Technologietransfer| w.news 10.2015

hettenbach.de

10.2015 | Wirtschaftsmagazin der IHK Heilbronn-Franken. Themen: • Technologietransfer • Dienstleistung im Wandel • Verlagsjournal wirtschaftinform.de

NR. 10 | 2015

WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER IHK HEILBRONN-FRANKEN

TRANSFER ERFOLGREICH.

Technologietransfer heute –

schnell, flexibel, agil.

Seite 12


STANDPUNKT

FLEXIBILITÄT IST ANGESAGT

Liebes IHK-Mitglied,

derzeit vergeht kein Tag, an dem die

Schlagzeilen in sämtlichen Medien nicht

von einem Thema beherrscht werden:

Flüchtlinge. Doch trotz all der enormen

Herausforderungen, deren Bewältigung

unsere Gesellschaft über viele Jahre hinweg

große Anstrengungen abverlangen

und nachhaltig verändern wird, zeigt sich

Deutschland zum allergrößten Teil weltoffen

und flexibel. Und dies ist gut so!

IHK-Präsident Prof. Dr. Dr. h. c. Harald Unkelbach und IHK-

Hauptgeschäftsführerin Elke Döring.

Wirtschaftsmagazin

der IHK

Heilbronn-Franken

www.ihk-wnews.de

HERAUSGEBER

IHK Heilbronn-Franken

Postfach 2209

74012 Heilbronn

Ferdinand-Braun-Str. 20

74074 Heilbronn

Telefon 07131 9677-0

Telefax 07131 9677-199

www.heilbronn.ihk.de

TITELBILD

© puckillustrations – Fotolia.com

Gestaltung: adextra

Auch die IHK Heilbronn-Franken geht

in die Offensive, wenn es darum geht

qualifizierten Asylbewerbern mit Bleiberechtsperspektive

als Fachkräfte für die

regionalen Unternehmen zu gewinnen.

Auf Initiative der IHK Heilbronn-Franken

wurde hierzu mit Akteuren aus Wirtschaft,

Politik und Verwaltung ein erstes

Pilotprojekt im Main-Tauber-Kreis durchgeführt.

Die Resonanz von Unternehmen

und Flüchtlingen war sehr positiv. Kontakte

wurden geknüpft, Folgegespräche

vereinbart und auch erste konkrete Einstellungen

sind zu verzeichnen.

Auch während der Bildungsmesse hat

die IHK bereits Sonderveranstaltungen

für Flüchtlinge aus Vorbereitungsklassen

durchgeführt. Im Rahmen der „Passgenauen

Besetzung“ werden darüber hinaus kontinuierlich

Erstkontakte zwischen Firmen

und entsprechend qualifizierten Flüchtlingen

hergestellt. Außerdem wurde speziell

für Flüchtlinge eine Börse zur Einstiegsqualifikation

etabliert, die unter anderem

grundlegende Informationen über Ausbildungsmöglichkeiten

und Praktika bietet.

Aber dies kann nur ein erster Schritt

sein. Wir brauchen viele solcher oder

ähnlicher Projekte. Von allen Beteiligten

aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung

wird dabei ein hohes Maß an Pragma -

tismus, Ideenreichtum und vor allem

Flexibilität notwendig sein, wenn es uns

gelingen soll, Flüchtlinge schnell in den

Arbeitsmarkt zu integrieren.

„Wir schaffen das“ – aber nur, wenn

wir den Mut haben, die Dinge anders als

bisher anzugehen. Ihre IHK wird Sie

dabei unterstützen.

Ihr

Ihre

OKTOBER 2015 w.news

3


INHALT

IHK + REGION

6 Verkostet und versiegelt –

Brennerei Ziegler aus

Freudenberg

10 Fraunhofer-Kongress

„Urban Future“

11 KfW-Runder Tisch – erste

Hilfe für Unternehmen

TITEL

12 Virtuelles Forschungs -

institut eingerichtet

16 Innovationsmanagement

in Unternehmen

20 Smarter Nachwuchs –

Kooperationen mit

Hochschulen

24 Hermes Award 2015 –

Wittenstein ausgezeichnet

GELD + MÄRKTE

28 Chile – am anderen

„Ende der Welt“

32 Russland bleibt schwie -

riger Handelspartner

33 Finanzierung für den

Mittelstand

DOSSIER

DIENSTLEISTUNG

IM WANDEL

34 Dienstleistungen –

Trends und neue Märkte

40 Erlebnis Einkauf

42 Handel macht Städte

attraktiv – Interview

WIRTSCHAFTSJUNIOREN

46 „Know-how-Transfer“ –

über die Schulter geschaut

47 Pilotprojekt – Azubi- und

Praktikumsbörse

SERVICE + INFO

48 Erfolgsfaktor Schutzrechte

50 Genießen in der Region –

zu Gast im Lorca in

Weinsberg

52 Aktionstag – Gründer

und die digitale Welt

AM 19. OKTOBER

GANZTÄGIG

GESCHLOSSEN!

Liebes IHK-Mitglied,

am Montag, 19. Oktober werden aufgrund

einer internen Schulungsveranstaltung aller

IHK-Mitarbeiter sowohl die IHK-Hauptgeschäftsstelle

in Heilbronn als auch die IHK-

Geschäfts- und Außenstellen in Schwäbisch

Hall, Bad Mergentheim und Wert heim ganztägig

geschlossen sein. Am 20. Okto ber sind

wir dann wieder wie gewohnt für Sie da.

Herzlichen Dank für Ihr Verständnis.

Ihre Elke Döring

34 DIENSTLEISTUNGEN IM WANDEL

28 CHILE

48 SCHUTZRECHTE

4 w.news OKTOBER 2015


INDEX

12 TECHNOLOGIETRANSFER

RECHT + RAT

54 Compliance – Heraus -

forderung und Chance

56 Vorgehen gegen Nach -

ahmer erschwert

58 Unterlassungserklärung –

Inhalte prüfen

59 Bei Krankheit richtig

reagieren

FIRMEN + LEUTE

60 Meldungen aus

den Unternehmen

RUBRIKEN

26 Newsticker „Neues aus

Berlin und Brüssel“

26 IHK-Veranstaltungen

44 Statistik: Wirtschaftszahlen

53 Seminare – IHK-Zentrum

für Weiterbildung

53 Börsen

66 Made in Heilbronn-Franken

66 Kultur-Tipps

66 Impressum

BEILAGEN

Engelbert Strauss GmbH

& Co. KG

GGS – German Graduate

School of Management

and Law gGmbH

VERLAGSJOURNAL

WIRTSCHAFTINFORM.DE

2 Logistik, Kran- & Hebetechnik

6 TOP100-Websites aus der

Region – besteseiten.de

7 Familienunternehmen

11 Termine, Kleinanzeigen &

Branchendomains

hierimweb.de

12 Große Kreisstädte

der Region

15 Unternehmen aktuell &

Stellenangebote

stelleninfos.de

ADEXTRA, Talheim............................52

ALL FOR ONE STEEB,

Heilbronn........................................65

AUDI, Neckarsulm............................22

AZO CONTROLS, Neckarsulm ...........63

BECHTLE, Neckarsulm .....................22

BERA, Schwäbisch Hall....................60

BEREWA, Schwäbisch Hall...............63

BW-CAR..........................................13

CIROSEC, Heilbronn.........................62

CROWDNINE, Stuttgart ....................52

DHBW, Mosbach..............................64

DM, Wertheim..................................63

DUALE HOCHSCHULE

BADEN-WÜRTTEMBERG...................20

EXPERIMENTA, Heilbronn.................61

GEBRÜDER ZIEGLER,

Freudenberg......................................6

GEFUNDEN.NET, Neckarsulm...........52

GGS, Heilbronn................................20

HAERING, Unterheinriet...................63

HEMMANN, Bad Rappenau.............60

HOCHSCHULE HEILBRONN........15|20

IHK HEILBRONN-FRANKEN...............60

INDECA, Heilbronn...........................52

IPS, Crailsheim................................65

KAUFLAND, Heilbronn......................22

KLINIK HOHENLOHE,

Bad Mergentheim............................62

KSPG, Neckarsulm...........................63

LANDESGARTENSCHAU,

Öhringen.........................................60

L-BANK ...........................................33

LAYHER, Güglingen....................22|64

LORCA, Weinsberg...........................50

LOSBERGER, Bad Rappenau...........61

MARBET, Künzelsau.........................64

NECKARMEDIA, Heilbronn................52

RADIO TON, Heilbronn .....................63

ROTO, Bad Mergentheim..................61

SBG, Heilbronn................................64

SCHAFFITZEL,

Schwäbisch Hall..............................62

SCHEUERLE, Pfedelbach..................64

SIC!SALES, Heilbronn......................52

SPORTHAUS SAEMANN,

Heilbronn........................................42

STADTINITIATIVE HEILBRONN ...........42

STIMME, Heilbronn..........................61

THEATER, Heilbronn.........................38

VOLLERT, Weinsberg.........................65

WHF, Heilbronn................................63

WITTENSTEIN, Igersheim..................24

WÜRTH, Künzelsau ..........................65

ZIEHL-ABEGG, Künzelsau.................62

Ihre Bezugsadresse hat sich geändert?

E-Mail an: pr@heilbronn.ihk.de


IHK + REGION

6 w.news OKTOBER 2015


VERKOSTET

UND

VERSIEGELT

Seit 150 Jahren gibt es in Freudenberg

die Brennerei Ziegler.

Eine Manufaktur für Genüsse.

VON K ATHARINA M ÜLLER

© Tom River


IHK + REGION

Das Licht ist gedämpft, es riecht

lieblich, aromatisch, nach Holz

und nach Malz. Bis unter das

Dach stapeln sich die Fässer

in der ehemaligen Tabakscheune.

Aus Eichen- und Kastanienholz

sind die alten Sherry- und Bourbon-

Fässer, in de nen der „Aureum“-Whisky

der Gebr. Josef und Matthäus Ziegler

GmbH lagert.

Ausgewogenes Klima in der Region

Das Brennen hat in Freudenberg seit

150 Jahren Tradition: Als eine der wenigen

Brauereien war der Betrieb der

Familie Ziegler damals mit einem Brennrecht

ausgestattet. Im Jahr 1992 kaufte

die Familie Leibbrand das Un ter neh -

men, 1998 übernahm dann die Hawesko

Holding AG, eines der größten Handelshäuser

für hochwertige Weine und

Champagner den traditionsreichen Familienbetrieb.

Bier gibt es zwar keines

mehr, doch der Name ist geblieben und

gebrannt wird hier noch immer – professionell

und mit hoher Qualität.

Eine blumige Note

Alain Langlois ist seit 1992 Geschäftsführer

der Brennerei und seit 2014 auch

Ralf Henseleit, im Vertrieb bei Ziegler.

Langlois erklärt: „Wir brennen hochwertige

Edelbrände und inzwischen

auch Whisky. Das bietet sich an, denn

hier in der Gegend wird viel Obst angebaut.

Der Whisky lagert bis zu sieben

Jahren im Fass, in dieser Zeit dringt die

Luft mit Blütenstaub durch die Poren

des Holzes in die Fässer und gibt dem

Whisky eine blumige Note.“

Top-Qualität für das Destillieren

Beim Whisky ist die Länge und Art

der Lagerung wichtig – denn Qualität

wird vor allem nach dem Brennen erreicht.

Bei den Obstbränden hingegen

kommt es auf jeden Schritt vor der Destillation

an. Die gesunde und aroma -

tische Frucht und deren Verarbeitung

sind grundlegend wichtig, um einen

Edel brand zu erhalten. Destillateur Paul

Maier erläutert: „Wenn möglich, beziehen

wir das Obst aus der Region, denn

wir brauchen nicht nur eine gute Ernte,

sondern auch einen schnellen Transport.

Den Aprikosen und Williams Birnen genügt

die Anzahl der Sonnenstunden hier

8 w.news OKTOBER 2015


Ein Destillateur bei der Arbeit.

jedoch nicht, da müssen wir auf Früchte

aus der Steiermark zurückgreifen.“

Im Hof der Brennerei laufen in einem

Jahr rund 700 bis 1.000 Tonnen Früchte

über das Band. Der 26-jährige Paul

Maier hat bei Ziegler seine Ausbildung

absolviert und kennt die Prozesse nun

schon seit über acht Jahren. Er erklärt:

„Faule oder angeschlagene Früchte müssen

aussortiert werden, das können wir

von Hand am besten. Waschen und Entsteinen,

das machen die Maschinen.“

Die Tanks für das Maischen sind computergesteuert,

um optimale Bedingungen

für eine dreiwöchige Gärung im

Winter und Sommer zu garantieren:

Gleichmäßiges Rühren, wohltemperiert

bei 18 Grad. Anschließend wird im Doppelbrennverfahren

destilliert – das sind

zwei Brennvorgänge für eine außergewöhnliche

Qualität. Jetzt kommt es auf

die feine Nase der Destillateure an, erklärt

Paul Maier: „Nur der reinste Alkohol darf

bei uns in die Flaschen. Das ist der so

genannte Mittellauf, das Herzstück des

Brandes. Der muss von uns Destilla -

teuren jedes Mal von Neuem herausgeschmeckt

werden.“

Unter Verschluss

Der gesamte Brennvorgang findet verschlossen,

hinter großen Glasscheiben

statt. Die Brennblasen werden von außen

reguliert, nur Befugte des Zollamtes

haben Zutritt, denn die Ziegler-Brennerei

ist eine so genannte Verschlussbrennerei.

Im Gegensatz zu Abfindungsbrennereien

wird hier zollamtlich die genaue

Alkoholmenge durch geeichte Zähler

ermittelt. Gesichert hinter Glas sind

aber nicht nur die Brandblasen, auch

die fertigen Edelbrände in den Flaschen

sind gut verschlossen: Verkorkt und in

Handarbeit mit Banderole, Lack und

Stempel versiegelt. Edel kommt eine

jede Flasche daher. Bis diese aber verschickt

werden kann, geht sie rund sieben

bis acht Mal durch die Hände der

Mitar beiter. Siegel, Produkterklärung und

zurechtgerücktes, weißes Etikett – alles

muss sitzen.

International gefragt

Die drei Produktsegmente Obstbrände,

Whisky und Gin werden in Deutschland

in alle Marktsegmente – außer in

Discounter – geliefert. Die Nachfrage für

Whisky und Gin wächst im Ausland,

für Obstbrände ist keine Nachfrage vorhanden.

Ziegler ist und bleibt, trotz der

starken Positionierung am Markt, eine

Manufaktur im oberen Preis- und Qualitätssegment.

www.brennerei-ziegler.de

OKTOBER 2015 w.news

9


KONGRESS „URBAN FUTURES“

Der Kongress „Urban Futures“, dessen Kooperationspartner

die IHK Heilbronn-Franken ist,

findet am 25. und 26. November in Berlin

statt. Die Teilnahmegebühr für den 26. November

beträgt 395 Euro, für beide Kon gress -

ta ge inklusive der Abendveranstaltung

1.095 Euro. Anmeldung und weitere Informationen

unter:

© jovennig – Fotolia.com / animoni – shutterstock.com

www.urban-futures.de

STRATEGIEN UND PROZESSE

FÜR DIE STADT DER ZUKUNFT

Wie kann die Vision einer

nachhaltigen, wandlungsfähigen

und zugleich lebenswerten

Stadt Wirklichkeit werden?

Der Fraunhofer-Kongress

„Ur ban Futures“ widmet sich

dieser Frage.

VON A NDREA K RAHL UND S TEFFEN B RAUN

Als eine der größten Veranstaltungen

im Wissenschaftsjahr

2015 hat der Kongress das

Ziel, die relevanten Akteure

in Deutschland und Europa

für nachhaltige und intelligente Städte

von morgen zusammenzubringen.

Visionäre Köpfe aus Kommunen, Politik,

Wirtschaft und Wissenschaft werden

die städtischen Standards der Zukunft

aufzeigen. In spannenden Paneldiskussionen

und Expertenvorträgen werden

die entscheidenden Erfolgsfaktoren zur

Umsetzung der Stadt von morgen vorgestellt.

Kreative Workshops bieten Raum

für die Erarbeitung eigener Lösungen

und das Netzwerken mit den Key-Playern

von heute und morgen.

Die Stadt als Lebens- und Wirtschaftsraum

Am ersten Tag, der hauptsächlich in

deutscher Sprache gehalten ist, zeigen

hochkarätige Referenten aus Kommunen,

Politik, Wirtschaft und Wissenschaft

Perspektiven zu „Visionen und

Governance“ auf. Ziel ist es, Heraus -

forderungen und Chancen für die Stadt

als zentraler Lebens- und Wirtschaftsraum

im 21. Jahrhundert gleichermaßen

zu behandeln. Der zweite Tag bietet in

Form drei paralleler Veranstaltungen,

vorwiegend in englischer Sprache, Raum

für vertiefte Diskussionen zu relevanten

Themen auf nationaler, europäischer und

internationaler Ebene. Zusätzlich findet

an beiden Tagen eine begleitende Ausstellung

auf dem „Morgenstadt-Marktplatz“

statt, die über die neuesten Entwicklungen

und Projekte zum Thema

„Stadt der Zukunft“ informiert.

www.urban-futures.de

10 w.news OKTOBER 2015


IHK + REGION

SPUR

WECHSEL

ERSTE HILFE FÜR

UNTERNEHMEN

Vielen Berufstätigen fällt der

Wechsel in die nachberufliche

Lebens phase schwer. Um diesen

Schritt zu erleichtern, können

Unter nehmen ihren Mitarbeitern

helfen, indem sie ihnen neue Perspektiven

eröffnen.

Der Spurwechsel vom Arbeitsleben

in die Lebensphase

nach der Berufs -

tätigkeit ist für viele Menschen

eine große Umstellung. Unternehmen

sollten es daher als ihre

soziale Verantwortung verstehen,

den Wechsel für ihre Mitarbeiter

aktiv mitzugestalten. Eine

Möglichkeit und gleichzeitig ein

Zugewinn für das Unternehmen

kann die Information über die

Ausübung ehrenamtlicher Tätigkeiten

sein. Ehrenämter tragen

einen wichtigen Teil zum gesellschaftlichen

Leben bei und stellen

gleichzeitig eine persönliche

Bereicherung durch eine wertvolle

Tätigkeit dar. In Kooperation

mit der IHK Heilbronn-Franken

bietet das Forum Ehrenamt deshalb

mit dem Projekt „Spurwechsel

– ak tiv in die nachberufliche

Lebensphase“ Beratung für Unternehmen

oder Personalabteilungen

zum Thema ehrenamtliches

Engagement an.

KONTAKT

Geschäftsstelle Forum Ehrenamt

Telefon 07131 8732302

E-Mail fe@forum-ehrenamt.org

Kurt Scheffler

Stv. Vorsitzender

Telefon 07131 46156

E-Mail kurtscheffler@t-online.de

Richard Siemiatkowski-Werner

Stv. Vorsitzender

Telefon 0173 159635

E-Mail rsw@diakonie-heilbronn.de

www.forum-ehrenamt.org

Kompetente, kostenfreie Beratung

für Betriebe in einer (drohenden)

wirtschaftlichen Krise

bietet der KfW-Runder Tisch.

Trotz guter Marktchancen geraten

kleine und mittlere Unternehmen

aus allen Branchen

immer wieder in wirtschaftliche

Schwierigkeiten. Rückläufige

Nachfrage, verspätete Anpassungen der

Unternehmensstruktur, Forderungsausfälle

und schleppende Zahlungseingänge

sind nur einige Ursachenbeispiele

für die auftretenden Probleme.

In vielen Fällen mangelt es an einer

fachkundigen Betreuung, um aus der

Krise herauszufinden. Um diesen Entwicklungen

entgegenzuwirken und eine

Hilfe zur Stabilisierung von Unternehmen

und Arbeitsplätzen zu geben, hat

sich die IHK Heilbronn-Franken entschlossen,

gemeinsam mit der KfW einen

„Runden Tisch“ einzurichten.

Der „Runde Tisch“ wird durch die

Kammer vorbereitet und auch moderiert.

Ziel eines ,,Runden Tisches“ ist die

Entwicklung eines tragfähigen Konzeptes,

über das alle Beteiligten informiert

sind und das zur Stabilisierung der

wirtschaftlichen Situation des Betriebes

und der Arbeitsplätze führt. So bietet

der „Runde Tisch“ der IHK Heilbronn-

Franken praktische und zielgerichtete

Lösungen zur Rettung und Sicherung

des Betriebes.

Den betreuten Unternehmen entstehen

keine Honorarkosten, da diese von

der KfW finanziert werden. Lediglich die

Fahrtkosten für den Einsatz des Beraters

sind von den Betrieben zu tragen.

Eine frühzeitige Meldung der betroffenen

Unternehmen bei der IHK ist dabei

enorm wichtig, Vertraulichkeit ist selbstverständlich.

KONTAKT

Thomas Leykauf

IHK-Referent Wirtschaftsförderung

Telefon 07131 9677-174

E-Mail thomas.leykauf@heilbronn.ihk.de

www.heilbronn.ihk.de/krisenmanagement

OKTOBER 2015 w.news

11


TITEL

TECHNOLOGIETRANSFER.

12 w.news OKTOBER 2015


TITEL

VIRTUELLES

FORSCHUNGS-

INSTITUT

EINGERICHTET

Die 20 in Baden-Württemberg forschenden

Hochschulen für angewandte Wissenschaften

(HAW, ehemals Fachhochschulen)

haben BW-CAR, das Baden-Württemberg

Center of Applied Research gegründet.

VON P ROF. DR. MED. WENDELIN S CHRAMM

OKTOBER 2015 w.news

13


© everythingpossible – Fotolia.com

Ziele des BW-CAR sind: eine

Kooperationsplattform für die

Spitzenforschung mit einem

gesicherten Qualitätssystem an

HAWs aufzubauen, die Forschung

in themenspezifischen Clustern

zu stärken, die Sichtbarkeit der Forschung

der HAWs zu erhöhen und

bessere Rahmenbedingungen für HAW-

Wissenschaftler zu schaffen. Ein Hauptaugenmerk

zur Stärkung der HAW-Forschung

liegt dabei, wie vom Wissenschaftsrat

2011 angemahnt, auf der

Qualität der Promotion.

In diesem virtuellen Forschungsinstitut

der Hochschulen, mit Geschäftsstellensitz

im Haus der Wirtschaft in Stuttgart,

finden sich ausgewiesene Forscher

aus dem ganzen Land zusammen und

forschen gemeinsam an relevanten Fragestellungen,

die sich sowohl an der

Hightech-Strategie des Bundes als auch

an den regionalen Bedürfnissen orientieren.

Klasse statt Masse

Nur die forschungsstärksten Professoren

der HAWs werden bei der BW-CAR

aufgenommen. Insgesamt gibt es über

3.100 Professoren in Baden-Württemberg,

von denen rund 100 im Rahmen des

BW-CAR forschen. Forschungsschwerpunkte

sind dabei:

æ MDM – Materials Design and Manufacturing

æ ENERsource – Energiesysteme und

Ressourceneffizienz

æ IKS – Informations- und Kommunikationssysteme

æ iTIS – Technologien für intelligente

Systeme

æ DuT – Diagnostik und Therapie

æ MIG – Management, Innovation und

Gesellschaft

æ MTI – Mensch-Technik-Interaktion

Die Interdisziplinarität der Forschung

durch die Vernetzung über die Fakultätsund

Hochschulgrenzen hinaus steht im

Vordergrund. Die einzelnen Hochschulen

können durch den Austausch mit

Spitzenforschern anderer Hochschulen

ihre Kompetenzen erheblich schärfen

und vertiefen. Dies kommt nicht zuletzt

auch der Auftragsforschung aus der Industrie

sehr zugute. Durch die Einführung

einer „Experimentierklausel“ in das

Landeshochschulgesetz stellt das Land

einem Hochschulverband von HAWs ein

temporäres, leistungsorientiertes Promotionsrecht

in Aussicht. Bislang laufen

Promotionen für die wissenschaftsorientierten

Masterstudenten klassisch über

Kooperationsprojekte mit Universitätsprofessoren

im In- und Ausland.

