VHT Trainingcamp (5) Lessons Learnt?
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Vortrag Nr.: 02<br />
Vortrag Nr. 02_Vom Umgang mit Fehlern_Eggers<br />
<strong>VHT</strong> <strong>Trainingcamp</strong> (5)<br />
<strong>Lessons</strong> <strong>Learnt</strong>?<br />
oder<br />
Aus Schaden wird man klug!<br />
Vortrag Titel: Vom Umgang mit Fehlern<br />
Vortragender: Dirk Eggers<br />
Tel. Nr.: +49 40 - 30 10 09-31<br />
Email: deg@vht-online
<strong>VHT</strong> – <strong>Trainingcamp</strong> (5)<br />
Vortrag Nr. 02 – Vom Umgang mit Fehlern 2/10<br />
Sehr geehrte Damen und Herren,<br />
nachdem wir im vorigen Vortrag von Herrn Wetzel gehört haben, dass ca. 80% aller Schäden<br />
auf „Fehler“ zurückzuführen sind, gehe ich nun im meinem Vortrag darauf ein, wie man mit<br />
„Fehlern“ umgehen soll bzw. muss.<br />
Zur besseren Übersicht habe ich meinen Vortrag wie folgt gegliedert:<br />
1. Grundlagen<br />
1.1. Fehler Definition<br />
1.2. Fehler Kategorien<br />
2. Fehlermanagement allgemein<br />
2.1. Fehlerentdeckung<br />
2.2. Fehlerdiagnose/-analyse<br />
2.3. Fehlerkorrektur/-prävention<br />
3. Fehlermanagement in der Schifffahrt<br />
3.1. Kontinuierlicher Verbesserungsprozess<br />
3.2. Fehlermanagement gemäß ISM Code<br />
3.3. Änderungen des ISM Codes zum 01.07.2010
<strong>VHT</strong> – <strong>Trainingcamp</strong> (5)<br />
Vortrag Nr. 02 – Vom Umgang mit Fehlern 3/10<br />
1. Grundlagen<br />
1.1. Fehler Definition<br />
In der Literatur finden sich für den Begriff „Fehler“ (im englischen auch „error, fault, failure,<br />
non-conformity“ genannt) eine Vielzahl von Definitionen.<br />
Lange Zeit definierte man einem „Fehler“ als die „Abweichung von einer Norm“.<br />
Diese Definition wurde allerdings zwischenzeitlich wie folgt erweitert bzw. modifiziert:<br />
Unter einem „Fehler“ versteht man nunmehr einen „Merkmalswert, der die vorgegebenen<br />
Forderungen nicht erfüllt“ bzw. als „Nichterfüllung einer Forderung/Erwartung, die<br />
üblicherweise vorausgesetzt oder verpflichtend ist“ [vgl. Deutsches Institut für Normung].<br />
In der DIN EN ISO 9000:2005 (Qualitätsmanagementsystem – Grundlage und Begriffe)<br />
definiert man unter Ziffer 3.6.2 einen „Fehler“ als die „Nichterfüllung einer festgelegten<br />
Anforderung“.<br />
Eine gleichlautende Definition findet sich auch in der DIN EN ISO 8402, Ziffer 2.10. Diese<br />
Definition umfasst allerdings auch, neben der Nichterfüllung einer festgelegten Forderung,<br />
das „Nichtvorhandensein“ einer entsprechenden Anforderung.<br />
1.2. Fehler Kategorien<br />
Auch für Einteilung von Fehlern in verschiedene Kategorien gibt es in der Literatur eine<br />
Vielzahl von Ansätzen. In Anbetracht der mir zur Verfügung stehenden Zeit, beschränke ich<br />
mich in diesem Vortrag auf die folgenden drei mögliche Kategorien.<br />
(1) Eine der am meisten angewendeten Einteilungen von Fehlern ist die folgende:<br />
a) Erwartete Fehler<br />
b) Unerwartete Fehler<br />
Zu a) Bei den „erwarteten Fehlern“ handelt es sich um solche Fehler, die bei der Planung und<br />
Implementierung eines Systems oder bei der Abwicklung eines Verfahrens vorausgesehen<br />
wurden. Treten solche Fehler auf, sind im Regelfall geeignete Maßnahmen zur<br />
Fehlerbehandlung vorgesehen.<br />
Zu b) Bei den „unerwarteten Fehlern“ handelt es sich um solche Fehler, deren Auftreten nicht<br />
vorhergesehen wurde. Die Fehlerbehandlung ist demzufolge auch nicht eindeutig geplant<br />
bzw. festgelegt.
