EINSATZ, Magazin für Sicherheit, Wirtschaft und Sport

quarxx

Milizaufrüstung, EU Armeepläne, Rekord bei Rosenbauer, Magni Roto-Teleskoplader, Militärschlagzeilen, Sanitäter gesucht, Lada Taiga, Volvo S80, Suzuki Vitara,

9 0 0 6 3 0 5 0 0 0 0 7 4

0 3

P.b.b. · Verlagspostamt 4600 Wels

Plus.Zeitung · 07Z037204

10. Jg. · E 4,20

BUNDESHEER

3/2015

MAGAZIN FÜR SICHERHEIT, WIRTSCHAFT UND SPORT

RETTUNGSHUNDEBRIGADE:

WARTEN AUF DEN

EINSATZ

Seite 18

GESETZLICHE DIENSTFREISTELLUNG

FÜR FEUERWERLEUTE GEFORDERT

Jetzt Deinen tierischen

Helden melden!

ZERSTRITTENE ÖBH-FÜHRUNG SOLL

FLÜCHTLINGEN HELFEN

Seite 26 Seite 6 Seite 201


2


MEINUNG

GRÖSSTE INVASION SEIT DEM

6. JUNI 1944

Europa erlebt zur Zeit die größte Invasion

von friedlichen, aggressiven, verfolgten und

scheinbaren Asylanten und Flüchtlingen.

Die Massenflucht von Menschen, speziell

aus dem Nahen Osten und aus Afrika, verdanken

wir dem Welt-Sheriff Nummer Eins

– den USA.

Am 6. Juni 1944 startete die Operation

Overlord – der längste Tag – in der Normandie.

Hunderttausende Soldaten der Alliierten,

geführt von Dwight D. Eisenhower

(Kreuzzug gegen Europa) gaben damit

dem Dritten Reich den Todesstoß. Dies zu

einem Zeitpunkt, als bereits die Streitkräfte

der Sowjet-Union mit Tausenden Gefallenen

die Fronten im Osten destabilisierten

und so das Deutsche Reich zum Sturm

vorbereiteten. Der Sieg der US-Army war

auch der letzte der internationalen Konflikte

bis heute, an denen sie siegreich beteiligt

waren. Denkt man an Korea, Vietnam,

Afghanistan, Irak und an den afrikanischen

Frühling, waren es immer die Vereinigten

Staaten von Amerika, die Kriege anzettelten,

nicht zu Ende führten und ein Chaos

hinterließen oder sich „planmäßig“ zurückzogen.

Ähnlich wie 1944 ist es nun jetzt. Das

Wunschkonzert „Demokratie in allen Ländern“

wird nicht gespielt, speziell nicht im

Nahen Osten und in Afrika.

Folge: Menschen aus den von den USA

destabilisierten Ländern flüchten nun nach

Europa um dem von den Vereinigten Staaten

von Amerika angerichteten Chaos, zu

entkommen.

Anzunehmen ist, dass „Friedensnobelpreisträger

Obama“ mit seinen Beratern dies

bewusst inszeniert, um Europa zu destabilisieren.

Diesen Prozess erleben wir jeden

Tag und Europas Politiker, speziell die

Führung aus Deutschland und Österreich,

küssen die „Amis“ lobhudelnd weiterhin alle

Körperteile!

Bezogen auf unser Bundesheer (früher

Streitkräfte der Republik) agiert diese

Armee wie ein Mädchenpensionat. Kluge

Entscheidungen des Bundeskanzlers Faymann

sind natürlich auch für parteieigene

Minister schwierig durchzuführen.

Faymann, der nuschelnde, schwächste

Kanzler der 2. Republik, schickt lieber seinen

Minister nach Mali oder auf eine Privatfahrt

nach Frankreich, statt sich um

den Schutz der Österreicher zu kümmern.

Leidtragende sind Österreichs Polizisten,

Heeresangehörige und all jene die durch

ausländische Gangsterbanden Einbrüche,

Raubüberfälle, Morde und Ähnliches geschädigt

wurden.

So ist es zum Beispiel der leitenden Polizeibeamtin

aus Wien wichtiger ihre Kollegen

öffentlich anzupatzen, die einen Verbrecher

etwas härter angefasst haben. Wo war die

Frau Polizei-Vizepräsidentin aus Wien als

ein Asylant einen Polizisten mit einer zerbrochenen

Glasflasche schwer verletzte?

Dass das Gutmenschentum sich auch in

oberste Polizeikreise zwischenzeitig eingeschlichen

hat,

bedauert Helmut Moser

Herausgeber und Chefredakteur

EINSATZ Magazin für Sicherheit,

Wirtschaft und Sport

3


IMPRESSUM

INHALT

Herausgeber: Helmut Moser

Medieneigentümer:

Exclusiv-Verlagsges.m.b.H. & Co. KG

4600 Wels, Schloss Lichtenegg 1

Tel. ++43 / (0) 72 42/67 8 23

Fax ++43 / (0) 72 42/29 7 07

www.mmga.at

Chefredakteur: Helmut Moser

Chefredakteur-Stv.: Kurt Guggenbichler

Redaktion:

Mag. Michael Waldburger, Markus Zwirchmair,

Christian Landa, Alina Robu,

Karl Steiner, Lex Wheeler, Leonid Wasseljewitsch

Fotos: Falls nicht anders angegeben

bmlvs/Bundesheer, mmga, bhi

Werner Peherstorfer

Sitz der Redaktion:

A-4600 Wels, Schloss Lichtenegg 1

Tel. ++43 / (0) 72 42/67 8 23

Fax ++43 / (0) 72 42/29 7 07

E-Mail: moser@mmga.at

Anzeigen:

Tel. ++43 / (0) 7242 / 67 8 23-36

E-Mail: einsatz@mmga.at

Druck:

Friedrich Ges.m.b.H. & Co. KG

4020 Linz, Zamenhofstr. 43-45

Vertrieb: Eigenvertrieb,

Pressegroßvertrieb - Salzburg

Vertrieb USA: Thomas Crossner

Grundlegende Richtung des Mediums:

Einsatz ist eine politisch unabhängige Zeitschrift für

Sicherheit, Wirtschaft, Sport

und Landesverteidigung.

Abonnement: E 26,50 (für 6 Ausgaben)

Einzelpreis: E 4,20 Alle Preise inkl. MwSt.

Nächste Ausgabe:

Oktober 2015

Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos

übernimmt der Verlag keine Gewähr. Nachdruck

in Wort und Bild – auch auszugsweise – nur mit

Genehmigung des Verlages. Entgeltliche Textmitteilungen

und bezahlte PR sind mit PR bzw. +

gekennzeichnet.

BUNDESHEER

Regierung treibt die Demilitarisierung

weiter voran Seite 6

Gerald Klugs Reise nach Mali Seite 10

MILITÄRSCHLAGZEILEN/

INTERNATIONAL Seite 16

GASTKOMMENTAR

HC Strache über den Sicherheitsnotstand

in der Bundeshauptstadt Seite 9

SICHERHEIT

Heer und Polizei rüsten weiter

gegen Cyber-Terrorismus auf Seite 14

GASTKOMMENTAR

über den Personalnotstand in OÖ Wachzimmern Seite 21

ROTES KREUZ

Die Österreichische

Rettungshundebrigade Seite 18

Wegen Geldmangel droht Engpass

bei den Zivildienern Seite 22

FEUERWEHR

Immer weniger Firmen wollen ihre

Mitarbeiter für Einsätze dienstfrei stellen Seite 26

EINSATZ-FAHRZEUGE Seite 30-33

SERIE

Feste Anlagen Teil 2 Seite 34

GESUNDE ERNÄHRUNG Seite 36

WAS MACHT...

… Norbert Darabos? Seite 38

4


an

Johanna Mikl-Leitner

KURT GUGGENBICHLER

SOZIALER KITT KÖNNTE BRÜCHIG WERDEN

Sehr verehrte Frau Innenministerin, ich weiß, Sie

haben jetzt mit der Quartierbeschaffung für die Flüchtlinge

alle Hände voll zu tun. Doch gerade dabei müsste Ihnen

eigentlich aufgefallen sein, dass unsere Gesellschaft ohne

die Freiwilligenarbeit nicht funktionieren würde. Daher sollten

Sie eigentlich alles dafür tun, dass dem Roten Kreuz

die Mittel für ihre Zivildiener nicht gekürzt werden, zumal

man bei den freiwillig tätigen Rot-Kreuz-Mitarbeitern schon

länger einen Rückgang der geleisteten Arbeitsstunden

registriert.Was, wenn diese Stunden eines Tages gegen Null

sinken?

Zudem sind auch noch Feuerwehren, Bergrettungen, Wasserrettungen

etc. auf ehrenamtliche Helfer angewiesen,

weil sie ohne deren unbezahlte Arbeit nicht funktionieren

würden. Das Ausmaß dieser geleisteten Tätigkeiten ist

enorm. Man spricht von jährlich mindestens 760 Millionen

ehrenamtlich geleisteter Arbeitsstunden und beinahe schon

jeder zweite Österreicher ist mit einigen Wochenstunden

dabei. Der Staat hätte vermutlich gar nicht das Geld, all

diese Aufgaben zu finanzieren, weil er das Geld nicht für

wichtige Dinge beieinander zu halten vermag, sondern

schlicht „verbumbeitelt“ wie Ihre niederösterreichischen

Landsleute zu sagen pflegen.

Umso nötiger ist es daher, den freiwilligen Helfern nicht nur

Respekt zu zollen, sondern diese und ihre Organisationen

finanziell und organisatorisch zu unterstützen, denn sie

sind der soziale Kitt der Gesellschaft. Wird er brüchig, zerfällt

auch dieses System. In Sonntagsreden, wozu auch die

samstäglichen Belangssendungen der Landeshauptleute

zählen, wird die Wichtigkeit dieses Kitts mit sonoren Stimmen

zwar immer wieder beschworen, doch wenn der Staat

Einsparungen bei anderen vornehmen muss, weil er bei sich

selbst dazu nicht fähig ist, dann werden Budgets oder finanzielle

Zuwendungen bei Bundesheer, Polizei, Rotes Kreuz

und auch Feuerwehren einfach gekürzt.

Mir ist schon klar, sehr verehrte Frau Innenministerin, dass

sie für das Heer nicht zuständig sind, auch wenn Sie es

möglicherweise gern wollten, und dass sie auch kein Geld

verteilen, weil das der Finanzminister macht aber auf die

Füße stellen sollten Sie sich schon, falls ihnen ihr Regierungskollege

nicht genug Euro für die Zivildiener beim Roten

Kreuz gibt.

5


BUNDESHEER SOLL FLÜCHTLINGEN HELFEN, IST ABER SCHON SICHERHEITSRISIKO FÜR EU

REGIERUNG TREIBT DIE DEMILITARISIERUNG

Presseaussendung von Linz aus hinaus

ins Land, zumal ein derartiges Ansinnen im

Wehrgesetz auch ganz klar geregelt ist. In

diesem Gesetz steht nämlich, welche Aufgaben

das Bundesheer zu erledigen hat.

Hauptaufgabe ist natürlich die militärische

Landesverteidigung sowie Hilfeleistungen

im Ausland, aber auch Unterstützungsmaßnahmen

in Österreich. Wird das Heer

um eine solche inländische Hilfeleistung

ersucht, weil Elementarereignisse oder Unglücke

größeren Ausmaßes zu bewältigen

sind, muss die Truppe ausrücken. Ebenso

hat sie in den Einsatz zu gehen, wenn sie

zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und

Ordnung im Land benötigt wird – theoretisch.

WAS DARF HEER NOCH TUN?

Statt Handshakes nur noch Schreiduelle? Als die Welt zwischen den beiden Alpha-Männern

Gerald Klug und Othmar Commenda noch schwer in Ordnung war.

VON KURT GUGGENBICHLER

Schneller als es so manche seiner Demontierer vermutet hätten

wird das Bundesheer wieder gebraucht, um der heillos überforderten,

weil auch schon längst kaputtgesparten Polizei bei der Bewältigung

des Flüchtlingsansturms zu helfen. Doch dies gestaltet

sich wieder einmal schwieriger als es eigentlich sein müsste –

wie so vieles in Österreich. Dabei ist nur rasche Hilfe, eine erfolgversprechende

Hilfe, wie man weiß und bei Steuererhöhungen

und Gagenaufbesserungen für Politiker geht das in diesem

Land auch stets ruckzuck. Ansonsten hat es die Regierung, die

das Wort schnell schon längst aus ihrem Wortschatz gestrichen

haben dürfte, meist nicht sehr eilig, wie unter anderem auch das

Asylchaos zeigt.