Forschung auf Augenhöhe

Ein großer Schritt in der Welt der

Wissenschaft, aber auch ein berechtigter.

Im Schnitt wirbt ein Professor der

virtuellen Hochschule für seine Forschung

rund 262.000 Euro an Drittmitteln

ein und veröffentlicht rund sechs

14 w.news OKTOBER 2015


TITEL

Netzwerkstrategie

Netzwerkmanagement

Netzwerksteuerung

HAW BW e.V. Mitgliederversammlung

Steuerkreis

Vorstand

Geschäftsstelle

Forschungsschwerpunkte des BW-CAR (Sprecher und Vertreter)

MDM – Materials Design and Manufacturing

ENERsource – Energiesysteme und Ressourceneffizienz

Netzwerkarbeit

IKS – Informations- und Kommunikationssysteme

iTIS – Technologie für intelligente Systeme

DuT – Diagnostik und Therapie

MIG – Management, Innovation und Gesellschaft

MTI – Mensch-Technik-Interaktion

Quelle:

Hochschule für angewandte Wissenschaften Baden-Württemberg

Publikationen pro Jahr, wovon mindestens

ein Artikel durch mindestens zwei

externe Professoren der gleichen Fachrichtung

vor Veröffentlichung geprüft

wurde (peer review): Leistungszahlen

der Wissenschaft, die auf Augenhöhe zu

Universitäten sind, obwohl den HAWs

wesentlich weniger Mittel und Personal

für Forschung zur Verfügung stehen.

Auch die Hochschule Heilbronn engagiert

sich im virtuellen Forschungsinstitut.

Im Forschungsschwerpunkt Mensch-

Technik-Interaktion stellt sie mit Professor

Gerrit Meixner den Sprecher, und

im Schwerpunkt Management, Innovation

und Gesellschaft ist sie mit Professorin

Nicola Marsden beteiligt.

Auch bei der Einwerbung des millionenschweren

Verbundprojektes „ZAFH

ENSource“, das die urbanen Energiesysteme

und Ressourceneffizienz erforscht,

war die Hochschule Heilbronn mit Professor

Heinz Frank vom Campus Künzelsau

involviert.

Mit ihren aktuell sieben Kompetenzfeldern

hat die Hochschule Heilbronn

darüber hinaus ihre Forschung gut profiliert.

æ Automotive und Mobility

æ Materials Processing & Engineering

æ Digitale Lebenswelten und Gesundheit

æ Sozial- und Verhaltensforschung

æ Magnetische Systeme

æ Verkehr und Logistik

æ Digital Business Transformation

KONTAKT

Unternehmen, die an einer Kooperation mit der

Hochschule Heilbronn interessiert sind, können

sich wenden an:

Prof. Dr. med. Wendelin Schramm

Prorektor Forschung der Hochschule Heilbronn

E-Mail wendelin.schramm@hs-heilbronn.de

www.hs-heilbronn.de

H ALLEN

Industrie- und Gewerbehallen

von der Planung und Produktion bis zur

schlüsselfertigen Halle

Wolf System GmbH

94486 Osterhofen

Tel. 09932/37-0

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OKTOBER 2015 w.news

15


TITEL

16 w.news OKTOBER 2015


TITEL

INNOVATIONSMANAGEMENT

IN UNTERNEHMEN

Zunächst kaum einzuschätzen,

letztendlich nicht wegzudenken.

VON P ROF. DR. HEINZ-THEO WAGNER

Hat ein Mitarbeiter eine innovative

Idee, bespricht er diese

vielleicht mit dem Geschäftsführer

in der Mittagspause,

oder eine neue Anforderung

vom Kunden wird vom Außendienst

direkt an den Geschäftsführer über -

mittelt. Die Kommunikation in kleinen

Unternehmen funktioniert oft reibungslos.

Mit steigender Mitarbeiterzahl ist

es jedoch nicht mehr so einfach jede

Idee anzuhören und diese auch direkt

umzusetzen. Es ist deshalb wichtig, ein

zentral und systematisch geregeltes Innovationsmanagement

zu besitzen, ohne

durch zu strikte Bürokratie dem Fortschritt

entgegenzuwirken. Dabei gilt es

Balancen zu finden:

æ Zwischen Frontend und Backend. Die

Suche nach innovativen Ideen ist

wichtig, aber auch die Umsetzung

und die Kommerzialisierung dieser

Ideen spielen eine wesentliche Rolle.

Grundsätzlich geht es darum, Werte

zu schaffen, und zwar aus Kundensicht.

Nur dann wird ein Unternehmen dauerhaft

Erfolg haben. Dabei ist Agilität gefragt,

denn Marktchancen müssen im

besten Fall schnell erkannt und auch

genutzt werden.

In jedem Unternehmen zu finden

Grundsätzlich befasst sich jedes Unternehmen

mit Innovationsmanagement.

Der Unterschied liegt darin wie umfassend

und nachhaltig dieses betrieben

wird. Am Beispiel Ideenmanagement

sieht man, wie heterogen die Landschaft

ist: Die Grafik (siehe unten) stellt das

Ergebnis einer Befragung des produzierenden

Gewerbes dar.

Dem Rückwärtsgang vorbeugen

Die Fähigkeit dauerhaft Innovationen

hervorzubringen und neue Werte

zu schaffen wird allgemein als sehr erstrebenswert

erachtet. Wenn dies nicht

gelingt, kommt es über die Zeit zu

einer – aus Sicht der Kunden – Austauschbarkeit

mit Wettbewerbern und

da mit zur Erosion eventuell vorhandener


æ Zwischen neuen und angestammten

Märkten. Ein Unternehmen sollte

stets versuchen neue Märkte zu erschließen.

Gleichzeitig ist es jedoch

wichtig, angestammte Märkte nicht

zu vernachlässigen und auch dort

Wettbewerbsvorteile auszubauen.

æ Zwischen strukturiertem Management

und geeigneter Führung. Es ist wichtig,

ein Innovationsmanagement zu

etablieren, welches die Innovationsprozesse

steuert und strukturiert.

Darüber hinaus sollte jedoch nicht

vergessen werden, dass auch ein innovatives

Klima wichtig ist, welches

Mitarbeitern erlaubt, sich miteinzubringen.

15

10

5

IDEENMANAGEMENT

Aussage: „Wir haben ein strukturiertes Ideenmanagement“ (in Prozent)

8,2

17,5

15,3

-3 -2 -1 0 1 2 3

stimme indifferent stimme

gar nicht zu

voll zu

Die Balken geben jeweils die Prozentanteile der Antworten von 229 Unternehmen aus dem produzierenden

Gewerbe an. Quelle: Wagner, H.-T., et al. 2011. Unternehmensnetzwerke und Innovations -

erfolg: Eine empirische Untersuchung im produzierenden Gewerbe. Stuttgart: Ibidem-Verlag.

15,3

15,7

19,7

8,3

OKTOBER 2015 w.news

17


TITEL

Wettbewerbsvorteile. Sind andere Unter -

nehmen im Wettbewerb innovativer und

stimmt deren Preispolitik, können Umsätze

und Margen im eigenen Unternehmen

schnell den Rückwärtsgang

einlegen. Wie viel Zeit das benötigt, ist

branchen-spezifisch und hängt von der

Umfelddynamik ab. In einigen Hochtechnologiebranchen

ist ein Jahr ohne

Innovation zu lange, in anderen Branchen

können problemlos mehrere innovationslose

Jahre aufeinander folgen.

Grundsätzlich ist es ratsam ein „First

Mover“ zu sein, wenn sich zum Beispiel

eine bestimmte Technologie in einer

frühen Entwicklungsphase befindet und

das eigene Unternehmen gerade in diesem

Bereich Kompetenzen hat. In reifen

Märkten hingegen ist es oftmals besser,

einem Wettbewerber schnell oder mit

sicherem Abstand zu folgen, um die

Marktwirkung zu sehen. Die Gra fik

(siehe unten) zeigt, wie diese Frage im

produzierenden Gewerbe Deutschlands

beantwortet wurde.

Scrum – eine agile Methode

Agile Methoden werden bereits seit

vielen Jahren in der Software-Entwicklung

eingesetzt. Hierzu gehören etwa

Extreme Programming (XP), Dynamic

System Development Method (DSDM)

und die nicht nur auf Software beschränkte

Scrum-Methode. Bei diesen

wird der Entwicklungsprozess in Teilschritte

zerlegt und die Anforderungen

an das Endprodukt in Abstimmung mit

dem Kunden schrittweise konkretisiert.

Man verspricht sich eine Verbesserung

der Kundenzufriedenheit mit den Entwicklungsergebnissen,

geringere Korrekturaufwände

nach Auslieferung, kürzere

Entwicklungszeiten und die Fähigkeit,

mit sich ändernden Anforderungen umzugehen.

Speziell bei Scrum wird der

Entwicklungsprozess in zeitlich definierte

Zyklen (Sprints) zerlegt und es wird

berücksichtigt, dass sich Anforderungen

ändern oder sich während der Entwicklung

neue Erkenntnisse ergeben.

Am Ende eines jeden Sprints muss ein

Ergebnis stehen, welches das Gesamtprojekt

nach vorne bringt. Kunden sind

bei jedem Schritt eingebunden und sehen

die jeweiligen Fortschritte. Scrum bringt

Vorteile, hat aber auch Herausforderungen.

Die Flexibilität des Entwicklungsprozesses

stellt nicht nur neue Anforderungen

an die Teams, sondern verlangt

auch Flexibilität von den Lieferanten, die

beispielsweise die verschiedenen Komponenten

bereitstellen müssen. Ebenso

kann der Ressourcenverbrauch während

der Entwicklung hoch sein, wenn mehrere

physische Prototypen er stellt werden

müssen, weil Simulationswerkzeuge

nicht verfügbar oder nicht sinnvoll

einsetzbar sind.

Scrum im Rahmen des

Innovationsmanagements

Eine typische Kreativitäts- oder Innovationsmethode

ist Scrum nicht, sondern

eher ein Projekt- oder Prozessmanagement.

Dennoch lässt es sich als Rahmenwerk

für die Führung von Entwicklungsprozessen

beschreiben. Es ist mit seiner

Agilität positiv zu sehen, was allerdings

mit entsprechender Agilität insbesondere

im Frontend der Innovation einhergehen

muss – denn eine agile Entwicklungsmethode

ist besonders dann von

Nutzen, wenn auch Marktchancen „agil“

identifiziert werden, die dann schnell

genutzt werden können.

Die drei Grundbausteine

Unabhängig von der Methode, die ein

Unternehmen verwendet, sollten bei der

Einführung eines Innovationsmanagements

drei Dinge berücksichtigt werden:

æ Nur wenige unterschiedliche Werkzeuge

des Innovationsmanagements einsetzen,

diese aber gezielt und systematisch

anwenden

æ Keine Bürokratie aufbauen – nur

durchführen, was eindeutig einem

vorher definierten Ziel dient und so -

mit notwendig ist

æ Wenige, passende Kennzahlen zur

Steuerung des Geschehens erheben,

die einfach zu beschaffen sind.

www.ggs.de

KONTAKT

Kai Plambeck

IHK-Referent Innovation

Geschäftsbereich Standortpolitik

Telefon 07131 9677-297

E-Mail kai.plambeck@heilbronn.ihk.de

STRATEGIETYPEN

„Welchem dieser Strategietypen gehört Ihr Unternehmen an?“ (in Prozent)

50

57,2

40

30

20

10

22,3

First Mover Fast Follower Secure Follower Keine/Mehrfachnennung

Die Balken geben jeweils die Prozentanteile der Antworten von 229 Unternehmen aus dem produzierenden

Gewerbe an. Quelle: Wagner, H.-T., et al. 2011. Unternehmensnetzwerke und Innovations -

erfolg: Eine empirische Untersuchung im produzierenden Gewerbe. Stuttgart: Ibidem-Verlag.

9,6

10,9

DER AUTOR

Prof. Dr. Heinz-Theo Wagner ist Professor für

Management und Innovation an der German

Graduate School of Management and Law in

Heilbronn. Seine Forschungsschwerpunkte

sind: Geschäftswertbeitrag der Informationstechnologie,

Grundlagen der Innovationsfähigkeit

von Unternehmen sowie Kernkompetenzen

und Rekombination von Ressourcen.

18 w.news OKTOBER 2015


Treffen Sie Ihre B2B-Zielgruppe:

Reichweitensieg

der IHK-Zeitschriften

Die Reichweiten im Mittelstand (in Prozent)

IHK-Zeitschriften 43,4

Der Spiegel 20,6

Stern 17,0

Focus 16,1

Creditreform Magazin 9,6

Welt am Sonntag 8,1

Die Zeit 7,2

Manager Magazin 6,7

Impulse 5,0

Markt- und Mittelstand 2,4

Die Reichweitenstudie Entscheider

im Mittelstand 2012 beweist: Mit den

IHK-Zeitschriften erreichen Sie mit

Abstand die meisten mittelständischen

Firmenlenker in Deutschland.

Das sind 1,47 Millionen Leser

pro Ausgabe.

Weitere Informationen:

www.ihkzeitschriften.de

www.entscheider-mittelstand.de


TITEL

SMARTER NACHWUCHS

FÜR UNTERNEHMEN

Interview mit Prof. Dr.-Ing. Markus Fittinghoff, Prodekan des Studiengangs

Technisches Logistikmanagement (TLM) der Hochschule Heilbronn, zum

Thema Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen.

Hochschulen als Ort der angewandten

Wissenschaften spie len

für Betriebe ohne eigene Forschungsabteilung

eine gro ße

Rolle, um wichtiges Know-how

zu generieren – sei es durch gemeinsame

Forschungsprojekte, Auftragsforschung

oder die Bereitschaft Studierende im

Unternehmen zu betreuen. Gerade für

kleine und mittlere Unternehmen bietet

Letzteres die Gelegenheit, frühzeitig Kontakt

mit den Nachwuchskräften aufzunehmen.

Die Möglichkeiten in der Region

reichen von der Einstellung eines Studierenden

der Dualen Hochschule Baden-

Württemberg, dem Angebot eines Platzes

für einen der kooperativen Studiengänge

der Hochschule Heilbronn, über die

Betreuung einer Bachelor- oder Masterarbeit

eines Studierenden der Hochschule

Heilbronn bis hin zur berufsbegleitenden

Betreuung eines Masteranden

der German-Graduate-School Heilbronn.

W.news sprach mit Prof. Dr.-Ing. Markus

Fittinghoff, Prodekan des Studiengangs

Technisches Logistikmanagement (TLM)

der Hochschule Heilbronn, über mögliche

Kooperationen.

Wie können sich Betriebe einen Studierenden

ins Unternehmen holen?

Die häufigs te Art und Weise, wie dies

die Firmen tun, ist das Anbieten einer

Bachelor- beziehungsweise Masterarbeit

oder eines Praktikums. Es gibt da rü ber

hinaus im Logistikbereich auch noch

die Möglichkeit eine Studentengruppe,

im Rahmen des Verbundprojektes im

6. Semester, ins Unternehmen zu holen.

Was genau ist ein Verbundprojekt?

Im Verbundprojekt wird eine konkrete

Aufgabenstellung des Unternehmens

– das vorher mit der Hochschule abgesprochen

wurde – von bis zu vier Studierenden

bearbeitet. Hierzu kommen

die Studierenden während des Semesters

zwölf bis dreizehn Wochen lang, zweimal

pro Woche in das Unternehmen.

Neben der Untersuchung der Aufgabenstellung

erarbeiten sie Umsetzungs- und

Verbesserungsmöglichkeiten und zeigen

weitere Potenziale zum Thema auf.

Wichtig ist, dass den Studierenden während

dieser Zeit ein kompetenter Betreuer

zur Seite gestellt wird. Am Ende des

Verbundprojekts präsentieren die Studenten

ihre Ergebnisse im Unternehmen

und an der Hochschule. Unser TLM-

Studiengang hat eine Kapazität von

etwa zehn bis 15 Verbundprojekten pro

Semester. Interessierte Unternehmen

melden sich mit ihrem Thema unter der

angegebenen E-Mail-Adresse. Die Verbundprojekte

starten jeweils im Oktober

beziehungsweise April. Die Auswahl

der Projekte treffen Professoren an der

Hochschule. Eine Warteliste existiert momentan

nicht. Neue Projekte von regional

ansässigen Unternehmen in und um

Heilbronn sind stets willkommen.

Wie unterscheidet sich eine Bachelor- oder

Masterarbeit davon?

Bei einer Bachelor- oder Masterarbeit

meldet das Unternehmen eine passende

Aufgabenstellung an die Hochschule.

Die se sollte dabei so konzipiert sein, dass

20 w.news OKTOBER 2015


sie mit wissenschaftlichen Methoden inklusive

einer vorangehenden Studienarbeit

innerhalb von sechs Monaten

gelöst werden kann. Bei Unsicherheit,

ob ein Thema geeignet ist, können sich

Unternehmen an die Hochschule wenden.

Meist kann dies dann telefonisch

geklärt werden. Die eingereichten Aufgabenstellungen

veröffentlicht die Hochschule

unter ihren Studierenden, die sich

dann bei Interesse beim Unternehmen

bewerben können. Hierzu werden von

der Meldung der Aufgabenstellung bis

zum Beginn des Projektes ungefähr drei

bis sechs Monate Vorlaufzeit benötigt.

Nach der Auswahl des Studierenden

durch das Unternehmen ist dieser rund

sechs Monate täglich im Unternehmen

und erstellt dabei seine Abschlussarbeit.

Können Sie ein paar Beispiele für solche

wissenschaftliche Aufgaben nennen?

Es kann zum Beispiel darum gehen,

welche Auswirkungen ein neues Gesetz

auf das Unternehmen hat, ob sich die

Anschaffung einer bestimmten Ma -

schine lohnt, ob eine neu entwickelte

Technik im Unternehmen sinnvoll ist,

ob oder wie eine neue Software eingeführt

werden, oder durch die Umge -

staltung von Prozessen die Produktivität

in einem bestimmten Bereich erhöht

werden kann. Hierbei vergleicht der

Studierende in seiner Arbeit die aktu -

elle Ist-Situation mit der gewünschten

Situation und/oder gibt Handlungsempfehlungen

dazu ab.

Zu beachten ist dabei, dass es sich

um Studierende handelt, welche die

Aufgabe ausführen. Für sehr komplexe

und forschungsintensive Aufgaben

besteht auch die Möglichkeit, sie als

Auftragsforschung an die Hochschule

zu geben. Es kam auch schon vor, dass

größere Aufgabenstellungen gesplittet

wurden und durch mehrere parallel

eingesetzte Studierende bearbeitet wurden.

Die Hochschule Heilbronn unterstützt

interessierte Unternehmen auf

Anfrage dabei, eine geeignete Aufgabenstellung

für die Studierenden zu

formulieren.

Was war Ihr persönliches Aufgaben-Highlight

bei der Betreuung der Abschluss -

arbeiten?

Im vergangenen Semester war dies

ein IT-Projekt zur Steuerung des europäischen

Warenflusses für ein Unternehmen.

Warum war diese Aufgabe so besonders?

Hier musste der Studierende im Ausland

umfangreiche Prozessanalysen

durchführen, Schwachstellen und Risiken

in der Ist-Situation aufzeigen und

die Amortisationsdauer einer neuen Software

bestimmen.

Was sollte ein Unternehmen bei der Zusammenarbeit

mit Studierenden beachten?

Wichtig ist, dass eine kompetente

Betreuung gewährleistet ist, die den

Studierenden hilft, sich in das Unternehmen

und das Thema einzuarbeiten.

In der Regel müssen die notwendigen

Zugangsberechtigungen für die Daten,

Zahlen und Fakten des Betriebs zur

Verfügung gestellt werden.


OKTOBER 2015 w.news

21


Auch die Erreichbarkeit der Unternehmen

ist ein wichtiges Entscheidungskriterium

der Studierenden. Für weiter

entfernt angesiedelte Unternehmen ist

es vorteilhaft, wenn sie die Studie ren -

den unterstützen. Das Engagement der

Unternehmen kann dabei von der Fahrt -

kosten un terstützung bis hin zur Miete

eines Zimmers oder einer Ferien woh -

nung während des Aufenthalts im Unternehmen

gehen.

Welche Chancen und Vorteile haben Unternehmen,

wenn sie einen Studierenden

bei sich eine Abschlussarbeit schreiben

lassen?

Betriebe, die Bachelor- beziehungsweise

Masterarbeiten anbieten, machen

sich bei den Studierenden bekannt. Gerade

für kleinere und mittlere Unternehmen

und solche, die keine starke

Arbeitgebermarke haben, ist das eine

Chance, geeignete Nachwuchskräfte zu

finden. Da die Studierenden sechs Monate

lang im Unternehmen tätig sind,

lernen sich beide Seiten sehr gut kennen,

ehe sie sich eventuell länger aneinander

binden.

Welche Vorteile haben die Studierenden,

wenn sie ihre Bachelor- beziehungsweise

Masterarbeiten bei weniger bekannten

kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)

schreiben?

Bei kleinen und mittleren Unternehmen

ist für die Studierenden die Chance

größer, den Betrieb im Rahmen ihrer

Abschlussarbeiten im Gesamten kennenzulernen.

Deshalb sind sie gerade

bei Studierenden beliebt, die sich ganzheitlich

betätigen möchten.

Hinzu kommt, dass bei den KMU vie -

le Jobs vorhanden sind und viele neue

Jobs auch dort entstehen. Bei wach -

senden kleinen und mittleren Unternehmen

ist die Chance für Studierende

daher größer, im Anschluss an ihre Abschlussarbeit

übernommen zu werden,

nicht zuletzt wegen der im Gegensatz

zu großen Unternehmen oftmals fehlenden

Bürokratie bei der Einstellung

neuer Mitarbeiter.

Kennen Sie ein Beispiel, bei dem ein Unternehmen

einen Studierenden übernommen

hat?

Ja, die Firma Layher GmbH & Co. KG

in Güglingen hat einen ihrer Bacheloranden

direkt im Anschluss als Projektleiter

übernommen. Aber auch bei Audi,

Bechtle und Kaufland sind unsere Absolventen

direkt übernommen worden.

KONTAKT

Unternehmen, die Interesse an einem Verbundprojekt

oder einem Bachelorand beziehungsweise

Masterand haben, können sich per E-Mail

wenden an:

Hochschule Heilbronn

Team Technisches Logistikmanagement (TLM)

E-Mail TLM@hs-heilbronn.de

www.hs-heilbronn.de

22 w.news OKTOBER 2015


PLAKATE

BRINGEN MEHR

BEACHTUNG

lokal,

regional,

überall:

0700wirbhier

www.hettenbach.de

Kampagne

wirbhier.de


TITEL

LUST AUF VERÄNDERUNG

Die Wittenstein AG wurde auf der Hannover Messe für das Galaxie-

Antriebssystem mit dem Hermes Award 2015, dem „Oscar für Ingenieure“,

ausgezeichnet.

W.news sprach mit Bert

Miecznik, Innovationsmanager,

Generierungsprozess-Management

bei der

Igers hei mer Wittenstein AG.

Was ist für Sie Innovation?

Eine Innovation liegt immer dann

vor, wenn es erfolgreich gelingt, den

Kundennutzen durch neue Produkte,

Dienstleistungen, Prozesse oder sogar

Geschäftsmodelle zu steigern.

ternehmenswerte. Die übrigen vier sind

Verantwortung, Vertrauen, Offenheit

und Wandel. Die haben natürlich auch

allesamt sehr viel mit Innovation zu tun.

