Lokalhelden_HH_Ausgabe2

lokalhelden.hamburg

Sportzeitung für den Hamburger Süden und Umgebung Diesmal im Heft: FC Türkiye, Hamburg Towers, 1. Herren TG Heimfeld, 1. Damen TG Heimfeld, SV Poseidon, Buxtehuder SC, Dogan Inam, Mustafa Karaaslan, BubbleFootball Hamburg, HNT Flames, VT Aurubis, SGH BW Rosengarten / Buchholz, Buxtehuder SV Handball, Harburger Tennismeisterschaften, Handballteams aus dem Hamburger Süden.

DOGAN INAM

Interview: Thorsten Schettle • Fotos: noveski.com, Stephan Lehmann

Herr Inam, Sie sind Präsident

des FC Türkiye, eng

mit dem sportlichen Management

verbunden und

dazu Aufstiegstrainer. Sie

sind Lenker, wenn nicht für

einige Vater des Vereins.

Wie würden Sie eigentlich

selbst ihre Rolle beschreiben?

Dogan Inam: Jeder hat

seine Aufgaben. Wir sind

kein großer Vorstand, aber

wir sind seit 2004 zusammen.

Mit Ismail Uysal gibt

es ja noch einen zweiten

Präsidenten. Klaus Klock

kam später dazu und kümmert

sich um das sportliche

Management. Entscheidend

ist, dass sich mehrere einbringen,

auch wenn manche

nicht so im Vordergrund stehen.

Je höher die Position im

Verein, desto mehr Einfluss

hat man natürlich.

Sehen Sie es inzwischen als

Ihre Lebensaufgabe, den

Verein FC Türkiye zum

Erfolg zu führen?

Natürlich, das Herz schlägt

für den Verein. 2004 habe

ich als Trainer in der Kreisliga

angefangen, und wir

sind sofort durchmarschiert

in die Landesliga. Danach

hatten wir Experimente mit

neuen Trainern, die leider

nicht so richtig geglückt

sind. Wir hoffen aber, dass

wir in Ruhe unsere Arbeit

im Vorstand machen können,

denn der Aufwand

ist sehr hoch. Das gleiche

gilt für das Traineramt, wo

man viermal in der Woche

auf dem Platz stehen muss.

Auch wenn ich jetzt noch

einmal eingesprungen bin,

man muss wissen, wann es

richtig ist, kürzer zu treten.

Drumherum gibt es diverse

Aufgaben, zum Beispiel

haben wir mit dem Sportplatz

an der Fährstraße

jetzt noch eine neue Anlage

dazubekommen, die gerade

saniert wird. Als Verein sind

wir ja noch sehr jung, sind

aber schnell gewachsen. Inzwischen

haben wir alle Jugendmannschaften

besetzt,

dazu kommen Alte Herren

und Senioren und drei Herrenmannschaften.

Ich wünsche

mir, dass der Verein

weiter reift, schließlich gibt

es auch genügend Beispiele,

wo Vereine entstanden und

dann auch wieder verschwunden

sind.

Wie sieht es mit Plänen für

eine Kunstrasenanlage aus?

Laut Bezirksausschuss sind

wir 2017 dran. Dann sollen

an der Georg-Wilhelm-

Straße zwei Kunstrasenplätze

und ein Rasenplatz

zur Verfügung stehen. Ich

hoffe natürlich, dass die Zeit

eingehalten wird, denn dann

kann der Verein sich weiterentwickeln.

Der Verein wurde im Jahr

2000 gegründet. Wie begann

eigentlich genau im

Jahr 2004 die Geschichte,

dass Sie den Weg zum FC

Türkiye gefunden haben?

Ein guter Freund von mir

war damals im Vorstand

und hat mich als Trainer

zum Verein geholt. Als kurz

darauf der Vorstand weggebrochen

ist, haben Ismail

Uysal und ich nicht nur

den Trainerstab gebildet,

sondern auch den Vorstand

übernommen. Damals war

es noch einfach, weil wir nur

eine Mannschaft hatten.

Mit welchen Gedanken und

Zielen haben Sie begonnen?

Den Gedanken an die Oberliga

gab es zunächst nicht,

aber wir wollten unbedingt

in die Landesliga. Mit einem

Jahr Unterbrechung haben

wir dann ja auch durchgängig

in dieser Klasse gespielt.

Foto: Lehmann

Natürlich entwickelt man

dann auch Ambitionen und

nach einem langen Anlauf

hat es nun mit dem nächsten

Aufstieg geklappt. Nun ist es

normal, dass wir Lehrgeld

zahlen müssen. Trotzdem:

Wenn man unseren Kader

sieht, ist es traurig genug,

dass wir nicht mehr Punkte

auf dem Konto haben. Eigentlich

ist der Mannschaft

viel mehr zuzutrauen.

Der FC Türkiye wirkte zuletzt

als Verein mit einem

anderen kulturellen Hintergrund

– im Vergleich zu

anderen Klubs - sehr stabil.

Was ist Ihnen in punkto

Vereinsführung wichtig?

Die Namensgebung haben

sich andere ausgedacht. Wir

sind aber ein multikultureller

Verein. Ich mag es nicht,

wenn man sich im Sport untereinander

abgrenzt, denn

wir sind in Hamburg eine

große Familie. Natürlich

werden Spieler kommen und

gehen, aber ich sehe uns in

der Oberliga Hamburg als

Hamburger Verein.

Und was ist Ihnen wichtig,

was die interne Arbeit

angeht?

Was intern gesprochen wird,

sollte auch dort bleiben.

Eine klare Linie ist wichtig.

Natürlich gibt es gelegentlich

Proteste oder andere

Dogan Inam: Zurück an der Seitenlinie

Meinungen, aber das gehört

dazu. Generell sollte man

sich nicht zu weit aus dem

Fenster lehnen und gesunde

Entscheidungen treffen.

Wir wollen von anderen

lernen und holen uns bei

anderen Vereinen oder

auch beim Verband gerne

Ratschläge ab. Die Oberliga

ist schließlich auch für uns

Funktionäre Neuland. Man

lernt jeden Tag dazu.

Man sagt den Südländern

gerne eine hohe Emotionalität

nach, die nicht immer

förderlich ist. Wie begegnen

Sie dem?

Wir hatten ja in der Vergangenheit

auch unsere

Negativschlagzeilen und

wenn etwas vorfällt, wird

die Arbeit für den Vorstand

schwer. Wir wollen sportlich

auffallen und sind froh, dass

wir damit im Moment nichts

mehr zu tun haben. Unsere

Zuschauer kommen ja mehr

oder weniger in die Jahre

und wir versuchen schon in

den Jugendmannschaften

unsportliches Verhalten

nicht zu dulden. Ich bin der

klaren Meinung: Wenn das

nicht klappt, sollte derjenige

keinen Fußball spielen.

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