D

a sich dieses Asylanten-Unterbringungsproblem

bislang nicht

von selbst gelöst hat wie dies

die im Durchtauchen versierte

Bundesregierung wohl gehofft

hatte, drängte der burgenländische

Landeshauptmann Hans

Nissl – zwar schon etwas spät, aber immerhin

doch – Ende Juli (und einige Tage

später dann auch via Tageszeitung „Österreich“)

auf einen Assistenzeinsatz des

Bundesheeres. Auch die lange Zeit allein

vor sich hinwurstelnde Innenministerin

Johanna Mickl-Leitner hatte Anfang August

ebenfalls laut überlegt, ob es nicht doch

besser wäre, sich von den Soldaten helfen

zu lassen. Grundsätzlich hat Verteidigungsminister

Klug auch seine Bereitschaft zur

Polizeiunterstützung signalisiert.

Dafür sei es sogar höchste Zeit, tönte unmittelbar

darauf der oberösterreichische

Landesrat Manfred Haimbuchner (36) per

Praktisch jedoch scheint das Beispringen

des Bundesheeres gar nicht so

einfach zu sein wie das der österreichische

Bürger möglicherweise glaubt, auch wenn

er die Soldaten schon oft beim Schneeschaufeln,

bei der Hochwasserbekämpfung

und beim Pistenpräparieren für wichtige

Skirennen erleben durfte und sie deshalb

auch bejubelt hat. Doch vor den schnellen

und unbürokratischen Assistenzeinsatz haben

die vielen Bürokraten und Bedenkenträger

in diesem Land, die schuld daran

sind, dass sich kaum noch etwas bewegt in

dieser Republik, die Mühsal von Beratungen

gesetzt.

Denn natürlich müsse man zuerst genau

prüfen, worum es eigentlich konkret geht.

Da könnte ja ein jeder kommen…. Geht es

also bei dem Assistenzleistungsersuchen

um einen Katastropheneinsatz oder um

einen Einsatz zur Aufrechterhaltung der inneren

Ordnung? Bei letzteren sind die Kompetenzen

nämlich eingeschränkt, vor allem

wenn dabei mehr als 100 Soldaten ins Spiel

kommen sollen. Da genügt es nicht mehr,

wenn ein Land oder eine Gemeinde nach

dem Heer schreit. Denn Einsätze bei Ordnungsfragen

im Inneren können nur vom

Innenministerium erbeten oder allein von

der Bundesregierung angeordnet werden,

und auch nur in absoluten Notfällen und bei

unmittelbar drohendem Schaden.

6


BUNDESHEER

DER ARMEE WEITER MUNTER VORAN

Einsam unterwegs: Ist dies bald schon der letzte Bundesheerhubschrauber? Bei den Luftstreitkräften sind 600 Jobs in Gefahr.

Als was wäre nun die Hilfe des Heeres bei

der Bewältigung des Flüchtlingsansturms

einzustufen? Wäre dies ein Einsatz zur Aufrechterhaltung

der inneren Ordnung oder

diente das Heer lediglich als eine Art Speditionsunternehmen,

das Flüchtlinge und

Verpflegung transportiert? An so etwas zumindest

hatte die Innenministerin gedacht.

Was also soll das Heer konkret tun und für

wie lang? Fragen über Fragen!

Hilfe bei der Heeresführung vorhanden ist,

so ist es doch fraglich, ob sich das Heer

und die Republik so einen Assistenzeinsatz

überhaupt noch zu leisten vermögen?

Bezahlt werden müsste er nämlich aus dem

Budget des Verteidigungsministeriums, das

der Finanzminister bekanntlich radikal zusammengestrichen

hat. Schon bei früheren

Übungen wurden Soldaten mit angemieteten

Bussen ins Manövergebiet transportiert,

weil es der Armee an Fahrzeugen und

auch am Sprit mangelt. Woher dann den >

SICHERHEITSRISIKO FÜR EU

Die wenigsten Bürger können so

etwas verstehen. „Wir brauchen Taten und

keine Beratungen“, forderte daher Haimbuchner

mit Nachdruck, zumal sich die Militärs

und politisch Verantwortlichen in der

Vergangenheit immer stets damit gebrüstet

haben, dass unser Heer immer helfe, wo

andere nicht mehr könnten: Aber inwieweit

hat dieses flotte Versprechen heute noch

Gültigkeit? Denn auch wenn der Wille zur

7


8

Assistenzeinsätze

sind im

Wehrgesetz

geregelt und

bedürfen

der genauen

Prüfung.

Sprit für die Flüchtlingshilfe nehmen? Das

Heer wird beim Transport, der Unterbringung

und Verpflegung der Flüchtlinge aber

trotzdem helfen, zumal das Innenministerium

die Kosten für diese Hilfe übernehmen

und dem Heer refundieren muss, weil es

sich bei der ÖBH-Hilfe um keinen offiziellen

Assistenzeinsatz handelt.

Allerdings ist auch das Innenministerium

bekanntlich ziemlich klamm und seit einiger

Zeit genauso zum Sparen verdammt

wie die Kollegen aus dem Verteidigungsressort.

Beiden Sicherheitseinrichtungen

trauen Fachleute daher nur noch wenig zu,

insbesondere halten sie die Schlagkraft des

Bundesheeres für äußerst fraglich. Von allen

Seiten muss sich die Regierung mittlerweile

auch schon den Vorwurf gefallen lassen,

dass Österreich immer mehr zu einem

Sicherheitsrisiko für die EU wird.

Vor einer solchen Situation, die eindeutig

eine Folge des Kaputtsparens ist, was die

Regierung jedoch als Heeresreform bezeichnet,

haben nicht wenige verantwortungsvolle

Militärs schon beizeiten gewarnt.

Einer der ersten war der frühere Generalstabschef

Edmund Entacher, der mit dem damaligen

Verteidigungsminister Norbert Darabos

deswegen permanent im Clinch lag

und der den Militär auch bald darauf in die

Pension drängte. Auch der danach hochgelobte

Entacher-Nachfolger Othmar Commenda

hat es sich wegen seiner Kritik an

den Spar-Befehlen für das Heer mit seinem

Verteidigungsminister schon verscherzt.

Kolportiert werden sogar Schreiduelle zwischen

den beiden Alpha-Männern in der

Rossauer-Kaserne. Da dürfte es in den Fluren

ganz schön laut gewesen sein.

In der vorletzten Juli-Woche entmachtete

Gerald Klug schließlich seinen fähigen,

jedoch unbequemen Generalstabschef,

indem er ihm kurzerhand die Verfügungsgewalt

über Budget, Personal und Kontrolle

entzog. Commenda ist nun nur noch für rein

militärische Belange zuständig. Die operativen

Agenden werden jetzt – erstmals in der

Geschichte der österreichischen Armee –

von einem zivilen Triumvirat geführt: eben

von Klug, Kabinettschef Stefan Kammerhofer

und Sektionschef Christian Kemperle.

Conrad von Hötzendorf und Alfred Jansa,

beide ehemalige österreichische Generalstabchefs,

dürften sich im Grab umdrehen.

Klug scheint nun zu hoffen, dass Commenda

bald entnervt das Handtuch wirft und geht.

ABBAU GEHT WEITER

Vorerst jedoch geht die von der

Politik schon längere Zeit betriebe Demontage

des Heeres munter weiter und

für Entacher ist dies daher nur ein weiterer

logischer Schritt zur Demilitarisierung der

Republik. Wie so ein derart zerstrittener

und uneiniger Führungshaufen dazu in der

Lage sein sollte, Assistenzeinsätze problemlos

zu bewerkstelligen, lässt mittlerweile

auch Experten zweifeln. Auch in der Truppe

hat die Stimmung bereits den Tiefpunkt

erreicht. So zittert man beispielsweise bei

den Luftstreitkräften derzeit aktuell um 600

Jobs. Dort will man die Mannschaft der

beiden Brigaden in den kommenden Jahren

um 16,8 Prozent reduzieren, von 3500

auf 2900 Soldaten herunterschrauben. Im

Verteidigungsministerium werde dieses

Vorhaben großspurig „Reform ÖBH 2018“

genannt, doch bei der Truppe werden die

Pläne als drohender Kahlschlag empfunden,

wettert Kullmann in den OÖN.

Österreich rüstet ab, sorgt sich Entacher in

der Tageszeitung „Kurier“ über den „pazifistischen

Sonderweg“ der Republik, den

die Nachbarn als höchst zweifelhaft und

bedrohlich betrachten. Denn diese hätten

den jahrelangen Abrüstungstrend in ihren

Ländern nicht nur bereits gestoppt, sondern

auch die Verteidigungsbudgets erhöht und

die Armeen restrukturiert, sinnierte Entacher

gegenüber dem Militärspezialisten W.

Theuretsbacher: Österreich jedoch habe

sich von einem Großteil seiner Panzer getrennt,

die Fahrzeugflotte verschrottet und

mustere darüber hinaus Panzerabwehrlenkwaffen

und Granatwerfer aus. Auch

Artillerie und Fliegerabwehr seien bereits

am Ende. Mit der Demontage des Bundesheeres

auf ein Drittel seiner früheren

Feuerkraft, sei es nicht mehr in der Lage,

die österreichische Sicherheitsstrategie zu

erfüllen, behauptet der ehemalige Generalstabschef.

– Na dann: Gute Nacht, Österreich!

n


GASTKOMMENTAR BUNDESHEER

BUNDESPARTEIOBMANN DER FPÖ HC STRACHE

IN DER BUNDESHAUPTSTADT HERRSCHT

EIN AKUTER SICHERHEITSNOTSTAND

In Wien herrscht ein immer größer werdender Sicherheitsnotstand.

Bereits seit Jahren verspricht Bürgermeister

Häupl sich beim Innenministerium für mehr Polizeiplanstellen

einzusetzen, seit ebenso vielen Jahren passiert nichts. Ganz

im Gegenteil! Häupl ist im Zuge der Polizeidienststellen-Sperrungen

vor Innenministerin Mikl-Leitner in die Knie gegangen.

18 Posten sollen in der Bundeshauptstadt in Summe geschlossen

werden – der Großteil wurde tatsächlich schon aufgelöst –

und das während in Wien jeden Tag mehr als 580 Verbrechen

verübt werden, jeder achte Bürger innerhalb eines Jahres im

Schnitt zum Opfer wird. Die Aufklärungsquote wird hingegen

immer geringer, mit lediglich 35,2 Prozent liegt sie deutlich unter

dem österreichweiten Schnitt von 43,1 Prozent.

Wien braucht eine moderne und gut aufgestellte Polizei, wie

sie einer Großstadt würdig ist. Das bedeutet: 1.500 zusätzliche

Planstellen, die Einführung einer berittenen Polizei für die

großflächigen Grüngebiete wie Prater und Donauinsel, die sich

immer mehr zu Kriminalitäts-Hot-Spots entwickeln. Eine eigene

Öffi-Polizei zum effektiven Schutz der Fahrgäste und Fahrzeuglenker

sowie eine 1.000 Mann starke Sicherheitswacht,

die die Polizei unterstützt. Über all dem muss ein eigener

Sicherheitsstadtrat stehen.

Gerade jetzt, in Zeiten der nicht abreißen wollenden Flüchtlingsströme

muss die Sicherheit der Wiener Bevölkerung

gewährleistet werden. Die Polizei ist mittlerweile fast ausschließlich

damit beauftragt, Schlepper abzufangen, Flüchtlinge

einzusammeln und im Zuge dessen in einem Wust an

erkennungsdienstlichen Formularen sowie Einsatzprotokollen

unterzugehen. Für die „klassische“ Polizeiarbeit bleibt kaum

mehr Zeit.

Folglich kommt es aus Mangel an Beamten zu einem exorbitanten

Anstieg an Überstunden, durch die Einsparungen sind

die meisten Dienststellen veraltert und sanierungsbedürftig

und die Beamten, die längst an ihre Grenzen gestoßen sind,

Foto: FPÖ

sind entsprechend ausgepowert und frustriert. Sie suchen

verstärkt um Versetzung in die Bundesländer an, um dem

Wahnsinn in Wien zu entgehen. Wenn hier nicht bald etwas

geschieht, eine ehrliche Sicherheitsoffensive umgesetzt wird,

hinter der ein vernünftiges Sicherheitskonzept steht, wird die

Bundeshauptstadt schnell zum Eldorado für Kriminelle werden,

in dem Polizisten zu einer, vom Aussterben bedrohten Art

geworden sind. Das darf nicht passieren!

9


ÖSTERREICHS VERTEIDIGUNG BEGINNT SCHON

GERALD KLUGS REISE NACH MALI WAR VON

Die malischen Kinder haben keine Angst vor österreichischen Soldaten.

Auch Oberst Schöpf verläßt das Camp vorschriftsmäßig

nur in Schutzausrüstung.