<strong>VHT</strong> – <strong>Trainingcamp</strong> (5)<br />
Vortrag Nr. 02 – Vom Umgang mit Fehlern 4/10<br />
(2) Eine weitere Möglichkeit für die Klassifikation von Fehlern ist die Einteilung aufgrund<br />
von „Fehlerursachen“. In diesem Zusammenhang wird vielfach die Ursache im<br />
unterschiedlichen Lernpotential, der die Fehler verursachenden Personen, gesucht.<br />
Man unterscheidet hier:<br />
a) Leichtsinnsfehler<br />
b) Wissens- oder regelbasierte Fehler<br />
Zu a) Leichtsinnsfehler werden im Regelfall von Personen verursacht, die unter normalen<br />
Umständen das nötige Wissen bzw. die notwendigen Fähigkeiten besitzen, um Probleme<br />
richtig zu lösen und somit keine Fehler zu begehen. Begründet werden Leichtsinnsfehler<br />
zumeist durch das Vorhandensein von Stress, Hektik, Übermüdung, Unaufmerksamkeit, usw.<br />
Zu b) Wissens- und regelbasierte Fehler entstehen, wenn eine Person von falschen Annahmen<br />
ausgeht oder falsche Ursache-Wirkung-Erwägungen zugrunde legt.<br />
(3) Abschließend ist anzumerken, dass Fehler vielfach wie folgt nach ihren „Auswirkungen“<br />
kategorisiert werden:<br />
Fazit:<br />
a) gering<br />
b) mittel<br />
c) hoch<br />
� Ein Fehler wird definiert als „Nichterfüllung einer (festgelegten) Anforderung.<br />
� Fehler können in eine Vielzahl von Fehlerarten eingeteilt werden.<br />
� Die Einteilung von Fehlern erfolgt im Regelfall nach dem Bedarf, z.B. nach Ursache<br />
oder Auswirkung.
<strong>VHT</strong> – <strong>Trainingcamp</strong> (5)<br />
Vortrag Nr. 02 – Vom Umgang mit Fehlern 5/10<br />
2. Fehlermanagement allgemein<br />
Unter dem Begriff „Fehlermanagement“ versteht man alle Tätigkeiten, mit denen man auf<br />
einen auftretenden oder möglichen Fehler reagiert.<br />
Das Ziel des „Fehlermanagements“ ist es, die Auswirkungen eines Fehlers zu begrenzen und<br />
diesen zu beheben.<br />
Eine wesentliche Grundlage für ein erfolgreiches „Fehlermanagement“ ist die grundsätzliche<br />
Bereitschaft, aus Fehlern lernen zu wollen. Diese Bereitschaft wird in der Literatur auch<br />
„Fehlerkultur“ genannt.<br />
Mit anderen Worten, um aus Fehlern zu lernen, bedarf es [in einem Unternehmen] einer<br />
entsprechenden Kultur, wie mit Fehlern umzugehen ist. Diese Kultur hat wesentlichen<br />
Einfluss auf ein erfolgreiches Fehlermanagement.<br />
In der Praxis findet man die unterschiedlichsten Arten und Ausprägungen von<br />
„Fehlerkulturen“. Für alle aber gilt:<br />
Fürchtet ein Mensch die negativen Auswirkungen eines gemachten Fehlers, so wird er im<br />
Regelfall alles dafür tun, diesen nicht zuzugeben bzw. zu vertuschen. Als Folge daraus, findet<br />
„Lernen aus Fehlern“ nicht statt bzw. kann dazu führen, dass sich dieser Fehler wiederholt.<br />
Um „Fehlermanagement“ erfolgreich zu praktizieren, muss ein systematisches Verfahren im<br />
Unternehmen implementiert sein.<br />
Im Regelfall umfasst das „Fehlermanagement“ folgende 3 Schritte (Phasen):<br />
1. Fehlerentdeckung<br />
2. Fehlerdiagnose/-analyse<br />
3. Fehlerkorrektur/-prävention<br />
2.1. Fehlerentdeckung<br />
Um einen Fehler (d.h. die Nichterfüllung einer festgelegten Anforderung bzw. die<br />
Abweichung vom Normalzustand) zu entdecken, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten,<br />
von denen ich nachfolgend einige exemplarisch nenne:<br />
� Messergebnisse<br />
� Ergebnisse von internen und/oder externen Kontrollen/Überprüfungen<br />
� Reklamationen<br />
� Kosten<br />
� Fehleranzeigen von Mitarbeitern<br />
� etc.<br />
Meine Kollegen werden Ihnen später im Verlauf dieser Veranstaltung einige Fehler<br />
vorstellen, die zu mehr oder weniger großen Schäden geführt haben.<br />
Hierbei werden Sie auch sehen, dass ein Fehler nicht immer zwingend durch ein „(Schaden-)<br />
Ereignis“ festgestellt wird, sondern auch durch sich langsam verändernde Werte identifiziert<br />
werden kann.
