buchenauerhof (ca. 70 Betten) suchen

wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n

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Schwerpunkt Veranstaltungsplanung und Organisation

ab 1. Dezember 2015 eine/n

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Eventmanagement

28.12.2015 – 02.01.2016

www.Mission-Net.org

Europäischer Jugendmissionskongress

in Offenburg

Feiert an Silvester Jesus mit uns: Vom 28. Dezember

bis 2. Januar werden 3.000 Jugendliche und junge

Erwachsene aus 50 europäischen und anderen Ländern

zum vierten Mission-Net-Kongress in Offenburg

(Baden-Württemberg) erwartet. Thema ist „Connected“:

Verbunden sein mit Gott, der Welt und miteinander.

Mission-Net will junge Europäer zu einem missionarischen

Lebensstil motivieren. Ein Kongress, der jungen

Erwachsenen neue Perspektiven vermittelt und zeigt,

was Mission heute bedeutet.

Informationen:

www.DMGint.de/Stellenangebot

Parallel:

TeenTREFF

Herbstmissionsfest

Erntezeit!

Ab 10 uhr

27. September 2015

Sinsheim-Buchenauerhof

Herzliche Einladung

am 27. September 2015

Bestellen Sie kostenlos Einladungsflyer und

Plakate für Ihre Gemeinde und Freunde

Herbstmissionsfest

27. September 2015 • 74889 Sinsheim-Buchenauerhof

ab 13 Uhr

MiSSiOnAre LiVe

Judith Heise, Argentinien

Von Menschen verachtet, von

Gott geliebt – Gefängnisseelsorge

Walter und Christel

Gschwandtner, Kenia

Risiko und Sicherheit in der Mission

Stefan Henger, bish. Senegal

Partnerschaft konkret –

Afrikaner im Dienst unterstützen

Martin, Südostasien

Die Staffel weitergeben! –

Theologische Ausbildung

Prof. Dr. Peter Penner,

Österreich

Biblisch-missionarische Schulung

für junge Osteuropäer

Margot reich, Kenia

Als Weiße unter den Nandis

Stefanie rauscher, brasilien

Lateinamerikanische Kirchen im Aufbruch

ruth Gebhardt, Südsudan

Unterernährten Kindern

und Flüchtlingen helfen

Andreas und Gabriela Fuchs, brasilien

Ein Luther für jedes Volk! – Gottes Wort

in der Muttersprache verändert Leben

Lee und Sarah Phillips, benin

Die Kauri-Muschel: Ihre Bedeutung

und der Umgang mit Geld

Programm:

10.00 Uhr

GOTTeSDienST

Thema: Felder reif zur Ernte

Predigt: Detlef Garbers

(Öffentlichkeitsarbeit)

12.00 Uhr

MiSSiOnSAUSSTeLLUnG,

MiTTAGeSSen, GebeT

15.00 Uhr

FOrUM MiSSiOn

Thema: Mehr Arbeiter benötigt

Ansprache: Dr. Detlef Blöcher

(Missionsleiter)

Musik:

Voice in eMotion

Maria und Dietmar

Hess, Kraichtal

Infos:

www.DmGint.de/hmf

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