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Jubiläusausgabe / anniversary edition

September 2015

20 Jahre ewe / 20 years ewe

WEITERE THEMEN IN DIESER AUSGABE:

Über Kochen, Dresscode und Kirche

About cooking, dresscodes and church

Erste Eindrücke

First impressions

Beim Friseur

At the hairdresser


Seite 2

Editorial Editorial Inhalt /Contents

Liebe Leser,

als ich mir vor Kurzem noch einmal bewusst

gemacht habe, dass wir nun den zwanzigsten

Geburtstag des ewe feiern, habe ich

mich gefragt, wie es sich eigentlich für mich

damals angefühlt hat, meinen zwanzigsten

Geburtstag zu feiern. Ich kann mich vor allem

daran erinnern, dass es mir wie eine

sehr lange Zeit vorkam, die da schon hinter

mir lag. Diese lange Zeit hat nun auch das

ewe bereits hinter sich gebracht. Und dann

fällt mir plötzlich ein,

dass es genau mein

zwanzigster Geburtstag

war, an dem ich

zusammen mit meinen

vier Mitstreiterinnen

in Düsseldorf einen

Flieger gen London

betreten habe

und wir dann von dort

nach Lusaka geflogen

sind. Es war der Beginn

meines Freiwilligenjahrs in Mazabuka.

Blickt man auf die gesamte Lebensspanne

des ewe, war das noch zur „Grundschulzeit“.

Und doch hatte ich schon damals das

Gefühl, das beim ewe Menschen am Werk

waren, die genau wussten, was sie taten –

auf deutscher und auf sambischer Seite. Ich

finde es sehr spannend, zu schauen, wie

sich unser Verein seitdem verändert hat. Wie

immer wieder neue Generationen von Freiwilligen

aufgebrochen sind, um für ein Jahr

in Sambia oder in Deutschland etwas ganz

Neues auszuprobieren und in eine neue

Kultur einzutauchen. Darum bin ich sehr

froh, dass wir in dieser Jubiläumsausgabe

ein buntes Bild verschiedener Eindrücke

auch aus unterschiedlichen Jahren präsentieren

können. Es macht Spaß, zurückzuschauen,

und es macht auch Spaß, nach

vorne zu schauen. Denn mit den vielen Engagierten

im Verein, dem großen Erfahrungsschatz

der vielen Ehemaligen und dem großen

Wunsch auf beiden Seiten, eine intensive

deutsch-sambische Partnerschaft fortleben

zu lassen, freue ich mich schon auf die

nächsten zwanzig Jahre. Jetzt aber danke

ich euch und Ihnen erst einmal für die treue

Unterstützung und für vielfältiges Engagement

und wünsche euch und Ihnen einen

unterhaltsamen Rückblick auf die Vereinsarbeit

– bei dem natürlich auch unsere aktuellen

Freiwilligen mit ihren ersten Eindrücken

nicht zu kurz kommen.

Dear reader,

when I recently reflected on the 20th anniversary

of the ewe, I wondered what I had

actually felt when I celebrated my 20th

birthday. I can very well remember that it felt

like a very long time had already passed by.

And this long time is now behind the ewe

as well. And then it strikes me that it was

exactly on my 20th birthday when I boarded

the plane in Düsseldorf with my four fellow

volunteers in order to fly to Lusaka. It was

the beginning of my exchange year in Mazabuka.

If you look at the overall lifespan of

the ewe, that was still during its elementary

school years. And yet even at that time I had

the feeling that people committed to the

ewe knew exactly what they were doing –

both on the German and the Zambian side.

I find it thrilling to see how our association

changed since those days. To see how more

and more generations of volunteers set

off to try out something completely new in

Zambia or Germany and to dive into a new

culture. This is why I am very glad that in

this jubilee edition we can present a colourful

picture of impressions from different

years. It is fun to look back, and it is also

fun to look ahead as with all those committed

people in the association, the great

wealth of experiences of all former volunteers

and the big desire on both sides to

continue this intensive German-Zambian

partnership I am already looking forward to

the next twenty years. Now I would first like

to thank all of you for your staunch support

and for your manifold commitment and I

wish you an entertaining review of the work

of our association – which is of course complemented

by new impressions from our

current volunteers.

Kind regards, Johann Müller

„Jetzt kann ich reden!“ ..........................3

„Now I can talk!“

Ein bisschen aufmerksamer… ...........6

A bit more considerate

Über Kochen, Dresscode

und Kirche ................................................8

About cooking, dresscodes

and church

Abschied nehmen ..............................10

Saying Good-bye

„Herzlichen Glückwunsch ewe!“....13

„Happy 20th anniversary ewe!“

Partnerschaft ist Menschenwerk....16

Manmade partnership

Erste Eindrücke....................................18

First impressions

Sieben Jahre seit Sambia –.............20

„Zurück ist noch lange

nicht vorbei!“

Seven years since I returned

from Zambia – „Being back

doesn’t mean it‘s ober!“

Ehemalige Freiwillige.........................21

erinnern sich (I)

Former volunteers remember (I)

Ehemalige Freiwillige ........................22

erinnern sich (II)

Former volunteers remember (II)

Sambia in 20 Jahren ewe................26

Sambia since teh founding

of the ewe

Es grüßt herzlich Johann Müller


Seite 3

„Jetzt kann ich reden!“

Interview mit Sangulukani Phiri

S

angulukani

Phiri (SP) kam für einen einjährigen

Schüleraustausch von 2000 bis

2001 nach Deutschland. In einem Interview

erzählt er Johann Müller, wie sich seine Erfahrungen

in Deutschland auf sein Leben in

Sambia ausgewirkt haben.

JM: Sangu, du warst einer der ersten Sambier,

die ihm Rahmen des ewe nach

Deutschland gekommen sind. Kannst du

uns erzählen, wie es sich ergab, dass du

zum ersten Mal nach Deutschland kamst?

SP: Es war eine seltene Gelegenheit. Ich

wurde als einer der ersten Gruppe der Jugendlichen

ausgewählt, nach Deutschland

zu kommen. Ich war glücklich, ausgewählt

worden zu sein. Ich war damals in der

10.Klasse in Sambia und hatte die Möglichkeit

durch die katholische Kirche. Ich kam

nach Deutschland mit zwei weiteren Jugendlichen.

Es war eine tolle Gelegenheit.

Bis jetzt bleibt diese Gelegenheit in meinem

Gedächtnis.

JM: Was war dein erster Eindruck, als du

nach Deutschland kamst?

SP: Mein erster Eindruck war, zu sehen, wie

schnell die Dinge in Deutschland laufen. Es

war wie die Bilder, die man in Filmen sieht,

wo alles ganz schnell geht. Mein Eindruck

war, dass es in Deutschland sehr, sehr sauber

ist und dass man nie Schmutz sieht.

Und die Zeit wird präzise eingehalten.

JM: War es danach schwer für dich, wieder

in Sambia anzukommen?

SP: Nein, das war nicht richtig schwierig.

Natürlich hatte ich, als ich zurückkam, das

Gefühl, dass die Dinge in Sambia langsamer

laufen. Aber ich musste wieder zurück in die

Schule gehen und dann kommt man schnell

zurück in den Rhythmus des alten Systems.

Es hat also nicht lange gedauert, sich

wieder an die alten Standards anzupassen,

vielleicht ein Jahr, aber eigentlich war die

Anpassung nicht schwer.

JM: Inwieweit hat das Jahr in Deutschland

sich auf dein weiteres Leben in Sambia

ausgewirkt?

SP: Wenn man in Deutschland ist, ist man

diszipliniert. Ich habe versucht, bestimmte

Dinge aus meinem deutschen Leben mit in

meine sambische Situation zu nehmen, was

aus meiner Sicht die Effizienz des Lebens

der Sambier verbessert. Schau dir zum Beispiel

das Verhältnis zur Zeit an. Du weißt,

dass die Menschen über die „sambische

Zeit“ Witze machen: 30 Minuten zu spät –

kein Problem! 1 Stunde zu spät – kein

Problem! Aber in Deutschland ist das ein

Problem: Du musst pünktlich sein, vor allem,

wenn du eine gute Bildung und einen guten

Job haben willst. Diese Einstellung zur Zeit

half mir in Sambia sehr, als eine Person anerkannt

zu werden, die es mit der Arbeit

Ernst meint und dementsprechend Respekt

von ihren Arbeitskollegen bekommt. Ich

denke, dass Deutsche Vieles sehr ernst nehmen

und eine Liebe zum Detail haben. Sie

wollen alles bis ins Kleinste verstehen.

Wenn man etwas liest, wollen sie alles

verstehen: Warum etwas so ist wie es ist

und was das dann bedeutet. Das hat meine

Zufriedenheit im Leben verbessert. Denn

diese Dinge konnte ich aus Deutschland

mitnehmen.

JM: Du hast dich dann später auf den Weg

begeben, Ingenieur zu werden und hattest

dabei auch die Gelegenheit, ein Praktikum

in Deutschland zu machen. Wie war das für

dich und wie hat das deinen weiteren

Karriereweg beeinflusst?

SP: Ja, ich hatte die Gelegenheit, dieses

Praktikum zu machen. Es war toll, weil ich in

meinem Abschlussjahr in Sambia war. Das

hat mir als Student noch einmal richtig Auftrieb

gegeben. Als ich wieder zurück nach

Deutschland kam, war das nun eine ernstere

Angelegenheit, nicht mehr nur ein kultureller

Austausch. Man muss sich ganz neu in

die Terminologie einarbeiten, was auch

nicht einfach war. Aber mich wieder unter

die Leute in Deutschland zu mischen, fiel mir

nicht schwer, vielleicht, weil ich daran schon

gewöhnt war. Glücklicherweise waren meine

Kollegen geduldig genug, mir zu erlauben,

die wesentlichen Prinzipien ihrer Arbeit

zu lernen. Das war wirklich toll. In der Arbeit,

mit der ich beschäftigt war, ging es vor allem

um erneuerbare Energien, darum, pflanzliches

Öl als erneuerbares Öl zu verwenden.

Das hat nicht so viel zu tun mit dem, was

ich jetzt mache. Jetzt bin ich eher im Verkauf

mechanischer Komponenten und Werkzeuge

tätig. Aber ich habe immer noch diese

Disziplin und Beobachtungsgabe in Bezug

auf technische Dinge. Das hilft mir sehr,

denn meine Kollegen nehmen mich ernst,

wenn sie sehen, dass ich genau weiß, was

ich verkaufe.

Ich habe nun auch mehr Selbstvertrauen,

zu reden, denn Deutsche reden viel, und

es ist wichtig, viel zu reden. Und sie reden

viel über Ideen, was gut ist und das Leben

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maßgeblich ändern kann. Ich denke, du

stimmst mit mir überein, dass Sambier dazu

tendieren, ruhig zu bleiben. Aber zu reden

und etwas Sinnvolles zu sagen, ist eine gute

Sache. Denn man lernt und teilt sich mit

und kann damit viele Dinge verbessern. Das

hilft mir sehr, denn ich war auch ein ruhiger

Junge, aber jetzt kann ich reden!

JM: Du bist in der Southern Province aufgewachsen

und lebst jetzt im Copperbelt und

bist beruflich auch in anderen Provinzen im

Norden unterwegs. Was sind die größten

Unterschiede zwischen deiner jetzigen

Umgebung und Monze und der Southern

Province?

SP: In der Southern Province gibt es nicht

viel Industrie. Die meisten Menschen sind

mit Subsistenzwirtschaft beschäftigt. Im

Copperbelt findet man dagegen viel

Bergbau, das ist in allen Städten dort der

Hauptarbeitgeber. Es ist also ein großer

Unterschied. Man macht Fortschritte auf verschiedenen

Ebenen, die Arbeit im gleichen

Ingenieurbereich in der Southern Province

ist nicht dieselbe. Hier im Copperbelt laufen

die Dinge schneller und dynamischer.

JM: Wie siehst du die Situation in Sambia

mit Edgar Lungu als neuem Präsidenten?

SP: Edgar Lungu wurde Präsident in einer

Situation, in der sein Vorgänger gerade gestorben

war. Nun hat er erst mal nicht viel

Zeit. Ich denke, wir sollten ihm erlauben,

seinen Job zu machen und dann warten,

wie die nächsten Wahlen laufen. Es ist vielleicht

noch zu früh, zu beurteilen, wer was

am besten kann. Die Fragen, die uns jetzt

beschäftigen, sind ohnehin aufgeschoben:

Es geht um Gesetze, die schon vor langer

Zeit hätten geändert werden können oder

um Versprechen, die immer noch nicht

umgesetzt worden sind.

JM: Was siehst du als die wesentlichen Herausforderungen

für Sambia?

SP: Jetzt haben wir die Sache mit der Energie.

Wir haben nicht genügend Kraftwerke,

die genug Strom erzeugen. Das kann das

Land lahmlegen. Wenn wir nicht schnell genug

handeln… Wir sind sowieso schon spät

dran. Das Problem ist schon lange bekannt,

aber es wurde nichts gemacht. In der Landwirtschaftwirtschaft

gibt es nicht so viele

Herausforderungen, außer dass wir sie

wichtiger nehmen und uns nicht nur auf die

Kupferindustrie konzentrieren sollten. Denn

wenn die Kupferpreise sinken, kann es zum

Stillstand kommen. Diejenigen an der Macht

müssen sich dieser Probleme annehmen.

JM: Was wünscht du dem ewe für die nächsten

20 Jahre?

SP: Mein erster Wunsch ist, dass ich mich

mehr engagiere. Bisher habe ich mich noch

nicht viel beteiligt. Es ist mein Wunsch, dass,

wenn ich richtig in meinem Job angekommen

bin, mehr Zeit habe, zu schauen, was

alles passiert und dann unterstützen kann.

Mein zweiter Wunsch ist, dass die Kontinuität

des Austausches erhalten bleibt. Ich

glaube, es gab ein oder zwei Jahre, in denen

keine sambischen Freiwilligen nach

Deutschland gekommen sind. Es wäre

schön, wenn es weiter jedes Jahr möglich

ist. Damit wir beim nächsten Jubiläum zweimal

feiern können: in Deutschland und in

Sambia.

