Flächennutzungsplan 2020 - Treffpunkt Mühlacker

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Flächennutzungsplan 2020 - Treffpunkt Mühlacker

FLÄCHENNUTZUNGSPLAN 2020

Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft

Mühlacker Ötisheim

BEGRÜNDUNG

- Vorentwurf - Stand: November 2006


Flächennutzungsplan 2020 VG „Mühlacker / Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

1 EINLEITUNG 7

1.1 Planungsanlass 8

1.2 Plangebiet 10

1.3 Aufgabe, Ziel und Geltungsdauer des neuen

Flächennutzungsplanes 11

1.4 Planinhalt 13

1.5 Verhältnis von Flächennutzungsplan und Landschaftsplan 16

1.6 Umweltbericht (Rechtsgrundlagen, Methodik) 17

1.7 Verfahrensstand 18

2 ALLGEMEINE PLANUNGSGRUNDLAGEN 20

2.1 Lage im Raum 20

2.2 Örtliche Gegebenheiten 20

2.2.1 Historische Entwicklung 20

2.2.2 Wirtschaftsstruktur 24

2.3.3 Bevölkerungsentwicklung 27

2.3 Naturräumliche und landschaftliche Gegebenheiten 28

3. PLANUNGSVORGABEN UND PLANUNGSZIELE 30

3.1 Übergeordnete Planungen 30

3.1.1 Landesplanung 30

3.1.2 Regionalplanung 30

3.2 Fachliche und kommunale Planungen und Konzeptionen 35

3.2.1 Entwicklungsziele und Vorgaben für den

Flächennutzungsplan 2020 35

3.2.2 Landschaftsplan 39

3.2.3 Umweltbericht 39

3.2.4 Sanierungsgebiete 40

3.2.5 Untersuchungen zum Verkehr 40

3.2.6 Entwicklungskonzeption für den Einzelhandel 46

3.2.7 Bildung, Kultur und Soziales 49

3.3 Abstimmung mit den Nachbargemeinden 59

4. FLÄCHENDARSTELLUNGEN UND WEITERE INHALTE DER PLANZEICHNUNG 60

4.1 Wohnbauflächen 60

4.1.1 Ausgangssituation und städtebauliche Ziele 60

4.1.2 Daten und Zielprognosen 63

4.1.3 Wohnbauflächenbedarfsermittelung 67

Stand: November 2006 2

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Flächennutzungsplan 2020 VG „Mühlacker / Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

4.1.4 Noch nicht bebaute Wohnbauflächen im

Flächennutzungsplan 2020 70

4.1.5 Darstellung von geplanten Wohnbauflächen im FNP 2020 71

4.2 Gemischte Bauflächen 84

4.2.1 Ausgangssituation und städtebauliche Ziele 84

4.2.2 Planung - Umnutzung 85

4.3 Gewerbliche Bauflächen 86

4.3.1 Ausgangssituation und städtebauliche Ziele 87

4.3.2 Ausgangsdaten und Zielprognosen 87

4.3.3 Reaktivierung von Baulücken 88

4.3.4 Bedarfsermittlung 91

4.3.5 Darstellung von geplanten Gewerbebauflächen 95

4.4 Sonderbauflächen 99

4.4.1 Sonderbaufläche – Einkaufszentrum/Handel 99

4.4.2 Sonderbauflächen für die Gartenhausnutzung 100

4.4.3 Sonderbauflächen für die Vereinsnutzung 106

4.4.4 Sonderbaufläche – Südwestfunk 109

4.5 Gemeinbedarfsflächen 109

4.5.1 Sportstätten 109

4.5.2 Gebäude und Einrichtungen für gesundheitliche und 114

soziale Zwecke 114

4.5.3 Feuerwehr 116

4.6 Flächen für den Verkehr 117

4.6.1 Motorisierter Individualverkehr – Bestand und Planung 117

4.6.3 Öffentlicher Personen- und Schienenpersonennahverkehr 120

4.6.4 Rad- und Fußgängerverkehr 122

4.6.5 Ruhender Verkehr 123

4.6.6 Flächen für den Luftverkehr – Segelfluggelände 123

4.7 Schutz gegen schädliche Umwelteinwirkungen 123

5. TECHNISCHE INFRASTRUKTUR 124

5.1 Energieversorgung 124

5.1.1 Stromversorgung 124

5.1.2 Gasversorgung 124

5.1.3 Fernwärme 130

5.2 Flächen für die Wasserversorgung 131

5.3 Flächen für die Abwasserentsorgung 131

5.4 Abfallbeseitigung 137

Stand: November 2006 3

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Flächennutzungsplan 2020 VG „Mühlacker / Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

6. GRÜN- UND FREIFLÄCHEN 138

6.1 Öffentliche Parkanlagen 138

6.2 Friedhöfe 138

6.3 Dauerkleingärten 140

6.4 Spiel- und Bolzplätze sowie Sportplätze 141

6.5 Grünverbindungen 145

7. WASSERFLÄCHEN UND FLÄCHEN FÜR DIE WASSERWIRTSCHAFT, DEN

HOCHWASSERSCHUTZ UND FÜR REGELUNGEN DES WASSERABFLUSSES 146

7.1 Wasserflächen 146

7.2 Überschwemmungsgebiete 146

8. FLÄCHEN FÜR DIE LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT 147

8.1 Flächen für die Landwirtschaft 147

8.2 Flächen für die Forstwirtschaft 149

9. FLÄCHEN FÜR MASSSNAHMEN ZUM SCHUTZ, PFLEGE UND ENTWICKLUNG VON

NATUR UND LANDSCHAFT 150

9.1 Natur- und Landschaftsschutzgebiete 150

9.1.1 Landschaftsschutzgebiete 150

9.1.2 Naturschutzgebiete 151

9.1.3 Naturdenkmale 151

9.2 Ausgleichsflächen und Maßnahmentypen aus dem

Landschaftsplan 152

9.3 Umweltverträglichkeit 156

9.4 Flora – Fauna – Habitat – Gebiete 156

10. NACHRICHTLICHE ÜBERNAHMEN 157

10.1 Altlasten 157

10.2 Flächen mit wasserrechtlichen Schutzfestsetzungen 168

10.2.1 Wasserschutzgebiete 168

10.2.2 Überschwemmungsgebiete 168

10.3 Bau- und Bodendenkmale 168

10.4 Flächen für Aufschüttungen, Abgrabungen und den

Mineralienabbau 186

Stand: November 2006 4

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Flächennutzungsplan 2020 VG „Mühlacker / Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

11. UMSETZUNG 187

11.1 Realisierung der Bauflächen 187

11.2 Überprüfung der Siedlungsflächenentwicklung 190

11.3 Umweltüberwachung 190

11.4 Zusammenfassung 191

12. GESETZE, VERORDNUNGEN UND RICHTLINIEN 192

13. ABBILDUNGSVERZEICHNIS 194

14. TABELLENVERZEICHNIS 195

15. PLÄNE 197

15.1 Verkehrsentwicklungsplan `95 Straßenhierarchie - Bestand 197

15.2 Verkehrsentwicklungsplan Hierarchie - Planung 198

15.3 Straßennetz 199

15.4 Einzugsbereiche - ÖPNV und Schienenpersonennahverkehr 200

15.5 Fuß- und Radwegenetz - Übersicht 201

15.6 Einzugsradien Spiel- und Bolzplätze 202

15.6.1 Mühlacker Stadt 202

15.6.2 Dürrmenz 203

15.6.3 Enzberg 204

15.6.4 Großglattbach 205

15.6.5 Lienzingen 206

15.6.6 Lomersheim 207

15.6.7 Mühlhausen 208

15.6.8 Ötisheim 209

15.7 Abgrenzung der Einzelhandelsinnenstadt 210

Stand: November 2006 5

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Der vorliegende Flächennutzungsplan wurde entsprechend den Vorgaben des

§ 5 BauGB vom 23. September 2004 (BGBl. I S. 2414), zuletzt geändert durch Art.

21 des Gesetzes vom 21. Juni 2005 (BGBl. I. S. 1818), erarbeitet.

Die Planunterlagen bestehen aus:

1. zeichnerische Darstellung im Maßstab 1:10.000

2. textliche Erläuterungen (Begründung)

Bearbeitung:

Bau- und Planungsamt der Stadt Mühlacker Winfried Abicht

Antonia Siegmund

Rathaus

Kelterplatz 7

75417 Mühlacker

Fax: 07041/876 269

Stand: November 2006

Stand: November 2006 6

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

1 EINLEITUNG

Der Flächennutzungsplan stellt die Art der Bodennutzung in ihren Grundzügen

dar, er stellt somit die Weichen für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Diese

Anforderung wird in einer geringen Flächeninanspruchnahme für zusätzliche

Bauflächen und in der zunehmenden Bedeutung von Freiraum- und Umweltschutzbelangen

konkretisiert. Das heißt, neue Bauflächen sollten in dem Umfang

dargestellt werden, wie es dem zu erwartenden Bedarf entspricht und soweit

dieser Bedarf nicht auf bereits dargestellten Bauflächen gedeckt werden

kann. Die Darstellung neuer Wohnbauflächen sollte sich zudem auf bestehende

Siedlungsbereiche bzw. auf deren Erweiterung konzentrieren.

Aufgrund der Bevölkerungs- und Haushaltsentwicklung wird sich bei den Anforderungen

an zukünftige Wohnstandorte ein Übergang von Quantität zur Qualität

vollziehen. Das bedeutet, dass zunehmend schlecht ausgestattete, kleine

oder in Randlage befindliche Wohnungen ausscheiden werden (leer stehen).

Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Standorten wird zunehmen. Besonders

betroffen von dieser tendenziellen Entwicklung werden die Ortskerne

sein. Die geplanten Sanierungsgebiete können diese Entwicklung mindern.

Die fortschreitende Tertiärisierung der Wirtschaft stellt neue Anforderungen an

Gewerbestandorte. Sowohl die Architektur von Gewerbebauten als auch die

städtebauliche Gestaltung und Qualität der Gebiete spielen in Zukunft eine

wichtige Rolle. Die Entwicklung im Gewerbegebiet Waldäcker macht deutlich,

dass das Prinzip der Funktionstrennung und immissionsschutzrechtliche Aspekte

an Bedeutung verlieren werden. Die Unternehmen bevorzugen Standorte, die

städtische Eigenschaften aufweisen, gleichzeitig aber in einem „Park“ liegen.

Der neue Flächennutzungsplan wird diese Entwicklung berücksichtigen. Wird

sich der Wandel vom immissions- zum infrastrukturorientierten Gewerbestandort

hin zu einem gestaltgeprägten Standort in seinem Geltungszeitraum vollziehen,

wird es wichtig sein, neue gewerbliche Standorte an die Vorhandenen anzuschließen

und gleichzeitig eine Nähe zu Wohnstandorten zu gewährleisten.

Im Jahr 2010 werden rund 80 % der fahrfähigen Bevölkerung, das sind Personen

zwischen 18 und 75 Jahren, über einen Pkw verfügen. Das entspricht 802 Pkw

auf 1000 Personen. 1

Entsprechend den Aussagen des Generalverkehrsplanes 1995 (GVP) wird die

Personenverkehrsleistung bis zum Jahr 2010 um ca. 21% steigen. Während die

Zahl der täglichen Wege auch in Zukunft gleich bleiben wird, steigt die Mobilitätsbereitschaft

weiter. Das heißt, man wird zukünftig bereit sein, weitere Wege

zurück zu legen. Insgesamt wird bis zum Jahr 2020 mit einem steigenden Motorisierungsgrad

gerechnet. Dieser hat eine steigende Verkehrsbelastung zur Folge.

Nach Prof. Dr. Ing. H. Topp ist ein Oberziel der Stadt- und Verkehrsplanung hohe

Mobilität bei geringem Verkehrsaufkommen. Eine Chance für mehr Mobilität

und weniger Verkehr liegt in der Innenentwicklung. Diese nutzt vorhandene Infrastrukturen

wie Straßen und Linien des öffentlichen Personennahverkehrs. Außenentwicklung

hingegen bedeutet mehr Verkehr und geringere Mobilität. Gerade

im Hinblick auf die Stärkung des ÖPNV wird Innenentwicklung zur Stabilisierung

der Nachfrage und eines hochwertigen Angebotes unverzichtbar. 2

Auch in Mühlacker wird im Hinblick auf den Verkehr eine nachhaltige Entwicklung

gewährleistet. Mit dem Ziel der Erhaltung und Verbesserung der Mobilität

1 Schell Prognose von 1997

2 Topp, Hartmut, Prof. Dr.-Ing.: in Innenentwicklung vor Außenentwicklung, Ministerium

für Umwelt und Verkehr Baden – Württemberg, Karlsruhe 2003

Stand: November 2006 7

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

wird in Zukunft ein wichtiger Schwerpunkt auf der Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs

und des Rad- und Fußgängerverkehrs liegen. Die Umsetzung

des Parkleitsystems und Beschilderungskonzeptes der Stadt Mühlacker sowie

das Mobilitätskonzept bilden hierfür eine wesentliche Vorraussetzung. Innenentwicklung

des Bestandes und seine Umstrukturierung wird unter den Aspekten

Mobilität und Verkehr immer wichtiger. 3

Der neue Flächennutzungsplan stellt erstmals auch Flächen für Maßnahmen

zum Schutz, Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft dar. Auf diesen

Flächen sollen ökologische Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt werden.

1.1 Planungsanlass

Der gemeinsame Verwaltungsausschuss von Mühlacker und Ötisheim hat am

20.03.2001 die Aufstellung des gemeinsamen Flächennutzungsplanes (FNP) der

Verwaltungsgemeinschaft Mühlacker Ötisheim beschlossen.

Der derzeit gültige Flächennutzungsplan der VG Mühlacker – Ötisheim wurde

1982 aufgestellt und 1985 genehmigt. Der Planungshorizont reichte bis in das

Jahr 1995.

Die Anzahl der bisherigen FNP-Änderungen beläuft sich auf insgesamt 19 Stück.

Diese gliedern sich für die Stadt Mühlacker und die Gemeinde Ötisheim wie

folgt auf:

Tabelle 1: Genehmigte Flächennutzungsplanänderungen

Nr. Name Gegenstand Genehmigung durch RP bzw.

Verfahrensstand

Ötisheim

101 Ostanbindung Ötisheim Verkehrsfläche 18.09.1997 genehmigt

102 Schlatt-Waldäcker- Erweiterung 2 Gewerbebaufläche 18.09.1997 genehmigt

105 Hofäcker-Abrundung Gewerbebaufläche 24.01.2004 genehmigt

wirksam seit 03.02.2005

107 Ötisheimer Straße- Abrundung Wohnbaufläche 21.03.1994 genehmigt

110 Sondergebiet Vereine Sondergebiet (Vereine) 21.03.1994 genehmigt.

113 Steidach Gewerbebaufläche 12.07.2004 genehmigt wirksam

seit 31.07.04

114 Täle Umwandlung von Gewerbe- in

Mischbaufläche

21.03.1994 genehmigt

115 Westanbindung Ötisheim Verkehrsfläche 24.01.2004 genehmigt

wirksam seit 03.02.2005

116 Schönenberg- Ötisheimer Straße- Mischbaufläche 24.01.2004 genehmigt

westliche Abrundung

wirksam seit 03.02.2005

117 Sondergebiet Waldäcker Sondergebiet Vereine Eingestellt

118 Corres – Pforzheimer Straße – westli- Mischbaufläche 24.01.2004 genehmigt

che Abrundung

wirksam seit 03.02.2005

119 Corres – Pforzheimer Straße – östliche Mischbaufläche 24.01.2004 genehmigt

Abrundung

wirksam seit 03.02.2005

1

Mühlacker

Waldäcker Gewerbebaufläche 18.09.1997 genehmigt

3 Topp, Hartmut, Prof. Dr.-Ing.: Mehr Mobilität und weniger Verkehr bei Innen- vor Außenentwicklung,

in Innenentwicklung vor Außenentwicklung, Ministerium für Umwelt

und Verkehr Baden – Württemberg, Karlsruhe 2003.

Stand: November 2006 8

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

3 Schuler-Areal Mischgebiet , Grünfläche 21.03.1994 genehmigt

4 Holder Sonderbaufläche 21.03.1994 genehmigt

6 Erweiterung Ziegelwerke 15.07.2004 genehmigt wirksam

seit 31.07.2004

7 Umnutzung EVS-Gebäude (2 Teilflächen)

Gewerbliche Baufläche GR-Feststellungsbeschluss

18.01.2005

8 Austraße Umwandlung von Mischbau- 24.01.2004 genehmigt

fläche und Grünfläche in

Wohnen und Ügb

wirksam seit 03.02.2005

9 Sondergebiet Kleintierzuchtanlage Sonderbaufläche 24.01.2004 genehmigt

Ehemalige Dreschhalle

wirksam seit 03.02.2005

Die im bestehenden bzw. geänderten Flächennutzungsplan aus dem Jahr 1985

bereits enthaltenen Aussagen, werden als Bestand dargestellt. Dies entspricht

der üblichen Handhabung in Baden-Württemberg. In Bereichen, in denen sie

geändert werden, wird in der Begründung näher darauf eingegangen, soweit

es sich nicht um lediglich redaktionelle Änderungen handelt.

Eine Fortschreibung des derzeitigen FNP für den Verwaltungsraum Mühlacker -

Ötisheim wird aus folgenden Gründen notwendig:

1. Festschreibung der mittlerweile fertig gestellten städtebaulichen Gesamtkonzeption

„Stadtentwicklung 2020“ 4 (STEP) als langfristige Planungsleitlinie

für die Stadt Mühlacker mit verwaltungsinterner Bindungswirkung.

2. Überschreitung des ursprünglichen Planungshorizontes (1995) des derzeit

gültigen FNP.

3. Notwendigkeit der Bereitstellung von Bauflächen (insbesondere von gewerblichen

Bauflächen).

4. Aktualisierung des derzeit gültigen FNP aufgrund zahlreicher Änderungen

und Anpassungen.

5. Berücksichtigung und Darstellung erhöhter Anforderungen z.B. des Umweltschutzes

(Altlasten, naturschutzrechtliche Eingriffsregelung etc.) und

sonstiger geänderter Rahmenbedingungen (Verkehrsentwicklungsplan).

Im Vorfeld zur Aufstellung des Flächennutzungsplanes wurde in Mühlacker die

Stadtentwicklungsplanung 2020 durchgeführt. Im November 2001 wurde der

Stadtentwicklungsplan beschlossen. Seine Ergebnisse stellen die Grundlage des

Flächennutzungsplanes dar. In diesem Rahmen wurde den Bürgern frühzeitig

die Möglichkeit gegeben an der Entwicklungsplanung der Stadt Mühlacker mitzuwirken.

Dazu wurden in allen Ortsteilen Bürgerversammlungen durchgeführt.

Anregungen aus dieser frühzeitigen Bürgerbeteiligung sind in die STEP und somit

in den Flächennutzungsplan eingeflossen. Soweit Anregungen nicht einfließen

konnten, erfolgte im Rahmen der Abwägung eine Begründung hierfür.

Die Bürgerversammlungen fanden an folgenden Terminen und Stadtteilen statt:

Mühlacker Stadt / Dürrmenz: 13.06.2001

Enzberg: 20.06.2001

Großglattbach: 02.07.2001

Lienzingen: 27.06.2001

Lomersheim: 28.06.2001

Mühlhausen: 04.07.2001

4 Locher; Schwantes; Schwinge; Zoepperitz: Stadt Mühlacker Stadtentwicklung 2020,

Stuttgart 2002.

Stand: November 2006 9

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Bestandteile des Flächennutzungsplanes sind die Planzeichnung im Maßstab

1:10.000 und entsprechend dem § 5 (5) BauGB ein Erläuterungsbericht, in dem

insbesondere die Kernaussagen zu den Themenbereichen Landschaft, Gewerbe,

Wohnen, Verkehr und Infrastruktureinrichtungen erläutert werden.

1.2 Plangebiet

Das Plangebiet umfasst die Gemarkung der Stadt Mühlacker und seiner Stadtteile

sowie die Gemeinde Ötisheim.

Der Verwaltungsraum Mühlacker ist insgesamt ca. 5.434 ha groß. Er umfasst

Mühlacker mit Dürrmenz (1.620 ha) sowie die Stadtteile Enzberg (543 ha), Großglattbach

(816 ha), Lienzingen (1.109 ha), Lomersheim (652 ha) und Mühlhausen

(694 ha).

Der Verwaltungsraum Ötisheim umfasst außerdem die Ortsteile Corres, Erlenbach

und Schönenberg. Er ist ca.1.426 ha groß.

Abbildung 1: Darstellung des Untersuchungsgebietes (Auszug aus der

Topographischen Karte)

Die Planzeichnung des Flächennutzungsplanes wurde auf der Grundlage der

automatisierten Liegenschaftskarte (ALK) des Landesvermessungsamtes Baden-

Württemberg erstellt.

Die folgende Tabelle 1: Nutzungsverteilung der Verwaltungsgemeinschaft

Mühlacker / Ötisheim gibt einen Überblick:

Stand: November 2006 10

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Tabelle 2: Nutzungsverteilung der Verwaltungsgemeinschaft

Mühlacker / Ötisheim

Nutzungsart in ha

Mühlacker Ötisheim

Bodenfläche insgesamt 5.432 1.427

Siedlungs- und Verkehrsfläche 1) 1.013 232

dar. Gebäude- und Freifläche 2) 577 121

Verkehrsfläche 387 99

Landwirtschaftsfläche 2.676 737

Waldfläche 1.587 444

Wasserfläche 72 7

Übrige Nutzungsarten 3) 84 8

Stand: 2001

1) Summe aus Gebäude- und Freifläche, Betriebsfläche (ohne Abbauland),Erholungsfläche,

Verkehrsfläche, Friedhof.

2) Einschließlich unbebaute Flächen, die Zwecken der Gebäude untergeordnet sind.

3) Summe aus Abbauland und Flächen anderer Nutzung (ohne Friedhof).

1.3 Aufgabe, Ziel und Geltungsdauer des neuen Flächennutzungsplanes

Der Flächennutzungsplan ist der in den §§ 5 ff. des Baugesetzbuches definierte,

vorbereitende Bauleitplan für eine oder mehre Gemeinden.

Die Siedlungsentwicklung soll sich aus einer gesamtheitlichen, förmlichen Planung

heraus vollziehen und nicht aus projekt- und einzelfallbezogenen Überlegungen

vorangetrieben werden. Sie soll zur Steuerung der räumlichen Entwicklung

genutzt werden. Hierfür dient den Städten und Gemeinden der Flächennutzungsplan.

Gemäß der §§ 1 und 5 des Baugesetzbuches soll in ihm die sich

aus der beabsichtigten Entwicklung einer Gemeinde ergebende Art der Bodennutzung

nach den voraussehbaren Grundbedürfnissen in ihren Grundzügen

dargestellt werden. Als vorbereitender Bauleitplan setzt der Flächennutzungsplan

den Rahmen für die verbindliche Bauleitplanung, wobei ein ausreichender

Entwicklungsspielraum offen zu halten ist.

Der Begriff „Grundzüge“ ist sehr unbestimmt und zeichnerisch schwer umsetzbar.

Da die zeichnerische Darstellung im Flächennutzungsplan aufgrund ihrer

flächen- und grundstücksscharfen Darstellung eine hohe Genauigkeit hat, ist es

die Aufgabe der Begründung diese zu große Genauigkeit zurück zu nehmen

und durch die Angabe der gemeindlichen Entwicklungsabsicht die Grundzüge

deutlich zu machen. Auf diese Weise bleibt Raum für die Ausarbeitung der Bebauungspläne.

Da es nicht Aufgabe und Inhalt des Flächennutzungsplanes ist über die Grundzüge

hinaus die Planungsabsichten zu konkretisieren, dürfen die Planzeichen

und die Flächenbegrenzungen auch nicht in diesem Sinne über- und somit fehl

interpretiert werden.

Das Zeichensymbol für die Neuanlage von Eingrünungen, die beispielsweise an

den Rändern von Bauflächen dargestellt sind, ist nicht zwangsläufig als Planung

einer linienartigen Heckenpflanzung anzusehen. Hier muss in der verbindlichen

Bauleitplanung geklärt werden, welche Eingrünung z.B. der Ortsränder zur Einbindung

der Baugebiete in die Landschaft der örtlichen Situation angemessen

und erforderlich ist. Auch dürfen Bauflächenausweisungen, die generalisierend

bis an die Ufer von Fließgewässern oder an Waldränder heranreichen, nicht als

Planungen missverstanden werden, die sich über das Landes Wassergesetz bzw.

die Landesbauordnung hinwegsetzen und eine Bebauung im schutzwürdigen

Stand: November 2006 11

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Uferbereich oder im gefahrenträchtigen Waldabstand ermöglichen. Auch hier

muss in der verbindlichen Bauleitplanung geklärt werden, welche konkrete Nutzung

unter Beachtung der wasser- bzw. bauordnungsrechtlichen Bestimmungen,

die durch die Bauleitplanung nicht außer Kraft gesetzt werden, möglich

sind und zugelassen werden können.

Der Flächennutzungsplan muss die Vorgaben der gemeindlichen Entwicklungsplanung,

der Regional- und Landesplanung sowie übergeordneter Fachplanungen

aufnehmen. Er hat demnach eine doppelte Aufgabe: Die Umsetzung

übergeordneter Planungen und die Steuerung nachfolgender Planungen (Bebauungsplan).

5

Ziel des Flächennutzungsplans ist es, die Leitlinien der räumlichen Planung bis

zum Jahr 2020 fest zu legen.

In ihm ist die Flächeninanspruchnahme für Siedlung, Kultur, Gewerbe, Industrie,

Erholung, Land- und Forstwirtschaft, Ver- und Entsorgung, Verkehr sowie für die

Entwicklung von Natur und Landschaft dar zu stellen.

Dem Flächennutzungsplan kommt keine unmittelbare Rechtswirkung zu. Mit einer

Bestandsdarstellung eventuell ungenehmigter Anlagen im Außen- bzw. im

Innenbereich ist deshalb auch keine Legalisierung dieser Anlagen verbunden.

Hierzu bedarf es einer Genehmigung durch die zuständige Behörde. Die Darstellung

im Flächennutzungsplan kann einer solchen Genehmigung zwar dienlich

sein, dennoch muss eine Genehmigung nicht allein deshalb erteilt werden,

weil die Anlage im Flächennutzungsplan dargestellt ist.

Vor allem bei den - mit Hütten bestandenen und von Zäunen umgebenen –

Gärten im Außenbereich ist dies der Fall. Zur planungsrechtlichen Absicherung

von bisher illegalen Außenbereichsgärten, bedarf es eines Bebauungsplanes,

der wiederum gemäß § 8 Abs. 2 BauGB (sofern nicht auf die in den Absätzen 3

oder 4 des § 8 BauGB aufgeführten Möglichkeiten zurückgegriffen wird) aus

dem Flächennutzungsplan zu entwickeln ist. Insofern wird bereits im Flächennutzungsplanverfahren

zu prüfen und unter Berücksichtigung der sich aus dem

Landschaftsplan ergebenden Ziele und Maßnahmen festzulegen sein, an welcher

Stelle eine planungsrechtliche Absicherung von Gartenhütten und -

zäunen im Außenbereich ermöglicht werden soll. Soweit diese Möglichkeit gegeben

ist, kann die planungsrechtliche Absicherung durch die Aufstellung von

Bebauungsplänen auch vorgenommen werden. Mit dem Flächennutzungsplan

allein ist eine planungsrechtliche Absicherung jedoch nicht möglich, er bereitet

sie lediglich vor.

Dies gilt auch für die übrigen Darstellungen des Flächennutzungsplanes, mit denen

Planungsabsichten dargelegt werden. So wird etwa mit einer Bauflächendarstellung

auf Außenbereichsgrundstücken noch kein allgemeines Baurecht

geschaffen. Umgekehrt ergibt sich aus dem Flächennutzungsplan aber auch

keine Verpflichtung, die bisherige, in der Regel landwirtschaftliche Nutzung aufzuheben.

Auch die im Rahmen der Übernahme von Aussagen des Landschaftsplanes

z. B. dargestellte Erhaltung, Neuanlage von Gehölzen und sonstigen

Eingrünungen begründet noch keine diesbezügliche Verpflichtung, da der

vorbereitende Bauleitplan, wie bereits erwähnt, keine rechtsverbindliche Wirkung

für den einzelnen Grundstückseigentümer ausübt.

Insofern ergeben sich auch mit der Ausweisung ökologisch bedeutsamer,

schutzwürdiger Bereiche keine Einschränkungen hinsichtlich der bisherigen

Grundstücksnutzung. Solche Einschränkungen könnten allenfalls mit einer natur-

5 Vgl. Battis/Krautzenberger/Löhr, BauGB, 6. Auflage, München 1998, Seite 160.

Stand: November 2006 12

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

schutzrechtlichen Unterschutzstellung verbunden sein, die nur durch die zuständige

Naturschutzbehörde - und zwar unabhängig von den landschaftsplanerischen

Darstellungen des Flächennutzungsplanes - in einem separaten Verfahren

vorgenommen werden kann.

Diese Darstellungen sollen allerdings dokumentieren, dass es Ziel der gemeindlichen

Planung ist, langfristig eben diese Bereiche zu sichern und zu unterhalten

bzw. von sonstigen konkurrierenden Nutzungen freizuhalten.

Die Verfahrensdauer bei der Aufstellung von Bauleitplänen hat in den letzten

Jahren ständig zugenommen, der Zeithorizont des Flächennutzungsplanes wird

deshalb entsprechend abgesteckt. Schließlich müssen entsprechende Reserveflächen

für die zukünftige bauliche Entwicklung für einen ausreichend großen

Zeitraum ausgewiesen werden. Aus diesem Grund wurden für den Flächennutzungsplan

der Verwaltungsgemeinschaft Mühlacker Ötisheim die Flächenreserven

bis zum Jahr 2020 dimensioniert.

1.4 Planinhalt

Die Planzeichnung nimmt als wichtigstes Element des Flächennutzungsplanes

an der Verbindlichkeit teil. § 5 Abs. 2 Nr. 1 BauGB erlaubt es den Gemeinden

die für die Bebauung vorgesehenen Flächen entweder als Bauflächen oder als

Baugebiete darzustellen.

Um die Entscheidung der konkreten Bodennutzung auf der Ebene der verbindlichen

Bauleitplanung flexibel zu gestalten, stellt der FNP 2020 die Bauflächen

dar. Es wird nicht in Baugebiete differenziert und auch das Maß der baulichen

Nutzung wird nicht dargestellt.

Insgesamt erfolgt die Darstellung von vier Bauflächentypen:

Wohnbauflächen

Gemischte Bauflächen

Gewerbliche Bauflächen

Sonderbauflächen

(nach Zweckbestimmung)

Stand: November 2006 13

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Gemäß § 5 (2) BauGB kann die Planzeichnung sonstige Darstellungen enthalten,

der Katalog der Darstellungsmöglichkeiten ist nicht abschließend. Die Gemeinde

kann zur Verdeutlichung ihrer Planungsabsichten auf eigene Darstellungsmöglichkeiten

zurückgreifen. Im Flächennutzungsplan werden folgende

weitere Flächentypen dargestellt:

Gemeinbedarfsflächen:

Anlagen und Einrichtungen des Gemeinbedarfs, hierunter fallen

öffentliche Verwaltungen, Schulen, Kindergärten, Kirchen

sowie kirchlichen, sozialen, gesundheitlichen, kulturellen und

sportlichen Zwecken dienende Anlagen und Einrichtungen

sowie Standorte der Feuerwehr.

Verkehrsflächen:

Flächen für den überörtlichen Verkehr und für die örtlichen

Hauptverkehrszüge. Hierunter fallen die Hauptverkehrszüge,

der öffentliche Personennahverkehr sowie der Schienenpersonennahverkehr

und deren Haltepunkte.

Flächen für die Ver- und Entsorgung:

Flächen für Versorgungsanlagen, für die Abfallentsorgung und

Abwasserbeseitigung sowie die Hauptversorgungsleitungen (Elektrizität,

Richtfunk, Gas, Wasser, Abwasser, Abfall) und

Hauptabwasserleitungen.

Grünflächen:

Wie beispielsweise Parkanlagen, Dauerkleingärten, Spiel- und

Sportplätze, Freibäder, Friedhöfe, Festplätze und sonstige

Grünflächen.

Flächen für Vorkehrungen zum Schutz gegen schädliche Umwelteinwirkungen:

Hierunter fallen Lärmschutzwälle, Schallschutzwände und sonstige

Anlagen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen.

Wasserflächen sowie Flächen für den Hochwasserschutz:

Wasserflächen, wie Seen, Teiche Wasserstraßen, Flächen für

die Wasserwirtschaft, den Hochwasserschutz und die Regelung

des Wasserabflusses.

Flächen für die Gewinnung von Bodenschätzen:

Abbauflächen für die Gewinnung von Ton, Sand und Kies.

Landwirtschaftliche Flächen:

Wald:

Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung

von Natur und Landschaft:

Stand: November 2006 14

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Neben den Darstellungen enthält der Flächennutzungsplan noch Kennzeichnungen,

nachrichtliche Übernahmen und Vermerke. Die Kennzeichnungen sind

ähnlich wie die nachrichtlichen Übernahmen lediglich als Hinweise von Planungen

und sonstigen Nutzungsregelungen zu verstehen, die nach anderen gesetzlichen

Vorschriften festgesetzt wurden (z.B. Naturschutzgebiete). Nutzungsregelungen

die noch nicht realisiert wurden, die aber beabsichtigt sind (Vogelschutzgebiete),

finden durch die Vermerke Eingang in den Flächennutzungsplan.

Der Flächennutzungsplan 2020 enthält folgende Kennzeichnungen:

Flächen unter denen der Bergbau umgeht, oder die für den

Abbau von Mineralien bestimmt sind (Flächen mit Bergbauberechtigung)

Für bauliche Nutzungen vorgesehene Flächen, die erheblich

mit umweltgefährdeten Stoffen belastet sind (Altlasten).

Die folgenden Planungen und sonstigen Nutzungsregelungen,

die nach anderen gesetzlichen Vorschriften festgesetzt wurden,

sind in den FNP 2020 nachrichtlich übernommen oder

vermerkt soweit sie beabsichtigt sind:

Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, flächenhafte

Naturdenkmale, Biotope sowie FFH-Gebiete und Vogelschutzgebiete.

Wasserschutzgebiete (Schutzgebiete für die Grundwasser- und

Quellwassergewinnung) und Überschwemmungsgebiete.

Nach Landesrecht denkmalgeschützte bauliche Anlagen und

Grabungsgebiete.

Sanierungsgebiete

Bahnanlagen

Straßenverkehrsflächen

Um die Planzeichnung nicht zu überlasten, sowie zur Verdeutlichung der planerischen

Absicht der Verwaltungsgemeinschaft, wurden folgende Themenkarten

beigefügt:

• Fachbeitrag Einzelhandel – Abgrenzung der Einzelhandelsinnenstadt

• Einzugsbereiche – ÖPNV und Schienenpersonennahverkehr

• Fuß- und Radwegenetz

Die thematischen Karten enthalten Planungsempfehlungen, die bei der verbindlichen

Bauleitplanung berücksichtigt werden sollen.

Der Begründung sind zur weiteren Information folgende zusätzliche Karten beigefügt:

• Netz der klassifizierten Straßen (Auszug aus dem Verkehrsentwicklungsplan der Stadt

Mühlacker VEP 1995) Plan 15.1 Verkehrsentwicklungsplan `95 Straßenhierarchie

– Bestand und Plan 15.2 Verkehrsentwicklungsplan `95 Straßenhierarchie

– Planung

• Straßennetz FNP 2020 (Plan 15.3)

• Räumliche Verteilung und Einzugsradien der Kinderspielplätze und Bolzplätze

(Plan 15.6 Einzugsradien Spiel- und Bolzplätze)

Stand: November 2006 15

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

1.5 Verhältnis von Flächennutzungsplan und Landschaftsplan

Innerhalb der Flächennutzungsplanung kommt der Landschaftsplanung eine

besondere Bedeutung zu. Entsprechend dem Landesnaturschutzgesetz haben

die Träger der Bauleitplanung einen Landschaftsplan auszuarbeiten (...) dessen

Ergebnisse „(...) soweit erforderlich und geeignet, in die Bauleitpläne aufgenommen

werden soll.“ 6

§ 7 NatSchG Baden-Württemberg (bw) definiert die Ziele und Inhalte des Landschaftsplanes

wie folgt: „Die Zielsetzungen und Maßnahmen zur Verwirklichung

der Grundsätze des Naturschutzes, der Landschaftspflege und der Erholungsvorsorge

werden unter Beachtung der Ziele und Grundsätze der Raumordnung

und Landesplanung (...) in Landschaftsplänen (...) (§9) dargestellt“ 7 .

Entsprechend dem Absatz 3 des § 7 NatSchG (bw) sind den Plänen Begründungen

mit Ergebnissen der Landschaftsanalyse und Landschaftsdiagnose, Erläuterungen

der Zielsetzung und Darstellung der zu erwartenden Kosten beizufügen.

Weiterhin heißt es im Landesnaturschutzgesetz, dass die Landschaftspläne (...),

Maßnahmen zur Verwirklichung von Zielsetzungen nach § 7 Abs.2 NatSchG (bw)

näher darzustellen haben. Eine Festlegung von Ausgleichs- oder Gestaltungsmaßnahmen

muss in diesem Zusammenhang im Benehmen mit der Naturschutzbehörde

erfolgen.

Erst durch die Integration in den Flächennutzungsplan erlangt der Landschaftsplan

seine behördenverbindliche Rechtskraft.

In diesem Zusammenhang kommt dem § 5 (2) Nr. 10 BauGB eine besondere

Bedeutung zu. Er besagt, dass im Flächennutzungsplan die Flächen für Maßnahmen

zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft

dargestellt werden können.

Diese Regelung hat eine doppelte Funktion. Zum einen hat sie eine städtebaurechtliche

Bedeutung, da sie der Gemeinde ermöglicht, nach eigenem planerischen

Ermessen die Flächen für landschaftsschützende Maßnahmen darzustellen,

die zum Ausgleich von Eingriffen in Natur und Landschaft durch Bebauung

erforderlich sind.

Zum anderen kommt ihr die Funktion zu, das Städtebaurecht formell für die Integration

von Darstellungen der Landschaftspläne in den Flächennutzungsplan

zu öffnen. Hierdurch kann der flächenbezogene Planungs- und Entwicklungsteil

des Landschaftsplanes in den Flächennutzungsplan integriert werden.

In jedem Fall können im Flächennutzungsplan nur die Flächen für Schutz-, Pflege-

und Entwicklungsmaßnahmen dargestellt werden, nicht jedoch die Maßnahmen

selbst. Diese bleiben der nachfolgenden Ebene der Bebauungspläne

bzw. den Fachplanungen vorbehalten.

Insbesondere werden folgende Inhalte aus dem Landschaftsplan als Darstellungen

in den FNP übernommen:

• Gesetzlich geschützte Biotope nach § 24 a NatSchG bw

• Schutzgebietsvorschläge nach dem vierten Abschnitt des NatSchG bw.

• Flächen für Maßnahmen zum Ausgleich bzw. Ersatz von Eingriffen in Natur

und Landschaft nach § 1a BauGB.

6 Naturschutzgesetz des Landes Baden – Württemberg in der Fassung vom 29.März

1995, geändert 20.11.2001, § 9.

7 Naturschutzgesetz des Landes Baden – Württemberg in der Fassung vom 29.März

1995, geändert 20.11.2001, § 7.

Stand: November 2006 16

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

1.6 Umweltbericht (Rechtsgrundlagen, Methodik)

Entsprechend dem BauGB vom 23. September 2004 (BGBl. S. 2414) ist bei der

Neuaufstellung und Änderung von Flächennutzungsplänen, die nach dem 20.

Juli 2004 eingeleitet wurden oder nach dem 20.6.2006 ihre Rechtskraft erlangen

ein Umweltbericht anzufertigen. Der Umweltbericht ist Bestandteil des Flächennutzungsplans

und ist in seine Begründung in gekürzter, leicht verständlicher

Form zu integrieren.

Nach § 2a Nr.2 und 3 BauGB sind im Umweltbericht die, aufgrund der Umweltprüfung

gemäß § 2 Abs. 4 und der Anlage zum BauGB, ermittelten und bewerteten

Belange des Umweltschutzes darzulegen. Als Teil der Begründung ist der

Umweltbericht zusammen mit dem Entwurf des FNP öffentlich auszulegen.

Umfang und Detaillierungsgrad der Ermittlung und Bewertung der voraussichtlich

erheblichen Umweltauswirkungen, d.h. der Umweltprüfung, werden gem. §

2 Abs. 4 BauGB von der Gemeinde festgelegt. Die Umweltprüfung bezieht sich

auf das, was nach gegenwärtigem Wissensstand und allgemein anerkannten

Prüfmethoden sowie nach Inhalt und Detaillierungsgrad des FNP angemessenerweise

verlangt werden kann.

Hauptinformationsgrundlage für die Prüfung bildet der Landschaftsplan als wesentliche

ökologische Bezugsbasis des Flächennutzungsplans. Des Weiteren

werden Daten des Altlastenverdachtsflächenkatasters genutzt. Soweit im Einzelfall

vertiefende Untersuchungen vorhanden bzw. erforderlich sind, werden sie

zur Prüfung hinzugezogen.

Die Umweltprüfung erstreckt sich insbesondere auf folgende Bereiche:

- Naturhaushalt und Umweltschutz

- Biotop und Artenschutz

- Landschaftsbild

- Erholung und Freiraumnutzung

- Immissionsschutz

- Altlasten.

Neben der Ermittlung und Bewertung der voraussichtlich erheblichen Umweltauswirkungen

des neuen FNP umfasst die Umweltprüfung auch die Berücksichtigung

anderweitiger Planungsmöglichkeiten sowie die Bestimmung erforderlicher

Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der

nachteiligen Auswirkungen, sowie zu deren Überwachung.

Anhand der im Rahmen der Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung eingegangenen

umweltbezogenen Stellungnahmen werden die zunächst vorläufigen

Ergebnisse der standardisierten Umweltprüfung regelmäßig überprüft und

(ggf.) angepasst / überarbeitet (Vgl. hierzu die „Akte Umweltprüfung“, die mit

dem Umweltbericht öffentlich ausgelegt wird. Einzelheiten können dort eingesehen

werden.).

Im Umweltbericht werden die Ergebnisse der Umweltprüfung zusammengefasst

dargestellt. Im Einzelnen besteht der Umweltbericht aus folgenden Elementen:

1. Rechtsgrundlage und Ziel des Umweltberichts

2. Inhalt und Ziele der FNP-Aufstellung (Rechtsgrundlage ist Ziff.1.a der Anlage

zum BauGB.)

3. Ziele des Umweltschutzes für das Plangebiet nach den einschlägigen Fachgesetzen

und Fachplänen (Rechtsgrundlage ist Ziffer 1.b der Anlage zum

BauGB.)

Stand: November 2006 17

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

4. Bestandsaufnahme des derzeitigen Umweltzustandes (Rechtsgrundlage ist

Ziff. 2.a der Anlage zum BauGB.)

5. Prognose über die Entwicklung des Umweltzustands bei Durchführung der

Planung (Rechtsgrundlage ist § 2 Abs.4 Satz 1 BauGB i.V.m. Ziff. 2.b der Anlage

zum BauGB.)

6. Geplante Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich

der nachteiligen Auswirkungen (Rechtsgrundlage ist Ziff.2.c der Anlage zum

BauGB.)

7. Darstellung von Alternativen (Rechtsgrundlage ist Ziff.2.d der Anlage zum

BauGB.)

8. Beschreibung der geplanten Maßnahmen zur Überwachung (Rechtsgrundlage

ist § 4c in Verbindung mit § 4 Abs.3 und Anlage Abs.2 Nr.5 BauGB.)

Auf eine allgemeinverständliche Zusammenfassung des Umweltberichts gem.

Nr. 3c der Anlage zu § 2 (4) BauGB kann i. d. R. verzichtet werden, wenn der

Umweltbericht so knapp / komprimiert und allgemeinverständlich abgefasst

wird, dass davon ausgegangen werden kann, dass auch für den fachlich nicht

vorgebildeten Leser eine zusätzliche Zusammenfassung nicht erforderlich wird.

Die Auseinandersetzung mit den im Rahmen der öffentlichen Auslegung eingehenden

Stellungnahmen zum Umweltbericht erfolgt in der Begründung zur abschließenden

Abwägung (Zusammenfassende Erklärung) und wird dem Gemeinderat

bzw. dem gemeinsame Ausschuss zur Beschlussfassung vorgelegt.

1.7 Verfahrensstand

Der Flächennutzungsplan der Verwaltungsgemeinschaft Mühlacker Ötisheim

wurde auf der Grundlage des Aufstellungsbeschluss gemäß § 2 (1) BauGB vom

20.03.2001 erarbeitet. Dieser wurde gemäß § 2 (1) BauGB ortsüblich bekannt

gemacht. Die frühzeitige Bürgerbeteiligung gemäß § 3 (1) BauGB wurde in den

Stadtteilen am 13.06.2001, 20.06.2001, 02.07.2001, 27.06.2001, 28.06.2001 und

04.07.2001 im Rahmen der Stadtentwicklungsplanung durchgeführt.

Aufstellungsbeschluss gemäß § 2 (1) BauGB

durch den gemeinsamen Ausschuss der

vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft am: 09. 04. 2001

Öffentliche Bekanntmachung des Beschluss: am: 05.07. 2001

Frühzeitige Bürgerbeteiligung nach § 3 (1) BauGB

Im Rahmen der Stadtentwicklungsplanung

Mühlacker Stadt / Dürrmenz am: 13.06.2001

Enzberg am: 20.06.2001

Großglattbach am: 02.07.2001

Lienzingen am: 27.06.2001

Lomersheim am: 28.06.2001

Mühlhausen am: 04.07.2001

Ortsübliche Bekanntmachung: am: 06., 09.,

13.,16., 23., 27.

und 30. Juni 2001.

Stand: November 2006 18

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Bekanntmachung über öffentliche Auslegung

nach § 3(2) BauGB am:

Öffentliche Auslegung gemäß § 3 (2) BauGB

mit Erläuterungsbericht, Umweltbericht und Landschaftsplan am:

Feststellungsbeschluss des gemeinsamen

Ausschuss der vereinbarten

Verwaltungsgemeinschaft am:

Genehmigung nach § 6 (1) BauGB vom

Regierungspräsidium Karlsruhe am:

Bekanntmachung der Genehmigung vom

gemäß § 6(5) BauGB am:

Stand: November 2006 19

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

2 ALLGEMEINE PLANUNGSGRUNDLAGEN

2.1 Lage im Raum

Die Verwaltungsgemeinschaft Mühlacker/Ötisheim (VG) mit einer Gesamtfläche

von 6.859 ha, liegt im nordöstlichen Teil des Enzkreises.

Mühlacker liegt im verdichteten Raum um Pforzheim sowie zwischen Stuttgart

und Karlsruhe. Raumordnerisch ist es der Region Nordschwarzwald zuzuordnen.

Es liegt verkehrsgünstig am Knotenpunkt der Bahnstrecken Stuttgart-

Straßburg/Basel und Stuttgart-Heidelberg/Frankfurt. Die Stadtbahn mit Haltepunkten

in Enzberg, im Rößlesweg und am Hauptbahnhof ergänzt das attraktive

Angebot. Ein weiterer Stadtbahnhaltepunkt in der Stadtmitte (Stöckach) soll

das Angebot vervollständigen. Zur Steigerung der Attraktivität des ÖSPNV (öffentlicher

Schienen Personen Nahverkehr) stehen an den Haltestellen P+R Plätze

zur Verfügung sowie Fahrradboxen am Hauptbahnhof. Mit dem Busbahnhof

wurde eine Verknüpfung von Bus- und Bahnverkehr erreicht.

Mühlacker ist über die Bundesstraßen 10 und 35 an die Autobahnen Stuttgart/München

und Karlsruhe/Basel/Frankfurt optimal angebunden.

Ötisheim liegt in der Randzone um den Verdichtungsraum Pforzheim und ist über

die L 1132 an das Fernstraßennetz angebunden.

Ötisheim und seine Ortsteile ist verkehrsmäßig optimal angebunden. Der überregionale

Straßenverkehr kann über die Bundesstraßen 10 und 35 ohne Beeinträchtigungen

an Ötisheim vorbeifahren. Gut ausgebaute Verbindungsstraßen

garantieren eine optimale Anbindung der ansässigen Wirtschaft.

Auf der Grundlage der Verkehrsuntersuchung des Planungsbüros von Professor

Kölz aus dem Jahr 1996 wurden alle empfohlenen Maßnahmen inzwischen realisiert.

Mit der Fertigstellung der Ortsumgehung im Süden, der westlichen und

östlichen Erschließungstangenten können neue Gebiete erschlossen und bestehende

entlastet werden.

2.2 Örtliche Gegebenheiten

2.2.1 Historische Entwicklung

Die Stadt Mühlacker / Kernstadt

Das Gebiet des heutigen Mühlackers wurde bereits vor 12.000 Jahren besiedelt.

Im 30 jährigen Krieg (1618-1648) wurde Mühlacker fast vollständig zerstört und

seine Bevölkerung reduziert. Die Ansiedlung von ca. 3.000 jungen Waldensern

aus Piemont im Jahr 1699 trug zum Wiederaufbau bei.

Mit dem Bau der Eisenbahn von Stuttgart bis ins Rheinland begann für die Stadt

im Jahr 1853 das Industriezeitalter. Durch die Eröffnung der so genannten Westbahn

verzeichnete Mühlacker ein starkes industrielles Wachstum. 1864 erfolgte

der Anschluss an die badische Bahnlinie Pforzheim - Durlach. Die bisher agrarisch-handwerklich

geprägte Gesellschaftsstruktur begann sich, begünstigt

durch die Aufhebung der Zollschranken und des Zunftzwangs, zu verändern. Betriebe

siedelten sich größtenteils in Bahnhofsnähe an.

Das Jahr 1930 ist aufgrund der Inbetriebnahme des Großsenders sowie wegen

des Erhaltes der Stadtrechte bedeutend.

Nach dem 2. Weltkrieg fand eine große Zahl Flüchtlinge in Mühlacker eine neue

Heimat. Der Zustrom vieler Menschen ließ neue Wohn- und Industriegebiete entstehen.

Stand: November 2006 20

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

In den Jahren 1971-1975 folgte die Eingliederung der Gemeinden Enzberg,

Großglattbach, Lienzingen, Lomersheim und Mühlhausen.

Der zunehmenden industriellen Bedeutung der Stadt Mühlacker wurde 1973

durch die Erklärung zur großen Kreisstadt Rechnung getragen.

Dürrmenz - Mühlacker

Im Jahre 779 n. Chr. wurde der heutige Stadtteil Dürrmenz erstmals im Codex

der Reichsabtei Lorsch urkundlich erwähnt.

Die Burg Dürrmenz, später „Löffelstelz“ genannt, wurde im 13. Jahrhundert von

Heinrich I. von Dürrmenz erbaut, ihr Zerfall begann wahrscheinlich bereits im 16.

Jahrhundert.

Enzberg

Der Ort Enzberg wurde erstmals am 06.11.1100 genannt. Ein im Codex Laureshamensis

883/884 genanntes Dorf Tailfingen (Dagefingen), das zur Wüstung

wurde, lag auf der Hochfläche zwischen Enz und Erlenbach. Römer haben mit

Gutshöfen am Enzknie gegen Mühlacker und an der Markungsgrenze nach Kieselbronn

ihre Spuren hinterlassen. Alemannengräber wurden bei Sengach gefunden.

Als Erbauer der Burg und Gründer des Ortes gilt Graf Wolfram von Enzberg

(1024-1056). Sein Sohn Johann gründete 1090 die Abtei Sinsheim und übergab

als Bischof von Speyer das Familiengut in Enzberg der Kirche. Im 14. Jahrhundert

wurde Enzberg Stadt mit eigener Gerichtsbarkeit und Marktrecht.

Die 1699 eingetroffenen Waldenser gründeten die Siedlung Sengach.

Schon 1300 und 1550 wurden Mühlen am Dorfbach und an der Enz erwähnt,

um 1700 gab es zwei Papiermühlen. Im 19. Jahrhundert hatten zwei Brauereien,

eine Gips- und Sägemühle wirtschaftliche Bedeutung. Um 1870 wurde Landwirtschaft

und Weinbau nur noch als Nebenerwerb betrieben. Viele Einwohner sahen

sich veranlasst, ihren Lebensunterhalt durch Taglohn und Fabrikarbeit zu sichern,

oft im nahe gelegenen Pforzheim.

1863 wurde Enzberg Bahnstation. 1907 ließ der Gemeindeverband (Enzberg, Ötisheim,

Wiernsheim und Wurmberg) das Elektrizitätswerk erbauen. Seit 1972 ist

Enzberg ein Stadtteil von Mühlacker.

Großglattbach

Zur Regierungszeit Karls des Großen, im Jahr 782, wurde Glatebach in einer Urkunde

des Klosters Lorsch zum ersten Mal genannt. Seit dem 9. Jahrhundert hatte

auch das Kloster Weißenburg in Glattbach Besitz, darunter die heutige Pfarrkirche

St. Petrus und die außerhalb des Orts gelegene, ältere Kirche St. Markus.

Das Kloster Reichenbach erhielt 1082 hier Güter, später folgten die Klöster Herrenalb,

Hirsau und Maulbronn, das zu ausgedehntem Besitz kam (Bischof Walter

von Speyer erwarb von Ritter Arnold 1023 ein Hofgut in Glattbach).

Im Schenkungsbuch des Klosters Hirsau erscheinen vom 12. Jahrhundert an die

Herren von Glattbach: Wolfram de Gladebach, seine Söhne Wolfram und Wunand,

Reinhardus, Diemar (1254), Leutwein (1263) und im 14. Jahrhundert Heinrich

de Gladebach. Grundherren waren die Grafen von Vaihingen, die Glattbach

von den Grafen von Calw übernahmen.

Glattbach ist ein Kreuzungspunkt uralter Straßen und Wege: der so genannte

Heerweg von Iptingen vereinigt sich nördlich des Orts mit dem von der Auricher

Höhe kommenden Alten Postweg. Ein Wallfahrtsweg zieht von Nußdorf her

durch den Ort und weiter nach Lomersheim.

Stand: November 2006 21

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Die einst stark befestigte Kirche St. Peter in Großglattbach nahm mit ihrer, das

Dorf beherrschenden Lage wahrscheinlich den Platz der einstigen Burg der

Ortsherren ein. Erhaltene Teile des Grabens und der Wehrmauer sind offenbar

älter als die Kirche. Der Flurname „in der wüsten Kirche“ nördlich vom Riedberg

deutet auf die frühere Existenz einer weiteren Kirche hin, wahrscheinlich einer

Feldkirche.

Die Oberamtsbeschreibung von 1870 vermerkt, dass der Weinbau stark abgenommen

habe und nur noch auf einer Fläche von 30 Morgen betrieben werde.

Die Pfarrchronik nennt dagegen für die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg eine

Zahl von 700 Weingärtnern.

Im Zuge der Verwaltungsreform schließt sich Großglattbach 1975 der Stadt

Mühlacker an.

Lienzingen

Schon die Römer haben Steinmetz- und Töpfereiwerkstätten hier an der großen

Straße Mainz-Cannstatt betrieben. Die Alte Burg, nordöstlich des Ortes gelegen,

war schon in der Hallstattzeit durch Gräben und Wälle befestigt worden. Die alemannisch-fränkische

Siedlung "Leonzingen" wird zwischen 766 und 800 in 24

Urkunden des Lorscher Codex genannt.

1692 wird der Ort von den Franzosen niedergebrannt. Zur Abwehr der französischen

Raubzüge läßt Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden, der "Türkenlouis", die

sogenannten "Eppinger Linien" mit der Sternschanze auf dem Sauberg ausbauen.

Um 1870 wird das Dorf als wohlhabend beschrieben. Trotzdem erhielten acht

Personen eine wöchentliche Unterstützung von drei Gulden, ferner bekamen

20-30 Personen je einen sechspfündigen Laib Brot am Sonntag vor und nach

Jakobi.

Lomersheim

Der Ort, eine alemannisch-fränkische Gründung, wurde erstmals am 9. Februar

800 als Lotmarsheim in einer Urkunde des Klosters Lorsch genannt. Dem heutigen

Lomersheim voraus gingen die rechtsenzischen Siedlungen „Niederhofen“

und „Oberhofen“.

Auf dem jetzigen „Doktorbuckel“ entstand die Niederburg. An ihr vorbei führte

der Wallfahrtsweg, auch Herdweg (Heerweg) genannt, von Großglattbach

durch die Enzfurt zur Liebfrauenkirche nach Lienzingen.

Die Einwohner fanden nach der Oberamtsbeschreibung von 1870 ihre Haupterwerbsquellen

in Feldbau, Viehzucht, Wein- und Obstbau. Die wichtigsten

Handwerker, unter denen die Schuhmacher am stärksten vertreten waren,

wohnen am Ort. Außerdem erwähnt wurden eine früher dem Kloster Maulbronn

gehörige Mahlmühle mit vier Gängen und einem Gerbgang sowie zwei Schildwirtschaften

und vier Kramläden.

Die wirtschaftliche Entwicklung im 20. Jahrhundert wurde in Lomersheim von der

bis in die 70er Jahre produzierenden Weberei Wendler bestimmt, die bis zu 460

Arbeitsplätze bot. 1971 schloss sich Lomersheim als erster Stadtteil an Mühlacker

an.

Stand: November 2006 22

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Mühlhausen

Von den Ortsadligen, Ministerialen der Enzgaugrafen, tritt 1120 im Codex Laureshamensis

ein Marquard von Mühlhausen auf. Im 13. Jahrhundert könnte das

Dorf reichsunmittelbar sein und bemüht sich in langen Prozessen, seine Reichsfreiheit

zu behaupten.

Das Schloss wurde 1566 erbaut. Es war von 1961 bis 1996 ein sozialpädagogisches

Institut des Christlichen Jugenddorfwerkes. Seitdem befindet es sich im

Privatbesitz und steht heute leer.

Die dem heiligen Albanus geweihte Kirche ist romanischen Ursprungs. Sie wird

1231 kirchenrechtlich dem Kloster Maulbronn unterstellt.

Die Anfänge der Schule gehen zurück in die Reformation zur Zeit Friedrich

Thumbs von Neuburg. Um 1790 wurde die Schule im jetzigen Gasthaus zum Löwen

von etwa 100 Kindern besucht. Das Schulhaus von 1836 ist jetzt Lehrerwohnung.

Die heutige Schule wurde 1886 errichtet, 1911 erweitert.

"Der Weinbau ist sehr ausgedehnt und liefert ein vortreffliches Erzeugnis. Obwohl

die Landwirtschaft mit viel Fleiß und großer Umsicht betrieben wird und der Boden

im allgemeinen fruchtbar ist, sind die Einwohner oft unbemittelt," heißt es

um 1870. 8

Ötisheim

Als ältestes Zeugnis menschlichen Aufenthaltes in Ötisheim sind in unserer Zeit

Steinwerkzeuge (Beil und Hammer) aus der jüngeren Steinzeit überliefert. Größere

und schon teilweise organisierte Siedlungen dürften schon in der älteren Eisenzeit

vorhanden gewesen sein. Hierauf deuten aufgefundene Grabhügel hin,

die dieser Zeit zugerechnet werden. Am 23.07.1906 wurde ein solcher Grabhügel

bei Corres untersucht.

Als zur Zeit des Augustus die Römer in unsere Gegend kamen, nahmen sie auch

diesen alten Siedlungsboden in Besitz, wovon verschiedene Bodenfunde und

die Römerstraße von Ötisheim nach Pforzheim über Kieselbronn, genannt die

Hohe Straße, Zeugnis ablegen. Die römischen Legionäre dürften jedoch in Ötisheim

bereits eine keltische Siedlung vorgefunden haben, die nach dem Zerfall

des römischen Imperiums im Zuge der nachfolgenden alemannischen Landnahme

den Alemannen überlassen werden musste.

Reihengräber bei dem zu Ötisheim gehörenden Weiler Erlenbach gehen auf

die Jahre 500 bis 700 nach Christus zurück und sind Zeugen der ersten großen

Ausbauzeit unseres Landes, die unter der Oberherrschaft der Franken ab dem 6.

Jahrhundert erfolgte. Erlenbach, das sich bereits als Flurname findet, ist also

auch als Siedlung mindestens um das Jahr 700 n. Chr. zu datieren.

Ötisheim wird nach älteren Überlieferungen erstmals im Jahre 756 nach Christus

urkundlich erwähnt, als das Kloster Weißenburg im Elsass aus „Autinesheim“ Güter

bekam. Fast alle Orte in der hiesigen Gegend begannen ihre urkundlich überlieferte

Geschichte in den Urkunden dieses Klosters oder aber denen des

Klosters Lorsch. Das Schenkungsbuch des Klosters Lorsch nennt im Verlauf von

77 Jahren Ötisheim nicht weniger als zehn Mal.

Eine neuere Untersuchung der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg hat

das Jahr 756 allerdings zwischenzeitlich in Frage gestellt. Offensichtlich handelte

es sich bei dieser Erwähnung um ein „Edesheim“ in der Pfalz. Deshalb dürfte

wohl das in der Oberamtsbeschreibung von Maulbronn erwähnte Jahr 783 als

8 Quelle: Stadtarchiv der Stadt Mühlacker.

Stand: November 2006 23

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Datum der ersten Erwähnung eher zutreffen, was der Gemeinde zwischenzeitlich

auch von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg bestätigt wurde.

Richtig ist allerdings, dass im Jahre 835 zwei Stifter namens Gwichat und Wichat,

die beide reiche Grundherren waren, dem Kloster Lorsch ein Gut im Ort zukommen

ließen. Das Kloster Lorsch wird auch in der Folgezeit mehrmals genannt,

es kam innerhalb von kurzer Zeit zu großen Besitzungen in Ötisheim.

2.2.2 Wirtschaftsstruktur

Als Mittelzentrum verfügt die Stadt Mühlacker über die entsprechenden Infrastruktureinrichtungen.

Es übernimmt zudem als Kreisstadt die Versorgungsfunktion

in den Bereichen Einzelhandel, Dienstleistungen, Gesundheit und Bildung für

den gesamten Mittelbereich.

Wirtschafts- und Sozialentwicklung - Trends und Fakten9 :

Im verarbeitenden Gewerbe haben im Jahr 2002 Beschäftigung und Leistungsniveau

um ca. 2% abgenommen. Aufgrund der bislang ausbleibenden Konjunkturbelebung

wird sich der Beschäftigtenabbau in der Industrie fortsetzen.

Auch in der Bauwirtschaft zeichnete sich für das Jahr 2003 keine Besserung ab.

Produktion und Beschäftigung sanken in den ersten drei Monaten des Jahres

2003 in Baden-Württemberg.