VON KURT GUGGENBICHLER

Trotz heftigen Beschusses durch die heimischen Medien war

Verteidigungsminister Gerald Klug zu seinen in Mali stationierten

Soldaten gereist, wo er die Wichtigkeit ihres Engagements in Afrika

und seines Ausflugs dorthin verteidigte, was die Bundesheer-

Homepage jedoch geflissentlich verschweigt. Warum eigentlich?

Denn Flüchtlingsströme müssten schon dort abgefangen werden,

wo sie entstehen, argumentierte Klug zu Recht vor mitgeschleppter,

versammelter Presse, die sich auch ein Bild über die Zustände in

der malischen Armee verschaffte.

E

s mangele an Führungsstruktur

und Disziplin, kritisiert Bundesheer-Oberstleutnant

Ingrid Cap.

Denn auszubildende Soldaten

würden in der Früh zwar zur

Fortbildung antreten, dann aber

auf Nimmerwiedersehen verschwinden.

Wer vielleicht glaubt, dass hier

von österreichischen Rekruten auf einem

österreichischen Kasernenhof die Rede

sein könnte, irrt.

Im Bundesheer mag zurzeit vieles schieflaufen,

doch eine derart disziplinlose Verhaltensweise

gibt es beim heimischen Komiss

(noch) nicht. Vielmehr sind die von

Cap geschilderten Zustände Alltag in der

Armee Malis, die im Norden des Landes in

Kämpfe verstrickt und dabei alles andere

als erfolgreich ist.

ROBUSTER EINSATZ IN MALI?

Für stärkeres

Engagement

in Westafrika:

Verteidigungsminister

Gerald Klug.

Damit sich das ändert, werden

Angehörige dieser Armee auch von österreichischen

Heeresangehörigen trainiert,

die der EU-Militärmission EUTM angehören.

Dabei handelt es sich um ein multinationales

Soldaten-Kontingent aus 23

10


BUNDESHEER

IN DEN WESTAFRIKANISCHEN LÄNDERN

HEFTIGEM MEDIENBESCHUSS BEGLEITET

EU-Staaten. Dieses soll die nicht gerade

gut ausgebildete malischen Armee auf Vordermann

bringen sollen. Der Erfolg dieser

Bestrebungen hält sich freilich in Grenzen,

auch aus Sicht malischer Politiker, die sich

wünschen, dass ihre Soldaten von den Österreichern

auch in einen so genannten robusten

Einsatz begleitet würden.

Davon hat auch Oberstleutnant Cap schon

gehört und ein robuster Einsatz seiner Soldaten

ist auch für Verteidigungsminister

Gerald Klug durchaus vorstellbar wie er bereits

anlässlich der Aufstockung des Mali-

Kontingents im Februar erklärte. Auch bei

seinem vielkritisierten Besuch in Mali, den

er unlängst unter heftigem Medienbeschuss

absolvierte, warb er für ein größeres Engagement

Österreichs in Westafrika. Denn

wer unser Land schützen und verteidigen

wolle, der müsse dort für Stabilität sorgen,

wo es Krisen gebe, argumentierte Klug

unter Hinweis auf die großen Ströme von Seitenstraße in Bamako, der Hauptstadt von Mali.

>

11


Österreichischer

Besuch vorm

Verteidigungsministerium

der

Zentralafrikanischen

Republik.

Migranten, die durch Mali geschmuggelt

und von skrupellosen Menschenhändlern

weiter nach Europa verbracht werden.

ÄRZTE HABEN GUT ZU TUN

Aus diesem Grund hält Klug das

Bundesheerengagement in Mali aber auch

in der Zentralafrikanischen Republik für unbedingt

erforderlich. Die bereits im Einsatz

befindlichen Österreicher, darunter auch

der 33jährige Militärarzt Dr. Friedrich aus

Klagenfurt, ein Jagdkommando-Absolvent,

kümmern sich in Mali um die Behandlung

diverser Verletzungen der oft ungeschickt

agierenden malischen Soldaten. Häufig

gefährden sie sich und andere durch ihr

unprofessionelles Verhalten, erfuhr der

Standard-Journalist Conrad Seidl in Bamako,

der Hauptstadt des Landes. So habe

sich ein malischer Soldat, der durch das

Fasten im Ramadan so geschwächt gewesen

sei, in den Fuß geschossen, weil er

seine Waffe nicht mehr halten konnte.

Österreichische Militärärzte haben

ihm den Fuß zum Glück erhalten können.

Die Erfahrungen, die unsere Sanitätssoldaten

dabei machen, aber nicht nur sie, sind

nach Klugs Ansicht Fähigkeiten, die man

auch für die klassische Landesverteidigung

gut gebrauchen könne. Auch Oberstleutnant

Ingrid Cap und Oberst Günter Schöpf,

dürften das so sehen. Schöpf ist ein weiterer

Soldat, der seinen Dienst in Westafrika

verrichtet, nämlich der zentralafrikanischen

Republik, wo er als einer jener Militärberater

der so genannten EUMAM RCA-Mission

fungiert, welche das Land beim Aufbau eigener

Streitkräfte unterstützt.

Als „Operations Officer“ ist er aber auch

für alle Maßnahmen verantwortlich, die den

Schutz der Missionsangehörigen betreffen.

Das bedeutet, dass er bestimmt, wer sich

wann, wo und unter welchen Bedingungen

in der Hauptstadt Bangui aufhalten darf.

Zu diesem Zweck spricht er sich regelmäßig

mit den UNO-Truppen vor Ort und mit

den französischen Soldaten der „Operation

Sangaris“ ab. „Meine Hauptaufgabe aber

ist, die zentralafrikanischen Streitkräfte,

was Einsätze und deren Vorbereitung be-

MILITÄRBERATER HELFEN

Als „Operations Officer“ist Oberst Schöpf auch für die Sicherheit der EU-Soldaten

verantwortlich.

12


BUNDESHEER

trifft, zu beraten“, betont Schöpf und hierbei

arbeite er eng mit dem stellvertretenden

Chef des Generalstabs zusammen. Derzeit

gehe es darum einen Plan zu entwickeln,

um die Einsatzbereitschaft der nationalen

Streitkräfte wiederherzustellen und die

Truppe gut auf ihre Aufgaben in den nach

wie vor bestehenden Krisengebieten außerhalb

der Hauptstadt Bangui vorzubereiten.

KONTAKTE GEKNÜPFT

Dies dürfte ihm sehr wahrscheinlich

gut gelingen, denn schon in Afghanistan

war Schöpf als „Chief of Operations“

tätig gewesen, zudem hatte er auch vier

Jahre dem internationalen Militärstab der

NATO in Brüssel angehört. In Österreich

arbeitet er in der Einsatzplanung. „Da

ich hier in Mali in einer Führungsfunktion

tätig bin, stehe ich natürlich oft im Mittelpunkt“,

berichtet Schöpf. Weil die Mission

und das Einsatzgebiet Französisch dominiert

sind, ist auch die Arbeitssprache Französisch,

was manchmal schon eine ganz

Günter Schöpf berät sich mit einem Soldaten der Zentralafrikanischen Republik.

schöne Herausforderung sei, wie er betont.

Trotz gewisser Anlaufschwierigkeiten, die

er einräumt, ist es ihm aber gelungen, einen

guten Draht zu seinen zentralafrikanischen

Ansprechpartnern aufzubauen, in deren

Land das Leben nicht unbedingt einfach

ist. Kultur und Klima sind hier eben anders

als zu Hause. Dazu kämen noch die vielen

Sicherheitsauflagen wegen der heiklen

Lage. Das bedeutet: „Ausrücken nur mit

Gewehr, Pistole und kugelsicherer Weste“,

erläutert Schöpf. „Da fühlen sich 40 Grad

gleich noch viel heißer an.“

n

13


ÖSTERREICHS CYBER-FLANKE IST IMMER

POLIZEI UND HEER RÜSTEN DAHER NOCH MEHR

VON KURT GUGGENBICHLER

Dass auch in Österreich, das in vielerlei Hinsicht noch immer die

Insel-der-Seligen-Attitüde pflegt, jederzeit mit einer massiven

Cyber-Attacke gerechnet werden muss, war bereits Thema im ersten

Einsatz-Magazin dieses Jahres. Kleinere Angriffe auf die Rechner

von Firmen, Institutionen und Behörden gehören schon längst

zum Alltag und sowohl Polizei als auch Bundesheer sind bereits

fest in den Kampf mit Internet-Kriminellen und Internet-Terroristen

verstrickt, indem sie zur zeit noch schlechte Karten haben.

land ein besonderer Arbeitsschwerpunkt

zugeteilt. Die österreichischen Ermittlungen

konzentrierten sich unter anderem auf

die Ukraine, wo ein Großteil der Mitglieder

der Tätergruppierung ansässig ist und auch

von dort aus agierte.

Am 18. und 19. Juni 2015 schlug dann die

ukrainische Cybercrime Unit zu, zusammen

mit Beamten des österreichischen Bundeskriminalamtes

und Europol in Kiew, Odessa,

Kharkiv und Dnipropetrowsk. Dabei

wurden fünf Personen festgenommen und

vernommen, zudem kam es zu acht Hausdurchsuchungen,

bei denen einiges Beweismaterial

konfisziert wurde. Die Durchsicht

dieses Materials wird mehrere Monate

dauern, außerdem sind noch Ermittlungen

zu weiteren Tätern im Gang.

Noch sind beide Behörden für

diesen Kampf nicht wirklich

adäquat gerüstet, obwohl schon

vieles zur Verbesserung geschehen

sei heißt es sowohl

aus dem Innen- als auch dem

Verteidigungsministerium. Letzteres

sucht jetzt sogar nach Cyber-Abwehrspezialisten

in der Nachwuchshacker-Szene

und das Innenministerium verzeichnet sogar

schon kleinere Achtungserfolge im

Kampf gegen die Cyber-Kriminellen.

Besonders stolz ist Innenministerin Johanna

Mikl-Leitner auf den jüngsten Coup, der

ihrer Polizei in Zusammenarbeit mit mehreren

europäischen Strafverfolgungsbehörden

nach zweijähriger Ermittlungsarbeit gelungen

ist: die Ausforschung der ukrainischen

Täter, die Internetbetrügereien mit gepishten

TAN-Codes im großen Stil betrieben.

Aufgrund von Anzeigen zahlreicher Personen,

die durch Schadsoftware geschädigt

wurden, hatte die die Staatsanwaltschaft

Wien im Jahr 2011 Ermittlungen gegen unbekannte

Täter eingeleitet. Mit sogenannter

Malware mit der Bezeichnung „Spyeye“,

„ICE IX“ und „Citadel“ griffen sich die

Täter die TAN-Codes von Bankkunden. Da-

14

Als das „Joint Investigation Team Mozart“

vorgestellt wurde. Fotos: BMI/A.Tuma

Dieses internationale Ermittlerteam unter

österreichischer Leitung sprengte das

Netzwerk von Cyberkriminellen.

mit stahlen sie elektronisch deren Geld und

transferierten es auf eigene Konten.

In Österreich war zunächst das Kriminalreferat

des Stadtpolizeikommandos Salzburg

mit den Ermittlungen befasst. Doch die

Salzburger sahen sehr schnell, dass die

diversen kriminellen Handlungen von einer

international agierenden Tätergruppe verübt

wurden. Daraufhin übernahm im März

2013 die Abteilung Zentrale Wirtschaftsermittlungen

im Bundeskriminalamt (BK) den

Fall und richtete eine Ermittlungsgruppe mit

dem Namen „Mozart“ ein.

ERMITTLERTEAM MOZART

Die weiteren Ermittlungen, die

nun international liefen, wurden unter mit

Unterstützung von Europol und Eurojust betrieben

und erstreckte sich über die Länder

Belgien, Finnland, Großbritannien, die Niederlande

und Norwegen. Unter der Leitung

der Staatsanwaltschaft Wien wurde ein

Vertrag zur Gründung eines „Joint Investigation

Teams“ (JIT Mozart) unterzeichnet.

Innerhalb des JIT wurde jedem Mitglieds-

WEIT GEÖFFNETES

SCHEUNENTOR

Von der international agierenden

kriminellen Organisation konnten in Österreich

neun Beschuldigte ausgeforscht werden.

Insgesamt richtet sich das Strafverfahren

in Österreich gegen 55 Beschuldigte;

bei vielen davon handelt es sich um so

genannte Money-Mules. Dies sind Personen,

die ihre Konten für Überweisungen zur

Verfügung gestellt haben, aber keine Mitglieder

der kriminellen Organisation sind.

Der Gesamtschaden in Österreich beläuft

sich derzeit auf rund 1,2 Millionen Euro.