<strong>VHT</strong> – <strong>Trainingcamp</strong> (5)<br />
Vortrag Nr. 02 – Vom Umgang mit Fehlern 6/10<br />
2.2. Fehlerdiagnose/-analyse<br />
Für alle Fehler gilt: „Vermeiden kann man nur Fehler mit bekannter Ursache“.<br />
Um einen Fehler korrigieren zu können, insbesondere aber auch um einen Fehler nachhaltig<br />
zu beheben und zukünftig zu vermeiden, bedarf es einer strukturierten „Fehlerdiagnose/analyse“.<br />
Eine Fehlerdiagnose/-analyse kann in ein oder zwei Schritten erfolgen, sollte aber mindestens<br />
folgendes beinhalten:<br />
� Fehlerbeschreibung<br />
� Fehlerart<br />
� Fehlerort<br />
� Begleitende Umstände<br />
� Folgen<br />
� Fehler-Ursachen-Analyse („root cause analysis“)<br />
Die Fehler-Ursachen-Analyse („root cause analysis“) ist ein essentieller Bestandteil des<br />
„kontinuierlichen Verbesserungssystems“ innerhalb eines Qualitäts- oder<br />
Sicherheitsmanagementsystems.<br />
Nur wenn die „wahre“ Ursache für einen Fehler, der sogenannte „root cause“ entsprechend<br />
identifiziert und analysiert wurde, können geeignete Maßnahmen eingeleitet werden, die die<br />
Wiederholung eines Fehlers künftig vermeiden.<br />
2.3. Fehlerkorrektur/-prävention<br />
Vor der Fehlerkorrektur wird, sofern ein vollständige Korrektur nicht sofort möglich ist,<br />
möglicherweise noch der Schritt der „Fehlerkompensation“ eingefügt.<br />
Dieser Schritt dient dazu, die Auswirkungen eines Fehlers soweit abzumildern, dass ein<br />
sicherer Betrieb gewährleistet werden kann.<br />
Das Konzept der „Fehlerkorrektur/-prävention“ („Corrective and preventive action“) stammt<br />
aus dem Qualitätsmanagement und wird in nahezu allen anderen Managementsystemen, wie<br />
z.B. ISM, ISPS, ISO 14000, angewendet.<br />
Unter der „Fehlerkorrektur“ versteht man die endgültige Behebung/Beseitigung eines Fehlers.<br />
Gemäß DIN EN ISO 9000:2005 werden Maßnahmen zur Beseitigung der Ursache eines<br />
erkannten Fehlers oder einer anderen unerwünschten Situation als „Korrekturmaßnahmen“<br />
definiert.<br />
Eine mögliche Korrekturmaßnahme kann zum Beispiel eine bauliche Veränderung einer<br />
technischen Einrichtung sein, die Veränderung von Verfahrensanweisungen bedeuten, usw.
<strong>VHT</strong> – <strong>Trainingcamp</strong> (5)<br />
Vortrag Nr. 02 – Vom Umgang mit Fehlern 7/10<br />
Unter der „Fehlerprävention“ versteht man das Umsetzen von Maßnahmen, die das Auftreten<br />
von Fehlern bereits im Vorwege verhindern sollen.<br />
Gemäß DIN EN ISO 9000:2005 werden Maßnahmen zur Beseitigung der Ursache eines<br />
möglichen Fehlers oder einer möglichen unerwünschten Situation als „Vorbeugemaßnahmen“<br />
definiert.<br />
Zum Konzept der „Fehlerkorrektur/-prävention“ gehört unter anderem<br />
Fazit:<br />
� die Benennung von Verantwortlichkeiten für die Umsetzung der Maßnahmen,<br />
� die Vorgabe von Zeiten für die Umsetzung, und<br />
� die Kontrolle der Umsetzung der Maßnahmen.<br />
� Unter dem Begriff „Fehlermanagement“ versteht man alle Tätigkeiten, mit denen man<br />
auf einen auftretenden oder möglichen Fehler reagiert.<br />
� Ein funktionierendes Fehlermanagement setzt eine funktionierende „Fehlerkultur“ im<br />
Unternehmen voraus.<br />
� Der erste Schritt im Fehlermanagement ist immer die „Fehlerentdeckung“.<br />
� Der zweite Schritt im Fehlermanagement ist die „Fehlerdiagnose/-analyse“.<br />
� Ein wesentlicher Bestandteil der Fehleranalyse ist die Feststellung des „Root Cause“.<br />
� Wenn aufgetretene Fehler analysiert sind, kann die Ursache für einen Fehler durch<br />
geeignete Maßnahmen („Korrekturmaßnahmen“) beseitigt werden.<br />
� Korrekturmaßnahmen sollen, soweit möglich, immer auch einen präventiven<br />
Charakter haben, d.h. ein Wiederauftreten des Fehlers vermeiden.<br />
� Um mögliche Fehler im Vorwege zu vermeiden, können Maßnahmen zur Beseitigung<br />
einer möglichen Ursache umgesetzt werden. Diese Maßnahmen werden<br />
„Vorbeugemaßnahmen“ genannt.