Im Einzelhandel ging der Umsatz zurück, wobei hier der Facheinzelhandel mehr

betroffen war als der Discounter.

Die Arbeitsplatzverluste im produzierenden Gewerbe waren in der Vergangenheit

ausschlaggebend für den trotz des Zuwachses im Dienstleistungsbereich

nicht kompensierbaren Beschäftigungsrückgang im produzierenden Gewerbe.

Der Arbeitsmarkt in Baden Württemberg ist mit sinkender Beschäftigungszahl

und steigender Arbeitslosenrate im Abwärtstrend. Diese Entwicklung ist auch in

Mühlacker erkennbar.

Wie die folgende Tabelle zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit zeigt, stieg die Zahl

der Arbeitslosen kontinuierlich an.

Die soziale Lage in Baden – Württemberg und auch in Mühlacker ist angespannt.

Tabelle 3: Übersicht der Entwicklung der Arbeitslosigkeit in

Mühlacker

Jahr

Arbeitslose insgesamt

männlich Langzeitarbeitslose 1)

und zwar

Anzahl in %

1) Arbeitslose mit einer Arbeitslosigkeit von über 1 Jahr.

Quelle: Landesarbeitsamt Baden-Württemberg.

unter

25jährige

1993 844 51,4 16,5 18,4 33,9

1994 978 48,2 29,9 13,8 34,7

1995 846 46,9 33,6 14,1 33,1

1996 942 52,7 29,9 14,5 36,0

1997 967 51,7 31,9 13,3 34,0

Ausländer

9 Statistisch prognostischer Bericht 2003: Daten Analysen Perspektiven, Statistischen

Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart 2003.

Stand: November 2006 24

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Jahr

Arbeitslose insgesamt

männlich Langzeitarbeitslose 1)

und zwar

Anzahl in %

unter

25jährige

1998 903 50,9 32,9 10,3 33,7

1999 795 48,6 35,1 11,9 34,3

2000 638 50,6 35,0 11,3 38,1

2001 683 48,6 29,4 13,0 38,2

2002 770 49,5 21,6 14,9 37,3

2003 846 53,3 24,9 16,0 34,0

2004 798 55,0 28,4 10,7 35,3

2005 1040 51,4 29,7 10,7 35,3

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Tabelle 4: Übersichts- und Vergleichsdaten Beschäftigung

und Arbeitslosigkeit in Mühlacker und Ötisheim

Ausländer

Versicherungspflichtig Beschäftigte Mühlacker Ötisheim

am Wohnort 2005 8.746 1.652

am Arbeitsort 2005

darunter

8.782 1.057

Beschäft. im Produzierenden Gewerbe 4.859 378

Beschäft. im Dienstleistungsbereich 3.862 384

Arbeitslose Mühlacker Ötisheim

Arbeitslose 2003 gesamt

davon

1.040 159

Frauen 505 78

Arbeitslose unter 25 Jahren 111 17

Ausländer 367 39

Langzeitarbeitslose 309 41

Quelle: Bundesagentur für Arbeit am 30.06.2006.

Landesweit ist die Inflationsrate mit 1,8% im Vergleich zum Vorjahr nicht gestiegen.

Hier machten sich insbesondere die Anhebung der indirekten Steuern wie

die Tabak-, Mineralöl-, Strom- und Versicherungssteuer bemerkbar.

Die Einkommen stiegen mit 2,2% gegenüber dem Bundesdurchschnitt (2,1%)nur

geringfügig.

Das Bevölkerungswachstum im Jahr 2002 geht mit 0,6 % fast vollständig auf die

Wanderungsgewinne zurück. Im Jahr 2005 ist es mit – 30 Ew rückläufig. Die demographische

Alterung ist bereits so weit fortgeschritten, dass die Zahl der über-

60-Jährigen größer ist als die der unter-20-Jährigen.

Stand: November 2006 25

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Tabelle 5 Bevölkerung seit 1993 (jährlich) nach 6

Altersgruppen Fortschreibungen jeweils zum

31.12. des Jahres in Mühlacker

Jahr insgesamt

davon in der Altersgruppe von ... bis unter ... Jahren

unter 15 15-18 18-25 25-40 40-65 65 u.älter

1993 25850 4649 833 2335 6183 8286 3564

1994 25650 4597 848 2136 6185 8237 3647

1995 25598 4542 878 2055 6132 8240 3751

1996 25607 4528 892 2009 6070 8275 3833

1997 25576 4562 905 1963 6014 8256 3876

1998 25761 4592 899 2033 5965 8366 3906

1999 25969 4626 891 2000 5956 8453 4043

2000 26011 4632 903 2055 5781 8498 4142

2001 26199 4592 955 2056 5710 8515 4371

2002 26358 4574 941 2125 5605 8599 4514

2003 26362 4540 975 2116 5416 8718 4597

2004 26285 4428 994 2101 5218 8774 4770

2005 26105 4246 1061 2105 4960 8811 4922

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Tabelle 6: Bevölkerung seit 1993 (jährlich) nach 6

Altersgruppen Fortschreibungen jeweils zum

31.12. des Jahres in Ötisheim

Jahr insgesamt

davon in der Altersgruppe von ... bis unter ... Jahren

unter 15 15-18 18-25 25-40 40-65 65 u.älter

1993 4729 876 158 419 1184 1481 611

1994 4655 837 160 386 1152 1493 627

1995 4759 873 180 364 1156 1538 648

1996 4738 856 179 347 1152 1530 674

1997 4752 838 192 336 1153 1560 673

1998 4770 843 187 364 1125 1588 663

1999 4763 826 196 352 1087 1616 686

2000 4787 829 162 365 1068 1648 715

2001 4790 829 168 374 1015 1674 730

2002 4808 816 168 397 968 1692 767

2003 4817 801 179 385 962 1679 811

2004 4869 783 206 369 959 1733 870

2005 4917 780 206 369 959 1733 870

Im Schuljahr 2003/2004 stieg die Zahl der Schüler an den allgemein bildenden

Schulen lediglich um ca. 0,7% an. Der demographisch bedingte Rückgang der

Schülerzahl wird aufgrund der unterschiedlich langen Schuldauer mit einer zeitlichen

Verzögerung eintreten.

Stand: November 2006 26

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Die Haushaltslage von Mühlacker ist angespannt. Der Mangel an Finanzmitteln

für öffentliche Investitionen wird sich auch in der Zukunft nicht wesentlich verändern.

Vorrang wird deshalb die Renovierung und Sanierung öffentlicher Einrichtungen

und Anlagen haben (siehe hierzu den 10 Jahresplan Renovierung

Kiga, Schulen und Hallen). Der Flächennutzungsplan muss aus diesem Grund

dazu beitragen, weitere öffentliche Aufwendungen zu vermeiden. Dies kann

beispielsweise durch eine Reduzierung und schrittweise Entwicklung neuer, unerschlossener

Siedlungsflächen geschehen sowie durch Anstreben einer guten

Auslastung der bestehenden öffentlichen Anlagen (Straßen, Kanäle etc.) und

Einrichtungen (Schulen, Kindergärten).

Dennoch muss die Flächennutzungsplanung durch die Bereitstellung entsprechender

Gewerbeflächen die örtliche Wirtschaftsstruktur fördern. Hierbei soll

aber nicht eine zu hohe Belastung für den Gemeindehaushalt verursacht werden

und die durch die Kommune bereitzuhaltenden Flächen dürfen aus diesem

Grund nicht zu groß sein. Ungenutzte erschlossene Flächen stellen durch ihre

Kapitalbindung eine hohe finanzielle Belastung dar. Es ist aber auf der anderen

Seite notwendig gerade im Hinblick auf den zeitlichen Rahmen eines Bebauungsplanes

ein ausreichendes Flächenpotential für die Unternehmensentwicklung

zur Verfügung zu stellen. Diesen Widerspruch gilt es im neuen Flächennutzungsplan

zu aller Zufriedenheit zu lösen.

Bei der Lösung dieses Konfliktes liegt die wichtigste Erkenntnis darin, dass eine

Schwerpunktbildung der Stadtentwicklung in Zukunft nicht mehr automatisch

mit der Besiedlung weiterer großer Flächen verbunden sein wird, weil dies

stadtwirtschaftlich nicht zu vertreten ist.

2.3.3 Bevölkerungsentwicklung

Bei der Darstellung der Bevölkerungsentwicklung wird auf die Daten des Statistischen

Landesamtes sowie des Einwohnermeldeamtes der Stadt Mühlacker zurückgegriffen.

Demnach stieg die Bevölkerungszahl seit 1985 kontinuierlich an,

wie die folgende Tabelle zeigt.

Tabelle 7: Bevölkerungsbilanzen 1992 bis 2002 (jährlich)

nach Geschlecht 10

Mühlacker

Jahr

Geburtenüberschuß bzw. –

defizit

Wanderungssaldo

Bevölkerungszu- bzw.abnahme

Bevölkerung insg. Am 31.

Dez.

insg. Männl. Insg. Männl. Insg. Männl. Insg. Männl.

1992 +38 +25 -50 -38 -12 -13 25602 12678

1993 +104 +59 +144 +69 +248 +128 25850 12806

1994 +56 +56 -256 -208 -200 -152 25650 12654

1995 +43 +14 -95 -54 -52 -40 25598 12614

1996 +38 +20 -29 -26 +9 -6 25607 12608

1997 +79 +34 -110 -15 -31 +19 25576 12627

1998 +59 +33 +126 +126 +185 +159 25761 12786

1999 +65 +47 +143 +95 +208 +142 25969 12928

2000 +41 +20 +1 -80 +42 -60 26011 12868

2001 -2 -7 +190 +113 +188 +106 26199 12974

10 Statistisches Landesamt Baden Württemberg

Stand: November 2006 27

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Jahr

Geburtenüberschuß bzw. –

defizit

Wanderungssaldo

Bevölkerungszu- bzw.abnahme

Bevölkerung insg. Am 31.

Dez.

insg. Männl. Insg. Männl. Insg. Männl. Insg. Männl.

2002 +9 +40 +150 +75 +159 +115 26358 13089

2003 +16 +20 -12 -18 +4 +2 26362 13091

2004 -18 -3 -59 -35 -77 -38 26285 13053

2005 -30 +2 -150 -118 -180 -116 26105 12937

Ötisheim

Jahr

Geburtenüberschuß bzw.

-defizit

Wanderungssaldo

Bevölkerungszu- bzw.abnahme

1)

Bevölkerung insg. am

31. Dez.

insg. männl. insg. männl. insg. männl. insg. männl.

1)Ohne bestandsrelevante Korrekturen.

1993 +11 +13 - -20 +11 -7 4729 2318

1994 +11 +15 -85 -40 -74 -25 4655 2293

1995 +36 +14 +68 +26 +104 +40 4759 2333

1996 +13 +11 -34 -5 -21 +6 4738 2339

1997 +16 +12 -2 -14 +14 -2 4752 2337

1998 +14 +13 +4 -6 +18 +7 4770 2344

1999 +6 +10 -13 -26 -7 -16 4763 2328

2000 -2 -3 +26 +27 +24 +24 4787 2352

2001 +10 +10 -7 +6 +3 +16 4790 2368

2002 -5 +3 +23 +7 +18 +10 4808 2378

2003 -5 -3 +14 +4 +9 +1 4817 2379

2004 +4 +1 +47 +31 +51 +32 4869 2412

2005 -7 -3 +55 +27 +58 +24 4917 2436

2.3 Naturräumliche und landschaftliche Gegebenheiten

Im Rahmen der Bestandsaufnahme und Bewertung des gegenwärtigen Zustandes

von Natur und Landschaft erfolgte im Landschaftsplan eine Untersuchung

des Naturraumes und der Landschaftsentwicklung.

Das Plangebiet liegt in der Großlandschaft der Neckar-Tauber-Gäuplatte und

ist in drei Haupteinheiten unterteilt, die im Bereich von Mühlacker / Ötisheim

aneinander grenzen. Im Norden liegt der Strom- und Heuchelberg, im Süden

und Osten das Neckarbecken und im Westen der Kraichgau.

Die wesentlichen Faktoren der Landschaftsstruktur sind:

• Relief / Geologie mit seinen Hangneigungen und Erosionsgefährdungen

• Boden mit Produktionsgunst und Belastbarkeiten

• Wasserhaushalt mit Grundwasserspeichergebieten, Wassereinzugsgebieten

und Auswirkungen auf die Wasserqualität

• Klima in seiner Qualität und Bedeutung für die Frischluftproduktionsfähigkeit

Stand: November 2006 28

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

• Tier- und Pflanzenwelt mit seiner Bedeutung für die Artenvielfalt

• Landschaftsbild mit seiner Bedeutung für die Erholung und für die ästhetische

Qualität der Landschaft

Eine weitergehende Darstellung der Inhalte des Landschaftsplanes wird an dieser

Stelle nicht übernommen.

Die Bestandsaufnahme sowie eine Bewertung des Zustandes von Natur und

Landschaft können dem beiliegenden Landschaftsplan zum Flächennutzungsplan

der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Ötisheim Mühlacker entnommen

werden.

Stand: November 2006 29

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

3. PLANUNGSVORGABEN UND PLANUNGSZIELE

3.1 Übergeordnete Planungen

Gemäß § 1 (4) BauGB ist der Flächennutungsplan den Zielen der Raumordnung

und der Landesplanung anzupassen. Diese überörtlichen Planungen entsprechen

im Plangebiet dem Landesentwicklungsplan 2002 (LEP 2002) des Landes

Baden-Württemberg11 , dem Regionalplan 2015 des Regionalverbandes Nordschwarzwald

sowie der Waldfunktionenkartierung des Ministeriums für ländlichen

Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Der Flächennutzungsplan hat deshalb als übergeordnete Planungen den Landesentwicklungsplan

und Regionalen Raumordnungsplan zu berücksichtigen.

Andererseits müssen diese Planungen die Inhalte des Flächennutzungsplanes

ebenfalls berücksichtigen. Man spricht in diesem Zusammenhang vom Gegenstromprinzip.

Bei der Abwägung der öffentlichen und privaten Belange sind nach § 1 (7)

BauGB bundes- und landespolitische Leitziele sowie kommunale Planungsziele

zu berücksichtigen. Diese werden im Folgenden behandelt.

3.1.1 Landesplanung

Nach § 7 (1) ROG sind die Länder verpflichtet, für ihr Gebiet einen übergeordneten

und zusammenfassenden Raumordnungsplan aufzustellen. Für Baden-

Württemberg ist dies der Landesentwicklungsplan (LEP) 2002. Er gibt als landesplanerisches

Gesamtkonzept den Rahmen für die zukünftige Entwicklung vor. Er

trifft hierfür Aussagen zu Verdichtungsräumen, Freiräumen, Siedlungsräumen

zentralen Orten und deren Verflechtungsbereiche sowie zu den Entwicklungsachsen.

Im LEP 2002 erfolgt eine dreiteilige Gliederung in Zentrale Orte oberer,

mittlerer und unterer Stufe. Die Ausweisung von Kleinzentren bleibt der Regionalplanung

überlassen. In den zentralen Orten sollen die Einrichtungen für die

überörtliche Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen eines Verflechtungsbereiches

gebündelt angeboten werden.

Die Ziele des Landesentwicklungsplanes sind von allen öffentlichen Planungsträgern

bei raumbedeutsamen Maßnahmen und Planungen als rechtsverbindliche

Vorgabe zu beachten.

Die Stadt Mühlacker ist als Mittelzentrum ausgewiesen und liegt am Achsenkreuz

der Landesentwicklungsachsen Bruchsal / Bretten - Mühlacker und Pforzheim

- Mühlacker - Vaihingen an der Enz.

Nach dem LEP 2002 ist der Enzkreis und die Stadt Mühlacker dem Verdichtungsraum

Karlsruhe/Pforzheim zugeordnet. Ötisheim wird der Randzone um den

Verdichtungsraum Karlsruhe / Pforzheim zugeordnet.

3.1.2 Regionalplanung

Über die Grundsätze und Ziele der Raumordnung des Landesentwicklungsplanes

hinaus enthält der Regionalplan 2015 diejenigen Grundsätze und Ziele der

Raumordnung, die der Verwirklichung der angestrebten Entwicklung des Verbandsgebietes

dienen sollen.

Bei allen Planungen und sonstigen Maßnahmen, durch die Grund und Boden in

Anspruch genommen oder die räumliche Entwicklung eines Gebietes beein-

11 Landesentwicklungsplan 2002 Baden-Württemberg: LEP 2002, Wirtschaftsministerium

Baden-Württemberg, verkündet am 20.08.2002 im GBl. Nr. 9, S. 301.Stuttgart 2002.

Stand: November 2006 30

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

flusst wird, sind die Ziele der Raumordnung von den Behörden des Bundes und

der Länder, den Gemeinden und Gemeindeverbänden, den öffentlichen Planungsträgern,

Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts

zu beachten.

Nach § 9 (1) ROG dient der Regionalplan der Konkretisierung der landesplanerischen

Zielvorgaben. Die bestehende und anzustrebende Siedlungs- und Freiraumstruktur

werden in der regionalen Raumnutzungskonzeption dargestellt.

Der seit dem 21.03.05 verbindliche Regionalplan 2015 Nordschwarzwald 12 stuft

Mühlacker als Mittelzentrum ein.

Zum Mittelbereich Mühlacker gehören: Illingen, Knittlingen, Maulbronn, Ötisheim,

Sternenfels und als Vorschlag Wiernsheim. Die Verflechtungen der Gemeinde

Knittlingen mit dem Mittelzentrum Bretten sind zu berücksichtigen.

Der Gemeinde Ötisheim wurde keine zentralörtliche Funktion zugewiesen. Sie ist

dem Nah- und Mittelbereich Mühlacker zugeordnet.

Der folgende Auszug aus der Raumnutzungskarte zeigt die wesentlichen Darstellungen

des Regionalplanes hinsichtlich der Raumnutzung für Mühlacker.

Abbildung 2: Auszug aus der Raumnutzungskarte des Regionalplanes 2015

Nordschwarzwald vom 21.03.2005.

12 Regionalverband Pforzheim: Regionalplan Nordschwarzwald 2015, verbindlich seit

dem 21.03.05

Stand: November 2006 31

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Im Regionalplan sind Bevölkerungsrichtwerte für die einzelnen Verwaltungsräume

angegeben, sie sind als Orientierungswerte zu verstehen. Die Orientierungswerte

für die Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2015 liegen für den

Verwaltungsraum Mühlacker/Ötisheim bei 32.100 Einwohnern. Grundlage für

die Orientierungswerte bildet die Obere Variante der Bevölkerungsvorausschätzung

bis 2015 von ca. 616.000 Einwohnern in der Region Nordschwarzwald. 13

13 Regionalverband Pforzheim: Regionalplan Nordschwarzwald 2015, Stand Satzung

vom 12.05.04, verbindlich seit 21.03.05, Kapitel 2.4.2, S.17 ff.

Stand: November 2006 32

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Entsprechend den Grundsätzen der Regionalplanung sind „die Nutzung von

Freiräumen für Siedlungen und Infrastruktur durch Konzentration, Bündelung,

Ausbau vor Neubau, Nachverdichtung sowie Brachflächennutzung auf das

notwendige Maß zu beschränken; verdichtete Bauweisen sind anzustreben.“ 14

Bei der Ausweisung von Bauflächen sind zunächst Möglichkeiten einer Verdichtung,

Arrondierung, Baulückenschließung, Altbausanierung und Inanspruchnahme

von planungsrechtlich gesicherten aber noch unbebauten Flächenpotentialen

zu nutzen.

Für Bauflächenausweisungen erfolgt die Vorgabe von anzustrebenden Dichtewerten,

die in einem Mittelzentrum bei 80/Ew je ha liegen sollen.

Das Mittelzentrum Mühlacker ist neben weiteren Orten mit zentraler Versorgungsfunktion

als Schwerpunkt für Industrie und Dienstleistung ausgewiesen. Es

ist, wie Pforzheim, über die A 8 sehr gut an das überörtliche Verkehrsnetz angebunden.

In der Raumnutzungskarte werden Gebiete gekennzeichnet, in denen sich regionalbedeutsame

Einzelhandelsgroßprojekte ansiedeln können. Hierbei wurde

zwischen den Versorgungskernen und Ergänzungsstandorten in Randlage unterschieden.

Die Standorte sind symbolhaft dargestellt. Bei den Ergänzungsstandorten

handelt es sich um Vorschläge, die nicht an der Verbindlichkeit teilnehmen.

Das für Mühlacker abgegrenzte Gebiet umfasst den Bereich des vorhandenen

zentralörtlichen Versorgungsschwerpunktes. Als Vorschlag für einen Ergänzungsstandpunkt

wurde der Bereich an der B 10 / Osttangente eingetragen.

Regionale Grünzüge sollen in den Entwicklungsachsen ein ausgewogenes Verhältnis

und Verteilungsmuster von Siedlungsflächen und Freiflächen gewährleisten.

Sie sind als eigenständiges Freiraumsystem gebietsscharf in der Raumnutzungskarte

ausgewiesen. In ihnen sind neue Siedlungs- und Gewerbeansätze

nicht zulässig.

Regionale Grünzäsuren sollen im Nahbereich von dicht aufeinanderfolgenden

Siedlungen ein Mindestmaß an Freiflächen sichern und gewährleisten, dass keine

städtebaulichen Bandstrukturen entstehen.

In den in der Raumnutzungskarte dargestellten schutzbedürftigen Bereichen für

Naturschutz und Landespflege ist die Erhaltung der natürlichen und historisch

gewachsenen Vielfalt an Biotopen mit ihrem charakteristischen Inventar an Tierund

Pflanzenarten zu sichern. Maßnahmen und Nutzungen zur Biotoperhaltung

haben in diesen Gebieten vorrang. Entgegenstehende Nutzungen oder Maßnahmen

sind ausgeschlossen.

Regionalplanerische Vorgaben für den Verkehr

Entsprechend den Aussagen des Regionalplans Nordschwarzwald unter Punkt

4.1 Verkehr, soll die Verkehrsinfrastruktur in der Region als Gesamtverkehrssystem

so ausgestaltet sein, dass die angestrebte, insbesondere wirtschaftliche Entwicklung

der Region sichergestellt wird. Dazu ist das Verkehrssystem (Straße,

Schiene, ÖPNV) weiter auszubauen.

Entsprechend dem Plansatz 4.1.2 Funktionales Straßennetz ist es ein Grundsatz

(G), dass das Straßennetz eine ausreichende innere Erschließung und äußere

Anbindung der Region gewährleistet. Es ist entsprechend der raumordnerischen

14 Regionalverband Pforzheim: Regionalplan Nordschwarzwald 2015, Stand Satzung

vom 12.05.04, verbindlich seit 21.03.05, S. 5 G (8).

Stand: November 2006 33

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Funktion der einzelnen Straßenabschnitte in der Qualität abgestuft zu gestalten;

hierfür bildet die „Kategorisierung der Straßen" die wesentliche Grundlage.

� L 1134 Osttangente Mühlacker in Kategorie II aufnehmen, dafür die ehem.

L 1134-Ortsdurchfahrt Mühlacker abstufen.

Die Osttangente Mühlacker hat seit ihrer Realisierung die Funktion eines Teilabschnittes

der regional/ überregional bedeutsamen Nord-Süd-Verbindung im

Zuge der L 1134 und damit auch einer direkten Verbindung des Industrie- und

Gewerbeschwerpunktes (als bedeutender Teil der mittelzentralen Funktion der

Stadt) mit dem nördlichen und östlichen Teil des Mittelbereiches. Sie dient teilweise

auch der Entlastung der früheren L 1134-Ortsdurchfahrt Mühlacker, die

damit in der Kategorisierung abgestuft werden kann (sh. auch Plansatz 4.1.5).

Als Verbindungen der Kategorie III und damit regional bedeutsame Verbindungen

werden die gemäß GVP 1986 in Kategorie III eingestuften Straßen übernommen.

Es wird vorgeschlagen, in eine Fortschreibung dieser Kategorisierung folgende

Straßen in Kategorie III aufzunehmen:

� In Mühlacker: Nördliche Lienzinger Straße ab der L 1134 mit Weiterführung

über Ziegeleistraße samt Verlängerung bis zur Ötisheimer Straße/L

1132

Die Kategorisierung des genannten Straßenzuges statt der Bahnhofstraße (ehem.

L 1134) in Mühlacker, dem die Funktion einer Nordwest-

Stadtkernumgehung zukommt, dient der Verbindung des Raumes nördlich

Mühlacker entlang der L 1134 mit der A 8 und dem Oberzentrum Pforzheim.

Regionalplanerische Vorgaben unter Punkt 4.1.6 Weitere Straßenbaumaßnahmen

V (1) Über die nach Plansatz 4.1.2 (3) in der Raumnutzungskarte dargestellten

Maßnahmen hinaus wird vorgeschlagen, folgende weitere Straßenneubaumaßnahmen

mit regionalplanerischer Bedeutung in eine Fortschreibung

der jeweiligen Straßenbauprogramme aufzunehmen:

� L 1134 Prüfung einer Neuführung der L 1134 westlich Diefenbach, Zaisersweiher

und Lienzingen zur B 35 südöstlich Maulbronn

� L 1134 Prüfung von Ortsumgehungen zw. der A 8 Anschluss (AS) Heimsheim

und Mühlacker

Eine großräumige und ortsdurchfahrtfreie Neuführung der regionalbedeutsamen

L 1134 westlich der heute durchfahrenen Ortschaften wurde früher bereits

angedacht (Trassenstudien); auch eine Ostumgehung für Maulbronn zw. L 1131

und B 35 ließe sich damit realisieren. Eine solche Strecke wäre deutlich leistungsfähiger

als die derzeitige L 1134, sie könnte außerdem der ortsdurchfahrtfreien

Anbindung des Rohstoffabbaugebietes im Freudensteiner Wald dienen. Aufgrund

der allgemeinen Verkehrszunahme insbesondere auf den Autobahnen

und deren Zulaufstrecken wie z.B. der L 1134 soll im Zuge der Fortschreibung des

Generalverkehrsplanes samt Landesstraßenausbauplan die Notwendigkeit für

daraus ggf. resultierende Umfahrungen für die Gemeinden zwischen Mühlacker

und der A 8 AS Heimsheim, z.B. für Pinache, geprüft werden.

Es wird vorgeschlagen, folgende regionalbedeutsame Straßenausbaumaßnahme

in eine Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes aufzunehmen:

� B 35 Ausbau um dritte Fahrspuren (Überholspuren) zwischen Bretten und

Illingen.

Auf Grund der hohen Verkehrsbelastung und insbesondere des hohen LKW-

Schwerverkehrsaufkommens (zw. 1.400 und 1.600 DTV SV im Jahr 2000, Anteil 13

Stand: November 2006 34

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

– 18 %) auf der B 35 ist zwischen Bretten und Illingen (Einmündung in die B 10)

die Einrichtung von Überholmöglichkeiten durch dritte Fahrspuren erforderlich.

In Plansatz 4.1.7 des Regionalplan 2015 Nordschwarzwald werden vorrangig zu

realisierende Maßnahmen erläutert.

Die folgenden Maßnahmen innerhalb des regionalbedeutsamen Straßennetzes

(i.d.R. der Kategorie I oder II) haben höchste Priorität. Die Straßenbaulastträger

und die Straßenbau-Fachverwaltungen werden gebeten, diese Maßnahmen

unter allen Umständen auch bei Einsparungen beizubehalten, unter Beachtung

von Umweltgesichtspunkten vorrangig planerisch weiter zu bearbeiten und im

Hinblick auf die Finanzierung vorrangig zu berücksichtigen:

� B 10 Ausbau 4spurig zwischen Pforzheim und Niefern sowie Restausbau

bei Mühlacker-Enzberg

� L 1134 Durchgehender Ausbau zwischen Sternenfels, Mühlacker und A 8.

Die oben genannten Maßnahmen werden aus den rund 150 in der Region

Nordschwarzwald gem. Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 1992, Generalverkehrsplan

(GVP) des Landes Baden-Württemberg 1995 sowie der Vorschläge

nach Plansatz 4.1.6 des Regionalplans 2015 Nordschwarzwald insgesamt vorgesehenen

Straßenbaumaßnahmen als vorrangig bedeutsam eingestuft.

3.2 Fachliche und kommunale Planungen und Konzeptionen

Entsprechend der gesetzlichen Vorgabe des § 5 (5) BauGB sind bei der Aufstellung

der Flächennutzungspläne die Ziele, Zwecke und wesentlichen Auswirkungen

näher darzustellen und zu erläutern.

Im Folgenden werden die bestehenden fachlichen Planungen und Konzeptionen

vorgestellt die im FNP 2020 berücksichtigt werden.

3.2.1 Entwicklungsziele und Vorgaben für den Flächennutzungsplan 2020

Stadtentwicklungsplan 2020 der Stadt Mühlacker

Auf der Grundlage der Stadtentwicklungsplanung 2020 erfolgte die frühzeitige

Bürgerbeteiligung zum Flächennutzungsplan. Der Stadtentwicklungsplan gibt

den Rahmen der zukünftigen städtebaulichen Entwicklung vor. Er nimmt durch

die Zustimmung des Gemeinderates an der Verbindlichkeit für die Verwaltung

teil. Seine Aussagen müssen im Rahmen der Flächennutzungsplanung berücksichtigt

werden.

Die Ziele und Absichten des Flächennutzungsplanes dienen der Stärkung des

Verwaltungsraums Mühlacker / Ötisheim. Die Sicherung und der Ausbau der

zentralörtlichen Funktion der Stadt Mühlacker ist hierbei eine wichtige Voraussetzung.

Mit seinen Grundsätzen für die zukünftige Entwicklung 15 gibt der Stadtentwicklungsplan

2020 die Leitlinien der Siedlungsentwicklung für die Stadt Mühlacker

vor:

1. Erhalten und Stärken der unterschiedlichen Strukturen und räumlichen

Ordnungen der Stadt Mühlacker.

2. Bei zunehmenden Nutzungsansprüchen soll der Innenentwicklung Priorität

vor der Erweiterung an der Peripherie zugestanden werden.*

15 Locher; Schwantes; Schwinge; Zoepperitz: Stadt Mühlacker Stadtentwicklung 2020,

Stuttgart 2002

Stand: November 2006 35

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

3. Bewahren des Charakters Mühlacker als grüne Stadt mit Wäldern, Bergen

und Tälern, Flussauen, Erholungsflächen und einem funktionsfähigen Naturhaushalt.

4. Entwickeln des Hauptzentrums in der Innenstadt. Die Versorgungseinheiten

der Stadtteile sollen erhalten und unterstützt werden.

5. Das Mittelzentrum muss als moderner Arbeitsstandort Schwerpunkte der

Dienstleistung und eine moderne Produktion weiterhin ausbauen. Die Stärkung

der Wirtschaft soll durch eine ausreichende Flächenvorsorge unterstützt

werden.

6. Weiterentwickeln des Wohnstandortes für differenzierte Wohnbedürfnisse.

7. Erhalt und Verbesserung der sozialen Infrastruktur.

8. Um- und Ausbau des Verkehrsnetzes für einen stadt-, umwelt-, sozialverträglichen

und leistungsfähigen Verkehr.

9. Betonen unterschiedlicher Entwicklungsphasen,

10. Stärken der Stadtentwicklung durch offenen Prozess der Bürgerbeteiligung.

*Ein Grundsatz der STEP ist die gleiche Priorität für Innen- und Außenentwicklung.

Dieser Grundsatz ist nach der heutigen Gesetzesvorgabe, dem Landesentwicklungsplan

wie auch dem Regionalplan 2015 Nordschwarzwald nicht mehr vertretbar.

Aus diesem Grunde wird von dem Grundsatz der gleichen Priorität abgewichen.

Die Innenentwicklung erhält einen Vorrang vor der Inanspruchnahme

neuer in Randlage befindlichen Bauflächen. Der Grundsatz wird umformuliert:

Innenentwicklung vor der Außenentwicklung.

Durch die bereits begonnene Veröffentlichung innerörtlicher Bauflächenpotentiale

verfolgt die Stadt Mühlacker bereits das Ziel einer Inanspruchnahme innerörtlicher

Potentiale.

Stand: November 2006 36

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Abbildung 3: Stadtentwicklungsplan Mühlacker (STEP 2020)

Stand: November 2006 37

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Entwicklungsziele für Ötisheim

Für die Gemeinde Ötisheim wurden im Folgenden allgemeine Entwicklungsziele

formuliert, die im Rahmen der Flächennutzungsplanung zu berücksichtigen sind:

1. Bewahren der Identität von Ötisheim, die auf unterschiedlich gewachsenen

räumlichen Strukturen beruht.

• Sie besteht für den Besucher insbesondere durch den historischen Ortskern – Erhaltung

von ablesbaren Ortskernen auch in den Teilorten.

2. Innenentwicklung hat die gleiche Priorität wie eine Erweiterung am Ortsrand.

• Auch hier erfolgt der Einsatz geeigneter Instrumente für die Aktivierung des innerörtlichen

Bauflächenpotentiales – Baulückenkataster.

3. Wahren des Charakters von Ötisheim als landschaftlich reizvoll gelegener

Ort mit Wäldern, Hügeln, Tälern, Bachauen, Erholungsflächen und einem

funktionsfähigen Naturhaushaltes.

• vermeiden eines Zusammenwachsens der Ortschaften.

4. Schwerpunkt der zukünftigen Entwicklung liegt in Ötisheim. Die Versorgungseinheiten

in den Ortsteilen werden (soweit vorhanden) erhalten und

unterstützt.

• In den Ortsteilen wird eine Eigenentwicklung gewährleistet.

5. Die Stärkung der Wirtschaft ist durch eine angemessene Flächenvorsorge zu

unterstützen.

• Hierzu dienen die geplanten Gewerbeflächenausweisungen ( Schlatt Waldäcker II,

Steidach, Erweiterung Maulbronner und Enzberger Straße, Abrundung Hofäcker).

6. Ötisheim ist als attraktiver und vielseitiger Wohnstandort für differenzierte

Wohnbedürfnisse weiterzuentwickeln.

• Hierzu dient die geplante Wohnbaufläche Hofäcker.

7. Stärken des Ortes Ötisheim durch Erhalt der sozialen Infrastruktureinrichtungen.

• Bestehende Einrichtungen sind für den Bedarf bis 2020 ausreichend. Die Darstellung

einer geplanten Wohnbaufläche in Ötisheim trägt zu ihrer Auslastung bei.

8. Um- und Ausbau des Verkehrsnetzes für einen stadt-, umwelt-, sozialverträglichen

und leistungsfähigen Verkehr.

• Ötisheim ist verkehrsmäßig (im Hinblick auf den motorisierten Individualverkehr,

ÖPNV, Schienenpersonennahverkehr sowie rad- und fußläufig) optimal angebunden,

mögliche Lücken werden ergänzt.

• Darstellung eines geplanten Haltepunktes im Bereich Schönenberg und Erlenbach.

9. Weiterbauen unter Berücksichtigung der bestehenden Strukturen.

• Ortsangepasste Architektur in neuen Baugebieten und bei der Bebauung von Baulücken.

10. Die Stadtentwicklung soll als offener Prozess unter Beteiligung der Öffentlichkeit

gestärkt werden.

• Im Verfahren vorgeschrieben Öffentlichkeitsbeteiligung.

Stadtökologische Entwicklungskonzeption

Mit der Erarbeitung des Stadtentwicklungsplanes führte die Stadt Mühlacker eine

Stadtbiotopkartierung durch. Anhand einer Bestandsaufnahme und Bewertung

der vorhandenen Strukturen wurde ein Entwicklungskonzept ausgearbeitet.

Dieses hat die Vermeidung bzw. Minimierung von Konflikten zwischen Sied-

Stand: November 2006 38

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

lungserweiterung und Biotopschutz zum Ziel und zeigt Strategien für eine nachhaltige

Stadtentwicklung auf.

Die Stadtökologische Entwicklungskonzeption dient in erster Linie der Verwaltung

um bei Fragen der Siedlungsentwicklung, Sanierung und Nachverdichtung

ökologische Aspekte berücksichtigen zu können. Sie kann außerdem bei der

Gestaltung und Pflege von städtischen Grünflächen und Außenanlagen öffentlicher

und halböffentlicher Gebäude wichtige Hinweise geben.

3.2.2 Landschaftsplan

Der Landschaftsplan, als landschaftsökologischer Fachplan zum FNP ist gesetzlich

vorgeschrieben. In ihm werden die Leitlinien der Landschaftsentwicklung

und Berücksichtigung des Naturraumes festgelegt. Seine Erarbeitung wurde an

das Büro Haller in Karlsruhe vergeben. Die Bearbeitung erfolgt insbesondere unter

Berücksichtigung der seit der Novelle des Planungsrechts 1998 erforderlichen

Behandlung der naturschutzrechtlichen Eingriffs- Ausgleichsregelung.

Der Landschaftsplan wurde parallel zum Flächennutzungsplan erarbeitet. Aus

dem Landschaftsplan wurden die Inhalte in den FNP integriert, welche die Möglichkeiten

zum Ausgleich und Ersatz von Eingriffen in Natur und Landschaft nach

§ 1a BauGB verdeutlichen.

Weitergehende Darstellungen der Inhalte des Landschaftsplanes, wie beispielsweise

die Bestandsaufnahme und –bewertung, werden dagegen nicht

übernommen, da sie für die städtebauliche Planung nicht erforderlich sind.

Mit einer geeigneten Standortwahl für Flächennutzungen mit Eingriffscharakter

wird dem Vermeidungsgebot von Eingriffen frühzeitig Rechnung getragen, wie

dies in § 1a (2) BauGB gefordert wird. Im Landschaftsplan 16 wurden aus diesem

Grund auch noch nicht bebaute Flächen des rechtskräftigen Flächennutzungsplanes

sowie die entsprechend dem vorliegenden Entwurf des Flächennutzungsplanes

geplanten neuen Bauflächen auf ihre Eingriffsintensität hin untersucht

und bewertet. Bei der Flächennutzungsplanung wurde diese Bewertung

in die Abwägung konkurrierender Belange eingestellt und berücksichtigt.

Soweit dem Landschaftsplan im Flächennutzungsplan nicht Rechnung getragen

wurde, wird dies begründet.

3.2.3 Umweltbericht

Der Umweltbericht zum FNP 2020 bezieht den Landschaftsplan (LP) als Datengrundlage

sowie in seinen planerischen Aussagen als Gegenstand der Prüfung

mit ein.

Seit Erlass des Gesetzes zur Anpassung und Änderung des BauGB vom 24. Juni

2004 ist die Erarbeitung eines Umweltberichtes für die Aufstellung der Bauleitpläne

erforderlich. Durch den im März 2001 erfolgten FNP-Aufstellungsbeschluss

befindet sich das Verfahren in einem so genannten Überleitungsverfahren. Das

bedeutet, dass wenn der FNP bis zum 20.6.2004 förmlich eingeleitet wurde und

vor dem 20. Juli 2006 rechtskräftig wird, ist kein Umweltbericht notwendig. Wird

er nach dem 20. Juli 2006 rechtskräftig, so wird entsprechend den Überleitungsvorschriften

in § 244 BauGB das Verfahren nach den Vorschriften dieses Gesetzes

zu Ende geführt. Es muss ein Umweltbericht erstellt werden.

Der Umweltbericht wird parallel zum FNP erarbeitet und nimmt an der öffentlichen

Auslegung, Behördenbeteiligung und Bürgerbeteiligung teil. Darüber hinaus

muss bei seiner Erarbeitung ein so genanntes Scoping (frühzeitige Bürgerund

Behördenbeteiligung) stattfinden.

16 Landschaftsplanung für die Verwaltungsgemeinschaft Mühlacker / Ötisheim: Hubert

Haller, Planungsbüro für Landschaftsarchitektur, Karlsruhe 2004.

Stand: November 2006 39

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Seine Anforderung und Inhalte sind in §§ 2a BauGB sowie in der Anlage zu diesem

Gesetz geregelt.

Der Umweltbericht wird der Begründung zum Flächennutzungsplan als Anlage

beigefügt.

Eine für die Allgemeinheit verständliche Zusammenfassung des Umweltberichtes

ist in die Begründung des Flächennutzungsplan zu integrieren.

3.2.4 Sanierungsgebiete

Für die Verbesserung des Wohnumfeldes sowie für eine Erhaltung und Verbesserung

des Stadtbildes in Ötisheim, Mühlacker und seinen Stadtteilen konnten bereits

in folgenden Stadtteilen Sanierungen beschlossen werden:

Mühlacker

Sanierung „Kernstadt" (2002)

Aufstellung mit Satzung vom: 04.07.2002

Sanierung „Großglattbach“ (2000)

Aufstellung nach Vereinfachtem Sanierungsverfahren mit Satzung vom:

24.06.2000

Sanierung „Ortskern Dürrmenz“ (2003)

Aufstellung mit Satzung vom: 14.08.2003

Sanierung „Lienzingen“

Aufstellung mit Bewilligungsbescheid vom 06.03.2006

Ötisheim

Die Sanierung Ortskern ist abgeschlossen.

Sanierung Ortskern II mit Satzung vom 21.07.2005

Der Bereich soll durch die städtebauliche Sanierungsmaßnahme verbessert

werden.

3.2.5 Untersuchungen zum Verkehr

Zielstellung für den Themenbereich Verkehr ist, entsprechend dem Nachhaltigkeitsgrundsatz

des § 1 (5) BauGB, die Sicherstellung einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung

unter Berücksichtigung der Mobilität der Bevölkerung.

Entsprechend dem Grundsatz 8 der Stadtentwicklungsplanung 2020 wird der

UM- UND AUSBAU DES VERKEHRSNETZES FÜR EINEN LEISTUNGSFÄHIGEN, STADT-, SOZIAL- UND

UMWELTVERTRÄGLICHEN VERKEHR vorangetrieben (STEP 2020, Seite 59).

Die Beseitigung bestehender und potentieller Verkehrsbelastungen in der Kernstadt

ebenso wie in den Stadtteilen ist eine wesentliche Voraussetzung für die

Gewährleistung eines leistungsfähigen, stadt-, umwelt- und sozialverträglichen

Verkehrs.

Bezüglich der Verkehrsplanung entsteht hieraus die folgende Zielstellung:

Leistungsfähig = Gewährleisten eines störungsfreien Verkehrsflusses für alle

Verkehrsteilnehmer und alle Verkehrsarten.

Stadtverträglich = Berücksichtigen aller angrenzender Nutzungen und Aufnahmekapazität

bestehender Erschließungssysteme.

Sozialverträglich = Gewährleisten einer guten Erreichbarkeit von Infrastruktureinrichtungen

und unterschiedlicher Ziele für alle Verkehrsteilnehmer.

Umweltverträglich = Gewährleisten eines ressourcenschonenden und menschenverträglichen

Umgangs mit den Naturraumpotentialen

bei der Verkehrsplanung. Gewährleisten einer Reduzie-

Stand: November 2006 40

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

rung von bestehenden und zu erwartenden Belastungen

durch Verkehr auf den Menschen sowie auf die Umwelt.

Die Erfüllung des Grundsatzes erfordert die Lösung der Verkehrsprobleme durch

einen integrativen Ansatz, durch den neben den verschiedenen Verkehrsarten,

betroffene Nutzungen und ebenso alle Verkehrsteilnehmer Berücksichtigung

finden. Im folgenden werden deshalb einige Voraussetzungen zur Vermeidung

und Beseitigung von Beeinträchtigungen durch Verkehr aufgezeigt:

• Stärkung umweltverträglicher Verkehrsarten wie ÖPNV, Rad- und Fußgängerverkehr

bewirkt eine Reduzierung des Ziel-, Quell- und Binnenverkehrs.

• Langfristige Lösungen zur verkehrlichen Entlastung reduziert die bereits

überschrittenen Feinstaubwerte sowie die Trennwirkung der B 10 (Zerschneidung

der Verbindung Innenstadt– Enzaue – Dürrmenz).

• Optimale Nutzungszuordnungen bei geplanten Bauflächen tragen zu kurzen

Wegen und somit zur Reduzierung des Ziel–, Quell- und Binnenverkehrs

bei.

Um der Zielsetzung der Stadtentwicklungsplanung 2020 für die Flächenutzungsplanung

gerecht zu werden, erfolgte eine Untersuchung von insgesamt drei

Entlastungsvarianten und somit das Aufzeigen ihrer Vor- und Nachteile. Die abgeschlossenen

Untersuchungen wurden in der Sitzung am 01.03.2005 vorgestellt.

Es konnte auf dieser Grundlage keine Entscheidung für eine Entlastungsvariante

getroffen werden.

Grundlage für die Darstellungen des Flächennutzungsplanes zum Verkehr ist der

Verkehrsentwicklungsplan 1995 der Stadt Mühlacker.

Im Folgenden werden die Inhalte des Verkehrsentwicklungsplanes 1995 für die

Stadt Mühlacker, die Untersuchungen zu den Entlastungsvarianten sowie die

Empfehlung des Gutachters erläutert.

Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Mühlacker (VEP) 17

Der Verkehrsentwicklungsplan 1995 hat zur Aufgabe:

1. die analytische Erfassung der Absolutmengen des Kfz-Verkehrs und die Ermittelung

der Verkehrsverflechtungen;

2. die Ermittelung des Ziel-, Quell- und Durchgangsverkehrs für das Stadtgebiet

Mühlacker;

3. die Erarbeitung von Datengrundlagen für die prognostische Einschätzung des

künftig zu erwartenden Verkehrsaufkommens;

4. die Schaffung von quantitativen Beurteilungskriterien für die verkehrliche und

städtebauliche Abwägung möglicher Netzkonstellationen und Planfälle.

Nach der Analyse der gesamtstädtischen Verkehrsituation kam der Planer zu

dem Ergebnis, dass eine unveränderte Beibehaltung des Verkehrssystems keine

Problemlösung für eine notwendige Entlastung der Innenstadt darstellt und als

planerische Zielsetzung nicht vertretbar sei.

Er wies auch darauf hin, dass der Anteil des Ziel-, Quell- und Binnenverkehrs in

Mühlacker außerordentlich hoch ist und somit zu einer der wesentlichsten Verkehrsbelastungen

beiträgt.

17 Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Mühlacker, Planungsbüro Kölz, Teil 1-3 März 94

und Jan. 95

Stand: November 2006 41

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Vorgeschlagene Maßnahmen wie beispielsweise die Verlängerung der Ziegeleistraße

wurden inzwischen realisiert und in Betrieb genommen. Durchquerende

Verkehre wurden somit weitgehend umgelenkt. Entlastungswirkungen in der Innenstadt

sind bereits deutlich erkennbar.

Hinsichtlich der Verkehrsbelastungen in Enzberg empfiehlt das Planungsbüro

Kölz eine Problemlösung durch eine Einbahnregelung im Bereich zwischen Höhenstraße

und Moorhaldenstraße. Ziel dieser Lösung ist die Sicherung des Fußgängerverkehrs

bei gleichzeitiger Minimierung der Konsequenzen für den Kfz-

Verkehr. In der Kieselbronnerstraße bis einschließlich Höhenstraße erfolgt die

Beibehaltung der Gegenläufigkeit. Das bedeutet dass der nördliche Wohnschwerpunkt

die Ötisheimer Steige abwärts nicht mehr befahren darf. Alternativrouten

verlaufen über die Neue Steinwerkstraße/Brettener Straße, Kieselbronnerstraße

und über den Victionalweg / Ötisheim nach Mühlacker.

Aufbauend auf den Ergebnissen und Empfehlungen des VEP 1995 wurden weitere

Untersuchungen zu alternativen Entlastungstangenten vorgenommen.

Bezüglich einer nördlichen Umgehung kommt der VEP ´95 sowie die vertiefende

und aktualisierte Untersuchung zur Nordumgehung aus dem Jahr 2004 zu dem

Ergebnis, dass diese nicht die gewünschte Entlastung der Innenstadt bringt, weil

deren Belastung überwiegend aus einem hohen Aufkommen an Ziel- und

Quellverkehr besteht (VEP Teil 2 Seite 4) und einen hohen und unverhältnismäßigen

Eingriff in die Landschaft darstellt. Auch eine mögliche Entlastung der verlängerten

Ziegeleistraße könne nicht ausgeschlossen werden, die Nordumgehung

könnte sich somit als Konkurrenz erweisen.

Für eine südliche Umgehung im Zusammenhang mit der Erweiterung der Osttangente

nach Süden besteht, so das Ergebnis der Untersuchung des VEP 95

ebenfalls kein Bedarf, da die stadtübergreifenden Nord-Süd-Verflechtungen

sehr begrenzt sind und die verkehrliche Wirksamkeit diese Maßnahme nicht

rechtfertigen würde. Zudem würde sie in der Ortslage von Lomersheim zu erheblichen

städtebaulichen Konflikten führen. Hierbei würde sich auch beim

Umgehen der genannten Probleme eine begrenzte verkehrliche Wirksamkeit

ergeben, die eine Realisierung der Maßnahme aus ökologischer Sicht nicht

rechtfertigen könnte (Zusammenfassung und Empfehlung, Seite 6-7).

Im Rahmen der Empfehlung der Stadtentwicklungsplanung 2020 eines sogenannten

Stadtteilringes wurden sowohl ortsnahe als auch weiträumige Umfahrungen

untersucht, die im Ergebnis die Aussagen des VEP `95 ergänzend bestätigen.

Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse wurde die Möglichkeit einer sogenannten

„Innenstadtnahen Entlastungslösung“ untersucht.

Innenstadtlösung mit Tunnel

Es wurden insgesamt 4 Planfälle für eine Netzergänzung durch eine Tunnelverbindung

im Verlauf der bestehenden B 10 untersucht: Langer Innenstadttunnel

Variante 1 und 2, Kurzer Innenstadttunnel und Langer Stadttunnel. Die Kosten

der Lösungen liegen je nach Planfall zwischen 47 Mio. € und 65 Mio. €.

Die Wirksamkeit der Lösungen liegt je nach Planfall bei 16.000 – 23.900 – 20.400 –

12.200 Kfz/24h. Die Entlastung der B 10 liegt zwischen 7.700 – 10.000 Kfz/24h.

Alle Tunnelvarianten sind im Grundsatz technisch realisierbar. Sie bewirken jedoch

entweder gravierende städtebauliche Eingriffe in die bestehende Stadtstruktur

(Einschnitte, Anbindungsbauwerke, Verknüpfungen etc.) oder sie weisen

eine begrenzte Wirksamkeit auf. Eine Tunnellösung stellt unter diesem Gesichtspunkt

kein Lösungsansatz dar, der weiterverfolgt wird.

Stand: November 2006 42

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Überprüfung des Planungsansatzes „Stadtteilring“ im Rahmen der „Stadtentwicklungsplanung

2020“ aus verkehrskonzeptioneller Sicht 18

Die Variante einer Südumgehung wurde im Zusammenhang mit der in der STEP

formulierten Idee des Stadtteilringes untersucht. Sie sieht eine Weiterführung der

Osttangente nach Süden vor, kreuzt die K 4505, quert mit einem Brückenbauwerk

die Enz und verläuft südlich von Lomersheim entlang des Tiefenwegwaldes

in westlicher Richtung. Sie kreuzt die K 4504 und weiter westlich die L 1134 und

schwenkt dann nach Nordwest wo sie mit einem Tunnel den Höhenrücken

Hundsrücken und das Naturschutzgebiet unterquert, um über ein Brückenbauwerk

in Höhe des Steinbruchs auf die B 10 zu treffen.

Das Planungsbüro von Prof. Kölz stellt fest, dass eine verkehrliche Wirksamkeit

lediglich mit einem zusammenhängenden Netzelement im Süden der Stadt unter

Umgehung der bebauten Ortslagen und einer durchgängigen Vernetzung

der B 10 in der Lage ist, eine gesamtstädtische Entlastungsfunktion zu übernehmen.

Eine überschlägige Kostenermittelung ergab einen Kostenrahmen von ca. 58,0

Mill. €.

Die verkehrliche Wirksamkeit des gesamten Netzelementes liegt bei ca. 9.000 –

10.000 Kfz/24h.

Bei der südlichen Umfahrung besteht ein hoher ökologischer Eingriff. Mit folgenden

wesentlichen Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft ist zu rechnen:

Die Trasse grenzt an das FFH – Gebiet Plattenwald und kreuzt das Natur- und

Landschaftsschutzgebiet Enztal zwischen Niefern und Mühlacker. Beeinträchtigungen

bestehen u.a. durch einen hohen Landschaftsverbrauch und durch

Verkehrsbauwerke im Enzauenbereich sowie im Bereich des Natur- und Landschaftsschutzgebietes.

Es bestehen Beeinträchtigungen der optischen Beziehung

zur Enz durch Verkehrsbauwerke sowie der Waldfunktion durch Abgasemissionen.

Im Vergleich zur nördlichen Umfahrung bringt eine südliche Umfahrung nochmals

eine deutlich geringere Entlastung der B 10 Stadtdurchfahrt.

Sie wirkt sich allerdings auf die Enzstraße sowie auf die Stadtteile Dürrmenz und

Lomersheim entlastend aus (Planungsgruppe Kölz: Überprüfung und Aktualisierung

der verkehrlichen Wirksamkeit einer möglichen Nordumgehung, Stuttgart,

2005).

Prof. Kölz kommt in seinem Gutachten „Überprüfung des Planungsansatzes

„Stadtteilring“ im Rahmen der „Stadtentwicklungsplanung 2020“ aus verkehrskonzeptioneller

Sicht“ zu folgendem Ergebnis:

Eine Südumgehung schafft nur graduelle Entlastung für die B 10, da die größten

Verkehrsanteile im Ziel- und Quellverkehr liegen. Das Problem des Ziel- und

Quellverkehrs wird durch eine Südumgehung nicht gelöst.

Das Kosten-Nutzen-Verhältnis der geplanten Maßnahme steht nicht in Relation.

Hoher Landschaftsverbrauch und Zerschneidung des Naturschutzgebietes Niefern

/ Enzberg ist aus ökologischer Sicht (gerade im Hinblick auf die Stärkung

des Naturraumpotentiales) nicht vertretbar.

Verkehr sollte nicht weiträumig durch den Naturraum geführt werden.

18 Überprüfung des Planungsansatzes „Stadtteilring“ im Rahmen der „Stadtentwicklungsplanung

2020“ aus verkehrskonzeptioneller Sicht, Planungsbüro Kölz: Juni 2002

(Südumgehung).

Stand: November 2006 43

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Aktualisiertes Planungsgutachten einer nördlichen Umfahrung 19

Um eine Vergleichbarkeit der möglichen Entlastungsvarianten zu gewährleisten

erfolgte eine Aktualisierung der Wirksamkeit und Kosten der im Generalverkehrsplan

empfohlenen Nordtangente. Grundlage für die Aktualisierung der

Nordumfahrung stellt das Planungsgutachten B10 Mühlacker 20 dar. Es befasst

sich mit 2 Varianten zu einer nördlichen Entlastung der B 10. Die Untersuchung

aus dem Jahre 1981 berücksichtigt nicht die inzwischen fertig gestellte verlängerte

Ziegeleistraße, die der Entlastung der Innenstadt vom Durchgangsverkehr

dient. Für eine Einschätzung des Eingriffs bzw. der Vorzüge und Nachteile kann

es jedoch wichtige Aussagen liefern.

Die untersuchte Variante schwenkt kurz vor dem westlichen Ortseingang nach

Norden, unterquert zuerst die Bahnlinie Mühlacker/Pforzheim und dann in einem

ca. 1.440 m langen Tunnel das Gewann „Vor dem Stöckachwald“. In Richtung

Osten verläuft die geplante Trasse durch den Trinkwald mit Anschlüssen an

die L 1134 und die B 35. Gemäß den Aussagen des Verkehrsentwicklungsplanes

für die Stadt Mühlacker stellt diese Entlastungsalternative eine nicht unerhebliche

Konkurrenz zur Osttangente sowie zur Ziegeleistraße dar.

Die Kosten dieser Variante belaufen sich auf ca. 55,0 Mill. €.

Es wurden insgesamt 3 Planfälle untersucht:

Planfall 1: Keine Verknüpfung mit Ötisheimer Straße und GE Vetterstraße

Planfall 2: Mit Anbindung an Vetterstraße.

Planfall 3: Verknüpfung mit Ötisheimer Straße / L 1132.

Die verkehrliche Wirksamkeit des gesamten Netzelementes liegt bei ca. 10.100 –

12.500 Kfz/24h (Prognose 2020). Die Entlastung der B 10 liegt entsprechend der

einzelnen Planfälle bei Planfall 1: 9.600 Kfz/24h westlich der Ötisheimer Straße –

6.100 Kfz/25h östlich der Hindenburgstraße

Planfall 2: 10.700 Kfz/24h westlich der Ötisheimer Straße –6.500 Kfz/25h östlich

der Hindenburgstraße

Planfall 3: 9.600 Kfz/24h westlich der Ötisheimer Straße –6.600 Kfz/25h östlich der

Hindenburgstraße.

Nach Einschätzung des Gutachters zeigt die Nordumfahrung keinerlei Entlastungswirkung

für die Enzstraße. 21

Auch bei der nördlichen Umfahrung besteht eine hohe ökologische Beeinträchtigung.

Mit folgenden wesentlichen Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft

ist zu rechnen:

Beeinträchtigung der Verflechtung mit den Naherholungsbereichen Trinkwald –

Waldsiedlung sowie in Ötisheim im Wohngebiet Auhecke mit der freien Landschaft.

Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch exponierte Lage im nördlichen

Markungsbereich von Mühlacker.

Potentielle Beeinträchtigung der Waldfunktion durch Abgasemissionen.

19 Planungsgruppe Kölz: Überprüfung und Aktualisierung der verkehrlichen Wirksamkeit

einer möglichen Nordumgehung, Stuttgart, 2005

20 Planungsgutachten B 10 Mühlacker, Archiplan Stuttgart: 1981 (Nordumgehung).

21 Planungsgruppe Kölz: Überprüfung und Aktualisierung der verkehrlichen Wirksamkeit

einer möglichen Nordumgehung, Stuttgart, 2005

Stand: November 2006 44

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Die Aussage des Verkehrsentwicklungsplans, dass die hohe verkehrliche Belastung

überwiegend durch den so genannten hausgemachten Verkehr (Ziel- und

Quellverkehr) entsteht, der durch die Planung einer Umgehungsstraße nicht reduziert

werden kann, konnte durch die ergänzenden Untersuchungen bestätigt

werden.

Da zukünftig mit einer Zunahme des motorisierten Individualverkehrs zu rechnen

ist, sind Lösungen zur Entlastung vom Durchgangsverkehr sowie vom Ziel-, Quellund

Binnenverkehr, gerade im Hinblick auf die hohe Feinstaubbelastung in der

Stuttgarter Straße, notwendig. In diesem Zusammenhang gewinnt eine optimale

Lenkung des motorisierten Individualverkehrs und eine Minderung von Beeinträchtigungen

durch den Verkehr ihre Bedeutung.

Lösungsansätze zur Reduzierung des Ziel-, Quell- und Binnenverkehrs sind z.B.

durch das Parkleitsystem sowie das Mobilitätskonzept vorhanden. Im Nahbereich

sollen verstärkt alternative Verkehrsmittel zur Pkw-Nutzung zum Einsatz

kommen.

Der Planer hält vor diesem Hintergrund und im Hinblick auf den Planungshorizont

des Flächennutzungsplanes bis 2020 die Festschreibung eines Trassenstandortes

nicht für sinnvoll.

Er empfiehlt jedoch im Hinblick auf eine steigende Verkehrsbelastung begleitende

städtebauliche Maßnahmen, die eine Konzentration von Siedlungserweiterungen

auf die Kernstadt sowie an leistungsfähigen unproblematischen Verkehrsachsen

vorschlagen.

Tabelle 8: Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse

Entlastungstrasse Erläuterungen Konsequenz / Empfehlung

Nordumgehung 1. Eine nördliche Umgehung würde die verlängerte Ziegeleistraße

entlasten, und sich somit als Konkurrenz erweisen.

2. Sie bringt nicht die gewünschte Entlastung der Innenstadt,

weil deren Belastung überwiegend aus einem hohen Aufkommen

an Ziel- und Quellverkehr besteht (VEP Teil 2 Seite

4).

3. Sie stellt einen hohen und unverhältnismäßigen Eingriff in

die Landschaft dar.

4. Im Hinblick auf die schon im alten FNP nicht zustande gekommene

Einigung mit Ötisheim bezüglich einer Nordumgehung

ist die Realisierung auch heute schwierig.

5. Eine Realisierung ist nur mit großem finanziellen Aufwand

möglich und in Anbetracht der geringen Mittel der Länder

und Kommunen zeitlich nicht absehbar.

Südumgehung 1. Schafft gemäß dem Gutachten von Prof. Kölz „Stadtteilring“

nur graduelle Entlastung für die B 10, da die größten

Verkehrsanteile im Ziel- und Quellverkehr liegen.

2. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis steht nicht in Relation.

3. Hoher Landschaftsverbrauch und Zerschneidung des Naturschutzgebietes

Niefern / Enzberg ist aus ökologischer

Sicht (gerade im Hinblick auf die Stärkung des Naturraumpotentiales)

nicht vertretbar. Verkehr sollte nicht

weiträumig durch den Naturraum geführt werden.

4. Das Problem des Ziel- und Quellverkehrs wird durch eine

Südumgehung nicht gelöst.

5. Eine Realisierung ist nur mit großem finanziellen Aufwand

möglich und in Anbetracht der geringen Mittel der Länder

und Kommunen nicht absehbar.

Innenstadtentlastung

mit Tunnel

1. Entlastet die Innerstädtische B 10 vom Durchgangsverkehr

2. Stellt nur eine geringfügige Entlastung des Knotenpunktes

Enzstraße B 10 dar.

3. Ist nur mit großem finanziellen und baulichem Aufwand zu

Eine nördliche Entlastung

wird nicht weiterverfolgt. Die

Darstellung einer Fläche für

eine geplante Nordumgehung

im neuen Flächennutzungsplan

erfolgt nicht.

Die Variante Südumgehung

wird nicht weiterverfolgt. Die

Darstellung einer Fläche für

eine geplante Südumgehung

im neuen Flächennutzungsplan

erfolg nicht.

Die Variante innerstädtische

Tunnel wird nicht weiterverfolgt.

Die Darstellung im neuen

Flächennutzungsplan erfolg

nicht.

Stand: November 2006 45

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

bewältigen.

4. Würde nur einen Sinn machen, wenn der Bereich der Enzaue

städtebaulich umgestaltet und in die Nutzung einbezogen

würde.

Innerhalb des Planungshorizontes des neuen Flächennutzungsplanes bis 2020

wird die Realisierung einer Entlastungstrasse nicht erfolgen.