Mein dritter Wunsch ist, dass wir noch

mehr Energie reinstecken, vor allem auf

sambischer Seite. Wir, die Generation, die so

viel profitiert hat, sollte mehr Energie darauf

verwenden, so dass die Menschen in Sambia

genauso viel Freude daran haben wie

die Jugendlichen in Deutschland.

JM: Vielen Dank. Wir freuen uns auf dein

Engagement.

„Now I can talk!”

Interview mit Sangulukani Phiri

Sangulukani Phiri (SP) came to Germany

for a school exchange organized by the

ewe from 2000 to 2001. In an interview, he

told Johann Müller (JM) about the impact

the exchange had on his life.

JM: Sangu, you were one of the first Zambians

to come to Germany within the

programme of ewe. Could you just share

with me how you happened to come to

Germany for the first time?

SP: It was a rare opportunity at that time. I

was selected as part of a first bunch of

youth to come to Germany. I was lucky to be

picked. I was in 10th grade in Zambia. I had

the opportunity through the Catholic Church.

I came to Germany with two others; it was

really a great opportunity. Up till today it has

stayed in my memory.

JM: What was your first impression when

you got to Germany?

SP: My first impression was to see how fast

things were moving. Really it was more like

a picture you see in the movies, where you

see that life is fast. My impression was that

this place is very, very clean and that you

never see dirt. And time was so precise.

JM: Was it then difficult for you to settle

down back in Zambia?

SP: No, not really, it wasn`t difficult. Of

course, when I got back, I got that feeling

that things are slower in Zambia. But I had

to go back to school and then you quickly

get back into the rhythm of that system

there. So it didn’t take me that long to adjust

back to the Zambian standard, maybe a

year, but it was not very difficult to adjust.

JM: In how far did that year in Germany have

an impact on your life back in Zambia

and on what you became?

SP: When you are in Germany you are disciplined

to a certain type of lifestyle. I tried to


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implement certain things of my German life

in my Zambian situation which in my view

helped improve efficiency in the lifestyle of

Zambians. Take for example the issue of

keeping to time. As you know people joke

about that thing called ZAMBIAN TIME: 30

minutes late – no problem. 1 hour late – no

problem… But in Germany it’s a problem:

You have to keep to time, especially if you

want to get this fine education and a fine

job. This tendency was helping me a lot in

Zambia to be appreciated as a person that

is quite serious about work and to get some

form of respect from work colleagues. I think

Germans take things seriously and they love

details. They like to understand stuff to its

bits. You know when you read something

they want to know why it is like this or what

does it mean. That improved my satisfaction

in live. Those were some of the things I

managed to carry forth from my German

exposure.

JM: And then later you started following the

engineering path and you also had the

chance to do an internship in Germany.

How did you experience that and how did

that determine your career?

SP: Yes I had the opportunity to do that

internship. First of all it was great, because it

was in my final year of my engineering

studies in Zambia. It added some good

impetus to my experience as a student.

Coming back to Germany was now more a

serious business, because it was now more

than a cultural exchange. You start using

different language terminologies, which I

think was not easy either. But to mingle with

people was not very difficult. Maybe it was

because I was used to doing that. Luckily

the guys were patient enough to allow me

to learn the engineering principles in what

we were doing. That was really great. What I

did was more centered around renewable

energies, using vegetable oil as renewable

fuel. It doesn`t really go in line with what

I am doing now. Now I am more of a

salesman in mechanical components or

tools. But I still have that discipline and observance

towards technical aspects. It has

really helped me a lot that the colleagues

take me serious, when they realize that you

know what you are selling.

I have also grown in confidence to talk

because Germans talk a lot and I think it is

necessary to talk a lot. And they tend to

talk about ideas a lot, which is great and

changes lives significantly. I think you agree

with me: Zambians just tend to keep quiet.

But to talk and to talk sense is a good thing.

Because you learn as well and you share

and as that process continues, you can

improve. That has helped me because I was

also quite a quiet boy, but now I can talk.

JM: You have grown up in Southern Province

and now you are staying on the Copperbelt

and you are working in other northern

provinces, too. What are the main differences

that you see between where you are

now and Monze and the other southern

parts of Zambia?

SP: Having grown up in Southern Province it

is a place that is not very busy industrywise.

Most people are subsistence farmers

and there are not many industries any way.

So coming to the Copperbelt you find the

mining industries that offer the main activity

of employment in all cities around. So I think

it is a huge change in that you really feel

like you are progressing at a different level in

your chosen work area, whereas in the

same field of engineering in Southern

Province the work is not actually the same.

Naturally things up here are faster or more

dynamic.

JM: How do you generally see the situation

in Zambia looking at Edgar Lungu being the

new president?

SP: Edgar Lungu came in a situation where

his predecessor had died. Now he doesn’t

have much time. I think we should allow

him to do his part and especially to see how

the elections unfold, because maybe it is

too early to judge who can do what best.

The questions we are facing now are adjourned.

They are based on policies that

could have been changed a long time ago

or promises that could have been done better

a long time ago.

JM: So what are the main challenges for

Zambia in the coming years?

SP: I think right now we have this power

issue, we do not have power stations that

give us enough power. This can really bring

the country to a standstill. If we do not act

fast enough… We are already late. People

were aware of it but nothing was done

about it. Agriculture-wise we do not have

that many challenges, except from the fact

that we need to expand on it and not only

on the copper industry alone. Because

when the copper prices go done, the

country could come to a standstill. It is up to

those in power to do something about it.

JM: What do you wish the ewe for the next

20 years?

SP: The first wish I have is that I become

more involved. So far I was not really that

much involved in it. My first wish is that if I

settle down in my job, I start to spend more

time in getting to know what is going on

and put in my support in any way possible.

The second wish is that I would love the

consistency of the exchange not to die

down. I think there were one or two years

where there was no exchange from the

Zambian to the German side. I would just

like it to continue every year as it is. So the

next time we celebrate an anniversary it

should be done twofold: in Germany and

Zambia.

My third wish is that we should put

more energy into the programme, especially

on the Zambian side. We, the generation

that has benefitted so much from it, should

put in more energy so that people on the

Zambian side can enjoy it as much as the

German youths.

JM: Thank you very much. Your contribution

will be greatly appreciated.

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Partnerschaftsarbeit des ewe informieren kann.

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Ein bisschen aufmerksamer…

Anna ist zurück aus Sambia

Der Kopf ist voll und leer zugleich, ich bin

gefühls- und antriebslos und doch überfordert

mit Emotionen, im einen Moment bin

ich froh und fröhlich, im nächsten überwiegt

der Herzschmerz.

Es scheint, als holt mich hier der Kulturschock

ein, den ich in Sambia ein bisschen

übersprungen habe.

Vom Flughafen zum Düsseldorfer Bahnhof....

Nach unten in die Unterführung, von

der aus es zu den Gleisen geht: Viele weiße

Menschen, die durch den Gang hetzen. Die

Menschenmenge dürfte mich eigentlich

nicht so geschockt haben – am Intercity

(dem großen Busbahnhof in Lusaka) geht es

mindestens genauso, wenn nicht noch

überfüllter zu. So viele weiße Menschen zu

sehen, war ungewohnt, das auf jeden Fall.

Aber was mich im ersten Moment überfordert

hat, war, dass die Leute da nicht durchgingen,

sondern hetzten – willkommen zurück

in Deutschland. Willkommen zurück in

Deutschland, wo der Zug bei fünf Minuten

Verspätung schon zu spät ist, und bei dem

die nichtfunktionierende Klimaanlage das

größte Problem ist, während wir gemütlich

im ICE mit eigener Steckdose für unbegrenzten

Strom für Handy, Tablet und Laptop sitzen.

Willkommen zurück in Deutschland, wo

man schon am Flughafen am geschwisterlichen

Streit fremder Kinder teilhaben muss

und an familiären Diskussionen, bei denen

die Kinder die Eltern anmaulen, weil sie

doch besser wissen, wo sie jetzt hinmüssen.

Mich in Ingolstadt wieder einzuleben,

geht relativ gut. Was mich noch einmal so

richtig überfordert hat, war die Großstadt

Nürnberg, die wir letzte Woche besucht haben.

Dort geht meine Schwester zur Schule

und hat eine wunderschöne Wohnung für

sich alleine. Dann musste ich an Freunde in

Lusaka denken, die zur Uni gehen, und zu

viert in einem Zimmer wohnen, das so groß

wie ihr Wohn-/Schlafzimmer ist, wo das Bad

aber dann nicht direkt daneben ist. Ich

möchte das nicht generalisieren, ich habe

dort auch schöne Studentenzimmer gesehen.

Und ich will auch nicht sagen, dass

man sich hier schlecht fühlen muss, weil

man so viel Luxus für sich genießen darf.

Was mir aufgefallen ist, war, wie unbewusst

vielen das hier ist. Als wir durch die Stadt

gegangen sind, habe ich Menschen beobachtet.

Manche, die durch die Gegend

schlendern, ziellos von einem Laden zum

anderen, und den Samstagnachmittag genießen.

Um das zu können, braucht man ein

bisschen Zeit und Geld. Zeit – sonst könnte

man nicht schlendern, und Geld – sonst

würde es keinen Spaß machen, von einem

Geschäft zum nächsten zu ziehen, wenn

man sich nicht ab und zu auch mal was leistet.

Oder manche, die in den Cafes sitzen

und unzufrieden aussehen. Leute, denen

nicht auffällt, wie wunderschön die Sonne

herunterscheint und dass sie es sich leisten

können, den Milchkaffee teuer in der Stadt

zu trinken, und dass sie eigentlich alles haben,

was sie brauchen. Dieses mangelnde

Bewusstsein vieler Leute war, glaube ich, etwas,

das mich irgendwie berührt hat. Es

geht auch gar nicht darum, dass solche Dinge

das Leben besser machen, es geht einfach

darum, so etwas einfach manchmal bewusst

wahrzunehmen und nicht alles als

gegeben zu nehmen. Als wir dann beim Es-


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sen waren (die Preise schocken mich natürlich

immer noch, auch wenn diese wenigstens

mit dem höheren Lohnniveau gerechtfertigt

werden können), hat mich meine

Mutter mitfühlend angeschaut und verstanden,

dass mich das Großstadtleben nach

zwei Wochen dann doch überfordert hat. Ich

habe wenig geredet an dem Tag, bloß zugeschaut

und versucht, meine Emotionen und

diesen schwer zu beschreibenden Druck,

den ich auf mir gefühlt habe, zu verarbeiten.

Als wir nachmittags zurück in der Wohnung

waren, habe ich erst einmal zwei

Stunden geschlafen, es war ein anstrengender

Tag für mich.

Es mögen mich zwar manche Dinge

noch ein bisschen überfordern, dafür schätze

ich manch andere umso mehr. Was ich

unglaublich genieße und wirklich sehr zu

schätzen gelernt habe, ist die Freihieit, die

ich hier als Mädchen habe. Ich kann selbst

entscheiden, wann ich was wo und mit

wem mache. Ich bin nicht bei Dunkelheit

daheim, sondern verlasse vielleicht dann

erst das Haus. Ich darf alleine mit dem Fahrrad

nachts fahren, ich darf Alkohol trinken,

und ich kann vor allem mit meinen Eltern offen

über all das reden, und sie erlauben es

mir. Wir haben hier so viele Freiheiten und

Möglichkeiten, von denen wir gar nicht wissen,

dass wir sie haben, weil es uns nicht

bewusst ist, dass sie nicht natürlich und vorgegeben

sind, sondern dass es an unserer

Kultur und der hohen Sicherheit hier liegt,

dass uns das alles so möglich ist. Dafür bin

ich auch unglaublich dankbar, dass ich solche

Dinge jetzt wahrnehmen darf. Es fühlt

sich zwar vieles noch an wie im Traum, aber

im Großen und Ganzen, denke ich, gehe ich

ein bisschen aufmerksamer durchs Leben.

Ich bin zwar langsam dabei, anzukommen,

und an vieles habe ich mich schon

wieder gewöhnt, aber bis ich wieder so richtig

und ganz da bin, braucht es glaube ich

noch ein bisschen...

Anna Hofbeck

A bit more considerate

Anna has returned from Zambia

My head is full and empty at the same

time, I am unemotional and aimless

and still unable to cope with emotions, in

one moment very happy, in the next one full

of heartache.

It seems like the culture shock I skipped

in Zambia a bit, has now got me.

From the airport to the main train station

in Düsseldorf: Downstairs to the passage

from where you can reach the railway: A lot

of white people, rushing through there. The

big number of people shouldn’t be the thing

shocking me – at Intercity in Lusaka there

are at least as much people as well. And for

sure it was different seeing so many white

faces. But what I was unable to cope with in

the first moments, was that the people weren’t

just walking, but rushing. Welcome

back to Germany. Welcome back to Germany,

where the train is delayed when it’s five

minutes late and where it is a big problem

when the air conditioning is not working.

Meanwhile we sit comfortably in the ICE

with our own plug for phone, tablet and laptop.

Welcome back to Germany, where

already at the airport you have to take part

in other people’s childrens’ fights and other

families’ discussions, where the children

shout at their parents because they think

they know better where to go.

To settle down back in Ingolstadt is

working quite well. But it was a bit too

much for me, when we visited the bigger city

Nuremberg last week. My sister goes to

school there and has a beautiful apartment

on her own. Then I had to think of some

friends in Lusaka that go to university there

and live in one room that is as big as her sitting/sleeping

room is, and the toilet is not

next to it. I don’t want to generalize, I also

saw really nice student rooms there. And I

don’t want to say she should feel bad about

having that much space for her own. But

what caught my eye was how unconscious

a lot of people here are about that. When

we walked through the city, I watched some

people. Some of them walking aimlessly

from one shop to the another in order to enjoy

the Saturday afternoon. For being able to

do so, you have to have left a bit of time

and money. Time – otherwise you wouldn’t

be able to linger around, and money – because

otherwise it wouldn’t be fun to go

from one shop to another if you do not buy

anything. Other people are sitting in cafés

and look unhappy. People being unaware of

how beautiful the sun is shining and of the

fact that they can afford drinking their coffee

expensively in town, and that actually they

have everything they need. I think this lack

of awareness of many people was something

that somehow touched me. It is not

that those things make life better, but it’s

about simply taking these things for granted.