Bei der Staatsanwaltschaft Wien gibt es

mittlerweile 58 Aktenbände mit ungefähr

30.000 Seiten zu diesem Fall. Ermittelt wird

wegen des Verdachts des betrügerischen

Datenverarbeitungsmissbrauchs, der kriminellen

Organisation und des schweren

Betrugs. Einzelnen Beschuldigten drohen

Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren.

Die ganze Aktion ist zwar ein schöner Erfolg,

aber nur ein Tropfen auf dem heißen

Stein im großen Feld der Cyber-Kriminalität,

deren Bekämpfung ein nicht gerade

leichtes Unterfangen ist. Denn die Hacker

säßen überall, sinniert Innenministerin

Mikl-Leitner, in Amerika, in Russland, in

Asien. Natürlich arbeite ihre Behörde auch

mit vielen Experten zusammen, um Know-


SICHERHEIT

NOCH EIN WEIT GEÖFFNETES SCHEUNENTOR

GEGEN CYBER–TERRORISMUS AUF

how zu bekommen, auch mit dem Virenexperten

Eugene Kaspersky. Aber die erste

Ansprechstelle für das Innenministerium sei

immer noch der „Global Complex for Innovation“

in Singapur, ein Kompetenzzentrum der

Interpol im Kampf gegen Cyberkriminalität.

In Österreich habe man mit dem Cybersecurity-Forum

des KSÖ (Kuratorium Sicheres

Österreich) ein zentrales Bindeglied

zwischen den Behörden und Unternehmen

geschaffen, indem ein wichtiger Beitrag für

die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit

im Bereich der Vorsorge geleistet

werde, erläutert Mikl-Leitner. Dennoch plädiert

sie für die Schaffung eines Cyber-Gesetzes,

damit Recht und Technologie miteinander

in Einklang gebracht werden können.

BUCH-TIPP

Damit kann man dann Cyber-Attacken,

sofern man der Täter habhaft wird, besser

ahnden. Verhindern aber kann man sie damit

freilich nicht, weshalb jetzt sowohl Staat

als auch Wirtschaft fieberhaft nach jungen

Hackern suchen, die Kriminellen und Terroristen

die Schneid abkaufen sollen wie es so

schön heißt. Um die Sicherheitslücken im

behördlichen und privaten System schließen

zu können, fehlen mehrere Tausend

Spezialisten, vermutet die Wirtschaftskammer.

So sollen von 500 Unternehmen bereits

80 Prozent schon einmal einem Internetangriff

ausgesetzt gewesen sein.

Darunter auch das Verteidigungsministerium,

wenn man es denn ausnahmsweise

als Unternehmen bezeichnen möchte. Die

Dunkelziffer der Geschädigten aber dürfte

noch weit höher liegen, glaubt die Innenministerin;

weil viele Firmen Attacken gar

nicht zur Anzeige brächten. Österreichs

Cyber-Flanke, das ist traurige Gewissheit

und würden wohl auch die Militärs bestätigen,

ist noch immer ein weit geöffnetes

Scheunentor.

n

CYBER ATTACK INFORMATION SYSTEM

ERFAHRUNGEN UND ERKENNTNISSE

AUS DER IKT-SICHERHEITSFORSCHUNG

Drängt auf die Schaffung eines Cyber-

Gesetzes: Innenministerin Johanna Mickl-

Leitner (im Bild mit dem KSÖ-Präsidenten

Erwin Hameseder.

In den letzten Jahren hat

sich das Internet schnell zu einem

massiven wirtschaftlichen Betätigungsfeld

entwickelt, leider auch

für illegale Unternehmungen. Das

Ausnutzen von Schwachstellen in

IKT-Systemen ist inzwischen ein

profitables Geschäftsmodell. Das

staatlich geförderte Forschungsprojekt

CAIS (finanziert im Sicherheitsforschungs-Förderprogramm

KIRAS vom Bundesministerium

für Verkehr, Innovation und

Technologie) beschäftigte sich

deshalb mit der Implementierung

eines Cyber Attack Information

Systems auf nationaler Ebene mit

dem Ziel, die Widerstandsfähigkeit

der heutigen vernetzten Systeme

zu stärken und ihre Verfügbarkeit

und Vertrauenswürdigkeit

zu erhöhen. Hauptziele dieses

Projektes waren die Identifizierung

der künftigen Cyber-Risiken

und -Bedrohungen, die Untersuchung

neuartiger Techniken

zur Anomalieerkennung, die Entwicklung

modularer Infrastrukturmodelle

und agentenbasierter

Simulationen zur Risiko- und Bedrohungsanalyse,

und schließlich

die Analyse und mögliche Umsetzung

eines nationalen Cyber

Attack Information Systems. (+)

Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.ait.ac.at/dss

15


MILITÄRSCHLAGZEILEN

VON OBERST KARL-HEINZ EISLER

Ich wurde von seiner Exz. Ayatollah Khamei (Islamic Republic of

Iran) IN THE NAME OF GOD THE BENEFICENT THE MERCIFULL

persönlich angeschrieben. Inhaltszusammenfassung: Die Islamische

Republic Iran lehnt das Blutvergießen im Namen von Religionen

strikt ab und strebt eine friedliche Koexistenz und Dialog

mit allen Religionen an und wünscht diesen auch weiter auszubauen.

SAYYED ALI KHAMENEI 2015

USA – EUROPA

Immer häufiger, vor allem in der

Berichterstattung, zeigt sich der rücksichtslose,

unverantwortliche Drang des Westens

zu einer Auseinandersetzung mit Russland.

Gefördert wird die Politik des Stellvertreterkriegs

von den USA, die sich bereits jetzt

intensiv um den lukrativeren pazifischen

Raum kümmern und Russland auf der außenpolitischen

Prioritätenliste nur mehr auf

Platz 6 führen.

Im US Verteidigungshaushalt sind größere

Sparmaßnahmen angesagt, daher werden

die EU und die NATO angehalten, Sanktionen

wegen des Ukrainekonflikts zu erlassen.

Russland ist jedoch militärisch gut gerüstet

um seine Souveränität zu behaupten.

Ua die Ballistischen R-500 Rakete mit einer

(Punkt genauen) Reichweite von 5500km

und dem SU-35A Kampfjet mit besseren Eigenschaften

als die F-35.. Die strategische

Lage Russlands kann nicht als euphorisch

bezeichnet werden: 6th US Flotte Neapel,

5th US Flotte Manama, Europ. Raketenabwehrschirm

– Mittelmeer, Polen, und

Rumänien aber auch das Air Policeing im

Baltikum wurde erweitert durch gepanzerte

Bodentruppen und die ständige NATO Präsenz

(Flottenbesuche) im Schwarzen Meer.

Deshalb auch die Annexion der Krim, denn

dort rostet die rus Schwarz Meer Flotte

samt Oberkommando leise vor sich hin.

COUNTERTERROR – SCHUTZ

DER WIRTSCHAFT & INFRASTRUKTUR

Im April fand in London eine

Fachkonferenz unter der Leitung des in GB

ansässigen Terroranalysten Andy Oppenheimer

statt. Grundsätzlich muss mit einer

Zunahme des globalen Terrorismus gerechnet

werden. Der weltweite Anstieg von Anschlägen

6825 in 2012 auf 9814 2013 wird

sich künftighin um weitere 7% erhöhen. Im

Irak, Afghanistan, Pakistan Nigeria und Syrien

wurden 2013 3721 Attentate mit 6362

Todesopfern gezählt. Hauptsächlich handelt

es sich um Sprengstoffanschläge. In

OECD Ländern wurden 2013 333 Vorfälle

mit 130 Toten registriert.

Als wichtigstes Ziel gilt es die öffentliche

Wirtschaft und die kritische Infrastruktur

zu schützen Vorbedingung ist immer eine

regelmäßig und realistische Bedrohungsanalyse

und wirksame, rechtzeitige Gegenmaßnahmen

zu entwickeln.

ARKTIS

Unbeachtet von der Öffentlichkeit

tobt ein diplomatischer Kampf um die

Gebietsansprüche in der Arktis zwischen,

Russland, USA, Kanada, Dänemark und

Norwegen. Russland hat bereits von U-

Booten Flaggen gesetzt um den beanspruchten

„Claim“ östlich vom Nordpol, abzustecken.

Westlich des Pols hat Kanada

Gebietsansprüche, nördlich und südlich die

USA und östlich Dänemark. Derzeit hat,

durch die „Convention on Law“ gedeckt

die UNO das Regulativ. Früher oder später

wird die Arktis sicher zwischen den Bewerberländern

aufgeteilt. Warum: In der

Arktis lagern nicht aufgeschlossen 30%

der Welt-Erdgasreserven und 13% Erdöl-

Reserven.Außerdem zieht sich bedingt

durch die Erd erwärmung das Ewige Eis

zurück und gibt neue, verkürzte Transportwege

frei z.B. von Rotterdam via Suez

Kanal nach Yokohama 20600 km, über

die Nordroute 8500 km – von Rotterdam

via Panama Kanal nach Vancouver

16400 km über die Arktis, 12 850 km.

Bereits jetzt stieg das Verkehrs aufkommen

über die Nord Route von 4 Mio Tons

2005 auf 12 Mio Tons 2010. Und bis 2020

werden 50 Mio Tons erwartet.

Russland wird bis bis Ende 2015 14 Arktis

Flugplätze in Betrieb nehmen und auch

Mig- 31 stationieren, auch der Barrent See

Hafen Murmansk wird militärisch verstärkt.

Kanada betreibt ein eigenes Arktis Marineprogramm.

Vorgesehene Investitionen für

Eisbrecher, Versorgungs- und Küstenwachschiffe

v 2018 - 2022 $ 3,5 Mrd.

KURZ INFORMIERT

Bericht 2015 über weltweite Trainingsflugzeuge:

dzt.existieren 7 142 Starrflügler,

davon 23,7% in Nord Amerika,

25,2% in der Pazifik Region, 5,4% Mittlerer

Osten, 11,2% Latein Amerika und 15,41,2%

in Europa. Noch nicht ausgelieferter Auftragsbestand

625 Trainer.

USA. MILSPRAY bringt ein leichtes unbemanntes,

leicht gepanzertes, elektrisch

betriebenes Allradfahrzeug (eXV-1tm) auf

den Markt.

Durch das LRS-B Long Range Strike Bomber

Programm modernisieren die USA ihr

Atom Raketen Programm signifikant. Die

B-2 Flotte 80-100 Stück werden um $ 700

Mio pro Einheit upgegraded und die U-Boote

der Ohio Klasse werden mit Trident II D-5

Raketen nachgerüstet.

16


INTERNATIONAL

RUSSLAND: Das Verteidigungsministerium

genehmigt in nächster Zeit den Ankauf

von 50 000 bis 70 000 neue StGs AK-

12 5,45mal39mm und AK-103-4 7,62mal

39mm Magazinkapazitäten 30; 60 und 95

Schuß. Das ergonomische 5te Generation

AK-12 wird etwa um 25% teurer als das

AK-103 sein.

Die Il-76 wird teilweise zu Bombern umgebaut.

Neben den P-50T Bomben können

auch 500 kg Bomben aus 500-1000m abgeworfen

werden. Gesamtladung 30 Bomben.

IRAN: entwickelte einen der F-5F nicht unähnlichen

Kampfjet namens Saeghe-2 der

2ten Generation.

CHINA errichtet auf den Spratly Islands

aus dem Meer des Fiery Cross Reef Flugzeug

Lande- und Startpisten mit einer Länge

von 500m und 53m Breite sowie 400m

mal 20m. Der Kommandant der US Pacific

Flotte Adm Harry Harris protestiert energisch

gegen diese unabgesprochenen Aktivitäten.

Um die Spratlys werden reiche Erdöl und

gas Lager vermutet.

SCHWEIZ: von einst 98 beschafften F-5

fliegen derzeit nur mehr 30Stk aber davon

sind nur 13 Einsatz tauglich, da die tragende

Struktur Risse aufweist.

DEUTSCHLAND: Die Panavia Tornado

wurde einem Modernisierungprogramm

unterzogen, damit diese ausgezeichneten

Flugzeug noch bis 2025 einsatzbereit

bleiben.

n

BUCHBESPRECHUNGEN

FAHRZEUG Profile 66

FROG & SCARAB – TAKTISCHE

RAKETENWERFER DER NVA

Der erste Raketentruppenteil

der Sowjetarmee

ging am

15. Juli 1946 aus einem

Garde-Geschosswerfer-

Regiment hervor.

Letztendlich war es

aber die fortscheitende

Entwicklung der nuklearen

Waffensysteme, die

kleiner und kompakter

gebaut werden konnten

und dadurch, die

Illusionen nährten, einen

örtlich begrenzten Atomkrieg führen zu können.