Aus der Zusammenfassung und Empfehlungen zum Verkehrsentwicklungsplan

der Stadt Mühlacker vom Nov. 1995, Prof. Kölz, S. 7 und 8 sowie aus der Überprüfung

des Planungsansatzes „Stadtteilring“ im Rahmen der „Stadtentwicklungsplanung

2020“ aus verkehrskonzeptioneller Sicht, Seite 16 geht hervor, dass beide

Entlastungsvarianten Nord- und Süd trotz großem finanziellem Aufwand und

hohem Landschaftsverbrauch eine relativ geringe Wirksamkeit aufweisen. Die

Festlegung auf eine der beiden Umfahrung wird zum jetzigen Zeitpunkt nicht erfolgen.

Sie werden aus diesem Grund nicht in die zeichnerische Darstellung des

Flächennutzungsplanes aufgenommen.

Schwerpunkte einer innerstädtischen Entlastung werden aus diesem Grund auf

alternativer Verkehrsmittel und ihre Stärkung gelegt, auf eine begrenzte bauliche

Erweiterung im südlichen Stadtgebiet, auf eine Verbesserung / Stärkung

des ÖPNV sowie auf die Investition in passive Schallschutzmaßnahmen zur Minderung

bestehender Belastungen durch Verkehr.

Verkehrsentwicklung Ötisheim

Entsprechend dem formulierten Grundsatz Um- und Ausbau des Verkehrsnetzes

für einen leistungsfähigen, stadt-, sozial- und umweltverträglichen Verkehr ergibt

sich für die Verkehrsplanung folgende Zielstellung:

Leistungsfähig = Gewährleisten eines störungsfreien Verkehrsflusses für alle

Verkehrsteilnehmer und alle Verkehrsarten.

Stadtverträglich = Berücksichtigen der angrenzenden Nutzungen und Aufnahmekapazität

bestehender Erschließungssysteme.

Sozialverträglich = Gewährleisten einer guten Erreichbarkeit von Infrastruktureinrichtungen

sowie unterschiedlicher Ziele für alle Verkehrsteilnehmer.

Umweltverträglich =Gewährleisten eines ressourcenschonenden und menschenverträglichen

Umgangs mit den Naturraumpotentialen

bei der Verkehrsplanung. Gewährleisten einer Reduzierung

von bestehenden und zu erwartenden Belastungen

durch Verkehr auf den Menschen sowie auf die Umwelt.

Diese vorgegebene Zielstellung wird in überwiegendem Maße in Ötisheim bereits

erfüllt.

3.2.6 Entwicklungskonzeption für den Einzelhandel22 Mit dem Ziel eine Bewertungsgrundlage für die zukünftige planerische Steuerung

und Entwicklung des Einzelhandels im Rahmen der Flächennutzungsplanung

zu erhalten, wurde der Fachbeitrag Einzelhandel für den FNP Mühlacker

erarbeitet.

Gründe für die Notwendigkeit der Steuerung des Einzelhandels sind darin zu sehen,

dass:

22 Dr. Donato Acocella Stadt- und Regionalentwicklung: Fachbeitrag Einzelhandel für

den FNP der Stadt Mühlacker.

Stand: November 2006 46

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

• Einzelhandelsstandorte an nicht integrierten Standorten zur Auflösung

der bestehenden städtischen Handelsstrukturen beitragen und zudem

Ursache für eine Zunahme des motorisierten Einkaufsverkehrs sind.

• Filialsysteme mit bundesweit einheitlichem (Angebot) Marktauftritt die

Berücksichtigung regionaler bzw. lokaler Wünsche der Konsumenten

schwierig machen.

• Eine zunehmende Konkurrenz der Shoppingcenter bzw. gemeinsame

Großinvestitionen der Wirtschaftsbereiche Handel, Freizeit und Gastronomie

mit den gewachsenen städtischen Wirtschaftsstrukturen besteht.

• Der Wandel der Betriebstypen des Handels in immer kürzeren Zeitabschnitten

stattfindet.

In Mühlacker ergibt sich bis zum Jahr 2020 ein rechnerischer Verkaufsflächenbedarf

in der Gesamtstadt zwischen rd. 4.100 qm in der unteren Variante der

Status-quo-Prognose und rd. 24.300 qm in der oberen Variante der Zielprognose.

Das bedeutet, dass in Mühlacker noch ein quantitativer Entwicklungsspielraum

für zusätzliche Verkaufsflächen besteht.

Das Ergebnis der Prognose ist als Orientierungswert zu verstehen. Die abgeleiteten

Werte stellen weder Ziele noch Beschränkungen für die zukünftige Entwicklung

dar 23 .

Entsprechend der Bestandsanalyse des Fachbeitrages Einzelhandel gibt es innerhalb

der bestehenden Einzelhandelsinnenstadt insbesondere hinsichtlich der

Sortimentsgruppe der zentrenrelevanten Sortimente ein ausreichendes Flächenangebot.

Durch die Bestandsanalyse und Bedarfsprognose der Verkaufsfläche kann eine

Ausweisung von Sonderbauflächen für den großflächigen zentrenrelevanten

Einzelhandel nicht begründet werden 24 .

Dies bedeutet für den Flächennutzungsplan, dass die Darstellung neuer Sonderbauflächen

für den großflächigen, zentrenrelevanten Einzelhandel nicht

notwendig ist.

Abgrenzung der Einzelhandelsinnenstadt

In der Vergangenheit wurden häufig die Kerngebiete zu großzügig abgegrenzt.

Dies hatte zur Folge, dass sich der Einzelhandel in weit ausgedehnten Bereichen

ansiedeln konnte, was zunehmend zu einer „funktionalen Entdichtung“ 25 führte.

Nur wenn klar ist, welcher Bereich einer Stadt als Einzelhandelsinnenstadt anzusehen

ist, kann geprüft werden wie und ob dieser Bereich geschützt werden

kann.

Entgegen dem Abgrenzungsvorschlag des Fachbeitrages entschied sich der

Gemeinderat in seiner Sitzung am 25.07.2006 für eine größere Abgrenzung. Diese

reicht vom Lienzinger Tor bis zum Kelterplatz (siehe hierzu Plan: Abgrenzung

Einzelhandelsinnenstadt im Anhang).

23 Dr. Donato Acocella Stadt- und Regionalentwicklung: Fachbeitrag Einzelhandel für

den FNP der Stadt Mühlacker, Seite 79 ff.

24 Ebd. Seite 100.

25 Dr. Donato Acocella Stadt- und Regionalentwicklung: Fachbeitrag Einzelhandel für

den FNP der Stadt Mühlacker, Seite 100.

Stand: November 2006 47

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Sortimentsliste

Zentrenrelevante Sortimente sollen ausschließlich in der abgegrenzten Innenstadt

zulässig sein. Außerhalb der Abgrenzung sollen zentrenrelevante Sortimente

zur Sicherung der Nahversorgung zulässig sein.

In Gewerbegebieten, Industriegebieten und Mischgebieten kann der Einzelhandel

insgesamt oder eine bestimmte Art von Einzelhandel, z.B. zentrenrelevante

Sortimente, aus städtebaulichen Gründen ausgeschlossen werden. Eine

städtebauliche Begründung hierfür kann z.B. die Entwicklung zentraler Versorgungsbereiche

oder die Sicherung von Gewerbegebietsflächen für Handwerk

und produzierendes Gewerbe darstellen.

Voraussetzung für derartige Festsetzungen ist die Einstufung von Sortimenten

nach ihrer Zentrenrelevanz auf der Basis der jeweiligen örtlichen Konkretisierung.

Eine ungeprüfte Übernahme der Sortimentsliste aus dem Einzelhandelserlass

Baden-Württemberg ist nicht zulässig.

Aus diesem Grund wurde eine Sortimentsliste erstellt, welche nach zentrenrelevanten

und nicht zentrenrelevanten Sortimenten unterscheidet. Siehe hierzu die

folgende Sortimentsliste Mühlacker auf der Grundlage der Einzelhändlerbefragung

im Rahmen des Fachbeitrages Einzelhandel.

Stand: November 2006 48

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Tabelle 9: Sortimentsliste Mühlacker 26

3.2.7 Bildung, Kultur und Soziales

Schulen

Für die Bildung sind zunächst die Schulen in Mühlacker und Ötisheim von Bedeutung.

Der laufend fortgeschriebene Schulentwicklungsplan basiert auf der

im Melderegister der Stadt Mühlacker eingetragenen Zahl der Kinder im Vorschulalter.

Der Höhepunkt der Schülerzahlen an den allgemeinbildenden Schulen wird

voraussichtlich im Jahr 2005/06 erreicht werden. Bis zum Schuljahr 2007/08 bleiben

die Schülerzahlen entsprechend der Studie des Statistischen Landesamtes

26 Dr. Donato Acocella Stadt- und Regionalentwicklung: Fachbeitrag Einzelhandel für

den FNP der Stadt Mühlacker, Seite 104.

Stand: November 2006 49

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

auf einem vergleichbaren Niveau und sinken dann bis zum Jahr 2020 kontinuierlich

ab. 27

Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg geht in seinem Statistischprognostischen

Bericht des Jahres 2003 28 von folgenden Schülerzahlen aus

Tabelle 10: Übersicht Schülerzahlen

Sonderschulen Schüler Realschulen Schüler

2002/03 54.565 (Höchststand/Prognose)

2002/03 243.210

2005/6 54.000 2005/6 242.700

2020/21 44.800 2020/21 195.800

Grundschulen Schüler Gymnasien

2002/03 54.565 (Höchststand/Prognose)

2002/03 307.204

2005/6 54.000 2005/6 318.300

2020/21 44.800 2020/21 233.200

Hauptschulen Sonstige Schulen

2002/03 215.532 2002/03 80.034

2005/6 206.300 2005/6 80.200

2020/21 166.400 2020/21 66.900

Mühlacker

In Mühlacker gibt es insgesamt 9 Grundschulen, 4 Hauptschulen mit Werkrealschule,

1 Realschule, 1 Gymnasium sowie eine Förderschule. Darüber hinaus

gibt es, mit einer gewerblichen und einer kaufmännischen Schule, 2 öffentliche

Berufsschulen und die Krankenpflegeschule des Enzkreises (Siehe hierzu Tab. 11-

14).

Mit der Deckung des geringen räumlichen Fehlbestandes an der Ulrich von

Dürrmenz Schule sowie der Erweiterung der Enzberger Hartfeldschule sind die

Maßnahmen zur Verbesserung der räumlichen Verhältnisse an den Mühlacker

Schulen weitgehend abgeschlossen. Geplant ist die teilweise Ausweitung der

Schulen um Ganztagesangebote. Dies setzt voraussichtlich Erweiterungen voraus

(z.B. für Speiseräume und Küchen), die aufgrund der geringen Größe nicht

im FNP 2020 dargestellt werden.

Für die konfessionelle Johann-Christoph-Blumhardt-Schule (JCB-Schule) wurden

Erweiterungsmöglichkeiten in mehreren Bauabschnitten eingeplant. Der Flächennutzungsplan

sieht hier weiterhin eine gewerbliche Baufläche vor. Die seit

1999 in einem früheren Gewerbebetrieb untergebrachte JCB-Schule hat in einer

übernommenen Baulast die in Gewerbegebieten zulässigen Lärmwerte zu

dulden. Eine Verdrängung der bestehenden Gewerbebetriebe aufgrund der

Ansprüche der Schule soll somit vermieden werden.

Für die beruflichen Schulen besteht kein Bedarf an zusätzlichem Gelände, da

das vorhandene Grundstück über eine ausreichende Reservefläche verfügt.

27 Statistisch-prognostischer Bericht 2003: Daten Analysen Perspektiven, Statistisches

Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart 2003.

28 Ebd.

Stand: November 2006 50

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Tabelle 11: Übersicht über allgemeinbildende Schulen

1 Grundschule Heidenwäldle

Schulleiterin Dorothea Schmack

Iglauerstr. 48

75417 Mühlacker

Grundschulförderklasse

2 Schiller-Schule

Grund-, Haupt- und Werkrealschule

Schulleiter Rainer Mack

Schillerstr. 3

75417 Mühlacker

3 Ulrich-von-Dürrmenz-Schule

Grund-, Haupt- und Werkrealschule

Schulleiter Gertrud Pfitzer

Schulstr. 17

75417 Mühlacker

4 Hartfeldschule Enzberg

Grund-, Haupt- und Werkrealschule

Schulleiter Heinz Storn

Hartfeldstr. 55

75417 Mühlacker-Enzberg

5 Grundschule Großglattbach

Ritterweg 25

75417 Mühlacker-Großglattbach

6 Grundschule Lienzingen

Schulleiter Manfred Kugler

Dr.-Otto-Schneider-Str. 2

75417 Mühlacker-Lienzingen

7 Wendler-Schule Lomersheim

Grundschule

Schulleiterin Susan Jentzsch

Turmstr. 45

75417 Mühlacker-Lomersheim

8 Grundschule Mühlhausen

Schulleiterin Claudia Seidel-

Deselaers

Martin-Luther-Str. 25

75417 Mühlacker-Mühlhausen

9 Johann-Christoph-Blumhardt-Schule

Freie evangelische Bekenntnisschule

Pforzheim/Enzkreis

Grund-, Haupt- und Realschule

Schulleiter Reinhard Wurster

Im Letten 8

75417 Mühlacker-Lomersheim

Tel. 07041/8769-10

Fax 07041/8769-20

Tel. 07041/5506

Tel. 07041/8766-30

Fax 07041/8766-50

e-mail: schillerschule@muehlacker.de

Tel. 07041/8767-60

Fax 07041/8767-80

e-mail: duerrmenz.schule@s-direktnet.de

http://www.sdirektnet.de/homepages/duerrmenz.schule

Tel. 07041 / 81 80 38-0

Fax 07041 / 81 80 38-20

e-mail: hartfeldschule.enzberg@hartfeld.teachonline.dehttp://www.teachonline.de/dateien/hps/hartfeldenzberg/index.htm

Tel. 07042/15602

Fax 07042/940696

Tel. 07041/8769-41

Fax 07041/8769-50

Tel. 07041/8769-60

Fax 07041/8769-80

Tel. 07041/4 44 91

Fax 07041/86 43 80

Tel. 07041/86 47 37

Fax 07041/86 47 93

e-mail: sekretariat@jcbs.de

http://www.jcbs.de

Tabelle 12: Übersicht über weiterführende Schulen

1

Johann-Christoph-Blumhardt-Schule

Freie evangelische Bekenntnisschule Pforzheim/Enzkreis

Grund-, Haupt- und Realschule

Schulleiter Reinhard Wurster

Im Letten 8

Tel. 07041/86 47 37

Fax 07041/86 47 93

e-mail: sekretariat@jcbs.de

http://www.jcbs.de

Stand: November 2006 51

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

75417 Mühlacker-Lomersheim

2

Mörike-Realschule

Schulleiter Wolfgang Schmidt

Lindachstr. 8

75417 Mühlacker

3

Theodor-Heuss-Gymnasium

mit naturwissenschaftlichem und sprachlichem

Profil

Schulleiter Thomas Mühlbayer

Rappstr. 9

75417 Mühlacker

Tabelle 13: Übersicht über Berufsschulen

1

Ferdinand-von-Steinbeis-Schule

Gewerbliche Schule

Schulleiter Herr Wagner

Lienzinger Str. 46

75417 Mühlacker

2

Georg-Kerschensteiner-Schule

Kaufmännische Schule

Schulleiter Eckehard Kugler

Kerschensteinerstr. 9

75417 Mühlacker

Tabelle 14: Übersicht über andere Schulen

Uhlandschule

Förderschule für Lernbehinderte

Schulleiter Volker Link

Rappstr. 25

75417 Mühlacker

Jugendmusikschule Pforzheim

- Außenstelle Mühlacker -

Krankenpflegeschule des Enzkreises

Enzkreis-Kliniken

Hermann-Hesse-Str. 34

75417 Mühlacker

Tel. 07041/8766-60

Fax 07041/8766-80

e-mail: Moerike-Realschule@muehlacker.de

http://www.muehlacker.de/Moerike-Realschule

Tel. 07041/8767-30

Fax 07041/8767-50

e-mail: thg@muehlacker.de

http://www.muehlacker.de/thg

Tel. 07041/87 05 10

Fax 07041/87 05 12

http://www.fvss.pf.bw.schule.de/

Tel. 07041/87 05 61

Fax 07041/87 05 67

e-mail: gks.schule@gmx.de

http://www.muehlacker.de/kerschensteinerschul

e/

Tel. 07041/8766-10

Fax 07041/8766-20

e-mail: uhlandschule.muehlacker@gmx.de

http://uhlandschule.fs.bei.t-online.de

Tel. 07231/31 27 41

Tel. 07041/15-2238

Fax 07041/15-2386

Stand: November 2006 52

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Tabelle 15: Übersichts- und Vergleichsdaten (öffentliche

Schulen)

2003/04

Öffentliche

Schulen Schüler-Lehrer-

Relation

1) Grund- u. Hauptschulen.

2) 5.-11. Klassenstufe.

im Vergleich zum

Land

Durchschnittliche Klassengrößen

Grundschulen 16,9 1) -1,0 1) 20,6 -1,4

Hauptschulen 21,2 -0,7

Realschulen 19,8 +0,6 29,7 +2,1

Sonderschulen 7,5 +2,0 10,4 +1,3

Gymnasien 17,8 +1,8 29,7 2) +2,0 2)

Berufliche Schulen

22,2 +1,6 21,3 +0,5

im Vergleich zum

Land

Der prognostizierte Schülerrückgang macht sich an den Grundschulen und

Hauptschulen bereits bemerkbar. Für die weiterführenden Schulen Mörike-

Realschule und Theodor-Heuss-Gymnasium wurde in den vergangenen Jahren

eine erhebliche Verbesserung der räumlichen Versorgung erreicht. Ein Bedarf

an neuen Schulstandorten ist bis zum Jahr 2020 nicht zu erwarten.

Das Theodor-Heuß-Gymnasium ist mit der Führung von Wanderklassen bereits

heute an seiner Belastungsgrenze angelangt. Da auch zukünftig in Mühlacker

ein verstärkter Übergang zum Theodor-Heuß-Gymnasium erwartet wird und sich

ein Schülerrückgang erst ab dem Schuljahr 2012/13 einstellen wird, müssen von

der Verwaltung zusammen mit der Schule und staatlicher Schulbehörde Interimslösungen

für die schwierigen Übergangsphasen (2008/9 bis 2011/12) gefunden

werden.

Tabelle 16: Schüler an öffentlichen und privaten

allgemeinbildenden Schulen in Mühlacker

Schuljahr

Grund- und

Sonderschulen Realschulen Gymnasien

Hauptschulen

Anzahl

1997/98 1957 110 752 1140

1998/99 1986 126 799 1172

1999/00 2045 134 842 1194

2000/01 2039 137 880 1202

2001/02 1996 139 955 1276

2002/03 1920 136 979 1319

2003/04 1929 136 1006 1347

2004/05 1952 130 954 1349

2005/06 1893 125 957 1369

Stand: November 2006 53

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Ötisheim

In Ötisheim gibt es eine Grund- und Haupt- mit Werkrealschule. Auch hier

macht sich der prognostizierte Schülerrückgang an den Grundschulen und

Hauptschulen bereits bemerkbar. Ein Bedarf an neuen Schulstandorten ist bis

zum Jahr 2020 nicht zu erwarten.

Tabelle 17: Übersicht Schulen

Grund-, Haupt- und Werkrealschule

Friedhofstr. 2

Ansprechpartner:

Schulleiterin

Frau Schellenberger-Hagenbucher

Kultur

Die Stadt Mühlacker verfügt als Mittelzentrum über ein breites kulturelles Angebot.

Für Theateraufführungen, Konzerte und sonstige Veranstaltungen gibt es in

Mühlacker den Mühlehof. Dieser beherbergt auch die Volkhochschule der

Stadt Mühlacker. Darüber hinaus gibt es noch einige kleinere Veranstaltungsorte.

Ausstellungen finden im Heimatmuseum statt. Daneben gibt es noch das Waldensermuseum

in Ötisheim - Schönenberg.

Die Stadt verfügt zudem über eine Stadtbibliothek. Auch in den Stadtteilen gibt

es Zweigstellen der Stadtbibliothek.

Die Darstellung von neuen Gemeinbedarfsflächen für Bildungs- und kulturelle

Einrichtungen wird nicht erforderlich.

Kindergärten

Mühlacker

Es gibt insgesamt 23 Kindergärten in der Gesamtstadt Mühlacker.

Aufgrund der Erweiterungsbauten der letzten Jahre konnte in den Kalenderjahren

2003/2004, allen Kindern ein Kindergartenplatz im jeweiligen Bezirk angeboten

werden. Entsprechend der örtlichen Bedarfsplanung vom 30.11.04 kann ein

ausreichendes Angebot bis in die Kalenderjahre 2006/2007 gewährleistet werden.

Der Rückgang der Kinderzahlen macht sich inzwischen in nahezu allen Kindergärten,

mit der Folge kleinerer Gruppen, bemerkbar. Angestrebt wird ein verstärktes

Betreuungsangebot für Kinder unter 3 Jahren, hierfür sind altersgemischte

Gruppen, die Tagespflege oder Krippenangebote (z. B. im Rabennest) möglich.

Sollte sich in Zukunft ein zusätzlicher Bedarf an ganztägiger Betreuung abzeichnen,

sind im vorhandenen Ganztageskindergarten Ausbaumöglichkeiten

gegeben.

Flächen für weitere Kindergartenstätten werden in Zusammenhang mit der

Schaffung großer, neuer Baugebiete wie z.B. Aischbühl und Senderhang-Ost

benötigt. Der vorhandene Kindergarten Senderhang ist bereits so angelegt,

dass er auf 3 weitere Gruppen erweiterbar ist.

Der städtische Kindergarten St. Andreas-Strasse 9/1 steht auf kircheneigenem

Pachtgelände. Bei Wegfall dieses Standortes könnte der Bedarf durch Anbau

an den bestehenden Kindergarten in der Schulstrasse in Dürrmenz gedeckt

werden.

Stand: November 2006 54

F:\FNP\Erläuterungsbericht\Begründung\Begründung-frühzeitig-Oktober-06.doc


Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Tabelle 18: Übersicht Kindergärten, Träger Stadt Mühlacker

1 Kindergarten Sonnenschein

St.-Andreas-Str. 9/1

75417 Mühlacker-Dürrmenz

Tel. 07041/4044

2 Kindergarten Villa Emrich

Schulerweg 1

75417 Mühlacker

Tel. 07041/864543

3 Ganztageskindergarten

Hauptmannstr. 11

75417 Mühlacker

Tel. 07041/861391

4 Kindergarten Stöckach

Helene-Lange-Weg 10

75417 Mühlacker

Tel. 07041/3372

5 Kindergarten Regenbogen

Pfarrgasse 10

75417 Mühlacker-Enzberg

Tel. 07041/7512

6 Kindergarten

Schumannstr. 11

75417 Mühlacker-Enzberg

Tel. 07041/7890

7 Kindergarten Schneckenhaus

Ringstr. 7

75417 Mühlacker-Lienzingen

Tel. 07041/46102

8 Kindergarten

Im Hagen 26

75417 Mühlacker-Lomersheim

Tel. 07041/6264

1 Regelgruppe

Mo - Fr: 07.30 - 13.30 Uhr

Mo, Di, Do: jeweils 13.30 - 16.00 Uhr

Betreuung für Kinder ab 2 Jahren.

1 Regelgruppe

Mo - Do: 08.00 - 12.00, 13.30 - 16.00 Uhr

Fr: 08.00-12.00 Uhr

1 Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten:

Mo - Fr: 08.00 - 14.00 Uhr

1 Gruppe

6.30 - 16.30 Uhr

1 Regelgruppe

Mo - Fr: 07.45 - 12.15 Uhr

Di, Mi, Do: 13.45 - 16.15 Uhr

1 Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten:

Mo - Fr: 07.00 - 13.00 Uhr

In den 3 Gruppen können am Dienstag, Mittwoch

und Donnerstag zwischen 7.15 bis 13.15

Uhr und 13.30 bis 16.00 Uhr, am Montag und

Freitag zwischen 7.15 bis 13.15 Uhr die Betreuungsstunden

frei gewählt werden; max. 6,5

Stunden am Tag.

2 Regelgruppen

Mo – Fr: 07.45 – 12.30 Uhr

Di – Do: 13.45 – 16.00 Uhr

1 Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten:

Mo - Fr.: 07.00 – 13.00 Uhr

2 Regelgruppen

Mo - Fr: 07.45 - 12.45 Uhr

Di, Mi, Do: 14.00 – 16.00 Uhr

Betreuung für Kinder ab 2 Jahren

2 Regelgruppen

Mo - Fr: 08.00 - 12.00 und 08.00 – 12.30 Uhr

Mo - Do: 13.30 - 16.00 Uhr bzw.

Mo, Di, Do: 13.30 - 16.00 Uhr

Tabelle 19: Übersicht Kindergärten, Träger Evangelische

Kirchengemeinden

1 Kindergarten

Eckenweiherstr. 9

75417 Mühlacker

Tel. 07041/7960

2 Kindergarten

Planckstr. 23

75417 Mühlacker

Tel. 07041/6240

3 Kindergarten

Schillerstr. 10

75417 Mühlacker

Tel. 07041/41060

4 Kindergarten

Schulstr. 21

75417 Mühlacker

Tel. 07041/6767

1 Regelgruppe

Mo – Do: 07.45 – 12.45 Uhr, 14.00 – 16.00 Uhr

Fr: 07.45 - 11.45 Uhr

2 Regelgruppen

Mo - Do: 07.45 - 12.15, 13.30 - 16.00 Uhr

Fr: 07.45 - 12.15 Uhr

2 Regelgruppen

Mo - Do: 08.00 - 12.00, 13.30 - 16.00 Uhr

Fr: 08.00 - 12.00 Uhr

2 Regelgruppen

Mo - Do: 08.00 - 12.00, 13.30 - 16.00 Uhr

Fr: 08.00 - 12.00 Uhr

Stand: November 2006 55

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

5 Kindergarten

St.-Andreas-Str. 9

75417 Mühlacker

Tel. 07041/5681

6 Kindergarten

Dürerstr. 14

75417 Mühlacker-Mühlhausen

Tel. 07041/46063

7 Kindergarten

Friedrich-List-Str. 2

75417 Mühlacker-Lomersheim

Tel. 07041/7507

8 Kindergarten

Friedrich-Münch-Str. 29

75417 Mühlacker-Lienzingen

Tel. 07041/5955

9 Kindergarten

Lichtholzstr. 5

75417 Mühlacker-Großglattbach

Tel. 07042/6470

10 Kindergarten

Mühlackerstr. 25

75417 Mühlacker-Lomersheim

Tel. 07041/7157

3 Regelgruppen

Mo - Do: 08.00 - 12.00, 13.30 - 16.00 Uhr

Fr: 08.00 - 12.00 Uhr

Bei Bedarf Mo – Fr: 07.30 – 12.30 u. 13.30 – 16.00

Uhr

2 Regelgruppen

Mo - Do: 07.30 - 12.30, 14.00 - 16.00 Uhr

Fr: 07.30 - 12.30 Uhr

2 Regelgruppen

Mo - Do: 08.00 - 12.00, 13.30 - 16.00 Uhr

Fr: 08.00 - 12.00 Uhr

u. Mo – Fr: 07.30 – 12.30 u. Di, Mi 14.00 – 16.30

Uhr

1 Regelgruppe:

Mo - Fr. 7.30 - 12.30 Uhr,

Di und Do 13.30 - 16.00 Uhr

1 Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten:

Mo - Fr. 7.15 - 13.15 Uhr

2 Regelgruppen

Mo - Fr: 07.30 - 12.30 Uhr

Di, Mi, Do: 14.00 - 16.00 Uhr

1 Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten:

Mo - Fr: 07.30 - 13.30 Uhr

Tabelle 20: Übersicht Kindergärten, Träger Katholische

Kirchengemeinde Mühlacker

1 Kindergarten

Berliner Ring

75417 Mühlacker

Tel. 07041/7272

2 Kindergarten

Zeppelinstr. 17

75417 Mühlacker

Tel. 07041/42105

1 Regelgruppe

Mo - Fr: 07.30 - 12.30Uhr

Di, Do: 14.00 - 16.00 Uhr

2 Gruppen mit verlängerten Öffnungszeiten:

Mo - Fr: 07.30 - 13.30 Uhr

2 Regelgruppen

Mo - Do: 08.00 - 12.00, 13.30 - 16.00 Uhr

Fr: 08.00 - 12.00 Uhr

Tabelle 21: Übersicht Kindergärten, Freie Träger

1 Johann-Christoph-Blumhardt-

Kindergarten

Im Letten

75417 Mühlacker

Tel. 07041/86495

eMail: sekretariat@jcbs.de

http://www.jcbs.de

2 Schul-Kindergarten der Lebenshilfe

Vaihingen-Mühlacker e.V. Villa Emrich

Schulerweg 1

75417 Mühlacker

Tel. 07041/942332

3 Kinderbetreuung Rabennest e.V.

Künftig Hermann-Hesse-Strasse 34

75417 Mühlacker

Tel. 0173/7457378

2 Gruppen mit verlängerten Öffnungszeiten

Mo - Fr: 7.30 - 13.30 Uhr

1 Gruppe mit Kindern mit Behinderungen

Mo - Do: 8.30 - 15.00 Uhr

Fr: 8.30 - 12.30 Uhr

Ganztagesbetreuung für Kinder von 0-6 Jahren

in der Form der betriebsnahen Kinderbetreuung

sowie 2 Spielgruppen für Kinder von 0-3 Jahren.

Stand: November 2006 56

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Die örtliche Bedarfsplanung nach dem Kindergartengesetz und dem Tagesbetreuungsausbaugesetz

der Stadtverwaltung Mühlacker vom 13.12.2005 zeigt

eine insgesamt sehr gute Versorgung an Kindergartenplätzen in Mühlacker. Als

Folge des anhaltenden Rückgangs der Geburten und der Zahl der Kindergartenkinder

musste, erstmals seit 25 Jahren, das Angebot an Kindergartenplätzen

nach unten angepasst werden.

Ötisheim

Es gibt 3 Kindergärten mit insgesamt 6 Gruppen in Ötisheim.

Tabelle 22: Übersicht Kindergärten

1 Kindergarten Öläcker

Kernerstr. 1

Tel: 07041/864980

2 Kindergarten Hohler Graben

Hohler Graben 11

Tel: 07041/864982

3 Wald-Kindergarten

Steidachstr. 20

Tel: 07041/864981

Ganztagesbetreuung für Kinder von 0-6 Jahren

in der Form der betriebsnahen Kinderbetreuung

sowie 2 Spielgruppen für Kinder von 0-3 Jahren.

Auch in Ötisheim zeigt die Örtliche Bedarfsplanung 2006, dass ein ausreichendes

Angebot an Kindergartenplätzen vorhanden ist.

Kreisjugendhilfeplanung

Mühlacker

Der Teilbereich der Kreisjugendhilfeplanung für benachteiligte Jugendliche liegt

vor und wurde im VA am 17.09.02 beraten. Angestrebt wird danach eine Stelle

für die Drogenstreetwork in Trägerschaft der AG Drogen e.V. Pforzheim. Für den

Bereich Streetwork ist es generell wichtig, Büroräume zentral, niederschwellig

zugänglich und außerhalb des Rathauses zu haben. Die jetzt absehbare Nutzung

von DLRG-Räumen im Wertle ist ideal, allerdings von der Dauer des Bestehens

des Gebäudes abhängig. Die Nähe zum Jugendhaus ist ebenfalls gut,

wobei separate Eingänge - wie im Wertle gegeben - notwendig sind. Es liefen

auch bereits Projekte von Streetwork und Jugendberufshilfe in den Räumen der

Familienbildung.

Die derzeitige Unterbringung des Jugendhauses im Wertle hat sich hinsichtlich

der Kriterien - Raumkonzeption, Zentrumsnähe, Nachbarschaft und Parkmöglichkeiten

als ideal erwiesen (und ist auch Bestandteil der aktuellen Jugendhilfeplanung).

Trotzdem muss innerhalb des zeitlichen Rahmens des FNP, aufgrund

des schlechten Gebäudezustandes sowie wegen der Lage im hochwassergefährdeten

Bereich, eine Planung eines Jugendhauses an anderer Stelle erfolgen.

Stand: November 2006 57

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Ötisheim

Die Gemeinde Ötisheim bietet den Jugendlichen und Heranwachsenden des

Ortes eine ganze Reihe von Freizeitangeboten. Seit 1999 gibt es überdies auch

einen Jugendtreff, die „Villa Populi“. Mit tatkräftiger Unterstützung (Know-how,

Material, Arbeitszeit) örtlicher Handwerksbetriebe schufen die Jugendlichen aus

zwei alten Containern einen gemütlichen Treffpunkt für Mädchen und Jungen

zwischen 13 und 25 Jahren. Die „Villa Populi“, die sich hinter der Erlentalhalle

befindet wird von den Jugendlichen auch autonom organisiert und betreut.

Der Jugendtreff ist nahezu die ganze Woche über ab 18.00 Uhr geöffnet, am

Wochenende sogar ganztags.

Kreisaltenplan

Mühlacker

Der Kreisaltenplan - Teilfortschreibung bis 2010 - wurde am 18.09.01 vom Kreispflegeausschuss

des Enzkreises verabschiedet. Für den Planungsbereich Ost

wurde ein Bedarf an 291 Pflegeplätzen festgehalten. Dies ergibt ein Defizit von

65 Plätzen, das jedoch über zusätzliche 35 Plätze im Projekt Illingen, weiteren 20

Plätzen im Johanneshaus Niefern-Öschelbronn sowie 10 Belegungsrechten im

Haus Tabor in Maulbronn ausgeglichen werden kann.

Nach aktuellem Sachstand ist für Mühlacker von einem Bedarf an rund 100

Wohnungen auszugehen. Bestand derzeit 67, wovon allerdings nur 31 über einen

Notruf verfügen. 6 Wohnungen in Lomersheim, 12 Wohnungen am Kelterplatz,

30 Wohnungen Eurich-Belzäcker und 19 in der Erlenbachstraße. Ein privater

Interessent für frei finanzierte Seniorenwohnungen ist vorhanden, allerdings

besteht hierbei seitens der Stadt keine dauerhafte Einflussmöglichkeit auf bedarfsgerechte

Belegung. Auch im Bereich der Seniorenwohnungen sollte daher

beim Flächennutzungsplan von einer Fläche für weitere rund 30 Wohnungen

(stadtnah) ausgegangen werden. Diese Wohnungen können in den bestehenden

Wohn- und Mischgebieten entstehen, so dass eine besondere Darstellung

nicht erfolgt.

Betrachtet man die jüngsten Veröffentlichungen des Statistischen Landesamtes

(Zuwachszahlen der Hochbetagten), so sollte eventuell mittelfristig an einen

Standort eines kleineren Pflegeheimes in Zentrumsnähe (eventuell in Enzberg)

mit rund 30 Plätzen gedacht werden. Eine besondere Darstellung als Fläche für

den Gemeinbedarf im Flächennutzungsplan wird hierfür nicht notwendig, da

derartige Einrichtungen im Wohngebiet allgemein zulässig sind.

Die Zahl älterer Menschen und ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung wird sich in

den kommenden Jahren auch in Mühlacker erhöhen. Der Bedarf an altersgerechtem

Wohnraum zur Sicherung einer eigenständigen Lebensführung wird

somit weiter steigen. Dieser Bedarf kann in den bestehenden Gebieten bzw. auf

Potentialflächen durch Neuplanungen gedeckt werden.

Auch für diejenigen Wohnungssuchenden, die sich wegen geringen Einkommens

oder sozialen Benachteiligungen nicht aus eigener Kraft mit Wohnraum

versorgen können, soll entsprechend ihrer Wohnbedürfnisse ausreichend Wohnraum

zur Verfügung gestellt werden.

Zu diesen Personengruppen gehören kinderreiche Familien, Behinderte, Obdachlose

und ältere Menschen.

Stand: November 2006 58

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Ötisheim

Die Gemeinde Ötisheim ist für ihren derzeitigen und wohl auch den bevorstehenden

mittelfristigen Bedarf ausreichend versorgt. In Ötisheim selbst gibt es

zentrumsnah an der Maulbronner Straße das von der Familienheim Pforzheim

mit Unterstützung der Gemeinde Ötisheim gebaute und vom DRK-Kreisverein

betreute Projekt "Betreutes Seniorenwohnen. In diesem befinden sich 14 altengerechte

Miet- und fünf Eigentumswohnungen. Darüber hinaus hat sich die

Gemeinde durch die Gewährung von Investitonszuschüssen beim bestehenden

Pflegeheimen "Bethesda" in Neulingen-Bauschlott mit acht und beim bestehenden

DRK-Altenpflegeheim in Mühlacker mit 13 Pflegeplätzen für ihre betagten

Bürgerinnen und Bürger eingekauft.

3.3 Abstimmung mit den Nachbargemeinden

Die Abstimmung der Planung mit den Nachbargemeinden Vaihingen/Enz, Illingen,

Maulbronn, Knittlingen, Pforzheim, Niefern-Öschelbronn, wird im Rahmen

der Frühzeitigen Behördenbeteiligung durchgeführt.

Stand: November 2006 59

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

4. FLÄCHENDARSTELLUNGEN UND WEITERE INHALTE DER PLANZEICHNUNG

Der Flächennutzungsplan besitzt inhaltlich vier Darstellungsformen:

Gemäß § 5 Abs. 2 BauGB enthält die Planzeichnung des Entwurfs zum FNP 2020

Darstellungen der Bauflächen und der sonstigen Flächen, über die die Stadt im

Rahmen ihrer kommunalen Planungshoheit entscheidet. Durch die Darstellungen

setzt die Gemeinde ihre eigenen Planungsvorstellungen um.

Die übrigen Inhalte der Planzeichnung beruhen nicht auf Entscheidungen der

Gemeinde im Rahmen ihrer kommunalen Planungshoheit. Sie enthalten Informationen,

die mögliche Nutzungskonflikte oder Beschränkungen für die Siedlungsentwicklung

aufzeigen.

Zu kennzeichnen (5 Abs. 3 BauGB) sind Flächen, bei deren Bebauung mit Problemen

zu rechnen ist.

Durch die nachrichtliche Übernahme (5 Abs. 4 BauGB) informiert der Flächennutzungsplan

über Bodennutzungen, die nicht nach bauplanungsrechtlichen

Vorschriften festgesetzt wurden.

Diese Planungen sind auch zu vermerken (5 Abs. 4 BauGB), wenn sie noch nicht

festgesetzt, sondern beabsichtigt sind.

Im Folgenden werden die Flächendarstellungen in der Reihenfolge der Nummerierung

in § 5 Abs. 2 BauGB beschrieben.

Der Bedarf an neuen Bauflächen bis 2020 wurde unter Berücksichtigung eines

sparsamen Umganges mit Grund und Boden ermittelt. Aus diesem Grund sind

vorhandene Bauflächenpotentiale (Baulücken) eingeflossen. Der Bedarf an

Wohnbauflächen und gewerblichen Bauflächen wurde rechnerisch nach anerkannten

Methoden ermittelt. Eine rechnerische Ermittelung des Bedarfes an

gemischten Bauflächen erfolgte nicht, da diese in Zusammenhang mit Wohnbau

und Gewerbebauflächen zu sehen sind. Bei den Sonderbauflächen wird

unterschieden zwischen Sonderbauflächen für die Gartenhausnutzung und

Sonderbauflächen für den Einzelhandel. Der Bedarf an Sonderbauflächen für

den Einzelhandel wurde in einem Fachbeitrag Einzelhandel der Stadt Mühlacker

ermittelt. Für die Sonderbauflächen für eine Gartenhausnutzung erfolgte

keine rechnerische Ermittelung hier wurden bestehende Gebiete auf ihre Auslastung

hin überprüft um einen potentiellen Bedarf festzustellen.

4.1 Wohnbauflächen

Die Wohnraumversorgung durch eine geeignete Bauflächenbereitstellung gehört

zu den zentralen Aufgaben des Flächennutzungsplanes.

Aus den Wohnbauflächen können Kleinsiedlungsgebiete (WS), reine Wohngebiete

(WR), allgemeine Wohngebiete (WA) und besondere Wohngebiete (WB)

entwickelt werden. Der Schwerpunkt der Nutzung liegt hier immer auf dem

Wohnen.

4.1.1 Ausgangssituation und städtebauliche Ziele

Entwicklungsziele für den Bereich Wohnen sind neben einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung,

die Bereitstellung eines ausreichenden Wohnbauflächenpotentiales

und der notwendigen sozialen und technischen Infrastruktur.

Mühlacker

Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben sind bei der Aufstellung der Bauleitpläne

insbesondere die Ergebnisse eines von der Gemeinde beschlossenen

städtebaulichen Entwicklungskonzeptes zu berücksichtigen. In Mühlacker wur-

Stand: November 2006 60

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

de eine Stadtentwicklungsplanung erarbeitet (STEP 2020) diese gibt für den Bereich

Wohnen folgende Grundsätze für die zukünftige Entwicklung vor:

� In Mühlacker wird das Hauptzentrum in der Innenstadt entwickelt. Die

Versorgungseinheiten der Stadtteile sollen erhalten und unterstützt werden.

Mühlacker ist als attraktiver und vielseitiger Wohnstandort für differenzierte

Wohnbedürfnisse weiterzuentwickeln.

� Stärkung der Mittelzentrumsfunktion durch Erhalt und Verbesserung der

sozialen Infrastruktur.

In der Kernstadt erfolgt aus diesem Grund eine Konzentration der wohnbaulichen

Entwicklung, den Stadtteilen wird eine Eigenentwicklung und gleichzeitig

die Erhaltung und Stärkung bestehender Infrastruktureinrichtungen zugestanden.

Entsprechend den Vorgaben der Stadtentwicklung 2020 wird räumlich eine bestandsorientierte

Entwicklung mit Nachverdichtung der Siedlungsbereiche verfolgt.

Entgegen der ursprünglichen Aussage der STEP 2020 einer gleichen Priorität der

Innen- und Außenentwicklung soll gegenüber der Entwicklung an der Peripherie

die Entwicklung der bisher unbebauten Flächen und Blockinnenbereiche innerhalb

der Ortslagen mit einer angepassten Bebauung eine Priorität erhalten. Das

bedeutet eine Nachverdichtung und Schließung von Baulücken für den Wohnungsbau.

Besonders die bestehenden, noch nicht gefüllten neuen Baugebiete

(Bspw. Senderhang und Stöckach, Hagen (Lo), Saturnstraße (Gg) sollen gefüllt

werden. Hierbei soll der vorhandene eigenständige Charakter der Stadtteile erhalten

und weiterentwickelt werden. Die vorhandene Siedlungsstruktur, wie beispielsweise

die erhaltenen dörflichen Strukturen und intakten Ortsränder sowie

der angrenzende Freiraum sollen erhalten werden.

Neue Wohnbauflächen werden bevorzugt in Bereichen geschaffen, die eine

gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr besitzen und zur Auslastung

der Infrastruktureinrichtungen in den Stadtteilen beitragen können. Die

Entwicklung von neuen Wohnbauflächen an den Ortsrändern soll mit einer angepassten

Bebauung vorhandene Strukturen ergänzen.

Wie die jüngste Entwicklung (Notwendigkeit der Erhöhung der Einwohnerprognosen

im Rahmen der Fortschreibung des Regionalplanes 2015) gezeigt hat,

liegt in der Prognose des zukünftigen Bedarfs ein großer Unsicherheitsfaktor. Aus

diesem Grund ist es notwendig eine flexible Flächennutzungsplanung zu gewährleisten.

Dies geschieht durch die Darstellung von ausreichenden Flächenpotentialen,

für die eine stufenweise Entwicklung entsprechend dem Bedarf garantiert werden

muss.

Auf der Ebene der verbindlichen Bauleitplanung muss durch die Einteilung der

Baugebiete in Bauabschnitte ein gleichmäßiges und zeitlich koordiniertes Auffüllen

der Baugebiete gewährleistet werden. Auch um die Fehler der Vergangenheit

nicht zu wiederholen und zu vermeiden, dass in den sich nur langsam

füllenden Baugebieten jahrzehntelang Baulücken brachliegen, die bereits Erschließungskosten

verursacht haben, ist eine schrittweise Inanspruchnahme

sinnvoll. Gerade die unzureichende Auslastung der vorhandenen Infrastruktureinrichtungen

in diesen Gebieten verursachen weiterhin hohe Kosten.

Mit dem Ziel der Inanspruchnahme des vorhandenen innerörtlichen Potentiales

wurde ein Baulückenkataster erstellt, das im Internet veröffentlicht wird und

Stand: November 2006 61

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Auskunft über das Potential an Wohnbauflächen in Mühlacker und seinen

Stadteilen gibt.

Mit der Empfehlung von drei Zeitstufen als Reihenfolge für die Inanspruchnahme

von Bauflächen wird das Ziel verfolgt, das eine bestimmte Fläche vor einer anderen

zu aktivieren ist (siehe hierzu Kapitel 11.1 Realisierung der Bauflächen). In

diesem Zusammenhang werden Entwicklungsschwerpunkte festgelegt, gleichzeitig

werden andere nur grundsätzlich geeignete Flächen für eine nachrangige,

eher langfristige Inanspruchnahme vorgesehen. Besonders in den Stadtteilen,

in denen mehr als eine Baufläche als so genannte Abrundung vorgesehen

ist, soll das Empfehlen von Zeitstufen eine optimale Auslastung der Infrastruktur

und Vermeidung hoher Kosten bewirken. In der Plandarstellung erfolgt eine

zeichnerische Festschreibung von Zeitstufen für die Entwicklung neuer Bauflächen

nicht, da diese möglicherweise in 5-10 Jahren nicht mehr zutreffend sein

könnten. Soweit eine Änderung der zugeordneten Zeitstufe im Rahmen des

Monitoring offenbar werden würde müsste bei einer zeichnerischen Zuweisung

der FNP geändert werden. Im Folgenden werden mögliche Kriterien für die Zuordnung

von Zeitstufen aufgezeigt. Diese sollten auch im Monitoring überprüft

werden.

1. Bedarf an der jeweiligen Baufläche

Die Bauflächen sollen nach Bedarf in Anspruch genommen werden.

Hierbei ist nicht der Bauwunsch einzelner Personen maßgeblich. Vielmehr

kann die schriftliche Formulierung des Bauwillens mehrer Personen als

Voraussetzung für eine Inanspruchnahme gelten. In diesem Zusammenhang

muss auch das Vorhandensein von Baulücken in dem betreffenden

Stadtteil geprüft werden und in die Beurteilung einfließen.

2. Die Realisierbarkeit der geplanten Nutzung hängt im Wesentlichen von

der Bereitschaft der Eigentümer zu bauen oder zum Verkauf ab. Durch

eine Befragung sind die Realisierungschancen vorab zu ermitteln.

3. Städtebauliche Aspekte wie bspw. die Anbindung (Infrastruktur), das Einfügen

einer Bebauung in die Landschaft, die erreichbare Qualität des

Ortsrandes sind vor einer Inanspruchnahme zu prüfen.

4. Finanzierbarkeit durch die Stadt. Hier werden neben dem Erschließungsaufwand,

den aktuellen Finanzmitteln der Stadt auch ihr Flächenanteil

an der zu beanspruchenden Fläche einfließen.

Ötisheim

Auch für Ötisheim wurden folgende allgemeine Ziele für die zukünftige Entwicklung

formuliert:

Für die Gemeinde Ötisheim wurden im Folgenden allgemeine Entwicklungsziele

formuliert, die im Rahmen der Flächennutzungsplanung zu berücksichtigen sind:

1. Bewahren der Identität von Ötisheim, die auf unterschiedlich gewachsenen

räumlichen Strukturen beruht.

• Sie besteht für den Besucher insbesondere durch den historischen Ortskern – Erhaltung

von ablesbaren Ortskernen auch in den Teilorten.

2. Innenentwicklung hat Priorität vor einer Erweiterung am Ortsrand.

• Einsatz geeigneter Instrumente für die Aktivierung des innerörtlichen Bauflächenpotentiales

– Baulückenkataster.

3. Wahren des Charakters von Ötisheim als landschaftlich reizvoll gelegener

Ort mit Wäldern, Hügeln, Tälern, Bachauen, Erholungsflächen und einem

funktionsfähigen Naturhaushaltes.

• vermeiden eines Zusammenwachsens der Ortschaften.

Stand: November 2006 62

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

4. Schwerpunkt der zukünftigen Entwicklung liegt in Ötisheim. Die Versorgungseinheiten

in den Ortsteilen werden (soweit vorhanden) erhalten und

unterstützt.

• In den Ortsteilen wird eine Eigenentwicklung gewährleistet.

6. Ötisheim ist als attraktiver und vielseitiger Wohnstandort für differenzierte

Wohnbedürfnisse weiterzuentwickeln.

• Hierzu dient die geplante Wohnbaufläche Hofäcker.

7. Stärken des Ortes Ötisheim durch Erhalt der sozialen Infrastruktureinrichtungen

• Bestehende Einrichtungen sind für den Bedarf bis 2020 ausreichend. Die Darstellung

einer geplanten Wohnbaufläche in Ötisheim trägt zu ihrer Auslastung bei.

4.1.2 Daten und Zielprognosen

Für Baden-Württemberg brachte das Jahr 2000 eine demographische Wende.

Erstmals gab es mehr ältere Menschen im Land als Junge. Die Verschiebung im

„Drei-Generationen-Verbund“ schreitet weiterhin fort. Bereits heute stehen 100

erwerbstätigen Personen ca. 82 nicht erwerbstätige Personen gegenüber. Bis

zum Jahr 2020 ist ein deutlicher Zuwachs der nichterwerbstätigen Personen zu

erwarten. Im Jahr 2030 werden sich Erwerbstätige und nicht Erwerbstätige die

Waage halten. Erst nach 2025 werden die zunehmenden Sterbefallüberschüsse

zu einer Abnahme der Bevölkerung führen. 29

Die Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes für Mühlacker zeigt

die voraussichtliche Entwicklung der Bevölkerung (5-jährlich) bis zum Jahr 2020

nach 6 Altersgruppen. 30 Auch in Mühlacker wird sich bis zum Jahr 2020 der demographische

Wandel vollziehen. Das Durchschnittsalter der Mühlacker liegt

bei 40,5 Jahre und entspricht dem Wert des Landesdurchschnitts. Betrachtet

man jedoch die Altersentwicklung der letzten Jahre, so zeigt sich, dass diese

kontinuierlich um ca. 0,2 Jahre jährlich angestiegen ist. Diese Entwicklung lässt

sich anhand der Bevölkerungspyramide für Mühlacker gut verbildlichen und

macht die o. g. Tendenz einer älter werdenden Gesamtbevölkerung deutlich.

Die Entwicklungstendenzen niedrige Geburtenrate und höhere Lebenserwartung

führen zwangsläufig auch in Mühlacker dazu, dass sich das Verhältnis zwischen

jüngeren und älteren Menschen immer mehr angleichen wird, möglicherweise

sogar umkehren wird.

Aus diesem Grund erscheint bei der Prognose des zukünftigen Bedarfs an

Wohneinheiten eine abnehmende Belegungsdichte der zukünftigen Wohnungen

auf 2 Einwohner (Ew) je Wohneinheit ( WE) gerechtfertigt und nachvollziehbar.

29 Statistisch-prognostischer Bericht 2003: Daten Analysen Perspektiven, Statistisches

Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart 2003.

30 Statistisches Landesamt Baden Württemberg

Stand: November 2006 63

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Tabelle 23: Bevölkerungsprognose 2020 für Mühlacker des

statistischen Landesamts Baden-Württemberg

2001*) 2005 2010 2015 2020

Insgesamt 26199 26632 27073 27308 27468

unter 5 1470 1256 1217 1240 1259

5 bis unter 10 1444 1494 1289 1240 1261

10 bis unter 15 1678 1540 1537 1332 1280

15 bis unter 20 1553 1718 1601 1582 1382

20 bis unter 25 1458 1566 1716 1600 1566

25 bis unter 30 1499 1485 1618 1722 1637

30 bis unter 35 1924 1573 1556 1664 1756

35 bis unter 40 2287 2095 1623 1593 1697

40 bis unter 45 1986 2281 2150 1668 1640

45 bis unter 50 1708 1956 2319 2192 1707

50 bis unter 55 1546 1674 1975 2328 2207

55 bis unter 60 1462 1507 1667 1964 2311

60 bis unter 65 1813 1533 1462 1623 1918

65 bis unter 70 1433 1712 1451 1404 1566

70 bis unter 75 1086 1203 1570 1335 1307

75 bis unter 80 899 908 1033 1357 1155

80 und älter 953 1131 1289 1464 1819

*) Die der Prognose zugrunde liegende Ausgangsbevölkerung.

Statistisches Landesamt: Prognose vom 31.12.2002

Stand: November 2006 64

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Abbildung 4: Bevölkerungspyramide Mühlacker gesamt, nach Alter, Geschlecht

und Staatsangehörigkeit, Stand 31. Oktober 2004

GES. AUSL. MÄNNLICH WEIBLICH

GES. AUSL.

0 0 1900 1 0

0 0 1905 2 0

2 0 1906 1 0

0 0 1907 * 6 0

2 0 1908 * 3 0

1 0 1909 ** 11 0

0 0 1910 ** 10 0

4 0 * 1911 **** 20 0

3 0 * 1912 *** 18 0

3 0 * 1913 ***** 25 0

9 0 ** 1914 ********* 47 0

10 0 ** 1915 **** 22 1

6 0 * 1916 ****** 29 0

7 0 * 1917 ***** 25 1

11 0 ** 1918 ******* 34 0

22 1 **** 1919 ************* 68 1

41 0 ******** 1920 -***************** 93 4

26 1 ***** 1921 ***************** 86 1

51 0 ********** 1922 *************** 76 1

56 1 *********** 1923 ********************** 112 1

46 1 ********* 1924 ********************* 106 0

64 2 ************ 1925 ********************** 115 1

67 0 ************* 1926 -****************** 99 5

65 1 ************* 1927 -********************** 117 3

81 5 ***************- 1928 ***************** 90 2

94 5 *****************- 1929 -********************* 113 3

90 4 ****************- 1930 -*********************** 126 6

94 5 *****************- 1931 -********************** 121 5

110 8 *******************-- 1932 -******************** 110 7

88 13 **************--- 1933 -********************** 117 5

138 16 ************************--- 1934 -***************************** 154 6

118 11 *********************-- 1935 --*************************** 152 9

180 14 ********************************--- 1936 ---******************************** 182 16

163 14 *****************************--- 1937 -************************** 139 7

144 18 *************************--- 1938 --******************************** 175 11

183 25 ******************************----- 1939 ---******************************* 177 14

186 36 *****************************------- 1940 ---****************************** 171 17

198 43 ******************************-------- 1941 ---********************************* 185 15

144 32 **********************------ 1942 -----*********************** 147 27

157 35 ***********************------- 1943 ----************************* 149 20

162 37 ************************------- 1944 ----******************** 124 21

111 26 ****************----- 1945 ----******************** 123 19

131 35 ******************------- 1946 ------***************** 118 31

139 33 *********************------ 1947 --------********************** 157 43

155 33 ************************------ 1948 ----*********************** 137 23

133 24 *********************----- 1949 --------************************** 176 41

144 23 ************************---- 1950 -------************************ 160 37

159 13 ****************************--- 1951 ------*********************** 149 29

174 18 *******************************--- 1952 -----*********************** 147 25

168 18 ******************************--- 1953 ------************************** 165 32

148 14 **************************--- 1954 -----***************************** 174 28

170 36 **************************------- 1955 ------****************************** 185 30

174 31 ****************************------ 1956 -----***************************** 175 27

212 27 ************************************----- 1957 ----**************************** 166 22

197 29 ********************************------ 1958 ------******************************* 191 33

202 27 **********************************----- 1959 -----************************************ 213 24

214 32 ***********************************------ 1960 -----*********************************** 209 28

220 30 *************************************------ 1961 ------********************************* 203 30

253 37 ******************************************------- 1962 ------********************************** 209 32

243 51 *************************************---------- 1963 --------************************************* 234 39

229 44 ***********************************--------- 1964 --------************************************* 234 41

234 50 ***********************************---------- 1965 ----------*********************************** 234 53

236 55 ***********************************----------- 1966 ---------********************************** 221 48

210 47 ********************************--------- 1967 ----------****************************** 204 50

204 54 ******************************---------- 1968 --------********************************* 213 42

213 55 ******************************----------- 1969 --------**************************** 186 42

178 57 ***********************----------- 1970 ---------****************************** 201 47

158 46 **********************--------- 1971 ---------********************* 157 45

149 47 ********************--------- 1972 ----------********************** 164 51

165 57 *********************----------- 1973 -----------****************** 152 57

175 54 ************************---------- 1974 ---------******************** 148 47

131 45 ****************--------- 1975 -------******************* 132 37

138 54 *****************---------- 1976 ---------**************** 131 48

127 33 *******************------ 1977 --------******************* 139 41

132 30 ********************------ 1978 ---------******************* 144 46

149 43 *********************-------- 1979 ---------******************* 146 44

153 36 ***********************------- 1980 --------****************** 133 40

147 38 *********************------- 1981 --------********************* 152 41

151 25 ************************----- 1982 --------*********************** 160 42

142 38 *********************------- 1983 ------***************** 121 30

155 24 *************************----- 1984 ------************************ 155 29

168 39 *************************-------- 1985 ----************************ 146 22

169 35 **************************------- 1986 ------********************** 142 31

159 34 ************************------- 1987 ------************************ 156 32

211 46 ********************************--------- 1988 -------********************** 151 35

165 40 ************************-------- 1989 --------********************** 155 42

196 42 ******************************-------- 1990 --------************************** 173 43

168 37 **************************------- 1991 -----************************* 154 28

176 46 *************************--------- 1992 -------********************** 150 38

144 30 **********************------ 1993 -------********************* 146 34

164 43 ************************-------- 1994 ----********************** 132 22

147 36 *********************------- 1995 ------******************** 132 30

144 32 **********************------ 1996 -------****************** 128 34

172 42 *************************-------- 1997 -------************************* 167 38

153 37 ***********************------- 1998 -------********************** 152 37

167 36 *************************------- 1999 --------****************** 136 42

131 6 ************************- 2000 ---************************** 149 15

135 9 ************************-- 2001 --************************ 133 8

133 8 ************************-- 2002 --********************* 118 12

134 5 *************************- 2003 ***************************** 152 2

92 6 *****************- 2004 ******************* 100 2

MÄNNLICH INSGESAMT = 12877 WEIBLICH INSGESAMT = 13248

DAVON AUSLÄNDER = 2406 DAVON AUSLÄNDER = 2251

GESAMTEINWOHNERZAHL = 26125

TEILUNGSFAKTOR = 5 GERUNDET

* = DEUTSCH - = AUSLÄNDER

Stand: November 2006 65

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Am 31.12.2002 hatte Mühlacker nach Aussage des statistischen Landesamtes

ca. 26 199 Einwohner (Ew).

Ötisheim hatte zu diesem Zeitpunkt ca. 4 808 Einwohner (Ew).

Prognose der Bevölkerungsentwicklung

Mühlacker

Die steigende Einwohnerzahl entsteht aufgrund eines Wanderungsgewinns. Sie

ist in die Prognose des Wohnbauflächenbedarfs eingeflossen. Ein Rückgang der

Bevölkerung ist in der Verwaltungsgemeinschaft nicht zu erwarten. Es ist aber

dennoch für die Flächennutzungsplanung wichtig, eine große Flexibilität zu erhalten.

Damit, wenn der erhoffte Wanderungsgewinn bis zum Jahr 2020 nicht

zutreffen sollte, nicht großflächige und ungefüllte Baugebiete brach liegen. Um

einer solchen möglichen Entwicklung entgegenzuwirken muss eine stufenweise

Entwicklung neuer Bauflächen erfolgen.

Mit der überarbeiteten Prognose des statistischen Landesamts wurde auch die

Prognose der STEP (26.500 Ew) nach oben korrigiert. Das statistische Landesamt

prognostiziert nun bis zum Jahr 2020 27.468 Einwohner. Hier sind die zu erwartenden

Wanderungsgewinne eingeflossen. Die zugrunde liegende Ausgangsbevölkerung

von 26.199 Einwohnern (Stand 12.2001) weicht allerdings um + 163

Ew von dem Wert des Einwohnermeldeamts (tatsächliche Einwohner im Dez.

2001: 26.036 Einwohner) ab. Es wurde aus diesem Grund bei der Aufstellung des

Flächennutzungsplans von einer Zielbevölkerung von 27.300 Ew bis zum Jahr

2020 ausgegangen (siehe hierzu Tabelle 23: Bevölkerungsprognose 2020 des

statistischen Landesamts Baden-Württemberg für Mühlacker).

Vor dem Hintergrund der Attraktivität des Landes Baden Württemberg für Einwohner

aus den anderen Bundesländern (vgl. hierzu Eildienst, Statistisches Landesamt

Baden Württemberg vom 27.06.03, Seite 2) nutzt Mühlacker die „Chance“

und blickt mit 27.300 Einwohnern in die Zukunft.

Diese Prognose entspricht dem Orientierungswert des Regionalplan 2015 Nordschwarzwald,

der bis zum Jahr 2015 von 32.100 Einwohnern Verwaltungsraum

Mühlacker Ötisheim ausgeht.

Für das Jahr 2020 werden für den Verwaltungsraum Mühlacker / Ötisheim ca.

32. 534 Einwohner prognostiziert.

Entsprechend dem prozentualen Bevölkerungsanteil werden diese prognostizierten

Bevölkerungszahlen auf Mühlacker und Ötisheim wie folgt verteilt:

Mühlacker: (stellt 84,5 % der Bev. des VR) 27 490 Einwohner

� Ötisheim: (stellt 15,5 % der Bev. des VR) 5 044 Einwohner

Ötisheim

Ötisheim stellt 15,5 % der Bevölkerung des Verwaltungsraumes. Ausgehend von

dem Orientierungswert von 32.100 Einwohnern bis zum Jahr 2015 bzw. von 32.

534 Einwohnern bis Jahr 2020 werden für Ötisheim 5.044 Einwohner prognostiziert.

Stand: November 2006 66

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

4.1.3 Wohnbauflächenbedarfsermittelung

Für die Wohnbauflächenbedarfsermittlung sind folgende Faktoren notwendig:

1. Voraussichtliche Einwohner im Jahr 2020 = 5.044 Ew / 27.300 Ew

2. Belegungsdichte (Einwohner Ew je Wohneinheit WE) = 1,86 - 1,9 Ew/WE bzw.

2,0 Ew / WE

3. Anzahl der bestehenden Wohneinheiten

4. Anzahl der Flächenreserven (Baulücken/WE)

5. Anzahl der geplanten Wohneinheiten aus bestehendem FNP (geplante

Baugebiete)

Mühlacker

Entsprechend der höheren Bevölkerungsprognose, gegenüber den Ausgangsdaten

der STEP, wird der Bedarf an neuen Wohnbauflächen bei ca. 1.667

Wohneinheiten (WE) liegen, das entspräche bei einer Einwohnerdichte von 80

Einwohnern (Ew) je ha und einer Belegungsdichte von 2 Ew je WE ca. 42 ha.