When we were having lunch (the prices

everywhere are still shocking me), my Mom

looked at me, understanding that the city

life was too much for me just two weeks

after coming back. I didn’t talk much that

day, I was just looking around and trying to

cope with my emotions and this feeling that

seemed to overwhelm me. When we came

back to the apartment in the afternoon, I

immediately slept for about two hours, it

was an exhausting day.

There may be some things that I’m not

yet able to cope with, but therefore I also

learned to appreciate some other ones so

much more. What I am really enjoying and

what I am appreciating a lot nowadays is

the freedom I have as a girl. I can decide

myself what I want to do, and where, when

and with whom. I don’t have to come home

when it’s getting dark, but maybe that’s the

time I’m leaving home. I’m allowed to come

home alone at night, to ride a bike, I’m

allowed to drink alcohol, and I can talk about

all of that with my parents. We have so

much freedom and so many opportunities

here, of which we don’t even know we

have them, because we’re not aware of

them not being natural and always there.

It’s part of our culture and the safety we

have here, that’s why all this is possible.

And I’m so grateful for being able to see

those things now. A lot of things still feel like

a dream, but all in all, I think I am now more

considerate in life.

I am now about to really settle down,

and there are a lot of things I got used to

again. But it will still take some time until I

can really say that I am back.

Anna Hofbeck


Seite 8

Über Kochen, Dresscode und Kirche

Sambia. Choma, Livingstone und Mazabuka.

In den ersten Wochen habe ich

schon so viele Plätze in diesem neuen, noch

etwas fremden Land gesehen. Dieses Jahr

habe ich die Orientierungsswochen bei der

Ordensschwester in ihrem „Convent“ (Kloster)

verbringen dürfen – ein Gegensatz zu

den letzten Jahren. Aber deswegen habe ich

das Leben in Choma und das der Ordensschwester

hautnah miterleben können. Zusammen

haben wir gekocht, gespült, gewaschen

und den restlichen Haushalt geschmissen.

Und wenn bei der Ordensschwester

gekocht wird oder auch in meiner Familie,

bei der ich nun wohne, dann wird schon

morgens damit angefangen (oder am Tag

vorher). Es werden Bohnen noch vor dem

Frühstück geköchelt, Fisch am Tag vorher

getrocknet. Kochen ist hier kein „ich wärme

mir mal eben was in der Mikrowelle auf“.

Kochen ist hier ein Prozess und zwar ein

Prozess mit viel Geduld und Arbeit. Aber das

ist gerade schön. In meiner Familie kochen

meistens wir Kinder. Und deswegen verbringen

wir schon allein beim Kochen viel Zeit

miteinander.

Einmal war es so, dass wir so viel gequatscht

haben, dass das Gemüse schon

wieder kalt geworden war und Mama sich

beschwert hat. Doch auch sie muss

schmunzeln, wenn sie uns in der Küche

hört, wie wir Gospellieder singen oder wie

ich versuche, ihnen Paartanz beizubringen.

Tanzen und Singen ist hier etwas ganz

Alltägliches. In meinem Freundeskreis in Aachen

habe ich oft das Gefühl, dass besonders

die Jungen nicht tanzen, weil sie

sich schämen. Hier schämt sich niemand.

Hier werden vor der Kirche, wenn auf ein

Treffen gewartet wird (und es wird hier oft

gewartet) die Trommeln rausgeholt, und es

fängt einfach irgendwer an zu tanzen.

Genauso ist das mit Singen. Ständig

wird gesungen, beim Kochen, beim Kehren,

besonders natürlich in der Kirche.

Kirche verbindet einfach alles. Und wenn

man sonntags zur Messe geht, alle Leute

trifft, zusammen singt und lacht, dann fühle

ich einfach, dass Kirche hier lebt und ich

wünschte, ich könnte etwas von diesem

„Spirit“ mit nach Deutschland nehmen.

Genauso in meiner Familie. Wir sind

sehr katholisch und deswegen wird jeden

Abend zusammen gebetet, was ich sehr

schön finde. Einer leitet immer das Gebet,

und so kann jeden Tag ein anderes Familienmitglied

seine Gedanken mitteilen. Das

verbindet.

Ich wurde sowieso direkt in die Familie

aufgenommen, und so habe ich erst mal

beim Ankommen einen

Tonganamen verpasst bekommen,

der nichts anderes

heißt als „Blessing“ (Segen).

Auf Tonga ist das Chileleko,

und wenn ich mich hier mit

diesem Namen vorstelle,

ernte ich jedes Mal erstaunte

Blicke, weil dieser jemand

nicht glauben kann, dass ein

weißes Mädchen Chileleko

heißt. Meine Mutter ist überzeugt

davon, dass ich allein

hier in dieser Familie bin,

weil es Gottes Wille war.

Und so bin ich ein Segen, eine „Chileleko“,

und ein weiteres ihrer Kinder, und das fühle

ich auch. Ich bin hier keine Fremde.

Vom ersten Moment an war ich ein Teil

der Familie, und als mich der Priester in meiner

ersten Messe vorgestellt hat und ich und

meine Gastschwester nach vorne kommen

mussten, meinte er: „Das sind Helen und

Winnie und sie sind Schwestern.“ Und alle

haben gelacht.

Leider ist unser erstes Meeting der Jugend

in meiner Gemeinde ausgefallen, ganz

plötzlich. Hier muss man jederzeit auf alles

vorbereitet sein, „anytime from now“ sagen

wir hier (jederzeit ab jetzt).

Was mich natürlich als modebegeistertes

Mädchen besonders interessiert, ist die

Kleidung, die hier getragen wird. Die Ordensschwester

meinte zu mir, dass sie sehr

streng ist, was Kleidung angeht und sie

meinte, dass in Deutschland vielleicht Dinge

wie Pünktlichkeit wichtig sind. Aber hier ist

eines der Dinge, die wichtig sind, der Dresscode.

So zieht sich meine Familie jeden

Sonntag schick an, um zur Messe zu gehen,

Kleider werden noch schnell gebügelt und

Hemden herausgekramt. Und wenn man

absolut nicht weiß, was man diesen Sonntag

anziehen soll, dann bindet man sich ein

Chitenge um, das ist nie verkehrt.

Chitenge, das ist ein bedruckter Stoff,

den sich die Frauen hier um die Hüften binden.

Es gibt Stoff mit kirchlichen Motiven

und welchen mit einfachen Mustern. Man

kann sie als Tuch, als Rock, als Tragetasche

für Babys und Gemüse benutzen und sie

sind nie verkehrt zu tragen. Mit einem Chitenge

in der Tasche ist man immer auf der

sicheren Seite, finde ich.

Was außerdem typisch hier ist, das ist

natürlich das afrikanische Haar – oder sollte

ich lieber indisches Haar sagen? Denn

irgendwie war ich immer der Überzeugung,

dass die tollen Rastalocken und geflochtenen

Zöpfe der Sambierinnen aus echtem

Haar bestehen. Falsch gedacht.

In meiner zweiten Woche habe ich einen

„Hairdresser“ (Friseur) besucht und da

wurden alle Frisuren von lang bis kurz mit

falschem Haar angenäht, hineingeflochten

und aufgedreht. Ich war fasziniert. Und deswegen

musste ich mir natürlich auch selbst

so eine tolle Frisur verpassen lassen. Acht

geschlagene Stunden habe ich dort verbracht,

während die Friseusen um mich

rumgeschwirrt sind und wir Geschichten

ausgetauscht haben – über Filme, die hier

wie in Deutschland bekannt sind aber auch

über Dinge wie, dass in Deutschland in der

Kirche nicht getanzt wird, was man schokkierend

fand. Außerdem habe ich die ein

oder andere Geschichte über „Witchcraft“

(Hexerei) gehört und musste schmunzeln,

weil die meisten Leute hier auf dieser Zauberei

beharren.


Seite 9

Selbst beim Friseur wird man, sobald es

Mittag wird, zum Nshima essen eingeladen

und selbstverständlich wird von einem gemeinsamen

Teller gegessen. Das verbindet

irgendwie, und ich finde es sehr schön, dass

hier alles geteilt wird, egal was es ist und

wie wenig man hat.

Als ich beim Friseur Nshima mit den

Händen gegessen habe, waren alle Augenpaare

plötzlich auf mich gerichtet. Die Weiße

ist Nshima mit den Händen! Ich habe ihnen

erklärt, dass ich sogar schon Nshima gekocht

habe, und das fanden sie alle großartig.

So habe ich in dieser ersten Zeit schon

viele neue Erfahrungen gesammelt – über

Haushalt schmeißen, Beten, Familienleben,

Tonga lernen. Und ich bin gespannt, in welche

Situationen ich in den nächsten Monaten

noch stolpern werde.

Helen Hermens

About cooking, dresscodes

and church

Zambia. Choma, Livingstone and Mazabuka.

I have already seen so many

places of this new country in my first weeks.

This year the orientation weeks were

spent in the convent of the Sister – quite a

contrast to recent years, because I am the

only volunteer. I was thus able to jump into

Zambian life from the very first moment. We

prepared lunch together, cleaned the house,

watered the garden and did the rest of the

household. Weeks full of new experiences.

When it’s time for cooking, no matter

whether in the convent or in my family who

I am now living with, we begin to prepare

lunch before taking breakfast (or even the

day before). Beans are cooked in the morning,

dry fish is prepared many days before.

Cooking is nothing like “I warm something

for 10 minutes in the microwave”. Cooking is

a process – a process of

patience and work. But

this aspect is so precious

when you learn to

love it. In my family it’s

the children’s job to

cook and to prepare the

meal. Therefore we already

spend much time

together by cooking together.

One day we were so

busy chatting and laughing

that the vegetables

had got cold again and

my mother complained.

But even mum has to

laugh when she sees us in the kitchen singing

gospels and dancing German standard

dances.

Dancing and singing belong to the daily

life here. I often made the experience that

my friends in Aachen (especially the boys)

were ashamed of dancing in public. Here,

nobody is ashamed! When you wait for a

meeting in front of the church somebody

gets a drum and the girls stand up and

dance.

With singing it’s the same. We sing very

often –when we cook, sweep, but especially

when we go to church.

Church connects everything. And when I

go to church on Sunday to meet my friends

there and to sing and dance, I feel that

church is full of life. I wish I could get some

of this spirit to carry it in my suitcase back to

Aachen one day.

This is similar to life in my family. We are

very catholic and therefore we pray every

evening together what I think is very nice.

Every day a different member of my family

guides the others through the prayer. That’s

why everybody is able to share his or her

thoughts with us and this connects us as

children and parents.

I was welcome in my family from the

first moment and so I already got a Tonga

name when I arrived. My name is Chileleko

(“blessing”) and every time I introduce myself

with this name the other person is

looking very surprised. A white girl with a

Tonga name? Never ever! My mother is

convinced that it was the will of God that I

live in her family. Therefore I’m a blessing, a

Chileleko and another child in the family.

Here I’m not a stranger.

From the first moment I was a part of

the family and on my first Sunday I was introduced

in church as “the sister of Wini and

a child in the family Mweemba.” Of course

everybody laughed. Unfortunately the first

meeting of the youth didn’t take place. Here

you have to be prepared that things can

happen anytime from now. I think I must get

used to this.

As a girl who is very interested in fashion

I have to write something about the

dress code, too. The Sister from the convent

said to me that she’s very strict with this

dress code. In Germany there are maybe

other things that are more important like

being on time. Here it is the dress code. On

Sundays we always dress up with our nicest

clothes. Dresses are ironed carefully and

shoes are polished. Sometimes I don’t know

what to wear on a certain Sunday. In this

case I wear a Chitenge that’s never wrong.

Chitenge, that’s a piece of cloth you can

tie around your hips. There are some with

Catholic motives and some with normal

patterns. You can wear them as a skirt, tie

them around your head or use them as

a bag for a baby. I think if you have a

Chitenge with you, you will always be on

the safe side.

In addition a thing that is very typical

here, that’s the African hair – or should I

rather say the Indian hair? I was always

convinced that the beautiful hairstyles of the

Zambian girls are their real hair. But that’s

wrong.

In my second week I visited a hairdresser.

In this place you can get every hairstyle

– every length, every colour and every

arrangement. I was fascinated. And because

of that I had to get such a nice hairstyle, too!

I spent eight hours in this place while the

women prepared my hair and chatted with

me. We talked a lot about German and Zambian

movies, about typical German and

Zambian food and when I told them that in

the German mass nobody is dancing, they

were kind of shocked. I also listened to a lot

of witchcraft-stories and had to laugh about

these strange tales. But here most of the

people take these stories serious.

Of course we ate all together when I

spent my day at the hairdresser. Normally

we eat all together from one plate and in

my opinion this connects the people very

well and describes the spirit here. Everything

is shared no matter how much you have – it

is shared.

When I ate Nshima with my hands at

the hairdresser all eyes were on me. The

white girl eats Nshima with her hands! I told

them, that I had already cooked Nshima and

they were very surprised.

In my first weeks I have made a lot of

new experiences –about household, prayer,

family, Tonga. And I am very curious to see

with what situations I will be confronted in

the next months.

Helen Hermens


Seite 10

Abschied nehmen

Lea berichtet von ihren letzten Tagen in Sambia

Meinen letzten Bericht vor drei Monaten

beendete ich mit der Feststellung, dass

nun der Zeitpunkt gekommen war, alles zu

machen, was ich in Sambia noch machen

wollte. Habe ich das geschafft? Natürlich

nicht. Es steht immer noch der Besuch der

Fabrik von Zambia Sugar aus, die das Stadtbild

von Mazabuka genauso sehr prägt wie

die Anwesenheit der riesigen Firma den Alltag

der Einwohner und die ich täglich von

außen aber nie von innen gesehen habe.