Wittenstein setzt nicht nur auf inno -

vative Produkte, sondern versucht vielmehr,

in allen Aktivitäten innovativ zu

sein. Bestes Beispiel ist unsere jüngs te

Investition am Unternehmenshauptsitz

Igersheim-Harthausen: rund 35 Millionen

Euro flossen in die Wittenstein-

Innovationsfabrik.

Wie wichtig ist für Wittenstein das Thema

Innovation?

Für die Wittenstein AG ist die leidenschaftliche

Innovationskraft Teil der

Unternehmensphilosophie, die von der

Unternehmerfamilie Wittenstein zusammen

mit den Mitarbeitern festgeschrieben

wurde. Innovation erscheint

darin als einer der fünf zentralen Un-

Blick auf das Galaxie-Antriebssystem.

© Wittenstein

Weshalb ist Wittenstein so innovativ?

Bei Wittenstein besteht ein leidenschaftlicher

Ansporn, ständig an neuen

Pionierleistungen zu arbeiten. So etwas

schafft man aber nur, wenn man Menschen

hat, die an ihre Ideen glauben

und sich für ihre Umsetzung einsetzen.

Und zwar gerade auch dann, wenn die

Widerstände schier übermächtig zu wer-

Anzeige

PR-BEITRAG

Komplexe Arbeitswelten fordern Individuallösungen

Studien belegen, dass die künftige Arbeitswelt

vom Fachkräftemangel und gesellschaftlichen

Veränderungen geprägt sein wird. Das

künftige Bürogebäude wird so komplex sein

wie die künftige Gesellschaft. Wenn beides

noch funktionieren soll, dann kommen der

Architektur und der Innenarchitektur wichtige

Rollen zu. „Es ist denkbar, dass in künftigen

Büros erfahrene 70-jährige Mitarbeiter

auf hochqualifizierte 24-jährige stoßen“,

erläutert Anna Philipp, „und beide verlangen

völlig unterschiedliche Arbeitsplatzsituationen,

um ihre volle Leistung einbringen zu

können.“ Die vielfältigen und unterschiedlichen

Anforderungen machen deutlich, wie

maßgeschneidert der Arbeitsplatz sein muss.

Es gibt nur gute Individuallösungen, keine

Patentlösung. Das Büro der Zukunft muss

nicht nur auf technische, sondern auch auf

gesellschaftliche Entwicklungen reagieren.

Diese individuelle Planung ist kein „nice-tohave“,

sondern eine absolute Notwendigkeit,

um Effektivität und Kreati vität innerhalb der

Arbeitswelt zu erzeugen und vor allem zu steigern.

Dazu ist die Zusammenarbeit von Architekten,

Innen architekten und Fachplanern

Voraussetzung. Eine der Kompetenzen von

Philipp Architekten ist die Auseinandersetzung

mit den Arbeitsorten der Zukunft. Eine

inspirierende Büro- und Firmenlandschaft

zu entwerfen, die im Sinne der Unternehmensziele

motiviert und vereint, ist eine der

Aufgaben von Philipp Architekten.

V.i.S.d.P.: Philipp Architekten GmbH

www.philipparchitekten.de

24 w.news OKTOBER 2015


TITEL

den scheinen. Wenn wir uns sicher sind,

dass wir es trotzdem schaffen können,

dann probieren wir es. Und wenn es

vielleicht beim ersten Anlauf noch

nicht ganz gelingt, dann probieren wir

es wieder, unter Berücksichtigung dessen,

was wir beim ersten Mal gelernt

haben. Man findet diese Vorgehens -

weise heute übrigens oft in modernen

Schlagworten wie „agile Entwicklung“

wieder.

Viele große Technologieunternehmen wurden

in der Vergangenheit von neuen Technologien

und Firmen überrascht und vom

Markt verdrängt. Welche Fragen muss sich

ein Unternehmen stellen, damit dies nicht

passiert?

Auf der einen Seite muss ein Unternehmen

seinen Finger stark am Puls

des aktuellen Marktes haben, sehr eng

mit seinen Kunden interagieren, um

deren Wünsche und Bedürfnisse, aber

eben auch Veränderungen davon mittels

schwacher Signale detektieren zu

können. Das ist die Jetzt-Ebene. Zusätzlich

braucht ein nachhaltig aufgestelltes

Unternehmen die Zukunfts-

Ebene eines strategischen Foresight.

Diese fragt danach, wie die Welt in 10

oder 20 Jahren aussehen und funktionieren

wird, was dann die Bedürfnisse

und wirtschaftlichen Chancen sein

werden. Vieles davon ist heute schon

sehr klar erkennbar, wenn man nur die

Augen öffnet.

Was sind die Aufgaben eines erfolgreichen

Innovationsmanagements in der Zukunft?

Die modernste Sichtweise des Innovationsmanagements

fokussiert zunehmend

die unternehmerisch handelnden

Menschen hinter jeder Innovation.

Seien es die Intrapreneure innerhalb

einer bestehenden Organisation, oder

eben zunehmend auch die Entrepreneure,

die ihre Innovation mit Leidenschaft

und Herzblut im eigenen Start-up unternehmerisch

entwickeln und am Markt

durchsetzen. Innovationsmanagement

wird zukünftig noch stärker darauf zu

achten haben, unternehmerische Talente

zu finden, zu entwickeln und mit

passenden Unterstützungsangeboten zu

fördern.

Welche Erfahrungen haben Sie bei der Einführung

eines Innovationsmanagements

gemacht und haben Sie Tipps für andere

Unternehmen, bei denen dies noch nicht

zentral gesteuert wird?

Innovationsmanagement kann nur

funktionieren, wenn es zumindest in

der Gesamtverantwortung „Chefsache“

bleibt. Wenn es zu den Werten und Zielen

des gesamten Unternehmens passt.

Und wenn das Unternehmen insgesamt

Lust auf permanente Veränderung hat.

Drei Dinge, die man beim Innovationsmanagement

berücksichtigen sollte?

Offenheit und andauernde Lernbereitschaft.

Gelassenheit und Vertrauen

auf die eigenen Stärken. Neugier und

spielerische Lust, immer wieder etwas

Neues auszuprobieren.

Ihr persönliches Highlight im Innovationsmanagement?

Ich persönlich liebe die Verbindung

von „Design Thinking“ und TRIZ: Erst

gemeinsam mit den Menschen die

Wünsche und Bedürfnisse erkennen

und erkunden, und dafür dann wahrhaft

erfinderisch-innovative Lösungen

entwickeln. Diese Kombination ist neu

und unglaublich spannend.

Ein Highlight ist natürlich auch

immer, wenn es große Erfolge zu feiern

gibt. Das neueste Beispiel dafür ist das

revolutionäre Galaxie-Antriebssystem,

das auf der Hannover Messe mit dem

Hermes Award 2015 ausgezeichnet

wurde, dem „Oscar für Ingenieure“.

Wenn eigentlich die gesamte Fachwelt

eine radikale Innovation so überschwänglich

aufnimmt wie bei diesem

Beispiel, dann ist das schon ein tolles

Feedback und zeigt, dass der eingeschlagene

Weg der Richtige ist.

www.wittenstein.de

KONTAKT

Kai Plambeck

IHK-Referent Innovation

Telefon 07131 9677-297

E-Mail kai.plambeck@heilbronn.ihk.de

www.heilbronn.ihk.de

OKTOBER 2015 w.news

25


NEWSTICKER

NEUES AUS BERLIN UND BRÜSSEL

Pensionsrückstellungen: Wirtschaftsrat

unterstützt DIHK-Forderung Berlin. In

Deutschland hat jedes dritte Unternehmen

Pensionsrückstellungen für die Mitarbeiter

und leidet darunter, dass diese

durch die Niedrigverzinsung aufgestockt

werden müssen. Das hat eine DIHK-Umfrage

ergeben. Das Steuerrecht verschärft

die Belastung, denn die zusätzliche Vorsorge

wird wie ein Gewinn besteuert.

Der DIHK schlägt daher die Anpassung

des Steuerrechts vor und bekommt

dafür mittlerweile Unterstützung aus Teilen

der Union. Sowohl der Wirtschaftsrat

der CDU als auch die Arbeitnehmergruppe

der Union im Bundestag haben

sich dieser Forderung angeschlossen.

Ansprechpartner: Tim Gemkow

gemkow.tim@dihk.de

Wirtschaftlich bedeutender Wendepunkt

im Atomstreit mit Iran

Berlin. Nach dem Ende des Atomstreits

mit dem Iran haben Bundeswirtschaftsminister

Sigmar Gabriel und DIHK-Präsident

Eric Schweitzer in Teheran erste

Weichen für deutsche Unternehmen in

der Region gestellt. Schweitzer nutzte

die – übrigens erste westliche – Delegationsreise,

um eine Reihe von Anliegen

auf höchster Ebene zu platzieren. Auf

dem Programm standen unter anderem

Gespräche mit Präsident Hassan Ruhani

sowie Industrieminister Mohammad Reza

Nematzadeh. Für kleine und mittlere Unternehmen

ist besonders die Aufhebung

der Finanzsanktionen von zentraler Bedeutung:

„Das ist das vielleicht dickste

Brett, das wir momentan zu bohren

haben“, so Schweitzer. Am 14. Juli 2015

einigte sich die Gruppe der E3+3

(Deutschland, Frankreich, Großbritannien,

China, Russland, USA) mit dem

Iran auf eine umfassende Vereinbarung

zur Beilegung des mehr als zehn Jahre

andauernden Konflikts um das iranische

Atomprogramm.

Ansprechpartner: Steffen Behm

behm.steffen@dihk.de

KWK-Eigenstromerzeugung droht Einbruch

Berlin. Als Folge der Energiewende

investieren immer mehr Betriebe in die

Erzeugung eigenen Stromes. Sie sichern

sich so gegen Schwankungen bei Preisen

und Versorgung ab. Außerdem dient

es dem Klimaschutz. Statt diesen positiven

Trend nachhaltig zu unterstützen, tut

die Politik jetzt alles, um die Eigen er -

zeugung teuer und damit unattraktiv zu

machen. Denn nach Plan des BMWi

soll der Topf für die KWK-Förderung zwar

verdoppelt werden, die finanzielle Unterstützung

für Eigenerzeugungsanlagen

aber weitgehend auslaufen. Der vorgesehene

Ausbau der Förderung kommt

dann fast ausschließlich Anlagen der

Versorger zugute. Der DIHK wendet sich

gegen diese doppelte Bestrafung der

Betriebe. Denn sie erhalten selbst keine

Förderung mehr, müssen aber über eine

Umlage die höhere Förderung mit zahlen.

„Kommt das Gesetz, bedeutet das

nicht nur das Aus für neue Anlagen, es

wird auch niemand mehr in die Modernisierung

oder den Ersatz bestehender

investieren“, warnte DIHK-Präsident Eric

Schweitzer. Dies sei ein drastisches Beispiel

für völlige Fehlanreize. Die Politik

müsse hier dringend nachsteuern. Dazu

sollte die EEG-Umlage für die Eigenerzeugung

wieder gestrichen werden, fordert

Schweitzer.

Ansprechpartner: Sebastian Bolay

bolay.sebastian@dihk.de

Spitzenverbände fordern Korrektur bei

Unternehmensbewertung Berlin. Die

Neuregelung der Erbschaftssteuer befindet

sich in der entscheidenden Phase.

Die ersten Beratungen in den Gremien

des Bundestages und Bundesrates

haben begonnen. Der DIHK hat deshalb

jetzt in Schreiben an die Finanzminister

der Länder und die Finanzpolitiker der

Bundestagsparteien erneut gemeinsam

mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft

auf einen erheblichen Fehler des

Gesetzes hingewiesen. Die Erbschaftssteuer

kann nach dem aktuellen Gesetzentwurf

für viele Familienunternehmen

bedrohlich werden, weil sie unrealistisch

hoch bewertet werden. Das jetzige Bewertungsrecht

berücksichtigt in keiner

Weise, dass Eigentümer ihre Anteile

nicht frei am Markt veräußern oder nur

einen Teil des Unternehmensgewinns

entnehmen können. Aus den viel zu

hohen Unternehmenswerten folgen zum

Teil erdrosselnde Steuerbelastungen. Die

Wirtschaftsverbände fordern deshalb:

Das aktuelle Bewertungsgesetz muss

korrigiert werden, wenn es zu einer

sachgerechten, verfassungsfesten Erbschaftssteuer

kommen soll, die letztlich

die Nachfolge von Unternehmen nicht

erschwert oder sogar unmöglich macht.

Nur so kann auch verhindert werden,

dass den Betrieben Mittel entzogen werden,

die sie dringend für In ves titionen

und den Erhalt der Arbeitsplätze benö -

tigen.

Ansprechpartner: Rainer Kambeck

kambeck.rainer@dihk.de

IHK-Veranstaltungen (Auszug) Okt.–Nov. 2015

Datum Veranstaltung Ort Preis

14.10.2015 TTIP – Chance oder Risiko? IHK-Hauptgeschäftsstelle Heilbronn kostenfrei

15.10.2015 Existenzgründungsberatungen Rathaus Crailsheim kostenfrei

20.10.2015 Unternehmensnachfolge im Ländlichen Raum – Sparkasse Hohenlohekreis, Künzelsau kostenfrei

Planung, Potenziale, Erfahrungen

22.10.2015 Gründer- und Jungunternehmertreff Heilbronn-Franken Innovationsfabrik, Heilbronn 5,00 €

23.10.2015 Pflichten beim Versand von Gefahrgut – kostenlose Infoveranstaltung IHK-Hauptgeschäftsstelle Heilbronn kostenfrei

23.10.2015 Lieferantenerklärungen IHK-Geschäftsstelle Bad Mergentheim 71,40 €

26.10.2015 1. Handelstag Heilbronn-Franken IHK-Hauptgeschäftsstelle Heilbronn kostenfrei

26.10.2015 Unterrichtung nach dem Gaststättengesetz Heilbronn 100,00 €

27.10.2015 Sprechtag für Freiberufler IHK-Hauptgeschäftsstelle Heilbronn kostenfrei

29.10.2015 Russland-Update 2015 – Sanktionen, Zertifizierung, Zoll und Logistik IHK-Hauptgeschäftsstelle Heilbronn 120,00 €

29.10.2015 RKW-Sprechtag IHK-Hauptgeschäftsstelle Heilbronn kostenfrei

02.11.2015 Unterrichtung im Bewachungsgewerbe nach § 34a GewO Heilbronn 425,00 €

04.11.2015 Sprechtag für Existenzgründer Rathaus Künzelsau kostenfrei

09.11.2015 Prüferworkshop für Prüfer/-innen im Bereich Ausbildung Hotel Nestor, Neckarsulm kostenfrei

Weitere Infos zu den Veranstaltungen unter www.heilbronn.ihk.de/termine

26 w.news OKTOBER 2015


IHK + REGION

CHILE AM ANDEREN

28 w.news OKTOBER 2015 Bunte Häuser in der chilenischen Hafenstadt Valparaíso.


„ENDE DER WELT“

Der Name Chile hat mehr als eine ursprüng -

liche Bedeutung. Führt man ihn allerdings auf

„chile“, ein Wort der Ureinwohner zurück, so

bedeutet er etwa „der Ort, wo die Welt endet“.

VON D R. FRITZ A UDEBERT

© brizardh – Fotolia.com


GELD + MÄRKTE

Geographisch gesehen liegt

Chile jedoch nur bedingt am

„Ende der Welt“. Immerhin

erstreckt sich Chile aber über

6.435 Kilometern Pazifikküste

bis zum untersten Zipfel Südamerikas,

tatsächlich dort, wo der Kontinent

geografisch endet.

Neben dem schmalen, aber äußerst

lang gezogenen Festlandstreifen, der an

Peru, Bolivien und Argentinien grenzt,

gehören zu Chile auch einige Inselgruppen

im Pazifischen Ozean. Außerdem

beansprucht Chile einen Teil der

Antarktis für sich. Die wenigen Städte

in Chile sind entlang der pazifischen

Küste angesiedelt. Darunter ist die

Hauptstadt Santiago de Chile das politische

und ökonomische Zentrum des

Landes. Laut dem Wirtschaftsmagazin

„America Economica“ ist Santiago

auch die wichtigste Stadt für Geschäfte

in Lateinamerika. Viele internationale

Unternehmen wie Yahoo, Kodak, Microsoft,

Nestlé, IBM, Motorola, Coca-Cola

und Ford haben dort eine Auslands -

niederlassung. Um das Potenzial Lateinamerikas

als Unternehmen erfolgreich

zu nutzen, braucht es jedoch mehr als

Kenntnisse über Geografie und Wirtschaft

des Landes. Für Geschäftsbeziehungen

und Vertragsabschlüsse ist es

entscheidend, die chilenische Kultur so -

wie soziale Verhaltensweisen zu kennen

und zu respektieren.

Indirekte Kommunikation ist nicht gleich

Zurückhaltung

Einer der größten Unterschiede zwischen

Kulturen ist die Art der Kommunikation.

Während in Deutschland häufig

sehr direkt kommuniziert wird, ist die

Kommunikation in Chile eher indirekt.

Um das Gesagte richtig zu verstehen

und zu interpretieren, ist es daher ratsam,

auf den Kontext und die nonverbalen

Aspekte des Gesprächs zu achten.

Mimik und Augenkontakt sowie Gestik

und der Abstand zum Gesprächspartner

implizieren eine bestimmte Bedeutung.

Auch symbolische oder metaphorische

Sprache kann ein Mittel der indirekten

Kommunikation sein.

Indirekte Kommunikation ist jedoch

nicht immer mit Zurückhaltung gleichzusetzen.

Emotionale und hitzige Diskussionen

sind in der chilenischen Geschäftswelt,

ebenso wie im restlichen Latein -

amerika, üblich. „Die emotionale Ausdrucksweise

der Chilenen zeigt ihren

Enthusiasmus und persönlichen Einsatz

und steht nicht im Gegensatz zu ihrer

eher indirekten Kommunikationsweise.

Emotionalität ist also mit einer guten

Beziehung zum Geschäftspartner gleichzusetzen“,

erklärt Arne Kühn, Inter -

kultureller Berater der ICUnet.AG für

Lateinamerika. Ferner sind Eloquenz

und rhetorische Fähigkeiten in der chilenischen

Gesellschaft hoch angesehen,

da sie den Status und die Intelligenz

einer Person zur Schau tragen.

Santiago de Chile, die Hauptstadt von Chile.

Voller Körpereinsatz für indirekte Kritik

Neben der Kommunikation unterscheiden

sich Chilenen und Deutsche

auch im Umgang mit Körperkontakt. In

Chile halten die Menschen nur wenig

Abstand zu ihrem Gesprächspartner.

„Man sollte nicht überrascht sein, wenn

man vom Geschäftspartner an Arm oder

Schulter berührt wird. Diese Geste ist

ein Zeichen von Wohlwollen und Vertrauen“,

verrät Arne Kühn. Man sollte

daher nicht zurücktreten, wodurch das

Gegenüber peinlich berührt wäre. Um

einem chilenischen Partner Interesse und

Ernsthaftigkeit zu vermitteln, sollte außerdem

Augenkontakt gehalten werden.

Ist das Wesen der Chilenen meist herzlich

und freundlich, sind sie jedoch

auch sehr stolz und leicht zu beleidigen.

Deshalb ist man stets gut beraten,

auf die Wortwahl zu achten und Kritik,

insbesondere in der Öffentlichkeit, zu

vermeiden. Chilenen selbst sprechen kritische

Themen nur sehr vorsichtig an.

Kritik wird allenfalls als Hilfsangebot

formuliert.

Gute Beziehungen machen gute Geschäfte

In der chilenischen Gesellschaft sind

persönliche Beziehungen höchst bedeutend

und wertvoll. Daher ist es relevant,

auf die Eigenheiten der chilenischen

Geschäftspartner zu achten, um nicht

nur kurzfristige Verträge und schnelle

Abschlüsse auszuhandeln, sondern solide

und langfristige Beziehungen aufzubauen.

Diese Beziehungen sind Grundstein

eines zukünftigen Geschäftserfolgs

in Chile. Arne Kühn: „Chilenen investieren

viel Zeit, Beziehungen zu pflegen

und Netzwerke zu knüpfen. Internationale

Geschäftsleute sollten das auch

tun.“ Die richtigen Kontakte sind sowohl

für den Abschluss von Verträgen als

auch zum Informationsaustausch ele -

men tar. Das richtige Netzwerk und die

persönliche Beziehung zum Geschäftspartner

können entscheidend sein, ob

der gewünschte Geschäftserfolg eintritt.

Zeit ist ein dehnbarer Begriff

Das Wochenende ist bei den meisten

Chilenen für die Familie reserviert, die

in der Gesellschaft einen großen Stellenwert

hat. Chilenen machen auch selten

Überstunden, da sie das von ihren

Familien fernhält.

Das Verhältnis zu Zeit ist in Chile

zweigeteilt. Bei privaten Gelegenheiten

wie Essensverabredungen ist es weniger

wichtig, wann man ankommt. Es wird

sogar als unhöflich angesehen, pünktlich

zu einem Abendessen zu erscheinen.

Bei geschäftlichen Treffen hingegen

wird durchaus Pünktlichkeit erwartet.

Dennoch starten auch Meetings häufig

zehn bis fünfzehn Minuten später und

Verhandlungen dauern länger als ursprünglich

geplant. Kommt man sogar

überpünktlich zu einem Meeting, kann

es sein, dass der chilenische Partner den

Besucher warten lässt, um beschäftigt

und wichtig zu wirken. Auch beim Beantworten

von E-Mails, Faxen, Briefen

oder Anrufen lassen sich Chilenen häufig

Zeit. Meist kommt eine Antwort

erst, wenn es eine definitive Entscheidung

gibt.

30 w.news OKTOBER 2015


GELD + MÄRKTE

Über Umwege zum Vertragsziel

Geschäftliche Termine sollten bereits

einige Wochen vor der Ankunft in Chile

gemacht werden. Da in Januar und

Febru ar Sommerferien sind, ist dieser

Zeitraum jedoch zu meiden. Zu Beginn

des ersten Meetings ist es üblich, sich

gegenseitig Visitenkarten zu überreichen.

Diesen sollte man wenigstens

kurz Aufmerksamkeit schenken, um der

Position des Gegenübers Respekt zu

zollen. Die Gespräche beginnen häufig

nicht direkt mit dem eigentlichen

Thema des Meetings. Zunächst werden

persönliche Informationen über beispielsweise

Familie oder kurze Höflichkeiten

ausgetauscht. Als ausländischer

Gast sollte man diese Gelegenheit nutzen,

um zu zeigen, dass man sich für

das Land interessiert. In diesen ersten

Minuten wird der eigentliche Grundstein

für erfolgreiche Verhandlungen

gelegt. Die persönliche Beziehung zwischen

Vertragspartnern entscheidet über

das Zustandekommen eines Vertrags.

„Bei Verhandlungen sollte man nicht

zu viel Druck aufbauen und zu Kompromissen

bereit sein“, führt Arne Kühn

an. Die Kompromissbereitschaft zeigt auf,

dass man mehr Wert auf die persönliche

Beziehung als auf die finanziellen

Aspekte des Handels legt. Dies empfinden

Chilenen als positiv. Beim Festlegen

der Vertragsbedingungen sollten

ausländische Geschäftsleute jedoch bedenken,

dass durchaus im Vorhinein zu

viel versprochen wird. Der Vertrag ist

daher besser immer zweimal zu prüfen.

Das A und O für erfolgreiche internationale

Geschäfte am namentlichen

„Ende der Welt“ ist die persönliche Beziehung

zwischen den Geschäftspartnern.

Dazu braucht es Kenntnis der chilenischen

Kultur und einen offenen Umgang

mit ihren Menschen. Denn letztendlich

wird in Chile ein Vertrag nicht

zwischen zwei Unternehmen, sondern

zwischen zwei gleichberechtigten Partnern

geschlossen.

Der Autor

Dr. Fritz Audebert ist Gründer und Vorstandsvorsitzender

der ICUnet.AG.