Siehe hierzu die auf der Ermittlung der STEP beruhende, aktualisierte Wohnbauflächenbedarfsermittlung:

Tabelle 24: Wohnbauflächenbedarf 2020Mühlacker

(Aktualisierung der Berechnung nach STEP 2020)

Wohnbauflächenbedarf Berechnung

Entwicklung Bevölkerungszahl 2020 : 27.300 EW

Belegungsdichte 1998 (2): 2,3 EW/WE

Belegungsdichte 2020 (3): 2,0 EW/WE

notwendige Wohneinheiten bis 2020: 13.650 WE

zzgl. Puffer Binnen/Außenwanderungen (2%) 273 WE

abzüglich Bestand (1999) (2) *11.428 WE

Ausweisung Wohneinheiten 2.495 WE

Reservelücken:

Reserven in Ortslage (4) (40% = 149,6 WE) 374 WE

Reserven in B-Plänen (4) (80% = 678,6 WE) 848 WE

Reserven gesamt 1.222 WE

davon angerechnet: 40 % der Ortslagen,80 % B-

Pläne

Anrechenbare Gesamtreserveflächen 828 WE

Restausweisungsbedarf 1.667 WE

Flächenbedarf

bei Dichte 80EW/ha (ca. 40 WE/ha) 42 ha

bei Dichte 50 EW/ha (ca. 25 WE/ha) 67 ha

Quellen:

(1) Prognose des stat. Landesamtes

(2) Statistisches Landesamt

(3) eigene Prognose

(4) Stadt Mühlacker: Baulückenübersicht 05/00

(*) eigene Berechnung mittels in Anspruch genommener Baulücken Stand 2003

Stand: November 2006 67

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Ötisheim

Entsprechend der Zielvorgabe, dass der Schwerpunkt der zukünftigen Entwicklung

in Ötisheim liegen soll, erfolgte die Darstellung einer neuen Wohnbaufläche

in Ötisheim. Die Versorgungseinheiten in den Ortsteilen werden erhalten

und unterstützt. Ötisheim ist als attraktiver und vielseitiger Wohnstandort für differenzierte

Wohnbedürfnisse weiterzuentwickeln.

Bei der Ermittelung des zukünftigen Wohnbauflächenbedarfes für Ötisheim wurde

eine Belegungsdichte von 1,9 Einwohnern je Wohneinheit angenommen.

Derzeit liegt der Wert bei 1,86 Einwohnern je Wohneinheit. Der Landeswert lag

Ende des Jahres 2003 bei 2,2 Einwohnern je Wohneinheit.

Im Hinblick auf die Kosten und Wirtschaftlichkeit wird eine Verbesserung bzw.

das Einpendeln der Einwohnerdichte bei 1,9 EW/WE angenommen (siehe hierzu

Tabelle 25: Belegungsdichte).

Tabelle 25: Belegungsdichte

Einwohner Jahr Haushalte Belegungsdichte

4.655 2002 2.486 1,86

4.636 2003 2.492 1,87

4.691 2004 2.504 1,86

Die vorhandenen Baulücken gehen mit 80% in die Bedarfsberechnung ein (siehe

hierzu Tabelle 26: Innerörtliche Baulücken).

Tabelle 26: innerörtliche Baulücken *

Standort Anzahl / Stand 2005

Ötisheim 50

Corres 3

Erlenbach 1

Schönenberg 29

Gesamt 83

Stand: November 2006 68

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Tabelle 27: Wohnbauflächenbedarfsermittelung - Ötisheim

Wohnbauflächenbedarf Berechnung

Entwicklung Bevölkerungszahl 2020: 5.044 Ew

Belegungsdichte 2002: 1,86 Ew/WE 1

Belegungsdichte 2020: 1,9 Ew/WE

notwendige Wohneinheiten bis 2020: 2.655 WE

zzgl. Puffer Binnen/Außenwanderungen (2%) + 53 WE

abzüglich Bestand (2004) 2 - 2.504 WE

Ausweisung Wohneinheiten 204 WE

Abzüglich bestehender Reserveflächen (Baulücken im

Ortskern): 83 BL=WE 3

Davon 80 % 83 x 0.8 = 66 WE -66 WE

Ausweisungsbedarf 138 WE

Flächenbedarf

bei Dichte 50 EW/ha (ca. 25 WE/ha) 5,5 ha

Abzüglich geplanter Wohnbauflächen aus bestehendem

FNP 85 (mit einer angenommenen Dichte von 25

WE je ha)

Geplante Wohnbaufläche nördlich der L 1132 = 6,1 ha

Geplante Mischbaufläche (M Steidach) südlich der Industriestraße

geht zur Hälfte ein = 0,61 ha

Geplante Mischbaufläche in Corres (Gegen die Lange

Allmend) geht zur Hälfte ein = 0,13 ha

Geplante Mischbaufläche in Schönenberg geht zur Hälfte

ein = 0,10 ha

Geplante Mischbaufläche in Ötisheim („Hinter den Zäunen“)

= 0,20 ha

Gesamte anrechenbare Wohnbauflächen (müssen zum

Abzug gebracht werden): 7,14 ha (ca. 178 WE) - 178 WE (7,1 ha)

Anrechenbare Gesamtreserveflächen 244 WE

Restausweisungsbedarf

- 40 WE = Überschuss

ca. 1,6ha

Bei einer Belegungsdichte von 1,9 besteht bis zum Jahr 2020 ein Überschuss von 40 Wohneinheiten. Die

Darstellung von weiteren Wohnbauflächen wird bei dieser Annahme nicht notwendig.

1 Information des statistischen Landesamtes

2 Nach einer Information der Verwaltung Ötisheim (Einwohnermeldeamt).

3 Information der Verwaltung Ötisheim

Die Belegungsdichte wurde anhand der Haushaltsvorstände ermittelt (Quelle:

Einwohnermeldeamt Ötisheim).

Eingang in den neuen FNP finden die bereits im FNP 85 als Planung dargestellte

Wohnbaufläche Hofäcker sowie kleinere Abrundungen in den Bereichen Ötisheim

„Hinter den Zäunen“ und in Corres „Gegen die Lange Allmend“.

Stand: November 2006 69

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

4.1.4 Noch nicht bebaute Wohnbauflächen im Flächennutzungsplan 2020

Die übergeordneten Vorgaben, die bei der Flächennutzungsplanung zu berücksichtigen

sind, (Landesplanungsgesetz, der Landesentwicklungsplan 2002

(LEP), der Regionalplan Nordschwarzwald 2015 und die STEP 2020) schreiben u.

a. vor, dass innerörtliche Bauflächen vor der Inanspruchnahme von Flächen im

Außenbereich entwickelt werden sollen, um eine nachhaltige Siedlungsentwicklung

zu gewährleisten. Die Leitvorstellung des §1(2) ROG ist es, eine nachhaltige

Raumentwicklung anzustreben, welche die sozialen und wirtschaftlichen

Ansprüche an den Raum in Einklang mit seinen ökologischen Funktionen bringt.

Auch das Baugesetz fordert in seinem §1 (5) BauGB eine nachhaltige städtebauliche

Entwicklung.

Der zukünftige Flächennutzungsplan wird diese Forderung umsetzen. Durch die

Führung eines Baulandkatasters wird eine Mobilisierung von innerörtlichen Baulücken

erfolgen. Das Baulandkataster wird der Öffentlichkeit (unter Berücksichtigung

des Datenschutzes) zugänglich gemacht. Es ist über das Internet unter

www.geobip.de abgerufen werden.

Die negativen Folgen einer lückenhaften Bebauung liegen in einer immer

schlechter werdenden infrastrukturellen und sozialen Versorgung, in weiten Wegen

und einer großen Zersiedelung sowie in der Inanspruchnahme wertvoller

Landschaftsräume. Der Vorteil der Nutzung von Baulücken liegt in ihrer schnellen

Verfügbarkeit. Häufig ist die Erschließung bereits vorhanden (Die Bereitschaft

der Eigentümer sei hier vorausgesetzt). Der Inanspruchnahme der innerörtlichen

Potentiale wird die Zeitstufe I zugeordnet, hierunter fallen auch die bereits begonnenen

Bebauungspläne innerhalb der Stadtteile.

Die folgende Tabelle informiert über den Stand der vorhandenen Baulücken.

Gleichzeitig gibt sie, anhand unterschiedlicher Prognoseszenarien, einen Anhaltswert

für die zu erwartende Inanspruchnahme des vorhandenen Bauflächenpotentials.

Tabelle 28: Prognose zur Inanspruchnahme von Baulücken

bis zum Jahr 2020 (Stand 20.10.2004).

Teilorte/Baulücken

= innerörtliches Potential

Mühlacker Kernstadt

Dürrmenz

Enzberg

Großglattbach

Lienzingen

Lomersheim

Stand:

April 2000

ca. 238 Baulücken

652/

WE

ca. 60 Baulücken

/ 121

WE

ca. 76 Baulücken

/ 145

WE

ca. 35 Baulücken

/ 56

WE

ca. 32 Baulücken

/ 52

WE

ca. 96 Baulücken

/ 246

WE

Stand:

März 2004

ca. 224 Baulücken

/ 625

WE*

ca. 57 Baulücken

/ 116

WE

ca. 66 Baulücken

/ 124

WE

ca. 30 Baulücken

/ 49

WE

ca. 29 Baulücken

/ 48

WE

ca. 83 Baulücken

/ WE

220

Verbleibende Baulücken

bei 40%iger

Reaktivierung bis

zum Jahr 2020:

ca. 134 Baulücken

ca. 34 Baulücken

ca. 39 Baulücken

ca. 18 Baulücken

ca. 17 Baulücken

ca. 50 Baulücken

Verbleibende

Baulücken bei

80%iger Reaktivierung

bis

zum Jahr

2020:

ca. 45 Baulücken

ca. 11 Baulücken

ca. 13 Baulücken

ca. 6 Bau ca.

lücken

ca. 6 Baulücken

ca. 16 Baulü-

Verbleibende

Baulücken bei

Fortschreibung

der bisherigen

Tendenz bis

2020:

ca. 168 Baulücken

ca. 45 Baulücken

ca. 26 Baulücken

ca. 10 Baulücken

ca. 17 Baulücken

ca. 31 Baulü-

Stand: November 2006 70

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Mühlhausen

Gesamt

ca. 26 Baulücken

/ 44

WE

ca. 563 Baulücken

/ 1316

WE

ca. 22 Baulücken

/ 40

WE

ca. 511 Baulücken

/ 1222

WE

ca. 13 Baulücken

ca. 305 Baulücken

cken cken

ca. 4 Baulücken

ca. 89 Baulücken

ca. 8 Baulücken

ca. 305 Baulücken

4.1.5 Darstellung von geplanten Wohnbauflächen im FNP 2020

Bei der Beurteilung der potentiellen Bauflächen wurden folgende Kriterien untersucht:

Übergeordnete Planungen

Aussagen Regionalplan Nordschwarzwald 2015

Naturschutzgebiete und Biotope nach § 24a NatSchG B-W

Stadtentwicklungsplan 2020

Städtebauliche Einbindung / Attraktivität der Wohnbaufläche

Lage zum Stadtkern

Fußläufige Anbindungen

Entfernung zu örtlichen Infrastruktureinrichtungen und zur Kernstadt

Erweiterungsmöglichkeit

Wirtschaftlichkeit der Bauflächen

Realisierbarkeit/Eigentumsverhältnisse

Erschließung, Ver- und Entsorgung

Verkehr / Durchgangsverkehr

Erschließung

Äußere Erschließung

Innere Erschließung

ÖPNV - Anbindung

Mögliche Beeinträchtigungen von landschaftlichen und naturräumlichen Gegebenheiten

Forstwirtschaft

Landwirtschaft

Wasserwirtschaft

Landschaftsbild, landschaftliche Einbindung und ökologische Verträglichkeit

Lage im Naturraum/Nähe zu Erholungsräumen

Landschaftsplanerische Gesamtbewertung aus Landschaftsplan

Klima, Lufthygiene und Lärm

Es erfolgte eine Wertung und Gesamtbeurteilung der potenziellen Flächen. Weniger

geeignete Flächen schieden aus.

Mühlacker

Als Planungen werden überwiegend die in der übergeordneten Vorgabe der

Stadtentwicklung 2020 der Stadt Mühlacker empfohlenen Flächen in die Darstellungen

des FNP übernommen.

Da sich aus der Aktualisierung der Prognosedaten ein weiterer Flächenbedarf

ergeben hat, wurde auf weitere Abrundungsflächen zurückgegriffen. Um den

Bedarf an Wohnbauflächen bis zum Jahr 2020 zu decken wurde die Erweiterung

des Wohngebietes „Stöckach“ in die Darstellung aufgenommen.

In Lienzingen und Enzberg wurden zusätzliche Bauflächen untersucht, die sich

aus eingegangenen Anregungen aus der Bürgerschaft ergaben. Diese Flächen

(„Herrenbrunnen“ in Enzberg und „Eichert“ in Lienzingen) erwiesen sich jedoch

Stand: November 2006 71

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

im Rahmen der Untersuchung für eine Bebauung ungeeignet und gehen nicht

in die Darstellungen des Flächennutzungsplanes ein.

Folgende geplante Wohnstandorte gehen in die Darstellung der Flächennutzungsplanung

ein:

Mühlacker: „Senderhang Ost“, das Baugebiet „Aischbühl“ sowie die Erweiterung

des Baugebietes „Stöckach“

Dürrmenz: „Sommerberg“, „Sperberweg“ (es handelt sich hier um laufende Bebauungsplanverfahren)

Enzberg: „Erweiterung Lämmerzunge“, „Vordere Stuben“ und „Sengach Ost“

(laufendes Bebauungsplanverfahren)

Großglattbach: „Erweiterung Unteres Mehl“, Erweiterungsteilbereich „Beim Hötzenbaum“,

„Pforzheimer Weg“

Lienzingen: „Pferchäcker“

Lomersheim: „Hummelberg“, „Krummes Land“ und „Austraße“

Mühlhausen: „Bauerngewand“, Bebauungsplangebiet „Hinter den Zäunen“

Aufgrund einer Bevölkerungsprognose von 27.300 Einwohnern bis zum Jahr 2020

wird die Bereitstellung von 1.667 Wohneinheiten für die Deckung des Wohnungsbedarfes

benötigt.

In Anlehnung an die Vorgaben der Stadtentwicklungsplanung wird das folgende

Bevölkerungsverteilungsmodell vorgegeben:

Tabelle 29: Verteilerschlüssel für neue Wohnbauflächen

Stadt/Stadtteil prozentualer Bevölkerungsanteil

(Stand 2000)

Mühlacker (mit Dürrmenz

3,9 ha)

Enzberg (mit Sengach 1,2

ha)

Prozentualer Anteil

der Neuausweisung

an Bauflächen (an

WE)

Neue Bauflächen in

ha (WE)

56,0 % 63,6 % (73,6) 31,95 ha (1.278 WE)

14,9 % 9,9 % (7,2) 5,0 ha (125 WE)

Großglattbach 5,3 % 8,7 % (6,3) 4,4 ha (110 WE)

Lienzingen (Pferchäcker 2,0

ha)

8,7 % 4,0 % (2,9) 2,0 ha (50 WE)

Lomersheim 11,1 % 5,8 % (4,2) 2,9 ha (73 WE )

Mühlhausen 4,0 % 8,0 % (5,8) 4,0 ha (100 WE)

Gesamtstadt 100 % 100 % 1.736 WE (50,25 ha)

Gründe für die Zuweisung eines geringeren Bauflächenanteiles in den Stadtteilen

Enzberg und Lomersheim liegen in ihrer problematischen Verkehrssituation,

an fehlendem geeignetem verfügbarem Wohnbauflächenpotential sowie in

dem vorhandenen hohen Anteil an Baulücken.

Der Grund für die Zuweisung eines deutlich geringeren Bauflächenanteiles in

dem Stadtteil Lienzingen liegt in dem dort vorhandenen hohen Potential an innerörtlichen

Wohnbauflächen innerhalb des Scheunengürtels, wie in der

Grobanalyse zur Sanierung deutlich wurde (siehe hierzu Abbildung 5 und Tabelle

30). Dieses soll im Rahmen einer Sanierung reaktiviert werden.

Gründe für die Zuweisung eines höheren Bauflächenanteiles in den Stadtteilen

Großglattbach und Mühlhausen liegen in der hier notwendigen Erhaltung und

Stärkung der vorhandenen Infrastruktureinrichtungen.

Stand: November 2006 72

F:\FNP\Erläuterungsbericht\Begründung\Begründung-frühzeitig-Oktober-06.doc


Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Für die Realisierung der im FNP 2020 dargestellten, noch bebaubaren Bauflächen

wurden insgesamt drei Zeitstufen für jede einzelne Wohn-, Gewerbe- und

gemischte Baufläche empfohlen (siehe hierzu Kapitel 11.1 Realisierung der Bauflächen).

Zeitstufe I: Beginn der Realisierung/Inanspruchnahme bis 2009.

Zeitstufe II: Beginn der Realisierung/Inanspruchnahme zwischen 2010 und 2014.

Zeitstufe III: Beginn der Realisierung/Inanspruchnahme ab 2015 und über 2020

hinaus.

Kernstadt

Das bevorzugte Modell „Stärkung der Kernstadt“ sieht die Ausweisung von neuen

Wohn- und Gewerbegebieten überwiegend in der Kernstadt vor. Entsprechend

diesem Grundsatz wird in Mühlacker das Zentrum der Kernstadt entwickelt.

Die Versorgungseinheiten der Stadtteile werden erhalten und unterstützt.

31 Der Schwerpunkt der neu auszuweisenden Wohnbaufläche wird mit 1.280

Wohneinheiten (ca. 32 ha) bzw. einem Anteil von ca. 63 % der Gesamtausweisung,

in der Kernstadt liegen. Der prozentuale Bevölkerungsanteil der Kernstadt

mit Dürrmenz beträgt ca. 56 %. Die Darstellung von neuen Wohnbauflächen

liegt über diesem Wert und folgt somit dem Ziel der Stärkung der Kernstadt.

Senderhang Ost

Die geplante Baufläche Senderhang Ost schneidet im Rahmen der Gesamtbewertung

(aus Sitzungsvorlage 60/57/03) der stadtnahen Flächen am Besten

ab. Sie zeichnet sich u. a. durch eine gute städtebauliche Einbindung, gute fußläufige

Erreichbarkeit, Erweiterungsmöglichkeit, gute landschaftliche Einbindung

sowie durch die Möglichkeit zur Schaffung eines bisher fehlenden Siedlungsrandes

und Stadteinganges aus. Sie ist zudem durch ihre Lage an der B 10

optimal an das überörtliche Verkehrsnetz angebunden. Bei der Anlage des inneren

Straßensystems sind keine kostenintensiven Maßnahmen zu erwarten. Der

Bereich Senderhang Ost soll aufgrund seiner Größe abschnittsweise entwickelt

werden und ist deshalb der Zeitstufe II und III zugeordnet.

Der Bereich Senderhang Ost ist mit den Zielen der Landschaftsplanung bedingt

vereinbar. Zu berücksichtigen sind die im Rahmen der landschaftsplanerischen

Einzelbewertung vorgeschlagenen Vorkehrungen zur Vermeidung / Minimierung

von Eingriffen in den Naturhaushalt sowie die vorgeschlagenen Maßnahmen

zur Kompensation (Ausgleich).

Erweiterung des Baugebietes Stöckach

Die ca. 6 ha große Abrundungsfläche grenzt an das bestehende Baugebiet

„Stöckach“ und schneidet bei der Bewertung positiv ab. Die Fläche ist verkehrlich

gut angebunden und dient der Abrundung des bestehenden Baugebietes.

Sie wird der Zeitstufe II zugeordnet, weil sie über das vorhandene bzw. geringfügig

zu erweiternde Straßennetz angebunden werden kann. Die Fläche liegt

zudem stadtnah, eine gute ÖPNV-Anbindung wird durch den geplanten Haltepunkt

Stadtmitte gewährleistet.

Gemäß der landschaftsplanerischen Einzelbewertung ist die Erweiterungsfläche

„Erweiterung Stöckach“ bedingt mit den Zielen der Landschaftsplanung vereinbar.

Zielkonflikte bestehen wegen der Beanspruchung guter Böden, der Gefährdung

klimatisch wirksamer Flächen im Einzugsbereich von Mühlacker, sowie

31 STEP 2020: OR Plan, Stuttgart 2002, Plan: Entwicklungspotentiale, Seite 58 ff.

Stand: November 2006 73

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

der Gefährdung des Landschaftsbildes aufgrund der besonderen Exposition des

Bereiches.

Zu berücksichtigen sind die von der Landschaftsplanung vorgeschlagenen Vorkehrungen

zur Vermeidung und Minimierung von Eingriffen sowie die Maßnahmen

zur Kompensation.

Aischbühl

Der bereits im Bebauungsplanverfahren befindliche Bereich „Aischbühl“ geht in

die Ermittelung der neuen Bauflächen ein. Die Entwicklung im Aischbühl wird

der Zeitstufe I zugeordnet. Hier wurde bereits ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet,

trotz der hohen ökologischen Funktion dieses Bereiches wird ein

Wohngebiet entwickelt. Der landschaftsplanerische Ausgleich und Ersatz erfolgt

auf der nachfolgenden Ebene des Bebauungsplanes. Die Fläche liegt stadtnah,

eine gute ÖPNV-Anbindung wird durch den geplanten Haltepunkt Stadtmitte

gewährleistet.

Aus landschaftsplanerischer Sicht wird ein Verzicht auf die Bebauung dieser

Fläche gefordert. Aufgrund des Bedarfs und öffentlichen Drucks die Realisierung

der Fläche voranzutreiben wurde bereits ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet,

die Fläche“ Aischbühl“ ist auch im alten FNP als geplante Wohnbaufläche

dargestellt. Gerade weil für den Aischbühl bereits ein Bebauungsplanverfahren

in Aufstellung ist, wird die Fläche wird der Zeitstufe I zugeordnet.

Die Bereitstellung von Wohnbauflächen im Bereich „Langes Gewand“ erfolgt

nicht. Aufgrund des schlechten Bewertungsergebnisses sowie auf Wunsch des

Gemeinderates (Sitzung am 09. 09. 2003) geht die Fläche nicht in die Darstellungen

des FNP ein.

Dürrmenz

In Dürrmenz werden in den Bereichen „Sommerberg“ und „Sperberweg“ neue

Wohnbauflächen dargestellt. Diese Flächen sind verkehrlich optimal angeschlossen

und runden den Siedlungskörper ab. Sie sind aus landschaftspflegerischer

Sicht gut bzw. bedingt mit den Zielen der Landschaftsplanung vereinbar.

Es können insgesamt 148 WE (3,7 ha) des Wohnbauflächenbedarfes in Dürrmenz

gedeckt werden.

Für den Bereich der verlängerten Reichmannstraße existiert bereits ein im Jahr

1996 genehmigter Bebauungsplan, der in diesem Bereich eine Wohnbebauung

vorsieht. Insgesamt könnten hier ca. 6 - 10 neue Wohneinheiten geschaffen

werden (Diese wurden als Baulücken kartiert).

Unter dem Sommerberg

Der Bereich „Unter dem Sommerberg“ ist ca. 3,1 ha groß und wurde bereits im

alten FNP 85 als geplante Wohnbaufläche dargestellt. Auch heute noch weist

diese Fläche wohnbauliche Qualitäten auf und soll aus diesem Grund für die

Wohnflächenbedarfsdeckung bis zum Jahr 2020 dienen. Entsprechend den

Vorgaben der STEP in den Kernstadtbereichen eine Einwohnerdichte von 80 Ew

je ha, bzw. 40 WE je ha anzustreben, sollen auf der geplanten Wohnbaufläche

ca.124 WE geschaffen werden. Die Fläche wird aufgrund ihrer Größe der Zeitstufe

III zugeordnet.

Aus landschaftsplanerischer Sicht ist eine Bebauung dieser Fläche bedingt mit

den Zielen der Landschaftsplanung vereinbar. Zu beachten sind Vorkehrungen

zur Vermeidung und Minimierung des geplanten Eingriffs sowie Maßnahmen zu

dessen Ausgleich.

Sperberweg

Stand: November 2006 74

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Die geplante Wohnbaufläche ist ca. 0,6 ha groß, hier können maximal ca. 24

Wohneinheiten entstehen. Aufgrund der geringen Flächengröße ist die Flächeninanspruchnahme

mit den Zielen der Landschaftsplanung vereinbar. Die Fläche

wird aufgrund ihrer geringen Größe der Zeitstufe II zugeordnet.

Beide Flächen (Sommerberg und Sperberweg) weisen keine Schutzgebietsausweisung

auf und liegen in direktem Siedlungsanschluss sehr zentral. Sie gewährleisten

somit einen geringen Erschließungsaufwand. Gute fußläufige Anbindungen

an die Kernstadt sind bereits vorhanden. Die Flächen werden bisher landwirtschaftlich

genutzt. Durch die Lage am Ortsrand ist eine gute landschaftliche

Einbindung zu gewährleisten, somit kann eine Aufwertung des bestehenden

Siedlungsrandes erfolgen.

Enzberg

Enzberg bekommt zugunsten der Stärkung der Kernstadt weniger Ausweisungen

als nach dem Bevölkerungsverteilungsmodell möglich wäre. Der prozentuale

Bevölkerungsanteil liegt bei 14,9 % während die Darstellung neuer Wohnbauflächen

9,9 % betragen. Dies hat seine Begründung in der bestehenden schwierigen

verkehrlichen Situation in Enzberg sowie in dem vorhandenen hohen Anteil

an Baulücken. Die Anbindung der neuen Wohnbauflächen kann über die

Steinwerkstraße sowie über die zu verlängernde Schreineräckerstraße erfolgen.

Die geplanten neuen Bauflächen „Erweiterung Lämmerzunge“ und „Vordere

Stuben“ wurden aus landschaftsplanerischer Sicht unterschiedlich bewertet.

Während der Bereich Lämmerzunge mit den Zielen der Landschaftsplanung

vereinbar ist, wird bezüglich der Fläche der Vorderen Stuben eine Veränderung

der Flächenausdehnung gefordert.

Erweiterung Lämmerzunge:

Der Bereich „Erweiterung Lämmerzunge“ umfasst ca. 1,5 ha und stellt 38 WE.

Aufgrund seiner direkten Anbindung an das bestehende Wohngebiet Lämmerzunge

sowie wegen seiner geringen Größe ist die Fläche mit den Zielen der

Landschaftsplanung gut vereinbar. Die Fläche wird der Zeitstufe II zugeordnet.

Vordere Stuben:

Der Bereich „Vordere Stuben“ ist ca. 2,3 ha groß und bietet bei einer Wohndichte

von 25 Wohneinheiten je Hektar Platz für ca. 58 WE. Seitens der Landschaftsplanung

wird die Veränderung der Abgrenzung der Fläche gefordert. Dieser

Forderung ist der Flächennutzungsplan nachgekommen. Die Fläche ist somit mit

den Zielen der Landschaftsplanung vereinbar. Sie wird, da sie im Anschluss an

die Erweiterung Lämmerzunge liegt zeitlich nach dieser Fläche zu entwickeln

sein und deshalb der Zeitstufe III zugeordnet.

Sengach-Ost:

Eine weitere Wohnbaufläche, für die bereits ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet

wurde liegt im Osten des Ortsteiles Sengach. Die Fläche ist ca. 1,2 ha

groß und wird ca. 30 Wohneinheiten Platz bieten. Die Fläche wird der Zeitstufe I

zugeordnet.

Großglattbach

In Großglattbach wurden im Rahmen der STEP für die Bedarfsdeckung die Gebiete

„Erweiterung Falltor West“ und „Erweiterung Unteres Mehl“ als neue

Wohnbauflächen empfohlen. Als Potentialflächen wurden die Bereiche „Erweiterung

Pforzheimer Weg“ sowie der Bereich „Am Hötzenbaum“ in die Darstellungen

der STEP aufgenommen.

Stand: November 2006 75

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Der prozentuale Bevölkerungsanteil in Großglattbach beträgt 5,3 % der Gesamtbevölkerung,

der Flächenanteil der geplanten Wohnbauflächen liegt bei

8,7 %. Großglattbach ist mit Mühlhausen der kleinste Stadtteil. Im Hinblick auf

die zukünftige Erhaltung des Standards der Infrastruktureinrichtungen bekommt

Großglattbach eine höhere Flächenausweisung als nach dem Bevölkerungsverteilungsmodell.

Insgesamt ist die Schaffung von ca. 110 neuen Wohneinheiten

vorgesehen, was bei einer Einwohnerdichte von 50 Einwohnern je ha einer Fläche

von ca. 4,4 ha entspricht. Diese Fläche verteilt sich auf folgende Bereiche:

Erweiterung Unteres Mehl

Der Standort liegt in Erweiterung der bestehenden Bauflächen, am südlichen

Ortsrand von Großglattbach. Da die ca. 1,5 ha große Fläche keine landschaftsprägenden

oder gliedernden Elemente besitzt und über das bestehende

Straßensystem gut angebunden werden kann, ist die Fläche für eine Bebauung

gut geeignet. Die Fläche ist mit den Zielen der Landschaftsplanung vereinbar.

Sie wird der Zeitstufe I zugeordnet

Beim Hötzenbaum

Bereits in der Stadtentwicklungsplanung 2020 wird der Bereich „Beim Hötzenbaum“

als mögliche Ereiterungsfläche für die zukünftige Wohnnutzung

dargstellt. In Großglattbach erfolgte im Rahmen der Bürgerbeteiligung die Anregung,

den Bereich „Beim Hötzenbaum“ in die Darstellung des Flächennutzungsplanes

als Wohnbaufläche aufzunehmen.

Da in der östlichen Nachbarschaft ein landwirtschaftlicher Betrieb besteht, für

den (lt. Baurechtsbehörde) eine Genehmigung für 400 Mastschweine vorliegt,

sind die notwendigen Abstandsflächen einzuhalten. Diese belaufen sich mit 200

m auf Abstandsklasse IV. Um eine landwirtschaftliche Nutzung auch in Zukunft

zu gewährleisten soll eine Wohnnutzung nicht näher als 300 m an den landwirtschaftlichen

Betrieb heranrücken somit könnte eine mögliche Erweiterung des

Betriebes gewährleistet werden.

Die ca. 0,7 ha große Fläche grenzt östlich an den Bereich „Erweiterung unteres

Mehl“ und liegt in unmittelbarem Siedlungsanschluss. Unter Berücksichtigung

der notwendigen Abstandsflächen ist sie gut geeignet für eine Wohnbebauung.

Die Fläche wird der Zeitstufe II zugeordnet.

Aus landschaftsplanerischer Sicht ist die Inanspruchnahme der geplanten Fläche

„Beim Hötzenbaum“ mit den Zielen der Landschaftsplanung vereinbar.

Pforzheimer Weg

Die in der STEP empfohlene Potentialfläche wird in dem dargestellten Ausmaß

von 6,0 ha nicht benötigt, sie wird auf ca. 2,2 ha reduziert und in die Darstellung

des Flächennutzungsplans aufgenommen. Die Fläche ist gut geeignet um einen

optimalen Ortsrand sowie eine gelungene Ortseingangsituation zu schaffen.

Eine Flächenausweisung und Bebauung im Bereich der Erweiterungsfläche

Pforzheimer Weg ist auf der östlichen Gebietshälfte bei Beachtung der Ziele der

Landschaftsplanung aus landschaftsplanerischer Sicht vertretbar. Die Fläche

wird aufgrund ihrer Größe und Lage der Zeitstufe III zugeordnet.

Die geplanten Wohnbauflächen „Erweiterung Unteres Mehl“, „Beim Hötzenbaum“

und „Pforzheimer Weg“ sind für die Bereitstellung neuer Wohnbauflächen

in Großglattbach ausreichend.

„Erweiterung Falltor West“ entfällt

Die in der STEP 2020 dargestellte Baufläche „Erweiterung Falltor West“ liegt im

Anschluss an das bestehende Baugebiet „Falltor West“ nördlich der L 1125 am

westlichen Ortsrand des Stadtteils Großglattbach. Die Erschließung der ca. 1,5

Stand: November 2006 76

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

ha großen Fläche könnte in Fortführung einer bereits vorhandenen Stichstraße

erfolgen. Die Fläche wird im Rahmen der STEP 2020 als geplante Wohnbaufläche

empfohlen.

Durch die Inanspruchnahme der Fläche entsteht jedoch eine unnötige Erweiterung

des bestehenden Ortsrandes nach Westen. Aus landschaftsplanerischer

Sicht ist die Fläche nur bedingt mit den Zielen der Landschaftsplanung vereinbar.

Eine Bebauung wird aufgrund der Beeinträchtigung der Belange des Bodenschutzes,

des Landschaftsbildes und der Grundwasserneubildung kritisch

gesehen. Das bedeutet, dass umfangreiche Maßnahmen zur Verminderung

und zum Ausgleich von Beeinträchtigungen zu ergreifen sind. Da in Großglattbach

durch die Fläche am Pforzheimer Weg eine geeignetere Fläche besteht,

durch deren Inanspruchnahme ein guter Ortsrand ausgebildet werden kann,

wird von der Darstellung der Wohnbaufläche „Erweiterung Falltor West“ abgesehen.

Lienzingen

Nach dem Bevölkerungsverteilungsmodell stellt Lienzingen etwa 8,7 % der Gesamtbevölkerung,

tatsächlich beträgt der geplante Wohnbauflächenanteil ca.

4,0 %.

In Lienzingen besteht die Möglichkeit der Umnutzung des Scheunengürtels im

Bereich Scherbentalbach, Herzenbühlstraße und Spindelgasse. Aus diesem

Grund und zugunsten der Stärkung der Kernstadt erfolgt hier eine geringere

Ausweisung als nach dem Bevölkerungsverteilungsmodell möglich wäre. Im

Rahmen der Grobanalyse zur Sanierung Lienzingen konnten im o. g. Bereich ca.

190 Nebengebäude kartiert werden. Daraus ließe sich im günstigsten Fall ein

Wohnbaupotential von über 190 WE (dies entspräche einer Fläche von ca. 7,6

ha) ableiten (siehe hierzu Abbildung 3: Gebäudenutzung und Abbildung 4:

Gebäudezustand). Es ist jedoch davon auszugehen, dass dieses Potential zu einem

Bruchteil (1/2 = 3,8 ha – 95 WE 1/4 = 1,9 ha – 47 WE) genutzt wird. Es könnte

dennoch ausreichen um einen großen Anteil des Bedarfs an Wohnbauflächen

in Lienzingen zu decken.

Stand: November 2006 77

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Abbildung 5: Gebäudenutzung

Tabelle 30: Gebäudezustand

Quelle: Kommunalentwicklung LEG Baden-Württemberg GmbH 32

Pferchäcker

Entsprechend der Empfehlung der STEP, geht der Bereich Pferchäcker mit ca.

50 WE und ca. 2,0 ha in die Darstellung des Flächennutzungsplanes ein. Die Fläche

ist mit den Zielen der Landschaftsplanung bedingt vereinbar. Mittlere Bedenken

bestehen aufgrund der Beeinträchtigung von schutzwürdigen Biotopen

sowie aufgrund der Beanspruchung guter landwirtschaftlicher Böden. Die Flä-

32 Kommunalentwicklung LEG: Voruntersuchung zur Entscheidung einer Antragstellung

über die Aufnahme in das Landessanierungsprogramm 2004 für die Stadtteile Lienzingen,

Lomersheim und Mühlhausen, Stand Bestandsaufnahme Li. 28.05.2003

Stand: November 2006 78

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

che wird der Zeitstufe II + III zugeordnet, damit soll gerade im Hinblick auf die

beginnende Sanierung eine Konzentration auf das innerörtliche Potenzial gewährleistet

werden.

Schönblickweg

Im Rahmen einer Verhandlung des Ausschusses für Umwelt und Technik am

23.09.2002 wurde hinsichtlich der geplanten Bebauungsplanaufstellung

„Schönblickweg“ der Antrag gestellt zunächst die Stadtentwicklungsplanung

und die Flächennutzungsplanung anzugehen um dann einen Bebauungsplan

zu entwickeln. Der Gestaltungsvorschlag des Bebauungsplanes Schönblickweg

sieht eine Veränderung des Trassenverlaufes der L 1134 vor, um den Bereich der

engen Kurve zu entschärfen. Erst dann kann die Fläche einer baulichen Nutzung

zugeführt werden (ca. 20 WE und 1,2 ha).

Im Hinblick auf die in Lienzingen angestrebte Sanierung und die damit verbundene

Reaktivierung bestehender Scheunen wird auf die Darstellung einer geplanten

Wohnbaufläche im Bereich Schönblickweg verzichtet. Für die Schaffung

von neuen Wohnbauflächen im Schönblickweg besteht im Geltungshorizont

des neuen FNP 2020 kein Bedarf, sie kann mit einer Fortschreibung des FNP

2020 erfolgen.

Lomersheim

Nach dem Bevölkerungsverteilungsmodell stellt Lomersheim etwa 11,1 % der

Gesamtbevölkerung, tatsächlich beträgt der geplante Wohnbauflächenanteil

5,8 %. Insgesamt sind in Lomersheim ca. 73 neue Wohneinheiten geplant.

Der Stadtteil weist den höchsten Anteil an Baulücken auf. In die Ermittelung der

Baufläche geht zudem der Bereich „Austraße“ ein, für den ein Bebauungsplan

im Aufstellungsverfahren ist. Lomersheim bekommt aus diesem Grund und zugunsten

der Stärkung der Kernstadt eine geringere Ausweisung als nach dem

Bevölkerungsverteilungsmodell.

In die Darstellungen des Flächennutzungsplanes gehen folgende geplante

Wohnbauflächen ein:

Austraße

Die geplante Baufläche weist eine Größe von ca. 2,0 ha auf und liegt im Anschluss

an die bestehende Bebauung. Insgesamt sollen ca. 50 neue Wohneinheiten

entstehen. Für die Fläche ist bereits ein Bebauungsplan im Aufstellungsverfahren.

Die Fläche ist mit den Zielen der Landschaftsplanung nur bedingt vereinbar. Es

bestehen mittlere Bedenken aufgrund der Lage in der Enzaue und der Bebauung

des Frisch- und Kaltluftaustauschbereiches der Flussniederung. Landschaftsplanerische

Aspekte werden im Rahmen des Grünordnungsplanes berücksichtigt.

Die Fläche wird der Zeitstufe I + II zugeordnet, hier ist bereits ein

Bebauungsplan in Aufstellung, trotzdem soll das Gebiet nicht der Zeitstufe I zugeordnet

werden.

Hummelberg

Die geplante Baufläche weist eine Größe von ca. 0,3 ha auf und liegt in unmittelbarem

Anschluss an die bestehende Wohnbebauung am Kreuzweg. Sie ist

über den Kreuzweg sowie den Burgweg angebunden. Es handelt sich hier um

eine Abrundung.

Aus landschaftsplanerischer Sicht bestehen mittlere Bedenken, die Erhaltung

Streuobstbestandes wird empfohlen. Die Umsetzung der Forderung erfolgt auf

der Ebene der verbindlichen Bauleitplanung. Die geplante Baufläche soll Platz

Stand: November 2006 79

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

für ca. 8 Wohneinheiten bieten. Aufgrund der geringen Größe ist die Fläche als

kleine Abrundung einzuschätzen, sie wird der Zeitstufe I zugeordnet.

Krummes Land

Die geplante Baufläche weist eine Größe von ca. 0,6 ha auf und liegt in unmittelbarem

Anschluss an die bestehende Wohnbebauung am Kreuzweg. Sie ist

bereits an die Erschließung angebunden. Es handelt sich hier lediglich um eine

Abrundung mit maximal einer Baureihe. Die geplante Baufläche kann Platz für

ca. 15 Wohneinheiten bieten.

Aus landschaftsplanerischer Sicht bestehen mittlere Bedenken, eine Reduzierung

der Fläche wird empfohlen – Grund: Erhaltung Streuobstbestand. Aufgrund

der geringen Größe der geplanten Wohnbaufläche erfolgt eine weitere Reduzierung

nicht. Landschaftsplanerische Empfehlungen wie die Erhaltung eines

Streuobstbestandes werden in der verbindlichen Bauleitplanung umgesetzt.

Trotz ihrer geringen Größe wird die Fläche der Zeitstufe III zugeordnet. Damit soll

die Realisierung des innerörtlichen Potenzials sowie der Austraße gewährleistet

werden.

Mühlhausen

Nach dem Bevölkerungsverteilungsmodell stellt Mühlhausen etwa 4,0 % der Gesamtbevölkerung,

tatsächlich beträgt der geplante Wohnbauflächenanteil 7,8

%.

Mühlhausen ist der kleinste Stadtteil, in dem ein wichtiger Entwicklungsschwerpunkt

in der Erhaltung der bestehenden Infrastruktureinrichtungen liegt. Es bekommt

aus diesem Grund eine höhere Ausweisung als nach dem Bevölkerungsverteilungsmodell

vorgesehen wäre.

In die Darstellungen des Flächennutzungsplanes gehen folgende geplante

Wohnbauflächen ein:

Bauerngewand

Für die geplante Fläche „Bauerngewand“ ist seit 1998 ein Bebauungsplan im

Aufstellungsverfahren. Die Fläche ist ca. 2,9 (2,85) ha groß und soll ungefähr 73

Wohneinheiten Platz bieten. Sie liegt am südlichen Ortsrand im Anschluss an die

bestehende Wohnbebauung und wird derzeit landwirtschaftlich genutzt.

Aus landschaftsplanerischer Sicht bestehen mittlere Bedenken, eine Reduzierung

im westlichen Hangbereich wird empfohlen. Der Flächennutzungsplan

kommt dieser Empfehlung nach, die Fläche wurde von 3,2 ha um ca. 0,3 ha reduziert.

Weitere Maßnahmen zur Vermeidung, Minimierung und Kompensation

von Eingriffen erfolgen in der verbindlichen Bauleitplanung. Die Fläche wird

aufgrund des vorhandenen innerörtlichen Potenzials der Zeitstufe II und III zugeordnet.

Wohnbaufläche Hinter den Zäunen (B-Plan am Brunnen)

Durch die Aufgabe des Brunnens im Bereich Gutenberg / Theodor-Heuß-Straße

und die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens wurde in Mühlhausen ein

neues Bauflächenpotenzial geschaffen. Die frei werdenden Flächen umfassen

in Anlehnung an die umgebende ortstypische Dichte von 25 WE pro ha ein

Wohnbaupotential für ca. 30 Wohneinheiten. Es handelt sich hier um eine Fläche

im Innenbereich, der entsprechend dem Grundsatz Innenentwicklung vor

Außenentwicklung die Zeitstufe I zugeordnet wird und der somit eine Priorität

vor der Inanspruchnahme von Flächen am Siedlungsrand (Bauerngewand) zukommt.

Mit den Zielen der Landschaftsplanung ist die Fläche vereinbar, mittlere

Bedenken bestehen aufgrund der Hochwassergefährdung.

Stand: November 2006 80

F:\FNP\Erläuterungsbericht\Begründung\Begründung-frühzeitig-Oktober-06.doc


Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Unter Berücksichtigung der Bedarfsermittelung werden die folgenden Standorte

für die Deckung des prognostizierten Bedarfs im Flächennutzungsplan als geplante

Wohnbauflächen aufgenommen:

Tabelle 31: Übersicht geplanter Wohnbauflächen für die

Bedarfsdeckung in Mühlacker

Mögliche Wohnbauflächen

mit Zeitstufe

STEP-Flächen Mögliche zusätzliche

Erweiterungen

Unter Berücksichtigung

der

Empfehlung

der Landschaftsplanung

Planungen in

WE /ha

Mühlacker Stadt 1.130 WE / 28,25

ha

Senderhang Ost

Z II + III

Erweiterung Stöckach

Z II

Aischbühl

Z I

Gemischte Baufläche

Senderhang Ost

ZII + III

10 ha 12,4 ha ja 496 WE / 12,4 ha

- ja

mit ca. 6,0 ha

Planung im alten FNP

B-Plan im Aufstellungsverfahren

6,6 ha

Ca. 6,5 ha davon 50

%

240 WE / 6,0 ha

Stand: November 2006 81

F:\FNP\Erläuterungsbericht\Begründung\Begründung-frühzeitig-Oktober-06.doc

ja

264 WE / 6,6 ha

ja 130 WE / 3,25

ha

Dürrmenz 148 WE / 3,7 ha

Sommerberg Z III 3,3 ha ja 124 WE / 3,1 ha

Sperberweg Z II 0,6 ha ja 24 WE / 0,6 ha

Enzberg 125 WE / 5,0 ha

Sengach

Z I

Lämmerzunge

Z II

Vordere Stuben

Z III

Planung im alten

FNP

B-Planverfahren bereits

abgeschlossen.

1,2 ha

1,5 ha Ja

2,3 ha Ja

In geänderter

Abgrenzung

ja 30 WE / 1,2 ha

37 WE / 1,5 ha

58 WE / 2,3 ha

Großglattbach 110 WE / 4,4 ha

Erweiterung Unteres Mehl

Z I

Beim Hötzenbaum

Z II

Pforzheimer Weg

Z III

1,0 ha ja

0,8 ha 5,0 ha aus STEP ja

reduziert auf

0,8 ha

Potenzielle Erweiterungsfläche

Ja

reduziert auf

2,2 ha

37 WE / 1,5 ha

18 WE / 0,7 ha

55 WE / 2,2 ha


Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Lienzingen 50 WE / 2,0 ha

Pferchäcker Z II + III 2,0 ha ja 2,0 ha

Lomersheim 73 WE / 2,9 ha

Austraße

Z I

Planung im alten FNP

B-Plan im Aufstellungsverfahren

2,0 ha

ja 2,0 ha

Hummelberg Z II 0,3 ha ja 0,3 ha

Krummes Land Z III 0,6 ha ja 0,6 ha

Mühlhausen 100 WE / 4,0 ha

Bauerngewand Z II + III 2,9 ha ja

reduziert auf

2,9 ha

Wohnnutzung am Brunnen

Z I

Summe (unter Berücksichtigung

der unterschiedlich

dichten Bauweise der

Stadt und Stadtteile) 33

34,8 ha

Bedarf aus STEP:

„mehr als 30 ha“

1,2 ha aus Nutzungsänderung

WSG Zone

II

2,8 ha

ja 1,2 ha

1.736 WE / 50,25

ha

Durch die Zuordnung von Zeitstufen I-III wird eine gleichzeitige Entwicklung mehrerer

geplanter Bauflächen vermieden. Dies ist aus wirtschaftlichen (mangelnde

Infrastruktureinrichtungsauslastung und Erschließungskosten) und städtebaulichen

Gründen (zu erwartende Baulücken) sowie im Hinblick auf den Nachhaltigkeitsgrundsatz

zu befürworten.

In diesem Zusammenhang werden die genaue Beobachtung der geplanten

Bauflächen und möglicherweise eine Korrektur der zugeordneten Zeitstufe notwendig.

Ötisheim

In die Darstellung des neuen FNP 2020 gehen für die Befriedigung des Bedarfs

an Wohnbauflächen in Ötisheim folgende geplante Bauflächen ein:

Planungen aus dem FNP 85:

Die geplante Wohnbaufläche „Hofäcker“ gemäß rechtskräftigem FNP 85 als

geplante Wohnbaufläche mit ca. 6,1 ha.

Die geplante Wohnbaufläche im Bereich „Hofäcker“ ist bereits Bestandteil der

Darstellungen des FNP 85. Für ihre Ausweisung besteht aufgrund der Prognose

der Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2020 auch zukünftig ein Bedarf. Das

Gebiet liegt im Anschluss an die bestehende Bebauung und kann verkehrlich

optimal angebunden werden.

In der landschaftsplanerischen Bewertung wurde die Fläche als bedingt mit

den Zielen der Landschaftsplanung vereinbar beurteilt. Empfohlen wird außerdem

eine Überprüfung des Flächenbedarfs, da wertvolle landwirtschaftliche

Flächen beansprucht werden und der Bereich als siedlungsklimatischer Ausgleichsraum

betrachtet wird. Der landschaftsplanerischen Forderung soll durch

eine abschnittsweise Realisierung der geplanten Fläche entsprechend dem

Bedarf nachgekommen werden. Auf diese Weise wird eine nachhaltige Entwicklung

gewährleistet. Von einer Reduzierung der geplanten Wohnbaufläche

33 Bedarf aktuell bei 80 Ew/ha = Ca. 42 ha und 1.667 WE

Stand: November 2006 82

F:\FNP\Erläuterungsbericht\Begründung\Begründung-frühzeitig-Oktober-06.doc


Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

wird aufgrund des nachgewiesenen Bedarfs abgesehen. Im Rahmen der Landschaftsplanung

vorgeschlagene Maßnahmen zur Vermeidung, Minimierung

und Ausgleich von Eingriffen werden, soweit geeignet, in die Darstellungen des

FNP aufgenommen und in der nachfolgenden Ebene des Bebauungsplanes

berücksichtigt.

Abrundung im Bereich der Alten Dürrner Straße („Hinter den Zäunen“) als geplante

Mischbaufläche mit ca. 0,2 ha.

Zur Abrundung der bestehenden Baufläche erfolgte die Aufnahme einer neuen

Baufläche mit maximal einer Bautiefe westlich des Feldweges 3084 im Bereich

der Alten Dürrner Straße. Der bestehende Feldweg dient bereits den östlich an

ihn angrenzenden Wohngebäuden zur Erschließung. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit

sowie um dem Bedarf an der Ötisheimer Bevölkerung auf eigener

Gemarkung zu decken, befürwortet der Ötisheimer Gemeinderat die Darstellung

einer ca. 2.166 m² (0,21 ha) großen geplanten Mischbaufläche im neuen

FNP 2020.

Entsprechend der Landschaftsplanung ist die Flächenausweisung mit den Zielen

der Landschaftsplanung bedingt vereinbar. Zu beachten sind der Schutz und

die Erhaltung des Hohlweges im Süden sowie der Bodenschutz und die Vorgabe

eines Regionalen Grünzuges.

Die Abrundungsfläche „Gegen die Lange Allmend“ in Corres fließt als geplante

Mischbaufläche mit ca. 0,27 ha zu 50 % (= 0,13 ha) in den Wohnbauflächenbedarf

ein.

Seitens der Gemeindeverwaltung besteht der Wunsch einer westlichen Erweiterung

im Bereich „Gegen die Lange Allmend“. Dieser Bereich liegt vollständig in

einem bestehenden FFH-Gebiet. Eine Darstellung der Fläche als geplante

Mischbaufläche im Flächennutzungsplan ist nicht unproblematisch.

Nach Einschätzung des Umweltschutzamtes, das im Zusammenhang mit der

Bebaubarkeit des westlichsten Flurstücks der Nummer 3835/2 der geplanten

Baufläche im Oktober 2004 eine Stellungnahme abgab, handelt es sich um eine,

wenngleich kleine, so doch spornartige und unharmonische Erweiterung

des Ortskernes von Corres in die freie Landschaft.

Im Rahmen der FNP-Aufstellung könnte hier (nach Einschätzung des Umweltschutzamtes)

entsprechend der Erweiterung östlich und westlich der Pforzheimer

Straße eine Erweiterung auch in diesem Bereich erfolgen. Da es sich um einen

landschaftlich sehr sensiblen Raum handele, muss die Schaffung eines

harmonischen und offenen Siedlungsüberganges in die freie Landschaft im

Vordergrund der Planung stehen.

Seitens der Landschaftsplanung ist die Flächenausweisung mit den Zielen der

Landschaftsplanung nicht vereinbar. Die Beanspruchung von Flächen im FFH-

Schutzgebiet ist nur aus zwingenden Gründen zulässig und sofern keine Alternativen

gegeben sind. In Corres wurde im Januar 1980 durch eine Abrundungssatzung

die Grenzen einer zukünftigen Erweiterung festgelegt. Erweiterungen nach

Osten und Süden wurden somit ausgeschlossen. Einzige Erweiterungsmöglichkeit

bietet die westliche Erweiterung, mit dieser ist schließlich die Wachstumsgrenze

der Ortschaft Corres erreicht.

Eine Untersuchung der FFH-Verträglichkeit wird in diesem Zusammenhang notwendig

und erfolgen.

Stand: November 2006 83

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Tabelle 32: Übersicht geplanter Bauflächen für die

Bedarfsdeckung in Ötisheim

Wohnbauflächen Aus FNP 1985 Neue Planung in ha

Wohnbaufläche „Hofäcker“ 6,1 ha

Abrundung im Bereich der Alten

Dürrner Straße

Corres „Gegen die Lange Allmend“

Gesamt 6,57 ha

Gemischte Bauflächen

Stand: November 2006 84

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0,2

0,27

Schönenberg 0,1

(M Steidach) südlich der Industriestraße

Gesamt 0,71 ha

Gewerbebauflächen

Steidach 3,28 ha

Schlatt Waldäcker II 1,85 ha

Abrundung Hofäcker 0,47 ha

Maulbronner Straße 0,76 ha

Erweiterung der Gewerbefläche im

Süden (Enzberger Straße)

2,058 ha

Gesamt 8,4 ha

4.2 Gemischte Bauflächen

0,61

Unter Mischbauflächen sind diejenigen Flächen zu verstehen, die dem Wohnen

sowie der Unterbringung von Gewerbebetrieben, die das Wohnen nicht wesentlich

stören, dienen.

Aus den gemischten Bauflächen können Dorfgebiete (MD), Mischgebiete (MI),

und Kerngebiete (MK) entwickelt werden. Alle drei Gebietstypen weisen gemischte

Nutzungsstrukturen aus Wohnen und gewerblichen Nutzungen auf, die

das Wohnen nicht wesentlich stören.

4.2.1 Ausgangssituation und städtebauliche Ziele

Der Nachweis des Flächenbedarfs für die dargestellten gemischten Bauflächen

erfolgt über die Ermittelung der Wohn- und Gewerbebauflächen. Geplante

Mischflächen gehen jeweils zu 50% für den Gewerbeflächenbedarf und den

Wohnbauflächenbedarf ein.

Heute haben die gemischten Bauflächen an Bedeutung verloren. In Mühlacker

ist ihr Flächenanteil bereits seit 1985 geringer. Auch in Ötisheim hat sich der Flächenanteil

im Jahr 2005 verschoben, so dass auch hier der Wohnbauflächenanteil

überwiegt.

Gemischte Bauflächen sind überwiegend in der Innenstadt, den Stadtteilzentren,

an Hauptverkehrsstraßen und in den Ortsteilen dargestellt. In der Innenstadt

sind sie in der Regel als Kerngebiete entwickelt. In den Stadtteilzentren und entlang

der Hauptverkehrsstraßen werden Mischgebiete entwickelt, in denen

Wohnen, Dienstleistung und nicht wesentlich störendes Gewerbe sowie kleinflächiger

Einzelhandel stattfinden kann. In den Ortschaften entstanden in der Ver-


Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

gangenheit überwiegend Dorfgebiete, um die landwirtschaftlichen Betriebe zu

schützen. Inzwischen gibt es hier aufgrund des Rückgangs der Landwirtschaft

eine Entwicklung hin zu Misch- oder Wohngebieten.

Darstellungen aus dem FNP 1985 – Anpassung - Umnutzungsbereiche

Darstellungen aus dem alten rechtskräftigen Flächennutzungsplan werden soweit

sie auch in Zukunft Bestand haben sollen übernommen. Diese Vorgehensweise

ist allgemein üblich und trägt zur Vereinfachung bei.

In der Vergangenheit haben sich jedoch einige Bereiche abgezeichnet, in denen

die Darstellungen des alten FNP nicht mehr zutreffend sind, bzw. in denen

sich ein Wandel der Nutzung deutlich abzeichnet oder bereits vollzogen ist. Solche

Bereiche werden im Folgenden genannt, ihre Nutzungsänderungen bzw.

Anpassung an den Bestand werden erläutert.

Entsprechend ihrem Bestand sowie den Darstellungen des alten Flächennutzungsplanes

werden die Stadtkerne von Mühlacker und Ötisheim allgemein als

M (gemischte Baufläche) dargestellt. Durch die Darstellung der allgemeinen Art

der baulichen Nutzung ist eine Flexibilität im Hinblick auf die konkrete Festlegung

zukünftiger Baugebiete in der nachfolgenden B-Plan-Ebene sichergestellt

und somit das Erfordernis möglicher Planänderungsverfahren reduziert.

Auch die Ortskerne der Stadtteile Dürrmenz, Enzberg, Großglattbach, Lienzingen,

Lomersheim und Mühlhausen werden aus diesem Grund entsprechend ihrer

tatsächlichen Nutzung als gemischte Bauflächen (M) in die Plandarstellung

aufgenommen.

4.2.2 Planung - Umnutzung

Zusätzlich sind folgende neue Standorte für gemischte Bauflächen geplant und

gehen in die Darstellung der Flächennutzungsplanung ein:

Mühlacker

Als geplante Mischbaufläche geht die Fläche am Senderhang Ost in die Darstellung

des Flächenutzungsplanes ein. Die Fläche ist ca. 6,5 ha groß und wird

zu 50 % der gemischten Nutzung zugerechnet. Hier können demnach auf 3,25

ha gewerbliche Nutzungen angesiedelt werden. Die Fläche wurde bereits im

Stadtentwicklungsplan der Stadt Mühlacker empfohlen und soll für Handwerksbetriebe

mit angegliederten Wohnhäusern bereitgestellt werden. Aufgrund der

verkehrsgünstigen Lage und in Zusammenhang mit der angrenzend geplanten

Wohnbaufläche eignet sich die Fläche optimal für die Ansiedlung von städtischen

Handwerksbetrieben, nicht störenden Gewerbebetrieben und Dienstleistungsunternehmen.

Die Fläche ist nur bedingt mit den Zielen der Landschaftsplanung

vereinbar. Es bestehen mittlere Bedenken aufgrund der Beanspruchung

eines besonders geschützten Biotops und des Eingriffs in die klimatisch

bedeutsamen Flächen für den Luftaustausch.

Bestehende Wohnnutzungen an beeinträchtigten Lagen werden als Mischbauflächen

dargestellt.

Der Bereich entlang der Stuttgarter Straße wird im FNP 1985 als Wohnnutzung

dargestellt. Aufgrund der starken Beeinträchtigungen durch Verkehrslärm und

Abgasemissionen zeichnet sich bereits heute ein Wandel zur Mischnutzung ab.

Die Wohnstandorte sind aufgrund ihrer Beeinträchtigungen nicht mehr attraktiv

genug um beispielsweise bei einem Eigentümerwechsel einen Nachnutzer zu

finden. Dies wird anhand einiger Leerstände deutlich. Im neuen Flächennutzungsplan

wird der Bereich entlang der Stuttgarter Straße als gemischte Baufläche

dargestellt. In den unteren Geschossen soll eine gewerbliche Nutzung ermöglicht

werden, in den ruhigeren Obergeschossen soll weiterhin die Wohnnutzung

zulässig sein.

Stand: November 2006 85

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Ötisheim

In „Schönenberg“ erfolgt entsprechend dem geänderten rechtskräftigen FNP

1985 eine Erweiterung nach Westen. Diese Planung hat auch heute noch Bestand.

Die geplante Mischbaufläche liegt im Anschluss an eine Wohnbaufläche. Sie ist

ca. 0,2 ha groß und geht als Mischbaufläche zur Hälfte in die Berechnung ein.

Mit dem Ausbau der Ötisheimer Straße ist die direkte Erschließung der

Grundstücke möglich. Im Rahmen der Flächennutzungsplan - Änderung Nr. 116

erfolgte die Darstellung der Fläche als Mischbaufläche. Mit der vorgesehenen

Freihaltung des Gewässerrandstreifens entlang des Grabens und einer Ortsrandeingrünung

nach Westen soll ein wichtiger Beitrag zum Ausgleich des beabsichtigten

Eingriffs erfolgen. Der Landschaftsplan fordert aus Gründen des

Klimaschutzes die Nichtzulassung von gewerblichen Nutzungen. Dieser Forderung

wird durch die Darstellung einer gemischten Nutzung nachgekommen.

Mögliche notwendige weitere Einschränkungen gewerblicher Nutzungen sollen

im Bebauungsplanverfahren geprüft werden.

Die geplante gemischte Baufläche „Steidach“ ist mit den Zielen der Landschaftsplanung

bedingt vereinbar, da es sich um eine nach Sturmschädigung

wieder aufgeforstete Fläche handelt. Den Erfordernissen der Landschaftsplanung

soll im nachfolgenden Bebauungsplanverfahren nachgekommen werden.

Als Ausgleich ist die Aufforstung einer entsprechenden Fläche vorgesehen.

Durch die abgestufte Nutzung von Gewerbe zu Mischnutzung kann der südlich

angrenzende Wald-Kindergarten vor Beeinträchtigungen durch Gewerbebetriebe

geschützt werden.

4.3 Gewerbliche Bauflächen

Die Wirtschaftsentwicklung in der Bundesrepublik ist von einer Zunahme im

Dienstleistungsbereich, einhergehend mit der Abnahme im produzierenden

Gewerbe, gekennzeichnet. Diese Entwicklung wird sich in Zukunft fortsetzen.

Auch in Mühlacker stellt diese Tendenz, der Zunahme der dienstleistenden Betriebe,

eine wichtige Grundlage für die Prognostizierung des zukünftigen Gewerbeflächenbedarfs

dar. 34

Gewerbliche Bauflächen dienen überwiegend der Unterbringung gewerblicher

Nutzungen. Um den FNP flexibel zu gestalten, erfolgt eine weitere Differenzierung

der Gewerbeflächen zu Gewerbe- und Industriegebieten im Rahmen der

verbindlichen Bauleitplanung. Im Hinblick auf die Bereitstellung von geeigneten

Gewerbeflächen stößt Mühlacker aufgrund seiner naturräumlichen Ausstattung

(hoher Waldanteil), topographischer Gegebenheiten sowie der in Siedlungsrandbereichen

anzutreffenden guten Bodenqualitäten an seine Grenzen.

Immissionskonflikte zwischen der vorhandenen und geplanten Wohnbebauung

und den gewerblichen Nutzungen sind zu vermeiden bzw. vorhandene Konfliktsituationen

zu verringern. Möglichkeiten für eine Verlagerung von konfliktträchtigen

Gewerbelagen mit unmittelbar angrenzender Wohnnutzung müssen gewährleistet

werden. Hier kann durch die Umwandlung derzeit gewerblich genutzter

Flächen in gemischte Bauflächen eine Entspannung herbeigeführt werden,

wenn gleichzeitig eine Verlagerung der Betriebe erfolgt.

34 Locher; Schwantes; Schwinge; Zoepperitz: Stadt Mühlacker Stadtentwicklung 2020,

Stuttgart 2002, Seite 45, Szenario 3 Schwerpunkt Dienstleistung, Gewerbe, Industrie.