Ich habe es doch nicht geschafft, meinen

Vater auf der Arbeit zu besuchen und sambische

Oberstufenluft zu schnuppern. Auch die

von einem Freund meines Gastbruders aufgebaute

Behindertenschule habe ich nicht

noch einmal besucht. Und so blieb noch

vieles mehr offen.

Fotonachweise

Johann Müller 1 / Sangulukani Phiri 1 /

Anna Hofbeck 3 / Yavonne Kabombwe

1 / Lusaka Star 1 / Helen Hermens 3 /

Lea Hennemann 2 / Rabea Brandt 3 /

Carolin Pawlowski 1 / Lea Thiekötter 6 /

Wikipedia 1 / Embassy of Japan 1 /

Daily Nation 1 / The Post 1 / Electoral

Commission of Zambia 1 / Skynews 1 /

Latimesblogs 1


Seite 11

Dass ich all diese Dinge nicht geschafft

habe, liegt vor allem daran, dass während

der letzten drei Monate so viel Anderes anstand,

dass einfach keine Zeit mehr blieb.

Innerhalb der Gemeinde gab es wieder und

wieder besondere Ereignisse, in deren Vorbereitung

und Gestaltung die Jugendlichen

involviert waren. Angefangen mit der ersten

Messe eines jungen Priesters, der ursprünglich

aus unserer Gemeinde stammt, über die

Priesterweihe der Diözese Monze und Firmung

bis hin zu den Wahlen der „Executives“

auf allen Ebenen der Gemeinde – überall

bereiteten wir vor, halfen mit. Neben den

vielen Aktivitäten innerhalb der Gemeinde

war ich gleichzeitig viel außerhalb von Mazabuka

unterwegs. So nutze ich meine letzten

Urlaubstage, um noch ein wenig herumzureisen,

besuchte unter anderem den Copperbelt

und –natürlich – wieder Livingstone.

Dass ich dorthin zwei Wochen später erneut

mit den Jugendlichen fuhr, ergab sich kurzfristig.

Wie jedes Jahr organisierte die Gruppe

einen gemeinsamen Trip, der dieses Jahr eigentlich

an den am Lake Kariba liegenden

Ort Siavonga führen sollte. Einige Tage vor

unserer Abreise dann jedoch die ernüchternde

Nachricht: Wir können doch nicht nach

Siavonga fahren. Ein neuer Plan musste her,

ein neues Ziel. Livingstone. Trotz der spontanen

Kursänderung eine gelungene Fahrt!

Und so flog die Zeit bis August nur so

dahin. Genau wie vor der Ausreise aus

Deutschland vor einem Jahr kam der Augenblick

des Abschieds viel zu schnell, unerwartet

früh, ja fast überraschend. Schon letztes

Jahr fiel es mir schwer zu realisieren, mich

von meinen Liebsten, von meinem Zuhause

für ein Jahr verabschieden zu müssen. Ein

Jahr erschien mir furchtbar lang und so waren

die letzten Tage eine Reihe beinah hektisch

aufeinanderfolgender Treffen mit

Freunden und Familie, um möglichst jeden

vor der Abreise noch sehen und sich verabschieden

zu können. Der eigentliche gedankliche

und emotionale Abschied holte

mich erst in meinen ersten Tagen in Sambia

ein, wo ich dank einer locker geplanten

Orientierungswoche im Pastoral Center von

Kizito endlich Zeit hatte, runterzukommen,

nachzudenken, einen Moment innezuhalten.

Ein Abschied für ein langes Jahr –

schwer, aber doch machbar.

Ein Jahr später eine andere Situation:

Wie verabschiedet man sich nach diesem

„langen“ Jahr, das irgendwie doch viel kürzer

als erwartetet war, von einem Platz, der zum

Zuhause geworden ist, von Menschen, die

zu engen Freunden, Vertrauten, zur Familie

geworden sind, und diesmal nicht zu wissen,

dass es eben nur für ein Jahr ist? Um

ehrlich zu sein, nach außen hin ähnlich wie

in Deutschland. Wieder hatte ich eine Liste

von Freunden, die ich unbedingt noch besuchen

wollte, wieder eine Liste mit letzten

Besorgungen, wieder die Sorge, dass nicht

alles in den Koffer passt, wieder Abreisestress.

Abreisestress, doch weniger hektisch.

Dank des sambischen Zeitgefühls, mit dem

ich zu Beginn meines Aufenthaltes doch so

meine Probleme hatte, das ich aber während

des Jahres durchaus zu schätzen gelernt

habe, waren die letzten Tage weniger

durchgetaktet. Dauerte ein Besuch eines

Freundes länger und verspätete ich mich daher

beim nächsten, war das kein Problem.

Änderte ich meinen Tagesplan spontan, kam

ich unangekündigt vorbei, war auch das

kein Problem. Und so war meine zweite Reihe

hektisch aufeinanderfolgender Treffen

weniger hektisch, entspannter und dadurch

auch bewusster. Also ein bewussterer Abschied?

Eher im Gegenteil. Zu realisieren, in

ein paar Wochen fahren zu müssen, war unglaublich

schwer, ja fast nicht möglich. Alles

was ich sah, war so selbstverständlich und

gewohnt, der Umgang mit meinen Mitmenschen,

meinen Freunden, meiner Familie so

vertraut, dass es vollkommen unreal erschien,

bald nicht mehr hier bei ihnen zu

sein und dadurch auch so viele wichtige

Stationen ihrer Leben zu verpassen.

Ein erster Schritt, sich emotional zu verabschieden

und loszulassen, war sicherlich

die Abschlussevaluation mit unseren sambischen

ewe-Verantwortlichen etwa drei Wochen

vor unserer Abreise in Monze. Es hat

mir unglaublich gut getan, einmal genug

Zeit zu haben, das Jahr mit seinen Höhen

und Tiefen Revue passieren zu lassen, und

von außen und mit etwas Abstand auf teils

noch offene Konflikte zu blicken und dadurch

verzeihen zu können. Anderen, aber

auch mir selbst, weil ich vielleicht nicht alles

in dem Jahr erreicht habe, was ich wollte.

Und so war ich mit mir, meinem Dienst, meinen

Mitmenschen, ja mit Sambia im Reinen

als wir unser letztes Treffen beendeten, und

konnte die letzten Tage meines Aufenthaltes

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Seite 12

noch mehr genießen. Fest steht für mich auf

jeden Fall, dass ich mich nicht für immer verabschiedet

habe. Ich werde noch einmal

nach Sambia kommen. Einmal, um all das

zu machen, was ich eben doch nicht geschafft

habe. Vor allem aber um die Menschen,

die mir wichtig geworden sind, zu

besuchen und mit ihnen gemeinsam die

verpasste Zeit aufzuholen.

Lea Hennemann

Saying Good-Bye

Lea writes about her last days

in Zambia

In my last report three months ago, I

ended by saying that the time had come

to do everything I still wanted to do in Zambia.

Did I do everything? Of course not. Still I

have not been to the factory of Zambia

Sugar that shapes the town of Mazabuka as

much as the giant company’s presence

shapes the citizen’s everyday life and that I

saw from the outside every day but never

from the inside. I have not managed to visit

my father’s workplace to get a taste of the

Zambian High School flair. And I have not

visited the school for the disabled that a

friend of my host brother built. All of this and

so much more remained open.

But that I have not managed to do all

these things is mainly due to all the other

events that took place during the last three

months. There simply was no more time

for them. Again and again special events

occurred within our parish and certainly the

youths were involved in their preparation:

The first mass of a young priest who comes

from our parish, the ordination to the

priesthood, Confirmation and the elections

of the executives at all levels of the community

– everywhere we prepared and helped

where we could. In addition to the many

activities within the parish, I spent much

time out of Mazabuka. During my last vacation

I travelled around and visited among

others the Copperbelt and – of course –

Livingstone again. Later I went there again

with the youths, another trip which came up

spontaneously. As every year, the group

organised a trip that was supposed to go to

Siavonga, a town at the shores of Lake Kariba.

However, a few days before our departure

unfortunate news reached us: We were

not allowed to go to Siavonga. A new plan

was needed, a new destination: Livingstone.

Despite the spontaneous change it became

a successful trip!

And so time flew! Just like my departure

from Germany one year ago the moment of

leaving came too quickly, unexpectedly

early, almost surprisingly. Already last year I

found it difficult to realise that the time had

come to say good-bye to my loved ones

and to my home for a year. A whole year

seemed to be a terribly long time. The last

few days in Germany were a number of

hectic meetings with friends and family just

in order to see everyone who was important

to me and to say good-bye to them. The

actual mental and emotional farewell only

caught me during my first days in Zambia.

Thanks to a loosely planned orientation

week at the Pastoral Center of Kizito I finally

had time to calm down, ponder and pause

for a moment. It was a farewell for one long

year – difficult, but manageable.

One year later, I had to face a different

situation: After this “long” year, that somehow

was much shorter than I had expected,

I had to leave a place which had become

home. I had to say good-bye to people who

had become close friends, confidants, family.

And this time I did not know that it would

be only for one year. Again I had a list of

friends who I really wanted to visit. Again I

had a list of things to do and to buy. Again

there was the concern that not everything

could fit into the trunk. Again departure

meant stress. But this time the stress was

less hectic. Thanks to the Zambian time feeling,

with which I had one or two problems

in the beginning of my stay, but which I

have learned to appreciate during the year,

the last few days were less meticulously

planned. There was no problem when a

visit of a friend took longer than expected

and I therefore delayed the next one. There

was no problem when I changed my

daily schedule spontaneously and I arrived

unannounced. And therefore my last few

days in Zambia were a number of meetings

with friends again but more relaxed and

therefore also more conscious. A more

conscious farewell? To the contrary. To

realise the necessity to leave in a few

weeks was incredibly hard, almost impossible.

Everything I saw, everything I did was so

usual and well-known. My fellows, my

friends, my family were so familiar and

close. It just seemed completely unreal that

I soon would no longer be in Zambia with

them and that I soon would be missing out

on so many important stages of their lives.

The final evaluation with our Zambian

responsible persons in Monze was surely a

first step to a mental letting go and an emotional

farewell. It was so valuable to have

enough time to review and reflect the year

with its ups and downs, to be able to step

back a bit and to take a look from the outside.

Looking at some conflicts, which were

partly not yet resolved, with some distance

was somehow healing and I was able to

forgive – others but also myself. I might not

have achieved everything that I wanted to

achieve during the year but after our meeting

I was at peace with my service, my

fellows, with Zambia and me. And therefore

I could enjoy the last days of my stay even

more until it was finally time to leave.

But one thing is already definite for me: I

did not say good-bye forever. I will come

back to Zambia. Firstly, to do all I have not

managed to do. But above all, to see the

people again who have become so important

to me during my stay, to visit them and

to have the chance to catch up together the

missed time.

Lea Hennemann


Seite 13

Herzlichen Glückwunsch ewe!

Yvonne Kabombwe, ehemalige sambische Freiwillige, sendet ihre Grüße

Ich möchte dem ewe

ganz herzlich zu seinem

zwanzigjährigen

Jubiläum gratulieren. Ich

möchte das ewe für die

tolle Arbeit loben, mit

der es zur kulturellen

und globalen Entwikklung

beigetragen hat. In den letzten zwanzig

Jahren hat die Organisation eine Reihe

von Projekten unterstützt, die diese Welt zu

einem besseren Ort gemacht haben. Das

ewe hat Kleinbauern geholfen und Freiwillige,

die in Schulen, Kliniken und anderen Institutionen

gearbeitet haben, nach Deutschland

und Sambia geschickt. Ich kann den

deutschen Freiwilligen, die in sambischen

ländlichen Gebieten unter schwierigen Bedingungen

gearbeitet haben, nur Beifall klatschen.

Sie haben die Menschen berührt, mit

denen sie zusammen waren, und ihre Leben

werden nie wieder so sein wie sie vorher

waren. Das ewe hat jungen Menschen geholfen,

ihre Erfahrungen zu teilen, um so offener

zu werden und zur Entwicklung der

Welt beitragen zu können. Ich möchte daher

alle Sponsoren des ewe ermuntern, das

schöne “Projekt”, das so viele Menschen

verändert hat, weiter zu unterstützen.

Vor zwölf Jahren wurde ich vom Bistum

Monze ausgewählt, für den kulturellen Austausch

nach Deutschland zu gehen. Ich bin

daher im September 2003 zusammen mit

meiner Freundin aus der Gemeinde Kalomo,

Sharon Chileshe, mit 18 Jahren mit vielen Erwartungen

in Deutschland gelandet. Sobald

wir da waren, haben wir schon mit Deutschstunden

und einem Computerkurs begonnen.

Ich hatte die Gelegenheit zum St. Angela

Gymnasium zu gehen, wo ich viel über

das deutsche Bildungssystem gelernt habe

und mich mit vielen Lehrern und Schülern

ausgetauscht habe. Ich konnte außerdem in

einem Kindergarten mit sonderpädagogischer

Förderung, einem Waisenhaus, in einem

Altenheim, in einem Frauenhaus und

bei der Caritas arbeiten. Ich habe viel über

die deutsche Kultur gelernt, die durch Lieder

und Sprichwörter von Jungen, Kindern und

Alten reich und vielfältig ist.

Durch meine Erfahrung bei der Caritas

habe ich einen guten Einblick bekommen,

wie die Kirche in Deutschland im sozialen

Bereich tätig ist und wie sie sich für Frieden

und Gerechtigkeit einsetzt. Neben meinen

Arbeitsstätten habe ich viele Orte und Familien

besucht. 2004 bin ich nach Namalundu

in Sambia zurückgekehrt. Ich wurde alsbald

an der University of Zambia angenommen,

wo ich mein Studium in Erziehungswissen-


Seite 14

Stundentenprozession an der University of Zambia, Yvonnes Alma Mater; Student procession at the University

of Zambia, where Yvonne teaches and studies

Sambier sind das Familienleben, Kommunikation,

Respekt und Liebe wichtig. Ich konnte

daher zu allen gute Beziehungen aufbauen.