Mit dem vorliegenden Heft soll ein Abriss über die

Herkunft und Verwendung der von der NVA genutzten

Raketenwerfer (Rocket Launcher) bzw. Startfahrzeuge

(Selbstfahrende Startlafetten) taktischer Bestimmung

vermittelt werden.

www.unitec-medienvertrieb.de

RAKETENJÄGER ME 163

Von Mano Ziegler

Die Messerschmitt Me-163 war das erste voll flugtaugliche

Raketenflugzeug

der Welt und stellte

im Jahre 1941 eine

Luftfahrt-Sensation

dar. Das von Alexander

Lippisch konstruierte

Gerät erreichte und

überschritt als erstes

Flugzeug die 1000 km/h-

Grenze und kam somit

in unmittelbare Nähe

der sagenumwobenen

Schallmauer. Das

Raketenflugzeug war

seiner Zeit um Jahre

voraus, war jedoch technisch nicht ausgereift genug und

auch nicht in ausreichender Stückzahl verfügbar, um

entscheidend ins Kriegsgeschehen eingreifen zu können.

272 Seiten, 230 x 150 mm, 89 sw-Abbildungen

ISBN: 978-3-613-03746-5

www.motorbuch-verlag.de

17


ÖSTERREICHISCHE RETTUNGSHUNDEBRIGADE

Bilder: ÖRHB

ie ÖRHB hat derzeit etwa 700

ehrenamtliche Mitarbeiter, darunter

Rettungshundeführer und

Helfer, die in 44 Einsatzstaffeln

und einer Technik-Staffel präsent

sind. Unter den Mitgliedern Ddieser Organisation finden sich

VON KURT GUGGENBICHLER

Wenn es in Österreich irgendwo nach verschütteten, verletzten

oder verirrten Personen zu suchen gilt, ist meist auch die Österreichische

Rettungshundebrigade (ÖRHB) im Einsatz. Diese private

Rettungsorganisation, die 1966 von einigen Idealisten in

Wien gegründet wurde, hat sich sehr schnell im Land verbreitet.

Mittlerweile ist diese Organisation flächendeckend vertreten und

weltweit im Einsatz.

neben Ärzten, Tierärzten, Sanitätern und

Funkern auch Bergungsspezialisten.

In einigen Bundesländern ist der ÖRHB als

Einsatzorganisation anerkannt und daher

an 365 Tagen im Jahr abrufbar. Die bestens

ausgebildeten Hundeführer würden

sich mit ihren Vierbeinern kostenlos sowie

Tag und Nacht in den Dienst ihrer Mitmenschen

stellen, heißt es. Unentgeltlich sei

für Interessenten auch die Ausbildung zum

Rettungshundeführer. Diese erfordert jedoch

enormes Durchhaltevermögen, denn

um in ein einsatzfähiges Rettungsteam

eingegliedert werden zu können, sind zuvor

mehrere Ausbildungsstufen zu absolvieren.

HOHES NIVEAU

Diejenigen aber, die es schließlich

geschafft haben, müssen von da an damit

rechnen, jederzeit alarmiert zu werden, um

im In- oder Ausland in den Einsatz zu gehen

und bei Katstrophen zu helfen. Das können

Lawinenunglücke, Hauseinstürze durch

18


IST TAG UND NACHT ABRUFBEREIT

ROTES KREUZ

Erdbeben oder Tsunamis und ähnliche

Desaster mehr sein. Obwohl die Rettungskräfte

in aller Welt schon über modernste

Technik verfügen, sind unsere Suchhunde

mit ihren Spürnasen nach wie vor durch

nichts zu ersetzen, betont ein Sprecher der

ÖRHB. Mit ihren 220 Millionen Riechzellen

– der Mensch verfügt nur über 7 Millionen,

spüren die Vierbeiner jeden Vermissten in

jedem Gelände zielsicher auf.

Durch die absolvierten Einsätze verfügt

der ÖRHB schon über große Erfahrung

und durch ständige Schulungsmaßnahmen,

Übungen und Überprüfungen der

Leistungsfähigkeit wird sichergestellt, dass

sich das Leistungsniveau der Rettungshundeführer,

Gruppenkommandanten, Helfer

und Trainer auf einem sehr hohen Niveau

bewegt. Um dieses hohe Niveau auf Dauer

gewährleisten zu können, sind die ehrenamtlichen

Mitarbeiter natürlich gezwungen,

einen Großteil ihrer Freizeit in den Dienst

dieses humanitären Engagements zu stellen,

was diese auch bereitwillig tun. n

19


20


MEHR SICHERHEIT FÜR OBERÖSTERREICH

SICHERHEIT

Wir haben große Probleme im Bereich

der Einbruchskriminalität, und viele

unserer Landsleute fühlen sich in den eigenen

vier Wänden nicht mehr sicher.

Ein Grund dafür ist das fehlende Personal

in vielen oberösterreichischen Wachzimmern.

Zuteilungen in andere Dienststellen

aus dienstlichen Gründen verringern die

Einsatzfähigkeit einzelner Polizeidienststellen.

Nicht nur deswegen, sondern auch

durch anderweitige Verwendungen abseits

der gemeldeten Dienststellen, beispielsweise

in Spezialeinheiten und dem Innenministerium,

sind die Polizeiposten oft unterbesetzt.

Doch das sind nicht die einzigen

aktuellen Probleme. Die Asylproblematik

beschäftigt die Polizei zunehmend. Diese

zusätzlich auferlegten Aufgaben führen

dazu, dass die Einsatzkräfte zum Leidwesen

unserer Bevölkerung ihre eigentlichen

Aufgaben nicht mehr in vollem Ausmaß

wahrnehmen können. Die steigende Zahl

an Flüchtlingsaufgriffen auf Autobahnen, in

Zügen und grenznahen Gebieten bindet die

Ressourcen der Polizei weiterhin stark. Hinzu

kommen die zeitraubende Erstbetreuung

nach den Aufgriffen, die Transporte in die

Asylquartiere und belastende Bürokratie.

Durch den Mangel an Personal ist es nicht

mehr möglich, auf den Autobahnen ausreichend

Schleierfahndungen durchzuführen.

Durch diese Maßnahme könnte Schleppern

vermehrt das Handwerk gelegt und illegale

Flüchtlingstransporte aufgedeckt werden.

Auch Zugkontrollen können nicht in ausreichendem

Maß durchgeführt werden. Viele

Flüchtlinge gelangen so verbotener Weise

nach Österreich, oder werden nicht an der

Weiterreise gehindert.

PERSONAL-SOLLSTAND

LÜCKENLOS AUFFÜLLEN

Auch aus rechtlichen Gründen

werden Planstellen oft nicht besetzt. Karenzierungen

und die Herabsetzung der regelmäßigen

Wochendienstzeit verringern den

Personalstand der Polizei kräfte und Planstellenäquivalente

weiter.

Wir brauchen unsere Sicherheitskräfte

FPÖ-Klubobmann

LAbg. Mag. Günther

Steinkellner

Bild: FPÖ

vor Ort in unserem Bundesland. Der Personal-Sollstand

muss dringend lückenlos

aufgefüllt werden, um die Sicherheit der

Bevölkerung durch eine starke Polizeipräsenz

in unserem Land zu garantieren. Die

Sicherheit für unsere Landsleute darf nicht

durch die Verwendung der Polizeibeamten

in Aufnahmezentren leiden. Die dortigen

Aufgaben müssen von anderem Personal

durchgeführt werden. Auch eine Personalaufstockung

des Bundesamtes für Fremdenwesen

und Asyl muss endlich vorangetrieben

werden. Nur so können die Asylanträge

rascher behandelt werden.

Nur mit voll besetzten Wachzimmern können

unsere Sicherheitskräfte auch wirkungsvoll

vor Ort eingesetzt werden. (+)

DEIN FINGER. DEIN SCHLÜSSEL.

Die Biometrie gestaltet unser tägliches Leben

einfacher, komfortabler und sicherer. Biometrische

Zutritts- und Authentifizierungslösungen

sind auf dem Vormarsch!

Mehr als 1 Million zufriedene Benutzer sind

die beste Referenz! ekey biometric systems

startete im Jahr 1999 und ist heute Europas

Nr. 1 bei Fingerprint-Zutrittslösungen. Sowohl

private Konsumenten, als auch führende Unternehmen

sowie Organisationen, wie Feuerwehr

oder Rettung, vertrauen seit Jahren auf die bewährten

ekey Fingerscanner.

Einzigartiger Komfort mit höchster Sicherheit!

„Der Finger ist immer dabei!“ Schlüssel,

Karten und Codes können verloren, vergessen

oder weitergegeben werden – Ihr

Finger-abdruck nicht! ekey bietet mit seinen

Fingerscannern für Türen, Tore, Alarmanlagen

oder Zeiterfassung ein breites Produktspektrum.

Qualitätsgeprüfte Produkte MADE IN AUSTRIA

ekey ist von der Qualität seiner Produkte überzeugt

und gewährt als einziger Hersteller seiner

Branche 5 JAHRE QUALITÄTSGARANTIE! (+)

21


ALARM BEI DEN ÖSTERREICHISCHEN

WEGEN GELDMANGELS DROHT ENG

VON KURT GUGGENBICHLER

In diesem Sommer war und ist das Rote Kreuz in ganz Österreich

besonders gefordert. Durch die extreme Hitze mussten mehr

Einsätze gefahren werden als sonst nötig und üblich. Die Ursachen

für die vermehrten Ausfahrten sind meist Kreislaufprobleme

oder die mit den hohen Temperaturen einhergehenden, anderen

Folgeerscheinungen wie beispielsweise Herzprobleme. Die Rettungskräfte

sind mit ihren Defibrillatoren oder anderen Geräten

sowie ihrem Knowhow stets schnell zur Stelle und können auch

meist erfolgreich helfen.

Doch wie lange noch wird so

etwas möglich sein? Es fehlt

nämlich an Zivildienern. Der An -

drang von Seiten der jungen

Leute sei zwar groß, heißt es,

doch könne der Bedarf nicht gedeckt

werden, weil die Rettungsorganisationen

zu wenig Geld hätten. Der

Grund: Die Zuweisungen für den Zivildienst

wurden empfindlich gekürzt und die Hilfsorganisationen

sind alarmiert, zumal die Zivildiener

eine wichtige Stütze des Systems

sind.

Wie wichtig erläutert Rot-Kreuz-Generalsekretär

Werner Kerschbaum: 25 Prozent

aller unserer Leistungsstunden würden von

diesen jungen Männern geleistet. Nun aber,

so scheint es, mag sich die Gesellschaft

diese Leistung nicht mehr leisten, weil man

den Rettungsorganisationen die Mittel „um

bis zu 10 Prozent“ kürzte wie Kerschbaumer

betont. Die Folge davon wird sein:

Wenn es im kommenden Jahr nicht mehr

Geld gibt, wird sich das Rote Kreuz überlegen

müssen, welche Leistungen es nicht

mehr zu erbringen vermag. Darunter wird

vermutlich auch die Schnelligkeit der Ersten

Hilfe leiden, denn nach Kerschbaums Auffassung

würden sich auch die Wartezeiten

empfindlich erhöhen.

SYSTEMRELEVANTE

EINRICHTUNG

Bild: ROTES KREUZ

Dr. Werner Kerschbaum ist seit dem 1. Juli 2012 Generalsekretär des

Österreichischen Roten Kreuzes.

Was sagt die Innenministerin

dazu? Zwar seien die Mittel für den Zivildienst

2015 um eine Million Euro erhöht

worden, doch der anhaltende Andrang

führe dazu, dass der Bedarf nur noch zu

91 Prozent gedeckt werden könne, bedauert

Johanna Mikl-Leitner. Dennoch

sollten etwaige Sparmaßnahmen nicht auf

dem Rücken engagierter junger Menschen

und Männer und Frauen ausgetragen werden,

die Pflege, Betreuung oder soziale

Hilfe benötigen, appellieren die Hilfsorganisationen

an die Ministerin. Schließlich

sei auch das Rote Kreuz eine systemrelevante

Einrichtung, die schon etwas mehr

Aufmerksamkeit von Seiten der Regie-

22


RETTUNGSORGANISATIONEN

PASS BEI DEN ZIVILDIENERN

ROTES KREUZ

rung vertragen könnte, meint Kerschbaum.

Im Klartext: Verbales Lob allein ist zu

wenig.

Dass es auch anders geht, anders gehen

muss, zeigt der Fall Hypo Alpe Adria. Diese

Pleitebank, die als systemrelevant gilt, wird

pausenlos mit Geld gestützt. Gefühlt wird in

dieses geldverschlingende Monster so viel

an Mitteln hineingepumpt wie Mischbeton

in eine Großbaustelle fließt: Und läuft, und

läuft und läuft Da müsste es doch möglich

sein, auch systemrelevante Hilfsorganisationen

mit einem Bruchteil der auf Nimmerwiedersehen

verabschiedeten Hypo-

Milliarden zu unterstützen. Denn was heißt

denn systemrelevant? Nichts anderes, als

dass die Pleite einer als systemrelevant geltenden

Einrichtung die Volkswirtschaft teurer

käme als die gemeinschaftlich getragenen

Kosten. Soll heißen: Systemrelevante

Institute sind so groß und bedeutend, dass

ihr Scheitern erhebliche Folgen für andere

Wirtschaftsteilnehmer hätte.