Stand: November 2006 86

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

4.3.1 Ausgangssituation und städtebauliche Ziele

Die Darstellung der geplanten Flächen für gewerbliche Nutzungen erfolgte auf

der Grundlage der Stadtentwicklungsplanung. Die Größe der benötigten Flächen

wurde entsprechend der aktualisierten Einwohnerprognose neu ermittelt

und angepasst.

Ein im Rahmen der städtebaulichen Planung verfolgtes Ziel ist die Bereitstellung

von Gewerbeflächen zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen für Erweiterungen

vorhandener Betriebe und Neuansiedlungen sowie der Diversifizierung

der Wirtschaftsstruktur. Auch im Bereich der gewerblichen Bauflächen hat die

Nutzung von brachliegenden Flächen Priorität gegenüber der Neuausweisung.

Vorrangiges Ziel ist die Sicherung der Gewerbe- und Industriestandorte und somit

der vorhandenen Arbeitsplätze. Die industriellen und gewerblichen Bauflächen

im Norden und Osten der Stadt gehören zu den gewerblichen Schwerpunkten

und sollen mit der bisherigen Nutzung erhalten werden. Freie Flächenpotentiale

im Osten (Waldäcker) sind vorzugsweise für Gewerbe- und Industriebetriebe

zu nutzen, die in den stadtnahen Gewerbegebieten zu Beeinträchtigungen

führen können.

4.3.2 Ausgangsdaten und Zielprognosen

Aufgrund einer gestiegenen Bevölkerungsprognose wird die Flächenbedarfsermittlung

der Stadtentwicklungsplanung 2020 an die aktuellen Datengrundlagen

angepasst.

Im Rahmen der Aktualisierung der Flächenermittlung fließen die Daten von 2002

mit der Anzahl der Beschäftigten ein.

Tabelle 33: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Arbeitnehmer am Arbeitsort seit 1999 (jährlich)

nach ausgewählten Wirtschaftsbereichen

Jahr

(30.6.)

Insgesamt

1)

Produzierendes Gewerbe

Handel, Gastgwerbe und Verkehr

Sonstige Dienstleistungen

Anzahl Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in %

Quelle: Bundesanstalt für Arbeit - Vorläufige Zahlen Stand: Februar 2003 -

1)Einschließlich Fälle ohne Angabe zur Wirtschaftsgliederung.

1999 9515 5961 62,6 1369 14,4 2104 22,1

2000 9655 5965 61,8 1346 13,9 2254 23,3

2001 9904 6028 60,9 1389 14,0 2393 24,2

2002 9843 5794 58,9 1464 14,9 2507 25,5

Stand: November 2006 87

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Tabelle 34: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und

Berufspendler

insgesamt weiblich männlich

*) Vorläufige Zahlen - Stand: Mai 2002. - Quelle: Bundesanstalt für Arbeit.

Pendler über die Gemeindegrenzen jeweils zum 30.06.

2000

Sozialversicherungspfl. Besch. am Arbeitsort 9655 3843 5812

Sozialversicherungspfl. Besch. am Wohnort 9499 4041 5458

Berufseinpendler 5151 1753 3398

Berufsauspendler 5002 1953 3049

2001

insgesamt weiblich männlich

Sozialversicherungspfl. Besch. am Arbeitsort 9904 3933 5971

Sozialversicherungspfl. Besch. am Wohnort 9527 4082 5445

Berufseinpendler 5476 1878 3598

Berufsauspendler 5107 2032 3075

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2000 und 2001

Diese Tabelle ist nur auf Kreisebene abrufbar. Es werden die Daten für den

Landkreis angezeigt, dem die ausgewählte Gemeinde angehört.

4.3.3 Reaktivierung von Baulücken

Angestrebt wird die Reaktivierung des vorhandenen Potentials in der Gesamtstadt.

So ist zum Beispiel der Bereich in der Industriestraße/Kißlingweg von strukturellen

Änderungen geprägt. Die Nutzung dieser stadtnahen Gewerbeflächen

soll für Dienstleistung, nicht innenstadtrelevanten Einzelhandel sowie für das

Handwerk mit Ausstellungsflächen, Bäder-Sanitär, Baumarkt, Autohandel, Pflanzenmarkt

vorgesehen werden.

In diesem Zusammenhang muss die Frage geklärt werden, wie das vorhandene

Potential für Interessenten attraktiver gestaltet werden kann. Anreize von der

Stadt werden z. B. durch die Veröffentlichung des Baulückenkatasters im Internet,

geschaffen.

Eine von der Stadt in Auftrag gegebene Analyse der Gewerbeflächen in der

Gesamtstadt zeigt die Reserve an nicht genutzten Gewerbeflächen auf.

Gleichzeitig kann mit der Veröffentlichung der Potenzialflächen ihre Aktivierung

verstärkt werden.

Mit verstärkter Werbung sowie mit der Information über Möglichkeiten der Neuoder

Umgestaltungsmaßnahmen kann eine Aktivierung von brachliegenden,

ungenutzten Flächen angestrebt werden. Im Hinblick auf das Ziel einer nachhaltigen

Stadtentwicklung und einem sparsamen Flächenverbrauch wird die

Gemeinde aktiv auf die Reaktivierung und Information über Nutzungsmöglichkeiten

hinwirken.

Stand: November 2006 88

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Tabelle 35: Baulückenerhebung Gewerbe

Baulückenerhebung Gewerbe- und Industriebauflächen in der Gesamtstadt Stand:

Januar 2006

Datum Jan. 2006 Karte/Plan Stadtteil gesamt Blatt

1

Anlage

Nr.

Flst.Nr. Lage Fläche in m² Nutzung / Beurteilung

1 Mühlacker Lugwald

2 Mühlacker Im Letten (Fronäcker)

3 Mühlacker

Erweiterungsbereich der

Ziegelwerke

(8.200)

1.868

(78.300)

4 Mühlhausen Waldäcker 131.600

GI

Die Fläche eignet sich aufgrund

ihrer Lage im Industriegebiet

Lugwald, östlich

der Druckerei Melter gut für

eine Industrienutzung. Die

Fläche ist inzwischen verkauft

und geht nicht in

Baulückenerhebung ein.

GE

Östlich an die Fläche angrenzend

liegt die J.-Chr.-

Blumhardt-Schule, die erweitern

möchte. Aufgrund

der Festsetzungen

des rechtskräftigen Bebauungsplans

Fronäcker

ist hier eine gewerbliche

Nutzung zulässig. Den Erweiterungswunsch

der

Schule berücksichtigend

fließt nur eine Teil der Fläche

in die Berechnung

ein.

Westlich der Ziegelwerke

wurde nach erfolgtem

Tonabbau durch eine

Flächennutzungsplanänderung

im Jahr 2002 eine

Ge-Erweiterungsfläche für

die Ziegelwerke dargestellt.

54.788 GI

76.816 GE

Da inzwischen der 3.

Bauabschnitt erschlossen

wurde hat sich der Flächenanteil

gegenüber

den Aussagen der STEP

vergrößert.

Stand: November 2006 89

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

5 Lomersheim

6

Enzberg

Fläche 1

Fläche 2

Fläche 3

Fläche 4

Fläche 5

Fläche 6

Fläche 7 + 8

Mühlackerstr.

(alte Weberei)

1. Dorfwiesenstr.

2. Kanalstraße

3. „ “

4. „ „

5. „ „

6. Sportplatz

7.+8. Ludwig-Thoma-Str

(5.750)

550

4.200

6.400

2.700

2.250

10.000

1.177

1.100

Ingesamt:

28.377

7 Großglattbach Saturnstr. 3.361

8 Lienzingen Brühlstr. 1.350

9 Lienzingen Neuwiesenäcker 22.000

GE

Den absehbaren Strukturwandel

aufgreifend,

das Einverständnis der

angrenzenden Eigentümer

der GE-Flächen vorausgesetzt,

könnte hier

langfristig eine Umwidmung

der GE Flächen zu

MI erfolgen. Dennoch

wird nicht angenommen,

dass sich dieser Wandel

innerhalb des zeitlichen

Rahmens des FNP vollzieht,

die Fläche fließt aus

diesem Grunde nicht in

die Berechnung

ein.(Förderungswürdig im

Rahmen einer Sanierung)

GE

Flächen 1, 7 +8:

In dem südlich der Hölderlinstraßeangrenzenden

Bereich entsteht derzeit

eine Wohnbebauung

mit ca. 14 Wohneinheiten.

Auf den Flächen 7, 8 und

1 kann daher nur eine mit

dem Wohnen verträgliche

gewerbliche Nutzung

entstehen.

GE

Es handelt sich hier um

Baulücken im GE, die einer

Nutzung zugeführt

werden sollen.

GE

Es handelt sich hier um

eine Baulücke im GE, die

einer Nutzung zugeführt

werden soll.

GE

Das GE Neuwiesenäcker

liegt werbewirksam an

der B35. Es besteht ein

rechtskräftiger Bebauungsplan.

Das Gebiet ist

noch nicht erschlossen.

Bei einer Erschließung

der Fläche über das

im Westen angrenzende

Wohngebiet

Stand: November 2006 90

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

188.560 m²

sind Beeinträchtigungen

durch den

Verkehr zu erwarten.

Es ergibt sich eine Gesamtfläche von 188.560 m² = ca. 18,8 ha davon 80% = 15 ha

Umnutzungsareale und Bereiche in denen bereits ein struktureller Wandel erkennbar ist, wurden

nicht berücksichtigt. Solche Bereiche sind z.B. die Lederfabrik, Händle, Atlan, Spedition

Dietrich sowie (langfristig) Ziegelei. Hier kann davon ausgegangen werden, dass sich langfristig

eine gewerbliche Nutzung wieder ansiedeln wird.

4.3.4 Bedarfsermittlung

Die Prognose des zukünftigen Gewerbeflächenbedarfs beinhaltet große Unsicherheiten.

Die Folgen einer falschen Einschätzung sind gravierend:

� Mangel an Gewerbeflächen = wirtschafts- und Arbeitsmarktlage verschlechtern

sich langfristig

� Überangebot = Bindung von finanziellen Mitteln für Erschließung und Ankauf

sowie Verplanung wertvoller Freiflächen

Für eine gezielte und ausgewogene Wirtschaftsförderung der Stadt Mühlacker

ergibt sich der Bedarf an Gewerbeflächen insbesondere im Hinblick auf die Unterstützung

des strukturellen Wandels bestehender Betriebe, der Ansiedlung

neuer zukunftsträchtiger Branchen sowie in der Stärkung des Ausbaus des

Dienstleistungssektors.

Mühlacker

Ausgehend von einer Einwohnerzahl von 26.199 Einwohner (Auskunft Einwohnermeldeamt,

Stand: Dezember 2001) und einer Zielprognose von 27.300 Einwohnern

bis zum Jahr 2020 wurde der Flächenbedarf für Gewerbliche Flächen,

bei gleichzeitiger Aktualisierung aller für die Ermittlung notwendigen Grundlagendaten,

neu berechnet.

Bei der Bemessung der Flächen für neue Gewerbegebiete wurde in der STEP im

Rahmen der Ermittelung des maximalen zukünftigen Flächenbedarfs von einer

Steigerung des Beschäftigtenbesatzes auf 40 % ausgegangen. Aufgrund einer

steigenden Erwerbsquote, der steigenden Anzahl an Einpendlern sowie einer

steigenden Frauenerwerbsquote ist dieser Wert realistisch (1998 betrug die Differenz

zwischen Ein- und Auspendlern 1 Einpendler, 2001 dagegen waren es 385

Einpendler mehr als Auspendler). Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen,

dass die Flächenbedarfsermittelung einen Korridor eröffnet, innerhalb dessen

sich die zukünftige Entwicklung vollziehen kann. Ziel des Flächennutzungsplanes

muss es deshalb sein, flexibel auf die zukünftigen Anforderungen eingehen zu

können.

Durch die Festlegung von Zeitstufen wird der Inanspruchnahme einer bestimmten

Fläche Vorrang gegenüber einer anderen Fläche, die für eine langfristige

Nutzung vorgesehen ist, eingeräumt. Durch diese Strategie bleibt der Flächennutzungsplan

flexibel und folgt gleichzeitig dem Gebot einer nachhaltigen Entwicklung.

Das Potential an bestehenden Gewerbeflächen soll auch weiterhin

ausgeschöpft werden. Ein Gewerbeflächenkataster soll das vorhandene Flächenpotential

aufzeigen.

Je nach Bedarf und Anforderung an die Qualität, werden zukünftige Flächen

entsprechend der zugeordneten Zeitstufe beansprucht.

Bisher noch nicht berücksichtigt sind leer stehende, fehl genutzte und untergenutzte

Gewerbegebäude bzw. brachliegende ehemals gewerblich genutzte

Flächen. Auch diese sollen erfasst werden. Die ermittelten Flächen werden je-

Stand: November 2006 91

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

doch bei der Bedarfsermittlung nicht berücksichtigt, da ihre Reaktivierung

schwierig und zeitlich nicht einschätzbar ist. Dennoch ist es wichtig auch hier

das bestehende Potential auf zu zeigen.

Tabelle 36: Gewerbeflächenbedarf Mühlacker

ERMITTLUNG DES GEWERBEFLÄCHENBEDARFS

Unter der Annahme, die Einwohnerzahl beträgt bis zum Jahr 2020 27.300 Einwohner wird bei einem

Beschäftigtenbesatz von 40 % der Gewerbeflächenbedarf ermittelt bzw. aktualisiert.

Der Bedarf setzt sich wie folgt zusammen:

A VERÄNDERUNG DER BEVÖLKERUNGSZAHLEN UND DES BESCHÄFTIGTENBESATZES

Quote: 40,0 % x 27.300 EW (2020) =

Arbeitsplätze 2002

Differenz zu 2002

Zusätzlicher Flächenbedarf

B BEDARF AUS BETRIEBSVERLAGERUNGEN

10.920 Arbeitsplätze

9.843 Arbeitsplätze

1.077 Arbeitsplätze

15,6 Hektar

Der Bedarf aus Betriebsverlagerungen aus den Ortskernen muss zusätzlich zum Flächenbedarf durch

steigende Arbeitsplatzzahlen berechnet werde. Auf 1000 Einwohner werden je 0,2 ha angerechnet.

Für Mühlacker liegt dieser Bedarf bei

27.300 EW x 0,2 ha/je 1000 EW = 5,5 Hektar

C BEDARF AUS ZUNEHMENDEM FLÄCHENBEDARF PRO ARBEITSPLATZ

Unterschiedliche Herangehensweise:

Ermittelung über Bestandsfläche 45 ha

175ha x (1+1/100) 23 = 220 – 175 = 45 ha

Ermittelung über Arbeitsplätze 10,9 ha

Der Zusatzbedarf liegt in einer Größenordnung von 0,5 und 1,0 m²/pro Arbeitsplatz und Jahr. Im Hinblick

auf eine nachhaltige Siedlungsentwicklung wird für Mühlacker von einer Größenordnung von

0,5 m² pro Arbeitsplatz und Jahr ausgegangen.

0,5 m² x 10.920 Arbeitsplätze x 20 Jahre = 10,9 ha 10,9 Hektar – 45 Hektar

D STRUKTURWANDEL AUFGRUND DER VERLAGERUNGEN IN DEN BEREICHEN PRODUZIERENDES GEWERBE UND

DIENSTLEISTUNGEN

Bis zum Jahr 2020 wird sich das Verhältnis zwischen produzierendem Gewerbe und Dienstleistungen

auf jeweils 50 %, um ca. 10 % verschieben.

Da im Dienstleistungsbereich weniger raumgreifende Maschinen eingesetzt werden müssen und

eher verdichtete Bauformen eingesetzt werden können, kann hier von einer Flächenersparnis von:

-23 Hektar - -15,3 Hektar

ausgegangen werden.

10 – 15 % der Arbeitsplätze werden in Zukunft in dichteren Bauweisen untergebracht werden können

[9843 Beschäftigte (2002) : 150 Beschäftigte anstatt 45 Beschäftigte / je ha]

Stand: November 2006 92

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Unter Einbeziehung der ermittelten Grunddaten setzt sich

der Gewerbeflächenbedarf wie folgt zusammen:

A Veränderung der Bevölkerungszahlen und 40% iger

Beschäftigtenbesatz

B Bedarf aus Betriebsverlagerungen

C Bedarf aus zunehmendem Flächenbedarf pro Arbeitsplatz

D Strukturwandel in Bereichen von produzierendem

Gewerbe

und Dienstleistungen

(Minimalwert) Gewerbeflächenbedarf gerundet

Abzüglich vorhandene Bauflächen (Baulücken)

18,8. ha: davon 80%

Maximalwert Gesamtflächenbedarf

Eigene Berechnung

(Minimal- Maximalwerte)

STEP Daten

(Minimal- Maximalwerte)

1,8 - 15,6 ha 2,2 - 15,6 ha

5,5 ha ca. 5,3 ha

10,9 ha – 45 ha 9,0 ha -45 ha

-23 ha - -15,3 ha -21 ha - -14 ha

(-4,8 ) +51 ha (-4,5 ) +51,9 ha

-15 ha - ca. 16 ha

36 ha 35,9 ha

Für den Gewerbeflächenbedarf eröffnet sich durch die Aktualisierung der Daten

(Siehe Tabelle 36 Gewerbeflächenbedarf) ein Korridor, der auf der minimalen

Seite einen Überschuss (von 19,8 ha) an gewerblichen Flächen aufzeigt und

bei einem maximalen Bedarf von 36 ha neu auszuweisenden Flächen ausgeht.

Die Ergebnisse weichen nur geringfügig von den Berechnungen der STEP ab. Sie

empfiehlt um flexibel auf die zukünftigen Anforderungen eingehen zu können,

die Ausweisung von ca. 30 – 35 ha. Im Flächennutzungsplan werden aus diesem

Grund ca. 36 ha geplante gewerbliche Bauflächen dargestellt.

Hierbei wird durch die Empfehlung von Zeitstufen garantiert, dass die dargestellten

Flächen nicht uneingeschränkt in Anspruch genommen werden.

Ötisheim

Die Prognose des zukünftigen Gewerbeflächenbedarfes liegt zwischen einem

Bedarf an ca. 9,4 ha und 2,2 ha. Nach Abzug der im FNP 85 bereits geplanten

Gewerbeflächen verbleibt bei einem maximalen Bedarf von 9,4 ha noch ein

Bedarf an ca. 1,3 ha gewerblicher Fläche. Bei einem minimalen Bedarf ist ein

Überschuss von 5,9 ha Gewerbefläche zu verzeichnen.

Stand: November 2006 93

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Die geplanten Gewerbeflächen dienen dem Ziel die Stärkung der Wirtschaft

durch eine angemessene Flächenvorsorge zu unterstützen.

Der Schwerpunkt der zukünftigen Entwicklung liegt in Ötisheim. Die Versorgungseinheiten

in den Ortsteilen (soweit vorhanden) werden erhalten und unterstützt,

ihnen wird eine Eigenentwicklung zugestanden.

Die im FNP 1985 geplante gewerbliche Fläche in Erweiterung der bestehenden

Gewerbefläche in der Bausteinstraße in Erlenbach wird nicht in den neuen FNP

2020 übernommen. Da die Fläche nicht innerhalb des Zeitrahmens des FNP benötigt

wird, wird sie entsprechend ihrer Nutzung als landwirtschaftliche Fläche

dargestellt.

Notwendige Daten und Prognosen für die Ermittelung des zukünftigen Gewerbeflächenbedarfes

sind:

Tabelle 37: Gewerbeflächenbedarf Ötisheim

1. Veränderungen aus den Bevölkerungszahlen und dem

Beschäftigtenbesatz:

Die Ermittelung des Beschäftigtenbesatzes erfolgt über die

Anzahl der Arbeitsplätze.

Die Prognose der Einwohner bis 2020 beträgt 5.044 EW.

2. Verlagerungen:

Es werden je 1.000 Einwohnern ca. 3 Betriebe, bzw. 0,2 ha angerechnet.

3. Veränderungen des Flächenbedarfs pro Arbeitsplatz:

A. Ermittelung über die Bestandsfläche: vorhandene Gewerbeflächen

im Jahr 2004 G: 143.577 m². Ausgehend von einem

Flächenwachstum von 1 % pro Jahr.

oder

B. Ermittelung über die Arbeitsplätze: Bestand der Arbeitsplätze

= 1.019. Bei einem Mehrverbrauch von 0,5 m² pro Person

und Jahr.

4. Abzug durch Strukturwandel:

Der im produzierenden Gewerbe benötigte Flächenanteil

sinkt in den kommenden Jahren weiterhin. Mit der Verlagerung

von Arbeitsplätzen, aus dem Bereich des produzierenden

Gewerbes in den Bereich des dienstleistenden Gewerbes,

ist eine Reduzierung des Flächenbedarfes verbunden.

5. Geplante Gewerbebauflächen

Aus dem rechtskräftigen FNP 85 werden übernommen:

Steidach: 32 860 m²

Schlatt Waldäcker II: 18 532 m²

Abrundung Hofäcker: 4 783 m²

Maulbronner Straße: 7 679 m²

63 854 m² (6,3 ha) geplante

Gewerbeflächen aus FNP 85

Hinzu kommt eine geplante Erweiterung der Gewerbefläche

Kalkofen im Süden (Enzberger Straße) mit 20 580 m² (2,058

ha).

Im Plangebiet gibt es 17 224 m² geplante gemischte Bauflächen

davon 50% = 8 612 m² (0,8 ha)

Maximal- Miniwert

malwert

+2,0ha +2,0ha

+1,0ha +1,0ha

A. B.

+7,9ha +0,7 ha

-1,6ha -1,6ha

Stand: November 2006 94

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Corres gegen die Lange Allmend 2 795 m²

Schönenberg westliche Erweiterung 2 066 m²

Mischbaufläche Steidach 12 363 m²

17 224 m²

Geplante Gesamtgewerbebauflächen: 93 046 m².

Das bedeutet, dass bei einem maximalen Bedarf von 9,4 ha,

nach Abzug der geplanten Gewerblichen Bauflächen (9,3

ha) noch ca. 0,1 ha an gewerblichem Flächebedarf zu verzeichnen

ist.

Bei einem minimalen Bedarf von 2,2 ha ist ein Überschuss von

7,1 ha Gewerbefläche zu verzeichnen.

Die prognostizierte Gewerbefläche bis zum Jahr 2020 liegt bei maximal 9,4 ha.

Für die Deckung des zukünftigen Gewerbeflächenbedarfes dienen noch nicht

in Anspruch genommene geplante Gewerbeflächen aus dem FNP 1985 (Planungsbestand

aus FNP 1985). Die geplanten gemischten Bauflächen erlauben

jeweils zu 50% eine wohnbauliche und gewerbliche Nutzung, sie werden deshalb

zu 50 % in die Berechnung einbezogen.

4.3.5 Darstellung von geplanten Gewerbebauflächen

Die Verwaltungsgemeinschaft Mühlacker / Ötisheim strebt für das Plangebiet

eine Erhöhung der Arbeitsplatzzahl an. Die vorhandenen Gewerbegebiete genügen

den prognostizierten Anforderungen an Fläche und Qualität nicht. Um

den Anforderungen einer positiven Arbeitsplatzentwicklung gerecht zu werden,

plant der Flächennutzungsplan zwei neue Gewerbeflächen mit jeweils unterschiedlichem

Profil.

Für die Bewertung der potenziellen neuen Bauflächen wurden u. a. folgende

Kriterien untersucht:

Übergeordnete Planungen

Entwurf Regionalplan 2015

Naturschutzgebiete und Biotope nach § 24a NatSchG B-W

Stadtentwicklungsplan 2020

Städtebauliche Einbindung / Attraktivität der Wohnbaufläche

Lage zum Stadtkern

Fußläufige Anbindungen

Entfernung zu örtlichen Infrastruktureinrichtungen und zur Kernstadt

Erweiterungsmöglichkeit

Wirtschaftlichkeit der Bauflächen

Realisierbarkeit/Eigentumsverhältnisse

Erschließung, Ver- und Entsorgung

Verkehr / Durchgangsverkehr

Erschließung

Äußere Erschließung

Innere Erschließung

ÖPNV – Anbindung

Erschließungsaufwand Ver- und Entsorgung

Wasserversorgung

Abwasserentsorgung

Energieversorgung:

Gasversorgung

Stromversorgung

Landschaftliche und naturräumliche Gegebenheiten

Stand: November 2006 95

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Forstwirtschaft

Landwirtschaft

Wasserwirtschaft

Landschaftsbild, landschaftliche Einbindung und ökologische Verträglichkeit

Lage im Naturraum/Nähe zu Erholungsräumen

Klimaschutz

Lufthygiene und Lärm

Mühlacker

Mühlacker benötigt für die Bedarfsdeckung an gewerblichen Flächen ca. 36 ha

– davon könnten ca. 3,25 ha auf dem der geplanten Wohnbaufläche Senderhang

Ost vor gelagerten Mischbaufläche und ca. 5 ha in im Bereich der Lug

Osttangente bereitgestellt werden. 17,9 ha sollen in der östlichen Erweiterung

der Waldäcker angeboten werden, wovon 5,4 ha im Bereich des Lugwaldes

liegen. Unter Einbeziehung von 7,8 ha Planungsbestandsflächen aus dem FNP

1985 im Bereich der bestehenden Gewerbefläche der Ziegelwerke sowie von

1,8 ha westlich der Osttangente kann Mühlacker seinen Bedarf an Gewerbebauflächen

bis zum Jahr 2020 decken.

Für die Deckung des prognostizierten Bedarfs werden die folgenden Flächen im

Flächennutzungsplan dargestellt. Diese wurden anhand der oben genannten

Kriterien beurteilt und erwiesen sich als geeignet.

Tabelle 38: Flächen zur Deckung des prognostizierten

Gewerbeflächenbedarfs in Mühlacker

Geplante Wohnbaufläche

STEP Mögliche zusätzliche

Erweiterungen

Lug / Osttangente 5,0 ha - 5 ha

Erweiterung Waldäcker - Erweiterung nur im

Erholungswald möglich

Senderhang / Ost Mischfläche

Abrundung westlich der

Osttangente

4,0 ha - 3,25 ha

- 1,8 ha

Erweiterung Ziegelei - 7,8 ha

Summe 35,75 ha

Max. Bedarf 36 ha

Größe der auszuweisenden

Flächen

12,5 ha inklusive einer Erweiterung

in den Wald mit

ca. 5,4 ha

Die geplanten Gewerbeflächen dienen dem Ziel, die Stärkung der Wirtschaft

durch eine angemessene Flächenvorsorge zu unterstützen.

Der Schwerpunkt der zukünftigen Entwicklung liegt in Mühlacker. Die Versorgungseinheiten

in den Stadtteilen werden erhalten und unterstützt, ihnen wird

eine Eigenentwicklung zugestanden. Geplante Gewerbebauflächen werden in

den Stadtteilen nicht ausgewiesen.

Alternative Flächen für die Deckung des Gewerbeflächenbedarfs wurden in

der STEP untersucht. Der Stadtentwicklungsplan untersuchte u.a die Flächen

südlich der B 35 Ziegelhäule und Hart im Stadtteil Lienzingen und empfahl die

Fläche Lug Fuchsensteige südlich der B 10.

Die in der STEP 2020 dargestellte geplante Gewerbebaufläche südlich der B 10,

gegenüber der bestehenden Gewerbefläche Waldäcker fand im Gemeinderatsgremium

keine Zustimmung. Mit dem interfraktionellen Antrag (A 06-50-60)

vom 19.Juli 2006 beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung zur Untersuchung

und Aufnahme einer geplanten gewerblichen Baufläche in Erweiterung

des Gewerbe- und Industriegebietes Waldäcker. Gleichzeitig trat die Verwal-

Stand: November 2006 96

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

tung in Verhandlung über ein interkommunales Gewerbegebiet (IKG) mit der

Gemeinde Illingen.

Ein IKG mit Illingen kam nicht zustande. Die Erweiterungsfläche der Waldäcker

beträgt 12,5 ha. Um den Bedarf zu decken sollen ca. 5,4 ha des nördlich angrenzenden

Erholungswaldes Lugwald beansprucht werden.

Die Fläche, die in direktem Anschluss an ein bestehendes Gewerbegebiet liegt

ist verkehrlich optimal angebunden.

Zur Vermeidung des Zusammenwachsens von Siedlungen erfolgt im Landesentwicklungsplan

2002 Nr. 5.1.3 die Zielformulierung von Grünzäsuren sie dienen

auch für siedlungsnahe Ausgleichs- und Erholungsfunktionen und sollen von Besiedlungen

und anderen funktionswidrigen Nutzungen freigehalten werden.

Der Regionalplan 2015 konkretisiert diese Zielvorgabe unter Pkt. 3.2.2 Grünzäsuren.

Für den Erweiterungsbereich der Waldäcker wird im Regionalplan 2015 die

gebietsscharfe Abgrenzung einer Grünzäsur dargestellt.

Aufgrund dieser regionalplanerischen Restriktion muss ein Zielabweichungsverfahren

beantragt werden. Dieses soll parallel mit der frühzeitigen Behörden- und

Öffentlichkeitsbeteiligung erfolgen.

Die Beanspruchung der 5,4 ha im Bereich des Erholungswaldes Lugwald wird als

problematisch gesehen. Für die Umwandlung der ca. 5,4 ha großen Waldfläche

in eine Gewebefläche werden die Zustimmung der höheren Forstbehörde sowie

die Erstellung einer Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich.

Eine Landschaftsplanerische Bewertung für die Fläche steht noch aus, sie ist als

Teil der Abwägung im FNP-Verfahren zu berücksichtigen.

Die geplante gewerbliche Baufläche Lug Osttangente ist aus landschaftsplanerischer

Sicht bedingt mit den Zielen der Landschaftsplanung vereinbar. Der

Landschaftsplaner empfiehlt auch hier die Prüfung von Alternativen. Es werden

zudem Böden der Vorrangstufe I beansprucht.

Die Fläche ist aufgrund ihrer verkehrsgünstigen Lage an der B 10, Osttangente

und in der Nähe des bestehenden Gewerbegebietes Waldäcker für eine zukünftige

Ansiedlung von Gewerbe gut geeignet. Im Rahmen der verbindlichen

Bauleitplanung ist zu klären welche Einschränkungen für die zukünftige gewerbliche

Ansiedlung notwendig werden, um Beeinträchtigungen des bestehenden

Krankenhausstandortes zu vermeiden. Aufgrund der Nähe zum Krankenhaus

eignet sich die Fläche nicht als Industriestandort.

Vorgeschlagene Maßnahmen zur Vermeidung, Minimierung und Ausgleich von

Eingriffen werden, soweit geeignet in die Darstellungen des FNP aufgenommen

und in der nachfolgenden Ebene des Bebauungsplanes berücksichtigt.

Die geplante gewerbliche Baufläche Erweiterung der Ziegelwerke geht als Planungsbestand

aus dem rechtkräftigen FNP 1985 in die Neuaufstellung ein. Es

handelt sich hier um die 6. Änderung vom 13.08. 1999. Die Fläche hat eine Größe

von 7,8 ha und sollte der Ziegelei als Erweiterungsfläche dienen.

Ötisheim

Ötisheim wird neben den geplanten Flächen Schlatt Waldäcker II, Steidach,

Hofäckerabrundung und Erweiterung Maulbronner Straße aus dem FNP 85 mit

einer Erweiterung im Bereich der Enzberger Straße für die Bedarfsdeckung in

das Jahr 2020 gehen.

Trotz einer möglichen Bedarfsdeckung bei einem errechneten minimalen Bedarf

erfolgt die Darstellung einer Erweiterungsfläche in der Enzberger Straße. Die

geplante Gewerbefläche soll dem bestehenden Betrieb im Bereich der Enz-

Stand: November 2006 97

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

bergerstraße zukünftig eine Erweiterungsmöglichkeit gewährleisten. Eine verkehrliche

Anbindung kann über die Kieselbronner Straße und Enzberger Straße

erfolgen.

Ötisheim wird neben der Erweiterung im Bereich der Enzberger Straße mit dem

Planungsbestand aus dem FNP 1985 in das Jahr 2020 gehen.

Tabelle 39: Flächen zur Deckung des prognostizierten

Gewerbeflächenbedarfs

Geplante Wohnbaufläche

Mögliche zusätzliche Erweiterungen

Schlatt Waldäcker II 1,85 ha

Steidach 3,28 ha

Maulbronner Straße 0,47 ha

Hofäckerabrundung 0,8 ha

Kalkofen 2,05 ha

50% des Anteiles an

gemischten Bauflächen

0,86 ha

Summe 9,3 ha

Max. Bedarf 9,4 ha

Größe der auszuweisenden

Flächen

Die geplante gewerbliche Baufläche in der Maulbronner Straße (0,47 ha) ist aus

landschaftsplanerischer Sicht bedingt mit den Zielen der Landschaftsplanung

vereinbar. Im Rahmen einer Neuausweisung ist der ortsbildprägende Baumbestand

als Sukzessionsflächen mit hohem Biotopwert zu berücksichtigen. Da die

Fläche an ein bestehendes Gewerbegebiet angrenzt und verkehrstechnisch

optimal angebunden ist, entstehen keine weiteren Beeinträchtigungen durch

notwendige neue Erschließungsstraßen. Sie dient als Erweiterung für die bereits

bestehenden Gewerbebetriebe. Schutzwürdige Biotope werden im FNP dargestellt

und in der folgenden Ebene des Bebauungsplanes berücksichtigt.

Die geplante gewerbliche Baufläche Kalkofen (2,05 ha) in der Enzberger Straße

ist aus landschaftsplanerischer Sicht bedingt mit den Zielen der Landschaftsplanung

vereinbar. Die Fläche liegt im Regionalen Grünzug, in einer ortsbildprägenden

Situation am Ortseingang und besitzt hochwertige Böden für die

Landwirtschaft. Da die Fläche an ein bestehendes Gewerbegebiet angrenzt

und verkehrlich optimal angebunden ist, entstehen keine weiteren Beeinträchtigungen

aufgrund notwendiger neuer Erschließungsstraßen. Sie dient als Erweiterung

für die bereits bestehenden Gewerbebetriebe. Vorgeschlagene Maßnahmen

zur Vermeidung, Minimierung und Ausgleich von Eingriffen werden,

soweit geeignet in die Darstellungen des FNP aufgenommen und in der nachfolgenden

Ebene des Bebauungsplanes berücksichtigt.

Die geplante gewerbliche Baufläche Schlatt-Waldäcker II (1,85 ha) ist mit den

Zielen der Landschaftsplanung nicht vereinbar. Sie stellt eine nachhaltige Veränderung

und Beeinträchtigung eines visuell empfindlichen Landschaftsraumes

mit Bedeutung für den Klimaausgleich dar. Aus landschaftsplanerischer Sicht

wird eine Reduzierung der Fläche empfohlen. Die weiteren Forderungen der

Landschaftsplanung sollen in der nachfolgenden Ebene des Bebauungsplanes

behandelt werden. Als Ergebnis der Abwägung wurde am 30. April 1996 festgestellt,

dass die absehbaren Beeinträchtigungen durch den geplanten Eingriff

nicht ausgeglichen werden können und gegenüber den Belangen der Wirtschaft

zurückstehen sollen. Dies hat auch heute noch Gültigkeit, insbesondere

Stand: November 2006 98

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

im Hinblick auf die Gewährleistung der Eigenentwicklung der Gemeinde und im

Interesse der Schaffung von Arbeitsplätzen.

Die geplante gewerbliche Baufläche Steidach (3,28 ha) ist mit den Zielen der

Landschaftsplanung nur bedingt vereinbar, da es sich um eine nach Sturmschädigung

wieder aufgeforstete Fläche handelt. Den Erfordernissen der Landschaftsplanung

soll im nachfolgenden Bebauungsplanverfahren nachgekommen

werden. Als Ausgleich ist die Aufforstung einer entsprechenden Fläche

vorgesehen (siehe hierzu Anlage 2: Landschaftsplanerische Bewertung).

Die geplante gewerbliche Baufläche Hofäcker-Abrundung ist mit den Zielen der

Landschaftsplanung vereinbar. Die landschaftsplanerische Empfehlung wird im

Rahmen der verbindlichen Bauleitplanung berücksichtigt.

Die geplante Erweiterung der Mischbaufläche nach Westen in Schönenberg ist

aus landschaftsplanerischer Sicht nicht mit den Zielen der Landschaftsplanung

vereinbar. Dennoch erfolgt ihre Darstellung im FNP, da sich die im Anschluss an

die bereits dargestellte Wohnbaufläche liegende Fläche für eine Abrundung

des Ortsteiles anbietet. Mit dem Ausbau der Ötisheimer Straße ist die direkte Erschließung

der Baugrundstücke ohne zusätzlichen Erschließungsaufwand möglich.

Um dem Ziel der Schaffung von Bauland den Vorzug zu geben wird trotz

Bedenken der Landschaftsplanung an der Planung festgehalten. Vorgeschlagene

Maßnahmen zur Vermeidung, Minimierung und Ausgleich von Eingriffen

werden in die Darstellungen des FNP 2020 aufgenommen und in der nachfolgenden

Ebene des Bebauungsplanes berücksichtigt.

4.4 Sonderbauflächen

Entsprechend der Baunutzungsverordnung (BauNVO) § 11 können solche Bereiche,

die sich von den übrigen Baugebieten wesentlich unterscheiden, als

Sonderbaufläche dargestellt werden. Im Flächennutzungsplan der Verwaltungsgemeinschaft

Mühlacker Ötisheim werden folgende Sonderbauflächen

nach ihrer Zweckbestimmung unterschieden:

Einkaufszentrum/Handel

Gartenhausnutzung

Vereinsnutzung

4.4.1 Sonderbaufläche – Einkaufszentrum/Handel

Großflächige Einzelhandelsbetriebe mit mehr als 700 m² Verkaufsfläche, sind

entsprechend § 11 (3) BauNVO außerhalb der Kerngebiete, nur in den hierfür

ausgewiesenen Sondergebieten für den Einzelhandel zulässig. Im Flächennutzungsplan

werden diese als Sonderbauflächen mit der jeweiligen Zweckbestimmung

(Einkaufszentrum, Gartencenter) dargestellt. Bei der Darstellung der

Sonderbauflächen muss darauf geachtet werden, dass keine, bzw. möglichst

geringe negative Auswirkungen auf die bestehende Versorgungsinfrastruktur,

die Umwelt, den Verkehr und das Landschaftsbild entstehen.

Insgesamt wurden die folgenden drei bestehenden Sonderbauflächen für den

Einzelhandel in die Darstellungen des Flächennutzungsplanes aufgenommen:

Einkaufszentrum in der Vetterstraße

Baumarkt in der vorderen Industriestraße

Einkaufszentrum in Enzberg an der B 10

Die bereits bestehenden Parkplätze des Einkaufszentrums (EKZ) in Enzberg sollen

zukünftig entsprechend ihrer Zuordnung zum EKZ als Sonderbaufläche Einzelhandel/Einkaufsmarkt

dargestellt werden. Die Parkplätze wurden auf der Ge-

Stand: November 2006 99

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

werbefläche bereits genehmigt und realisiert. Es handelt sich hierbei um eine

redaktionelle Änderung, bzw. Anpassung an die bestehende Situation.

Entsprechend der Bestandsanalyse des Fachbeitrages Einzelhandel gibt es innerhalb

der bestehenden Einzelhandelsinnenstadt insbesondere hinsichtlich der

Sortimentsgruppe der zentrenrelevanten Sortimente ein ausreichendes Flächenangebot.

Durch die im Rahmen des Fachbeitrags für den Einzelhandel für den FNP der

Stadt Mühlacker vorgenommene Bestandsanalyse und Bedarfsprognose der

Verkaufsfläche, kann eine Ausweisung von Sonderbauflächen für den großflächigen

zentrenrelevanten Einzelhandel nicht begründet werden35 .

Dies bedeutet für den Flächennutzungsplan, dass die Darstellung neuer Sonderbauflächen

für den großflächigen, zentrenrelevanten Einzelhandel nicht

notwendig ist.

Um den Innenbereich nicht zu beeinträchtigen sollen an nicht integrierten

Standorten nur nicht innenstadtrelevante Sortimente zugelassen werden. Ein

solcher Standort ist entsprechend den Darstellungen der STEP 2020 und des Regionalen

Raumordungsplanes 2015 in dem Bereich Lug / Osttangente vorgesehen.

Zur Stärkung der Innenstadt soll jedoch auf die Ausweisung an nicht integrierten

Standorten verzichtet werden. Die Darstellung einer Sonderbaufläche für

den Einzelhandel/Bau- und Pflanzenmarkt am Standort Lug Osttangente wird

aus diesem Grund nicht erfolgen. Hierfür soll eine innerstädtische Potentialfläche

herangezogen werden, oder die Ausweisung soll an bereits bestehenden

Einzelhandelsstandorten erfolgen.

Die Darstellung einer Sonderbaufläche für den nicht zentrenrelevanten Einzelhandel/Gartencenter

soll in dem, nördlich an die Sonderbauflächen für den

Einzelhandel/Einkaufszentrum, in Enzberg angrenzenden Bereich erfolgen.

4.4.2 Sonderbauflächen für die Gartenhausnutzung

Bei entsprechender Anwendung des Kleinbautenerlasses36 empfiehlt dieser die

Darstellung von Gartenhausgebieten im Flächennutzungsplan als Sonderbaufläche.

In den Gartenhausgebieten in Mühlacker befinden sich die einzelnen

Flurstücke in überwiegend privatem Besitz. Zu ihrer Ausstattung gehört in der

Regel eine Einfriedigung sowie ein Gartenhaus oder eine Gerätehütte. Zulässig

ist grundsätzlich ein Gebäude je Grundstück. Nebengebäude wie beispielsweise

Toilettenhäuschen sind nicht zugelassen. Es gibt auch offene Grundstücke.

Die Nachfrage nach Gartenhausgrundstücken war in der Vergangenheit zu

verzeichnen. Da der Bedarf in rechtskräftig ausgewiesenen Gartenhausgebieten

nicht gedeckt werden konnte, sind in der Vergangenheit im allgemeinen

Außenbereich ungenehmigte Gartenhausnutzungen entstanden (Bsp. Enzberg

Herrenbrunnen: Gartenhäuser mit Einfriedigung, 1984/85 war hier ein Gartenhausgebiet

geplant, dessen Umsetzung in der verbindlichen Bauleitplanung bis

heute nicht erfolgte.).

Dem Flächennutzungsplan kommt keine unmittelbare Rechtswirkung zu. Mit einer

Bestandsdarstellung eventuell ungenehmigter Anlagen im Außen- bzw. im

Innenbereich ist deshalb auch keine Legalisierung dieser Anlagen verbunden.

Hierzu bedarf es einer Genehmigung durch die zuständige Behörde. Die Darstellung

im Flächennutzungsplan kann einer solchen Genehmigung zwar dien-

35 Dr. Donato Acocella: Fachbeitrag Einzelhandel für den FNP der Stadt Mühlacker, Lörrach

2006, Seite 100.

36 Kleinbautenerlass Bw 21.11.1978.

Stand: November 2006 100

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

lich sein, dennoch muss eine Genehmigung nicht allein deshalb erteilt werden,

weil die Anlage im Flächennutzungsplan dargestellt ist.

Vor allem bei den - mit Hütten bestandenen und von Zäunen umgebenen –

Gärten im Außenbereich ist dies der Fall. Zur planungsrechtlichen Absicherung

der bisher illegalen Außenbereichsgärten, bedarf es eines Bebauungsplanes,

der wiederum gemäß § 8 Abs. 2 BauGB (sofern nicht auf die in den Absätzen 3

oder 4 des § 8 BauGB aufgeführten Möglichkeiten zurückgegriffen wird) aus

dem Flächennutzungsplan zu entwickeln ist. Insofern wird bereits im Flächennutzungsplanverfahren

zu prüfen und unter Berücksichtigung der sich aus dem

Landschaftsplan ergebenden Ziele und Maßnahmen festzulegen sein, an welcher

Stelle eine planungsrechtliche Absicherung von Gartenhütten und -

zäunen im Außenbereich ermöglicht werden soll. Soweit diese Möglichkeit gegeben

ist, kann die planungsrechtliche Absicherung durch die Aufstellung von

Bebauungsplänen auch vorgenommen werden.

Im Geltungsbereich des Flächennutzungsplanes liegen folgende bestehende

Gartenhausgebiete:

Mühlacker

1. Dahberg

Seit 2003 besteht ein rechtskräftiger Bebauungsplan für das Gebiet. Das Gartenhausgebiet

Dahberg, östlich der Fuchsensteige, ist als ehemaliger Weinberg

von Trockenmauern und weinbaulicher Nutzung geprägt.

2. Hitzberg

Seit 1976 besteht ein rechtskräftiger Bebauungsplan für das Gebiet. Charakteristisch

für das Gartenhausgebiet Hitzberg sind Wiesen sowie der Obstbaumbestand.

3. Hohberg

Seit 1976 besteht ein rechtskräftiger Bebauungsplan für das Gebiet. Auf den

hangigen und ebenen Lagen des Gartenhausgebietes Hohberg überwiegt der

Streuobstbestand. Das Gebiet ist von Starkstromleitungen überzogen.

4. Kalk

Seit 1993 besteht ein rechtskräftiger Bebauungsplan für das Gebiet. Das Gartenhausgebiet

Kalk liegt südlich von Dürrmenz. Es kann als typisches Gartenhausgebiet

mit Einfriedigungen, Kleintierhaltung sowie mit Obstbaumbestand

charakterisiert werden.

5. Mönchberg

Seit 1993 besteht ein rechtskräftiger Bebauungsplan für das Gebiet. Neben

Obstbaumbeständen weisen Trockenmauern auf die ehemalige Weinreblage

hin.

6. Rotenberger Pfad / Öschelbronner Weg

Seit 1977 besteht ein rechtskräftiger Bebauungsplan für das Gebiet. Typischer

Streuobstwiesenbestand.

7. Stöckach

Seit 1991 besteht ein rechtskräftiger Bebauungsplan für das Gebiet. Teilweise

Unland (unbewirtschaftete Flächen). Aufgrund der ehemaligen Weinreblage

besteht südlich der Bahn eine terrassenförmige Anlage.

8. Strang

Seit 1971 besteht eine rechtskräftige Satzung über Gartenhäuser bis 25 qm.

9. Stubenrain

Seit 1993 besteht ein rechtskräftiger Bebauungsplan für das Gebiet. Charakteristisch

für das Gartenhausgebiet Stubenrain sind Wiesen und Obstbaumbestand.

Stand: November 2006 101

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

10. Weihinger Berg

Seit 1993 besteht ein rechtskräftiger Bebauungsplan für das Gebiet.

Weitere Gartenhausgebiete, die im alten Flächennutzungsplan als geplante

Sonderbauflächen für Gartenhausnutzung dargestellt wurden, sind in Lienzingen

das Gebiet Rümelin sowie in Enzberg die Gebiete Herrenbrunnen / Kreuzäcker

und Burgfeld.

Planungen

Die Erweiterung des Gebietes Stubenrain wird trotz des in diesem Bereich geplanten

FFH-Gebietes in die Darstellung des Flächennutzungsplanes aufgenommen.

Um den Bereich 9. Stubenrain wird ein erhöhter Bedarf an Gartenhausnutzung

erkannt. Um den „Wildwuchs“ planerisch zu lenken, wird der Bereich Stubenrain

nach Westen erweitert.

Die Kennzeichnung dieses Bereiches als geplantes FFH-Gebiet erschwert die

Verwirklichung einer Erweiterung deutlich.

Die Erweiterung ist nicht mit den Zielen der Landschaftsplanung vereinbar. Es

handelt sich hier um die Beanspruchung von ökologisch wertvollen Halbtrockenrasen

und Feldgehölzen. Vor bzw. parallel mit der Gebietsausweisung muss

eine FFH-Verträglichkeitsuntersuchung erfolgen.

Die Bereiche 11. Herrenbrunnen / Kreuzäcker und 12. Burgfeld werden als Sonderbaufläche

[Gartenhausnutzung]: in die Darstellungen des Flächennutzungsplanes

aufgenommen, weil:

A. Für den Stadtteil Enzberg insgesamt aufgrund der zahlreichen ungenehmigten,

teilweise aber auch genehmigten Bauten im Außenbereich ein besonderer

Bedarf an Flächen für die Gartenhausnutzung festgestellt werden kann.

B. Die Gebiete liegen in optimaler räumlicher Nähe zu ihrem Stadtteil.

C. Die geplanten Gebiete stellen zwar einen hohen Eingriff in Natur und Landschaft

dar, sie werden jedoch zum größten Teil bereits als Gartenhausgebiete

genutzt.

Bei dem Gebiet 11. Herrenbrunnen / Kreuzäcker handelt es sich um eine ebene

landwirtschaftlich genutzte Fläche mit bereits bestehenden eingezäunten Gartenhausnutzungen,

sowie mit wertvollem, erhaltenswertem Streuobstbestand.

Die Fläche ist bedingt mit den Zielen der Landschaftsplanung vereinbar. Die

Streuobstwiesen sollten erhalten werden. Dieser landschaftsplanerischen Forderung

soll in der nachfolgenden Ebene des Bebauungsplanes nachgekommen

werden. Die Fläche geht als Planungsbestand aus dem FNP 1985 in die Darstellungen

des neuen FNP ein.

Die geplante Fläche im 12. Burgfeld liegt innerhalb des Landschaftsschutzgebietes

Burgfeld. Hier wurden bereits einige Gartenhäuser genehmigt, andere

sind ungenehmigt entstanden. Für eine planungsrechtliche Sicherung dieses Bereiches

in der vorbereitenden Bauleitplanung muss eine Aufhebung der Landschaftsschutzverordnung

erfolgen (Diese ist bereits beantragt, die Ergebnisse

stehen noch aus. Diese Vorgehensweise wurde bereits 1986 vom Gemeinderat

beschlossen.). Die Fläche ist nicht mit den Zielen der Landschaftsplanung vereinbar.

Vorgeschlagen wurde eine Reduzierung der Fläche im Norden und eine

Begrenzung auf die bereits bestehenden Gartenhäuser. Dies soll in der nachfolgenden

Ebene des Bebauungsplanes geschehen, da der Flächennutzungsplan

eine grundstücksscharfe Abgrenzung nicht verfolgen soll.

13. Rümelin

Der Bereich Kelter/Rümelin wird als Planungsbestand aus dem FNP 1985 in die

Darstellungen des FNP aufgenommen, weil:

Stand: November 2006 102

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

A. In Lienzingen langfristig eine Fläche für die Gartenhausnutzung gesichert

werden soll.

B. Der Bedarf in Lienzingen gedeckt werden soll.

C. Eine Gleichbehandlung der Stadtteile gewährleistet werden soll.

Die Planung ist nicht mit den Zielen der Landschaftsplanung vereinbar. Auf eine

Beschränkung auf die bestehenden Flächen kann im Flächennutzungsplan

aufgrund der Kleinteiligkeit nicht eingegangen werden.

14. Neuplanung einer Sonderbauflächen für die Gartenhausnutzung

Die im bestehenden FNP als Dauerkleingärten gekennzeichnete Fläche östlich

der L 1134 von Mühlacker nach Lienzingen wird in geänderter Abgrenzung als

geplante Sonderbaufläche für die Gartenhausnutzung dargestellt.

Hierdurch soll

A. der Bedarf aus Lienzingen und Mühlacker (Heidenwäldle, Bannholz und Eckenweiher)

gedeckt werden.

B. Die ungeordnete Situation mit einigen bereits bestehenden Hütten soll planerisch

gelenkt und geordnet werden.

C. Dem sich abzeichnenden Bedarf soll genügt werden. Die Umwidmung der

Darstellung ist aus landschaftsplanerischer Sicht vertretbar.

Stand: November 2006 103

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Landschaftsplanerische Zielvorgaben für die Entwicklung der Gartenhausgebiete,

die im Rahmen der verbindlichen Bauleitplanung zu berücksichtigen sind:

Tabelle 40: Landschaftsplanerische Zielvorgaben

Sonderbauflächen

Gartenhausgebiete

• Vorderer Stubenrain, 1993

• Stöckach, 1991

• Mönchberg, 1993

• Dahberg, 2003

• Strang

• Hitzberg, 1976/1993

• Hohberg 1976

• (Burgfeld)

• Öschelbronner Weg / Rotenberger

Pfad, 1977

• Kalk, 1993

• Weihinger Berg, 1993

Landschaftsraum Beschreibung

s. Leitbild Landschaftsplan

Entwicklungsziele für die einzelnen Landschaftsräume,

sofern für GA, Vereinsgebiete relevant

Enztalhänge • Erhalt der verbliebenen unverbauten Enztalhänge

mit Streuobstwiesen, Weinanbau,

Terrassen, Trockenmauern, Hecken, Halbtrockenrasen

und extensiv genutzten Gärten

• Förderung extensiver und traditioneller Nutzungen

in den bestehenden Gartenhausgebieten

• Erhaltung und Pflege der verbliebenen

hochwertigen Biotopflächen auf den südexponierten,

gering genutzten und gepflegten

Steilhängen

• Erhaltung des landschaftsprägenden Weinanbaus

bei der Mühlhauser Enzschleife und

Förderung umweltschonender Anbauweisen

• Keine weitere Ausdehnung von Gartenhausgebieten

• Keine weitere Siedlungsentwicklung

Flachhänge des Gipskeupers

zw. Erlenbach und Enztal, bei

Schönenberg und nördlich von

Lienzingen

Hochflächen des Unteren Keupers

südlich von Mühlacker und

westlich von Dürrmenz

Großglattbacher Beckenlandschaft

• Erhalt der landschaftsprägenden Streuobstwiesen

• Schutz reich strukturierter weiterer Siedlungsentwicklung

• Entwicklung der Räume mit hoher Erlebnisvielfalt

für die landschaftsbezogene Erholung

• Förderung von Kleinstrukturen durch Biotopvernetzung

• Sicherung des Bodens auf den steileren

Hangflächen durch Grünlandnutzung und

Erhalt, Anlage von Streuobstwiesen

• Freihaltung der landschaftsprägenden,

reich strukturierten Hangflächen bei Siedlungserweiterungen

• Offenhaltung der Täler und Förderung eines

natürlich mäandrierenden Verlaufs des

Gewässer, keine weitere Siedlungsentwicklung

in der Bachaue

Stand: November 2006 104

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Abbildung 6: Übersicht Sonderbauflächen für die Gartenhaus- und

Vereinsnutzung

Stand: November 2006 105

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Ötisheim

Das bereits im FNP 1985 dargestellte geplante Gartenhausgebiet Scherrkessel

wird in reduzierter Ausdehnung als Planungsbestand in die Darstellungen des

neuen FNP 2020 übernommen.

Für das im FNP 1985 geplante Gartenhausgebiet „Unter dem Scherrkessel“ besteht

weiterhin ein Bedarf. Im Gebiet bestehen bereits zahlreiche Hütten und

Einfriedigungen, die für die Gartenhausnutzung beansprucht werden.

Der Bereich ist insgesamt als FFH-Gebiet ausgewiesen und liegt entsprechend

den Aussagen des Regionalen Raumordnungsplanes 2015 im regionalen Grünzug.

Die landschaftsplanerische Bewertung kommt zu dem Ergebnis, dass das

Gartenhausgebiet in der geplanten Ausdehnung nicht mit den Zielen der Landschaftsplanung

vereinbar ist. Die im FNP 1985 dargestellte Sonderbaufläche für

die Gartenhausnutzung wurde aus diesem Grund reduziert. Die noch nicht für

die Gartenhausnutzung in Anspruch genommenen freien Flächen werden aus

der Darstellung herausgenommen.

Das im FNP 1985 als Grünfläche mit der Zweckbestimmung Dauerkleingärten

dargestellte Gebiet Hürst wird aufgrund der hier beabsichtigten Nutzung ebenfalls

als Sonderbaufläche mit der Zweckbestimmung Gartenhaus dargestellt.

Das Dauerkleingartengebiet „Hürst“ wird entsprechend seiner derzeitigen Nutzung

als geplantes Gartenhausgebiet in die Darstellung des FNP 2020 aufgenommen.

Entsprechend der im FNP 85 dargestellten Nutzung als Grünfläche mit

der Zweckbestimmung Dauerkleingärten wäre eine gartenbauliche Nutzung für

die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte für den eigenen Bedarf sowie Gartenlauben

nach dem Bundeskleingartengesetz zulässig. Tatsächlich bestehen

jedoch bereits Gartenhäuser, die für eine Freizeitnutzung dienen. Die Gemeinde

beabsichtigt die Aufstellung eines Bebauungsplanes und eine geringfügige Erweiterung

der Fläche nach Norden.

Aus landschaftsplanerischer Sicht bestehen keine Bedenken. Die Darstellung ist

mit den Zielen der Landschaftsplanung vereinbar.

4.4.3 Sonderbauflächen für die Vereinsnutzung

Mühlacker

Die bestehenden Sonderbauflächen für die Vereinsnutzung I. am Wullesee (Musik,

Obst- und Gartenbau, Fischerei, Schäferhunde) Vereinsnutzung II. in Großglattbach

(Kleintierzüchter) und Vereinsnutzung III. Holder in Mühlacker (Geflügelzuchtanlage)

werden als Bestand in die Darstellungen des Flächennutzungsplanes

aufgenommen.

Es handelt sich hier um die bestehenden Vereinsnutzungen und ihre Gebäude,

für die bereits ein Bebauungsplan besteht bzw. sich im laufenden Verfahren befindet.

Die Flächen werden genutzt und sollen in ihrem Bestand (soweit zeichnerisch

verortbar) planungsrechtlich gesichert werden. Erweiterungen sind nicht

geplant. Sollten sich im Rahmen des Beteiligungsverfahrens Erweiterungswünsche

bestehender Vereinsnutzungen ergeben, so werden diese geprüft und

soweit andere Belange nicht entgegenstehen in die Darstellungen aufgenommen.

Erweiterung von bestehenden Sonderbauflächen für die Vereinsnutzung

Die Sonderbaufläche für die Vereinsnutzung IV. Reitsport wird als Bestand, eine

südliche und östliche Erweiterung als Planung in die Darstellungen des Flächennutzungsplanes

aufgenommen.

Die private Pferdehaltung fällt nicht unter die Privilegierung der Landwirtschaft.

Um die bestehende Reitsportanlage in Dürrmenz sowie eine Erweiterung auch

Stand: November 2006 106

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

in Zukunft planungsrechtlich abzusichern wird diese als bestehende Sonderbaufläche

für die Vereinsnutzung Reitsport mit einer Erweiterungsplanung nach Süden

und Osten in die Darstellung des Flächennutzungsplanes aufgenommen.

Derzeit ist ein Bebauungsplanverfahren in Aufstellung, da für die Reitsportanlage,

südlich der Enz für die Schaffung eines Freigeheges (Koppel) eine Erweiterung

benötigt wurde. Gerade aufgrund der stark zunehmenden privaten Pferdehaltung

und den hiermit verbundenen unzulässigen Nutzungen (Zäune und

Koppeln) in der freien Landschaft steht die Verwaltung einer planungsrechtlichen

Sicherung und geplanten Erweiterung positiv gegenüber.

Für die geplante Erweiterung der Sonderbaufläche sprechen zudem die Gewährleistung

einer optimalen Ausnutzung vorhandener Infrastruktureinrichtungen

durch die Konzentration der Pferdesportnutzung an einem Punkt sowie die

Vermeidung einer Zersiedelung der Landschaft.

Die Erweiterung ist mit den Zielen der Landschaftsplanung vereinbar.

Übernahme der Darstellung aus dem FNP 1985

Der Bereich für den Schießsport am Bodenrainweg wird entsprechend den Darstellungen

des alten Flächennutzungsplanes durch das Symbol Sportfläche gekennzeichnet.

Es handelt sich um die bestehende Fläche der Schießsportanlage, die bereits

im alten Flächennutzungsplan mit dem Symbol Sportfläche dargestellt wurde.

Für die Schießsportfläche liegt eine vom Landratsamt genehmigte Planung vor.

Die aufgrund der Schießsportanlage bestehenden Konflikte mit den Anwohnern

sind bekannt. Eine Verlagerung der Schießsportanlage wird aus folgenden

Gründen nicht angestrebt:

• Der Betreiber der Anlage hat vom Landratsamt Enzkreis umfangreiche Auflagen

zum Schallschutz, zum Schießen, zu Sonderveranstaltungen und zum

Bodenschutz erhalten. Hierdurch können die Nutzungskonflikte entschärft

werden. So wurden beispielsweise die Schießzeiten für den Übungsbetrieb

auf Dienstag von 17.00 bis 19.30 Uhr und auf Samstag von 9.00 bis 12.00 Uhr

beschränkt. Bei bis zu fünf Sonderveranstaltungen im Jahr darf samstags bis

16.00 Uhr mit Mittagspause von 12.00 bis 14.00 Uhr geschossen werden. Zusätzlich

wurden die Schusszahlen pro Tag für das Übungsschießen sowie für

die Sonderveranstaltungen begrenzt.

• Eine für die Anlage geeignete neue Fläche, auf der mögliche Konflikte ausgeschlossen

werden können, die zudem den Anforderungen des Vereins gerecht

werden kann, gibt es nicht. Insofern würde es sich bei einem neuen

Standort lediglich um eine Konfliktverlagerung handeln, eine Verbesserung

der Situation würde nicht entstehen.

Stand: November 2006 107

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Landschaftsplanerische Zielvorgaben für die Entwicklung der Vereinsgebiete,

die im Rahmen der verbindlichen Bauleitplanung zu berücksichtigen sind werden

in der folgenden Tabelle aufgezeigt:

Tabelle 41: Landschaftsplanerische Zielvorgaben für

Vereinsgebiete

Sonderbauflächen

Vereinsgebiete

• Reiterzentrum Wasserhalde,

i. Verfahren

• Vereinsgebiet Wullesee

• Reithalle Pegasus??,

i.Verfahren

• Kleintierzuchtanlage EhemaligeDreschhalle,

2003

Landschaftsraum Beschreibung

s. Leitbild Landschaftsplan

Hochflächen des Unteren

Keupers südlich von Mühlacker

und westlich von

Dürrmenz

Großglattbacher Beckenlandschaft

Entwicklungsziele für die einzelnen Landschaftsräume,

sofern für GA, Vereinsgebiete

relevant

• Förderung von Kleinstrukturen durch Biotopvernetzung

• Sicherung des Bodens auf den steileren

Hangflächen durch Grünlandnutzung

und Erhalt, Anlage von Streuobstwiesen

• Freihaltung der landschaftsprägenden,

reich strukturierten Hangflächen bei

Siedlungserweiterungen

• Offenhaltung der Täler und Förderung

eines natürlich mäandrierenden Verlaufs

des Gewässer, keine weitere Siedlungsentwicklung

in der Bachaue

Ötisheim

Als Sonderbauflächen für die Vereinsnutzung wird die Fläche östlich der L 1132

(Mumenwiesen), die bereits im FNP 1985 als Planung dargestellt wurde in reduzierter

Ausdehnung übernommen

Die im rechtskräftigen FNP 85 dargestellten geplanten Flächen für eine Vereinsnutzung

werden aus folgenden Gründen in ihrer Größe reduziert:

Es besteht mit der geplanten Fläche ein ausreichendes Flächenpotential von

ca. 2,27 ha.