Und ich glaube deshalb, dass der kulturelle

Austausch weitergehen sollte, damit

die Menschen ihren Blick auf das Leben und

ihre Wahrnehmungen ändern können.

Ich möchte der Bundesregierung, dem

ewe, dem Bistum Monze und den Gastfamilien

in Deutschland und Sambia danken für

ihre Unterstützung und ihre harte Arbeit, mit

der sie die Projekte des ewe Wirklichkeit

werden lassen. Mein aufrichtiger Dank geht

an die Lehrer, Ehrenamtlichen, Eltern und

Geldgeber, die Jahr für Jahr das ewe unterstützen.

Ihr Engagement und Ihr Beitrag haben

die Leben Vieler in Deutschland und

Sambia berührt. Gerne würde ich alle von

euch und Ihnen für den Friedensnobelpreis

vorschlagen für die Opfer, die Sie und ihr gebracht

habt, um diese Welt zu einem besseren

Ort zu machen. Gott segne euch!

schaften, Geschichte und Englisch begann

und 2010 meinen Abschluss gemacht habe.

Seit 2011 arbeite ich an der Uni als unterstützende

Dozentin. Derzeit bin ich dabei,

meinen Master in Geschichte zu machen.

Hoffentlich schaffe ich noch dieses Jahr meinen

Abschluss.

Was habe ich von meinem kulturellen

Austausch gelernt?

Eine der Lektionen, die ich aus meinem

kulturellen Austausch gelernt habe, ist, dass

wir alle eins sind, auch wenn wir durch geographische

und kulturelle Unterschiede getrennt

sind. Wir gehören zu einer Familie, die

nach dem Bild Gottes geschaffen wurde. Wir

brauchen daher kein negatives Bild von einander

zu haben, denn vor Gott sind wir alle

gleich. Das bedeutet, dass alle Theorien von

überlegenen Rassen, über die ich in der

Schule gelernt habe, nicht gültig sind. Mir

wurde mit viel Respekt und Liebe in den

deutschen Familien, in denen ich gelebt habe

und in den Institutionen, in denen ich gearbeitet

habe, begegnet. Für Deutsche und

Yvonne Kabombwe

Iwould like to congratulate the ewe for

clocking twenty years in existence since

its inception. I would like to commend the

organization for the tremendous work it has

done in order to promote cultural and global

development. In the last twenty years the

organization has done a number of projects

that have made the world a better place.

Happy 20th anniversary ewe!

Yvonne Kabombwe, former Zambian volunteer, sends her greetings


Seite 15

The organization has helped small scale farmers

in Zambia and also sent volunteers to

both Germany and Zambia who have

worked in schools, clinics, and other institutions.

I also applaud German volunteers

who have worked in Zambian rural areas

under harsh conditions. They have touched

the lives of the people they interacted with

and their lives will never be the same again.

The organisation has helped young people

to share their experiences and learn from

each other so that they can be open minded

and contribute to global development. Therefore

I would like to urge all the sponsors to

continue supporting this noble project as it

has transformed many people.

Twelve years ago I was selected to go to

Germany for a cultural exchange by the

Diocese of Monze. Therefore, in September

2003, at the age of 18, I landed in Germany

with my friend Sharon Chileshe from Kalomo

Parish with a lot of expectations. As soon as

we arrived we enrolled for the German

language course and computer lessons. I

had an opportunity to go to St Angela High

School where I learned about the German

education system and interacted with the

students and teachers. I also had an opportunity

to work in the kindergarten for children

with special needs, an orphange, in a

home for the aged, a home for women and

at Caritas. I learnt about the German culture

which is rich and diverse through songs and

proverbs from the young, children and elderly

people.

My experience at Caritas provided an

insight on how the church was providing

social service and it is fighting for peace and

justice in Germany. Apart from working in

different institutions I also visited many

places and families. In 2004, I returned to

Zambia in Namalundu. I was later accepted

at the University of Zambia, where I pursued

my Bachelor of Arts in Education, in History

(Major) and English (Minor) and graduated

in August 2010. I have been working as a

trainee lecturer at the Unversity of Zambia

since 2011 to date. I am currently winding

up with my Masters of Arts in History. Hopefully

I will graduate this year .

What Lessons did I learn from my Cultural

Exchange Experiences (2003-2004)?

One of the lessons I learnt from the cultural

exchange is that we are one even

though we are seperated by geographical

and cultural differences. We belong to one

family of humanity created in the image of

God. Therefore there is no need for us to

have a negative perception about each

other because we are equal in the image of

God. Hence the old theories of superior

races I learnt in school do not hold

anymore. I was treated with a lot of respect

and love in German families I lived in and

also with the people I worked with in

various instituitions in Germany. Germans

like Zambians value family life such as

communication, respect and love. Thus I

was able to relate to everyone very well.

And I thus believe that cultural exchanges

should continue so that people can change

their view of life and their perceptions.

I would like to thank the Government of

the Republic of Germany, ewe, the Monze

Diocese and the families that have hosted

the volunteers from Zambia and Germany

for their support and hard work in order to

make this project a reality. My sincere

thanks goes to the teachers, lay workers,

parents and donors who have been supporting

ewe year by year. Your commitment

and contribution has touched the lives of

many in German and Zambia. I would like to

commend all you for the Nobel Peace Prize

for sacrifices you made to make the world a

better place. God bless you.

Yvonne Kabombwe


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Partnerschaft ist Menschenwerk

In jeder Organisation gibt

es Gründungsmythen. Der

Gründungsmythos des ewe

geht ungefähr so:

Ein Schulseelsorger an

einer Dürener Gesamtschule

initiiert eine Eine-Welt-AG.

Diese baut einen Laden mit fair gehandelten

Produkten auf. Die erwirtschafteten Gewinne

sollen einem Projekt, am besten mit Schülern,

zugute kommen. Der Schulseelsorger

fährt nach Aachen zum katholischen Hilfswerk

Misereor, um ein entsprechendes Projekt

vermittelt zu bekommen. Dort begegnet

er einem afrikanischen Jesuiten-Bischof aus

Sambia. Der lädt den Schulseelsorger ein,

ein Projekt in seiner Diözese Monze zu fördern

und längerfristig mit dieser Diözese eine

Partnerschaft einzugehen.

Die Schüler der Eine-Welt-AG, die mittlerweile

ein Verein (das eine-welt-engagement

e.V.) aus Schülern, Lehrern und Eltern an der

Schule geworden ist, wollen mit den Jugendlichen

in Sambia Kontakt aufnehmen.

Dies geschieht per Brief und mit ersten

Emails, und es entsteht der Wunsch nach

Face-to-Face Kontakten. Der Verein beschließt

mit den Partnern in Sambia, dies zu

ermöglichen, indem deutschen Schülern

nach dem Abitur ein freiwilliges soziales Jahr

in der Diözese Monze ermöglicht wird. 1997

werden die ersten Freiwilligen, Lars Hammermeister

und Karina Reul, nach Monze

ausgesandt, und 2000 kommen erstmals

drei sambische Jugendliche für ein Jahr nach

Deutschland.

Mittlerweile haben 55 deutsche und 18

sambische Jugendliche an diesem interkulturellen

Austausch teilgenommen. Der Gründungsmythos

wurde zu einer Erfolgsgeschichte

des interkulturellen Jugendaustausches,

die sich auch nach 20 Jahren immer

noch weiter entwickelt.

In religiösen und kirchlichen Zusammenhängen

ist als Deutung, wenn Menschen

zueinanderfinden, häufig von göttlicher Fügung

die Rede. Ich denke, die vermeintlich

zufällige Begegnung eines suchenden

Schulseelsorgers mit einem sambischen Bischof

hat etwas von göttlicher Fügung, insbesondere,

wenn sich daraus eine Freundschaft

entwickelt (obwohl dieser leider nur

wenige Jahre blieben, bis ein Verkehrsunfall

die Diözese ihres Bischofs beraubte.)

Die damals angestoßene Partnerschaft

hat nunmehr 20 Jahre Bestand, obwohl die

Akteure auf beiden Seiten wechselten. Dank

moderner Kommunikationsmittel habe ich

sogar das Gefühl, näher dran zu sein, mehr

vom anderen, seiner Lebenssituation und

von den Menschen zu erfahren. Das allerdings

setzt auch ein Interesse aneinander

voraus. Dieses Interesse an einander ist die

Basis der Partnerschaft der Menschen im eine-welt-engagement

und den Menschen in

der Diözese Monze.

Und diese Partnerschaft hat viele Gesichter:

Menschen mit ihren Geschichten

und Erfahrungen, mehr als 70 Jugendliche

leben diese Partnerschaft, haben ihre Erfahrungen

mit einer anderen Kultur (und auch

mit einer anderen Art kirchlichen Lebens)

gemacht und ihr Leben davon bereichern

und verändern lassen. Diese Partnerschaft

bedarf der Pflege, indem wir immer wieder

und an beiden „Enden“ dieser Partnerschaft

davon erzählen und Anteil geben.

Dies zu ermöglichen sieht sich der Vorstand

des ewe verpflichtet, und die Mitglieder

und Förderer des ewe ermöglichen es

durch ihre Spenden und ihr Engagement.

Partnerschaft zu entwickeln ist Menschenwerk

(mit göttlichem Segen)und ich

hoffe, dass sich immer wieder in Sambia

und Deutschland Menschen für diese Partnerschaft

begeistern und sie weiterentwikkeln.

Dann wird es in einigen Jahren mehr

als hundert Gesichter der Partnerschaft des

eine-welt-engagement in Deutschland und

in Sambia geben.

Guido Schürenberg, Vorsitzender des ewe

Manmade partnership

Every organisation has its founding myth.

The founding myth of the ewe goes like

this:

A school pastor at a comprehensive

school in Düren starts a one world working

group which establishes a shop with fair

trade products. The revenues generated are

supposed to benefit a project, if possible a

project for pupils. The school pastor goes to

Aachen to the Catholic relief organisation

Misereor in order to find an interesting project

that can be supported. At Misereor he

meets an African Jesuit bishop from Zambia

who invites him to support a project in his

diocese Monze and to establish a long-term

partnership with his diocese.

The pupils of the one world working

group, which has now become an association

(ewe) made up of pupils, teachers and

parents at the school, want to establish contact

with the youth in Zambia. This is done

via letters and first emails, and quickly the

desire for face-to-face contacts develops.

The association decides with its partners in

Zambia to make this possible by sending

German pupils to Zambia for a voluntary

social year after school. In 1997, the first

German volunteers, Lars Hammermeister

and Karina Reul, are sent to Monze, and in

2000 three Zambian youth come to Germany

for the first time.

By now, 55 German and 18 Zambian

youth have participated in this intercultural

exchange. The founding myth has become a

success story of intercultural youth exchange,

which still keeps developing further.

In religious and church contexts it is

often said that when people come together

this would be upon divine intervention.

I think that the supposedly accidental

encounter of the school pastor with the

Zambian bishop has something to do with a

divine intervention, especially when this is

the beginning of a friendship (even though it

did not last very long due to the tragic traffic

accident of the Zambian bishop).

The partnership initiated at that time

now exists for 20 years although the principal

actors kept changing on both sides.

Thanks to modern means of communication

I even have the feeling to be closer to the

Zambian side and to be able to find out

much more about life on the other side.

This, however, implies interest in each other.

This is the foundation for the partnership of

the people of ewe and the diocese of Monze.

And this partnership has many faces: People

with their stories and experiences. More

than 70 youth live this partnership. They

have made their experiences with a different

culture (and also with a different kind of

church life), and this has enriched and changed

their lives. This partnership also needs

care. At both „ends“ of this partnership we

need to talk about it and share our experiences.

The board of ewe feels obliged to continuously

make this possible, and the members

and supporters of ewe do so through

donations and their commitment.

To develop a partnership is manmade

work (with God’s blessing) and I hope that

there will always be people in Zambia and

Germany who will be inspired by this partnership

and who develop it further. Should

this be the case we will have more than a

hundred faces of partnership in a few years

time in different corners of Germany and

Zambia.

Guido Schürenberg, Chairman of the ewe


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ewe-Freiwillige/ewe volunteers

Jahrgang/ Vorname/ Nachname/ Einsatzort/

Year Name Surname Parish

1997/1998 Lars Hammermeister Monze

1997/1998 Karina Reul Monze

1998/1999 Mechthild Jersch Monze

1998/1999 Gerrit Plum Chivuna

1998/1999 Rainer Schmid Monze

1999/2000 Melanie Hahn Chivuna

1999/2000 Carolin Philipp Monze

1999/2000 Jenny Schellberg Chivuna

1999/2000 Sebastian Stotz Monze

2000/2001 Christian Blume Chivuna

2000/2001 Ingrid Rosendahl Chikuni

2000/2001 Lili Türk Chikuni

2001/2002 Miriam Berger Monze

2001/2002 Marcela Knapp Monze

2001/2002 Johann Müller Mazabuka

2001/2002 Christina Ranker Chivuna

2001/2002 Alma Rittel Chivuna

2002/2003 Robert Lörken Kalomo

2002/2003 Beate Welzenbach Chivuna

2002/2003 Linde Teubner Chivuna

2003/2004 Florian Scheibe St. Kizito

2003/2004 Gesine Marquardt Chikuni

2003/2004 Marijke Knod Chikuni

2004/2005 Thomas McColgan Namwala

2004/2005 Natalie Rzehak Maamba

2004/2005 Ulla Schipulle Zimba

2006/2007 Christoph Schlager Chivuna

2006/2007 Alexandra Schruff Maamba

2006/2007 Lisa Voissel Chirundu

2007/2008 Chantal Zohren Choma

2007/2008 Cora Wagner Chivuna

2007/2008 Natalie Regniet Kalomo

2008/2009 Sarah Labdi Maamba

2008/2009 Simon Theißen Namwala

2008/2009 Rabea Brandt Choma

2009/2010 Lea Thiekötter Mazabuka

2009/2010 Aline Cuvelier Kalomo

2009/2010 Christine Martzok Maamba

Jahrgang/ Vorname/ Nachname/ Einsatzort/

Year Name Surname Parish

2010/2011 Veronika Gather Mazabuka

2010/2011 Junia Heidenfels Maamba

2010/2011 Meike Fischer Monze

2011/2012 Nina Braun Pemba

2011/2012 Nicole Jansen Choma

2011/2012 Lena Schuhmacher Zimba

2012/2013 Benjamin Fuhrt Namwala

2012/2013 Carolin Pawlowski Mazabuka

2012/2013 Susanne Harth Kaleya

2013/2014 Nele Papenhoff Maamba

2013/2014 Julia Mergenschröer Pemba

2013/2014 Katja Wilhelmi Kalomo

2014/2015 Lea Hennemann Mazabuka

2014/2015 Nurit Rudolph Monze

2014/2015 Anna Hofbeck Choma

2015/2016 Helen Hermens Mazabuka

Sambische Freiwillige in Deutschland/

Zambian volunteers in Germany:

Jahrgang/ Vorname/ Nachname/

Year Name Surname

2000/ 2001 Nchimunya Hamoonga

Phinias Phiri

2003/ 2004 Yvonne Kabombwe

Sharon Chileshi

2006/ 2007 Mazuba Ngandu

Inutu Kamayoyo

2007/ 2008 Gift Muyasani

Letricia Sikwale

2009/ 2010 Annette Siamalube

Milimo Monze

2010/ 2011 Gaitano Kabwe

Chipo Shanjina

2013/ 2014 Dorcas Nkhata

Agness Mumba

2014/ 2015 Lweendo Kaluwa

Evans Chali

2015/ 2016 Nelly Kabila

Melody Namano


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Erste Eindrücke

Die beiden neuen sambischen Freiwilligen

Es war mich für mich sehr schwierig, mir

ein Leben in einem fremden Land vorzustellen.