Die ICUnet.AG ist Service-, Innovations- und

Qualitätsführer für interkulturelle Beratung,

Qualifizierung und Global Mobility Management

mit Büros in Berlin, Bremen, Dubai,

Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München,

Passau, Rio de Janeiro, Shanghai, Stuttgart,

Wien, Wolfsburg und Zürich. Über 160 feste

Mitarbeiter bilden zusammen mit weit über

350 freien Mitarbeitern das interdisziplinäre

Ex per tenteam mit Kompetenz für mehr als

75 Länder und 25 Sprachen.

www.icunet.ag

VR-InnovationsPreis

Mittelstand 2016

Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt.

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Einsendeschluss: 30. Oktober 2015


GELD + MÄRKTE

RUSSLAND BLEIBT

SCHWIERIGER HANDELSPARTNER

Russland-Update 2015: Sanktionen, Zertifizierung,

Zoll und Logistik – das sind Themen

einer IHK-Veranstaltung am 29. Oktober

im Heilbronner Haus der Wirtschaft.

VON P HILIPP B AHN

Warenexporte nach Russland

müssen mit vielschichtigen

Zollvorschriften

sowie mit teilweise

undurchsichtigen sonstigen

Anforderungen in Einklang stehen und

erfordern daher eine besonders sorgfältige

Vorbereitung. Diese betreffen allen

voran die Zertifizierung von Importund

Exportgütern, wie zum Beispiel industrielle

Ausrüstung, Maschinen und

Anlagen.

Die Regularien stellen selbst erfahrene

Zollexporten vor gewisse Herausforderungen.

So werden beispielsweise in

Zukunft Zertifikate nur noch auf eine

im Hoheitsgebiet der Zollunion registrierte

juristische Person ausgestellt. Dies

kann ein Hemmnis für diejenigen Unternehmen

darstellen, die entweder nicht

über eine eigene Niederlassung verfügen

oder keinen dauerhaften Vertriebspartner

in einem der drei Mitgliedsstaaten

(Russland, Kasachstan, Belarus) haben.

Höhere Anforderungen werden zudem

auch an die Dokumentation gestellt.

Umfangreiche Informationen

In der IHK-Veranstaltung erhalten die

Teilnehmer ein Update über die aktuellen

Entwicklungen bei den EU-Sanktionen

gegen Russland, über Neuerungen und

Änderungen im Zertifizierungssystem für

Russland und die Eurasische Wirtschaftsunion

sowie über aktuelle Entwicklungen

im Bereich des russischen Zolls und

des russischen Import-Embargos.

VERANSTALTUNG

RUSSLAND-UPDATE 2015

Am Donnerstag, 29. Oktober informieren

Marktexperten ab 9 Uhr im Heilbronner Haus

der Wirtschaft zu den Themen Sanktionen,

Zertifizierung, Zoll und Logistik in Russland. Informationen

gibt es im Internet unter:

www.heilbronn.ihk.de

Dok.-Nr. TER001272

32 w.news OKTOBER 2015


FINANZIERUNG

FÜR DEN

MITTELSTAND

Förderprogramme der L-Bank im 1. Halbjahr

2015 stark gefragt.

VON M ARTIN N EUBERGER

Im 1. Halbjahr 2015 förderte die

L-Bank 493 Unternehmen in der

Region Heilbronn-Franken. Das

ausgereichte Darlehensvolumen von

154 Millionen Euro liegt um 69 Prozent

höher als im gleichen Vorjahreszeit -

raum. Insgesamt wurden Investitionen

in Höhe von 266 Millionen Euro mit -

finanziert. Mehr als 860 neue Arbeitsplätze

werden dadurch geschaffen. Dies

geht aus einer Mitteilung der L-Bank

hervor.

Gefördert wurden 163 Existenzgründer

mit Darlehen über 38,2 Millionen

Euro. 330 mittelständischen Unternehmen

wurden 115,8 Millionen Euro Fördermittel

bewilligt.

Vielfältige Förderprogramme

Die L-Bank Baden-Württemberg bietet

vielfältige Förderprogramme:

æ Die Gründungsfinanzierung und die

Startfinanzierung 80 unterstützen bei

der Unternehmensgründung oder Betriebsübernahme.

Für etablierte Unternehmen

gibt es mit der Wachstumsfinanzierung

zinsgünstige Mittel.

æ Der Liquiditätskredit unterstützt bei

der Betriebsmittelfinanzierung sowie

bei Konsolidierungen und Umschuldungen.

æ Das Entwicklungsprogramm „Ländlicher

Raum“ fördert Betriebe in strukturschwachen

Gebieten.

æ Unternehmen, die in Forschung und

neue Technologien investieren, werden

ebenfalls unterstützt.

æ Mit der Ressourceneffizienzfinanzierung

werden Investitionen in die Ener -

gie- und Materialeinsparung sowie

Umweltschutzmaßnahmen gefördert.

Bei fehlenden Sicherheiten kann die

Bürgschaftsbank Baden-Württemberg als

Risikopartner einspringen. Bürgschaften

gibt es zur Besicherung von Bank- und

Förderdarlehen sowie für Aval- und Lea -

sing finan zie run gen. Beteiligungskapital

der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft

Baden-Württemberg verbessert

die Eigenkapitalausstattung eines

Unternehmens.

Finanzierungs- und Fördermittelberatung

der IHK

Zur Sicherstellung einer betriebsgerechten

Finanzierung ist es für Unternehmen

sinnvoll, sich über Förderprogramme

von Land und Bund sowie

Finan zierungsalternativen wie Mezzaninedarlehen,

Leasing oder Factoring zu

informieren. Fundierte Unterstützung

hierbei gibt die IHK Heilbronn-Franken

mit umfassenden Informationen und

persönlichen Gesprächen. Ein ergänzendes

Angebot sind Finanzierungssprechtage

mit der L-Bank und der Bürgschaftsbank

beziehungsweise der MBG.

Ziel des IHK-Services ist es, gut vorbereitet

zum Gespräch bei der Hausbank

zu gehen. Denn die Förderprogramme

können nur im Hausbankverfahren beantragt

werden.

www.l-bank.de

www.buergschaftsbank.de

www.mbg.de

FINANZIERUNGSSPRECHTAGE

Die IHK Heilbronn-Franken organisiert gemeinsam

mit der Handwerkskammer regelmäßige

Finanzierungssprechtage mit der L-Bank sowie

Bürgschaftsbank/MBG.

Nächste Termine

æ27. Oktober in Heilbronn

æ10. November in Schwäbisch Hall

IHK-BROSCHÜRE „FINANZIELLE

GEWERBEFÖRDERUNG“

Die Publikation bietet einen detaillierten und

raschen Überblick über die Förderprogramme.

Auf 24 Seiten sind Zuschuss-, Darlehens-,

Bürgschafts- und Beratungsprogramme des

Landes und des Bundes dargestellt.

BESTELLUNG

Die Broschüre gibt es kostenlos bei der IHK

Heilbronn-Franken oder per Download im Internet:

Jennifer Mohr

Unternehmensnachfolge &

Wirtschaftsförderung

Telefon 07131 9677-136

E-Mail jennifer.mohr@heilbronn.ihk.de

www.heilbronn.ihk.de

Rubrik Existenzgründung/Unternehmensförderung

KONTAKT

Martin Neuberger

IHK-Referent Wirtschaftsförderung

Telefon 07131 9677-112

E-Mail martin.neuberger@heilbronn.ihk.de

OKTOBER 2015 w.news

33


dossier

INTELLIGENTE

DIENSTLEISTUNGEN

TRENDS UND NEUE MÄRKTE

Die Digitalisierung transformiert gerade die gesamte Wirtschaft,

die reale und die digi tale Welt wachsen zusammen.

Traditionelle Geschäftsmodelle stehen auf dem Prüfstand.

VON P ROF. DR. GÜNTHER K ÄßER-PAWELKA

34 w.news OKTOBER 2015


DIENSTLEISTUNG IM WANDEL

OKTOBER 2015 w.news

35


dossier

Mobilität ist nicht mehr zwangsläufig an den Kauf eines Fahrzeuges gebunden.

In Baden-Württemberg ist der Anteil

der Dienstleistungen an der Gesamtwirtschaft

kontinuierlich gestiegen.

Inzwischen stellt der Sektor fast

70 Prozent aller Beschäftigten und

trägt mit über 65 Prozent zur Wertschöpfung

bei. Insbesondere der Anteil

der wissensintensiven Dienstleistungen

hat sich erhöht, das sind Dienstleistungen,

die unmittelbar an technologische

Innovationen anknüpfen. In Zukunft

werden nicht mehr einfach nur Autos

verkauft, sondern Mobilität. Wer am

Markt bestehen will, muss intelligente,

maßgeschneiderte Dienstleistungen anbieten.

Doch was genau passiert bei diesem

Megatrend? Fünf Beispiele zeigen, wie

Unternehmen von den neuen Entwicklungen

profitieren und worauf sie sich in

den nächsten Jahren einstellen können.

Mobilität wird neu definiert

Eine zunehmende Zahl insbesondere

junger Menschen setzt auf neue Formen

der Mobilität: Zugang statt Besitz.

Mobilität wird immer mehr zur Dienstleistung,

die nicht zwangsläufig an den

Kauf eines Fahrzeugs gebunden ist. Car -

sharing boomt, aber auch alternative

Mobilitätskonzepte, wie zum Beispiel

Bike-Sharing, Mitfahrbörsen, Trampen

mit dem iPhone oder der private Taxidienst

Uber, verzeichnen hohe Wachstumsraten.

Die Experten der Unternehmensberatung

Roland Berger sehen in

den neuen Geschäftsfeldern und Dienstleistungen

rund um die Mobilität ein

jährliches Wachstum von bis zu 35 Prozent.

Begünstigt wird dieser Trend durch

die Verknappung der Rohstoffe und

steigende Energiepreise. Eine Rolle

spielt auch die zunehmende Urbanisierung.

Mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung

wird laut OECD bis 2050 in

Städten leben. Auch in der Region Heilbronn-Franken

ist dieser Trend spürbar.

Hinzu kommt die steigende Anzahl der

Ein-Personen-Haushalte (Singles, ältere

Menschen), die nach individuellen Mobilitätsleistungen

verlangen.

Auch für Firmenkunden gehen die

Angebote längst über das Betreiben einer

Fahrzeugflotte oder klassische Lea sing -

an ge bo te hinaus. So kombiniert die Bahn-

Tochter DB Rent GmbH nach indivuellen

Vorgaben verschiedene Mobilitätsangebote

wie Carsharing, Call a Bike und Corporate

Carsharing mit den Angeboten des

Nah- und Fernverkehrs der Deutschen

Bahn. Mit einem maßgeschneiderten

Mobilitätskonzept können Unternehmen

Kosten und Emissionen reduzieren und

Mitarbeitern als Teil ihrer Vergütung

Zugang zu Carsharing- und Fahrrad-

Mietsystemen bieten. So lassen sich

auch leicht Elektrofahrzeuge für die gewerbliche

und private Nutzung in den

Fahrzeugpool integrieren. Experten sehen

gerade in gemeinsam genutzten Fuhrpark-Konzepten

das größte Wachstumspotenzial

für die Elektromobilität.

Weitere Potenziale zur Kostenreduktion

und zur Schaffung echter Mehrwerte

versprechen Tracking-Dienstleistungen,

die unmittelbar vor der Markteinführung

stehen. So ist es beispielsweise möglich,

exakte Informationen über Standort,

Tank- und Kilometerstand jedes einzelnen

Fahrzeugs permanent abzurufen

oder ein finanzamttaugliches Fahrtenbuch

für Geschäfts- und Privatfahrten

zu erstellen.

Das Internet der Dinge

Das Internet der Dinge – die Vernetzung

von Maschinen mit der digitalen

Welt – ist dem Kindesalter entwachsen.

Heute ist es möglich, nahezu jede

Maschine mit dem Web zu vernetzen.

Ein Blick in den Haushalt genügt: Jede

Waschmaschine, jeder Fernseher, sogar

Staubsauger und Teppiche können über

eine Schnittstelle mit dem Web verbunden

werden. Diese Verbindung geht bis

36 w.news OKTOBER 2015


DIENSTLEISTUNG IM WANDEL

an die Haut: Über sogenannte Wearables

messen Textilien, Armbanduhren oder

Brillen Herzfrequenz, Kalorienverbrauch

und Schlafgewohnheiten. Der Umsatz

an Wea ra bles stieg im vergangenen Jahr

von 1,7 Millionen auf 5 Millionen Geräte

(Quelle IDC).

Self – Tracking – Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Auch die Nutzung der Potenziale des

Self-Tracking durch möglichst viele Mitarbeiter

liegt durchaus im Interesse der

Unternehmen. Krankheiten und Belastungen

lassen sich früher erkennen und

damit Ausfallzeiten vermeiden oder

redu zieren. Momentan bewegen sich

die Kosten für krankheitsbedingte Fehlzeiten

für die deutsche Wirtschaft nach

aktuellen Daten der Bundesvereinigung

der Arbeitgeberverbände auf 43,6 Milliarden

Euro. Durch betriebliche Programme

zum Self-Tracking lassen sich

auch Mitarbeiter erreichen, die wenig

gesundheits- und fitnessorientiert leben.

Self-Tracking bietet diesen Menschen

einen leichten Zugang zur Selbstkontrolle

ihrer sportlichen Aktivität und

Gesundheitsdaten. Die Ergebnisse sind

sofort sichtbar und die Mitarbeiter unterliegen

keinem Gruppenzwang. Oft steigt

die Motivation schon nach wenigen

Tagen. Allerdings muss darauf geachtet

werden, dass sensible Daten in den Händen

des Nutzers bleiben.

In den nächsten Jahren wird das Self-

Tracking eine neue Dimension erreichen.

Die neuen Angebote gehen über das Erfassen

physischer Parameter weit hinaus:

Puls-, Bewegungs-, Blutdruck-Scanning

wird zum Basisangebot. Die Zukunft

gehört den ganzheitlichen Messinstrumenten,

die die körperliche, geistige und

seelische Gesundheit scannen und da bei

selbstverständlich auf verschiedenen

Output-Devices (Tablet PC, Smartphone)

nutzbar gemacht werden können.

Smart Homes – Wachstum für das Handwerk

Das Thema Heimvernetzung hat in

Deutschland Fuß gefasst: Aktuell nutzt

jeder siebte Deutsche in seinem Haushalt

eine Smart-Home-Anwendung. Gerade

für kleine und mittlere Handwerksbetriebe

birgt dieser Trend ein enor mes

Wachstumspotenzial. Laut Studie der

Zeitung „Handelsblatt“ erwägen 58 Prozent

aller Deutschen eine Hausauto ma -

tion bei einem Neubau, bei einer Sanie -

rung sogar 69 Prozent. Erste Anlaufstelle

für Kunden ist neben den Spezialanbietern

vor allem das Handwerk. In

der Region Heilbronn-Franken haben

die Kunden die Auswahl aus verschiedenen

Gewerken: Neben Elek tro tech -

nikern vertreiben auch Rollladenbauer,


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OKTOBER 2015 w.news

37


dossier

Lichtdesigner, SHK-Handwerker und Ener -

gie- und Gebäudetechniker entsprechende

Systeme. Die Region spiegelt das allgemeine

Bild in Deutschland wider:

Marktstrukturen sind noch nicht gefestigt,

die Kunden zeigen keine Präferenz

für einen bestimmten Anbieter.

Vorteile sehen die meisten im Energie -

sparbereich und beim Thema Sicherheit.

Vorbehalte äußert vor allem die ältere

Generation bei der Datenweitergabe.

Dienstleister, die in Zukunft wissen, wie

sie mit sensiblen Daten im Smart Home

umgehen, haben im Wettbewerb die

Nase vorn.

Kundenbeziehungen in Echtzeit – Social

Customer-Relationship-Management (CRM)

Mit Hilfe des Social Web war es noch

nie so einfach, sich mit Kunden auszutauschen

und mehr über deren Bedürfnisse

zu erfahren. Richtig genutzt, kann

Social CRM gerade für kleine und mittlere

Betriebe einen Wettbewerbsvorsprung

bedeuten. Bevor eine Firma mit einer

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Aktuell benutzt jeder siebte

Deutsche in seinem Haushalt

eine Smart-Home-Anwendung.

Social-CRM-Strategie online geht, muss

sie im Unternehmen die notwendigen

Strukturen schaffen. Um sich zeitnah

und kompetent um das Feedback auf den

verschiedenen Kanälen zu kümmern,

sollte das Social-CRM-Team von den

Fachabteilungen unterstützt werden.

Die neuen Kunden erwarten vor allem

eins: wenig Werbung und echte Dialoge.

Das Theater Heilbronn zeigt, wie es geht.

2010 mit dem ersten Tweet gestartet, ist

es heute in sechs sozialen Netzwerken

und einem eigenen Blog aktiv. Ob tweetup,

Flashmob oder Blogparade – die

Heilbronner Bühne zählt in Baden-

Württembergs Kulturlandschaft zu den

Social-Media-Vorreitern. Der Erfolg ist

spür- und messbar: von der Anzahl der

Dialoge und begeisterten Rückmeldungen

bis hin zum Kartenverkauf.

Eine Studie von Forrester Research

ergab, dass 85 Prozent der B2B-Entscheider

das Netz zur Recherche und

Verfolgung von Trends nutzen. Hier

können Unternehmen aktiv im Prozess

der Kaufentscheidung Unterstützung

leisten. Spezielle Programme finden rele -

vante Beiträge im Social Web und ermöglichen

Mitarbeitern eine Teilnahme an

Dialogen in sozialen Netzwerken oder

Blogs. Für kleine und mittlere Unternehmen,

die Nischenprodukte anbieten,

ist es oft noch einfacher, nah und produktiv

zu interagieren. Oft besteht der

Kundenkreis aus einem überschaubaren,

aber sehr interessierten Publikum.

Fazit

Wir werden uns nicht in eine reine

Dienstleistungsgesellschaft verwandeln,

aber an den Dienstleistungen um technische

Innovationen wird sich künftig

mehr denn je der wirtschaftliche Erfolg

oder Misserfolg eines Unternehmens entscheiden.

DIHK, Bundeswirtschaftsministerium

und Ver.di haben im April in einer

gemeinsamen Erklärung darauf hingewiesen,

dass sich viele Wertschöpfungsketten

und Geschäftsmodelle als Folge

der Digitalisierung stark verändern, wegfallen

oder neu formieren. Der Neuanfang

verspricht Chancen: Neben der

„Industrie 4.0“ sollen auch die „Dienstleistungen

4.0“ ein weltweites Qualitätsversprechen

für die deutsche Wirtschaft

werden.

DER AUTOR

Prof. Dr. Günther Käßer-Pawelka ist Mitbegründer

des Studiengangs BWL-Dienstleistungsmanagement

an der Dualen Hochschule

Baden-Württemberg und hat ihn auch in Heilbronn

aufgebaut. Seit über 20 Jahren ist er als

Professor an der Dualen Hochschule tätig, gehörte

zum Aufbauteam der DHBW Heilbronn

und ist Präsident des Marketing-Club Heilbronn.

38 w.news OKTOBER 2015


NR. 7/8 JULI/AUGUST 2013

Wirtschaftsmagazin der IHK Heilbronn-Franken www.heilbronn.ihk.de

IHK-Jahresabschluss

2012

Gute Wirtschaftslage

prägt Bilanz S.15

TOP-Wissenschaft

Unterstützung bei der

Suche nach Forschungspartnern

S.61

Krisenmanagement

Hilfe für Handel in der

Mannheimer City S.82

Sascha Greibich

Geschäftsführer der

Spedition Knubben,

Mannheim

Henriette Koppenhöfer

Geschäftsführende

Gesellschafterin der

Spedition Koppenhöfer,

Frankenthal

SEPA

Jetzt umstellen 08

Ausgabe 07-08 / 2013

5. Juli 2013

MANAGEMENT IN DER PRAXIS

Mehr Erfolg durch

professionellen Service 10

TITELTHEMA

ERBSCHAFTSSTEUER

Betriebsvermögen schonende

Regelungen auf dem Prüfstand 12

Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd 04

‹regional kombinieren & profitieren›

IHK-Zeitschriften erreichen 287.300 Unternehmen in Baden-Württemberg

Profitieren Sie von dieser hohen Reichweite durch die Kombination Ihrer

IHK-Zeitschrift mit einem weiteren Titel.

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IHK-Region

Rhein-Neckar

IHK-Region

Heilbronn-Franken

IHK-Region

Stuttgart

IHK-Region

Ostwürttemberg

Wirtschaft

trifft Sport

GEWERBE GEBIETE

Attraktive Rahmen -

bedingungen

Seite 26

ENGPASS

Fachkräfte

willkommen

Seite 10

wnews

Seite 14

ihk-zeitschriften.de

+

Herausforderung

Infrastruktur

Wichtige Projekte

werfen ihre

Schatten voraus

S.4

magazin

in Ostwürttemberg

© www.hettenbach.de

Gestaltung

und Innovation

Interessengemeinschaft der Anzeigenverwaltungen für IHK-Zeitschriften in Baden-Württtemberg e.V.

Ansprechpartner: AZV IHK-Kombi Südwest · Jägerweg 1 · 76532 Baden-Baden · Tel. 07221 2119 21 · Fax 2119 15 · info@ihk-zeitschriften.de


dossier

DIENSTLEISTUNG IM WANDEL

ERLEBNIS

EINKAUF

Ob online oder im stationären Handel: Händler

müssen Begehrlichkeiten beim Kunden wecken.

VON L UCIA D IRKES UND S ABINE B USCHMANN, ECC KÖLN

Ob der Lebensmitteleinkauf oder

der Stadtbummel am Wochen -

ende – die Kundenansprüche

an den stationären Handel sind

gestiegen. Was früher rein der

Versorgung diente, möchte heute von

den Konsumenten erlebt werden. Gerade

in Zeiten des Online-Handels funktioniert

Einkaufen schneller und bequemer

denn je. Um Kunden also langfristig an

ein Unternehmen binden zu können und

sich von Wettbewerbern abzuheben, muss

vor allem eins geboten werden: Erlebnis.

Regenkammer und Prosecco beim Schuhkauf

– Erlebnis im stationären Handel

Einige stationäre Händler gehen in

Sachen Erlebnis bereits mit sehr gutem

Beispiel voran – so beispielsweise Globetrotter:

Der Outdoor-Ausstatter überzeugt

mit echtem Erlebnis-Shopping: So können

Outdoor-Begeisterte in einem großen

Wassersportbecken Kanus und Taucherausrüstung

vor dem Kauf ausprobieren.

Außerdem gibt es eine Kälte- und Regenkammer,

in welchen die Widerstands -

fähigkeit von Jacken getestet werden

kann, einen Klettertunnel zum Austesten

des Kletter-Equipments und eine

Dunkelkammer, in der Taschenlampen

ausprobiert werden können – ein Einkaufserlebnis

der besonderen Art.

Inszenierungen dieser Art sind selbstverständlich

nicht für alle Händler umsetzbar

– insbesondere kleinen und mittleren

Unternehmen fehlen hier Budget

und Verkaufsfläche. Aber auch mit klei -

nem Budget können Händler den Einkauf

zum Erlebnis werden lassen. So

zum Beispiel ein kleiner Kölner Schuhladen:

Beim sogenannten „Schuh-Kränzchen“

können Frauen nach Voranmeldung

mit vier bis zehn Freundinnen

außerhalb der regulären Öffnungszeiten

in Ruhe durch das Angebot schauen

und sich dabei kostenlos mit Prosecco

und Häppchen versorgen lassen. Welche

Frau würde dabei nicht von einem

Erlebnis sprechen?