Das prognostizierte Wachstum der Gemeinde lässt einen höheren Bedarf an

Vereinsnutzungen nicht erwarten.

Der im FNP 1985 geplante Bereich westlich der L 1132 liegt innerhalb eines FFH-

Gebietes.

Sollte sich im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung ein zusätzlicher Bedarf an

Flächen für die Vereinsnutzung abzeichnen, so kann eine Erweiterung oder eine

zusätzliche Fläche im neuen FNP 2020 in die Darstellungen aufgenommen werden.

Aus landschaftsplanerischer Sicht bestehen Bedenken. Die Darstellung ist aufgrund

der Betroffenheit geschützter Biotope sowie der sensiblen landschaftlichen

Situation mit den Zielen der Landschaftsplanung bedingt vereinbar. Da

der Bereich jedoch angrenzend an das bestehende Sportgebiet liegt und verkehrstechnisch

optimal angebunden ist erfolgt die Darstellung im neuen FNP.

Die Maßnahmen zur Berücksichtigung schützenswerter Biotope und sensibler

landschaftlicher Situationen erfolgt im Rahmen der verbindlichen Bauleitplanung.

Stand: November 2006 108

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

4.4.4 Sonderbaufläche – Südwestfunk

Der Bereich des Senders wird entsprechend den Vorgaben des Bestandes und

des alten Flächennutzungsplanes 1985 als Sonderbaufläche für den Rundfunk in

die Darstellungen des neuen Flächennutzungsplanes aufgenommen.

Bereits im Dezember 1993 wurde ein Sendemast gesprengt, hierfür ist ein neuer

ca.150 m hoher Mast entstanden. Geplant ist ein Revisionssender, mit einem Sicherheitsabstand

von 150 m, der bei einem möglichen Ausfall des großen Senders

einen gleichwertigen Ersatz bieten kann.

Der damals festgelegte Sicherheitsabstand von 300 m bezieht sich auf die Höhe

des Sendemastes und stellt eine Sicherheitszone für ein mögliches Umfallen dar.

Die seit 2003 gültigen notwendigen Sicherheitsabstände beziehen sich auf die

potentielle Strahlenbelastung und liegen deutlich unter dem dargestellten 300

m Radius.

Die Anlage wurde seinerzeit für ca. 300 kV ausgelegt. Seit 1999 wird mit ca. 100

kV gesendet.

Zwei Abschirmmasten schützen vor Störungen durch andere Sender.

4.5 Gemeinbedarfsflächen

Im Flächennutzungsplan erfolgt die Darstellung von Flächen und Einrichtungen

zur Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen des öffentlichen und privaten

Bereichs, wie z. B. für Bildung, Kultur, Soziales und Gesundheit innerhalb der Gemeinbedarfsflächen.

Um eine gute Ablesbarkeit der Plandarstellung zu gewährleisten

erfolgte die zeichnerische Darstellung von Flächen bis zu einer Größe

von ca. 1.500 m²

Der Entwurf des FNP 2020 stellt Gemeinbedarfsflächen in einem Umfang von ca.

45,30 ha dar. Davon entfallen ca. 40 ha auf Mühlacker und 5,3 ha auf Ötisheim.

Es handelt sich hierbei um Flächen, die für öffentliche Verwaltung, Schulen, Kirchen,

sozialen (Kindergärten, Altenwohnen) gesundheitlichen und kulturellen

sowie sportlichen Zwecken dienende Einrichtungen und für die Feuerwehr genutzt

werden. Eine große Zahl an Gemeinbedarfseinrichtungen wird aufgrund

der geringen Größe nur durch ein Symbol, ohne flächige Darstellung gekennzeichnet.

4.5.1 Sportstätten

Mühlacker

Aufgabe der Stadt ist es die Voraussetzungen für die sportliche Betätigung der

Bevölkerung zu schaffen.

Bei der Ermittelung des Bedarfes an Sportstätten wird unterschieden zwischen

Einrichtungen für den Schulsport und solchen für die Allgemeinheit bzw. für Vereine.

Für die Bedarfsermittelung wurde der Sportstättenbedarfsplan vom 27.06. 2000

aktualisiert. Insgesamt verfügt die Gesamtstadt Mühlacker über einen Sportstättenflächenanteil

von ca. 5.705 qm.

Stand: November 2006 109

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Bedarf 2020 für Vereine / Allgemeinheit

Ausgehend von einem Bedarf an 0,20 m² Netto-Hallenfläche je Einwohner37 ergibt

sich für Mühlacker bei einer prognostizierten Einwohnerzahl von 27.300 bis

zum Jahr 2020 ein Bedarf von 5.460 m². Demgegenüber steht ein Bestand von

5.705 m² (Siehe hierzu auch Tabelle 39). Es zeigt sich hiermit, dass der rechnerische

Bedarf für Vereine und die Allgemeinheit bis zum Jahr 2020 gedeckt werden

kann.

Tabelle 42: Übersicht bestehender Turn- und Festhallen,

Sportplätze, Frei- und Hallenbäder

Festhallen

Mühlehof Mühlacker

Konrad-Adenauer-Platz 10

Uhlandbau

Uhlandstr.7

Turnhallen

Enztal-Sporthalle

Rappstr. 35

Käppele-Turnhalle

Rappstr.24

Mörike-Turnhalle

Lindachstr.8

Kultursaal

Mehrzweckhalle

1 ÜE (Übungseinheit)

3 Übungseinheiten (ÜE)

1 ÜE

1,4 ÜE

Gymnastikraum der UvD-Schule (geht nicht in Ermittlung ein)

Sport- und Festhalle Enzberg

Kanalstr.2

Hartfeldturnhalle Enzberg

Hartfeldstr.57

Turn- und Gemeindehalle Lienzingen

Friedrich-Münchstr.37

Turn- und Festhalle Lomersheim

Am Wässerle 9

Enztalhalle Mühlhausen

Rosswagerstr.4

Sporthalle Dürrmenz

Schulstr. 15/1

Nichteigene Hallen

Vereinshalle Großglattbach

Lichtholzstr. 25

Sporthalle des Enzkreises

Kerschensteinerstr. 22/1

Mehrzweckhalle

1 ÜE

2 ÜE

Mehrzweckhalle

1 ÜE

Mehrzweckhalle

1 ÜE

Mehrzweckhalle

1 ÜE

1 ÜE

1 ÜE

1,5 ÜE

Bedarf Schule

Hinsichtlich der Sporthallen besteht für die schulische Nutzung ein Bedarf von 4

weiteren Übungseinheiten (ÜE 10 m x 18 m) über den vorhandenen Bedarf hinaus

(Gemeinderatsentscheidung vom 25.07.2000). Dieser soll mit dem Bau einer

Sporthalle mit 1ÜE in Dürrmenz Größe SH-R: ca. 31 x 15 m (lt. Baugesuch) sowie

mit der geplanten Erweiterung um 2 ÜE im Lindach und im Käppele mit 1 ÜE

gedeckt werden. Weitere Hallenstandorte werden nicht benötigt.

37 Richtwert der Stadt Stuttgart

Stand: November 2006 110

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Die von den Vereinen genutzten Sport- und Trainingsplätze im Käppele sollten

verlagert werden, da aufgrund ihrer Lage im Wasserschutzgebiet Auflagen und

Einschränkungen bestehen. Ein neuer Standort steht noch nicht fest.

Die bestehenden Sportstätten sind im Flächennutzungsplan durch die entsprechenden

Symbole bzw. Flächensignaturen dargestellt.

Durch die eigenständige Entwicklung in den Stadtteilen ist eine gute Ausstattung

mit Sporteinrichtungen gegeben. Neben den genannten Sportplätzen bestehen

einige kleinere Bolzplätze und Spielflächen innerhalb der Grünanlagen.

In Mühlacker im Bereich Käppele sind Grünflächen mit zentralen Sporteinrichtungen

für die gesamte Stadt vorhanden. Dort befinden sich das Freibad, Hallenbad

sowie Sport- und Tennisplätze.

Sportplätze

Tabelle 43 zeigt eine Übersicht aller im FNP 2020 dargestellten Spielfelder, die für

die Bedarfsermittlung herangezogen wurden.

Im Planentwurf ist der Standort für einen Sportplatz in Enzberg hinter der Turnhalle

vorgesehen. Eine Verlagerung des vorhandenen Sportplatzes wurde notwendig,

da die Fläche des alten Sportplatzes im Gewerbegebiet an der B 10

neu als gewerbliche Baufläche benötigt wird.

Die Erweiterungsplanung aus dem FNP 1985 im Bereich der Enzaue, westlich des

Schul- und Sportzentrums wird für die Bedarfsdeckung bis zum Jahr 2020 in dem

dargestellten Ausmaß nicht benötigt. Eingang in die Darstellung des neuen Flächennutzungsplanes

finden die bereits bestehenden und genutzten Sportflächen.

Diese werden als Bestandsflächen dargestellt.

Die in Lomersheim bestehenden Sportplätze im Letten liegen innerhalb des potentiellen

Überschwemmungsbereiches der Enz. Eine Verlagerung nach Norden,

in Richtung Friedhof, der Flächen kommt dennoch nicht in Betracht, da

die verlagerten Flächen ebenfalls im potentiellen Überschwemmungsbereich

liegen würden.

Stand: November 2006 111

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Tabelle 43: Übersicht Spielfelder und Sportplätze

Mühlacker Lage Größe in m²

Normalspielfeld

Käppele-Sportzentrum

Tenne

Naturrasen

Sportgelände im Letten

Naturrasen

Naturrasen

Normalspielfeld/Leichathletik Anlagen

Käppele-Sportzentrum

Naturrasen

Kampfbahn Typ B

Käppele-Sportzentrum

Naturrasen

Freizeitsportplatz

Bolzplatz

Sportgelände im Stöckach

Bolzplatz Dürrmenz Naturrasen

Bolzplatz Dürrmenz Tenne

Kleinspielfeld

Käppele-Sportzentrum

Naturrasen

Naturrasen

Rappstraße

Alte Lomersheimer Straße

Rappstraße

Rappstraße

Senderhang

Stöckach

Herrenwaagstr.

Öschelbronner Weg

Rappstraße

7.140 m²

6.300 m²

5.400 m²

5.400 m²

6.432 m²

7.140 m²

1.100 m²

2.400 m²

3.750 m²

800 m²

3.750 m²

3.750 m²

Gesamtfläche 53.362 m²

Lomersheim Lage Größe in m²

Normalspielfeld

Naturrasen

Naturrasen

Freizeitsportplatz

Bolzplatz

Tenne

Am Wässerle

Im Hagen

7.140 m²

7.140 m²

1.000 m²

Tennisplätze (6.408 m²)

Gesamtfläche 15.280 m²

Enzberg Lage Größe in m² Planung

Normalspielfeld

Festhalle Naturrasen

Sportanlagen Naturrasen (alter Platz bei Schrammel,

der verlegt wird)

Freizeitsportplatz

Hartfeldschule Naturrasen

Kanalstr.

Kanalstr.

Hartfeldstr.

5.400 m²

7.140 m²

1.000 m²

Kleinspielfeld/Leichathletik Anlagen

Hartfeldschule Kunststoff

Hartfeldstr.

1.350 m²

Festhalle Naturrasen

Kanalstr.

3.456 m²

Tennisplätze (7.853 m²)

Gesamtfläche 18.346 m²

Mühlhausen Lage Größe in m²

Normalspielfeld

Felsenweg

Naturrasen

Freizeitsportplatz

6.528 m²

Enztalhalle Naturrasen

Kleinspielfeld / Leichtathletikanlagen

Roßwagerstr.

2.800 m²

Naturrasen

Felsenweg

3.500 m²

Gesamtfläche 12.828 m²

Lienzingen Lage Größe in m²

Normalspielfeld

Naturrasen

Naturrasen (neue Anlage)

Friedrich – Münchstraße

7.140 m²

7.140 m²

Tennisplatz (9.875 m²)

Gesamtfläche 14.280 m²

Stand: November 2006 112

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Großglattbach Lage Größe in m²

Normalspielfeld / Leichtathletikanlagen

Naturrasen

Naturrasen

Freizeitsportplatz

Naturrasen

Lichtholzstraße

7.140 m²

5.200 m²

Bei der Kläranlage

Gesamtfläche

2.800 m²

15.140 m²

Fläche Gesamtstadt 129.236 m²

Für die Beurteilung der bestehenden Situation sowie der Ermittlung eines möglichen

Bedarfs an ungedeckten Sporteinrichtungen wird die jeweilige Gesamteinwohnerzahl

ins Verhältnis mit dem vorhandenen Angebot an Turn- und

Sportanlagen, bzw. Sportplatzanlagen gesetzt.

Bei der Bedarfsermittlung liegen die Richtwerte zwischen 3,5 m² je Einwohner

(ehemalige Planungsrichtwerte des Kreissportstättenplanes) und 4-5 m² je Einwohner

(Bemessungsgrundlage der Stadt in ihrer Stellungnahme zum Kreissportstättenplan).

Der höhere Wert von 4 m² wird durch den Bedarf der Vereine auf

jeweils zwei Spielfelder in den Stadtteilen begründet. Bei 27.300 Einwohnern ergibt

sich bei 4 m² ein Sportflächenbedarf an 109.200 m² bis zum Jahr 2020.

Demgegenüber steht ein Bestand an 129.236 m² Sportfläche. Hierin sind Tennisanlagen,

Reistsportflächen und Schießsportflächen der Vereine noch nicht eingeflossen.

Es zeigt sich dennoch, dass der Bedarf bis zum Jahr 2020 gedeckt

werden kann.

Freibad

Mühlacker verfügt über ein Freibad und Hallenbad, die in dem Freizeitschwerpunkt

im Käppele liegen und mit einem entsprechenden Symbol „Freibad, Hallenbad"

dargestellt werden. Weitere Bäder sind in Mühlacker nicht vorgesehen.

Ötisheim

Innerhalb der Gemeinde Ötisheim bestehen insgesamt elf Spiel- und Bolzplätze,

für deren Instandhaltung und Säuberung der Bauhof sorgt.

Bei der Berechnung erfolgte die Unterscheidung zwischen gedeckten und ungedeckten

Sportflächen.

Es wurde außerdem zwischen dem Bedarf durch Vereine, Allgemeinheit und

dem Schulbedarf unterschieden.

Bei der Bedarfsermittlung wird die prognostizierte Einwohnerzahl, unter Berücksichtigung

von Planungsrichtwerten, mit dem bestehenden Angebot an Sporteinrichtungen

ins Verhältnis gesetzt.

Bedarf an ungedeckten Sportflächen für Vereine und die Allgemeinheit

Die Richtwerte für die Bedarfsermittlung liegen zwischen 3,5 m² je Einwohner (ehemalige

Planungsrichtwerte des Kreissportstättenplanes) und 4-5 m² je Einwohner

(Bemessungsgrundlage der Stadt in ihrer Stellungnahme zum Kreissportstättenplan).

Der höhere Wert von 4 m² wird durch den Bedarf der Vereine aber

auch durch die hohe Qualität, die Ötisheim im Bereich Freizeit und Touristik bietet,

begründet. Bei 5.044 Einwohnern ergibt sich bei 4 m² ein Sportflächenbedarf

an 20.176 m² bis zum Jahr 2020. Demgegenüber steht ein Bestand an 27.300 m²

Sportfläche. Es zeigt sich, dass der Bedarf an ungedeckten Sportflächen bis zum

Jahr 2020 gedeckt werden kann.

Bedarf an gedeckten Sportflächen für Vereine / Allgemeinheit

Stand: November 2006 113

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Ausgehend von einem Bedarf an 0,20 m² Netto-Hallenfläche je Einwohner 38 ergibt

sich für Ötisheim bei einer prognostizierten Einwohnerzahl von 5.044 bis zum

Jahr 2020 ein Bedarf von 1.009 m². Demgegenüber steht ein Bestand von 2.858

m². Es zeigt sich hiermit, dass der rechnerische Bedarf für Vereine und die Allgemeinheit

bis zum Jahr 2020 gedeckt werden kann.

Schulbedarf

Der Bedarf an Einrichtungen für den Schulsport errechnet sich entsprechend einer

Vorgabe des Kultusministeriums wie folgt:

Eine Übungsstätte steht 36 Wochenstunden für den Schulsport zur Verfügung.

Pro Woche werden in der Regel 3 Schulsportstunden erteilt, eine Schulsportgruppe

umfasst ca. 25 Schüler. Dies ergibt 300 Schüler je überdachter Übungseinheit.

Davon sollen wie auch in Mühlacker 90 % auf den Hallensport und 10 %

auf Schwimmen entfallen.

Bei einer Schülerzahl von derzeit 312 Schülern und einer Prognose 39 von ca. 300

Schülern bis zum Jahr 2020 reicht eine Übungseinheit aus, um den Bedarf für

den Schulsport zu decken.

Tabelle 44: Ungedeckte Sportflächen Ötisheim

Ungedeckte Sportflächen Bestand in m² Bedarf bis 2020

Gesamt 27.300 m² 20.176 m²

Schul- und Sportanlage 2.100 m²

Alter Sportplatz 4.000 m²

Eislaufplatz 2.300 m²

Sportplätze TSV 18.900 m²

Gedeckte Sportflächen Bestand in m² Bedarf bis 2020

Gesamt 2.858 m² (1.541 m²) 1.009 m²

Schulsporthalle 1.283 m² (2UE 945 m²)

Erlentalhalle 1.575 m² (596 m²)

Die bestehenden Sportflächen reichen für die Bedarfsdeckung im Jahr 2020, eine

Darstellung von Erweiterungsflächen erfolgt nicht.

4.5.2 Gebäude und Einrichtungen für gesundheitliche und

soziale Zwecke

Mühlacker

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über die bestehenden Einrichtungen

für gesundheitliche und soziale Zwecke. Eine Darstellung von geplanten Flächen

im Flächennutzungsplan ist nicht vorgesehen.

Tabelle 45: Gesundheitlichen und sozialen Zwecken

dienende Einrichtungen

Jugendhilfe Jugendfreizeiteinrichtungen 1. Jugendhaus (mit 2 hauptamtl. Sozialpädagogen

Altenhilfe Altenwohnungen

38 Richtwert der Stadt Stuttgart

39 Information der Verwaltung Ötisheim.

2. Jugendraum GG (selbstverwaltet)

3. Jugendtreff Enzb. (Träger ist der

Förderverein Hartfeldschule)

- altengerecht Erlenbachstr. 24 = 19 Wohnungen

Kelterplatz 1/2 = 11 Wohnungen

- altengerecht und betreut Lomersheim = 6 Wohnungen

Goethestr. 12/4 = 30 Wohnungen

Stand: November 2006 114

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Pflegeheimplätze 98 im St. Franziskus

Kurzzeitpflegeplätze

eventuell

Tageseinrichtungen

88 im DRK Seniorenzentrum

4 im St. Franziskus

4 im DRK Seniorenzentrum

28 in der Kreisklinik

Tagespflegeplätze Senioren 18 im DRK-Seniorenzentrum

Im Aufbau TPfl.Plätze 15 im Demenzzentrum Mühlacker

für psychisch kranke Menschen Diakonisches Werk, Friedrichtstr. 24

Sozialstation Ev. Diakoniestation Mühlacker e.V.

Pflegedienste / Beratungsdienste

Behinderte Tagesstätte für psychisch kranke

Menschen

Gesundheitswesen

Geplant ist ein Wohnheim für psychisch

kranke Menschen

Hindenburgstr. 48

Diakonisches Werk, Friedrichstrasse

24

Voraussichtlich im Personalwohnheim

St. Franziskus

Wohnheim Lebenshilfe Vaihingen-Mühlacker

e.V. Mühlackererstrasse 141 / 24 Plätze

Kindergarten Villa Emrich für geistig

Behinderte

Schulkindergarten der Lebenshilfe für

Menschen mit Behinderung

Schulerweg 1

Werkstatt für Behinderte Lebenshilfe Pforzheim-Enzkreis e.V.

Rund 60 Werkstattplätze in Lomersheim

Im Letten 30

Integriert ist ein FuB-Bereich, wo 9

Menschen mit schweren Behinderungen

begleitet und unter heilpädagogischen

und therapeutischen

Aspekten ganzheitlich gefördert

werden

Krankenhaus Akutklinik (mit Schlaganfalleinheit)

Geriatrische Rehaklinik

Geplant: Demenzzentrum (mit Fachberatungsteam

und Betreuungsgruppen

für Demenzkranke)

Ötisheim

Seit 1999 gibt es den Jugendtreff „Villa Populi“. Er befindet sich hinter der Erlentalhalle

und wird von den Jugendlichen auch autonom organisiert und betreut.

Der Treffpunkt für Mädchen und Jungen zwischen 13 und 25 Jahren ist nahezu

die ganze Woche über ab 18.00 Uhr geöffnet, am Wochenende sogar ganztags.

Nicht weit vom Jugendtreff entfernt gibt es seit 2003 einen Skaterplatz. Die

Auswahl der Geräte erfolgte zusammen mit den jungen Skatern.

Stand: November 2006 115

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

4.5.3 Feuerwehr

Flächen für die Feuerwehr werden im Entwurf des FNP 2020 als Gemeinbedarfsflächen

oder, bei geringer Flächengröße, durch eine Symbol dargestellt.

Mühlacker

Kernstadt Mühlacker, Rappstraße 8

Aufgrund des schlechten baulichen Zustandes der THW-Halle sowie für eine

Schaffung sinnvoller Arbeitsabläufe benötigt der derzeitige Standort in der

Rappstraße 8 eine Erweiterungsmöglichkeit. Eine Ausdehnungsmöglichkeit besteht

durch den Erwerb des direkt angrenzenden Grundstückes. Bereits im FNP

1985 wurde der Bereich als Gemeinbedarfsfläche dargestellt. Eine Erweiterungsdarstellung

ist aus diesem Grund nicht notwendig.

Enzberg, Rathausplatz, in der Kelter

Die alte Kelter ist nur bedingt geeignet für die Unterbringung der Feuerwehr. In

der Diskussion ist eine Verlagerung in die Kieselbronnerstraße 51 oder in die Finkenwiesenstraße

(Höhe Schuppen ehemaliger Bahnübergang). Da das Gebäude

der Feuerwehr vor zwei Jahren ausgebaut wurde, wird eine Verlagerung

nicht innerhalb des zeitlichen Rahmens des FNP erfolgen. Die Darstellung eines

neuen Standortes erfolgt deshalb nicht.

Großglattbach

Die Abteilung verfügt über eine angemessene Unterbringung mit Gerätehaus in

der Wehrgasse 8. Die Anforderungen an das Gebäude sowie den Standort genügen

den Ansprüchen bis zum Jahr 2020. Eine Erweiterung ist nicht geplant.

Lienzingen, Zaisersweiherstraße 3

Aufgrund der unzureichenden Raumverhältnisse, sollte ein Ausweichstandort

dargestellt werden. Dieser könnte in der Ringstraße (Nähe Turn- und Festhalle )

oder in der Schelmenwaldstraße (Nähe THW-Standort) liegen. Inzwischen wurde

das 1. OG zur Unterkunft ausgebaut, so dass eine Verlagerung innerhalb des

Planungshorizontes des FNP nicht erfolgen wird. Eine mögliche Verlagerung wird

deshalb nicht dargestellt.

Lomersheim, Turmstraße

Die räumlichen Verhältnisse am derzeitigen Standort in der Turmstraße sind sehr

beengt. Eine Erweiterung am bestehenden Standort ist nicht möglich (Der Gemeinderat

hatte sich gegen den Erwerb des angrenzenden Grundstückes ausgesprochen).

Ein Ausweichstandort wurde bereits im Flächennutzungsplan 1985

im Bereich des Recyclinghofes vorgesehen. Dieser Standort wird in den FNP

2020 übernommen.

Mühlhausen, Rathaus in der Matin-Luther-Straße

Der derzeitige Standort ist hochwassergefährdet und beengt, es sollte ein Ausweichstandort

gefunden werden. Ein Verlagerungsstandort ist nicht vorhanden.

Mit Ausnahme des Standortes in Großglattbach besteht in an allen Feuerwehrstandorten

die Notwendigkeit der Erweiterung oder Verlagerung. Verlagerungs-

und Erweiterungswünsche wurden in den neuen FNP übernommen. Für

die Standorte in Lienzingen, Enzberg und Mühlhausen wird sich jedoch eine Verlagerung

nicht innerhalb des zeitlichen Rahmens des FNP vollziehen. Neue

Standorte werden deshalb nicht in die Darstellung des neuen FNP aufgenommen.

Stand: November 2006 116

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Ötisheim

Das Feuerwehrgerätehaus in der Wallgrabenstraße 4 bietet Platz für vier Fahrzeuge.

Die Anforderungen an das Gebäude sowie den Standort genügen den

Ansprüchen bis zum Jahr 2020. Eine Erweiterung ist nicht geplant.

4.6 Flächen für den Verkehr

In die Darstellungen des Flächennutzungsplanes werden die Flächen für den

überörtlichen Verkehr und die Hauptverkehrszüge, soweit sie in der Planungshoheit

der Verwaltungsgemeinschaft liegen, aufgenommen. Die Hauptverkehrszüge

anderer Planungsträger werden nachrichtlich übernommen bzw. deren

Planung vermerkt. Die Darstellung der überörtlichen und örtlichen Hauptverkehrsstraßen,

Bahnlinien und wichtigen Rad- und Fußwegeverbindungen erfolgt

in generalisierter Form.

4.6.1 Motorisierter Individualverkehr – Bestand und Planung

In der Planzeichnung wird das bestehende Netz der Hauptverkehrsstraßen dargestellt.

Als bedeutende großräumige Verkehrsachse sind die A 8, die allerdings

nicht durch das Stadtgebiet verläuft sowie die B 35 und B 10 als regionale Verbindungen,

zu nennen. Die nachfolgend aufgeführten wichtigen Hauptverkehrszüge,

welche überregionale und regionale Verbindungsfunktionen wahrnehmen,

verlaufen durch das Stadtgebiet:

Bundesstraßen

B 10 (Stuttgart - Vaihingen – Mühlacker – Pforzheim)

Landesstraßen

L 1125 (Großglattbach – Pinache)

L 1132 (Mühlacker – Ötisheim)

L 1134 (Lienzingen – Mühlacker – Pinache)

L 1173 (Enzberg - Ötisheim)

Kreisstraßen

K 4502 (Großglattbach – L 1125 )

K 4504 (Lomersheim – Pinache – Großglattbach/ L 1125)

K 4505 (Mühlacker – Lomersheim – Roßwag)

K 4506 (von Mühlhausen – B10)

Weitergehende Aussagen sind der Fachplanung40 , dem Verkehrsentwicklungsplan

der Stadt Mühlacker zu entnehmen. Dieser bildet die Grundlage für die im

Plan Straßennetz dargestellten Hauptverkehrszüge.

Zur ergänzenden Information wird das Netz der klassifizierten Straßen und der im

Planentwurf nicht dargestellten wichtigen Gemeindestraßen entsprechend den

Aussagen des Verkehrsentwicklungsplanes ´95 Mühlacker in den als Plan 15.1 –

15.5 beigefügten thematischen Karten zur Straßenhierarchie wiedergegeben.

Mühlacker

Im FNP werden außerdem die folgenden geplanten Maßnahmen dargestellt,

die als bis 2020 umsetzbar angesehen werden und deren planungsrechtliche

Vorbereitung betrieben werden soll:

Planungen im überörtlichen Straßennetz mit Auswirkungen auf die Innenbereiche

40 Planungsbüro Kölz: Verkehrsentwicklungsplan (VEP) der Stadt Mühlacker, Teil I-III sowie Teil

Zusammenfassung und Empfehlungen, Stuttgart, März 1994 – Nov. 1995.

Stand: November 2006 117

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

� Lienzingen

Darstellung einer Entschärfung des starken Kurvenradius am nördlichen

Ortseingang von Lienzingen.

Der Wunsch nach einer Entlastung der innerörtlichen L 1134 wird in Lienzingen

häufig geäußert. Nach Auskunft der Verkehrsbehörde der Stadt Mühlacker

können die Belastungszahlen eine neue Umgehungstrasse jedoch

nicht rechtfertigen. Möglich wäre eine langfristige Entlastung, wenn die von

Maulbronn und Sternenfels geforderte Entlastung kommen würde. Die Darstellung

einer Entlastungstrasse erfolgt nicht.

Planungen wichtiger innerörtlicher nicht klassifizierter Straßen

Darstellungen aus FNP 1985:

� Die Darstellung des Fischeräckerweges als örtliche Verbindungsstraße

entfällt.

Der im Flächennutzungsplan 1985 geplante Ausbau des Fischeräckerweges

sollte zu einer Entlastung der Mühlackerstraße beitragen. Sein

Ausbau würde eine nicht gewünschte verkehrliche Belastung für das angrenzende

Wohngebiet zur Folge haben, er wird aus diesem Grund nicht

in die Darstellungen des neuen FNP aufgenommen.

� Die Darstellung der Verlängerung des Kreuzweges als örtliche Verbindungsstraße

entfällt.

Um im Zusammenhang mit einer möglichen Bebauung der Wolfäcker eine

langfristige Freihaltung einer Trasse für den verlängerten Kreuzweg zu

gewährleisten erfolgte im FNP 1985 seine Darstellung. Da im neuen FNP in

diesem Bereich lediglich kleinere Abrundungen vorgesehen sind, wird für

seine Realisierung innerhalb des zeitlichen Rahmens des Flächennutzungsplanes

keine Notwendigkeit gesehen.

� Ausbau und Verlegung der Fuchsensteige entsprechend der Vorgabe

der STEP erfolgt nicht.

Im Rahmen des geplanten „Stadtteilringes“ der Stadtentwicklungsplanung

sollte die Fuchsensteige in Verlängerung der Osttangente ausgebaut

und verlegt werden. Die Überprüfung des Planungsansatzes aus

verkehrskonzeptioneller Sicht zeigt deutlich, dass durch diese Planung

nicht die gewünschte Entlastung der innerstädtischen Verkehrsströme erfolgen

kann. Aus diesem Grund wird von einer Verlegung abgesehen.

Die Fuchsensteige wird in ihrer Funktion als örtliche Verbindungsstraße erhalten.

Ein Ausbau im Sinne einer Ertüchtigung ist in diesem Zusammenhang

vorgesehen.

� Erschließungsalternative der Baugebiete Vordere Stuben und Erweiterung

Lämmerzunge

Eine Alternative zur Erschließung der Bauflächen Vordere Stuben und Erweiterung

Lämmerzunge über die Steinwerkstraße bildete die Verlängerung

der Schreineräckerstraße, die in einem Bogen zur Steinwerkstraße

verlaufen sollte. Aufgrund des dringenden Handlungsbedarfs wurde die

Steinwerkstraße realisiert. Die Darstellung einer weiteren Erschließungstrasse

im Flächennutzungsplan erfolgt nicht.

Die Thematik einer künftigen Entlastung insbesondere der Innenstadt nimmt bereits

seit einigen Jahren einen breiten Raum in der Diskussion in der Öffentlichkeit

und den Gremien ein. Im Generalverkehrsplan des Landes Baden-

Württemberg von 1995 und in seiner Fortschreibung vom Juli 2003 wird in seinem

Bedarfsplan, im weiteren Bedarf mit erhöhtem ökologischen Risiko, eine neue

Stand: November 2006 118

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

B10 in Mühlacker als Nordumfahrung vorgesehen. Nach seinem Vorschlag

zweigt die Trasse von der B 10 zwischen Kernstadt und Enzberg ab und verläuft

weiter bis zur B 35 bei Lienzingen. 41 Im Flächennutzungsplan 1985 wurde der

Trassenverlauf aufgrund der Ötisheimer Ablehnung eines Verlaufs über ihre

Gemarkung in einer reduzierten Form dargestellt, die als stadtnahe Trasse zwischen

der Kernstadt und dem Ötisheimer Ortsteil Erlenbach verläuft.

Die STEP 2020 berücksichtigt die Trasse einer geplanten Nordumgehung, die bereits

im Bundesverkehrsplan als Maßnahme mit erhöhtem ökologischem Risiko

dargestellt wird. Sie empfiehlt auch eine Untersuchung der Südumgehung als so

genanntem Stadtteilring. Größere neue Bauflächen sowohl für die Wohnnutzung

als auch für das Gewerbe wurden zur Stärkung der Kernstadt entlang der

B 10 ausgewiesen. Bei der aktualisierten Verkehrsprognose bis zum Jahr 2020

vom Büro Kölz wurden die in der STEP 2020 geplanten Bauflächen bereits berücksichtigt.

Die Möglichkeit der Darstellung neuer Wohnbau- und Gewerbeflächen im Zusammenhang

mit der zum Zeitpunkt der Erarbeitung der STEP bereits bekannten

Nordumfahrung sowie eines angedachten Südringes wurde im Rahmen der

STEP nicht untersucht. Es wurde vielmehr davon ausgegangen, dass für den

Planungszeitraum bis 2020 die heutige B 10 in ihrem Verlauf verbleibt, neue

Wohn- und Gewerbebauflächen wurden ihr zugeordnet.

Natürlich ist im Geltungszeitraum des neuen FNP mit einer Zunahme des motorisierten

Individualverkehrs zu rechnen, Lösungen zur Entlastung vom Durchgangsverkehr

sowie vom Ziel-, Quell- und Binnenverkehr sind daher notwendig.

In diesem Zusammenhang gewinnt eine optimale Lenkung des motorisierten

Individualverkehrs und eine Minderung von Beeinträchtigungen durch den Verkehr

ihre Bedeutung.

Die aktualisierte Prognose bis zum Jahr 2020 geht für die innerstädtische B 10

von einer Verkehrsmenge von ca. 20 000 DTV aus, die Bundesstraße 10 ist in der

Lage ist diese Verkehrsmenge aufzunehmen.

Für die Gewährleistung einer langfristigen Entlastung der innerstädtischen B 10

vom Durchgangsverkehr wurden insgesamt drei Varianten vom Planungsbüro

Kölz untersucht. Die abgeschlossenen Untersuchungen wurden in der Sitzung

am 01.03.2005 vorgestellt. Eine Entscheidung für eine bestimmte Trasse wurde

nicht getroffen. Aus diesem Grund erfolgt im Flächennutzungsplan eine planerische

Verortung einer zukünftigen Trasse nicht.

Der Planungshorizont des FNP 2020 reicht für das derzeitige und zu erwartende

Verkehrsaufkommen aus, die Realisierung einer Entlastung wird sich nicht innerhalb

seines Planungshorizontes abspielen. Mit der Aufnahme der Nordtangente

wurde in der Vergangenheit der Wille für eine zukünftige Entlastung planerisch

festgeschrieben.

Die verstärkte Diskussion um Haushaltskosten, Landschaftsverbrauch, Beeinträchtigungen

von Natur und Landschaft rücken, für den Planungszeitraum des

neuen Flächennutzungsplanes, den Verzicht einer Darstellung in den Vordergrund.

Aus diesem Grund und im Hinblick auf eine langwierige Realisierung einer

der genannten neuen Entlastungstrassen und der somit auf einen langen

Zeitraum hinzunehmenden Belastungen durch den Verkehr kommt zu ergreifenden

passiven Schallschutzmaßnahmen eine Bedeutung zu. Für den Planungshorizont

des neuen FNP wird deshalb eine Entlastungstrasse nicht plane-

41 Verkehrsministerium Baden-Württemberg: Generalverkehrsplan Baden-Württemberg

1995 und Fortschreibung 2003, Stuttgart 2003.

Stand: November 2006 119

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

risch verortet, wohl aber die Notwendigkeit einer Entlastung und hierfür notwendiger

Maßnahmen erkannt.

Nach Aussage des Verkehrsentwicklungsplans entsteht die hohe verkehrliche

Belastung überwiegend durch den so genannten „hausgemachten“ Verkehr

(Ziel-, Quell- und Binnenverkehr), der durch die Planung einer Umgehungsstraße

nicht reduziert werden kann.

Die veröffentlichten Werte der Rußbelastung (Schmutzpartikel) an gemessenen

Standorten in Mühlacker, Bereich der Bahnhofstraße zeigen, dass die innerstädtische

Entlastung vom LKW-Verkehr erste Priorität bekommen sollte.

Im Luftreinhalte- / Aktionsplan für den Regierungsbezirk Karlsruhe Teilplan Mühlacker

wurde aus diesem Grund ab dem Jahr 2007 eine Lkw-Verbot auf der innerstädtischen

B 10 (Stuttgarter Straße bis Hindenburgstraße) ausgesprochen.

Ötisheim

Weitere Straßenplanungen sind nicht vorgesehen

Ötisheim und seine Ortsteile sind verkehrsmäßig optimal angebunden. Der überregionale

Straßenverkehr kann über die Bundesstraßen 10 und 35 ohne Beeinträchtigungen

an Ötisheim vorbeifahren. Gut ausgebaute Verbindungsstraßen

garantieren eine optimale Anbindung der ansässigen Wirtschaft.

Auf der Grundlage der Verkehrsuntersuchung des Planungsbüros von Professor

Kölz aus dem Jahr 1996 wurden alle empfohlenen Maßnahmen inzwischen realisiert.

Mit der Fertigstellung der Ortsumgehung im Süden, der westlichen und

östlichen Erschließungstangenten können neue Gebiete erschlossen und bestehende

entlastet werden. Weitere Planungen sind nicht vorgesehen.

4.6.3 Öffentlicher Personen- und Schienenpersonennahverkehr

Mühlacker

Mühlacker kann von einer günstigen Lage am Eisenbahnkreuz profitieren. Es ist

an die Strecken Stuttgart-Karlsruhe sowie Stuttgart-Heidelberg angebunden. Die

Stadtbahn mit Haltepunkten in Enzberg, im Rößlesweg und am Hauptbahnhof

ergänzt das attraktive Angebot. Ein geplanter Stadtbahnhaltepunkt im Stöckach(Stadtmitte)

soll das Angebot vervollständigen.

Im 15-minütigem Takt erreicht man Karlsruhe, mit dem IRE sogar in ca. 37 Minuten.

Nach Stuttgart fährt man im 30 – Minuten - Takt mit IC und RE und mit Letzterem

sogar in 23 Minuten. Zur Steigerung der Attraktivität des ÖSPNV (öffentlicher

Schienen Personen Nahverkehr) stehen an den Haltestellen P+R Plätze zur

Verfügung sowie Fahrradboxen am Hauptbahnhof und Rößlesweg. Mit dem

Busbahnhof wurde eine Verknüpfung von Bus- und Bahnverkehr erreicht. Der Eisenbahntakt

kann durchaus als ausreichend bezeichnet werden. Verbesserungswürdig

erscheint jedoch eine Kooperation mit den Nachbarverkehrsverbünden

Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) und Verkehrsverbund

Stuttgart (VVS).

Als wichtiges Ziel im Bereich "Öffentlicher Personen Nahverkehr" wird vor allem

eine Verlagerung des Individualverkehrs auf die Verkehrsmittel des so genannten

"Umweltverbundes" (Bus, Bahn, Fahrrad und Fuß) angestrebt.

Um die Akzeptanz und die Benutzungsfreundlichkeit der Bahnlinie zu erhöhen,

wurden am Bahnhof bereits Park+Ride-Anlagen für Pendler und Fahrradboxen,

die heute bereits alle genutzt werden, eingerichtet. Im Flächennutzungsplan

wird durch das Symbol "Parkplatz" auf diese auch langfristig zu erhaltende Einrichtung

hingewiesen. Im Süden besteht die Möglichkeit am Lienzinger Tor zu

parken, im Norden befindet sich ein P+R-Platz neben der Ziegelei.

Stand: November 2006 120

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Durch die Neugestaltung des Busbahnhofs, der unmittelbar neben dem Hauptbahnhof

liegt wurde das Angebot verbessert. Ergänzend hierzu wurde ein Buskonzept

ausgearbeitet und beschlossen. Mit seiner Umsetzung wurde zum Fahrplanwechsel

im Dezember 2003 begonnen. Eine optimale Anbindung aller

Stadtteile und Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete sowie eine Steigerung

der Attraktivität des ÖPNV und somit Reduzierung des MIV ist die Folge

dieser Konzeption. Aus diesem Grund wurden hier eine Vielzahl neuer Gebiete

angefahren, wie z.B. die Halde in Dürrmenz, der Hagen Nord in Lomersheim, die

Waldäcker, Senderhang, das Kreiskrankenhaus, das über die Lindachstrasse

angefahren wird und in Enzberg erfolgt die Anbindung über die Dorfwiesenstraße,

womit eine fußläufige Anbindung an den Einkaufsmarkt Schrammel gewährleistet

wird.

Zur Stärkung des ÖPNV soll der Ausbau und Neubau von Wohn- und Gewerbegebieten

nur an leistungsfähigen Linien des öffentlichen Personennahverkehrs

erfolgen. Hierdurch kann eine Verkehrsbelastung der angrenzenden Gebiete

vermieden werden. Bei der Beurteilung potentieller Wohngebiete ist deshalb

eine gute Anbindung an den ÖPNV als Entscheidungskriterium bereits eingeflossen.

Bei der Realisierung der Planung wird die ÖPNV-Anbindung bereits vor der

Fertigstellung der Gebiete sichergestellt. Hierdurch wird dem Interessenten gezeigt,

dass eine gute Anbindung und Erreichbarkeit gegeben ist.

Aufgrund der durch die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans bedingten

Erweiterung von Bauflächen ist auch eine notwendige Erweiterung des Buskonzeptes

zu untersuchen und zu gewährleisten (siehe Plan 15.4 Einzugsbereiche –

ÖPNV und Schienenpersonennahverkehr). Ist ein Baugebiet z.B. vor der Anbindung

an den ÖPNV besiedelt, sind Umsteige-Effekte vom Pkw auf den ÖPNV nur

noch schwierig zu erzielen. Andererseits aber können verkehrliche Beeinträchtigungen,

die auf der starken Bautätigkeit im Gebiet beruhen, zu einem Umsteigen

auf den ÖPNV führen.

Die Notwendigkeit der Schaffung einer umweltfreundlicheren Mobilität in Mühlacker

erkennend wurden bereits einige Konzeptionen in Auftrag gegeben und

teilweise auch mit deren Umsetzung begonnen.

So wurde z. B. im Dezember 2001 ein Grobkonzept für Umweltfreundliche Mobilität

in Mühlacker erarbeitet. Ziel dieses Konzeptes ist die Verkehrsvermeidung

durch eine reduzierte Pkw-Nutzung, vermehrte Umsteige-Effekte in Richtung

Umweltverbund sowie eine nachhaltige Reduzierung der Umweltbelastungen

durch den Verkehr.

Es wurde außerdem ein Verkehrsleitsystem erarbeitet, das aus den Einzelsystemen

amtliche Wegweisung, Parkleitsystem, Fußgängerwegweisung und Radfahrerwegweisung

besteht. Ziel dieses Systems ist es alle Verkehrsteilnehmer optimal

zu ihrem Ziel zu führen sowie eine gute Ablesbarkeit von z.B. Rad- und Fußwegen

zu gewährleisten und somit zur besseren Orientierung beizutragen.

Der Schienenpersonennahverkehr wird durch die geplante Anlage eines weiteren

Haltepunktes in der Nähe Stöckach/Schulzentrum gestärkt. Die Haltestelle

Stöckach (Schulzentrum) ist gerade im Hinblick auf das zu erwartende große

Einwohnerpotential im Wohngebiet Stöckach von Bedeutung für dessen weitere

Entwicklung. Die Attraktivität und Vermarktung des Baugebietes wird durch

einen S-Bahnhaltepunkt eine deutliche Aufwertung erfahren.

Die Möglichkeit der Nutzung aller Verkehrsarten ist eine wesentliche Voraussetzung

für die Minderung von Beeinträchtigung durch den motorisierten Individualverkehr.

Stand: November 2006 121

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Ötisheim

Lücken im bestehenden Busnetz (z.B. im Bereich der geplanten Wohnbaufläche)

werden ergänzt, die planerische Absichtserklärung für einen zusätzlichen

Stadtbahnhaltepunkt zwischen Erlenbach und Schönenberg wird in den neuen

FNP durch die Darstellung eines geplanten Stadtbahnhaltepunkts aufgenommen.

Ötisheim ist gut an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden.

Seit 1999 ist Ötisheim Haltestation der neu eingerichteten Stadtbahnlinie zwischen

Bretten und Mühlacker. Von hier aus kann man stündlich in die benachbarten

Mittelzentren gelangen.

Eine weitere gewünschte Planung der Gemeinde besteht in einem Haltepunkt

zwischen Schönenberg und Erlenbach. Für diesen zusätzlichen Stadtbahnhaltepunkt

zwischen Erlenbach und Schönenberg zeichnet sich derzeit noch kein

ausreichender Bedarf ab, seine Darstellung wird dennoch in den neuen FNP

aufgenommen. Gerade im Hinblick auf die demographische Entwicklung und

die Versorgung der Ortseile kommt einem Haltepunkt eine Bedeutung zu. Auch

wenn er nicht im zeitlichen Rahmen des neuen FNP verwirklicht werden sollte,

so ist die planerische Absichtserklärung für diesen Haltepunkt festgeschrieben.

Kleinere Lücken hinsichtlich der Busanbindung gibt es in den Bereichen Auheckenstraße

und in dem geplanten Wohngebiet Hofäcker. In diesen Bereichen

wird die Busanbindung entsprechend erweitert (Siehe hierzu Plan 15.4 ÖPNV).

4.6.4 Rad- und Fußgängerverkehr

Entsprechend den Zielsetzungen des Verkehrsentwicklungsplans, nämlich u. a.

die gleichrangige Behandlung aller Verkehrsarten wird der Ausbau eines lückenlosen

Rad- und Fußwegenetzes angestrebt.

Mühlacker

Da sich ein großer Anteil des Verkehrs im Nahbereich abspielt, kommt der Verbesserung

des Rad- und Fußwegenetzes eine besondere Bedeutung zu. Neubau,

Ausbau, Markierung und Beschilderung der Rad und Fußwegeverbindung

dienen der Stärkung des Rad und Fußgängerverkehrs und tragen zur Reduzierung

des MIV bei.

Bereits im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans der Stadt Mühlacker wurde

eine Rad- und Fußwegekonzeption erarbeitet. Diese wurde überarbeitet, hierbei

wurden Verbesserungsvorschläge anhand eines Maßnahmenkataloges

eingearbeitet(siehe hierzu Plan 15.5 Fuß- und Radwegenetz). Es werden innerstädtische

und überörtliche Führungen dargestellt und bestehende Mängel beseitigt.

Auf eine gute Gestaltung und Ablesbarkeit der Wege wurde geachtet.

Für Radfahrer sind zwei Nord-Süd-Verbindungen sehr wichtig. 42 Im Maßnahmenkatalog

des Rad- und Fußwegekonzepts des Verkehrsentwicklungsplanes

wird deshalb der Ausbau von durchgehenden Rad- und Fußwegen in Nord-

Süd-Richtung, entlang der Fuchsensteige, Osttangente – Lienzinger Straße sowie

in Dürrmenz in Fortsetzung der Herrenwaagstraße/Schafstall in Richtung

Wullesee, gefordert.

Besonders aufgrund des geringen Querschnitts der Fuchsensteige besteht ein

Handlungsbedarf.

42 Planungsbüro Kölz: Verkehrsentwicklungsplan (VEP) der Stadt Mühlacker, Teil I-III sowie Teil

Zusammenfassung und Empfehlungen, Stuttgart, März 1994 – Nov. 1995.

Stand: November 2006 122

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Dem Mangel an Erlebbarkeit und Orientierung innerhalb der Rad- und Fußwege

wurde ein Beschilderungskonzept entgegengesetzt, dieses soll zügig umgesetzt

werden. Die vom Landratsamt geplante flächendeckende Beschilderung wird

entsprechend den vorhandenen Mitteln schrittweise umgesetzt.

Ötisheim

Planungen im Bereich des Rad- und Fußgängersystems sind nicht erforderlich

Das Rad- und Fußwegenetz ist in Ötisheim ebenfalls gut ausgebaut. Es besteht

eine gute Ost-West-Verbindung entlang der L 1132 von Mühlacker nach Corres

sowie eine Nord-Süd-Verbindung von Enzberg nach Maulbronn.

4.6.5 Ruhender Verkehr

Mühlacker

Bestand

Im Jahr 1994 wurde im Rahmen des VEP eine Parkraumanalyse durchgeführt.

Diese ergab, dass in der Innenstadt ein gutes Angebot an öffentlichen Stellplätzen

vorhanden ist. Insgesamt wurden damals ca. 2.150 Stellplätze ermittelt. Diese

wurden im Tagesdurchschnitt lediglich zu 30% genutzt. 43

Planung

Im Rahmen des Verkehrsleitsystems wurde ein Parkleitsystem erarbeitet, das

derzeit in Umsetzung ist. Es wird hierdurch ein ganzheitliches Parkkonzept, das

den Bedürfnissen der Parkplatzsuchenden und Fußgänger gerecht wird gewährleistet.

Das Parkleitsystem teilt die Innenstadt in drei Parkzonen ein, von denen aus der

Autofahrer zu den einzelnen Parkmöglichkeiten gelenkt wird. 44

Ötisheim

Ein Parkleitsystem ist aufgrund der geringen Gemeindegröße in Ötisheim nicht

vorgesehen.

In Ötisheim ist ein gutes Angebot an öffentlichen Stellplätzen vorhanden.

4.6.6 Flächen für den Luftverkehr – Segelfluggelände

Südlich der Enz, zwischen Enzberg und Dürrmenz liegt das Segelfluggelände des

Flugsportclubs Mühlacker mit einer Flugzeughalle. Die Flugbahn ist ca. 1000 Meter

lang. Ein Ausbau / Erweiterung ist nicht vorgesehen.

4.7 Schutz gegen schädliche Umwelteinwirkungen

Im Entwurf des FNP 2020 sind Flächen für Nutzungsbeschränkungen und für Vorkehrungen

zum Schutz gegen schädliche Umwelteinwirkungen im Sinne des

Bundesimmissionsschutzgesetzes gemäß § 5 Abs. 2 Nr. 6 BauGB dargestellt, die

in der verbindlichen Bauleitplanung umgesetzt werden müssen.

43 Planungsbüro Kölz: Verkehrsentwicklungsplan (VEP) der Stadt Mühlacker, Teil I-III sowie Teil

Zusammenfassung und Empfehlungen, Stuttgart, März 1994 – Nov. 1995.

44 IVT, Ingenieurbüro für Verkehrstechnik: Verkehrsleitsystem der Stadt Mühlacker, Karlsruhe

2001.

Stand: November 2006 123

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

5. TECHNISCHE INFRASTRUKTUR

Die Darstellung der Ver- und Entsorgungsanlagen wurde auf die wichtigsten

Strukturen und Flächen beschränkt. Diese sind die Hauptleitungen der Strom-,

Gas- und Wasserversorgung sowie die Flächen für Umspannwerke, Kläranlagen

und Regenrückhaltebecken. Standorte, die aufgrund ihrer Größe eine Lesbarkeit

der Planzeichnung bei detaillierter Darstellung nicht ermöglichen würden,

wurden generalisiert durch ein Lagesymbol verortet.

Die Darstellung einer geplanten Fläche für Ver- und Entsorgungsanlagen erfolgt

in Lomersheim. Es handelt sich hierbei um eine Fläche für die Abwasserentsorgung

sowie um eine Fläche für eine Biogasanlage. Bei dem Standort für eine

Biogasanlage werden insgesamt drei Planungsalternativen dargestellt.

5.1 Energieversorgung

Die Gas-, Wasser- und Stromversorgung der Stadt Mühlacker obliegt den Stadtwerken

Mühlacker.

5.1.1 Stromversorgung

Die Stadtwerke Mühlacker GmbH betreibt in der Kernstadt mit Dürrmenz und im

Stadtteil Lomersheim die Elektrizitätsversorgung. Die Verteilung des Stroms erfolgt

größtenteils über Erdkabel. Über Freileitungen werden nur noch drei Prozent

der 8.500 Kunden versorgt.

Die elektrische Energie wird zukünftig zu 95 % über die Südwestdeutsche Stromhandelsgesellschaft

(einem Zusammenschluss von 37 kommunalen Stromversorgern)

von der Aars-Tessin AG in der Schweiz in einer Spannung von 110 kV

bezogen. Ein kleiner Teil stammt aus eigener Produktion in Flusskraft- bzw. Blockheizkraftwerken.

Die Einspeisung erfolgt im Umspannwerk auf dem Werksgelände

in der Danziger Straße.

Zur Stromverteilung werden 70 Trafostationen sowie 180 km Leitungsnetz benötigt.

Insgesamt befinden sich 8.900 Zähler am Netz.

Im FNP werden die bestehenden Elektrizitätstrassen des Hochspannungsnetzes

ab einer Stromspannung von 110 kV dargestellt. Den Leitungen sind Schutzabstände

zuzuordnen, die bei der Nutzung der Flächen zu beachten sind. Soweit

im Bereich der Trassen Umspannwerke liegen, sind diese im FNP als Flächen für

Versorgungsanlagen nach § 5 (2) Nr. 4 BauGB dargestellt.

5.1.2 Gasversorgung

Die Stadtwerke Mühlacker GmbH versorgt die Kernstadt mit Dürrmenz, die

Stadtteile Lomersheim, Enzberg und Lienzingen sowie die Gemeinde Illingen mit

Erdgas. Das Gas wird durch eine Ferngasleitung mit einem Druck von ca. 5 bar

bezogen. Mühlacker verfügt über ein rund 120 km langes Versorgungsnetz in

dem das Erdgas in unterschiedlichen Druckstufen verteilt wird. Mittlerweile ist

die Kundenzahl auf über 4.200 angewachsen. Ferner dient das Erdgas auch als

Primärenergie für die zwei großen Blockheizkraftwerke (BHKW) im Hallenbad

und im Mühlehof sowie für Mini – BHKW in der Danziger Straße und in der Röntgenstraße.

Planung - Lomersheim

Die Stadtwerke Mühlacker planen die Errichtung einer Biogasanlage mit ca.

2,48 ha. Untersucht wurden hierfür mehrere Standorte. Der Standort Ziegelhäule,

südlich von Lienzingen wird von den Stadtwerken bevorzugt. Die drei folgenden

untersuchten Standorte gehen als Alternative in die Darstellung des neuen Flächennutzungsplanes

ein:

Stand: November 2006 124

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Standortalternative: Ziegelhäule

Kriterien für die Beurteilung

Allgemeine Beschreibung

Gemarkung Mühlacker (Lienzingen)

Größe 2,00 -2,5 ha

Vorhandene bestehende

Nutzung

Lage und Landschaftsausstattung

Topographie,

Geländeneigung

Übergeordnete Planung

Lagerfläche der Ziegelwerke

Die Fläche liegt westlich der Landstraße L 1134, nördlich

an den Trinkwald angrenzend.

Überwiegend ebenes Gelände mit teilweise ca. 2 %

Neigung.

Regionalplan 2015 Das Gebiet liegt entsprechend den Aussagen des Teilregionalplan

Rohstoffsicherung innerhalb einer Vorrangfläche

für den Tonabbau.

Naturschutzgebiete und Biotope

nach §24a NatSchG B-

W

Eine Naturschutzgebietsausweisung liegt nicht vor. Geschützte

Biotope befinden sich entlang der L 1134 sowie

nördlich und westlich des Gebietes.

Stadtentwicklungsplan 2020 Der Bereich ist im Stadtentwicklungsplan als landwirtschaftliche

Fläche gekennzeichnet.

Anbindung an Infrastruktureinrichtungen

Landwirte im direkten Umfeld Im direkten Umfeld des Grundstücks befinden sich keine

landwirtschaftlichen Betriebe / Hofstellen.

Kläranlage in der Nachbarschaft

Der Kläranlagenstandort befindet sich nicht in unmittelbarer

Nähe.

Verkehrliche Anbindung Die Biogasanlage ist an diesem Standort für die Landwirte

direkt über die Feldwege erreichbar. Eine teure Erschließung

des Gebietes kann somit entfallen. Die Nähe

zur L 1134 macht die Biogasanlage auch für die Landwirte

aus den anderen Stadtteilen Mühlackers attraktiv.

Außerdem ist die geplante Biogasanlage direkt gut über

die B 35 erreichbar.

Anbindung an die Gasversorgung

Konflikte mit angrenzender

Nutzung

Die Biogasanlage benötigt einen Einspeisungspunkt in

die Gasversorgung. Die Gasleitung verläuft ca. 1 m neben

der Landstraße L 1134. Eine Einspeisung des Biogases

in die Gasversorgung wäre hier gut möglich.

In der direkten Nachbarschaft zu dem Grundstück befindet

sich ein geplantes Gartenhausgebiet. Mögliche

Konflikte können sich hier aus dem Bedürfnis nach Erholung

und Ruhe und dem Anlieferverkehr inklusive Geruchsbelästigung

der Landwirte ergeben.

Durch den im Süden angrenzenden Trinkwald besteht

bereits eine gut Abschirmung. Entlang der Landstraße L

Stand: November 2006 125

F:\FNP\Erläuterungsbericht\Begründung\Begründung-frühzeitig-Oktober-06.doc


Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit

1134 soll eine Abschirmung durch die Errichtung eines

Walles erfolgen.

Für die geplante Fläche werden insgesamt 25

Grundstücke benötigt. Davon sind keine im Besitz der

Stadt Mühlacker. Eigentümer sind die Baustoffwerke

Mühlacker, die auch bereit sind ihre Fläche zu veräußern.

Stand: November 2006 126

F:\FNP\Erläuterungsbericht\Begründung\Begründung-frühzeitig-Oktober-06.doc


Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Standortalternative: Lomersheim Ost

Kriterien für die Beurteilung

Allgemeine Beschreibung

Gemarkung Mühlacker (Lomersheim)

Größe 2,48 ha

Vorhandene bestehende

Nutzung

Lage und Landschaftsausstattung

Topographie,

Geländeneigung

Übergeordnete Planung

Landwirtschaftliche Fläche

Die Fläche liegt am nordöstlichen Ende von Lomersheim.

Sie grenzt direkt an ein Gewerbegebiet, und ist

auf der anderen Seite von landwirtschaftlichen Flächen

umgeben.

Ca. 6-7 % Steigung (vom südlichen Rand des Gebietes

zum nördlichen Rand)

Regionalplan 2015 Das Gebiet liegt im regionalen Grünzug.

(Vorhaben ist zulässig:

Regionalplan 2015 Nordschwarzwald, S. 43; 3.2.1 Z(5) )

Naturschutzgebiete und Biotope

nach §24a NatSchG B-

W

Keine Naturschutzgebietsausweisung und keine nach

§24a NatSchG B-W geschützten Biotope.

Stadtentwicklungsplan 2020 Der Bereich ist im Stadtentwicklungsplan als landwirtschaftliche

Fläche gekennzeichnet.

Anbindung an Infrastruktureinrichtungen

Landwirte im direkten Umfeld Im direkten Umfeld des Grundstücks befinden sich ca.

15 landwirtschaftliche Betriebe / Hofstellen.

Kläranlage in der Nachbarschaft

In der direkten Nachbarschaft zu der geplanten Biogasanlage

befindet sich eine Kläranlage.

Verkehrliche Anbindung Die Biogasanlage ist an diesem Standort für die Landwirte

direkt über die Feldwege erreichbar. Eine teure Erschließung

des Gebietes kann somit entfallen. Die Nähe

zur B10 macht die Biogasanlage auch für die Bauern

aus den anderen Stadtteilen Mühlackers attraktiv. Außerdem

ist die geplante Biogasanlage direkt an die

Kreisstraße 4505 angebunden.

Anbindung an die Gasversorgung

Die Biogasanlage benötigt einen Einspeisungspunkt in

die Gasversorgung. Auf dem Nachbargrundstück in

Lomersheim befindet sich die Umschlagstation der Gasversorgung.

Hier ist die direkte Einspeisung des Biogases

in die Gasversorgung möglich. Teure Kosten zum Anschluss

können somit entfallen.

Stand: November 2006 127

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Konflikte mit angrenzender

Nutzung

Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit

In der direkten Nachbarschaft zu dem Grundstück befinden

sich eine Kläranlage und die Umschlagstation

der Gasversorgung. Daran schließt sich ein Gewerbegebiet

an, indem eine Baufirma ansässig ist. Für deren

Mitarbeiter gibt es in diesem Gebiet ein Wohnheim.

Auf der anderen Seite sind landwirtschaftliche Flächen.

Für die geplante Fläche werden insgesamt 16

Grundstücke benötigt. Davon sind 3 Grundstücke im Besitz

der Stadt Mühlacker, und 13 in Privatbesitz. Die städtischen

Flächen umfassen 30% der Gesamtfläche des

benötigten Gebietes.

Stand: November 2006 128

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Standortalternative: Brandplatz

Kriterien für die Beurteilung

Allgemeine Beschreibung

Gemarkung Mühlacker

Größe 2,48 ha

Vorhandene bestehende Nutzung

Lage und Landschaftsausstattung

Topographie,

Geländeneigung

Übergeordnete Planung

Forstwirtschaftliche Fläche

Die Fläche liegt im Wald. Sie liegt nördlich des Gewerbegebietes

Waldäcker. Im Norden verläuft die

Trasse der Bundesbahn.

Schräglage durch ca. 7% Steigung, ungenügende

Standfestigkeit, feuchte Lage.

Regionalplan 2015 Das Gebiet liegt innerhalb einer Grünzäsur.

Naturschutzgebiete und Biotope

nach §30 NatSchG B-W

Es handelt sich um einen rechtskräftig festgesetzten

Erholungswald.

Stadtentwicklungsplan 2020 Der Bereich ist im Stadtentwicklungsplan als forstwirtschaftliche

Fläche gekennzeichnet.

Anbindung an Infrastruktureinrichtungen

Landwirte im direkten Umfeld Im direkten Umfeld des Grundstücks befinden sich

keine landwirtschaftlichen Betriebe / Hofstellen.

Kläranlage in der Nachbarschaft

In der direkten Nachbarschaft zu der geplanten Biogasanlage

befindet sich keine Kläranlage.

Verkehrliche Anbindung Die Biogasanlage ist über einen neu auszubauenden

Feldweg erreichbar. Um eine zweispurige Zufahrt zu

gewährleisten entsteht die Notwendigkeit eines Flächenzukaufs.

Die Nähe zur B10 macht die Biogasanlage auch für

die Landwirte aus den Stadtteilen Mühlackers attraktiv.

Anbindung an die Gasversorgung

Konflikte mit angrenzender Nutzung

Wirtschaftlichkeit / Realisierbarkeit

Einspeisungspunkt in die Gasversorgung liegt in angemessener

Entfernung.

Sind nicht zu erwarten.

Die Fläche liegt im Eigentum der Stadt Mühlacker.