<strong>VHT</strong> – <strong>Trainingcamp</strong> (5)<br />
Vortrag Nr. 02 – Vom Umgang mit Fehlern 8/10<br />
3. Fehlermanagement in der Schifffahrt<br />
3.1. Kontinuierlicher Verbesserungsprozess<br />
Der „International Management Code for the Safe Operation of Ships and for Pollution<br />
Prevention (International Safety Management (ISM) Code)“ basiert auf den Grundlagen eines<br />
Qualitätsmanagementsystems gemäß der ISO 9000 „Familie“.<br />
Ein wesentlicher Bestandteil eines Qualitätsmanagementsystems gemäß ISO 9000, und somit<br />
auch eines Sicherheitsmanagementsystems gemäß ISM Code, ist der sogenannte<br />
„Kontinuierliche Verbesserungsprozess - KVP“ („continuous improvement process - CIP“).<br />
Unter dem KVP versteht man das Streben nach ständiger Verbesserung mit möglichst<br />
nachhaltiger Wirkung. Hierzu muss das Unternehmen erklären und dokumentieren, wie es<br />
organisatorische Maßnahmen festlegt, diese Maßnahmen umsetzt und die Umsetzung<br />
kontrolliert. Selbiges gilt auch für festgestellte Fehler, der Abstellung und Sorge dafür, dass<br />
sich diese nicht wiederholen.<br />
Die nachfolgende Grafik stellt den aus 4 Schritten bestehenden Zyklus der kontinuierlichen<br />
Verbesserung (auch als PDCA-Zyklus bekannt) dar:<br />
(Quelle: Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege)<br />
Schritt 1: Plan: Zieldefinition, Maßnahmenplanung: Wie soll es sein?<br />
Schritt 2: Do: Umsetzung der Maßnahmen: Was tun wir und wie?<br />
Schritt 3: Check: Überprüfung der Zielerreichung: Was wurde erreicht?<br />
Schritt 4: Act: Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen: Was ist noch zu tun?
<strong>VHT</strong> – <strong>Trainingcamp</strong> (5)<br />
Vortrag Nr. 02 – Vom Umgang mit Fehlern 9/10<br />
3.2. Fehlermanagement gemäß ISM Code<br />
Der ISM Code verwendet den Begriff „Fehler“ nicht direkt. Im Regeltext des Codes werden<br />
diesbezüglich die Begriffe „non-conformities“ [Abweichungen], „accident“ [Unfälle] und<br />
„hazardous occurrences“ [gefährliche Vorkommnisse] verwendet.<br />
Mit Hinblick auf die kontinuierliche Verbesserung sowie das Management von Fehlern im<br />
Unternehmen lauten die Anforderungen des ISM Codes, Element 9 wie folgt:<br />
9.1 The SMS [Safety Management System] should include procedures ensuring that nonconformities,<br />
accidents and hazardous situations are reported to the Company, investigated<br />
and analyzed with the objective of improving safety and pollution prevention.<br />
9.2 The Company should establish procedures for the implementation of corrective action,<br />
including measures to prevent recurrence.<br />
3.3. Änderungen des ISM Codes zum 01.07.2010<br />
Die International Maritime Organization (IMO) hat mit der Resolution MSC.273(85) einige<br />
Änderungen zum ISM Code beschlossen.<br />
Die Änderungen sind bereits am 01.07.2010 in Kraft getreten.<br />
Mit Hinblick auf unser heutiges Seminar sind insbesondere die Änderungen in Element<br />
1.2.2.2 (in rot) von besonderer Relevanz:<br />
1.2.2 Safety management objectives of the Company should, inter alia:<br />
.1 provide for safe practices in ship operation and a safe working environment;<br />
.2 assess all risks to its ships, personnel and the environment, and establish appropriate<br />
safeguards; and<br />
.3 continuously improve safety management skills of personnel ashore and aboard ship,<br />
including preparing for emergencies related both to safety and environmental protection.<br />
Was bedeuten die Änderungen von Element 1.2.2.2 für die Reedereien?<br />
� Die Ermittlung von Gefährdungen sowie die Bewertung von Risiken hinsichtlich<br />
Schiff, Personal und Umwelt („Gefährdungsanalyse und -beurteilung“) sind nunmehr<br />
integraler Bestandteil des Safety Management Systems.<br />
� Die Firmenpolitik (Safety and Environmental-Protection Policy) ist den geänderten<br />
Zielsetzungen des ISM Codes anzupassen.<br />
� Verantwortlichkeiten für die Durchführung der Gefährdungsanalyse und -beurteilung<br />
sind im Safety Management System festzulegen.<br />
� Verfahren für die Durchführung der Gefährdungsanalyse und -beurteilung sind im<br />
Safety Management System festzulegen.<br />
� Die Ergebnisse der Gefährdungsanalyse und -beurteilung sind zu dokumentieren.<br />
� Getroffene Maßnahmen und die Überprüfung ihrer Umsetzung<br />
(Wirksamkeitskontrolle) sind zu dokumentieren und müssen nachweisbar sein.
<strong>VHT</strong> – <strong>Trainingcamp</strong> (5)<br />
Vortrag Nr. 02 – Vom Umgang mit Fehlern 10/10<br />
Fazit:<br />
� Der kontinuierliche Verbesserungsprozess ist ein wesentlicher Teil des Sicherheitsmanagementsystems<br />
gemäß ISM Code und demzufolge für alle Reedereien, die<br />
Schiffe über 500 BRZ betreiben, spätestens seit dem 01.07.2002 verpflichtend.<br />
� Die Reederei ist demnach verpflichtet, Fehler zu identifizieren.<br />
� Die Reederei ist verpflichtet, Fehler zu untersuchen und zu analysieren.<br />
� Die Fehleruntersuchung und -analyse schließt die Identifikation des „root cause“ für<br />
den Fehler mit ein.<br />
� Die Reederei hat die Verpflichtung, Fehler durch geeignete Korrekturmaßnahmen<br />
innerhalb eines dafür vereinbarten Zeitraum abzustellen.<br />
� Die Reederei ist verpflichtet, die Wiederholung von Fehlern durch geeignete<br />
Präventivmaßnahmen zu verhindern.<br />
� Die Reederei ist verpflichtet, die Entstehung möglicher Fehler durch geeignete<br />
Vorbeugemaßnahmen zu verhindern.<br />
� Obige Verpflichtungen gelten auch für das Melden, sowie die Untersuchung von<br />
„Beinahe-Unfällen“ [vgl. MSC/Circ. 1015 und MSC-MEPC.7/Circ.7].<br />
� Seit 01.07.2010 ist die Reederei zudem durch den ISM Code verbindlich verpflichtet,<br />
Gefährdungsanalysen und -beurteilungen durchzuführen und zu dokumentieren.<br />
� Wenngleich der ISM Code weder die Methodik noch das Format der<br />
Gefährdungsanalyse und -beurteilung explizit vorschreibt, müssen nunmehr alle<br />
mögliche Risiken im Hinblick auf Schiff, Personal und Umwelt identifiziert,<br />
analysiert und bewertet werden.<br />
Im Folgenden werden Ihnen die Kollegen, Herr Förster und Herr Brandt, einige Beispiele für<br />
„typische“ Kaskoschäden aus dem technischen und nautischen Bereich darstellen und wir uns<br />
dann gemeinsam die Frage stellen, was man aus diesen „Fehlern lernen kann“.<br />
Heute Nachmittag wird dann noch Rechtsanwalt Herr Wölper zu der Frage der möglichen<br />
Auswirkungen eines „mangelhaften“ Fehlermanagements sowie den neuen Anforderungen<br />
bezüglich der Durchführung von Gefährdungsanalysen Stellung nehmen.<br />
Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit!<br />
Dirk Eggers - <strong>VHT</strong> Hamburg