Nun habe ich die ersten Tage hinter

mir und das erste Mal in meinem Leben einen

Eindruck davon bekommen, wie es ist,

weit weg von zu Hause zu sein. Es ist sehr

wichtig zu sehen, wie andere Menschen leben

und davon zu lernen. Es fühlt sich bisher

gut an!

Ich bin am 5. August in Deutschland angekommen

und hatte Bedenken, ob ich die

Personen, die auf mich am Flughafen warten

sollten ohne Komplikationen finden würde.

Dank der modernen Kommunikationstechnologie

gab es keine Probleme.

Die Art, wie ich willkommen geheißen

wurde, war toll und interessant für mich. Es

war ein freundliches Willkommen und es

kam von Herzen. Ich bin ohne Schwierigkeiten

angekommen und habe angefangen,

die deutsche Sprache zu lernen. Ich kann

die Leute begrüßen, mich bedanken und

einzelne Wörter verstehen, wenn Personen

miteinander sprechen.

Das Wetter in Deutschland hat mich

überrascht. Hier kann es zu allen Jahreszeiten

regnen. In Sambia regnet es allerdings

nur in der Regenzeit von November bis

März.

Ich bin das erste Mal in Deutschland

Fahrrad gefahren – und das auf einer gut

ausgebauten Straße. Das hat mir sehr viel

Spaß gemacht.

Ich genieße meine Zeit in Deutschland.

Ich bin sehr glücklich. Danke!

Melody Namano

In meinem Leben habe ich schon einige

Orte besucht, aber nie wurde ich wie in

Deutschland willkommen geheißen. In dem

Haus, wo ich die ersten vier Wochen wohne,

wurde der Eingang mit Ballons, Blumen und

einem Willkommensschild geschmückt. Ich

habe mich sehr gefreut und fühle mich wohl

dort. Ich bin gut in Deutschland angekommen,

obwohl die Luft und das Wetter sehr

unterschiedlich sind von dem, was ich aus

Sambia gewohnt bin.

Am nächsten Morgen wachte ich mit einer

Erkältung auf, sodass ich mich anfangs

viel ausruhen musste. Dank der Medizin, die

ich bekommen habe, geht es mir jetzt wieder

gut.

In Deutschland gibt es viele große Felder,

auch mit Mais bepflanzt. Allerdings wird

aus einem Großteil Futter für die Tiere hergestellt

und nur wenig von den Menschen

konsumiert. Das hat mich sehr überrascht,

da unser traditionelles Nationalgericht „Nshima“

aus Mais hergestellt wird und wir es

tagtäglich essen.

In Sambia beten wir immer vor dem Essen,

in Deutschland sagt man nur „guten

Appetit“. Das ist ebenfalls ungewohnt für

mich.

Am Sonntag habe ich meinen ersten

Gottesdienst in Deutschland miterlebt. Leider

habe ich nicht viel verstanden, da der

Priester nur Deutsch gesprochen hat. Ich habe

versucht zu folgen und die deutschen

Lieder, die der Chor sang, angehört. Ich war

sehr überrascht, dass die Kirche mit einem

Café verbunden ist, wo sich die Leute nach

der Messe treffen, um gemeinsam Kaffee zu

trinken und sich zu unterhalten. Die Leute

haben mich mit einem Lächeln begrüßt. Ich

denke, sie haben sich gefreut, ein sambisches

Mädchen zu sehen.

Bei unserem Besuch in der Dürener

Innenstadt hat mich die moderne Technologie

beeindruckt. Rolltreppen, Bildschirme,

Türen, die sich von selbst öffnen. All dies

kenne ich aus Sambia nicht.

Ich bin froh, dass ich in den ersten Wochen

verschiedene Personen habe, die mir

helfen mich in Deutschland einzuleben.

Danke ewe!

Nelly Kabila


Seite 19

First impressions

The two new Zambian volunteers

It was so hard for me to imagine how new

life was going to be in a foreign country, but

now that I have experienced or seen it for

the first time in my life, it is good and nice to

be away from home sometimes because

you learn and see how other people live.

I arrived in Germany on 5th August. I

didn’t expect it to be easy to meet someone

for the first time without complications but

due to communication technology it was so

easy.

The way I was welcomed was so nice

and interesting. The house was well decorated

with balloons and stickers. I even found

some ribbons with “Herz”-a welcome from

the heart.

I am settling very well without difficulties.

I have started to learn the German

language recently. I am now able to greet

and understand some words like “Guten

Morgen” which means “Good morning” and

“thank you” - “Danke”.

I was surprised about the big fields with

maize which I was told are for cattle instead

of people. I was also surprised about the

seasons because in Zambia we have rain in

November to March. Here in Germany it can

start raining at any time.

I also felt good when I went to ride a

bicycle on a good road and it was surprising

that vehicles are not allowed to pass there.

I am enjoying my stay at least, even

though I have not yet started working. I am

very happy! Thank you!

Melody Namano

In my whole life I have visited places but I

never was welcomed as it was in Germany.

I found balloons, flowers and some

words on the door saying “Welcome from

the Heart”. It was interesting and I really felt

at home. I am settling well and fast though

the air here is very different from the one

back home.

But the following morning I developed a

flue and my throat was paining so much

that I stayed in bed and I was given some

medicine. Now I am well again.

In Germany there are big fields of maize

but they are for the cows. The people only

eat a bit of maize while in Zambia it is for

our mealie meal which is our staple food.

In Zambia before eating we just pray

and eat but in Germany we have to say:

“Guten Appetit” meaning enjoy your meal

and now you can eat.

I went for mass but I didn’t understand

anything because the priest preached in

German. It was very hard. I just sat and

listened to the German songs of the choir. I

was very surprised that the church is

attached to a café. It is only separated by a

glass window. After mass the people went

to the café and drank coffee and talked to

each other. I just said “Hallo” to the people

and they smiled. I think they were happy to

see a Zambian girl.

When I went to town I was very

surprised because most doors opened on

their own. Wow, I have never seen such

improved technology in my whole life.

At the airport I found Mrs. Edith, Mrs.

Irmela and Nina waiting for me. I was happy,

because there were no worries of getting

lost.

Thank you ewe!

Nelly Kabila


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Sieben Jahre seit Sambia –

„Zurück ist noch lange nicht vorbei!“

Was macht der Freiwilligendienst mit uns? Rabea Brandt beschreibt, wie sich

ihre Zeit in Sambia auf ihren weiteren Weg ausgewirkt hat.

Sieben Jahre ist es inzwischen her, dass

ich mich mit zitternden Knien in den Flieger

nach Sambia gesetzt habe. Sieben Jahre

seit Sambia!? Wow, ganz schön lange her…

Seitdem ist sooo viel passiert… Und dann

kommt es mir wiederum gar nicht lange her

vor. Die Erinnerungen, die Menschen, die

Gerüche – das alles ist mir noch so nah, ist

mir noch so vertraut!

Wenn ich ein Jahr in meinem bisherigen

Leben benennen müsste, in dem ich die

größten Höhen und Tiefen erlebt habe, mich

selbst am meisten verändert habe, dann ist

es wohl das Jahr in Sambia. Und auch wenn

ich an andere Ereignisse in meinem Leben

zurückdenke, erwische ich mich ganz oft dabei,

dass ich denke „das war noch vor Sambia“

oder „das war zwei Jahre nach Sambia“.

Welch großen Einfluss der Freiwilligendienst

auf meinen weiteren Lebensweg

haben würde, war mir direkt nach meiner

Rückkehr nach Deutschland erst einmal gar

nicht so bewusst. Das Einleben in Deutschland

fiel mir vergleichsweise leicht und

schon wenige Wochen später begann mein

Soziologiestudium in Mannheim. Neue

Stadt, neue Leute und viele gewonnene

Freiheiten, auf die ich mich schon während

meiner Zeit in Choma sehr gefreut hatte.

Durch Zufall wurde ich auf die

„Undjetzt?!-Konferenz“ für Rükkkehrer

internationaler Freiwilligendienste

aufmerksam und fand

mich wenige Monate später im Organisationsteam

der Konferenz

wieder. Die Konferenz im August

2010 war großartig. Etwa 150 ehemalige

Freiwillige kamen hier für

fünf Tage zusammen, um sich auf

der Basis ihrer gemeinsamen Erfahrungen

aus dem Freiwilligendienst

in Deutschland weiter zu

engagieren. Die Energie, die Offenheit

und die Vertrautheit unter den

Teilnehmenden waren einzigartig für mich.

Durch den Austausch mit anderen Rückkehrern

ist mir dort noch mal bewusst geworden,

dass der Freiwilligendienst nicht nach

dem Auslandsjahr endet. Nach dem Motto

„Zurück ist noch lange nicht vorbei“ habe ich

mich nach der Konferenz weiter bei grenzenlos

e.V. – Vereinigung internationaler

Freiwilliger engagiert, wo ich inzwischen im

Vorstand tätig bin.

Der Freiwilligendienst ist ein fester Teil

meiner Identität geworden. Und wenn ich

an meinen Freiwilligendienst denke, dann

denke ich natürlich immer auch an den ewe,

an Sambia, an meine Gastfamilie, an die Arbeit

in St. Mulumba und an all die lieben

Menschen, die mir in der Zeit begegnet sind.

Zu einigen dieser Menschen habe ich auch

heute noch Kontakt. Das ist ein wirklich

schönes Gefühl, weil es mir zeigt, dass dieses

Jahr des intensiven Austauschs nicht nur

in mir Spuren hinterlassen hat, sondern dass

auch ich weiterhin in den Herzen und Gedanken

meiner sambischen Freunde präsent

bin.

Inzwischen studiere ich Friedens- und

Konfliktforschung in Magdeburg, und Sambia

spielt in meinem Alltag von Jahr zu Jahr

eine zunehmend kleinere Rolle. Aber während

ich diese Zeilen so schreibe und die

Fotos an der Wand vor mir sehe, merke ich

mal wieder: Es wird dringend Zeit nach

Sambia zurückzukehren!

Rabea Brandt

Seven years since I

returned from Zambia –

„Being back doesn’t mean

it’s over!“

Rabea Brandt describes the

impact her stay in Zambia has had

on her life

It is now seven years ago that I went on

the plane in Zambia with shaking knees.

Seven years? Wow – that’s a long time!

Since then, so much has happened! On the

other hand it doesn’t feel that long. The

memories, the people, the smells – this all

still seems to be so close, so familiar.

If I had to name one year in my life so

far, in which I had the biggest ups and

downs and in which I myself have changed

the most, it would be my year in Zambia.

And even when I think of other events in my

life, I often catch myself thinking „this was

before Zambia“ or „this was after Zambia”.

Immediately after my return to Germany

I was not aware of the big impact my volun-


Seite 21

teer service would have on my life. Settling

down in Germany I found relatively easy,

and a few weeks later my sociology course

at Mannheim University started. A new city,

new people und many newly gained freedoms

that I had been looking forward to

when I was in Choma. By coincidence I

happened to find out about a conference

called „what now?“, a conference for

returnees from international volunteer

services. A couple of months later I suddenly

found myself as a member of the organising

committee of the conference. The conference

in August 2010 was great. About

150 former volunteers came together for five

days to exchange their ideas about further

engagement in Germany. The energy, the

openness and the intimacy among the participants

were absolutely unique. Through

the exchange with other returnees I realised

that my voluntary service had not just ended

after my year in Zambia. Based on the

motto “Being back doesn’t mean it’s over” I

further got involved after the conference –

this time with grenzenlos e.V., an association

of international volunteers, where I am

now a member of the board.

Voluntary service has become a permanent

part of my identity. And when I think of

my voluntary service I always think about

ewe, about Zambia, about my host family,

about my work in St. Mulumba and about

all the dear people I met during my stay in

Zambia. I am still in touch with some of

them. This is a very good feeling because

it shows me that my year of intensive

exchange has not only left its marks inside

me, but also in the hearts and thoughts of

my Zambian friends.

By now I am studying peace and conflict

research in Magdeburg, and the role Zambia

is playing in my daily life decreases from

year to year. But while I am writing these

lines and while I am looking at the pictures

on the wall I realize: It’s really time to come

back to Zambia!

Rabea Brandt

Aus dem Freiwilligenleben:

Ehemalige Freiwillige erinnern sich (I)

Liebe Leserin,

lieber Leser,

erst einmal möchte ich

dem eine-welt-engagement

ganz herzlich

zu seinem 20-jährigen

Bestehen gratulieren und darf mich stolz

als ein Teil dieser Zeit zählen: als Freiwillige

12/13. DANKE!