Gezielte Kundenansprache, innovativer

Service und Inspiration – so sprechen

Händler auch online alle Sinne an

Auch im Online-Handel wird das The -

ma Erlebnis zunehmend diskutiert und

als Profilierungsmöglichkeit gegen über

Wettbewerbern genutzt. So versuchen

Online-Händler in punkto Erlebnis beispielsweise

durch Services wie Live-Chat-

Beratung, Augmented-Reality-Applikationen

oder personalisierte Themenwelten

nachzuziehen.

Bei Butlers können sich Kunden beispielsweise

per Video-Chat live beraten

und durch die Filialen führen lassen.

Auch über die Shop-Gestaltung können

Erlebnisse vermittelt werden: Der On line-

Shop des Männer-Fernsehsenders DMAX

ersetzt so zum Beispiel den „Kaufen“-

Button durch einen „Will ich haben“-

Button und die Kategorie „Geschenke

für echte Männer“ spricht die Zielgruppe

des Online-Shops ganz gezielt an.

Der Online-Shop des Musikinstrumentenhändlers

Thomann hingegen überzeugt

durch Beratung: So können Kunden

sich durch Soundbeispiele oder

Produktvideos vom Klang der Instrumente

überzeugen. Der Hürde, der nicht

vorhandenen Haptik und Nähe zum

Produkt, wird hiermit entgegengewirkt.

Auch Blogs spielen eine wichtige

Rolle, um die Kunden über Informationen

hinaus zu inspirieren. So setzt O ² in

seinem Blog „#YouCanDo“ nicht nur auf

hilfreiche Informationsangebote, sondern

auch auf spaßige Inhalte wie Bastelanleitungen

für ein Schuhkartonkino oder

den „Twofie Generator“, mit dem man

sein eigenes Kunstwerk erschaffen kann.

Ebenso setzt der Fashion-Online-Shop

AboutYou von Otto ganz klar auf Inspiration.

Mit Apps wie „Get the Look“

können Konsumenten dem Kleidungsstil

von verschiedenen Prominenten

folgen und die Outfits direkt shoppen.

Erlebnis im Online-Handel hat also

viele Gesichter – welche Umsetzung nun

die optimale ist, ist individuell unter-

40 w.news OKTOBER 2015


schiedlich und richtet sich nach der

jeweiligen Zielgruppe, die angesprochen

werden soll.

Erlebnis im Handel: Hype oder Wertschöpfungslieferant?

Als Händler stellt sich nun die Frage,

ob ein auf Erlebnis ausgerichteter Einkauf

– egal ob offline oder online – nun

wirklich Umsatzpotenziale birgt. Josef

Sanktjohanser (Präsident Handelsverband

Deutschland) sagte im Rahmen der

Experteninterviews für eine E-Commerce-

Center-Studie: „Erlebnis schafft Wertschöpfung,

da Kunden durch ein Erlebnis

dazu motiviert werden, online oder im

stationären Handel einzukaufen. Es ist

aber erstmal ein Image trei ber und wirkt

darüber auf den Umsatz eines Unternehmens.“

Erlebnisse im Handel wirken sich

also positiv auf den Umsatz aus, verbessern

die Kundenbindung und erhöhen

die Weiterempfehlungsbereitschaft. Die

größte Herausforderung liegt jedoch

darin, das emotionale Shopping-Erlebnis

über alle Kanäle hinweg gleich gut

zu transportieren. Das bedeutet auch,

die positive Ausstrahlung des Ladengeschäfts

authentisch auf den Online-Shop

zu übertragen. 83 Prozent der Händler

gehen davon aus, dass die Bedeutung

von Erlebnisvermittlung in Online-Shops

zukünftig zunehmen wird. Und auch

Boris Hedde, Geschäftsführer des Institut

für Handelsforschung Köln, stimmt dem

zu: „Wir beobachten einen deutlichen

Bedeutungszuwachs, was die Gestaltung

von Online-Shops angeht. Gut aufbereitete

Informationen, ansprechend inszenierte

Themenwelten und Personalisierungen

von Inhalten und Ansprache

können dabei helfen, Shopping-Erlebnisse

zu kreieren und die Lücke zwischen

den Kanälen zu schließen.“

Besonders in Zukunft wird das Thema

Erlebnis im Handel weiter zunehmen, da

die Händler aufgrund von Markt sätti -

gung und Wettbewerbsdruck mehr oder

weniger dazu gezwungen sein werden.

„Der erste Händler, der es schafft, ein

richtig gutes, kanalübergreifendes und

wertschöpfendes Erlebnis aufzubauen

und zu etablieren, damit seine Zielgruppe

erreicht und begeistert, hat wirklich ein

Alleinstellungsmerkmal und damit einen

großen Vorteil gegenüber Pure Playern

wie Ama zon und Co.“, weiß Marco Werner,

Head of E-Commerce bei Fressnapf.

Wer mehr zum Thema „Erlebnis im

Handel“ wissen möchte, findet die ECC-

Studien „Erlebnis im Handel – auch

online alle Sinne ansprechen?!“ und

„Einkaufserlebnisse über alle Kanäle“

kostenfrei im Internet unter:

www.erlebnis-handel.de

1. HANDELSTAG HEILBRONN-

FRANKEN

Im Heilbronner Haus der Wirtschaft findet am

26. Okto ber von 14.30 bis 18.30 Uhr der

1. Handelstag Heilbronn-Franken statt.

Die Digitalisierung hat auch im Handel Einzug

gehalten. Damit steht der Handel vor vollkommen

neuen Herausforderungen. Neue Technologien

gewinnen immer stärker an Bedeutung,

E-Commerce ist auf dem Vormarsch. Händler

benötigen fundierte Informationen, um auf

die se Herausforderungen adä quat reagieren

zu können.

Beim 1. Handelstag Heilbronn-Franken werden

die Herausforderungen des stationären Handels

anschaulich und eindringlich skizziert.

Die weiter wachsenden Umsätze im Online-

Handel eröffnen aber auch viele Chancen.

Daher sollen im Rahmen dieser Veranstaltung

auch Möglichkeiten der Verschmelzung von

Vertriebskanälen aufgezeigt werden. Dazu werden

Praxisbeispiele und konkrete Handlungsempfehlungen

präsentiert.

ANMELDUNG

Herbert Feiler

IHK-Referent Handel

Telefon 07131 9677-128

E-Mail herbert.feiler@heilbronn.ihk.de

OKTOBER 2015 w.news

41


dossier

DIENSTLEISTUNG IM WANDEL

HANDEL MACHT

STÄDTE ATTRAKTIV

W.news sprach mit Thomas

Gauß, IHK-Vizepräsident

und Geschäftsführer des

Heilbronner Sporthauses

Saemann GmbH und Co

KG so wie 1. Vorsitzender der Stadtinitiative

Heilbronn, über die Zukunft des

stationären Einzelhandels im Zeitalter

der Digitalisierung.

Der stationäre Einzelhandel leidet unter

der Onlinekonkurrenz, dem Flächenwachstum

und der schrumpfenden Konsumentenzahl.

Wie kann er es mit dieser drei fa -

chen Herausforderung aufnehmen – zum

Beispiel durch Multichanneling, persönliche

Kundenberatung, spezielle Services?

Er wird diese beachtliche Herausforderung

meistern, indem er ein gesundes

Gleichgewicht zwischen dem Online-

Handel und dem stationären Geschäft

schafft. In diesem Fall sollte das Beste

aus beiden Welten vereint werden: Ein

virtuelles Online-Schaufenster, über

das man vom heimischen Wohnzimmer

aus die vielseitigen Sortimente sichten

kann und ein kompetentes Fachgeschäft

vor Ort, in dem man fachmän -

nische Beratung erhält und sich gut

aufgehoben fühlt. Die Kombination aus

beiden Welten ist in meinen Augen eine

wichtige und notwendige Entwicklung

in Richtung Zukunft und bietet gegenüber

dem reinen Distanzhandel sogar

Vorteile.

Wie können Einzelhändler, zum Beispiel

auch durch Zusammenarbeit untereinander,

ihre Wettbewerbsposition verbessern?

Eine engere Zusammenarbeit wird

einer der wichtigsten Schritte in die Zukunft

sein. Gerade Handels- und Gewerbevereine

wie die Stadtinitiative

Heilbronn e. V. sind dabei von großer

Bedeutung, da hier die verschiedensten

Branchen zusammenkommen und miteinander

agieren können. Zusätzlich ist

vor allem in diesem Bereich eine enge

Zusammenarbeit mit dem jeweiligen

Stadtmarketing wichtig. Auch die Kammern

sollten diese Aspekte in ihren

Fokus rücken.

Welches Potenzial sehen Sie im Local

Commerce, also in der Digitalisierung des

klassischen stationären Handels? Wie beurteilen

Sie in diesem Zusammenhang On -

line-Plattformen wie zum Beispiel Online-

City-Wuppertal (OCW)?

Die OCW gibt die Richtung vor in die

sich der Einzelhandel bewegen sollte.

Hier liegen die Prioritäten nicht darauf,

einen großen Umsatz über Online-Handel

zu generieren, sondern die Frequenz im

stationären Handel durch einen attraktiven

Auftritt im Internet zu steigern –

was in Wuppertal sehr gut funktioniert.

Local Commerce muss nicht allein

bedeuten, einen individuellen Online-

Shop zu entwickeln, sondern das lokale

Geschäft mit neuen Ideen ins Internet

zu bringen, um so für die online-affi nen

Kunden attraktiv zu werden.

Wo haben Einzelhandelsgeschäfte künftig

die besten Chancen: im Nahbereich, auf

der grünen Wiese oder nur in den großen

Innenstädten?

Dort wo sie mit attraktivem Angebot

und gutem Marketing Nachfrage erzeugen.

Das ist nicht standortgebunden.

Was müssen die Kommunen tun, um einen

attraktiven Einzelhandel zu behalten?

Die Kommunen selbst müssen in je -

dem Fall dazu beitragen, dass die Städte

leben. Durch Veranstaltungen, schöne

Fußgängerzonen und eine gute Verkehrsanbindung

wird eine Stadt erst attraktiv

und zieht Besucher an. Das ist wie in

den großen Einkaufscentern: Der „Vermieter“

muss das Umfeld schaffen, mit

attraktivem Ambiente, Frequenz und

gutem Marketing. Ohne Handel ist eine

Innenstadt tot.

42 w.news OKTOBER 2015


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STATISTIK

WIRTSCHAFTS-

ZAHLEN

Die Umsätze der regionalen Industriebetriebe

sind im Juli 2015 im Vergleich zum Vorjah -

resmonat um 0,3 Prozent zurückgegangen.

Der Rückgang des Auslandsgeschäfts betrug

1,7 Prozent gegenüber Juli 2014. Die regio -

nalen Industriebetriebe beschäftigten im Juli

2015 insgesamt 114.622 Personen, dies waren

1.778 Beschäftigte mehr als im entsprechenden

Vorjahresmonat (+ 1,6 Prozent).

Im August 2015 lag die Arbeitslosenquote

bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen in

der Region Heilbronn-Franken bei 3,8 Prozent

(Baden-Württemberg 3,9 Prozent).

PREISE

Index für die Lebenshaltung

Verbraucherpreisindex Aug. 2014 Aug. 2015

Veränd.

in %

Baden-Württemberg (2010 = 100) 106,5 106,7 + 0,2

Deutschland (insgesamt) (2010 = 100) 107,0 107,2 + 0,2

Gewerbliche Indizes Aug. 2014 Aug. 2015

Veränd.

in %

Industrielle Erzeugnisse (2010 = 100) 105,7 103,9 – 1,7

Einzelhandelspreise (2010 = 100) 104,8 105,0 + 0,2

Großhandelspreise (2010 = 100) 106,3 105,1 – 1,1

ARBEITSMARKT

Offene Stellen

Veränd.

Aug. 2014 Aug. 2015 in %

Stadt- und Landkreis Heilbronn 3.107 3.882 + 24,9

Hohenlohekreis 876 981 + 12,0

Landkreis Schwäbisch Hall 1.471 1.749 + 18,9

Main-Tauber-Kreis 1.584 1.680 + 6,1

Region Heilbronn-Franken 7.038 8.292 + 17,8

Baden-Württemberg 76.754 87.289 + 13,7

Deutschland (früheres Bundesgebiet) 414.437 480.997 + 16,1

Deutschland (insgesamt) 515.092 596.542 + 15,8

Arbeitslose

Veränd.

Aug. 2014 Aug. 2015 in %

Stadt- und Landkreis Heilbronn 11.052 10.669 – 3,5

Hohenlohekreis 1.905 2.030 + 6,6

Landkreis Schwäbisch Hall 3.941 3.934 – 0,2

Main-Tauber-Kreis 2.620 2.533 – 3,3

Region Heilbronn-Franken 19.518 19.166 – 1,8

Baden-Württemberg 238.033 234.156 – 1,6

Deutschland (früheres Bundesgebiet) 2.104.801 2.042.054 – 3,0

Deutschland (insgesamt) 2.901.823 2.795.597 – 3,7

Arbeitslosenquote August 2015

in % der in % aller

abh. EWP 1) EWP 2)

Stadt- und Landkreis Heilbronn 4,6 4,2

Hohenlohekreis 3,5 3,1

Landkreis Schwäbisch Hall 4,0 3,6

Main-Tauber-Kreis 3,8 3,4

Region Heilbronn-Franken 4,2 3,8

Baden-Württemberg 4,4 3,9

Deutschland (früheres Bundesgebiet) 6,4 5,8

Deutschland (insgesamt) 7,1 6,4

Aktuelle Wirtschaftszahlen inklusive der „Einfuhr- und Ausfuhrpreise“ (Gewerbliche Indizes und Industrielle

Erzeugnisse) können Sie direkt nachlesen unter www.heilbronn.ihk.de/wirtschaftszahlen.

Hinweis für den Abschluss von Wertsicherungsklauseln:

Die Berechnung der Indizes für das frühere Bundesgebiet, die neuen Länder und für spezielle Haushalts -

typen wurde ab Februar 2003 bei der Umstellung auf das Preisbasisjahr 2000 eingestellt.

Weitere Informationen zu Wertsicherungsklauseln bietet das Statistische Bundesamt:

Telefon 0611 754777, Internet: www.destatis.de/wsk/ (interaktives Berechnungsprogramm).

Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quelle: Statistisches Landesamt Baden- Württem berg, Statistisches

Bundesamt, eigene Berechnungen (Tabelle: IHK Heilbronn-Franken).

1) bezogen auf abhängige zivile Erwerbspersonen (sozialversicherungspflichtig Beschäf tigte, geringfügig

Beschäftigte, Beamte, Arbeitslose)

2) bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen

Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quelle: Agenturen für Arbeit der Region; Regio nal direktion Baden-

Württemberg der Bundesagentur für Arbeit; Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen (Tabelle: IHK

Heilbronn-Franken).

44 w.news OKTOBER 2015


STATISTIK

VERARBEITENDES GEWERBE 3)

Beschäftigte

Veränd.

Juli 2014 Juli 2015 in %

Stadtkreis Heilbronn 9.675 10.274 + 6,2

Landkreis Heilbronn 44.385 45.217 + 1,9

Hohenlohekreis 18.708 18.644 – 0,3

Landkreis Schwäbisch Hall 23.057 23.526 + 2,0

Main-Tauber-Kreis 17.019 16.961 – 0,3

Region Heilbronn-Franken 112.844 114.622 + 1,6

Baden-Württemberg 1.100.602 1.112.349 + 1,1

Deutschland 5.355.487 5.395.766 + 0,8

Umsatz (in 1.000 Euro)

Veränd.

Juli 2014 Juli 2015 in %

Stadtkreis Heilbronn 227.340 236.809 + 4,2

Landkreis Heilbronn 1.638.438 1.612.876 – 1,6

Hohenlohekreis 369.565 376.033 + 1,8

Landkreis Schwäbisch Hall 438.437 429.934 – 1,9

Main-Tauber-Kreis 266.002 276.618 + 4,0

Region Heilbronn-Franken 2.939.782 2.932.270 – 0,3

Baden-Württemberg 27.159.198 29.960.962 + 10,3

Deutschland 143.824.966 147.538.383 + 2,6

davon Export (in 1.000 Euro)

Veränd.

Juli 2014 Juli 2015 in %

Stadtkreis Heilbronn 102.244 102.476 + 0,2

Landkreis Heilbronn • • •

Hohenlohekreis 189.822 213.813 + 12,6

Landkreis Schwäbisch Hall 176.556 183.922 + 4,2

Main-Tauber-Kreis • • •

Region Heilbronn-Franken 1.673.857 1.644.853 – 1,7

Baden-Württemberg 14.981.272 17.545.010 + 17,1

Deutschland 68.273.660 72.697.499 + 6,5

BESCHÄFTIGTE Verarbeitendes Gewerbe

120.000*

72.000*

24.000

18.000

12.000

6.000

9.675

10.274

Juli 2014

Juli 2015

44.385

45.217

18.708

18.644

Stadtkreis Landkreis Hohenlohe- Landkreis Main-Tauber- Region

Heilbronn Heilbronn kreis Schwäbisch Kreis Heilbronn-

* gekürzt

Hall

Franken

DAVON EXPORT Verarbeitendes Gewerbe

1.800.000*

250.000

Juli 2014

Juli 2015

23.057

UMSATZ Verarbeitendes Gewerbe

3.500.000*

2.000.000*

500.000

375.000

250.000

125.000

227.340

236.809

Juli 2014

Juli 2015

1.638.438

1.612.876

369.565

376.033

Stadtkreis Landkreis Hohenlohe- Landkreis Main-Tauber- Region

Heilbronn Heilbronn kreis Schwäbisch Kreis Heilbronn-

* gekürzt

Hall

Franken

438.437

23.526

429.934

17.019

266.002

16.961

276.618

112.844

2.939.782

1.673.857

114.622

2.932.270

1.644.853

3) Betriebe mit mindestens 50 Beschäftigten, Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008

(WZ 2008); Daten 2014: jahreskorrigierte Werte

• = keine Angaben aus Geheimhaltungsgründen

Die Daten stehen immer mit einer Verzögerung von rund zwei Monaten zur Verfügung und werden monatlich

aktualisiert. Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen

(Tabelle: IHK Heilbronn-Franken).

200.000

150.000

100.000

50.000

102.244

102.476

Keine Angaben aus

Geheimhaltungsgründen

189.822

213.813

Stadtkreis Landkreis Hohenlohe- Landkreis Main-Tauber- Region

Heilbronn Heilbronn kreis Schwäbisch Kreis Heilbronn-

* gekürzt

Hall

Franken

176.556

183.922

Keine Angaben aus

Geheimhaltungsgründen

OKTOBER 2015 w.news

45


Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel mit dem WJD-Bundesvorsitzenden

Daniel Senf (links) und Philipp Kardinahl, WJD-Bundesvorstandsmitglied.

ÜBER DIE SCHULTER GESCHAUT

Eine Woche lang haben rund 150 Mitglieder

der Wirtschaftsjunioren Deutschland

Parlamentarier unterschiedlichster Partei -

en in Berlin begleitet. Das bundesweit einzigartige

Projekt „Know-how-Transfer“ (KHT)

hat zum Ziel, den Erfahrungsaustausch

zwischen Wirtschaft und Politik zu steigern.

Junge Unternehmer und Führungskräfte

aus ganz Deutschland

folgten Politikern verschiedener

Couleur eine Woche lang

auf Schritt und Tritt. Zum 21. Mal

war für den „Know-how-Transfer“ wieder

jeweils ein Wirtschaftsjunior einem

Abgeordneten zugeteilt und begleitete

diesen über all hin, zu Terminen und

Arbeitsgruppensitzungen.

Berufspolitiker bei der Arbeit

Die Wirtschaftsjuniorinnen Ricarda

Zartmann, Alexandra Knoerzer und

Stephanie Spohn aus der Region Heilbronn-Franken

waren zum ersten Mal

mit von der Partie. Ricarda Zartmann

hatte Gelegenheit, den Landesvorsit -

zenden der CDU Baden-Württemberg,

Thomas Strobl, zu begleiten. Alexandra

Knoerzer bekam Einblicke bei Christian

Freiherr von Stetten, dem Vorsitzenden

der Finanzkommission der CDU/CSU-

Bundestagsfraktion. Und Stephanie

Spohn war mit Lothar Binding, dem

finanz politischen Sprecher der SPD-

Bundestagsfraktion unterwegs.

Neben der Teilnahme an Fraktionsund

Ausschusssitzungen bekamen die

Drei auch einen Eindruck davon, wie

sich Politiker auf diese Termine vorbereiten.

Die jungen Unternehmerinnen

betonten, wie faszinierend es für sie gewesen

sei, dass so viele Assistenten den

Abgeordneten zuarbeiteten und dafür

Sorge trugen, dass alles glatt laufe.

Aufmerksamkeit wecken

Hauptthemen in den Sitzungen wa -

ren unter anderem die praktikable Umsetzung

des Mindestlohns, die Thematik

NSA und BND, die Flüchtlingsproblematik

und auch die heiß umstrittene

Erbschaftssteuerreform. Ein zentrales

Anliegen der Wirtschaftsjuniorinnen war

es, auf den Fachkräftemangel aufmerksam

zu machen. Ricarda Zartmann

erklärt: „Ich bin gerade dabei, politisch

aktiver zu werden. Da war dieses Projekt

eine sehr gute Möglichkeit, einen

Einblick in die Politik zu erhalten und

mit verschiedenen Politikern ins Gespräch

zu kommen.“ Nicht zuletzt beklagten die

Wirtschaftsjuniorinnen 60.000 offene

Stellen und 12.000 offene Ausbildungsplätze.

Stephanie Spohn: „Uns Wirtschaftsjunioren

ist es sehr wichtig, dass

bundesweit junge Menschen nicht am

Arbeitsmarkt vorbei qualifiziert werden.

Deswegen fordern wir eine bessere

Berufsorientierung in Schulen. Es ist

katastrophal, dass es in den meisten

Bundesländern noch immer kein Pflichtfach

Wirtschaft gibt, das dazu einen

Beitrag leisten könnte.“

Unternehmen besuchen

Die Wirtschaftsjuniorinnen sprachen

sich zudem dafür aus, dass sich in Zu -

kunft auch Politiker noch öfter auf den

Weg in Unternehmen machen sollten.

Dann lernten diese im Gegenzug auch

den Unternehmeralltag besser kennen

und der Erfahrungsaustausch zwischen

Politik und Wirtschaft würde sich noch

mehr intensivieren.

(red)

46 w.news OKTOBER 2015


WIRTSCHAFTSJUNIOREN

PILOTPROJEKT

AZUBI- UND PRAKTIKUMSBÖRSE

Ein Pilotprojekt der Wirtschaftsjunioren

(WJ) Regionalgruppe Main-Tauber soll

kleinen Ausbildungsbetrieben erleichtern,

sich ohne großen Eigenaufwand vor Schülern

zu präsentieren und dadurch mit potenziellen

Auszubildenden in Kontakt zu

kommen.

VON M ELANIE R ENJE

In Zusammenarbeit mit der Kaufmännischen

Schule Bad Mergentheim

organisierten die WJ erstmals

eine „Azubi- und Praktikumsbörse“.

Ziel des Projektes war, Unternehmen

ohne großen Aufwand bei Schülern

bekannt zu machen.

WJ präsentieren Unternehmen

Hierfür waren Mitglieder der WJ im

Unterricht künftiger Abschlussklassen

der Kaufmännischen Schule Bad Mer -

gent heim zu Gast, um die von den teilnehmenden

Unternehmen formulierten

„Steckbriefe“ mit Informationen zum

Ausbildungsangebot persönlich vorzustellen.

Bestand Interesse für einen Ausbildungsbetrieb,

vermittelten die WJ den

Kontakt zwischen den Schülern und dem

Unternehmen.

Unbesetzte Ausbildungsstellen

Zwar steht Nachwuchskräften im

Main-Tauber-Kreis ein breit gefächertes

Angebot für die Berufswahl zur Verfügung,

denn Messen und Infotage liefern

den Schülern einen ersten Überblick zu

den vielfältigen Möglichkeiten der beruflichen

Ausbildung. Doch gerade für

kleinere Betriebe ist diese zeitintensive

Form der Rekrutierung nur schwer umsetzbar.