RETTUNGSEINSÄTZE

WERDEN MEHR

Man kann sich also denken, was

geschähe, wenn die Rettung zu keinem Einsatz

mehr käme, dasselbe gälte für die Feuerwehr,

für Essen auf Rädern für Heimhilfe

und Besuchsdienste etc, sagt Kerschbaum.

Niemand organisierte mehr Blutspendeaktionen,

die Versorgung der Spitäler mit

Blutkonserven rund um die Uhr und 365

Tage im Jahr bräche zusammen. Die Zivilgesellschaft

gelte in Österreich leider nicht

als systemrelevant, stellt er fest und rechnet

vor, dass in Österreich 46 Prozent der

Bevölkerung jährlich 832 Millionen freiwillige

Arbeitsstunden leisten, die 15 Milliarden

Euro verschlingen würden, wenn man sie

bezahlen müsste.

Daher achten die Landesorganisationen

des Roten Kreuzes in allen Bundesländern

darauf, dass sie immer genug Freiwillige

haben. In Oberösterreich zum Beispiel,

wo im Vorjahr in jeder Minute eine Rettungsmannschaft

im Einsatz war, registriert

man bei den Freiwilligen schon länger einen

Rückgang der durchschnittlich geleisteten

Arbeitsstunden, was aber mehrere

Gründe hat. Wir gehen jedoch davon

aus, dass sich die Zahl der Rettungsund

Krankentransporte weiter erhöhen

wird, betont der oberösterreichische RK-

Präsident Aichinger. Daher sieht er in der

Gewinnung neuer freiwilliger Mitarbeiter

für den Rettungsdienst auch einer der

Arbeitsschwerpunkte seiner Organisation.

n

23


ROTES KREUZ

EHRUNG EINMAL UMGEKEHRT:

WELSER BÜRGERMEISTER DR. KOITS FÜR

ENGAGEMENT BEIM ROTEN KREUZ VERGOLDET

Gesundheitsstadträtin Silvia Huber übergab

die Auszeichnung. Bilder: Rotes Kreuz

Normalerweise ist Bürgermeister

Dr. Peter Koits derjenige, der städtische

Ehrungen vergibt. Kürzlich nahm er aber

auch selbst eine solche entgegen. Und

zwar die Humanitäts-Dienstmedaille der

Stadt Wels in Gold für seine mittlerweile

mehr als 30-jährige verdienstvolle Mitglied-

schaft im Roten Kreuz. Sein Eintritt in die

Organisation und gleichzeitig in den Bezirksstellenausschuss

war 1983 erfolgt. Ab

1988 fungierte der damalige

Stadtrat Dr. Koits

als Leiter der Ortsstelle

Wels. 1991 übernahm er

schließlich vom leider

kürzlich verstorbenen

Vizebürgermeister a.D.

Martin Weiß die Funktion

des Bezirksstellenleiters,

die er heute noch inne hat.

Gemeinsam mit seinem

Vorgänger brachte Bezirksstellenleiter

Dr. Koits

Anfang der 1990er-Jahre

den dringend nötigen

Neubau der Bezirksstelle

in der Rot-Kreuz-Straße

über die Bühne, 2014

wurde das Haus erfolgreich

saniert. „Die Lage in

unmittelbarer Nähe zum

Klinikum und zum städtischen

Gesundheitsdienst

bewährt sich bis

heute“, betont Sozial- und

Gesundheitsstadträtin Silvia Huber, die die

Auszeichnung übergab (Bild). Schwerpunkte

der ehrenamtlichen Arbeit von Bezirksstellenleiter

Oberrettungsrat Bürgermeister

Dr. Peter Koits waren und sind beispielsweise

die weitere Qualitätssicherung im

Rettungsdienst, die Mitarbeitergewinnung

und -bindung mit starkem Augenmerk auf

das Jugendrotkreuz sowie die weitere Verstärkung

des Engagements im Bereich der

internationalen Hilfsaktionen.

Neben dem Welser Bürgermeister erhielten

auch Hauptsanitätsmeister Wilfried Hildenbrand

und Kolonnenkommandant Viktor

Schmoll die Humanitäts-Dienstmedaille

der Stadt Wels in Gold für ihre 30-jährige

verdienstvolle Mitgliedschaft. Bereits 20

Jahre engagiert ist Sanitätsmeister Thomas

Emrich, der dafür die Humanitäts-

Dienstmedaille in Silber bekam. Und die

Humanitäts-Dienstmedaille in Bronze für

zehnjährige verdienstvolle Mitgliedschaft

erhielten Zugsführer Jürgen Erwin Wagner,

Haupthelfer Gregor Praznik sowie die Sanitätsmeister

Brahim Benkaida und Horst

Hazod (alle im Bild mit den anwesenden

Mitgliedern des Stadtsenates und Gemeinderates).

n

Besuchen Sie uns auch unter

www.mmga.at/Einsatz

24


25


GESETZLICHE DIENSTFREISTELLUNG FÜR

IMMER WENIGER FIRMEN WOLLEN IHRE

Bild: Mercedes-Benz

VON KURT GUGGENBICHLER

Die Forderung, die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr im

Einsatzfall gesetzlich dienstfrei zu stellen und ihre Firmen für den

Ausfall ihres Mitarbeiters zu entschädigen, wird jetzt wieder lauter.

Denn immer weniger Unternehmen können und wollen sich

den Feuerwehreinsatz ihrer Mitarbeiter noch leisten, zumal der

wirtschaftliche Druck, besonders auf kleinere Firmen, gestiegen

ist und noch immer steigt. Die heißen Tage der letzten Wochen,

bei denen es zu besonders vielen Ausrückungen kam, haben dieses

Problem wieder in die Diskussion gebracht.

icht weniger als 168 Mal

(Stand Anfang August) wurden

die österreichischen Feuerwehren

heuer schon zum

Löschen in die heimischen

Wälder geschickt, womit klar

zu sein scheint, dass 2015

wieder ein besonders feuriges Jahr werden

dürfte. Da es noch nicht zu Ende ist, wird

es wohl noch zu einigen Einsätzen

kommen. Damit ist – im Vergleich zu den

Vorjahren – eine deutliche Steigerung der

Ausrückungen festzustellen. Im Vorjahr

gab es nämlich nur 146. Im Ausreßerjahr

2012 hingegen verzeichnete man 270

Brände.

Besonders die Bundesländer Niederösterreich,

Tirol und Kärnten waren von Waldbränden

besonders betroffen. Dabei sei

Österreich kein klassisches Waldbrandland

wie der mediterrane Raum, gibt Harald

N26


FEUERWEHR

FEUERWEHRLEUTE IM EINSATZ GEFORDERT

MITARBEITER LÖSCHEN GEHEN LASSEN

Vacik vom Institut für Waldbau an der Wiener

Uni für Bodenultur zu bedenken. Aber

das könnte sich ändern.Denn obwohl in unserem

Land – im Gegensatz zu den Mittelmeerregionen

– das das „warme Abtragen“

von Wäldern zur Gewinnung von Bauland

zum Glück noch nicht üblich ist, so gebe es

doch Prognosen, die von einer deutlichen

Zunahme von Tagen mit Waldbrandgefahr

sprechen, erläutert Vacik.

SCHWIERIGE REKRUTIERUNG

Darüber hinaus ist zu befürchten,

dass sich die Brände immer öfter zu kleineren

Katastrophen entwickelten, womit die

Feuerwehren vor neuen Herausforderungen

stünden. Für diese war der Waldbrand

im kärtnerischen Lurnfeld ein solches Großereignis,

das im April und Mai Hunderte

von Feuerwehrleuten drei Wochen lang auf

Trab gehalten hat. Die Herausforderung

dabei war allerdings nicht die Brandbekämpfung

selbst, sondern die Rekrutierung

Freiwilliger. „An Spitzentagen kämpften

im Lurnfeld 362 Mann gegen Feuer und

Glutnester“, berichtet Johann Zmölnig, der

Feuerwehrkommandant des Bezirks Spittal

im „Kurier“: Diese Feuerwehrleute hätten

dabei ihren Jahresurlaub verbraucht, nur

um ihren Mitmenschen in Not helfen zu

können. Leider haben ehrenamtliche Helfer

kein Recht auf Dienstfreistellung und Entgeltfortzahlung.

Daher fordert Zmölnig endlich eine bundesweite

Regelung in dieser Angelegenheit. Feuerwehr Stadtrat Gerhard Kroiß und

Die Zusammenarbeit in Wels ist vorbildlich:

Es reiche, dass die Feuerwehrleute die Kommandant Bundesfeuerwehrrat

Ausbildung in ihrer Freizeit absolvierten. Ing. Franz Humer

>

Leuchtbalken.at ist ihr zuverlässiger Partner

für Sondersignal- und Warnanlagen mit mehr

als zehn Jahren Erfahrung in diesem Bereich.

In unserem Shop finden Sie Leuchtbalken,

Blitzbalken, Warnbalken, Blitzleuchten,

Signalanlagen, Sondersignalanlagen sowie

Warnanlagen für Einsatzfahrzeuge.

Anfragen jeglicher Art werden gerne beantwortet.

Telefon: +43 (0)7612 47 155 und +43 (0)664 16 93 016

Besuchen Sie uns auch auf www.leuchtbalken.at

27


Nun sollten sie auch so rasch wie möglich

dienstfrei gestellt werden. Ins selbe Horn

stoßen auch andere österreichische Feuerwehrkommandanten,

die ebenfalls monieren,

dass viele ihrer Leute für ihre Einsätze

Urlaub oder Zeitausgleich nehmen müssen.

„Brandgefährlich“ aber war es in den letzten

Woche nicht nur in Niederösterreich, Tirol

oder Kärnten, sondern auch in Oberösterreich.

Bei einem Großbrand in einem Wald

in Unterweitersdorf (Alarmstufe 3), wo sich

ein Lauffeuer rasch über 7000 Quadratmeter

Bodenfläche verbreitete, mussten – obschon

die Feuerwehren mehrere Bezirke im

Einsatz waren – sogar die Bauern bei der

Brandbekämpfung mithelfen.

Die Einsätze werden immer schwieriger

und mehr, konstatiert zum Beispiel der

Pinkafelder Stadtfeuerwehrkommandant

Kurt Tripamer, was auch oberösterreichische

Kollegen bestätigen, wenngleich diese

zur Zeit die größeren Schwierigkeiten in

der Wasserbeschaffung sehen. Nur durch

Einbindung eines privaten Teichs und mit

Unterstützung der Landwirte haben man in

Unterweitersdorf das Feuer erfolgreich in den

Griff bekommen, sagt Einsatzleiter Jerome

Wörister in den „Oberösterreichischen Nachrichten“

und um ein brennenden Kornfelds im

Bezirk Urfahr-Umgebung erfolgreich löschen

zu können, musste das Wasser sogar mit

den Jauchefässerwagen der Bauern an den

Brandplatz gekarrt werden.

n

JÄGERMÜHLESTR. 1

A-4609 THALHEIM BEI WELS

Reservierungen bitte

immer telefonisch!

TEL.: +43 (07242) 57700

FAX: +43 (07242) 51249

www.giannikis-gastronomie.de

delphi-wels@giannikis-gastronomie.de

28


Fotocredit: Fotoatelier 2 / Wels

SPATENSTICH FÜR DAS NEUE CNH INDUSTRIAL

SERVICE- UND KOMPETENZZENTRUM IN HÖRSCHING

v.l.n.r.: Horst Felbermayr sen.

(Fa. Felbermayr), Karl-Martin Studener (GF

Iveco Österreich), Horst Felbermayr jun.

(Fa. Felbermayr), Andreas Klauser

(Vorstandsvorsitzender Iveco Magirus), LH-Stv.

Franz Hiesl, Bgm. Gunter Kastler,

Richard Reder (GF Magirus Lohr), Martin

Stranzl (GF Iveco Österreich), Othmar

Mitterlehner (GF Case Construction Equipment)

Bild: Fotoatelier 2/Wels

Am 11. August feierten CNH

Industrial und Ehrengäste aus

Politik und Wirtschaft gemeinsam

den Spatenstich für das

neue Service- und Kompetenzzentrum

in Hörsching. Direkt an

der Bundessstraße B1 entsteht

ab sofort auf 20.000 m² eine neue Niederlassung,

unter deren Dach drei Marken des

CNH Industrial Konzerns ab dem Frühjahr

2016 ihre Kunden betreuen werden: Iveco,

Magirus Lohr und Case Construction Equipment.