Stand: November 2006 129

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Die landschaftsplanerische Bewertung der Flächen muss noch folgen. Sie wird

in der Abwägung berücksichtigt.

5.1.3 Fernwärme

Seit 1980 betreibt die Stadtwerke GmbH im Hallenbad und seit 1984 im Mühlehof

Blockheizkraftwerke mit denen in Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme

erzeugt werden. Mit Wärme wird im Stadtzentrum von Mühlacker zum Beispiel

das Rathaus, das Finanzamt und die Sparkasse versorgt. Der erzeugte Strom

wird in das Ortsnetz eingespeist.

Tabelle 46: Technische Daten Stand 1999

Motor 1 Achtzylinder

Reihenmotor

Waukesha

Hallenbad (seit 1980) Mühlehof (seit 1984)

1 Achtzylinder

Reihenmotor

Waukesha

Primärenergie Erdgas Erdgas

Thermische Leistung 360 kW 360 kW

Elektrische Leistung 190 kW 200 kW

Der Wärmeservice ist eine neue Dienstleistung der Stadtwerke Mühlacker

GmbH, die seit 1997 angeboten wird.

Für Gebäude oder Reihenhauszeilen ab 8 Wohneinheiten (mindestens 50 kW

Anschlussleistung) übernimmt die SWM Einrichtung und Betrieb der erforderlichen

Heizzentrale.

Stand: November 2006 130

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Neben einem hohen Wirkungsgrad der Anlage stellt eine solche Kombination

auch einen echten Beitrag zum Klimaschutz in Mühlacker dar.

Die erste Anlage ist in der Röntgenstraße in Mühlacker bereits in Betrieb.

5.2 Flächen für die Wasserversorgung

Die Wasserversorgung in der Verwaltungsgemeinschaft ist durch den Fremdbezug

grundsätzlich gesichert.

Die Stadtwerke Mühlacker GmbH versorgt die Kernstadt sowie alle Teilorte mit

Trinkwasser. Das Wasser wird aus dem größten Trinkwasserspeicher Europas,

dem Bodensee bezogen. Insgesamt werden 11 Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen

von 10.780 m³ als Wasserspeicher betrieben. Es gelangt über

eine rund 140 km langes Leitungsnetz an ungefähr 6.500 Kunden.

Wasserschutzgebiete (WSG) der Zonen I und II stehen für die Siedlungsentwicklung

nicht zur Verfügung. In ihnen hat die Wassergewinnung Vorrang. In der Zone

III ist eine Besiedlung grundsätzlich möglich.

Folgende geplante Bauflächen liegen innerhalb der Wasserschutzzone III:

Mühlacker:

Wohnbaufläche „Aischbühl“

Gewerbebaufläche „An der Ziegelei“

Großglattbach:

Wohnbaufläche „Pforzheimer Weg“

Erweiterung „Am Hötzenbaum“

Dürrmenz:

Wohnbauflächen „Am Sommerberg“ und „Sperberweg“

Mühlausen:

Wohnbauflächen „Bauerngewand“ und „Hinter den Zäunen“

Ötisheim:

Wohnbaufläche nördlich der L 1132.

Gewerbebauflächen „Schlatt-Waldäcker“

Gewerbebaufläche „Enzberger Straße“

In diesen Bereichen ist im Rahmen der verbindlichen Bauleitplanung mit Einschränkungen

zu rechnen.

5.3 Flächen für die Abwasserentsorgung

Abwasser ist durch den Gebrauch in seinen Eigenschaften verändertes Frischwasser.

Hierzu zählt auch Regenwasser, das von Dächern und befestigten Verkehrsflächen

über die Kanalisation den Klärwerken zugeführt wird. Man unterscheidet

zwischen “häuslichem Abwasser” und “gewerblichem Abwasser”, das

bei der Rohstoffverarbeitung anfällt. Stark verunreinigtes gewerbliches Abwasser

wird in der Regel über Betriebskläranlagen vorgereinigt bevor es in die öffentliche

Kanalisation eingeleitet wird.

Nach dem Wasserhaushaltsgesetz ist die Stadt zur ordnungsgemäßen Abwasserbeseitigung

verpflichtet. Die Kanalisationspläne in der jeweils geltenden und

genehmigten Fassung sind das Planungsinstrument mit dem die Funktion des

Entwässerungsnetzes nachgewiesen und entwickelt wird.

Den Kanalplänen zugrunde gelegte Versiegelungsgrade sollten nicht überschritten

werden.

Verbrauch

Der Verbrauch von Frischwasser liegt je Einwohner und Tag zwischen 115 bis 140

l. Der Frischwasserverbrauch der an die Klärwerke angeschlossenen Einwohner

Stand: November 2006 131

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

liegt bei ca. 2 Mio. m³ jährlich, einschließlich Fremdwasserzuläufen (d.h. unkontrolliert

in die Kanalisation zulaufendes Grundwasser) werden allerdings pro

Jahr in Mühlacker samt Stadtteilen ca. 4,2 Mio. m³ Abwasser (ohne zusätzliche

Zuläufe bei Regenwetter) gesammelt und den Klärwerken als Trockenwetterabfluss

zur weiteren Reinigung zugeführt. Die gesamten behandelten Zulaufmengen

(einschl. Regenwasserabflüsse) betragen, je nach Niederschlagsmenge,

ca. 7-8 Mio. m³ jährlich.

Das Kanalisationsnetz einer Gemeinde ist die Voraussetzung für die Erschließung

von Wohn- und Gewerbegebieten. Die Stadt ist verantwortlich für den Bau und

Betrieb der Sammelleitungen im öffentlichen Straßenbereich einschließlich jeweils

einer Hausanschlussleitung auf das zu erschließende Grundstück.

Mühlacker

In Mühlacker wird überwiegend im “Mischsystem” entwässert, Schmutz- und

Regenwasser fließen in einer gemeinsamen Leitung ab. Das Kanalnetz ist mit

Stauräumen und Entlastungsbauwerken versehen (siehe Regenwasserbehandlung),

welche bei starken Regenfällen den Kläranlagenzulauf auf die der Bemessung

zugrunde liegenden Wassermengen begrenzen.

In der Regel wird im Freispiegelgefälle entwässert, in den Stadtteilen Dürrmenz

und Lomersheim betreibt die Stadt allerdings große Pumpwerke, welche das

gesamte Abwasser unter der Enz in den gegenüberliegenden Hauptsammler

fördern. Zusätzlich werden ca. 10 kleinere Pumpwerke betrieben.

Das Kanalnetz der Stadt hat (ohne Hausanschlussleitungen) eine Länge von ca.

142 km mit über 3.000 Kontrollschächten. Die Kanalstrecken verteilen sich wie

folgt auf die einzelnen Stadtteile (Stand 1998):

Stadtteil Kanallängen

Mühlacker/Dürrmenz 74.237

Lomersheim 16.870

Enzberg mit Sengach 21.983

Mühlhausen 7.079

Lienzingen 12.623

Großglattbach 9.594

Gesamtstadt 142.386

Klärwerk Lomersheim

1963 bauten Mühlacker und Lomersheim eine mechanische Reinigungsanlage.

Die mechanische Stufe wurde 1978 mit einer biologischen Stufe für 50.000 Einwohnergleichwerte

(EGW) erweitert und somit zur größten Anlage im Enzkreis.

Inzwischen wurde auch die Gemeinde Ötisheim mit ihren Ortsteilen an die Anlage

angeschlossen, 1979 kam die Gemeinde Ölbronn mit dem Ortsteil Dürrn

dazu. Die gestiegenen Anforderungen für Stickstoff machen mittelfristig eine

enorm aufwendige Erweiterung des Klärwerks erforderlich. Aufgrund der relativ

guten Reinigungsleistung der Kläranlage Lomersheim soll allerdings noch in diesem

Jahr versucht werden, durch Umrüstung des Betriebs und der Vorklärung

eine verbesserte Stickstoffreduzierung zu erreichen, welche es erlaubt, die mit

hohen Investitionskosten verbundene Erweiterung zumindest zeitlich zu strecken.

Neben der Verbesserung der Umweltbedingungen kann damit auch eine deutliche

Verringerung der jährlich an das Land zu bezahlenden, schadstoffabhängigen,

Abwasserabgabe erreicht werden.

Die im alten FNP geplante Erweiterungsfläche für die Abwasserentsorgung in

Lomersheim wird noch benötigt. Sie geht in die Darstellung des neuen FNP 2020

ein.

Stand: November 2006 132

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Klärwerk Enzberg

Am 01.10.1966 wurde die Kläranlage Enzberg, damals ausgelegt für 6.500 Einwohnerwerte,

offiziell in Betrieb genommen. Nach ca. 15 Jahren Betriebszeit

war die Anlage überlastet und genügte nicht mehr den gestiegenen gesetzlichen

Anforderungen, so dass eine Erweiterung erforderlich wurde. Die Gemeinde

Kieselbronn beteiligte sich für den Ortsteil Kieselbronn-Nord mit 25 % an

dieser Aufstockung auf 10.000 Einwohnergleichwerte. Die Erweiterungsplanung

hat die zu diesem Zeitpunkt bereits vorhandenen Anlagenteile weitgehend in

das Reinigungsverfahren einbezogen, das ehemalige Belebungsbecken wurde

zu einem vor geschalteten Denitrifikationsbecken umfunktioniert. Seit Inbetriebnahme

der Erweiterung hält die Anlage die Mindestanforderungen an die Reinigungsleistung

gesichert und dauerhaft ein, so dass hier in absehbarer Zeit keine

neue Erweiterung erforderlich ist. Ein Sachschaden in Höhe von mehreren

100.000 DM entstand beim Hochwasser 1993, als die gesamte Anlage mit Betriebsgebäuden

mehr als 2 Meter hoch überflutet wurde. Zuletzt wurden auf der

Anlage Enzberg 1994/95 ein Regenüberlaufbecken mit angeschlossenem

Hochwasserpumpwerk sowie Maßnahmen zur Hochwassersicherung ausgeführt.

Der anfallende Klärschlamm wird aus wirtschaftlichen Gründen mit Saugwagen

zur Kläranlage Lomersheim transportiert und dort, mit den Schlämmen der anderen

Klärwerke, zentral weiterbehandelt.

Klärwerk Lienzingen

Die Kläranlage Lienzingen, welche die in den Ortsteilen Lienzingen und Maulbronn-Schmie

anfallenden Abwässer zu reinigen hat, wurde in den Jahren 1965-

1968 erbaut und zunächst auf 2.000 Einwohnergleichwerte ausgelegt. Bereits 15

Jahre später war die Anlage überlastet und musste demzufolge erweitert werden.

Dies geschah in den Jahren 1982/83 mit einer Aufstockung auf nunmehr

4.500 EGW. Auch hier wurden vorhandenen Altanlagen weitgehend in die erforderlichen

Neubaumaßnahmen integriert. Die Anlage arbeitet nach dem

Prinzip des Belebungsverfahrens mit gemeinsamer Schlammstabilisation und

weist, hydraulisch wie auch biologisch, noch Reserven für weitere 2.000 EGW

auf. Zwei Hauptsammler bringen das Abwasser zur Kläranlage. Der Kanal im

Mühlweg entwässert hierbei im freien Gefälle auf die Anlage, vom Sammler

südlich des Schmiebachs wird das Abwasser aus dem dort liegenden Regenüberlaufbecken

über ein Hebewerk auf das Niveau des mechanischen Teils der

Kläranlage angehoben. Über Rechen und belüfteten Rundsandfang gelangt

das verschmutzte Wasser in die beiden miteinander verbundenen Belebungsbecken,

ehe es über das mit der Erweiterung gebaute Nachklärbecken, ausreichend

gereinigt, in den Schmiebach eingeleitet wird. Der anfallende Klärschlamm

wird zur weiteren Behandlung auf die Kläranlage Lomersheim verbracht.

Ein weiterer Ausbau der Kläranlage Lienzingen ist in absehbarer Zeit

nicht erforderlich.

Klärwerk Mühlhausen

Die Kläranlage Mühlhausen wurde im Jahr 1980 als dreistufige Teichkläranlage

in Betrieb genommen und reinigt mit einer Ausbaugröße von 2.000 EGW das in

Mühlhausen anfallende Abwasser. Eines der wichtigsten Kriterien bei der Planung

und Realisierung der Anlage war die Lage im Landschaftsschutzgebiet.

Das erforderliche Hebewerk samt belüftetem Rundsandfang wurde auf der gegenüberliegenden

Enzseite, im Gelände des städtischen Bauhofs am Felsenweg,

realisiert. Dort befindet sich auch das bisher einzige Regenüberlaufbecken

Mühlhausens samt Hochwasserpumpwerk, welches, nach den verheerenden

Überflutungen des Dezemberhochwassers 1993, in den Jahren 1994/95 erweitert

und ausgebaut wurde. Als dreistufige Teichkläranlage erfüllt die Anlage Mühlhausen

derzeit sämtliche gesetzlichen Mindestanforderungen. Auch aus Mühl-

Stand: November 2006 133

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

hausen wird der gesamte anfallende Klärschlamm zur weiteren Behandlung auf

die Kläranlage Lomersheim verbracht. Der Bedarf einer Erweiterung der Kläranlage

Mühlhausen ist derzeit nicht absehbar.

Klärwerk Sengach

Bis zur Inbetriebnahme der Belebungsteichanlage Sengach im Jahre 1979 wurde

das im Ortsgebiet anfallende Abwasser, nach einer Vorklärung in auf den

jeweiligen Grundstücken betriebenen Kleinkläranlagen, in einem offenen Graben

Richtung Enz abgeleitet. Eine Regenwasserbehandlung für die im Mischsystem

betriebene Kanalisation war nicht vorhanden. Seit Fertigstellung entwässert

der Ortsteil Sengach über die Teichanlage, die für 300 Einwohnergleichwerte

ausgelegt ist, und mit Baukosten von ca. 500.000 DM realisiert wurde. Über den

Grobrechen fließt das Abwasser in den Belebungsteich, der wiederum den innenliegenden

Nachklärteich beschickt. Das in dieser 1. Stufe vor gereinigte

Wasser fließt weiter in den belüfteten Umwälzteich, in welchem Sauerstoff, Belebtschlamm

und Abwasser mit sehr geringen Umwälzgeschwindigkeiten vermischt

und der biologische Abbauprozess weiter beschleunigt wird. In den vorgenannten

Becken werden somit Aufenthaltszeiten des Abwassers von ca. 1

Woche erreicht, bevor das gereinigte Abwasser über einen nachgeschalteten

Schönungsteich und einen Kanal Richtung Enz geleitet wird. Im Regenfall können

in den Teichen bis zu 150 m³ verschmutztes Wasser, der sogenannte

Schmutzstoß, zusätzlich gepuffert werden, ehe das weitgehend saubere Regenwasser

über einen Regenüberlauf in einen Umlaufkanal und dann in die

Vorflut entwässert. Ca. einmal jährlich wird der anfallende Schlamm mit einem

Saugwagen zum Klärwerk Lomersheim zur weiteren Behandlung und Verwertung

verbracht.

Klärwerk Großglattbach

Die Kläranlage in Großglattbach wird vom Abwasserzweckverband Glattbach-

Kreuzbach (Stadt Mühlacker für den Stadtteil Großglattbach, Gemeinde

Wiernsheim für die Ortsteile Wiernsheim, Pinache und Serres) betrieben.

Ötisheim

Die Gemeinde Ötisheim ist seit Ende der siebziger Jahre per Vereinbarung mit

ihrem ca. 4o bis 50 km langen Kanalnetz an die Kläranlage Mühlacker angeschlossen.

Zur Rückhaltung des anfallenden Oberflächenwassers bei Regenereignissen

unterhält die Gemeinde Ötisheim auf ihrem Gemarkungsgebiet insgesamt

sieben Regenrückhaltebecken.

Im Flächennutzungsplan werden die Standorte der Kläranlagen der öffentlichen

Schmutzwasserentsorgung dargestellt. Diese sind in der folgenden Tabelle

32 aufgeführt.

Stand: November 2006 134

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Tabelle 47: Zusammenstellung der wesentlichen

Betriebsdaten der städtischen Kläranlagen

Abwasserbeseitigung im Stadtgebiet Mühlacker 45

Kriterium Kläranlage

Lomersheim Enzberg Lienzingen Mühlhausen Sengach

Ausbaugröße [EGW] 50.000 10.000 4.500 2.000 300

Inbetriebnahme Jahr 1963 1965 1968 1980 1979

Erweiterung Jahr 1978 1985 1983

Bemessungszufluß:

Trockenwetter [l/s] 292 65,5 42 22,7 2

Regenwetter [l/s] 520 107 69 48 4

Mindestanforderung im Ablauf:

CSB [mg/l] 90 90 110 110 150

N ges [mg/l] 18 keine MA keine MA keine MA keine MA

P ges [mg/l] 2 keine MA keine MA keine MA keine MA

Angeschlossene Einwohner 23.362 5.143 2.859 1.016 161

Belastung

Abwasseranfall:

gesamt jährlich

Trockenwetter jährlich

Trockenwetter täglich

ca.

[EGW]

ca.

[m³/a]

ca.

[m³/a]

ca.

[m³/d]

27.200 6.400 2.900 1.100 160

4.500.000 1.200.000 750.000 200.000 12.000

2.500.000 950.000 500.000 150.000 9.000

8.500 2.600 1.350 400 25

Regenwetter stündlich [m³/h] 1.872 385 248 173 14

Schmutzfracht im Zulauf:*

BSB 5 [kg/d] 1.020 234 157 54 8

CSB [kg/d] 1.955 416 385 146 38

NH4-N (Ammonium) [kg/d] 136 29 22 10

keine Messung

P ges [kg/d] 40 7 6 3 0,5

Qualität des gereinigten Abwassers:*

BSB 5 [mg/l] 3,3 2,0 3,0 3,6 2,0

CSB [mg/l] 27,0 18,0 23,0 24,0 39,0

N ges [mg/l] 15,6 11,1 13,2 13,9 28,0

P ges [mg/l] 1,0 1,1 1,3 2,2 21,0

Schlammanfall:

naß [m³/a] 14.500 3.800 2.800 500 50

entwässert [to/a] 1.950 500 380 70 10

Abwasserabgabe im Mittel [DM/a] 200.000 35.000 15.000 8.000 1.000

* = Jahresmittelwerte Stand: April 1999

45 Stadtverwaltung Mühlacker: Tiefbauamt, März 2004.

Stand: November 2006 135

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Tabelle 48: Zusammenstellung Regenüberlaufbecken (RÜB)

und Regenrückhaltebecken (RHB)

Stadtteil

Mühlacker

/Dürrmenz

Industriegebiet

Regenwasserbehandlung im Stadtgebiet Mühlacker 46

Becken-

Nr.

Name/Lage

Volumen in m³

erforderl. realisiert

Beckentyp

1.11 Lugwaldstraße 200 200 RÜB

2.25 Danziger Straße 120 120 RHB

2.35

Kerschensteiner-

Straße

4.000 4.000 RHB

2.54 Industriestraße 4.000 0 RHB

3.9 Erlenbachstraße 100 0 RÜB

4.3 Stöckach 100 100 RÜB

4.14 Ziegeleistraße 100 0 RÜB

4.40 AOK 500 500 RÜB

4.49 Kreiskrankenhaus 730 730 RHB

4.87

Erlenbachmündung

400 400 RÜB

5.5 Schulstraße 116 116 RÜB

5.15 Reichmannstraße 42 42 RÜB

5.26 Bischof-Wurm-Platz 50 0 RÜB

5.35 Fliederweg 29 29 RÜB

5.46 Herrenwaagstraße 150 0 RÜB

6.11 Festplatz 250 250 RÜB

W1 Waldäcker 1

Waldäcker W2 Waldäcker 2

140/1.02

0

250/1.72

0

Lomersheim 6.19 Klotzbergstraße 142 142 RÜB

6.23 Im Letten 100 100 RÜB

7.33 Wallenwert 336 336 RÜB

8.28 Meisenweg 50 0 RÜB

9.4 Mühlackerstraße 50 50 RÜB

9.9 Kirchbergstraße 30 30 RÜB

9.21 Austraße 250 250 RÜB

9.24 Klärwerk 145 145 RÜB

Enzberg 10 Kieselbronner Stra- 305 305 RÜB

46 Stadtverwaltung Mühlacker: Tiefbauamt, März 2004.

Bemerkungen

erforderlich mit

Baugebiet

Aischbühl

140/1.02

0 RÜB/RHB

kombinierte Anlage,

mit 1.

Bauabschnitt

250/1.72

0 RÜB/RHB

kombinierte Anlage,

mit 2. u. 3.

Bauabschnitt

Stand: November 2006 136

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Großglattbach

ße

12.7 Rathausplatz 60 60 RÜB

22.10 Dorfwiesenstraße 150 150 RÜB

22.15 Kanalstraße 300 0 RÜB

24 Klärwerk 300 300 RÜB

G Klärwerk 197 197 RÜB

Lienzingen 9 Klärwerk 806 806 RÜB

Mühlhausen 2

Gesamtstadt:

5.4 Abfallbeseitigung

109 Mühlweg 63 63 RÜB

Goldschmiedsäcker

137 0 RÜB

28 Au 50 0 RÜB

70 Bauhof 188 188 RÜB

mit Ausweisung

neuer Baugebieteerforderlich

mit Ausweisung

neuer Baugebieteerforderlich

(ohne grün) 17.389 12.739 Stand: März 2004

Die Abfallentsorgung der Stadt Mühlacker wird im Auftrag des Enzkreises von einem

privatwirtschaftlichen Unternehmen betrieben.

Die Abfallbeseitigung von Ötisheim wird ebenfalls im Auftrag des Enzkreises von einem

privatwirtschaftlichen Unternehmen betrieben.

Stand: November 2006 137

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

6. GRÜN- UND FREIFLÄCHEN

Zur Verdeutlichung der planerischen Konzeption sowie möglicher Folgewirkungen

für die notwendige Erschließung ist es bereits auf der Ebene des FNP sinnvoll

die vorgesehene Nutzung der dargestellten Grünfläche zu konkretisieren.

Hierbei wird entsprechend den, im nicht abgeschlossenen Katalog der Darstellungsmöglichkeiten,

in § 5 (2) Nr. 5 BauGB aufgelisteten Beispielen die Grundrichtung

für die angestrebte Nutzung bezeichnet.

Fehlt es an einer näheren Angabe der Zweckbestimmung für eine Grünfläche,

so kann diese einer späteren Nutzung, die über eine reine Begrünung hinausgeht,

nicht zugeführt werden. Im Flächennutzungsplan werden die bestehenden

Anlagen und Flächen dargestellt und die zukünftig zu entwickelnden bzw.

um zu nutzenden Flächen näher erläutert.

Der Flächennutzungsplan konkretisiert bei der Darstellung von Grünflächen folgende

Zweckbestimmungen:

Öffentliche Parkanlage

Friedhof

Dauerkleingärten

Spiel- und Bolzplatz / Sportplatz

Freibad

6.1 Öffentliche Parkanlagen

In Mühlacker bestehen vier Parks. Diese liegen bei der Burg Löffelstelz und zwischen

den beiden Wohngebieten Eckenweiher und Bannholz. Der Erholung der

Bevölkerung dienen zudem die an das Stadtgebiet angrenzenden Wälder, Enzauebereiche

und sonstige Grünflächen ohne nähere Zweckbestimmung. Des

Weiteren sind der Park im Schöpferischen Areal und der Park im Wertle zu nennen,

die ebenfalls der Erholung der Bevölkerung dienen. Weitere Planungen

gibt es nicht. In Ötisheim gibt es im Ortskern neben der Betreuten Seniorenwohnanlage

die Parkanlage Kirchberg, die vornehmlich von der Bevölkerung

des Ortskernes genutzt wird. Im Übrigen sind der Ort und auch die Ortsteile von

Wiesen und Wäldern umgeben, die jeweils in kurzer Entfernung erreichbar sind.

6.2 Friedhöfe

Mühlacker

In Mühlacker bestehen insgesamt 7 Friedhöfe. Den Berechnungen des zukünftigen

Bedarfs wird ein Durchschnittswert von 3,25 qm 47 je Einwohner und eine

Einwohnerprognose von 27.300 Einwohnern bis zum Jahr 2020 zugrunde gelegt.

Dieser Wert erscheint aufgrund des zurückgehenden Flächenbedarfes, bedingt

durch eine steigende Zahl an Feuerbestattungen, gerechtfertigt. Im Folgenden

wird der zu erwartende Bedarf dem Bestand an Friedhöfen gegenübergestellt.

Für die Gesamtstadt entsteht hieraus ein Bedarf an 88.725 qm Friedhofsfläche

bis zum Jahr 2020.

47 Dies entspricht den Ausgangswerten des Gutachtens für die Friedhofbemessung in

Lomersheim, aus dem Jahre 1984. Auch in der Fachliteratur wird bei der Bedarfserhebung

eine Mindestgrenze von 3,25, qm je Einwohner empfohlen. Hierin enthalten

sind notwendige Infrastruktureinrichtungen.

Stand: November 2006 138

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Tabelle 49: Gegenüberstellung Friedhöfe Bestand – Bedarf -

Planung

Mühlacker Kernstadt mit

Dürrmenz

Enzberg

Sengach

Bestand

Größe in m²

Bedarf bis 2020

Größe in m²

Planung/FNP

ca. 51.294 m² ca. 49.686 m² Wurde 1984 erweitert. Die Erweiterung

reicht aus um den in Lomersheim

anfallenden Bedarf zu

decken.

ca. 14.870 m²

ca. 938 m²

ca. 13.309 m² Erweiterungsplanung aus dem

FNP 85 geht über den Bedarf bis

2020 hinaus und entfällt.

Großglattbach ca. 4.416 m² ca. 4.436 m² Erweiterungsplanung geht über

den Bedarf bis 2020 hinaus und

entfällt.

Lienzingen ca. 8.843 m² ca. 7.985 m² Erweiterungsplanung geht über

den Bedarf bis 2020 hinaus und

entfällt.

Lomersheim ca. 9.018 m² ca. 9.760 m² Erweiterungsplanung entfällt, der

Bedarf soll in Mühlacker Kernstadt

gedeckt werden.

Mühlhausen ca. 4.538 m² ca. 3.549 m² Wurde 2003 erweitert.

Gesamt ca. 93.379 m² ca. 88.725 m²

Es zeigt sich, dass der Gesamtbedarf bis zum Jahr 2020 bereits durch die bestehenden

Friedhöfe gedeckt werden kann. Dennoch erscheint eine sichere

Prognose über den zukünftigen Flächenbedarf schwierig. Die „Urnenquote“

liegt in Mühlacker heute bei nahezu 50 % mit steigender Tendenz. Gräber werden

nach Ablauf des Nutzungsrechtes nicht mehr nachgekauft, sondern frei

gegeben48 .

Bereits im alten Flächennutzungsplan wurden Erweiterungsflächen für die Friedhofnutzung

dargestellt. In den Stadtteilen Enzberg, Großglattbach und Lienzingen

gehen die geplanten Flächen über den voraussichtlichen Bedarf hinaus. Ihre

Darstellungen werden nicht übernommen.

In Lomersheim besteht bereits heute eine zunehmende Tendenz für Bestattungen

den Friedhof St. Peter in Mühlacker zu nutzen. Aus diesem Grund wird angenommen,

dass auch in Zukunft ca. 50 % der Lomersheimer Bürger in Mühlacker

bestattet werden. Der Bedarf bis zum Jahr 2020 soll aus diesem Grund für

die Lomersheimer Bürger in Mühlacker auf dem Skt. Peter gedeckt werden.

Auch die örtlichen Gegebenheiten (Geologie) schließen eine Erweiterungsplanung

in Lomersheim aus.

Durch das Vorhandensein von Friedhöfen in den Stadtteilen ist eine Ausnutzung

der Infrastruktur nicht optimal, trotzdem werden diese beibehalten. Gründe

hierfür sind einerseits eine enge persönliche Bindung der Bewohner an ihren

Stadtteil sowie die Verkehrsvermeidung durch Fahrten zu einem zentralen

Friedhof.

In Großglattbach ist rein rechnerisch kein Bedarf an weiteren Friedhofsflächen

zu verzeichnen. Da hier jedoch kein Parkplatz für die Friedhofsgäste besteht,

wird nördlich des bestehenden Friedhofs eine Erweiterungsfläche geplant. Diese

war bereits Bestandteil des FNP 1985. Die Fläche ist mit den Zielen der Land-

48 Einschätzung der Friedhofverwaltung Mühlacker.

Stand: November 2006 139

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

schaftsplanung vereinbar, sofern eine Gefährdung des Grundwassers ausgeschlossen

werden kann.

Ötisheim

Im Hinblick auf das Ziel der Erhaltung bestehender Infrastruktureinrichtungen erfolgt

die Prüfung des Bedarfs an Friedhofsflächen.

Für die Ermittelung des Bedarfes an Friedhofsfläche wurde, wie auch in Mühlacker,

von einem Platzbedarf von 3,25 m² je Einwohner ausgegangen. Bezogen

auf die voraussichtliche Einwohnerzahl im Jahr 2020 konnte somit für jeden

Ortsteil ein Bedarf vorausgeschätzt werden.

Tabelle 50: Gegenüberstellung Friedhöfe Bestand – Bedarf

Ortsteil Bestand in m² Bedarf bis 2020 (entsprechend der

prognostizierten Einwohner)

Ötisheim

Friedhofstraße

Corres

Pforzheimer Str.

15.292 m² 13.608 m²

368 m² 458 m²

Erlenbach - 1.017 m²

SchönenbergÖtisheimer Str. 1.411 m² 1.310 m²

Gesamt 17.071 m² 16.393 m²

Der Bestand an Friedhofsflächen in der Gemeinde Ötisheim ist bis zum Jahr 2020

ausreichend, die Darstellung von geplanten Friedhofsflächen erfolgt nicht.

6.3 Dauerkleingärten

Die im Flächennutzungsplan nach § 5 (2) Nr.5 BauGB dargestellten Dauerkleingärten

sind nicht als solche nach dem Bundeskleingartengesetz zu verstehen. Es

wird somit eine Unterscheidung nach öffentlichen und privaten Grünflächen

vermieden.

Kleingartenanlagen sind auf Dauer gepachtetes Gartenland in Städten und

Kommunen ohne direkten Wohnungsbezug.

Kleingärten bilden privaten Freiraum für Bevölkerungsgruppen in Geschosswohnungsbauten,

die über keinen eigenen Garten verfügen.

Die im FNP 1985 dargestellten geplanten Dauerkleingärten in den Bereichen

südlich von Dürrmenz, in Lienzingen sowie in Lomersheim und Enzberg und in

der Kernstadt entfallen, da sich für sie auch in Zukunft kein Bedarf abzeichnet.

Diese Bereiche werden als Flächen für die Landwirtschaft dargestellt, auf ihnen

ist eine kleingärtnerische Nutzung zulässig (Siehe hierzu Abbildung 7).

Folgende Kleingartenanlagen werden im Flächennutzungsplan entsprechend

ihrer Nutzung als Bestand bzw. ihrer bestehenden Nutzung angepasst dargestellt

oder entfallen:

Mühlacker

1. Mühlacker, Krankenhaus Planung entfällt

2. Mühlacker, Spitzbaum-Eisenbahngärten Bestand

3. Dürrmenz, Im Öhrlach Planung entfällt

4. Dürrmenz, Planung entfällt

Stand: November 2006 140

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

5. Lomersheim, Grabenwiesen Planung entfällt

6. Enzberg Kieselbronner Straße: Planung entfällt

7. Lienzingen westlich Schelmenwaldstraße: Planung entfällt

8. Lienzingen, östlich Ge Gaien Neuwiesen: Planung entfällt

9. Lienzingen, Nördlich Hardtwald: Darstellung als Gartenhausgebiet

Ötisheim

10. Hürst geplante Nutzungsänderung

zu Gartenhausgebiet

Abbildung 7: Übersicht Dauerkleingärten

6.4 Spiel- und Bolzplätze sowie Sportplätze

Im Flächennutzungsplan werden die Spielplätze für die Altersgruppen der 6-12

und 12-18 Jährigen erfasst und dargestellt.

Mühlacker

Insgesamt bestehen 45 Spiel- und Bolzplätze auf einer Fläche von 6,2 ha.

Stand: November 2006 141

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Entsprechend der DIN – Norm E 18034 ergibt sich ein rechnerischer Bedarf an

Spielplätzen und Freiräumen von 0,75 m² - 1,5 m² je Einwohner differenziert nach

Altersgruppen, und somit in Mühlacker ein Bedarf zwischen 2,0 ha – 4,0 ha.

Der rechnerische Bedarf ist mit den bestehenden 6,2 ha Spiel- und Bolzplätzen

bereits überschritten.

Aufgrund einer teilweise ungünstigen Verteilung besteht in Großglattbach im

Ortskern und in Lienzingen im westlichen Ortsteil ein weiterer Bedarf an Spielund

Bolzplätzen. Eine Darstellung von weiteren Spiel- und Bolzplätzen erfolgt in

den kleinen Stadtteilen aufgrund ihrer ländlichen Ausprägung nicht. Hier wird

vielmehr davon ausgegangen, dass aufgrund des vorhandenen Naturraumpotentiales

und der überwiegend „lockeren“ Bebauung (Einfamilienhausbebauung)

eine flächendeckende Versorgung mit Kinderspielplätzen nicht erforderlich

ist (Siehe hierzu Kapitel 16.4 Einzugsradien Spiel- und Bolzplätze).

In den geplanten Baugebieten in der Kernstadt und in Mühlhausen entsteht

aufgrund der weiten Entfernung zu bestehenden Einrichtungen ebenfalls ein

Bedarf an zusätzlichen Spielplätzen. Dieser Bedarf wird im Rahmen der Verbindlichen

Bauleitplanung berücksichtigt.

Tabelle 51: Spiel- und Bolzplätze für Kinder und Jugendliche

Bezeichnung/Lage des Spielplatzes Bestand Planung/Bedarf für

neue Baugebiete

Mühlacker Stadt

Größe/Altersgruppe

1 Waldspielplatz nördlich Heidenwäldle Spielplatz 3-10 Jahre (6 ar)

2 Luise Schröder Straße Spielplatz bis 10 Jahre (4 ar)

3 Buchenweg Spielplatz 2-6 Jahre (3,5 ar)

4 Heidewäldle 2 Bolzplätze (15 ar)

5 Eckenweiher Spielplatz 3-10 Jahre (84 ar)

6 Breslauerstraße Spielplatz 2-8 Jahre (7 ar)

7 Danziger Straße Spielplatz (3,5 ar)

8 Industriestraße Kißlingweg Spielplatz 2-6 Jahre (7,5 ar)

9 Hindenburgstraße Emrichstraße Spielplatz 3-10 Jahre (10,6 ar)

10 Beim Igelsbach Spielplatz 2-6 Jahre (3 ar)

11 Stöckach (Helene-Lange-Str.) Spielplatz 3-8 Jahre (ca. 6 ar)

12 Schubartweg Bolzplatz Bis 18 Jahre (10 ar)

13 Tennenplatz Tennenplatz Bis 18 Jahre (65 ar)

14 Sender Torackerweg Spielplatz

Bolzplatz

15 Stadtgarten Spielplatz

Bolzplatz

16 Enzstraße/Wertle Spielplatz

Skaterplatz

2-12 Jahre (22 ar)

bis 16 Jahre (11 ar)

2-12 Jahre (15 ar)

Ab 10 Jahre (5 ar)

Stand: November 2006 142

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Dürrmenz

1 Herrenwag Spielplatz

Bolzplatz

2 Haldenstraße Spielplatz

Bolzplatz

3 Plattensteige Spielplatz

Bolzplatz

Grillhütte

4 Ernst-Händle-traße Spielplatz

Bolzplatz

5 Falkenweg/Reithalle Spielplatz

2 Stck.

6-12 und 12-18 Jahre

(34,5 ar)

2-12 Jahre (28 ar)

(21 ar)

2-8 und bis 18 Jahre

(12 ar)

2-10 Jahre (10 ar)

6 Götzentor/Rosenweg Spielplatz 3-10 Jahre (5 ar)

Enzberg

1 Händelstraße/Lämmerzunge Spielplatz 3-12 Jahre (5 ar)

2 Hartfeldstraße Bolzplatz 10 ar

3 Händelstraße Spielplatz 2-6 Jahre (2 ar)

4 Weberweg Spielplatz 2-8 Jahre (11 ar)

5 Waldschule/Burgfeld Spielplatz 2-6 Jahre (2 ar)

6 Waldspieplatz am Friedhof Spielplatz 6-12 Jahre (12 ar)

7 Sengach Spielplatz 2-8 Jahre

Großglattbach

1 Unteres Mehl/Heckenweg

Unteres Mehl/Heckenweg

Spielplatz

Bolzplatz

2-8 und bis 14 Jahre

(12 ar)

2 Hinter der Peterskirche Spielplatz z.Zt. stillgelegt 6 – 12 Jahre (1,3 ar)

3 Lichtholzstraße bei den Sportplätzen Spielplatz 2-10 Jahre (2 ar)

4 Vaihinger Straße/Kläranlage Bolzplatz 6-12 und 12-18 Jahre

(25 ar)

Lienzingen

1 Ringstraße Sportplatz 2-8 Jahre (10 ar)

2 Lohwiesenstraße Spielplatz 2-10 Jahre

3 Neuwiesenstraße Bolzplatz und bis 16 Jahre (15

ar )

4 Raitstraße Spielplatz 2-10 Jahre (6 ar)

Lienzingen West Bedarf

Lomersheim

1 Rauhensteinstraße Spielplatz 2-6 Jahre (7 ar)

2 Im Hagen / Fischeräckerstraße Spielplatz 2-8 Jahre (15 ar)

3 Im Hagen / Wolfgangweg Bolzplatz Bis 18 Jahre (16,6

ar)

4 Kornweg Spielplatz 2-6 Jahre (5 ar)

Stand: November 2006 143

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

5 Vogelsangstraße/untere Au Spielplatz

Bolzplatz

6 Großglattbacher Weg

Am Wässerle

Mühlhausen

Bolzplatz

Spielplatz

1 Bei der Enztal Halle Spiel- und

Bolzplatz

3-10 und bis 16 Jahre

(18 ar)

Bis 18 Jahre (13 ar)

6-12 und 12-18 Jahre

(69 ar)

2 Ecke Nachtigallenstraße / Reichardtstraße Spielplatz 2-6 Jahre (5 ar)

Bauerngewand Erforderliche Planung

für 6-12 und

12-18 Jahre

662 ar = 6,2 ha Spiel- und Bolzplätze, womit rein rechnerisch der Bedarf bis zum

Jahr 2020 gedeckt ist.

Ötisheim

Innerhalb der Gemeinde Ötisheim bestehen insgesamt elf Spiel- und Bolzplätze,

für deren Instandhaltung und Säuberung der örtliche Bauhof sorgt.

Die Berechnung des Bedarfs an Kinderspielplätzen erfolgte nach der DIN –

Norm E 18034. Diese empfiehlt 0,75 m² - 1,5 m² Spielfläche je Einwohner.

Tabelle 52: Spielplätze für Kinder und Jugendliche:

Spielplätze und Bolzplätze Bestand in m² Bedarf bis 2020

Gesamt 14.686 m² 3.783 m² - 7.566m²

Ötisheim 9.914 m² 3.140 m² -6.280 m²

1 Bachstraße 912 m²

2 Fasanenstraße 288 m²

3 Im Brühl 531 m²

4 Kirchberg 3.258 m²

5 Lerchenstraße 679 m²

6 Lönsweg 605 m²

7 Mörikeweg 954 m² (229 + 725)

8 Akazienweg 734 m²

9 Auheckenstr. 1.953 m²(1.587 + 366

m²)

Corres 364 m² 106 m²– 212 m²

10 Waldenserstr. 364 m²

Erlenbach 2.959 m² 235 m² -470 m²

11 Talstraße 385 m²

12 Haldenstraße 690 m²

Schönenberg 1.449 m² 302 m² - 605 m²

13 Fleckenweg 973 m²

14 Maulbeergässchen 476 m²

Stand: November 2006 144

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Der Bestand an Kinderspielplätzen reicht bis zum Jahr 2020 aus, die Darstellung

von zusätzlichen Flächen erfolgt nicht.

6.5 Grünverbindungen

Ein Ziel ist die Sicherung und die Weiterentwicklung der zusammenhängenden

großräumigen Grün- und Freiflächen im Stadtgebiet, und ihre Vernetzung miteinander.

Das Grünflächensystem wird durch Waldbereiche, Extensivierungen

in der landwirtschaftlichen Nutzung oder durch Flächen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

ergänzt.

Wichtige Grünflächen und -verbindungen werden ohne Zweckbestimmung im

Flächennutzungsplan dargestellt. Sie nehmen vielfältige Funktionen für den Freiraum

wahr und sollen nicht primär eine bestimmte Einrichtung aufnehmen.

Stand: November 2006 145

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

7. WASSERFLÄCHEN UND FLÄCHEN FÜR DIE WASSERWIRTSCHAFT, DEN HOCHWASSERSCHUTZ

UND FÜR REGELUNGEN DES WASSERABFLUSSES

7.1 Wasserflächen

Mit der Enz als Gewässer 1. Ordnung und einigen kleineren Bachläufen wie dem

Erlenbach in Mühlacker, Mühlbach in Enzberg, Schmiebach und Scherbentalbach

in Lienzingen, sowie dem Glattbach und Kreuzbach in Großglattbach,

werden im Flächennutzungsplan die Fließgewässer als Wasserflächen dargestellt.

Außerdem werden mit dem Wullesee und dem Eckhausee jeweils ein größerer

See in Mühlacker und in Ötisheim dargestellt.

Für die Erhaltung und Verbesserung der ökologischen Funktion der Fließgewässer

ist ein wasserrechtlich vorgegebener Schutzstreifen entlang der Gewässer

von Bebauung freizuhalten. Im Außenbereich beträgt der einzuhaltende Gewässerrandstreifen

10 m, im Innenbereich 5 m.

7.2 Überschwemmungsgebiete

Zum Hochwasserschutz sind im Bereich der Enz die Überschwemmungsgebiete

dargestellt. Diese Flächen sind im Außenbereich von jeglicher Überbauung freizuhalten.

Stand: November 2006 146

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

8. FLÄCHEN FÜR DIE LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT

Im Flächennutzungsplan werden Flächen für die Landwirtschaft dargestellt, diese

beziehen neben den landwirtschaftlichen Betriebsstandorten auch die landbauliche

Eignung mit ein. Grundlage für die Beurteilung bildet die Flurbilanz.

Im Entwurf des FNP 2020 sind gemäß § 5 Abs. 2 Nr. 9 BauGB insgesamt ca. 3.230

ha Flächen für die Landwirtschaft und ca. 2.096 ha Flächen für den Wald dargestellt.

Die Abgrenzung zwischen diesen Flächenarten entspricht dem Bestand.

Die landwirtschaftlich genutzte Fläche insgesamt nimmt aufgrund des landwirtschaftlichen

Strukturwandels und aufgrund anderer Flächenansprüche, die zulasten

der Landwirtschaft gehen, kontinuierlich ab (siehe hierzu Tabelle Bodennutzungshaupterhebung

von1989 – 2001).

Im FNP 2020 werden insgesamt ca. 140 ha bisher landwirtschaftlich genutzte

Flächen als Bauflächen oder Grünflächen dargestellt; die Siedlungsentwicklung

im Außenbereich geht damit überwiegend zu Lasten der Landwirtschaft.

8.1 Flächen für die Landwirtschaft

Die Darstellung der Flächen für die Landwirtschaft erfolgt für bestehende landwirtschaftlich

genutzte Flächen. Zur Behandlung der Landwirtschaft im Flächennutzungsplan

liegen keine aktuellen Bedarfszahlen in Form eines Landwirtschaftlichen

Fachbeitrages vor.

In der Verwaltungsgemeinschaft Mühlacker/Ötisheim gibt es insgesamt 38

landwirtschaftliche Haupterwerbsbetriebe und 32 Nebenerwerbsbetriebe. Davon

sind auf Mühlacker Gemarkung jeweils 29 landwirtschaftliche Haupt- und

Nebenerwerbsbetriebe (mit einem prozentualen Anteil von 49,3 % 49 ), die restlichen

9 Haupt – und 3 Nebenerwerbsbetriebe liegen auf Ötisheimer Gemarkung.

In Ötisheim liegt der prozentuale Anteil der landwirtschaftlich genutzten

Fläche bei 51,6 %. Im Entwurf des Flächennutzungsplanes gibt es insgesamt

3.230 ha landwirtschaftliche Flächen.

Die folgende Tabelle der Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe verdeutlicht den

Wandel im Bereich der landwirtschaftlichen Nutzungen in Mühlacker (Enzkreis).

Tabelle 53: Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe

Landwirtschaftliche Betriebe

1979 1991 1995

Anzahl

1999 2003

*) Landwirtsch. Betriebe mit 2 ha und mehr landwirtschaftlich genutzter Fläche (LF) oder Mindesterzeugungseinheiten.-

1) 1979-95 in der Hand natürlicher Personen.

der Rechtsform Einzelunternehmen 1)

davon

Haupterwerbsbetriebe zusammen

davon mit

156 103 79 72 58

78 51 40 34 29

unter 10 ha LF 13 8 10 5 6

10 bis unter 20 ha LF 33 10 4 3 .

20 bis unter 30 ha LF 25 14 7 5 .

30 und mehr ha LF 7 19 19 21 20

49 Flächenerhebung 2001 des statistischen Landesamtes Baden – Württemberg.

Stand: November 2006 147

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Landwirtschaftliche Betriebe

Nebenerwerbsbetriebe zusammen

davon mit

1979 1991 1995 1999 2003

Anzahl

78 52 39 38 29

unter 10 ha LF 67 41 26 21 16

10 bis unter 20 ha LF 10 7 5 12 6

20 bis unter 30 ha LF . . 3 . .

30 und mehr ha LF - . 5 4 5

Anteil der Haupterwerbsbetriebe 50,0 49,5 50,6 47,2 50,0

Anteil der Nebenerwerbsbetriebe 50,0 50,5 49,4 52,8 50,0

Quelle statistisches Landesamt - bw

Wie die folgende Tabelle der Bodennutzung zeigt, wurden in einem Zeitraum

von 16 Jahren insgesamt ca. 235 ha landwirtschaftliche Flächen durch überwiegend

neue Siedlungs- und Verkehrsflächen in Anspruch genommen, ohne

einen Ersatz hierfür zu schaffen.

Tabelle 54: Bodennutzungshaupterhebung (1989 – 2005)

Nutzungsart 1989

ha

Mü / Öt

Bodenfläche insgesamt

Siedlungs- und Verkehrsfläche

Davon Gebäude-

und Freifläche

1993

ha

Mü / Öt

1997

ha

Mü / Öt

2001

ha

Mü / Öt

2005

ha

Mü / Öt

5.432/1.426 5.432/1.426 5.432/1.426 5.432/1.426 5.432/1.426

Differenz

ha

889/204 931/208 960/209 1.013/232 1.056/240 + 167/36

507/102 512/103 530/104 577/121 612/128 + 105/26

Verkehrsfläche 351/91 379/92 384/92 391/99 391/100 + 40/9

Landwirtschaftsfläche

2.830/765 2.755/762 2.727/761 2.676/737 2.631/729 - 199/36

Waldfläche 1.570/443 1.591/443 1.589/443 1.587/444 1.588/444 + 18/1

Wasserfläche 71/6 73/6 72/6 72/7 71/7 0

Übrige Nutzungen 72/8 82/8 84/7 84/8 86/8 + 14/0

Durch den neuen Flächennutzungsplan werden in Mühlacker ca. 52 ha landwirtschaftliche

Flächen in Anspruch genommen. In Ötisheim werden aufgrund

der Reduzierung der im FNP 1985 geplanten Sonderbauflächen zusätzliche

landwirtschaftliche Flächen bereitgestellt. Es entstehen hier ca. 6 ha landwirtschaftliche

Flächen neu.

Für eine Beurteilung der landbaulichen Eignung der Flächen im Plangebiet

dient die Karte der Verteilung der Landnutzung nach Betriebsgröße sowie die

Flurbilanz Mühlacker, die auf den Datengrundlagen der Ackerzahl und Grünlandzahl

basiert.

Für den Verwaltungsraum Mühlacker Ötisheim ergeben sich aus dieser Karte

insgesamt vier Flächenkategorien unterschiedlicher Landbaueignung:

Vorrangfläche 1: Landbauwürdige Flächen

Stand: November 2006 148

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Vorrangfläche 2: bedingt landbauwürdige Flächen (Hangneigung < 12 %)

Grenzfläche: landbauproblematische Flächen

Untergrenzfläche: nicht landbauwürdige Flächen

Im Rahmen der STEP 2020 sind die landwirtschaftlichen Belange in Form der Berücksichtigung

der Bodengüte bei der Bewertung eingegangen. Im Rahmen

der Abwägung fiel die Entscheidung dennoch zugunsten der Flächen entlang

der B 10, welche die besten Böden aufweisen, aus.

8.2 Flächen für die Forstwirtschaft

Der Wald stellt einen großen Anteil der Flächennutzung im Untersuchungsgebiet

dar. Insgesamt beträgt der Waldanteil in Mühlacker 29,9 % und in Ötisheim 32,5

%. In der Verwaltungsgemeinschaft gibt es insgesamt 2.090 ha Wald, davon liegen

464 ha auf Ötisheimer Gemarkung und 1.626 ha in Mühlacker.

Als größere zusammenhängende Waldflächen sind zu nennen:

Mühlacker

Plattenwald (südlich Mühlacker)

Trinkwald und Hochberg (nördlich Mühlacker)

Lugwald

Schelmenwald

In Lienzingen:

Katzenwald

Wannenwald

Großglattbach:

Winterreut / Laiern

Ottengrube / Mönsheimer Lau

Ötisheim

Hürstwald

Schanzenhau

Salehau

Eckhau

Stand: November 2006 149

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

9. FLÄCHEN FÜR MASSSNAHMEN ZUM SCHUTZ, PFLEGE UND ENTWICKLUNG VON NATUR

UND LANDSCHAFT

Im Flächennutzungsplan werden entsprechend dem § 5 ( 2) Nr. 10 BauGB Flächen

für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden,

Natur und Landschaft dargestellt. Es handelt sich hierbei um

1. Natur- und Landschaftsschutzgebiete, besonders geschützte Biotope

nach § 32 Naturschutzgesetz Baden-Württemberg (bisher 24a-Biotope)

sowie um Naturdenkmale und um

2. Flächen für Ausgleichsmaßnahmen, die nachrichtlich aus dem Landschaftsplan

zum Flächennutzungsplan übernommen wurden.

9.1 Natur- und Landschaftsschutzgebiete

Die Ausweisung von Schutzgebieten ist eines der wirksamsten Instrumente für

den Schutz von Natur und Landschaft. Durch Rechtsverordnung können entsprechend

den §§ 21, 22, 23, 24 und 25 NatSchG B-W besonders schutzwürdige

Teile von Natur und Landschaft unter Schutz gestellt werden. Nach Art und Zielsetzung

des Flächenschutzes wurden folgende Schutzgebiete ausgewiesen und

nachrichtlich in die Darstellungen des Flächennutzungsplanes aufgenommen.

Eine detaillierte Übersicht über die Schutzgebiete ist dem Landschaftsplan Teil B

Bestandsaufnahme zu entnehmen.

Tabelle 55: Übersicht über Natur- und

Landschaftsschutzgebiete im Enzkreis

Jahr

Naturschutzgebiete Landschaftsschutzgebiete Wasserschutzgebiete

Anzahl 1) Fläche in ha Anzahl Fläche in ha Anzahl Fläche in ha

1) Da einzelne Naturschutzgebiete in mehreren Kreisen liegen, kommt es zu Mehrfachzählungen,

welche eine Aggregation auf Regions- und Regierungsbezirksebene ausschließen.-

2) Für 1998 und 2000 sind keine Werte für Wasserschutzgebiete

1994 21 914 35 12529 32 10522

1996 24 1183 36 12337 33 11547

1998 25 1186 36 12331 2) 2)

2000 26 1378 37 12344 2) 2)

2002 26 1357 37 12359 35 22720

2004 26 1366 35 12333 44 24629

2006 26 1357 34 12294 44 24842

Quelle: statistisches Landesamt - bw

9.1.1 Landschaftsschutzgebiete

Landschaftsschutzgebiete sind großräumige und landschaftlich zusammenhängende

Bereiche, die den Schutz und die Erhaltung des Naturhaushaltes oder

die landschaftliche Vielfalt und Schönheit sicherstellen sollen. Im Gegensatz

zum Naturschutzgebiet und Naturdenkmal sind im Landschaftsschutzgebiet

landschaftsschonende und naturverträgliche Maßnahmen zulässig.

Stand: November 2006 150

F:\FNP\Erläuterungsbericht\Begründung\Begründung-frühzeitig-Oktober-06.doc


Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

In Mühlacker liegen folgende bestehende und geplante Landschaftsschutzgebiete:

Nr. Name und Lage Gemarkung Fläche LSG

1 Burgberg Enzberg 31 ha LSG

2.36.014

2 Enztalschlinge Mühlhausen 325 ha LSG

2.36.015

3 Großglattbach und Kreuzbachtal Großglattbach 264 ha LSG

2.36.18

9.1.2 Naturschutzgebiete

In einem Naturschutzgebiet gelten für die Grundstückseigentümer bzw. Grundstückspächter

oder –nutzer strenge Verbote. In ihnen ist die Natur und Landschaft

in Ihrer Gesamtheit zu erhalten und zu bewahren.

In Mühlacker liegen folgende Naturschutzgebiete

1 Enztal Niefern Enzberg Enzberg 52 ha NSG

2.096

2 Großglattbach Riedberg Großglattbach 25 ha NSG

2.045

3 Erlen-Metten-Gründelbachniederung Ötisheim 165 ha NSG 2-

092

9.1.3 Naturdenkmale

Naturdenkmale sind kleine Naturschutzgebiete bis zu 5 Hektar Größe (= flächenhaftes

Naturdenkmal) oder Naturgebilde, die wegen ihrer herausragenden

Bedeutung für den Naturhaushalt oder ihrer spezifischen Eigenart geschützt

und erhalten werden sollen. In den Flächennutzungsplan wurden folgende Naturdenkmale

aufgenommen:

� Trinkweiher, 0,18 ha:

Gemarkung Lienzingen.

Der Trinkweiher wurde am 30.09.1986 als Naturdenkmal ausgewiesen. Durch die

Unterschutzstellung soll die Erhaltung des Feuchtbiotops mit der seltenen Teichrose,

anderen Schwimmblattpflanzen und den Weidenbeständen gesichert

werden.

� FND Kleebwald und Felshang, 1,2 ha:

Bei der Ruine Löffelstelz, Gemarkung Mühlacker, Gewann Gaißberg, auf dem

linken Enzufer südlich und nördlich der Ruine Löffelstelz.

� FND Vogelschutzgehölz, 29 ar:

Gemarkung Mühlacker, Gewann Gaißberg, auf dem linken Enzufer, 55-175 m

nördlich der Ruine Löffelstelz, Flst. 3933-3941/1.

� FND Heidefläche im Gemeindegarten, 45,31 ar:

Gemarkung Mühlacker, Gewann Mönchsgarten, Flst. 4267.

� Buche:

Gemarkung Mühlacker, Gewann Enkertsrain, 500 m nördlich von Pinache, unmittelbar

rechts der Straße Pinache - Mühlacker.

� See-Eiche:

Gemarkung Mühlhausen, im Gemeindewald Distr. 2, Abt. 3, an der Bahnlinie Illingen-

Mühlacker. Die so genannte "Hohleiche" wurde Opfer eines Brandanschlages.

� Feldahorn:

Gemarkung Mühlhausen, im Gemeindewald Distr. III, Abt. 5

� Trauerweide am Raigelswörtle:

Stand: November 2006 151

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

In Mühlacker, Flst. 484. Der Baum steht zwischen der Enz und der Straße nach

Lomersheim. Es handelt sich um ein landschaftsprägendes Baumelement der

Flussaue.

� Enzberger Eiche:

Gemarkung Enzberg, Gewann Hinterer Wannenhau. Das Naturdenkmal zeichnet

sich durch sein hohes Alter aus. Die Eiche ist 350-400 Jahre alt. Sie prägt das

Landschaftsbild.

� Lienzinger Speierling:

Gemarkung Lienzingen, Flst. 4766. Der ca. 40 Jahre alte Speierling wurde aufgrund

seiner Seltenheit geschützt.

� Helleregerte am Alten Postweg, 0,5 ha:

Gemarkung Großglattbach, Flst. 4410 u. 4387. Die Heidefläche mit Lesesteinriegeln

bietet Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere.

9.2 Ausgleichsflächen und Maßnahmentypen aus dem Landschaftsplan

In der Begründung zum Flächennutzungsplan müssen (§ 2a Nr. 1 BauGB) die mit

dem Flächennutzungsplan verfolgten Ziele, Zwecke und wesentlichen Auswirkungen

im Hinblick auf die bauliche, wirtschaftliche, ökologische und soziale

Entwicklung dargelegt werden. Durch den Planungsgrundsatz der Nachhaltigkeit

in § 1 (5) BauGB ergibt sich eine besondere Bedeutung für die Begründung.

Für die Berücksichtigung der Belange von Natur und Landschaft dient der Landschaftsplan.

Als Fachgutachten ist er der landschaftsökologische Beitrag zum

Flächennutzungsplan. Er ist auf der Grundlage des §9 NatSchG bw mit der

Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes erforderlich, um die Maßnahmen

zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes, der Landschaftspflege und der

Erholungsvorsorge näher darzustellen.

Die Inhalte des Landschaftsplanes sind, entsprechend den gesetzlichen Vorgaben

des § 14 (1) BNatSchG geregelt und gemäß § 14 (2) BNatSchG in Planungen

und Verwaltungsverfahren zu berücksichtigen. Dazu legt das Naturschutzgesetz

Baden-Württemberg in § 9 (1) NatSchG bw fest, dass die Aussagen des

Landschaftsplanes soweit erforderlich und geeignet, in den Bauleitplan aufzunehmen

sind. Ergänzend hierzu schreibt § 1a (2) BauGB vor, dass im Rahmen

der bauleitplanerischen Abwägung auch die Inhalte der Landschaftsplanung

zu berücksichtigen sind. Soweit dieser Forderung nicht entsprochen werden

kann, ist dies zu begründen.

Auf der Grundlage der Bestandsaufnahme und Bewertung der vorhandenen

Landschaftspotentiale wurden für die einzelnen landschaftlichen Teilräume des

Untersuchungsgebietes die folgenden landschaftsplanerischen Entwicklungsziele

erarbeitet (siehe hierzu Landschaftsplan Teil C Landschaftsplanerisches Leitbild).

Enzaue

Entwicklung und Sicherung einer durchgängig wirksamen und erlebbaren

Fluss- und Auenlandschaft

Sicherung von Gewässerschutzstreifen, auch in der Siedlungsbereichen

Sicherung der Wiesen als extensive Form der Pflege und Nutzung für alle

überschwemmungsgefährdeten Flächen

Sicherung der schutzwürdigen Bereiche von Feuchtwiesen, Auewäldern

und sonstigen Stillwasserzonen;

Reaktivierung des vorhandenen Systems von Wässergraben zur Be- und

Entwässerung der Wiesen, als ökologisch wirksame Vernetzungslinien und

zur Steigerung der Erholungswirksamkeit,

Stand: November 2006 152

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

die Förderung der Flussdynamik und Verbesserung der Überflutungsverhältnisse,

sofern dadurch keine ökologisch hochwertigen Biotope und

schutzwürdige Nutzungen in Mitleidenschaft gezogen werden;

die weitere Verbesserung der Enzwasserqualität hin zu Güteklasse 1;

die Umwandlung standortfremder Waldbestände, insbesondere von Hybridpappelbeständen

in naturnahe, standortgerechte Waldbestände;

die Verlagerung biotopbeeinträchtigender Erholungs- und Sporteinrichtungen

in weniger empfindliche Gebiete;

Behutsame Entwicklung der Enzaue für die landschaftsbezogene Erholung;

Keine weitere Siedlungs- und Verkehrsentwicklung, sowie keine weiteren

Sportflächen in der Aue.

Enztalhänge

Erhaltung und Sicherung der steilen Hanglagen und Hangkanten als charakteristische

landschaftliche Raumbegrenzung mit den historisch gewachsenen

Nutzungsformen

Erhaltung und Entwicklung der Wälder auf den Hängen südlich der Enz mit

naturnahen Beständen

Erhalt der verbliebenen unverbauten Enztalhänge in den Siedlungsbereichen

und Entwicklung als durchgängige Grünverbindungen, die in die

Siedlungsbereiche hineinragen (insbesondere "Vorderer Stubenrain - Höhenstraße

(Enzberg); Geißbergweg / Senderhang - Klotzberg - Turmstraße

(Lomersheim))

Erhaltung der verbliebenen unbebauten Enztalhänge nördlich der Enz mit

Streuobstwiesen, Weinanbau, Terrassen, Trockenmauern, Hecken, Halbtrockenrasen

und Gärten

Förderung extensiver und traditioneller Nutzungen in den bestehenden

Gartenhausgebieten

Erhaltung und Pflege der verbliebenen hochwertigen Biotopflächen auf

den südexponierten, gering genutzten und gepflegten Steilhängen

Erhaltung des landschaftsprägenden Weinanbaus bei der Mühlhauser Enzschleife

und Förderung umweltschonender Anbauweisen

Keine weitere Ausdehnung bzw. Ausweisung von Gartenhausgebieten

Keine weitere Siedlungsentwicklung auf den Enztalhängen

Terrassen der Enztales

Erhaltung der offenen Flächen durch standortsgerechte Landbewirtschaftung

Nur kleinflächige Siedlungserweiterungen zur Abrundung der bestehenden

Ortschaften

Die Ortsränder sind durch Anpflanzungen und durch städtebauliche Mittel

wie Gebäudestellung und Dachrichtung in die Landschaft zu integrieren.

Niederung des Lienzinger Tales / Schmieaue

Entwicklung und Sicherung einer durchgängig wirksamen und erlebbaren

Auenlandschaft

Landwirtschaftliche Flächen mit geringem Grundwasserflurabstand sind

bevorzugt als extensiv bewirtschaftete Grünlandstandorte zu entwickeln.

Möglichkeiten zur Reaktivierung ehemaliger Wässerwiesen sollen genutzt

werden.

Stand: November 2006 153

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Sicherung und Entwicklung ökologisch hochwertiger feuchter Rinnen und

Senken

Offenhaltung der Wiesenzüge zur Sicherung des Kaltluftabflusses;

Förderung der Bachdynamik im Bereich der naturnahen Bachabschnitte

bzw. Umgestaltung von begradigten, naturfernen Abschnitten;

Entwicklung eines durchgehenden, naturnahen Ufergehölzstreifens entlang

der Bäche

Entwicklung naturnaher Waldbestände (insbesondere Bruchwälder und

feuchte Eichen-Hainbuchenwälder);

Sicherung von Gewässerschutzstreifen auch in den Siedlungsbereichen

Keine weitere Siedlungsentwicklung in den Aueflächen.