Daher bleiben dort Ausbildungsplätze

mangels Anzahl oder Eignung der

Bewerber manchmal unbesetzt.

Kein Mehraufwand für Betriebe

So ist die „Azubi- und Praktikumsbörse“

eine besonders gute Gelegenheit,

potenzielle Azubis anzusprechen und

junge Menschen durch gezielte Informationen

in ihrer Entscheidung zu bestärken,

sich um einen Ausbildungsplatz

zu bewerben. Ausbildungsbetriebe der

Region werden somit ohne großen Eigenaufwand

bekannt. Regionalgruppenvorsitzender

Wolfgang Hornung erläutert:

„Auf diese Weise erhalten insbesondere

auch kleinere und mittlere Ausbildungsbetriebe

die nötige Aufmerksamkeit, sich

Schülern in der Bewerbungsphase direkt

vorzustellen.“

Pilotprojekt erfolgreich

Nach der ersten Runde „Azubi- und

Praktikumsbörse“ in diesem Jahr erhielten

die WJ positive Rückmeldungen von

rund 350 angesprochenen Schülern und

von den Unternehmen. Das Projektteam

wurde somit darin bestätigt, die Börse

auch im nächsten Jahr fortzusetzen.

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schnell und nachhaltig

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ERFOLGSFAKTOR

SCHUTZRECHTE

Patente und Gebrauchsmuster schützen technische

Erfindungen vor Nachahmung. Marken und

eingetragene Designs können zum Schutz von

Namen, Logos und dem Produktdesign eingesetzt

werden. Oft werden gewerbliche Schutzrechte

auf diese Funktion reduziert. Dass zum

Beispiel Paten te auch eine Informationsfunktion

haben, wird vielfach nur unterschwellig

oder gar nicht wahrgenommen.

VO N H E L M U T J A H N K E

Erfolgreiche Unternehmen verschaffen

sich deshalb bereits

beim Start eines Entwicklungsprojektes

einen Überblick

über die Schutzrechtssituation

und warten mit den Patentrecherchen

nicht ab, bis Prototypen vorliegen.

Patente als Informationsquelle

Eine wichtige Frage ist, welche Problemlösungen

patentiert werden sollten

und welche durch Geheimhaltung als

firmeninternes Know-how geschützt werden

können. Da das Patenterteilungsverfahren

in der Regel deutlich länger als

18 Monate dauert, kann es vorkommen,

dass mit großem Aufwand erarbeitete

Entwicklungsergebnisse in Form einer

Offenlegungsschrift veröffentlicht werden,

ohne dass es am Ende zu einer

Patent er tei lung kommt. In diesem Fall

sind nicht nur die hohen Kosten für

die Patentanmeldung zu verkraften, sondern

es wurde auch interessierten Mitbewerbern

die Möglichkeit gegeben, sich

kostenlos und detailliert über Konkurrenzentwicklungen

zu informieren. Es

spricht also viel dafür, die Patentab -

teilung eng mit der Entwicklung zu

verzahnen. Besonders sinnvoll ist es,

Patentexperten in neu zusammengestellte

Entwicklungsteams zu integrieren.

Durch frühzeitige Patentrecherchen

lässt sich nämlich am effektivsten klären,

welche Entwicklungsvarianten bereits

durch fremde Schutzrechte blockiert sind.

Gleichzeitig kommen dabei oft wichtige

Informationen über bekannte und unbekannte

Wettbewerber ans Licht. Dabei

kommt insbesondere die Informationsfunktion

der Patentdokumente zum Tragen:

Experten gehen davon aus, dass

etwa 80 Prozent des gesamten technischen

Wissens in der Patentliteratur enthalten

ist. Wer diesen Wissenspool vernachlässigt,

wird auf Dauer nicht erfolg -

reich sein. Auch wenn die unternehmensspezifische

Patentstrategie keine eigenen

Anmeldungen vorsieht, da beispielsweise

auf Geheimhaltung gesetzt wird, sollten

veröffentlichte Patentdokumente als

Informationsquelle genutzt werden. Da -

rüber hinaus können Patente auch in

Lizenzverhandlungen mit Wettbewerbern

zum Einsatz kommen. Verfügt ein Unternehmen

über kein eigenes Patentportfolio,

fehlt praktisch die entsprechende


S E R V I C E + I N F O

„Währung“, um über den Austausch von

Lizenzen zu einem kostengünstigen Inte -

ressenausgleich zu kommen.

Datenbanken geben Auskunft

Einen guten Einstieg ins Thema

„Recherche“ findet man beispielsweise

durch die Analyse der Schutzrechtssituation

eines Konkurrenten. Datenbanken,

die sowohl vom Deutschen Patent- und

Markenamt als auch vom Europäischen

Patentamt im Internet kostenlos angeboten

werden, ermöglichen einen schnellen

Überblick. Im Informationszentrum

Patente in Stuttgart wird man bei der

Recherche von sachkundigem Personal

kostenlos unterstützt. Insbesondere dann,

wenn eine Suchanfrage keine Treffer in

der Datenbank lieferte, ist Vorsicht geboten.

Häufiger jedoch werden bei zu allgemeinen

Suchanfragen Hunderte von

Treffern gefunden. Professionelle Datenbanken

im Informationszentrum helfen,

den Zeitaufwand für Recherche und

Auswertung deutlich zu reduzieren und

stehen Besuchern kostenlos zur Verfügung.

Die Ergebnisse solcher Recherchen

sollten durch besonders geschulte

Mitarbeiter ausgewertet und die relevanten

Dokumente allen Entwicklern zur

Verfügung gestellt werden. Die dort enthaltenen

Informationen inspirieren häufig

zu bisher nicht bekannten Lösungen.

Managementaufgabe Schutzrechtsstrategie

Die Festlegung einer unternehmensspezifischen

Schutzrechtsstrategie ist eine

Managementaufgabe, die für den langfristigen

Erfolg eines technologie orien -

tier ten Unternehmens von großer Bedeutung

ist. Die Schutzrechtsstrategie ist

Bestandteil der Unternehmensstrategie

und kann nur in enger Abstimmung aller

Abteilungen festgelegt werden, da sie

über die Entwicklung hinaus auch Auswirkungen

auf den Vertrieb und das

Marketing hat. Die Patentabteilung ist

für die Umsetzung der Schutzrechtsstrategie

verantwortlich. Dabei werden neben

Patenten und Gebrauchsmustern auch

die nicht-technischen Schutzrechte im -

mer wichtiger. Nur durch eine Kombination

von Schutzrechten können Schlüsselprodukte

optimal geschützt werden.

So sind insbesondere im asiatischen

Raum die Chancen vor Gericht bei einer

Markenverletzung wesentlich besser als

bei einer Patentverletzung.

KONTAKT

Informationszentrum Patente

Telefon 0711 123-2558

E-Mail info@patente-stuttgart.de

www.patente-stuttgart.de

DER AUTOR

Helmut Jahnke ist Leiter des Informationszentrums

Patente beim Regierungspräsidium

Stuttgart.

www.patente-stuttgart.de

WORKSHOP

OPTIMALER PRODUKTSCHUTZ –

GEWERBLICHE SCHUTZRECHTE

SINNVOLL EINSETZEN

Am Mittwoch, 21. Oktober, bietet die IHK Heilbronn-Franken

zwischen 9.45 und 15 Uhr einen

Workshop zum Thema „Optimaler Produktschutz

– gewerbliche Schutzrechte sinnvoll einsetzen“

im Heilbronner Haus der Wirtschaft an.

Die Referenten Dr. Hans-Jürgen Bigus, Geschäftsführer

der Hirschmann Laborgeräte GmbH &

Co. KG, Eberstadt und Helmut Jahnke, Leiter

des Informationszentrums Patente, Stuttgart

sowie Dipl.-Ing. Steffen Lenz, Patentanwalt der

Kanzlei Lichti Patentanwälte, Karlsruhe referieren

unter anderem zu den Themen Schutzrechte

im Überblick und Schutzrechtsstrategien

in der Praxis.

Weitere Informationen und Anmeldung im Internet

unter:

www.heilbronn.ihk.de/schutzrechte

Wir bauen für Industrie und Gewerbe

Mit der Erfahrung aus über 400 Projekten

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GANZ WIE IN ESPAÑA

Reis aus Valencia, Fleisch aus Burgos und

Oliven aus Andalusien. Ganz verschiedene

Produkte aus Spanien durchprobieren ist

im Urlaub kein Problem. Aber auch im

Nordosten von Baden-Württemberg kann

man Tapas und die feine spanische Küche

finden. Genießen in der Region zu Gast im

Restaurant Lorca in Weinsberg.

VON K ATHARINA M ÜLLER

Für Einheimische ist meist klar:

Wenn die Spätzle aus Schwaben

kommen, ist das ein typisches

Produkt aus der Region

und für gewöhnlich stimmt

dann auch die Qualität. „Genauso ist

das in Spanien“, erklärt der 33-Jährige

mit spanischem Akzent. Alejandro

Jime nez ist Koch im Restaurant Lorca.

„Für uns ist klar, wenn der Reis aus

Valencia kommt, ist das der beste für

die Paella und auch die Niora muss mit

rein“, das ist eine besondere Paprika

aus diesem Gebiet, welche die Paella

als „richtige“ Paella auszeichnet, wie

Jimenez betont.

Spanische Küche in Weinsberg

Vor drei Jahren ist er nach Deutschland

gekommen und ein Jahr später

kam auch sein jüngerer Bruder Juan José

Jimenez hinterhergereist. Heute arbeiten

sie gemeinsam im Restaurant Lorca,

Alejandro in der Küche und Juan im Ser -

vice. In der Anfangszeit hatte Alejan dro

Jimenez, wenn er in Deutschland unterwegs

war, vergeblich nach spanischen

Restaurants gesucht, wo schon in der

Karte deutlich wird, dass auf traditionelle

Speisen mit den originalen Produkten

aus den jeweiligen Regionen Wert gelegt

wird. „Damit wurde das zu unserem

Auftrag mit dem neuen Restaurant.

Wir haben hier durchweg spanische

Produkte und wählen alle gewissenhaft

aus. Wenn wie bei uns ein 24 Monate

alter Serrano-Schinken aus der Sierra

Nevada in der Karte aufgeführt ist,

oder das Entrecôte vom Rind aus Burgos

stammt, deutet das auf unser hohes

Bewusstsein für die spanische Esskultur

hin.“

Literarisch und kulinarisch

Schon immer hatten beide eine große

Begeisterung für Kultur – literarischer

und kulinarischer Art. Das Restaurant

hat seinen Namen von dem, in Spanien

geschätzten Dichter Federico García

Lorca, der wie die Brüder in der Provinz

Granada geboren wurde. Und nicht nur

den Namen haben die beiden aus der

Heimat mitgebracht, auch ihre Leidenschaft

für frische und hochwer tige Zutaten.

Diese kommt nicht von ungefähr,

50 w.news OKTOBER 2015


1

1

Die Brüder Alejandro Jimenez (links) und Juan José Jimenez vom Restaurant Lorca.

© Sommerfeld/Müller

betont Juan Jimenez: „Unser Vater war

Fischer und bei uns gab es jeden Tag

frischen Fisch im Haus. Unsere Mutter

war eine sehr gute Köchin, da haben

wir schon immer mitgekocht und viele

Rezepte ausprobiert.“

Bei niedriger Temperatur garen

Nicht nur die Erfahrungen aus dem

Elternhaus, auch die Arbeit in ver -

schiedenen Restaurants in Spanien, die

Alejandro Jimenez selbst geführt hat,

prägten seine Kochtechnik. Mit Chefkoch

Manuel José García Rodriguez hat

er sich Verstärkung geholt, denn dieser

stammt ebenfalls aus Andalusien und

kennt sich mit den heimischen Spezialitäten

ebenso aus, wie mit denjenigen

aus Katalonien. Gemeinsam kochen sie

nach dem Prinzip des „Niedrigtemperaturgarens“.

Alejandro Jimenez erzählt

begeistert: „Das Fleisch ist dann wie

Butter, es zerfällt auf der Zunge. Das ist

ein traditionelles Verfahren, wobei die

Produkte nicht an Geschmack verlieren.“

Lust am Probieren

Das Gemüse bleibt aromatisch, das

Fleisch saftig und für die Gäste bleibt es

spannend: Denn die Karte für den Mittagstisch

wechselt wöchentlich, das Menü

für den Abend alle zwei bis drei Monate

und mit den saisonalen Produkten variieren

auch die Tapas. Wenn Juan José

von der Gazpacho spricht, einer kalten

Gemüse-Crème, die nicht nur gelöffelt,

sondern gerade an heißen Tagen gerne

getrunken wird, kommt er ins Schwärmen

und fällt dabei sofort in seine Muttersprache:

„Gazpacho es muy rico y muy tipico

en Andalucia“ und fügt auf deutsch

hinzu: „typisch für Andalusien und sehr

lecker. Ich trinke die im Sommer täglich,

das ist wie ein isotonisches Getränk.“

„Viele Gäste kommen wegen der Gazpacho,

dem fest in der Karte etablierten

Entrecôte aus Burgos, den Tapas und

natürlich wegen der Paella mit dem typischen

Reis aus Valencia“, berichten die

Brüder. Räume mit Rundbögen, eine Sonnenterasse,

ein Gewölbekeller – hier stellt

sich schnell Urlaubsflair ein – dazu die

feinen Speisen, spanische Musik und

ein Kellner, der mit spanischem Akzent

Deutsch spricht. Juan José sagt lachend:

„Wenn ich Spanisch spreche, antworten

manche Gäste dann ebenfalls auf Spanisch,

das macht denen Spaß und die

sagen auch oft, sie fühlen sich wie in

Spanien – als seien sie im Urlaub. Weil

es hier so gut schmeckt und vielleicht

auch, weil das Zubereiten der frischen

Produkte etwas Zeit braucht – ganz wie

in Spanien eben auch.“

www.lorca-restaurant.de

OKTOBER 2015 w.news

51


SERVICE + INFO

DIGITALI-

SIERUNG

IM UNTER-

NEHMEN

Am Aktionstag „MakeIT – so nutzen Gründer

die digitale Welt“ der IHK Heilbronn-

Franken am 19. November erhalten Gründer

und Jungunternehmer ab 18 Uhr praxisnahe

Impulse und Tipps zum Thema Digitalisierung.

VON C HRISTINA N AHR-ETTL

Im Zuge der Digitalisierung eröffnen

sich Gründern und Jungunternehmern

ganz neue Möglichkeiten.

So gewinnt beispielhaft das Thema

„digitales Marketing“ immer mehr

an Bedeutung. Bereits auf dem täglichen

Weg ins Büro kann digitale Werbung

auf Anzeigetafeln Aufmerksamkeit erregen.

Beim Fernsehen wird digitale Werbung

von vielen schon als ganz normal

empfunden und wer vor dem Schlafengehen

mit dem Tablet oder Laptop im

Internet surft, beendet seinen Tag wiederum

mit digitalen Werbeanzeigen.

„Digital kann mich mal – oder?“ lautet

der Titel von Simone Oppenländers

Vortrag, bei dem sie Jungunternehmer

und Gründer dazu anregen möchte, sich

mit der Frage auseinanderzusetzen, inwieweit

sie selbst schon digital denken,

ob und wie digitale Medien in ihrem

Unternehmen bereits eingebunden sind.

Gerade diese Präsenz und auch die gro -

ße Reichweite des digitalen Marketings

können im Gründungs- und Festigungsprozess

von großem Nutzen sein.

Praxisnahe Hilfestellung

Der Aktionstag der IHK Heilbronn-

Franken, der im Rahmen einer bundesweiten

Initiative der Industrie- und Handelskammern

und des Deutschen Industrie

und Handelskammertages (DIHK)

stattfindet, soll zeigen, wie die ersten

Schritte zum digitalen Vertrieb gestaltet

werden können, wie eine Marke im Netz

geschützt werden kann und wie die

Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten

im Netz zum Erfolg führen kann.

Ab 18 Uhr halten erfahrene Experten

und Unternehmer Vorträge und geben in

Workshops zu Digital-Brand-Management,

digitalem Vertrieb, digital Social

Media und digitaler Finan zie rungs su che

praxisnahe Hilfestellungen. Der Vortrag

„Wo werden Sie bei Google gefunden?“

sowie Statements zu „Digitalisierung jetzt

erst recht!“ aus den Work shops runden

das Programm ab.

Im Anschluss besteht zudem die Möglichkeit,

sich mit IHK-Referenten zu den

Themen Existenzgründung und E-Commerce

auszutauschen sowie die Gründungswerkstatt

Heilbronn-Franken, ein

softwarebasiertes Tool zur Businessplan -

erstellung, zu testen.

Referenten

Zu Gast beim Aktionstag der IHK-

Heilbronn-Franken sind:

æ Marcel Appolt, Indeca GmbH

æ Mario Buric, Crowdnine UG

æ Christoph Gotzmann, gefunden.net

æ Wolfram Herzog, SIC!Sales

æ Kay Winter, Neckarmedia

æ Simone Oppenländer, adextra

Die Veranstaltung ist kostenfrei. De -

tail lierte Informationen gibt es im Internet

unter:

www.heilbronn.ihk.de/existenzgruendung

ANMELDUNG

Eine Anmeldung bis 12. November ist erforderlich

bei:

Sabrina Hohl

Existenzgründung & Unternehmensförderung

Telefon 07131 9677-118

E-Mail sabrina.hohl@heilbronn.ihk.de

52 w.news OKTOBER 2015


SERVICE + INFO

IHK-Zentrum für Weiterbildung

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN (AUSZUG)

Datum Veranstaltung Ort Nr. Preis

10.10.2015 Ausbilderlehrgang zur Vorbereitung auf die Ausbilder-Eignungsprüfung MGH 6240M ab 540,00 €

ab 10.10.2015 IHK-Zertifikatslehrgang „Führungskräftetraining“ Heilbronn 6320H 790,00 €

ab 10.10.2015 Basic English (A1) – English for Beginners – Intensivtraining am Samstag Heilbronn 6400H ab 640,00 €

ab 10.10.2015 Refresh your English – Business English Basics included (A2) Heilbronn 6413H ab 640,00 €

ab 10.10.2015 Spanisch für den Beruf: Für Wiedereinsteiger und Fortgeschrittene (A2) Heilbronn 6445H ab 640,00 €

ab 10.10.2015 Zertifikatslehrgang Betriebswirtschaftliche Grundlagen Heilbronn 6220H ab 690,00 €

13.10.2015 Effektive Personalauswahlverfahren Heilbronn 2410H 260,00 €

14.10.2015 Gepr. Wirtschaftsfachwirt/-in – Vollzeit Heilbronn 37068H 3.450,00 €

14.10.2015 Einführung ins Facebook-Marketing Heilbronn 1935H 260,00 €

15.10.2015 Ausbilderlehrgang zur Vorbereitung auf die praktische SHA, MGH 6245 240,00 €

Ausbilder-Eignungsprüfung – nur für Fachwirte

15.10.2015 Durchsetzungsstarke Gesprächsführung Heilbronn 2270H 260,00 €

22.10.2015 Beschwerde- und Reklamationsmanagement Heilbronn 2565H 260,00 €

28.10.2015 Wirkungsvolles Forderungsmanagement im Inland und Ausland Heilbronn 1169H 260,00 €

02.–03.11.2015 Einführungsseminar für neue Auszubildende Heilbronn 2820H 115,00 €

06.11.2015 Gepr. Fachwirt/-in im Gesundheits- u. Sozialwesen Heilbronn 34006H 3.250,00 €

10.11.2015 Gepr. Betriebswirt/-in – Vollzeit Heilbronn 81066H 4.300,00 €

19.11.2015 Gepr. IT-Projektleiter/-in Heilbronn 48525H 5.200,00 €

IHK-Zentrum für Weiterbildung · Ferdinand-Braun-Str. 20 · 74074 Heilbronn · Tel. 07131 9677-986 · weiterbildung@heilbronn.ihk.de · www.ihk-weiterbildung.de

Weitere Weiterbildungsträger befinden sich auf der bundesweiten Weiterbildungsdatenbank WIS.

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Heilbronn mit Lotto/Post,

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Historie und solventem Gesellschafter

sucht zur Ausweitung der

bestehenden Geschäftstätigkeit

Hausverwaltung zum Kauf. Die

Übernahme des Personals ist gewünscht.

Ein schrittweiser Übergang

im Rahmen einer Nachfolgeregelung

wäre denkbar.

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Versicherungsmakler(-bestände)

zum Kauf gesucht. Regionaler

Versicherungsmakler übernimmt

die Bestände und gegebenenfalls

Personal.

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Vermögensverwaltungs- und Investmentfondsbestände

zum Kauf

gesucht. Regionaler Finanzdienstleister

mit langjähriger Historie

und ausgezeichneter Reputation

übernimmt die Bestände und

sichert eine unabhängige und

kompetente Beratung und Betreuung

der Kunden zu.

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Gut eingeführtes und rentables

Damenmodegeschäft im gehobenen

Genre im Großraum Heilbronn/Ludwigsburg

zur Über nah -

me oder tätigen Teilhaberschaft

gesucht. Der Jahresumsatz sollte

bei mindestens 350.000 Euro liegen.

Denkbar ist ein sofortiger Kauf

oder eine schrittweise Übernahme.

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KONTAKT

Jennifer Mohr

Unternehmensnachfolge &

Wirtschaftsförderung

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OKTOBER 2015 w.news

53


RECHT + RAT

HERAUSFORDERUNG

UND CHANCE

Das Thema Compliance-Management ist

für alle, insbesondere auch für mittelständische

Unternehmen interessant. Oft fehlt

es allerdings noch am Risikobewusstsein.

VON P ROF. DR. MARTIN S CHULZ

Ein Blick in die Medienlandschaft

zeigt: Compliance ist und bleibt

für viele Unternehmen ein aktu -

elles Thema. Compliance bedeutet

so viel wie „Übereinstimmung

mit Regeln“ oder „Regelbefolgung“.

Dass Rechtsvorschriften und sonstige

Normen eingehalten werden sollten, ist

nicht neu. Neu sind allerdings die drastischen

Folgen von „Non-Compliance”.

Regelverletzungen können Unternehmen,

ihre Manager und Mitarbeiter teuer zu

stehen kommen und sogar existenzbedrohend

sein. Die Sanktionen von „Non-

Compliance“ reichen von Strafen und

Bußgeldern, der Verpflichtung zum Schadensersatz,

dem Verlust von Aufträgen

über die Unwirksamkeit von Rechtsgeschäften

bis hin zu nachhaltigen Reputations-

und Imageschäden. Zugleich wird

das Netz rechtlicher Anforderungen für

Unternehmer, Manager und Mitarbeiter

immer dichter – damit korrespondiert

ein erhöhtes Risiko von Regelverstößen.

Letztere resultieren beispielsweise aus den

Bereichen Anti-Korruptionsrecht, Kartellrecht,

Produkthaftungsrecht oder aus dem

Arbeits- und Datenschutzrecht und dem

Steuerrecht. Die systematische Steuerung

dieser Risiken erfordert ein funktionierendes

Compliance-Management.

Compliance-Management als Organisationsaufgabe

Im Fokus von Compliance-Management

stehen grundlegende Organisationsfragen:

Wie lassen sich Unternehmen

so organisieren, dass Regelverletzungen

möglichst vermieden und Nachteile aus

Regelverstößen minimiert werden können?

Was kann man lernen, um Regelverletzungen

in Zukunft zu vermeiden?

Für die Umsetzung von Compliance-

Management im Unternehmen haben

sich branchenübergreifend bestimmte

Kernelemente entwickelt: Hierzu zählen

eine systematische Bestandsaufnahme

der Compliance-Risiken des Unternehmens,

verbunden mit einer sorgfältigen

Analyse der relevanten Vorschriften.