Insgesamt investiert CNH Industrial

10 Millionen Euro bis zur Fertigstellung

Ende Mai 2016.

„Jetzt geht’s los!“, freut sich Andreas Klauser,

Brand President von Case IH und

Steyr sowie Aufsichtsratsvorsitzender von

Iveco Magirus. „Das Kompetenzzentrum

in Hörsching wird der neue Dreh- und Angelpunkt

für Servicequalität in Oberösterreich.“

Andreas Klauser hat gemeinsam

mit den beiden Iveco Geschäftsführern

Karl-Martin Studener und Martin Stranzl,

dem Geschäftsführer von Case Construction

Equipment Othmar Mitterlehner und

Richard Reder, Geschäftführer Magirus

Lohr zur feierlichen Eröffnung der Baustelle

in Hörsching geladen. Gemeinsam

mit Landeshauptman-Stellvertreter Franz

Hiesl und dem Hörschinger Bürgermeister

Gunter Kastler griff man zum Spaten, um

symbolisch die Bauarbeiten für eine erfolgreiche

Zukunft einzuleiten.

CNH Industrial N.V. (NYSE: CNHI /MI:

CNHI) ist ein weltweit führendes Unternehmen

im Investitionsgütersektor mit

umfassender industrieller Erfahrung, einer

breiten Palette von Produkten und weltweiter

Präsenz. Jede einzelne Marke des Unternehmens

ist in ihrem jeweiligen Industriesektor

eine maßgebliche internationale

Größe: Case IH, New Holland Agriculture

und Steyr bei Traktoren und Landmaschinen;

Case und New Holland Construction

bei Baumaschinen; Iveco bei Nutzfahrzeugen;

Iveco Bus und Heuliez Bus bei Nahverkehrs-

und Reisebussen; Iveco Astra bei

Steinbruch- und Baufahrzeugen; Magirus

bei Feuerwehrfahrzeugen; Iveco Defence

Vehicles in den Sparten Verteidigung und

Zivilschutz; FPT Industrial bei Motoren und

Getrieben. Weitere Informationen finden

sich auf der Webseite des Unternehmens:

www.cnhindustrial.com

n

LIONS CLUB WELS LEONESSA

ÜBERBRINGT SCHECK AN „DIE PERLE“

AUS STADTBALL „SEKT-BAR“ WIRD

„SITZ-SACK“ FÜR HARTHEIM

Links: Christa Weiß

(Institut Hartheim)

Mitte: Alexandra

Klemencek, Eva-

Maria Märzinger,

Martina Märzinger-

Stossier (Lions Club

Wels Leonessa)

Rechts hinten:

Mario Zinhobler und

Stefanie Allinger (Leo

Club Juvamus)

Bild: LionsClub

Am diesjährigen Welser Stadt -

ball wurde die traditionelle Sektbar wieder

erfolgreich von den Damen des

LIONS Club Wels LEONESSA gemanagt.

Zahlreiche Gäste tanzten bis

in die Morgenstunden und so kam der

er-freuliche Erlös von d 1.200,– zustande.

Tatkräf tig unterstützt wurden

die Leonessen dabei vom LEO Club

JUVAMUS.

Aus dem ge meinschaft lichen Barbetrieb

wurde kürzlich von beiden Clubs ein

Scheck über d 1.200,– an das Institut

Hartheim „Die Perle“ überreicht, der zum

Ankauf eines neuen Sitz sackes verwendet

wird.

29


FAHRZEUGE

TESTTAG MIT FEUERWEHRFAHRZEUGEN VON

TATRA

TRUCKS

Der Vertriebspartner von

TATRA TRUCKS in Österreich,

die ac truck & trailer

GmbH aus Wiener Neustadt,

veranstaltete Ende Mai einen

Testtag in St. Oswald bei Bad

Kleinkirchheim. Es standen

drei Feuerwehrfahrzeuge

und ein ziviler Kipper bereit,

um die Schipiste auf den

Priedröf zu befahren.

Phoenix 4x4

Tatra Trucks und der tschechische

Aufbauhersteller THT Polička reisten mit

2 Tanklöschfahrzeugen der Baureihe 815-7

und einem Phoenix mit Doppelkabine (4000

Liter) an. Für die interessierten Transporteure

stand zusätzlich ein Kundenfahrzeug

der Baureihe Phoenix mit Kipperaufbau zur

Verfügung. Alle Fahrzeuge basieren auf

dem einzigartigen Tatra-Fahrgestell mit

zuschaltbarem Allradantrieb, Zentralrohrrahmen

und Einzelradaufhängung. Durch

diese Konzeption bleibt der Aufbau völlig

frei von Verwindungen, klemmenden Türen

oder Rollläden.

Die Fahrzeuge sind für den harten Einsatz

im Gelände konzipiert, mit einer Steigfähigkeit

von 100% erreichen sie auch entlegene

Ziele in den Bergregionen. Zusätzlich können

Tatra-Allradfahrzeuge mit einer Reifendruck-Regelanlage

ausgestattet werden,

um während der Fahrt den Luftdruck in den

Reifen zu verändern.

n

Phoenix 6x6 mit Kipperaufbau

Typenreihe 815-7

30


DIESE INFO WIDMET IHNEN DAS ALLRADTRAININGS-CENTRUM WELS

31


FAHRZEUGE

OFF ROAD AWARD:

UNIMOG IST GELÄNDEWAGEN DES JAHRES 2015

Bereits zum elften Mal in Folge

ist der Mercedes-Benz Unimog von den

Lesern der Fachzeitschrift „Off Road“

zum besten Geländewagen des Jahres

in der Kategorie „Sonderfahrzeuge“ gekürt

worden. Die Wahl „Geländewagen

des Jahres“ erfolgte aus zwölf Kategorien.

Über 36 000 Stimmen wurden abgegeben,

123 Fahrzeuge standen zur Wahl.

Der Unimog belegt bei den Sonderfahr-

Fotos: Mercedes-Benz

zeugen mit überragenden 51,4 Prozent

der Leserstimmen den ersten Platz.

UNIMOG-BAUREIHEN 2015

Ob in der staubtrockenen Wüste

Gobi, ob in Tundra und Taiga Sibiriens

oder auf der heißen Vulkankraterstraße am

Vesuv – kaum eine Herausforderung auf

der ganzen Welt, der der Mercedes-Benz

Unimog nicht gewachsen wäre.

Die Gene für derart extreme Einsätze liegen

ihm im Blut. Dank neuer Mittelmotorlage

beim hochgeländegängigen Unimog

Euro VI liegt die Rahmenkröpfung nun

weiter hinten, insgesamt ist damit ein niedriger

Fahrzeugschwerpunkt bei gleichzeitig

hoher Bodenfreiheit erreicht, was die Fahreigenschaften

im Offroadeinsatz weiter

optimiert.

Achsverschränkungen von bis zu 30 Grad

macht die Schubrohrtechnik in Verbindung

mit den Schraubenfedern möglich. Portalachsen

und eine Steigfähigkeit von 45 Grad

machen den hochgeländegängigen Unimog

– Typenbezeichnung U 4023/U 5023

– komplett.

Dazu kommen die Watfähigkeit von maximal

1,20 m und ein seitlicher Neigungswinkelvon

bis zu 38 Grad. Die Fahrt in Extremsituationen

mit zugeschaltetem Allradantrieb

wird unterstützt von den zuschaltbaren

Differenzialsperren und der Reifendruckregelanlage

„Tirecontrol Plus“. Diese kann

einfach mit Tasten am Lenkrad für den jeweiligen

Einsatz über die Programme „Straße“,

„Sand“ und „Schlechtweg“ eingestellt

werden.

Die Kraft kommt vom drehmomentstarken

BlueTec 6 Common-Rail-Motor OM 934 LA,

einem Vierzylinder mit 5,1 l Hubraum, 170

kW (230 PS) und 900 Nm Drehmoment.

Acht Vorwärts- und sechs Rückwärtsgänge

stehen zur Verfügung,

optional auch eine Geländegruppe für Offroadeinsätze

im Geschwindigkeitsbereich

zwischen 2,5 - 35 km/h. Neben diesem

hochgeländegängigen Unimog wird die

Geräteträger-Baureihe vom U 216 bis zum

U 530 angeboten, die man häufig in kommunalen

Einsätzen sieht. Sie verfügt ebenso

über moderne Euro-VI-Motoren mit Leistungen

bis 220 kW (299 PS).

32

Geht es um Wartung, Diagnose

oder Reparatur, ist beim Unimog ebenfalls

für alles gesorgt. Denn in über 650 Service-

Stützpunkten in mehr als 130 Ländern nehmen

sich kompetente Unimog-Partner des

Fahrzeugs an, spezielle Service-Angebote

und Finanzdienstleistungen runden das Gesamtpaket

ab.

n


DIESE INFO WIDMET IHNEN DAS ALLRADTRAININGS-CENTRUM WELS

Unimog U300, EZ: 12.2000,

ca. 121.000 km, ca. 9238 Bh, ZGG:

9.500 Kg, 130 kW / 177 PS


Unimog U300, EZ: 11.2003,

ca. 105.600 km, ca. 6750 Bh, ZGG:

10.200 kg, 130 kW / 177 PS

Mehr Infos auf

www.pappas.at

Unimog U1400, EZ: 08/1998, ca.

175.000 km, ca. 10.085 Bh, ZGG:

7.500 kg, 120 kW / 163 PS

Unimog U300, EZ: 01/2003, ca.

130.000 km, ca. 8.450 Bh, ZGG:

10.200 kg, 130 kW / 177 PS

33


SERIE

59 JAHRE GESCHICHTE DER

BEWAFFNUNG

DES ÖSTERREICHISCHEN BUNDESHEERES

Rolf M. Urrisk Folge 10

FESTE ANLAGEN TEIL 2

FAN „CENTURION“

Nachdem bereits 148 Centurio-

Türme in Festen Anlagen eingebaut waren,

bot sich Mitte der 80er Jahre die Gelegenheit,

von den Holländischen Streitkräften

dreihundert Kampfpanzer „Centurion“ zum

Stückpreis von 100.000 Schilling anzukaufen.

Im Juli 1985 rollten die ersten 53 Panzer

auf dem Eisenbahnweg in das Heeres-

Feldzeuglager Salzburg-Siezenheim. Ein

Panzer fehlte – er wurde auf der Stecke

irgendwo irrtümlich abgehängt, und konnte

erst nach längerer bahninterner Fahndung

gefunden und „nachgeliefert“ werden.

Letztlich wurden nur 220 Panzer (darunter

auch einige Bergepanzer und Brückenleger)

geliefert, da die Israelische

Armee inzwischen für die restlichen 80

einen wesentlich höheren Preis bezahlte.

Zunächst war geplant, einen Teil der Panzer

als „rollende Bunker“ bzw. „Miliz-Panzer“ zu

verwenden, da sie hervorragend gepflegt

und einsatzbereit waren. Nachdem man

schließlich feststellen musste, dass die Modifizierung

und Erhaltung der Fahrgestelle

zu teuer käme, wurden die Türme abgehoben

und in Festen Anlagen eingebaut. Die

Wannen wurden „günstig“ vermarktet (man

spricht davon, dass sie auch nach Israel

verkauft wurden).

Da der weitere Bunkerausbau aus Geldmangel

eingestellt werden musste, verrotteten

rund 150 Centurion zunächst mangels

Garagenplätzen. Sie wurden letztlich auch

weiterverkauft. Einige Fahrzeuge der Centurion-„Familie“.

Herstellen der Gefechtsbereitschaft einer, mittels einer Holzhütte getarnten Centurion-

Anlage. Der Centurion-Turm verfügt über eine 10,5 cm Panzerkanone L.7A1.

Im Zuge einer Modifizierung erhielten die Centurion-Türme eine 8 cm-Nebelwurfanlage

und einen Schießscheinwerfer.

34


Die Bilder zeigen Bunkeranlagen, die mit einem Centurion-Turm ausgerüstet sind. Um das Rohr herum ist die Thermohülle zu sehen,

die das Rohr vor den verschiedenen Witterungseinflüssen über die Jahre hinweg schützen soll.

„DER SCHEIN TRÜGT“ ODER

AUCH „DU SOLLST DICH

NICHT TÄUSCHEN (LASSEN)“

„Warum interviewen Sie mich vor

einer Scheinanlage und nicht vor einer echten?“

fragte mich der ehemalige Kommandant

eines ungarischen Aufklärungsregiments

vor der Festen Anlage in der Brucker

Pforte, im Zuge eines Interviews für den

ORF. „Wir stehen vor einer echten Anlage,

Herr Oberst“ antwortete ich. „Nein, nein, ich

kenne ja alle Ihre Anlagen. Wir haben hier

bis zur Wende alle Jahre im Zuge der Offiziersfortbildung

eine Geländebesprechung

durchgeführt. Da hat unser Munitionsexperte

gemeint, die Anlage wäre nur eine Scheinanlage,

da Österreich nicht über Munition

für ein derartig großes Kaliber verfüge“.