Höhenrücken südlich der Enz (Muschelkalk)

Erhaltung der geschlossenen Waldflächen

Entwicklung naturnaher Waldbestände mit Altholzinseln

Frei- und Offenhaltung von Rodungsinseln,

Erhalt und Entwicklung der Streuobstwiesen in den hängigen Waldrandlagen,

Behutsame Erschließung für die Erholung

Strombergrand-Höhen und Zeugenberge

Erhaltung und Entwicklung geschlossener, naturnaher Waldgebiete mit

Altholzinseln.

Erhaltung des landschaftsprägenden Charakters der Zeugenberge mit

den Rebflächen, den Trockenmauern und Streuobstwiesen

Behutsame Entwicklung der Waldflächen für die naturverbundene Erholung

Keine Inanspruchnahme der Waldflächen für Siedlungs- und Verkehrsflächen.

Erlenbach-, Gründelbachniederung und Erlenbachaue

Sicherung und Pflege des bestehenden Netzes von hochwertigen Schutzgebieten

Entwicklung eines durchgehenden naturnahen Ufergehölzstreifens

Keine weitere Siedlungsentwicklung in den Aueflächen

Entwicklung eines durchgehenden Wiesenkorridors als extensive Form der

Pflege und Nutzung entlang der Gewässer

Sicherung und Entwicklung ökologisch hochwertiger feuchter Rinnen und

Senken

Flachhänge des Gipskeupers zwischen Erlenbachtal und Enztal, bei Schönenberg

und nördlich von Lienzingen

Erhaltung der landschaftsprägenden Streuobstwiesen

Erhaltung der landwirtschaftlichen Nutzung mit einem hohen Grünlandanteil

Ergänzung der großen Ackerflächen mit Landschaftselementen wie Feldgehölze,

Baumreihen und Hecken

Erhaltung des Schönenberger Tales als Wiesenbiotop, als klimatischer Ausgleichsraum

und Kaltluftentstehungsgebiet für die Kernstadt Mühlacker

sowie als Naherholungsraum.

Stand: November 2006 154

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Entwicklung der Räume mit hoher Erlebnisvielfalt für die landschaftsbezogene

Erholung

Schutz reich strukturierter Bereiche vor weiterer Siedlungsentwicklung

Hochflächen des Unteren Keupers südlich von Mühlacker und westlich von

Dürrmenz

Auf Grund ihrer Ertragsfähigkeit stehen die Böden dieser Landschaftsbereiche

bisher als Produktionsfaktor im Vordergrund.

Schutz der guten Böden (meist Vorrangfluren) durch flächenschonenden

Umgang bei Siedlungserweiterungen

Erhaltung und Entwicklung der großen offenen Flurbereiche durch Gliederung

mit naturnahen Landschaftselementen

Förderungen von Kleinstrukturen in der Flur durch Umsetzung der Biotopvernetzung

Sicherung des Bodens auf den steileren Hangflächen an den Rändern dieser

Gebiete durch Grünlandnutzung sowie durch Erhaltung und Anlage

von Streuobstwiesen;

Großglattbacher Beckenlandschaft

Erhaltung der reich strukturierten Teile des Landschaftsraumes und Ergänzung

der ausgeräumten Flurbereiche durch Umsetzung der Biotopvernetzungskonzeption

Entwicklung naturnaher Waldbestände auf bestehenden Forstflächen sowie

Ausbildung natürlich gestufter Waldränder.

Offenhaltung der Täler und Förderung eines natürlich mäandrierenden

Verlaufs der Gewässer

Keine weitere Siedlungsentwicklung in der Bachaue

generell flächenschonende Siedlungsentwicklung,

Freihaltung der landschaftsprägenden, reich strukturierten Hangflächen

bei Siedlungserweiterungen.

Diese allgemein formulierten Entwicklungsziele für die Verwaltungsgemeinschaft

sind im Rahmen der Flächennutzungsplanung zu berücksichtigen. Ihre Konkretisierung

erfolgt im Landschaftsplan anhand vorgeschlagener Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen.

Diese werden ebenfalls, soweit sie geeignet sind in den

Flächennutzungsplan übernommen.

Eine Ermittlung und Bewertung der Belastungen geplanter Raumnutzungen und

die Darstellung von möglichen Ausgleichs-, Vermeidungs- und Verminderungsmaßnahmen

ist ebenfalls erfolgt (siehe Anlage 2: Landschaftsplanerische Bewertung).

Sie wurde bei der Auswahl und den Darstellungen geplanter Bauflächen

im neuen Flächennutzungsplan berücksichtigt.

Konkretisierung der allgemeinen Entwicklungsziele

Die Umsetzung der landschaftsplanerischen Leitziele erfolgt im Flächennutzungsplan

durch die nach § 5 (2) Nr.10 BauGB mögliche Darstellung von Flächen

für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und

Landschaft.

Diese Flächen dienen der Durchführung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

und sind so groß und räumlich verteilt, dass auf der Ebene der Verbindlichen

Bauleitplanung ein ausreichendes Potential an „Ausgleichsflächen“ zur Verfügung

steht. Hierdurch wird einerseits einer Erhöhung der Bodenpreise entgegengewirkt

und andererseits dem naturschutzfachlichen Auftrag, nämlich der

Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft, Rechnung getragen.

Stand: November 2006 155

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Die Flächen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden im Vorgriff auf den

zu erwartenden Eingriff bereitgestellt, auch wenn der Zeitpunkt der Realisierung

eines Eingriffs noch nicht genau feststeht. Die Entscheidung darüber welche der

dargestellten Flächen in welchem Umfang für eine Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme

in Anspruch genommen werden, erfolgt auf der Ebene des Bebauungsplanes.

Zum Zeitpunkt der Flächennutzungsplanaufstellung steht noch nicht fest, welche

Grundstücke im Rahmen der folgenden Ebene des Bebauungsplanes für

die Umsetzung der notwendigen Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung stehen.

Deshalb sollen die im Flächennutzungsplan dargestellten Flächen für Maßnahmen

zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft als

„Suchbereiche für Kompensationsflächen“ verstanden werden, die in ihrer Größe

über dem notwendigen Bedarf an Ausgleichsflächen liegen. Die Ermittelung

der konkreten Fläche erfolgt auf der Ebene des Bebauungsplanes in Zusammenarbeit

mit der Unteren Naturschutzbehörde.

Von der Möglichkeit nach § 5 (2 a) BauGB, im Geltungsbereich des Flächennutzungsplanes,

den Flächen auf denen Eingriffe zu erwarten sind Ausgleichsflächen

zuzuordnen, wird kein Gebrauch gemacht. Viele Grundstücke befinden

sich in Privateigentum, eine Verkaufsbereitschaft ist noch nicht abzusehen.

Hierdurch entstehenden möglichen Problemen wird durch die Bereitstellung eines

ausreichend großen Flächenangebotes vorgebeugt.

Geeignete und fachlich begründete Kompensationsmaßnahmen sind ohne

Änderung des FNP auch außerhalb der „Suchbereiche“ möglich.

Ein weiteres Entwicklungsziel für den Flächennutzungsplan ist entsprechend den

Vorgaben der STEP 2020 sowie der stadtökologischen Entwicklungskonzeption

und der Machbarkeitsstudie Landesgartenschau die Stärkung des Charakters

von Mühlacker als einer modernen, freizeitorientierten Stadt im Grünen. Zu diesem

Zweck sollen die weichen Standortfaktoren Stadtkultur, Freizeit und Natur

betont und ausgebaut werden. Der Bereich der Enzaue (als sogenanntes Blaues

Band) und die Kultur-, Sport- und Freizeitbereiche spielen hierbei eine wichtige

Rolle.

Das Enztal soll als Erholungsraum gestärkt und mit der Innenstadt verknüpft werden.

Die ökologische Qualität der Fläche einschließlich der Hochwasservorsorge

und des Grundwasserschutzes sollen verbessert werden. Nutzungskonflikte

zwischen Trinkwasserschutz und Sportnutzung sollen entschärft werden.

Zu der Konkretisierung der Maßnahmen und Maßnahmentypen siehe Landschaftsplan

Teil C.

9.3 Umweltverträglichkeit

Folgt - Umweltbericht ist in Bearbeitung

(Einfügen des Umweltberichtes)

9.4 Flora – Fauna – Habitat – Gebiete

Siehe hierzu Landschaftsplan Teil B Bestandsaufnahme. Die Darstellung der Gebiete

erfolgte nachrichtlich.

Stand: November 2006 156

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

10. NACHRICHTLICHE ÜBERNAHMEN

10.1 Altlasten

Entsprechend den Vorgaben des § 5 (3) Nr.3 BauGB sind Flächen, deren Böden

erheblich mit umweltgefährdenden Stoffen belastet sind im Flächennutzungsplan

zu kennzeichnen.

Auf die im Rahmen der historischen Erhebung vom Umweltschutzamt erkundeten

und bewerteten altlastverdächtigen Flächen wird hingewiesen. Es erfolgte

die Bewertung und Einstufung in drei Kategorien:

“A”: Es besteht keine Besorgnis, dass durch diese Verdachtsfläche das Wohl der

Allgemeinheit beeinträchtigt ist oder zukünftig beeinträchtigt wird. Eine weitere

Bearbeitung ist nicht erforderlich. Die Fläche wird aus der Bearbeitung ausgeschieden

und archiviert. Der Altlastenverdacht ist ausgeräumt.

“B”: Eine aktuelle oder zukünftige Beeinträchtigung des Wohls der Allgemeinheit

kann nach dem jetzigen Kenntnisstand mit hinreichender Sicherheit nicht ausgeschlossen

werden. Eine Weiterbearbeitung der Fläche ist erforderlich, jedoch

nicht vordringlich. Die Verdachtsfläche wird in der Datei belassen. Bei einer beabsichtigten

Neubebauung oder Nutzungsänderung ist die Fläche erneut zu

prüfen.

“E”: Eine weitere Erkundung der Fläche ist erforderlich, da die Besorgnis besteht,

dass das Wohl der Allgemeinheit beeinträchtigt ist oder künftig beeinträchtigt

wird.

In der folgenden Tabelle sind alle Standorte der Kategorien B und E aufgeführt.

Flächen der Kategorie A werden nicht dargestellt.

Stand: November 2006 157

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Tabelle 56: Altlasten

Flurstücke

Objekt-Nr Teilgemeinde Name Straße Haus-Nr Nr 1 Nr 2 Nr 3 Nr 4 Nr 5 Nr 6 Nr 7 Handlungsbedarf

01497 Kernstadt L ack- u. Farbhandlung Widmann Bahnhofstraße 25 1609/5 B

01498 Kernstadt Schlosserei Maunz Bahnhofstraße 37 1815/4 B

01499 Kernstadt Möbelfabrik Kolb Bahnhofstraße 42,42/1+2 2736/2 2736

2736/

1 B

01500 Kernstadt Schmuckwarenfabrik Bäzner Bahnhofstraße 49 1818/10 1818/7 B

01501 Kernstadt Lack- u. Farbenfabrikation Knapp II Bahnhofstraße 52 2736/7 B

01502 Kernstadt Fuhrunternehmen Fegert Bahnhofstraße 54-56 2734 B

01503 Kernstadt Lack- u. Farbenfabrikation Knapp III Bahnhofstraße 61 1782/3 B

01504 Kernstadt Bettfedernreinigung Bührer Bahnhofstraße 72 2730 B

01505 Kernstadt Möbelfabrik Maisenbacher Bahnhofstraße 94 2725/1 B

01507 Kernstadt Formenbau Abrecht & Sigrist Eckenweiherstraße 10 2573 B

01508 Kernstadt Schreinerei Preininger & Roller Enzstraße 43-45 384/4 384/6 B

01509 Kernstadt Schmuckwarenfabrik Spoerr und Müller Enzstraße 55 379/1 B

01510 Kernstadt Metallwarenfabrik Weber Goldshaldenstraße 10 2919/2 B

01511 Kernstadt Auto-Reparaturwerkstätte Maier Goldshaldenstraße 29 3003 B

01512 Kernstadt Fuhrunternehmen Gellner Gustav-Schwab-Straße 25 3077/3 B

01613 Kernstadt Elektromechanische Werkstätte del Negro Hindenburgstraße 35 2767/3 B

01514 Kernstadt Fasson- und Feindreherei Kretz Hindenburgstraße 59, 59/1 2761/3 2761/4 B

01515 Kernstadt Schreinerei Godel Hindenburgstraße 73 2759 B

01516 Kernstadt Schmuck- und Metallwarenfabrik Vonessen Hindenburgstraße 101 1898 B

01517 Kernstadt Schmuckwaren- und Werkzeugfabrik Hötz Hindenburgstraße 103 1898/3 1898/5 B

01518 Kernstadt Metalldreherei Jourdan Iglauer Straße 6 2305/4 B

01519 Kernstadt Bauschreinerei, Rolladenbau Albrecht Im Käppele 2-4 673 673/2 B

01520 Kernstadt Baugeschäft Bergle Industriestraße 12 3061/1 3051/1 B

01521 Kernstadt Baugeschäft Ruff Industriestraße 26-30 3068 3070 B

01522 Kernstadt Deutsche Holzmehlwerke Mühlacker Industriestraße 51/1 2053 B

Stand: November 2006 158

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Objekt-Nr Teilgemeinde Name Straße Haus-Nr Nr 1 Nr 2 Nr 3 Nr 4 Nr 5 Nr 6 Nr 7 Handlungsbedarf

01523 Kernstadt Harmonikafabrik Riedl Industriestraße 76 2625 B

01524 Kernstadt EV-Tankstelle der Post Industriestraße 90 2626 B

01525 Kernstadt Metallwarenfabrik Metallglanz Industriestraße 121 3265/21 B

01526 Kernstadt Rolladenfabrik Eisel II Kißlingweg 26,26/1 3260 3261 B

01527 Kernstadt Schuhfabrik Rempp Kißlingweg 27 2698 B

01528 Kernstadt EV-Tankstelle der Firma Walter Bruder Kißlingweg 40 3264/4 B

01529 Kernstadt Metallwarenfabrik Mühlacker Lindachstraße 80 3189/1 B

01530 Kernstadt Offsetdruckerei von Reden Pappelweg 1 2405/22 B

01531 Kernstadt Fuhrunternehmen Rieger mit Tankstelle Pforzheimer Straße 22 1603/4 B

01532 Kernstadt Rolladenbau Eisel I Pforzheimer Straße 31/1 671 B

01533 Kernstadt Metallwarenfabrik Ehrlich und Jäger Reutweg 1-3 420/1 B

01534 Kernstadt Schmuckwarenfabrik Rößler Schillerstraße 36 2926/3 B

01535 Kernstadt Schmuckwaren- und Bleistiftfabrik Heugel Schillerstraße 64 3027/2 B

01536 Kernstadt Zeiger- und Metallwarenfabrikation Fischer Schillerstraße 74 3044/3 B

01537 Kernstadt Spritzgußwerk Abele & Maier Unterm Berg 33-35 4532 B

01538 Kernstadt Schmuckwarenfabrik Ruff Wallfahrtsweg 2 2525/1 B

01539 Kernstadt Autowerkstatt Walter Wallfahrtsweg 26 2527/1 B

01541 Kernstadt Chemische Textilreinigung Norge Bahnhofstraße/Goethestraße 31/3 1609/3 1609/1 B

01542 Kernstadt Tankstelle Maier Bahnhofstraße 47 1816/2 B

01543 Kernstadt Chemische Reinigung Phoenix Bahnhofstraße 50 2736/6 B

01544 Kernstadt Druckerei Elser Bahnhofstraße 62 2734/1 B

01545 Kernstadt Chemische Reinigung Immenschuh Bahnhofstraße 65 1782 B

01546 Kernstadt Auto-Bereifung Gummi-Conrady Bahnhofstraße 88-90 2725/2 2725/3 B

01547 Kernstadt Druckerei Melter I Bahnhofstraße 110 2722 2721 B

01548 Kernstadt EV-Tankstelle der Stadtwerke Danziger Straße 13 2137 B

01549 Kernstadt EV-Tankstelle der Polizei Enzstraße 22-24 483 B

01550 Kernstadt Optische Industrie Filitz Friedrichstraße 24 1783 E

01551 Kernstadt Sägewerk Schöpf Goethestraße 12 1589/1 E

01552 Kernstadt Gummi-Scheufele, Shell-Tankstelle Gustav-Schwab-Straße 7 3052/1 B

Stand: November 2006 159

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Objekt-Nr Teilgemeinde Name Straße Haus-Nr Nr 1 Nr 2 Nr 3 Nr 4 Nr 5 Nr 6 Nr 7 Handlungsbedarf

01553 Kernstadt EV-Tankstelle Schüle Gustav-Schwab-Straße 9, 7/1 3058/2 3052/3 B

01554 Kernstadt Metallschleiferei Eckert Gustav-Schwab-Straße 33 3076/2 B

01555 Kernstadt Chemische Reinigung Sannwald I Hindenburgstraße 86 3006/3 B

01556 Kernstadt Lack- und Farbenfabrikation Knapp I

01557 Kernstadt Spedition Dietrich

Industriestraße/Isolde-Kurz-

Weg 10 / 1 3071/1 B

Industriestraße/Lienzinger

1927/

Straße 15-17 / 12 1927/1 1927/2 3 1927/4 1927 B

01558 Kernstadt Metallwarenfabrik Geißel Industriestraße 16 3056 B

01559 Kernstadt Firma Roesler und Firma Fakir Industriestraße 19-21 1928 1979 1986 E

01560 Kernstadt Fakir-Werk Wilhelm Kicherer Industriestraße 36-40 3074 2712 B

01561 Kernstadt EV-Tankstelle der Firma Händle & Söhne Industriestraße 47 1996 1997 1998 1999 B

01562 Kernstadt Gießerei Müller Industriestraße 48 2711/4 2711/3

2711/

2 B

01563 Kernstadt Kfz-Werkstatt und Tankstelle Ahner Industriestraße 65 2034/2 2034/3 B

01564 Kernstadt EV-Tankstelle Heinzelmann Industriestraße 69 2701 B

01565 Kernstadt Akkumulatorenbau Bräutigam Industriestraße 82 2717 B

01566 Kernstadt EV-Tankstelle der Firma Fischer Industriestraße 100 2629 B

01567 Kernstadt EV-Tankstelle der Transportbetonwerke Industriestraße 101 2648/4 B

01568 Kernstadt Elektromotorenwickelei del Negro Kerschensteinerstraße 4 2016 E

01569 Kernstadt Stahlwollefabrik Griesinger & Sohn Kißlingweg 22 3089 B

00797 Kernstadt Metallveredlung Walther & Sohn Kißlingweg 58 3264/8 B

01570 Kernstadt Druckerei Melter II Lienzinger Straße 58 2091 B

01571 Kernstadt Primus-Apparatebau Lindachstraße 7 2927/1 B

01572 Kernstadt Uhrenfabrik Castan Ötisheimer Straße 3 1321 E

01573 Kernstadt Tankstelle Albrecht Pforzheimer Straße 33-35 673/1 674/1 673/2 674/2 E

01574 Kernstadt Tankstelle und Galvan. Anstalt Walther I Pforzheimer Straße 38 1320/3 E

01575 Kernstadt Galvanische Anstalt Walther II Pforzheimer Straße 56 1318 1318/1

1318/

2 1318/3 1318/4 E

00798 Kernstadt Kunststoffwarenfabrik Atlanwerke Pforzheimer Straße 85,87,95 739 739/1 739/2 E

01576 Kernstadt Tankstelle und Kfz-Werkstatt Dobler Pforzheimer Straße 94 1285 B

Stand: November 2006 160

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Objekt-Nr Teilgemeinde Name Straße Haus-Nr Nr 1 Nr 2 Nr 3 Nr 4 Nr 5 Nr 6 Nr 7 Handlungsbedarf

01577 Kernstadt EV-Tankstelle der Firma Filitz Ziegeleistraße 18-24 1831 B

01458 Dürrmenz Aluminium-Gießerei Eisenmann Auf dem Nagd 13 6490 B

01459 Dürrmenz Uhrenfabrikation Andres Baron-Müller-Weg 5 7867 B

01460 Dürrmenz Schreinereien Bossert und Tenzer Baron-Müller-Weg 7, 7/1 7868 B

01461 Dürrmenz Schraubenfabrik E. Doeffinger I Baron-Müller-Weg 14-14a 7871/2 7871/1 B

01462 Dürrmenz EV-Tankstelle Lauber Bischof-Wurm-Platz/Hofstraße 2-4, 24 209 210 211 212 215 215/1 215/4 B

01463 Dürrmenz Schreinerei Stoll, Dammweg Dammweg 11 353/1 B

01466 Dürrmenz Apparatebau Biselli Hofstraße 7a, 7/1a 4/4 B

01467 Dürrmenz

Silber- u. Metallwarenfabrik Mühlacker

GmbH Hofstraße 23 15/3 B

01468 Dürrmenz Dieseltankstelle Hofmann Im Dörnich 3 6499/1 B

01469 Dürrmenz Oberflächenbearbeitung Müller und Rebbe Karl-Gerok-Straße 7 7847/1 B

01470 Dürrmenz Uhrenfabrik Scheytt und Galli Karl-Gerok-Straße 10 7848/9 B

01471 Dürrmenz Maschinenbau Hamatech GmbH Krokusweg 1-3 6140/88 B

01472 Dürrmenz Tank-Service-Craiss Leoweg 8 204 B

01473 Dürrmenz Metallverarbeitung Rettstatt Marktplatz 6 315 B

01475 Dürrmenz Uhrenfabrik Castan & Streicher Obere Königstraße 15, 15/1, 15/2 6255 6255/5 B

01476 Dürrmenz Schmuckwarenfabrik Gustav Kessel GmbH

Otto-Rieger-

Straße/Schulstraße 1, 51 7937 7936 B

01478 Dürrmenz Lagerhäuser der Genossenschaftsbank Waldenserstraße 25 301 301/1 331/1 B

01479 Dürrmenz Platten- und Terrazzogeschäft Morath Waldenserstraße 36 265 265/1 B

01480 Dürrmenz Galvanoplastik Mahler & Waidelich Waldenserstraße 44 257 B

01481 Dürrmenz Schlosserei, Metallverarbeitung Gössele u.a. Wiernsheimer Straße 16 184 B

01482 Dürrmenz Schmuckwarenfabrik Fuchs I Wiernsheimer Straße 36 166 B

01483 Dürrmenz Mechanische Werkstätte Schmid u. Frenken Wiernsheimer Straße 38-38/2 165 165/3 B

01484 Dürrmenz Mineralölvertretung Faber Wiernsheimer Straße 46 158 159 B

01485 Dürrmenz Baustoffgroßhandel Schächtele Bodenrainweg 15 4919 4920 4921 B

01486 Dürrmenz Bijouteriefabrik Heinrich Craiss Brunnengasse 16 17/2 B

01487 Dürrmenz Federringfabrik Jouvenal Brunnengasse 17 59/1 B

01488 Dürrmenz Tankreinigung und Tankschutz Caiss II Herrenwaag 35 4857/5 B

Stand: November 2006 161

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Objekt-Nr Teilgemeinde Name Straße Haus-Nr Nr 1 Nr 2 Nr 3 Nr 4 Nr 5 Nr 6 Nr 7 Handlungsbedarf

01489 Dürrmenz Tankstelle Emil Reinhardt I Hofstraße 12, 12/1-4 223/1 224 225 226 227 B

01490 Dürrmenz Mineralöllager der Firma Craiß I Leoweg 3 203 B

01491 Dürrmenz Brauerei Wulle Leoweg 5-7 7873 B

01492 Dürrmenz Tankstelle Reinhardt II Marktplatz 4 319 319/1 320/1 B

01493 Dürrmenz Metallgießerei und Schleiferei Don Unter dem Nagd 26 6324 E

01494 Dürrmenz Bettfedernreinigung Wanner Untere Königstraße 1 75 B

01495 Dürrmenz Chemische Reinigung Sannwald II Untere Königstraße 5 70/1 B

01496 Dürrmenz Bau- und Möbelschreinerei Rudolf u. Nachf. Wiernsheimer Straße 40 160 B

01218 Enzberg Feingießerei Burkhardt Brauereigasse 4 105 B

01219 Enzberg Autolackierwerkstätte Köttner Brettener Straße 5 3979 B

01220 Enzberg Mechanische Werkstätte Reinhardt Brückenstraße 2 1195/4 B

01221 Enzberg Schmuckwarenfabrik Huber & Seifried Burgherrenstraße 8 65 B

01222 Enzberg Schmuckwarenfabrik Dittler Burgherrenstraße 24 119 B

01223 Enzberg Wäschefabrik Wolf I Dorfwiesenstraße 18 997 B

01224 Enzberg Bijouteriefabrik Eberhard I Dorfwiesenstraße 30 992 B

01225 Enzberg Bijouteriefabrik Eberhard II Dorfwiesenstraße 31 1159 B

01226 Enzberg Metallwarenfabrik Elsäßer Dorfwiesenstraße 35 1149 B

01227 Enzberg Maschinen- und Werkzeugbau Schuler Dorfwiesenstraße 50 1135 B

01228 Enzberg Bijouterie-Hilfsartikel Gengenbach Dorfwiesenstraße 92 1194/5 1194/3 B

01229 Enzberg Uhrenfabrik Schack Dr.-Simons-Straße 12 1170/3 B

01231 Enzberg Ankerwickelei Stieß Dr.-Simons-Straße 36 1175 B

01232 Enzberg Poliergeschäft Heß Dr.-Simons-Straße 55 1787 B

01233 Enzberg Spar- u. Darlehenskasse, Brennmaterialien Finkenwiesenstraße 1 433 B

01234 Enzberg Schmuckwarenfabrik Hofmann Finkenwiesenstraße 25 378 B

01236 Enzberg Wäschefabrik Wolf II Hölderlinstraße 1 969 B

01237 Enzberg Schmuckwarenfabrik Karl Schneider Kieselbronner Straße 37 4746 B

01239 Enzberg Lagerplatz der Baustoffhandlung Grimm

Ludwig-Thoma-Straße (Bahnbereich)

1185 B

01241 Enzberg Kreissägenfabrik Rost Nieferner Straße 6 100/3 B

Stand: November 2006 162

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Objekt-Nr Teilgemeinde Name Straße Haus-Nr Nr 1 Nr 2 Nr 3 Nr 4 Nr 5 Nr 6 Nr 7 Handlungsbedarf

01242 Enzberg Kunstlederreinigung Meissner Nieferner Straße 55 333 B

01243 Enzberg Lagerhalle des Kontaktwerks Scheffelstraße 3 395/2 B

01244 Enzberg Schmuckwarenwerkstätte Müller II Schiedstraße 10 4759 B

01245 Enzberg Schmuckwarenfabrik Scheider Schumannstraße 2 2971/1 B

01246 Enzberg Kettenfabrik Eisenmann II Seestraße 11 4743 B

01247 Enzberg Galvanisierungs-Werkstatt Jösel Steegerstraße 3 944 B

01248 Enzberg EV-Tankstelle der EVS I Steegerstraße 5 943 B

01249 Enzberg Schmuckwarenfabrik Nonnenmann Wielandstraße 10, 10/1 429/1 B

01250 Enzberg Werkzeugfabrik Scheider und Kraft KG Burgherrenstraße 1 110 E

01251 Enzberg Schmuckwarenfabrik Seifried Dorfwiesenstraße 20 996 E

01252 Enzberg Galvanisierungs-Werkstatt Walther Dorfwiesenstraße 33 1150 E

01253 Enzberg Schmuckwarenfabr. Hartmann & Rentschler Dorfwiesenstraße 36 990 E

01254 Enzberg Chemische Reinigung Janaszak Dr.-Simons-Straße 9 33/2 E

01255 Enzberg Autowerkstätte und Tankstelle Leibbrand Dr.-Simons-Straße 60 1179/2 E

01256 Enzberg Kontaktplattierwerk Enzberg Hauffstraße 8 398/1 396/1 E

00796 Enzberg Werkzeugfabrik Neuhäuser Hölderlinstraße 2 968 E

01257 Enzberg Industrielackierungen Bischoff Kanalstraße 14 1014 E

01258 Enzberg Maschinenfabrik Arny Kanalstraße 34 1095 1096

1099/

3 1100 E

01259 Enzberg Lackierwerkstätte Bischoff Kieselbronner Straße 51 4734 E

01260 Enzberg Galvanische Anstalt Philippi & Co.KG Ludwig-Thoma-Straße 30-32 977 983 1160 1160/1 E

01261 Enzberg Schmuckwarenfabrik Schwörer Nieferner Straße 36 156 E

01262 Enzberg EV-Tankstelle des SchotterwerksI Pforzheimer Straße 116 1119 E

01263 Enzberg Industriekomplex an der Umgehungstraße Umgehungsstraße 27-31 355 353 337 335 E

01264 Enzberg Tankstelle Lindauer Waldstraße 5 4744 B

01265 Enzberg EV-Tankstelle der EVS II Werkstraße/Heilbronnerstraße 48, 40 1269 B

01069

01070

Großglattbach

Strickwarenfabrik Neubauer Grafenweg 2 92 B

Großglattbach

Schrotthandlung Doubrava Iptinger Weg 5 128 A

01071 Großglatt- Etuifabrik efa GmbH Marsstraße 21 954/3 B

Stand: November 2006 163

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

01072

bach

Großglattbach

Spiralfederfabrik Mathe Schwarzwaldstraße 3 118/2 B

Stand: November 2006 164

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Objekt-Nr Teilgemeinde Name Straße Haus-Nr Nr 1 Nr 2 Nr 3 Nr 4 Nr 5 Nr 6 Nr 7 Handlungsbedarf

01073

01074

01075

01076

Großglattbach

Metallschleiferei Fiedler Vaihinger Straße 37 verm. 75 B

Großglattbach

Bürstenhölzerfabrik Sieber Vaihinger Straße 92 3290 B

Großglattbach

Strickwarenfabrik Gayer, Elektromotoren

Götz Fronackerweg 7 973 B

Großglattbach

Tankstelle Schmid Löwengasse 6 88 E

01077 Lienzingen Tankstelle Ruff, Frankenstraße Frankenstraße 2 196/1 B

01078 Lienzingen Mechanische Werkstätte Geiger Friedenstraße 14 18/1 B

01079 Lienzingen Automatendreherei Huber Friedenstraße 52 240/2 B

01080 Lienzingen Fuhruntern. Rössler mit EV-Tankstelle Neuwiesenstraße 5 1082/2 B

01081 Lienzingen Metalldreherei Braun Raithstraße 6 1328/3 B

01082 Lienzingen Chemische Reinigung Weixler Brühlstraße 36 4488/1 E

01083 Lienzingen Metallschleiferei Hergarden Brühlstraße 37 4479/2 E

01084 Lienzingen Tankstelle Lepple Zaisersweiherstraße 4 1312/1 E

01085 Lomersheim Landwirtsch. Maschinenfabrik Fischer Burgweg 1 271/3 271/2 271/1 B

01086 Lomersheim Metallwarenfabrik Gebr. Fischer Burgweg 2 309 B

01087 Lomersheim Maschinenfabrik Binder & Weichert Illinger Straße 68 337 B

01088 Lomersheim Maschinenfabrik Lutz Mühlackerstraße 13 20 B

01089 Lomersheim Schreinerei Pfrommer Mühlackerstraße 35 4 B

01090 Lomersheim Werkzeug- und Maschinenbau Riede Mühlackerstraße 47-49 110/4 110/3 B

01091 Lomersheim Bau- und Möbelschreinerei Giraud Mühlackerstraße 125 3844 B

01092 Lomersheim Spedition Burger mit EV-Tankanlage Mühlackerstraße 127 3843 3817 B

01093 Lomersheim Schreinerei und Holzsägerei Scheible Turmstraße 18 268 B

01094 Lomersheim Spedition Binder mit EV-Tankstelle Illinger Straße 69 310 B

01095 Lomersheim Zimmerei und Schreinerei Knöller Illinger Straße 102 504 B

01096 Lomersheim Chemische Reinigung Burger Mühlackerstraße 68 153 E

01097 Lomersheim Weberei Wendler Mühlackerstraße 77-79 121 3802 B

01098 Mühlhausen Schreinerei Lutz Bonhoefferstraße 10 815 B

01099 Mühlhausen Maschinenfabrik Horn Martin-Luther-Straße 18 232/1 B

Stand: November 2006 165

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

01578 Mühlhausen AVIA-Tankstelle Raiffeisenbank Wiesenstraße 2 1625 B

00029 Kernstadt Mühlehof E 2-3

Stand: November 2006 166

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Objekt-Nr Teilgemeinde Name Straße Haus-Nr Nr 1 Nr 2 Nr 3 Nr 4 Nr 5 Nr 6 Nr 7 Handlungsbedarf

01694 Kernstadt Metallkreissägen u. Fräsferabrik Schuler B

00003 Kernstadt Galvanik Fa. Brohammer B

01695 Kernstadt Maschinenfabrik Raster B

01696 Enzberg Schmuckwarenfabrik Emrich E 2-3

Stand: November 2006 167

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

10.2 Flächen mit wasserrechtlichen Schutzfestsetzungen

10.2.1 Wasserschutzgebiete

Im Flächennutzungsplan werden die von der unteren Wasserbehörde mitgeteilten

rechtskräftigen Wasserschutzzonen I-III dargestellt. Die Gebietsdarstellung

wurde aufgrund der Wasserschutzverordnung vom Landratsamt Pforzheim übernommen.

Die Bestimmungen über die Nutzung in Wasserschutzgebieten sind

einzuhalten.

Geplante Wasserschutzgebiete:

Nr. 236 013 Illingen TB Brühl-Pfahlwiesen

Nr. 236 015 Stadt Mühlacker TB I-III

Nr. 236 017 Stadt Mühlacker - Lomersheim TB I+II

Nr. 119 Stadt Vaihingen/Enz, Aurich, Roßwag

Gemeinde Ötisheim – Corres TB I - III

10.2.2 Überschwemmungsgebiete

Zur Erhaltung und Rückgewinnung der natürlichen Hochwasserrückhaltungsräume

an der Enz dienen die Überschwemmungsgebiete. Maßnahmen die den

Hochwasserabfluss beeinträchtigen sind in diesen Bereichen zu vermeiden.

Mit Verordnung vom 06.11.1996 wurde das bestehende Überschwemmungsgebiet

Mühlacker-Lomersheim entlang der Enz auf die Gemarkungen Enzberg,

Mühlacker, Lomersheim und Mühlhausen ausgedehnt.

Die Überschwemmungsgebiete werden in die Darstellung des Flächennutzungsplanes

aufgenommen.

10.3 Bau- und Bodendenkmale

Die Darstellung der bekannten Bau- und Bodendenkmale im Flächennutzungsplan

erfolgt nicht. Dies würde den Plan inhaltlich überfrachten. Einer Übersicht

über die Bau- und Bodendenkmale dient die folgende Auflistung.

Mühlacker

Tabelle 57: Verzeichnis der unbeweglichen Bau- und

Kunstdenkmale 50

* Bei den mit P gekennzeichneten Objekten kann die Denkmaleigenschaft erst nach einer eingehenderen

Prüfung endgültig festgestellt oder ausgeschlossen werden. Die Prüfung erfolgt, wenn

am Objekt Veränderungen geplant sind. Seite 1 von 32

Enzberg

Bachstraße 3, 3a (Flstnr. 75/2, 75/4)

Wohnhaus, giebelständiger, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Fachwerk verputzt, Steinschieber, 2. Hälfte

18. Jahrhundert, gesondert Schweineställe 19. Jahrhundert (Sachgesamtheit) § 2

Bachstraße 17, 17a (Flstnr. 77/2)

Gehöft, giebelständiges, verputztes Fachwerkwohnhaus und Scheune, 18. Jahrhundert (Sachgesamtheit) § 2

Burgherrenstraße 12 (Flstnr. 56/2)

Evang. Kirche. Zweigeschossiger, gotischer Turm mit späterem Obergeschoss und Helm, Langhaus 1832, an

den Turm anschließend Betonmauer mit Inschriftstein vom alten Bergschulhaus bezeichnet 1751 § 2 (12)

50 LANDESDENKMALAMT BADEN-WÜRTTEMBERG: Verzeichnis der unbeweglichen Bauund

Kunstdenkmale, Regierungsbezirk: Karlsruhe Erstellt: September 1974 Landkreis:

Enzkreis Datum: 22.12.2005 Gemeinde: Mühlacker Bearbeiter: Schm/Ohnmacht. Seite

1 von 32

Stand: November 2006 168

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Burgherrenstraße 17 (Flstnr. 120

Evang. Pfarrhaus. Zweigeschossiger Putzbau über Sandsteinsockel, Walmdach, im Erdgeschoss Rundbogenfenster,

1843 § 2

Burgherrenstraße 38 ((Flstnr. 4800/9)

Ehemaliges Aussichtshäuschen kombiniert mit der Funktion Wasserhochbehälter, Eisenbetonbau mit Walmdach,

lisenenartige Betonung der Ecken, Stockwerkgesims, Wechsel von rauem und glattem Putz, 1906/07 § 2

Dr.-Simons-Straße 5 (Flstnr. 35/1)

Ehemalige Zehntscheune, heute Quereinhaus. Zweigeschossiger, giebel-ständiger Fachwerkbau mit massivem

Erdgeschoss, Eckquaderung und Krüppelwalmdach, Fensterbrüstungsfelder mit übereinander gelegten Rauten

und Andreaskreuzen, an dem Mittelpfosten Flachschnittornamente, zwischen den Fenstern geschosshohe

Kreuz- und Quadratausfachungen, bezeichnet an einem Mittelständer 1609 und an einem Eckständer 1802

und 1978 § 28

Dr.-Simons-Straße 12, 12a, 16 (Flstnr. 1170/3, 1170/4, 1170/2)

Schule (12), Toilettengebäude (12a) und Lehrerhaus (16), bezeichnet am Eingang der Schule "Schulhaus Enzberg

Erbaut 1907", originale Eingangstür, bezeichnet am Lehrerwohnhaus "1907". (Sachgesamtheit) § 2

Dr.-Simons-Straße 13, 13/1 (Flstnr. 32)

Gehöft, giebelständiges Fachwerkhaus um 1800, zurückliegend Schuppen (Sachgesamtheit) P*

Dr.-Simons-Straße 101 (Flstnr. 1728)

Wasserwerk § 2

Kieselbronner Straße 2 (Flstnr.37/2)

Siehe Rathausplatz 5

Ludwig-Thoma-Straße 3 (Flstnr. 1185/4)

Siehe Steegerstraße 6 § 2

Nieferner Straße 4 (Flstnr. 100/4)

Giebelständiges, zweigeschossiges, verputztes Fachwerkhaus mit zwei vorkragenden Dachgeschossen, im

Erdgeschoss Veränderungen, 18. Jahrhundert P *

Nieferner Straße 6 (Flstnr. 100/3)

Giebelständiges, verputztes Wohnhaus, auf dem ebenerdigen Kellerrundbogen "17 HME 69", Umbau des

Wohnhauses im 19. Jahrhundert P *

Rathausplatz 5, Kieselbronner Straße 2 (Flstnr. 37, 37/1, 37/2)

So genanntes altes Schlößle. Zweigeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss und

Eckquaderung. Am Kellerrundbogen Sechseckstern, darüber als Relief Lunettenädikula mit zwei Wappen und

Inschrift mit Jahreszahl 1583, nach Brand im Jahr 1689 Neubau ab zweitem Obergeschoss, im ersten Giebelgeschoss

mittiger Fenstererker, darüber heute vermauerte Speicheröffnungen. Dach mit originaler Biberschwanzgradschnittdeckung,

Fenster zum Teil neu (Sachgesamtheit) § 2 (12)

Rathausplatz 10 (Flstnr. 947)

Kelter, 1797 § 2

Rathausplatz 12 (Flstnr. 945)

Rathaus. Zweigeschossiger, traufständiger Fachwerkbau mit verputztem Erdgeschoss. Im Obergeschoss Fenstererker

mit Konsolen. Am Eckpfosten Wappen und Flachschnittornamente, Dachreiter. 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts,

Eingangstür bezeichnet 1905 § 2

Steegerstraße 6 (Flstnr. 1185)Ludwig-Thoma-Straße 3 (Flstnr. 1185/4)

Bahnhof, Empfangsgebäude und Güterhalle (Ludwig-Thoma-Straße 3). Zweigeschossiger, verputzter Massivbau

mit Sandsteingliederung, flach geneigtes Satteldach, Erdgeschoss Segmentbogen, Obergeschoss gruppierte

Fenster in den Außenachsen, 1863, Veränderungen der 1950er Jahre im Erdgeschoss § 2

Werkstraße 48, 52 (Flstnr. 1269, 1288/1)

Umspannwerk mit Kanal, 1909, s.a. Mühlacker (Flstnr. 1031) (Sachgesamtheit) § 2

Stadtteil Großglattbach (überprüft!)

Am Berg 1 (Flstnr. 94)

Quereinhaus, zweigeschossiges Fachwerkhaus mit Satteldach, bezeichnet am Eckpfosten 1796 § 2

Am Berg 5 (Flstnr. 94/2)

Gehöft, verputztes giebelständiges Fachwerkwohnhaus mit zurückliegender Scheune, 18. Jahrhundert (Sachgesamtheit)

§ 2

Grafenweg 2 (Flstnr. 92)

Gasthaus Krone, verputztes, traufständiges Gebäude mit Krüppelwalmdach, an der Talseite Mansarddach

und Zwerchgiebel, um 1800, Wirtshausschild an der Giebelseite, auf der Rückseite zwei spätere Anbauten,

Fachwerkscheune mit niedrigerem Stallanbau im Winkel, 18. Jahrhundert (Sachgesamtheit) § 2

Stand: November 2006 169

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Grafenweg 9 (Flstnr. 41)

Wohnhaus, giebelständiges, zweigeschossiges Fachwerkwohnhaus mit Satteldach mit niedrigerem Vorbau, 18.

Jahrhundert § 2

gegenüber Grafenweg 9 (Flstnr. 89?)

Gusseiserne Brunnensäule mit Sandsteintrog, 2. Hälfte 19. Jahrhundert § 2

Iptinger Weg, K 4502

Bogenbrücke aus Kalksteinmauerwerk mit seitlichen Steinbrüstungen aus Sandstein, 19. Jahrhundert § 2

Kleiner Grund 1, südwestlich des Orts (Flstnr. 2006)

Gemeinschaftsdreschhalle, nach Plänen der Architekten Förnzler&Ropp, Vaihingen, von 1947 § 2

Lammgasse 1 (Flstnr. 137)

Gasthaus Lamm, zweigeschossiges, giebelständiges, verputztes Fachwerkhaus, 18. Jahrhundert § 2

Obere Gasse 2 (Flstnr. 89)

Gehöft, eingeschossiges Fachwerkwohnhaus auf Steinsockel mit Krüppelwalm, am Eckpfosten bezeichnet

1556, am Kellerundbogen 1545 und Stallscheune von 1786, Steinrelief mit Hahn bezeichnet 1786 an späteren

Anbau vom Anfang des 20. Jahrhunderts (Sachgesamtheit) (§12)

Obere Gasse 5 (Flstnr. 41/4)

Gehöft, giebelständiges, zweigeschossiges Fachwerkwohnhaus mit Satteldach, 17./18. Jahrhundert, zurückliegende

Stallscheune, 19. Jahrhundert (Sachgesamtheit) § 2

Obere Gasse 7 (Flstnr. 46/3)

Gehöft, giebelständiges, zweigeschossiges Fachwerkwohnhaus mit Satteldach und Scheune, 2. Hälfte 17.

Jahrhundert (Sachgesamtheit) § 2

Obere Gasse 9 (Flstnr. 48)

Gehöft, giebelständiges, zweigeschossiges Fachwerkwohnhaus, 1555, niedrigerer Schopfvorbau, 17. Jahrhundert

im Unterbau, Schweineställe 19. Jahrhundert und zurückliegende Scheune, 1831 über älterem tonnengewölbtem

Keller, das erste Ober- und Dachgeschoss als Wohnung umgenutzt (Sachgesamtheit) (§12)

Obere Gasse 12 (Flstnr. 69)

Wohn- und Geschäftshaus, giebelständiges, zweigeschossiges, verputztes Fachwerkhaus, 18. Jahrhundert, älterer

Ladeneinbau um 1960 modernisiert § 2

Obere Gasse 14 (Flstnr. 71)

Gehöft, zweigeschossiges, traufständiges, langgezogenes Wohnhaus und Scheune mit Krüppelwalm im rechten

Winkel an der Zehntgasse, um 1800, Wohnhaus ab der Tordurchfahrt Mitte des 19. Jahrhunderts über ein

Gartengrundstück verlängert (Sachgesamtheit) § 2

Obere Gasse 17, 19 (Flstnr. 68/1, 68/2)

Gehöft, giebelständiges Fachwerkwohnhaus mit Krüppelwalm und rückwärtigem niedrigerem Fachwerkanbau,

parallel dazu giebelständige Scheune, 17./18. Jahrhundert mit älterem Teil aus dem 16. Jahrhundert,

Verblattungen im rückwärtigen Giebel des Wohnhauses (Sachgesamtheit) § 2

Obere Gasse 21 (Flstnr. 18)

Scheune, Teil einer Sachgesamtheit, 16./17. Jahrhundert P*

Obere Gasse 23 (Flstnr. 15/1)

Wohnhaus, giebelständiges, verputztes Fachwerkhaus mit Satteldach, frühes 19. Jahrhundert P*

Ritterweg 21 (Flstnr. 22/1)

Ehemalige Schule, giebelständiges, zweigeschossiges Gebäude mit Krüppelwalmdach, bezeichnet 1821, 1827

nach Brand instandgesetzt, 1879 modernisiert § 2

Ritterweg 23 (Flstnr. 21)

Ehemalige Wehrkirche St. Peter mit befestigtem heute aufgelassenem Kirchhof, seit der Reformation evangelisch,

heute von den Katholiken genutzt. Längsgerichteter Saalbau mit gerade abschließendem eingezogenem

Chor, Satteldach und romanischem Westturm, 1870 um ein neugotisches Oktogon mit Spitzhelm erhöht;

im Chor Kreuzrippengewölbe mit gemalten Evangelistensymbolen und skulpiertem Schlussstein mit Christuskopf,

13./14. Jahrhundert; im Schiff teilweise spätgotische Decke mit Flachschnitzereien erhalten, Kirchenbänke

des 19. Jahrhunderts; im Erdgeschoss des Turms Kreuzrippengewölbe, auf dem skulpierten Schlußstein gekreuzte

Schlüssel als Hinweis auf das Patrozinium des Apostels Petrus; Wehrmauer teilweise erhalten, Zwingergraben

an der Nordseite (Sachgesamtheit) § 28 (12)

Ritterweg 25 (Flstnr. 19)

Schule anstelle des Armenhauses des 17. Jahrhunderts, giebelständiger, dreigeschossiger Bau mit Satteldach

und zwei kleinere Anbauten, an der Talseite Fachwerkgeschoss und Giebel in Sichtfachwerk über zweigeschossigem

massivem Sockel aus Sandsteinbossenmauerwerk, 1953 nach Plänen von Förzler&Rapp § 2

St.-Markus-Straße 35 (Flstnr. 1689)

Stand: November 2006 170

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Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Evang. Markuskirche mit von einer Mauer umgrenztem Friedhof, Zugang von der Nordseite über eine Platanenallee.

Saalbau mit eingezogenem, dreiseitigem Chor mit Satteldach und Turm mit Zeltdach nördlich davon,

bezeichnet über dem nördlichen Eingang 1403. Im Chor Netzsterngewölbe mit gemalten Evangelistensymbolen,

auf den skulpierten Schlusssteinen die Wappen von Pfalz/Bayern und Kloster Maulbronn und eine

Rose dargestellt, in einem Südfenster spätgotische Fensterscheibe mit Petrusfigur aus der Peterskirche bemerkenswert.

1934 qualitätvolle Modernisierung nach Plänen der Stuttgarter Architekten Klatte&Weigle. Historische

Grabsteine im Innern und an den Außenmauern der Kirche aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Der Friedhof

1842 und in den 1950er Jahren erweitert, Gefallenendenkmal der beiden Weltkriege, Anlage einer Birkenallee

(Sachgesamtheit) § 28 (12)

Schmale Gasse 1 (Flstnr. 44)

Wohnhaus, giebelständiger Fachwerkbau mit Satteldach, 18. Jahrhundert, Modernisierungen im 19. und 20.

Jahrhundert P*

Schwarzwaldstraße 6 (Flstnr. 117/1)

Obere Mühle, giebelständiges Mühlengebäude (18. Jahrhundert) mit Mühlkanal, Scheune (19./20. Jahrhundert)

über älterem tonnengewölbtem Keller und Schopf (Sachgesamtheit) § 2

Vaihinger Straße 7 (Flstnr. 91/1)

Gehöft, giebelständiges, zweigeschossiges, verputztes Fachwerkwohnhaus mit zurückliegender Kellerscheune

mit Krüppelwalmdach, 18. Jahrhundert (Sachgesamtheit) § 2

Vaihinger Straße 8 (Flstnr. 132)

Teil eines Gehöfts, giebelständiges Fachwerkwohnhaus, bezeichnet auf dem Türsturz 1674 (§12)

Vaihinger Straße 14 (Flstnr. 139)

Teil eines Gehöfts, giebelständiges, dreigeschossiges Fachwerkwohnhaus mit Satteldach, um 1800 P*

Vaihinger Straße 26 (Flstnr. 148)

Evang. Pfarrhaus. mit von einer Mauer umgrenztem Garten und ehemaligem Waschhaus, Fachwerkwohnhaus

mit rückwärtigem Flügelanbau über massivem Sockelgeschoss, Toreinfahrt zur ehemals zurückliegenden

Scheune, 17./18. Jahrhundert (Sachgesamtheit) § 2

Vaihinger Straße 28 (Flstnr. 148/1)

Gehöft, giebelständiges Fachwerkwohnhaus, ab erstem Obergeschoss verkleidet, auf dem Kellerrundbogen

bezeichnet 1790, zurückliegende Scheune durch verkleideten Vorbau verdeckt (Sachgesamtheit) P*

Vaihinger Straße 34 (Flstnr. 151)

Gehöft, verputztes Fachwerkwohnhaus und zurückliegende Scheune, 18. Jahrhundert (Sachgesamtheit) P*

Vaihinger Straße 40 (Flstnr. 154)

Gehöft, verputztes Fachwerkwohnhaus und zurückliegende Stallscheune , 18. Jahrhundert (Sachgesamtheit) §

2

Vaihinger Straße 45 (Flstnr. 11)

Alte Kelter, Fachwerkständerbau mit Krüppelwalmdach, 17. Jahrhundert (§12)

Vaihinger Straße 47 (Flstnr. 187/1)

Teil eines ehemaligen Gehöfts, giebelständiges, zweigeschossiges Fachwerkwohnhaus mit Krüppelwalmdach,

18. Jahrhundert § 2

Vaihinger Straße 49,51 (Flstnr. 187/2, 187/3)

Gehöft, giebelständiges, dreigeschossiges Fachwerkwohnhaus mit Satteldach, Stallscheune parallel dazu,

17./18. Jahrhundert (Sachgesamtheit) § 2

Vogeltalstraße 4 (Flstnr. 10)

Gehöft, giebelständiges, zweigeschossiges Fachwerkwohnhaus mit Satteldach und zurückliegende Stallscheune,

17. Jahrhundert (Sachgesamtheit) § 2

Wehrgasse 8 (Flstnr. 140)

Back- und Schlachthaus, traufständiger, eingeschossiger Massivbau mit Satteldach, 1839, Anfang 20. Jahrhundert

nach Norden um eine Achse verlängert, Backofen wohl in dieser Zeit erneuert § 2

Zehntgasse 2 (Flstnr. 76/4)

Gestelztes Quereinhaus, zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach und Dachgaubenband, Fachwerkgiebel

16. Jahrhundert, um 1900 und im 20. Jahrhundert modernisiert § 2

Zehntgasse 4 (Flstnr. 76/5)

Ehemalige herzogliche Zehntscheune, giebelständiger Steinbau mit Satteldach, auf dem Torbogen Zisterzienser

Wappen mit der Jahreszahl 1797 und den Initialen H A § 2

Zehntgasse 5 (Flstnr. 50/1)

Stand: November 2006 171

F:\FNP\Erläuterungsbericht\Begründung\Begründung-frühzeitig-Oktober-06.doc


Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Ehemaliger fürstlicher Zehntkeller des Klosters Herrenalb, neben dem Kellerrundbogen auf einer Steintafel lateinische

Inschrift von 1604, dreigeschossiger Bau mit Satteldach, im 18. Jahrhundert über den seitlichen Treppenaufgang

verbreitert (§12)

Zehntgasse 8 (Flstnr. 68)

Gehöft, giebelständiges, dreigeschossiges Fachwerkwohnhaus mit ebenerdigem Kellereingang, bezeichnet

am Eckpfosten 1738 im rechten Winkel dahinter Scheune aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts (Sachgesamtheit)

§ 2

Außerhalb der Ortslage ohne Adresse

südlich der L 1125 nach Vaihingen an einer Wegmündung unterhalb des Hornbergs (Flstnr. 3343)

Ruhebank, Sandstein, 19. Jahrhundert § 2

Stadtteil Lienzingen (nicht überprüft!)

Bädergasse 5 (Flstnr. 93)

Fachwerkscheune, das Wohnhaus ist nach Süden orientiert § 2

Bädergasse 7-9 (Flstnr. 94/7, ?)

Eingeschossige, traufseitige Fachwerkhäuser, wohl ehemal. Schöpfe. Wichtig im Maßstabverhältnis zur Kirchenmauer

§ 2

Bei der Frauenkirche 22 (Flstnr. 248/1)

Liebfrauenkirche. Als Wallfahrtskirche erbaut 1476-1482 von dem Abt des Klosters Maulbronn Johann RIESCHER

von Ladenburg. Friedhofmauer. Lit.: Kunst- und Altertumsdenkmale im Königreich, Württemberg Neckarkreis,

1889, S. 428 § 28

Friedenstraße 3 (Flstnr. 72/4)

Eingeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau mit zwei Giebelverdachungen. Streben überblattet. 16. Jahrhundert

§ 2

Friedenstraße 6 (Flstnr. 21/1?)

Zweigeschossiger, giebelseitiger, verputzter Fachwerkbau. Schwelle gekerbt. Das Erdgeschoss mit Ziegeln verblendet

§ 2

Friedenstraße 7 (Flstnr. 73/1)

Zweigeschossiger, giebelseitiger Fachwerkbau. Erdgeschoss massiv mit störenden neuen Schaufenstern. In Mittelpfettenhöhe

Giebelverdachung. Am Eckpfosten Rundstäbe. Schwellen geschnitzt. Bez. am Eckpfosten Johan

Georg Straub 1749 § 28

Friedenstraße 9 (Flstnr. 73/2)

Zweigeschossiger, giebelseitiger Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss. Schwelle gekerbt. Giebelverdachung

in Traufhöhe. An der Traufseite kragt das Obergeschoss stark vor. Bez. am Mittelpfosten 1624 § 28

Friedenstraße 10 (Flstnr. 18/4)

Rathaus. Dreigeschossiger, giebelseitiger Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss und Krüppelwalmdach.

Streben und Kopfbänder ornamentiert. Schwelle gekerbt. Bez. am Eckpfosten MEISTER ZIMMER’MANN HANS

RUDERSHEISER VON GROSEN GLADBACH ANNO 1719 mit Beil, bez. an der Seite 1719. Bez. M Erdgeschoss 1822

SHG MME § 28

Friedenstraße 11 (heute Flstnr. 73/3)

Zweigeschossiger, giebelseitiger Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss und Giebelverdachung. 18. Jahrhundert.

Abgerissen ? § 2

Friedensstraße 13 (Flstnr. )

Gebäude P *

Friedenstraße 15 (Flstnr. 74/4)

Zweigeschossiger, giebelseitiger Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss. Giebelverdachung. 18. Jahrhundert

§ 28

Friedenstraße 17 (Flstnr. 74/5)

Zweigeschossiger, traufseitiger Fachwerkbau mit Tordurchfahrt und verputztem Erdgeschoss . Bez. ZDAD 1833 §

2

Friedenstraße 19 (Flstnr. 75/1?)

Zweigeschossiger, giebelseitiger Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss und Eckquaderung und zwei Giebelverdachungen.

Schwelle gekerbt. 18. Jahrhundert § 28

Friedenstraße 21 (Flstnr. 75/3)

Zweigeschossiger, traufseitiger, verputzter Fachwerkbau § 2

Herzenbühlstraße 1 (Flstnr. 22/1?)

Siehe Knittlingerstraße 8

Stand: November 2006 172

F:\FNP\Erläuterungsbericht\Begründung\Begründung-frühzeitig-Oktober-06.doc


Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Herzenbühlstraße 3 (Flstnr. 22/3)

Zweigeschossiger, giebelseitiger Fachwerkbau mit geschnitzten Knaggen in allen Geschossen. Über der Stalltür

Ofenfuß mit Blüte bez. LSH (?) 1744, 17. Jahrhundert § 28

Herzenbühlstraße 4 (Flstnr. 66/1)

Zweigeschossiger, giebelseitiger, verputzter Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach. Auf der Rückseite Fenstererker.

Wohl 18. Jahrhundert § 2

Herzenbühlstraße 10 (Flstnr. 61/2)

Zweigeschossiger, stark vorkragender Fachwerkbau. Pfosten und Schwellen überblattet. Bez. an der Eckknagge

1550 (§ 12)

Herzenbühlstraße 14 (Flstnr. 58/1)

Eingeschossiger, giebelseitiger Fachwerkbau mit einer Giebelverdachung. Geschosshohe Kreuz- und Rautenausfachungen.

Schwelle gekerbt. 18. Jahrhundert § 28

Herzenbühlstraße 17 (Flstnr. 31/1)

Dreigeschossiger, giebelseitiger Fachwerkbau, davon zwei Geschosse massiv mit Eckquaderung und Rundbogentor.

Bez. IF SIF 1805 (?) § 2

Herzenbühlstraße 17a (Flstnr. 31/1?)

Fachwerkscheune mit altem Tor, bez. am Sturz 1723 § 2

Herzenbühlstraße 24 (Flstnr. 51/1)

Zweigeschossiger, giebelseitiger Fachwerkbau auf Massivsockel. Pfosten und Schwelle überblattet. Dielung

sichtbar. An der Nordseite überdachte Außentreppe und aufgedoppelte Tür. Geschnitzte Knaggen. 16. Jahrhundert

§ 12

Herzenbühlstraße 26 (Flstnr. 50/6)

Zweigeschossiger, giebelseitiger Fachwerkbau. Geschoßhohe Rauten- und Kreuzausfachungen. Schwelle profiliert.

Fenstererker. Kopfbänder ornamentiert. Sparren mit Zahnschnitt. Bez. am Mittelständer 1686 § 28

Herzenbühlstraße 28 (Flstnr. 50/5)

Zweigeschossiger, giebelseitiger Fachwerkbau auf hohem Massivkellergeschoß. Originaler Türrahmen mit

Schlussstein. Am Kellergeschoss eingemauerter Ofenfuß mit Hämmerchen und Winkel. Bez. AE 1750. Bez. am

Sturz der Kellertür 1803 § 2

Herzenbühlstraße 30 (Flstnr. 39/4)

Zweigeschossiger, giebelseitiger, verputzter Fachwerkbau mit geschnitzten Knaggen am Giebel § 2

Herzenbühlstraße 36 (Flstnr. 36/2)

Zweigeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss und Krüppelwalmdach. Kellertor

mit Eselsrücken. An der Traufseite neuer Zwerchhausanbau. Pfosten überblattet. Dielung sichtbar. Erdgeschoss

19. Jahrhundert, sonst wohl 17. Jahrhundert, giebelseitige Scheune mit Steinschiebefenster mit geschnitzten

Knaggen. Schwellen überblattet. 16. Jahrhundert § 2(12)

Kirchenburggasse 3 (Flstnr. 13/1)

Zweigeschossiger, giebelseitiger Fachwerkbau, Erdgeschoss mit Ziegeln verblendet, Obergeschoss verputzt.

Drei Giebelverdachungen. Geschnitzte Knaggen. Wohl 16. Jahrhundert § 2

Kirchenburggasse 4 (Flstnr. 6/6)

Zweigeschossiger, giebelseitiger, verputzter Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss und breitem Krüppelwalmdach.

Tür mit geschweifter Rahmung und Segmentbogen. 2. Hälfte 18. Jahrhundert § 2

Kirchenburggasse 5 (Flstnr. 13/2)

Zweigeschossiger, giebelseitiger Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss und Eckquaderung. Krüppelwalmdach.

Schwelle geschnitzt. Auf der Westseite Hofeinfahrt. In der Durchfahrt noch originale Steinstufen. 17.

Jahrhundert (§ 12)

Kirchenburggasse 6 (Flstnr. 6/7)

Zweigeschossiger, giebelseitiger Fachwerkbau, das Erdgeschoss und Obergeschoss sehr schlecht proportioniert

erneuert § 2

Kirchenburggasse 8 (?) (Flstnr. 6/8)

Eingeschossige Fachwerkscheune, wichtig in Zusammenhang mit der Kirche § 2

Kirchenburggasse 9 (Flstnr. 14/1)

Zweigeschossiger, giebelseitiger Fachwerkbau, Erdgeschoss und Obergeschoss verputzt. Schwelle, Rähm und

Füllholz profiliert. Bez. an einem Giebelständer anno 1711 § 2

Kirchenburggasse 11 (Flstnr. 14/2?)

Zweigeschossiger, giebelseitiger Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss und Außentreppe. 18. Jahrhundert §

28

Kirchenburggasse 12 (Flstnr. 7/22)

Stand: November 2006 173

F:\FNP\Erläuterungsbericht\Begründung\Begründung-frühzeitig-Oktober-06.doc


Flächennutzungsplan Verwaltungsgemeinschaft „Mühlacker/Ötisheim“ – Begründung Vorentwurf

Evang. Kirche. Spätgotische Ostturmkirche mit Chornische, wohl auf Vorgängerbauten erbaut. Um die Kirche

Gaden, angelehnt an eine Wehrmauer mit Bossquadern. Graben. Reste einer Zugbrücke. Der Baumbestand

sollte erhalten werden. Lit.: Kunst- und Altertumsdenkmale im Königreich, Württemberg Neckarkreis, 1889, S.

428 § 28

Kirchenburggasse 14 (Flstnr. 11/3)

Zweigeschossiger, giebelseitiger, sehr schmaler Fachwerkbau mit doppel-läufiger Außentreppe. Fußstreben

und Kopfbänder ornamentiert. Knaggen geschnitzt. 16. Jahrhundert § 28

Kirchenburggasse 16 (Flstnr. 11/2)

Eingeschossiger, giebelseitiger, v