Daran schließt sich die Konzeption von

Prozessen und Maßnahmen an, welche

auf das spezifische Compliance-Risikoprofil

des Unternehmens abgestimmt

sind. Den Umfang der erforderlichen

Maßnahmen und Ressourcen kann die

Geschäftsleitung gestalten. Maßgebend

sind Faktoren wie Unternehmensgröße

und Anzahl der Mitarbeiter, Branche,

das Geschäftsmodell und seine Risikostruktur

sowie der geographische Tätigkeitsbereich

des Unternehmens. Weitere

Gestaltungselemente sind die Steuerung

relevanter Informationen sowie

die regelmäßige Schulung und Fortbildung

aller Unternehmensangehörigen

in Compliance-Fragen. Die eingeleiteten

Compliance-Maßnahmen sollten dokumentiert

und regelmäßig auf ihre Wirksamkeit

hin überprüft werden.

Compliance als

Chance für den Mittelstand

Das Thema Compliance ist für alle

Unternehmen relevant, insbesondere für

mittelständische Unternehmen. Denn

während viele Konzerne und Großunternehmen

umfangreiche Compliance-

Systeme etabliert haben, fehlt es bei

vielen Mittelständlern noch an vergleichbaren

Strukturen und Prozessen

und zum Teil auch an dem notwendigen

Risikobewusstsein. Mittelständische

Unternehmen sind daher für Compliance-

Risiken besonders anfällig. Andererseits

zeichnen sich viele Mittelständler durch

ein besonderes Engagement ihrer Gründer

beziehungsweise Eigentümer und eine

funktionierende Werte- und Unternehmenskultur

aus. Diese Merkmale bieten

eine gute Grundlage für ein funktionierendes

Compliance-Management.

Schlüsselfaktor Compliance-Kultur

Für den Erfolg des Compliance-Managements

ist nämlich die sogenannte

Compliance-Kultur von zentraler Bedeutung,

also die Frage, inwieweit die Befolgung

von Regeln als Wert geachtet wird.

Die Compliance-Kultur wird maßgeblich

durch das Verhalten der Geschäftsleitung

und der Aufsichtsgremien beeinflusst,

auch die Führungskräfte spielen eine

Schlüsselrolle. Erforderlich ist in jedem

Fall ein unmissverständliches Bekenntnis

(„Commitment”) zur Einhaltung relevanter

Normen und Werte. Ebenso

wichtig ist die Klarstellung, dass „Non-

Compliance” im Unternehmen konsequent

verfolgt und sanktioniert wird. Die

zentrale Rolle von Unternehmerpersönlichkeiten

in vielen mittelständischen

Unternehmen und den von ihnen verkörperten

Werten bietet zugleich eine

große Chance zur Gestaltung der Compliance-Kultur

als zentralem Erfolgsfaktor

für ein funktionierendes Compliance-Management.

www.ggs.de

54 w.news OKTOBER 2015


RECHT + RAT

DER AUTOR

Prof. Dr. Martin Schulz, LL.M. (Yale) ist Professor

für deutsches und internationales Privatund

Unternehmensrecht sowie Akademischer

Direktor des berufsbegleitenden Master-Programms

„LL.M. in Business Law“ an der German

Graduate School of Management and Law

(GGS), Heilbronn. Zu seinen Forschungs- und

Publikationsschwerpunkten zählen Compliance-

Management im Unternehmen sowie Wissensmanagement

für Juristen. Die German Graduate

School of Management and Law (GGS)

bildet Manager und Nachwuchsführungskräfte

aus. Neben den berufsbegleitenden Master-

Studiengängen MBA, MSc. und LL.M. bietet

die GGS im Bereich Executive Edu ca tion ein

umfangreiches Seminarprogramm an. In der

Forschung widmet sich die GGS insbesondere

den Themen Innovation, Unternehmertum und

Compliance.

VERANSTALTUNG

COMPLIANCE-MANAGEMENT

Die IHK Heilbronn-Franken bietet am 18. November

2015 von 18 bis 20.15 Uhr eine kostenfreie

Veranstaltung zum Thema Compliance

für mittelständische Unternehmen an.

Prof. Dr. Martin Schulz von der German Graduate

School of Management and Law

gGmbH (GGS) wird als einer von insgesamt

vier ausgewiesenen Compliance-Experten erläutern,

was sich hinter dem Begriff Compliance

verbirgt und ob die Einführung von Compliance-Regelungen

im Unternehmen sinnvoll

oder sogar zwingend notwendig ist. Mit der

Veranstaltung soll anhand von praxisnahen

Beispielen ferner aufgezeigt werden, wie eine

erfolgreiche Compliance-Strategie entwickelt

und nachhaltig etabliert werden kann.

Zielgruppe sind Firmeninhaber, Geschäftsführer,

Vorstände und Compliance-Officers.

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ANMELDUNG

Jana Till

Telefax 07131 9677-88442

E-Mail jana.till@heilbronn.ihk.de

KONTAKT

Manuela Dlugosch

IHK-Referentin Wirtschaftsrecht

Telefon 07131 9677-213

E-Mail manuela.dlugosch@heilbronn.ihk.de

OKTOBER 2015 w.news

55


RECHT + RAT

VORGEHEN

GEGEN

NACHAHMER

ERSCHWERT

Der Bundesgerichtshof (BGH) erschwert

das Vorgehen gegen Nachahmerprodukte

auf Messen.

VON S TEFAN W IDDER

Auf der Internationalen Süßwarenmesse

(ISM) in Köln wurden

auf einem Stand mit Schokolade

überzogene Keksstangen

ausgestellt, die den von der

Klägerin unter der Produktbezeichnung

„Mikado“ vertriebenen dünnen Keksstangen

in hohem Maße ähnelten. Die Verpackung

und die Bezeichnung „Biscolata

Stix“ waren aber abweichend. Während

noch das Oberlandesgericht maßgeblich

auf die Verbraucheranschauung abstellte

und einen Unterlassungsanspruch der

Klägerin bejahte, trat der BGH dem deutlich

entgegen. Nach seiner Auffassung

könne bei einer Fachmesse wie der ISM,

die sich ausschließlich an Fachbesucher

wende, nicht ohne weiteres davon ausgegangen

werden, dass die dort ausgestellten

Produkte auch auf dem deutschen

Markt angeboten werden sollen.

Dabei komme es nicht darauf an, ob

durch einen expliziten Hinweis wie „Not

for sale in Germany“ auf eine fehlende

Vertriebsabsicht hingewiesen werde.

Zielgruppe entscheidend

Der Vortrag der Klägerin, dass die

Beklagte alle auf der ISM ausgestellten

Produkte auch in Deutschland vertreibe,

sei nicht ausreichend, da die Produktpräsentation

auf einer Messe auch nur

dem Zweck dienen könne, eine Vertriebsentscheidung

vorzubereiten. Bei

der von der Klägerin behaupteten Herkunftstäuschung

wäre damit nicht auf

die Zielgruppe der Verbraucher abzustellen

gewesen, sondern auf die Fachbesucher,

die regelmäßig über genauere

Kenntnisse der im Markt vertretenen

Produkte, ihrer Gestaltung und ihrer

Herkunft als das allgemeine Publikum

verfügen.

§ BGH Urteil vom 23. Oktober 2014 –

I ZR 133/13

KONTAKT

Stefan Widder, Syndikus

Telefon 07131 9677-443

E-Mail stefan.widder@heilbronn.ihk.de

IHK-TIPP

Die im konkreten Fall wohl richtige Entscheidung

ist deswegen problematisch, weil der

BGH der allgemeinen Lebenserfahrung widerspricht,

dass auch die meisten internationalen

Fachmessen der Verkaufsförderung und

eben nicht der bloßen Leistungsschau dienen.

Wenn insbesondere ausländische Rechtsverletzer

auf Messen künftig behaupten, keinen

Vertrieb in Deutschland zu planen, muss der

Rechteinhaber erst tatsächliche Vertriebsschritte

in Deutschland abwarten.

Ihr flexibler

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RECHT + RAT

DISKRIMINIERENDE MERKMALE VERMEIDEN

Mit einer altersdiskriminierenden Kündigung

im Kleinbetrieb wird deren Unwirk -

samkeit und Schadensersatz riskiert.

VON S TEFAN W IDDER

In einer ärztlichen Gemeinschaftspraxis

war aufgrund einer Umstrukturierung

die Kündigung einer der fünf

dort beschäftigten Arzthelferinnen

notwendig geworden. Nachdem die

Wahl auf die mit 63 Jahren älteste

Arbeit nehmerin gefallen war, wurde die

Kündigung damit begründet, dass die

Arbeitnehmerin „inzwischen pensionsberechtigt“

sei. Die gekündigte Arbeitnehmerin

bezweifelte die Wirksamkeit

der Kündigung und verlangte vor dem

Arbeitsgericht eine Entschädigung we -

gen Altersdiskriminierung, da das Kündigungsschreiben

eine Benachteiligung

wegen ihres Alters vermuten lasse.

„Pensionsberechtigung“ schließt Altersdiskriminierung

nicht aus

Anders als in den beiden Vorinstanzen

hatte die Klägerin vor dem Bundesarbeitsgericht

Erfolg, denn nach dessen

Auffassung verstößt die Kündigung ge -

gen das Benachteiligungsverbot des § 7

Abs. 1 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes

(AGG) und sei deshalb unwirksam.

Während nach Darstellung der

Arbeitgeberseite die Kündigung lediglich

freundlich und verbindlich formuliert gewesen

sei, sah das Bundesarbeitsgericht

keinen ausreichenden Beweis dafür, dass

die wegen der Erwähnung der „Pensionsberechtigung“

zu vermutende Altersdiskriminierung

nicht vorliegt.

§ Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 23. Juli

2015 – 6 AZR 457/14

KONTAKT

Stefan Widder, Syndikus

Telefon 07131 9677-443

E-Mail stefan.widder@heilbronn.ihk.de

IHK-TIPP

Auch bei einer grundsätzlich unproblematischen

Kündigung im Kleinbetrieb (siehe auch

w.news 02|2015, Seite 46) sind jegliche Hinweise

auf diskriminierende Merkmale im Sinne

des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes

zu vermeiden, da ansonsten die Unwirk samkeit

der Kündigung und sogar Schadensersatz riskiert

werden.

40 Euro

Für

bekommt

man hier einen Brillen-Bügel.

In Bangladesch: Augenlicht.

Genau diese Summe kostet dort eine

Operation, durch die Blinde sehen können.

Für uns nicht wenig, aber dort unbezahlbar.

Vielleicht der beste Grund um zu helfen.

spendenkonto:

Sparkasse KölnBonn | Kto-Nr. 40 006

BLZ 370 501 98 | Stichwort: Blinde

Telefon (0228) 9265250 | www.andheri-hilfe.de

OKTOBER 2015 w.news

57


R E C H T + R AT

UNTERLASSUNGSERKLÄRUNG:

INHALTE PRÜFEN

Unterlassungserklärung: Ein nicht gelöschter

Google-Cache kann eine Vertragsstrafe

auslösen.

VO N S T E FA N W I D D E R

Wer wegen eines Wettbewerbsverstoßes

im Internet

eine Unterlassungserklärung

abgegeben hat, ist

meist verpflichtet, sicherzustellen,

dass die von der Unterlassungserklärung

betroffenen Inhalte seiner

Webseite nicht mehr im Internet aufgerufen

werden können. Ein vom Oberlandesgericht

Celle zu entscheidender

Fall drehte sich um die Frage, ob ein

Verstoß gegen die abgegebene Unterlassungserklärung

auch dann vorliegt,

wenn der fragliche Inhalt auf der Webseite

zwar gelöscht wurde, aber über

eine Internetsuchmaschine noch einige

Wochen abrufbar war. Gängige Internet-Suchmaschinen

wie „Google“ oder

„Yahoo!“ zeigen eine Internetseite im

Einzelfall noch bis zu vier Wochen als

Treffer an, obwohl der fragliche Inhalt

bereits gelöscht wurde. Ursache hierfür

ist der Suchmaschinen-Cache, der dem

Suchmaschinennutzer die darin gespeicherte

Version der gesuchten Internetseite

anzeigt.

Antrag bei Google nötig

Das Oberlandesgericht Celle kam zum

Ergebnis, dass der Unterlassungsschuldner

durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen

hat, dass die durch die Unterlassungserklärung

betroffenen Inhalte

seiner Webseite auch nicht mehr über

Google als gängigste Internetsuchmaschine

aufgerufen werden können. Der

Schuldner muss in diesem Fall gegen -

über Google den Antrag auf Löschung

im Google-Cache beziehungsweise auf

Entfernung der von der Webseite bereits

gelöschten Inhalte stellen. Allerdings sah

das Gericht letztlich nur ein geringes

Verschulden der Beklagten als gegeben

an und reduzierte die beantragte Vertragsstrafe

um die Hälfte, was aber

immer noch 2.500 Euro waren.

§ OLG Celle, Urteil vom 29. Januar 2015 – 13 U

58/14

Erkennen und verändern.

KONTAKT

Stefan Widder, Syndikus

Telefon 07131 9677-443

E-Mail stefan.widder@heilbronn.ihk.de

„Uns fehlen Fachkräfte.“

„Erstens kennt man uns zu wenig.“

„Zweitens fördern wir unsere Talente nicht.“

Packen wir´s an!

Offenes Seminar am Montag, 9. November 2015 in Bad

Mergentheim: „Fachkräftemangel – und was Sie dagegen

tun können“ Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!

IHK-TIPP

Wer eine Unterlassungserklärung wegen eines

Wettbewerbsverstoßes im Internet abgegeben

hat, sollte zu seiner eigenen Sicherheit überprüfen,

ob die von ihm gelöschten Inhalte

nicht doch noch über gängige Suchmaschinen

aufgerufen werden können. Im Zweifel

sollten entsprechende Löschungsanträge zumindest

bei den wichtigsten Suchmaschinenbetreibern

gestellt werden.

Begegnen Sie dem Fachkräftemangel aktiv. Auf zwei Wegen.

1. Nach außen: Ein starkes Markenprofil und große Bekanntheit steigern

Ihre Chancen, qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

2. Nach innen: Talente im Unternehmen erkennen und weiterzubilden

hilft, gute Leute langfristig zu binden. Und macht Sie unabhängiger vom

Personalmarkt.

Praxisnahe Tipps für beide Wege

gibt Harten & Breuninger.

WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER IHK HEILBRONN-FRANKEN

97990 Weikersheim · Tel. 07934 9131-0

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58 w.news OKTOBER 2015


BEI KRANKHEIT

RICHTIG REAGIEREN

IHK-Infoveranstaltung „Krankheit und ihre

Folgen für den Bestand des Arbeitsverhältnisses“

am 3. November im Heilbronner

Haus der Wirtschaft.

VO N S T E FA N W I D D E R

Krankheit ist der häufigste Grund

für eine personenbedingte Kündigung.

Lang andauernde Krank -

heitszeiten, häufige Kurzerkrankungen

und krankheitsbedingte

Leistungsminderung sind Phänomene,

mit denen sich jeder Personalverantwortliche

auseinandersetzen muss.

Praxisnah und unterlegt von aktueller

Rechtsprechung werden die an eine negative

Gesundheitsprognose zu stellenden

Anforderungen und die Notwendigkeit

der Beeinträchtigung betrieblicher Belange

infolge der Erkrankung ebenso

dargestellt, wie die Kriterien für eine

Interessenabwägung unter Berücksichtigung

des betrieblichen Eingliederungsmanagements.

Neben der Beantwortung von Fragen,

die im Zusammenhang mit einer krankheitsbedingten

Kündigung häufig gestellt

werden, wie die nach der Verpflichtung

zur Beteiligung an Eingliederungsmaßnahmen,

nach Entgeltfortzahlungspflichten

sowie der Urlaubsabgeltung trotz

bestehender Arbeitsunfähigkeit, will die

Veranstaltung mit praxisorientierten

Handlungsempfehlungen dazu beitragen,

dass die krankheitsbedingte Kündigung

und ein sich anschließender Prozess

vor dem Arbeitsgericht nicht zum

Lotteriespiel werden.

KONTAKT

Stefan Widder

Syndikus

Telefon 07131 9677-443

E-Mail stefan.widder@heilbronn.ihk.de

VERANSTALTUNG

KRANKHEIT UND IHRE FOLGEN

FÜR DEN BESTAND DES ARBEITS-

VERHÄLTNISSES

æVeranstaltungstermin:

Dienstag, 3. November 2015

14 bis etwa 17 Uhr

æVeranstaltungsort:

IHK Heilbronn-Franken

Ferdinand-Braun-Str. 20, 74074 Heilbronn

Saal Franken

æReferenten:

Hansjörg Krueger und Dr. Rüdiger Gaenslen,

Rechtsanwälte und Fachanwälte für Arbeitsrecht

von der SLP Anwaltskanzlei GmbH in

Heilbronn/Reutlingen

Die kostenfreie Veranstaltung richtet sich ausschließlich

an IHK-Mitglieder.

ANMELDUNG

Yvonne Korb

Telefax 07131 9677-88211

E-Mail yvonne.korb@heilbronn.ihk.de

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OKTOBER 2015 w.news

59


FIRMEN + LEUTE

HEMMANN,

BAD RAPPENAU

Arbeitgeber-Siegel

„Top Job“

Die hemmann Orthopädie-

Technik GmbH ist mit dem

Unternehmersiegel „Top Job“

als einer der „Top-Arbeitgeber

2015“ und der „Top-Arbeit-

geber Health Care 2015“ ausgezeichnet

worden. Das Haus

für Orthopädie-Technik und

Gesundheit, das auch in der

Bewegungsanalyse und Rehabilitation

tätig ist, hat rund

100 Beschäftigte. Mit dem seit

2002 vergebenen Sie gel werden

Mitarbeiterzufriedenheit

und -identifikation und Führungsqualität

vom Zentrum

für Arbeitgeber attraktivität in

Konstanz gewürdigt.

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A

BERA,

SCHWÄBISCH

HALL

Wertorientierung

ls einziger kommerzieller

Personaldienstleister wur -

de die Bera GmbH zum dritten

Mal für ihre nachhaltige und

werteorientierte Unternehmenskultur

mit dem Gütesiegel

„Arbeit plus“ geehrt. Mit dem

Siegel würdigt die Evangelische

Kirche in Deutschland

(EKD) öffentlich Unternehmen,

die beweisen, „dass eine sozial

nachhaltige Unternehmenspolitik,

gute Mitarbeiterführung

und wirtschaftlicher Erfolg

nicht zwingend in Gegensatz

stehen müssen“, wie es in der

Mitteilung der Bera zur Auszeichnung

heißt.

www.bera.eu

Die IHK Heilbronn-Franken

hat auch im Jahr 2015, zum

1. September, wieder neue Auszubildende

eingestellt. Lena Schulze,

© Müller

IHK HEILBRONN-FRANKEN, HEILBRONN – Neue Azubis

Der Kletterturm der Landesgartenschau

2016 wird „sicher

kommen“, meldet die Landesgartenschau

Öhringen 2016 GmbH.

Innerhalb von nur vier Monaten

sei es dem engagierten Team

Daniela Wagner, Christoph Nestle

und Maiko Winter absolvieren

eine Ausbildung zur Kauffrau

beziehungsweise zum Kaufmann

Die neuen Auszubildenden der IHK Heilbronn-Franken (von links): Christoph Nestle, Daniela

Wagner, Maiko Winter und Lena Schulze.

LANDESGARTENSCHAU, ÖHRINGEN

Realisierung eines Kletterturms

von Spendensammlern gelungen,

300.000 Euro für das Grundmodell

des Kletterturms zusammenzubekommen.

Bereits 35 der 72 Treppenstufen

seien verkauft. Das Bauwerk

soll unterhalb der Öhringer

für Bürokommunikation. Aktuell

bildet die IHK elf Auszubildende

aus. „Die Ausbildung und Förderung

des internen Nachwuchses

ist in Zeiten des Fachkräftemangels

eine der wichtigsten betrieblichen

Aufgaben. Die IHK Heilbronn-Franken

ist sich ihrer Verantwortung

im demografischen

Wandel bewusst. Sie bietet auch

Ausbildungsplätze in Teilzeit an

und gibt jungen Menschen mit

einer Behinderung eine Chance“,

sagt Ausbildungsleiterin Jutta

Seifried.

www.heilbronn.ihk.de

Realschule mit 36 Stationen eine

der Hauptattraktionen der Landesgartenschau

werden und noch

20 weitere Jahre erhalten bleiben.

www.oehringen2016.de

© Laga

60 w.news OKTOBER 2015


FIRMEN + LEUTE

Die 4. Klasse der Teckschule aus Dettingen unter Teck wurde als „ein mil lions ter Besucher der experimenta“ geehrt.

EXPERIMENTA, HEILBRONN – 25 „einmillionste Besucher“

Eine Schülergruppe wurde als

„einmillionster Besucher der

experimenta“ geehrt. Hochrechnungen

hatten ergeben, dass die

4. Klasse der Teckschule aus Dettingen

unter Teck die ein mil lions -

ten Besucher der Science Centers

sein würden. Für die 25 Kinder

sei es „ein unvergesslicher Tag“

gewesen, meldet die experimenta

gGmbH. Die Klasse durfte sich

außerdem über ein „tolles Überraschungspaket“

und eine Familientageskarte

für den „einmillionsten

Besucher“ freuen.

www.experimenta-heilbronn.de

LOSBERGER, BAD RAPPENAU – Mobil und ökologisch

Die Losberger GmbH unterstützte

den evangelischen Kirchentag

in Stuttgart dabei, „sich nachhaltig

weiterzuentwickeln“. So

wurde mit Losberger ausgelotet,

wie Zelte umweltfreundlich gestaltet

werden könnten. Aus der

Zusammenarbeit ergab sich

Highlight beim „Grünen Zelt“ waren

die Patchwork-Planen. Neben dem

„Grünen Zelt“ stellte Losberger für

den Kirchentag insgesamt rund

30.000 Quadratmeter Zelthallen.

© experimenta

das „grüne Zelt“, bei dem viele

Bauteile zu einem nachhaltigen

Raumkonzept beitragen. Diese wurden

aus Reststoffen und Verschnittware

der Losberger Planenproduktion

hergestellt. Bei der Materialauswahl

sowie der Ausstattung

wurden Kriterien zur nachhaltigen

Beschaffung zugrunde gelegt.

Hauptaugenmerk lag auf Dachplanen,

die eine bessere Energienutzung

zulassen.

www.losberger.com

© Losberger

STIMME,

HEILBRONN

Erster Platz bei

„Young Reader“

Die Heilbronner Stimme

GmbH & Co. KG hat beim

„World Young Reader Prize“

in der Kategorie „Digital First“

den ersten Platz errungen. Sie

erhielt die Auszeichnung für

ein „WhatsApp“-Projekt über

die Bombardierung Heilbronns

vor 70 Jahren. Mit

dem Preis werden vom Weltverband

WAN Ifra Medienprojekte

für junge Menschen

ausgezeichnet. Die Jury würdigte

besonders die Tatsache,

dass die Geschichte wie in

Echtzeit erzählt wird, mit den

Worten „innovativ, einfach

mitreißend und hervorragend

umgesetzt“.

www.stimme.de

ROTO, BAD

MERGENTHEIM

Bei „Rad am

Ring” mit dabei

Die Roto Dach- und Solartechnologie

GmbH nutzt

seit Jahren das „sportliche

Großereignis Rad am Ring“,

um Spenden für soziale Projekte

zu sammeln. Dieses Jahr

„erradelten“ die beiden Roto-

Teams 24.000 Euro Spendengelder.

Für Christoph Hugenberg

vom Roto-Vorstand stehen

„die Menschen, Organisationen

und Einrichtungen, die wir

dank der großzügigen Spenden

unserer zahlreichen Sponsoren

unterstützen können“

eindeutig im Fokus dieser Veranstaltung,

bei der bis jetzt

150.000 Euro zusammengekommen

seien.

www.roto-frank.de

OKTOBER 2015 w.news

61


© Schaffitzel

Für die „Bahnhof- und Rokokobrücke“, einer 2014 zur Landesgartenschau Schwäbisch Gmünd errichteten Fußgängerbrücke,

erhielt Schaffitzel den Holzbaupreis „Inge nieurbauwerk“.

KLINIK HOHEN -

LOHE, BAD

MER GENT HEIM

Hohe Qualität

bestätigt

Mit einem sehr guten Ergebnis

hat die Klinik Hohenlohe

der Kliniken Hohenlohe

GmbH & Co. Betriebs-KG

ihre erneute Zertifizierung nach

DIN EN ISO 9001:2008, Degemed

(Dt. Ges. für medizinische

Rehabilitation) und BAR

(Bundes-AG für Rehabilitation)

bestanden. Damit erfülle das

Haus eine wichtige Voraussetzung

für die Belegung durch

Kranken- und Rentenversicherungen.

Zwei Tage lang prüften

die Auditoren der Zertifizierungsgesellschaft

LGA Inter-

Cert (TÜV Rheinland) das Qualitätsmanagement

der Klinik.

www.rhm-kliniken.de

SCHAFFITZEL, SCHWÄBISCH HALL – Holzbaupreis 2015

Für den Holzbaupreis Baden-

Württemberg 2015 wurden

160 Projekte eingereicht – ein

Beweis für die Bedeutung des

Holzbaus im Land, schreibt die

Schaffitzel Holzindustrie GmbH +

CIROSEC,

HEILBRONN

Unterstützung

für Kinderdorf

Seit 1960 haben Jungen und

Mädchen ein zweites Zuhause

im Land, die nicht bei ihren

leiblichen Eltern wohnen können.

Zum SOS-Kinderdorf Baden-Württemberg

gehören zehn Familien,

zwei familienorientierte Wohngruppen,

ein Kindergarten, ein

Waldkindergarten und ambulante

Familienhilfe. Die cirosec GmbH,

ein Spezialist für den IT-Sicherheitsbereich,

möchte ihr soziales

Engagement ausweiten und wird

deshalb diese „jahrzehntealte, aber

immer noch hochaktuelle Idee“

des Kinderdorfs regelmäßig unterstützen.

www.cirosec.de

Co. KG. Ein Sonderpreis wird von

MLR und Landesbeirat Holz für

beispielhafte technische Bauwerke

verliehen. Den Sonderpreis „Inge -

nieurbauwerk“ erhielt Schaffitzel

für die „beispielhafte Verwendung

Der Umsatz der Ziehl-Abegg SE

lag im ersten Halbjahr mit

218 Millionen Euro um sieben

Prozent höher. Damit einher geht

der bisher höchste Auftragsbestand

(88,4 Millionen Euro). Getragen

werde die Entwicklung „weitgehend

durch das Geschäft im Ausland“,

wird mitgeteilt, „doch auch

die Vorzeichen aus Deutschland

von Holz“ bei der „Bahnhof- und

Rokokobrücke“, die 2014 zur

Landesgartenschau Schwäbisch

Gmünd errichtet wurde.

www.schaffitzel.de

ZIEHL-ABEGG, KÜNZELSAU

Höchster Auftragsbestand

für das zweite Halbjahr“ seien

deutlich positiv. Die Wirtschaftssanktionen

wegen der Ukrainekrise

belasten das Geschäft „deutlich“,

so Vorstandsvorsitzender Peter

Fenkl, und zwar weniger direkt

als indirekt.

www.ziehl-abegg.de

Die Elektronikerin Vanessa Eichhorn prüft bei Ziehl-Abegg einen Ventilator.

© Ziehl-Abegg / Achim Köpf

62 w.news OKTOBER 2015


FIRMEN + LEUTE

DM, WERTHEIM

Neueröffnung

Im August eröffnete die „dmdrogerie

markt GmbH & Co. KG“

ein neues Geschäft in Wert heim-

Bestenheid. Am Eröffnungstag

konnten die Besucher ihren eigenen

Button gestalten, erhielten

Getränke von einer Saftbar und

zehn Prozent Rabatt. Der neue,

750 Quadratmeter große Markt

verfügt über zahlreiche Kun den -

parkplätze. Die „dm-drogerie markt“

hat europaweit 52.000 Beschäftigte

in 3.000 Märkten, in Deutschland

sind es 37.000 Beschäftigte.

www.dm.de

W

RADIO TON,

HEILBRONN

Marktführerschaft

ie die neueste Zahlenveröffentlichung

der Media Analyse

ausweist, bleibt die Regionalhörfunk-Gesellschaft

Radio

Ton mit 65.000 Hörern pro Stunde

Marktführer unter den privaten

Lokalsendern in Baden-

Württemberg. Das Sendegebiet

der Radio Ton GmbH & Co. KG

umfasst das Gebiet Main-Tauber,

Heilbronn, Hohenlohe, Ostwürttemberg

und Neckar-Alb.

www.radioton.de

BEREWA,

SCHWÄBISCH HALL

Imagefilm

Die berewa Lichtwerbung GmbH

präsentiert unter dem Motto

„berewa in 80 Sekunden“ einen

neuen Imagefilm. Nach vielen

Stunden Dreh, Schnitt, texten und

vertonen stehe damit ein Imagefilm

zur Verfügung, der einen noch

besseren Einblick in die Arbeit

des Unternehmens gebe“, heißt

es in einer Mitteilung des Unternehmens.

www.berewa.de

AZO CONTROLS,

NECKARSULM

Ausbildungsfirma

In einem erstmaligen Projekt

haben Auszubildende und

Studierende der Azo Controls

GmbH eine „automatisierte

Müslidosiermaschine entwickelt,

gefertigt und vermarktet“.

Dazu sei für ein Jahr eine

interne Ausbildungsfirma gegründet

worden, meldet Azo,

in der jeder der Auszubildenden

die Tätigkeit seines späteren

Berufsfelds übernommen

habe. Bei „komplexen Aufgaben“

wurden sie von erfahrenen

Azo-Beschäftigten unterstützt.

Die Rolle der Kunden

wurde von den Ausbildern

über nom men.

www.azo.com

© KSPG

KSPG, NECKARSULM – Konzern-Teams beim „Motorman“

Im Main-Tauber-Kreis gibt es ein

Projekt zur Arbeitsmarktintegration

qualifizierter Asylsuchender.

Wie die daran beteiligte Wirtschaftsregion

Heilbronn-Franken

GmbH schreibt, wurde ein erstes

Seit er 2010 zum ersten Mal

durchgeführt wurde, lockt

der „Motorman Run“ immer

mehr Läufer und Zuschauer an.

Namensgeber und Hauptsponsor

des Extremlaufs ist die MS Motorservice

International mit ihrer

Werbefigur „Motorman“. MS ist

eine Tochtergesellschaft der KSPG

AG, und auch von weiteren KSPG-

Töchtern haben sich Teams angemeldet.

„Das rege Interesse“, so

WHF, HEILBRONN – Pilotprojekt Asylbewerber

Hansjörg Rölle von der Geschäftsleitung,

„zeigt, dass ein Sportevent

dieser Art die Verbundenheit über

das Arbeitsleben hinaus stärkt“.

www.kspg.com

„Job-Speed-Dating“ mit Unternehmen

durchgeführt. Partner sind

die Agentur für Arbeit Schwäbisch

Hall-Tauberbischofsheim,

die Handwerkskammer und die

IHK Heilbronn-Franken, das Landratsamt,

der Regionalverband und

die Stadt Wertheim. Initiiert wur -

de das Projekt schon 2014 vom

Wertheimer OB Stefan Mikulicz.

www.heilbronn-franken.com

HAERING,

UNTERHEINRIET

Anteilserwerb

bei Schwepa

Nach dem altersbedingten

Ausscheiden des Gesellschafters

Lothar Baumgärtner

bei der Schwarzwälder Edelputzwerke

GmbH (Schwepa)

hat die Haering GmbH seine

Geschäftsanteile erworben. Sie

ist damit alleiniger Gesellschafter.

Die Schwepa stellt

mineralische Pulverprodukte

her und vertreibt vornehmlich

über den Baustoff-Fachhandel

und Verarbeiter. Haering dagegen

ist Vollsortimenter für Farben,

Putze und Lacke, sodass

sich nach Haering-Mitteilung

beide Bereiche „hervorragend

ergänzen“.

www.haering.eu

OKTOBER 2015 w.news

63


FIRMEN + LEUTE

DHBW

MOSBACH,

BAD MERGENT-

HEIM

Schüler zu Gast

Bei der Zweigstelle der Dualen

Hochschule Baden-

Württemberg (DHBW) Mosbach

verbrachten 15 Schüler aus

sechs Ländern Europas besondere

Sommerferien. Sie nahmen

an einem vierwöchigen Intensivsprachkurs

teil und erhielten

Einblick in das Studium an der

DHBW. Idealerweise bewerben

sie sich dann für ein Praktikum

und einen Studienplatz, so die

DHBW. Sie seien damit „besondere

Arbeitskräfte für die

dualen Partnerunternehmen

der Region“, heißt es in der

Meldung weiter, und können

den Fachkräftemangel lindern.

www.dhbw-mosbach.de

SBG HEILBRONN-

FRANKEN,

HEILBRONN

Erfolgreiches

Geschäftsjahr

Die Sparkassenbeteiligungsgesellschaft

Heilbronn-Franken

(SBG) gehört mit 166 Beteiligungen

im abgelaufenen Geschäftsjahr

„bundesweit zu den größten

Beteiligungsgesellschaften der

Sparkassen“: Ihr „Portfolio-Volumen“

beläuft sich auf 34 Millionen

Euro, wobei fast sechs Millionen

Euro Volumen und 31 neue

Beteiligungen 2014 dazugekommen

sind, dem bislang erfolgreichsten

Geschäftsjahr. Auch

2015 sei „gut angelaufen“ – „wir

konnten bereits zehn neue Beteiligungen

abschließen“, so SBG-

Geschäftsführer Oliver Schoch.

www.kreisparkasse-heilbronn.de

Übergabe der 100. Achslinie der Scheuerle-Combi-Baureihe (von links): Bernd Schwengsbier,

Vorsitzender der Geschäftsführung TII Sales, Susanne Rettenmaier, geschäftsführende Gesellschafterin

der TII Group, Inhaber-Ehepaar der Spedition Kübler Hanne und Heinz Rößler.

SCHEUERLE, PFEDELBACH

100. Achslinie der Combi-Baureihe

Zu dem 85-jährigen Jubiläum

der Spedition Kübler hat die

Scheuerle Fahrzeugfabrik GmbH

die 100. Achslinie der Combi-Baureihe

für deren Fuhrpark geliefert.

Zum Abschluss der offiziellen Feier

übergab Susanne Rettenmaier, geschäftsführende

Gesellschafterin

der TII Group, zu der Scheuerle

gehört, das Drei-Achs-Intercombi-

Fahrwerk an Kübler-Inhaber Heinz

Rößler. Sie dankte der Spedition

Kübler für die 35 Jahre Zusammenarbeit

und würdigte die persönliche

Verbundenheit zwischen

den Unternehmerfamilien.

www.scheuerle.com

MARBET,

KÜNZELSAU

Höchstpunktzahl

bei Nachhaltigkeit

Die marbet Marion & Bettina

Würth GmbH & Co. KG erhielt

die Famab-Zertifizierung

für Nachhaltigkeit. Mit 94 von

100 Punkten erzielte die Live-

Kommunikationsagentur die

Höchstpunktzahl. Ganzheitlicher

und wertschätzender Umgang

mit Partnern, Kunden

und Beschäftigten sei ebenso

in den Standards verankert

wie in der Branche einmalige

Arbeitszeit- und Karrieremodelle.

In den 50 Teilfragen des

Erhebungsbogens der Famab

geht es um ökologische, ökonomische

und ethische Fragen.

www.marbet.com

© Layher

LAYHER, GÜGLINGEN – Technolino im Kindergarten

Die Wilhelm Layher GmbH &

Co. KG und der Eibensbacher

Kindergarten „Haselnussweg“ nahmen

wie in jedem Jahr am Projekt

„Technolino“ teil. Der in diesem

Jahr von Layher-Azubis hergestellte

„Matsch- und Sandtisch“

wurde dem Kindergarten bei

einem Sommerfest übergeben. Er

soll die Kinder im Vorschulalter

im Sinne von „Technolino“ für

die spannende Welt der Technik

begeistern, und dafür engagiere

sich Layher, heißt es in der Mitteilung

weiter.

www.layher.com

64 w.news OKTOBER 2015

Layher bringt Technik ins Spiel: Übergabe des Projekts „Technolino“ an den Eibensbacher Kindergarten „Haselnussweg“.


FIRMEN + LEUTE

Dr.-Ing. Markus Deimel ist neuer Geschäftsführer

der Vollert An lagenbau GmbH, er wird

Gerhard Geist stufenweise ablösen.

VOLLERT,

WEINSBERG

Markus Deimel neuer

Geschäftsführer

Dr.-Ing. Markus Deimel ist seit

Juli neuer Geschäftsführer

der Vollert Anlagenbau GmbH.

Er übernimmt stufenweise die

Aufgaben von Gerhard Geist,

der Ende nächsten Jahres nach

über 35 Jahren bei Vollert in

den Ruhe stand geht. Dr. Deimel

kommt von Baustoff-Anlagenhersteller

Grenzebach BSH, wo er

zuletzt Bereichsleiter Engineering

war. Gerhard Geist war seit 1979

Chefkonstrukteur und seit 2000

Geschäftsführer, er habe „Vollert

in den letzten Jahrzehnten entscheidend

mit geprägt“.

www.vollert.de

IPS, CRAILSHEIM – Preis für Beratung

Die International Packaging

Systems GmbH (IPS) wurde

als „Top Consultant“ mit dem

Preis des deutschen Mittelstands

in der Kategorie „Technische Beratung“

ausgezeichnet. IPS ist ein

Tochterunternehmen der Gerhard

Schubert GmbH. Als „Engineering“-Dienstleister

und Generalunternehmer

entwickelt und liefert

IPS auf den Kunden zugeschnittene,

individuelle Verpackungslinien.

Dazu bietet sie lieferantenunabhängige

Beratung im Endverpackungsbereich

für Branchen wie

Pharma oder Konsumgüter.

www.ips-packaging.com

WÜRTH, KÜNZELSAU – Ministerbesuch

Peter Friedrich, Landesminister

für Bundesrat, Europa und

internationale Angelegenheiten

besuchte die Würth-Gruppe am

Firmensitz. Einer Unternehmensvorstellung

durch leitende Persönlichkeiten

folgte eine Gesprächsrunde

zu beruflicher, dualer,

akademischer und internationaler

Prof. Dr. Dr. h. c. Harald Unkelbach (links)

erklärt Minister Peter Friedrich die Funk -

tionsweise eines Würth Kanban-Behälters, der

mithilfe einer integrierten Kamera und RFID-

Transponder selbstständig Ware nachbestellt.

Bildung sowie zur Digitalisierung

als Herausforderung für Unternehmen

und Kunden. Eine Führung

durch Museum Würth und Logistikzentrum

und ein gemeinsames

Mittagessen im Betriebsrestaurant

beschloss den Ministerbesuch.

www.wuerth.com

ALL FOR ONE

STEEB,

HEILBRONN

Ergebnisse des

3. Quartals

Im dritten Quartal des Geschäftsjahrs

2014/2015 konnte

die All for One Steeb AG

den Umsatz um 16 Prozent auf

60,1 Millionen Euro steigern.

Für die neun Monate ergibt

sich ein Umsatzanstieg um

zwölf Prozent auf 180,4 Millionen

Euro. Outsourcing Services

erzielte ein Umsatzwachstum

um zwölf Prozent und

macht mit 82,4 Millionen Euro

46 Prozent des Umsatzes aus.

Der Verkauf von Softwarelizenzen

stieg zwar im 3. Quartal

um 4,5 Prozent, verringerte

sich aber seit Oktober 2014

um sieben Prozent auf 21,5

und Consulting stieg in neun

Monaten um 20 Prozent auf

72,9 Millionen Euro.

www.all-for-one.com

Themen der Dezember-Ausgabe 12/2015

TITEL-THEMA:

Unternehmen erfolgreich führen

ANZEIGENSCHLUSS:

30.10.2015

DOSSIER-THEMA:

Digitale Herausforderung

THEMEN DES VERLAGSJOURNALS

WIRTSCHAFTINFORM.DE:

Finanzplatz Heilbronn, Inkasso &

Forderungsmanagement

Medienwelt, Druck & Verpackung

Rechtsanwälte & Steuerberater

Geldanlage & Altersvorsorge

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NR. 10 | 2015

W IRT S C H A F T S M AG A Z IN DE R IHK HE ILB R O N N - F R A N K E N

Technologietransfer heute –

schnell, flexibel, agil.

Seite 12

TRANSFER ERFOLGREICH.

OKTOBER 2015 w.news

65


kultur-tipps

Geht es um das

Thema Buchdruck,

hat fast

jeder denselben

Namen im Kopf –

Gutenberg. Doch

auch die Region

Heilbronn-Franken

hat rund 350 Jahre

nach Erfindung

der Druckerpresse

dazu beigetragen,

dass wir heute Die Papierfabrik „Widmannsthal“.

Bü cher, Zeitungen

und Magazine lesen können. Johann Jakob

Widmann hieß der gebürtige Heilbronner, der

1825 Ersatzteile für die erste in Deutschland

aufgestellte Donkin-Papiermaschine herstellen

sollte. Er sah die englische Maschine und ihm

war klar: Das geht schneller, besser und billiger.

Nach langem Tüfteln war es soweit. Er hatte eine

deutsche Endlospapiermaschine entworfen, die

ihre englische Vorgängerin in den Schatten stellte.

Er baute sie erstmals für den Papierfabrikanten

Gustav Schaeuffelen, der sie 1829 in Betrieb

nahm. Schnell wollten auch andere Unternehmen

von Widmanns Innovationen profitieren

und so konnte er

eine Fabrik mit

etwa 80 Mitarbeitern

aufbauen und

seine Maschinen in

ganz Deutschland

verkaufen. Dann

riss seine Glückssträhne

– das Patent

fehlte und

auch andere Hersteller

begannen

Papiermaschinen

nach Widmanns

Plänen zu bauen. Die wachsende Konkurrenz und

das Hungerjahr 1846 brachten den Heilbronner

Tüftler zu Fall. Er musste Insolvenz anmelden und

wanderte in die USA aus. Doch auch wenn er die

Region verließ, bleibt sein Beitrag zum Thema

Buchdruck erhalten und auf die Frage „wem

verdanken wir es, dass wir Bestseller, aktuelle

Tageszeitungen und die w.news lesen können?“

kommt jetzt vielleicht auch ein anderer Name

in den Sinn: Johann Jakob Widmann. (csc)

Quelle: Dr. Helmut Schmolz, Stadtarchivdirektor a.D.

Heilbronn (2013)

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Mit allen Sinnen genießen

– das kann man bei

Christina Rommels Tour „Schokolade

– das Konzert“. Neben

der Popsängerin stehen bei den

Konzerten die Rommel-Band

und ein Chocolatier auf der

Bühne. Nicht zu vergessen: die

Schokoladenmädchen. Denn

die verteilen die Kreationen

des Schokokünstlers an die

Zuschauer. Am 14. November

findet das kulinarische Konzert

ab 20 Uhr in der Erlenbachhalle

in Igersheim statt und eines

ist den meisten schon vorab

klar: Es wird für Augen, Ohren

und Gaumen etwas geboten.

www.christina-rommel.de/live/

schokoladen-konzerte

Benjamin Tomkins sagt über

sich selbst: „Früher war ich

schizophren, aber jetzt sind wir

wieder ok“. Mit dem gleichnamigen

Bühnenprogramm lässt

er am 22. Oktober in Künzels -

66 w.news OKTOBER 2015

Endloses Papier

MADE IN HEILBRONN-FRANKEN

MUSIK, SPASS UND SPANNUNG

„Schokolade – das Konzert“ Christina

Rommel spielt am 14. November

in Igersheim.

au-Gaisbach die Puppen tanzen.

Ab 20 Uhr präsentiert er

sich und seine Puppenfamilie

im Alma-Würth-Saal und bietet

Comedy, Gesang, Witz und

Ironie. Wer ihn und seine verschiedenen

Charaktere kennenlernen

möchte, kann gleichzeitig

zum Tierschutz beitragen.

Denn die Theatergage des Puppenflüsterers

wird gespendet.

www.kuenzelsau.de

Mörderischen Spaß beim

Vier-Gänge-Menü – das

bietet das Krimidinner im Ringhotel

„Die Krone“ am 14. November

in Schwäbisch Hall.

Dabei geht’s diesmal in die Luft.

„Ein Schuss ins Blaue“ heißt

das Bühnenprogramm, bei dem

sich ab 19.30 Uhr die „Túnfifill“,

das Luftschiff der Reederei

Gulban, in die Lüfte erhebt

und aus der Jungfernfahrt eine

Mörderjagd über den Wolken

wird. Wer die Kombination aus

Kulinarik und Krimi nicht verpassen

möchte, kann über das

Ringhotel „Die Krone“ Karten

reservieren.

(csc)

www.hotel-diekrone.de

IMPRESSUM

w.news ist das offizielle Organ der

IHK Heilbronn-Franken.

Online-Ausgabe: www.ihk-wnews.de

Herausgeber:

IHK Heilbronn-Franken

Ferdinand-Braun-Straße 20

74074 Heilbronn

Telefon 07131 9677-0

www.heilbronn.ihk.de

Geschäftsstellen:

Bad Mergentheim

Telefon 07931 9646-0

Schwäbisch Hall

Telefon 0791 95052-0

Redaktion:

Matthias Marquart (Koordination)

Julia Sommerfeld

Katharina Müller (Volontärin)

Telefon 07131 9677-109

E-Mail pr@heilbronn.ihk.de

Der Bezug der Zeitschrift erfolgt

im Rahmen der grundsätzlichen

Beitragspflicht als Mitglied der IHK.

Die mit dem Namen eines nicht der

Redaktion angehörenden Verfassers

oder seinen Initialen gekennzeich -

neten Beiträge geben die Meinung

des Autors, aber nicht unbedingt die

der IHK Heilbronn-Franken wieder.

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wird sowohl redaktionell als auch

inhaltlich ausschließlich verantwortet

und betreut von der HETTENBACH

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Für unverlangt eingesandte Manuskripte,

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Produktion:

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Werderstraße 134, 74074 Heilbronn

Telefon 07131 7930-100

www.hettenbach.de

Druck:

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01.12.2011

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Als in Generationen gewachsenes Hohenloher Familienunternehmen wissen wir, was

auch unsere kleinen und mittelständischen Kunden bewegt. Denn gerade dann liegt

eine große Herausforderung in cleverer Organisation, effizientem Einsatz der Kapazitäten

und Konzentration auf die eigenen Kernkompetenzen. Das sagen unsere Kunden:

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„Rüdinger übernimmt für uns den gesamten Stückgut-Transport – tagtäglich seit unserer

Unternehmensgründung. Unser zufriedenes Feedback: zuverlässig, pünktlich, schnell.“

Frank Reinmuth, Geschäftsführer, Heinrich Reinmuth GmbH & Co., Mosbach (19 Mitarbeiter)

„Neben der Abholung bei Zulieferern und Auslieferung unserer Erzeugnisse an Handelskunden

unterstützt uns die Rüdinger Spedition auch beim Export in die Schweiz mit

Erstellung der Ausfuhrbegleitdokumente und Importverzollung. Mit der Zusammenarbeit

sind wir hoch zufrieden.“

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„Wir sind Hersteller von hochwertigen Produkten bei denen die Gestaltung eine

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