Das Jahr in Mazabuka in meiner wundervollen

Gastfamilie „Hambayi“ hat mich

sehr geprägt und mitunter einen großen Teil

zu dem beigetragen, was ich jetzt bin.

Erst vor kurzem schrieb meine Gastmutter

mir stolz, dass sie Zuwachs zu ihrer

sechsköpfigen Familie bekommen würden.

Ich habe mich sehr gefreut und drücke ihnen

nun ganz fest die Daumen, dass es der

heiß ersehnte erste Junge wird.

Ich erinnere mich dabei noch sehr lebhaft

an meinen ersten Kontakt mit meiner

damals zwei Tage alten Gastschwester Musambo.

Die mir zuvor prophezeite, jedoch

von mir sehr angezweifelte Tatsache, dass

afrikanische Babys anfangs so weiß seien

wie ein „Mzungu“, also ein Weißer, musste

ich kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen,

als ich das kleine unglaublich süße Wunder

auf dem Arm hielt und nur sprachlos betrachtete.

Sie hatte doch tatsächlich rosa

Wangen und sogar noch hellere Hände und

Füße als meine Haut. Dies hielt ca. den ersten

Monat an. Ab dann wurde die Haut

allmählich dunkler wurde.

Nun würde ich allzu gerne sehen, wie

sie sich entwickelt hat, was mich auf der

anderen Seite traurig macht, so weit weg

zu sein. Umso mehr strahlen lässt es mich,

dass mein Gastvater mir erzählt, dass Lumono,

die kleine Prinzessin unserer Familie

noch immer alle Mzungus „Caro“ ruft.

Ganz herzliche Grüße und Glückwunsche

zum Jubiläum! Alles Gute für die Zukunft –

macht weiter so!

Carolin Pawlowski

From the volunteers life:

Former volunteers

remember (I)

Dear reader,

first of all I would like to cordially congratulate

the one world engagement for its

twentieth anniversary. I am proud to be part

of this history as a volunteer from 2012 to

2013. Thank you!

My year in Mazabuka in my wonderful

host family “Hambayi“ has really had an

impact on my life and has contributed to

what I am now. Recently, my host mother

proudly wrote to me that their six-member

family will grow again. I was very happy to

hear that and I keep my fingers crossed

that they will get the boy they have long

been hoping for.

I still remember vividly my first contact

with my host sister Musambo who was

two days at that time. It was then that I

realised that it was true what everybody

had said before: that African babies are

white in the beginning, as white as a

Mzungu. I shaked my head as I was carrying

this sweet miracle in my arms. I looked

at it speechless. She really had pink cheeks

and her hands and feet were even whiter

than mine. It was like this for about one

month. From then on her skin slowly got

darker.

Now I would really like to see how she

has developed. It somehow makes me sad

to be so far away. But I am all the more

happy to hear from my host father that

Lumono, the small princess of the family,

still calls all Bazungu “Caro”.

Cordial greetings and congratulations!

All the best for the future – keep it up!

Carolin Pawlowski


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Aus dem Freiwilligenleben:

Ehemalige Freiwillige erinnern sich(II)

Beim Friseur

W

ie wahrscheinlich fast jede Freiwillige

in Afrika wollte ich während meines

Jahres in Mazabuka 2009/10 auch gerne

mal eine richtige afrikanische Flechtfrisur haben.

„Der Barbershop ist viel zu teuer, ich

mache dir das!“ bot meine Freundin Ireen

mir sofort an. Im heimischen Salon im Nka-

bika Compound erlebte

ich dann in

den nächsten Stunden

wahrhaftig eine

Überraschung. Am

Außenwasserhahn

neben der Eingangstür

wurden

mir erst mal die

Haare gewaschen –

kann ja nicht schaden!

Als nächstes

durfte ich auf einem

Hocker im Vorgarten

Platz nehmen, wo

mir die Haare ordentlich

durchgebürstet

und dann auf

Lockenwickler gedreht wurden. Natürlich,

wie bei fast allem was ich tat, mit viel Publikum

und jeder Menge Spaß. Spätestens als

ich dann im Wohnzimmer unter eine Trokkenhaube

geschoben wurde, sah ich meine

Rastazöpfe langsam schwinden. Nach einer

Ewigkeit Hitze durfte ich wieder ins Freie treten:

mit beinahe engelsgleichen Locken! Da

war wohl bei unserem Austausch über eine

neue Frisur irgendetwas schief gelaufen.

„Kwasila?“, fragte ich, fertig? Aber nein: Jetzt

ging es ans Styling. Natürlich mit Vaseline.

Jede einzelne Strähne wurde sorgsam eingeölt.

Leider wollten meine Haare nicht so

richtig gut halten wie die von Ireen, wenn

man sie mit Vaseline einrieb. Doch irgendwann

war das Werk vollbracht und konnte

fotografiert werden. „Kwasila zowona!“ – It’s

ready for real!

Letztendlich hatte ich keine Rastas, aber

dafür einen echten Homesalon kennengelernt

und Beautytipps aus erster sambischer

Hand erfahren!

Lea Thiekötter


Seite 23

From the volunteers life:

Former volunteers

remember (II)

At the

hairdresser

As probably most other female volunteers

in Africa as well, I also wanted to have

my proper African cornrows while I was in

Mazabuka from 2009 to 2010. “The barbershop

is way too expensive, I’ll do it for you”,

my friend Ireen said to me. In her beauty

parlour in the Nkabika compound I was

then faced with a real surprise in the coming

hours. At the tap outside the house next to

the entrance door I had my hair washed –

that couldn’t do any harm. I then took a

seat on a stool in the front garden where my

hair was neatly brushed and then put in

curlers. Of course, as in other similar situations

as well, I had a lot of spectators who

all had a lot of fun. Finally, when I was

Auf dem Rückweg konnte ich sogar eine ganze Fussballmannschaft

finden, die sich mit mir ablichten ließ!

placed under a hair dryer in the living room,

I saw my hopes for braids fade away. After

an eternity in the heat I was finally allowed

to step outside again: with almost angelic

curls! Apparently, something had gone

wrong when we had exchanged about my

new hairstyle. „Kwasila?“, I asked, finished?

But no: Now, styling was next. Of course

with Vaseline! Every single chip was carefully

oiled. Unfortunately my hair was not

sticking together as nicely as Ireen’s was,

when treated with Vaseline. But at some

stage the work was done and could be

photographed. „Kwasila zowona!“ – It’s

ready for real!

After all, I did not have braids, but I had

got to know a real beauty parlour and had

received beauty advice from a good Zambian

friend.

Lea Thiekötter

Impressum

Herausgeber: eine-welt-engagement (ewe) e.V.

Internet: www.eine-welt-engagement.de

Redaktion: Johann Müller

E-Mail: johann.mueller@eine-welt-engagement.de

Postfach 100523, 52305 Düren

Layout/Satz: Type Art, Herzogenrath

Meine Nachbarin, die sich auch direkt mit mir fotografieren

wollte wegen der Locken.

Druck: saxoprint.de

Die Redaktion übernimmt keine Haftung für unverlangt

eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen.

ewe aktuell“ ist im Abonnement gegen eine Spende

erhältlich. Info unter Telefon 02421- 8 79 88

oder unter: info@eine-welt-engagement.de

ViSdP: Guido Schürenberg


Seite 24

Sambia

Als das eine-welt-engagement

1995 gegründet wurde, war

das Land Sambia bereits 31 Jahre

alt. Am 24.10.1964 als eines der

ersten Länder des südlichen Afrika

unabhängig geworden, erfuhr

Sambia zu diesem Zeitpunkt aber

bereits erste Ermüdungserscheinungen

des 1991 einsetzenden

politischen und wirtschaftlichen Transformationsprozesses.

Mit seinem Konzept des sambischen

Humanismus hatte sich Sambias Gründungspräsident

Kenneth Kaunda 21 Jahre

an der Macht gehalten. Mit seiner UNIP (United

National Independence Party) hatte er

einen Ein-Parteien-Staat aufgebaut, den er

autoritär regierte und in dem jeglicher Pluralismus

unerwünscht war. Der sambische Humanismus

sollte als Grundlage für die angestrebte

sozialistische Entwicklung des Landes

dienen, wirtschaftlich warf er Sambia jedoch

zurück. Die einseitige Orientierung der

Wirtschaft auf den Export des wesentlichsten

Rohstoffs Kupfer und die staatlich kontrollierte

Planwirtschaft führten immer wieder

zu schweren Rezessionen und 1990

schließlich zu immer stärkeren gewerk-

Der ehemalige Präsident Chiluba mit sambischen Fußballern. / Former

President Chiluba with Zambian footballers.

in 20 Jahren ewe

schaftlich organisierten Demonstrationen,

deren wesentlichste Forderung die Einführung

einer Mehrparteiendemokratie war. Im

September 1990 stimmte Kaunda schließlich

der Organisation von freien Wahlen zu.

Von der Welle des Protestes getragen, erreichte

Gewerkschaftsführer Frederick Chiluba

mit seiner Movement for Multiparty Democracy

(MMD) 125 von 150 Sitzen im Parlament

und wurde mit 75,8 % zum sambischen

Präsidenten gewählt.

Mit dem Beginn von Chilubas Amtszeit

setzte bald eine Transformation in Richtung

freie Marktwirtschaft ein. Sambia erhielt Kredite

von Weltbank und Internationalem

Währungsfonds, die streng an Reformen gebunden

waren. Eine große

Herausforderung stellte die

Privatisierung der Kupferminen

dar, zumal sich der

Kupferpreis als wenig stabil

erwies und in Tiefzeiten

regelmäßig große Lücken

in den sambischen Staatsetat

riss.

Politische Rückschritte

Die Hoffnungen auf einen

politischen und wirtschaftlichen

Liberalisierungsprozess

wurden schon bald

enttäuscht. Die MMD nutzte

ihre Parlamentsmehrheit

zu oft fragwürdigen Verfassungsänderungen.

So entschied das Parlament

bei den Wahlen 1996, den ehemaligen

Präsidenten Kaunda von der Wahl auszuschließen.

Kaundas UNIP boykottierte daraufhin

die Wahlen, die Chiluba und seine

MMD ohne ernsthafte Gegenwehr im Amt

bestätigten. Nach einem gescheiterten

Staatsstreich, der am 28.10.1997 von zwei

Junior-Offizieren initiiert worden war, verhängte

Chiluba den Ausnahmezustand, um

wesentliche Grundfreiheiten einzuschränken.

Führende Oppositionspolitiker wurden

inhaftiert, Kaunda vorübergehend unter

Hausarrest gestellt.

Ein Jahr später wurde der Notstand aufgehoben.

Chiluba zeigte jedoch schnell,

dass er keineswegs gewillt war, 2001 wie

von der Verfassung vorgegeben die Macht

abzugeben. Seine Bemühungen, die Verfassung

zu ändern, um sich eine dritte Amtszeit

zu ermöglichen, zeigten jedoch, dass die

Oppositionsparteien an Schlagkraft gewonnen

hatten und sich mittlerweile eine Zivilgesellschaft

entwickelt hatte, die in der Lage

war, sich Gehör zu verschaffen und durch

engagierte Proteste eine erneute Kandidatur

Chilubas zunichte machte. So musste sich

Chiluba auf die Suche nach einem loyalen

Nachfolger aus der eigenen Partei machen,

den er glaubte, in Levy Mwanawasa gefunden

zu haben.

Mwanawasa musste sich zunächst dem

Wähler stellen und siegte im Dezember

2001 schließlich nur mit einer hauchdünnen


Seite 25

Mehrheit. Mit unter 30 % der Stimmen landete

er mit nur rund einem Prozentpunktvorsprung

vor Anderson Mazoka von der UPND

(United Party for National Development), die

ihre Hochburg vor allem im Süden des Landes,

also auch im Bistum Monze, hatte. Eine

Stichwahl sieht die sambische Verfassung

nicht vor. Sowohl nationale wie auch internationale

Beobachter kritisierten die Wahl

als weder frei noch fair. Manipulationen der

Regierungspartei waren allgemein bekannt,

änderten trotz einiger teils gewaltsamer Proteste

in Lusaka aber nichts an der Amtseinführung

Mwanawasas.

Als Präsident distanzierte sich Mwanawasa

überraschend schnell von seinem

Mentor Chiluba. Alsbald wurde das Ausmaß

der Korruption deutlich, in das Chiluba verstrickt

war. In Sambia musste er sich vor einem

Gericht verantworten, in Großbritannien

wurde er sogar von einem Gericht wegen

Diebstahls öffentlicher Mittel schuldig gesprochen.

Zu einer Inhaftierung Chilubas

kam es nie. Chiluba hatte seit längerem gesundheitliche

Probleme und verstarb 2011.

Mwanawasa als Reformpräsident

War Mwanawasa noch unter fragwürdigen

Umständen an die Macht gekommen, so

entwickelte er zusehends einen Politikstil,

der Reformen voranbrachte und die Korruption

zurückdrängte. Die Regierung erlangte,

besonders mit seiner Wiederwahl 2006,

neue Legitimität und exorbitante Staatsausgaben

wurden auf ein vernünftiges Maß reduziert.

Besondere Beachtung fand Mwanawasas

kritische Haltung gegenüber Simbabwes

Präsident Robert Mugabe, der seit den

Farmbesetzungen im Nachbarland zwar

international zunehmend isolierter wurde,

aber im südlichen Afrika noch immer große

Sympathien genoss. Zusammen mit Botsuana

befand sich Mwanawasa mit seiner

Haltung in der Minderheit in der Entwicklungsgemeinschaft

des südlichen Afrika

(SADC) und wurde teils scharf angefeindet.

Sambia profitierte jedoch von der mit Beginn

des Jahrtausends sich verschärfenden Krise

in Simbabwe, da immer mehr Touristen die

sambische Seite wählten, um sich die Viktoriafälle

anzuschauen, so dass im sambischen

Livingstone viele Hotels emporschossen

– wenn auch oft unter ausländischer

Führung. Außerdem siedelte sich so man-

Michael Sata mit einem chinesischen Diplomaten. / Michael Sata with a Chinese diplomat.