Das mit dem Kaliber der Munition hat schon

gestimmt. Nur was das Kaliber der Kanone

betrifft, hat sich der Munitions-„Experte“

ganz schön getäuscht – er ist (Gott sei

Dank) dem Schein (oder Charme?) der

Thermohülle erlegen.

n

Chariteer-Kanone mit Thermhülle. Bild: HGM

Literatur:

Rolf M. Urrisk: „Die Bewaffnung des Österreichischen Bundesheeres“, Weishaupt-Verlag, Graz 1988.

Wilhelm Theuretsbacher, Rolf M. Urrisk: „Ich gelobe“, Verlag A. F. Koska, Wien 2005.

Alle Arten von Festen Anlagen sind in der Bunkeranlage Ungerberg bei Bruck/Leitha (Außenstelle des

Heeresgeschichtlichen Museums) und im Bunkermuseum am Wurzenpass zu besichtigen. Siehe hierzu

www.hgm.at und www.bunkermuseum.at.

BEGEGNUNGEN

NS- und Kriegsspuren in Wien.

Expeditionen, Hinterlassenschaften,

Zeitzeugen

von Marcello La Speranza

288 Seiten, 19. 5. 2015

über 230 Abbildungen

Edition MoKKa

ISBN 978-3-902693-58-7

Paperback, 18,5 x 12 cm

www.edition-mokka.eu

BUCHBESPRECHUNGEN

Wien-Gegenwart: Verrostete

Luftschutzsirenen auf den Dächern

Wiens; Rudimente von LS-

Einrichtungen in den Kellern der Maria-

Theresien-Kaserne und die Reste

eines nahezu komplett erhaltenen,

unterirdischen Lazaretts aus dem

Zweiten Weltkrieg werden entdeckt.

Die eindrucksvollen Getreidespeicher

im Alberner Hafen und die baulichen

Hinterlassenschaften auf dem Gelände der

ehemaligen Saurer-Werke in Simmering

werden besucht.

Wie präsentieren sich die in der NS-

Zeit devastierten jüdischen Grabsteine

in der Seegasse heute? Was passierte

seinerzeit in der „Kinderübernahmestelle“

Lustkandlgasse?

Es werden viele Zeitfenster aus der NSund

Kriegszeit geöffnet.

Viele Schicksalsorte waren jahrzehntelang

verschlossen, verschüttet oder vergessen.

Der Archäologe und Historiker Dr. Marcello

La Speranza legt eine umfassende

Text- und Bilddokumentation vor. Auf

288 Seiten, mit über 230 Abbildungen

werden in diesem ersten Band – einer

mehrteiligen Buchserie – verbliebene

Hinterlassenschaften der Zeit 1938–1945

ausgeleuchtet.

35


GESUNDE ERNÄHRUNG

WER ALLES HAT, KANN NICHTS MEHR WERDEN

WIE MAN SEINE LEISTUNG OPTIMIEREN KANN

VON LAURA BACHMAIER

WIE ERREICHT UND FÖRDERT MAN

OPTIMALE LEISTUNGSFÄHIGKEIT?

Die Menschheit strebt immer nach mehr und natürlich

auch immer nach etwas Besserem. Mehr Geld, ein größeres

Haus, ein besserer Job. Jeder will ein besseres Leben. Wie bei

vielen Dingen im Leben, kann man durch harte Arbeit seine Ziele

erreichen. Doch selbst die härteste Arbeit bringt uns nicht weit,

wenn diese nicht richtig ausgeführt wird.

Doch was ist, wenn man einfach nicht das notwendige Knowhow

hat, um zu wissen, wie man seine optimale Leistungsfähigkeit

erreicht und richtig einsetzt?

In der Arbeitspsychologie wird „Leistung“ als die Menge und

Qualität einer erbrachten Arbeit pro Zeit beschrieben. Faktoren

die hierbei von großer Bedeutung sind, sind zum einen die Leistungsfähigkeit

und zum anderen die Leistungsbereitschaft eines

Menschen.

Will man seine eigene Leistungsfähigkeit oder die anderer steigern,

muss man diese zwei Variablen näher untersuchen.

Die Leistungsbereitschaft oder „mentale Leistungspotenz“ eines

Menschen wird stark beeinflusst durch individuelle, genetisch

veranlagte Begabungen, Umwelteinflüsse, Bildungsgrad, Berufserfahrung

und soziale Kompetenz. Dazu kommen äußere

Faktoren wie Arbeitsbelastung, Stress und die vorherrschenden

Arbeitsbedingungen.

Bei der Leistungsfähigkeit wiederum spricht man vom physischen

Zustand oder „organismischen Leistungsvermögen“ eines

Menschen. Dieser Aspekt der Leistung wird durch das Skelett

(Knochen und Bänder), die Muskulatur, das Herz-Kreislauf-

System sowie die Sinnesorgane und Nerven determiniert. Die

physische Leistungsfähigkeit eines Menschen legt fest, welche

Art von Arbeit er überhaupt imstande ist zu erfüllen.

Ein hoher Grad körperlicher Leistungsfähigkeit zeichnet sich

grundsätzlich aus durch hohe Beweglichkeit und Ausdauer, große

Geschicklichkeit, eine starke Muskulatur und schnelle Reaktionsfähigkeit.

Um die Leistungsfähigkeit

von Mitarbeitern

oder sich

selbst langfristig zu steigern

und zu sichern,

muss die Ergonomie am

Arbeitsplatz unter Betracht

gezogen werden.

Unter dem Begriff Ergonomie

versteht man „die Anpassung der Arbeitsbedingungen

an den Menschen und nicht umgekehrt. Ziel ist es, eine gute

Arbeitsatmosphäre zu schaffen und die Bedingungen so zu

gestalten, dass möglichst geringe gesundheitliche Belastung

entsteht“(ergonomisch.org) Um langfristige Leistungsfähigkeit

und somit gute Qualität der Arbeit zu garantieren, ist es

von großer Bedeutung, dass die Arbeitsbedingungen schädigungslos

(führt zu keinen Gesundheitsschäden), ausführbar

(die Arbeit ist an die jeweilige Person angepasst), erträglich

(möglichst niedriger Stresslevel, keine langfristigen gesundheitlichen

Schäden) und beeinträchtigungsfrei (das Wohlbefinden

der Arbeiter wird dauerhaft in Betracht gezogen) sind.

Um die optimale physische Arbeitsleistung zu erreichen, ist

eine solche Arbeitsumgebung eine Notwendigkeit. Dies allein

garantiert jedoch noch keine Leistungsförderung. Denn wie

bereits erwähnt, spielt der körperliche Zustand des Menschen

ebenso eine Rolle. Regelmäßige Bewegung und eine gesunde

Ernährung tragen auch enorm dazu bei, die optimale Leistungsfähigkeit

zu erreichen.

Will man die psychische Leistungsfähigkeit steigern, spielen

Begabung und Ausbildung der jeweiligen Person die größte

Rolle. Um seine Leistung zu optimieren, sind diverse Schulungen

und Trainingseinheiten der beste Weg zum Erfolg. In der

Personalentwicklung spricht man hier von dem Ziel, die Handlungskompetenz

des Einzelnen zu verbessern. Dies schließt

eine Erhöhung der Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz

ein.

Um sich verbessern zu können, muss man sich erst einmal

eingestehen, dass man Verbesserung braucht. Es mag nicht

jeder gleich talentiert oder fähig sein, eine hohe Leistung abzuliefern.

Doch jeder, der den Wille besitzt, kann durch etwas

Arbeit und Zeit seine körperliche und mentale Leistungsfähigkeit

steigern.

n

Quellen:

http://www.grin.com/de/e-book/38497/arbeitsleistungund-die-sie-determinierenden-faktoren

http://www.ergonomisch.org/ergonomie.html

36


37


WAS MACHT…?

EX-VERTEIDIGUNGSMINISTER NORBERT DARABOS

AUF DEM WEG ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT

Norbert Darabos als noch gelittener Verteidigungminister …

… über den nach seinem Umfaller nur herzlich gelacht wurde.

Wenn die Karriere des glücklosen „Steinmeisslers“ Norbert

Darabos so rasant weitergeht, dann könnte er tatsächlich schon

bald – wie in diesem Magazin schon vor Monaten einmal

prophezeit – Bürgermeister in seinem burgenländischen Heimatdorf

Kroatisch-Minihof werden. Von seinem neuen Posten als

Integrationslandesrat der burgenländischen Landesregierung in

Eisenstadt hätte er es bis dorthin nicht mehr allzu weit.

Dass sich Darabos in den letzten

Jahren wieder von Wien bis

ins Burgenland erfolgreich zurückgekämpft

hat, verdankt er

seiner ungeheuren Flexibilität,

um die ihn der ohnehin schon

sehr situationselastische Gerald

Klug, der derzeit amtierende Verteidigungsminister,

gewiß beneiden dürfte. Da

für Darabos, außer der Nibelungentreue zu

seiner Partei, der SPÖ, nichts von Bestand

zu sein scheint, dürfte er vermutlich auch in

seiner Funktion als Landesrat bald wieder

frei nach dem Motto „Was schert mich mein

Geschwätz“ von gestern agieren.

Viele spotten, dies wäre bereits passiert,

weil sich Darabos wie auch der burgenländische

Landeshauptmann Hans Nissl mit

den Blauen ins gemeinsame politische Bett

gelegt hat. Was hätte er aber auch anderes

tun können? In Wien, wo er im Schoß

der Mutter SPÖ als Bundesgeschäftsführer

nicht mehr wirklich erfolgreich agierte,

wollte man ihn unbedingt loswerden. Daß er

als Sündenbock für die SPÖ-Krise herhalten

mußte wie vielfach kolportiert wird, mag

stimmen, man darf aber nicht vergessen,

daß Darabos diese Krise und damit auch

das schlechte Image der Partei mit seinem

fatalen Wirken als Verteidigungsminister und

ebenso fataler Bundesgeschäftsführer zu

einen nicht unerheblichen Teil mitverursacht

hat.

ES WAR EINMAL SCHÖN

Dass er nur blind gehorchender Erfüllungsgehilfe

und Spielball der mächtigen

Granden in seiner Apparatschikpartei war, ist

seine eigene Schuld. Statt hinzuschmeißen

und aus dem ins Stocken geratenen Ministeriumfahrstuhl

auszusteigen, blieb er klammernd

drinnen und fuhr weiter nach unten.

Hätte Darabos 2010 nicht wie vom Wiener

Landeshauptmann Häupl gewünscht von

dem schon in Stein gemeißelten Volksheer

auf Berufsheer umgeschwenkt, hätte er möglicherweise

seinen gut dotierten Ministerjob

verloren, aber sein Gesicht und seinen aufrechten

Gang behalten.

Seitdem gilt er als Schwächling, als Umfaller,

als nicht unbedingt ernst zu nehmender

Politiker. Dabei hatte alles einmal so schön

für ihn begonnen. Seine größten Erfolge

feierte er als Kampagnenmanager. So hatte

er im Jahr 2000 den damals noch unbekannten

Hans Nissl zum burgenländischen

Landeshauptmann gemacht, vier Jahre

später Heinz Fischer zum Bundespräsidenten

und 2006 sogar Alfred Gusenbauer

zum Kanzler; was kaum jemand für möglich

gehalten hatte. Gusenbauer dankte es ihm,

indem er Darabos zum Verteidigungsminister

machte, auch wenn dieser lieber Innenminister

geworden wäre.

KROATISCH-MINIHOF RUFT

Bei der Nationalratswahl 2013

konnte der Bundesgeschäftsführer Darabos

dann noch einmal an alte Erfolge als

Kampagnenführer anknüpfen, weil die SPÖ

mit 26,8 Prozent Erste wurde, wenn auch

mit einem Verlust von zweieinhalb Prozentpunkten.

Es war zwar das schlechteste

Wahlergebnis in der SPÖ-Geschichte, aber

weil die anderen Parteien noch schlechter

abschnitten, hatte Darabos dennoch wieder

einmal eine Wahl gewonnen. Eineinhalb

Jahre später war dann alles vergessen

und er wurde ins Burgenland weggelobt.

Wie lang mag es dauern bis man in

Kroatisch-Minihof einen tüchtigen Bürgermeister

benötigt und man sich auf Norbert

Darabos, den großen Sohn des Dorfes,

besinnt?

n

38


39

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine