Steinschlag-Barrieren und TECCO - Geobrugg AG

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Steinschlag-Barrieren und TECCO - Geobrugg AG

Steinschlag-Barrieren

Bahnlinie Moutier - Courrendlin: Steinschlag-Barrieren und

TECCO ® - / SPIDER ® -Felsabdeckungen für erhöhte Sicherheit

Technische Dokumentation / Oktober 2010


Steinschlag / Technische Dokumentation / Oktober 2010

Bahnlinie Moutier - Courrendlin: Steinschlag-Barrieren

und TECCO ® - / SPIDER ® -

Felsabdeckungen für erhöhte Sicherheit

Der Bahnbetrieb musste während der

ganzen Montagezeit gewährleistet sein

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Maurus Hess Gasser Felstechnik AG

Lungern, Schweiz

Kaspar Graf Geotest AG

Zollikofen,Schweiz

René Müller Geobrugg AG, Schutzsysteme

Romanshorn, Schweiz

STEINSCHLAGGEFAHR ENTLANG DER BAHNLINIE

Von der Felswand bei Gorges de Moutier sind regelmässig Steine auf die Bahn-

linie gefallen. Deshalb hat SBB die GEOTEST AG beauftragt, das Risiko der

Steinschlaggefahr zwischen Moutier und Courrendlin einzuschätzen und einen

Massnahmenplan auszuarbeiten. Der Massnahmenplan sah die Konstruktion

von Steinschlag-Barrieren und Felsabdeckungen vor. Die Installation der

Schutzsysteme wurde an Gasser Felstechnik AG vergeben. Die Projektierung

übernahm die GEOTEST AG.

Die anspruchsvolle Installation konnte trotz erschwerten Bedingungen nach 18

Monaten erfolgreich abgeschlossen und an SBB übergeben werden. Dies dank

der guten Koorperation aller beteiligten Partner sowie der kompetenten

Herangehensweise des ganzen Montageteams.

Eine detaillierte Montageplanung ist unerlässlich


PROJEKTIERUNG

Die Untersuchungen der GEOTEST AG zeigten, dass auf diesem Streckenabschnitt

ein erhöhtes Risiko für Stein- und Blockschlag besteht. Rund vier der

total sieben Kilometer Schienenstrecke sind gefährdet. Um dieser Gefahr

entgegen zu treten wurde ein integrales Schutzkonzept erarbeitet. Dieses

beinhaltet Steinschlag-Barrieren und Felsabdeckung mit Netzen in den

Böschungen oberhalb der Bahnlinie sowie einzelne Sicherungsmassnahmen

in den Ausbruchgebieten.

Die Erkenntnisse aus den detaillierten Geländeaufnahmen wurden verwen-

det, um die Sturzprosse zu modellieren. Insgesamt konnten mit der Software

Rofmod (Zinggeler und GEOTEST AG) entlang der 25 repräsentativen Profi -

len Simulationen durchgeführt und dabei die Energien, Geschwindigkeiten

und Sprunghöhen der abstürzenden Felsblöcke ermittelt werden. Diese

Angaben dienten zur optimalen Dimensionierung der Steinschlagschutz-

netze (Energie, Höhe und Position).

BAUSTELLENSICHERHEIT

Ein umfassendes Sicherheitsdispositiv für dieses anspruchsvolle Bauprojekt

war oberste Pfl icht. Der Bahnbetrieb musste während der gesamten Bauzeit

aufrecht erhalten werden, wodurch auch Nachtarbeiten unumgänglich

waren. Für jeden Streckenabschnitt hat man das Gefahrenpotenzial für Mit-

arbeiter und Umwelt neu eingestuft. Punkte wie Zugang, Steinschlag,

Helikoptereinsatz und die Arbeiten in der Nähe des Schienenverkehrs

wurden jeweils berücksichtigt.

Nebst einem gut eingespielten Team zählt für ein solches Projekt auch die

spezielle Ausbildung eine entscheidende Rolle. Für Arbeiten in unmittelbarer

Nähe der Geleise wurde ein Sicherheitswärter der SBB eingesetzt. Die Nachtarbeit

konnte so auf ein Minimum reduziert werden.

Sturzbahnberechnung zur Standortplanung

der Steinschlagschutzbauten.

Ein Sicherheitswärter der SBB unterstützte

das Montageteam bei Arbeiten

in unmittelbarer Gleisnähe.

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Steinschlag / Technische Dokumentation / Oktober 2010

Sämtliche Inventar- und Materialtrans-

porte erfolgten mit dem Helikopter

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INSTALLATIONSKONZEPT

Die Logistik und die Installation der einzelnen Bauplätze, die sich im Bereich

des Bahntrasses befanden, stellten eine grosse Herausforderung dar.

Meistens grenzte die Birs oder die Kantonsstrasse direkt an die Bahnlinie,

was zusätzliche Massnahmen erforderte. Generell herrschten enge Platzver-

hältnisse. Der Transport des gesamten Materials zu den Bauplätzen erfolgte

via Helikopter, wobei nur wenige Aufnahmeplätze zur Verfügung standen.

Material und Gerätschaften wurden in dem steilen Gelände auf speziell

hergerichtete Installationsplattformen gefl ogen und gesichert. Von diesen

zentralen bühnen konnten die einzelnen Arbeitsstellen mit Wasser, Luft und

Strom versorgt werden.

Vormontage des Materials auf dem Zwischenlagerplatz

Das Material wurde auf speziell hergerichtete Installationsplattformen gefl ogen.


