Coaching mit Jugendlichen durch Freiwillige - Qualipass

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Coaching mit Jugendlichen durch Freiwillige - Qualipass

1. Coaching mit Jugendlichen durch Freiwillige (Pia Gerber, Hrsg.)

Im Oktober 2002 hat die Freudenberg Stiftung zu einem Fachgespräch über „Coaching mit

Jugendlichen durch Freiwillige“ im Rahmen des Qualipasses eingeladen. Aus sehr

unterschiedlichen Perspektiven haben sich Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und

Praxis mit der Frage beschäftigt, wie eine Beratung und Unterstützung von Jugendlichen durch

Freiwillige gestaltet werden kann, damit sie Jugendlichen hilft, ihre beruflichen Fähigkeiten und

Möglichkeiten zu klären und ihre beruflichen Ziele besser zu erreichen. Praxisziel des

Gesprächs war, ein Konzept zur institutionellen Unterstützung und hilfreiches

Handlungswerkszeug für das Coaching durch Freiwillige zu entwickeln. Prämisse allen

Handelns ist die große Bedeutung, die alle Beteiligten dem Vorhandensein verlässlicher

Vertrauensbeziehungen zu kenntnisreichen Erwachsenen zugemessen haben, damit

Jugendliche mit Hilfe des Qualipasses ihren Weg in Ausbildung und Beruf finden. Nicht immer

können Eltern, Lehrer und Sozialpädagoginnen diese Funktion ausschließlich übernehmen.

Mehr denn je sind Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner gefragt, mit denen sich

Jugendliche selbst gewählt über ihre Lebenswünsche und -pläne auseinandersetzen können.

Manche nennen sich Mentorinnen, andere Coaches, wieder andere nehmen als Trainerin im

Sportverein, Leiter einer kirchlichen Jugendgruppe oder als Nachbarin informell diese Aufgabe

ohne besondere Funktionsbezeichnung wahr. „Begriffe müssen einer vernünftigen Praxis

folgen und nicht umgekehrt“, riet Eckard König, Experte für Systemisches Coaching, als wir

darüber nachgedacht haben, ob Coaching die passende Begriffsbezeichnung für eine nicht an

eine berufliche Qualifikation gebundene freiwillige Begleitung ist. Bereits Carl Rogers,

Begründer der personenzentrierten Psychotherapie, hatte mit seinen Forschungen darauf

hingewiesen, dass Berufsprofile keine Rückschlüsse auf die Beratungsqualität erlauben,

sondern dass es vor allem auf die Fähigkeit zur Einfühlung, Wertschätzung und Aufrichtigkeit

der Beratenden ankommt. Auf der Suche nach überzeugenden Beispielen guter Praxis sind wir

allein in Baden-Württemberg auf viele gute Ansätze gestoßen, von denen wir lernen können.

Die Patengruppe Schönaich begleitet Hauptschülerinnen und -schüler der 8. und 9. Klassen in

der Berufsfindungsphase und bietet Hilfen bei der Stellensuche. Zur Orientierung für die

Zusammenarbeit der 15 Freiwilligen mit den Jugendlichen wird mit Zielvereinbarungen

gearbeitet. Mitwirkende des Unterstützerkreises in Weinheim helfen einzelnen Jugendlichen

einen Ausbildungsplatz zu finden, bereiten Firmen auf die Gestaltung eines

Ausbildungsverhältnisses vor und vermitteln nach Bedarf bei Konflikten. Als wichtiger

Erfolgsfaktor hat sich hier die persönliche Brückenfunktion zwischen Jugendlichen und

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