Levy Mwanawasa

cher weiße Farmer, der nun nicht mehr im

Nachbarland willkommen war, in Sambia an

und brachte sein umfangreiches Knowhow

ein.

Während sich Sambias Wirtschaft zu Beginn

des neuen Jahrtausends nur langsam

von seiner Kupferabhängigkeit löst und dabei

auch einen gewissen Wert auf den Export

von Nahrungsmitteln und landwirtschaftlichen

Gütern legt, entwickelten sich

im Rahmen des plötzlich erwachten Interesses

Chinas am afrikanischen Kontinent auch

ausgeprägte Wirtschaftsbeziehungen zwischen

China und Sambia, die sich in zahlreichen

Bauaufträgen und Krediten widerspiegeln,

die mit Rohstoffen bzw. mit der Verpfändung

von zukünftigen Rohstoffen, in erster

Linie Kupfer, bezahlt werden. In Sambia

wurden die starken Verbindungen schon

bald sehr kritisch gesehen, zumal Chinesen

oft viele eigene Arbeiter aus der Heimat mitbrachten,

wenig Integrationswillen zeigten

und ihre sambischen Arbeiter vielfach

schlecht behandelten. Diesen weit verbreiteten

Unmut nahm Michael Sata auf, der als

Politikveteran bereits zuvor mehrfach für das

Präsidentenamt kandidiert hatte und mit der

Patriotic Front (PF) inzwischen über eine eigene

Partei verfügte.

Ein Populist im Amt

Sata hatte immer wieder gegen ausländische

Investoren gewettert und gerade die

Chinesen dabei an den Pranger gestellt.

Schon frühzeitig hatte er die Chinesen durch

Besuche in Taiwan brüskiert. Immer wieder

hatte er sich zudem öffentlich mit Robert

Mugabe solidarisiert. Bei der Präsidentschaftswahl

2011 sah er nun seine Chance

gekommen, die inzwischen 20 Jahre andauernde

MMD-Herrschaft zu beenden. Inzwischen

war Rupiah Banda Präsident. Banda

hatte bereits unter Kaunda als Minister verschiedener

Ressorts gewirkt und war unter

Mwanawasa Vize-Präsident gewesen. Als

dieser an den Folgen eines Schlaganfalls

verstarb, rückte Banda bis zum Ende der Legislaturperiode

an die Spitze des Staates.

Dort konnte Banda jedoch keine nennenswerten

Akzente setzen. Er verlor die

Wahl gegen Sata, der alsbald Reformen auf

dem Arbeitsmarkt durchsetzte und die Sozialausgaben

erhöhte. Er zeichnete sich aber

auch durch eine erratische Führung aus,

ging repressiv gegen seine Gegner vor und

ließ jegliche Konsultation mit der Zivilgesellschaft

vermissen. Er war wenig berechenbar,

schaffte es jedoch, die Bedürfnisse der armen

städtischen Bevölkerung zu artikulieren

und deren Hoffnungen zu wecken. Seine

Machtbasis hatte er ansonsten im Norden

des Landes, während die MMD in den meisten

ländlichen Gegenden, insbesondere im

Osten des Landes, breite Unterstützung genoss.

Gleichzeitig etablierte sich mit der United

Democratic Alliance (UDA) eine dritte


Seite 26

Kraft, die aus Mazokas UPND hervorgegangen

war. Die UDA wird von einem Geschäftsmann

aus Monze geführt: Hakainde Hichilema.

Hichilema schaffte es seit den Präsidentschaftswahlen

2006 konstant, seine

Stimmenanzahl zu erhöhen. Neben der Südprovinz

sind Hichilema und die UDA auch im

Westen bei den Lozi zunehmend populär.

Hichilema scheiterte 2015 nur haarscharf

am Präsidentenamt, als eine weitere

Neuwahl erforderlich wurde. Sata verstarb

ebenso wie sein Vorvorgänger im Amt, sodass

vorzeitige Neuwahlen notwendig wurden.

In der Zwischenzeit übernahm Guy

Scott als erster Weißer vorübergehend das

höchste Staatsamt. Hichilema unterlag im

Januar 2015 knapp Edgar Lungu, dem politischen

Ziehsohn Satas, der nun die Geschikke

Sambias bis zu den regulär anstehenden

Wahlen Ende 2016 lenkt.

Herausforderungen für die Zukunft

Die Herausforderungen sind immens:

Weiterhin hakt es bei dem Versuch, die Verfassung

zu reformieren und so z.B. durchzusetzen,

dass ein Präsident mit absoluter

Mehrheit gewählt werden muss. Zwar sind

Lusaka und die großen Städte am Copper

Belt gewachsen und bieten eine z.T. bemerkenswerte

Infrastruktur. Davon profitiert jedoch

nur eine kleine Elite. Die Mittelschicht

ist nach wie vor dünn, die Armut groß. Im

Human Development Index belegt Sambia

Michael Satas Beisetzung. / Michael Sata’s funeral.

mit 141 weiter einen der hinteren Plätze. An

vielen Stellen im Land ist jedoch der

Wunsch der Menschen spürbar, sich zu engagieren,

sich für ihre Rechte einzusetzen

und ihr Land voranzubringen. „The hour has

come“ – Die Zeit ist gekommen. Das war

einst der Wahlspruch der MMD, um auszudrücken,

dass die Kaunda-Ära vorbei sei. Es

ist Sambia zu wünschen, dass nun die Zeit

von wirtschaftlich nachhaltigem Wachstum

und von politischer Öffnung anbricht.

Johann Müller

Zambia since the

founding of the ewe

When the one world engagement (ewe)

was founded in 1995, Zambia was

celebrating already its 31st anniversary. On

24th October 1964 Zambia had become independent

as one of the first countries of

southern Africa, but by then, the country

was already experiencing first symptoms of

fatigue with regard to the political and economic

transformation process that had

begun in 1991.

With his concept of Zambian Humanism,

Zambia’s founding president Kenneth Kaunda

had clung to power for 21 years. With his

UNIP (United National Independence Party)

he had established a one-party-state which

he governed in an authoritarian manner

where any kind of pluralism was simply

undesirable. Zambian Humanism was

supposed to serve as the foundation for the

socialistic development of Zambia he aspired

to, but economically the country was

thrown back. The one-sided orientation

towards the exportation of copper, the most

essential commodity, and the state-controlled

economy led, time and again, to

heavy recessions and in 1990 finally to

powerful demonstrations organised by trade

unions that demanded a multi-party democracy.

In September 1990 Kaunda eventually

agreed to the organisation of

free elections. Carried by the

wave of protests, the trade

unionist Frederick Chiluba and

his Movement for Multiparty

Democracy (MMD) won 125 of

150 seats in the National

Assembly and Chiluba was

elected President with 75.8 %

of the votes in 1991.

Starting with Chiluba’s first

term in office, a transformation

towards free market economy

set in. Zambia received

loans from the World Bank and the International

Monetary Fund that were strongly

linked to reforms. One of the biggest

challenges was the privatization of the copper

mines, especially because the copper

price never proved to be stable and whenever

it reached a low it regularly tore huge

gaps into the Zambian national budget.

Political setbacks

Those who were hoping for a political and

economic liberalisation process were quickly

disillusioned though. The MMD took advantage

of its majority in parliament to enforce

questionable changes to the constitution.

In 1996 for example,

parliament decided to exclude

former president Kaunda from

the elections. As a consequence,

the 1996 elections

were boycotted by Kaunda’s

UNIP. They were won by

Chiluba and his party

without any serious resistance.

After a failed coup

d’état initiated by two junior

officers on 28th October 1997,

Chiluba declared a state of

emergency in order to be able to

restrict substantial basic freedoms.

Leading politicians from the opposition

were detained, Kaunda was put

under arrest.

A year later the state of emergency was

lifted. Chiluba, however, quickly demonstrated

that he was not willing to give up

his power in 2001 as demanded by the

constitution. Yet, his attempts to change the

constitution in his favour to stand for a third

term proved that opposition parties had

increased their assertiveness and that a civil

society had evolved that was capable to

make its voice heard. Their concerted efforts

with committed protests dashed Chiluba’s

hopes for a third term. Consequently, Chiluba

had to look out for a loyal successor

whom he believed to have found in the person

of Levy Mwanawasa.

Mwanawasa first had to face up to the

Zambian electorate und finally turned out

victorious with an extremely thin majority.

With less than 30 % of the votes he finished

first with a margin of just one percent ahead

of Anderson Mazoka from the UPND (United

Party for National Development) which

mainly had its strongholds in the south of

the country, thus also in the diocese of Monze.

A run-off ballot was not stipulated by the

constitution. Both national and international

observers criticised the elections as neither

free nor fair. Manipulations effected by the

ruling party were common knowledge, but

despite protests in Lusaka that partly turned

violent, Mwanawasa was inaugurated into

the Office of the President.

As president, Mwanawasa dissociated

himself quickly from his mentor Chiluba.

Shortly after Chiluba’s departure from office,

the extent of corruption he had been

involved was revealed. In Zambia he had to

face a corruption charge while in the United

Kingdom he was found guilty of theft of public

funds. Yet, Chiluba was never taken into

custody. For long he was suffering from

health problems and finally died in 2011.


Seite 27

Mwanawasa as a reformer

Having come to power by dubious means,

Mwanawasa noticeably developed a new

style of politics that promoted reforms and

pushed back corruption. The government

obtained, especially after Mwanawasa’s

re-election in 2006, new legitimacy and

exorbitant spending was considerably

reduced. Particular attention was paid to

Mwanawasa’s critical stance on Zimbabwe’s

president Robert Mugabe who became

more and more isolated internationally since

the illegal occupations of farms had started

in Zambia’s neighbouring country in 2000

but who still enjoyed a lot of sympathies

among his colleagues in southern Africa.

Together with Botswana, Zambia was thus

in a minority in the Southern African Development

Community (SADC) and received

some hostile reactions. However, Zambia

benefitted from the exacerbating crisis

in Zimbabwe as more and more tourists

interested in the Victoria Falls chose the

Zambian side. As a consequence quite a

few hotels rose in Livingstone – even

though most of them owned by foreign

investors. In addition, some white farmers

who no longer felt welcome in Zimbabwe

settled in Zambia and brought in their comprehensive

knowhow.

While in the beginning of the new millennium

Zambia only slowly moved away

from its dependence on copper and thereby

also attached a certain importance on the

exportation of food and agricultural products,

it developed, in the context of China’s

suddenly sparked interest in the African continent,

pronounced economic ties with the

rising power. These ties are reflected in

numerous construction contracts and loans

that are paid with commodities or the

pledging of prospective revenues from

commodities, mainly copper. In Zambia

these close ties were soon regarded

sceptically, especially because many

Chinese investors brought many

Chinese workers along with them,

they did not show a strong desire to

integrate and Chinese employers

often did not treat their Zambian

employees adequately. This widely

prevalent discontent was absorbed by

Michael Sata, a political veteran who

had previously stood for presidency on

several occasions and who commanded

his own party: the Patriotic Front (PF).

A demagogue in office

Sata had time and again ranted against

foreign investors and thereby especially

pilloried the Chinese. At an early stage he

had already affronted the Chinese by visiting

Taiwan. On several occasions he had also

publicly sympathized with Robert Mugabe.

When it came to presidential elections in

2011 Sata saw his chance to end 20 years

of MMD government. Meanwhile Rupiah

Banda, minister in

several portfolios under

Kaunda and later

vice-president under

Mwanawasa stood

as the incumbent. After

Mwanawasa had

passed away in 2008

after a stroke, Banda

took over until the

end of the term.

Banda, however,

did not make a

strong impact. He lost

the 2011 elections

against Sata who

quickly enforced reforms

on the labour

market and increased social expenditures.

On the other hand he was characterized by

an erratic leadership, took repressive action

against his political opponents and lacked

any consultation with civil society. He was

often unpredictable, but he managed to articulate

the needs of the poor urban population

und to raise their hopes. His power

base was in the north of the country, while

the MMD enjoyed massive support in most

of the rural areas, particularly in the east.

At the same time, the United Democratic

Alliance (UDA) established itself as a third

force. It had evolved from Mazoka’s UPND

and is led by a businessman from Monze:

Hakainde Hichilema. Since the presidential

elections in 2006, Hichilema succeeded

in increasing his share of the votes in

every single election. Apart from Southern

Province, Hichilema and the UDA also

become increasingly popular among the

Lozi.

In the presidential elections in 2015,

Hichilema only missed the presidency by a

hair’s breadth. In 2015 a new election was

necessary because just as his pre-predecessor,

Sata had died in office in November

2014. In the interim period, Guy Scott

became, as the first white in the office,

acting president. In January 2015 Hichilema

closely lost to Edgar Lungu, Sata’s political

mentee. Edgar Lungu will now govern the

Zambian’s destinies until the next regular

elections in the end of 2016.

Challenges for the future

The challenges for the future are immense:

Attempts to reform the constitution, for

example to assert that the president has to

be elected with an absolute majority, have

not yet succeeded. Indeed Lusaka and the

large cities on the Copperbelt have grown

and they partly offer a modern infrastructure.

Sambias Wahlkommision / Electoral Commission of Zambia

Yet, only a tiny elite benefits from this. The

middle class is still small. On the UN Human

Development Index Zambia ranks 141st –

one of the lower ranks. In many areas in

Zambia, one can, however, feel the people’s

desire, to engage themselves for the benefit

of their country, to enforce their rights and to

bring their country forward. „The hour has

come“. This was once the election slogan of

the MMD to underline that the Kaunda-era

was over. Let’s hope for Zambia that now

the hour of sustainable economic growth

and of political opening has come.

Johann Müller


Bitte

vormerken!

Samstag, 3.Oktober.2015:

20 Jahre ewe

– 18 Uhr Wortgottesdienst

in der Marienkirche

– 19 Uhr Partnerschaft entwickelt –

Ein Begegnungs- und Feierabend

mit Entwicklungsgeschichten und

sambischen Gästen

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