BAUSTELLENZUGÄNGE / BAUPLATZERSCHLIESSUNG

Die Geleise durften nur im Beisein eines Sicherheitswärters überquert

werden. Daher wurden aufwändige Zu- und Übergänge errichtet. Es galt nicht

nur die Birs, sondern auch den Höhenunterschied zwischen der

Strasse oder dem Bahntrasse und den einzelnen Arbeitsstellen zu überwinden.

Aus Sicherheitsgründen waren die Bahntunnels nicht begehbar. Dies be-

dingte, dass zusätzliche Übergänge zu den Bauplätzen geschaffen werden

mussten. An diversen Orten wurden Brücken von bis zu 20 m Länge und

über die Birs errichtet. Gerüst-, Treppen- oder Leiterzugänge halfen den

Höhenunterschied zu überwinden.

FELSABDECKUNG

Steile Böschungen und Felswände direkt entlang der Bahnlinie wurden mit

einem feinmaschigen Drahtnetz eingepackt. Dieses Netz verhindert, dass

sich Steine oberfl ächlich ablösen und auf die Geleise fallen. Die Arbeiten

mussten alle am hängenden Seil und teilweise nachts ausgeführt werden.

Mit dem Geologen wurde festgelegt, welcher Teil der Böschung bzw. Felswand

mit einem Netz gesichert werden muss. Bevor mit den Ankerarbeiten

begonnen werden konnte, erfolgte über diesen Teil eine Felsreinigung.

Insgesamt hat Gasser Felstechnik über 4000m2 Fels und Böschungen mit

Netzen abgedeckt.

Handbohrungen im unmittelbaren

Gleisbereich für Felsabdeckungen mit

Netzen.

Simulation der Steinschlag-Barrieren-

Installation

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Steinschlag / Technische Dokumentation / Oktober 2010

Bohrarbeiten in praktisch unzugänglichem

Gelände

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STEINSCHLAGVERBAUUNG / UNTERBAU

Um die bei einem Steinschlagereignis anfallenden Energien aufzunehmen,

mussten nebst den Schutznetzen auch die Verankerungen und Fundamente

entsprechend dimensioniert werden. Dort wo der Felsen mit Lockergestein

bedeckt ist, sind für die Stützen Beton-Fundamente erstellt worden. Im anstehenden

Felsen konnten die Verbauungen direkt verankert werden.

Nach der Absteckung der Steinschlagschutznetze mit dem Geologen sind die

Standorte ausgeholzt und installiert worden. Als Erstes wurden die Fundamente

von Hand ausgehoben und mit einer Leichtbohrlafette Löcher für die

Anker gebohrt. Nachdem diese versetzt und injiziert waren, konnten die

Fundamente geschalt, bewehrt und betoniert werden.

STEINSCHLAGVERBAUUNG / OBERBAU

Die Energieaufnahme der einzelnen Steinschlagschutzbauten beträgt zwischen

100 kJ und 2000 kJ. Die Steinschlag-Barrieren sind zwischen fünf und 70 Meter

lang und variieren in der Höhe zwischen zwei und fünf Metern. Total wurden

52 Barrieren mit einer Gesamtlänge von 1860 m erstellt.

Die Stützen wurden auf dem Installationsplatz vorbereitet und per Helikopter

an den Bestimmungsort gefl ogen, aufgestellt, mit Anspannseilen ausgerichtet

und arretiert. Anschliessend sind die Ringnetze eingefl ogen und montiert

worden. Ein zusätzlich montiertes Drahtgefl echt hält zudem die kleinen

Steine zurück.

Montage der Steinschlagschutznetze

Montage der Ringnetze


Installation der Steinschlag-Barrieren

Befestigung f des Ringnetzes am Tragseil

Die Installation von Steinschlag-

Barrieren in unwegsamen Gelände

erfordert eine spezielle Ausbildung

sowie gutes Teamwork

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Geobrugg schützt Menschen und Infrastrukturen vor

Naturgewalten

Aufgabe unserer Ingenieure und Partner ist es, das Problem gemeinsam

mit Ihnen und in Zusammenarbeit mit lokalen Ingenieurbüros

im Detail zu analysieren und dann Lösungen aufzuzeigen.

Minutiöse Planung ist allerdings nicht das Einzige, was Sie von uns

erwarten dürfen: Weil wir auf drei Kontinenten eigene Produktionsstätten

betreiben, können wir nicht nur kurze Lieferwege und

-fristen, sondern auch eine optimale Kundenbetreuung vor Ort sicherstellen.

Im Hinblick auf eine reibungslose Ausführung liefern

wir die Systemkomponenten vorkonfektioniert und deutlich beschriftet

auf die Baustelle. Dort unterstützen wir Sie dann, wenn

erwünscht, auch fachlich – von der Installation bis zur Abnahme des

Bauwerks.

Gasser Felstechnik AG

Walchistrasse 30 CH-6078 Lungern

Tel. +41 41 679 77 77 Fax +41 41 679 77 75

www.felstechnik.ch gasser@felstechnik.ch

Steinschlag-Barrieren

Steinschlag-Vorhänge

Böschungsstabilisierung

Murgang-Barrieren

Lawinen-Verbauungen

Schutzverbauungen für Minen

Spezialanwendungen

Geobrugg AG

Geohazard Solutions

Aachstrasse 11 CH-8590 Romanshorn

Tel. +41 71 466 81 55 Fax +41 71 466 81 50

www.geobrugg.com info@geobrugg.com

Zertifi ziert nach ISO 9001

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